Foto

Rabbiner Samson Raphael HIRSCH
(1808-1888)

Foto
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH
(1833-1900)
Foto
Rabbiner Dr. Salomon BREUER
(1850 - 1926)
Foto
Rabbiner Dr. Raphael BREUER
(1881-1932)
Foto
Reb Julius HIRSCH
(1842-1909)
Jubelsinget, Gerechte, in Gottesanschauung, den Geraden geziemt Thatenoffenbarungslied (Psalm 33)

ברוך הבא!    السلام عليكم!

 

Welkom op de blog van de studievereniging JESJOEROEN, Thora tegen nationaal-jodendom (sionisme)


Thoratrouwe antizionistische inzet en anti-imperialistische solidariteit. U vindt hier Rabbijnse teksten (vooral Samson Raphael HIRSCH strekking), nieuws en achtergrondinfo.

 

Bienvenue sur le blog de l'association d’études rabbiniques YECHOUROUN, Thora contre national-judaïsme (sionisme).

 

Nous proposons des textes rabbiniques, (surtout de l’école de Samson Raphael HIRSCH) ainsi que des infos et documentations, le tout avec engagement antisioniste et solidarité anti-impérialiste, inspirés par la fidélité à la Thora. Visitez notre blog similaire en langue française: www.bloggen.be/yechouroun .  

 

Willkommen im Blog des Studienverbandes JESCHURUN, Tauro gegen Nationaljudentum (Zionismus).

Wir bieten Rabbinische Texten (hauptsächlich von der Samson Raphael HIRSCH Tendenz – meistens in deutsche Originalfassung), sowie Nachrichten und Hintergrundinformationen, im ganzen mit Thoratreues antizionistisches Engagement und anti-imperialistische Solidarität.

 

Welcome to the blog of the Study Association YESHURUN, Thora against Nationaljudaism (Zionism).

We propose Rabbinical texts (mostly from the S R HIRSCH tendency), news and information, the whole inspired by Thora-true anti-Zionist Commitment and anti-imperialist Solidarity.

Inhoud blog
  • Erklärung des Vorstandes des Rabbiner-Verbandes in Deutschland gegen das Nationaljudentum (1897)
  • Sprüche 16,7 und Sprüchlein zur Wochenabschnitt Wajischlach
  • Rabbiner Samson Raphael HIRSCH Komm. Wochenabschnitt Wajézé
  • Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH aus dem Kommentar zur Wochenabschnitt WAJÉZÉ
  • Rabbiner Dr. Salomon BREUER zur Wochenabschnitt WAJÉZÉ
  • „Der Zionismus, seine Theorien, Aussichten und Wirkungen“ 7.Folge
  • Rabbiner Dr. Pinchos KOHN: DER ALTE WEG
  • Psalm 118,6 und Sprüchlein für Wochenabschnitt Wajétsé
  • Rabbiner Samson Raphael HIRSCH Komm. Wochenabschnitt Tauledauss
  • Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH aus dem Kommentar zur Wochenabschnitt TAULEDAUSS
  • Rabbiner Dr. Salomon BREUER zur Wochenabschnitt TAULEDAUSS
  • „Der Zionismus, seine Theorien, Aussichten und Wirkungen“ 6.Folge
  • Rabbiner Dr. Joseph Breuer „Das triumphierende Rom“
  • Sprüche 10,1 und Sprüchlein zur Wochenabschnitt Tauledauss
  • Rabbiner Samson Raphael HIRSCH Komm. Wochenabschnitt CHAJÉ SsOROH
  • Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH Kommentar zur Haftoro Chajé Ssoro
  • Rabbiner Dr. Salomon BREUER zur Wochenabschnitt Chajé Ssoro
  • Rabbiner PINCH0S KOHN, Biographische Angaben
  • „Der Zionismus, seine Theorien, Aussichten und Wirkungen“ 5..Folge
  • Kohéless 12,7 und Sprüchlein zur Wochenabschnitt Chajé Soroh:
    INTERESSANTE LINKS
  • ANTIQUARIAAT BOEKHANDEL SPINOZA
  • 'DER ISRAELIT'
  • Mehrsprachige Seite „Yakov RABKIN, Historian and Author“
  • MUSLIM BRIDGES
  • Int'l Middle East Media Center
  • EUROPEAN JEWS FOR A JUST PEACE EJJP
  • The Palestine Information Center (PIC)
  • www.islamverurteiltantisemitismus.com
  • PALESTINA IN DE MEDIA
    NOG MEER INTERESSANTE LINKS
  • PEACE PALESTINE (UK)
  • CENTRE D'INFORMATION PALESTINIEN
  • PALESTINE CHRONICLE
  • DESERTPEACE
  • TIKUN_OLAM
  • International Middle East Media Center
  • PALESTINIAN CAMPAIGN FOR ACADEMIC & CULTURAL BOYCOT
  • INTERNATIONAL SOLIDARITY MOVEMENT GERMANY
  • JEWS OF LEBANON
  • ALAN HART DIARY
    NOCH MEHR INTERESSANTE LINKS
  • COMPACTMEMORY.DE
  • MONDIALISATION.CA
  • Crossing the Crescent.
  • CAMPAIGN TO END ISRAELI APARTHEID, Southern California
  • PALESTINIAN MOTHERS
  • 14 Friends of Palestine
  • AL-ADALA GERECHTIGKEIT
  • LINKS
  • MONDOWEISS
  • CAMPO ANTIIMPERIALISTA Ribellarsi è necessario
  • Yeshiva University On Line
  • ISRAEL VERSUS JUDAISM
  • Zoeken in blog

    Archief
  • Alle berichten
    62 JAAR NAKBA, 62 JAAR THORAVIJANDELIJKE ZIONISTISCHE STAAT, WEG ERMEE!
    Foto

    Rabbiner Josef Chaim SONNENFELD
    (1848-1932)

    Foto

    Dr. Jacob Israël DE HAAN
    (1881-1924)

    Foto
    Dr. Nathan BIRNBAUM
    (1864-1937)
    Foto

    Rabbiner Pinchos KOHN
    (1867-1942)

    Foto

    Rabbiner Ernest WEILL
    (1865-1947)

    Foto
    Foto
    Foto
    IVJ exposes the vicious Zionist oppression of religious Jews who object to serve in the IDF, or protest its regime.
    Foto
    JESCHURUN
    Tauro gegen Nationaljudentum (Zionismus)
    17-11-2020
    Klik hier om een link te hebben waarmee u dit artikel later terug kunt lezen.„Der Zionismus, seine Theorien, Aussichten und Wirkungen“ 6.Folge
    Klik op de afbeelding om de link te volgen

    „Der Zionismus, seine Theorien, Aussichten und Wirkungen“ 6.Folge

     

     

    Schriften zur Aufklärung über den Zionismus 

    N° 2 „Der Zionismus, seine Theorien, Aussichten und Wirkungen“

    Herausgegeben vom Antizionistischen Komitee Berlin 1913

     

    II. DAS WESEN DES ZIONISMUS

     

    Was neu ist im Zionismus, ist unjüdisch, ist ein Assimilationsprodukt, eine Anlehnung an die Anschauungen, die die Außenwelt beherrschen. Der Zionismus hat aber auch Züge aufzuweisen, welche wirklich jüdisches Gut darstellen. Aus dieser beabsichtigten Aufnahme mancher alten echt jüdischen Tendenz, aus wohlüberlegten Mischung vom Altem mit jenem Neue, das bedingungslos schlecht und verwerflich ist, wird es erklärlich daß unbefangene Juden im Zionismus auch Anerkennenswertes und Gutes zu loben finden. Der Zionismus hat in unverkennbarer Absicht mit seinem unjüdischen nationalen Chauvinismus alte gut jüdischen Forderungen verknüpft und je nach der Gelegenheit, versteht er es auch, die eine oder die andere Richtung wirksam auszuspielen.    Einmal ist der Zionismus der politische Faktor mit nationaler absondernder Verhetzung, das andere Mal aber die humanitäre Vereinigung, die den leidenden Glaubensbrüdern Brot und eine Heimstätte schaffen will! Und mit ein unleugbarem Geschick versteht er dabei, im Fernstehenden den Eindruck zu erwecken, als ob die humanitäre Seite etwas spezifisch Zionistisches sei, ein Gebiet, dem die anders denkende Judenheit sich nicht mit gleicher Liebe und Begeisterung hingebe.  Gerade in unseren Tage betont ja die Bewegung das kolonisatorische Moment und die rein wirtschaftliche Hilfsaktion in einem so starkem Maße, daß tatsächlich für den Uneingeweihten eine gewisse Verwirrung entsteht und er nicht merkt, daß im Zionismus das Neue nicht gut, und das Gute nicht neu ist.

      Der humanitären Seite des Zionismus seien einige Worte gewidmet, nachdem festgestellt worden ist, daß sich hierin nichts spezifisch Nationales offenbart, und  daß von Nichtzionisten, von Orthodoxen wie von Liberalen, diese Arbeit weit intensiver und besser geleistet wird. Der einzige Unterschied besteht darin, daß diese letzteren wirkliche Arbeit emsig und geräuschlos verrichteten, während jene Bewegung auch Scheinarbeit mit einen unendlichen Geschrei begleitet und dadurch die Welt zu einer unendliche Überschätzung ihres Wertes und Umfangs verleitet.  Das gilt auch von der Tätigkeit im heiligen Lande. Auch wir wissen wohl daß Palästina nicht ein beliebiges Reich ist wie andere auch. Es ist uns heilig als die Stätte, an der unsere Religion entstand,  als der Boden auf dem der Tempel sich erhob,  wo die Propheten gewirkt haben. Heilig ist uns die Erde, die unserer Väter Herzblut getränkt hat; durch tausende von erhebende Erinnerungen mit Palästinas Gauen verknüpft,  werden wir immer uns in Stolz gen Osten wenden und der Gedanken an Zion wird in unserem Herzen nicht verlöschen. Das heilige Land ist unser Vaterhaus, das Vaterhaus derer, die weit in aller Welt zerstreut für des Gottesnamens Ehre wirken, und wie jeder von uns – mag er noch so sehr von ihm entfernt sein, seines wirkliches Vaterhauses nicht nur in Liebe gedenkt, sondern bestrebt ist, es in Stand zu halten, um seines Glanzes sich freuen zu können, freuen wir uns wenn es in Blüte ist, so ist es mit Palästina auch. Ohne das wir dort wohnen wollen, freuen wir uns, wenn es in Blüte steht, und jede Bemühung die seinem Wohle gewidmet ist, darf unsere Unterstützung sicher sein. Darum ist schon vor dem Entstehen des Zionismus wie auch seit jener Zeit – unbeirrt  durch seine Tätigkeit – eifrig kolonisiert  worden, und die Hauptarbeit wurde und wird von Männer geleistet die sich dem Zionismus fernhalten, ja sogar ihm feindlich gegenüber stehen. Und wenn vielleicht in manchen Punkten die zionistische Kolonisation in Palästina intensiver zu sein scheint, so liegt das einerseits daran,  daß sie später begann als die der anderen und daß demgemäß deren Erfahrungen ihr zu Gute kamen; andererseits aber liegt ihr Vorteil in der Konzentration auf den einen leicht übersehbaren Fleck, wo hingegen  unserer Arbeit sich auf alle Welt erstreckt und an vielen Orten den Juden eine Heimstätte mit Freiheit, Ruhe und sicherem Brote zu verschaffen sucht. Will man das spezifische Kennzeichen zionistischer Hilfsarbeit feststellen, so kann es nur in der Enge des Gesichtspunkts bestehen,  in der Beschränkung auf den Boden der Väter. Das Wirken aller anderen Organisationen ist umfassender und erfolgreicher, ihre Leistungen sind weit größere, auch wenn sie nicht so viel Aufsehens davon machen.

    Selbst wenn aber die humanitäre Seite des Zionismus wirklich Bedeutung besäße, dürfte sie nicht das wahre Wesen der Bewegung verdecken, und das diesem keinerlei Wert beizumessen ist, ergibt sich deutlich, wenn man  das Wesen des Zionismus mi dem des Judentums vergleicht.

     

    … …

     

    (wird fortgesetzt)

     

    Erscheint in Jeschurun Judentum gegen Zionismus in Folgen, war bereits Teil unseres Studienprogramms  Jahrgang 5770/5771

     

    Mit Dank an Frau Manja BURGERS, Antiquarische Buchhandlung „Spinoza“ in Amsterdam

    http://www.spinozabooks.com

    17-11-2020 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


    >> Reageer (1)
    16-11-2020
    Klik hier om een link te hebben waarmee u dit artikel later terug kunt lezen.Rabbiner Dr. Joseph Breuer „Das triumphierende Rom“
    Klik op de afbeelding om de link te volgen

     

     Rabbiner Dr. Joseph Breuer

    1882-1980

     

    „Das triumphierende Rom“

     

     

    Aufsatz erschienen in ‚Jüdische Monatshefte‘ Jahrgang 5 (1918) Heft 5 S. 148-161

     

    Zu lesen in Beilagen:

     

    Bijlagen:
    Das triumphierende Rom Jahrg 5 – Heft p. 149.JPG (96.3 KB)   
    Das triumphierende Rom Jahrg 5 – Heft 5 p. 150.JPG (115.4 KB)   
    Das triumphierende Rom Jahrg 5 – Heft 5 p. 151.JPG (113.2 KB)   
    Das triumphierende Rom Jahrg 5 – Heft 5 p. 152.JPG (119.5 KB)   
    Das triumphierende Rom Jahrg 5 – Heft 5 p. 153.JPG (52.4 KB)   

    16-11-2020 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


    >> Reageer (0)
    15-11-2020
    Klik hier om een link te hebben waarmee u dit artikel later terug kunt lezen.Sprüche 10,1 und Sprüchlein zur Wochenabschnitt Tauledauss
    Klik op de afbeelding om de link te volgen

    תולדת

    בן חכם ישמח-אב ובן כסיל תוגת אמו:משלי שלמה

     

     

    „ Ein weiser Sohn erfreut den Vater, und ein unweiser Sohn ist seiner Mutter Kummer“
    (Sprüche Salomos 10, 1 Übersetzung  Rabb. Dr. Wolf, Köln)

     





    1.

    Kinder sind ein Gottessegen,

    Sind der Menschen höchstes Glück,

    Denken sie auf ihren Wegen

    An der Eltern Wort zurück.

     

    2.

    Aber Tränen nur und Schmerzen

    Bringt ein Kind, das frech verschmäht,

    Was mit liebevollen Herzen

    Fromme Eltern ausgesät.

    Aus: Erbauungsbuch „Bibel- und Talmudschatz“ J.H. Kohn S. 66  13.Auflage Hamburg 5691 – 1931

     

    Die beste Anschrift für antiquarische Judaika:

    Antiquarische Buchhandlung „Spinoza“ in Amsterdam

    Inhaberin: Frau Manja BURGERS

    http://www.spinozabooks.com

     

    15-11-2020 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


    >> Reageer (0)
    13-11-2020
    Klik hier om een link te hebben waarmee u dit artikel later terug kunt lezen.Rabbiner Samson Raphael HIRSCH Komm. Wochenabschnitt CHAJÉ SsOROH
    Klik op de afbeelding om de link te volgen

    Rabbiner Samson Raphael HIRSCH

                        (1808-1888)

    חיי שרה

     

    Aus dem Kommentar zur Wochenabschnitt חיי שרה Chajé Ssoroh


    Kap.25 V.16 Dies sind die Söhne Jischmaels und dies ihren Namen in ihren Gehöften und Burgen, zwölf Fürsten ihren Stammen.

