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Rabbiner Samson Raphael HIRSCH
(1808-1888)

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Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH
(1833-1900)
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Rabbiner Dr. Salomon BREUER
(1850 - 1926)
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Rabbiner Dr. Raphael BREUER
(1881-1932)
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Reb Julius HIRSCH
(1842-1909)
Jubelsinget, Gerechte, in Gottesanschauung, den Geraden geziemt Thatenoffenbarungslied (Psalm 33)

ברוך הבא!    السلام عليكم!

 

Welkom op de blog van de studievereniging JESJOEROEN, Thora tegen nationaal-jodendom (sionisme)


Thoratrouwe antizionistische inzet en anti-imperialistische solidariteit. U vindt hier Rabbijnse teksten (vooral Samson Raphael HIRSCH strekking), nieuws en achtergrondinfo.

 

Bienvenue sur le blog de l'association d’études rabbiniques YECHOUROUN, Thora contre national-judaïsme (sionisme).

 

Nous proposons des textes rabbiniques, (surtout de l’école de Samson Raphael HIRSCH) ainsi que des infos et documentations, le tout avec engagement antisioniste et solidarité anti-impérialiste, inspirés par la fidélité à la Thora. Visitez notre blog similaire en langue française: www.bloggen.be/yechouroun .  

 

Willkommen im Blog des Studienverbandes JESCHURUN, Tauro gegen Nationaljudentum (Zionismus).

Wir bieten Rabbinische Texten (hauptsächlich von der Samson Raphael HIRSCH Tendenz – meistens in deutsche Originalfassung), sowie Nachrichten und Hintergrundinformationen, im ganzen mit Thoratreues antizionistisches Engagement und anti-imperialistische Solidarität.

 

Welcome to the blog of the Study Association YESHURUN, Thora against Nationaljudaism (Zionism).

We propose Rabbinical texts (mostly from the S R HIRSCH tendency), news and information, the whole inspired by Thora-true anti-Zionist Commitment and anti-imperialist Solidarity.

Inhoud blog
  • Erklärung des Vorstandes des Rabbiner-Verbandes in Deutschland gegen das Nationaljudentum (1897)
  • Sprüche 16,7 und Sprüchlein zur Wochenabschnitt Wajischlach
  • Rabbiner Samson Raphael HIRSCH Komm. Wochenabschnitt Wajézé
  • Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH aus dem Kommentar zur Wochenabschnitt WAJÉZÉ
  • Rabbiner Dr. Salomon BREUER zur Wochenabschnitt WAJÉZÉ
  • „Der Zionismus, seine Theorien, Aussichten und Wirkungen“ 7.Folge
  • Rabbiner Dr. Pinchos KOHN: DER ALTE WEG
  • Psalm 118,6 und Sprüchlein für Wochenabschnitt Wajétsé
  • Rabbiner Samson Raphael HIRSCH Komm. Wochenabschnitt Tauledauss
  • Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH aus dem Kommentar zur Wochenabschnitt TAULEDAUSS
  • Rabbiner Dr. Salomon BREUER zur Wochenabschnitt TAULEDAUSS
  • „Der Zionismus, seine Theorien, Aussichten und Wirkungen“ 6.Folge
  • Rabbiner Dr. Joseph Breuer „Das triumphierende Rom“
  • Sprüche 10,1 und Sprüchlein zur Wochenabschnitt Tauledauss
  • Rabbiner Samson Raphael HIRSCH Komm. Wochenabschnitt CHAJÉ SsOROH
  • Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH Kommentar zur Haftoro Chajé Ssoro
  • Rabbiner Dr. Salomon BREUER zur Wochenabschnitt Chajé Ssoro
  • Rabbiner PINCH0S KOHN, Biographische Angaben
  • „Der Zionismus, seine Theorien, Aussichten und Wirkungen“ 5..Folge
  • Kohéless 12,7 und Sprüchlein zur Wochenabschnitt Chajé Soroh:
    INTERESSANTE LINKS
  • ANTIQUARIAAT BOEKHANDEL SPINOZA
  • 'DER ISRAELIT'
  • Mehrsprachige Seite „Yakov RABKIN, Historian and Author“
  • MUSLIM BRIDGES
  • Int'l Middle East Media Center
  • EUROPEAN JEWS FOR A JUST PEACE EJJP
  • The Palestine Information Center (PIC)
  • www.islamverurteiltantisemitismus.com
  • PALESTINA IN DE MEDIA
    NOG MEER INTERESSANTE LINKS
  • PEACE PALESTINE (UK)
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  • PALESTINE CHRONICLE
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  • International Middle East Media Center
  • PALESTINIAN CAMPAIGN FOR ACADEMIC & CULTURAL BOYCOT
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    NOCH MEHR INTERESSANTE LINKS
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    Tauro gegen Nationaljudentum (Zionismus)
    09-11-2020
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    „Der Zionismus, seine Theorien, Aussichten und Wirkungen“ 5..Folge

     

     

    Schriften zur Aufklärung über den Zionismus 

    N° 2 „Der Zionismus, seine Theorien, Aussichten und Wirkungen“

    Herausgegeben vom Antizionistischen Komitee Berlin 1913


    I.Die Entstehung des Zionismus

     

    … Auf jüdischem Boden war  der neue Messias nicht groß geworden, aber trotzdem  liegt sein Ursprung vor aller Augen offen zu Tage. Das diese neuen Judenrettungsaktion eine spezifisch nationale Färbung annehmen mußte, liegt einfach daran, daß sie ein Kind des nationalistischen neunzehnten Jahrhunderts ist. Hier spielt eben die  seltsame Richtung, die die geistige Entwicklung  unserer Zeit aufweist,  in die innere Geschichte des Judentums hinein. In dem merkwürdigen Buche von H.St. Chamberlain über „Die Grundlagen des neunzehnten Jahrhunderts“, einem Hohenliede der dilettantenhaften Oberflächlichkeit und der hohlsten Selbstüberhebung spiegelt sich, sowohl was die Form wie die materielle Seite betrifft, am deutlichsten jene bequeme Weltanschauung wieder, die unsere Zeit beherrscht. Sie verachtet die individuellen Arbeit an sich selber und die persönliche Tüchtigkeit , sie erwartet alles Heil nur  aus der Rassenveranlagung, die wie ein unabänderliches Fatum  des Menschen Denken und Handeln leitet und beherrscht. Es gibt hervorragende  und inferiore Rassen. Unter  jenen soll die germanische die erste, unter diesen die jüdische die letzte sein.  Jene sei der Inbegriff aller Erhabenheit , Großzügigkeit und Tugend sein, diese dagegen der Tummelplatz aller Laster und jeder Tüchtigkeit.  Das Glied der germanische Rasse das nichts leiste, sei immer noch erheblich besser als der hervorragendste Semit. Wir können und wollen dieser Geistesrichtung nicht in ihre Einzelheiten verfolgen, uns nicht die Mühe geben, ihre offenbaren Fehler aufzudecken.  Aber es ist klar, daß dieser Rassenwahn, die künstlich gezüchtete Rassenüberhebung der Betrachtung der Judenfrage neue Wege ebnete und dem Judenhasse eine ganz neue Richtung gab.

    Der Antisemitismus war vorwiegend – man braucht andere Momente die mehr oder weniger bewußt mitklingen, nicht zu verkennen oder abzuleugnen – Religionshaß; die Emanzipation und das Eindringen der Juden in das Wirtschaftsleben ließ auch die wirtschaftliche Seite des Judenhasses weit stärker hervortreten  Der Antisemitismus unserer Tage ist aber Rassenhaß! Und das bedeutet eine völlige Umwertung  und eine gewaltige Vertiefung. Religiöse und wirtschaftliche Judenfeindschaft sind mehr äußerlicher Natur; sie gelten der Natur und die Anschauung und dem Wirken, nicht aber der Person. Der Rassenantisemitismus jedoch zielt auf den Menschen persönlich. Er hat aus einer Gegnerschaft , bei der beide Seiten sich durch Argumenten zu überzeugen suchten, einen Antisemitismus gemacht, der Verachtung des minderwertigen Juden und völlige Trennung von ihm auf allen Gebiete der Kultur und des gesellschaftlichen Lebens eindringlich predigt. Mit welchem Erfolg ist bekannt! Wenn das „völkische“ Moment eine Bedeutung erlangt hat, der gegenüber alles andere, Verdienste, Tugenden, Strebung und Gesinnung nichts gelten, wenn der Jude geächtet wird, wenn man ihn zu eine Pariastellung herabdrücken will, so ist das ein Erfolg der die nationale Weltanschauung, der chauvinistischen Rassenwahn unserer Tage, in emsiger Arbeit errungen hat.

    Und dieser chauvinistische, nationale Rassenwahn, ist die theoretische Grundlage, der geistige Nährboden des Zionismus! Im hat er die spezifische Züge seines Wesens und seiner Wirksamkeit entlehnt! Schon das Aussprechen dieser unbestreitbaren und unbestrittene Tatsache enthält die vernichtendste Kritik dieser pseudomessianischen Bewegung. Mit aller Deutlichkeit muß man es sich in den letzten Konsequenzen ausmalen, was es für das Wesen und die Erscheinungsformen des Zionismus erscheinen muß, daß er auf demselben Sumpfboden erwachsen ist wie der Rassenantisemitismus, diese Geisel, unter der wir Juden so entsetzlich leiden.  Und es ist immer dasselbe Wasser, mag es nun arisch-antisemitisch, mag es nun jüdisch-national gefärbt sein, daß aus einem Giftbrunnen stammt, und daß keine Färbung der Welt zu einem gesunden Trank machen kann.

    Wer sich auf dem Standpunkt stellt, daß die nationale Verhetzung und der Rassenantisemitismus ein Verbrechen an der Kultur sind – und wer täte das nicht – der muß auch dem Bruder in jüdischen Gewande, den nationalen Zionismus, verdammen, weil er ebenso verderblich wirken muß wie jene.

    *****

     

    … …

     

    (wird fortgesetzt)

     

     

    Mit Dank an Frau Manja BURGERS, Antiquarische Buchhandlung „Spinoza“ in Amsterdam

    http://www.spinozabooks.com

     

    09-11-2020 om 08:45 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    08-11-2020
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    חיי שרה

     

    וישב העפר על הארץ כשהיה

    ורוח תשוב אל הא' אשר נתנה:

     

     

    „Und es kehrt zurück der Staub zur Erde, wie er war, und der Geist kehrt zurück zu Gott, der ihn gegeben“

    (Koheleth12, 7 – Übersetzung  Rabbiner Dr.Raphael BREUER)

     


    1.

    Mensch, wenn von hinnen dir scheidet,

    Den geliebt du hast,

    Blutend dein Innerstes leidet,

    Findet nicht Ruhe und Rast,

    Harre des Herrn!

     

    2.

    Er schlägt Wunden und heilt,

    Tröstet das zitternde Herz,

    Bei dem Gebeugten Er weitet,

    Löset in Liebe den Schmerz,

    Denn Er hilft gern!

    Aus: Erbauungsbuch „Bibel- und Talmudschatz“ J.H. Kohn S.58  13.Auflage Hamburg 5691 – 1931

    Die beste Anschrift für antiquarische Judaica:
    Antiquarische Buchhandlung „Spinoza“ in Amsterdam
    Inhaberin: Frau Manja BURGERS
    http://www.spinozabooks.com

     

    08-11-2020 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    06-11-2020
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    Rabbiner Samson Raphael HIRSCH

                        (1808-1888)

     


    וירא


    Aus seinem Kommentar zur Wochenabschnitt Wajéro

     

     

    Kap.18 V.1 Da ward Gott ihm sichtbar unter den Bäumen Mamres; während er vor der Thüre seines Zeltes saß, als der Tag glühte.

     

    Kap. 18, V.1 Gottes Gegenwart ist überall, aber sie wird nicht von jedem geschaut. Nur nach eine Hingebung, wie Abraham sie eben geübt und übte, ward Gott sichtbar – … Es ist dies das erste Mal, in welchem wir Abraham als eigentlichen נביא vor Gott stehen sehen, der מגלה סודו אל עבדיו הנביאים. Diese Stufe hatte Abraham erst in Folge der Mila errungen …

    Wie hat man nicht das Judentum, dieses Erbteil der Abrahamiden, und dessen Träger, die Juden, verlästert. Wie nicht diese „Beschnittenen“ sich als die bevorzugt „Einzigen“ mit ihrem Gotte dünken, wie soll nicht eben dieses absondernden Zeichen sie jedes kosmopolitischen, Menschen und Menschheit umfassenden Gefühles und Gedankens entkleiden, und den Gott des Himmels und der Erde, den Gott aller Menschenseelen ihnen zu dem Gotte ihres Erdwinkels und zu dem Nationalgott des Stammes verschrumpfen! Da sitzt nun der erste beschnittene Jude! Und wo? In Mamres Hain! Noch immer unter Aner, Eschkol und Mamre, die nicht אנשי בריתו, dieבעלי ברית אברהם waren, die als Herren ihn in die Bundesgenossenschaft aufgenommen hatten, und, „obgleich beschnitten“, war er in seinem Verhalten zu der nicht-abrahamitischen Menschheit ganz derselbe. War es doch – so lehren die alten verschrieen Rabbinen, diese ächtesten Abrahamssöhne – Abrahams einzige Sorge, die ihn den Sonnenbrand vor seiner Tür rief, es möchten jetzt, nach der Beschneidung, die Menschen sich von ihm zurückziehen, lehren dies, um dabei an Abrahams Beispiel seinen Söhnen den Satz einzuschärfen: ,גדולה הכנסת אורחים יותר מקבלת פני שכינה Wanderer gastfrei aufzunehmen, gilt höher als vor dem Angesichte Gottes stehen! Und welche Wanderer! Unbeschnittenen Götzendienern – denn andere konnte Abraham gar nicht erwarten – eilt Abraham aus dem Angesichte Gottes entgegen, um an ihnen die Pflicht der Menschenliebe zu üben! Und wie übte er sie! So jagt keiner einem winkenden Gewinnste entgegen, wie ihr Abraham dieser Gelegenheit, als erster beschnittener Jude Mensch zu gegen Menschen zu sein! …Das Bild steht unmittelbar nach der Mila. Die in der Beschneidungsisolierung heranblühenden Abrahamiden sollen die humansten Menschen sein. Bilden den entschiedensten Gegensatz zur Welt und sollen doch für alles allgemeine Menschliche ewig bereit gefunden werden, für die Pflege dieser edelsten Humanität werden sie isoliert, und als Herold dieses Geistes hat sich vor allem Abraham als אב, und  אבר המון גוים, als geistiger Vater und sittigende Schwungkraft des Völkergewoges bewährt. Und nicht umsonst ist Abraham in den Sonnenbrand vor seinem Zelte, geeilt. Wenn etwas seine Söhne, die verschrieenen Juden, von ihm geerbt, der Genius dieser allweiten Menschenliebe ist von ihm ihnen zum Erbe gefallen. Das hat ihnen keine Zeit abgesprochen. Wo man offene Herzen, Häuser und Hände, wo man Opferwilligkeit für menschliche Zwecke finden will – gottlob, ein Funke von der Abrahamslehre hat nicht umsonst im Schoße der Menschheit gezündet und auch im nichtabrahamitischen Kreise sind sie zu finden – da suchen noch heute selbst die Verächter des Judentums sie in erster Linie auf – bei Juden.

     

    V.19 Denn ich habe ja nur deshalb mein besonderes Augenmerk auf ihn gerichtet, damit er seine Kinder und sein Haus nach sich verpflichte, daß sie den Weg Gottes hüten, Pflichtmilde und Recht üben, damit Gott über Abraham bringe, was er über ihn ausgesprochen.

