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Rabbiner Samson Raphael HIRSCH
(1808-1888)

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Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH
(1833-1900)
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Rabbiner Dr. Salomon BREUER
(1850 - 1926)
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Rabbiner Dr. Raphael BREUER
(1881-1932)
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Reb Julius HIRSCH
(1842-1909)
Jubelsinget, Gerechte, in Gottesanschauung, den Geraden geziemt Thatenoffenbarungslied (Psalm 33)

ברוך הבא!    السلام عليكم!

 

Welkom op de blog van de studievereniging JESJOEROEN, Thora tegen nationaal-jodendom (sionisme)


Thoratrouwe antizionistische inzet en anti-imperialistische solidariteit. U vindt hier Rabbijnse teksten (vooral Samson Raphael HIRSCH strekking), nieuws en achtergrondinfo.

 

Bienvenue sur le blog de l'association d’études rabbiniques YECHOUROUN, Thora contre national-judaïsme (sionisme).

 

Nous proposons des textes rabbiniques, (surtout de l’école de Samson Raphael HIRSCH) ainsi que des infos et documentations, le tout avec engagement antisioniste et solidarité anti-impérialiste, inspirés par la fidélité à la Thora. Visitez notre blog similaire en langue française: www.bloggen.be/yechouroun .  

 

Willkommen im Blog des Studienverbandes JESCHURUN, Tauro gegen Nationaljudentum (Zionismus).

Wir bieten Rabbinische Texten (hauptsächlich von der Samson Raphael HIRSCH Tendenz – meistens in deutsche Originalfassung), sowie Nachrichten und Hintergrundinformationen, im ganzen mit Thoratreues antizionistisches Engagement und anti-imperialistische Solidarität.

 

Welcome to the blog of the Study Association YESHURUN, Thora against Nationaljudaism (Zionism).

We propose Rabbinical texts (mostly from the S R HIRSCH tendency), news and information, the whole inspired by Thora-true anti-Zionist Commitment and anti-imperialist Solidarity.

Inhoud blog
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  • Rabbiner Dr. Leo BRESLAUER: „Ein jüdisch-geschichtlicher Wegweiser“ (14)
  • Sprüche 19,16 und Sprüchlein zur Wochenabschnitt Reéh
  • Rabbiner Samson Raphael HIRSCH Komm. Wochenabschnitt EKEW
  • Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH aus dem Kommentar zur Haftoro EKEW
  • Rabbiner Dr. Salomon BREUER zur Wochenabschnitt Ekew
  • Rabbiner Dr. Leo BRESLAUER „Ein jüdisch-geschichtlicher Wegweiser“ (13)
  • Rabbiner Samson Raphael HIRSCH Komm. Wochenabschnitt Woèsschanan
  • Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH: Aus dem Kommentar zur Haftoro des Wochenabschnittes WOÈSSCHANAN
  • Rabbiner Dr. Salomon BREUER zur Wochenabschnitt Woèsschanan
  • Rabbiner Dr. Leo BRESLAUER „Ein jüdisch-geschichtlicher Wegweiser“ (12)
  • Rabbiner Samson Raphael HIRSCH : der Fasttag des 9ten Aw (aus Chauréw)
  • Samson Raphael HIRSCH : Aus seinem Kommentar zur Wochenabschnitt Dewaurim
  • Rabbiner Dr. Salomon BREUER zur Wochenabschnitt DEWAURIM
  • Rabbiner Dr. Leo BRESLAUER „Ein jüdisch-geschichtlicher Wegweiser (11)
  • Sprüche 28,23 und Sprüchlein zur Wochenabschnitt Dewaurim
  • Samson Raphael HIRSCH: Aus dem kommentar zur Wochenabschnitt MASSEI
  • Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH aus dem Kommentar Haftoro Massei
  • Rabbiner Dr. Salomon BREUER zur Wochenabschnitt MATTAUS
  • Die drei Trauerwochen
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    Tauro gegen Nationaljudentum (Zionismus)
    10-12-2020
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    Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH

                  (1833 – 1900)

     

    הפטרה שבת חנוכה

    Aus dem Kommentar zur Haftoro des Schabbes Chanuckoh

     

    Am Feste des vierten Chanuckoh, der Chanuckoh der Makkabäer,  bringt uns am Sabbath das Prophetenwort die dritte Chanuckoh, diejenige Serubabels, die Errichtung des zweiten Tempels in Erinnerung.

     

    Kap.2 V.14 u. 15 Weit über die Zeit des zweiten Tempels hinaus schauen diese Verse auf jenes Ziel der Geschichte hin, da Jissroél und die Völker durch Lehre und Geschick geläutert sind, und nunmehr durch die huldigende Unterordnung unter den Willen Gottes dem heilbringenden Einzuge der Gottesherrlichkeit in den Kreis der Menschheit die Bahn geebnet ist. Da wird nun der „Tochter Zijauns“, dem in Wahrheit vom Zijaunsgeiste beseelten menschheitspriesterlichen Jissroél verheißen, daß es auch in jener Zeit seine besondere Bedeutung bewahren, ja gerade dann in erhöhtem Maße sichtbare Stätte der segnenden Gottesnähe sein wird. – בא, in diesem Sinne von dem Einzuge Gottes in die Verhältnisse der Menschen, vergl. 5 B.M. 33,2: ה' מסיני בא ferner: Habakuk 3,3: אלה מתימז יבא וגו', Ps. 24,7: שאו וגו' ויבוא מלך הכבוד Jeruscholoim-Zijaun ist der Herzpunkt des Menschheitspriestervolkes, von dem die Erleuchtung und Heiligung der um ihn sich sammelnden Menschheit ausgehen wird.  

     

    V.16 ונחל ה' את יהודה חלקו: Juda, der führende Stamm, hier für ganz Jissroél. Was einst Moses erfleht: ונחלתנו; 2 B.M. 34,9, das wird dann erfüllt sein, Jissroél wird Gottes נחלה geworden sein, auch Jeruscholoims Leidensgeschichte ist vollendet: ובחר עוד בירושלים.

    …

    Kap. 3, V.1.  ויראני וגו'Zwei Männer sehen wir an der Spitze des Volkes, unter ihnen Beiden sollte ausgeführt werden: Josua, den Hohenpriester, den Vertreter des Geistes, der Lehre und des Gesetzes, und Serubabel, den Mann der Ausführung.  Der Augenblick, in welchem Sacharja sie schaute, lag noch vor dem Beginne des Werkes. Josua „stand“ noch, und auch vor Serubabel „türmte sich noch ein Berg“ (Kap. 4,7), er hatte wohl die Aufgabe, trug die Bestimmung, aber er war noch nicht thätig. Auch der Engel Gottes, der bestimmt war, Josuas Werk zu fördern, „stand gleichfalls noch“, war noch nicht tätig. Was war die Ursache ihrer Untätigkeit? Weil an Josuas „Rechten“, dem Organe seiner Wirksamkeit, noch ein „Hindernis“ war. Während das sich der Wirksamkeit Serubabels, des Fürsten, entgegenstellende Hindernis als „Berg“, das Bild für materielle Schwierigkeiten, bezeichnet wird, wird das Hemmnis der hohenpriesterlichen Wirksamkeit שטן genannt. שטן, verwandt mit שטה, abweichen, zur Seite weichen, bezeichnet das Hindernde, Widerstrebende als dasjenige das dem Menschen vom geraden Wege ab und auf einen andern hinlenkt. Die Weisen bezeichnen es als יצר הרע, die mit dem Geiste vermählte sinnliche Natur des Menschen. Diese erreicht die ihr vom Schöpfer gegebene Bestimmung nur, in dem sie vom Geiste beherrscht wird. Nach dem tiefen Worte des Weisen klagt sie dem Menschen an, der sich von ihr verführen läßt. Denn nicht ihn zu beherrschen, sondern von ihm beherrscht zu werden, ist ihr „Verlangen“ (תשוקתו, vergl. 1 B.M. 3,16 und 4,7). So bildet dieser שטן, diese Verkörperung der Sinnlichkeit, den geraden Gegensatz zu dem, was in anderen Vorstellungskreisen unter dem Worte „Satan“ verstanden wird. Also: die Sinnlichkeit, die, unbeherrscht, der Erreichung der hohen Menschenbestimmung hinderlich, und deren Vorhandensein gleichwohl für diese Lösung unumgänglich notwendig ist. Denn hätte das Böse nicht auch Reiz, so wäre die Übung des Guten keine Tugend – Demgemäß hier: Josua „stand“ noch, denn die Sinnlichkeit, die noch im Volke, ja in seinem eigenen Kreise herrschte, stand der Entfaltung seiner Tätigkeit hindernd im Wege.

    …

     

    (Die Haftoroth übersetzt und erläutert, Frankfurt am Main 1896: S. 416- 422  Kommentar zu Secharjo Kap 2, V 14) 

     

    10-12-2020 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    CHANUCKOH. (חנוכה)

    §246

     

    Begebenheit: Des Macedonischen Alexanders zusammenerobertes Reich ward mit seinem raschen Tode Beute seiner Feldherrn,– und Länder und Völker seufzten unter der Geisel des Krieges, den die, um die Teilung entzweiten, Herren entzündeten. – Jissroél, dessen scheinbare Wiederherstellung durch Kauresch ja überall nie wahre Wiederherstellung war, das immer, wenn gleich in seinem Innern selbständig, nach außen hin nur begünstigte Provinz persischer Herrscher blieb, a – Jissroél ward endlich, vielfach von jenen Kämpfen verwundet, syrische Provinz der Seleuciden. –  

    Unter Antiochus Epiphanes, einem Fürsten Syriens, sollte nun Jissroél zum ersten Male die Waffen der Gewalt, nicht auf ihre Habe, nicht auf ihr Leben, nicht auf ihre Freiheit gerichtet sehen, sondern auf das, was ihnen mehr noch ist als ihre Habe und Gut, als Land und Leben und Freiheit, – gerichtet sehen auf Vernichtung ihrer Lebenslehre, auf Erlöschung ihres Wissensgeistes, auf Ertötung ihrer Lebensreinheit, auf Vertilgung ihres Jissroélswandels. –  Mizrajim knechtete Jissroéls Leib, Bowél, und später Rom, waren Landeseroberer, Persien war selbst mild gegen überkommen Provinz, alle waren Macht gegen Schwächere, und meinten wiederum nur Macht und Gut. Dem Antiochus war das, eines Rasenden, wie die Folgezeit ihn nannte, würdige Beginn vorbehalten, Despotengewalt gegen den Geist zu kehren, und Jissroél vertraut zu machen mit den Prüfungen, die ihrer so viele Jahrhunderte hindurch warteten, zwischen geistigem oder körperlichem Tod zu wählen.– Wie rasend ward gewütet; – Beachtung  der Jissroéls Leben tragenden Stützen: Thauroh, Schabboss, B’riß, mit dem Tode gebüßt; gebüßt mit dem Tode jede Erfüllung der Pflicht; durch Wollust der Satrapen Keuschheit der Häuser gezwungen ertötet; den Tempel entheiligt, Götzen in ihm errichtet;– – und dem alleinigen Gott zu entsagen und Göttern zu opfern sollte mit Schrecken des Todes erzwungen werden; – –  da fielen die ersten Leichen für der Thauroh Bestand.      

    Da – als gefallen waren die Treuen – als schon schwankten die Schwachen – und verlassen sich sah Jissroéls Sache – erhob sich Mattissjohu, Sohn Jauchonons, der Priester, mit seinen Söhnen, zählte nicht die Zahl der ihm Gleichgesinnten, vertraute auf den Geist und auf Gott, der dem Geist verleihet über rohe Gewalt, erhub sich zum Kampfe gegen solche Raserei, – und Gott ließ siegen, vollkommen siegen seiner Treuen Schwäche über der übermutigen Gewalt. –   

    Und wie so Gott über die Erhaltung des Jissroélgeistes gegen Wüten der Gewalt gewacht, und an dem Geisteslicht, das in eines Mannes Brust rein noch leuchtete, Jissroéls Licht neu sich entzünden ließ; also sprach Er es auch durch sichtliches Zeihen aus: daß Er auch in Zeitenwüste über Erhaltung des Jissroélgeistes wache. Denn, als nun verscheucht waren die Tyrannen, gesäubert das Land, gereinigt der Tempel von Götzengreuel war, und nun der Tempelleuchter, der Jissroéls Geisteslicht, als von Gott ausströmend darstellte, (siehe Abschn. VI.) wieder angezündet werden sollte, fand sich nur ein noch unentweihtes Krügchen Öl, für eines Tages Dauer hinreichend. Aber sieh! Der über Jissroéls Geisteslicht wacht, ließ es ausreichen für volle acht Tage bis neues bereitet wurde. – Das Zeichen ergriffen die Väter und erhuben es zur sinnvollen Feier der Gedächtnistage, die dieser Begebenheit gestiftet wurden. –

    Alljährlich, wenn wiederkehrt die Chanukozeit, werden in jedem Jissroélhause, ja, von jedem Jissroélsohn, Lichter angezündet, und jener Tage Begebenheit in Wort und in gottanschauenden Gesängen gefeiert; auf daß es Jissroél durchleuchte das Wort seine dunklen Gänge: „daß Jissroéls Geisteslicht nimmer erlösche. Und wenn auch rings um dich alles entweiht wäre im Drange der Zeiten, wenn auch nur in eines Hauses Kreise, ja nur in eines Mannes Brust rein bleibt das Licht – lebet nur heiter mitten in der Verirrung, sterbet selbst heiter unter eines Rasenden Wut – Jissroéls Geistesleben bleibt gerettet – Gott wacht darüber, und,– auch nur an eines Mannes Licht – entzündet er es neu“.

    „Nicht mit Heeresmacht, nicht mit Körperkraft, sondern

    „mit meinem Geiste, spricht Haschém Z’woauß!“

     

    Samson Raphael HIRSCH : Chauréw, Versuche über Jissroéls Pflichten in der Zerstreuung, zunächst  für Jissroéls denkende Jünglinge und Jungfrauen. Vierte Auflage Frankfurt  a.M. Verlag J. Kaufmann 1909

    10-12-2020 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    09-12-2020
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    Rabbiner Ludwig STERN

              (1812-1890)

     

    73. Die Chanukkofeier.

     

    (aus: עמודי הגולה Die Vorschriften der Thora welche Jissroél in der Zerstreuung zu beachten hat)


     

    1.       Nach dem Untergang des Perserreiches entstanden viele lange Kriege, in deren Folge das heilige Land in die Gewalt verschiedener Herrscher geriet, bis es endlich, unter die Oberherrschaft der Könige von Syrien gelangte.

     

    2.       Im Verlauf dieser Kriege waren unsere Väter vielfach mit den heidnischen Griechen in Berührung gekommen und hatten sich auch viele Heiden in Palästina niedergelassen. Da waren viele unter dem jüdischen Volke, denen die heidnischen Unsitten gefielen, und die bestrebt waren, heidnische Gebräuche in Jissroél heimisch zu machen.

     

     

    3.       Als sich aber die Frommen dem widersetzten, da wurden die Heidnischgesinnten zu Verrätern an Jissroél und der Thora. Sie beredeten nämlich den König Antiochus Epiphanes von Syrien; er möge Jissroél durch Gewalt zwingen, das Heidentum anzunehmen. Diesen Rat befolgte der grausame König sehr gerne. Zuerst schickte er seine Feldherren, dann kam er selbst mit großen Heeren nach Palästina, ließ viele Tausende niedermetzeln, drang in den Tempel, verunreinigte ihn und ließ ein Götzenbild darin aufstellen.

     

    4.       Damit nicht zufrieden, erließ er Befehle, durch welche die Ausübung der Gebote Gottes bei Todesstrafe untersagt und die Verehrung seines Götzen geboten wurde. Dann schickte er Henker im Lande her, die alle Bewohner zur Befolgung dieses Befehls zwingen sollten. Wer ein Gebot der Thora befolgte, wurde getötet; wer sich weigerte, Götzen zu verehren, ebenfalls. Viele gehorchten und fielen von Gott ab; andere flohen in die Wüsten und die Gebirge, wo sie sich kümmerlich von Wurzeln und Kräutern nährten. Das heilige Land, die Stadt Jerusalem und der Tempel waren verödet, nur Fremde hausten darin.   

     

     

    5.       Da erhob sich die fromme Priesterfamilie Hasmonai (חשמנאי); Matitja (מתתיהו) mit seinen fünf Söhnen. Sie fielen nicht ab, sie flohen nicht, sie leisteten Widerstand. Juda, mit den Beinamen Makkabi (מכבי), der dritte Sohn Matitja’s, ein löwenkühner Held, sammelte eine kleine Schar ihm gleichgesinnter Streiter und nahm den Kampf gegen den tausendfach überlegenen Feind auf. Gott war mit den um die Thora, um ihr Vaterland kämpfenden und diese erfochten glänzende Siegen.