     

    V. 16 בחצריהם ובטירתם. Wir haben schon bemerkt, mit welcher Zähigkeit die beiden Charakter des Vaters und der Mutter sich in den Nachkommen Ismaels vererbt haben. Dem Geiste und dem Verstande nach Söhne Abrahams, der Sitte und dem Freiheitsdrange Hagariten, fügten sie sich nicht in den Zwang der Städte und nicht in der Gewalt absoluter Herrscher; sie wohnten in חצרים, Gegensatz zu festen Städten. חצר, verwandt mit עזר; was beim Tempelzelt חצר war, war beim Tempelhaus עזרה. Es scheint: חצר Hülfsraum zu bedeuten, also diejenige Umgebung der Wohnung, die den Bewohnern zu ihren häuslichen Bedürfnissen und Hantierungen zu Gebote steht. Je mehr Menschen in feste Städte hineingekeilt werden, desto mehr werden sie von der Natur losgelöst, desto größer wird der Gegensatz zwischen Stadt und Land (S. oben bei Kain, Kap. 4,17). חצרות: Wo jeder sein Land und den Platz, dessen er bedarf, als Umgebung seines Hauses hat. Er hat alles, was er braucht, in seinem Zelte (אהל die nächste Umstrahlung seiner Person) und in dem umgebunden Hülfsraum: er ist unabhängig. Später wurde die Bauart mit חצרים auch in die Städte im Orient, wie noch jetzt in Jerusalem, hineingetragen, wo freilich dann in der Regel mehrere Häuser in einem חצר zusammen liegen. – טיר das verstärkteדיר  die Hürde, somit: festere Umgebung durch Wall und Mauer. –

    .נשיאים Bei Ismael und Jissroél heißen die Fürsten: נשיאים, bei Edom: אלופים. נשיאים heißen sonst Wolken, und der reinste Begriff des Fürsten ist damit gegeben. Was die Wolke ist, das hat sie von der Erde, und alles, was sie von der Erde empfängt, empfängt sie, um es, in Segen verwandelt, der Erde wieder zu spenden. Das ist der jüdische Fürst, den Koheleth 2,12 als den bezeichnet, את אשר כבר עשוהו, den das Volk gemacht, d.i. der aus einer Vereinigung des Edelsten und Besten aus dem Volke bereits hervorgegangen ist. Es ist ein Glück, wenn der Fürst eine Wolke, ein נשיא ist. Ein solcher נשיא = Sinn ist notwendig, ohne ihn kann keine Gesamtheit blühen, und durch ihn werden die Gesamtkräfte des Volkes auf ein Ziel geleitet, dieses Ziel ist aber beim נשיא nicht die Wohlfahrt des Fürsten, sondern die Wohlfahrt des Volkes. Wie bei der Wolke der Erde, kommt durch den rechten Fürsten alle auf ihn vom Volke übergetragene Macht und Fülle segnend dem Volke wieder zurück.

    Dem gegenüber steht אלוף, ein solcher Fürst, der die Kraft des Volkes zu seiner eigenen Machtvergrößerung absorbiert, ein Oberhaupt, durch welches das Volk nicht stark, sondern schwach erscheint. אלף hat böse Vettern in unserer Sprache, es ist verwandt mit עלף: schwach, ohnmächtig werden, עלב, rabbinisch: beschämen, kränken, selbst חלף: ganz in etwas anderes aufgehen, verschwinden. Also: solche Führer, denen gegenüber die Geführten alle Selbständigkeit und Bedeutung aufgeben. Solche אלופים hat man im jüdischen Kreise nicht nötig. Nicht umsonst singt die jüdische Nationalhymne mit stolz: unsere אלופים sind die am meist Belasteten – אלופינו מסובלים – die größte Nationalbürde lastet auf ihnen. Sie sind die Höchstbesteuerten! Und umgekehrt die אלופי יהודה (– sie kommen nur dies einmal in Secharja 12,5 und 6 vor –) fühlen sich nur durch den geistigen Beistand ihres Volkes stark, sie sprechen אמצה לי יושבי ירושלים בד' צבאו' אלקיהם !

     

    V.18 Sie nahmen ihre Wohnstätten von Chawila bis Schur, welches vor Mizraim liegt, in der Gegend, wo du nach Aschur kommst; vor dem Gesichte aller seiner Brüder ließ er sich nieder.

     

    V. 18 וישכנו, weniger als וישבו, bezeichnet mehr ein vorübergehendes Niederlassen, entsprechend dem Nomadenleben der Ismaeliten. – על פני כל אחיו וגו' Sie Kap. 16,12 נפל irgendwo hinkommen, wohin man nicht gehört, wo man sich nicht in die übrigen natürlichen Verhältnisse als aus ihnen hervorgegangen einreiht, so נפילים, die wie vom Himmel Gefallene. Also hier von Völkerscharen, die ihre Wohnplätze wählen, wo es ihnen beliebt, „wie dahin geschneit“.  

    13-11-2020 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


    >> Reageer (0)
    12-11-2020
    Klik hier om een link te hebben waarmee u dit artikel later terug kunt lezen.Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH Kommentar zur Haftoro Chajé Ssoro
    Klik op de afbeelding om de link te volgen

    Rabbiner Mendel HIRSCH sz’l

              (1833-1900)

     

    הפטרת חיי שרה

     

    Kommentar zur Wochenabschnitt Chajé Ssoro:  Könige I. Kap.1, V.1 (Auszug)

     

    Wiederum sind es Parallele und Kontrast, die bei der Wahl dieser Haftora bestimmend gewesen sein dürften. Abrahams Alter und Davids Alter, Abrahams Sorge für sein Haus und Davids Sorge für sein Haus. Allein aus dem Zelt des Patriarchen werden wir in den Palast des Königs versetzt. Denn die Familie war zum Volke, der Familienkreis zum Staate geworden. Dort, in dem einfachen flüchtigen Wanderzelte des greisen Ahnen der reine Hauch edlen Menschentums; hier die schwüle, dumpfe Luft des von Cabalen und Intriguen durchtränkten Hofes.[1]  Dort ein reich gesegneter Vater, der nur die Sorge hat, seinem Sohne ein Weib wie das eigene heimgegangene zu gewinnen, und einen Sohn, der untröstlich über den Heimgang seiner hochbetagten Mutter, trotz  seiner vierzig Jahre den Vater über sich bestimmen läßt und das ihm zugeführte Weib innig liebt, weil er das hehre Wesen der Mutter in ihm wieder findet. Hier ein Sohn, der den Hintritt seines königlichen Vaters nicht abwarten kann, um eigenmächtig sich zu seinem Nachfolger proklamieren zu lassen. Verschwörung und Intrigue überall, und selbst der Gottesprophet zu sorgsam vorbereiteter Absprache genötigt, um des Erfolges  seines Eintretens für den zur Nachfolge berufenen Königssohn sicher zu sein. Trotz des mächtigen Aufblühens und der gesicherten äußeren Machtsstellung Keime des Untergangs selbst unter der ruhmreichen Regierung des unvergleichlichen Davids.

     Ferner: Abraham und David, im Vollgefühl ihrer Bestimmung und im vollen Bewußtsein ihrer Verantwortlichkeit, besorgt, noch bei Lebzeiten allen Trübungen und Wirren vorzubeugen, die nach ihrem Ableben die Zukunft ihres Hauses gefährden könnten. Wie Abraham diejenigen Elemente seines Hauses, von denen eine solche Gefährdung zu befürchten war, noch „בעודנו חי“ entsprechend versorgte und entfernte (1 B.M. 25,6): so sehen wir David, den „sehr alt“ geworden, plötzlich, da ihm die Augen geöffnet über den Sohn, den er, wie mit leisem Vorwurf gesagt wird, bisher in seinem ganzen Leben nie an Entsagung gewöhnt hatte,  an dessen ehrgeizigem Emporstreben er somit selbst nicht ganz ohne Schuld war, mit starker Hand und fast jugendlicher Energie sofort alle Maßregeln treffen, um den Unberechtigten unschädlich zu machen und dem für die Zukunft seines Volkes Bestimmen die Nachfolge noch bei seinen Lebzeiten zu sichern.

    An uns, der großen Ahnen spätgeborenen Enkeln, ist es, den Schatz zu hüten und die Güter zu bewahren, deren Erhaltung und Pflege das höchste und heiligste Anliegen eines Abraham wie eines David und die Sorge bildete, die bis zum letzten Atemzuge ihre großen Seelen erfüllte.

     

    (Die Haftoroth übersetzt und erläutert, Frankfurt am Main 1896: S. 26-32 Könige I. , Kap 1 V.1 u.w.) 



    [1] Welcher Gegensatz zwischen dem hohen Sinne eines Elieser, des “Dieners Abrahams”, und diesen “Dienern” Davids, einer Camarilla, deren Vorgehen (V.2 und 3) uns an den Hof und in das Reich eines Ahasver versetzt!

    12-11-2020 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


    >> Reageer (0)
    11-11-2020
    Klik hier om een link te hebben waarmee u dit artikel later terug kunt lezen.Rabbiner Dr. Salomon BREUER zur Wochenabschnitt Chajé Ssoro
    Klik op de afbeelding om de link te volgen

    Rabbiner Dr. Salomon BREUER

                    (1850 – 1926)

     

    חיי שרה

     

    Belehrung und Mahnung  zur Wochenabschnitt Chajé Ssoro (Auszug)

     

     

    …

    Wer ermißt den unendlichen Beitrag, den die jüdische Frau der jüdischen Gesamtheit leistet, das unendliche Verdienst, das für die Verwirklichung jüdischer Zukunftshoffnungen gebührt! אין הדורות נגאלין אלא בשכר נשים צדקניות (ילקוט רות) „Zu allen Zeiten hat die Erlösung des jüdischen Volkes in den Händen pflichtgetreuer Frauen geruht“ diesen Frauenverdienst adelnde und würdigende Wort der Weisen spricht in aller Kürze aus, was sie von der jüdischen Frau erhoffen. –

    Der Erlösung ihres Volkes galt die Wirksamkeit all der hehren Gottesmänner von Moses bis zum letzen Propheten. Die Mission des Propheten Elijahu jedoch hart noch der Vollendung: הנה אנכי שלח לכם את אליה' הנביא „Siehe, ich sende euch den Propheten Elijahu“, mit diesen Ausblick schließen unsere Prophetenbücher, והשיב לב אבות על בנים ולב בנים על אבותם „daß  er den Sinn der Väter zu den Kindern und den Sinn der Kinder zu ihren Vätern zurückbringe“ – in diesen Worte liegt die ganze Größe  der Aufgabe, die Elijahu noch zu erfüllen hat. Es gilt den Riß zu heilen, der Kinder den Vätern, Väter den Kindern entfremdet. Schwer, unendlich schwer diese Mission! Sie wäre nicht schwer, wenn überall jüdische Häuser sich erhöben, in denen eine אשה הגונה waltete, die gleich Sara mit der ganzen weiblichen Innigkeit ihrer Gottesfurcht die Herzen ihres Mannes und ihrer Kinder entflammte, daß וילכו שניהם יחדיו Väter und Kinder, von einem Geiste beseelt, von dem gleichen Ernst Gott dienenden Gehorsams erfüllt, den Weg zur Moriahöhe gemeinsam wandelten. Sie wird jedoch unendlich erschwert, wo der altjüdische Geist aus den Häusern geschwunden ist, dafür aber der verheerende Geist der נשים שאינם הגונות Platz gegriffen, unter dessen traurigen Einfluß, wie nicht anders möglich, Kinder sich ihren Vätern, Väter den Kindern sich immer mehr entfremden. –

    Wer daher eine wahrhaft jüdische, pflichtgetreue Frau heimführt, erleichtert Elijah sein Werk, wer jedoch eine pflichtvergessene Frau heiratet, erschwert ihm die Aufgabe, zu der Gott Elijahu berufen. Wie klar spricht sich daher auch das Wort der Weisen aus: כל הנושא אשה הוגנת Wer eine würdige Frau heiratet, den liebt Gott, und Elijahu küßt  ihn, wer jedoch eine unwürdige Frau heiratet, den haßt  Gott, und Elijahu durchsticht ihm das Ohr mit dem Pfriemen. – אליה' רצעו! Das aber ist ein Akt, den das Gotteswort an den jüdischen Knecht zu vollziehen gebietet, der nach sechsjähriger Dienstzeit nicht in die Freiheit und ausschließliche Gotteshörigkeit zurückzukehren gewillt ist אמרתי לי בני ישראל עבדים וכו' והלך זה וקנה אדון: לעצמו ירצע er hört nicht auf das Gotteswort, das ihn zur Freiheit und zur ausschließlichen Gotteshörigkeit beruft, so erhalte denn sein Ohr das Zeichen unwürdiger Hörigkeit! Das gleiche gilt, wenn jemand eine אשה שאינה הוגנת heiratet. Göttliche Schöpferweisheit hat der Frauenseele Herrschermacht verliehen, die sie Segen stiftend, aber auch Unheil bringend auszuüben vermag. Glücklich, wer eine אשה הוגנת zur Frau hat: sie führt ihn zur beglückende Gotteshörigkeit hinan; wehe, wer sein Leben an eine אשה שאינה הוגנת gekettet: sie entfremdet ihn dem Leben Gott dienender Freiheit und reißt ihn immer mehr zu sich und mit sich zu unwürdigem Sklavendienst hinab !אליה' רצעו –  

    Wer begreift daher nicht die ängstliche Sorge, die Abraham bei der Wahl einer אשה הגונה für seinen Sohn erfüllt. Alle seine Hoffnungen und Erwartungen, alle göttliche Zusicherungen für den Bestand seines Hauses und die Zukunft seines Volkes waren an Isaak, seinen einzigen Sohn, geknüpft. Sollte seines Hauses Bestand nicht erschüttert werden, sollte das וילכו שניהם יחדיו, diese herrliche Errungenschaft der Erziehungsweisheit Saras von Vater auf Sohn sich vererben, so mußte Isaak eine אשה הגונה heimführen, die mit dem Adel ihrer Gesinnung und dem Reichtum ihres Herzens Isaaks Haus zu einer Pflanzstätte all der göttlichen Heilessaaten zu weihen vermochte, deren dauernde Pflege der Zukunft des jüdischen Volkes bedingt. Solchen Erwägungen gegenüber mußte jedes Vertrauen, das er sonst in allen Stücken dem in seinem Hause ergrauten Diener entgegenbrachte, zurücktreten: schwören, mußte er ihm beim Gott des Himmels und der Erde, ,ולקחת אשה לבני ליצחק daß er seinem Sohne, dem Sohne Abrahams, dem Erben und Fortträger seines Vermächtnisses (S. Komm. das.) die geeignete Frau heimführe.

    …

     

     Quelle: Rabbiner Dr. Salomon BREUER  Belehrung und Mahnung erster Teil Deuteronomium  J.Kaufmann Verlag Frankfurt am Main 1936 S. 38-46

    11-11-2020 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


    >> Reageer (0)
    10-11-2020
    Klik hier om een link te hebben waarmee u dit artikel later terug kunt lezen.Rabbiner PINCH0S KOHN, Biographische Angaben
    Klik op de afbeelding om de link te volgen

    Rabbiner Pinchos KOHN

    1867-1941

    Biographische Angaben


    Rabbiner  Dr. Pinchos Kohn
    1867, in Kleinerdlingen bei Nördlingen geboren, Besuch des Realgymnasiums in Halberstadt, Studium in Berlin und Besuch des dortigen Rabbinerseminars, von 1890 bis 1893 Rabbiner in Burgkunstadt, 1893 Promotion und Rabbinatsverweser in Mannheim, 1894 Wahl zum Distriktsrabbiner in Ansbach; Mitbegründer der „Agudass Jissroél”.


