Welkom op de blog van de studievereniging JESJOEROEN, Thora tegen nationaal-jodendom (sionisme)
Thoratrouwe antizionistische inzet en anti-imperialistische solidariteit. U vindt hier Rabbijnse teksten (vooral Samson Raphael HIRSCH strekking), nieuws en achtergrondinfo.
Bienvenue sur le blog de l'association d’études rabbiniquesYECHOUROUN, Thora contre national-judaïsme (sionisme).
Nous proposons des textes rabbiniques, (surtout de l’école de Samson Raphael HIRSCH) ainsi que des infos et documentations, le tout avec engagement antisioniste et solidarité anti-impérialiste, inspirés par la fidélité à la Thora. Visitez notre blog similaire en langue française: www.bloggen.be/yechouroun .
Willkommen im Blog des Studienverbandes JESCHURUN, Tauro gegen Nationaljudentum (Zionismus).
Wir bieten Rabbinische Texten (hauptsächlich von der Samson Raphael HIRSCH Tendenz – meistens in deutsche Originalfassung), sowie Nachrichten und Hintergrundinformationen, im ganzen mit Thoratreues antizionistisches Engagement und anti-imperialistische Solidarität.
Welcome to the blog of the Study Association YESHURUN, Thora against Nationaljudaism(Zionism).
We propose Rabbinical texts (mostly from the S R HIRSCH tendency), news and information, the whole inspired by Thora-true anti-Zionist Commitment and anti-imperialist Solidarity.
Kap.32, 4 הצור וגו' In Beziehung zu Jissroél spricht daher die Bezeichnung Gottes als צור die doppelte Gewissheit aus. Jissroél hat in Gott den ewigen Halt seines geschichtlichen Daseins. Gott will, daß es sei, darum geht es nimmer verloren. Allein Gott will auch eine bestimmte Art
Seines Seins, die Er ihm in seinem Gesetze offenbart. Diesen Anforderungen kann sich Jissroél nimmer entziehen. Sie sind ebenso unwandelbar wie Gottes Sein und Wollen. Und welche Geschickeswandlungen Jissroél auch durchmachen hat, sie haben alle die endliche Verwirklichung dieser Gottesbestimmungen an Jissroél und durch Jissroél zum Ziele, sie sind eben nichts als die gestaltenden Hammerschläge der unwiderstehlichen Gestaltungskraft der göttlichen Waltung, כי ביה ד' צור עולמים (vergl. zu 4 B.M. 8,4) Daher der Name צור das Charakteristikon der שירת האזינו, in ihm liegt der Schlüssel dieses Gottes Waltungen an Jissroél, mit Jissroél und durch Jissroél schauend offenbarenden Gesanges.
V.6 Fragt euch doch: Gott wollt ihr das vergelten?
Entwelkes, mit nichten weises Volk!
Ist Er nicht dein Vater, der dich sein eigen nennt,
deine Bestimmung gab?
V.6 נבל ,עם נבל ולא חכם - siehe zu 1 B.M. 34,7 und 2 B.M.18,17). Im Zusammenhange mit der Frage הלד' תגמלו זאת tritt die eigentliche Bedeutung von נבל in voller Prägnanz vor. Beide bezeichnen ja ursprünglich Beziehungen des Pflanzenlebens, גמל die vollendete Fruchtreife, נבל das fruchtversagende Welken. Alles, was Gott für Jissroél und an Jissroél getan, die besondere Führungen der Geschicke wie die Lehren und die Vorschriften seines Gesetzes, alles hatte den einen Zweck, die Saaten des Lichts und des Lebens in Geist und Gemüt des Volkes zu streuen, die in Früchten der Erkenntnis und der Tat im Einzel- und Gesamtleben aufgehen sollten. Das Volk aber ist נבל, ist geistig und sittlich welk geworden. Die mit so vielen Veranstaltungen begonnene Gottespflanzung hat es noch bevor sie zur Blüte aufgehen konnte welk werden lassen, und steht es, statt ein mustergültiges Volksleben zu entwickeln, als עם נבל, als ein geistig und sittlich abgewelktes Volk da, ולא חכם, das keineswegs, wie es sich dünkt und wie es in der Mitte der Völker ein עם חכם ונבון (Kap. 4,6) hätte sein sollen, weise ist, nicht, wie ja חכם bedeutet (siehe 2 B.M. S.363) die gegebenen Wahrheiten in sich aufgenommen, aus welchen allein die wahre Erkenntnisse und richtige Grundsätze fürs Leben sich ergeben. So auch im ספרי:עם נבל לשעבר ולא חכם לעתיד לבא .
הלא הוא אביך קנך, wenn er dich sein eigen nennt und über all dein Sein und Wollen, über alle deine inneren und äußeren Kräfte und Mittel in seinem Gesetze disponiert, hat er nicht ein Recht dazu und sollte dir nicht zugleich das unerschütterliche Bewusstsein innewohnen, daß er allein diese Verfügungen, mit allen Anforderungen und Versagungen nur dein Bestes will! Ist es doch dein Vater, der also über dich verfügt, bist du doch ganz eigentlich völkerrechtlich sein Erzeugtes. Dein Ganzes völkerrechtlichen Dasein ist ausschließlich sein Werk. Ohne Ihm wärt du überall nicht da. Inmitten der sich gestaltenden Völkerbildungen hat allein Er vom ersten unscheinbarsten, individuellen Anfang grundlegend dich zum Volke erzeugt und erzogen. Was andere als Menschen sind, bist du zugleich als Volk: Gottes Geschöpf. Er hat also ein ausschließliches Recht an dich, und zugleich bürgt dieser ganze Ursprung dir, daß was Er, dein Vater, von dir fordert, nur deine, seines von ihm erzeugten Kindes, Wohlfahrt bezweckt.
V.9 Denn Gottes Teil ist sein Volk,
Jaakob das ihm zugefallene Erde.
V.9כי חלק ד' עמו Gott ließ Jissroéls Söhne nicht in dem für sie bestimmten Lande zum Volke heranwachsen und sich unter den von diesem Lande gegebenen Bedingungen und Einflüssen zu einem Volke entwickeln und ausbilden, ließ es vielmehr im Gegensatz zu allen anderen Völker ohne Land ein Volk werden und dann ein im Gegensatz zu allen andern bereits völlig kultiviertes und angebautes ja wie wir 3 B.M. S.585 anzumerken hatten, in seinen vorgefundenen Bodenkultur- und Städtebauverhältnissen gewissermaßen stabil zu erhaltendes Land in Besitz zu nehmen, weil חלק ד' עמו, weil dieses Volk als Volk, Gottes Volk, Gott angehörig, mit seinem Volkwerden Gott zu Teil sein und bleiben sollte. Was den anderen Völkern ihr Landesboden ist, das ist Jissroél seine Beziehung zu Gott. Wenn andere Völkern mit ihrem ganzen Sein und Werden in ihrem Boden wurzeln, aus ihm und an ihm, in dessen Überwindung, Aneignung, kultivierender und anbauender Umwandlung zum sozialen Menschenboden und unter dessen klimatischen Einflüssen die Bedingungen ihrer physischen, geistigen, sittlichen und sozialen Kulturentwicklungen schöpfen, und daher die in dem Rahmen ihrer Völkerkultur ihnen fühlbar wirkenden Potenzen und Mächte vergöttern und als ihr Völkergedeihen bedingende Gottheiten verehren: soll Jissroél seine physische, geistige, sittliche und soziale Kultur von Gott gestaltet mitbringen ins Land, soll sich und sein Volksleben nicht dem Lande, sondern das Land sich und seinem von Gott festgestellten Volksleben unterwerfen und so mit seinem Volksdasein, seinem Volksleben und Volksgedeihen, im Gegensatz zu den Verirrungen und Wahngeburten der Völker, Gott als die einzige wirkliche und wahrhaftige Macht und Quelle aller Völkerwohlfahrt proklamieren ולקחתי אתכם לי לעם sprach Gott an Jissroéls Leiden umnachteter Volkeswiege, und dann erst: והבאתי אתכם אל הארץ וגו' (2 B.M.6,7 u.8).Andere Völker sind in tiefem Grundeחלק ארצם , Jissroél ist nach Ursprung und Bestimmung:חלק ד' .
יעקב חבל נחלתו. Darum heißt die Wurzel dieses Volkes nicht Jissroél, sondern Jaakob, eine Menschenfamilie, die als יעקב bodenlos und heimatlos den ganzen Leidenskelch austrinken musste, welcher bodenlosen und heimatlosen und darum, nach Anschauungen der Völker, rechtlosen, nirgends berechtigten Menschen inmitten eines auf Bodenbesitz und Landeshoheit machtstolzen Volkes kredenz ward, das von der eingeborenen unverlierbaren Hoheit des Menschen als Menschen nichts mehr wusste. Jaakob, in allem die Ferse haltend, in welchem die Menschen sonst ihren Halt und ihre Größe suchen;ohne Boden und ohne Macht, und darum ungeübt und nimmer glänzend in den Erfindungen, Künsten, Wissenschaften und Fertigkeiten, die der Menschengeist in seinem Ringkampf mit der Natur und den mitstrebenden Einzel- und Volksgenossen zu dem Aufbau und Ausbau eines Einzel- und Volksleben erwirbt und darin triumphierend die Menschengröße feiert; Jaakob, יעקב חבל נחלתו, Jaakob,um der Armut und des Glanzlosen seiner Erscheinung willen von dem Symposion der Völker zurückgewiesen, fiel gleichsam als Los Gott zum Erbe. Alle anderen Völker konnten, so zu sagen, Gott nicht, und noch weniger konnten sie sein Gesetz gebrauchen. Es waren andere Götter, deren Gunst vermeintlich sie groß machte, und vor allem waren es andere Ziele und andere Motive, in welchen sie das Regime ihres Lebens suchten und schöpften. Für ein auf dem Gottesdiktaten der Sittenheiligung, der Wahrheit, des Rechts und der Liebe sich aufbauendes Leben, das in jeder Füge die alleinige Gottesherrschaft auf Erden und über die Erde zur Anschauung bringen soll, da war kein Raum, wo mit der Jubelruf: wir wollen uns einen Namen machen! der Turmbau des menschengeschichtlichen Ruhmes eingeleitet war. Nur Jaakob, das aus sich nichts hatte, dem keine der von den anderen Völkern als Gottesmächte verehrten Potenzen etwas gewährte, noch gewähren konnte, das alles nur aus Gottes Hände zu empfangen hatte und empfing, nur Jaakob war das geeignete Gefäß für Gottes Menschheitszwecke auf Erden, nur es konnte als Jaakob die Sendung empfangen, Jissroél zu sein: die Gottesherrschaft und deren Huldigung durch ein pflichtgetreues Leben inmitten der Völker zu verkünden.
15. Da ward Jeschurun fest und da schlug es aus
So oft du fest wardst, wurdest du feist und übermannt vom Fett
Da verliess es Gott, der es gebildet hatte,
Und betrachtete als wertlos den Hort seines Heils.
V.15 וישמן וגו'Wir begegnen hier das erstemal den Namen Jeschurun. Es bezeichnet Jissroél nach seiner idealen Bestimmung, das in dem Charakter ישר, des Geraden, seiner Bestimmung ohne Abweichung Entsprechenden, seine Bezeichnung findet. Vergl. זבולון und זבל. Es hieß oben: Gott wollte es die Doppelhöhen der irdischen Ziele ersteigen lassen, die höchste materielle Wohlfahrt und die höchste geistige und sittliche Vollendung. Sollte Jissroél ja in einem leuchtenden Beispiel zeigen wie ein vollendetes geistig sittliches Pflichtleben keineswegs auf irdisch heiteres Glück notwendig zu verzichten habe, vielmehr der höchste Grad von Sittlichkeit sehr wohl mit dem höchsten Maß irdischen Glückes vertrage, ja sich eben in einem solchen zu bewähren und alle irdischen Mittel und Genüsse in geistigen Errungenschaften sittlicher Pflichttaten umzusetzen habe. Als aber dem diesen sittlichen Ideale bestimmten Jeschurunvolke zur Lösung seiner Aufgabe sinnliche Güter und Genüsse in Fülle geworden, als es aus der Wüste zum Lande von Milch und Honig gelangt war, da wurde es fett und schlug es aus. שמנת עבית כשית ist eine Anrede in Parenthese an das Moses gegenwärtige und jedes künftige, sein שירה-Wort lesende Volk. Sie enthält die Quintessenz der ganzen jüdischen Geschichte. In Leiden hat sich das jüdische Volk meist großartig bewährt. Allein Glück hat es noch selten ertragen. So oft es fett wurde, wurde es feist und vom Fett überwuchert, eigentlich bedeckt. כשית scheint Pual zu sein, wie כסו הרים צלה (Ps.80, 11) Berge wurden von seinem Schatten bedeckt. כסו פניו חרולים (Prov. 24, 31) seine Fläche war mit Dornen bedeckt.Es würde dann allerdings das Dagesch im שׂ fehlen, wofür sich jedoch Beispiele finden יוקשים בני אדם (Pred. 9,12), לב הותל הטהו (Jes.44,19) Oder כשׂה hat die intransitive Bedeutung: bedeckt werden wie כסה die aktive, bedecken. Der Sinn ist: je mehr markiger, fetter Nahrungsstoff dem Körper zugeführt wird, umsomehr sollte er den Überfluß an Stoff in Kraft und Arbeit umsetzen, um so erhöhter sollte seine Tätigkeit und Leistung sein. Dann beherrscht er die Fülle und bleibt körperlich und geistig gesund und hat durch die größere Leistung einen größeren sittlichen Wert. Unterläßt er dieses aber, so lagert sich der unverbrauchte Nahrungsstoff in seinem Körper hat, er wird korpulent, feist, und statt die Fülle zu beherrschen, wird er, sein eigentliches geistiges, tätiges Selbst, von dem Fett übermannt und geht darin unter. Das ist Jissroéls Geschichte. Es hat Fülle und Überfluß nicht zu erhöhten geistigen und sittlichen Leistungen, nicht zur vollerer Lösung seine Aufgabe benutzt; seine sittliche Vervollkommnung hat nicht mit seiner glücklicheren äußeren Lage Schritt gehalten; es hat nicht verstanden, Herr seines Reichtums und seines Glücks zu bleiben, hat sie nicht in sittliche Pflichterrungenschaften umzusetzen gewußt, es hat sich vom Reichtum und Glück übermannen und sein besseres,geistiges, sittliches Selbst darin untergehen lassen.
Rabbiner Dr. Mendel Hirsch zur Haftoroh des Wochenabschnittes Haasinu
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH
(1833 1900)
הפטרת האזינו
Aus dem
Kommentar zur Haftoro des Wochenabschnittes Haasinu
Joel Kap.2, V.15
An die Worte Hoseas,
die den Anfang der Haftora bilden (Siehe oben S.368, den Commentar S.64) mit ihrer Fortsetzung mit ihrer Aufforderung
zur Rückkehr und dem Ausblick auf den einstigen Sieg des Guten schließt
sichsodann ein sinnverwandter Abschnitt
aus einer ergreifenden großen Rede des Propheten Joel. Als Vorläufer der großen
nationalen Katastrophe des staatlichen Untergangs hatte er eine schwere
Verheerung durch Heuschreckenschwärme zu verkünden gehabt, die die ganze Vegetation
vernichten und das blühende Land in eine Wüstenei verwandeln würden. Durch
aufrichtige Besserung aber hätte Jissroél die Heimsuchung abwenden können, denn
daran erinnerte er das verblendete Volk nicht plötzlich, nicht ohne vorhergegangene Warnung und Mahnung zur
Rückkehr war sie eingetreten. Gott hatte seien Ruf ergehen lassen vor seinem
Heere! Doch umsonst, die Warnung war ungehört verhallt. Jissroél möge nun
nicht wähnen, damit sei die Reihe der Heimsuchungen erschöpft: Unendlich groß
istSein Lager, denn unwiderstehlich ist
jedes, auch das an sich kleinste Werkzeug der Vollbringung seines Wortes.
Undmit den Worten: Denn groß ist der
Tag Gottes, und wer erfaßt ihn? hatte er auf den drohenden Untergang des
Staates und auf das Galuth hingewiesen und dann fortgefahren: Und selbst jetzt
noch ergeht der Spruch Gottes: Kehret zurück bis zu mir mit eurem ganzen
Herzen, mit dem Fasten, mit dem Weinen und mit der Klage! Und zerreißet euer
Herz, und nicht eure Herz, und kehret zu Gott, eurem Gott zurück! Dem
gewährungsbereitund sein Geschöpf
liebend ist er, lange geduldend und reich an Liebe und bereit zur Änderung
seines Unglück verhängenden Beschlusses. Dann werden die Verheerung in
Wahrheit reichen Segen hinterlassen haben (Joel 2, 11-14). Das
folgende bildet nun die weitere Ausführung dieses Gedankens.
(Die Haftoroth
übersetzt und erläutert, Frankfurt am Main 1896: S. 377 392 )
Es gibt auch sonstim Jahre Momente, die zu sühnen und Reinheit anzubahnen vermögen יסורין מכפרין, מיתה מכפרת leidvoller Verhängnis, durch das Gottes erziehende Gerechtigkeit uns aus Verirrungen und Entfremdung zu sich zurückführt, aber auch die bange Todesstunde hat ihre läuternde und sühnende Kraft gar oft bewährt. Und doch, nicht Todesschrecken oder Leidensnot soll uns nun in Gottes Nähe führen, nicht Gottes strafende Gerechtigkeit uns Anlaß geben, seine verzeihende Nähe zu suchen כי ביום הזה dieser Tag soll in uns die Sehnsucht, die Kinder nach dem Vaterhaus zieht, in den das Bewußtsein dessen lebt, was Kinder ihrem Vater schulden und was allein väterliche Liebe ihnen zu gewähren vermag. Das seinem Vater entfremdete Kind, das, von Not und Elend heimgesucht, die Sehnsucht nach dem Vaterhause fühlt, führt ja nicht kindliche Liebe in die Nähe des Vaters, es ist die Not und die Enttäuschung, die es veranlaßt haben, sich des Vaters zu erinnern. Es kann daher auch nicht erwarten, daß sein Vater bei aller Nachsicht seiner Entfremdung nicht mehr gedenke; vielmehr wird der Vater abwarten, ob es sich für die Folge die Pflichten bewußt bleibt, die das Vaterhaus ihm auferlegt.Das Kind jedoch, dem die Fremde alles gegeben, was Menschenleben zu beglücken vermag, in dessen Herzen aber dennoch die Sehnsucht erwacht nach dem Vaterhaus, weil es erkannt hat, daß alle Güter der Welt die Öde und die Leere aus seinem Leben nicht zu bannen vermögen und nur die Heimkehr in das Vaterhaus ihm die Ruhe und den Frieden bringen könnte, dieses Kind darf der reichen, verzeihenden Liebe des Vaters sicher sein.
כי ביום הזה יכפר Eine solche Heimkehr möchte der Jaum hakippurim anbahnen keine Thschuwo מיראה, zu der die Furcht vor Gottes strafender Gerechtigkeit(מדת הדין) den Anlaß gibt, תשובה מאהבה die Thschuwo, die der Ausfluß ist kindlich liebender Sehnsucht nach Gottes Nähe, weil nur seineNähe unser Leben aus trauriger Öde und Leere zu retten vermag, und die in unsrem Herzen den einen starken Vorsatz nährt, uns fortan der Gottesnähe würdig zu erweisen und seiner väterlichen Führung uns anzuvertrauen, sie führt uns an diesem Tage zu Gott, und לפני ה' תטהרו Gott in seiner unendlichen Liebe (מדת הרחמים) ist bereit, unser sehnendes Verlangen aus dem reichen Füllhorn seiner Gnade zu stillen אשריכם ישראל Heil euch, Jissroél, vor wem erstrebt ihr Reinheit, und wer gewährt euch Reinheit es ist euer Vater im Himmel!
לפני ה' תטהרו Aus Gottes liebender Vaterhand ersehnen wir die Kraft- und Segensspende zu weiterem Leben. Und ist auch unser Leben arm an Gütern, die uns ein Anrecht auf Gottes Beistand geben könnten, Gott sieht unsre Sehnsucht und sieht unsre Armut und ist bereit, unser Verlangen zu sättigen und uns zum wahren Lebensreichtum zu verhelfen.
ונדעה נרדפה לדעת את ה' וגו' ויבוא כגשם לנו Wir sehnen uns nach Gott, daß er wie der Regen uns komme. Die Natur lechzt nach dem Regen, aber die Erde muß die Feuchtigkeit geben, wenn der Wolkenhimmel Regen spenden soll. Sind wir sicher, daß wir die Voraussetzungen mitbringen, unter denen die Regenspenden göttlicher Liebe uns zuteil werden? Wie, wenn diese Voraussetzungen fehlen? Und auch nicht zu jeder Zeit ist der Regen ein Segen.
Wem aber יוה"כ zum wahrhaft neuen Leben verhelfen soll, der darf keine Lebensmöglichkeit kennen ohne Gottes dauernden Beistand, der ersehnt von Gottes Segensspende den belebenden Tau; der dauernd auch dann niederfällt, wenn der Regen ausbleibt, der sich der Erde nie versagt: אהיה כטל לישראל יפרח כשושנה Wie die Rose ihren Kelch öffnet, um gierig das Naß zu trinken das ihr zu prächtigen Gedeihen verhilft, so öffnet eure Herzen eurem Vater im Himmel, daß der Wundertau seiner göttlichen Gnade eurem Leben zuteil werde!