     

    V. 19 כי ידעתיו. ידע sich einen Gegenstand in seinem spezifischen Merkmalen zum Bewußtsein bringen: erkennen. Im Verhältnis des Mannes zum Weibe bezeichnet es den innigsten Umgang des Gattenlebens. Von Gott zum Menschen bezeichnet es: die besondere Berücksichtigung in seiner Waltung. Nicht Gott zugewandte Menschen stehen nur unter der allgemeinen Obhut Gottes. Diejenigen, die sich ganz Gott unterordnen, die nichts anderes als Gottes Boten auf Erden sind und sein wollen, denen wendet Gott seine besondere Führung und Leitung zu. Wie wir Gott suchen, so sucht er uns. Wer mit Gott, wie es später heißt, בקרי, im Zufall wandelt, wer das Wandeln in Gottes Wegen dem Zufall überläßt, wer nicht die Übereinstimmung mit dem göttlichen Willen in erster Linie sucht, sondern andere Zwecke anstrebt und die Übereinstimmung mit Gott dem Zufall überläßt, mit dem wandelt Gott auch בקרי, überläßt ihn den Wechselfällen des Zufalls. Den höchsten Gegensatz zu diesen bilden jene, die sich ihm als seine Werkzeuge auf Erden darbiete, die die Erfüllung des göttlichen Willens als einzigen Zweck ihres Daseins und Wirkens anstreben und alles andere Gott anheim stellen, und die Er darum in besondere Erziehung und Leitung nimmt. Diese besondere Erziehung und Leitung heißt ידע –.

    דרך ד' kommt in doppelter Beziehung vor. Der Weg, den Gott geht und derjenige, den Er von uns gegangen wissen will. Beide fallen ineinander. Der Weg des Guten, den er uns wandeln sehen will, bildet einen kleinen, uns übertragenen Teil seines großen Weges. Es sind Zwecke, die er durch uns, in seinem Auftrage versorgt wissen will. Darum geht der Weg des Braven dem Wege der göttlichen Weltführung harmonisch parallel, und wird von dieser mit gewahrt und getragen. Darum führt der Weg des Schlechten wider den Weg der göttlichen Weltführung, und wird von dieser zertrümmert und begraben. Darum heißt es: כי ישרים דרכי ד' וצדיקים ילכו בם (Hosea 14,10).

    Die Aufgaben für welche Abraham seine Nachkommen erziehen soll heißt: לשמר דרך ד', das Innehalten des gottgewiesenen Wandels und לעשות צדקה ומשפט, die Ausübung der Pflichttat und des Rechts. Jenes ist das התהלך לפני ד' והיות תמים, der heilige sittenreine Wandel vor Gott, wie ihn die Mila zu Grunde gelegt, dieses: der menschliche Wandel mit Menschen, wie er eben in Abrahams Beispiel zu Tage trat. Beides ist der vollendete Gegensatz zu Sodom, jenes zu der Unsittlichkeit der חטאים, dieses zu der Unmenschlichkeit der רעים.

    Abrahams צואה heißt nun nicht:  ושמרו דרך ד' ועשו צדקה ומשפט sondern  ושמרו דרך ד' לעשות צדקהWie Gott mit Mila den sittlichen Grundstein seines Volkes gelegt, wie später das Wort des Gesetzes immer erst חק und dann erst משפט, erst חקים und dann משפטים, erst die unser ganzes sinnlich leibliches Leben innerhalb der Reinheit und Heiligkeit pflanzenden und umschränkenden, und dann jene Gesetze nennt, die unser menschliches Leben zum Menschen regeln: also heißt es auch hier: ושמרו דרך ד' לעשות צדקה ומשפט der sittenreine Wandel vor Gott ist die Vorbedingung und Wurzel zu einen wahrhaft gerechten pflichtgetreuen Leben mit Menschen. Nur eine im Schoße der חקים gezeugten, geborenes und erzognes und in ihnen fortwandelndes Geschlecht wird ertüchtigt, ein Leben der צדקה ומשפט in Gottes Sinne zu leben. Die מצות שבין אדם למקום sind Vorbedingung und Wurzel zu den מצות שבין אדם לחברו. Ein Geschlecht, das sittlich zu Grunde geht, hat auch keine soziale Zukunft.

    צדקה ומשפט, wir haben heute bereits erkannt daß, während משפט eine solche Leistung bezeichnet, die ein Mensch von dem andern aus sich zu fordern ein Recht hat, צדקה – von Menschen zu Menschen gebraucht, eine solche Leistung bezeichnet, auf die ein Mensch an den andern aus sich kein Recht besitzt, auf die ihm aber Gott an den Anspruch erteilt, die er aus sich nicht zu fordern, wohl aber im Namen Gottes von den andern zu erwarten berechtigt ist. משפט ist das einfache Recht, צדקה die Wohltat, aber als Pflicht begriffen. Während aber in der Regel משפט vor צדקה genannt wird, משפט וצדקה, tritt gerade hier höchst charakteristisch צדקה in den Vordergrund, לעשות צדקה ומשפט. Erst משפט, dann צדקה lautet die Regel. Nie kann צדקה sühnend eintreten für das, was gegen משפט verbrochen wird. Mit der einen Hand rauben und unehrlich sein und mit der andern Hand von dem Geraubten und unehrlich Erworbenen Almosen geben, ist der jüdische Wahrheit ein Greuel. Dem vom Raube dargebrachten Opfer schleudert Gott sein: אני ד' אוהב משפט שונא גזל בעולה (Jes. 61,1) entgegen: „Recht liebe ich, hasse Raube im Opfer!“ Nur mit reinen Händen darf man Gott sich nahen. Darum: erst משפט dann צדקה.

    Hier aber steht zuerst צדקה; denn hier gilts dem jüdischen Protest gegen Sodoms Lebens- und Staatsmaxime. Nicht משפט, צדקה heißt das welterlösende Wort, das Abrahams Haus durch die Welt tragen soll. Wie weit ab auch das von Menschen „gefundene“ Recht von dem Gottesrechte absteht, und selbst von משפטים der jüdische Sänger singt: בל ידעום, daß die nicht-jüdische Welt davon kaum eine Ahnung habe: משפט, eine Art von משפט ist auch in Sodom zu Hause, ja Sodom zeigt uns, wie eine genußsüchtige, in sinnliche Wollust versunkene Welt, welcher zuletzt der Mensch auch nur soviel gilt, als er Genuß gewährt, zuletzt gerade die Rechtsidee zu einem zweischneidigen Sophismus zuspitzt, das die nackteste Selbstsucht schamlos als Prinzip heiligt, und mit der Maxime: שלי שלי שלך שלך, „mein bleibt das Meine, bleibe dein das Deine“, Hülfsbedürfigkeit zum Verbrechen und Hülfeleistung ein Torheit für den Helfenden und zum Verbrechen gegen die öffentliche Wohlfahrt stempelt. Unter dem Regime eines sodomitischen Rechts, wo nur Leistung, nicht Bedürfnis einen Anspruch begründet, ist Armut und Elend geächtet, findet höchstens nur der Leistung verheißende Begüterte wie Lot eine Stätte, aber: „Betteln ist verboten“, zehrgeldloser Unglücklichen wartet Sträflinge gleich „Kerker und Schub“, und das Zedaka-lose Recht verkehrt sich in Unmenschlichkeit und Härte. Dem gegenüber kehrt das „Testament“ Abrahams an seine Kinder צדקה vor משפט heraus, ja der Rechtskodex der Kinder Abrahams kennt selbst in gewissen Fälle צדקה als משפט und spricht: זה נהנה וזה לא חסד כופין על מדת סדום. Und es ist die jüdische Zedaka, nicht jenes „Almosen“, das den Geber hochmütig macht und den Empfänger erniedrigt, auch nicht jene Fürsorge für die Armut, die zum Schutze der Reichen gegen die Armen nicht zur Verzweiflung kommen lassen will, sondern jene „Pflichttat“ an die jeder Bedürftige im Namen Gottes, mit von Gott berechtigtem Anspruch hinantritt, die den Armen vor dem Reichen aufrecht stehen und den Reichen sich nur als Verwalter eines den Armen gehörenden Schatzes begreifen läßt.

    Und nicht צדקה und משפט absolut, sondern bei in jüdischen Sinne als die am Baume des „Wandels vor Gott“ gezeitigte Frucht – erlösen die Welt von Verbrechen und Unglück. Der ganze Mensch muß vor Gott wandeln, sein ganzes Leben muß von der Idee der Pflicht vor Gott getragen sein, dann wird sein Verhalten von Mensch zu Mensch auch nur das Diktat der Pflicht verwirklichen.

    Allein nicht von außen, nicht durch Verwaltungsmaßregeln und Juridiktion, auch nicht durch Welterschütterung, die das rote Gespenst schreckend an die Paläste und Häuser der Reichen sendet, sondern nur von Innen heraus, durch eine innere Revolution der Geister und Gemüter, durch Erzeugung und Erziehung eines Menschengeschlechtes zur Pflicht können solche Pflichtmenschen gewonnen werden, die noch dem späten Enkel das von Gott diktierte Testament des Ahns als leitendes Vermächtnis mit hinausgeben: ושמרו דרך ד' לעשות צדקה ומשפט Nicht „zum Glauben an Gott“ , zur „Erfüllung seiner Gebote“ muß das Geschlecht geboren und erzogen werden, sonst kann wohl die Klugheit zu einer Rechtsachtung und die Furcht zu einer Mildtat führen, allein mitten in aller „Gottglaubigkeit“ können die Menschen zu רעים וחטאים לד' entarten, und es kann unter den Formen des Rechts mit צדקה ומשפט so gewirtschaftet werden, das man sagen könnte: „wehe dem, der in die Hände eines Gabbei Zedaka oder eines יושב על המשפט verfällt – “. Darum begreifen wir, wie in dem Momente, wo mit Mila und Menschenliebe der Grundstein des jüdischen Volkes gelegt wird, das zum דרך ד' לעשות צדקה ומשפט erzogen werden soll, Abraham dem Werkzeuge und Vermittler einer solchen Volkserziehung, der Blick auf ein Gottesgericht gelenkt wird, das in demselben Momente über einen Kreis macht- und glückstolzer Städte sich zu vollziehen im Begriffe war, in welchen der דרך ד' bis zur sittlichen Entartung vergessen und צדקה ומשפט in ihr schreiendstes Gegenteil verwandelt war…

     

    23. Da trat Abraham hin und sprach: Sollest du denn auch mit den Untergang hineinreißen? Den Gerechten mit dem Schuldigen?

    24. Vielleicht sind fünfzig Gerechte in Mitten der Stadt, solltest du da die mit strafen wollen und nicht der Gegend verzeihen zum Besten der fünfzig Gerechten, die sich in ihr befinden?

    25. Zu töten den Gerechten mit dem Schuldigen, daß der Gerechte wie der Schuldige sei, ein solches tun, das – weiß ich – wäre Entweihung dir. Entweihung wäre es dir; wie sollte der Richter der ganzen Erde nicht Recht ausüben!

     

    VV. 23, 24, 25 … Das Ideal eines Gerechten im Mitten einer sodomitischen Entartung das Abraham vorschwebt, um dessentwillen die Gesamtheit gerettet werden dürfte, ist nicht ein solcher, der in hochmütigen Selbstgefühl die Menge preisgibt, ihrem sittlichen Untergange müßig zusieht, sich in die Einsamkeit zurückzieht und glaubt, genug getan zu haben, wenn er nur sich und höchstens die eigenen Seinen rettet. Ja, ein solcher wäre ihm gar nicht der Gerechte, hätte mit nichten der Verpflichten genügt, die der Bessere in solcher Umgebung trüge, und wäre am wenigsten geeignet, um seinentwillen die Gesamtheit, die er ja längst preisgegeben, gerettet zu sehen. Der Untergang der Gesamtheit ließe einen solchen ja kalt, ja erfüllte ihn vielleicht gar mit befriedigender Genugtuung.

    Das ist Abrahams Gerechter, dessen Berücksichtigung die Rettung der Gesamtheit bewirken sollte, nicht. Sein Gerechter befindet sich בתוך העיר „in Mitten der Stadt“, in Mitten und in lebendiger Beziehung zu allen und allem. Er läßt nicht ab zu ermahnen, zu lehren, zu warnen, zu bessern, zu retten, wo und wie er kann. Alle und alle liegt ihm am Herzen, und er wird nicht müde, Besserung zu versuchen, wie fern auch immer die Hoffnung des Gelingens: Sein menschlich Herz verzweifelt am Menschen nie, und treibt ihn unablässig zur Tätigkeit für die Menschen. Das sind die Gerechten, die er בתוך העיר voraussetzt, denen jede Seele aller dieser Tausende schmerzlich absterben würde, wie dem Gärtner die Pflanze, um dessen Gedeihen er sich früh und spät bemüht, und von der fünfzig Abraham die Erhaltung des Ganzen zu erhoffen wagt. Beim Untergang Jerusalems – lehren die Weisen – wurden gerade dem „Gerechten“, die das Gesetz von א bis ת erfüllt hatten, zuerst dem Untergange geweiht, weil sie eben nicht בתוך העיר gewesen, und sich um die Besserung ihrer Mitbürger nicht bemüht (Sabb. 59a zu Jechesk.9)

     

    28. Vielleicht fehlen an den fünfzig Gerechten fünf, würdest du um der fünf willen die ganze Stadt verderben? Da sprach er: Ich werde nicht verderben wenn ich dort fünfundvierzig finde.

     

    V. 28 f. …Das Vorhanden- und Geduldetsein einer Anzahl Gerechter in einem gottlosen Staat verliert seine freisprechende Beweiskraft bei einem Maximum und Minimum, und hat seine eigentliche Bedeutung nur bei einer mittleren Größe dieser Anzahl. Imponiert die Zahl durch ihre Größe, so duldet man sie, weil man sie fürchtet. Verschwindet sie durch ihre Kleinheit, so duldet man sie, weil man sie übersieht. Nur bei einer Mittelzahl, wo man sie weder fürchtet noch übersieht, hat ihr Vorhanden- und Gedultetsein seine volle Bedeutung. Darüber und darunter nimmt die Bedeutung ab. Vielleicht sucht Abraham Klarheit über dies Verhältnis und vielleicht entspricht dem auch der bemerkte Ausdruckswechsel. …K Jedenfalls hat dieser Einblick in die göttliche Gnade Abraham gewährt, seinen Kindern, die ja bestimmt worden, Jahrtausende hinab als eine Minorität in Mitte der Menschheit zu wandern, und in deren eigener Mitte sich das Gute oft nur in den Schoß einer Minorität zum lebendigsten Bewußtsein gebracht. … Wo aber Gott nicht verzweifelt, muß auch der Mensch mutig ausharren und das Seinige thun und unerschlafft und siegessicher für das Gute, selbst einer ganz irre gehenden Zeitgenossenschaft gegenüber einstehen, sollte dieser Sieg des Guten auch erst andämmern, wenn über sein Haupt längst sich das Grab geschlossen.–  So sehr wir עפר und אפר sind, aus Staub gebildet und in Asche zerfallend, so ist doch nicht alles an und Staub und Asche. In diesem Staub- und Aschenleib lebt ein Hauch seines ewigen Schöpfers und ein Echo seines Geistes. Humanität und Recht und alle geistigen und sittlichen Güter der Menschheit sind durch dieses göttliche Echo in jedes Menschen Brust verbrieft und über alle Staub- und Aschenlehren materialistischer Weisheit hinaus gesichert.  

     

    Kap 19 V.14 Da ging Lot hinaus und redete zu seinen Schwiegersöhnen, die seine Töchter geheiratet hatten, und sprach: Machet euch auf und gehet aus dieser Gegend hinaus, denn Gott vernichtet die Stadt! Da war er wie ein Spaßmacher in den Augen seiner Schwiegersöhne.