    Zusammen mit Rabbiner Dr. Salomon BREUER, Herausgeber der Zeitschrift "Jüdische Monatshefte" (Dez. 1913-1920)

    Nach dem Ende des 1. Weltkrieges leitete Pinchos Kohn als Vorsitzender des Exekutiv-Ausschusses die Geschäfte der „Agudass Jisroel” in Wien und wurde 1923 zum Präsidenten berufen. Er füllte diese Stellung aus, bis er 1937 wieder in seine alte Gemeinde nach Ansbach zurückkehrte. Rabbiner Pinchos Kohn blieb in Ansbach bis zum Februar 1938, als ihm die Flucht in die Schweiz gelang. Bei Kriegsausbruch ging er nach London, wo er am 7. Juli 1941 starb.

    10-11-2020 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


    >> Reageer (0)
    09-11-2020
    Klik hier om een link te hebben waarmee u dit artikel later terug kunt lezen.„Der Zionismus, seine Theorien, Aussichten und Wirkungen“ 5..Folge
    Klik op de afbeelding om de link te volgen

    „Der Zionismus, seine Theorien, Aussichten und Wirkungen“ 5..Folge

     

     

    Schriften zur Aufklärung über den Zionismus 

    N° 2 „Der Zionismus, seine Theorien, Aussichten und Wirkungen“

    Herausgegeben vom Antizionistischen Komitee Berlin 1913


    I.Die Entstehung des Zionismus

     

    … Auf jüdischem Boden war  der neue Messias nicht groß geworden, aber trotzdem  liegt sein Ursprung vor aller Augen offen zu Tage. Das diese neuen Judenrettungsaktion eine spezifisch nationale Färbung annehmen mußte, liegt einfach daran, daß sie ein Kind des nationalistischen neunzehnten Jahrhunderts ist. Hier spielt eben die  seltsame Richtung, die die geistige Entwicklung  unserer Zeit aufweist,  in die innere Geschichte des Judentums hinein. In dem merkwürdigen Buche von H.St. Chamberlain über „Die Grundlagen des neunzehnten Jahrhunderts“, einem Hohenliede der dilettantenhaften Oberflächlichkeit und der hohlsten Selbstüberhebung spiegelt sich, sowohl was die Form wie die materielle Seite betrifft, am deutlichsten jene bequeme Weltanschauung wieder, die unsere Zeit beherrscht. Sie verachtet die individuellen Arbeit an sich selber und die persönliche Tüchtigkeit , sie erwartet alles Heil nur  aus der Rassenveranlagung, die wie ein unabänderliches Fatum  des Menschen Denken und Handeln leitet und beherrscht. Es gibt hervorragende  und inferiore Rassen. Unter  jenen soll die germanische die erste, unter diesen die jüdische die letzte sein.  Jene sei der Inbegriff aller Erhabenheit , Großzügigkeit und Tugend sein, diese dagegen der Tummelplatz aller Laster und jeder Tüchtigkeit.  Das Glied der germanische Rasse das nichts leiste, sei immer noch erheblich besser als der hervorragendste Semit. Wir können und wollen dieser Geistesrichtung nicht in ihre Einzelheiten verfolgen, uns nicht die Mühe geben, ihre offenbaren Fehler aufzudecken.  Aber es ist klar, daß dieser Rassenwahn, die künstlich gezüchtete Rassenüberhebung der Betrachtung der Judenfrage neue Wege ebnete und dem Judenhasse eine ganz neue Richtung gab.

    Der Antisemitismus war vorwiegend – man braucht andere Momente die mehr oder weniger bewußt mitklingen, nicht zu verkennen oder abzuleugnen – Religionshaß; die Emanzipation und das Eindringen der Juden in das Wirtschaftsleben ließ auch die wirtschaftliche Seite des Judenhasses weit stärker hervortreten  Der Antisemitismus unserer Tage ist aber Rassenhaß! Und das bedeutet eine völlige Umwertung  und eine gewaltige Vertiefung. Religiöse und wirtschaftliche Judenfeindschaft sind mehr äußerlicher Natur; sie gelten der Natur und die Anschauung und dem Wirken, nicht aber der Person. Der Rassenantisemitismus jedoch zielt auf den Menschen persönlich. Er hat aus einer Gegnerschaft , bei der beide Seiten sich durch Argumenten zu überzeugen suchten, einen Antisemitismus gemacht, der Verachtung des minderwertigen Juden und völlige Trennung von ihm auf allen Gebiete der Kultur und des gesellschaftlichen Lebens eindringlich predigt. Mit welchem Erfolg ist bekannt! Wenn das „völkische“ Moment eine Bedeutung erlangt hat, der gegenüber alles andere, Verdienste, Tugenden, Strebung und Gesinnung nichts gelten, wenn der Jude geächtet wird, wenn man ihn zu eine Pariastellung herabdrücken will, so ist das ein Erfolg der die nationale Weltanschauung, der chauvinistischen Rassenwahn unserer Tage, in emsiger Arbeit errungen hat.

    Und dieser chauvinistische, nationale Rassenwahn, ist die theoretische Grundlage, der geistige Nährboden des Zionismus! Im hat er die spezifische Züge seines Wesens und seiner Wirksamkeit entlehnt! Schon das Aussprechen dieser unbestreitbaren und unbestrittene Tatsache enthält die vernichtendste Kritik dieser pseudomessianischen Bewegung. Mit aller Deutlichkeit muß man es sich in den letzten Konsequenzen ausmalen, was es für das Wesen und die Erscheinungsformen des Zionismus erscheinen muß, daß er auf demselben Sumpfboden erwachsen ist wie der Rassenantisemitismus, diese Geisel, unter der wir Juden so entsetzlich leiden.  Und es ist immer dasselbe Wasser, mag es nun arisch-antisemitisch, mag es nun jüdisch-national gefärbt sein, daß aus einem Giftbrunnen stammt, und daß keine Färbung der Welt zu einem gesunden Trank machen kann.

    Wer sich auf dem Standpunkt stellt, daß die nationale Verhetzung und der Rassenantisemitismus ein Verbrechen an der Kultur sind – und wer täte das nicht – der muß auch dem Bruder in jüdischen Gewande, den nationalen Zionismus, verdammen, weil er ebenso verderblich wirken muß wie jene.

    *****

     

    … …

     

    (wird fortgesetzt)

     

     

    Mit Dank an Frau Manja BURGERS, Antiquarische Buchhandlung „Spinoza“ in Amsterdam

    http://www.spinozabooks.com

     

    09-11-2020 om 08:45 geschreven door Naphtali HIRSCH  


    >> Reageer (0)
    08-11-2020
    Klik hier om een link te hebben waarmee u dit artikel later terug kunt lezen.Kohéless 12,7 und Sprüchlein zur Wochenabschnitt Chajé Soroh:
    Klik op de afbeelding om de link te volgen

    חיי שרה

     

    וישב העפר על הארץ כשהיה

    ורוח תשוב אל הא' אשר נתנה:

     

     

    „Und es kehrt zurück der Staub zur Erde, wie er war, und der Geist kehrt zurück zu Gott, der ihn gegeben“

    (Koheleth12, 7 – Übersetzung  Rabbiner Dr.Raphael BREUER)

     


    1.

    Mensch, wenn von hinnen dir scheidet,

    Den geliebt du hast,

    Blutend dein Innerstes leidet,

    Findet nicht Ruhe und Rast,

    Harre des Herrn!

     

    2.

    Er schlägt Wunden und heilt,

    Tröstet das zitternde Herz,

    Bei dem Gebeugten Er weitet,

    Löset in Liebe den Schmerz,

    Denn Er hilft gern!

    Aus: Erbauungsbuch „Bibel- und Talmudschatz“ J.H. Kohn S.58  13.Auflage Hamburg 5691 – 1931

    Die beste Anschrift für antiquarische Judaica:
    Antiquarische Buchhandlung „Spinoza“ in Amsterdam
    Inhaberin: Frau Manja BURGERS
    http://www.spinozabooks.com

     

    08-11-2020 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


    >> Reageer (0)
    06-11-2020
    Klik hier om een link te hebben waarmee u dit artikel later terug kunt lezen.Samson Raphael Hirsch: Kommentar Wochenabschnitt Wajero
    Klik op de afbeelding om de link te volgen

    Rabbiner Samson Raphael HIRSCH

                        (1808-1888)

     


    וירא


    Aus seinem Kommentar zur Wochenabschnitt Wajéro

     

     

    Kap.18 V.1 Da ward Gott ihm sichtbar unter den Bäumen Mamres; während er vor der Thüre seines Zeltes saß, als der Tag glühte.

     

    Kap. 18, V.1 Gottes Gegenwart ist überall, aber sie wird nicht von jedem geschaut. Nur nach eine Hingebung, wie Abraham sie eben geübt und übte, ward Gott sichtbar – … Es ist dies das erste Mal, in welchem wir Abraham als eigentlichen נביא vor Gott stehen sehen, der מגלה סודו אל עבדיו הנביאים. Diese Stufe hatte Abraham erst in Folge der Mila errungen …

    Wie hat man nicht das Judentum, dieses Erbteil der Abrahamiden, und dessen Träger, die Juden, verlästert. Wie nicht diese „Beschnittenen“ sich als die bevorzugt „Einzigen“ mit ihrem Gotte dünken, wie soll nicht eben dieses absondernden Zeichen sie jedes kosmopolitischen, Menschen und Menschheit umfassenden Gefühles und Gedankens entkleiden, und den Gott des Himmels und der Erde, den Gott aller Menschenseelen ihnen zu dem Gotte ihres Erdwinkels und zu dem Nationalgott des Stammes verschrumpfen! Da sitzt nun der erste beschnittene Jude! Und wo? In Mamres Hain! Noch immer unter Aner, Eschkol und Mamre, die nicht אנשי בריתו, dieבעלי ברית אברהם waren, die als Herren ihn in die Bundesgenossenschaft aufgenommen hatten, und, „obgleich beschnitten“, war er in seinem Verhalten zu der nicht-abrahamitischen Menschheit ganz derselbe. War es doch – so lehren die alten verschrieen Rabbinen, diese ächtesten Abrahamssöhne – Abrahams einzige Sorge, die ihn den Sonnenbrand vor seiner Tür rief, es möchten jetzt, nach der Beschneidung, die Menschen sich von ihm zurückziehen, lehren dies, um dabei an Abrahams Beispiel seinen Söhnen den Satz einzuschärfen: ,גדולה הכנסת אורחים יותר מקבלת פני שכינה Wanderer gastfrei aufzunehmen, gilt höher als vor dem Angesichte Gottes stehen! Und welche Wanderer! Unbeschnittenen Götzendienern – denn andere konnte Abraham gar nicht erwarten – eilt Abraham aus dem Angesichte Gottes entgegen, um an ihnen die Pflicht der Menschenliebe zu üben! Und wie übte er sie! So jagt keiner einem winkenden Gewinnste entgegen, wie ihr Abraham dieser Gelegenheit, als erster beschnittener Jude Mensch zu gegen Menschen zu sein! …Das Bild steht unmittelbar nach der Mila. Die in der Beschneidungsisolierung heranblühenden Abrahamiden sollen die humansten Menschen sein. Bilden den entschiedensten Gegensatz zur Welt und sollen doch für alles allgemeine Menschliche ewig bereit gefunden werden, für die Pflege dieser edelsten Humanität werden sie isoliert, und als Herold dieses Geistes hat sich vor allem Abraham als אב, und  אבר המון גוים, als geistiger Vater und sittigende Schwungkraft des Völkergewoges bewährt. Und nicht umsonst ist Abraham in den Sonnenbrand vor seinem Zelte, geeilt. Wenn etwas seine Söhne, die verschrieenen Juden, von ihm geerbt, der Genius dieser allweiten Menschenliebe ist von ihm ihnen zum Erbe gefallen. Das hat ihnen keine Zeit abgesprochen. Wo man offene Herzen, Häuser und Hände, wo man Opferwilligkeit für menschliche Zwecke finden will – gottlob, ein Funke von der Abrahamslehre hat nicht umsonst im Schoße der Menschheit gezündet und auch im nichtabrahamitischen Kreise sind sie zu finden – da suchen noch heute selbst die Verächter des Judentums sie in erster Linie auf – bei Juden.

     

    V.19 Denn ich habe ja nur deshalb mein besonderes Augenmerk auf ihn gerichtet, damit er seine Kinder und sein Haus nach sich verpflichte, daß sie den Weg Gottes hüten, Pflichtmilde und Recht üben, damit Gott über Abraham bringe, was er über ihn ausgesprochen.

     

    V. 19 כי ידעתיו. ידע sich einen Gegenstand in seinem spezifischen Merkmalen zum Bewußtsein bringen: erkennen. Im Verhältnis des Mannes zum Weibe bezeichnet es den innigsten Umgang des Gattenlebens. Von Gott zum Menschen bezeichnet es: die besondere Berücksichtigung in seiner Waltung. Nicht Gott zugewandte Menschen stehen nur unter der allgemeinen Obhut Gottes. Diejenigen, die sich ganz Gott unterordnen, die nichts anderes als Gottes Boten auf Erden sind und sein wollen, denen wendet Gott seine besondere Führung und Leitung zu. Wie wir Gott suchen, so sucht er uns. Wer mit Gott, wie es später heißt, בקרי, im Zufall wandelt, wer das Wandeln in Gottes Wegen dem Zufall überläßt, wer nicht die Übereinstimmung mit dem göttlichen Willen in erster Linie sucht, sondern andere Zwecke anstrebt und die Übereinstimmung mit Gott dem Zufall überläßt, mit dem wandelt Gott auch בקרי, überläßt ihn den Wechselfällen des Zufalls. Den höchsten Gegensatz zu diesen bilden jene, die sich ihm als seine Werkzeuge auf Erden darbiete, die die Erfüllung des göttlichen Willens als einzigen Zweck ihres Daseins und Wirkens anstreben und alles andere Gott anheim stellen, und die Er darum in besondere Erziehung und Leitung nimmt. Diese besondere Erziehung und Leitung heißt ידע –.

    דרך ד' kommt in doppelter Beziehung vor. Der Weg, den Gott geht und derjenige, den Er von uns gegangen wissen will. Beide fallen ineinander. Der Weg des Guten, den er uns wandeln sehen will, bildet einen kleinen, uns übertragenen Teil seines großen Weges. Es sind Zwecke, die er durch uns, in seinem Auftrage versorgt wissen will. Darum geht der Weg des Braven dem Wege der göttlichen Weltführung harmonisch parallel, und wird von dieser mit gewahrt und getragen. Darum führt der Weg des Schlechten wider den Weg der göttlichen Weltführung, und wird von dieser zertrümmert und begraben. Darum heißt es: כי ישרים דרכי ד' וצדיקים ילכו בם (Hosea 14,10).

    Die Aufgaben für welche Abraham seine Nachkommen erziehen soll heißt: לשמר דרך ד', das Innehalten des gottgewiesenen Wandels und לעשות צדקה ומשפט, die Ausübung der Pflichttat und des Rechts. Jenes ist das התהלך לפני ד' והיות תמים, der heilige sittenreine Wandel vor Gott, wie ihn die Mila zu Grunde gelegt, dieses: der menschliche Wandel mit Menschen, wie er eben in Abrahams Beispiel zu Tage trat. Beides ist der vollendete Gegensatz zu Sodom, jenes zu der Unsittlichkeit der חטאים, dieses zu der Unmenschlichkeit der רעים.