Quelle: Rabbiner Dr. Salomon BREUERBelehrung und Mahnung fünfter Teil DeuteronomiumJ.Kaufmann Verlag Frankfurt am Main 1936 S. 105-109
II. WARNENDE DENKMÄLER VOR EXILSSÜNDEN:, צום גדליה und תענית אסתר
צום גדליהBegebenheit: Die Stadt war eingenommen, der Tempel zerstört, des Volkes Kern nach Bowél geführt, gefühlt des Eroberers Wut, gegen den Rest er mild gestimmt, also daß er dem Rest ein Bleiben gab im Lande, und, aus ihrer eigenen Mitte, ihnen den Gdaljoh ben Achikom als Leiter vorsetzte. Gdaljoh erkannte die Jissroélaufgabe in Beziehung zu den Völkern, in deren Hand Gott sie gab, wie sie nichts anderes sei, als williger Gehorsam, darin selbst Gottergebung bezeigend, achtend die Macht, durch die Gott gezüchtigt, und gefügig sich hingebend dem Plane, den Gott duchs Goluβ heranreifen läβt; den Fürsten und Ländern gute, treue, nützliche Untertanen und Landesgenossen zu sein, es Gott anheim zu stellen, daß Er das Herzder Fürsten und Völker zur Milde lenke, auf daβ sie in dem ihnen hingegebenenVolke den leidenden Menschen achten, und heilen lernen die Wunden, die sie selber geschlagen. Wie es ja Jirmijohu (Kap.29) auch den nach Bowel Gewanderten als Gotteswillen verkündigte: Suchet das Wohl der Stadt u.s.w., und dies Eingehen in Gottes Plan von Zidkijohu selbst während der Belagerung noch als Preis für der Stadt und des Tempels und die eigene Erhaltung gefordert wordern. Darum schwur ihnen Gdaljoh, als babylonischer Beamter, daβ sie nur treu dienen mögen den kassdischen Staate, so werde es ihnen gut ergehen. Aber selbst der zurückgebliebene Rest des Volkes konnte sich zu diesem freiwilligen, gefügigen Eingehen nicht erheben. Jischmoél ben Nssanjoh, fluchwürdigen Andenkens, erhob sich, von Eifersucht und fremden Einfluβ gestachelt, und nicht achtend seines Fürsten, des Königs von Bowel Willen, ja vielleicht eben ihm trotzend, und tötete meuchlings Gdaljoh und alle Jhudim und Kassdim, die um ihn waren. Daβ aber die übrigen, wenn gleich nicht also verruchte Gesinnung, doch die Grundgesinnung des Nichteingehens in Gottes Führung teilten, und, wenn gleich ihre Verhältnisse begründen wollten, das zeigte sich wieder in den Widerspruch, in den sie alle einstimmten, gegen Gottes durch Jirmijohus Mund ihnen verkündeten Befehl: auch jetzt noch, nach so groβer Verschuldung, der Milde des Nwuchadnedzár zu harren, im Lande zu bleiben und ihm gefügig gehorsame Untertanen zu sein; und Untergang ihrer alle, gerade durch den Weg, den sie selbständig einschlugen, war Folge ihres Wahns, der nur das als Gottes Willen erkennen wollte, was ihrer eigenen Kurzsichtigkeit entsprach. (ירמי' 38 44)
2. Warnung: Wovor warnt uns also Zaum Gdaljoh? 1) Vor dem Wahne als müsse Jissroél im Goluβ sich selbst Selbständigkeit erringen, als wäre es nun in seiner Wanderung durch der Zeiten Wüste an sich selbst gewiesen, und müsse, so viel es könne, sich losreiβen von der Leidenskette, die es hält; und das es 2) auch alle Jahrhunderte hindurch Jissroéls Geschlechtern die Warnung zugerufen: Bleibet treu dem Lande, das euch aufgenommen, dem Fürsten, der euch schirmt! Gott ists, der überall euch hingeführt, und überall mit euch ist. Auch in diesem groβen Wüstengange wandelt Er unsichtbar vor euch her, und weist euch an wo ihr weilen sollt, wo weichen. Gebt euch ganz ihm hin und zeigt diese Hingebung in treuer Anhänglichkeit an schirmenden Fürsten und Land, in geduldigem Gehorsam selbst gegen eure Dränger; so wird Er zur Milde stimmen ihr Herz, und auch die Zeit eurer Leiden wird sich mildern.
Aus: Samson Raphael HIRSCH : Chauréw, Versuche über Jissroéls Pflichten in der Zerstreuung, zunächstfür Jissroéls denkende Jünglinge und Jungfrauen. Vierte Auflage Frankfurta.M. Verlag J. Kaufmann 1909
Belehrung und Mahnung zu RAUSCH HA SCHAUNO (Auszug)
Gott ruft uns, denn Gott will uns beistehen! בכסה ליום חגנו Im Zeichen der Mondverhüllung trifft uns sein Ruf, aus tiefster Nacht will Gott uns emporheben, will, wenn wir nur wollen, alle Hemmungen aus dem Weg räumen, die sich unsrem Emporringen zum Lichte entgegenstellen בכסה, אני מכסה על עונותיכם Gott ist bereit, gnädig die hüllende Decke zu breiten über unsre durch Sünde und Leichtsinn verscherzte Vergangenheit, daß wir vor seinem Angesicht ליום חגנו einem Leben uns zuwenden, wo reiche, beglückende Lebensernte unser harrt.
Diesen dreifachen Gottesruf der Thkia, Thrua und Thkia haben, wie wir glauben, unsre Weisen (מ"ר נשא) im Auge gehabt wenn sie lehren:
Es heißt im Hohenliede (5): Sein Gaumen ist süß, sein Ganzes lieblich das gilt von Gott; denn Gott spricht: Suchet mich und lebet (Amos 5) gibt es eine süßere Sprache?Nicht will ich den Tod des Frevlers, es kehre um der Frevler von seinem Wege und lebe (Jech. 33) gibt es eine süßere Sprache? Kehrt er um von seinem Leichtsinn alle Sünden,die er begangen, werden ihm nicht gedacht, Recht und Pflichttreue übt er, leben, leben soll er! (das.) wahrlich, keine süßere Sprache ist denkbar!
Es ist die in Töne gekleidete süße, liebliche Sprache unsres Gottes, die unsre Weise aus dem Dreiklangdes Rausch-haschono-Schaufors herausgehört haben. Ist es doch die Thkia, der gerade, ungebrochene Rufton, mit dem Gott sein Volk zum Sinai rief, mit dem Gott die Seinen ruft, die seine Nähe suchen, weil nur dort Lebensmöglichkeit ihnen gegeben ist: דרשוני וחיוSuchet mich, lasset euch nicht irre machen, unentwegt dem Gottesruf zu folgen, denn, solange er euch den Weg durchs Leben weist, ist Leben euch gegeben! Aber auch die Thkia folgt, die aufrüttelnde, erschütternde Thrua, sie richtet sich an alle, die sich der Gottesnähe entfremdet, durch Leichtsinn und Frevel dem Leben erstorben sind: אם אחפץ במות הרשע Nicht will ich den Tod der Frevler, Gottes Thrua rüttelt sie auf und ruft sie zum Leben.
Hat aber Gottes Thrua den Weg zu ihrem Herzen gefunden, dann richtet die darauffolgende Thkia die gesteigerte, eindringliche Mahnung an sie, fortan dem Gottesruf durchs Leben zu entsprechen, um in Gottes Nähe zu wahrhaft beglückendem Leben zu gelangen: חיו יחיה, אין לך חיך מתוק גדול מזה Kann die Süße solcher zum Leben rufender Gottessprache, die gerade dem Entfremdeten, in Leichtsinn und Sünde Verstrickten doppelte Daseinspende zu gewähren bereit ist, noch übertroffen werden?
Oh, daß dieser Rausch-haschauno uns allen zu einem wahrhaften Rausch Chaudesch würde, חדשו מעשיכם שפרו מעשיכם wir alle seine eindringliche Mahnung beherzigten, auf die Erneuerung unsres Lebens bedacht zu sein und ihmzu immer größerer Schöne zu verhelfen! Gottes unendliche Liebe ist gewillt, sich unsrer Armut anzunehmen; dieses Jahr, so arm es uns auch findet, סופה מתעשרת, soll uns, wenn wir nur wollen, zu einem reichen, glücklichen werden reich an Lebensgütern, die nur in Gottes Nähe erworben werden können, glücklich, in dem Bewußtsein, vor Gottes Angesicht den Forderungen des Lebens zu entsprechen. Heil uns, wenn wir alle in Wahrheit begreifen, wozu Gottes Thrua uns ruft Gott, im Lichte deines Angesichtes wandeln sie fortan אשרי העם ידעי תרועה ה' באור פניך יהלכון
Quelle: Rabbiner Dr. Salomon BREUERBelehrung und Mahnung fünfter Teil DeuteronomiumJ.Kaufmann Verlag Frankfurt am Main 1936 S. 97-100
Ludwig Stern: Der Tag der Erinnerung, das Neujahrsfest
Ludwig Stern
63. Der Tag der Erinnerung, das Neujahrsfest.
(יום הזכרון, יום תרועה, ראש השנה)
1. Geschichtliche Veranlassung. Der Tag der Erinnerung oder das Neujahrsfest bildet mit dem ihm folgenden Versöhnungstage und den zwischen beiden liegenden Tagen eine Einheit, die auch unter der gemeinschaftlichen Bennennung: die zehnBuβtage (עשרת ימי תשובה) zusammengefaβt wird; darum gilt die geschichtlicheVeranlassung zum Versöhnungstage auch für ראש השנה. Diese Veranlassung ist folgende:
Jissroél hatte der Erlösung aus Ägypten und des am Sinai mit Gott geschlossenen Bundes bald vergessen und die gröβte Verirrung in seiner ganzen Geschichte begangen, indem es das goldene Kalb gemacht und verehrt hatte. Dadurch waren sie der Vernichtung schuldig geworden. Moses weilte aber noch zweimal vierzig Tage vor Gott und flehte für sein Volk um Vergebung dieser schweren Sünde. Unsre Weisen s.A. weisen aus der Thora nach, daβ die letzten vierzig Tage mit dem ersten Tage des Monats Tischri endigten; an diesem Tage sprach Gott zu Moses das trostreiche Wort: סלחתי = Ich habe vergeben. Darum setzte Gott diesen Tag für ewige Zeiten als Versöhnungstag für Jissroél ein und bestimmte die neun vorangehenden Tage des Monats Tischri mit ראש השנה an der Spitze zur Vorbereitung auf den Versöhnungstag.
(רשי, שמות לג'; דברים ט' יח; ח"א קלח )
2. Die besondere Festvorschrift, die wir am ראש השנה zu beobachten haben, läβt uns die Bedeutung des Festes deutlich erkennen.
Die Thora gebietet uns nämlich, an diesem Feste gewisse, durch die mündliche Überlieferungnäher bestimmte Töne eines aus einem Widderhorn gefertigtenInstruments (שופר) zu hören. Wenn das Fest auf einen Sabbat fällt, unterbleibt das Blasen des Schofars, damit nicht veranlaβt werde, daβ das Instrument nötigenfalls von einem Besitzkreise in den anderen getragen werde (56,39). Am Sabbat wird des Schofars nur im Gebete erwähnt. Zufälliges Hören genügt nicht; der Blasende sowohl als der Hörer müssen gegenseitig die Absicht haben, daβ durch dieses Blasen und Anhören die Vorschrift der Thora erfüllt werden soll.
Der Blasende muβ stehen, und bei den Tönen, die während des Muβafgebetes geblasen werden, auch der Hörer. Wir sollen die Schofartöne mit Beherzigung des tiefen Sinnes anhören, welcher darin liegt. (סה"ח תה; א"ח תקפה, תקפט ח)
3. Die Bedeutung des Schofars und dieses Festes ergiebt sich aus verschiedenen Schriftstellen und aus den Namen des Festes; es heiβt:
a.Tag der Erinnerung יום הזכרון; es erinnert uns durch das Widderhorn an den Gehorsam unsres Stammvaters Abraham, der bereit war seinen einzigen Sohn zu opfern; es erinnert uns ferner an die unter Schofartöne am Sinai offenbarte Thora; es lenkt endlich unser Blick in die Zukunft und erinnert uns an die Verheiβung, daβ Jissroél einst, wenn der Zweck seiner Zerstreuung an ihm selbst und an der Menschheit erfüllt ist, durch Schofartöne wieder versammelt und vereinigt werden wird, nach dem Worte des Propheten: An jenem Tage wird der groβe Schofar geblasen werden, da werden kommen, die da verloren sind im Lande Aschur und die verstoβen sind im Lande Ägypten, und werden Gott anbeten auf dem heiligen Berge in Jerusalem (Jes. 27,13) Wenn wir uns aber sagen müssen daβ wir das alles noch nicht beherzigt haben, so ist dieses Fest
b.Tag der Erschütterung יום תרועה Die im Altertum allgemein bekannte Bestimmung des Schofars war, zu erwecken, zu erschüttern, vor Gefahr zu warnen, wie die Propheten sagen: So man das Schofar bläst in der Stadt, sollte da das Volk nicht erschrecken (Amos 3,6). Wer der Schall des Schofars hört und läβt sich nicht warnen, und das Schwert kommt und rafft ihn hin, der hat sein eigen Blut verschuldet, weil er den Schall des Schofars gehört und sich nicht warnen lieβ. (Jech. 33 4.5) Auch uns sollen die Schofartöne erschüttern bei dem Gedanken an unsre Sünden und warnen vor der Gefahr, die uns durch sie bedroht; das Fest ist ferner
c.Tag des Gerichts יום הדין. Nach der Überlieferung unsrer Weisen s.A. richtet Gott an diesem Tage alle Sterblichen und entscheidet am Versöhnungstage endgiltig über ihr Geschick, über Leben und Tod, über Heil und Unheil, je nachdem sie sich bessern oder verstockt bleiben. Die Schofartöne rufen uns mit dem Propheten (Zeph.1, 12-18) zu: Es naht den Tag Gottes, der groβe, er naht und kommt sehr schnell heran, ein Tag der Not und der Bedrängnis, ein Tag der Dunkelheit und der Finsternis, ein Tag des Schofar- und Lärmblasens für die da auf ihr Gold und Silber vertrauen und wähnen, Gott belohne nicht die Guten, bestrafe nicht die Bösen. Endlich ist dieses Fest
d.Anfang eines neuen Jahres ראש השנה Obwohl wir im Bezug auf die Reihenfolge der Feste Nisson als den ersten Monat zählen, so ist für uns doch der erster Tischri der Anfang des bürgerlichen Jahres, nach welchem wir die Jahre seit der Weltschöpfung rechnen. Auch diese Bedeutung des Festes bringen die Schofartöne zum Ausdruck. Diese galten bei unsren Vätern als ein dem Könige dargebrachter Huldigungsruf, wie es heiβt (I.König. 1,34): Blaset mit dem Schofar und rufet: Es lebe der König! Auch wir huldigen durch die Schofartöne am Anfang des Jahres aufs neue dem bei allem Wechsel der Zeiten ewigen und unwandebaren Schöpfer und Regierer der Welt.
(מחזור בשם רס"ג; רמב"ם, תשובה ד')
4. Diese durch das Schofar ausgedrückte Bedeutung des Festes sprechen wir auch in dem erhabensten unsrer Gebete, im Muβaf aus: Huldigung מלכיות, Erinnerung זכרונות, Erschütterungשופרות . Wer diese Bedeutung beachtet, wird gewiβ die mit dem Feste beginnenden zehn Buβtage benützen, um sich durch Besserung seines Wandels (תשובה) durch andächtiges Gebet (תפלה) und durch Wohltätigkeit und Almosen (צדקה) auf den Versöhnungstag würdig vorzubereiten.
(es folgen noch 5. und 6. mit Vorschriften und Bräuche)
Aus עמודי הגולהDie Vorschriften der Thora welche Jissroél in der Zerstreuung zu beobachten hat.
Ein Lehrbuch der Religion für Schule und Familie von Ludwig Stern, Direktor der israelitischen Schule in Würzburg. Zweite vermehrte und verbesserte Auflage Frankfurt am Main 1886 S.125-129
Aus seinem Kommentar zur Wochenabschnitt Atèm Nizovim
Kap.29 V.13 Und nicht mit euch allein stelle ich diesen Bund fest und diesen Eid,
V.14 sondern mit dem, der hier mit uns heute steht vor Gott, unserem Gotte, und mit dem, der nicht hier mit uns heute ist.
Kap. 29 VV. 13 u. 14 ולא אתכם לבדכם וגו' . Wie unbeschränkt hinsichtlich der von der Bundeseidesverpflichtung betroffenen Personen, ebenso unbeschränkt hinsichtlich der Zeitdauer ist der hiermit geschlossene Gesetzbund. Er umfaßt alle zu Jissroél zählenden Menschen aller Zeiten, und ist jedem Wahn einer etwa nur zeitliche Geltung der Verpflichtung zum Gesetze, sowie jeder Möglichkeit eines etwaigen Austritts aus dieser Verpflichtung, hiermit unzweideutig begegnet. והעלה על רוחכם, ließ Gott Ezechiel den vor ihm mit der Frage nach der neuen Weisung für die neue Zeitverhältnisse erschienenen Männern von den Ältesten Jissroéls erwidern: והעלה על רוחכם היו לא תהיה אשר אתם אומרים נהיה כגוים כמשפחות הארצות לשרת עץ ואבן חי אני נאם אדני אלדי אם לא ביד חזקה ובזרוע נטויה ובחמה שפוכה אמלוך עליכם, der in eurem Sinne aufsteigende Gedanke wird nimmer zur Wirklichkeit werden, die ihr saget, wir können nun wie die Völker sein, wie die Familien der Länder, Holz und Stein zu dienen. So wahr ich lebe, spricht Gott, mit fester Hand und mit gestrecktem Arm und mit ergossenem Unwillen bleibe ich euer König (Ezech. 20, 32 u. 33).
VV. 21-27.
הכתובה בספר הזה, das Land und das Volk und dieses Buch, Palästina, Jissroél und die Bibel das sind die drei Zusammengehörigen, sich gegenseitig erläuternden, ewigen Bezeugungen Gottes vor den Augen der Völker bis auf diesen Tag.
וישלכםdas ist das mit großem ל über die Zerstreuten dieses Volkes für ihr und der Völkerbewußtsein sich aussprechende Wort. Wo immer sie sind, da ist nicht ihre ursprüngliche Heimat, und wo sie sich befinden, da sind sie nicht zufällig dort. Der Gott der Menschen und Völkergeschichte hat sie dorthin geworfen. וישלכם, als ein großes Lamed, als ein großes Lehr- und Wahrzeichen für die Entwicklungsgeschichte der Völker, vielleicht auch, mit das ש in den Schatten stellendem ויליכם: ל , sie dorthin geführt, auch dort in der Verzweiflung aus dem ureigenen Lande, unter den Völkern Seinen Menschheitszwecken vorbereitend zu dienen.
V.28 Das Verborgene ist Gottes, unseres Gottes; aber, was offenbar ist, das ist unser und unserer Kinder auf ewig: alle Worte dieser Lehre zu erfüllen.
V. 28
הנסתרת וגו'An diese Gott und seine Waltung dokumentierende Bedeutung Israels in Exil knüpfen sich weitaussehende in die fernsten Zeiten ausblickende Zukunftsgestaltungen.Doch diese, als נסתרות, überlassen wir Gott. Was für uns das Offenbare für immer und für jede Zeit das klar Bewußte, Zweifellose ist, das ist: daß, wie sich auch unsere Zukunft gestalten möge und welche Zeiten und Geschicke wir noch zu bestehen haben mögen, unsere und unserer Kinder ewige Aufgabe bleibt überall und immer, im Lande und im Exil: Gottes Gesetze treu zu erfüllen.
Kap. 30 V. 1 Und es wird geschehen, wenn über dich alle diese Worte, der Segen und der Fluch, die ich vor dich hingeben, so wirst du dir es zu Herzen bringen, unter allen Völkern, wohin Gott, dich verwiesen,
V. 2 und wirstganz bis zu Gott, deinem Gotte, zurückkehren und auf seine Stimme hören, nach allem, was ich dir heute gebiete, du und deine Kinder, mit deinem ganzen Herzen und deiner ganzen Seele.
Kap.30 VV.1 und 2
בכל הגוים וגו' unter allen Völkern, wohin dich Gott zerstreut, bleibst dutrotz aller Wandlungen bis an Ende der Jahrtausende das Gottesvolk mit dem Gottesgesetze in Händen, und das ermöglicht und bewirkt, zusammen mit der Erfüllung deines Geschickes, deine endliche Umkehr und Aufkehr und Rückkehr zu Gott und seinem Gesetze. ושבת עד וגו', nicht ושבת אל , welches auch nur eine rückkehrende Richtung zu Gott hin bedeuteten könnte, sondern עד , du wirst nicht auf halbem Wege stehen bleiben, sondern deine Umkehr so vollständig vollbringen, daß du ganz wieder zu Gott hin gelangt.
V. 3 Und dann wird auch Gott, dein Gott, sich wieder zurückwendend deine Vertriebenen auffsuchen und wird sich deiner erbarmen, und wird dich zusammen sammeln aus all den Völkern, wohin Gott, dein Gott, dich zerstreut
Hier ist somit gesagt: es kommt die Zeit, wo die über dich hingegangen Geschicke und das sie dir deutende Buch, das du in Händen hast, ihre Wirkung an dir vollbracht haben und du dann im Exil unter allen Völker mit ganzem Herzen und zur Folge haben, daß dann auch Gott sich dir wieder zuwenden, dich im Exil aufsuchen wird, dir wieder wie in der Vorzeit nahe zu sein.
ורחמךund nimmt dich mit seinem רחמים , mit der nimmer zu verlierenden Weise der Gottesgüte (2 B.M. S. 492) wieder auf, als Geschöpf seiner weltgeschichtlichen Waltung, als פעלו בקרב שנים , als Sein Werk inmitten der Zeiten (Habakuk 3,2), als נצר מטעיו מעשי ידיו (Jes.60, 21), als die lang bewahrte Blütenknospe seiner wiederholten Pflanzungen, als das Werk seiner Hände, das nun für seine endliche Blütenherrlichkeit reif geworden.
ושב וקבצךund sammelt dich wieder aus allen Völkern, unter welche er dich zerstreut, zu einer Volkeseinheit zusammen.
V. 4 Wenn aber auch einer deiner Verwiesenen am Ende des Himmels sein wird, wird von dort Gott, dein Gott, dich zusammen sammeln und von dort zu sich nehmen.
נדח, נדחך, das verstärkte נדה , von sich entfernen, verweisen. יקבצך , er sammelt alle, selbst den vereinzelten, in die weiteste Ferne Verschlagenen deiner Zerstreuung zusammen, und יקחך , nimmt dich wieder zu sich für deine ausschließlich Ihm eignende Urbestimmung, wie er es bei deiner ersten Erlösung und Erwählung gesprochen: ולקחתי אתכם לי לעם(2 B.M. 6, 7).