     

    Kap. 19 V. 14  Da geht nun der alte Mann in der Nacht hinaus zu seinen Schwiegersöhnen, zu den Männern, denen er seine Kinder anvertraut, bittet, beschwört sie, sich und sie zu retten – da lachen sie den alten Mann wie ein Spaßmacher aus!–  Es steht hier nicht umsonst לוקחי בנתיו als Berechtigung des חתניו. Seine Töchter hatten sie genommen, aber seine „Eidamme“, in dem reinen Sinne „חתניו“ waren sie nicht geworden. Waren ja Männer von Sodom, gab ja in Lebensanschauung und Streben kein „Band“ zwischen ihnen und Abrahams Neffen. Für einen solchen gab es in Sodom keinen Eidam, und für seine Töchter, wenn er es verstanden hätte, seine Kinder für sich und seine Lebensrichtung zu gewinnen, gab es dort keine Männer. Allein, es war schon von V. 3 angedeutet, wie der Mann der persönlich einer besseren Richtung angehörte und sogar den Mut hatte, in der Gemeinde mit eigener Gefahr das Bessere  zu vertreten, doch in seinem Hause, und seinen eigenen Kinder gegenüber, nur schwach, und darum isoliert war. Ein Abraham hätte sich nimmer mit לקחי בנתיו begnügt, die nicht חתניו werden konnten, Abrahams Töchter hätten solche Männer nimmer genommen, die dem Geiste ihres väterlichen Hauses sich nicht vermählten. Es offenbart sich hier eine Schwäche, der sich noch nach Jahrtausenden in ähnlicher Weise unter ähnlichen Verhältnissen wiederfindet, und in ähnlicher Weise rächt – als er zu seinen Schwiegersöhnen kam und von Gott sprach lachten sie ich aus! Und er hatte noch eher Gehör und Rücksicht erwartet, als bei den eigenen Söhnen! Er machte den Versuch zuerst bei den Schwiegersöhnen, und als diese ihn auslacht, gibt er alles auf und versucht nicht einmal bei den Söhnen!! Zu allem diesen liefert noch das frische Leben der Gegenwart leider einen traurigen Kommentar. –

     

     

     

    V.7 Und nun, gieb des Mannes Weib zurück, denn er ist ein Prophet, so daß der für dich bete und du leben bleibest. Giebst du aber nicht zurück, so wisse, daß du sterben müssest, du und alle Deinigen.

     

    V.7… התפלל heißt: das Element der göttlichen Wahrheit nehmen, damit uns die in Gott zu gewinnende Einheit des ganzen Daseins erringen. Die jüdische תפילה ist daher der vollendete Gegensatz zu dem was man sonst „Gebet“ nennt. Es ist nicht ein Erguß von innen heraus, ein Ausdruck dessen, wovon bereits das Herz voll ist, dafür haben wir andere Ausdrücke תחנה , שיח u.s.w., sondern es ist ein erneutes Aufnehmen und Durchdringen mit Wahrheiten, die von außen gegeben sind. Wäre das Gebet nicht תפילה, wäre beten nicht התפלל, eine Arbeit an dem eignen inneren Selbst, es auf die Höhe der Wahrheitserkenntnis und der gottdienenden Entschlüsse zu bringen, es wäre ja ein Unsinn, bestimmte Zeiten und vorgeschriebene Formeln zu haben; es setzte dies ja voraus, es sei periodisch zu bestimmten Zeiten immer die Menge einer Gesamtheit von einem und demselben Gefühle, von einem und demselben Gedanken erfüllt. Ja, es wäre ein solches Gebet ein ziemlich überflüssiges Werk. Gefühle und Gedanken, die bereits in uns lebendig vorhanden sind, bedürfen nicht erst des Ausdrucks, am allerwenigsten des vorgebildet in die Hand gegebenen Ausdrucks. Dem vollen Herzen hat noch nie der Ausdruck gefehlt, oder es war so voll, daß der Ausdruck selbst die Fülle nur geschmälert hätte und Schweigen der entsprechendste Ausdruck dieser Fülle war. Unsere vorgeschriebenen Gebete sind daher nicht Wahrheiten, deren lebendige Anerkennung sie bei uns bereits voraussetzen, sondern deren Erkenntnis und Anerkenntnis sie immer aufs neue in uns wecken, beleben, befestigen und erhalten wollen; und man kann in Wahrheit sagen, je weniger wir uns zum Gebete gestimmt fühlen, um so größer müsse das Bedürfnis zu beten sein, um so wichtiger und rettender ist die Arbeit an uns, die wir in der תפילה an uns zu vollbringen haben. Die mangelnde Stimmung selbst ist das deutlichste Merkmal von der Bedeutung jenes Gesetzes und jener Wahrheit in uns, den die תפלה nicht voraussetzt, den sie vielmehr schaffen, beleben und berichtigen soll – . …

     

     

    Kap.21 V.6 Da sagte Sarah: Gelächter hat Gott mir bereitet, wer es höret, lachet mein.

     

    Kap. 21, V. 6 יצחק klingt wie ein Kompositum von Kal und Piel. צחק Kal ist das natürliche, unwillkürliche, Lachen, dessen wir uns beim Anblick einer Lächerlichkeit kaum enthalten können. צחק im Piel ist das willkürliche, spottende Lachen, das die Inkonsequenz zwischen der Absicht und den Thun, zwischen dem Wollen und Vollbringen, u.ä. verhöhnt. Möglich, daß hier schon diese ironische Seite des Lachens mit hineingezogen ist. Die Welt kannte ja die „Prätention“ mit welcher Abraham und Sara, diese zwei einzelnen, wider den Strom der Zeit zu schwimmen wagten, ja, mit welcher sie sich die  Hoffnung zu nähren erkühnten, diesen ganzen mächtigen Strom noch einst wieder zurück in ein anderes Bette zu leiten! Und nun noch gar diese ganze, schon an und für sich so lächerliche Prätention auf ein spätes, zartes Reis zu pfropfen! – Ein Stoß und die ganze Hoffnung ist auf ewig in ihrem ersten Anfang begraben! Wollen wir es den Zeitgenossen verdenken, wenn sie an der Wiege des jüdischen Volkes sich eines spöttischen Lächelns nicht erwehrten, da dem, Gott nicht in die Berechnung der Ereignisse und der Gänge der Zeiten mit Hineinziehenden, die welthistorischen Prätentionen des welthistorischen Judenvolkes noch heute zum Gespötte sind? Auf diese Stellung sind wir von vornherein hingewiesen, der erste Abrahamssohn ward יצחק genannt und wird so lange also genannt werden, bis alle die nur auf Gottes Waltung und Gottes Verheißung gegründeten Hoffnungen sich erfüllen, dann: אז ימלא שחוק פינו, dann wird unser Mund der zuletzt lachende sein – heißt ja: יצחק: er wird lachen! – und dieses Lachen wird sein צחוק – wird mild hauchende Lächeln der Freude – שחוק sein …

    06-11-2020 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    05-11-2020
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    Rabbiner Mendel HIRSCH sz’l

              (1833-1900)

     

    הפטרת וירא

     

    Aus seinem Kommentar zur Wochenabschnitt Wajero:  Könige II. Kap.4, V.1 (Auszug)

     

    Ein Contrast und eine Parallele dürften die Wahl dieses Kapitels zur Haftora für וירא bestimmt haben. Der Staat des Gottesgesetzes ist der einzige, und nicht bloß des Altertums, in welchem dem Gläubiger keinerlei Rechte auf die Person, geschweige auf die Kinder des Schuldners zustand. Der Geist dieses Gesetzes sichert den vermögenslosen Schuldner vielmehr auch hinsichtlich des Mobiliarbesitzes vor rücksichtsloser Ausnutzung des Pfandrechtes. Und wo der Rechtsschutz aufhört, da beginnt unter dem Strahle des Gottesgesetzes an die Söhne und Töchter Abrahams und Sarah’s der Anspruch auf Liebe. Das ist die abrahamitische Zedaka im Gegensatz zu dem sodomitischen Rechte. So fordert es Gesetz und Recht der Thora. Dem  gegenüber wird uns nun hier ein Einblick in die inneren Zustände im Reiche Jissroéls eröffnet. Wir sehen eine Witwe, die Frau eines Propheten, mit ihren zwei verwaisten Kinder in bitterster Not, – Gläubiger, der, da nichts mehr zu finden ist, die Kinder in Schuldknechtschaft abführen will, - eine Gesellschaft, in der sich kein Begüterter mehr findet, der sich in der Not annimmt, – kann es einen größeren Kontrast  geben zu dem Liebeswirken des Ahnen, das in den Worten der Sidra uns vergegenwärtigt war? Diese, vermeintlich aufgeklärte, israelitische Gesellschaft, in der freilich eine „angesehene“ Frau, ganz wie in Sodom auch, im Vollgefühl ihrer Sicherheit sagen konnte: „Inmitten meines Volkes lebe ich!“ bedarf keiner Fürsprache bei Fürst oder Feldherrn! – in der aber Witwen und Waisen der bitterster Not preisgegeben sind, ohne daß sich eine Hand rührt, – ja in der Schuldknechtschaft ganz wie bei den anderen Staaten des Altertums zum herrschenden „Recht“ geworden und sich auch auf die Kinder erstreckte – :   gibt es einen grelleren Gegensatz zu dem liebatmenden Geiste des Abrahamszeltes, dem ja auch diese entarteten Söhne und Töchter Jissroéls entstammten? Und wenn nun gar nach der Überlieferung der Väter, der heimgegangen war und seine Kinder in solcher Not hinterlassen hatte, kein Geringer war, als der Prophet Obadja, der sein Vermögen geopfert und sich mit Schulden belastet hatte um hundert Gottespropheten vor dem fanatischen Wüten der mordgierigen Isabel zu retten und in der Verborgenheit zu erhalten – so erscheint die Verlassenheit der Seinen von den Menschen und ihre Rettung durch das Eingreifen Gottes um so bedeutungsvoller.

    Wie in der Hütte des Armen als Retter aus sozialem Tode, so offenbart die göttliche Waltung im Hause des Reichen als Retter aus physischem Tode. Die Parallele aber in der Geschichte von der Sunammiterin und ihrem Kinde mit der Geburt Jizchaks liegt auf der Hand. Beide Geburten fehlt die physische Vorbedingung, in beiden zeigt sich die göttliche Allmacht als Herr über die physischen Lebensbedingungen. Was aber nach Gottes Verheißung ins Leben gerufen, das wird auch durch Gottes Allmacht im Leben erhalten und verfällt nicht dem Tode, wenn es ihm auch scheinbar erliegt. Wie das Kind der Sunammiterin einmal, so war das Abrahamsgeschlecht seit Jahrtausenden ungezählte Male dem Tode verfallen. Und wie nach göttlicher Führung das Kind aus dem Tode zum Leben erstand, nachdem die Lebenswärme des Propheten es erwärmt, und sein Mund mit des Propheten Mund, seine Augen mit des Propheten Augen und seine Hände mit des Propheten Händen sich deckten: so ist auch Jissroél aus tausendfältigem Tode erstanden und wandelt als das Unsterbliche unter den Sterblichen, weil und sofern es von den Propheten durchglühenden אש דת, dem alten jüdischen Gesetzes-Feuer durchglüht wird und seinen Mund zum Organ des Gotteswortes weiht, mit seinen Augen die Welt im Lichte des Gotteswortes schaut und seine Hände in den Dienst der Verwirklichung des Gotteswortes stellt.

    Im Lichte des durch die Sidra neubelebte Wahrheit zeigt jener Kontrast den verirrten Abrahamssproßen warnend die Parallele den treuen Erben seines Geistes und seines Herzens dem ewigen Schutz und den ewigen Segen des Abrahamsbundes verheißt.

    …

     

    (Die Haftoroth übersetzt und erläutert, Frankfurt am Main 1896: S. 26-32 Könige II.   41, Kap 4 V.1 u.w.) 

    05-11-2020 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    04-11-2020
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    Rabbiner Dr. Salomon BREUER

                    (1850 – 1926)

     

    וירא

     

    Belehrung und Mahnung  zur Wochenabschnitt Wajero (Auszug)

     

    …Es genügt nicht, daß wir die Mizwo üben, es kommt vor allem darauf an, wie wir sie üben, ob wir ihrem Rufe freudig und mit ganzer Hingabe entsprechen, ob sie uns in Wahrheit beglückt und beseligt, daß wir nicht, wenn wir können, ihr aus dem Wege und nur, wenn wir nicht umhin können, schwerfällig oder gar mißmutig dem Gebot der Pflicht nachkommen.

    ושמרתם את המַצת ושמרתם את המִצת rufen die Weisen uns zu: מצות הבאה לידך אל תחמיצנהו Wie wir die Mazzo rasch und behend herzustellen haben ohne Aufschub und ohne Verzug, so gilt das gleiche von jeder מצוה, – דרך מצותיך ארוץ „Auf dem Weg, den mich Deine מצות führen, laufe ich!“ singt der Psalmsänger (119,32) – חשתי „Ich eile – ולא התמהמהתי aber nicht, weil ich mich verzögert, zu lange gewartet hätte – לשמור מצותיך wenn es gilt, Deine מצות zu erfüllen! Gelaufen bin ich, wenn es um ein מצוה handelte! שמרתי באומרים לי בית ה' נלך Der Ruf ins Gotteshaus erfüllte mit Freude mich. שש אנכי על אמרתך כמוצא שלל רב (Ps. 119,162) Voll Freude bin ich über jedes Deiner Worte – wie einer, der reiche Beute gefunden. Und תחת אשר לא עבדת את ה' אלקיך בשמחה ובטוב לבב מרב כל (Deut. 28,47) „Weil du nicht mit ganzer Herzensfreude Gott gedient –  “ lautete unser göttliches Ausweisungsdekret. Nicht weil wir Gott nicht gedient, sondern weil wir uns die Erfüllung des Gotteswillen nicht zur Freude, zur höchsten Herzensfreude gereichte, wies Gott uns in die Fremde.

    Die Akeda wäre uns nimmer zum leuchtenden Vorbild für alle Zeiten geworden, wenn Abraham nicht bereit gewesen wäre, mit ganzer Hingebung und Freudigkeit seinen einzigen Sohn auf Gottes Geheiß zu opfern. Mit welch hingebungsvoller Freudigkeit er aber bereit war, auch diese schwerste ihm von Gott auferlegte Prüfung zu bestehen, geht klar und deutlich aus den zwei Stellen hervor, die den Anfang und Schluß der Akeda zu charakterisieren. וישא אברהם את עיניו וירא את המקום מרחוק Aus der Ferne sah er schon den Ort. Was man nicht gerne sieht, sieht man oft in allernächster Nähe nicht, will es nicht sehen. Was man gerne sieht, sieht man, glaubt man schon aus weiter Ferne zu erblicken. מרחוק – וירא So sieht Abraham schon aus der Ferne den Ort, freudig schlägt ihm das Herz, da er sich am Ziele weiß! – Und auch am Schluß:  – וישא אברהם את עיניו וירא והנה איל Wer zu Tode verurteilt, auf der Richtstätte unmittelbar vor der Hinrichtung begnadigt wird, eilt vor Freude schleunigst hinweg, und sieht sich nicht erst noch einmal um, ob er an dieser Stätte nicht doch noch etwas zu suchen habe. Jeder andere an Abrahams Stelle wäre in dem Augenblick, als das göttliche אל תשלח ידך אל הנער an sein Ohr drang, freudig und glücklich so rasch wie möglich mit dem geliebten Kind hinweggeeilt. Abraham aber zögerte וישא את עיניו, sieht sich erst noch um, ob er denn gar nichts tun könne, um Gottes Willen zu dienen – והנה איל, da erblickt er den Widder, den er alsbald an der Stelle seines Sohnes opfert. – Ja, צדיקים מתרוממים בעיניהם Pflichtgetreue werden auch durch ihre Augen gehoben, habe ganz andere Augen als gewöhnliche Menschen, sie sehen auch da, wo andere noch nicht oder nicht mehr zu sehen pflegen!

    Und so sieht auch unser Abraham וישא אברהם את עיניו וירא והנה שלשה אנשים נצבים עליו wie die drei Männer schon in seiner nächsten Nähe stehen, sie bereits bei ihm, neben ihm stehen. Manch anderer sieht אורחים nicht, auch wenn sie unmittelbar vor ihm stehen, will sie nicht sehen, geschweige denn, daß er sie aus der Ferne sieht – Abraham sieht sie נצבים עליו neben sich, während der ihnen entgegenlaufen muß! Und er läuft, was er kann, läuft und läuft und kommt aus dem Laufen nicht heraus: וירץ לקראתם läuft ihnen entgegen, ואל הבקר רץ läuft zum Rinde, וימהר האהלה läuft zum Zelte, וימהר לעשות אתו –  es ist die שמחה של מצוה, die sein ganzes Weisen beseelt und seine Füße beflügelt, ohne Zögern und Zaudern den Willen seines Schöpfers zu erfüllen.