    Abrahams צואה heißt nun nicht:  ושמרו דרך ד' ועשו צדקה ומשפט sondern  ושמרו דרך ד' לעשות צדקהWie Gott mit Mila den sittlichen Grundstein seines Volkes gelegt, wie später das Wort des Gesetzes immer erst חק und dann erst משפט, erst חקים und dann משפטים, erst die unser ganzes sinnlich leibliches Leben innerhalb der Reinheit und Heiligkeit pflanzenden und umschränkenden, und dann jene Gesetze nennt, die unser menschliches Leben zum Menschen regeln: also heißt es auch hier: ושמרו דרך ד' לעשות צדקה ומשפט der sittenreine Wandel vor Gott ist die Vorbedingung und Wurzel zu einen wahrhaft gerechten pflichtgetreuen Leben mit Menschen. Nur eine im Schoße der חקים gezeugten, geborenes und erzognes und in ihnen fortwandelndes Geschlecht wird ertüchtigt, ein Leben der צדקה ומשפט in Gottes Sinne zu leben. Die מצות שבין אדם למקום sind Vorbedingung und Wurzel zu den מצות שבין אדם לחברו. Ein Geschlecht, das sittlich zu Grunde geht, hat auch keine soziale Zukunft.

    צדקה ומשפט, wir haben heute bereits erkannt daß, während משפט eine solche Leistung bezeichnet, die ein Mensch von dem andern aus sich zu fordern ein Recht hat, צדקה – von Menschen zu Menschen gebraucht, eine solche Leistung bezeichnet, auf die ein Mensch an den andern aus sich kein Recht besitzt, auf die ihm aber Gott an den Anspruch erteilt, die er aus sich nicht zu fordern, wohl aber im Namen Gottes von den andern zu erwarten berechtigt ist. משפט ist das einfache Recht, צדקה die Wohltat, aber als Pflicht begriffen. Während aber in der Regel משפט vor צדקה genannt wird, משפט וצדקה, tritt gerade hier höchst charakteristisch צדקה in den Vordergrund, לעשות צדקה ומשפט. Erst משפט, dann צדקה lautet die Regel. Nie kann צדקה sühnend eintreten für das, was gegen משפט verbrochen wird. Mit der einen Hand rauben und unehrlich sein und mit der andern Hand von dem Geraubten und unehrlich Erworbenen Almosen geben, ist der jüdische Wahrheit ein Greuel. Dem vom Raube dargebrachten Opfer schleudert Gott sein: אני ד' אוהב משפט שונא גזל בעולה (Jes. 61,1) entgegen: „Recht liebe ich, hasse Raube im Opfer!“ Nur mit reinen Händen darf man Gott sich nahen. Darum: erst משפט dann צדקה.

    Hier aber steht zuerst צדקה; denn hier gilts dem jüdischen Protest gegen Sodoms Lebens- und Staatsmaxime. Nicht משפט, צדקה heißt das welterlösende Wort, das Abrahams Haus durch die Welt tragen soll. Wie weit ab auch das von Menschen „gefundene“ Recht von dem Gottesrechte absteht, und selbst von משפטים der jüdische Sänger singt: בל ידעום, daß die nicht-jüdische Welt davon kaum eine Ahnung habe: משפט, eine Art von משפט ist auch in Sodom zu Hause, ja Sodom zeigt uns, wie eine genußsüchtige, in sinnliche Wollust versunkene Welt, welcher zuletzt der Mensch auch nur soviel gilt, als er Genuß gewährt, zuletzt gerade die Rechtsidee zu einem zweischneidigen Sophismus zuspitzt, das die nackteste Selbstsucht schamlos als Prinzip heiligt, und mit der Maxime: שלי שלי שלך שלך, „mein bleibt das Meine, bleibe dein das Deine“, Hülfsbedürfigkeit zum Verbrechen und Hülfeleistung ein Torheit für den Helfenden und zum Verbrechen gegen die öffentliche Wohlfahrt stempelt. Unter dem Regime eines sodomitischen Rechts, wo nur Leistung, nicht Bedürfnis einen Anspruch begründet, ist Armut und Elend geächtet, findet höchstens nur der Leistung verheißende Begüterte wie Lot eine Stätte, aber: „Betteln ist verboten“, zehrgeldloser Unglücklichen wartet Sträflinge gleich „Kerker und Schub“, und das Zedaka-lose Recht verkehrt sich in Unmenschlichkeit und Härte. Dem gegenüber kehrt das „Testament“ Abrahams an seine Kinder צדקה vor משפט heraus, ja der Rechtskodex der Kinder Abrahams kennt selbst in gewissen Fälle צדקה als משפט und spricht: זה נהנה וזה לא חסד כופין על מדת סדום. Und es ist die jüdische Zedaka, nicht jenes „Almosen“, das den Geber hochmütig macht und den Empfänger erniedrigt, auch nicht jene Fürsorge für die Armut, die zum Schutze der Reichen gegen die Armen nicht zur Verzweiflung kommen lassen will, sondern jene „Pflichttat“ an die jeder Bedürftige im Namen Gottes, mit von Gott berechtigtem Anspruch hinantritt, die den Armen vor dem Reichen aufrecht stehen und den Reichen sich nur als Verwalter eines den Armen gehörenden Schatzes begreifen läßt.

    Und nicht צדקה und משפט absolut, sondern bei in jüdischen Sinne als die am Baume des „Wandels vor Gott“ gezeitigte Frucht – erlösen die Welt von Verbrechen und Unglück. Der ganze Mensch muß vor Gott wandeln, sein ganzes Leben muß von der Idee der Pflicht vor Gott getragen sein, dann wird sein Verhalten von Mensch zu Mensch auch nur das Diktat der Pflicht verwirklichen.

    Allein nicht von außen, nicht durch Verwaltungsmaßregeln und Juridiktion, auch nicht durch Welterschütterung, die das rote Gespenst schreckend an die Paläste und Häuser der Reichen sendet, sondern nur von Innen heraus, durch eine innere Revolution der Geister und Gemüter, durch Erzeugung und Erziehung eines Menschengeschlechtes zur Pflicht können solche Pflichtmenschen gewonnen werden, die noch dem späten Enkel das von Gott diktierte Testament des Ahns als leitendes Vermächtnis mit hinausgeben: ושמרו דרך ד' לעשות צדקה ומשפט Nicht „zum Glauben an Gott“ , zur „Erfüllung seiner Gebote“ muß das Geschlecht geboren und erzogen werden, sonst kann wohl die Klugheit zu einer Rechtsachtung und die Furcht zu einer Mildtat führen, allein mitten in aller „Gottglaubigkeit“ können die Menschen zu רעים וחטאים לד' entarten, und es kann unter den Formen des Rechts mit צדקה ומשפט so gewirtschaftet werden, das man sagen könnte: „wehe dem, der in die Hände eines Gabbei Zedaka oder eines יושב על המשפט verfällt – “. Darum begreifen wir, wie in dem Momente, wo mit Mila und Menschenliebe der Grundstein des jüdischen Volkes gelegt wird, das zum דרך ד' לעשות צדקה ומשפט erzogen werden soll, Abraham dem Werkzeuge und Vermittler einer solchen Volkserziehung, der Blick auf ein Gottesgericht gelenkt wird, das in demselben Momente über einen Kreis macht- und glückstolzer Städte sich zu vollziehen im Begriffe war, in welchen der דרך ד' bis zur sittlichen Entartung vergessen und צדקה ומשפט in ihr schreiendstes Gegenteil verwandelt war…

     

    23. Da trat Abraham hin und sprach: Sollest du denn auch mit den Untergang hineinreißen? Den Gerechten mit dem Schuldigen?

    24. Vielleicht sind fünfzig Gerechte in Mitten der Stadt, solltest du da die mit strafen wollen und nicht der Gegend verzeihen zum Besten der fünfzig Gerechten, die sich in ihr befinden?

    25. Zu töten den Gerechten mit dem Schuldigen, daß der Gerechte wie der Schuldige sei, ein solches tun, das – weiß ich – wäre Entweihung dir. Entweihung wäre es dir; wie sollte der Richter der ganzen Erde nicht Recht ausüben!

     

    VV. 23, 24, 25 … Das Ideal eines Gerechten im Mitten einer sodomitischen Entartung das Abraham vorschwebt, um dessentwillen die Gesamtheit gerettet werden dürfte, ist nicht ein solcher, der in hochmütigen Selbstgefühl die Menge preisgibt, ihrem sittlichen Untergange müßig zusieht, sich in die Einsamkeit zurückzieht und glaubt, genug getan zu haben, wenn er nur sich und höchstens die eigenen Seinen rettet. Ja, ein solcher wäre ihm gar nicht der Gerechte, hätte mit nichten der Verpflichten genügt, die der Bessere in solcher Umgebung trüge, und wäre am wenigsten geeignet, um seinentwillen die Gesamtheit, die er ja längst preisgegeben, gerettet zu sehen. Der Untergang der Gesamtheit ließe einen solchen ja kalt, ja erfüllte ihn vielleicht gar mit befriedigender Genugtuung.

    Das ist Abrahams Gerechter, dessen Berücksichtigung die Rettung der Gesamtheit bewirken sollte, nicht. Sein Gerechter befindet sich בתוך העיר „in Mitten der Stadt“, in Mitten und in lebendiger Beziehung zu allen und allem. Er läßt nicht ab zu ermahnen, zu lehren, zu warnen, zu bessern, zu retten, wo und wie er kann. Alle und alle liegt ihm am Herzen, und er wird nicht müde, Besserung zu versuchen, wie fern auch immer die Hoffnung des Gelingens: Sein menschlich Herz verzweifelt am Menschen nie, und treibt ihn unablässig zur Tätigkeit für die Menschen. Das sind die Gerechten, die er בתוך העיר voraussetzt, denen jede Seele aller dieser Tausende schmerzlich absterben würde, wie dem Gärtner die Pflanze, um dessen Gedeihen er sich früh und spät bemüht, und von der fünfzig Abraham die Erhaltung des Ganzen zu erhoffen wagt. Beim Untergang Jerusalems – lehren die Weisen – wurden gerade dem „Gerechten“, die das Gesetz von א bis ת erfüllt hatten, zuerst dem Untergange geweiht, weil sie eben nicht בתוך העיר gewesen, und sich um die Besserung ihrer Mitbürger nicht bemüht (Sabb. 59a zu Jechesk.9)

     

    28. Vielleicht fehlen an den fünfzig Gerechten fünf, würdest du um der fünf willen die ganze Stadt verderben? Da sprach er: Ich werde nicht verderben wenn ich dort fünfundvierzig finde.

     

    V. 28 f. …Das Vorhanden- und Geduldetsein einer Anzahl Gerechter in einem gottlosen Staat verliert seine freisprechende Beweiskraft bei einem Maximum und Minimum, und hat seine eigentliche Bedeutung nur bei einer mittleren Größe dieser Anzahl. Imponiert die Zahl durch ihre Größe, so duldet man sie, weil man sie fürchtet. Verschwindet sie durch ihre Kleinheit, so duldet man sie, weil man sie übersieht. Nur bei einer Mittelzahl, wo man sie weder fürchtet noch übersieht, hat ihr Vorhanden- und Gedultetsein seine volle Bedeutung. Darüber und darunter nimmt die Bedeutung ab. Vielleicht sucht Abraham Klarheit über dies Verhältnis und vielleicht entspricht dem auch der bemerkte Ausdruckswechsel. …K Jedenfalls hat dieser Einblick in die göttliche Gnade Abraham gewährt, seinen Kindern, die ja bestimmt worden, Jahrtausende hinab als eine Minorität in Mitte der Menschheit zu wandern, und in deren eigener Mitte sich das Gute oft nur in den Schoß einer Minorität zum lebendigsten Bewußtsein gebracht. … Wo aber Gott nicht verzweifelt, muß auch der Mensch mutig ausharren und das Seinige thun und unerschlafft und siegessicher für das Gute, selbst einer ganz irre gehenden Zeitgenossenschaft gegenüber einstehen, sollte dieser Sieg des Guten auch erst andämmern, wenn über sein Haupt längst sich das Grab geschlossen.–  So sehr wir עפר und אפר sind, aus Staub gebildet und in Asche zerfallend, so ist doch nicht alles an und Staub und Asche. In diesem Staub- und Aschenleib lebt ein Hauch seines ewigen Schöpfers und ein Echo seines Geistes. Humanität und Recht und alle geistigen und sittlichen Güter der Menschheit sind durch dieses göttliche Echo in jedes Menschen Brust verbrieft und über alle Staub- und Aschenlehren materialistischer Weisheit hinaus gesichert.  

     

    Kap 19 V.14 Da ging Lot hinaus und redete zu seinen Schwiegersöhnen, die seine Töchter geheiratet hatten, und sprach: Machet euch auf und gehet aus dieser Gegend hinaus, denn Gott vernichtet die Stadt! Da war er wie ein Spaßmacher in den Augen seiner Schwiegersöhne.

     

    Kap. 19 V. 14  Da geht nun der alte Mann in der Nacht hinaus zu seinen Schwiegersöhnen, zu den Männern, denen er seine Kinder anvertraut, bittet, beschwört sie, sich und sie zu retten – da lachen sie den alten Mann wie ein Spaßmacher aus!–  Es steht hier nicht umsonst לוקחי בנתיו als Berechtigung des חתניו. Seine Töchter hatten sie genommen, aber seine „Eidamme“, in dem reinen Sinne „חתניו“ waren sie nicht geworden. Waren ja Männer von Sodom, gab ja in Lebensanschauung und Streben kein „Band“ zwischen ihnen und Abrahams Neffen. Für einen solchen gab es in Sodom keinen Eidam, und für seine Töchter, wenn er es verstanden hätte, seine Kinder für sich und seine Lebensrichtung zu gewinnen, gab es dort keine Männer. Allein, es war schon von V. 3 angedeutet, wie der Mann der persönlich einer besseren Richtung angehörte und sogar den Mut hatte, in der Gemeinde mit eigener Gefahr das Bessere  zu vertreten, doch in seinem Hause, und seinen eigenen Kinder gegenüber, nur schwach, und darum isoliert war. Ein Abraham hätte sich nimmer mit לקחי בנתיו begnügt, die nicht חתניו werden konnten, Abrahams Töchter hätten solche Männer nimmer genommen, die dem Geiste ihres väterlichen Hauses sich nicht vermählten. Es offenbart sich hier eine Schwäche, der sich noch nach Jahrtausenden in ähnlicher Weise unter ähnlichen Verhältnissen wiederfindet, und in ähnlicher Weise rächt – als er zu seinen Schwiegersöhnen kam und von Gott sprach lachten sie ich aus! Und er hatte noch eher Gehör und Rücksicht erwartet, als bei den eigenen Söhnen! Er machte den Versuch zuerst bei den Schwiegersöhnen, und als diese ihn auslacht, gibt er alles auf und versucht nicht einmal bei den Söhnen!! Zu allem diesen liefert noch das frische Leben der Gegenwart leider einen traurigen Kommentar. –

     

     

     

    V.7 Und nun, gieb des Mannes Weib zurück, denn er ist ein Prophet, so daß der für dich bete und du leben bleibest. Giebst du aber nicht zurück, so wisse, daß du sterben müssest, du und alle Deinigen.