V. 5und Gott, dein Gott, dich heimbringen zu dem Lande, das deine Väter einst in Besitz genommen, und wird dich nun noch in größerem Maße als deine Väter beglücken und vermehren.
והביאך וגו', und bringt dich heim zu dem Lande, daß du bereits zweimal in Besitz genommen, einmal durch deine Väter und Moses und Josua, welche Besitznahme durch die babylonische Eroberung verloren gegangen war, und dann, nun für immer unverlierbar, als das Exilsvolk unter Esra (siehe zu 4 B.M. Kap. 15, 18)
VV. 8 10.
Mit diesen klaren und unzweideutigen Sätzen (Verse 1 10) ist nun aber der unerschütterlichen Granitboden gelegt, auf welchem noch heute das Judentum der Gegenwart und in aller Zukunft hin besteht. Klar und unzweideutig ist daקבוץ גליות : die noch von uns zu erwartenden Wiedersammlung aus der Zerstreuung zur Gesamtrückkehr in das Land der Verheißung, und ebenso klar und unzweideutigנצחיות התורה:die unveränderlich bleibende Verpflichtungskraft des uns durch Moses übermittelten Gesetzes ausgesprochen. Nur eine volle Rückkehr zur unverbrüchlichen Treue gegen dieses Gesetz in aller Zerstreuung unter die Völker endet diese Zerstreuung, und nur die endliche volle Verwirklichung dieses Gesetzes auf dem Boden des ihm angehörigen Landes ist das Ziel der einstigen Wiedersammlung in demselben. Diese klaren und unzweideutigen Aussprüche Gottes machen alles zu Schanden, was von einer Antiquierung Jissroéls und seines Gesetzes Geister und Gemüter irre führend doziert werden möchte.Nicht einer abgestorbenen Vergangenheit, der lebendigsten Gegenwart und der hoffnungsreichen Zukunft gehören beide an, und nur an der Hand einer ungetrübten Anerkennung und Würdigung dieser Wahrheit und eine rückhaltlosen, freudigen Hingebung an diese Bestimmung finden wir in jeder Zeit das gottgefällige Rechte und aus jeder Zeit den Weg zum gottgewiesenen Heil. הנסתרת לד' אלדינו והנגלות לנו ולבנינו עד עולם לעשות את כל דברי התורה הזאת, das war am Schlusse des vorigen Kapitels zu unsererOrientierung in den Zeiten des Exils gesprochen und die darauf folgende Enthüllung der unser wartenden Zukunft bildet dazu den Kommentar.
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH aus dem Kommentar zur Haftoro Wochenabschnitt NEZOWIM
הפטרת אתם נצבים
Aus dem Kommentar zur Haftoro des Wochenabschnittes Nezowim
Jesajas Kap.61, Vers 10
Der Prophet spricht aus der Seele Jissroéls, das er im Geiste am Ziele erblickt. Er steht noch ganz unter dem tiefen Eindrucke der unmittelbar zuvor ausgesprochene Verkündigung, die mit den Worten schloß: Kenntlich wird Jissroéls Same sein unter den Nationen und ihre Sprossen inmitten der Völker: alle, die sie sehen, werden sie erkennen, daß die eine Saat sind, die Gott gesegnet hat. Daran schließen sich nun die dem schwellenden Hochgefühle entströmenden Worte unseres Verses.
Das Heil, ישע, ist die Folge, das Sichkleiden in das Priestergewand der Pflichttreue ist der Grund. Indem Gott, mich, Jissroél, zur Pflichttreue erzog und mich damit menschheitpriesterlich weihte, hat er mich zugleich des höchsten irdischen Glückes wie würdig so auch teilhaftig gemacht. Diese Würdigkeit wird in der zweiten Vershälfte in ungemein charakteristischer Weise zum Ausdruck gebracht. Dabei wird von einer Anschauung ausgegangen, die der gewöhnlichen vollständig entgegengesetzt ist. Denn eine geradezu ideale Vollendung der Persönlichkeit setzt es voraus,wenn der Bräutigam seinem Festgewande nicht Hoheit und Würde verdanken, sondern priesterliche Weihe und Hoheit verleihen soll. Und ferner ist es die feinsinnigste Zeichnung weiblicher Anmut, wenn von einer Braut gesprochen wird, die ihren Gewändern und ihrem Schmuck erst in Wahrheit Schönheit verleihen. So werden, im schärfsten Gegensatze zur Vergangenheit, die irdischen Güter durch die herangereiften Söhne und Töchter Zijauns ihre reinste und edelste Verwendung gewinnen.
Kap.62, V. 1-5Es ist der Prophet als Jissroéls Genius, der im Hinblick auf die eben verkündete Herrlichkeit das Gelöbnis ausspricht, um Zijauns und Jeruscholoims Willen nicht zu ruhen, bis ihre Pflichtgerechtigkeit wie die Morgenröte und ihr Heil wie die Flamme aufleuchte. Dann wird auch die Zeit der Verkennung geschwunden sein (V.2), Völker werden deine Gerechtigkeit und Könige deine Herrlichkeit schauen. Der neue Name, den erst Gottes Mund bestimmen werde, weist auf eine alle unsere Vorstellungen überragende Hoheit und Innigkeit der Beziehungen Jissroéls zu Gott und zur Menschheit hin, die in diesem Namen ihren Ausdruck finden werde. Diese Bedeutung selbst aber wird V.3 in der Bezeichnung des Jissroélideales als Krone und Diadem in der Hand Gottes ausgesprochen. Der Menschenkreis, der unter der erziehenden Einwirkung Gottes in freier Betätigung seinerSelbstbestimmung seinem ganzen Leben das Gepräge des dem göttlichen Schöpferwillen entsprechenden Menschenideals zu geben verstand, ist selbst die sprechendste Verkündigung der Gottesherrschaft, leuchtender als Krone und Diadem. Es ist die für die ganze Menschheit wirksamste Bekundung: ביד ה' es ist die teuerste Errungenschaft: בכף ה'; denn יד bezeichnet stets die tätige, wirkende, כף die besitzende, festhaltende Hand. In den beiden folgenden Versen, 4 und 5, wird sodann in Tönen höchster Liebe die Seligkeit der Wiedervereinigung Jissroéls mit Zijaun und mit seinem Gotte und die Paradiesherrlichkeit im jüdischen Lande verkündet. Wie ein Bräutigam sich mit seiner Braut freut, freut sich über dich dein Gott! Mann kann an solchen Aussprüche nicht vorübergehen, ohne sich zu fragen, wie es möglich sei, die Bücher des sogenannten Alten Testamentes in der Hand, mit eiserner Stirn ein Jahrtausend lang das Märchen von den flammenden Rachegott aufrechtzuhalten, als welchen allein das Judentum Gott kenne, während es erst eine Tochterreligion vorbehalten gewesen sei, in der höheren Auffassung Gott als den Gott der Liebe und des Erbarmens zu verkünden!
Kap. 63 V.9Und auch bis zur Stunde der Erlösung hat Er stets mit seinen Kindern gefühlt, wie das hier in so unendlicher Milde und Innigkeit ausgesprochen wird: Ihm war eng, wenn seine Kinder in Not waren , wenngleich von dieser Teilnahme dem nur das Äußere wahrnehmenden Blicke der Menschen nichts erkennbar war, das Kethib לא bezeichnet die Erscheinung, das Keri לו, die Wirklichkeit, das Wahre Wesen ומלאך פניו הושיעם: der Bote seiner Vorsehung, die von Ihm gestalteten und gelenkten natürlichen Verhältnisse haben Jissroél gerettet, ja Er selbst hat sie emporgehoben und alle Zeiten durchgetragen. Jissroél spricht es hier aus, wie seine ganze Erhaltung die Jahrtausende seiner Geschichte hindurch eine große ununterbrochene Kette von Gotteswaltungen war, bei denen teils Gott sich der natürlichen, von ihm nur zu bestimmten Zwecke gelenkten Kausalitätsverhältnisse bediente: מלאך פניו הושיעם, die sich aber auch teils als unmittelbare Gottestaten darstellen: הוא גאלם. Unsichtbare und sichtbare Wunder, in vielfachem Gegensatze zu dem sonstigen Pragmatismus der geschichtlichen Ereignisse, sie bilden das charakteristischen Gepräge der jüdischen Geschichte.
(Die Haftoroth übersetzt und erläutert, Frankfurt am Main 1896: S. 359 368 Kommentar zu Jesajas Kap. 61 V.10 )
Rabbiner Dr. Salomon BREUER zur Wochenabschnitt NEZOWIM
Rabbiner Dr. Salomon BREUER
(1850 1926)
נצביםפרשת
Belehrung und Mahnung zur Wochenabschnitt
Nezowim (Auszug)
היא ישבה בגוים לא מצאה מנוח klagt der Prophet (Echa 1,3) Es saß unter den Völkern und fand keine Ruhe. Und die Weisen erinnern an denselben Ausdruck im Thoravers (Gen. 8,9): ולא מצאה היונה מנוח לכף רגלה Die Taube fand keine Ruhe für den Ballen ihres Fußes. Inmitten der Völker der Erde sollte das jüdische Volk, getragen von Gott schützender Nähe, ruhig Sicherheit finden und in der Pflege des Menoralichtes der Thora seiner von Gott ihm erteilten Lebensbestimmung entsprechen. In verhängnisvoller Verblendung verkannte Jissroél seinen Beruf, von dessen treuer Erfüllung sein Wohl und sein Wehe abhing. Und da ereilte es das strafende Gottesverhängnis, wie es ihm Mausche prophezeit hatte. Zerstreut ist es unter die Völker, und da umbranden es seitdem die מבול-Fluten des Hasses und der Verfolgung, aus denen nur die rettende Arche der Thora ihm Schutz und Sicherheit zu geben vermag לך עמי בא בחדריך וסגר דלתיך בעדך וגו' עד יעבור זעםGehe, mein Volk, komme in deine Kammern, schließe deine Thoren hinter dir, bis der Zorn vorübergegangen (Jes.26,20), ruft ihm mahnend der Prophet zu und weist ihm den einzigen Weg zur Rettung. Und sooft es geglaubt hat, in Zeiten der Milde, da die unwirtlichen Fluten nachzulassen schienen, durch Preisgabe seiner Thora inmitten der Völker Ruhe zu finden, hat es noch stets sich jämmerlich getäuscht: die wieder ansteigende Flut hat ihm noch immer die bitterste Enttäuschung gebracht.
Zurück in die Arche! Dazu aber genügt noch lange nicht, והשבת אל לבבך בכל הגוים אשר הדיחך ה' אלקיך שמה daß das Herz sich dem Judentum erschließt, ושבת עד ה' אלקיך der Weg des Juden muß zurückführen bis zu Gott, deinem Gott. Jissroél gleicht der Taube, die, auch wenn der Schechita über sie verhängt ist, nicht wie andere Vögel sich sträubt, sondern willig ihren Hals der Schechita hinstreckt. Hat Jissroél den Weg bis zu Gott zurückgefunden, dann muß es auch die Kraft zur freudigen מסירת הנפש, zur rückhaltlosen Hingabe an Gott aufbringen, die bereit ist, das flüchtige Leben auf Erden der Treue gegen Gott und seine Thora hinzuopfern כי עליך הורגנו כל היום!
Hat sich aber Jissroél wieder zu seinem wahren Beruf zurückgefunden und findet es in der Pflege der Menora seine einzige Bestimmung auf Erden, dann darf es getrost und zuversichtlich in der Isolierung verharren, die die Arche ihm auferlegt. Diese Isolierung wird keine ewige sein. Wie die Pflege des Öllichtes der Thora, zunächst Priesterhänden anvertraut, doch חקת עולם לדרתם מאת בני ישראל (Ex. 27,21) für alle Zeiten heiligstes Anliegen ist es, der den jüdischen Namen trägt, so kommt der Augenblick, da auch draußen in der von מבול-Fluten erfüllten Welt die Thora den Ölbaum für ihre Nahrung findet.
Wird zur Abendzeit sein (Sech. 14,7), da wird die Taube mit dem Olivenblatt im Mude die frohe Botschaft bringen, כי קלו המים, daß die מבול-Fluten gewichen, daß das Licht der Thorawahrheit sich anschickt, die Finsternis zu verdrängen, die bis dahin die Erde deckt. Und das wird der Augenblick sein, da Jissroél, das taubengleiche,nach banger, banger Leidenszeit die Arche seines Galuth verläßt, um dem heimwärts führenden Rufe Gottes zu folgen ושב וקבצך מכל העמים אשר הפיצך ה' אלקיך שמה.
Quelle: Rabbiner Dr. Salomon BREUERBelehrung und Mahnung fünfter Teil DeuteronomiumJ.Kaufmann Verlag Frankfurt am Main 1936 S.55-60
Rabbi Leo BRESLAUER Special Address Nitsovim -Vayelech
Synopsis of a Special Address by Rabbi Leo BRESLAUER of Congregation Kehilas Yaakov of Washington Heights
My friends, all of Kehillas Yaakov!
Although I had already given notice in our Board some times ago, I am sorry that by force of circumstances I had to delay my appearance before you. Now, that we have moved to Monsey, we are in the situation of a Niftor MChaveiro, one who parts with his friend and does not want to be forgotten. We in Monsey will surely never forget you. After all those forty years how can we forget so much of our individual life span. But you are a Tzibbur, your timing is different.
I would like to follow the advice of Chazal; they said: If, Chaveirim are parting with each other, it should be done by a Dvar Halocho. Being Chaveitim they belong together, and a Dvar Halocho can keep them together even while separated by the longest distance.
We are now in the Parshios Nitzovim-Vayeilech. These two words reflect our problem. Nitzovim means remaining firmly, and is a Loshon Rabbim, plural, referring to Klall Yisroel. But Vayelech means moving, and is Loshon Yochid, referring to a single person. Even though he was Moshe Rabbeinu, yet he was a mortal individual and the Tzibbur would still remain long after him. And also he might have been concerned about being forgotten, were it not for the Toras Moshe which made him unforgettable.
So, I came now to take leave from you with two Divrey Halocho.
First, a Dvar Halocho on Vayelech. It is a matter of Hashkofo. I will try to be very precise. Moshe Rabbeinu had to teach Shiras HaAzinu to Bnei Yisroel so intensively that it would never be forgotten. Its essence is: Heaven and earth are made witnesses by their Creator that: Hashem bodod yanehenu veein lmo Eil Neichor. Hashem alone shall guide His people and no strange god with him.
About 65 years ago, in Kattowitz, the Agudas Yisroel World Organization was founded expressively for the purpose to put up an absolute negating factor against the worldwide wide Zionist movement, which denied and opposed the belief in Shomer Yisroel. Political Zionism, the very Eil Neichor, declared that the Jewish nation cannot rely on Hakodosh Baruch Hu for its survival. It must normalize itself by establishing a secular Jewish national statehood, independent of HaShem and His Torah. Real Meenus (atheism). To make bad worse, political Zionism, characteristically prone to disguise, insisted on Admas Kodesh (the Holy Land) for its unholy statehood, thus turning the Meenus into the gravest tempting test for Torah true Achdus. A real Satan. In the year 5709, the United Nations recognized a part of Palestine as a territory of the Zionist State and so gave unwittingly recognition to the worst global Chilul Hashem, which to our shame was seconded by the prompt silencing of protesting Maaminim (Faithful) among us.
Now, again a Knessio Gedaulo of Agudath Yisroel World Organization in Jerusalem is in the making, but the genuine Agudath Ysroel World Organization of Kattowitz -- faithful to her raison dêtre for the sake of Kvaud Shomayim -- would never parade in a Jewish national state of secular normalization, which lmaan Hashem should never have come into being -- even without enjoying the facilities of the capital and official felicitations.
So, who is who?
As long as Torah-political truth is basis Hashkofo in Kehilas Yaakov, we will be united in mutual remembrance.
Second, a Dvar Halocho on Nitzovim:Areivus as responsible in behalf of the Tzibbur. Rabbon Gamliel, in the second peirek calls it Laaruk im hatzibbur le Shem Shomayim. Also we all being members of our Kehillas Yaakov, must be concerned about it, although not all in the same way.
First of all, those who do the administrative or fulfill specific congregational functions or represent K.Y. in social and public life. Also those who are learning Torah or teaching it. Then, those who take part in making K.Y. an Eido of Yereim morning and evening. And even those who just say Omein. Those last ones are far from being the least ones.
You probably heard about New Square, a Chassidic village in Spring Valley. They had a beautiful Shul and in it a small cheder where the Rebbe could be by himself, to daven and meditate. One day, a fire destroyed the Shul but the cheder survived unharmed. Someone asked the Rebbe, Is it true? and he answered, It is; but why are you so amazed by it? In my cheder there is never Sichas Betello, no shmuessing during the davening.
The Shmone Esre is primarily a substitute for the daily Korban Tamid in the Beis Hamikdosh. Just as one lamb was offered for Klal Yisroel, all united by the common Shekel, so its substitute is the Shmone Esre, said by one man for the entire Tzibbur, all united by the common omein, in other words, the loud repetition of the Shliach Tzibbur. Nobody would have dared to shmuess during the offering of the Korban Tomid in the Beis Hamikdosh, the House of the Shechino. Nobody should dare to schmuess during the loud Shmoneh Esre in our Mikdosh Mat, also a House of the Shechino.
This is the meaning of the sign over the Aron Hakodesh: Da Lifnei Mi Ato Omed. No schmuess even with the best friend, not even a word of Torah, only Omein. If this is not done, then, chas vesholom, our Beis Haknesses is not properly shielded, in spite of all insurances. But those who resist all temptations and say Omein and only Omein in the loud Shmone Esre because they feel responsible for the Tzibbur, even the ladies on their balcony, they, that are oskim im HaTsibbur LeShem Shomayim in the fullest sense of the word VeLezidkosom Omedes lad.
Now you might ask: Is this mutual remembrance among people really so important?Perhaps is it just a human frill? You are right: If just among people, it can be just unimportant. But our remembrance of two or more Bnei Yisroel is through a Dvar Halocho which is Torah, and Thora is always remembered by HaKodosh Boruch Hu, thus performing the very important union of Hakodosh Boruch, Torah and Yisroel.
It is just what we are praying and hoping for in these days of Slichoss Zochreinu LeChayim, Melech Chofetz BaChaim.
May Hakodosh Boruch Hu grant us this Zchiro, all of us and Klall Yisroel, today and forever, omein!
Rabbiner Samson Raphael HIRSCH : ELUL Zu den Selichauss-Tage (2)
Rabbiner Samson Raphael HIRSCH
ELUL
Zu den Selichauss-Tagen (2)
מה שהיה
הוא שיהיה
Was geworden ist,
das soll erst werden
(Koheleth K.I. V. 9)
Was wir mit diesen Betrachtungen an dieser Stelle bezwecken? Nichts, als unserm Verständnis den Ernst näher zu bringen, den der jüdische Lebensgedanke über den letzten Monat unseres Jahres verbreitet, und die Bedeutung der Selichauss-Tage zu begreifen, die zu dem Anfange unseres Jahres geleiten.
Zum neuen Jahre gehts, und Freude soll das neue Jahr dir, soll es uns allen bringen. Mit frischem, frohen, freudigem Mut sollen wir es betreten; sollen, wenn es kommt, den Kelch des Heiles freudig zu unserem Gotte heben und ihm danken, festlich, froh und freudig danken; שהחיינו וקימנו והגיענו לזמן הזה, daß er Leben und Dauer gewährt und dieses neue Jahr uns hat erreichen lassen. Nicht der Leichtsinn und der Wahn, nicht die Täuschung und der über die Schwelle der neuen Zukunft in mitternächtlichem Jubel hinübertaumelnde Rausch gewährt diese Freude,, nur der Elul-Schaufor und der Selichauß-Ernst erzeugt diese Freude, nur im ernst der Selichauß-Tage werden die Gedanken gewonnen, die das neue Jahr als eine neue, frische Bahn der heiteren Seligkeit begrüßen.
Laß den Leichtsinn und den Wahn sich im Rausch die welkenden Kränze winden, sich über den Jammer der Wirklichkeit durch poetische Träume goldener Zeiten im festlichen Augenblicke täuschen, um dann entnüchtert, um so dürrer von der elenden Wirklichkeit angegähnt zu werden.
Laß die Verzweiflung dumpf am Wege sitzen, gleichgültig den Wechsel der Zeiten an sich vorübergehen sehen, kraftgebrochen, hoffnungberaubt, ohne Wunsch, ohne Furcht, ohne Streben, ohne Wollen, weil die Vergangenheit ihr alle ihre Ideale und ihre Idole zertrümmert. Laß den Dünkel stolze Pläne seiner Klugheit und Macht zur Bewältigung der Geschichte entwerfen, im voraus Triumphe durchkosten, die er nimmer erreicht, Siege feiern, die er nimmer erringt, um dann im Laufe des Jahres sich der Verzweiflung an die Seite zur Erde zu setzen, um über die Übermacht des Geschickes und die Ohnmacht des Menschen Klagelieder zu singen.
Du horche des Schaufortons des jüdischen Lebensgedankens und gehe in das Sammelhaus der Väter, um eine andere Anschauung des Lebens zu lernen. Nicht unserer Zukunft, unserer Vergangenheit zu denken werden wir dort geladen, und nicht die Summe des Glücks und des Unglücks, des Gewinnstes und des Verlustes zu berechnen, welche uns die ablaufende Jahresrechnung als Saldo bietet, sondern der Gedanke ergreift uns dort mit seinem ganzen Ernst: Was wir geworden im Laufe des Jahres, wie haben wir die Aufgabe gelöst, für welche das Jahr uns geworden, wie haben wir die Pflichten erfüllt, die Mizwaus geübt, die Gott uns geboten?