     

    6.       Nach mehrjährigen schweren Kämpfen gelang es ihnen, den Feind soweit zurückzudrängen, daß sie Jerusalem und den Tempel wieder in ihre Gewalt bekamen. Mitten im Kriege, von Feinden noch ringsum bedroht, räumten sie die von Schutt und Dorngestrüpp bedeckte Tempelstätte, reinigten das geschändete Heiligtum, stellten den Altar wieder her, richteten den Opferdienst wieder ein und weiheten den Tempel acht Tage lang ein. Zum Anzünden des heiligen Leuchters fand man ein mit dem Siegel des Hohenpriesters versehenes Krüglein Öl, welches, obwohl nur für einen Tag bemessen, acht Tage ausreichte, bis neues, reines Öl hergestellt war. Die Einweihung begann am 25. Kislew. Zur Erinnerung hieran und an alle diese wunderbaren Ereignisse ordneten die Weisen jener Zeit an, daß wir alljährlich, mit dem 25. Kislew beginnend, das Einweihungsfest (חנוכה) feiern acht Tage lang. Für diese Feier gelten folgende Vorschriften.

     

     

    7.       Jeder, auch der ärmste, ist verpflichtet, während der acht Abende (erstmals vom 24. auf den 25.) außer dem Lichte für den Haushalt noch besondere Lichter anzuzünden. In Familien wo Männer anzünden, zünden den Frauen gewöhnlich nicht an, jedoch sollen Knaben dazu angehalten werden (32,3). Alleinstehende Frauen aber, oder Frauen deren Männer verhindert sind, sollen anzünden. Die nichtanzündenden Frauen sollen jedoch beim Anzünden der Männer zugegen sein; auch sollen die Frauen nichts arbeiten, so lange die Lichter brennen. – Am ersten Abend zündet man ein Licht an, dann jeden Abend eines mehr, so daß es am achten Abend acht sind. – Die Lichter jedes einzelnen anzündenden Hausgenossen sollen von denen der andern so getrennt stehen, daß sich erkennen läßt, wie viele Personen angezündet haben. – Mann beginnt auf der rechten Seite, zündet dann jeden Abend nach links neu hinzugefügte Licht zuerst an. – Die Lichter sollen geradlinig, innerhalb des Raumes von 3 – 10 Fausthöhen über den Fußboden aufgestellt werden, die Lampe ist in diese gesetzliche Stellung zu bringen, bevor die Lichter angezündet werden. Wenn tunlich, sollen die Lichter  so angebracht sein, daß sie von der Straße aus gesehen werden. Man darf Öl oder Wachskerzen als Brennstoff benützen; ersteres soll jedoch vom besten und reinsten genommen werden und letztere müssen einfach, dürfen nicht geflochten sein. – Man zündet die Lichter beim Beginn der Nacht an; der Brennstoff muß mindestens auf die Dauer einer halben Stunde berechnet sein. Wer aus irgendeinem Grunde so spät anzündet, wenn alle seine Hausgenossen schon schlafen, spricht keine ברכה. – Man darf die Chanukkalichter nicht zu irgend einer Verrichtung benützen.  Reisende, für welche zu Hause Lichter angezündet werden, sind nicht verpflichtet, auf der Reise solche anzuzünden; doch sollen sie, wenn möglich, beim Anzünden eines andren zugegen sein und אמן auf dessen ברכה sprechen. – Am Freitag  soll man soviel Brennstoff nehmen, daß die Lichter noch etwa eine halbe Stunde in die Nacht hinein dauern. Am Ausgang des Sabbats zündet man die Lichter vor הבדלה an. – Vor dem Anzünden spricht man am ersten Abend die drei im Gebetbuche aufgenommenen ברכות; an den übrigen Abenden bleibt שהחינו weg.

    Man liest jeden Tag aus der Thora einen Teil von IV. Mos. 7, betet das ganze Hallel und schaltet beim Tischgebet und ש"ע das Gebet על הנסים ein. (ח"א קנד)

     

     עמודי הגולה Die Vorschriften der Thora welche Jissroél in der Zerstreuung zu beobachten hat. Ein Lehrbuch der Religion für Schule und Familie von Ludwig Stern, Direktor der israelitischen Schule in Würzburg. Zweite vermehrte und verbesserte Auflage (S.155 - 157) Frankfurt a.M. Verlag von J. Kaufmann 1886

     

    Teil unseres Studienprogramms Herbst-Winter 5679

    09-12-2020 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    Rabbiner Dr. Salomon BREUER

                    (1850 – 1926)

     

    וישב

     

    Belehrung und Mahnung  zur Wochenabschnitt WAJÉSCHEW (Auszug)

     

    ….

    Meine Brüder und Schwester! Wir feiern in diesen Tagen das heitere Chanukofest[1]. Das Chanukolicht erzählt von den מפעלות אלקים, von den wundervollen Gottestaten, die in jenen Makkabäerzeiten sich vollzogen, von dem Sieg des Lichts über die Finsternis und der Wiederweihe des geschändeten Gottesheiligtums – es erzählt aber auch נורא עלילה על בני אדם von den leidvollen, schweren Phasen, unter denen der Gottessieg heranreifte: denn in jenem furchtbaren Kampf, den griechischen Verfolgung gegen den Bestand der Thora entfesselt hatte, schwand die Kraft und die Standhaftigkeit aus vielen Herzen, die den Verlockungen griechischer Unsitte erlagen oder nicht den Mut aufbrachten, den Tod ins Auge zu schauen – bis jener kleine Kreis sich erhob, denen Mathisjahus Heldengeist die Kraft einhauchte, inmitten aller Trostlosigkeit und Leidensnot, in festem Vertrauen auf die Siegeskraft, die Gottes Menora verleiht, Gott die שירה ihres Lebens anzustimmen. – Und der שירה ihres Lebens danken wir die Chanuko unseres Heiligtums!

    Meine Brüder und Schwestern! Auch wir leben in einer Zeit[2]) in der נורא עלילה על בני אדם die Stadien der in der Entwicklung begriffenen Gotteshandlungen in furchtbarer Schwere auf der Menschheit lasten. המו גוים תמוג ארץ  מטו ממלכות -„Völker toben, Reiche wanken – die Erde ist in Auflösung“ (Ps. 46,7). Doch wir wollen nicht verzagen, nicht den Mut sinken lassen לכו וראו מפעלות אלקים. Hinweg von der Gegenwart wollen wir der Zukunft entgegenharren, in der מפעלות אלקים als הנה טוב מאד sich erweisen werden.

    Fragen aber wollen wir uns: Was haben wir Juden in dieser sturmbewegten Zeit zu tun, was zu unterlassen?

    Vor allem wollen wir auf die Prophetenmahnung (Jes.26,20) hören: - עד יעבור זעם  לך עמי בא בחדריך. In stiller, bescheidener Zurückgezogenheit wollen wir den Sturm vorbeibrausen lassen und nicht durch eine wie immer geartete Beteiligung unseren Feinden früher oder später den Vorwand zu gesteigerter Gehässigkeit liefern. In treuer Wahrung patriotischen Pflichten wollen wir in ruhiger Gefasstheit die Zeit abwarten, עד יעבור זעם da der Zornessturm sich gelegt haben wird.

    Doch eins wollen wir in unserer sturmbewegten Zeit lernen: lernen – umzulernen! Wenn ein großer Teil der Völker sich anschickt umzulernen, entschlossen ist, der Macht der Ideen sich rückhaltlos zu unterordnen, von einem Ausgleich und schwächlichen Kompromissen nichts mehr wissen will – so wollen wir in unserem Leben das gleiche tun. Die Macht unserer Ideen aber ist einzig und allein der אמת, unter dem wir die Forderungen unserer gottgeoffenbarten תורה verstehen: ה' עוז לעמו יתן eine Macht hat Gott seinem Volke verliehen אין עוד אלא תורה – das ist die Macht der Thora, ה' יברך את עמו בשלום sie allein bringt den Frieden und die von Menschen ersehnte Freiheit חרות על הלוחות ( א"ת חרות אלא חרות ) denn wahrhafte Freiheit blüht nur auf den Tafeln des Gottesgesetzes! Dieser Macht der Thora-Idee wollen wir uns rückhaltlos unterwerfen, jedes Kompromiss, jede künstliche Vereinigung und widernatürliche vermittelnde Brücke zwischen Ja und Nein, zwischen אמת und שקר ablehnen. Lernen wir um, verlassen wir solche Brücken, sie stürzen früher oder später kläglich zusammen. –

    Und nun noch eines. Das Ziel der mizrischen Erlösung war die Besitznahme des gelobten heiligen Landes, das Gott unseren Vätern und deren Nachkommen für alle Zeiten zugeschworen, solange sie der Macht der Thora-Idee sich rückhaltlos unterordnen. Was in unseren Tagen aus dem Heiligen Lande werden soll, wissen wir nicht, können wir nicht wissen. So viel steht fest: Solange nicht der persönliche Messias uns im Namen Gottes das Heilige Land zuerteilt, solange haben wir den Schwur, den unseren Väter beim Verlassen des heiligen Landes geleistet, gewissenhaft zu halten.

    In hingebungsvoller Treue wollen wir unsere bürgerlichen Pflichten nachkommen in dem Landen das uns mit Weib und Kind Aufenthalt gewährt und uns die Möglichkeit der Erfüllung unserer Thora-Pflichten zusichert. Sollte aber der eine oder der andere aus reinen, lauteren Absichten den Aufenthalt im Auslande sich erwählen, so müsste dieses Ausland nunmehr das Heilige Land sein. Mehr als je dürfte es in unserer Zeit auf Grund der bestehenden Verhältnisse heilige Pflicht sein, das Heilige Land mit recht vielen aufrichtigen treuen Jehudim zu besiedeln, damit es nicht ח"ו zum Tummelplatz Gott und Thora höhnender, zügelloser Willkür werden von der jenes Prophetenwort gilt ותבאו ותטמאו את ארצי ונחלתי שמתם לתועבה. –

    לכו וראו מפעלות אלקים ruft uns das Chanukofest, ruft uns unsere Gegenwart zu: Gleich den Vätern stehen wir am Meere. – Auf Gottes Beistand vertrauen wir, wie den Vätern so wird auch uns Gott den Weg durchs Meer bahnen, שם נשמחה בו und uns mit der Thora im Arme die Freude am Leben gewähren. –

    In diesem Geiste möget ihr, meine Söhne, als בהי מצוה heranwachsen. Beim Scheine der Chanukolichter gelobet, ב"מ zu sein, ב"מ zu bleiben. In allen Versuchungen und Prüfungen haltet unerschütterlich treu und fest zu Gott uns seinem Gesetz, und bekennet in allem, was Gott euch gewährt und versagt הנה טוב מאד.

    An der Macht der Thora-Idee möget ihr, wollen wir alle immer erstarken, damit uns Gott endlich die Segnungen eines dauernden Friedens gewähre ה' עוז לעמו יתן ה' יברך את עמו בשלום.

     

    Quelle: Rabbiner Dr. Salomon BREUER  Belehrung und Mahnung erster Teil Genesis  J.Kaufmann Verlag Frankfurt am Main 1936 S. 76 - 85



    [1] In jenem Jahr – die Schriftleitung

    [2] Diese Predigt wurde am שבת חנוכה תוע"ט לפ"ק gehalten.

    09-12-2020 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    08-12-2020
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    Schriften zur Aufklärung über den Zionismus 

    N° 2 „Der Zionismus, seine Theorien, Aussichten und Wirkungen“

    Herausgegeben vom Antizionistischen Komitee Berlin 1913

     

     

    II. DAS WESEN DES ZIONISMUS

     

    …Ist es nicht geradezu ein verbrecherischer Wahnsinn, sich über den Universalismus und den Weltengott, über die Mission des Judentums mit dem billigen Spott der Beschränkung lustig zu machen, diese erhabene Lehre zu verwerfen, weil unsere Zeit ihnen nicht günstig ist, weil wir sichtbare Erfolge unserer Weltanschauung zahlenmäßig nicht feststellen können? Ist der Erfolg überhaupt ein Maßstab für die Richtigkeit einer Idee? Bleiben unsere Propheten nicht doch, was sie sind, behalten ihre Lehren nicht ihren Wert, wenn auch ihre Zeit sie mit Schmutz und Hohn bewarf, wie es heute der Zionismus mit jedem andersdenkenden tut? War darum die gewaltige Kraft  ihrer Begeisterung geringer an Wert, waren darum ihre Grundsätze schlecht, weil sie kein Gehör fanden, und viele von ihnen, vom Volke verachtet und verfolgt, verdarben und starben? Nein, der äußere Erfolg ist noch niemals der Maßstab für den inneren Wert einer Sache gewesen, und damit kommen wir zum wichtigsten religiösen Gute, das der Zionismus zerstört. Der Glaube an den gerechten und liebenden Weltengott und das Streben, diesen Glauben zu verbreiten, gipfeln in den Gedanken an das messianische Reich, an jene Zeit, da auf Erden wirkliche Harmonie, wirklichen Frieden, echte Kultur herrschen werden,  und alle Welt da die enge Schranken der Konfessionen und Nationen,  die an allen Krieg und Streit die Schuld tragen, gefallen sein werden den einen einzigen Gott anbetet. Dieser Glaube war es allein, der dem Judentum zu allen Zeiten, Kraft und Ausdauer gab;  ihn zerstören und leugnen heißt das Judentum selber zerstören. In ihm stimmen auch alle Richtungen des Judentums sachlich überein, wenn sie auch in Einzelheiten eine verschiedene Auffassung haben. Und was macht der Zionismus aus diesen Grundglaubensatze der Religion? Sein Messianismus ist ein rein nationaler, er träumt von einem jüdischen Reiche,  das nicht etwa,  – wie die Verheißungen der Propheten und die innigen Wünsche unserer Gebeten es zum Ausdruck bringen – dann sich erheben wird, wenn alle Völker sich dem einzigen Weltengotte zugewandt haben werden, sondern sein Ideal ist ein Staat, der sich mitten unter der Unruhe und dem Hasse der Welt aufbaut,  dessen Zukunftsehen die eigene Wohlfahrt, die eigene Sicherheit ist, der aber im übrigen sein Schicksal getrennt  hat von dem der Welt. Dieses kleinliche und beschränkte Messiasideal ist dem Judentum wesensfremd, dessen wahren Zukunftshoffnungen Vereinigung und Liebe, nicht Haß  und Absonderung verkünden. Nur das Wort hat der Zionismus behalten, aber der Inhalt ist verfälscht, und die messianische Vorstellung des Nationalismus ist verderbliche, verwirrende Phrase!

     Zionismus und jüdische Religion, ein beschränkter Nationalismus und der Glaube an einen Weltengott sind unvereinbare Gegensätze.  Wer das Judentum kennt und liebt, wer seine wertvollen Güter behalten will, muß den Nationalismus ablehnen. In diesem Punkte sind Orthodoxe und Liberalen sich einig, einig in dem Wunsche, die religiöse Kraft des Judentums zu stärken, einig in dem Bewußtsein daß  der Zionismus theoretisch mit der jüdischen Religion unvereinbar ist!
    … …

     

    (wird fortgesetzt)

     

     

     

    Mit Dank an Frau Manja BURGERS, Antiquarische Buchhandlung „Spinoza“ in Amsterdam

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    08-12-2020 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    07-12-2020
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    Rabbiner Dr. Raphael BREUER

                (1881-1932)

     

     

    Chanukko-Gedanken

     

    Quelle: Nachalass Zwi 5693:1933 III. Jahrgang S. 65-72




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    06-12-2020
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    וישב

     

    הנה מהˉטוב ומהˉנעים שבת אחים גםˉיחד

     

     

    „Lied der Emporgänge. Seht, wie gut, wie lieblich, wenn Brüder auch zusammen wohnen!“

     

    (Psalm 133,1 – Übersetzung Samson Raphael Hirsch)

     



    1.

    Heil, wenn in seligem Frieden

    Brüder die Liebe vereint,

    Was dann auch jedem beschieden,

    Sonne des Glücks ihn bescheint.

    2.

    Zwietracht verdoppelt Leiden,

    Lähmet des Edelmuts Kraft, –

    Fülle der heiligsten Freuden,

    Quillt, wo die Einigkeit schafft.


    Aus: Erbauungsbuch „Bibel- und Talmudschatz“ J.H. Kohn S.109  13.Auflage Hamburg 5691 – 1931

    Die beste Anschrift für antiquarische JudaiCa:

    Antiquarische Buchhandlung „Spinoza“ in Amsterdam

    Inhaberin: Frau Manja BURGERS

    http://www.spinozabooks.com

     

     

    06-12-2020 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    04-12-2020
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    Rabbiner Samson Raphael HIRSCH

                                  (1808-1888)

     

    וישלח פרשת

     

    Aus seinem Kommentar zur Wochenabschnitt Wajischlach

     

        

    Kap.32 V.8 Da fürchtete sich Jaakob sehr und es war ihm Angst. Er teilte die Leute, die er bei sich hatte, und so auch die Schafe, de Rinder und die Kamele zu zwei lagern,

     

    Kap. 32, V.8 …Wie Jakob und Esau hier einander gegenübertraten, so stehen sie bis auf den heutigen Tag Jakob und Esau gegenüber. Jakob: der dienende, arbeitende, sorgenerfüllte, mit Familiengliedern gesegnete Familienvater. Esau: der „fertige, gemachte“ Mensch. Was Jakob trotz des erhaltenen Segens und der erhaltenen Erstgeburt erst durch zwanzig mühevolle Jahre hatte erringen und erkämpfen müssen und nun als das größte Los, als die größte Errungenschaft mit heimbrachte: selbständiger Familienvater sein zu können, das ist andern die von der Wiege an mitgegebene natürlichste Voraussetzung, das hatte Esau „der fertige, gemachte“ Mensch, schon, als Jakob erst auszog, in vollen Maße besessen; und während Jakob mit seiner Arbeit das Glück errang, Familienvater zu sein, war Esau inzwischen eine politische Größe, war Volks – Heerführer, ein אלוף mit seinen Reisigen geworden. So der äußere  Gegensatz des „Fersenhalters“ und des „Gemachten“.