    Dieses Laufen, dieses wiederholte Laufen, dieses שלוש ריצות, wie sich die Weisen ausdrücken, offenbart Abrahams herrliche Größe. Bedenken wir: er ist ein 99 jähriger Greis, der וירא אליו kurz zuvor die Milo an sich vollzogen, und dem Gott soeben den Krankenbesuch abgestattet! Wahrlich, wenn מצות מילה uns aufruft, auch unsere sinnlichsten Triebe und Anlagen Gott zu unterordnen und im Kampf mit ihnen als Sieger vor Gott uns zu bewähren, so hat Abraham in dieser Stunde diesen Sieg über sich davongetragen! Dieser הכנסת אורחים-Akt war eine Erfüllung der Milo! Dieser jugendliche Greis, der körperlich schwach und hinfällig, in jugendlichem Feuer von dem einzigen Gedanken erfüllt ist, Gottes Willen zu verwirklichen steht als sieggekrönter Held vor uns da.  Denn wenn איזהו גבור הכובש את יצרו der in Wahrheit ein Held ist, der sein ganzes Wesen sieghaft in den Dienst des Gotteswillen zu stellen die Kraft besitzt, so stehen wir voll Bewunderung vor Abrahams Riesenstärke – Und es versteht sich von selbst, daß unser Weisen unter האדם הגדול בענקים „ dem Menschen, dem Größten unter den Riesen“ in erster Reihe unseren Stammvater Abraham begreifen.

    Von dieser Riesenstärke haben Gottes Engel keine Ahnung. Sie sind eben nicht ילוד אשה von einem Weibe geboren, besitzen nicht die Schwäche eines ילוד אשה, werden nicht hinfällig und krank, besitzen keinen יצר הרע, der es niederzukämpfen gilt, kennen ורגליהם רגל ישרה nur die eine gottgewiesene Richtung, auf der ihrer im Dienste Gottes stehende Kraft sie bewährt – kennen aber dafür auch nicht die Siege, die ein ילוד אשה zu erringen, nicht die Höhe, zu der ein ילוד אשה sich zu erheben vermag. Wie herrlich spricht sich dieser Gedanke in dem Ausspruch der Weisen aus, wenn sie meinen: נצבים עליו ehe Abraham dieses גמילות חסד übte, standen die Engel über ihm, glaubten sie über ihm zu stehen, doch nun והוא עומד עליהם steht er hoch über ihnen, und im Anblick solcher Menschengröße erfaßte   „Zittern Michael und es zitterte Gabriel!“ –

    …

     

    Quelle: Rabbiner Dr. Salomon BREUER  Belehrung und Mahnung erster Teil Deuteronomium  J.Kaufmann Verlag Frankfurt am Main 1936 S. 29 - 37

    04-11-2020 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    03-11-2020
    Klik hier om een link te hebben waarmee u dit artikel later terug kunt lezen.Rabbiner Dr. Raphael BREUER: Nationaljudenthum - ein Wahnjudenthum (Auszug)
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    Rabbiner Dr. Raphael BREUER

                 (1881-1932)

     

    Nationaljudenthum - ein Wahnjudenthum (Auszug)

     

    Wer nicht zu uns gehört, ganz zu uns gehört, der ist gegen uns. Wer da behauptet, er achte die Orthodoxie in ihren aufrichtigen Bekennern, nur er selber wolle nicht orthodox sein, weil er den orthodoxen Standpunkt nicht theile, ihn für einen längst überwundenen halte, der hat, von unserem Standpunkt aus betrachtet, längst mit dem einzigen, wahren Judenthum im Innern gebrochen, er hat sich losgesagt von Hakodausch Boruch Hu und seiner Thauroh, und das Judenthum, das er sich, weil er nun einmal als assimilationsunfähiger Jude ein Judenthum nicht entbehren kann, aus erträumten Idealen einer in weite Nebelfernen hinausgerückten, auf Zion beruhenden Nationalkultur, nothdürftig zusammengezimmert, ist ein - Wahnjudenthum. Was macht uns zu Juden? Die Geburt? Die Erinnerung an vergangene Herrlichkeit des Judenthums? Das jüdische Herz? Das jüdische Gefühl? Nein und tausendmal nein! Gewiß, die Bestimmung Jude zu sein, verliert kein Jude. Er wird mit dieser Bestimmung geboren. Ob er nun aber aus dieser Bestimmung praktische Konsequenzen für's Leben zieht, oder nicht, ob er sein Leben in allen seinen Beziehungen unter das Diktat der Thauroh stellt oder nicht, ob er in seinem Genussesleben die von der Thauroh gezogenen Schranken bewahrt oder nicht, ob er Koscherfleisch genießt, ob er Thefillin legt, Schaboßauß und Jomim Tauwim hält, die Gesetze für's eheliche Leben beobachtet, seine Kinder jüdisch erzieht und sie herantreten läßt an die Quellen des jüdischen Schriftthums, auf daß sie Begeisterung daraus schöpfen und Liebe für ihren jüdischen Beruf und ihre nationale Aufgabe - oder nicht -: das und nur das allein entscheidet darüber, ob der mit der ewigen, unvergänglichen und unverlierbaren Bestimmung, Jude zu sein, geborene Jude in Wirklichkeit Jude ist oder nicht. Judenthum heißt: Thauroh. Jude sein: die Thora halten. Was sagt der Zionismus dazu? "Religion ist Privatsache".

    (S. 12-13, wird fortgesetzt.)

     

    03-11-2020 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    02-11-2020
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    „Der Zionismus, seine Theorien, Aussichten und Wirkungen“ 4..Folge

     

     

    Schriften zur Aufklärung über den Zionismus 

    N° 2 „Der Zionismus, seine Theorien, Aussichten und Wirkungen“

    Herausgegeben vom Antizionistischen Komitee Berlin 1913


    I.Die Entstehung des Zionismus

     

    … Aber noch immer hat er seinen begeisterten Anhängern den Boden der Wirklichkeit entzogen sie fanatisiert, und dann – wenn ihre Fantasien sich als Trug- und Luggebilde erwiesen und im Nichts zerfallen waren, –  nur noch tiefer in das Elend hinabgestoßen. Noch nie ist eine pseudomessianische Bewegung zerronnen, ohne das sie dem Judentum schwere, schwere Wunden zugefügt, ohne daß sie Tausende zum Abfall verleitet hätte!

    In solchen Zeiten ersteht ein Pseudomessias, in jedem Zeitalter in einem anderen Gewande.  In ganz moderner Gestalt erhob er sich am Ende des neunzehnten Jahrhundertsmit verführender und fanatisierender Kraft. Der Pseudomessias nannte sich damals Zionismus!

    Als angebliche Rettung aus aller Gefahr trat eine Bewegung auf dem Plan,  welche für die so vielfach verzweigte Judennot  ein einheitliches Entstehungsprinzip gefunden zu haben sich rühmte und kündete, alles Elend komme daher, daß die Judenheit sich national auflöse. Sie behauptete, das Judentum sei stets eine Nation gewesen, sei es heute noch, und die Assimilation an die Kultur der anderen Nationen sei eine Verschwendung und Vernichtung der besten Kräfte, stelle einen schmählichen Verrat an dem  Wesen und der Zukunft des Judentums dar, habe zudem  nie etwas anders gezeitigt als Unglück und Verfall. Das ganze Unglück rühre daher, daß die Nation ein Mittelpunkt, ein territorialer und territorialer Mittelpunkt fehle, und diesen gelte es darum zu schaffen. Nur dann werde die Judenheit ein erträgliches Los haben, wenn das nationale Moment in den Vordergrund gestellt werde und sich Geltung verschaffe, wenn alle nationalen Kräfte zusammengeführt würden, und auf dem geheiligten Boden der Väter eine Zuflucht geschaffen sei, die einerseits dem gehetzten Judenvolke eine rechtlich gesicherte Heimstätte gewähre, wo er seine Individualität  gemäß leben und sich betätigen könne, von der andererseits eine geistige Belebung aller jüdischen Werte ausgehen werde. Einen „Judenstaat“ verlangte der edle Theodor Herzl in seinem Buche das den gleichen Titel trägt und seinem dichterischen Können ebenso Ehre macht wie seinem Idealismus. Dieser Mann, der ein warmes Herz hatte für das Leiden seiner Brüder, der ein ehrlicher und ehrenhafter Idealist von reiner Gesinnung war, ist es, der der neuen Bewegung einen idealen Impuls hat. Er hatte aber das tragische Schicksal gehabt, das sich an seinen Namen eine pseudomessianische Bewegung häßlichster Natur knüpft und das mit seinem Namen geschäftsmäßige Schreier, gewissenlose Demagogen und unwissende Phantasten ihre wenig ideale Motive und  Ziele decken. 

    Wie war  es nun gekommen, daß eine pseudomessianische Aktion gerade ein solches Gesicht annahm, daß sie sich auf einen Gedanken aufbaute, der  dem Judentum absolut fremd war und einer zweitausendjährige Entwicklung, die nur Religion und wieder gefordert und gefördert hatte. Hat dieser nationale Gedanke vielleicht doch irgend eine Grundlage in jüdischer Anschauungen, gibt es irgend ein Analogon oder einen Vorläufer in der jüdischen Geschichte?  Es ist das nie und nirgends der Fall gewesen! Gewiß kann man oft genug auf Bewegungen hinweisen, die der Rückkehr nach dem heiligen Lande ersehnten, aber noch niemals war man vom prophetischen Wege abgewichen, nie hatte man etwas anders erträumt als in erster Reihe die Wiedererrichtung des Tempels und den Sieg der Religion! Im Zionismus war etwas völlig Neues, etwas ganz Fremdes aufgetreten. Nicht an religiösen Gefühle appellierte er, nicht handelte es sich um die Errichtung des Tempels und die Herbeiführung des Gottesstaates, sondern um den Aufbau eines nationalen Staatswesens, wie andere es auch waren, ohne das von de m Siege der Religion auch nur die Rede war! Hier war nicht das ideale religiöse Moment in die Waagschale geworfen, denn um Glaubensfragen handelte es sich nicht, an sie dachte keiner. Es war die Judenfrage zu einem einfachem politischen und wirtschaftlichen Problem degradiert, ein völliges Novum, für jeden der die jüdische Geschichte nicht mit Schlagworte abtat,  sondern sie studierte.

    … …

     

    (wird fortgesetzt)

     

    Erscheint in Jeschurun Judentum gegen Zionismus in Folgen, war schon mal Teil unseres Studienprogramms  Jahrgang 5770/5771

     

    Mit  besonderen Dank an Frau Manja BURGERS, Antiquarische Buchhandlung „Spinoza“ in Amsterdam

    http://www.spinozabooks.com

    02-11-2020 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    01-11-2020
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    וירא

     

    ימטר על רשעים פחים אש וגפרית ורוח זלעפות מנת כוסם:

     

     

    „Fallen, sind es, was er über Gesetzlose sendet, Feuer und Schwefel und Entkräftung anwehender Wind ist jede Gabe ihres Bechers.“

    (Psalm 11,6 Übersetzung Rabbiner Samson Raphael HIRSCH)

     

    1.

    Frevler, zittre nur und zage,

    Der Allmächtige richtet.

    Auf den Hochmut folgt die Klage,

    Bosheit wird vernichtet.

    2.

    Aus Sedoms Zerstörung lerne,

    Laster furchtbar endet, –

    Reuigem verzeiht Gott gerne,

    Der zu Ihm sich wendet.

     

    Aus: Erbauungsbuch „Bibel- und Talmudschatz“ J.H. Kohn S.50  13.Auflage Hamburg 5691 – 1931

     

    01-11-2020 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    30-10-2020
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    Samson Raphael Hirsch

    Lech Lecho (Auszug)

     

    Kap. 12, 1 …לך לך: „Gehe für dich, isoliere dich!“. So bei Jithro וילך לו, er leiste auf die Vorteile Verzicht, die ihm die Verbindung mit Jissroél gebracht hätte. … Also hier: Gehe für dich, deinen eigenen, von deinem Lande, u.s.w., von allen deinen bisherigen Verbindungen dich isolierenden Weg. Die erste Auswanderung aus Ur Kasdim war vielleicht ein Fortgehen um einer Rettung willen. Diese Anforderung setzt die Entfernung zum Selbstzweck. … Wir haben an diesen jüdischen Sprachgedanken erinnert, um uns zu vergegenwärtigen, wie tieF und innig schon unsere Sprache den Wert des Vaterlandes und der Heimat fühlt und würdigt, und es gewiß nicht Geringschätzung dieser Momente ist, wenn hier die Pflanzung des ersten jüdischen  Keimes die Lossagung von Vaterland, Geburtsort und Vaterhaus, die Lossagung von Nationalität und Heimat fordert. Vielmehr liegt gerade in der Würdigung dieser Momente die Größe der hier geforderten Isolierung. Diese Anforderung selbst setzte Abraham in den entschiedensten Gegensatz zu der herrschenden Richtung seiner Zeit. Nicht Individualisierung, nicht Anerkennung des Wertes und der Bedeutung des einzelnen, vielmehr Centralisierung, die den Menschen seinen persönlichen Wert verlieren läßt und ihn zum Handlanger, zum Ziegelstein für den Ruhmesbau einer angeblichen Repräsentanz der Gesamtheit erniedrigt, das war, wie wir gesehen, die Richtung der Zeit, die unter der Parole ihres נעשה לנו שם den Turmbau des Menschenruhmes begann. Diese Richtung erzeugt den Wahn einer überall und für alles geltenden Majorität, macht, daß zuletzt alles, was in dem Vaterlande der Majorität als Höchstes gilt, auch damit schon ohne weiteres von jeden als Höchstes angesehen und verehrt wird. Es sollte allerdings eine jede Gesamtheit die Vertreterin des wahrhaft Höchsten und Heiligen sein, und in dieser Voraussetzung würdigt auch das Judentum den Anschluß an die Gesamtheit in seiner vollen Bedeutung. Jedoch an der Spitze des Judentums steht: לך לך „ das für sich gehen“ als das noch Höhere. Niemand darf sagen: ich bin so gut, so gerecht, als es eben Mode ist. Jeder ist Gott für sich selbst verantwortlich. Wenn nötig: „mit Gott – allein!“ wenn es sein muß, wenn das in einer Majorität vergötterte Prinzip nicht das wahrhaft göttliche ist – dies Bewußtsein ward von Abraham als der Ausgangspunkt für seine und seines einstigen Volkes Bestimmung gefordert. Wohl lehrt, wie wir gesehen, schon unsere Sprache in den Worten ארץ und בית, wie die starken Banden der Mensch an beide geknüpft ist: jedoch stärker als das Band, das uns mit Vaterland und Familie verbindet, soll das Band sein, das uns mit Gott verknüpft.

    Wie hätten wir existieren können und könnten wir existieren, hätten wir nicht von vorn herein von Abraham den Mut einer Minorität erhalten!      

    „Zeitgemäßes Judentum!“ Der lauteste Protest dagegen ist das erste jüdische Wort: לך לך! War Abrahams erstes Auftreten zeitgemäß? In Mitten von Chaldäa, Babylon, Assyrien, Phönizien, Ägypten! Vergötterung der Sinnlichkeit und der Macht war da die zeitgemäße Predigt, vergöttertes Genussleben in Asien, Vergötterung der Menschenmacht und Ertötung des freien Menschen in Ägypten; der Gedanke „Gott“ war bis auf wenige Spuren verschwunden,– da soll ein Abraham auftreten, und während die ganze Welt sich fest anzusiedeln, sich anzubürgern trachtet, soll er seine Heimat, sein Bürgerrecht aufgeben, sich freiwillig zum Fremdling machen, den von allen Nationalitäten vergötterten Göttern den Protest ins Angesicht sprechen; das erfordert den Mut und die Überzeugung von der Wahrhaftigkeit der inneren Gesinnung und des Gottesbewusstseins, das fordert das jüdische Bewusstsein, den jüdischen „Trotz“ – und das war das erste, worin Abraham seine Berufung zu bewähren hatte.