Und wenn dann der ernst dieser Prüfung uns ganz ergreift; wenn wir vor Gott das Bewußtsein der hohen Bestimmung wieder rein gewinnen, die uns geworden; wenn wir mit dem von Gott in seinem heiligen Worte gezeichneten Bilde die Wirklichkeit unseres Lebens vergleichen und überall das noch Unvollendete, das noch Unerreichte in der Gerechtigkeit und der Liebe und in der Heiligung des Lebens gewahren; gewahren wie weit wir überall in unserem Einzeln-, Familien, und Gemeindeleben gegen das anzustrebende Ideal unserer Aufgabe zu kurz geblieben, o, dann wird uns die Sehnsucht nach einer neuen Spanne Zeit erfassen, in dem wir sühnen und vollenden könnten, was wir fehlervoll und mangelhaft in der Vergangenheit gelassen, dann werden wir uns freuen auf ein neues Jahr, wenn uns die göttliche Gnade eines gewährt, wie wenig Neues es auch sonst in seinem Gefolge bringen möge. Uns wird es ein neues sein, wir werden darin mit neuem, frischem Mute an die Vollendung unserer alten Aufgabe gehen; wir wissen: מה שהיה הוא שיהיה, was geworden ist, das soll erst werden! In alle Ewigkeit reicht der Bund des alten Gotteswortes und mit jedem neuen Jahr tritt das alte, ewige Wort zu neuer, frischen Lösung an uns heran.
Es ist der Ernst, der uns über die Schwelle des neuen Jahres geleitet.
Wenn das alte Jahr sich neigt, wenn die Natur den Wechsel ihrer Erscheinungen an uns vorübergeführt und die Geschichte den Kreis ihrer Erinnerungen zu schließen beginnt; wenn uns der Herbst und der Winter, der Frühling und der Sommer gegrüßt und wir alle die großen geschichtlichen Erfahrungen der Väter, der Schuld und der Sühne, der Erhaltung, Erlösung und Erwählung zum Volke der Thora, der Verirrung, des Untergangs, der Verbannung und der Erhaltung mitten im Verfall, an ihren Fest- und Fasttagen feiernd und fastend wieder einmal im Geiste durchlebt, dann ruft uns der Schaufor im Elul vor dem Schlusse dieses großen, hehren Zyklus, uns zu sammeln und uns klar zu machen, was wir denn nun gewesen und geworden in diesem Gange der zu Gott weckenden Jahreserziehung; ob alle diese leuchtenden Zeitbilder spurlos an uns vorübergegangen oder ein jedes von ihnen die Saaten des Geistes und Gemütes, in uns gezeitigt und zur Reife gebracht, die uns bessere Menschen, wahrere, wackere Juden und Jüdinnen hätten werden lassen.
Und wenn wir dann gewahren, wie all unser Tun so lückenhaft und mangelhaft unser Streben, wie unsere Liebe so karg und unsere Gerechtigkeit schwanken und unsere Heiligung getrübt; wenn uns dann klar vor Augen steht; wie nicht im Schmucke reicher Liebeshingebung und reiner Werte, wie arm und dürftig wir an die Pforte der neuen Zukunft gelangen, לא בחסד ולא במעשים באנו לפניך כדלים וכרשים דפקנו דלתיך, dann tritt zugleich die leuchtende Erinnerung vor die Seele, wie so arm und dürftig die Väter einst gestanden, durch ihre Schuld eines jeden Anspruchs, einer jeden Hoffnung auf fernere Zukunft beraubt, und eben Gott ihnen die ganze Fülle seiner Gnade und Barmherzigkeit, seiner Langmut und Huld, seiner verzeihenden und sühnenden Milde offenbart und ihnendas Gedächtnis dieser sühnenden Gottesliebe als das heiligste, seligste Erbteil für ihre Enkel übergeben hat. Und diese Erinnerung führt auch die sündigen Enkel zu Gott und läßtsie aus den Händen des in seiner Barmherzigkeit und Gnade allmächtigen Gottes ein neues Jahr in freudiger, sehnsuchtsvoller Hoffnung hinnehmen, daß es ihnen werden möge קץ תכלית לשבי פשע ועת סוף לגלותנו ולאבלנו:
Ein Jahr vollendeter Rückkehr aus jeglichem Abfall, ein Jahr des Endes unserer Zerstreuung und unserer Trauer.
Quelle:Gesammelte Schriften von SamsonRaphael HIRSCH herausgegeben von Justizrat Dr. Naphtali HIRSCH Zweiter Band Frankfurt am Main Verlag von J. Kauffmann Verlag 1904 153-159
Rabbiner Samson Raphael HIRSCH : ELUL Zu den Selichauss-Tage (1)
Rabbiner Samson Raphael HIRSCH
ELUL
Zu den Selichauss-Tagen
מה שהיה
הוא שיהיה
Was geworden ist,
das soll erst werden
(Koheleth K.I. V. 9)
Die Weisheit, die sich in diesen Worten aussprechen soll, hat sich tief in die Eigentümlichkeit des jüdischen Denkens und Fühlens hineingelebt. Der wahre Jude wird nie fertig, hat nie etwas abgeschlossen, blickt nie mit selbstzufriedener Genügsamkeit auf das bereits Errungene und Geschaffene zurück. Er steht nie am Ende, sondern immer am Anfange. Er schlägt das Buch der Lehre nie zu, wenn er bis לעיני כל ישראל zu Ende gelesen, er beginnt sofort בראשית wieder. הדרן עלך Ich komme wieder zu dir grüßter beim Abschied den Abschnitt des göttlichen Gesetzes, den er of mir jahrelanger Emsigkeit durchstudiert. Was geworden ist, das soll erst werden!. Das Gewordene ist ihm nichts, ist ihm nur Bürge dafür, daß etwas werden könne. Er fühlt die Unzulänglichkeit einer jeden Leistung und immer vorwärts ruft ihn das Ideal, das von den Anforderungen seiner Aufgabe in seiner Brust geschrieben steht. Er täuscht sich über seine Schwächen und Irrtümer nimmer; und wenn er des Guten gedenkt, das er geübt, und des Wahren, das er erkannt, so geschieht dies nur, um in sich die Bürgschaft zu finden, daß er doch Gutes üben,daß er doch bis zur Erkenntnis des Wahren durchdringen könne um sich selber mit dem jüdischen Steigergruß zu ermuntern: חזק ונתחזק! Nun fest und mutig vorwärts!
Eben deshalb aber lebt auch die Wahrheit der zweiten Hälfte jenes Weisheitssatzes in seinem Bewußtsein:ואין כל חדש תחת השמש, er erwartet nichts Neues unter der Sonne. Er schaut nicht nach einen neuen Judentum aus; hat er denn das alte schon ganz gelöst? Er erwartet nicht von einem neuen Gottesdienst Stachel und Reiz zur Andacht hat er denn den alten schon ganz auf sich wirken lassen, schon alles erschöpft, in sich aufgenommen, was der alte an Licht für den Geist und Feuer für die Brust und Luft und Kraft für das ganze Leben zu bringen weiß?
Sein Judentum wird ihm nimmer alt, sein Gottesdienst nimmer obsolet. Wenn er gebetet hat, fühlt er erst recht, wie erhätte beten sollen. Wenn er die Mizwo vollbracht, so sieht er erst recht, wie er sie das nächste Mal erst noch vollendeter erfüllen möchte. Und wenn er seine Jahre vollbracht, so ists ihm erst klar, wie er sie hätte vollbringen mögen. שנים, Wiederholung sind ihm die Jahre seines Lebens; wiederholte und immer größere Vollendung zu erstrebende Lösung einer und derselben Aufgabe, das ist der Gedanke, der ihm bewegt. Und an diese Wiederholung mit immer neuer jugendlicher Kraft, mit immer frischer, unverbrauchter Freudigkeit zu gehen, das Alte immer neu zu beginnen, das ist die Lebensweisheit, die ihm die Jahrhunderte vererbt.
Laß euer Judentum nicht alt werden! Das ist die Mahnung der Väterweisheit an ihre Söhne und Enkel. ביום הזה באו מדבר סיני (2 B.M. K.19 V.1) Heute kommen sie in die Wüste Sinai. Wenn du Thora lernst, sei sie dir nicht etwas Altes, sondern als ob sie heute dir vom Sinai geworden. אשר אנכי מצוך היום (5 B.M. K.6, V.6) Die ich dir heute gebiete, spricht Gott von seinen Geboten. שלא יהו בעיניך כדיוטגמא ישנה שאין הכל סופגין איתה אלא כחדשה שהכל רצין לקראתה, Laß sie dir nie ein altes Dekret werden, mit dessen Inhalt keiner mehr glaubt sich vertraut machen zu müssen, sondern sie bleiben dir immer ein neues, zu dem jeder eilt, es kennen zu lernen!, fügt das Wort der Weisheit erläuternd hinzu und das ונושנתם בארץ, das Altwerden im Lande, das schwebte Jissroéls Geistern als das am meisten zu fürchtende Entwicklungsstadium vor der Seele. Sie wußten, wenn es einmal vollständig dahin gekommen sein würde, in welcher alle die Jissroél in ewig frischer Jugend zu tragen bestimmten göttlichen Institutionen und Gestaltungen Jissroél alt und verlebt erscheinen, die Zeit in welcher, Jissroél sich und seine Thora als etwas bereits Erschöpftes hinter dem Rücken zu haben vermeinen und die Freudigkeit und die Kraft verloren haben würde, aus dem uralten Born ewige, frische und rüstige Lebensmunterkeit zu schöpfen daß dann es mit Jissroél vorbei sein würde, und sie priesen die Barmherzigkeit Gottes, die durch das zeitig einbrechende Golusgeschick jenem Ende zuvorgekommen ist und durch die Schläge des Leidens Jissroél zum frischen Selbstbewusstsein wach gerüttelt hat.
Nicht umsonst bezeichnet Jissroéls Sprache altern und schlafen gehen mit einem Worte. Nicht umsonst trat Jissroél im Opfer stets als בן שנה, als noch im ersten Jahre zu Gottes Altar; nicht umsonst begann der tägliche Opferdienst damit, den Altar von der Asche des gestrigen Opfer s zu räumen (תרומת הדשן); nicht umsonst war das gestrige Opfer paßul, verlor das gestrige Opfer heute Kraft und Weihe jeder Tag brachte neues Leben und stellte die volle, ganze Lebensanforderung aufs neue.
Es ist aber nur der Ernst und die Bescheidenheit, und nicht der Leichtsinn und der Dünkel, die die ewige Jugendfrische des Geistes und des Gemütes verleihen. Der Leichtsinn, der wie der Schmetterling von Blume zu Blume fliegt und nur den Honig aus allen Blüten saugt; dem die Erde zum großen Gasthaus wird, an dessen Table dhôte er mit Schmarotzer-Ansprüchen tritt; der Leichtsinn, der das Leben nur nach Genüssen schätzt undnur im Genuße seine Seligkeit findet, dem wird das Leben gar bald keine Genüsse mehr bieten; Das ganze Weltall wird ihm schaal; verdrossen schiebt er Gott die durchgekostete Welt zurück und erbittet sich eine neue Welt, da ihm die alte nicht mehr mundet. Er meint, die Welt sei alt geworden und er vergisst, daß er allein in der ewig jungen Welt gealtert, weil er allein es nicht verstanden, mit jedem neuen Tag, mit jedem neuen Jahre jung und frisch und neugeboren zu erstehen.
Die Unbesonnenheit, die gedankenlos das Heil vom Zufall hofft, die es vergißt, daß jeder Mensch des eigenen Glückes Meister sei und nur das glücklich mache, was der Mensch mit eigener Kraft errungen; die Gedankenlosigkeit, die von der Urne des Geschickes das große Los erhofft, an das sie nicht einmal durch Einsatz den ersten Anspruch sich erworben und ebenso der kecke Dünkel, der seine ganze Lebenskraft an die Erreichung eines selbstgeschaffenen Zieles setzt, der den ganzen Wert seines Daseins und die Erringung dieses einen Zieles aufgehen läßt, diesem Ziele mit rastloser Hast nachjagt und von dem Gelingen selbstgeschaffener Pläne seines Lebens Glück bedingt beide werden sehr bald getäuscht und mutlos in verdrossener Schlaffheit an dem Markstein ihrer Laufbahn sitzen, weil sie das Heil von außen erwartet oder an Gestaltungen der Außenwelt geknüpft; die sich in ihren Berechnungen und ihren klügsten Vermittlungen entziehen; weil sie das Heil und die Freudigkeit und die Frische des Lebens überall, nur nicht da gesucht, wo sie allein zu finden.
Nur der Ernst macht froh, nur die Bescheidenheit stark, nur Mizwo, Pflichterfüllung glücklich, und nur die ernste Arbeit nach den von Gott gesetzten Ziele gibt ewige Jugendkraft, gibt immer neuen frischen Mut.
Nur auf dem Wege der ernsten Arbeit nach dem von Gott gesetzten Ziele haben wir unser Lebensziel nie erreicht und nie verloren, und beides gehört zur Jugend. Nur der ernste Arbeiter nach dem von Gott gesetzten Ziele spricht: ברוך ד' יום יום, Gesegnet Gott für jeden Tag, gesegnet Gott mit jedem Tage, יעמס לנו Er legt uns die Pflichten auf, Er gibt uns des Lebens Ziele, הא ישועתנו סלה, Er ist auch der Gott unseres Heils, Er gibt auch die Kraft zu lösen die Pflicht, zu immer frischem Streben nach dem Ziele (Psalm 68 V.20)
Nur der jüdische Gedanke Mizwo, der das ganze Leben in Pflicht, in Lösung von Gott gestellter Aufgaben, in Erfüllung göttlicher Gebote aufgehen läßt, nur dieser Gedanke vermag die Fülle der Seligkeit an jeden kommenden Augenblick des Lebens zu knüpfen und jeden gewährten Augenblick des Daseins als reiches Gnadengeschenk seines Gottes entgegenzunehmen. Nicht nach dem, was die Zeit uns bringt, mißt der Gedanke dieZeit, sondern nach dem, was wir in der Zeit vollbringen, haben unsere Jahre und Monate, unsere Wochen und Tage Bedeutung. Unsere Vergangenheit, mit allem was sie uns gewährte oder versagte, war ja nur eine für unsere Pflichterfüllung gewährten Raum, ein für die Lösung unserer Aufgaben gestellter Boden. Und wo ist das Ziel für diese Pflicht, wo die Grenze dieser Aufgabe, daß wir je sagen könnten: nun genug, ich mag, ich bedarf der kommenden Zeit nicht mehr, ich habe meines Lebens Bedeutung erschöpft. Unsere Zukunft, was sie uns bringen möge, Süßes oder Bitteres, Freud und Leid, wer mags ermessen;und wenn wir danach ihre Bedeutung für uns feststellen, wer ists, der nicht zagend und fürchtend einer jeden Zukunft entgegenginge, wen schreckte der bange Zweifel nicht, ob sie nicht Zerstörung bringen werde allen unseren Glücksblüten, ob sie nicht allen unseren Hoffnungen Täuschung zu bringen komme?
Der jüdische Mizwo-Gedanke aber ist nicht im Zweifel über die Zukunft. Mag sie Süßes oder Bitteres, Freud- oder Leidvolles in ihrem Schoße tragen, הנסתרות לד' אלקינו, diese Mysterien überlässt er gerne seinem Gotte, ihn gelüstet es gar nicht, den Schleier zu lüften. Eines ist ihm klar: ihm wird in aller Ewigkeit jeder Zeitmoment nur den Aufruf bringen, seines Gottes Gebote zu erfüllen, seine Aufgabe zu lösen und in dieser Erfüllung und Lösung seinem Gotte immer näher zu kommen. Er überlässt es Gott, ob er diese Erfüllung und Lösung in Freud oder Leid, in Glück oder Unglück fordern werde. הנגלות לנו ולבנינו עד עולם לעשות את כל דברי התורה הזאת! Dem Dienste seines Gottes, der Erfüllung seines Willens, der Lösung seiner Aufgaben, wird es gelten, und er freut sich dieses Dienstes in Freude und in Leid.
Rabbiner Samson Raphael HIRSCH Komm. Wochenabschnitt KI SSOVAU
Rabbiner Samson Raphael HIRSCH
כי תבואפרשת
Aus seinem Kommentar zur Wochenabschnitt Ki Ssovau
Kap. 26, 17 Du hast es heute bewirkt, daß man von Gott sagt, er soll dir Gott sein und du wolltest in seinen Wegen wandeln, seine Gesetze, seine Gebote und seine Rechtsordnungen hüten und wolltest seiner Stimme gehorchen.
Kap.26, 17 Jissroéls Gelöbnis an Gott und Gottes Zusage an Jissroél ist kein so zu sagen privates geblieben, es ist ein weltkundiges, in das Bewußtsein der Menschheit eingegrabenes geworden. Man bezeichnet fortan Gott als Jissroéls Gott und Jissroél als Gottes Volk.
V.18 Und Gott hat es heute bewirkt, daß man von dir sagt, du sollst ihm ein nur ihm angehörendes Volk werden, wie er dir verheißen hat, und sollest alle seine Gebote hüten;
19. und er wolle dich hoch über alle Völker, die er geschaffen, zur Tatverkündigung, zum Namen und zur Verherrlichung hinaussstellen, und du sollest Gott, deinem Gotte, eine heilige Nation sein, wie er es ausgesprochen;
VV. 18u. 19 .וד' האמירך וגו': Und Gott hat vor aller Welt Jissroél ausgesprochen,להיות לו וגו' : daß Jissroéll ihm ausschließlich angehören, keine andere Macht Gewalt über Jissroél haben, ולשמר כל מצותיו : und Israel wie der Cherub am Wege zum Baum des Lebens, wie die Cherubim über der Bundeslade, der Wächter des göttlichen Sittengesetzes auf Erden sein solle.ולתתך עליון על כל הגוים וגו' , hat Israel, sobald es sich als gewissenhafter Hüter seines Gesetzes bewährt, eine weltgeschichtliche Stellung verheißen, die es hoch über alle anderen von Gott gestalteten Völker hinaus heben soll, so daß die Tatsache seiner völkergeschichtlichen Erscheinung soll תהלה werden: eine Offenbarung der Gotteswaltung inmitten der Menschheit, ja eigentlich eine Ausstrahlung in geschichtlichen Erscheinungen, die auf Gott, als deren Ausgang zurückführen und sein Dasein und Walten konstatieren; und mehr als dies, soll לשם werden: soll nicht nur eine unbestimmte Ahnung von einem einzigen Meister der Gänge in der Natur und Geschichte, soll שם , soll, indem es mit dem Buche seiner Lehr- und Gesetzoffenbarung in der Hand, dem einzigen Quell seines Geistes- und Tatenlebens und seiner Wundererhaltung, in Mitten der Völker wandelt, eine ganz bestimmte, klar umschriebene Erkenntnis von dieseseinzigen Gottes Sein und Wollen vermitteln, und wenn es von diesem Gotte und seinem treu erfüllten Gesetze getragen, das Menschen- und Volkesglück erreicht, das Gott ihm in seinem Gesetze verbrieft, so wird dies לתפארת , wird ein alles andere so weithin überstrahlende Verherrlichung Gottes und seines Gesetzes werden, daß Völker zu diesem Licht wandeln werden und Jissroél ein Kranz der Verherrlichung in Gottes Hand, ein Königsdiadem seinem Gotte wird והיית עטרת תפארת ביד ד' וצניף מלוכה בכף אלדיך(Jes. 62,3). ולהיותך עם קדוש וגו'und während Gott es vor aller Welt ausgesprochen, daß Jissroél als das Volk des Gottesgesetzes ein Werkzeug der Völkererleuchtung und Völkergesittung werden solle, so hat er eben damit האמירך : zum Bewußtsein aller Menschen die Bestimmung und Erwartung von Jissroél ausgesprochen, daß es in allen zu ihm Zählenden ein עם קדוש , eine heilige, nur dem sittlich Guten und Gott Wohlgefälligen zugewandte Nation sein solle, also daß, wenn je es seiner heiligen Bestimmung untreu werden sollte, der kleinste Bube aus der übrigen Menschheit es an seine Bestimmung und seine Verpflichtung mahnen könne.
Kap.27, V. 2Darum sei es, an dem Tage an welchem ihr den Jarden zu dem Lande hin überschreiten werdet, welches Gott, dein Gott dir gibt, so richtest du dir grosse Steine auf und überzieht siemit Kalk,
Nur der תורה verdankt ihr das Land, für das Gesetz, für die Erhaltung und Erfüllung des Gesetzes erhaltet ihr das Land
V.8 und schreibst auf die Steine alle Worte dieser Lehre zu hingänglichem Verständnis.
V. 8. באר היטב verglichen mit Habakuk 2,2 כתוב חזון ובאר על הלחות למען ירוץ קורה בו könnte באר היטב auch hier die hinlängliche Deutlichkeit der Schrift bezeichnen.Sota 32a wird jedoch hier באר in dem Sinne wie הואיל משה באר את התורה הזאת (Kap. 1,5) als Erläutern, zum Verständnis bringen gefaßt, und gelehrt das dieser Abschrift des Gesetzes zugleich eine Übersetzung für das Verständnis der anderen Völker beigegeben war, somit Jissroél, fern von dem uns angedichteten Partikularismus, seine Mission zur geistigen und sittlichen Erlösung der Gesamtmenschheit von vornherein zu begreifen hatte, deren Zukunftsheil ebenfalls mit diesem Einzuge des göttlichen Gesetzes in ihre Mitte gegeben sein sollte.Ja, daselbst (35a) wird gelehrt, daß selbst für das Verständnis der kanaanitischen Völker die Kap. 20,18 gegebene Klausel für deren Vertreibung: למען אשר לא ילמדו אתכם לעשות ככל וגו' unter die Gesetzabschrift wiederholt und erläutert warn damit sie es wissen sollten, daß nur, wenn sie ihren polytheistischen Anschauungen und Lebensweisen getreu bleiben wollen, ihre Vertreibung bevorstehe, mit ihrer Rückkehr zur allgemein menschlichen Gesetzlichkeit aber ihrem Verbleiben im Lande nichts im Wege steht. (siehe zu K.20, 10 f. u. 18).
V.9 Darauf sprach Mosche und die Priester, dieLeviten, zu ganz Jissroél: Merke auf und höre Jissroél: an diesem Tage bist du zu einem Volk geworden, Gott, deinem Gott.