    Zwei Prinzipien sinds,  die sich in Jakob und Esau begegnen und deren Kampf und Sieg die Weltgeschichte bedeutet. Das menschlich beglückende und beglückte Familienleben in Jakob, der Glanz politischer Macht und Größe in Esau. Jahrtausende herab gilts dem Kampfe: ob es genüge, Mensch zu sein, und alle soziale und politische Macht und Gestaltung nur Wert habe als Mittel, dieses Höheziel aller Menschenbestrebungen zu erreichen, oder ob alles Menschliche im Menschen, Haus und Familienleben, nur da sein, um den Trophäen der Politik u.u. zum Unterwurf zu dienen;

    Und wie ganz anders ist Jakob dem Esau gegenüber, als eben dem Laban. Wir erkennen, welche Kraft das Bewusstsein der Unschuld gibt und welch ein drückendes Gefühl selbst auch nur aus dem Anschein einer Verschuldung erwächst. Zwanzig Jahre Kampf gegen unschuldig zu erleidenden Unrecht schlagen nicht so nieder, als  eine Minute einem Menschen gegenüber, von dem wir wissen, daß er sich durch uns gekränkt fühlen muss und die Motive, die uns, wenn auch nicht rechtfertigen; doch entschuldigen können, gar nicht einzusehen vermag!

    Jakob fürchtete, obgleich ihn die Schutz zusagende Gottesverheißung geleitete: מכאן, bemerkt das lehrende Wort der Weisen, שאין הבטחה לצדיקים בע"הז, es gibt keine unbedingte Zusicherung dem Frommen in diesem Leben. Eine jede ist durch fortdauernde Untadelhaftigkeit bedingt, ein jede kann in jedem Augenblick durch ein Fehltritt verscherzt werden; שמא יגרום החטא, das ist die Besorgnis, die aus der Brust der erwähltesten Frommen nie weicht.– …

    In solcher Lage fühlte sich Jakob damals Esau gegenüber, und das ist die Lage, in der wir uns Jahrhunderte herab den Esauvölkern gegenüber befanden. Es ist das jener Zustand, den die Galuthverkündung חמת קרי (3 B.M. 26,28), „Wüthen des Zufalls“, nennt, dass unser Heil, unser Leben, unser Fortkommen nirgends das Beabsichtigte, Maßgebende war, sondern sich den Zwecken aller Übrigen als das Unberechtigte hingeben und sich mit dem begnügen musste, was als Abhub von der Glückstafel des andern uns zufällig zufiel. ויצר לו sagte demnach: Jakob fühlte, dass er der Willkür des an der Spitze einer bewaffneten Macht gegen den heranziehenden Esau völlig preisgegeben sei, und um doch etwas zu retten – teilte er. So war auch unsere Zerstreuung im Galuth das Mittel unserer Erhaltung und Rettung. Nie und nirgends konnte uns Esaus Schwert auf einmal erreichen. Während wir am Rhein bluteten, waren unsere Brüder im Slawenreiche glücklich, und umgekehrt. צדקה עשה ה"בה לישראל שפזרן לבין האומות (Pesachim 87b).  Dasselbe tat Jakob im Drange der Not.                           

    V.25 Übrig blieb Jaakob allein, da rang jemand mit ihm, bis der Morgen heraufzog.

     

    V.25 …Es hatte Jakob die Winzigkeit des Beistandes, dem er von den Seinigen zu erwarten hatte, gegen diese diesem gegenüber riesige Macht Esaus gemessen, und das Resultat dieser Erwägung hatte ihm einen Angstruf zu Gott entlockt, auf welchem ihm noch erst die Antwort werden sollte. Diesen Angstruf „הצילני נא“ bezeichnen die Andeutungen der Propheten, als das dritte Merkzeichen der Geula, als der Geula, die sich in der vollendeten, preisgebenden Machtlosigkeit des Galuth bewährt. Das Erlebnis, das ihm die so bedeutungsvolle Antwort bringen sollte, traf ihm entsprechend in einem solchen Momente, wo er auch noch des winzigen Beistandes, dessen er gewärtig sein konnte, beraubt, völlig allein sich befand, und nur auf das seiner Persönlichkeit Inwohnende angewiesen war. …

     

     

    V.27 Da sprach er: Entlasse mich, denn der Morgen ist heraufgezogen. Er aber sprach: Ich entlasse dich nicht, du habest mich denn gesegnet.

     

    V.27 …Das Ziel der Geschichte            liegt nicht darin daß Jakob gezwungen werde in die Masse der Völker aufzugehen, sondern umgekehrt, daß die Völker zur Einsicht gelangen, gerade in dem, inmitten aller Kämpfe von Jakob vertretenen und emporgehaltenen Prinzipe liege auch das Heil der Völker, dem sie sich huldigend anzuschließen, und das vielmehr sie selbst mit allen ihren geistigen und materiellen Mitteln zu fördern, ja als das einzige Ziel anzustreben haben. –

     

    V.29 Da sprach er: Nicht Jaakob soll mehr dein Name gesprochen werden, sondern Jissroél; denn du bist bei Gott und bei Menschen der Überragende geworden, da du vermocht hast.

     

    V. 29  לא יקרא nicht   , לא יאמר: dein Name soll nicht mehr „der die Ferse zu halten Bestimmte“ „gedeutet“ werden; nicht, er soll nicht mehr Jakob heißen (erteilt wird ihm der Name Israel erst später durch Gott, Kap. 35,10) sondern der Name Jakob selbst soll als Jissroél begriffen werden. ישראל vonשרה , der einen Seite des Herrscherbegriffes, überragen, größer sein, heißt ja wörtlich: Gott ist der Überragende, der alles andere an Macht und Größe Überwältigende, und das soll in Wahrheit die Bedeutung des Zustandes sein, der durch יעקב ausgedrückt ist. Nur wenn ein ,יעקב eine seiner äußeren Erscheinung nach nur unter die Ferse alles übrigen Gewiesenes, die feindseligste Angriffe und Kämpfe des materiell gerüsteten Gegners siegreich besteht, weist dieser Erfolg auf das Vorhandensein einer alle materielle Größe und Macht überwiegenden geistigen Kraft, auf das Vorhandensein einer Gottesmacht hin, die sich eben in der siegreichen Ausdauer dieses äußerlich Schwachen offenbart, und ist somit gerade יעקב als ישראל zu begreifen. –

    ותוכל, da du vermocht hast. Du hast das vollständig erreicht, was du gewollt, nicht ich. Ich wollte dich niederwerfen, das habe ich nicht vermocht; Du wolltest nur nicht niedergeworfen werden, das ist dir gelungen. Das ist auch für alle Zeit die Stellung Jakobs und Esaus geblieben. Politisch und religiös spricht Esau: außer mir kein Heil, und erkennt seine Existenz für beeinträchtigt, so lange noch außer ihm ein Jakob, so lange es  außer ihm noch eine Potenz gibt, die es beansprucht, auch zur Gestaltung der Welt in voller Berechtigung zu gehören; Jakob lässt alles Reinmenschliche in unangetasteter Berechtigung, ja verkündet allem Reinmenschlichen gerade die höchste Bedeutung und Blüte, wenn es den von ihm zu bringenden Geist in sich aufnimmt und zur Verwirklichung hinauslebt. „Segnende Anerkennung“ ist das einziges um welches Jakob mit Esau ringt. …

     

    V.30 Jaakob fragte darauf und sprach: Sage mir doch deinen Namen. Er aber sprach: Wozu dies, daß du nach meinem Namen fragst? Und er segnete ihn dort.

     

    V. 30 … Er segnete ihn dort, ist doch jedenfalls eine räumliche Beschränkung. Es scheint daher: Eben dort ward Jakob die segnende Anerkennung, wo er, an der Grenze, mit der Wiederkehr in das jüdische Land der eigensten Entwicklung des jüdischen Geistes und der abrahamitischen Bestimmung zuwandert. So winkt nicht durch kosmopolitisches Aufgehen in die Völkerströmung seinen Sprösslingen die Anerkennung und der Segen, sondern שם, gerade bei der vollendesten Einkehr in die scheinbar isolierende Bestimmung, die der jüdische Boden für alle Zeiten trägt.    

     

    V.33 Darum sollen Jissroéls Söhne nicht die Sehne der Schwäche essen, welche am Hüftballen ist, bis auf diesen Tag; denn er hat an Jakobs Hüftballen an die Sehne der Schwäche gegriffen.

     

    V. 33 גיד הנשה wäre somit: die Sehne der Unterordnung, der Widerstandslosigkeit, Machtlosigkeit, somit nicht die anatomische, sonder die historische Beziehung der Spannader. Durch Losreißung derselben hat Jakobs Gegner dem durch sie an das Bein gehefteten Hüftsmuskel die Kraft genommen, das Bein zu regieren, diesen Verlust hat Jakob durch seinen Gegner erlitten, in dieser Beziehung hat er ihm nicht Widerstand leisten können. Die Sehne ist da, der Muskel ist da, aber der Gebrauch ist gehindert. Jedoch nicht auf ewig. נשה ist ein nur zeitweiliges Aufgeben, kein ewiger Verlust. Jakob ist ein נשה, hat einst eine große Rechnung mit שרו של עשו abzumachen. Wenn aber die Erinnerung an dieses Ereignis für alle Zeiten durch das Genussverbot der Spannader unter Jakobs festgehalten werden soll, so kann sicherlich nicht die Absicht sein, daß alle seine Nachkommen von der Tatsache Kunde erhalten, es habe ihr Stammvater in Folge eines Ringkampfes gehinkt, ebenso wenig wie das Chomezverbot uns nur darüber für alle Zeiten au fait halten sollen, welches Brot unsere Väter bei ihrem Auszuge aus Egypten gegessen. Beide Tatsachen sind an sich von so geringfügiger Bedeutung, daß deren Verewigung durch ein göttliches Gesetz nur dann erforderlich wird, wenn sich, wie es in der Tat ist, darin Wahrheiten von tiefeingreifenden Folgen für unsere Gesamtbestimmung knüpfen, die eben durch ein solches Genussverbot ihren Ausdruck und ihre ewige Neubelebung gewinnen sollen.

    In einer solchen Bedeutsamkeit haben auch die Weisen dieses Verbot aufgefasst, indem sie die Stelle: Jesajas 9,7 f.: „Ein Wort hat Gott einst an Jakob gesendet und es hat in Jissroél seine Stelle gefunden, das soll das Volk ganz kennen lernen, Ephraim und Samariens Bewohner, die so stolz und hochmütig sind zu sprechen: (eigentlich: in ihrem Stolz und Hochmut sprechen): Ziegel sind gefallen, Quadern bauen wir auf, Sykomoren sind gefällt, mit Zedern ersetzen wir. Und während Gott Rezins Feinde  u.s.w. kehrt das Volk doch nicht zurück zu dem, der es in Wahrheit schlägt, und Gott Zebaoth haben sie in allem dem nicht gesucht“, – also erklären: דבר שלך ד' ביעקב זה גיד הנשה ונפל בישראל שפשט איסורו בכל ישראל (Chulin 91A). Das Wort, das Gott an Jakob gesendet, auf welches der Prophet hier hinweist, ist das Spannaderverbot (es war dies ein tatsächlich an Jakob gesendetes Wort), es hat in Jissroél seine Stätte gefunden, d.h. das Verbot in Jissroél Platz gegriffen.

    Nach allem diesen dürfte die Bedeutung dieses Verbotes nicht zweifelhaft bleiben. Nicht zu besiegen und nicht niederzuwerfen vermag Esaus Genius Jakob während des ganzen nächtlichen Kampfes, wohl aber ihm die Sehnen zu durchschneiden, ihm an den Gebrauch seiner natürlich ihm zustehenden materiellen Kräfte zu hindern. Hinkend nur, nicht auf beiden Füssen stehend, ohne festen Stand und Gang auf Erden, schreitet Jakob durch die Geschichte. Und diese irdische Haltlosigkeit ist notwendig, um Esau endlich die Augen zu öffnen. Stünde Jakob gleich Esau an der Spitze seiner vierhundert Reisigen, seine Unbesiegbarkeit wäre nie der Gottesfinger in der Geschichte geworden. Darum sollen auch die Söhne Jakobs, (der ja eben dadurch diese materielle Schwäche und in ihr ‚Israel’, der Fingerzeig für die alle obsiegende Gottesmacht sein soll), „diese Sehne der Unterordnung und materiellen Schwäche nicht essen“, es soll ihnen, so oft sie sich an den Tisch setzen, aus dem Wanderbuch ihres Lebens die Mahnung entgegentreten, daß sie auf diese Sehne, auf die Unterordnung unter Esau verfallende Kraft, heiter Verzicht leisten, sich mit ihrem Dasein und dessen Erhaltung nicht auf sie hingewiesen, um etwa deshalb weniger geschützt und zum Gange durch die Zeiten weniger gesichert fühlen sollen, weil sie nicht wie Esau mit dem Schwerte gerüstet, ja nicht einmal festen Schrittes auf Erden auftreten. Für Jakob-Israel liegt im anderem, höherem, nicht von Esau zu schwächendem die Kraft. Wenn Jakob fällt, fällt es nicht, weil es an materieller Macht Esau nicht gleichkommt, sondern weil es nicht verstanden, sich den Schutz seines Gottes zu erhalten. Wenn Jissroél steht, steht es nicht, weil Gott eine feste materielle Stütze, sondern weil sein Gott es auf Adlerflügeln seiner Allmacht trägt. Das ist das Wort, dessen voller, ganzer Inhalt dem Volke zum Bewusstsein kommen soll, das, wenn, es sich geschlagen sieht, die Ursache seiner Kalamität nicht in Gott, sondern darin sucht, daß es sich bisher nicht hinreichend mit materieller Schutzwehr vorgesehen, und statt durch Rückkehr zu Gott seine Zukunft sichern, in nichtigem Selbstgefühl spricht: was von Ziegeln zusammengefallen, bauen wir mit Quadern auf, Weiden konnte man umhauen, Zedern wird man nicht! Vier göttliche Institutionen zählt das Buch בראשית: שבת und מלה, קשת und גיד הנשה was die ersten beiden für die Gesamtmenschheit bedeuten, das sind die beiden letzten für den engeren Kreis. שבת sichert die geistig sittliche Bestimmung der Menschheit, מילה Israels. קשת ist das Wahrzeichen für die Geschichte der Menschheit, גיד הנשה für die jüdische Geschichte. Die vom Menschen werdende Geschick, diese beiden Seiten bilden aber die Summe alles Einzeln- und Gesamtdaseins auf Erden.–                   

     

    Kap. 33. V. 1 Jaakob erhob seine Augen und sah, sie Esaw kommt – und mit ihm – vierhundert Mann. Da teilte er die Kinder auf Lea, auf Rachel und auf die beiden Mägde.

     

    Kap. 33 V 1: Er sah Esau nicht durch die Geschenke entwaffnet, er hatte seine Kriegsleute nicht entlassen, da teilte er u.s.w. Wie die Weisen diese ganze Geschichte als Programm für unser Verhalten Esau und den anderen Mächten gegenüber betrachten, so lernen wir auch hier, wenn uns auch die Zuversicht zu Gott und seinen Verheißungen erfüllt, doch immer das Unsrige zu tun אין סומכין על הנס.         

     

    V.4 Da lief ihm Esaw entgegen und umarmte ihn, warf sich an seinen Hals und küsste ihn; und sie weinten.

     

    V. 4 …Dieser Kuß und diese Tränen lassen uns auch in Esau den Nachkommen Abrahams erkennen. In Esau kann nicht bloß der wilde Jäger gelegen haben, wie wäre er sonst fähig geworden, ein Beherrscher der ganzen Entwicklung der Menschheit zu werden. Das bloße Schwert, die bloße rohe Gewalt befähigt nicht dazu. Aber auch Esau legt nach und nach, und immer mehr der Humanität Raum, und zwar ist es gerade Jakob, an dem Esau zumeist Gelegenheit hat zu zeigen, daß und wie das Prinzip der Humanität bei ihm zum Durchbruch zu kommen anfängt. Wenn der Starke das Recht des Starken achtet, so mag es Klugheit sein. Erst wenn der Starke, wie hier Esau, dem Schwachen um den Hals fällt und das Schwert der Gewalt weithin von sich werft, erst dann zeigt sich, das Recht und Menschlichkeit in ihm zum Siege kommen.

     

    V.20 : Dort errichtete er ein Altar zum Denkmal und verkündete sich: Gott ist Gott Jissroéls.