    So begreifen wir auch wohl, wie unsere נביאים, jene von Gott bestellten Zeitenwächter. צופים, die ihrem Volke die Merkzeichen alles erlebten und noch zu erhoffenden קצים, Zeitenenden, Erlösungsanfangen, unverlierbar in die Endbuchstaben seines Alphabets hineingeschrieben haben, und die ganze jüdische Weltgeschichte in den doppelt –ך , doppelt –מ , doppelt –נ , doppelt –פ   und doppeltdes לך לך des Abraham,  עצמת ממנוdes Jizchak,  הצילני נאdes Jakob,  פקוד יפקודder  גאולת מצרים, צמח שמו ותחתיו der einstigen גאולה zusammenfassten, wie sie in dem לך לך des Abraham den ersten Ausgangspunkt der גאולה erblicken konnten. Mit dem Isolierungsrufe, welchem Abraham gehorchte, war die jüdische Welterlösung entschieden.

     

    V.2 ואעשך לגוי גדול …  Eine zahlreiche Nachkommenschaft macht aber noch kein Volk. Damit eine Masse ein גוי, eine Volkseinheit bilde, dazu bedarf sie eines gemeinsamen Bandes. Überall sonst ist dies das gemeinsame Land, das Zusammenwohnen unter denselben Einflüssen, das Getragenwerden von dem gemeinsamen Boden der Existenz. Abrahams Nachkommen aber sollen auch ein Volk, nicht aber durch gemeinsamen Boden, sondern wiederum nur durch Gott werden. Abrahams Geist soll sich in seinem Nachkommen wiederholen und: was anderen Völkern ihr Boden ist, das sollst du in deinen Nachkommen sein. Mit der Abstammung von dir sollen sie auch das volksbildende Einigungselement erben. Dadurch, daß wir noch jetzt אלקי אברהם, Gott, wie in Abraham erkannt, wie er sich ihm offenbart und in der Leitung seines Geschickes gezeigt hat, אלקינו, unserem Gott nennen – und wir bedürfen diese Bezeichnung nicht zur partikularistischen Absonderung, sondern gerade zur reinhaltenden Unterscheidung des abrahamitischen Gottesbegriffes קונה שמים וארץ, von jeder partikularistischen Trübung – dadurch, durch dieses von Abraham überkommene gemeinsame geistige Erbe sind wir noch heute ein Volk, nachdem wir schon längst das Band des gemeinsamen Bodens verloren. Und darin daß nicht nur Abraham, sondern auch sein Sohn und Enkel solche Persönlichkeiten wurden, in welchen sich Gottes Waltung also manifestierte, daß auch sie mustergültig für die ganze jüdische Nation blieben, und wir nicht nur אלקי אברהם, sondern auch אלקי יצחק und אלקי יעקב sprechen: darin erkennen die Weisen zunächst die dem Abraham gewordene Segnung und Größe. Und gerade in אלקי יעקב verwirklicht sich das ואגדלה שמך, Jakobs, in dessen Geschick es sich vor allem mustergültig zeigte, daß die jüdische Bestimmung unabhängig von äußerer Größe und äußerem Glanze sei. Je weniger ein Mensch hat, um so größer erscheint seine Persönlichkeit. Die Größe, der Segen, den ein Unbemittelter verbreitet, kann nur in seine Persönlichkeit wurzeln. Wenn ein יעקב groß ist, wenn eine Nation glänzt, die seit Jahrhunderten nicht in Kriegsruhm u.s.w. exzelliert, so kann dies eben nur in ihrer geistig sittlichen Persönlichkeit liegen, eben יעקב ist מגדל שמך. –

    Bei näherer Betrachtung dürfte mit diesen ersten drei Sätzen Abraham die ganze Summe der jüdischen Geschichte in nuce in die Hand gegeben sein. In 1:לך לך מארצך וגו' erscheint Abraham bloß als Individuum, „wage es, allein zu sein!“ In 2:ואעשך לגוי וגו' , tritt schon das Volk hervor, aber noch außer Berührung mit anderen Völkern, der Segen Abraham ist schon bedingt durch den Segen anderer, ja es können schon andere wagen, ihm zu fluchen. Abrahams Aufgabe war, sich zu isolieren, Wandel allein mit Gott. Zweites Stadium: die Schöpfung eines Volkes aus diesem Abraham. Wenn es hervortreten soll, daß dieses Volkes Dasein eine zweite Schöpfung Gottes in der Geschichte sei, so kann dieses Volk nur auf dem Wege der Heimatlosigkeit, des גלות und גרות zu einem Volk werden. Sesshaft wäre es kein אצבע אלקי', kein מעשה השם gewesen. ואעשך לגוי גדול: von יצחק bis יציאת מצרים  ,ואברכך.dann werde ich dich einpflanzen in ein ארצ זבת חלב ודבש;ואגדלה שמך  nicht אגדל שמך. Gott kann Menschen und Völker segnen, aber daß sie zu einer solchen sittlichen Größe gelangen, um ein mustergültiger Mensch, ein mustergültiges Volk genannt zu werden, das kann Gott nur wünschen das ist durch die Treue bedingt, die dem göttlichen Gesetze gezollt wird. Ebenso heißt es nicht: והיית ברכה, oder:ותהיה ברכה  sondern והיה ברכה, „werde ein Segen“, in diesen zwei Worten die ganze sittliche Aufgabe zusammenfassend, deren Lösung eben die Erfüllung jenes Wunsches bedingt: „ich möchte deinen Namen groß werden lassen, werde du ein Segen!“ Ich möchte dich zu einem Volke machen, auf welches die Völker nur hinzublicken hätten um sich ihrer Aufgabe bewusst zu werden, und diese Aufgabe  die Du im Gegensatz zu allen sonstigen Völkerbestrebungen zu lösen haben sollst, heißt: Segen werden!

    Allen anderen streben danach, nicht להיות ברכה, sondern להיות ברוכים, Segen zu gewinnen, gesegnet zu werden, und vor allem Völker. Die Redlichkeit, Menschlichkeit und Liebe, die man von dem einzelnen noch fordert, wird im Verhältnis von Volk zu Volk zur Torheit, gilt der Diplomatie und Politik für nichts. Trug und Mord, die den einzelnen zum Kerker und Henker führen, werden „zum Besten der Staaten“ im großen geübt, mit Orden und Lorbeer bekränzt. Die abrahamitische Nation hat von allen diesen Nationalinstitutionen nichts, sie weiß nichts von einer Nationalpolitik und einer Nationalökonomie. Derjenige, der der Träger ihrer Nationalwohlfahrt sein wollte, braucht keine Subsidien zu geben und auf keine Koalition und Bündnisse zu rechnen. Zu seinem Gebote stehen der Regen und der Sonnenschein, die Kraft und das Leben, die Macht und der Sieg. – אם בחקתי תלכו, dann macht sich alles andere von selbst. In Mitte der Menschheit, die נעשה לנו שם ihrem ganzen Streben als Devise aufprägt und die Selbstvergötterung und den rücksichtslosen Ausbau der eigenen Wohlfahrt als maßgebendes Ziel anstrebt, soll Abrahams Volk in Einzeln- und Gesamtleben nur dem einen Ruf folgen: היה ברכה, Segen zu werden sich mit aller Hingebung den Gotteszwecken des Welten- und Menschenheils zu weihen, darin mustergültig die Wiedererstehung des reinen Menschentums, des אדם in seiner ursprünglichen Bestimmung, zur Anschauung bringen, dann werde Gott seinen Segen zu frischer Lebenstätigkeit geben und zur Weckung und Erziehung der Völker zu gleichem Streben den Namen des Abrahamvolkes weithin leuchten lassen: ואברכך ואגדלה שמך. Dieses zweiten Stadium sollte in ארצ ישראל zur Verwirklichung kommen, dort sollte Israel in seiner unnahbaren Isolierung von den Völkern, nicht nur das Gesegnete, sondern in erster Linie das Segen verbreitende, ein Segensquell geworden sein – וישכן ישראל בטח בדד עין יעקב – dann hätte alles, was jetzt uns erst באחרית הימים winkt, sich bereits seit Jahrtausenden erfüllt, und der ganzen Entwicklungsgang der Menschengeschichte wäre seitdem ein anderer gewesen. –

    Allein diese erste Verheißung an Abraham scheint auf ein drittes Stadium hinzuweisen – schon, wie bereits bemerkt, stellt das optative ואגדלה die Verwirklichung jenes zweiten Stadium nur als bedingten Wunsch hin – der dritte Satz scheint ein Zustand anzudeuten, in welchem das Abrahamsvolk mit seinem Segen und Fluch von Menschen abhängig erscheint, wo Menschen es segnen, Menschen ihm fluchen können; es wäre dies somit das Stadium des גלות, dem dieses Volk entgegengeht, wenn er seine Aufgabe vergisst und statt להיות ברכה, den Völkern gleich sich dem Streben hingibt להיות ברוכים; und hier, für dieses Galuth, wo es hinausgestreut unter die Völker, abhängig von ihrem Segen und Fluch preisgegeben erscheint, hat Gott daß große Wort gesprochen: ואברכה מברכיך, die dich segnen, die dich fördern, die dein Prinzip würdigen und anerkennen und sich deiner Sinnlichkeit und Gottesverehrung fördernd zu unterordnen, sie werde ich segnen – und auch hier wieder tritt diese Verheißung optativ auf, Israel möge sich in der Zerstreuung also bewähren, daß seine Förderung des Völkerheils bedeutete. – …

    30-10-2020 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    29-10-2020
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    Rabbiner Mendel HIRSCH sz’l

              (1833-1900)

     

    לך לך

     

    Von Abrahams Wirken bis zur heißersehnten Erlösung:

    weltgeschichtlicher Sieg eines Prinzips

     

    Aus seinem Kommentar zur Wochenabschnitt Lech Lecho:  Jesaja Kap.40,27-31 u. 41,1-16 (Auszug)

     

    Die Parallele zwischen Jissroéls Geschick und Aufgabe und dem Siegeszuge seines großen  Ahnen Abraham hat dieses Prophetenwort in die Sidra bestimmen lassen. Die Isoliertheit inmitten einer ihn nicht begreifenden Welt; das lange Ausharren bis auch nur der allererste Anfang der Erfüllung der empfangenen Verheißung eintrat; das felsenfeste Vertrauen; der glorreiche Sieg über die siegestrunkenen Völkerkönige; der noch glorreichere, der in der Selbstvollendung und in der Gewinnung seines Kindes für die selbe Höhe von Moria’s Gipfel durch die Jahrhunderte strahlt – sie sind das Vorbild der Bestimmung und des Geschickes seiner Kinder und des einstigen Sieges des von ihnen durch die Zeiten und die Völker getragenen Principes. Dieses Prinzip heißt: היה ברכה, das Streben, nicht gesegnet, sondern: selbst für Andere zum Segen zu werden, jene edle Humanität, die ohne jegliche nationale oder confessionelle Beschränkung kein höheres Glück kennt als, andere glücklich zu machen, wie dies aus dem Liebenswirken Abrahams so herrlich uns entgegenleuchtet. Diese echte, in abrahamitischem Sinne in Wahrheit „um Gottes Willen“ geübte selbstlose Liebe ist es, die zur Gerechtigkeit hinzukommen muss, um das wahre Menschenheil aufblühen zu lassen. Der Kampf und der endliche Sieg dieses Principes bildet den Inhalt der ganzen Weltgeschichte.

     

    Kap.40, 27 Warum sagst du, Jakob, und behauptest, Jissroél: Gott ist mein Weg verborgen, und meinem Gotte entschwindet mein Recht!

     

    Jakob: nach der Geschickesstellung, Israel: nach der Bestimmung. In beiden Beziehungen, so zeichnet es das Prophetenwort, erblickt Jissroél die Wirklichkeit im Gegensatz zu seinen, wie es glaubt, berechtigten Erwartungen. דרכי:דרך  bedeutet im bildlichen Sinne in der Regel die individuelle sittliche Entwicklung des Menschen. Sowohl im Hinblick auf seinen Lebensweg, als auch auf die Siegesverheißung, die dem von ihm getragenen Lebensprincipe von Gott geworden, glaubt Jissroél sich in der Klage berechtigt, daß Gott sich von ihm abgewandt habe. Da in der Antwort V.28 nicht auf die Unwürdigkeit, sondern nur auf die Kurzsichtigkeit des also Klagenden hingewiesen wird, so ist es ein ernstes, auf dem Boden des Gottesgesetzes sich haltenden Geschlecht, dessen Mutlosigkeit hier entgegengetreten wird. Du glaubst, Gott sehe deine Lebensführung nicht, weil du trotz deiner Gesetzeserfüllung noch immer in der Jakobsstellung verharren, jedes nicht ganz verkümmerte Recht als Gnade hinnehmen musst, und du verzagst an dem endlichen Siege der Lehre von reinem Menschentum, von der Majestät des Rechtes und der Liebe, weil du überall nur den Triumph der Gewalt und die Anbetung des Erfolges erblickt? – תאמר: die ausführlichere, erklärende und begründete Darlegung, תדבר: der kurz bestimmte Ausspruch. Dein Geschick drängt dich von selbst zu eingehender Aussprache:תאמר. Dafür, daß das Morgenrot der allgemeinen Herrschaft des Rechtes und der Liebe noch nicht angebrochen, dazu bedarf es nur des kurzen Hinweises:תדבר.

     

    V.28 Hast Du es denn nicht erkannt, wenn du es nicht vernommen: Gott der Ewigkeit ist Gott, er schafft die Ende der Erde, er ermüdet nicht und er ermattet nicht, keine Ergründung giebt es seiner Einsicht.

     

    Aus deinem eigenen Dasein, aus der Tatsache deiner Erhaltung, sowie aus den Erfahrungen der Vergangenheit solltest du dir selbst die Antwort geben können. Gottes Plan, der Menschheits-Erziehungsplan, umfasst Jahrtausende, dein Auge aber erblickt nur eine kurze Spanne Zeit, und in dieser Zeit nur einen kleinen Raum und in diesem zeitlich und räumlich umschränkten winzig  kleinen Gebiete nur das Äußerliche, die Oberfläche, der zeitlichen Gestaltungen: Gott aber „schafft“ in jedem Augenblicke die „Enden der Erde“ – er überschaut in jedem Augenblick Alles und hat Alles in seiner Hand. Deshalb ist es so töricht, so vermessen, sich eine Einsicht in seinen Plan zuzutrauen oder zu wähnen, nach dem Ergebnis der eigenen, so menschlich beschränkten Erfahrung den jeweiligen Stand des Zeigers der Weltenuhr bestimmen zu können – אין חקר לתבונתו.

     

    29. Er gibt dem Ermüdeten Kraft, und dem der Kräfte baren will er Fülle und Stärke verleihen.

    30. Mögen Knaben ermatten und ermüden, und Jünglinge anhaltend straucheln:

    31. die auf Gott hoffen, erneuen stets die Kraft, Adlern gleich gewinnen sie Schwingen, sie eilen und ermüden nicht, sie schreiten dahin und werden nicht matt.

     

    V.29 – 31. Gottes Kraft erlahmet nie, von ihr spendet Er in jedem Augenblicke dem Ermatteten, deß ist deine eigene Erhaltung sprechendster Zeuge. Alles gegen Seinen Plan Ankämpfenden erweist sich, trotz allen zeitweiligen Scheines besonnen Ernstes und dauernder Stärke, in Wahrheit als knabenhaftes Unterfangen und verflackerndes Strohfeuer jugendlicher Thorheit; während קו, wörtlich: die rückhaltlos zu Gott Hinströmenden (vergl. יקיו המים אל מקום אחר) stets neue Kraft gewinnen, das „Unmögliche“ vollbringen, in ihrem scheinbar langsamen Dahinschreiten die einzigen „Eilenden“, rasch dem Ziele sich Nähernden sind und Ermattung nimmer kennen. Der Lohn der Pflichttat, lehren die Weisen, ist die Kraft und das frohe Aufstreben zur neuen Pflichttat.

     

    Kap.41, V.1 Höret schweigend mir zu, ihr meerfernen Lande, und die Staaten mögen ihre Kraft erneuen, mögen sie hintreten, dann mögen sie reden, lasst uns zusammen hintreten zum Gerichte!

     

    Kap. 41, V.1 ההרישו אלי אים: nicht an den kleinen Kreis einer von vornhinein gewonnenen gläubigen Gemeinde wendet sich das Gotteswort, sondern an seine Gegner inmitten der Gesamtmenschheit. Das Gotteswort geht der Kritik nicht aus dem Wege, es fordert sie heraus, en hat sie nicht zu fürchten, יחדו למשפט נקרבה, mit der überzeugenden, jeden Widerspruch lähmenden Kraft welthistorischer Tatsachen tritt es den Völkern entgegen.