V.9. היום הזה נהיית לעם , heute bist du zu einem Volk geworden! Die gemeinsame Verpflichtung zum Gesetze und für das Gesetz, die so eben für alle deine Angehörigen ausnahmslos ausgesprochen worden, die gemeinsame Gesetzeshut, auf deren Wacht ihr alle bestellt seid, die macht dich zu einem Volke.Heute, nicht erst der nun bevorstehende Besitz des Landes, der gemeinsame Besitz des Gesetzes macht dich zum Volk. Das Land kann dir verloren gehen, wie es dir werden wird, aber das Gesetz und deine ewige Verpflichtung zu ihm bleibt dein ewiges unverlierbares Band der Volkeseinigung. Diese Jissroél tief von allen anderen Völkergestaltungen scheidende, das Geheimnis der jüdischen Volkesunsterblichkeit in sich bergende Grundthatsache mit allen Konsequenzen, die daran sich für Jissroéls Zukunft knüpfen, sie sind es wenn wir ihn recht verstehen welche das bedeutungsschweren Inhalt des Satzes היום הזה נהיית לכם bildet. Die allererste Konsequenz, daraus ist freilich:
V.10 So gehorche denn der Stimme Gottes, deines Gottes, und vollbringe seine einheitlichen Gebote, und seine Gesetze, zu denen ich dich heute verpflichte.
V.10. ושמעת וגו' die noch gesteigerte Treue und Gewissenhaftigkeit in Erfüllung dieses Gesetzes. Was anderen Völkern Landesverrat ist, das ist fortan für Jissroél Verrat an dem Gesetze, und bezeichnend sind hier nur מצות und חקים genannt, Gesetze die nach gewöhnlicher Anschauung nicht also wie משפטים den staatlichen Bestand und die Nationalwohlfahrt berühren, und zwar ist מצותיו mit verkürztem Pluralzeichen geschrieben, die Einheit und die völlig gleiche Wichtigkeit aller Gebote bezeichnend (vergl. 2.B.M. 33,13)
V.11 Endlich gebot Mosche dem Volke an demselben Tage:
V.11. ויצו משה וגו' Nachdem Moses zuerst mit Hinzuziehung der Ältesten das Volk zu Wächtern des Gesetzes bestellt, sodann mit Hinzuziehung der Priester ganz Jissroél aufgefordert, diese gemeinsame Verpflichtung für das Gesetz als ihr einziges volksbildendes Element zu begreifen und zu beherzigen, gebietet er nun dem Volke von diesem Standpunkte aus die Ausführung der Segen- und Flucherteilung auf Gerisim und Ebal, die bereits oben Kap. 11, 29 u. 30 angeordnet war
VV. 15 25
Fluch kehrt nur ein, wo das Schlechte positiv geübt wird. Allein es bedarf nur der Fernhaltung von allem Fluchwürdigen, um schon den Segen Eingang bei uns zu bereiten.Nur der letzte Satz ארור אשר לא יקים spricht ארור über eine Unterlassung aus und verheißt somit den Segen nur für eine Erfüllung: ברוך אשר יקים את דברי התורה הזאת לעשות אותם. Denn es gilt der Anerkennung oder Nichtanerkennung, der Aufrechthaltung oder Nichtaufrechthaltung des Gesetzes. Da ist die Gleichgültigkeit schon das fluchwürdige Verbrechen, und Segen kehrt erst ein, wenn jeder das Seine tut, dem ewigen Gesetze auch ewige Geltung und Erfüllung zu schaffen.
Kap. 28, V.7 Es gibt Gott deine Feinde, die wider dich aufstehen, geschlagen vor dich hin; auf einem Wege ziehen sie dir entgegen, und auf sieben Wege fliehen sie vor dir.
יתן ד' את איביך וגוund auch für deine Beziehungen nach außen zu andern Völkern bedarfst du, außer deines treuen Pflichtgehorsams gegen Gott, keiner sonstigen nationalpolitischen Gestaltung. Gott, der dir das Glück deiner Häuser und Städte, die Blüte deiner Felder und Herden gewährt, stellt dich auch gegen jeden Angriff von außen sicher.
V.20 Es läßt Gott wider dich den Fluch, die Unruhe, los und das Vorwurfsgefühl in all deiner Handtierung, die du ausführst, bis du gar bald vernichtet wirst und zu Grunde gehst, wegen der Schlechtigkeit deiner Handlungsweisen, daß du mich verlassen hast.
V.20 ישלח וגו' Man hat vielfach geglaubt, die buchstäbliche Verwirklichung aller der hier folgenden Ankündigungen des Unsegens in der späteren Leidensgeschichte des Untergangs des zweimaligen jüdischen Staatslebens nachweisen zu müssen; Und in der That ist ja auch die mehr als zweitausendjährige Leidensgeschichte des jüdischen Volkes im großen Ganzen der lebendigste Kommentar dieser Ankündigungen, und namentlich die buchstäbliche Verwirklichung der Verse 64-67 angekündigten Zerstreuungschicksals unter allen Völkern macht noch bis auf den heutigen Tag, selbst für das blödeste Auge, einen jeden Juden zum lebendigsten Denkmal und Zeugnis für die Wahrhaftigkeit und Göttlichkeit der Schrift, die ihren Gesetzen solchen Ankündigungen als Garanten für Jahrtausende der Zukunft mit hinausgegeben.Allein hinsichtlich der einzelnen Züge des hier im vorhinein entrollten Leidebildes glauben wir ein Zweifaches erwägen zu dürfen.
Zuerst können unmöglich die hier folgenden Leidensschilderungen als solche gegeben sein, welche alle die nationale Gesamtheit betreffen werden. . Immer, wie wir es aus den Propheten wissen, war ein treu gebliebener Rest, einשארית , vorhanden. Ja, wir haben anderwärts nachgewiesen (Jeschurun IX, S. 206 f.), wie dieser treugebliebene Rest, wenn gleich die Minderzahl, doch eine sehr bedeutende Minderzahl gebildet haben müssen daß überhaupt Abfall und Verderbnis sich vorzüglich in den höheren Gesellschaftsschichten verbreitete, das Volk aber einen sehr reinen tüchtigen Kern im Stille pflegte, sonst hätten nicht in Zeiten der größten Verderbnis, in Zeiten der Richter und Könige, Männer und Frauen von so hohem Geistes- und Sittenadel erstehen können, die sich Gott zu Werkzeugen und Boten seiner Sendung darboten.War aber der Abfall nie absolut an Höhe und Umfang, so trat auch Vernichtung nie in absoluter Schärfe ein, und es konnte sich die göttliche Milde ihren Rest für die nicht minder (Kap. 30. 1-10) verkündete endliche Heileszukunft retten .
VV. 37-45
והיית למשה למשל ולשנינה וגו'. Mit diesem Satze wird ein Zweck, jedenfalls eine Heilesfolge enthüllt, die sich an die über Jissroél einbrechende Verödung knüpft. שמהist der völlige Gegensatz zu einem in Segen aufblühenden Zustände (siehe zu 1.B.M.42,21). Diese Verödung, die in folgenden Versen 38-44 nochmals in großen Zügen vorgeführt wird, und die sie veranlassende Ursache (V.45) werden eine weltgeschichtliche, offenkundige Tatsache, mit welcher Jissroél ins Exil geht und damit das Bewußtsein von dem Menschen und Völker verpflichtenden und richtenden Einzigeinen in den Kreis der Völker trägt.Jissroéls שמה , Jissroéls weltgeschichtlicher Untergang wird למשל ולשנינה zum mahnendenund warnenden Beispielund zur eindringlichen Lehre für die Völker. Was sich an Jissroél vollzieht, ist nur ein משל , ist nur die an einem Volke veranschaulichte Wahrheit, die alle Völker zu fürchten haben, sobald sie del göttlichen Sittengesetze den Rücken zuwenden. Und indem Jissroél unter alle Völker zerstreut wird und trotz der Vereinzelung nicht in sie aufgeht, sondern, wie es V.46 heißt, eben durch sein auf Gott hinweisendes Geschick Jahrhunderte hindurch gekennzeichnet bleibt, wird es in Wahrheit שנינה (sie Kap.6,7), ein präzises, scharfumschriebenes, eindringliches Lehrmittel in Gottes Händen zur Erziehung der Völker, und das, was das Gott treue Israel in heiterem Glücke hätte sein sollen und was es einst in wiedererstandenem Glück werden wird, die Völker zu Gott und seinem Gesetze sammelnde Leuchte (Jesajas 2), das wird nun Jissroél im Exil unter schwerem Leiden zum einstigen vollen Heile der Völker vorbereiten.
V. 46 Und so werden sie an dir zu einem Zeichen und einem Belehrungswunder und an deinen Nachkommen auf ewig.
והיו בך. Diese deinen staatlichen Untergang herbeiführenden Strafgerichte werden zu einem welthistorischen, Gottes Waltung zeigenden אות und die Menschen ihre Pflicht lehrenden מופת , deren Erinnerung du und deine Nachkommen für alle Zeiten in die Mitte der Völker hinaustragen, und mit diesen Erinnerungen kommst du zu den Völkern insExil
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH aus dem Kommentar zur Wochenabschnitt Ki Ssovau
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH
(1833 1900)
הפטרה פרשת כי תבוא
Aus dem Kommentar zur Haftoro des Wochenabschnittes Ki Ssovau
Diese Haftora schildert die Erreichung des Zieles, das im zweiten Kapitel des Propheten Jesajas mit den Worten ausgesprochen worden war: Denn von Zijaun wird die Thauro ausgehn und das Wort Gottes von Jeruscholajim.
Überall auf Erden unter der Herrschaft der Leidenschaften und des Wahnes Finsternis und schwer drohende Wetterwolke: ein Punkt auf Erden ein leuchtend Lichtmeer, Ströme Lichtes nach allen Seiten ausstrahlend dies Lichtmeer ist Jerusalem und Zijaun ist der Quell dies Lichtes. Und die Binde des Wahns sinkt von den Augen der Menschen, und sie sehen, daß es Gottes Herrlichkeit ist, die auf Zijaun leuchtet וכבודו עליך יראה und daß deren Strahlen auch sie, sie alle alle hin zu Ihm rufen, der ja auch ihrer aller Vater ist, und der sie durch sein auf Zijaun thronendes Wort zu sich ruft.Das sind die Völker, das die Könige, die sich diesem Lichte, dieser Morgenröte zuwenden (V.3) Die Völker sind hier bezeichnend vor den Könige genannt, ganz wie in V.11, wo dies noch mehr betont wird (Sie das.) Ferner heißt es nicht: alle Völker, sondern: Völker. Das Ziel ist freilich die Gewinnung aller Völker, der gesamte Menschheit, aber die Erreichung des Zieles wird nicht mit einem Male erfolgen. Heißt es ja selbst Jes. 2,3 nachdem im vorhergehenden Verse das Ziel mit den Worten bezeichnet war: ונהרו אליו כל הגוים alle Völker werden zum Gottesberge hinströmen : והלכו עמים רבים, nicht in aller Herzen wird sofort der Strahl des Göttlichen hineinleuchten, nicht alle, sondern viele Völker werden sich gen Zijaun aufmachen. Ebenso hier.
V.4 Zuerst aber hat Zijaun das Glück, an der Spitze des heimkehrenden Völkerstromes seine eigenen Söhne und seine eigenen Töchter, die so lange entfremdeten zu erblicken.
ובנותיך על צד תאמנה Wem, der es mit seinem Volke treu meint, zieht nicht tiefe Wehmut durch die Seele, wenn er die Worte liest: und deine Töchter, die wieder dir zur Seite erzogen werden sollen! Die Töchter des heutigen Jissroél, was wissen sie, in ihrer großen Mehrheit, von ihrer hehren Mutter Zijaun? Was vom Gesetze, was vom Wesen und von der weltgeschichtlichen Bedeutung des Judentums. Ihr Sinn wird geweckt und empfänglich gemacht für die Schönheitender klassischen vaterländischen Literatur, auch die Meisterwerke der fremden Literaturen wird ihnen vielfach ein Einblick eröffnet : aber von den begeisterten Reden der Propheten, diesem Höchsten, was je in der Menschensprache gefaßt ist, dem an Erhabenheit, Gedankentiefe, zündender Kraft und begeisterndem Schwunge nichts an die Seite gestellt werden kann, , diesem laut gewordenen Gewissen der Menschheit, das alle Zeiten hindurch arbeitet und dessen Wahrheiten in den erhabensten Schöpfungen der Weltliteratur nachbeben ist es nicht ein Jammer, daß davon die große Mehrzahl unsrer Töchter auch nicht eine entfernte Ahnung hat? Daß sie für eine große Fülle von Wahrheiten und Anschauungen sich erwärmen, ohne eine Ahnung davon zu haben, daß dies jüdische Wahrheiten, daß dies nur einzelne Strahlen aus dem Lichtquell jüdischer Wahrheiten sind, die an dem Nachthimmel der Menschheit bereits siegreich aufgegangen! Und befindet sich die Mehrzahl unserer Söhne etwa nicht mehr in der Ferne, daß nicht auch in Bezug auf sie der heiße Sehnsuchtswunsch berechtigt wäre, daß recht bald der Tag anbreche, an dem auch sie aus der Ferne zu ihrer, zu unserer Mutter Zijaun heimkämen?
V.12. והגוים חרוב יחרבו Indem unmittelbar zuvor die Unterstellung in den Dienst der höchsten Menschheitsziele als Bedingung des Fortbestandes der einzelnen Völker und ihrer Staatengebilder angesprochen war, so können unter den Völkern, denen hier jede Zukunft abgesprochen wird, nur diejenigen verstanden sein, die jene Prinzipien eben nicht anerkennen, sondern fortfahren möchten in feindlichem Abschluß und beschränkter Selbstüberhebung durch rücksichtslose Verfolgung ihrer Einzelinteressen eine fortdauernde Bedrohung des allgemeinen Friedens zu sein. Diese einseitige Behauptung des Nationalitätsprinzips um seiner selbst willen und auf Kosten der höheren Prinzipien des Reinmenschlichen hat keine Stätte mehr auf einer Erde, auf der die ganze Menschheit sich als eine große Familie um Gott sammelt und keine höre Aufgabe und kein höheres Glück kennt, als den Willen ihres gemeinsamen Vaters, ein jedes Volk in seine Eigenart, durch Lauterkeit der Gesinnung und ein in Verwirklichung der Gerechtigkeit und Liebe sich vollendetes Tatenleben zur Erfüllung bringen.
V.17 תחת הנחשת Die erste Vershälfte schildert eine Steigerung in der gesamten Lebenshaltung des Menschen, indem an Stelle des minder Wertvollen das Wertvollere, an Stelle des von der Natur Gebotenen das erst künstlich von Menschen Hergerichtete gesetzt wird. Diese Erhöhung des materiellen Besitzes, diese Gewinnung und Ausnutzung der Schätze der Natur durch Anspannung der Geisteskräfte in Erforschung der Naturgesetze und in deren Anwendung zur Erhöhung des Lebensbehagens, weit entfernt daß sie im Gegensatze zu den Absichten der göttlichen Menschheitserziehung stünde, wird vielmehr, wie es hier heißt, von Gott selbst gefügt. Das aber, diese Förderung der materiellen Güter der Menschheit, läßt Gott die Aufgabe anderer Völker sein.Zu deinem Berufe, deinem Auftrage, deiner Bestimmung denn alles dieses heißt פקדה mache ich jedoch den Frieden. Was Zijaun der Menschheit zu bringen hat, das sind die Saaten des wahren Menschenheiles. ונגושיך צדקה: Und zu deinen נוגשים wörtlich: Antreibern, Exekutivbeamten, Aufsehern mache ich das Pflichtgefühl. In dem auf Jeruscholajim-Zijauns Boden atmenden Menschenkreise bedarf es dann zur Erzielung der Pflichterfüllung und zur Verhütung von Gesetzwidrigkeit keiner Polizei und keines Staatsanwalts. Ein jeder hat seinen nimmer ruhenden unbestechlicher Mahner in der eigenen Brust, es ist das Wort Gottes, das in jedem lebendig ist. Wo aber das Pflichtgefühl der Treiber ist, da herrscht nicht bloß äußere Gesetzlichkeit, sondern diese Gesetzmäßigkeit ist nur der Ausflußund die äußere Betätigung der Lauterkeit der Gesinnung.
(Die Haftoroth übersetzt und erläutert, Frankfurt am Main 1896: S. 351-359Kommentar zu Jesajas Kap. 60 V.1 )
Rabbiner Dr. Salomon BREUER zur Wochenabschnitt KI SsOWAU
Rabbiner Dr. Salomon BREUER
(1850 1926)
כי תבואפרשת
Belehrung und Mahnung zur Wochenabschnitt
Ki Ssowau (Auszug)
והיה אם שמוע תשמעו וגו' לשמר לעשות וגו' Die Wahrung und Verwirklichung des Gottesgesetzes als einziges Ziel alles Strebens, in dessen Dienst aller irdischen Segen von Gott gewährt wird, kennzeichnet die Bestimmung des jüdischen Volks, die der 105.Psalm in die Worte kleidet: ויתן להם ארצות גוים וגו' בעבור ישמרו חקיו ותורתיו ינצרו Gott gab ihnen Länder von Völkern, sie traten das Erbe von Nationen an, damit sie Gottes Satzungen hüten und seine Lehren bewahren. Nicht Land und sein Reichtum, sondern חקים und תורות bilden den jüdischen Nationalreichtum, dessen Pflege uns zum Volke macht und uns unsere Stellung inmitten der Völker sichert. Und wenn das Gotteswort uns verspricht ונתנך ה' אלקיך עליון על כל גויי הארץ, daß Gottuns eine ragende Stellung hoch über allen Völkern der Erde einräumt, so sollte das jüdische Volk diese Stellung nicht etwa dem Reichtum seiner irdischen Mittel, sondern ausschließlich der Tatsache seines unter der Herrschaft des allmächtigen Gottesgesetzes stehenden Volkslebens verdanken, dessen unvergleichliche Weihe und Heiligkeit ihm die huldigende Verehrung der Völker einbringen mußte.
Ehe daher unser Gotteswort zu den Verheißungen irdischer Segnungen übergeht, unabhängig und losgelöst von ihnen, stellt es die Verheißung ונתנך ה' אלקיך עליון וגו' als alleinige unmittelbare Folge der gewissenhaften Verwirklichung des Gottesgesetzes hinוהיה אם שמוע וגו' ונתנך ה' אלקיך עליון und hat dadurch mit eindringlichem Ernste sich gegen jene traurigen, leider noch immer nicht überwundenen Wahn gekehrt, der da glaubt, auf anderem Wege dem jüdischen Volke und dem jüdischen Namen zur Achtung und Anerkennung zu verhelfen. Nicht der Beitrag, den der Jude auf wissenschaftlichem, künstlerischem oder kommerziellem Gebiete leistet, und wäre er noch so bedeutend, sichert ihm Achtung und Anerkennung vielleicht im besten Falle jene beschämende, erniedrigende Duldung, die es dem Manne der Wissenschaft, dem Künstler oder Kaufherrn verzeiht, daß er Jude ist sondern lediglich die vorbildliche Verwirklichung des Gottesgesetzes, die seinem Denken und Forschen, seinem Streben und Wollen unvergleichliche Weihe und Adelung verleiht, sichert ihm die Achtung und Anerkennung inmitten einer großen Welt. Hätte das Gotteswort die Zusage ונתנך וגו' in die Reihe der nachfolgenden Segnungen aufgenommen, so wäre damit er Meinung Vorschub geleistet, als ob diese ragende Stellung des jüdischen Volkes von dem größeren oder geringeren Reichtum an irdischen Güter abhängig sei; so aber stellt sich das ונתנך וגו' als unmittelbare Folge von והיה אם שמוע וגו' dar: seid Juden, ganzen Juden, in deren Leben Gottes heiliges Gesetz zur unbedingten Verwirklichung gelangt, und die huldigende Anerkennung einer großen Welt wird euch nicht versagt bleiben!
Diesen Gedanken aber finden in die Weisen in einem herrlichen Bilde in dem Vers aus dem Hohenliede ausgesprochen, den sie als Erklärung zu unserem Gottesworte heranziehen: לריח שמניך טובים שמן תורק שמך על כן עלמות אהבוך Nur weil und solange Jissroél dem hingegossenen Öle gleicht, lieben es die Jungfrauen (מ"ר)אלו הגרים , findet es in Völkermitte huldigende Achtung Mag Öl auch in andere Flüssigkeiten vermengt werden, es steigt immer wieder empor, mag Jissroél noch so tief inmitten aller Völker daniederliegen, beraubt aller Machtmittel und Lebensstützen, die sonst einem Volke zur Blüte und Dauer verhelfen, nicht ihnen, sondern lediglich seinem jüdischen Wesen, der Macht der in ihm unverfälscht zur Verwirklichung gelangenden Gotteswahrheit allein verdankt es seine Erhebung und endlich Anerkennung auf Erden.
Vergeblich sind alle Versuche, auf anderem Wege der Judennot abzuhelfen, die Judenfrage zu lösen. Alle sozialen Unternehmungen der Welt, und sollten sie noch so gut gemeint sein, vermögen die Erlösung des jüdischen Volkes nicht einen Schritt zu fördern und noch weniger seine Heimkehr ins heilige Land, auch wenn die politische Konstellationen scheinbar noch so günstig sich anbahnen. Die Rückkehr zur alten jüdischen Pflichttreue, Rückkehr zum alten jüdischen Gottesgehorsam, der in Verwirklichung aller von Gott gebotenen Lebenspflichten sich bewährt, sie allein vermag unser armes Volk aus der Tiefe zu jener Höhe zu erheben, die das Gotteswort für alle Zukunft uns zugesichert hat; dann, aber auch nur dann gelangt auch jene Verheißung zur Erfüllung, die uns den reichsten irdischen Segen als Mittel zum Aufbau eines Gott dienenden Lebens aus Gottes Hand zusagt: והיה אם שמוע תשמע בקול ה' אלקיך לשמר לעשות את כל מצותיו וגו' ונתנך ה' אלקיך עליון וגו' ובאו עליך כל הברכות האלה והשיגך כי תשמע בקול ה' אלקיך.
Quelle: Rabbiner Dr. Salomon BREUERBelehrung und Mahnung fünfter Teil DeuteronomiumJ.Kaufmann Verlag Frankfurt am Main 1936 S.49-54
Rabbiner Samson Raphael HIRSCH Komm. Wochenabschnitt KI SsETSÉ
Rabbiner Samson Raphael HIRSCH
פרשת כי תצא
Aus seinem Kommentar zur Wochenabschnitt Ki Ssétzé:
Kap.23 V.4: Es komme nicht ein Ammoniter und ein Moabiter in die Versammlung Gottes; auch das zehnte Geschlecht komme von ihnen nicht in die Versammlung Gottes auf ewig.