     

    V.7… התפלל heißt: das Element der göttlichen Wahrheit nehmen, damit uns die in Gott zu gewinnende Einheit des ganzen Daseins erringen. Die jüdische תפילה ist daher der vollendete Gegensatz zu dem was man sonst „Gebet“ nennt. Es ist nicht ein Erguß von innen heraus, ein Ausdruck dessen, wovon bereits das Herz voll ist, dafür haben wir andere Ausdrücke תחנה , שיח u.s.w., sondern es ist ein erneutes Aufnehmen und Durchdringen mit Wahrheiten, die von außen gegeben sind. Wäre das Gebet nicht תפילה, wäre beten nicht התפלל, eine Arbeit an dem eignen inneren Selbst, es auf die Höhe der Wahrheitserkenntnis und der gottdienenden Entschlüsse zu bringen, es wäre ja ein Unsinn, bestimmte Zeiten und vorgeschriebene Formeln zu haben; es setzte dies ja voraus, es sei periodisch zu bestimmten Zeiten immer die Menge einer Gesamtheit von einem und demselben Gefühle, von einem und demselben Gedanken erfüllt. Ja, es wäre ein solches Gebet ein ziemlich überflüssiges Werk. Gefühle und Gedanken, die bereits in uns lebendig vorhanden sind, bedürfen nicht erst des Ausdrucks, am allerwenigsten des vorgebildet in die Hand gegebenen Ausdrucks. Dem vollen Herzen hat noch nie der Ausdruck gefehlt, oder es war so voll, daß der Ausdruck selbst die Fülle nur geschmälert hätte und Schweigen der entsprechendste Ausdruck dieser Fülle war. Unsere vorgeschriebenen Gebete sind daher nicht Wahrheiten, deren lebendige Anerkennung sie bei uns bereits voraussetzen, sondern deren Erkenntnis und Anerkenntnis sie immer aufs neue in uns wecken, beleben, befestigen und erhalten wollen; und man kann in Wahrheit sagen, je weniger wir uns zum Gebete gestimmt fühlen, um so größer müsse das Bedürfnis zu beten sein, um so wichtiger und rettender ist die Arbeit an uns, die wir in der תפילה an uns zu vollbringen haben. Die mangelnde Stimmung selbst ist das deutlichste Merkmal von der Bedeutung jenes Gesetzes und jener Wahrheit in uns, den die תפלה nicht voraussetzt, den sie vielmehr schaffen, beleben und berichtigen soll – . …

     

     

    Kap.21 V.6 Da sagte Sarah: Gelächter hat Gott mir bereitet, wer es höret, lachet mein.

     

    Kap. 21, V. 6 יצחק klingt wie ein Kompositum von Kal und Piel. צחק Kal ist das natürliche, unwillkürliche, Lachen, dessen wir uns beim Anblick einer Lächerlichkeit kaum enthalten können. צחק im Piel ist das willkürliche, spottende Lachen, das die Inkonsequenz zwischen der Absicht und den Thun, zwischen dem Wollen und Vollbringen, u.ä. verhöhnt. Möglich, daß hier schon diese ironische Seite des Lachens mit hineingezogen ist. Die Welt kannte ja die „Prätention“ mit welcher Abraham und Sara, diese zwei einzelnen, wider den Strom der Zeit zu schwimmen wagten, ja, mit welcher sie sich die  Hoffnung zu nähren erkühnten, diesen ganzen mächtigen Strom noch einst wieder zurück in ein anderes Bette zu leiten! Und nun noch gar diese ganze, schon an und für sich so lächerliche Prätention auf ein spätes, zartes Reis zu pfropfen! – Ein Stoß und die ganze Hoffnung ist auf ewig in ihrem ersten Anfang begraben! Wollen wir es den Zeitgenossen verdenken, wenn sie an der Wiege des jüdischen Volkes sich eines spöttischen Lächelns nicht erwehrten, da dem, Gott nicht in die Berechnung der Ereignisse und der Gänge der Zeiten mit Hineinziehenden, die welthistorischen Prätentionen des welthistorischen Judenvolkes noch heute zum Gespötte sind? Auf diese Stellung sind wir von vornherein hingewiesen, der erste Abrahamssohn ward יצחק genannt und wird so lange also genannt werden, bis alle die nur auf Gottes Waltung und Gottes Verheißung gegründeten Hoffnungen sich erfüllen, dann: אז ימלא שחוק פינו, dann wird unser Mund der zuletzt lachende sein – heißt ja: יצחק: er wird lachen! – und dieses Lachen wird sein צחוק – wird mild hauchende Lächeln der Freude – שחוק sein …

    06-11-2020 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


    >> Reageer (0)
    05-11-2020
    Klik hier om een link te hebben waarmee u dit artikel later terug kunt lezen.Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH aus dem Kommentar zur Wochenabschnitt WAJERO
    Klik op de afbeelding om de link te volgen

    Rabbiner Mendel HIRSCH sz’l

              (1833-1900)

     

    הפטרת וירא

     

    Aus seinem Kommentar zur Wochenabschnitt Wajero:  Könige II. Kap.4, V.1 (Auszug)

     

    Ein Contrast und eine Parallele dürften die Wahl dieses Kapitels zur Haftora für וירא bestimmt haben. Der Staat des Gottesgesetzes ist der einzige, und nicht bloß des Altertums, in welchem dem Gläubiger keinerlei Rechte auf die Person, geschweige auf die Kinder des Schuldners zustand. Der Geist dieses Gesetzes sichert den vermögenslosen Schuldner vielmehr auch hinsichtlich des Mobiliarbesitzes vor rücksichtsloser Ausnutzung des Pfandrechtes. Und wo der Rechtsschutz aufhört, da beginnt unter dem Strahle des Gottesgesetzes an die Söhne und Töchter Abrahams und Sarah’s der Anspruch auf Liebe. Das ist die abrahamitische Zedaka im Gegensatz zu dem sodomitischen Rechte. So fordert es Gesetz und Recht der Thora. Dem  gegenüber wird uns nun hier ein Einblick in die inneren Zustände im Reiche Jissroéls eröffnet. Wir sehen eine Witwe, die Frau eines Propheten, mit ihren zwei verwaisten Kinder in bitterster Not, – Gläubiger, der, da nichts mehr zu finden ist, die Kinder in Schuldknechtschaft abführen will, - eine Gesellschaft, in der sich kein Begüterter mehr findet, der sich in der Not annimmt, – kann es einen größeren Kontrast  geben zu dem Liebeswirken des Ahnen, das in den Worten der Sidra uns vergegenwärtigt war? Diese, vermeintlich aufgeklärte, israelitische Gesellschaft, in der freilich eine „angesehene“ Frau, ganz wie in Sodom auch, im Vollgefühl ihrer Sicherheit sagen konnte: „Inmitten meines Volkes lebe ich!“ bedarf keiner Fürsprache bei Fürst oder Feldherrn! – in der aber Witwen und Waisen der bitterster Not preisgegeben sind, ohne daß sich eine Hand rührt, – ja in der Schuldknechtschaft ganz wie bei den anderen Staaten des Altertums zum herrschenden „Recht“ geworden und sich auch auf die Kinder erstreckte – :   gibt es einen grelleren Gegensatz zu dem liebatmenden Geiste des Abrahamszeltes, dem ja auch diese entarteten Söhne und Töchter Jissroéls entstammten? Und wenn nun gar nach der Überlieferung der Väter, der heimgegangen war und seine Kinder in solcher Not hinterlassen hatte, kein Geringer war, als der Prophet Obadja, der sein Vermögen geopfert und sich mit Schulden belastet hatte um hundert Gottespropheten vor dem fanatischen Wüten der mordgierigen Isabel zu retten und in der Verborgenheit zu erhalten – so erscheint die Verlassenheit der Seinen von den Menschen und ihre Rettung durch das Eingreifen Gottes um so bedeutungsvoller.

    Wie in der Hütte des Armen als Retter aus sozialem Tode, so offenbart die göttliche Waltung im Hause des Reichen als Retter aus physischem Tode. Die Parallele aber in der Geschichte von der Sunammiterin und ihrem Kinde mit der Geburt Jizchaks liegt auf der Hand. Beide Geburten fehlt die physische Vorbedingung, in beiden zeigt sich die göttliche Allmacht als Herr über die physischen Lebensbedingungen. Was aber nach Gottes Verheißung ins Leben gerufen, das wird auch durch Gottes Allmacht im Leben erhalten und verfällt nicht dem Tode, wenn es ihm auch scheinbar erliegt. Wie das Kind der Sunammiterin einmal, so war das Abrahamsgeschlecht seit Jahrtausenden ungezählte Male dem Tode verfallen. Und wie nach göttlicher Führung das Kind aus dem Tode zum Leben erstand, nachdem die Lebenswärme des Propheten es erwärmt, und sein Mund mit des Propheten Mund, seine Augen mit des Propheten Augen und seine Hände mit des Propheten Händen sich deckten: so ist auch Jissroél aus tausendfältigem Tode erstanden und wandelt als das Unsterbliche unter den Sterblichen, weil und sofern es von den Propheten durchglühenden אש דת, dem alten jüdischen Gesetzes-Feuer durchglüht wird und seinen Mund zum Organ des Gotteswortes weiht, mit seinen Augen die Welt im Lichte des Gotteswortes schaut und seine Hände in den Dienst der Verwirklichung des Gotteswortes stellt.

    Im Lichte des durch die Sidra neubelebte Wahrheit zeigt jener Kontrast den verirrten Abrahamssproßen warnend die Parallele den treuen Erben seines Geistes und seines Herzens dem ewigen Schutz und den ewigen Segen des Abrahamsbundes verheißt.

    …

     

    (Die Haftoroth übersetzt und erläutert, Frankfurt am Main 1896: S. 26-32 Könige II.   41, Kap 4 V.1 u.w.) 

    05-11-2020 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


    >> Reageer (0)
    04-11-2020
    Klik hier om een link te hebben waarmee u dit artikel later terug kunt lezen.Rabbiner Dr. Salomon BREUER zur Wochenabschnitt WAJÉRO
    Klik op de afbeelding om de link te volgen

    Rabbiner Dr. Salomon BREUER

                    (1850 – 1926)

     

    וירא

     

    Belehrung und Mahnung  zur Wochenabschnitt Wajero (Auszug)

     

    …Es genügt nicht, daß wir die Mizwo üben, es kommt vor allem darauf an, wie wir sie üben, ob wir ihrem Rufe freudig und mit ganzer Hingabe entsprechen, ob sie uns in Wahrheit beglückt und beseligt, daß wir nicht, wenn wir können, ihr aus dem Wege und nur, wenn wir nicht umhin können, schwerfällig oder gar mißmutig dem Gebot der Pflicht nachkommen.

    ושמרתם את המַצת ושמרתם את המִצת rufen die Weisen uns zu: מצות הבאה לידך אל תחמיצנהו Wie wir die Mazzo rasch und behend herzustellen haben ohne Aufschub und ohne Verzug, so gilt das gleiche von jeder מצוה, – דרך מצותיך ארוץ „Auf dem Weg, den mich Deine מצות führen, laufe ich!“ singt der Psalmsänger (119,32) – חשתי „Ich eile – ולא התמהמהתי aber nicht, weil ich mich verzögert, zu lange gewartet hätte – לשמור מצותיך wenn es gilt, Deine מצות zu erfüllen! Gelaufen bin ich, wenn es um ein מצוה handelte! שמרתי באומרים לי בית ה' נלך Der Ruf ins Gotteshaus erfüllte mit Freude mich. שש אנכי על אמרתך כמוצא שלל רב (Ps. 119,162) Voll Freude bin ich über jedes Deiner Worte – wie einer, der reiche Beute gefunden. Und תחת אשר לא עבדת את ה' אלקיך בשמחה ובטוב לבב מרב כל (Deut. 28,47) „Weil du nicht mit ganzer Herzensfreude Gott gedient –  “ lautete unser göttliches Ausweisungsdekret. Nicht weil wir Gott nicht gedient, sondern weil wir uns die Erfüllung des Gotteswillen nicht zur Freude, zur höchsten Herzensfreude gereichte, wies Gott uns in die Fremde.

    Die Akeda wäre uns nimmer zum leuchtenden Vorbild für alle Zeiten geworden, wenn Abraham nicht bereit gewesen wäre, mit ganzer Hingebung und Freudigkeit seinen einzigen Sohn auf Gottes Geheiß zu opfern. Mit welch hingebungsvoller Freudigkeit er aber bereit war, auch diese schwerste ihm von Gott auferlegte Prüfung zu bestehen, geht klar und deutlich aus den zwei Stellen hervor, die den Anfang und Schluß der Akeda zu charakterisieren. וישא אברהם את עיניו וירא את המקום מרחוק Aus der Ferne sah er schon den Ort. Was man nicht gerne sieht, sieht man oft in allernächster Nähe nicht, will es nicht sehen. Was man gerne sieht, sieht man, glaubt man schon aus weiter Ferne zu erblicken. מרחוק – וירא So sieht Abraham schon aus der Ferne den Ort, freudig schlägt ihm das Herz, da er sich am Ziele weiß! – Und auch am Schluß:  – וישא אברהם את עיניו וירא והנה איל Wer zu Tode verurteilt, auf der Richtstätte unmittelbar vor der Hinrichtung begnadigt wird, eilt vor Freude schleunigst hinweg, und sieht sich nicht erst noch einmal um, ob er an dieser Stätte nicht doch noch etwas zu suchen habe. Jeder andere an Abrahams Stelle wäre in dem Augenblick, als das göttliche אל תשלח ידך אל הנער an sein Ohr drang, freudig und glücklich so rasch wie möglich mit dem geliebten Kind hinweggeeilt. Abraham aber zögerte וישא את עיניו, sieht sich erst noch um, ob er denn gar nichts tun könne, um Gottes Willen zu dienen – והנה איל, da erblickt er den Widder, den er alsbald an der Stelle seines Sohnes opfert. – Ja, צדיקים מתרוממים בעיניהם Pflichtgetreue werden auch durch ihre Augen gehoben, habe ganz andere Augen als gewöhnliche Menschen, sie sehen auch da, wo andere noch nicht oder nicht mehr zu sehen pflegen!

    Und so sieht auch unser Abraham וישא אברהם את עיניו וירא והנה שלשה אנשים נצבים עליו wie die drei Männer schon in seiner nächsten Nähe stehen, sie bereits bei ihm, neben ihm stehen. Manch anderer sieht אורחים nicht, auch wenn sie unmittelbar vor ihm stehen, will sie nicht sehen, geschweige denn, daß er sie aus der Ferne sieht – Abraham sieht sie נצבים עליו neben sich, während der ihnen entgegenlaufen muß! Und er läuft, was er kann, läuft und läuft und kommt aus dem Laufen nicht heraus: וירץ לקראתם läuft ihnen entgegen, ואל הבקר רץ läuft zum Rinde, וימהר האהלה läuft zum Zelte, וימהר לעשות אתו –  es ist die שמחה של מצוה, die sein ganzes Weisen beseelt und seine Füße beflügelt, ohne Zögern und Zaudern den Willen seines Schöpfers zu erfüllen.

    Dieses Laufen, dieses wiederholte Laufen, dieses שלוש ריצות, wie sich die Weisen ausdrücken, offenbart Abrahams herrliche Größe. Bedenken wir: er ist ein 99 jähriger Greis, der וירא אליו kurz zuvor die Milo an sich vollzogen, und dem Gott soeben den Krankenbesuch abgestattet! Wahrlich, wenn מצות מילה uns aufruft, auch unsere sinnlichsten Triebe und Anlagen Gott zu unterordnen und im Kampf mit ihnen als Sieger vor Gott uns zu bewähren, so hat Abraham in dieser Stunde diesen Sieg über sich davongetragen! Dieser הכנסת אורחים-Akt war eine Erfüllung der Milo! Dieser jugendliche Greis, der körperlich schwach und hinfällig, in jugendlichem Feuer von dem einzigen Gedanken erfüllt ist, Gottes Willen zu verwirklichen steht als sieggekrönter Held vor uns da.  Denn wenn איזהו גבור הכובש את יצרו der in Wahrheit ein Held ist, der sein ganzes Wesen sieghaft in den Dienst des Gotteswillen zu stellen die Kraft besitzt, so stehen wir voll Bewunderung vor Abrahams Riesenstärke – Und es versteht sich von selbst, daß unser Weisen unter האדם הגדול בענקים „ dem Menschen, dem Größten unter den Riesen“ in erster Reihe unseren Stammvater Abraham begreifen.