     

    V. 20… Die Väter קראו בשם ד' riefen nach außen im Namen Gottes, riefen die Menschen im Namen Gottes; riefen sie zu dem Bewusstsein, das Gott nicht nur der ist, der die Welt vor Jahrtausenden erschaffen, sondern der ist, der noch Himmel und Erde trägt und von dem noch unmittelbar jeder gegenwärtige und kommende Moment stammt. Was aber Jakob mit diesem als מצבה errichteten מזבח verrichten wollte, das hatte er nicht nach außen, das hatte er zunächst erst sich und den Seinen zu verkünden: das אל, daß die Allmacht, von der alles stammt im Himmel und auf Erden, daß sie אלקי ישראל sein und werden wolle, Jissroéls Gesetzgeber, Richter und Gott, sichtbar nicht nur in Jissroéls Geschick, sondern vor allem sichtbar in Jissroéls Tat. Ist ja dieser Gedanke bis auf den heutigen Tag noch zunächst Erbteil der Jakobsfamilie geblieben und hat noch erst seine Arbeit auch an uns zur vollen Verwirklichung zu bringen. „Glaube und Hoffnung“, „Tröstung und Stärkung“, diese מצבה-Gedanken sind außer dem jüdischen Kreise das, was vor allem von der Religion, von der Beziehung der Menschen zu Gott erwartet wird, und feiert diese daher vorzüglich ihre Siege als Retterin des Menschen im Schiffbruch des Geschickes. Aber die volle Unterwerfung des ganzen vollkräftigen Lebens unter den göttlichen Willen die Pflegung des Gesetzes als des alleinigen „Baume des Lebens“ für den einzelnen wie die Gesamtheit, die volle und ganze Beherrschung des Lebens in allen Beziehungen und Fugen durch die geoffenbarte Norm des göttlichen Willens, kurz, das Gesetz und der ihm entsprechende freie, freudige Gehorsam, die Gestaltung des ganzen Menschenlebens zu einem Denkmal der Gottesoffenbarung, das ist annoch der von Jakobs Haus allein gepflegte Schatz, und erst am Ende der Tage werden die Völker sprechen: יורנו מדרכיו ונלכה בארחתיו –

     

    Kap.35 V.11:  Gott sprach zu ihm: Ich bin Gott, der Allgenügende, werde fruchtbar und vervielfältige dich; ein Volk, und zwar eine Versammlung von Völkern, soll von dir werden; Könige sollen deinen Lenden, stammen,

     

    Kap. 35, V. 11 גוי וקהל גוים: das Volk, das von Volk, das von ihm stammen wird, soll nach außen eine Einheit und nach innen eine einheitlich gesammelte Vielheit werden. Jeder Stamm soll eine gesonderte Volksindividualität repräsentieren. Das Jakobsvolk, das als „Jissroél“ die alles irdisch Menschliche siegreich durchdringende und gestaltende Gotteskraft den Völkern offenbaren soll, soll darum nicht eine einseitige Erscheinung bieten, sondern als Mustervolk in nuce die verschiedensten Völkererscheinungen darstellen. Es soll in seinen Stämmen das Kriegervolk wie das Handelsvolk, das Volk des Ackerbaus, wie das der Wissenschaften u.s.w. zur Darstellung bringen, auf daß die Wahrheit durch die Welt hin leuchte, daß die Hingebung und Heiligung des Menschenlebens im Gottesbunde seines Gesetzes durch keine besondere Berufsstellung und Völkereigentümlichkeit bedingt, sondern die ganze Menschheit in aller ihrer Mannigfaltigkeit bedingt, sondern die ganze Menschheit in aller ihrer Mannigfaltigkeit berufen sei, en von Jissroél gelehrten einen einheitlichen Gottesgeist in sich aufzunehmen und die ganze Mannigfaltigkeit der Menschen- und Völkerindividualitäten zu einem einheitlichen Gottesreiche zu gestalten. Da dürfte denn auch das ולזרעך אחריך אתן את הארץ mit dem Siporno heißen:  und deinem dir nachfolgendem Samen werde ich einst die Erde geben – wie וצדיקים יירשו ארץ – es wird ihnen und dem von ihnen in treuer Nachfolge bewahrten geistigen und sittlichen Vermächtnis dereinst die ganze Erde  zufallen (Jes. 2,3)

    04-12-2020 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    03-12-2020
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    Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH

                  (1833 – 1900)

     

    הפטרת פרשת וישלח

     

    Aus dem Kommentar zur Haftoro des Wochenabschnittes Wajischlach

     

     

    Hosea Kap. 12, V.13 bis 14,10

     

    Das Prophetenwort weist das gottvergessene, die eigene Kraft vergötternde Volk, auf die Bescheidenheit seines Ursprungs hin und zeigt, wie parallel mit der Geschichte Vater Jakobs auch in der des Volkes die Gotteswaltung allein der schützende, errettende und erhaltende Faktor ist,  wie des Volkes Geschick von Gott stets gestaltet wurde und werde je nach seiner Treue oder Untreue gegen das Gottesgesetz (K.13, 1-4). Es beklagt sodann die Verblendung, mit der es Gott, seinen Erlöser und Erhalter, als seinen ärgsten Feind betrachtet (K. 13,9), dagegen seinen Abfall als teure Errungenschaft sorgsam hegt (V.12), wodurch eine Abwendung der schweren Verhängnisse unmöglich werde (V.14). Denn unter diesen Umstände kann nur durch sie Jissroél zur Erkenntnis geführt werden, bei wem allein „Vatererbarmen finde das Verwaiste“ – (K. 14,4) so daß es,  befreit von Vergötterung der Menschenhülfe und der eigenen Macht, sich dem „ Tau der göttlichen Wahrheit“ öffnet und damit „Blüte und Schönheit wie die Rose“ und „Festigkeit und Bedeutung wie der Libanon“ gewinnt (V.6). Damit erfüllt es seine Sendung im Kreise der Menschheit (V. 7 und 8), und die Schule seiner Leidenserziehung ist vollendet (V.9).

     

    Kap.12 V.13 Jakob floh nach Arams Gefilden, und Jissroél diente um ein Weib und um ein Weib hütete er.

    14. Und durch einen Propheten hat Gott Jissroél aus Mizrajim geführt und durch einen Propheten wurde es beschützt.

     

    Kap.12 V.13 und 14. Als Flüchtling kam Jakob nach Aram und er, der „Jissroél“ d.i. durch Leben und Geschick „Verkünder der Gottesherrschaft“ werden sollte, musste, um ein Haus zu gründen, Knechtsdienste tun und um es zu erhalten, im Knechtesdienste verharren, „um sein Weib dienen und für sein Weib dienen“, und nur das unmittelbare Einschreiten Gottes schützt ihn auf seine Rückkehr aus Aram (1 B.M. 31,29). Flucht seine Auszug aus der Heimat, Flucht seine Rückkehr aus der Fremde. Und als für seine zum Volke herangereiften Kinder die Stunde der Befreiung gekommen, da traf sie diese Stunde als Sklaven. Und nicht durch einen König, nicht durch einen Feldherrn wurde Jissroél die Freiheit, sondern durch „einen Propheten hat Gott Jissroél erlöst und durch einen Propheten wurde es beschützt“. Nicht durch einen Mann der Macht, ja nicht einmal einen Mann der Rede, der etwa mit dem Feuerworte der Begeisterung sein Volk zum Kampfe zu entflammen gewusst und es dann, ein zweiter Abraham, zum Siege über die krieggeübten Unterdrücker geführt hätte. Vielmehr fehlte diesem Propheten mit der Macht der Rede auch gänzlich jenes Selbstvertrauen und jeder Glaube an die eigene Befähigung, die für jeden Volksführer unerlässliche Vorbedingung des Erfolgs sind. Dadurch gerade wurde er für seine Sendung der Geeignetste, denn nur so erschien er auch als das, was er war, nämlich als Werkzeuge und Bote Gottes. So bilden äußere Abhängigkeit, und Rettung und Erhaltung nur durch Gott die Signatur der Geschichte Jakobs und Jissroéls, das seine irdische Wohlfahrt nur von Gott erhält. Auf diese Stellung Jissroéls weist der Prophet das gottvergessene Volk fortwährend hin.

     

    Kap.13, 3 Deshalb werden sie sein wie das Morgengewölk und wie der Tau, der sich früh aufmacht und dahinschwindet, wie Spreu, die herausstürmt aus der Tenne, ja wie Rauch, der aus der Luke zieht.

     

    V.3 כענן בקר: wie das Morgengewölk das dahinzieht ohne Regen zu geben. –  וכעשן: ja noch weniger als Spreu, wie Rauch, von dem gar nichts zurückbleibt. – Jissroéls Erhaltung ist das Werk fortgesetzter besonderer Gotteswaltung. Entspricht es seine Bestimmung nicht, so braucht Gott, um es zu strafen, nichts gegen es zu tun, er braucht ihm nur seine besondere Fürsorge zu entziehen, wie dies in der großen Geschickesankündigung 3.B.M. 29,24 ausgesprochen ist, und, sich selbst überlassen, geht das von Gott abgefallene und deshalb von Gott preisgegebene Jissroél von selbst unter im Sturme der Zeiten. –

     

    V.10. Wäre ich nur irgendwie dein König, der würde dir helfen trotz aller deiner Städte, er wäre dein Rechtsvertreter, während du sprachest: Gieb mir einen König und Fürsten!

     

    V.10… ….

    אשר אמרת וגו'. Es wird hier auf den verhängnisvollen Moment hingeblickt, in welchem Jissroél von Samuel die Einsetzung eines Königs forderte. Gewiss war das Königtum auch in Jissroél von dem göttlichen Gesetze vorgesehen, und formell ist die Aufgabe des jüdischen Königs dieselbe, wie die der Könige in den nichtjüdischen Staaten: Sammlung der Nationalkraft zur Mehrung der Wohlfahrt im Innern und Stärkung der Wehrkraft nach außen. Allein materiell ist seine Stellung und Bestimmung eine grundverschiedene. Denn Jissroéls Nationalschatz und Jissroéls Wehrkraft ist seine Thora. Deren Verwirklichung zu mehren, über die Ausbreitung und Vertiefung ihrer Herrschaft im Leben der Nation zu wachen, das ist die Aufgabe des jüdischen Königs, dadurch arbeitet er an die Mehrung der inneren Wohlfahrt, dadurch sorgt er für die Sicherheit nach außen. Denn dadurch macht er sein Volk des göttlichen Schutzes teilhaftig. Deshalb soll er das Ideal der Bestimmung seines Volkes sich stets gegenwärtig sein. Deshalb wird seine Einsetzung auch erst nach erfolgter Besitznahme des Landes und Sicherung seiner Grenze vom Gottesgesetze ins Auge gefasst. In der Verkennung dieses Verhältnisses lag die Versündigung des Volkes, das (Sam. I.8,5) einen König forderte, sein Recht nach außen zu vertreten „wie bei allen Völkern“. (Vergl. HIRSCH Commentar zu 5.B.M.17,14). Nun heißt es hier: hättest du nur nicht deine ganze Zuversicht in deine Könige gesetzt, wäre ich nur noch „etwas“ dein König, der (ich= dieser König) würde dir helfen in allen deinen Städten, oder trotz aller deiner Städte, in die du deine Zuversicht gesetzt hast, dir, der du gesprochen hast: nicht Gott nach außen, noch שופטים, Vertreter seines Gesetzes nach innen, können mir helfen, sondern: „Gib mir einen König und Fürsten!“.

     

    V.11 In meinem Zorne gab ich dir den König; in meinem hinaustretenden Unwille nehme ich ihn hinweg.

     

    V.11. Schon damals gab ich euch den König im Unwillen über eure Verblendung. Die große Mehrzahl der Könige hat sich nicht als jüdische Könige bewährt; das israelitische Königtum zumal hat gerade an der Befestigung und Vertiefung des Abfalls aus politisch-dynastischen Rücksichten als einem Mittel der eigenen Erhaltung unablässig gearbeitet. עברה von עבר: der in Wort und Tat sich äußernde, in die Sichtbarkeit hinaustretende Zorn. Das Maß ist voll, der lang gehegte göttliche Unwille äußert sich in Tat, und mit dem Staate geht auch der Königsthron in Trümmer.

     

    V.15 Denn es will unter „Brüdern“ unbeschränkt sich entfalten– : es kommt aber der Oststurm, der Wind von Gott gesandt, von der Wüste steigt er auf, trocken ist sein Ursprung, glühend heiß sein Urquell, er zerstört die Schätze aller Mittel der Lust. 

     

    V.15 יפריא von פרא, frei, wild, zügellos sein. פרא, das ungebändigte, freie Waldtier. Als Verbum kommt sonst nur [] vor, und würde es dann heißen: es will Frucht tragen. אחים bedeutet auch Pflanzen, die immer in Gesellschaft vorkommen, daher אחו die Wiese. Hier sind beide Bedeutungen zutreffend und in unübertrefflicher Wahl des Ausdrucks auch wohl beide gemeint. Efraim ist der Isolierung müde und ist der Bande des Gottesgesetzes müde, die es vor Entartung schützen sollen. Es will, der „Fesseln“ ledig, unter „Brüdern“ zügellos frei sich entfalten und die Früchte dieser Freiheit genießen. Nun, so soll es dies auch. Gott braucht dazu bloß seine schützende Hand von ihm abzuziehen: siehe da kommt schon der alles ausdörrende Oststurm, der Bote Gottes – die heranstürmenden „Brüdervölker“ bereiten seiner Herrlichkeit ein jähes, klägliches Ende. קדים: der in Palästina gefürchtete, wegen seiner Trockenheit der Pflanzenwelt besonders schädliche Wind. Diese Eigenschaft wird hier besonders hervorgehoben zur Bezeichnung der Raubgier und des Beutedurstes der hereinbrechenden Feinde, der Assyrer, die das unglückliche Land bis auf den letzten Blutstropfen aussaugen. – (Die Suffixe von מקורו und מעינו können sich wie das nachfolgende הוא nur auf קדים beziehen.)

                    Dieses Verlangen, sich „unter Brüdern“ frei und fruchttragend zu entfalten, erhält übrigens in Efraims Munde noch einen besonderen Beigeschmack. Es tritt uns darin die ebenso alte wie unwahre, zur Beschönigung des Abfalls das Judentum verdächtigende Behauptung entgegen, man müsse den Boden des isolierenden Gesetzes verlassen, um sich zu weltbürgerlicher, menschenbrüderlicher Gesinnung zu erheben. Das gerade Gegenteil ist die Wahrheit. Gerade das auf dem Sinai offenbarten Gotteswort lehrt die Gotteskindschaft aller Menschen, lehrt die Ausübung der Pflichten der Gerechtigkeit und Menschlichkeit gegen ausnahmslos alle als heilige Pflicht. So hat denn auch in geschichtlicher Tatsächlichkeit gerade das Judentum seine Kinder zu hilfsbereiteten Menschen erzogen, die trotz aller erlittenen Unbill nie nach Abstammung und Glauben fragten, wo ihnen hilfeheischende Not entgegentrat. Mag sein Gesetz, das ihn zum Menschheitspriester weiht, dem Juden auch nicht gestatten, an dem Mahle seiner nichtjüdischen Brüder teilzunehmen: sein Brod hat er mit dem darbenden nichtjüdischen Bruder willig stets geteilt. Mag sein Gesetz ihm auch nicht gestatten, ein jüdisches Haus durch Ehelichung einer Nichtjüdin zu gründen: wo es galt und gilt, dem Elend und der Not in den Hütten und Häusern seiner nichtjüdischen Brüder nach Kräften zu steuern, da stand und steht der Spross des Abrahamshauses als der Erbe des jüdischen Herzens, dieser herrlichen Errungenschaft der Geschlechterreihen der Vergangenheit, allen Anderen stets voran. –  –

    …….. ……. ………

     

    Aus: Die Haftoroth übersetzt und erläutert von Dr. Mendel HIRSCH Direktor der Realschule der Israelitischen Religionsgesellschaft zu Frankfurt a.M.  FfM. 1896 aus S.55 bis 68

    03-12-2020 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    02-12-2020
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    Rabbiner Dr. Salomon BREUER

                    (1850 – 1926)

     

    וישלח

     

    Belehrung und Mahnung  zur Wochenabschnitt

    WAJISCHLACH (2. Teil)

     

     

    Solange wir nicht den Mut haben, in unserem Leben die Forderungen der jüdische Wahrheit zur Verwirklichung zu bringen, solange sind wir noch weit von jenem Ziele entfernt, dessen Verwirklichung unserem Stammvater Jakob in jener Nacht zum denkwürdigen Erlebnis geworden war.

    Erst wenn ויותר יעקב לבדו wir einer nichtjüdischen Welt durch unsere jüdische Persönlichkeit allein zu imponieren vermögen, erst wenn ויברך אותו שם sie uns, auch wenn wir arm sind an Gütern, deren Glanz das Auge zu blenden pflegt, die segnende Anerkennung zollt, sie in uns den Juden achtet und ehrt, das Judentum in alle seine Forderungen in unserem Leben zu umfassender Verwirklichung und vor den Augen einer ganzen Welt in seiner Achtung gebietenden Hoheit dasteht, dann ist auch der Weg zu jenem hehren Endziel gebahnt, daß auch Gott ונשגב ה' לבדו in dem Bewusstsein einer geläuterten und geadelten Menschheit in unmittelbarer Anschauung zur huldigenden Anerkennung gelangt.