V.5 Weil sie euch nicht mit Brot und Wasser auf der Wanderung entgegengekommen sind, als ihr aus Mizrajim zoget, und weil er wider dich Bileam, den Sohn Beors aus Pethor Aram Naharajim, gedungen, dich zu fluchen,
V.6 und Gott, dein Gott, Bileam kein Gehör zuwenden wollte, vielmehr Gott, dein Gott, dir den Fluch in Segen umwandelte, weil Gott, dein Gott, dich liebte.
V.7 Deren Friede und Wohl sollst du alle deine Tage auf ewig nicht suchen.
Kap. 25 V. 4 7לא יבא עמוני ומואבי וגו' Jebamoth 76b wird als Halacha gelehrt: עמוני ומואבי אסורים ואסורין אסור עולם אבל נקיבותיהם מותרות מיד, von Ammon und Moab sind die Männlichen selbst nach ihrem Übertritt zum Judentum in allen Folgegeschlechtern für den jüdischen Ehekreis אסור, die weibliche sind jedoch sofort nach ihrem Übertritt zum Judentum für den jüdischen Ehekreis gestattet; das Verbot trifft nur den Ammoniter und den Moabiter, nicht aber die Ammoniterin und Moabitering, עמוני ולא עמונית מואבי ולא מואבית. Motiviert wird die Halacha mit Hinweis auf die im Gesetzte gegebene Motivierung des Verbotes: על דבר אשר לא קדמו אתכם בלחם ובמים, weil die internationale Menschlichkeit nicht geübt, an ihr Gebiet vorüberziehende von langer Wüstenwanderung ermattete Menschen mit Speise und Trank zu laben, דרכו של איש לקדם ולא דרכה של אשה לקדם, die öffentliche Ausübung solcher internationalen Humanität aber zunächst von den Männern abhängt. Die Frauen trifft den Vorwurf nicht. Nicht zu übersehen dürfte auch der Wechsel des Numerus sein. Der Vorwurf der unterlassenen Labung wird im Plural ausgesprochen, לא קדמו וגו'; es ist dies ja eine internationale Menschenpflicht, die von jedem einzelnen ihre Erfüllung erwartet. Der Versuch, Israel durch Fluchen zu vernichten, war aber von der nationalen Spitze, dem Könige von Moab, versucht worden und spricht sich darin nicht sowohl die völkerfeindliche Gesinnung der einzelnen Nationalen, als die der Nation im Ganzen aus: Dieser Fluchversuch steht daher in der Einheit שכר עליך וגו'.
Diese internationale Härte, Schroffheit und Unmenschlichkeit ist es auch, die Moab noch von den späteren Propheten vorgeworfen wird. Im Anblick der über Moab hereinbrechenden Katastrophe wird Jesajas 15 u. 16 darauf hingewiesen, wie alle Nachbarbevölkerungen über Moab zu schreien hatten, כי הקיפה הזעקה את גבול מואב, wie in der Ferne man nur von Moabs Hochmut und Stolz und blindem Wüten, גאותו וגאונו ועברתו, hörte, so daß (daselbst) als einziges das Verhängnis noch vielleicht abwendendes Sühnemittel die Belehrung zur Milde und die Betätigung derselben gegen unglückliche Flüchtlinge Moab auf der Mittagshöhe seines Glückes angeraten wird. Schaffe Rat, ruft im Jesajas zu, übe Überlegung, mache, als wärs schon Nacht deinen Schatten im hellen Mittag, birg Verwiesene, verrate keinen Flüchtling, daß meine Verwiesenen bei dir eine Stätte finden, Moab, sei ihnen Schutz vor dem Räuber; denn Erpressunghört auf, Raub geht zu Enden es schwindet der Gewaltstritt von der Erde, und in Milde wird ein Thron errichtet u.s.w.
Wenn nach der Halachaan diesem Mangel internationalen Humanitätsgefühls, an diesem partikularen Nationalhochmut die moabitischen Frauen keinen Anteil hatten, so ist dies solchen Männern zur Seite doppelt hoch anzurechnen, und wohl dürfte in der Brust jener menschlich edeln Moabiterin Ruth, der großen Mutter des Davidischen Geschlechtes, die Flamme einer solchen alle Völkerscheiden überbrückenden Menschenliebe hell geleuchtet und einigen Anteil an dem Geist gehabt haben, der in den Harfentönen ihres Enkels den einstigen Morgen einer um Gott vereinten Völkergesamtheit singt und der Herold dieser Morgenröte inmitten der Menschheit geworden ist מאי רות אר"י שזכתה ויצא ממנה דוד שריוהו להב"ה בשירות ותשבחות (Berachoth 7b).
Kap. 25 V.17 Gedenke dessen, was dir Amalek getan, als ihr als Mizrajim zoget.
Kap.25 V. 17 זכור וגו' Das Fernhalten von jedem עול, von dem Mißbrauch jeder, sei es auch nur momentanen Überordnung (עול) über den andern zu dessen Schaden, von dem Missbrauch eines jeden Vertrauens, das ein Mensch in den andern setzen muss, wenn überall ein Zusammenleben der Menschen möglich sein soll, das Durchdrungensein von der Überzeugung, daß wir nur so lange Gott nennen dürfen, als wir ängstlich das kleinste Unrecht gegen seine Menschen auf Erden scheuen, und die daraus hervorgehende fleckenloseste Rechtschaffenheit in unserem Verkehr mit Menschen, das war der letzte Zug, den das Gesetz für das Charakterbild des von ihm zu leitenden und nach ihm zu nennenden Volkes gezeichnet. Das Volk, in dessen Nationalcharakter die Züge des Mitgefühls, der Rücksicht, der Milde, des Wohltuns gegen alles, was lebt hervorleuchten sollen, wie dazu die letzten Kapitel desGottesgesetzes wiederholt gemahnt, das überall bereit sein soll, wohl zu tun, dem solle es in allerersten Linie unmöglich werden, wehe zu tun, das soll im vollendetsten Ideal als ישרון (Kap. 33, 26) über die Erde wandeln, in dessen Verkehr mit Menschen solle es als ישר, als das geradeste, rechtschaffenste, biederste unter den Völkern sich ankündigen, und שארית ישראל, diejenigen, die alle Zeiten und alle Prüfungen für die einstige jüdische Vollendung durchdauern, erblickt das Prophetenwort in denjenigen, welche Kein Unrecht tun, keine Täuschung reden und in deren Mund sich keine Zunge des Truges findet; sie allein finden Weide und Ruhe, sie allein haben, vor nichts und niemand zu zittern שארית ישראל לא יעשו עולה ולא ידברו כזב ולא ימצא בפיהם לשון תרמית כי המה ירעו ורבצו ואין מחריד (Zefanja 3, 13).
Den geraden Gegensatz zu diesem aus Gerechtigkeit und Liebespflicht gewobenen Charakterbilde eines Volkes, das nur in gewissenhafterPflichttreue seine Macht und seine Zukunft erblicken, und durch deren Vorgang die ausschließliche Pflichthuldigung einst das Anteil der Gesamtmenschheit werden soll, bildet eine Völkergröße, die, wie Amalek, nur in dem Schwerte ihre Macht und in den Niedertreten aller ungerüsteten Schwächern ihre Ruhmesfreude findet. Sie trat bereits bei dem ersten Hineintreten des Volkes der siegreichen Pflichttreue in die Völkergeschichte (2 B.M. 17, 8-16) diesem feindlich entgegen und ihr ward (daselbst) gleich bei diesem ersten gegensätzlichen Versuch das einstige Verschwinden aus dem Gedächtnis der Völker verkündet (siehe daselbst).
Die nunmehr mit ihrer Pflichtaufgabe in das Land des Gesetzes zu dessen treuer Erfüllung Einziehenden werden daher hier auf diesen ausgesprägtesten Gegensatz, und zwar zu dauernder Erinnerung, nochmals hingewiesen, in den einzelnen Zügen seines Auftretens ihnen dieser Gegensatz zu ihrer Bestimmung zum klarsten Bewusstsein gebracht, und während dort der Kampf gegen Amaleks Völkerprinzip bis zu dessen völligem Verschwinden als Inhalt aller völkergeschichtlichen Gotteswaltungen auf Erden verkündet ist wird hier Jissroél aufgefordert, sich als mitwirkendes Werkzeug für diesen Gotteskampf gegen Amalek zu begreifen und zu bewähren, aus dessen die Menschen irreführenden, mit seinem Glanze blendenden Ruhmeslorbeer das letzte Blatt eben dann fallen werde, wenn nicht vor einem stärkeren Schwerte sein Schwert, wenn vor einer nur auf Pflichttreue gegen Gottes Sittengesetz aufgeblüht stehenden, nur von Gott getragenen Macht Amaleks Schwert zusammenbricht.
בדרך בשעת טירופיכם בצאתכם, את אשר עשה לך עמלק בדרך בצאתכם ממצרים (ספרי) eure Gesamtheit (לך) war בדרך, auf der Wanderung begriffen, von ganz anderen Gedanken und Sorgen, als von Kriegsgedanken eingenommen; es war die Wanderung einer heimatlosen Menge mit Frauen und Kindern in der Wüste, deren Lage menschliche Teilnahme von jedem menschlich Fühlenden und nicht Feindseligkeit hätte erwarten dürfen. Und über jedem einzelnen von euch (בצאתכם) schwebte noch die Bekundung des einen Einzigen unsichtbar gegenwärtig, der seine Fesseln gebrochen und ihn aus der Knechtschaft einer solchen Macht wie Mizrajim zur Freiheit geführt, eine Tatsache, die den Wehrlosen von euch zu Schirm und Schild gegen jeden mutwilligen Angriff hätte dienen müssen.
מקרה, אשר קרך בדרך ist ja das, was für sie den davon Betroffenen außer alle Berechnung und Erwartung geschieht (siehe 1 B.M. 24,12). Du zogst deines Weges und hattest gar keine Veranlassung, einen feindlichen Überfall zu vermuten. Sein Angriff war völlig unprovoziert, war von purer Freude an Menschenschlächterei, oder von einer Ahnung der Gefahr getrieben, die aus dem mit dir in die Geschichte einziehenden Prinzipe der reinen Menschlichkeit und Pflichttreue seinem Prinzipe der Schwertgewalt zu drohen begann.
זנב, ויזנב בך, der Schweif (so rabb. סניף: Anhängsel, das Nebensächliche, einem Hauptkörper Anhängende, und צנף: die Anhängsel, Enden, mit einem Hauptkörper verbinden, zusammenrollen), hier: die Nachzügler, und זנב, Piel (wie סעף) entasten): die Nachzügler von dem Haupttrupp abschneiden, oder niedermachen. כל הנחשלים אחריך חשל (verwandt mit חסל: abfressen, zu Ende bringen, אזל schwinden, עצל träge) Daniel 2,40: פרזלא מהדק וחשל כלה Eisen zerschlägt und vernichtet alles, bezeichnet jedenfalls eine Schwächezustand, ähnlich wie das versetzte חלש: also: alle, die dir nur schwach nachfolgen konnten, aus Schwäche zurückblieben. ואתה עיף ויגע, du selbst das ganze Volk, der Hauptkörper selbst warst matt und abgemüht. Es waren also die Schwächsten, die selbst einer langsamen Fortbewegung nicht folgen konnten, die er überfiel. Ihn lud somit nicht Schwäche zu Mitleid und Schonung, sondern zu roher, höhnender Mißhandlung.
ולא ירא אלדי' und er sah nicht Gott, der für den Schwachen eintritt gegen die Faust des Starken, und hatte keine Scheu vor Ihm.
V.19 So sei es denn: wenn Gott, dein Gott, dir Ruhe gegeben haben wird von allen deinen Feinden ringsum in dem Lande, welches Gott, dein Gott, dir als Erbe zur Besitznahme gibt; sollst du das Andenken Amaleks von unter dem Himmel weglöschen; vergiß dies nicht.
V.19 והיה בהניח וגו' wenn Gott dir dein Gott ist, wenn du, im geraden Gegensatz zu allen diesen Amalekzügen, all dein Tun nach seinem Willen richtest und all dein Sein Ihm anheim stellst und du so nicht durch dein Schwert und deine Macht durch den mit deiner Pflichttreue gewonnenen Gottesschutz, in dem dir von Gott angewiesenen Lande, unangetastet von allen deinen Feinden ringsum sicher und glücklich ruhst.
נתן לך נחלה לרשתהdas Land, das er dir jetzt zur Besitznahme gibt, war bereits deinen Vätern zugesagt, es kommt dir nur von ihnen als Erbe zu, auf daß du es weiter auf deinen Kinder vererbest. Es ist nichts, was du aus eigener Machtvollkommenheit besitzest. Der Pflichttreue in dem Gottesbunde mit deinen Vätern verdankst du es, und nur durch Vererbung dieser Pflichttreue auf deine Kinder wirst du ihnen das Land vererben.
תמחה את זכר עמלק (siehe 2 B.M. 17,14)
לא תשכח, vergiß dies nicht, wenn du je hinüberschwanken und Amalek gleich nicht Pflicht, nicht Gott kennen und, in kleinen oder grossen Dingen, nur Gelegenheit suchen wolltest, deine Überlegenheit zum Schaden deiner Mitmenschen zu üben!
Vergiß dies nicht, wenn du je deines Jissroélberufes und deiner Jissroélsendung in der Mitte der Menschen vergessen und die Lorbeerkränze beneiden möchtest, die eine betörte Welt dem Andenken glücklicher Menschenglückzerstörer flicht und den tränengetränkten Boden vergißt, aus welchem der Lorbeer zu solchen Kränzen erwächst.
Vergiß dies nicht, wenn du je selbst unter Amalekrohheit und Gewalt zu leiden hast. Bleibe aufrecht! Bleibe bei der Menschlichkeit und Rechtsachtung, die dein Gott dich gelehrt. Ihnen gehört die Zukunft, Menschlichkeit und Gerechtigkeit bleiben Sieger über Rohheit und Gewalt, und du selbst bist gesendet, durch dein Geschick und Beispiel diesen Sieg und die Zukunft mitwirkend herbeizuführen.
לא תשכח vergiss dies nicht, und auf daß du es nicht vergessest, זכור, erneue dir von Zeit zu Zeit Amaleks Gedächtnis und das, was dir über deine Zukunft gesagt ist
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH aus dem Kommentar zur Wochenabschnitt KI SSETSÉ
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH
(1833 1900)
הפטרת פרשת כי תצא
Aus dem Kommentar zur Haftoro des Wochenabschnittes Ki Ssetzé
GOTT IST UNSER VATER, ZIJAUN UNSERE MUTTER
Haftara und Kommentar sind dieselbe als Anfang Wochenabschnitt נח Jesajas Kap. 54
Der Wochenabschnitt des Gotteswortes zeigte uns die gewaltige Katastrophe, von der die Erde und ihre Wesenschar nach dem Ratschluß des barmherzigen Gottes getroffen wurde. Sie erschien als Verderben und war die Rettung, sie erschien als der Untergang und war die Erhaltung. Zu Grunde ging das Entarte, erhalten wurde und befreit von der Überwucht des Entarteten das die reine Keime einer reinen Zukunft in sich Bergende. Auf der neu gestalteten Erde sollen die alten ewigen Waltungsziele Gottes erreicht werden. Gottes Wille wird unter allen Umständen ausgeführt, sein Wort ist das unerschütterlich feststehende, es ist das einzig Unbedingte und findet seine Verwirklichung, auch wenn ganze Generationen des Menschengeschlechtes sich dagegen verschworen hätten das ist die ernste Mahnung, aber auch die trostreiche Verheißung, die aus diesem Wochenabschnitt uns entgegentönt.
Eines der Waltungswerkzeuge zur Erreichung dies Ziele ist die Abrahamsfamilie, das jüdische Volk als Träger der göttlichen Offenbarung. Allein auch dieser Träger der Lehre vom Menschen-Ideale hielt sich nicht rein. Der menschheitspriesterlich den anderen voranschreiten sollte den Gottesweg zum Baum des Lebens, versank selbst in der großen Mehrzahl seiner Glieder in die Entartung, aus der er die anderen retten sollte, und unsere ehre geistige Mutter Zion hatte den Schmerz, von ihren Kindern sich verlassen zu sehn. Der größte Teil, das Reich Jissrooel, ward gänzlich entfremdet. Allein auch der kleinere Teil, das Reich Juda, der noch in Jerusalem seinen Mittelpunkt erblickte und das Band, das ihn mit Zion vereinigte, wenigstens äußerlich noch nicht gänzlich zerrissen hatte, entsprach so wenig seiner Bestimmung, daß auch der jüdische Staat vernichtet, der Tempel zerstört und das Volk durch wiederholt über es hereinbrechende Verhängnisse über die weite Erde zerstreut wurde. Es war ein partielles מבול, eine partielle Entseelung, von der alle diejenigen Güter und Bestrebungen und äußeren Errungenschaften getroffen wurden, in denen die verblendeten Sprossen des Menschheitspriestervolkes ihre Lebensziele erblickt und in denen sie geglaubt hatten, mit den anderen Völkern wetteifern zu sollen. Allein auch diese Katastrophe, so lehrt uns unser Prophetenwort, erschien nur als Vernichtung. Sie war die Rettung. Sie erschien als Untergang, sie war die Erhaltung. Nicht Verlust, sondern Wiedergewinnung, oder vielmehr erst wirkliche wahrhafte Gewinnung ihrer Kinder bedeutet deren Galuth für unsere Mutter Zion.
Unser Prophetenwort versetzt uns nun in den heißersehnten Augenblick, in welchem das Galuth sein Läuterungs- und Erziehungswerk an uns vollbracht haben wird. Es bringt die frohe Kunde davon, diese wahrhaftige Heilesbotschaft, der so lange einsam trauernden Mutter.
Kap. 54, Vers 1-3 Gott ist unser Vater; Zion, die Personifikation der Thora, wie diese in dem Gottesheiligthume ihre Stätte hatte und hier die symbolische Vergegenwärtigung ihrer Anforderungen und Segenswirkungen darbot, Zijaun ist unsere Mutter. Ihre Kinder haben sie lange verkannt und verlassen. Jetzt nun wird ihr die Freudenbotschaft, aß mehr heimkommen als sie je bei sich geschaut. Was die Zeit der Selbständigkeit und des Glückes an den um das sichtbare Gottesheiligthum Versammelten nicht vermocht, die Prüfungsjahrhunderte des Galuth haben es vollbracht. Die räumlich Fernen sind die geistig Nahen geworden. Die einst geistig und sittlich Entfremdeten kehren als Söhne und Töchter zurück. וזרעך גוים יירש וגו'. So lange bleibt das jüdische Land im Besitze der Völker und harret trauernd der Rückkehr Jissroéls; bis dahin sind die Stätte ,נשמות verödet, die Blüte des Landes ist an die Heimkehr Jissroéls geknüpft. Vergl. 3 B.M. 26,34.
V.4. Gieb dich rückhaltlos der Freude hin, fürchte nicht du könntest enttäuscht werden, die Rückkehr deiner Kinder könnte sich nur als eine zeitweilige, ihre Besserung als nur der vorübergehend erweisen. Nur zu oft hat Zijaun während der Zeit ihrer Verlassenheit Phasen der Erhebung und des begeisterten Aufschwunges ihrer Kinder erlebt, den immer wieder ein Rücksinken in die alte Nacht folgte. Jetzt aber ist die Erziehung ihrer Kinder vollendet, die Schule der Leiden hat für ihre Kinder, und damit die Zeit des Grames für die Mutter ihr Ende erreicht.
V.5 וגואלך וגו' אלהי כל הארץ יקרא. Mit dieser sittlichen Vollendung Jissroéls Hand in Hand geht die Erhebung der Gesamtmenschheit: der dein Erlöser ist, der Jissroél durch seine Gesetze heiligt, der wird jetzt von der ganzen Erde anerkannt.
(Die Haftoroth übersetzt und erläutert, Frankfurt am Main 1896: S. 11-13Kommentar zu Jesajas Kap. 54 V.1 )
Rabbiner Dr. Salomon BREUER zur Wochenabschnitt Ki Ssetsé
Rabbiner Dr. Salomon BREUER
(1850 1926)
כי תצא
Belehrung und Mahnung zur Wochenabschnitt
Ki Ssezè (Auszug)
In dem יפת תואר-Kapitel hat uns das Gottesgesetz ein warnendes Beispiel hingestellt, das geeignet ist, uns den יצר הרע in seiner fadengleichen Nichtigkeit erkennen zu lassen. In der Tat: דברה תורה כנגד יצה"ר wenn etwas geeignet ist, uns die Augen zu öffnen, daß wir die Lockungen des יצה"ר in ihrer flüchtigen Nichtigkeit erkennen, so ist es diese Konzession, die die Thora den Einflüsterungen des יצה"ר einräumt. וראית בשביה וחשקת בה ולקחת -והבאתה. Nimm sie, die du unter der Herrschaft der Leidenschaft dir erwählt, in dein Haus, dann aber וגלחה את ראשה וגו' והסירה את שלמת שביה מעליה ובכתה וגו' möge sie der Reize sich entkleiden, den schillernden Glanz ablegen, der dein Auge gefesselt vergegenwärtige dir, wie flüchtig die Reize und der Glanz, mit denen der יצה"ר seine Lockungen bewerkstelligt, vielleicht kommst du zur Besinnung wenn nicht, so sage ich dir heute schon והיה אם לא חפצת בה, הכתוב מבשרך שסופך לשנאותה du wirst für die Dauer keinen Gefallen an ihr finden, es ersteht der Feind dir in deinem Hause, der aus deinen Räumen die Genien des Friedens und Glücks verscheucht, und zu spät wird nach bitterer Enttäuschung die reuige Klage sich auf deine Lippen drängen היאך לא יכולנו לכבוש את חוט השערה הזה, daß du nicht die Kraft gefunden, solcher Versuchung zu widerstehen!