     

    V.2 Wer hat erweckt aus dem Osten den, der mit jedem Schritte Ihn verkünden sollte durch Lebensgerechtigkeit? Er gab Völker vor ihn dahin und über Könige ließ Er ihn herrschen, jedoch sein Schwert ließ Er wie Staub sein, verwehtem Strohhalme gleich seinen Bogen!

     

    V.2 מי העיר ממזרח וגו': Abrahams Eintritt in die Geschichte wird so farbenprächtig wie charakteristisch als ein Sonnenaufgang am Nachthimmel der Menschheit bezeichnet. Während die verblendete Menschheit sich an den Ruhmeswagen eines Nimrod spannen ließ mit der Losung: העשה לנו שם, wir wollen uns einen Namen machen! ging Abrahams Leben in den Streben auf: יקראהו לרגלו, bei seinem Eintritt oder mit jedem Schritte seines Lebens verkündete er den dem Bewusstsein der Menschen entschwundenen Gott, nicht durch das Bekehrungswort des Missionärs, sondern durch das צדק seines tatenreichen und tatenfrohen Pflichtlebens. צדק ist ja jene Gestaltung des Tatenlebens, die jedem Wesen volle Befriedigung seiner Ansprüche zu gewähren weiß. Und weil er inmitten der Menschheit der Einzige war, der nicht sprach: נעשה לנו שם, der Einzige; der selbstlos, nicht gesegnet, sondern selbst ein Segen werden wollte, der der Machtvergötterung und Erfolganbetung die Huldigung des Rechtes und der Liebe entgegensetzte, der Einzige, der „dem Wege der anderen nicht betrat“: so gab Er, der inmitten der kriegerischen, jederzeit kampfgerüsteten Völker, „seinen Bogen wie verwehten Strohhalm und sein Schwert machtlos wie aus Staub sein lieߓ gleichwohl „Völker unter seine Machthoheit und ließ über Könige ihn herrschen“, und er zog als Sieger dahin durch die Völker und nahm ihre Huldigungen entgegen, deren „Weg er mit seinen Füssen nimmer betrat“. Das Prinzip aber das so mit dem Ahnen siegreich eintrat in die Geschichte, es wird von seinen Kindern durchgetragen und wird den einstigen dauernden Sieg erringen und der Menschheit, nach Überwindung, ja Zertrümmerung alles feindlich starr Widerstrebenden, die heißersehnte Erlösung in Wirklichkeit bringen.

     

    V.4 Wer hat es gethan und vollbracht, die Geschlechter berufend von Anfang an? Ich, Gott, bin der Erste und mit den Spätesten bin ich derselbe!

     

    V.4 Die ganze Weltgeschichte ist der Weg der Verwirklichung meines Plans. Ich bin und bleibe derselbe; Ich bin es, der Geschlecht nach Geschlecht beruft, auch die vom Wahne ihrer Selbstherrlichkeit Trunkenen werden in ihren Geschicken von mir geleitet, und stehen mit dem, was sie erstreben und vollbringen, und mit dem, was sie erleiden, im Dienste meiner Waltung.

     

    V.15 Siehe, ich habe dich zu einer scharfen neuen vielschneidigen Dreschwalze bestimmt, Berge wirst du wie Spreu dahingeben.

    V.16 Du streust sie dahin, der Wind trägt sie fort und der Sturm lässt sie zerstieben – du aber jauchzest auf durch Gott, in dem Heiligen Jissroéls findest du deinen Ruhm!

     

    An dem Prinzipe des Rechtes und der Nächstenliebe und an der Lehre vom reinen Menschentume, deren Träger das inmitten der stolzen Staatengrößen „wurmgleich“ am Boden liegende und wie der Wurm den Fußtritten achtloser  wie hasserfüllter Gewalt wehrlos preisgegebene Jakobsvolk ist, werden „die Berge und die Hügel“, die auf das Gegenteil gegründeten großen und kleinen weltgeschichtlichen Staatengebilde zerschellen. Das Trümmerfeld der Geschichte, die Reihe der internationalen Kriege und die Aufeinanderfolge der inneren Umwälzungen bilden der tiefernsten Kommentar zu diesem Prophetenworte, wie die Tatsache der Erhaltung Jissroél die Gewähr bietet für die Erfüllung der Verheißung, die das Jissroél der Zukunft schaut, wie es in der Verwirklichung des durch das Gottesgesetz gezeichneten sittlichen Menschenideals seines einzigen und höchsten weltgeschichtlichen Ruhmes teilhaftig und froh wird.

     

    (Die Haftoroth übersetzt und erläutert, Frankfurt am Main 1896: S. 20-26  Kommentar zu Jesaja 41, Kap 40 u. 41) 

    29-10-2020 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    28-10-2020
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    Belehrung und Mahnung  zur Wochenabschnitt Lech Lecho (Auszug)

     

    Raw Salomon BREUER sagte unter andere folgende grundlegende Worte:

     

    קדוש השם legt jedem einzelnen Juden die Verpflichtung auf, den Namen Gottes in der lautesten Öffentlichkeit zu heiligen, für seine Heiligung mit dem Aufgebot aller Kräfte und Mittel einzustehen. Es genügt lange nicht, für sich allein, auf die engen Grenzen der häuslichen Räume sich beschränkend, seine jüdische Einzelaufgabe zu lösen. Teuerste, heiligste Pflicht eines jeden einzelnen ist es vielmehr, die Fahne der Gottesherrschaft hinauszutragen und sie im öffentlichen Leben, wo der Gegensatz und der Widerstand und der Kampf sich naturgemäß ergibt, mit aller Kraft zu hissen und danach zu streben, daß recht viele in Liebe und Treue sich um Gott und seinen heiligen Willen scharen. Dazu freilich gehört Mut und Entschlossenheit, unbeugsame Entschiedenheit und felsenfeste Treue der Überzeugung, die auf den Beifall der Menge von vornherein Verzicht leistet, ja selbst ihre Verlästerung und Verfolgung nicht scheut! Wer fähig ist מקדש השם ברבים zu sein, der ist Jude!

    Solche מקדש השם-Juden haben wir leider nicht viele. בשתיקה Jude sein, zu Hause, in der Stille, wo kein Widerspruch und kein Gegensatz zu erwarten ist, dazu mag man sich im besten Fall noch entschließen; aber draußen in der Öffentlichkeit, im gesellschaftlichen und Gemeinschaftsleben sich im Gegensatz zu anderen stellen oder für seine Überzeugung sich einsetzen, dazu können leider nur wenige sich verstehen. Um Jude zu sein, seiner jüdischen Aufgabe zu entsprechen, genügt es nicht, wenn unser Zimmer erleuchtet und allenfalls ein blasser, matter Schimmer durchs Fenster hinausdringt. מקדש השם zu sein, ist die unabweisliche Pflicht eines jeden wahrhaften Juden!


     

     

     

    Quelle: Rabbiner Dr. Salomon BREUER  Belehrung und Mahnung erster Teil Genesis J.Kaufmann Verlag Frankfurt am Main 1936 S. 15-18

    28-10-2020 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    27-10-2020
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    "What does it mean to be a Zionist today that Israel (the Zionist entity – Translator) exists? An ideology that has become hateful to me. It imprisons minds and hearts and it was very difficult and painful for me to free myself from it. No, I'm no longer a Zionist, to say the least.

    To say that anti-Zionism is a new form of anti-Semitism is a great foolishness. On this account, for example, large areas of orthodox Judaism living in Jerusalem's Mea Shearim district, or in Bnei Brak near Tel Aviv, would be anti-Semitic. You measure the aberration. "

     

    Gérard Haddad, writer, is a psychiatrist and psychoanalyst.

     

    Told by someone else...;-)

    27-10-2020 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    26-10-2020
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    „Der Zionismus, seine Theorien, Aussichten und Wirkungen“ 3.Folge

     

     

    Schriften zur Aufklärung über den Zionismus 

    N° 2 „Der Zionismus, seine Theorien, Aussichten und Wirkungen“

    Herausgegeben vom Antizionistischen Komitee Berlin 1913

                                                        

     I. DIE ENTSTEHUNG DES ZIONISMUS

    … Im Osten und im Westen also eine sehr bedenkliche äußere Lage!  Und war es denn im Innern anders?  Bot ein kräftig pulsierendes inneres religiösen Lebens einen Ersatz?  Ein tieferer Einblick in dieser Richtung hin gab zu nicht minder verzweifelten Betrachtungen Anlaß. Denn die belebende Frische eines aktiven religiösen Lebens, die das Gefühl der Stärke und Begeisterung erweckt, suchte man in dem  müden dahinschleichenden Judentum der Zeit vergebens, und was vorhanden war hatte durchaus nicht die Kraft, Ideale zu erwecken und sie in den Seelen der heranwachsenden Jugend fest zu verankern. Im Osten der alten Hochburg des frischen und kräftigen religiösen Lebens, war an seine Stelle die ceremonielle Lebensführung getreten, und was an Sehnsucht nach der innerlichen und echten Religion des Herzens vorhanden war, hatte teils im Chassidismus, dem Wechselbalg, dessen Vater  christlicher Mystizismus und dessen Mutter  die geistige Rückständigkeit  einer arg gedrückten Volksmasse ist, teils in sonstigem öden Aberglauben und totem Formalismus die  unerfreulichste Blüten getrieben, die nur giftige Früchte ergeben konnten. Im Westen aber herrschte unter den Juden der Materialismus noch stärker als in den anderen Schichten der Bevölkerung, die ihm an Bildung und  Lebenshaltung etwa gleichwertig waren.

    Das Interesse an religiöse Problemen hatte in weite Kreisen abgenommen, und es machte  sich sogar das Bestreben bemerkbar, Religionslosigkeit, ja sogar Religionsfeindschaft als einen Kulturfortschritt zu betrachten, und der offene Hohn, mit dem in diesen Kreisen der fromm Gläubige bedacht wurde, wirkte auf andere verführerisch. Fast schien es, als ob diese Welle seichter Aufklärung alles religiöse Gefühl aus dem Kreis der Bildung fortgeschwemmte hätte und einen Indifferentismus bemächtigte sich weitere Schichten, von dem man befürchten konnte,  daß er das Weltjudentum in kurzer Zeit vernichten würde. Dazu trat noch der Wille und die Kraft, Mission zu treiben, bei den Staaten, - besonders dem preußischen – stark und kraß hervor. Die staatliche Gesetzgebung hatte den Zusammenhang zwischen den jüdischen Gemeinden nach Möglichkeit zu lockern versucht,  und sie begünstigte auf diese Weise Zersplitterung und Streit. Was aber durch die Zerstörungstätigkeit nicht erreicht wurde , mußte die persönliche Mission ersetzen, indem man durch verlockende Versprechungen und reichliche Belohnungen die religiös geschwächte und indifferente Oberschicht, dessen Moralbegriffe durch das Schwinden religiöser Anschauungsweise naturgemäß gelitten hatten, zum feigen Abfall und meineidigen Übertritt verleitete.

    Unerfreulich war so die Lage des Judentums, und für den Beobachter, dem geschichtlichen Blick und Kenntnisse fehlte,  stellte sie sich noch verzweifelter dar, als es in Wahrheit der Fall war. Denn weder wußte er, daß das Judentum sich schon oft genug in Entwicklungsstadien befunden hatte, die noch weit mehr den Stempel der Auflösung an den Stirn trugen,  noch war ihm bekannt daß unsere Gemeinschaft noch jedesmal vermöge der inneren Kraft ihrer ewigen Ideen Niedergangsperioden dieser Art siegreich überwunden hat. Die Masse der Intellektuellen, die ehrlich dachten und jüdisches Gefühl besaßen, die nicht abfallen und verschwinden wollten fühlte aber merklich das Unbehagen und Beschämende der Lage mit jedem Tage aufs neue.  Tausende von phantastischen Gedanken traten an‘s Tageslicht, jeder zweiter Glaubensgenosse empfand die Judenfrage in ihrer vollen Schwere und fühlte sich verpflichtet seine Meinung dazu zu äußern! Und da den meisten das feste Fundament der Kenntnisse sowie die Fähigkeit zur geschichtlicher Betrachtung fehlte, schlossen wohlgemeinte und schlecht geratene Judenbefreiungsversuche wie das Unkraut in die Höhe. Freilich waren  es Pflanzen, die nur phantastische Blüten trieben, die keinen festen Wurzelboden hatten und keine Früchte trugen.

    Eine nervöse und überreizte Zeit war es, wie sie freilich im Judentum schon oft da gewesen, aber immer wieder überwunden worden ist durch den gesunden Instinkt der Gemeinschaft, die dann zu den alten Boden der ewigen Religionswahrheiten zurückkehrte und aus ihm neue, kräftige Nahrung zog. Aber in solchen nervösen, überreizte Zeiten  erstehen die Pseudomessiasse.

    Noch immer hat sich in solchen Tage ein Pseudomessias erhoben, noch immer hat er irgend eine gleißende Lehre entwickelt, noch immer hat er die leidende Menschheit die Befreiung von jeglichem Leid und Elend versprochen,  noch immer ihr der Zukunft in den herrlichsten Farben gemalt, noch immer hat er Gläubige gefunden.

     

    (wird fortgesetzt)

     

    Erscheint in Jeschurun Judentum gegen Zionismus in Folgen, als Teil unseres Studienprogramms

     

    Mit Dank an Frau Manja BURGERS, Antiquarische Buchhandlung „Spinoza“ in Amsterdam

    http://www.spinozabooks.com

    26-10-2020 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    25-10-2020
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    לך-לך

     

    הביטו אל אברהם אביכם ואל שרה תחוללכם כי אחד קראתיו ואברכהו וארבהו:

     

     

     

    „Schauet hin auf Abraham, euren Vater, und auf Sara, die euch gebären sollte! Denn als Einzelnen berief ich ihn, aber ich segnete ihn und werde ihn vervielfältigen.“

    (Jesaja 51,2 Übersetzung Reb Julius HIRSCH)

     

    1.

    Aus edlem Keim bist du hervorgegangen,

    Vergiß es nie, Volk Jissroél,

    Dir wird es niemals vor der Zukunft bangen,

    Bleibst du nur rein und ohne Fehl.

    2.

    Gleich Abraham bewahr‘ die Treue,

    Den Gott erwählt zu Seinem Knecht,

    Gleich Sara stets die Sünde scheue,

    So wahrt du Adels Pflicht und Recht.

     

    Aus: Erbauungsbuch „Bibel- und Talmudschatz“ J.H. Kohn S. 39  13.Auflage Hamburg 5691 – 1931

     

    25-10-2020 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    23-10-2020
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    Rav Samson Raphael HIRSCH

    KOMMENTAR

    WOCHENABSCHNITT NAUACH (AUSZÜGE)

    Kap.6, V.16

    „Eine Beleuchtung machst du der Arche, und lässest sie obwärts bis zu einer Elle abnehmen;

    Die Thüre der Arche bringst du an die Seite an; mit unterstem, zweitem und drittem Stockwerk machst du sie

    צהר. Die צ=Form von זהר scheint fast auf eine künstliche Beleuchtung hinzuweisen. (Heißt vielleicht Öl zunächst als wichtiges Beleuchtungsmittel יצהר, sowohl als Nahrungsmittel שמן ?) Sicherlicht nicht ohne Grund wird die Einrichtung so ganz speziell mitgeteilt und später wiederholt hervorgehoben, daß Noa alles כן ganz so gemacht habe. Gott hätte in tausendfacher Weise retten können – ob die Größe der Arche hinreichend war u.s.w., sind Überlegungen die wir ziemlich bei der Seite lassen können. Gott erwählt einen Menschen, der soll sich, seine Familie und die Tierwelt für die Zukunft retten; er rettet sich und nur denn, wenn er alles so und nur so vollbringt, wie ihm befohlen. גדול המצווה ועושה ממי שאין מצווה ועושה, die gebotene Vollbringung ist bei weitem größer, als die willkürliche, ist erster jüdischer Grundsatz. Im Gegensatz zur herrschenden Ansicht hat wahren Wert nur das, was zur Erfüllung des göttlichen Willens geschieht. Was jemand nach eigener Eingebung u.s.w. übt, hat nur zweifelhafte, untergeordnete Bedeutung. Was hätte Noa in den 120 Jahre nicht noch alles zur Rettung tun können! Hundert Archen bauen u.s.w. Es dürfte hier daher vielmehr nur gesagt sein, daß sich Noa darauf beschränkte das, aber ganz zu tun, was Gott befohlen hatte, und Gott das weitere überließ.