    הצילנו נא מיד אחי מיד עשו „Rette mich doch von der Hand meines Bruders, von Esaus Hand, כי ירא אנכי אתו denn ich fürchte ihn“: das ist der Golus-Angstschrei unseres Stammvaters: nicht מיד אחי עשו sondern מיד אחי מיד עשו! Er fürchtet die Bruderhand, er fürchtet Esaus Hand: er fürchtet die raue Esaushand, daß sie ihn körperlich vernichten, mehr aber, in erster Reihe zittert er vor der warmen Bruderhand, daß sie ihn geistig-sittlich verderben könnte. –

    Und wie hat dieser Angstschrei in der Folge im Leben der Nachkommen seine Berechtigung erhalten! Die raue Esaushand konnte uns trotz aller schwerer Drangsal, die sie uns bereitete, in unserem jüdischen Lebensberuf nicht schwankend machen: mutig und stark hielten wir auf dem Posten aus, auf den Gott uns gestellt hatte. Doch was die raue Esaushand nicht vermocht, hat der warme, brüderliche Händedruck Esaus leicht fertig gebracht. אל תראני שאני שחרחרת „Seht mich nicht so an, weil ich so dunkel bin, ששזפתני השמש denn die Sonne hat mich gebräunt“ (Hoh. 1,6). In der finsteren Golus-Nacht habe ich mich herrlich bewährt, doch die Glückssonne hat mich geschwärzt! –

    Mahnend und warnend für alle Folgezeit tritt daher auch dieses für die Geschichte des jüdischen Volkes so bedeutsame Moment aus dem nächtlichen Erlebnis unseres Stammesvaters geradezu sinnfällig uns entgegen. וירא כי לא יכל לו וגו' ותקע כף ירך יעקב בהאבקו עמו. Indem er mit ihm rang, während des Ringens wich Jakobs Hüftballen, ward er verletzt, doch die Verletzung hinderte ihn nicht, den Kampf fortzusetzen und siegreich zu beenden – בהאבקו עמו er ward nicht schwankend, hielt mutig aus – ויקרא יעקב שם המקום פניאל וגו' ותנצל נפשי . Sein Wesen blieb unverletzt! Doch ויזרח לו השמש als die Sonne aufging – והוא צלע על ירכו da hinkte er!

    Was sich hier an Jakob körperlich vollzog, das hat sich in der Geschichte seiner Nachkommen in ideeller Beziehung verwirklicht! מעשה אבות סימן לבנים –

    In heißen Kampf mir Esaus Macht konnten wir nicht schwankend gemacht werden, wir behaupteten trotz schwerer Verletzung standhaft und fest unseren Standpunkt; so oft uns jedoch die Sonne aufging, והוא צלע על ירכו hinkten wir, sind wir schwankend und haltlos geworden!

    Nach all den nächtlichen Golus-Kämpfen, die wir überstanden, konnten wir mit Jakob die Stätten an denen wir gekämpft פניאל nennen und mit Vater Jakob ausrufen:ותנצל נפשי „unversehrt ist unser Wesen geblieben!“ Doch ויזרח לו השמש da die Sonne des Glücks uns tagte, ist aus  פניאל=פני-אל  leider פנואל geworden, (in dem das Zeitwort פנה „sich abwenden“ mehr hervortritt),  והוא צלע על ירכוhaben wir unsere Festigkeit eingebüsst und sind schwankend geworden.

    Dieses klägliche Verhalten hat uns nach Zeiten, in denen die Sonne uns lächelte, stets neues Golus gebracht. – Hinkend בין המצרים „zwischen den Grenzen“ bald hier bald dort; oder besser weder hier noch dort, überall nur auf einem Fuße פסחים על שתי הסעיפים schwankend nach beiden entgegengesetzten Seiten, haben wir ein trauriges, verdientes Golus-Geschick erlebt!

    Und wohl mit Hinblick auf diese historische Tatsache verkündet der Prophet (Micha 4,6) ביום ההוא נאם ה' אספה הצלעה והנדחה אקבצה „an jenem Tage, spricht Gott, werde ich die Hinkende aufnehmen und die Verstoßene wieder versammeln“ – und so schaut er einstige Sammlung und Heimkehr all derer, die das Golus entweder צלעה zu „Hinkenden“ gemacht oder נדחה, dem Gesetzesheiligtum völlig entfremdet hat.

    „Da die Sonne ihm aufging – hinkte er auf seiner Hüfte“ על כן לא יאכלו בני ישראל את גיד הנשה heißt es unmittelbar danach. Aus diesem Genußverbot  spricht daher die göttliche Mahnung, nimmer wankend zu werden, stets standhaft zu bleiben in dem Bewusstsein, daß die Verkümmerung unseres Geisteslichtes noch immer auch unser äußeres Sonneglück zerstört hat.

    Wie sinnig spricht sich daher die Mahnung der Weisen aus: את גיד הנשה „in dem Wörtchen את“ sei der Fasttag des neunten Aw, des Gedächtnistages nationalen Unterganges, eingeschlossen – וכל מאן דאכיל בט"ב כאלו אכיל גיד הנשה Wer den Tischo b’Aw entweiht, der hat das גיד הנשה-Verbot mit Füssen getreten!

    Die שירות, die wir Gott für Erlösungen gesungen, die Gottes Beistand uns beschieden, waren בלשון הקבה, waren stets aus Leid geboren und haben noch immer nach kurzem Sonneglück erneute Erziehungsleiden zur Folge gehabt. Sie werden ihr Läuterungswerk an uns vollenden. Und strömt einst in der Zukunft das Gott schauende, Gott verherrlichende Lied aus unserer Brust, dann wird es uns auf einer Höhe finden, wo mit der dauernden Gottesnähe auch dauerndes Sonneglück uns beschieden sein wird. –

    Unser Lied wird dann שיר חדש ein männlich starkes Lied sein, das eine ganze Menschheit zu segnenden Anerkennung der Gottesherrschaft erheben wird: שירו לה' שיר חדש תהלתו מקצה הארץ

     

    Quelle: Rabbiner Dr. Salomon BREUER  Belehrung und Mahnung erster Teil Genesis  J.Kaufmann Verlag Frankfurt am Main 1936 S. 68 - 76

    02-12-2020 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    Rabbiner Dr. Salomon BREUER

                    (1850 – 1926)

     

    וישלח

     

    Belehrung und Mahnung  zur Wochenabschnitt WAJISCHLACH (1.Teil)

     

     

    ויותר יעקב לבדו ויאבק איש עמו עד עלות השחר „Jakob blieb allein übrig, da rang jemand mit ihm, bis der morgen heraufzog.“

     

    Wohl nirgends dürfte die Wahrheit jenes Ausspruchs unserer Weisen מעשה אבות סימן לבנים, daß das Leben unserer Erzväter ein Vorbild für das Leben ihrer Nachkomme sei, sich so überzeugend offenbaren wie in diesem Abschnitt, der uns von dem nächtlichen Ringkampf Jakobs mit Esaus Genius berichtet.

    Es gibt vielleicht kein Ereignis im Leben unserer Stammväter, das mit solcher Klarheit und Eindringlichkeit die Grundzüge der späteren Ereignisse im Leben ihrer Nachkommen vorbildlich darstellt wie dieses denkwürdige Ereignis. Fast jedes einzelne Moment weist entweder in klar ausgesprochenen Worten oder in Tatsachen, deren symbolische Deutung jeden Zweifel ausschließt, auf Erscheinungen hin, die das Leben der späteren Nachkommen in seinen Licht- und Schattenseite charakterisiert?

    In diesem Sinne finden auch zwei Aussprüche, die die Weisen uns aufbewahrt haben, die auf den ersten Blick jedes Verständnisses entbehren, ihre Erklärung.

    Diesen Kampf oder vielmehr die Folge dieses Kampfes hat das Gotteswort durch das גיד הנשה-Genussverbot verewigt: על כן לא יאכלו בני ישראל את גיד הנשה „Darum sollen Jissroéls Söhne nicht die Sehne der Schwäche essen“ (32,33). Hierzu bemerkt der Midrasch: את לרבות ט' באב, das Wörtchen את schließt gleichzeitig den Fasttag des neunten Aw, des Gedächtnistages der Zerstörung Jeruscholaims ein. Dieser Fasttag steht nach der Ansicht der Weisen mit dem גיד הנשה-Verbot in solch innigem Zusammenhang, daß sie im Sohar (z.St.) lehren:וכל מאן דאכיל בט"ב כאלו אכיל גיד הנשה wer am ט"ב nicht fastet, das sei gleichbedeutend, als hätte er das גיד הנשה-Verbot übertreten. – 

    ויעבור את אשר לא „Er brachte das Seine hinüber“ (das. V.24). Mit diesen Worten wird die Geschichte dieses Kampfes eingeleitet. Jakob hatte alles, was er sein nannte, seine Familie und seine Angehörigen, sein Hab und Gut hinübergeschafft ויותר יעקב לבדו ויאבק איש עמו, so daß er ganz allein blieb, als sich entspann.

    ויותר יעקב לבדו An diesen Vers knüpfen die Weisen folgende Bemerkung: אין כאל ישרון, ומי כאל ישרון ישראל סבא, מה הקב"ה כתיב ביה ונשגב ה' לבדו אף הכא ויותר יעקב לבדו „Nichts gleicht Gott – Jeschurun! Wer gleicht Gott, Jeschurun unser Vater Jakob!“ Wie es von Gott heißt: „und erhaben steht Gott allein da“ (Jes. 2), so auch von Jakob: „und allein blieb Jakob“. –

    Dieser Prophetenvers schaut in eine Zeit, in der eine große Menschheit, von jedem Götzenwahn befreit, sich zur reinen Gotteshuldigung emporgeläutert haben und Gott allein machteinzig dastehen wird. In welchem denkbaren Zusammenhang steht hiermit unser Vers: ויותר יעקב לבדו? –

    Aus der Geschichte dieses Kampfes glauben wir zwei Stellen ganz besonders hervorheben zu müssen, die unseres Erachtens eine eingehende Erklärung verdienen. וירא כי לא יכול לו וגו' Er sah, daß er gegen ihn nichts vermochte, da griff er an den Ballen seiner Hüfte, und es wich Jakobs Hüftballen, בהאבקו עמו indem er mit ihm rang“ (V.26). Diese zwei Worte בהאבקו עמו sind vollkommen überflüssig; selbstredend war er während des Kampfes verletzt. – Ferner: der Kampf endete mit der segnende Anerkennung Jakobs durch Esaus Genius: ויברך אתו שם „Und er segnete ihn dort“ (V.30). Auch das Wort שם scheint ganz überflüssig zu sein. –

    Jakob nennt den Ort nach dem denkwürdigen Ereignis (31). Da geht ihm die Sonne auf ויזרח לו השמש als er an Penuel vorüber war; und nun heißt es: והוא צלע על ירכו er hinkte an seine Hüfte (32). Mit einer jeden Zweifel auszuschließenden Bestimmtheit wird uns also berichtet, daß Jakob mit dem Aufgang der Sonne hinkte. Seine Hüfte ward ihm während des Kampfes verletzt, inzwischen graute der Morgen, doch erst mit dem Aufgang der Sonne hinkte Jakob auf seiner Hüfte – was soll uns damit gesagt werden?

    כל השירות שעברו קרויות בלשון נקבה, lehren die Weisen (ילקוט ומ"ר בשלח), alle Gesänge, die Jissroél in der Vergangenheit anlässlich göttlicher Wundertaten, die ihm Erlösung gebracht, angestimmt hat, werden in der weiblichen Form (שירה) verzeichnet מה הנקבה מתעברת ויולדת וחוזרת ויולדת wie eine Frau stets nach vorangegangenen Schmerzen ein Menschenwesen zur Welt bringt, כך התשועות שעברו היה אחריהם שעבוד so folgten noch immer jeder Erlösung stets neue Golus-Leiden, die dann wieder zu erneuter Erlösung führten, sie gleichsam „gebaren“, – אבל תשועה העתידה לבוא אין אחריה שעבוד jedoch die einstige Erlösung wird eine dauernde sein, ihr folgt nicht auf neue das Leid; der Gesang, der ihr dann angestimmt wird, קרויה בלשון זכר ihn nennt der Psalm ein „männliches Lied“ (שיר): שירו לה' שיר חדש,  „singet Gott das neue Lied“ (Ps.98). –

    Verstehen, wir die Worte unserer Weise recht, so geben uns die zwei Worte שירה und שיר Jissroéls Geschichte in ihren Grundzügen wieder.

    Die erste שירה haben unsere Väter bekanntlich gelegentlich des wundervollen קריעת ים סוף-Ereignisses gesungen. Über diese שירה haben sich die Weisen (מ"ר בשלח) mit folgenden Worten ausgesprochen: מיום שברא הקב"ה את העולם ועד שעמדו ישראל על הים לא מצינו אדם שאמר שירה להקב"ה אלא ישראל „Seitdem Gott die Welt erschaffen, bis zu dem Augenblick, da Jisroél am Meere stand, hat kein Mensch außer Jisroél Gott die שירה gesungen: ברא אדה"ר ולא אמר שירה Gott erschuf den ersten Menschen – er sprach aber keine שירה; הציל אברהם וכו' Gott rettete Abraham – er sprach aber keine שירה, das gleiche gilt von Isaak, wie auch von Jakob – keiner, der eine שירה gesprochen hätte – erst als Jisroél das Meereswunder erlebte, מיד אמרו שירה להקב"ה stimmte es alsbald Gott die שירה an שנ' אז ישיר משה ובני ישראל, denn so heißt es: „Damals sangen Moses und Jisroél“ – הוי פיה פתחה בחכמה ותורת חסד על לשונה Hierauf bezieht sich auch der Vers: „sie öffneten ihren Mund in Weisheit, und Lehre der Liebe war auf ihrer Zunge“ (Mischle 31).

    Hätten die Weisen gesagt, daß vor dem jüdischen Volke kein anderes Volk auf Erden Gott die שירה angestimmt habe, so könnten wir ihre Worte begreifen. Daß sich aber Jisroéls Verhalten in einen Gegensatz zu Adam, ja zu unseren Vätern Abraham, Isaak und Jakob stellen, die anlässlich ihrer wunderbaren Erlebnisse sich zu keiner שירה bewogen gefühlt hätten, bedarf wohl der eingehenden Erklärung. –

    אותות ומופתים nennt das Gotteswort die in der Geschichte Jissroéls vollbrachten Wundertaten Gottes, der spätere Sprachgebrauch der Väter nennet sie im allgemeinen נסים. –

    נסים, wovon die Einzahl נס, bezeichnet in der Heiligen Schrift zunächst ein hochaufgestecktes Feldzeichen, eine Fahne, die der Soldatenschar den Ort bezeichnet, wo sich ihr Führer befindet, und dadurch zugleich die Richtung angibt, wohin sich die Schar und jeder einzelne in ihr zu bewegen hat. Solange die Fahne sichtbar ist, weiß ein jeder, wo der Führer ist dessen waches Auge sie alle fürsorgend leitet? Kaum treffender und gedankenvoller konnte der Sprachgebrauch der Väter die אותות ומופתים unserer Geschichte bezeichnen, als indem sie sie נסים, ihre Feldzeichen nannten. Diese Wunder, sie sind unsere נסים, unsere Feldzeichen für unsere Wanderung durch die Jahrhunderte der Geschichte, auf die wir hinblicken, wenn wir wissen wollen, wo unser göttlicher Führer sich befindet, wenn wir uns vergewissern wollen, daß ein göttlicher Auge in unserer Mitte wacht, au die wir hinblicken, wenn wir uns orientieren wollen, welchen Weg wir einzuschlagen haben, um zu unserem Führer zu gelangen, uns bei unserem Führer zu halten. –  

    Wohl sollten wir – und darüber wollen wir uns nicht täuschen – auch in den natürlichen, alltäglichen Lauf der Dinge das ewig wache göttliche Vaterauge erkennen und den Weg zu unserem Führer auch ohne diese hochgesteckten Feldzeichen finden. Doch dafür waren und sind wir noch nicht reif. Diese Reife hatten unsere Väter nicht, als sie aus Mizrajim zogen, diese Reife haben wir auch heute noch nicht, sie winkt uns als das anzustrebende Ziel.

    Das gleiche aber gilt von קרא בשם ה', das uns in den ersten Blättern unserer Thora bedeutsam entgegentritt. – אז הוחל לקרא בשם ה' (Gen 4,26). Mit diesen Worten wird der beginnende Verfall der Menschheit und ihre zunehmende Entfremdung von Gott eingeleitet. קרא בשם ה' wäre jedoch, so sollte man meinen, das Höchste, was Menschen zu Gottes Ehre tun könnten, und doch wird damit, nach einer von unserem großen Rabbiner זצ"ל angeführten herrlichen Erklärung, der zu Enochs Zeiten beginnende geistig-sittliche Verfall gekennzeichnet.