    Von dieser Riesenstärke haben Gottes Engel keine Ahnung. Sie sind eben nicht ילוד אשה von einem Weibe geboren, besitzen nicht die Schwäche eines ילוד אשה, werden nicht hinfällig und krank, besitzen keinen יצר הרע, der es niederzukämpfen gilt, kennen ורגליהם רגל ישרה nur die eine gottgewiesene Richtung, auf der ihrer im Dienste Gottes stehende Kraft sie bewährt – kennen aber dafür auch nicht die Siege, die ein ילוד אשה zu erringen, nicht die Höhe, zu der ein ילוד אשה sich zu erheben vermag. Wie herrlich spricht sich dieser Gedanke in dem Ausspruch der Weisen aus, wenn sie meinen: נצבים עליו ehe Abraham dieses גמילות חסד übte, standen die Engel über ihm, glaubten sie über ihm zu stehen, doch nun והוא עומד עליהם steht er hoch über ihnen, und im Anblick solcher Menschengröße erfaßte   „Zittern Michael und es zitterte Gabriel!“ –

    …

     

    Quelle: Rabbiner Dr. Salomon BREUER  Belehrung und Mahnung erster Teil Deuteronomium  J.Kaufmann Verlag Frankfurt am Main 1936 S. 29 - 37

    04-11-2020 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


    >> Reageer (0)
    03-11-2020
    Klik hier om een link te hebben waarmee u dit artikel later terug kunt lezen.Rabbiner Dr. Raphael BREUER: Nationaljudenthum - ein Wahnjudenthum (Auszug)
    Klik op de afbeelding om de link te volgen

    Rabbiner Dr. Raphael BREUER

                 (1881-1932)

     

    Nationaljudenthum - ein Wahnjudenthum (Auszug)

     

    Wer nicht zu uns gehört, ganz zu uns gehört, der ist gegen uns. Wer da behauptet, er achte die Orthodoxie in ihren aufrichtigen Bekennern, nur er selber wolle nicht orthodox sein, weil er den orthodoxen Standpunkt nicht theile, ihn für einen längst überwundenen halte, der hat, von unserem Standpunkt aus betrachtet, längst mit dem einzigen, wahren Judenthum im Innern gebrochen, er hat sich losgesagt von Hakodausch Boruch Hu und seiner Thauroh, und das Judenthum, das er sich, weil er nun einmal als assimilationsunfähiger Jude ein Judenthum nicht entbehren kann, aus erträumten Idealen einer in weite Nebelfernen hinausgerückten, auf Zion beruhenden Nationalkultur, nothdürftig zusammengezimmert, ist ein - Wahnjudenthum. Was macht uns zu Juden? Die Geburt? Die Erinnerung an vergangene Herrlichkeit des Judenthums? Das jüdische Herz? Das jüdische Gefühl? Nein und tausendmal nein! Gewiß, die Bestimmung Jude zu sein, verliert kein Jude. Er wird mit dieser Bestimmung geboren. Ob er nun aber aus dieser Bestimmung praktische Konsequenzen für's Leben zieht, oder nicht, ob er sein Leben in allen seinen Beziehungen unter das Diktat der Thauroh stellt oder nicht, ob er in seinem Genussesleben die von der Thauroh gezogenen Schranken bewahrt oder nicht, ob er Koscherfleisch genießt, ob er Thefillin legt, Schaboßauß und Jomim Tauwim hält, die Gesetze für's eheliche Leben beobachtet, seine Kinder jüdisch erzieht und sie herantreten läßt an die Quellen des jüdischen Schriftthums, auf daß sie Begeisterung daraus schöpfen und Liebe für ihren jüdischen Beruf und ihre nationale Aufgabe - oder nicht -: das und nur das allein entscheidet darüber, ob der mit der ewigen, unvergänglichen und unverlierbaren Bestimmung, Jude zu sein, geborene Jude in Wirklichkeit Jude ist oder nicht. Judenthum heißt: Thauroh. Jude sein: die Thora halten. Was sagt der Zionismus dazu? "Religion ist Privatsache".

    (S. 12-13, wird fortgesetzt.)

     

    03-11-2020 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


    >> Reageer (0)
    02-11-2020
    Klik hier om een link te hebben waarmee u dit artikel later terug kunt lezen.„Der Zionismus, seine Theorien, Aussichten und Wirkungen“ 4..Folge
    Klik op de afbeelding om de link te volgen

    „Der Zionismus, seine Theorien, Aussichten und Wirkungen“ 4..Folge

     

     

    Schriften zur Aufklärung über den Zionismus 

    N° 2 „Der Zionismus, seine Theorien, Aussichten und Wirkungen“

    Herausgegeben vom Antizionistischen Komitee Berlin 1913


    I.Die Entstehung des Zionismus

     

    … Aber noch immer hat er seinen begeisterten Anhängern den Boden der Wirklichkeit entzogen sie fanatisiert, und dann – wenn ihre Fantasien sich als Trug- und Luggebilde erwiesen und im Nichts zerfallen waren, –  nur noch tiefer in das Elend hinabgestoßen. Noch nie ist eine pseudomessianische Bewegung zerronnen, ohne das sie dem Judentum schwere, schwere Wunden zugefügt, ohne daß sie Tausende zum Abfall verleitet hätte!

    In solchen Zeiten ersteht ein Pseudomessias, in jedem Zeitalter in einem anderen Gewande.  In ganz moderner Gestalt erhob er sich am Ende des neunzehnten Jahrhundertsmit verführender und fanatisierender Kraft. Der Pseudomessias nannte sich damals Zionismus!

    Als angebliche Rettung aus aller Gefahr trat eine Bewegung auf dem Plan,  welche für die so vielfach verzweigte Judennot  ein einheitliches Entstehungsprinzip gefunden zu haben sich rühmte und kündete, alles Elend komme daher, daß die Judenheit sich national auflöse. Sie behauptete, das Judentum sei stets eine Nation gewesen, sei es heute noch, und die Assimilation an die Kultur der anderen Nationen sei eine Verschwendung und Vernichtung der besten Kräfte, stelle einen schmählichen Verrat an dem  Wesen und der Zukunft des Judentums dar, habe zudem  nie etwas anders gezeitigt als Unglück und Verfall. Das ganze Unglück rühre daher, daß die Nation ein Mittelpunkt, ein territorialer und territorialer Mittelpunkt fehle, und diesen gelte es darum zu schaffen. Nur dann werde die Judenheit ein erträgliches Los haben, wenn das nationale Moment in den Vordergrund gestellt werde und sich Geltung verschaffe, wenn alle nationalen Kräfte zusammengeführt würden, und auf dem geheiligten Boden der Väter eine Zuflucht geschaffen sei, die einerseits dem gehetzten Judenvolke eine rechtlich gesicherte Heimstätte gewähre, wo er seine Individualität  gemäß leben und sich betätigen könne, von der andererseits eine geistige Belebung aller jüdischen Werte ausgehen werde. Einen „Judenstaat“ verlangte der edle Theodor Herzl in seinem Buche das den gleichen Titel trägt und seinem dichterischen Können ebenso Ehre macht wie seinem Idealismus. Dieser Mann, der ein warmes Herz hatte für das Leiden seiner Brüder, der ein ehrlicher und ehrenhafter Idealist von reiner Gesinnung war, ist es, der der neuen Bewegung einen idealen Impuls hat. Er hatte aber das tragische Schicksal gehabt, das sich an seinen Namen eine pseudomessianische Bewegung häßlichster Natur knüpft und das mit seinem Namen geschäftsmäßige Schreier, gewissenlose Demagogen und unwissende Phantasten ihre wenig ideale Motive und  Ziele decken. 

    Wie war  es nun gekommen, daß eine pseudomessianische Aktion gerade ein solches Gesicht annahm, daß sie sich auf einen Gedanken aufbaute, der  dem Judentum absolut fremd war und einer zweitausendjährige Entwicklung, die nur Religion und wieder gefordert und gefördert hatte. Hat dieser nationale Gedanke vielleicht doch irgend eine Grundlage in jüdischer Anschauungen, gibt es irgend ein Analogon oder einen Vorläufer in der jüdischen Geschichte?  Es ist das nie und nirgends der Fall gewesen! Gewiß kann man oft genug auf Bewegungen hinweisen, die der Rückkehr nach dem heiligen Lande ersehnten, aber noch niemals war man vom prophetischen Wege abgewichen, nie hatte man etwas anders erträumt als in erster Reihe die Wiedererrichtung des Tempels und den Sieg der Religion! Im Zionismus war etwas völlig Neues, etwas ganz Fremdes aufgetreten. Nicht an religiösen Gefühle appellierte er, nicht handelte es sich um die Errichtung des Tempels und die Herbeiführung des Gottesstaates, sondern um den Aufbau eines nationalen Staatswesens, wie andere es auch waren, ohne das von de m Siege der Religion auch nur die Rede war! Hier war nicht das ideale religiöse Moment in die Waagschale geworfen, denn um Glaubensfragen handelte es sich nicht, an sie dachte keiner. Es war die Judenfrage zu einem einfachem politischen und wirtschaftlichen Problem degradiert, ein völliges Novum, für jeden der die jüdische Geschichte nicht mit Schlagworte abtat,  sondern sie studierte.

    … …

     

    (wird fortgesetzt)

     

    Erscheint in Jeschurun Judentum gegen Zionismus in Folgen, war schon mal Teil unseres Studienprogramms  Jahrgang 5770/5771

     

    Mit  besonderen Dank an Frau Manja BURGERS, Antiquarische Buchhandlung „Spinoza“ in Amsterdam

    http://www.spinozabooks.com

    02-11-2020 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


    >> Reageer (0)
    01-11-2020
    Klik hier om een link te hebben waarmee u dit artikel later terug kunt lezen.Psalm 11,6 und Sprüchlein zum Wochenabschnitt Wajéro
    Klik op de afbeelding om de link te volgen

    וירא

     

    ימטר על רשעים פחים אש וגפרית ורוח זלעפות מנת כוסם:

     

     

    „Fallen, sind es, was er über Gesetzlose sendet, Feuer und Schwefel und Entkräftung anwehender Wind ist jede Gabe ihres Bechers.“

    (Psalm 11,6 Übersetzung Rabbiner Samson Raphael HIRSCH)

     

    1.

    Frevler, zittre nur und zage,

    Der Allmächtige richtet.

    Auf den Hochmut folgt die Klage,

    Bosheit wird vernichtet.

    2.

    Aus Sedoms Zerstörung lerne,

    Laster furchtbar endet, –

    Reuigem verzeiht Gott gerne,

    Der zu Ihm sich wendet.

     

    Aus: Erbauungsbuch „Bibel- und Talmudschatz“ J.H. Kohn S.50  13.Auflage Hamburg 5691 – 1931

     

    01-11-2020 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


    >> Reageer (0)
    30-10-2020
    Klik hier om een link te hebben waarmee u dit artikel later terug kunt lezen.S R HIRSCH Kommentar zur Wochenabschnitt Lech Lecho (Auszug)
    Klik op de afbeelding om de link te volgen

    Samson Raphael Hirsch

    Lech Lecho (Auszug)

     

    Kap. 12, 1 …לך לך: „Gehe für dich, isoliere dich!“. So bei Jithro וילך לו, er leiste auf die Vorteile Verzicht, die ihm die Verbindung mit Jissroél gebracht hätte. … Also hier: Gehe für dich, deinen eigenen, von deinem Lande, u.s.w., von allen deinen bisherigen Verbindungen dich isolierenden Weg. Die erste Auswanderung aus Ur Kasdim war vielleicht ein Fortgehen um einer Rettung willen. Diese Anforderung setzt die Entfernung zum Selbstzweck. … Wir haben an diesen jüdischen Sprachgedanken erinnert, um uns zu vergegenwärtigen, wie tieF und innig schon unsere Sprache den Wert des Vaterlandes und der Heimat fühlt und würdigt, und es gewiß nicht Geringschätzung dieser Momente ist, wenn hier die Pflanzung des ersten jüdischen  Keimes die Lossagung von Vaterland, Geburtsort und Vaterhaus, die Lossagung von Nationalität und Heimat fordert. Vielmehr liegt gerade in der Würdigung dieser Momente die Größe der hier geforderten Isolierung. Diese Anforderung selbst setzte Abraham in den entschiedensten Gegensatz zu der herrschenden Richtung seiner Zeit. Nicht Individualisierung, nicht Anerkennung des Wertes und der Bedeutung des einzelnen, vielmehr Centralisierung, die den Menschen seinen persönlichen Wert verlieren läßt und ihn zum Handlanger, zum Ziegelstein für den Ruhmesbau einer angeblichen Repräsentanz der Gesamtheit erniedrigt, das war, wie wir gesehen, die Richtung der Zeit, die unter der Parole ihres נעשה לנו שם den Turmbau des Menschenruhmes begann. Diese Richtung erzeugt den Wahn einer überall und für alles geltenden Majorität, macht, daß zuletzt alles, was in dem Vaterlande der Majorität als Höchstes gilt, auch damit schon ohne weiteres von jeden als Höchstes angesehen und verehrt wird. Es sollte allerdings eine jede Gesamtheit die Vertreterin des wahrhaft Höchsten und Heiligen sein, und in dieser Voraussetzung würdigt auch das Judentum den Anschluß an die Gesamtheit in seiner vollen Bedeutung. Jedoch an der Spitze des Judentums steht: לך לך „ das für sich gehen“ als das noch Höhere. Niemand darf sagen: ich bin so gut, so gerecht, als es eben Mode ist. Jeder ist Gott für sich selbst verantwortlich. Wenn nötig: „mit Gott – allein!“ wenn es sein muß, wenn das in einer Majorität vergötterte Prinzip nicht das wahrhaft göttliche ist – dies Bewußtsein ward von Abraham als der Ausgangspunkt für seine und seines einstigen Volkes Bestimmung gefordert. Wohl lehrt, wie wir gesehen, schon unsere Sprache in den Worten ארץ und בית, wie die starken Banden der Mensch an beide geknüpft ist: jedoch stärker als das Band, das uns mit Vaterland und Familie verbindet, soll das Band sein, das uns mit Gott verknüpft.

    Wie hätten wir existieren können und könnten wir existieren, hätten wir nicht von vorn herein von Abraham den Mut einer Minorität erhalten!      

    „Zeitgemäßes Judentum!“ Der lauteste Protest dagegen ist das erste jüdische Wort: לך לך! War Abrahams erstes Auftreten zeitgemäß? In Mitten von Chaldäa, Babylon, Assyrien, Phönizien, Ägypten! Vergötterung der Sinnlichkeit und der Macht war da die zeitgemäße Predigt, vergöttertes Genussleben in Asien, Vergötterung der Menschenmacht und Ertötung des freien Menschen in Ägypten; der Gedanke „Gott“ war bis auf wenige Spuren verschwunden,– da soll ein Abraham auftreten, und während die ganze Welt sich fest anzusiedeln, sich anzubürgern trachtet, soll er seine Heimat, sein Bürgerrecht aufgeben, sich freiwillig zum Fremdling machen, den von allen Nationalitäten vergötterten Göttern den Protest ins Angesicht sprechen; das erfordert den Mut und die Überzeugung von der Wahrhaftigkeit der inneren Gesinnung und des Gottesbewusstseins, das fordert das jüdische Bewusstsein, den jüdischen „Trotz“ – und das war das erste, worin Abraham seine Berufung zu bewähren hatte.

    So begreifen wir auch wohl, wie unsere נביאים, jene von Gott bestellten Zeitenwächter. צופים, die ihrem Volke die Merkzeichen alles erlebten und noch zu erhoffenden קצים, Zeitenenden, Erlösungsanfangen, unverlierbar in die Endbuchstaben seines Alphabets hineingeschrieben haben, und die ganze jüdische Weltgeschichte in den doppelt –ך , doppelt –מ , doppelt –נ , doppelt –פ   und doppeltdes לך לך des Abraham,  עצמת ממנוdes Jizchak,  הצילני נאdes Jakob,  פקוד יפקודder  גאולת מצרים, צמח שמו ותחתיו der einstigen גאולה zusammenfassten, wie sie in dem לך לך des Abraham den ersten Ausgangspunkt der גאולה erblicken konnten. Mit dem Isolierungsrufe, welchem Abraham gehorchte, war die jüdische Welterlösung entschieden.