    V.18

    „Mit dir aber werde ich meinem Bund aufrecht halten, du wirst in die Arche gehen, du und deine Söhne und deine Frau und die Frauen deiner Söhne mit dir.“

    …Der Begriff „Bund“ entspricht dem ברית keineswegs. Schon darum nicht, weil Bund immer ein Gegenseitiges voraussetzt. ברית kommt aber auch völlig einseitig vor. So Gottes ברית der Erhaltung Noa’s und der noachidischen Welt. So הנני נותן לו את בריתי שלום an Pineas. Nichts hatte wohl mehr eine =בריתBestimmung nötig als die Erhaltung Noa’s. Die paar Balken machten gewiß nicht die Rettung aus, sonst hätten sich ebenso noch andere retten können. Wohl nur im Sinne des אין סומכין על הנס, nach welcher der Mensch jederzeit das ihm Mögliche tun soll, hatte Noa seinen Kasten zu bauen, aber die Erhaltung und Rettung selbst bedurfte gewiß des ganz besonderen Schutzes des göttlichen Willens; daher אתך - ברית, die übrigen alle um Noa’s und seines Verdienstes willen. Zu ihm gehörte die Familie und die zu rettende lebendige Welt.

    Kap 9, V. 2

    „Und eure Furcht und euer Schrecken sei über alles Tier der Erde und über alles Geflügel des Himmels; von allem was den Boden betritt, und von allen Fischen des Meeres sei in eure Hand gegeben“

    …. – Wenn dies alles kein bloßer Traum ist, so dürfen wir uns sagen, daß auf dem hier begonnen Wege bis in sehr weiter Zukunft hinaus der Menschheit nicht die Aufgabe ist, die Erdwelt zu meistern und zu vollenden, vielmehr ihr jetzt nur die Aufgabe gestellt ist, sich zu vollenden, sich zu veredeln, sich wieder in die wahre Stellung zu Gott emporzuarbeiten. Diese Restituierung der Menschheit in den Standpunkt, den sie einnehmen sollte, mit der Wiederkehr des Friedens, der langen Lebensdauer, des „neuen Himmels und der neuen Erde“, die uns das Prophetenwort schildert, wird nach dem tiefen Wort unserer Weisen: - „[Ein bo Dovid ad schichlu chol haNeschomauss schebeGuff] – nicht früher eintreten, „bis nicht alle mögliche Geister eingegangen sind in die Leiblichkeit und sich veredelt haben“, und von diesem Verse bis zum letzten Worte des letzten Propheten ist der ganzen Inhalt der Gottesschrift nichts anderes, als die Schilderung der Rückkehr der Menschheit zu diesem einstigen Zustande, und der Gottesveranstaltungen zu diesem Ziele. Inzwischen aber ist dieser Standpunkt verloren, das Band zwischen dem Menschen und der Tierwelt zerrissen, und der Mensch zunächst auf die Arbeit an sich selbst und für sich selbst hingewiesen.

    V. 25, 26, 27

    „25. Da sprach er: Fluchgetroffen wird Kenaan, Knecht von Knechten wird er seinen Brüdern sein. 26. Und wiederum sprach er: Gesegnet wird Gott, der Gott Schem’s; möge Kenaan ihnen Knecht werden! 27. Gemüter öffnet Gott dem Japhet, wohnt jedoch in Hütten Schem’s; und es wird Kenaan ihnen Knecht.“

    Das in diesen Versen Ausgesprochene enthält vielleicht das tiefste und weitest reichende, was je das von Gott geöffnete Auge eines Sterblichen geschaut, und Gott durch dessen Mund zum Ausspruch hat kommen lassen. Die ganze Geschichte der Menschheit, ihr Anfang, ihr Ende und ihr Mitte liegt in diesen drei Sätze…

    V. 25 Die Leidenschaft, die sich nicht beherrschen kann, wird zur Lockspeise, durch die man in die Knechtschaft gegängelt wird. Wer zu aller Zeit sich selbst beherrscht, wer auf Befriedigung seiner sinnlichen Natur leicht verzichtet, den kann man nie bestechen, verlocken, ihm nicht aus dem Golde goldne Fesseln machen; er kann untergehen, sterben, – aber nicht geknechtet werden. So Menschen, so Völker. – …

    Kap. V. 8

    „Da zerstreute sie Gott von dort über die Fläche der ganzen Erde hin, und sie unterließen es, die Stadt zu bauen.“

    … Sie hörten also auf, die Stadt zu bauen; aber den Zug, die Richtung, aus welcher der Turmbau entsprungen war, den nahmen die Menschen überall mit hin. Freilich nicht mehr eine Stadt und einen Turm für die Knechtung der ganzen Menschheit, aber einzelne Städte und Türmchen von denen kleine Nimrode meinen, daß sie in den Himmel reichen.– …

    23-10-2020 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    22-10-2020
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    Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH

                  (1833 – 1900)

     

    הפטרת נח

      

    Aus dem Kommentar zur Haftoro des Wochenabschnittes Nauach

     

    Jesajas Kap.55, Vers 1-5

     

    Kap.55, 1 Wenn die Pflichterfüllung allein frei macht von den demoralisierenden Folgen der Furcht und unnahbar macht plötzlichem Schrecken, so schließt sich hieran die Aufforderung an Alle, reich wie arm, sich nun zuzuwenden dem Quell, von dem allein die Erkenntnis der Pflicht zu schöpfen sei, nämlich dem Gottesworte. Es gewährt Ersatz für die äußeren Güter, wo sie fehlen, und es lehrt denjenigen, der sie besitzt, erst die rechte Verwendung, durch die er ihrer in Wahrheit froh wird. Es wird verglichen mit dem belebenden Wasser, dieser Bedingung alles organischen Lebens, Blühens und Gedeihens, mit der nährenden Milch und dem stärkenden und Freude spendenden Weine. Wer in dem ernsten Sinne echter Gottesfurcht das Leben in der Mannigfaltigkeit seiner Gestaltungen nur als eben so viele Aufgaben betrachtet, für deren Lösung er seine geistige und sittliche Kraft zu erproben hat: für den wird auch die herbste Prüfung, indem er sie treu und tapfer besteht, zu einem Quell der reinsten Freude und zu einer Kräftigung seines inneren Menschen. Ihm erweist sich so in Wahrheit das Gotteswort als nimmer versiegender Born der Lebenskraft, der Nahrung und der durch nichts zu trübenden Lebensfreude. Der tiefe Seelenfriede, die innige Lebensheiterkeit und der tapfere, hochgemute, allen Widerwärtigkeiten standhaltenden Frohsinn, deren Stätten die stillen abgeschiedenen bescheidenen, aller äußeren Güter und Genussesmittel, ja nur so oft des Lichtes und der Luft entbehrenden jüdischen Heimstätten gleichwohl waren, sind ohnehin das sprechendste Zeugnis dafür, daß dieser Satz von den Segenswirkungen des Gotteswortes keine rhetorische Überschwänglichkeit, sondern daß er lebendige Wahrheit sei.  

     

    V. 2 Doch nicht etwa ist die Thora nur das Surrogat der Lebensgüter für den Armen. Sie ist ebenso unentbehrlich für den Reichen. An diese wendet sich unser Vers. Denn es kann ein Mensch der Güter reichste Fülle besitzen, aber er wird ihrer nicht froh, er selbst ist und bleibt ein segen-, freud- und friedloser, armer Mann. אכלו טוב, genießet das Gute, והתענג בדשן נפשכם, daß inmitten aller Fülle auch eure eigne Person sich wonnig fühle. Dazu kommt ihr aber nur, wenn ihr „auf mich horchet“, wenn ihr aus der Thora das Geheimnis erfahret, wie ihr eure Güter zu verwenden habt, damit ihr sie nicht ausgebet für das, „was nicht Brot ist und nicht zur Sättigung, zur Befriedigung gereicht“. Sonst bleibt das nach wahrer Lebensfreude lechzende Verlangen – das צמא des V.1 – auch des Reichsten ewig ungestillt.

     

    V. 3 Wenn ihr aber, Reiche wie Arme, meinem Rufe folget so: ותחי נפשכם, wird euer Leben erst ein wirkliches Leben werden, ואכרתה וגו' und das stille Glück, das aus der Hütte des Armen strahlt, die reiche Segensfülle, die aus dem stattlichen Wohnsitze des Reichen flutet, das edle reine Menschentum, das aus der Persönlichkeit des von den Gottesgesetzen beherrschten und gestalteten jüdischen Menschen der Menschheit entgegenleuchtet, sie werden zum mächtigen, David-gleichen Herold an die Menschheit. Dadurch aber macht ihr euch auch des Davidbundes und der von mir ihm und seinem Wirken verheißenen und bewahrten Liebeswaltungen teilhaftig.

     

    V. 4 Wie kein Zweiter ist David durch sein Psalmwort ein Zeuge für Gott an die Menschheit geworden, keine anderen Menschen Wort war also weitesten Kreisen der Menschheit aller Zeiten der Wegweiser zu Gott. Allein nicht Pflanzung und Verbreitung des Gottesbewußtseins ist Endziel und erschöpft nicht die Bedeutung der welthistorischen Bestimmung Davids. Nicht nur zum Zeugen, sondern auch zum נגיד ומצוה habe ich ihn dahingegeben. נגיד Fürst, von נגד Grundbedeutung: gegenüber, vor Augen, gegenwärtig sein, daher im Hifil: vergegenwärtigen, bezeichnet den Fürsten in der idealsten Auffassung des Fürstenberufes, nicht bloß Wächter des Rechtes und der Pflichtübung, sondern in seiner Person selbst deren lebendige Verkörperung und leuchtende Verwirklichung zu sein. In diesem Sinne ist es mit Vorbild übersetzt. Als solches war David durch die in seinem unendlich reichen, wechselvollen Leben bewährte Pflichttreue zugleich מְצַוֵה, „Bringer der Pflicht“ den Nationen. Denn viel wichtiger als der Glaube an Gott ist das Bewusstsein von der in freier Gott dienender Tat zu erfüllenden Menschenbestimmung.“

     

    V. 5 Wie David, so wird auch einst Jissroél und jeder  Einzelne in Jissroél durch das stille Beispiel der sittlichen    Vollendung seines Lebens und des auf jeder Stätte solchen reinen Menschentums sichtlich ruhenden göttlichen Segens in ungekannte Fernen, auf Völker wirken, die sich bisher von ihm abgeschlossen, לא תדע: und die dich bisher verkannt – darum steht auch wiederholt גוי, Singular, der in sich abgeschlossener Nationalkörper – werden zu Jissroél eilen, nicht um deiner äußeren Größe willen, sondern, um sich Dem huldigend unterzuordnen, der als קדוש ישראל, durch seine Gesetze dich sittlich adelt. כי פארך: denn nicht der Lorbeer des Krieges, nicht die Errungenschaften in Wissenschaft und Kunst, sondern die sittliche Hoheit ist es, die deine Herrlichkeit bildet.

     

    (Die Haftoroth übersetzt und erläutert, Frankfurt am Main 1896: S. 11 – 19   Kommentar zu Jesajas Kap. 55 V.1-…) 

    22-10-2020 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    21-10-2020
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    Rabbiner Dr. Salomon BREUER

                    (1850 – 1926)

     

    נח

     

     

    Belehrung und Mahnung zur Wochenabschnitt Nauach (Auszug)

     

    …

    Einem solchen allgemein herrschenden, üppig blühenden רשעות sah sich zum ersten Male in der Geschichte Nauach, der Held unserer Sidra, gegenüber: את האלקים התהלך נח allein bei seinem Gott ausharrend, sein צדקות und תמימות sich erhaltend! Wer will es ermessen, was ein Nauach, der einzige Träger des אמת inmitten einer großen Welt, in der חמס zur unumschränkten Herrschaft gelangt war, zu leiden, zu erdulden hatte! Zu dem Satz כי אותך ראיתי צדיק לפני בדור הזה „denn dich habe ich gerecht gesehen vor mir in diesem Geschlecht“ (7,1) fügen die Weisen den Psalmvers kommentierend hinzu: ה' צדיק יבחן „Gott prüft den Gerechten“ (Ps.11,5). – Der Gedanke dürfte klar sein. „צדיק לפני“ Es kann wohl jemand in den Auge, der Menschen als צדיק dastehen, ohne es vor Gott zu sein; daß aber jemand vor Gott ein צדיק sei, aber nicht vor Menschen, das, sollte man meinen, sei unmöglich. In einer gleich dem דור המבול entarteten Zeit ist es jedoch wohl möglich. Wo alles entartet ist, alles der Gewalt und dem Unrecht huldigt, für das Recht und Wahre jeden Sinn verloren hat, da wird das Recht und die Wahrheit, von einem einzigen vertreten, als Narretei und Blödsinn verachtet und verspottet. Unter lauter Lahmen wird der eine noch Gesunde als Krüppel belächelt! כי אותך ראיתי צדיק לפני בדור הזה „Nur vor mir sah ich dich als צדיק in diesem Zeitalter!“ Als ein solcher צדיק לפני zu leben, ist aber das denkbar größte נסיון, die denkbar größte Prüfung – daher der Hinweis auf jene Psalmstelle: „Gott prüft den Gerechten.“ –

    Wenn daher das Gotteswort sich anschickt, mit אלה תולדת נח die Geschichte von dem endlichen Sieg des אמת und den Untergang des שקר zu schildern, da kann es Nauachs Namen nicht erwähnen, ohne – זכר צדיק לברכה – seines צדקות zu gedenken, das sich denn doch לברכה bewährt hat. Wie sinnig erinnern da die Weisen (מ"ר) an den Mischlevers (14,11): בית רשעים ישמד  „Das Haus des Gesetzlosen wird vernichtet, זה דור המבול das gelte von dem -מבול Geschlecht; ואהלי ישרים יפריח „aber das Zelt der Geraden wird Blüten treiben“, זה נח das gelte von Nauach. רשעים gründen oft scheinbar feste Häuser, doch schließlich fallen sie der Vernichtung anheim; während dem unscheinbaren, schlichten, vom Sturm bewegten Zelt der צדיקים dauernde Blüte beschieden ist. –

    Doch diese die Menschheit erziehende Gotteswaltung, wie sie hier zum ersten Male sich zeigte, sollte in der Folge erst recht in ihrer ganzen Heileswirkung sich bewähren. עשרה דורות מאדם עד נח להודיע כמה ארך אפים לפני Die zehn Geschlechter, die von Adam bis Nauach trotz zunehmender Entartung sich erhalten konnten, bezeugen Gottes unendliche Langmut, die nicht sogleich mit dem ganzen Ausmaß gerechter Strafwaltung Menschen heimsucht, sondern nichts unversucht läßt, was sie zur Selbstbesinnung und Pflichttreue zurückzurufen geeignet wäre. Als Paradies lächelte ursprünglich die Erde dem ersten Menschen und spendete ihm den ganzen Reichtum seines Segens, solange er sich auf der Höhe seiner Bestimmung zu erhalten verstand. Doch da er seine Bestimmung untreu geworden, verhängte die Gottesstrafe ארורה האדמה בעבורך בעצבון תאכלנה den Fluch über die Erde: „Deinethalben trifft die Erde der Fluch, nur mit Entsagung wirst du sie fortan genießen können.“ בעבורך Deinethalben, d.h. zum Zweck deiner Besserung und Erziehung trifft die Erde der Unsegen, wird sie in ihrer ursprünglichen Entwicklung gehemmt, damit die dadurch bewirkte Entsagung, das עצבון, dich zur Pflichttreue zurückbringe. Doch dieser erste Schlag, der die Erde traf, hat den damit beabsichtigten Erziehungszweck nur in ganz vereinzelten Fällen erreicht. כמה ארך אפים לפני Aber vor Gottes Angesicht waltet gar viel Langmut. –