    קרא בשם ה' die Menschheit zu Gott rufen, sie in der Gotteserkenntnis belehren und sie dafür in Gesinnung und Tat gewinnen, ist allerdings ein nicht hoch genug anzuschlagendes Verdienst, das bekanntlich gerade das Leben unseres Stammvaters Abraham geadelt hat. Allein, es wir eine Zeit kommen, die uns der Prophet Jirmeja (31,33) enthüllt, in der die Menschen in allen ihren Gliedern von der Gotteserkenntnis also erfüllt sein wird, daß kein Bedürfnis mehr vorhanden sein wird, לקרא בשם ה' Gott erst aufrufen zu müssen אחרי הימים ההם נאם ה' נתתי את תורתי בקרבם וגו' ולא ילמדו עוד איש את רעהו ואיש את אחיו לאמר דעו את ה' כי כולם ידעו אותי למקטנם עד   גדולם „Nach jenen Tagen, spricht Gott werde ich meine Lehre in ihre Mitte geben – und nicht wir ferner einer seine Nächsten, einer seinen Bruder lehren: erkennet Gott, denn sie alle werden mich kennen von groß bis klein“. –  

    Was hier für eine Zukunft verheißen wird, war zu Beginn der Menschengeschichte der Fall: da warקרא בשם ה'  vollkommen überflüssig, da stand der Mensch in unmittelbarer Nähe vor Gott, und ein jeder erkannte Gott gleichsam durch Gott. Mit Enoch hatte die Menschheit ihre ursprüngliche Reinheit bereits eingebüsst, stellte sich zum ersten Male das Bedürfnis ein, לקרא בשם ה' Menschen zu Gott im Namen Gottes aufzurufen. Was in den späteren Zeiten und noch heute ein Verdienst war und noch immer ist, das war zu Enochs Zeiten ein Zeichen beginnenden traurigen Verfalls אז הוחל לקרוא וגו' „damals musste man anfangen, mit dem Namen Gottes aufzurufen“ – bis dahin war es überflüssig!

    Das gleiche gilt auch von den נסים. Der erste Mensch und auch Abraham, Isaak und Jakob bedurften nicht erst der נסים, außerordentlicher, wunderbarer Ereignisse, um sich zur Gottesanschauung zu erheben, sie fanden auch ohne Feldzeichen den Weg zu ihrem Führer, sie empfanden in jedem Augenblick das selig freudige Bewusstsein der Gottesnähe, so daß ihr ganzes Leben, ein jeder Atemzug ihres Lebens sich zu einer שירה gestaltete, und es hätte für sie einen bedauerlichen Rückschritt bedeutet, wenn sie erst durch außerordentliche Erlebnisse zu Gott schauender שירה hätten begeistert werden müssen.

    Anders lagen jedoch die Verhältnisse bei unseren Vätern in Mizrajim. In dem Pfuhl mizrischer Entartung war das reine Gottesbewusstsein in ihrer Brust beinahe erloschen, und es bedurfte erst besonderer göttlicher Veranstaltungen נסים, die als ragende, weithin sichtbare Feldzeichen ihnen aufs neue den Weg zu ihrem göttlichen Führer wiesen. Ohne diese נסים hätten sie Gott allein nimmer gefunden, und es muss ihnen als Verdienst angerechnet werden, als חכמה, als תורת חסד, wie es den Weisen bezeichnen, daß sie die moralische Kraft besaßen, von diesen נסים geleitet, den Weg zu Gott zu finden, wie es auch uns, so lange Gotteserkenntnis nicht Allgemeingut einer ganzen Menschheit geworden ist, als Verdienst angerechnet wird, wenn der Gedanke an נסים, die wir in unserer Geschichte erlebt haben, uns stets aufs neue Gott finden hilft. –

    Es wird aber die Zeit kommen, in der, was von Anbeginn der Fall war, wiederkehren, eine Menschheit Gott allein ohne נסים erkennen wird, eine Zeit, in der wie der Prophet verkündet (Jes.2,17) ושח גבהות האדם וגו' והאלילים כליל יחלף der Stolz  einer sich selbst vergötternden Menschheit gebrochen, alle Mächte geschwunden sein werden, die so lange einer verblendeten Menschheit den Weg zu Gott verschlossen haben, Gott als alleiniger Schöpfer und Lenker der Welt und des Menschengeschickes dastehen wird. – Dann aber ist auch das heiß ersehnte Ziel erreicht ונשגב ה' לבדו ביום ההוא (das.), daß Gott allein, ohne נסים, ohne Feldzeichen von einer schauenden Menschheit huldigend anerkannt wird.

    ונשגב ה' לבדו ביום ההוא Diese Zeit vorzubereiten, in der eine Menschheit Gott allein in allem schauend erkennen, in der mit anderen Worten כל הנשמה תהלל י' ein jeder Atemzug sich zu einer Gott huldigenden שירה gestalten wird, ist Jakobs Aufgabe, ist die hehre Mission des jüdischen Volkes. Bis dahin haben wir לקרא בשם ה' durch Wort und Tat, in Gesinnung und Leben Gottes Namen zu verkünden.

     Undמעשה אבות סימן לבנים ! Wie unser Stammvater Jakob in jener denkwürdigen Nacht mit Esaus Genius kämpfend ringt und trotz schwerer Verletzung ותקע כף ירך יעקב בהאבקו עמו schließlich doch den Sieg davonträgt und Esaus Genius ihm den Tribut verehrender, segnender Anerkennung zollt ויברך אתו שם – so hat auch das jüdische Volk leidend unter dem feindlichen Gegensatz einer großen Welt, kämpfend, und sei es auch unter den schwersten Opfern, sich zu behaupten und bei seiner großen Aufgabe treu auszuharren עד עלות השחר, bis zum Anbruch jenes Völkermorgens, der ihm die segnende und verehrende Anerkennung der Völker als Siegespalme reicht.

    ויותר יעקב לבדו Und Jakob blieb allein – ganz allein zurück.

    ויעבר את אשר לו Alles, was er besaß, was er sein eigen nannte, sein Hab und Gut, alles, woran das Menschenauge hängt, hatte er jenseits des Stromes hinübergeschafft und blieb allein zurück, entblößt von allem, was im Leben Glanz und imponierende Geltung zu verleihen pflegt. Welch belehrender Wink liegt nicht in dieser Tatsache allein, mit der dieses denkwürdige Ereignis eingeleitet wird, welche Mahnung vor allem für unsere Zeit! –

    In den jahrhunderten finsterer Golus-Nächte haben unsere Väter für ihr heiliges Erbe gekämpft und geblutet, sind trotz schwerster Verletzungen standhaft geblieben und haben in heldenhafter Selbstaufopferung sich die Hoheit ihres jüdischen Adels bewahrt. Nach langer, finsterer Nacht dämmerte endlich der erste, schwache Morgenstrahl, in den Herzen der Völker erwachte das Gefühl für Recht und Menschlichkeit, und das für sein göttliches Heiligtum kämpfende und blutende Jakobsvolk durfte nach langer Zeit wieder frei aufatmen. Doch geblendet von dem jungen Lichtstrahl, glaubte ein beträchtlicher Teil des Jakobsvolkes mit Preisgabe des Heiligtums seines Gesetzes, für das die Väter gekämpft und geblutet – die Anerkennung und Achtung der Völker sich erkaufen!

    Welch kläglicher, jämmerlicher Irrtum! Wir haben es erlebt und erleben es immer aufs neue: der pflichtvergessene Jude wird im günstigsten Falle geduldet, und achtet man ihn, so achtet man ihn nicht weil er Jude, sondern obgleich er Jude ist. Täuschen wir uns nicht: wegen der äußeren Vorteile, die er als mitschaffendes, produktives Glied der Gesellschaft bietet, sei es auf  wirtschaftlichem oder wissenschaftlichem Gebiete, verzeiht man es ihm, daß er Jude ist, tut man ihm den Gefallen, in ihm den Juden zu vergessen, aber den Juden im Juden, den jüdischen Geist und die jüdische Wahrheit bringt er nimmer zu ehrenden, segnenden Anerkennung.

     

    Quelle: Rabbiner Dr. Salomon BREUER  Belehrung und Mahnung erster Teil Genesis  J.Kaufmann Verlag Frankfurt am Main 1936 S. 68 - 76

     

    02-12-2020 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    01-12-2020
    Klik hier om een link te hebben waarmee u dit artikel later terug kunt lezen.„Der Zionismus, seine Theorien, Aussichten und Wirkungen“ 8.Folge
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    Schriften zur Aufklärung über den Zionismus 

    N° 2 „Der Zionismus, seine Theorien, Aussichten und Wirkungen“

    Herausgegeben vom Antizionistischen Komitee Berlin 1913

     

    II.DAS WESEN DES ZIONISMUS


    ... …. 
     Das Judentum war und ist eine Religion! Nur darum ist es ewig und unzerstörbar.  Der ewige Charakter des Judentums ist ein universeller, Welten umspannender und Menschen verbindender. Der Nationalismus aber reißt das Judentum aus dieser Stellung in der Weltgeschichte heraus und macht es zu einer kleinen Nation mit relativen Wert, genau denselben denn die Tausenden entstehenden und vergehenden Nationen auch  haben.     Diesem nationalen  Gedanken ordnet der Zionismus auch das religiöse unter.  Da nun die jüdische Religion in einem ausgesprochener Gegensatz zu allem beschränktem Nationalen steht, kann man ermessen, welche Umwandlung sie sich dabei gefallen lassen muß. Alles, was im Lehrinhalte des Judentums groß und ewig ist, weil es eine Überwindung der engherzigen nationalen Begriffe darstellt, wird darum vom Zionismus abgelehnt und seine Richtigkeit bestritten, und wo diese Mittel nicht verfangen, wird es mit Schmutz und Hohn beworfen.  Unter der Bearbeitung des Nationalismus wird die jüdische Religion zu eine Karikatur ihres eigentlichen Wesens. Aus der universellen Weltreligion mit ihrem erhabenem Fluge  wird der bescheidene Kultus eines kleinen Volksstammes. Nicht mehr ist der Maßstab für gut und bösen, in ewigen göttlichen Gesetzen zu finden, sondern in nationalen Eigentümlichkeiten des Volkes dessen Fehler, Schwächen und typischen Laster zum Range von Tugenden erhoben werden müssen. Da nun einmal nicht alle jüdischen „Rasseneigenschaften“ gut sind, und auch diese schlechten Berücksichtigung und Pflege finden, gefährdet der Zionismus die allgemeinverbindliche Ethik, an deren Stelle er einen jüdischen Rassensittenkodex  setzt, der aber wahre Ethik nicht mehr darstellt.

    Der Zionismus spottet über alles was in der  jüdischen Religion groß und erhaben ist. Er höhnt wenn die nicht nationale Judenheit trotz aller Enttäuschungen, die sie in der Welt erfährt,  das Wesen Gottes in der Liebe und Gerechtigkeit erblickt, und an ihren Sieg mit aller Kraft der Seele glaubt. Der Zionismus verspottet und verhöhnt den Universalismus in der  jüdischen Religion überhaupt und leugnet damit zugleich den Glauben an den einen Gott, der aller Menschen Vater ist und die Geschicke der ganzen Menschheit lenkt. Der Zionismus leugnet die Mission des Judentums und beschimpft die Rabbiner, welche, den alten prophetischen Verheißungen und Hoffnungen getreu diesen Stein als einer der herrlichsten in der goldenen Krone der jüdischen Lehre ansehen. Damit nimmt er aber einen der stärksten Antriebe zum sittlichen Handel, das Gefühl der Verantwortung, das jeder einzelne von uns wie unsere jüdische Gesamtheit der Menschheit gegenüber trägt.

    Und warum dies alles? Warum leugnet und verhöhnt der Zionismus diese größten und erhabensten Gedanken unseres Glaubens? Nur weil er ein Kind der Zeit ist, das nicht historisch denken und  blicken kann und kein anderes Gesichtsblick kennt als den ganzen engen der heutigen Zustände! Und da diese trübe sind , da unsere Zeit uns noch nicht anhören will, da sie noch kein Verständnis hat für die Größe und Erhabenheit des universalistischen, reinen Gottesglaubens, erklärt der Zionismus die religiöse Güter  für  wertlos und wirft sie leichtfertig von sich. Ohne den geringsten Sinn für seine Verantwortung gegen die Geschichte zerstört der Zionismus die jüdische Religion!

    … …

     

    (wird fortgesetzt)

     

     

    Mit Dank an Frau Manja BURGERS, Antiquarische Buchhandlung „Spinoza“ in Amsterdam

    http://www.spinozabooks.com

    01-12-2020 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    30-11-2020
    Klik hier om een link te hebben waarmee u dit artikel later terug kunt lezen.Erklärung des Vorstandes des Rabbiner-Verbandes in Deutschland gegen das Nationaljudentum (1897)
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    Historisches Dokument

    Erklärung des Vorstandes des Rabbiner-Verbandes in Deutschland gegen das Nationaljudentum (1897)

    Erklärung:

    "Durch die Einberufung eines Zionisten-Kongresses und durch die Veröffentlichung seiner Tagesordnung sind so irrige Vorstellungen über den Lehrinhalt des Judentums und über die Bestrebungen seiner Bekenner verbreitet worden, daß der unterzeichnete Vorstand des Rabbiner-Verbandes in Deutschland es für geboten erachtet, folgende Erklärung abzugeben:

    1. Die Bestrebungen sogenannter Zionisten, in Palästina einen jüdisch-nationalen Staat zu gründen, widersprechen den messianischen Verheißungen des Judenthums, wie sie in der heiligen Schrift und den späteren Religionsquellen enthalten sind.

    2. Das Judentum verpflichtet seine Bekenner, dem Vaterlande, dem sie angehören, mit aller Hingebung zu dienen und dessen nationale Interessen mit ganzem Herzen und mit allen Kräften zu fördern.

    3. Mit dieser Verpflichtung aber stehen nicht im Widerspruch jene edlen Bestrebungen, welche auf die Kolonisation Palästinas durch jüdische Ackerbauer abzielen, weil sie zur Gründung eines nationalen Staates keinerlei Beziehungen haben.

    Religion und Vaterlandsliebe legen uns daher in gleicher Weise die Pflicht auf, alle, denen das Wohl des Judentums am Herzen liegt, zu bitten, daß sie sich von den vorerwähnten zionistischen Bestrebungen und ganz besonders von dem trotz aller Abmahnungen noch immer geplanten Kongreß fern halten."

    Berlin,  den 6. Juli 1897.

    Der geschäftsführende Vorstand des Rabbiner-Verbandes in Deutschland

    Dr. Maybaum (Berlin), Dr. Horowitz (Frankfurt), Dr. Guttmann (Breslau), Dr. Auerbach (Halberstadt), Dr. Werner (München)

    Ursprünglich erschienen in „Berliner Tageblatt“

    Abbildung in „Sefer ol goliosseenu“ NY 2018

    Diese einzigartige rabbinische Erklärung  zielte darauf ab, die Abhaltung des ersten internationalen zionistischen Kongresses in München (der daraufhin in Basel stattfand) zu verhindern. Die Unterzeichner haben sich den Zorn der Verurteilung der zionistischen Führer, Dr. Max Nordau und Dr. Theodor Herzl, zugezogen, die sie  „Protestrabbiner" nannten. Diese Rabbiner gegensätzlicher Richtung - Dr. Horowitz und Dr. Auerbach waren orthodox, die anderen Liberalen – machten Einheitsfront gegen den Nationaljudentum.

     

    30-11-2020 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    29-11-2020
    Klik hier om een link te hebben waarmee u dit artikel later terug kunt lezen.Sprüche 16,7 und Sprüchlein zur Wochenabschnitt Wajischlach
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    וישלח

     

    ברצות יי דרכי איש גם אויביו ישלים אתו:

     

     

     

    „Wenn Gott die Wege eines Mannes wohlgefallen, macht er auch seine Feinde friedlich mit ihm.“

    (Mischle – Sprüche Salomons 16,7 Übersetzung Rabb. Dr. WOLF, Köln a.Rh.)

     

    1.

    Wohl steht dem Gerechten entgegen

    Der Haß und die Bosheit der Welt,

    Die gerne der Frömmigkeit Segen

    Mit ihrem Gifte vergällt.

    2.

     Doch Gott gibt dem Wackeren Stärke,

    Versöhnt ihm den grimmigsten Feind,

    Am gottgefälligen Werke

    Sind einst alle Kräfte vereint.

    .

     

    Aus: Erbauungsbuch „Bibel- und Talmudschatz“ J.H. Kohn S. 96  13.Auflage Hamburg 5691 – 1931

     

    Die beste Anschrift für antiquarische Judaica:

    Antiquarische Buchhandlung „Spinoza“ in Amsterdam

    Inhaberin: Frau Manja BURGERS

    http://www.spinozabooks.com

    29-11-2020 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    27-11-2020
    Klik hier om een link te hebben waarmee u dit artikel later terug kunt lezen.Rabbiner Samson Raphael HIRSCH Komm. Wochenabschnitt Wajézé
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    Rabbiner Samson Raphael HIRSCH

                                  (1808-1888)

     

     

    ויצא פרשת

     

    Aus seinem Kommentar zur Wochenabschnitt Wajézé

     

    Kap. 28, V. 10 So ging Jaakob fort von Beer Scheba und ging gen Charan.

     

    Kap. 28, V. 10 …Wenn Abraham die Wurzel des jüdischen Volkes ist, Jizchak die Fortsetzung zum Stamm, so ist Jakob der eigentliche Stamm selbst. Darum sprach auch Jizchak zu ihm: ויתן לך את הברכת אברהם וגו'. Ist ja Jakob derjenige, der dem künftigen Volk Namen und Geschick vererben soll. Wir heißen nicht Abrahams Volk, sondern; Jissroél! Jakob sehen wir daher wie Abraham ein zweites לך לך erfüllen, sehen ihn, unsern nächsten Stammvater auf den die ganze Geschichte von Abraham bis Jizchak hingearbeitet hatte, gleichfalls isoliert hinausziehen; jedoch ganz anders als Abraham. Abraham zog freilich als Hausherr, mit Weib und Genossen, Verwandten und Vermögen. Jakob aber sehen wir durch Verhältnisse bewogen, freiwillig hinauszuziehen, ohne das mindeste mit sich zu nehmen. Er ließ vielmehr alles dem älteren Bruder zurück, damit dieser erkennen konnten es habe sich bei der ברוכה um keinen  materiellen Vorteil gehandelt.

