Tatsaechlich mein letzter Blog-Eintrag hier vor Ort ...
Ganz schmucklos ohne Foto, ich habe naemlich kaum Zeit. Ich werde heute abend noch ein letztes Mal weggehen, um dann morgen in aller Fruehe den Flug nach Peking und dann nach London anzutreten.
Eigentlich wollte ich hier nur folgende witzige Sache erzaehlen: Ich fahre seit einem Monat mit der gleichen Buslinie gut 35min. in die Stadt hinein - morgens um 7:00h. Ich bin, wie ich mir schon dachte, der einzige Auslaender im Viertel. Heute wurde ich dann angesprochen, man sagte mir, ich sei dementsprechend auch bekannt, weil alle die aus meinem Viertel in die Stadt fahren auch mal mit mir einem Bus gewesen sind (zumindest fast) und waehrend fuer mich noch einer wie der andere aussieht vergisst man den blonden, blauaeugigen Lockenschopf mit der grossen Nase natuerlich nicht.
Mehr als eine lustige Tatsache ist das leider nicht - ich konnte den beiden Studenten, die sehr gutes Englisch sprachen, ja leider auch nur mitteilen, dass ich praktisch schon auf der Heimreise bin.
Ob ich nochmal nach Qingdao kommen werde? Nochmal nach China auf jeden Fall - soviel ist sicher.
Ueber das Fuer und Wider der chinesischen Kueche habe ich hier ja noch gar kein Wort verloren - ausser dass ich vielleicht einmal die Suppe mit Glibber zum Fruehstueck erwaehnte (?). Es gibt ja hier in China 4 unterschiedliche Kuechen, weswegen verallgemeinernde Aussagen unzulaessig sind. Fakt ist aber, dass ich noch nirgends mein Essen so zeitnah sterben sehen habe wie hier. Seien es die laenglichen Muscheln, die man nur in Form zurueckgelassener Schalen ueberall am Meer findet, die hier aber noch froehlich herausgucken, bevor man sie ins kochende Wasser schmeisst, oder einem gar noch froehlich einen Wasserstrahl entgegenschiessen nur um "Hallo" oder "Bitte, bitte toete uns nicht!" zu sagen. Die Spitze waren allerdings bisher Daumendicke braune madenartige Krustentiere, die fritiert werden, vorher aber noch sich in badewannengrossen Behaeltnissen raekelnd ausgestellt werden. Der Geschmack erinnert ein wenig an Leber - nicht uebel.
Hier sieht man einen "Hotpot", in den man dann sein Essen selber unmittelbar und vor Ort im kochenden Wasser ertraenkt. Ausserdem zu Tisch meine Chinesischlehrerin. Nach dem Essen habe ich uebrigens beim Karaoke auch einen lang eingeuebten chinesischen Song praesentieren duerfen - so ein Spass.