     

    V.2 ואעשך לגוי גדול …  Eine zahlreiche Nachkommenschaft macht aber noch kein Volk. Damit eine Masse ein גוי, eine Volkseinheit bilde, dazu bedarf sie eines gemeinsamen Bandes. Überall sonst ist dies das gemeinsame Land, das Zusammenwohnen unter denselben Einflüssen, das Getragenwerden von dem gemeinsamen Boden der Existenz. Abrahams Nachkommen aber sollen auch ein Volk, nicht aber durch gemeinsamen Boden, sondern wiederum nur durch Gott werden. Abrahams Geist soll sich in seinem Nachkommen wiederholen und: was anderen Völkern ihr Boden ist, das sollst du in deinen Nachkommen sein. Mit der Abstammung von dir sollen sie auch das volksbildende Einigungselement erben. Dadurch, daß wir noch jetzt אלקי אברהם, Gott, wie in Abraham erkannt, wie er sich ihm offenbart und in der Leitung seines Geschickes gezeigt hat, אלקינו, unserem Gott nennen – und wir bedürfen diese Bezeichnung nicht zur partikularistischen Absonderung, sondern gerade zur reinhaltenden Unterscheidung des abrahamitischen Gottesbegriffes קונה שמים וארץ, von jeder partikularistischen Trübung – dadurch, durch dieses von Abraham überkommene gemeinsame geistige Erbe sind wir noch heute ein Volk, nachdem wir schon längst das Band des gemeinsamen Bodens verloren. Und darin daß nicht nur Abraham, sondern auch sein Sohn und Enkel solche Persönlichkeiten wurden, in welchen sich Gottes Waltung also manifestierte, daß auch sie mustergültig für die ganze jüdische Nation blieben, und wir nicht nur אלקי אברהם, sondern auch אלקי יצחק und אלקי יעקב sprechen: darin erkennen die Weisen zunächst die dem Abraham gewordene Segnung und Größe. Und gerade in אלקי יעקב verwirklicht sich das ואגדלה שמך, Jakobs, in dessen Geschick es sich vor allem mustergültig zeigte, daß die jüdische Bestimmung unabhängig von äußerer Größe und äußerem Glanze sei. Je weniger ein Mensch hat, um so größer erscheint seine Persönlichkeit. Die Größe, der Segen, den ein Unbemittelter verbreitet, kann nur in seine Persönlichkeit wurzeln. Wenn ein יעקב groß ist, wenn eine Nation glänzt, die seit Jahrhunderten nicht in Kriegsruhm u.s.w. exzelliert, so kann dies eben nur in ihrer geistig sittlichen Persönlichkeit liegen, eben יעקב ist מגדל שמך. –

    Bei näherer Betrachtung dürfte mit diesen ersten drei Sätzen Abraham die ganze Summe der jüdischen Geschichte in nuce in die Hand gegeben sein. In 1:לך לך מארצך וגו' erscheint Abraham bloß als Individuum, „wage es, allein zu sein!“ In 2:ואעשך לגוי וגו' , tritt schon das Volk hervor, aber noch außer Berührung mit anderen Völkern, der Segen Abraham ist schon bedingt durch den Segen anderer, ja es können schon andere wagen, ihm zu fluchen. Abrahams Aufgabe war, sich zu isolieren, Wandel allein mit Gott. Zweites Stadium: die Schöpfung eines Volkes aus diesem Abraham. Wenn es hervortreten soll, daß dieses Volkes Dasein eine zweite Schöpfung Gottes in der Geschichte sei, so kann dieses Volk nur auf dem Wege der Heimatlosigkeit, des גלות und גרות zu einem Volk werden. Sesshaft wäre es kein אצבע אלקי', kein מעשה השם gewesen. ואעשך לגוי גדול: von יצחק bis יציאת מצרים  ,ואברכך.dann werde ich dich einpflanzen in ein ארצ זבת חלב ודבש;ואגדלה שמך  nicht אגדל שמך. Gott kann Menschen und Völker segnen, aber daß sie zu einer solchen sittlichen Größe gelangen, um ein mustergültiger Mensch, ein mustergültiges Volk genannt zu werden, das kann Gott nur wünschen das ist durch die Treue bedingt, die dem göttlichen Gesetze gezollt wird. Ebenso heißt es nicht: והיית ברכה, oder:ותהיה ברכה  sondern והיה ברכה, „werde ein Segen“, in diesen zwei Worten die ganze sittliche Aufgabe zusammenfassend, deren Lösung eben die Erfüllung jenes Wunsches bedingt: „ich möchte deinen Namen groß werden lassen, werde du ein Segen!“ Ich möchte dich zu einem Volke machen, auf welches die Völker nur hinzublicken hätten um sich ihrer Aufgabe bewusst zu werden, und diese Aufgabe  die Du im Gegensatz zu allen sonstigen Völkerbestrebungen zu lösen haben sollst, heißt: Segen werden!

    Allen anderen streben danach, nicht להיות ברכה, sondern להיות ברוכים, Segen zu gewinnen, gesegnet zu werden, und vor allem Völker. Die Redlichkeit, Menschlichkeit und Liebe, die man von dem einzelnen noch fordert, wird im Verhältnis von Volk zu Volk zur Torheit, gilt der Diplomatie und Politik für nichts. Trug und Mord, die den einzelnen zum Kerker und Henker führen, werden „zum Besten der Staaten“ im großen geübt, mit Orden und Lorbeer bekränzt. Die abrahamitische Nation hat von allen diesen Nationalinstitutionen nichts, sie weiß nichts von einer Nationalpolitik und einer Nationalökonomie. Derjenige, der der Träger ihrer Nationalwohlfahrt sein wollte, braucht keine Subsidien zu geben und auf keine Koalition und Bündnisse zu rechnen. Zu seinem Gebote stehen der Regen und der Sonnenschein, die Kraft und das Leben, die Macht und der Sieg. – אם בחקתי תלכו, dann macht sich alles andere von selbst. In Mitte der Menschheit, die נעשה לנו שם ihrem ganzen Streben als Devise aufprägt und die Selbstvergötterung und den rücksichtslosen Ausbau der eigenen Wohlfahrt als maßgebendes Ziel anstrebt, soll Abrahams Volk in Einzeln- und Gesamtleben nur dem einen Ruf folgen: היה ברכה, Segen zu werden sich mit aller Hingebung den Gotteszwecken des Welten- und Menschenheils zu weihen, darin mustergültig die Wiedererstehung des reinen Menschentums, des אדם in seiner ursprünglichen Bestimmung, zur Anschauung bringen, dann werde Gott seinen Segen zu frischer Lebenstätigkeit geben und zur Weckung und Erziehung der Völker zu gleichem Streben den Namen des Abrahamvolkes weithin leuchten lassen: ואברכך ואגדלה שמך. Dieses zweiten Stadium sollte in ארצ ישראל zur Verwirklichung kommen, dort sollte Israel in seiner unnahbaren Isolierung von den Völkern, nicht nur das Gesegnete, sondern in erster Linie das Segen verbreitende, ein Segensquell geworden sein – וישכן ישראל בטח בדד עין יעקב – dann hätte alles, was jetzt uns erst באחרית הימים winkt, sich bereits seit Jahrtausenden erfüllt, und der ganzen Entwicklungsgang der Menschengeschichte wäre seitdem ein anderer gewesen. –

    Allein diese erste Verheißung an Abraham scheint auf ein drittes Stadium hinzuweisen – schon, wie bereits bemerkt, stellt das optative ואגדלה die Verwirklichung jenes zweiten Stadium nur als bedingten Wunsch hin – der dritte Satz scheint ein Zustand anzudeuten, in welchem das Abrahamsvolk mit seinem Segen und Fluch von Menschen abhängig erscheint, wo Menschen es segnen, Menschen ihm fluchen können; es wäre dies somit das Stadium des גלות, dem dieses Volk entgegengeht, wenn er seine Aufgabe vergisst und statt להיות ברכה, den Völkern gleich sich dem Streben hingibt להיות ברוכים; und hier, für dieses Galuth, wo es hinausgestreut unter die Völker, abhängig von ihrem Segen und Fluch preisgegeben erscheint, hat Gott daß große Wort gesprochen: ואברכה מברכיך, die dich segnen, die dich fördern, die dein Prinzip würdigen und anerkennen und sich deiner Sinnlichkeit und Gottesverehrung fördernd zu unterordnen, sie werde ich segnen – und auch hier wieder tritt diese Verheißung optativ auf, Israel möge sich in der Zerstreuung also bewähren, daß seine Förderung des Völkerheils bedeutete. – …

    30-10-2020 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


    >> Reageer (0)
    29-10-2020
    Klik hier om een link te hebben waarmee u dit artikel later terug kunt lezen.Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH aus dem Kommentar zur Haftoro Wochenabschnitt Lech Lecho
    Klik op de afbeelding om de link te volgen

    Rabbiner Mendel HIRSCH sz’l

              (1833-1900)

     

    לך לך

     

    Von Abrahams Wirken bis zur heißersehnten Erlösung:

    weltgeschichtlicher Sieg eines Prinzips

     

    Aus seinem Kommentar zur Wochenabschnitt Lech Lecho:  Jesaja Kap.40,27-31 u. 41,1-16 (Auszug)

     

    Die Parallele zwischen Jissroéls Geschick und Aufgabe und dem Siegeszuge seines großen  Ahnen Abraham hat dieses Prophetenwort in die Sidra bestimmen lassen. Die Isoliertheit inmitten einer ihn nicht begreifenden Welt; das lange Ausharren bis auch nur der allererste Anfang der Erfüllung der empfangenen Verheißung eintrat; das felsenfeste Vertrauen; der glorreiche Sieg über die siegestrunkenen Völkerkönige; der noch glorreichere, der in der Selbstvollendung und in der Gewinnung seines Kindes für die selbe Höhe von Moria’s Gipfel durch die Jahrhunderte strahlt – sie sind das Vorbild der Bestimmung und des Geschickes seiner Kinder und des einstigen Sieges des von ihnen durch die Zeiten und die Völker getragenen Principes. Dieses Prinzip heißt: היה ברכה, das Streben, nicht gesegnet, sondern: selbst für Andere zum Segen zu werden, jene edle Humanität, die ohne jegliche nationale oder confessionelle Beschränkung kein höheres Glück kennt als, andere glücklich zu machen, wie dies aus dem Liebenswirken Abrahams so herrlich uns entgegenleuchtet. Diese echte, in abrahamitischem Sinne in Wahrheit „um Gottes Willen“ geübte selbstlose Liebe ist es, die zur Gerechtigkeit hinzukommen muss, um das wahre Menschenheil aufblühen zu lassen. Der Kampf und der endliche Sieg dieses Principes bildet den Inhalt der ganzen Weltgeschichte.

     

    Kap.40, 27 Warum sagst du, Jakob, und behauptest, Jissroél: Gott ist mein Weg verborgen, und meinem Gotte entschwindet mein Recht!

     

    Jakob: nach der Geschickesstellung, Israel: nach der Bestimmung. In beiden Beziehungen, so zeichnet es das Prophetenwort, erblickt Jissroél die Wirklichkeit im Gegensatz zu seinen, wie es glaubt, berechtigten Erwartungen. דרכי:דרך  bedeutet im bildlichen Sinne in der Regel die individuelle sittliche Entwicklung des Menschen. Sowohl im Hinblick auf seinen Lebensweg, als auch auf die Siegesverheißung, die dem von ihm getragenen Lebensprincipe von Gott geworden, glaubt Jissroél sich in der Klage berechtigt, daß Gott sich von ihm abgewandt habe. Da in der Antwort V.28 nicht auf die Unwürdigkeit, sondern nur auf die Kurzsichtigkeit des also Klagenden hingewiesen wird, so ist es ein ernstes, auf dem Boden des Gottesgesetzes sich haltenden Geschlecht, dessen Mutlosigkeit hier entgegengetreten wird. Du glaubst, Gott sehe deine Lebensführung nicht, weil du trotz deiner Gesetzeserfüllung noch immer in der Jakobsstellung verharren, jedes nicht ganz verkümmerte Recht als Gnade hinnehmen musst, und du verzagst an dem endlichen Siege der Lehre von reinem Menschentum, von der Majestät des Rechtes und der Liebe, weil du überall nur den Triumph der Gewalt und die Anbetung des Erfolges erblickt? – תאמר: die ausführlichere, erklärende und begründete Darlegung, תדבר: der kurz bestimmte Ausspruch. Dein Geschick drängt dich von selbst zu eingehender Aussprache:תאמר. Dafür, daß das Morgenrot der allgemeinen Herrschaft des Rechtes und der Liebe noch nicht angebrochen, dazu bedarf es nur des kurzen Hinweises:תדבר.

     

    V.28 Hast Du es denn nicht erkannt, wenn du es nicht vernommen: Gott der Ewigkeit ist Gott, er schafft die Ende der Erde, er ermüdet nicht und er ermattet nicht, keine Ergründung giebt es seiner Einsicht.

     

    Aus deinem eigenen Dasein, aus der Tatsache deiner Erhaltung, sowie aus den Erfahrungen der Vergangenheit solltest du dir selbst die Antwort geben können. Gottes Plan, der Menschheits-Erziehungsplan, umfasst Jahrtausende, dein Auge aber erblickt nur eine kurze Spanne Zeit, und in dieser Zeit nur einen kleinen Raum und in diesem zeitlich und räumlich umschränkten winzig  kleinen Gebiete nur das Äußerliche, die Oberfläche, der zeitlichen Gestaltungen: Gott aber „schafft“ in jedem Augenblicke die „Enden der Erde“ – er überschaut in jedem Augenblick Alles und hat Alles in seiner Hand. Deshalb ist es so töricht, so vermessen, sich eine Einsicht in seinen Plan zuzutrauen oder zu wähnen, nach dem Ergebnis der eigenen, so menschlich beschränkten Erfahrung den jeweiligen Stand des Zeigers der Weltenuhr bestimmen zu können – אין חקר לתבונתו.

     

    29. Er gibt dem Ermüdeten Kraft, und dem der Kräfte baren will er Fülle und Stärke verleihen.

    30. Mögen Knaben ermatten und ermüden, und Jünglinge anhaltend straucheln:

    31. die auf Gott hoffen, erneuen stets die Kraft, Adlern gleich gewinnen sie Schwingen, sie eilen und ermüden nicht, sie schreiten dahin und werden nicht matt.

     

    V.29 – 31. Gottes Kraft erlahmet nie, von ihr spendet Er in jedem Augenblicke dem Ermatteten, deß ist deine eigene Erhaltung sprechendster Zeuge. Alles gegen Seinen Plan Ankämpfenden erweist sich, trotz allen zeitweiligen Scheines besonnen Ernstes und dauernder Stärke, in Wahrheit als knabenhaftes Unterfangen und verflackerndes Strohfeuer jugendlicher Thorheit; während קו, wörtlich: die rückhaltlos zu Gott Hinströmenden (vergl. יקיו המים אל מקום אחר) stets neue Kraft gewinnen, das „Unmögliche“ vollbringen, in ihrem scheinbar langsamen Dahinschreiten die einzigen „Eilenden“, rasch dem Ziele sich Nähernden sind und Ermattung nimmer kennen. Der Lohn der Pflichttat, lehren die Weisen, ist die Kraft und das frohe Aufstreben zur neuen Pflichttat.

     

    Kap.41, V.1 Höret schweigend mir zu, ihr meerfernen Lande, und die Staaten mögen ihre Kraft erneuen, mögen sie hintreten, dann mögen sie reden, lasst uns zusammen hintreten zum Gerichte!