    Jakob zieht hinaus, um ein jüdisches Haus zu gründen, und nimmt dazu nichts als sich, als das mit hinaus was in seiner eigenen Persönlichkeit liegt – das ist das Faktum, mit welchem hier eingeleitet wird; denn alles, was fortan folgt, bewegt sich nur um die Gründung des Hauses. War ja Jakob der ersten der es aussprach, wie Gott vor allem im Hause zu suchen sei, der erste, der den großen Gedanke dachte: בית אלקים, בית א', Gottes Haus, der eben nichts anders sagt als: daß der Kreis, wo die Menschenseelen keimen und blühen, wohin der Mensch das trägt was er erwirbt und es im Menschenleben bauende Tätigkeit umsetzt, die größte und nächste Stätte der Gottesoffenbarung sei.

    Was schon Noa bei der neuen Grundlegung der Menschengeschichte prophetisch geschaut, daß  wenn es der japhetischen Kultur  gegeben ist, die Menschen für das Schöne zu gewinnen, und dadurch veredelnd auf sie einzuwirken, es Sem vorbehalten sei, „Hütten zu bauen, in welchen Gott wohnt“, das trat zuerst durch Jakob in die Verwirklichung ein. Wenn jüdische Weise den großen, die ganze Weltanschauung umwandelnden Satz gesprochen:עיקר שכינה בתחתונים , die Haupt- und ursprüngliche Stätte der Schechina ist auf Erden; oder: wenn Menschen gottselig ihre Augen himmelwärts drehen und meinen, Gott oben suchen zu müssen, lachen die Engel sie aus und nennen sie Distelköpfe (ס"ח18); oder: wer im Freien wandert und lernt, und seiner Lehre unterbricht und spricht, wie schön ist dieser Baum, wie schön ist dieses Feld – wer also in der Anschauung der gottreuen Entwicklung eines Menschenlebens nicht eine alles verdunkelnde überstrahlende Herrlichkeit findet, so dass ihm dabei noch ein Auge für die Herrlichkeit findet, so daß ihn dabei noch ein Auge für die Herrlichkeit der Natur bleibt – der hat fast sein Leben verwirkt (Aboth III,9) solche und ähnliche Aussprüche verdanken wir dem Geiste Jakobs. Unter dem Einfluss der japhetischen Kultur flüchtet man sich aus dem „prosaischen“, „gewöhnlichen“ Leben in die Poesie der schönen Natur. Jakobs Erben finden Gott und alles Herrliche am ersten und nächsten im Hause. Das ist der Gegensatz jüdischen und nichtjüdischen Wesens. …

     

    V.13 Und siehe da, Gott – steht bei ihm und spricht: Ich bin Gott, der Gott deines Vaters Abraham und der Gott Jizchaks; das Land, auf dem du schläfst, gebe ich dir und deinem Samen.

     

    V.13…Es scheint hier mit großer Bedeutsamkeit אברהם אביך und dabei יצחק ohne solche Bezeichnung zu sein. Es dürfte dies wohl nie wieder vorkommen, daß der Großvater Vater genannt wird und gleichzeitig der Vater nur wie ein Fremder dabei steht. Es kann daher unmöglich von der leiblichen Abstammung die Rede sein. Vielmehr war Jakob in dieser Wendung alles gesagt. Jakob war Abrahams Sohn, Jizchak nur das Mittelglied. Geistig war Abraham Jakobs Vater. „Du bist der Sohn dessen, zu dem ich gesprochen; התהלך לפני והיה תמים, sei dessen Sohn und Erbe!“ In Jakob, dem ersten Erbauer eines jüdischen Hauses, gewinnt auch die abrahamitische Zukunft den ersten Anfang der Verwirklichung.  

     

    27-11-2020 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    26-11-2020
    Klik hier om een link te hebben waarmee u dit artikel later terug kunt lezen.Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH aus dem Kommentar zur Wochenabschnitt WAJÉZÉ
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    Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH

                  (1833 – 1900)

     

    הפטרת פרשת ויצא

     

    Aus dem Kommentar zur Haftoro Wajézé

     

    Hosea, Kap. 11, 12

     

    In dem unserer  Haftoro unmittelbar vorausgehenden Verse hatte der Prophet darauf hingewiesen, wie der Abfall bereits die traurigsten Folgen über das Land gebracht habe, wie das Schwert in allen Städten gewütet und alle künstliche Stützen vernichten habe. Und alle in Folge ihrer „wohl überlegten Grundsätze“, ממועצותיהם wie der Ursprung in Wahrheit aus Leichtsinn, Unwissenheit und vor allem aus Widerwillen gegen die vom Gottesgesetze geforderte Selbstbeherrschung und Unterordnung unter das Pflichtgebot hervorgegangenen Abfalls mit unverhüllter Ironie bezeichnet wird. Dem Volke war vorgespiegelt worden, wenn es das angeblich menschunwürdige „Joch des Gesetzes abwerfe“, so werde es in ungebundener Freiheit den Ertrag seines Bodens wie die anderen Völker genießen und in freundschaftlichem Bundesverhältnisse mit ihnen leben. Diese Erwartungen hatten sich nicht erfüllt. Vielmehr waren im Gegenteil die schweren Verhängnisse hereingebrochen, die im Gottesworte als Folge des Abfalls längst verkündet waren. Das hätte doch eigentlich, meint der Prophet, dem Volke die Augen öffnen müssen über die Wahrheit seiner vermeintlichen „Principien“ und über den Charakter der Männer, die es bisher als seine Lehrer und Führer verehrt hatte. Es hätte doch jetzt mit zweifelloser Klarheit erkennen müssen, daß der Weg, auf dem es sich befand, es unabwendbar ins Verderben führe und sein einziges Heil nur in der Umkehr, in der Rückkehr zu Gott bestehe. Doch nein! Stutzig waren sie durch die trüben Erfahrungen wohl gemacht, aber belehrt, zur klaren Erkenntnis gebracht, überzeugt?

     

    Kap.11, V.9 Darum führe ich meines Zornes Glut nicht aus, darum ziehe ich mich nicht ganz zurück Efraim zu vernichten; denn Gott bin ich, und nicht ein Mensch, werde in deinem Inneren der Heilige, wenn ich auch in keine Stadt eingehe.

     

    V.9. לא אעשה וגו', deshalb führe ich nicht aus, was mein Zorn eigentlich über euch verhängen würde und wenn ich nicht auch zurückziehe, so doch nicht in dem Sinne dich zu vernichten. Der Verlust deiner Selbständigkeit und des von dir vergötterten Bodens und seiner Güter, der Leidensweg des Exiles, deine Preisgebung an die fremden Mächte, als deren Repräsentanten hier Mizraïm und Aschur genannt werden: sie sind nicht dein Untergang, sie sind deine Rettung. „Denn der Allmächtige bin ich und nicht ein Mann“ – Wäre Jissroéls unsterbliche Lebensseele nicht Gotteswort und seine Erhaltung nicht Gotteswille, wäre es der Menschensatzung  was dich zum Volke machte und Menschenweisheit und Menschenwirken, was dich bisher im Völkerdasein erhielt: mit dem Verluste des gemeinsamen Bodens und mit der Zerstreuung  unter die Botmäßigkeit der fremden Völker wäre auch dein   nationaler Tod besiegelt gewesen. So aber ist es nicht. Ich bin der Allmächtige, auch das fremder Willkür preisgegebene, jedes äußeren nationalen Bandes beraubte Jisroel bleibt mein, nein, wird vielmehr mein, ich erziehe es durch die Geschicke, durch sie öffne ich sein Herz meinem Worte, und es huldigt mir in Heiligung seines Lebens, „ich werde in deinem Innern der Heilige, wenn ich auch in keine Stadt komme“, wenn es auch keine Stadt mehr gibt, die das mir dienende Jissroéll sein eigen nennen kann.

     

     

    V.10 Gott werden sie nachfolgen, wenn Er mit Löwenmacht ruft; denn mit Macht wird Er rufen, und dann werden sie als Kinder eifrig herbeieilen aus dem Westen. 11. Sie werden besorgt herbeeilen wie ein Vogel aus Mizrajim und wie eine Taube aus dem Assyrerlande, und ich werde sie über ihren Häusern wohnen lassen, spricht Gott.

     

    V.10 f. Die Macht der Ereignisse wird das Wunder dieser inneren Umkehr bewirken. Aus dem Donner der Ereignisse wird Gottes Stimme mit Löwenmacht zu ihnen dringen, wird sich mit Löwengewalt den Zugang zu ihnen bahnen  dann werden sie sich nicht mehr „תלואהם“ schwankend und im Zweifel darüber sein, wo für sie das Heil und wo die Wahrheit sei, ihres Vaters Stimme ist’s die sie ruft, und als בנים, von Heimweh ergriffen und von Sehnsucht beflügelt, –  ihre Sehnsucht giebt ihnen Schwingen (כיונה,כצפור ), – יחרדו, zitternd, daß noch etwas hemmend und trennend sich stellen könnte zwischen sie und ihren Vater, eilen sie in die Vaterarme ihres Gottes. –  Die Wiederholung des יחרדו, der Beflissenheit, des besorgten Eifers, – vergl.  Jes. 66, 2 und 5, וחרד על דברי , החרדים אל דברו – des dem Gottesrufe einst folgenden Jisroels der Zukunft lässt den Gegensatz zu der vollständigen Verständnislosigkeit der Massen und der frivolen Blasiertheit der Großen des damaligen Jissroéls dem Gottesworte gegenüber nur um so greller hervortreten. Ebenso zeichnen die Bilder כצפור,כיונה , den idealen Aufschwung im Gegensatz zu der Stumpfheit des Besitz und Genuss anbetenden Efraim, das, wie es unten V.9 heißt, auf alle Mahn- und Warnungsworte Gottes nur die eine stereotype Antwort hat: „Ich bin aber doch dabei reich geworden!“.

     

     

    Kap.12 V.3 Und einen Streit hat Gott mit Jehuda, und um über Jakob nach seinen Wegen zu verhängen, wird Er nach seinen Thaten ihm vergelten.

     

    V.3. Doch nicht von den Beziehungen zu den Völkern, nicht von dem diplomatischen Geschick der israelitischen und jüdischen Staatsmänner, sondern von seinem Wandel und seinen Thaten hängt Jissroéls und Juda’s Zukunft ab. Denn Gott ist es, der sein Geschick gestaltet, und nur nach Maßgabe seines inneren und äußeren Lebens verhängt er über es, es braucht bloß seine Hand von ihm abzuziehen und es ist wieder „Jakob“, das den äußeren Feinden Preisgegebene.

     

    Kap.12 V.4 Im Mutterschoße hielt er seinem Bruder die Ferse, aber durch seine Kraft wurde er der Überragende mit Gott.

     

    V.4 Diese Jakobstellung hatte das Besitz und Genuß vergötternde Volk gänzlich vergessen, hatte vergessen, daß es alles äußere Glück, Landbesitz und Selbständigkeit nur von seinem Gotte erhalten habe, um in Erfüllung des Gottesgesetzes die höchste Menschenbestimmung in geistig-sittlicher Größe zu verwirklichen.

    Es wird hier eine Parallele gezogen zwischen Jakob und dem Jakobsvolke. בבטן: in seiner physischen Stellung. עקב: die Ferse halten, Bezeichnung einer abhängigen, dienenden Stellung, ובאונו: Gegensatz zu בבטן,שרה : zu עקב. Seiner natürlichen Machtstellung nach, בבטן ohne seinen geistig-sittlichen Beruf als Träger des Gotteswortes, ist Israel unter den Brudervölkern das schwächste, abhängigste. Durch sein eigentliches Wesen, durch jene Kraft, die sein eigentliches Wesen bildet, wird es befähigt die weltgeschichtliche Höhe zu erreichen, auf der es sich „bei Gott“ erhält und dadurch, durch die Wahrheit, die es menschenpriesterlich verkündet, zum Überragenden zu werden.

     

    Kap.12 V.5 Einem Engel gegenüber wurde er der Maßgebenden und überwand, der weinte und erflehte von ihm Gnade, in Bethel wollte Er ihn finden und dort wollte er mit uns sprechen.

     

    V.5 Er wird zum Maßgebenden (וישר vonשור ) entweder: dem Engel gegenüber, oder: zum Engel, es erreicht seine Bestimmung, als Gottgesandter, als Gottesbote seinen Brüdern voranzugehn, wie es von der Bestimmung des Priesters inmitten Jissroels, Maleachi 2, heißt: מלאך ה' צבאות הוא

    Über die Vater Jakob in dem nächtlichen Kampfe mit Esau’s Genius gewordene, die weltgeschichtliche Zukunft seiner Kinder enthüllenden Offenbarung, auf die hier zurückgeschaut wird, vergl. Hirsch Commentar zu 1 B.M. 32,25ff. Als der Tag anbrach, da zeigte es sich, daß nicht der Jakob bekämpfende Genius Esaus’s, sondern daß Jakob ויוכל, es „vermocht hatte“, nämlich sich zu behaupten. Nicht Esau, sondern Jakob war der Sieger. Was Jakob in diesem nächtlichen Ereignisse erlebte und was der Engel ihm gegenüber aussprach und ihm verkündete, in בית אל wollte er ihn wieder finden und dort nicht עמו, mit ihm, sondernעמנו  mit uns sprechen: nicht für ihn, sondern für uns ward Jakob dies Erlebnis, und nicht für sich, sondern für uns empfing er Namen und Bestimmung „Jissroél“ zu sein.

     

    V.10 Und ich bin doch Gott, dein Gott vom Lande Mizraijm her! Ich werde dich noch wieder in Zelten wohnen lassen wie in den Tagen des Festes.

     

    V.11 Und deshalb habe ich gesprochen durch die Propheten und ich habe das prophetische Schauen gemehrt und durch die Propheten stelle ich die Zukunft im Bilde dar.

     

    Und eben weil die Zeit wieder kommt, wo du wieder in der Völkerwüste zu lernen haben wirst auf Gott zu vertrauen und in der Erfüllung des göttlichen Willens deines Lebens Inhalt und Glück zu finden, gerade deshalb habe ich Propheten geweckt und gesendet. –  ודברתי על הנביאים: „über die Propheten. Es wird hier ausgesprochen, wie Gott in diesen Zeiten des geistigen Verfalls das Prophetentum weckte. Während die große Mehrzahl des Volkes immer tiefer sank, für das Gotteswort alles Verständnis eingebüsst hatte und nur durch die trüben Erfahrungen des Exils wieder zur Besinnung  gebracht werden konnte, bewährten sich die herrlichen Männer, die ich später würdig fand mir Propheten zu sein, in erster Linie dadurch; daß sie mein Wort, das längst gesprochene, als über sie gesprochen, in Beziehung auf sie selbst aufnahmen und es sich zum Begriffe brachten. Indem sie dieses Wort zunächst zum Maßstab ihrer eigenen, individuellen Wirklichkeit und sodann ihrer zeitgenössischen Wirklichkeit machten, ging vor ihrem inneren Auge die Erkenntnis ihrer Zeit auf, und sie lernten sie vom Standpunkte des Gottesgesetzes aus mit Gottes Augen würdigen. Damit denn würden sie würdig, Werkzeuge und Empfänger des directen an Jissroel gerichteten Gotteswortes zu werden und Jissroél seine Zukunft zu enthüllen. Dadurch, daß ich „über“ die Propheten gesprochen habe ich חזון, das  geistige Schauen gemehrt.

     

     

    (AUS: Die Haftoroth übersetzt und erläutert, Frankfurt am Main 1896: S. 48-55  Kommentar zu Hosea Kap.11-12 .) 

    26-11-2020 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    25-11-2020
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    Rabbiner Dr. Salomon BREUER

                    (1850 – 1926)

     

    ויצא

     

    Belehrung und Mahnung zur Wochenabschnitt Wajétsé (Auszug)

     

    …

    Wir erkannten die innigen Beziehungen, in denen die Morgen- und Abendtefilla zu den Stätten stehen, an denen die Väter sie gesprochen. Das gleiche aber gilt auch von der Minchotefillo, die Isaak uns gelehrt.

    Isaak, in dessen Leben die Sonne sich allmählich dem Untergange nähert, , verrichtet seine תפלה an der Stätte, wo er seine zukünftigen Gattin Rebekka entgegen ging, um sie in das Hause seiner heimgegangenen Mutter zu führen: ויצא יצחק לשוח בשדה לפנות ערב וישא עיניו וירא והנה גמלים באים. –

    לפנות ערב Zu einer Zeit, da die Sonne sich ihrem Untergange nähert, verrichtet Isaak seine Minchotefillo uns in die Kraft leihen soll. Diese Zeit aber birgt ihren eigenen Gefahren, gegen die uns zu rüsten, Isaaks Minchotefillo uns die Kraft leihen soll. Ist einmal die „Nacht“ hereingebrochen, dann bleibt dem starken, jüdischen Bewußtsein nichts anders übrig, als mit Vater Jakob die Sonne zu schauen, vor der nach Gottes Ratschluß die Nacht einst weichen wird. Zur Minchozeit jedoch, wenn die Sonne sich langsam, aber sicher ihrem Untergange nähert, in der Zeit schwindenden Glücks, da pflegt der Mensch mit aller Zähigkeit an das einmal Erworbene sich zu klammern, um es mit allen, oft von Verzweiflung geborenen Mitteln sich zu erhalten.