ונתנו ה' אלקיך בידך, אם עשית כל האמור בענין סוף שה' אלקיך נתנו בידך kommentieren die Weisen so klar und so eindrucksvoll: Wollen wir, daß Gott den äußeren Feind uns in die Hand gibt, wollen wir, daß Gott uns den Sieg erringen hilft über den Feind, der von außen uns bedroht, dann müssen wirvor allem selber den Sieg über den יצה"ר, den Feind in uns erstreiten, und dieser Sieg wird und kann uns nicht schwer fallen, wenn wir uns dauernd die Warnung vor Augen halten, die aus dieser יפת תואר- Vorschrift zu uns spricht: Wir werden die Lockungen des יצה"ר sieghaft uns erwehren, auch wenn sie berghoch uns erscheinen; denn wir werden nicht das Los derer teilen wollen, die zu spät, nach bitterer Enttäuschung, die wehe Klage anstimmen müssen über ihre Jämmerlichkeit, die sie die ohnmächtigen Fäden nicht rechtzeitig zerreißen ließ, mit denen der יצה"ר sie zu fesseln suchte. In diesem Sinne reicht uns das Gottesgesetz dieses יפת תואר Kapitel, damit wir aus ihm die Kraft schöpfen, den Sieg zu erringen, von dem das Heil unseres Lebens bedingt ist לא דברה תורה אלא כנגד יצר הרע.
Quelle: Rabbiner Dr. Salomon BREUERBelehrung und Mahnung fünfter Teil DeuteronomiumJ.Kaufmann Verlag Frankfurt am Main 1936 S.40-47
Im Monate Elul finden wir keinen Tag, welcher durch ein Fest ausgezeichnet wäre, doch ist der ganzen Monat ernst und weihevoll, denn er ist in unserer Zeitrechnung der letzten Monat des Jahres, der Monat, der den Tagen des Gerichtes Roschaschono vorangeht und uns darum zu besonders inniger Beschäftigung mit uns selbst, zur Betrachtung unserer Lebensaufgabe anregt.
In den letzten Tagen dieses Monates werden in ganz Jissroél besondere innige Gebete verrichtet. Schon vor Tagesanbruch, ehe das gewöhnliche Morgengebet verrichtet wird, versammelt sich das Volk in den Synagogen, um das scheidende Jahr durch aufrichtige Bußgebete zu beschließen. Viele andächtige Beter fasten auch freiwillig an diesen Tagen, die ganze Gemeinde fastet gewöhnlich am ersten Tage der Selichoth und am Tage vor Roschhaschono,da gedenken sie bereuend so manchen Fehltrittes des verlorenen Jahres, fassen edle Entschlüsse für die Zukunft und streben, durch Ausübung guter Werke sich mit ihrem Gewissen auszusöhnen, um an den herannahenden heiligen Tagen des Gerichtes rein vor Gott erscheinen zu können.
Aus: Erbauungsbuch Bibel- und Talmudschatz J.H. Kohn S. 41913.Auflage Hamburg 5691 1931
Aus seinem Kommentar zur Wochenabschnitt Schaufetim
Kap.17 V.14Wenn du zu dem Lande hinkommst, welches Gott, dein Gott, dir gibt, und du hast es in Besitz genommen und wohnst darin, so wirst du sagen: Ich möchte über mich einen König setzen, wie alle Völker, die um mich sind.
Kap.17 V.14: Wenn Du zu dem Lande, welches Gott, dein Gott, dir gibt, gekommen sein wirst und hast es in Besitz genommen du wohnest darin , diese das Königskapitel einleitenden Worte sprechen in vorinhein unzweideutig aus, daß nicht zur Eroberung des Landes und nicht zur Entfaltung nach außen, die Bestimmung des jüdischen Königs sein soll. Es ist Gott, der Jissroél das Land gibt, Gott, unter dessen Beistand er das Land erobert und unter dessen Schutz sicher darin wohnt, wie dieser allein ausreichende Beistand, Schutz und Segen Jissroél wiederholt und wiederholt im Gesetze zugesichert ist, und auch von Moses in seinen die Eroberung des Landes vorbereitenden Ermahnungen wieder und wieder hervorgehoben worden. Dazu bedarf Jissroéll keine Königsmacht, dazu hat Jissroéll nur Jissroél zu sein, hat sich nur als das pflichtgetreue Volk des göttlichen Gesetzes zu bewähren, hat nur den sittlichen Sieg über sich selber zu vollbringen, um des Sieges über die feindlich entgegenstehende Macht von außen gewiss zu sein. Prägnant spricht ספרי dies mit einem erläuternden Worte zu unsere Stelle aus: אשר ד' אלדיך נותן לך ,בזכותך, Gott gibt das Land dir, zu dessen Gewinnung bedarfst du keines Königs, brauchst du nur dich, dein eigenes selbst. In der Tat spricht auch die Halacha die Einsetzung eines Königs, als erst nach vollendeter Eroberung und Besitznahme des Landes, לאחר ירושה וישיבה, geboten aus (Kiduschin 37b) und weist dort ausdrücklich die Präsumtion zurück, als sei kriegerische Eroberungsmacht Zweck des jüdischen Königtums (siehe daselbst).
Die Beifügung: ככל הגוים אשר סביבתי wäre demnach zweifelsohne nur also zu fassen: wie alle Völker die Einigung aller nationalen Kräfte für die höchste nationale Wohlfahrt, die ihnen in Entfaltung einer möglichst großen Macht nach außen besteht, nur durch Unterordnung unter ein Oberhaupt erreichen, dem für diesen Zweck alle nationale Kraft zu Gebote gestellt ist, so wirst du das Bedürfnis fühlen, deine Einigung für deine höchste nationale Wohlfahrt, die dir aber nur in möglichst vollendeter Verwirklichung des göttlichen Gesetzes im Innern besteht, durch Unterordnung unter einen Oberhaupt zu gewinnen, das selber als erster gesetztreuer Jude in dem sittlichen Adel dieser Gesetztreue mustergültig voran leuchtet, mit dem Geiste dieser Bestimmung erfüllt, diesem Geiste alle Geister und Herzen in Erkenntnis, Gesinnung, Wort und Tat zu gewinnen und allem diesem Geiste sich Entfremdendenmit der Macht seines Wortes, seines Beispiels und seines Ansehens entgegen zu treten hat, und dem du für diesen vorkämpfenden Schutz deiner nationalen Bestimmung in deinem Innern alle deine Kräfte zur Verfügung stellt.Wie sehr dies die eigentliche Bestimmung des jüdischen Königs sein sollte, wie sehr durch ihn der mit der Dezentralisierung drohenden Gefahr der Entfremdung und Entfernung der vereinzelten nationalen Teile von der einen sittlich nationalen Gesamtaufgabe entgegenwirkt werden sollte, das bekunden die Geschichtsbücher des jüdischen Verfalls durch die bei besonders hervortretenden Momenten desselben wie פסל מיכה und פלגש בגבעה wiederkehrende Erläuterung: בימים ההם אין מלך בישראל איש הישר בעיניו יעשה (Richter 17,6. 18,1 19,1 und 21,28).
In vollstem Gegensatz zu dieser ursprünglichen Bestimmung des jüdischen Königs stehen die Motive, aus welchen, und die Zwecke, für welche die erste Königswahl unter Samuel (Sam. I,8) geschah. Der Vorwurf in Samuels Rede ans Vol (daselbst 12,12): ותראו כי נחש מלך בני עמון בא עליכם ותאמרו לי לא כי מלך ימלך עלינו וד' אלדיכם מלככם lässt keinen Zweifel darüber zu, daß die Verteidigung gegen äußere Feinde, mit völliger Verkennung des nun in Gott ruhenden und von Gott zu erwartenden Landesschutzes, Motiv und Zweck dieser Königswahl gewesen. Sie wollten einen König nicht nur nach der Form, sondern im Sinne aller Völker, wie sich dies ja auch in der Forderung des Volkes (daselbst 8,20) unzweideutig ausspricht: ויאמרו לא כי אם מלך יהיה עלינו והיינו גם אנחנו ככל הגוים ושפטנו מלכנו ויצא לפנינו והלחם את מלחמתנו, wo das durch das folgende ויצא לפנינו וגו' erklärte ושפטנו מלכנו entschieden nicht im Sinne der inneren Rechtshandhabung, sondern der Rechtsvertretung, der Verteidigung nach außen gemeint ist, in welchem Sinne ja alle die zur Verteidigung der Unabhängigkeit des jüdischen Landes und Volkes aufgestandenen Männer: שופטים genannt werden, und שפט את ja überwiegend: jemanden zu seinem Recht verhelfen heißt.
Für das in unserem Königskapitel besprochene erbliche Königtum war ja im eigentlichen Sinne die Zeit noch gar nicht gekommen. Die ausdrücklich gestellte Vorbedingung ירושה וישיבה war ja nur sehr unvollkommen erfüllt. Nicht vor vollendetem Eroberungswerk, nicht mit kriegerischem Lorbeer geschmückt sollte der erste jüdische Dynast den erblichen Königsthron besteigen. Die unter Gott und nur unter Gott in treuem Gottgehorsam geeinigte Nation sollte das Eroberungswerk vollbringen und das völlig eroberte Land unter Gottes leitender Anordnung verteilen. Daraus sollte der künftige jüdische König keinen Anspruch auf Macht huldigende Anerkennung für sich und seine Nachfolger herzuleiten vermögen. Erst wenn das ganze Land erobert und verteilt geworden und jeder sich auf seinem Acker fortan der für immer friedlichen Lösung der hohen jüdischen Lebensaufgabe hingegeben sehen würde, sollte, wie der symbolische Einigungspunkt im מקדש, so ein konkreter Träger dieser nationalen Einheit im Könige erstehen. Beiden Momente sollte ja ירושה וישיבה vorangehen, und nur eine Schlacht sollte der für die Friedensarbeit der jüdischen Nation berufene König schlagen, die letzte vor dem מקדש-Bau, die Schlacht gegen Amalek (Sanhedrin 20b), dann sollte nach dem jüdischen Königsideal sein Schwert für immer in der Scheide ruhen.
Dies Ideal kam nicht zur Verwirklichung. Es gehört, wie das ganze Gottesgesetz, noch der Zukunft an.
Bedeutsam erläutert ספרי unseren Text: אשר ד' אלדיך נותן לך בזכותך וירשת וישבת בה בשכר שתירש תשב das Land wird dir von Gott lediglich durch sittliches Verdienst, und du erlangst die dauernd gesicherte Niederlassung im Lande nur durch volle Erfüllung des Eroberungsgesetzes. Beides war nicht geschehen. Die Eroberung blieb unvollendet, und viel zu früh ließen sich die Stämme von den Reizen der Niederlassung bestimmen, einen großen Teil der Bewohner mit ihren polytheistischen Anschauungen und Sitten neben sich im Lande wohnen und rasch ließen sie sich zum Selbsthinfall an dieses verlockende Unwesen verleiten. Der Moment der Königswahl unter Samuel war in Wahrheit noch verfrüht. Es hätte erst gegolten, das durch Samuel begonnene Werk der sittlichen Rückkehr zum Gottesgehorsam zu vollenden und damit den Gottesbeistand zu der noch zu vollbringenden Gesamtbesitznahme des Landes zu erzielen. Stattdessen glaubte das Volk, beides entraten und die sittliche Besserung, sowie den Gottesbeistand durch ein erbliches kriegerisches Oberhaupt, wie alle Völker umher, ersetzen zu können, und darin lag das Vergehen.
Das glauben wir denn auch sei der Sinn der Worte'ר יהודא s im ספרי:והלא מצוה מן התורה לשאול להם מלך שנאמר שום תשים עליך מלך אשר יבחר ד' אלדיך בו ולמה נענשו בימי שמואל לפי שהקדימו על יום . Der Fehler lag in der Verfrühung der Königswahl. Sie forderten einen König in einer Zeit, die noch erst die Sicherstellung des Landesbesitzes heischte und forderten ihn daher zu früh in ihrem (vermeintlichen) materiellen Interesse (על ידם wie: קיצץ אדם על ידי עצמו ע"י בנו ובתו הגדולים u.s.w. (B.M.93a) השוקל על ידי כהן וכו' השוקל על ידי עני וכו' (Schekalim I, 6 u.7) und sonst. Das ככל הגוים אשר סביבותי welches die Kommentare zum ספרי hinauf zu על ידםlesen, gehört offenbar hinunter und leitet einen neue Erläuterungssatz ein. Es fehlt auch in der תוספתא zu Sanhedrin (Kapitel VI), wo dieser Ausspruch des ר' יהודא, gebracht wird und in der ספרי-Ausgabe mit הגהות הגר"א ווילנא ist auch die Interpunktion unserer Auffassung gemäß.
Wenn nun Sam. I. 8, 11 f. das Königsrecht, משפט המלך, als eine absolute Gewalt über Personen und Güter des Volkes geschildert wird, und, obgleich offenbar diese Schilderung die Absicht hatte, das Volk von der Wahleines solchen Königs zurückzuschrecken, was unzweideutig aus dem Bericht über den Mißerfolg dieser Schilderung die erhellt: וימאנו העם וגו' ויאמרו לא כי וגו' והיינו וגו' (daselbst Verse 19 u.20), dennoch nach einer als Halacha rezipierten Ansicht (Sanhedrin 20b) alle die dort geschilderte absolute Macht als die wirklich dem gewählten Könige zuständige Machtsvollkommenheit begriffen wird, כל האמור בפרשת מלך מלך מותר בו: so dürfte dies gleichwohl nicht das ursprüngliche Recht des im Sinne unseres Textes gebotenen Königtums sein. Einem Könige, wie das Volk von Samuel verlangte und seinem Verlangen nachgegeben wurde, einem Könige zu dessen Attribut im Sinne aller damaligen Völkerkönige vor allem die Entfaltung einer großen nach außen gefürchteten Kriegsmacht gehörte, einem solchen Könige mußte unbedingt nach dem damals geltenden Königsrecht der Völker eine absolute Gewalt über Gut und Blut seiner Untertanen eingeräumt werden. Eine solche absolute Verfügung über Menschen und Güter der Nation war unumgänglich, um jederzeit die gesamte Nationalkraft zur schlagfertigen Kriegsbereitschaft entbieten zu können und, indem das Volk mit vollem Bewußtsein einen solchen mit den Attributen der Völkerkönige bekleideten König für die Zwecke der Völkerkönige verlangte und wählte, begab es sich allerdings einem solchen nunmehr eintretenden Königtum gegenüber aller Selbständigkeit, und כל האמור בפרשת מלך מלך מותר בו, und alles in der samuelischen Verwarnung Enthaltene stand fortan den jüdischen Königen rechtlich zu.
Daß eine solche Königswahl nicht im ursprünglichen Sinne des göttlichen Gesetzes lag, daß der Forderung nur zum Erziehungszwecke der Nation nachgegeben wurde, damit sie, die darin ihr Heil erblickte, auch das einmal in bitterer Erfahrung kennen lernen möchte, das spricht noch das Prophetenwort (Hoseas 13, 9-11) mit bitteren Ernste aus: שחתך ישראל כי בי בעזרך, אהי מלכך אפוא ויושיעך בכל עריך ושפטיך אשר אמרת תנה לי מלך ושרים, אתן לך מלך באפי ואקח בעברתי, dein ist das Verderben, denn in mir warst du in deiner Hilfe. Wo ist dein König nun; wo daß er dir helfe in allen deinen Städte! Und deine Richter, der du gesprochen: gib mir einen König und Fürsten! Ich gab dir einen König in meinem Unwillen und nahm ihn in meinem Zürnen.
Unter den auf Grund dieses Volksaktes gewählten Königen fand sich einer, der neben der kriegerischen Tüchtigkeit der siegreichen Volkes- und Landesverteidigung sich gleichzeitig mit dem geistigen Ideale eines jüdischen Königs nach dem Herzen Gottes so erfüllte, daß er wie kein anderer vor ihm und nach ihm die ganze Fülle jüdischer Menschen- und Volksbeziehungen zu Gott in begeisterten und begeisternden Gedanken- und Empfindungstönen also hinaussang, daß er mit seinen Gesängen der eigentliche Schöpfer und Träger des jüdischen Volksgeistes geworden, und noch heute, und weit über den jüdischen Kreis hinaus, unmittelbar oder mittelbar auf den Schwingen seines Wortes jedes Gemüt zu Gott emporträgt, das Erkenntnis und Stütze von Gott und in Gott sucht diesen König David den Jisaiden, in welchem die Doppelseite des jüdischen Königtums, das Schwert und die Leier, die geistige Trägerschaft der Nation neben deren siegreichen Verteidigung nach außen in so eminenter Weise in die Erscheinung trat; daß ein von seinem Geiste geweckter Nationalsänger ihn geradezu eine מציאה, einen Fund nannte, den Gott für den Dienst seines Werkes gefunden, מצאתי דוד עבדי (Ps. 89,21), ihn weihte Gott zur königlichen Stammeswurzel bis in die späteste Zukunft hin, die einst mit der vollen Verwirklichung des göttlichen Gesetzes auch die reine Verwirklichung des Gesetzeskönigs in Jissroél bringen wird, und noch der Mann dieser jüdischen Zukunft, der einstige Heranbringer dieser Wirklichkeit, auf dem ruhen wird der Geist Gottes, der Geist der Weisheit und der Einsicht, der Geist des Rates und der Stärke, der Geist der Gotteserkenntnis und der Gottesfurcht, dessen Wort zum erdgebietenden Szepter sich gestalten wird, und vor dessen Geist die Gesetzlosigkeit erstirbt, der das Recht und die Treue also zur Herrschaft bringen wird, daß der Wolf neben dem Schafe und der Tiger neben dem Böckchen ruht, daß auf der zum Berge des Gottesheiligtums emporstrebenden Erde keine Bosheit, keine Unsittlichkeit mehr verübt wird, weil die Erde voll sein wird von der Gotteserkenntnis, wie das Wasser des Meeres Bette deckt diese späte edelste Verwirklichung eines jüdischen Gesetzeskönigs wird noch ein Reis sein aus dem scheinbar gefällten Jisaisstamm und ein langbewahrter Sproß auf seinen bis dahin nachtbedeckten Wurzeln (Jesajas 11).
Allein, wie die kriegerische Seite seines Königtums David die Würdigkeit entzog, Gott sein Gesetzesheiligtum zu bauen (Chron. I. 22,8) und dieses seinem Sohne verblieb, dem er den siegreich erstrittenen Frieden als Erbteil hinterließ, so wucherte diese Seite eines Königtums nach Völkerart bei diesem seinen Sohne selbst in den Frieden über, und Salomo, der geistig große Davidssohn, der Friedensfürst, der mit seiner Weisheit sein Volk erleuchtete und die Völker weithin zur Bewunderung hinriß, setzte sein Ideal nicht in die geistige und sittliche Hebung und Vollendung seines Volkes, sondern in die Friedensnachahmung der Könige nach Völkerart, deren Töchter er freite und die er in die Pracht und Üppigkeit zu überstrahlen wetteiferte und, indem er die drei Paragraphen des hier folgenden Königsgesetzes brach, viele Rosse und viele Frauen und viele Schätze zu besitzen suchte, legte er selbst den Grund zum Untergang des Heiligtums, das er der dem Gottesgesetz erbaute. An dem Tage spricht eine alte Überlieferung , an welche Salomo die Pharaonentochter heimführte, stieg Gabriel, der Bote der Gottesmacht, nieder und pflanzte einen Stab ins Meer und daran setzte sich der Grund an, auf welchem die große Stadt Roma erbaut wurde. בשעה שנשא שלמה את בת פרעה ירד גבריאל ונעץ קנה בים והעלה שירטון ועליו נבנה כרך גדול של רומי (Sanhedrin 21b nach der Leseart im ילקוט).
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH aus dem Kommentar zur Wochenabschnitt SCHAUFETIM
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH
(1833 1900)
הפטרת פרשת שפטים
Aus dem Kommentar zur Haftoro des Wochenabschnittes SCHAUFETIM
(Auszüge)
V.14 צעה und מהר sind Gegensätze. Jissroél, das scheinbar zurückbleibende, nicht rasch vorwärtskommende, geht schließlich noch am frühesten seine Erlösung entgegen; über alle ihm bereiteten Fallen, Gruben und Gefahren, das ist שחת, hebt sein Gott es hinweg, und Er trägt auch Sorge dafür, daß: ,לא יחסר לחמוdaß es auch vor der Erreichung des Zieles nicht zu darben braucht.
V.15 Jedoch nicht bedingungslos ist diese Verheißung. In dem Hinweis dein Gott liegt die ernsteste Mahnung zur Rückkehr in allem, wo gefehlt wurde. Nur wo diese Bedingung erfüllt wird, ist kein Grund zum Zagen. Gott hat die Geschicke noch im letzten Augenblick in seiner Gewalt. Wenn du dich seiner Gnade würdig machst, so gebietet erden Wogen des Verderbens Einhalt noch in dem Augenblicke, da sie über dich zusammenzubrechen drohen denn: ה' צבאות ist sein Name.Hier in doppelter Beziehung zu fassen: alle Wesen, auch die in seinem Dienste dich gefährdenden, gehorchen ihm, und: nur derjenige darf auf ihn hoffen, der sich in Wahrheit in seinen Dienst stellt.