     

    Kap. 41, V.1 ההרישו אלי אים: nicht an den kleinen Kreis einer von vornhinein gewonnenen gläubigen Gemeinde wendet sich das Gotteswort, sondern an seine Gegner inmitten der Gesamtmenschheit. Das Gotteswort geht der Kritik nicht aus dem Wege, es fordert sie heraus, en hat sie nicht zu fürchten, יחדו למשפט נקרבה, mit der überzeugenden, jeden Widerspruch lähmenden Kraft welthistorischer Tatsachen tritt es den Völkern entgegen.

     

    V.2 Wer hat erweckt aus dem Osten den, der mit jedem Schritte Ihn verkünden sollte durch Lebensgerechtigkeit? Er gab Völker vor ihn dahin und über Könige ließ Er ihn herrschen, jedoch sein Schwert ließ Er wie Staub sein, verwehtem Strohhalme gleich seinen Bogen!

     

    V.2 מי העיר ממזרח וגו': Abrahams Eintritt in die Geschichte wird so farbenprächtig wie charakteristisch als ein Sonnenaufgang am Nachthimmel der Menschheit bezeichnet. Während die verblendete Menschheit sich an den Ruhmeswagen eines Nimrod spannen ließ mit der Losung: העשה לנו שם, wir wollen uns einen Namen machen! ging Abrahams Leben in den Streben auf: יקראהו לרגלו, bei seinem Eintritt oder mit jedem Schritte seines Lebens verkündete er den dem Bewusstsein der Menschen entschwundenen Gott, nicht durch das Bekehrungswort des Missionärs, sondern durch das צדק seines tatenreichen und tatenfrohen Pflichtlebens. צדק ist ja jene Gestaltung des Tatenlebens, die jedem Wesen volle Befriedigung seiner Ansprüche zu gewähren weiß. Und weil er inmitten der Menschheit der Einzige war, der nicht sprach: נעשה לנו שם, der Einzige; der selbstlos, nicht gesegnet, sondern selbst ein Segen werden wollte, der der Machtvergötterung und Erfolganbetung die Huldigung des Rechtes und der Liebe entgegensetzte, der Einzige, der „dem Wege der anderen nicht betrat“: so gab Er, der inmitten der kriegerischen, jederzeit kampfgerüsteten Völker, „seinen Bogen wie verwehten Strohhalm und sein Schwert machtlos wie aus Staub sein lieߓ gleichwohl „Völker unter seine Machthoheit und ließ über Könige ihn herrschen“, und er zog als Sieger dahin durch die Völker und nahm ihre Huldigungen entgegen, deren „Weg er mit seinen Füssen nimmer betrat“. Das Prinzip aber das so mit dem Ahnen siegreich eintrat in die Geschichte, es wird von seinen Kindern durchgetragen und wird den einstigen dauernden Sieg erringen und der Menschheit, nach Überwindung, ja Zertrümmerung alles feindlich starr Widerstrebenden, die heißersehnte Erlösung in Wirklichkeit bringen.

     

    V.4 Wer hat es gethan und vollbracht, die Geschlechter berufend von Anfang an? Ich, Gott, bin der Erste und mit den Spätesten bin ich derselbe!

     

    V.4 Die ganze Weltgeschichte ist der Weg der Verwirklichung meines Plans. Ich bin und bleibe derselbe; Ich bin es, der Geschlecht nach Geschlecht beruft, auch die vom Wahne ihrer Selbstherrlichkeit Trunkenen werden in ihren Geschicken von mir geleitet, und stehen mit dem, was sie erstreben und vollbringen, und mit dem, was sie erleiden, im Dienste meiner Waltung.

     

    V.15 Siehe, ich habe dich zu einer scharfen neuen vielschneidigen Dreschwalze bestimmt, Berge wirst du wie Spreu dahingeben.

    V.16 Du streust sie dahin, der Wind trägt sie fort und der Sturm lässt sie zerstieben – du aber jauchzest auf durch Gott, in dem Heiligen Jissroéls findest du deinen Ruhm!

     

    An dem Prinzipe des Rechtes und der Nächstenliebe und an der Lehre vom reinen Menschentume, deren Träger das inmitten der stolzen Staatengrößen „wurmgleich“ am Boden liegende und wie der Wurm den Fußtritten achtloser  wie hasserfüllter Gewalt wehrlos preisgegebene Jakobsvolk ist, werden „die Berge und die Hügel“, die auf das Gegenteil gegründeten großen und kleinen weltgeschichtlichen Staatengebilde zerschellen. Das Trümmerfeld der Geschichte, die Reihe der internationalen Kriege und die Aufeinanderfolge der inneren Umwälzungen bilden der tiefernsten Kommentar zu diesem Prophetenworte, wie die Tatsache der Erhaltung Jissroél die Gewähr bietet für die Erfüllung der Verheißung, die das Jissroél der Zukunft schaut, wie es in der Verwirklichung des durch das Gottesgesetz gezeichneten sittlichen Menschenideals seines einzigen und höchsten weltgeschichtlichen Ruhmes teilhaftig und froh wird.

     

    (Die Haftoroth übersetzt und erläutert, Frankfurt am Main 1896: S. 20-26  Kommentar zu Jesaja 41, Kap 40 u. 41) 

    29-10-2020 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


    >> Reageer (0)
    28-10-2020
    Klik hier om een link te hebben waarmee u dit artikel later terug kunt lezen.Rabbiner Dr. Salomon BREUER zur Wochenabschnitt LECH LECHO
    Klik op de afbeelding om de link te volgen

    Belehrung und Mahnung  zur Wochenabschnitt Lech Lecho (Auszug)

     

    Raw Salomon BREUER sagte unter andere folgende grundlegende Worte:

     

    קדוש השם legt jedem einzelnen Juden die Verpflichtung auf, den Namen Gottes in der lautesten Öffentlichkeit zu heiligen, für seine Heiligung mit dem Aufgebot aller Kräfte und Mittel einzustehen. Es genügt lange nicht, für sich allein, auf die engen Grenzen der häuslichen Räume sich beschränkend, seine jüdische Einzelaufgabe zu lösen. Teuerste, heiligste Pflicht eines jeden einzelnen ist es vielmehr, die Fahne der Gottesherrschaft hinauszutragen und sie im öffentlichen Leben, wo der Gegensatz und der Widerstand und der Kampf sich naturgemäß ergibt, mit aller Kraft zu hissen und danach zu streben, daß recht viele in Liebe und Treue sich um Gott und seinen heiligen Willen scharen. Dazu freilich gehört Mut und Entschlossenheit, unbeugsame Entschiedenheit und felsenfeste Treue der Überzeugung, die auf den Beifall der Menge von vornherein Verzicht leistet, ja selbst ihre Verlästerung und Verfolgung nicht scheut! Wer fähig ist מקדש השם ברבים zu sein, der ist Jude!

    Solche מקדש השם-Juden haben wir leider nicht viele. בשתיקה Jude sein, zu Hause, in der Stille, wo kein Widerspruch und kein Gegensatz zu erwarten ist, dazu mag man sich im besten Fall noch entschließen; aber draußen in der Öffentlichkeit, im gesellschaftlichen und Gemeinschaftsleben sich im Gegensatz zu anderen stellen oder für seine Überzeugung sich einsetzen, dazu können leider nur wenige sich verstehen. Um Jude zu sein, seiner jüdischen Aufgabe zu entsprechen, genügt es nicht, wenn unser Zimmer erleuchtet und allenfalls ein blasser, matter Schimmer durchs Fenster hinausdringt. מקדש השם zu sein, ist die unabweisliche Pflicht eines jeden wahrhaften Juden!


     

     

     

    Quelle: Rabbiner Dr. Salomon BREUER  Belehrung und Mahnung erster Teil Genesis J.Kaufmann Verlag Frankfurt am Main 1936 S. 15-18

    28-10-2020 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


    >> Reageer (1)
    27-10-2020
    Klik hier om een link te hebben waarmee u dit artikel later terug kunt lezen.To say that anti-Zionism is a new form of anti-Semitism is a great foolishness.
    Klik op de afbeelding om de link te volgen

    "What does it mean to be a Zionist today that Israel (the Zionist entity – Translator) exists? An ideology that has become hateful to me. It imprisons minds and hearts and it was very difficult and painful for me to free myself from it. No, I'm no longer a Zionist, to say the least.

    To say that anti-Zionism is a new form of anti-Semitism is a great foolishness. On this account, for example, large areas of orthodox Judaism living in Jerusalem's Mea Shearim district, or in Bnei Brak near Tel Aviv, would be anti-Semitic. You measure the aberration. "

     

    Gérard Haddad, writer, is a psychiatrist and psychoanalyst.

     

    Told by someone else...;-)

    27-10-2020 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


    >> Reageer (0)
    26-10-2020
    Klik hier om een link te hebben waarmee u dit artikel later terug kunt lezen.„Der Zionismus, seine Theorien, Aussichten und Wirkungen“ 3.Folge
    Klik op de afbeelding om de link te volgen

    „Der Zionismus, seine Theorien, Aussichten und Wirkungen“ 3.Folge

     

     

    Schriften zur Aufklärung über den Zionismus 

    N° 2 „Der Zionismus, seine Theorien, Aussichten und Wirkungen“

    Herausgegeben vom Antizionistischen Komitee Berlin 1913

                                                        

     I. DIE ENTSTEHUNG DES ZIONISMUS

    … Im Osten und im Westen also eine sehr bedenkliche äußere Lage!  Und war es denn im Innern anders?  Bot ein kräftig pulsierendes inneres religiösen Lebens einen Ersatz?  Ein tieferer Einblick in dieser Richtung hin gab zu nicht minder verzweifelten Betrachtungen Anlaß. Denn die belebende Frische eines aktiven religiösen Lebens, die das Gefühl der Stärke und Begeisterung erweckt, suchte man in dem  müden dahinschleichenden Judentum der Zeit vergebens, und was vorhanden war hatte durchaus nicht die Kraft, Ideale zu erwecken und sie in den Seelen der heranwachsenden Jugend fest zu verankern. Im Osten der alten Hochburg des frischen und kräftigen religiösen Lebens, war an seine Stelle die ceremonielle Lebensführung getreten, und was an Sehnsucht nach der innerlichen und echten Religion des Herzens vorhanden war, hatte teils im Chassidismus, dem Wechselbalg, dessen Vater  christlicher Mystizismus und dessen Mutter  die geistige Rückständigkeit  einer arg gedrückten Volksmasse ist, teils in sonstigem öden Aberglauben und totem Formalismus die  unerfreulichste Blüten getrieben, die nur giftige Früchte ergeben konnten. Im Westen aber herrschte unter den Juden der Materialismus noch stärker als in den anderen Schichten der Bevölkerung, die ihm an Bildung und  Lebenshaltung etwa gleichwertig waren.

    Das Interesse an religiöse Problemen hatte in weite Kreisen abgenommen, und es machte  sich sogar das Bestreben bemerkbar, Religionslosigkeit, ja sogar Religionsfeindschaft als einen Kulturfortschritt zu betrachten, und der offene Hohn, mit dem in diesen Kreisen der fromm Gläubige bedacht wurde, wirkte auf andere verführerisch. Fast schien es, als ob diese Welle seichter Aufklärung alles religiöse Gefühl aus dem Kreis der Bildung fortgeschwemmte hätte und einen Indifferentismus bemächtigte sich weitere Schichten, von dem man befürchten konnte,  daß er das Weltjudentum in kurzer Zeit vernichten würde. Dazu trat noch der Wille und die Kraft, Mission zu treiben, bei den Staaten, - besonders dem preußischen – stark und kraß hervor. Die staatliche Gesetzgebung hatte den Zusammenhang zwischen den jüdischen Gemeinden nach Möglichkeit zu lockern versucht,  und sie begünstigte auf diese Weise Zersplitterung und Streit. Was aber durch die Zerstörungstätigkeit nicht erreicht wurde , mußte die persönliche Mission ersetzen, indem man durch verlockende Versprechungen und reichliche Belohnungen die religiös geschwächte und indifferente Oberschicht, dessen Moralbegriffe durch das Schwinden religiöser Anschauungsweise naturgemäß gelitten hatten, zum feigen Abfall und meineidigen Übertritt verleitete.

    Unerfreulich war so die Lage des Judentums, und für den Beobachter, dem geschichtlichen Blick und Kenntnisse fehlte,  stellte sie sich noch verzweifelter dar, als es in Wahrheit der Fall war. Denn weder wußte er, daß das Judentum sich schon oft genug in Entwicklungsstadien befunden hatte, die noch weit mehr den Stempel der Auflösung an den Stirn trugen,  noch war ihm bekannt daß unsere Gemeinschaft noch jedesmal vermöge der inneren Kraft ihrer ewigen Ideen Niedergangsperioden dieser Art siegreich überwunden hat. Die Masse der Intellektuellen, die ehrlich dachten und jüdisches Gefühl besaßen, die nicht abfallen und verschwinden wollten fühlte aber merklich das Unbehagen und Beschämende der Lage mit jedem Tage aufs neue.  Tausende von phantastischen Gedanken traten an‘s Tageslicht, jeder zweiter Glaubensgenosse empfand die Judenfrage in ihrer vollen Schwere und fühlte sich verpflichtet seine Meinung dazu zu äußern! Und da den meisten das feste Fundament der Kenntnisse sowie die Fähigkeit zur geschichtlicher Betrachtung fehlte, schlossen wohlgemeinte und schlecht geratene Judenbefreiungsversuche wie das Unkraut in die Höhe. Freilich waren  es Pflanzen, die nur phantastische Blüten trieben, die keinen festen Wurzelboden hatten und keine Früchte trugen.

    Eine nervöse und überreizte Zeit war es, wie sie freilich im Judentum schon oft da gewesen, aber immer wieder überwunden worden ist durch den gesunden Instinkt der Gemeinschaft, die dann zu den alten Boden der ewigen Religionswahrheiten zurückkehrte und aus ihm neue, kräftige Nahrung zog. Aber in solchen nervösen, überreizte Zeiten  erstehen die Pseudomessiasse.

    Noch immer hat sich in solchen Tage ein Pseudomessias erhoben, noch immer hat er irgend eine gleißende Lehre entwickelt, noch immer hat er die leidende Menschheit die Befreiung von jeglichem Leid und Elend versprochen,  noch immer ihr der Zukunft in den herrlichsten Farben gemalt, noch immer hat er Gläubige gefunden.

     

    (wird fortgesetzt)

     

    Erscheint in Jeschurun Judentum gegen Zionismus in Folgen, als Teil unseres Studienprogramms

     

    Mit Dank an Frau Manja BURGERS, Antiquarische Buchhandlung „Spinoza“ in Amsterdam

    http://www.spinozabooks.com

    26-10-2020 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


    >> Reageer (0)


    Foto

    Foto

    Foto

    Foto

    Foto

    Wir beten für die Auflösung der zionistischen Entität
    Foto

    Foto

    Foto

    Shmiel Mordche BORREMAN,

    Uw nederige dienaar

    © Sine Van Menxel


    Foto

    Foto

    Solidarität mit antizionistische Widerstandskämpferin Ahed TAMIMI



    Foto

    Foto

    Zionistische Streitkräfte und Siedler: Teile eines selben Ganzes!


    Foto

    Foto

    Gastenboek

    Druk op onderstaande knop om een berichtje achter te laten in mijn gastenboek


    Blog als favoriet !

    Foto

    Foto

    Foto

    Foto

    Foto

    Foto

    Foto

    Foto

    Be hopeful but be prepared for the worst. Welcome to the post-Gaza world.


    Palestine Liberation is Inseparable from the Fight against the Arab Regimes


    Foto

    http://www.truetorahjews.org/guardian


    Foto

    Foto


    Blog tegen de wet? Klik hier.
    Gratis blog op https://www.bloggen.be - Bloggen.be, eenvoudig, gratis en snel jouw eigen blog!