    Da aber lehrt Koheleth jüdische Wahrheit, die uns gerade in solchen Lebenslagen stärkenden, aufrichtenden Mut einzuhauchen vermag:  וזרח השמש ובא השמש „Die Sonne geht auf, die Sonne geht unter“ – so übersetzt meinen die Weisen (מ"ר das.), enthalte der Vers eine Selbstverständlichkeit: וכי אין אנו יודעים שזרח השמש ובא השמש „Wissen wir denn etwa nicht, daß die Sonne auf- und untergeht?“ „אלא עד שלא ישקע הקב"ה שמשו של צדיק זה הוא מזריח שמשו של צדיק חברו וכו'  עד שלא השקיע הקב"ה שמש של שרה הזריח שמשה של רבקה בתחלה הנה ילדה מלכה גם היא בנים ואח"כ ויהיו חיי שרה ויביאה יצחק האהלה שרה אמו “ Vielmehr will uns der Weise lehren, ehe noch Gott die Sonne eines Gerechten aufgehen: ehe die Sonne Saras untergegangen, war die Sonne Rebekkas bereits aufgegangen – von ihrer Geburt berichtet die Thora, ehe sie sich anschickt, vom Tode Saras zu erzählen – und es war Rebekka, die Isaak in das Zelt Saras heimführte. –

    Was aber vom Leben und Scheiden der Pflichtgetreuen gilt, gilt für alle göttlichen Lebensschickungen: nur unser kurzsichtiges Auge sieht die Sonne in ihrem Untergang, wo in Wahrheit Gottes Waltung uns eine Sonne wieder aufgehen läßt.

    Welche Stätte wäre daher geeigneter gewesen, an der Isaak seine Minchotefillo hätte verrichten können, als die, wo ihm seine zukünftige Gattin entgegenging, deren Sonne ihm aufgegangen war, ehe mit dem Heimgang seiner Mutter die Sonne ihm erloschen schien?

    Wenn Isaak uns in Wahrheit תפלת מנחה beten gelehrt hat, dann laßt uns zur Minchozeit vor Gott bekennen: שכשם שזיכיתני לראות חמה בזריחתה כך תזכני לראותה בשקיעתה Wir wollen auch zur Zeit, da in unserem Leben die Sonne sich ihrem Untergang nähert, die aufgehende Sonne schauen, die sicherlich Gott längst unserem Leben beschieden hat – und aus diesem hoffenden Vertrauen zu Gott auch während der Minchozeit die Kraft zu einem pflichtgetreuen Leben uns stärken. –

    So lehren uns die Väter entsprechend den verschiedenen Tageszeiten vor Gott תפלה sprechen und in allen Lebenslagen unerschütterliche Treue geloben. „Ich, so spricht der Psalmensänger (Kap. 55), ערב ובקר וצהרים אשיחה hole abends und morgens und mittags die Kraft mir im Gebet – Gesetzlose אשר אין חליפות למו ולא יראו אלקים glauben an keinen Wechsel und fürchten nicht Gott“, sie leben nur dem Augenblick: sie macht daher das Sonnenglück übermütig, und die Nacht stürzt sie in Verzweiflung, und schwindendes Glück raubt ihnen jeden inneren Halt.

    Wir aber sind יודעי חליפות, uns lehren die Väter in den תפילות die Kraft gewinnen, die wir für alle Lebensverhältnisse benötigen: uns kann das Glück nicht übermütig machen, die Nacht nicht zur Verzweiflung bringen, und sehen wir die Sonne scheiden, dann holen wir uns vertrauensvolle Festigkeit aus dem Bewußtsein: וזרח השמש ובא השמש.

     

     

    Quelle: Belehrung und Mahnung Aus nachgelassenen Schriften von Rabbiner Dr. Salomon BREUER* Erster Teil: Genesis  J. Kaufmann Verlag/ Frankfurt a.M. 1930 S. 58-67

    25-11-2020 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    24-11-2020
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    Schriften zur Aufklärung über den Zionismus 

    N° 2 „Der Zionismus, seine Theorien, Aussichten und Wirkungen“

    Herausgegeben vom Antizionistischen Komitee Berlin 1913

     

    II.DAS WESEN DES ZIONISMUS

    … …. Das Judentum ist eine Religion! Es berührt geradezu merkwürdig, daß man geschichtliche Tatsachen, die mit solcher Wut in die Menschheitsgeschichte eingegriffen haben, daß sie Selbstverständlichkeiten, darstellen, noch erheben muß. Das Judentum ist seit der Zerstörung des Tempels nie etwas anderes gewesen, und überall, wo es auf die Geschichte der Welt eingewirkt hat, kam nur das religiöse Moment in Frage. Der Zionismus will es anders!  Er erblickt im Judentum in erster Reihe eine Nation und zieht daraus seine Folgerungen, er wandelt den Charakter  unserer Gemeinschaft in das Gegenteil um.

    Nun läßt sich nicht bestreiten, daß das Judentum einstmals eine Nation war, als eben noch der Tempel sich erhob. Aber das war in Zeiten,  als man die Unterschiede zwischen nationaler und religiöser Einheit noch nicht so faßte wie heute und der Gedanke an eine Religion, die über die Grenze der Nation hinausgriff erst  dunkel in den Köpfen aufzudämmern begann.  Gerade in unserem Judentum entstand eben zum erste Male der Begriff einer Ewigkeitsreligion, und das war  der Grund daß diese Gemeinschaft als allererste ihre nationale  Zertrümmerung überleben und als bloße Religion fortbestehen konnte, obgleich der Römer sich die größte Mühe gegeben hatte der jüdischer Staat mit eiserner Hand für immer aus der Reihe der Nationen zu vertilgen. Wäre das Judentum anderen Nationen wesensgleich gewesen, so wäre es untergangen, genauso wie Hellas und das gewiß mächtige Rom. Es war aber mehr, es hatte Ewigkeitswerte, und indem es sie betonte, erhielt es sich. Seit der Zerstörung des Tempels ist das nationale, vergängliche Moment zurückgetreten, während das religiöse immer mehr betont worden ist, und nur darum erhielt sich das Judentum, weil es Träger von Ideen war,  die stärker sind als Völker und Nationen. Die engen Fesseln nationaler Beschränkung waren gesprengt und die universale Weltreligion sowie der Glaube an des Judentums Aufgabe,  durch treues Festhalten an diese Religion, die Welt für den reinen Gottesglauben zu erobern, waren ein Inhalt, wie er erhabener und größer nicht gedacht werden konnte.  Zu allen Zeiten ist die gewaltige Größe dieser Ideen in Jissroél empfunden und erkannt worden.

    … …

     

    (wird fortgesetzt)

     

     

    Mit Dank an Frau Manja BURGERS, Antiquarische Buchhandlung „Spinoza“ in Amsterdam

    http://www.spinozabooks.com

     

    Mit Dank an Herr Marcel, der uns vergangene Woche auf einen Fehler in der Nummerierung hingewiesen hat!

    24-11-2020 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    23-11-2020
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    Rabbiner Dr. Pinchas KOHN

            (1867-1942)

     

     

    DER ALTE WEG

     

    Das Träumen, so sang schon König David, ist eine unentbehrliche Begleiterscheinung der Erlösung. Gewiß jede Erlösung versetzt als das Wunderbare die Menschen in einen Traumzustand, aber nicht jeder Traum bedeutet die Erlösung.

    In dem Ringen der Seelen um einen Sinn der Tatsachen während des Krieges, glaubten viele Menschen es müsse eine bessere Zeit anheben, damit die unerhörten Opfer nicht vergeblich gebracht worden wären. Auch jüdischen Menschen träumten also. Da noch jede epochale Wendung in der Weltgeschichte nicht ohne Rückwirkung auf jüdisches Geschick verblieb, ahnte man, wusste man sogar, daß wieder einmal – עת פקידה nannten es die Alten – Jissroél am Vorabend einer Wandlung stand. Das Bild ist unterdessen klar geworden; auf der eine Seite eine Verschärfung des Galuth in ägyptischer und mittelalterlicher Form, auf der anderen Seite das Hineinragen von Erez Jissroél in den Mittelpunkt des Denkens und Schaffens auch solcher Juden, welche noch vor einem halben Jahrhundert jede Erinnerung an die Zionsverheißungen des Allmächtigen zu tilgen für gut und notwendig hielten. Man könnte sogar einen inneren Zusammenhang zwischen diesen beiden Erscheinungen vermuten; tatsächlich ist ja die Befürchtung Max Nordaus in etwas anderem Sinne Wahrheit geworden. Palästina droht ein Nachtasyl zu werden. In den wirtschaftlichen Nöten zeigt sich eine fluchtartige Sehnsucht nach Palästina und die Tragik des ganzen Komplexes liegt darin, daß die Pforten auch dieses Nachtasyls nicht mehr offen sind. Es ist ganz müßig zu fragen, ob es anders hätte kommen können.

     Umsomehr aber erwächst für die Erben der Chalukagründer die ernste Aufgabe, der Situation gerecht zu werden. Diese Erben sind allerdings nicht organisiert und es zeigt sich jetzt mit aller wünschenswerten Deutlichkeit, welch eine Kurzsichtigkeit es war, daß die Kolalim (die landmannschaftlichen Vertretungen der Chaluka) nicht zu einer einheitlichen Linie in Bezug auf ihr ureigenstes Gebiet zu bringen waren. Denn was wollten die Begründer der Chaluka, der vielgeschmähten? Sie wollten der Anschauung zum Siege verhelfen, welche das wohnen in Palästina in unlöslicher Verbindung mit Einstellung des Daseins auf lückenlose Hingabe an die Thora im Forsche und Erfüllen bringt. Man darf wohl in diesem Zusammenhang davon reden, daß fast alle Bewohner der Städte in Palästina ob Juden oder die Anhänger der verschiedenen christlichen Konfessionen mehr oder weniger Pensionäre ihrer Gesinnungsgenossen waren und zum guten Teil noch sind. Merkwürdiger Weise machen sich ähnliche Versuche auch jetzt im Islam geltend. In welcher Weise die Subventionierung erfolgt, dürfte ziemlich belanglos sein.

     Sind aber die Kolalim bzw. ihre Vertreter (Nesiim) wirklich und ernstlich diese Erben, so haben sie im Augenblick eine sehr ernste Augabe. Man wäre versucht, zu sagen, daß der historische Moment für diese Kreise gekommen ist.

     Denn füglich wird man sich heute in allen Kreisen darüber klar, daß der Kernpunkt dieser ganzen Palästinafrage sich letzten Endes auf die Frage Europa oder Orient zuspitzt.

     Vor mehr als zwei Jahre hatten wir in der Wiener „Jüdischen Presse“ diese Frage zur Debatte gestellt, allerdings ohne nennenswerte Reaktion. Neuerdings hat, in einer allerdings ganz anderen Sphäre Dr. Kadmi Cohen diesen Punkt aufgegriffen. (Dr. Kadmi COHEN, Ein Beitrag zur  Frage des Großzionismus, Paris „le Triangle“. Eine Besprechung dieser ganz eigenartigen Ideenfolge bleibt vorbehalten.) So lange die Einwanderer nicht entschlossen sind, sich etwas weniger gegen die Orientalisierung zu wehren, wird der Konfliktsstoff in der Umgebung stetig wachsen. Denn der Gegensatz Araber – Juden ist nicht bloß ein machtpolitischer, sondern in seinen letzten Wurzeln ein kulturpolitischer. Nun haben aber alle orientalische Völker als Protest gegen die Materialisierung der Lebensbeziehung eine Art von Reservation für rein geistige, nicht auf Erwerb abzielende also, wie man heutzutage beliebt, unproduktive Tätigkeit und für die Pflege des Gemütslebens geschaffen. Dieses hat ebenso die Brahminen, die Lama, wie auch die Derwische geschaffen. Man geht fehl, wenn man darin bloß etwa eine Erfindung  schlauer und berechnender Priester  erblicken wollte; vielmehr entsprachen derartige Einrichtungen und Personengruppen den inneren Sehnsuchtsbedürfnissen eines Volkes. Und es ist wahrlich ein nicht gutes Zeichen für den Geist einer Zeit, wenn man auch derartige Reservationen nur von dem Gesichtswinkel materieller, produktiver Interessen betrachtet, bekämpft, vernichtet. Dagegen wehrt sich alles was Orient heißt. Übrigens könnte man diesen Faden weiter ausspinnen und behaupten, daß bis tief in die Neuzeit auch im Occident solche Erscheinungen sich geltend machten und sich bewährten, bis der Mangel an Ehrfurcht von der Welt des Geistes und Gemütes einerseits, allerdings auch andererseits gewisse Entartungen im Kreise dieser Erscheinungen und die Sieghaftigkeit des Chassidismus ist auch heute noch eine solche Reservation in nuce. 

    Blickt man auf die Vergangenheit im Galuth zurück, so erkennt man, daß der Rettungsanker in kritischen Zeiten, die Freude der ruhigen Tage – die Kehilla war, ohne staatlichen Zwang die Heimstätte idealer Bestrebungen. Will man nun ernstlich den Versuch machen, trotz aller modernen Bestrebungen, trotz aller Wirtschaftlichkeiten, trotz der Säcularisierung des jüdischen Volksbegriffes, dem heiligen Land noch irgendwie den Charakter der Heiligkeit zu wahren, so müssen dort Kehillaus entstehen. Wir sind überzeugt, die Begründer der Chaluka würden den letzten von ihnen gesammelten Pfennig so verwerten, daß eine Kehilla alten Stils in allen Siedlungen, im heiligen Lande entstünden, für die Kreise, welche mit einem gewaltigen, im Occident nicht erkannten und deshalb nicht gewürdigten Heroismus sich der Säcularisation zu erwehren versuchen. Es wäre Aufgabe der Aguda, den Kolalim dieser Situation klar zu machen, es wäre Aufgabe des Rabbinischen Rates, den gesamten Occident über die Vordringlichkeit dieser Aufgabe aufzuklären.

    Die so geschaffene Kehilla müsste eben diese Reservation werden, ihr müsste als Trägerin des Schulwesens die Erziehung der kommenden Generation überantwortet werden. Der neue vom Highcommissar veröffentlichte Entwurf von Normen für das Erziehungswesen wird über kurz oder lang ja doch dazu zwingen, allen Schulen, Gemeinden als Träger zu geben.

     Sie müsste sich so aufbauen, wie die alte Kehilla und sie müsste einen so weiten Rahmen spannen, daß alle, die Gegner der Säcularisation sind, darin Raum finden, behaglichen Raum. Da könnte man auch wieder einmal den Versuch machen, die soziale Fürsorge nach den Normen des Schulchon Oruch zu betätigen.

    Es ergibt sich dann ein interessantes Gegenspiel. Auf der eine Seite der ganz in den Anschauungen des Occidents befangene Zionismus, dem gerade deshalb Galuth, sinnlos geworden ist, der in Palästina auch das köstlichste Erbe des Galuth, die Kehilla, in seinen Bahnen zu zwingen versucht und sich dabei recht – galuthmäßig der nichtjüdischen staatlichen Macht zu bedienen versucht mit mittelalterlicher Entrechtung des alten Jischuw, auf der anderen Seite die Kehilla, welche die Geheimnisse ihrer Konstruktion einer Zeit entlehnt, in der idealistische gottesgerichtete Träume und Bestrebungen den Kulturinhalt des jüdischen Volksbegriffes bildeten.

    So könnte es in Palästina tagen. Es wäre ein Sieg des Orients.   

     

    Rabbiner P.Kohn, Wien. 

    in „NachAlass Zwi“ 5692, 1931/32 S. 206-209

     

     

    Dieser Text ist Teil unseres Studienprogramms des Sommers 5768 (2008)

    23-11-2020 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    22-11-2020
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    ויצא

     

    יי לי לא אירא, מה יעשה לי אדם ?

     

     

    Gott war mir, darum fürchtete ich nicht; was kann der Mensch mir tun!

    (Psalm 118,6 Übersetz. Samson Raphael Hirsch)

     

    1.

    Ist Gott mit mir, ich zage nicht

    In Leid  und tiefen Nöten,

    Und wenn der Hoffnung Anker bricht –

    Ist Zuflucht noch im Beten.

     

    2.

    Ich baue nur, mein Gott, auf Dich,

    Wenn Menschen mich bedrücken,

    Du, guter Vater, schützest mich,

    Und meine Wege glücken.


    Aus: Erbauungsbuch „Bibel- und Talmudschatz“ J.H. Kohn S.84  13.Auflage Hamburg 5691 – 1931

    Die beste Anschrift für antiquarische Judaika:

    Antiquarische Buchhandlung „Spinoza“ in Amsterdam

    Inhaberin: Frau Manja BURGERS

    http://www.spinozabooks.com



    22-11-2020 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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