    Das עצבון, das durch den ersten über die Erde gekommenen Unsegen erzeugt wurde, war immer noch viel zu gering, die Erde blieb immer noch ein Paradies in verjüngtem Maßstabe. So erzählen die Weisen: אחת למ' שנה היו זורעים vor der Sintflut brauchte man nur einmal in vierzig Jahren das Feld zu bestellen, היה להם אויר יפה כמן הפסח עד העצרת es war ein ewiger Frühling, die Zeiten blieben sich immer gleich, היו מהלכין מסוף העולם ועד סופו לשעה קלה und auch die Zerklüftung der Kontinente war nicht vorhanden, so daß die rascheste Verbindung von einem Ende der Erde zum anderen möglich war. Sie finden in den vorsintflutlichen klimatischen Verhältnissen die Ursache der größeren Lebensdauer der Menschen, und in der klimatischen Stetigkeit, die vor der Sintflut herrschte, einen vornehmlichen Grund für den zunehmenden sittlichen Verfall: מי גרם להם שימרדו בי lassen sie Gott sprechen: Was hat sie zu einer solchen Entartung geführt? לא ע"י שהיו זורעין ולא קוצרין wohl der Umstand, daß die Natur in üppiger Fülle ihnen den Segen spendete, sie stets nur Gewinn und nicht Verlust zu verzeichnen hatten, שהיו יולדין ולא קוברין daß sie das Leben und nur selten den Tod kannten! –

    Mit מבול trat darin eine folgenschwere Änderung ein. Durch מבול hat, wie die Weisen zu dem Vers עוד כל ימי הארץ bemerken, die Erde eine völlig veränderte klimatische Umgestaltung erfahren, unter deren Einflüssen sie seitdem steht: Von nun an und weiter יולדין וקוברין wird der Wechsel von Leben und Tod rascher eintreten, eine kürzere Lebensdauer die Folge sein; nunmehr, sagt Gott, לא אסף לקלל עוד את האדמה בעבור האדם werde ich der Erde nicht mehr wegen des Menschen fluchen müssen: denn die seit מבול erfolgte Umgestaltung der Erdverhältnisse wird das zur Erziehung des Menschengeschlechts erforderliche Maß von עצבון mit sich bringen (s. zu diesem Abschnitt Komm. 1 B.M. 8,22). Selbst das gewaltigste רשעות ist seitdem zeitlich begrenzt, und während in der vorsintflutlichen Zeit durch die ungemessene Lebensdauer der Menschen die Erfahrung des שם רשעים ירקב fast ausgeschlossen war, ist nunmehr eine neue Phase der Menschenerziehung eingeleitet, in deren Zeichen das זכר צדיק לברכה ושם רשעים ירקב sich in seiner segensreichen Folgen bewähren kann. –

     

    Quelle: Rabbiner Dr. Salomon BREUER  Belehrung und Mahnung erster Teil Genesis J.Kaufmann Verlag Frankfurt am Main 1936 S. 15-18

    21-10-2020 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    20-10-2020
    Klik hier om een link te hebben waarmee u dit artikel later terug kunt lezen.Zu sagen, der Antizionismus sei eine neue Form des Antisemitismus, ist eine große Torheit
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    "Was bedeutet es, heute Zionist zu sein, wenn Israel (die zionistische Entität – Übersetzer) existiert? Eine Ideologie, die mir zuwider geworden ist. Es sperrt Köpfe und Herzen ein und es war sehr schwierig und schmerzhaft für mich, mich davon zu befreien. Nein, ich bin kein Zionist mehr, um es gelinde auszudrücken.

    Zu sagen, der Antizionismus sei eine neue Form des Antisemitismus, ist eine große Torheit. Aus diesem Grund wären beispielsweise große Gebiete des orthodoxen Judentums, die in Jerusalems Stadtteil Mea Shearim oder in Bnei Brak bei Tel Aviv leben, antisemitisch. Sie messen die Aberration. "

     

    Der Schriftsteller Gérard Haddad ist Psychiater und Psychoanalytiker.

     

    So erfahren Sie es mal von jemand anders...;-)

    20-10-2020 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    19-10-2020
    Klik hier om een link te hebben waarmee u dit artikel later terug kunt lezen.„Der Zionismus, seine Theorien, Aussichten und Wirkungen“ 2.Folge
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    „Der Zionismus, seine Theorien, Aussichten und Wirkungen“ 2.Folge

     

     

    Schriften zur Aufklärung über den Zionismus 

    N° 2 „Der Zionismus, seine Theorien, Aussichten und Wirkungen“

    Herausgegeben vom Antizionistischen Komitee Berlin 1913


    I.              
    Die Entstehung des Zionismus


     
    Das Judentum stellt nur ein Glied der allgemeinen Kultur- und Menschheitsgeschichte dar. Mag es oft mehr als andere Gebilde in seiner ausgeprägt selbständigen Innenentwicklung als ein streng gegen die Außenwelt abgeschlossenes kleines Ganzes erschienen sein, so schlagen doch in seine Kreisen die Wellen der großen Welt hinein und beeinflussen seinen äußeren Entwicklungsgang. Zu dieser selbstverständlichen Tatsache gestellt sich aber noch eine von größere Tragweite. Denn in den geistigen Bewegungen, von denen das Judentum erfüllt ist, spiegelt sich die äußere  Lage ganz getreulich wieder. Nicht etwa, als ob eine Besserung der äußeren Verhältnisse stets Hand in Hand ginge mit einer gesteigerten Intensivität des geistigen Lebens und einer optimistischen Auffassung der Lebensprobleme. Das Gegenteil ist oft der Fall. Eine Regel läßt sich über diese Zusammenhänge überhaupt nicht aufstellen, aber sie sind vorhanden, stets konkret nachzuweisen, und daran muß man denken, wenn man jene Bewegung kritisch betrachten will die –  an den alten heiligen Namen sich klammernd – Zionismus nennt. Nur aus den geistigen Strömungen die am Ende des neunzehnten Jahrhunderts die allgemeine Geschichtsbetrachtung beeinflußten, verbunden mit der wirtschaftlichen und politischen Lage der verschiedenen Glieder der Judenheit, ist der Zionismus ein Versuch zur Lösung der Judenfrage, seinem Wesen und seinen Zielen nach zu verstehen.

    Das allgemeine Schicksal des Judentums am Ende des verflossenem Jahrhunderts unterscheidet sich – wenigstens was die Massen betrifft – nur sehr unwesentlich von den finstersten Zeiten des Mittelalters. Jener wesentliche Teil, der die russische Judenheit mit ihren rumänischen und galizischen Anhängsel darstellt, saß und sitzt in unendlicher wirtschaftlicher und geistiger Not. Ein Netz von Staatsgesetzen, das tagtäglich dichter wird, raubt ihm eine wirtschaftliche Existenzmöglichkeit nach der andere, in schweren Lebenskämpfe ist das geistige Interesse fast erlahmt, und seine letzten Reste verzehren sich in Aberglauben und Mystik. Die ewige Furcht vor blutgierigen Verfolgern hat das Aufrechte und Selbstbewußte des Charakters verloren gehen lassen, und besonders für Rußland wo man sich in die schlimmsten Zeiten eines erbarmungslosen Mittelalters zurückversetzt fühlt, kann man, ohne ein Prophet zu sein, voraussagen daß sich trotz des heutigen gewiß vorhandenen geistigen Lebens eine wirtschaftliche, geistige und moralische Katastrophe vorbereitet, die das Judentum in seiner Grundvesten erschüttern muß, wenn nicht eine Wendung eintritt. Ein anderes kam dazu, um die Lage noch verzweifelter zu machen. Die entwickelten Verkehrsverhältnisse einer neuen Zeit, die der Volksmassen Beweglichkeit  erhöhen, schien anfänglich auch den Juden zugute zu kommen, und in der Auswanderung meinte man ein Mittel gefunden zu haben, das den in den Fremde ziehende Teile völlige Freiheit, Sicherheit und Brot, den Zurückbleibenden Luft und etwas Bewegungsmöglichkeit verschafft.  Aber abgesehen davon, daß Auswanderung  nie das Problem für eine so große kompakte Masse lösen konnte, begann sich das gelobte Land der Freiheit, Nordamerika und mit ihm die alte Hochburg der Toleranz, England, gegen den Zuzug der Ostjuden energisch zu wehren und machte es die Niederlassungserlaubnis von Bedingungen abhängig, denen nur ein geringer Teil der Auswanderer genügen konnte.  So wurde auch dieser Rettungsweg, sofern er überhaupt einer war, erschwert und versperrt.

    Um dieselbe Zeit, im letzten Viertel des vergangenen Jahrhunderts, hatten sich auch in den westlichen Ländern höherer Kultur bedenkliche Erscheinungen gezeigt. Der politische Liberalismus, der seit der Mitte des neunzehnten Jahrhunderts, besonders in Deutschland, herrschend und tonangebend gewesen war, hatte den Juden politische Gleichberechtigung erkämpft, und sie herrliche Zukunftsbilder von völliger Kulturassimilation schauen lassen. Um so härter, traf darum den deutschen Juden der Rückschlag, der an die Stelle des Liberalismus die Herrschaft der Klerikalen und  reaktionär-konservativen Kräfte setzte. Ohne das verfassungsmäßig gewährte Recht irgendwie  in der Theorie anzutasten, bemühte sich nun die Verwaltungspraxis den Juden wieder in seiner Pariastellung im Staate zurückzudrängen.  Freiheiten, die er sich kaum errungen, wurden eingeschränkt, Stellungen, die er mit Eifer aus ausgefüllt hatte, entzog ihm, – um Mommsens unsterblich gewordenen Ausdruck zu gebrauchen – die Verwaltungsprellerei! Tausend Demütigungen wurden den Westjuden zugefügt, die er um so drückender empfinden mußte, als er an den positiven Blühen und Erstarken der Westkultur nicht unwesentlich beteiligt war, andererseits auch in seinem Denken und Fühlen durch die Vermählung mit ihr weit empfindsamer geworden war als früher. Es traf ihm wie ein Peitschenhieb, daß er nicht mehr würdig sein sollte, seinem Kaiser als Offizier zu dienen, er, der sich deutsch fühlte, der sich bewährt hatte, der in schwerer Kriegszeit begeistert mehr als seine Pflicht getan hatte.  Genauso entsetzlich, traf es ihn, daß freche antisemitische Agitatoren  ihr  Haupt frei erheben durften, und das Verhöhnung und Beschimpfung der Juden  in gewissen Kreisen zum guten Ton  zu gehören schienen. Und wenn der deutsche Jude in seine Verzweiflung  Umschau hielt, sah er,  daß es anderswo auch nicht besser war. In Frankreich hatte die Dreyfußaffäre geradezu erschreckende  Blicke in die Tiefe antisemitischer Vorurteile tun lassen. In Österreich waren die beiden wichtigsten streitenden Parteien, die Chrislichsozialen und die Deutschnationalen, nur dann einig, wenn es gegen die verhaßten Juden ging. In jeder Seele, die noch  eine Spur von Feinfühligkeit und Stolz bewahrt hatte, tauchte die verzweifelte Frage auf, ob es denn überhaupt einen Nichtjuden gebe, der nicht Antisemit war,  und wer persönlich – als Fühlender und als Schauender – diese Zeiten mitgemacht hat, wird für die unendliche Übertreibung, die in dieser Anschauung steckt,  ein verstehendes und verzeihendes Mitgefühl haben.

     

    (wird fortgesetzt)

     

    Erscheint in Jeschurun Judentum gegen Zionismus in Folgen, als Teil unseres Studienprogramms

     

    Mit Dank an Frau Manja BURGERS, Antiquarische Buchhandlung „Spinoza“ in Amsterdam

    http://www.spinozabooks.com

    19-10-2020 om 08:54 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    18-10-2020
    Klik hier om een link te hebben waarmee u dit artikel later terug kunt lezen.Rabbiner Dr. Raphael BREUER: Zur Charakteristik der ungarischen Orthodoxie (3)
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    Rabbiner Dr. Raphael BREUER
             (1881-1932)

    Zur Charakteristik der ungarischen Orthodoxie (3. Abschnitt)

    …… Warum sollte man nicht auch in der Politik בטחון haben müssen? In der religiösen Sphäre bleibt ein Tatendrang, der sich auf Kosten der Prinzipientreue auslebt, verwerflich, auch dann wenn er mehr erreicht, als die deutsche Orthodoxie erreichte. Ich möchte die Ungarn nicht über Gebühr in den Himmel heben. Sie haben auch Fehler. Diese Fehler liegen aber nicht auf der Grenzscheide von Prinzipientreue und Tatendurst. Mangel an Prinzipientreue hat bisher niemand den Ungarn vorgeworfen; eher sucht man sie des Gegenteils wegen in Verruf zu bringen.

    Schon das bisher Vorgebrachte zeigt, wie ähnlich die Hemmungen sind, die Ungarn und Deutsche innerlich zu überwinden haben. Auf andere Dinge werden wir noch zu reden kommen. Jetzt aber schon entsteht die Frage: wie kommt es, daß Ungarn und Deutsche so mangelhaft sich verstehen? Welcher Kobold drängt sich zwischen die beiden? Gleiche Schicksale pflegen doch sonst Menschen einander zu nähern!

    Die Verschiedenheiten sind mannigfacher Art. Zunächst fällt ein Unterschied in Temperament auf und, was damit zusammenhängt, in der Form des Kampfes gegen die Neologie. Der Satz: Fortiter in re suaviter in modo stammt nicht aus dem Ungarischen. Dafür ist aber auch der Ungar mehr als der Deutsche vor der Gefahr geschützt, aus lauter Angst sich fortiter in modo zu zeigen, suaviter in re zu sein. Dieses ängstliche Bedachtsein auf eine „vornehme Kampfesweise“ hat auch eine bedenkliche Seite. Von einem bekannten Frankfurter Arzte, der sich nebenbei auch fürs Judentum interessiert, hörte ich einmal folgender Erklärung des Mischnasatzes: טוב שברופאים לגהינם: der Arzt muß auch grausam sein können; ein „gutmütiger“ Arzt, der seinem Patienten die schmerzen einer notwendigen Operation erspart, kommt ins Gehinnom. Das gleiche gilt aber auch für die jüdische Religion. Auch hier ist Grausamkeit am Platz, wenn die „vornehme“ Form leicht mißdeutet werden könnte. Wir wollen uns das an einem Beispiel klar zu machen suchen. Wenn mich Jemand öffentlich einen Lügner, dann ist es viel „vornehmer“, ihn einfach zu ignorieren, statt mit heftiger Energie sich die Beleidigung zu verbitten. Man kommt aber durch Schaustellung einer kalten „vornehmen“ Ruhe gar leicht in Verdacht, ein – ehrloser Schwächling zu sein. Wer sich mit seiner Religion so identifiziert, daß er jeden Affront, den man ihr antut, wie eine persönliche Beleidigung empfindet, kommt sehr leicht in Versuchung, auch fortiter in modo zu sein, ist aber von der bedenklichen Gefahr geschützt, das Dogma von der – Gleichberechtigung der „Richtungen“ im Munde zu führen, was auch ein wenig nach ehrloser Schwächlichkeit schmeckt.

    Übrigens ist die Form des Kampfes mehr oder weniger eine Bildungsfrage, über die wir noch zu sprechen haben werden. In erster Linie ist aber die heftigere Art, mit welcher die Ungarn Religionspolitik treiben, aus ihren wirklich traurigen Erlebnissen in der Vergangenheit zu erklären. Diese Erlebnisse – es wäre sehr wünschenswert, wenn sie uns einmal von berufener Seite ausführlich und aktenmäßig geschildert würden – haben sie ängstlich gemacht und sie immer inniger mit ihren Errungenschaften sich verwachsen lassen. So würden sie von dem Worte „orthodox“ sich um keinen Preis jemals trennen wollen. Das hat sich auch in Kattowitz gezeigt. Auf deutscher Seite wird dieses Hängen am Wort als politischer Fetischismus empfunden. Ein Beweis, wie wenig man in Deutschland die ungarische Psyche kennt und würdigt.

    R.B.

    (Fortsetzung folgt).

    18-10-2020 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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