V.16. ואשים דברי בפיך וגו'. Da Gott Jissroél zum Träger Seiner Worte machte, es an die Menschheit sandte mit jener Lehre von der Gotteskindschaft aller Menschen, unabhängig von Rasse und Religion, von der gegen sie ausnahmslos zu übenden Gerechtigkeit und Liebe als höchster Liebespflicht, mit der Lehre von dem Einen Gotte, der seine Menschenkinder weder in Schlamme der Unsittlichkeit noch in der Verherrlichung der Gewalt vergossenen Strömen Blutes zu Grunde gehen lassen will : da wußte Er, daß sein Volk mit dieser Lehre inmitten einer Gewalt vergötternden Völkermenge auf erbitterten Haß und fortgesetzte Anfeindung gefaßt sein müsse. Sollte es doch den Maßstab des Sittlich-Guten und Wahren überall da anlegen, wo sonst nur die Nützlichkeit, das Interesse entschied und entscheidet und vor allem der Erfolg angebetet wird. Deshalb heißt es hier: da ich dich mit einer die Gefahren so geradezu herausfordendenSendung hinaussandte, da hatte ich dich bereits von vornherein mit dem ganz besonderen Schutze meiner Waltung ausgestattet. Habe ich dich doch bestimmt:
לנטוע שמים וליסוד ארץ! In diesen vier Worten ist der ganze Inhalt des Judentums zusammengefaßt. Überall sonst sind in den Religionsvorstellungen der Menschen Himmel und Erde; Himmliches und Irdisches, Göttliches und Menschliches, Geistiges und Weltliches unversöhnliche Gegensätze. Wer den Himmel will, muß die Erde aufgeben. Das Diesseits ist der Feind des Jenseits, und ebenso umgekehrt. Als Inhalt des Judentums wird demgegenüber hier gelehrt: Nicht ein feindlicher Gegensatz besteht zwischendem Himmlischen und den Irdischen, des Zeitlichen und mit dem Ewigen, liegt des Menschen Heil. Den Himmel auf Erden bringen will das Gottesgesetz. Nicht Weltflucht sondern Aneignung, Gewinnung der Welt für das Göttliche ist sein Grundgedanke. Diese Pflanzung des Himmlischen in den Boden des Irdischen bewirkt aber keine Verkümmerung des Irdischen, vielmehr gewinnt diese erst dadurch Festigkeit und Dauer. So pflanzen alle die Gesetze der Gerechtigkeit und der Nächstenliebe die göttlichen Saaten des Heiles in den Boden der großen und kleinen Welt, die die Beziehungen des Menschen zum Menschen in ihrer unendlichen Mannigfaltigkeit darstellen. Und erst durch das Aufgehen dieser Saaten gewinnen diese sonst ewig schwanken Verhältnisse ihre eigentliche Grundlage, יסוד, als die Bedingung ihrer Festigkeit und Dauer. Ebenso wird durch jede Verwendung irdischer Habe zur Förderung von Menschenglück und Menschenwohlfahrt das Irdische selbst als Hülle und Werkzeug des Geistes gehoben und der sinnliche Genuß selbst dem Bereiche des Tierlebens enthoben und menschlich geadelt und geweihet. Nicht Ertötung und nicht Entfesselung, sondern Beherrschung der Sinnlichkeit ist das Ziel dieser Gesetze. Denn ein Doppelwesen, ein göttlicher Funke in irdischer Hülle, ist der Mensch. Erst die harmonische Gestaltung des Lebens, die beiden Seitengerecht wird, schafft den Frieden, den jeder widernatürliche Zwang vergebens erstrebt. (Jes. 26,3)
ולאמור לציון עמי אתה. Denn Gott will das ganze Leben, nicht bloß eine Seite desselben. Denn nicht eine Religionsgemeinschaft, bei der bloß die Momente des im engeren Sinne so genannten gottesdienstlichen Lebens nach besonderen Normen bestimmt werden, sondern: mein Volk bist du ein Volk, das in ausnahmslos allen Beziehungen des Einzeln- wie des Gesamtheits-, des bürgerlichen wie des religiösen Lebens das Gepräge der Gotteshörigkeit trägt. Es ist das die einfache Konsequenz des eben ausgeführten Satzes vom Pflanzen des Himmlischen in den Kreis des Irdischen.
Kap.52. V. 11 und 12 lenken wieder den Blick auf den großen Weg zurück, der zu diesem Ziele führt und auf die besonderen Aufgaben, die er Jissroél bringt. Die erste dieser Aufgaben heißt: סורו וגו' sich zurückhalten, fern halten, damit es nicht angesteckt werde von der sittlichen Rohheit seiner Umgebungen. Allem Edlen und Guten seiner Menschenbrüder innig zugewandt; in dem es ja so oft so glücklich ist nur die aufgegangenen Blüten der von ihm gebrachten Saaten zu begrüßen, soll es stets der Sorge eingedenk bleiben: טמא אל תגעו, sich durch kein Beispiel verführen zu lassen: das Unreine berühret nicht!
Der zweite große Mahnruf lautet: Denkt an eure Lauterkeit! Haltet euch lauter! Ihr seid Träger des Werkzeugs Gottes! Jedem Juden wird es damit aufs eindringlichste als ernsteste Pflicht ausgesprochen, sich selbst den strengsten Richter zu sein. Er kann sich vor seinem Gotte nie damit entschuldigen, andere seien in der Hochhaltung der Gewissenhaftigkeit in den Beziehungen zwischen Mensch und Mensch, in der Übung der Pflichten der Rechtschaffenheit und Nächstenliebe auch nicht besser. Gesteigerte, nicht geminderte Pflichttreue fordert der jüdische Beruf. Nicht bloß äußere Legalität, Loyalität fordert das Judentum. Nicht mit knapper strenger Innehaltungder scharfen Linien äußerer Gesetzlichkeit darf er sich begnügen. Das wackere Tatenleben soll der Ausfluß einer edlen, lauteren Gesinnung sein, wie sich nach dem Worte der Thora der Gottesliebe entspringt. Dieses hohe Gefühl seiner Verantwortung als Menschheitspriester soll den Juden nie verlassen, er ist ja Träger göttlichen Werkzeugs. Diese כלי ה', Werkzeug Gottes sind die Pflichten, die er zu üben, die Lehren, mit denen er sich zu durchdringen hat. Würde sein Leben mit die Pflichten, die er zu üben,mit dieser Pflichtübung und diesen Lehren nicht im Einklang stehen, würde er die unbestechliche Geradheit, jene Rechtschaffenheit und Biederkeit, jene Nächstenliebe, zu denen ihm sein Judentum erziehen will, nicht im praktischen Leben ausnahmslos seinem jüdischen wie seinem nichtjüdischen Menschenbruder gegenüber bewähren, so würde er ja dieses Werkzeug Gottes entehren, er würde dieses Werkzeug, mit dem er die Menschheit Gott zurückgewinnen soll, selbst jeder Kraft berauben, das lebendige Gotteswort würde durch seine Hand, d.h. durch sein Tatenleben, wie das Gotteswort es nennt zur Leiche!. Daher kommt es, aß nach jüdischer Anschauung eine gegen einen Nichtjuden geübte Unrechtfertigkeit vor Gott vor Gott nochschwerer wiegt als die gegen einen Juden geübte.
(Die Haftoroth übersetzt und erläutert, Frankfurt am Main 1896: S. 11-13Kommentar zu Jesajas Kap. 51 V.12 )
Rabbiner Dr. Salomon BREUER zur Wochenabschnitt SCHAUFETIM
Rabbiner Dr. Salomon BREUER
(1850 1926)
שפטים
Belehrung und Mahnung zur Wochenabschnitt
SCHAUFETIM
(Auszug)*
* Diese Abschiedsrede (gehalten im Jahre 5656/1896, in der Absicht, das Rabbinat der Schiffschul-Gemeinde in Wien überzunehmen) empfing 30Jahre später den Charakter eines ergreifenden Vermächtnisses und würde aus diesem Grunde dieser Sammlung eingereiht.
Und nunscheide ich von Ihnen, meinen Brüdern und Schwestern, scheide von dieser Gemeinde, die mich der großen Ehre gewürdigt hat, Gesetzeslehrer in ihrer Mitte zu sein aber in diesem Scheiden liegt nichts ungewöhnliches. Der einzelne, und mag der der Bedeutendste sein, unterliegt im Leben der Gemeinde dem Wechsel und der Vergänglichkeit, nur die Gemeinde als solche kennt den Tod nicht und spottet der Vergänglichkeit. Als daher Mosche von seinem Volke Abschied nahm, richtete er, nach den Worten der Weisen, die Aufmerksamkeit seines Volkes auf die Vergänglichkeit der Führer und die Unvergänglichkeit der Gesamtheit: אתם נצבים Ihr seid die Bleibenden! עשאן מצבה er machte sie zum Zeiten überdauernden Denkmal des Gottesgesetzes auf Erden. Und wie Mosche, so handelten Jehoschua und Schemuel, als sie von ihrem Volke Abschied nahmen. Auf den Führer, und mag er selbst ein Mosche sein, kann auf die Dauer nicht gerechnet werden, die Gemeinde ist die מצבה, die allen Wechsel überdauert. Weil aber bei jedem Wechsel des Führers in der Gemeinde gar leicht die Gefahr eines Prinzipienwechsels droht, hat gerade in solchen Zeiten die Gemeinde als מצבהsich zu bewähren, die mit eiserner, unerschütterlicher Festigkeit allen Gefahren zu begegnen und nicht zu ruhen hat, bis ihr der Führer geworden, in dessen Hände sie vertrauensvoll ihre heiligsten Güter legen kann.
אתם נצבים rufe ich auch Ihnen, meine Brüder und Schwestern, zu! Oh, daß ich die Kraft hätte, Sie allen mit dem großen Bewußtsein der heiligen Aufgaben und Pflichten zu erfüllen, die Ihrer nunmehr harren, daß Sie als מצבה sich bewähren möchten, um mit eisernen, unerschütterlichen Festigkeit die heiligen Güter zu schützen, deren Hut Ihnen anvertraut ist! Mehr als irgend einer Gemeinde erwächst unsere Kehilla die teuerste, heiligste Pflicht, als מצבה sich zu bewähren.
השביעני במרורים הרוני לענה klagt der Prophet: Er hat mit Bitterkeit mich gesättigt, mich getränkt mit Wermut (Echa 3,15) ממה שהשביעני במרורים בלילי פסח הרוני לענה בליל ט"ב kommentieren die Weisen: die Moraursättigung der Peßachnacht hat mir Wermut gegeben in der Nacht des Tischo-Baw. Der Gedanke dürfte folgender sein. Der Verlust eines über Nacht, mühelos gewonnenen Schatzes schmerzt lange nicht so sehr wie der Verlust eines Schatzes, den man durch die Kraft und Mühe errungen hat; diesen verlieren zu müssen, für dessen Erwerb keine Mühe zu groß war und keine Sorgen erspart blieb, schmerzt bis tief in der Seele. Das gilt auch für den Verlust unserer staatlichen Selbständigkeit und unsrer Heiligtümer, die wir jährlich am Tischo-Baw beweinen. Wie schwer war doch der Leidensweg, auf dem wir sie errungen: וימררו את חייהם das Moraur der Sederabende erzählt von dem bitteren Leidensweg des mizrischen Galuth, auf dem wir zum Volke wurden und dadurch in den Besitz der heiligsten Güter gelangten. Umso größer der Schmerz, nun trotzdem das alles eingebüßt zu haben: השביעני במרורים הרוני לענה das Moraur der Sederabende hat uns die Bitterkeit der Tischo-Baw-Nacht nur noch erhöht!
Unter schweren und bitteren Kämpfen, unter Moraur-Sättigung sondergleichen ist der Boden erstritten worden, auf dem unsere Kehilla unter Gottes Hilfe sich erhebt, unter unendlichen Kämpfen, mit מסירת הנפש sind die Güter errungen worden, die unsere Kehilla zum Segen gereichten und ihr die Geltung in der großen jüdischen Welt bereiteten. Unsagbar bitter, ja äußerst schmerzlich wäre es, wenn man sich sagen müßte, daß von allen diesen herrlichen Gütern auch nur eines verloren gehen oder gar die Grundlage, auf der unsere Kehilla sich erhebt, ins Schwanken geraten und dem verhängnisvollen פוסח על שתי הסעפים Platz machen könnte!
אתם נצבים, עשאן מצבה Siehe aber, dessen bin ich gewiß,werden sie als unvergängliche, nicht zu erschütternde מצבה erweisen, werden sich mit aller Kraft dafür einsetzen, aß das heiligste Gut Ihrer Kehilla, das heiligste, köstliche Vermächtnis Ihrer Väter ע"ה unversehrt einst auch Ihren Kindern überantwortet werde, auf daß Sie, wenn Sie einst nach einem langen, gesegneten Leben der Pflicht von Gott heimgerufen werden zu Ihren Vätern, von ihnen als ihre Kindern Kinder ihres Geistes und Wollens, erkannt werden. Dann wird es Ihnen auch gelingen die Aufgabe zu lösen, die Ihrer harrt und deren Lösung zu keiner Zeit leicht war, die selbst einem Mosche schwerste Sorge bereitete, יפקד ה' אלקי הרוחת לכל בדר איש על העדה daß Sie mit Gott dieser Gemeine einen Mann, Heiligtümer anvertrauen kann, der mit der Helle seines Geistes, mit der Größe seines Wissens und der Festigkeit seines Willens das fortsetze und vollende, was zu verwirklichen meiner schwachen Kraft nicht beschieden war.
So scheide ich denn von Ihnen, meine Brüder und Schwestern, scheide von dem Amte, an dem ich mit jeder Faser meines Herzens hing, scheide von der Gemeinde, deren Wohl und Wehe Gegenstand meiner ängstlichsten Sorge war: Dank der verehrlichen Verwaltung unserer Gemeinde für das Vertrauen, das sie mir entgegenbrachte, Dank den verschiedenen Kommissionen, vor allem der Jeschiwa-Kommission, den Männern und Frauen, die der Förderung des למוד התורה verständnisvoll ihre Kraft geliehen, unterstützen, Dank allen Freunden, die mich in meinem heiligen Amt tatkräftig unterstützten, Dank meinen etwaigen Gegnern, die mich in meiner Überzeugungstreue nur bestärkten und den Beweis mir gaben, daß ich den rechten Weg gegangen. Mit dem Gefühle unaussprechlicher Ergriffenheit nehme ich Abschied von dieser heiligen Stätte, Abschied von allen Brüdern und Schwestern, den anwesenden und abwesenden, die als Glieder unserer Kehilla sich begreifen. Und wenn Sie meiner nicht ganz vergessen möchten, dann haben Sie Nachsicht mit einem schwachen Menschen, der gar vieles gewollt und erstrebt und doch nicht alles verwirklichen konnte, der aber mit dem beglückenden Bewußtsein scheiden durfte, das Seine voll und ganz getan zu haben.
ה' אלקי אבותכם יסף עליכם ככם אלף פעמים ויברך אתכם Gott segne euch alle, alle, gebe euch Kraft und Mut und Ausdauer, daß ein jeder von euch freudig auf dem Posten ausharre und seine Pflicht erfülle, die Gott von ihm erwartet. Dient aber euer Leben und das Leben eurer Kinder den heilig großen Zielen, die ה' צבאות seinem Volke gesteckt, dann dürft ihr voll Vertrauen euch der Führung eures Gottes hingeben nach der Prophetenbotschaft unserer heutigen Haftora: Nicht in Eile braucht ihr hinauszuziehen, nicht in fluchtähnlicher Hast dahinzugehen, denn es wandelt vor euch Gott, und der eure Nachhut bildet, ist Gott Jissroéls כי לא בחפזון תצאו ובמנוסה לא תלכון כי הלך לפניכם ה' ומאספכם אמן אלקי ישראל.
Quelle: Rabbiner Dr. Salomon BREUERBelehrung und Mahnung fünfter Teil DeuteronomiumJ.Kaufmann Verlag Frankfurt am Main 1936 S.30-39
Im Monate Elul finden wir keinen Tag, welcher durch ein Fest ausgezeichnet wäre, doch ist der ganzen Monat ernst und weihevoll, denn er ist in unserer Zeitrechnung der letzten Monat des Jahres, der Monat, der den Tagen des Gerichtes Roschaschono vorangeht und uns darum zu besonders inniger Beschäftigung mit uns selbst, zur Betrachtung unserer Lebensaufgabe anregt.
In den letzten Tagen dieses Monates werden in ganz Jissroél besondere innige Gebete verrichtet. Schon vor Tagesanbruch, ehe das gewöhnliche Morgengebet verrichtet wird, versammelt sich das Volk in den Synagogen, um das scheidende Jahr durch aufrichtige Bußgebete zu beschließen. Viele andächtige Beter fasten auch freiwillig an diesen Tagen, die ganze Gemeinde fastet gewöhnlich am ersten Tage der Selichoth und am Tage vor Roschhaschono,da gedenken sie bereuend so manchen Fehltrittes des verlorenen Jahres, fassen edle Entschlüsse für die Zukunft und streben, durch Ausübung guter Werke sich mit ihrem Gewissen auszusöhnen, um an den herannahenden heiligen Tagen des Gerichtes rein vor Gott erscheinen zu können.
Aus: Erbauungsbuch Bibel- und Talmudschatz J.H. Kohn S. 41913.Auflage Hamburg 5691 1931
Erklärung des Vorstandes des Rabbiner-Verbandes in Deutschland gegen das Nationaljudentum (1897)
Historisches Dokument
Erklärung des Vorstandes des Rabbiner-Verbandes in Deutschland gegen das Nationaljudentum (1897)
Erklärung:
"Durch die Einberufung eines Zionisten-Kongresses und durch die Veröffentlichung seiner Tagesordnung sind so irrige Vorstellungen über den Lehrinhalt des Judentums und über die Bestrebungen seiner Bekenner verbreitet worden, daß der unterzeichnete Vorstand des Rabbiner-Verbandes in Deutschland es für geboten erachtet, folgende Erklärung abzugeben:
1. Die Bestrebungen sogenannter Zionisten, in Palästina einen jüdisch-nationalen Staat zu gründen, widersprechen den messianischen Verheißungen des Judenthums, wie sie in der heiligen Schrift und den späteren Religionsquellen enthalten sind.
2. Das Judentum verpflichtet seine Bekenner, dem Vaterlande, dem sie angehören, mit aller Hingebung zu dienen und dessen nationale Interessen mit ganzem Herzen und mit allen Kräften zu fördern.
3. Mit dieser Verpflichtung aber stehen nicht im Widerspruch jene edlen Bestrebungen, welche auf die Kolonisation Palästinas durch jüdische Ackerbauer abzielen, weil sie zur Gründung eines nationalen Staates keinerlei Beziehungen haben.
Religion und Vaterlandsliebe legen uns daher in gleicher Weise die Pflicht auf, alle, denen das Wohl des Judentums am Herzen liegt, zu bitten, daß sie sich von den vorerwähnten zionistischen Bestrebungen und ganz besonders von dem trotz aller Abmahnungen noch immer geplanten Kongreß fern halten."
Berlin,den 6. Juli 1897.
Der geschäftsführende Vorstand des Rabbiner-Verbandes in Deutschland
Dr. Maybaum (Berlin), Dr. Horowitz (Frankfurt), Dr. Guttmann (Breslau), Dr. Auerbach (Halberstadt), Dr. Werner (München)
Ursprünglich erschienen in Berliner Tageblatt
Abbildung in Sefer ol goliosseenu NY 2018
Diese einzigartige rabbinische Erklärungzielte darauf ab, die Abhaltung des ersten internationalen zionistischen Kongresses in München (der daraufhin in Basel stattfand) zu verhindern. Die Unterzeichner haben sich den Zorn der Verurteilung der zionistischen Führer, Dr. Max Nordau und Dr. Theodor Herzl, zugezogen, die sieProtestrabbiner" nannten. Diese Rabbiner gegensätzlicher Richtung - Dr. Horowitz und Dr. Auerbach waren orthodox, die anderen Liberalen machten Einheitsfront gegen den Nationaljudentum.
(Auszug aus Belehrung und Mahnung zur Wochenabschnitt EKEW עקב
Die dargebotene Predigt datiert aus August 1914, beim Ausbruch des Ersten Weltkrieges)
...
הכל מוכן לעשות תשובה Gott wartet, daß wir den Weg zu ihm zurückfinden. Meine Brüder und Schwestern! Die erchütternden Ereignisse der letzten Wochen sind dem Elul-Monat, den der heutige Sabbath verkündet, vorausgeeilt: In den Gottesschofar des Krieges, unter dem eine Welt erbebt, tönt der Schaufor des heraufziehenden Elul-Monats. Wehe uns, wehe dem Menschenkreise, den Gott aus Mizrajim emporgeführt und der seitdem berufen ist, in allen historischen Ereignissen die geheimnisvoll schaffende Waltung Gottes zu erblicken und auch in allem Weh und Leid die gerecht erziehende Gottesfügung zu verehren, wehe uns, wenn selbst in solcher Zeit; wie wir sie erleben, der Prophet (Amos 3) ankämpfen muß wider den verhängnisvollen traurigen Wahn, der Zufall nur sieht, wo jedes sehende Auge das Schreiten Gottes durch die Geschichte bebend erschaut! אם יתקע שופר בעיר ועם לא יחרדו, אם תהיה רעה בעיר וה' לא עשה Es erschallt der Schaufor in der Stadt, und das Volk hätte nicht zu erbeben? Unglück kommt über die Stadt, und da hätte nicht Gott es bereitet?
Meine Brüder uns Schwestern! אם יתקע שופר בעירMit erhöhter Eindringlichkeit ergeht der Weckruf des Elul-Schaufors an jede empfängliche jüdische Seele, denn unendliches Weh ist ihm bereits vorangegangen. Nur die wahrhafte Beherzigung des Elul-Schaufors vermag uns die Kraft zu geben, daß wir nicht unter der Schwere des Leides erliegen, das Gottes gerechte Waltung uns zu tragen gegeben. Laßt uns ankämpfen wider das Leid, das durch die Welt zieht ותשובה ותפילה וצדקה מעבירין את רוע הגזרהNur in der aufrichtigen Rückkehr zu Gott liegt unsere Rettung; aus den unerschöpflichen Kraftquellen der Gebete, zu denen unsere Gotteshäuser uns laden, strömt uns alleinige Aufrichtung und wahrhafter Trost; in Werken allumfassender Menschenliebe, zu denen die Not und das Elend, die Sorge und die Verzweiflung jedes abrahamitisches Herz aufrufen, winkt uns die Möglichkeit, vor aller Welt zu zeigen, daß wir den jüdischen Namen mit Ehren tragen. Wenn uns der Elul-Schaufor in dieser leidensschweren Zeit nicht vergebens ruft, wahrzumachen, was das עקב תשמעון von uns allen fordert, dann haben wir das Recht, der Prophetenbotschaft unserer heutigen Haftora (Jes. 50,10) zu vertrauen, eine Botschaft, dessen ewigen Wahrheit sich dann auch an uns erfüllen wird: מי בכם ירא ה' שמע בקול עבדו אשר הלך חשכים ואין נגה לו יבטח בשם ה' וישען באלקיו Wer unter euch Gott fürchtet, hört auf die Stimme seines Dieners, und wandelte er auch in Finsternis, ohne daß ein Lichtstrahl ihm wäre er vertraue auf Gottes Namen und stütze sich auf seinen Gott (ילקוט מכירי) מי היה בצרה וקראני ולא עניתיו, מי היה בחשכה ולא הארתי לו. Wir werden jene Botschaft in dem Sinne erleben, wie sie unsere Weisen uns gedeutet: Wer wäre je in der Not gewesen und hätte zu Gott gerufen, ohne daß er Erhörung gefunden, wer in Finsternis, ohne daß Gott ihm geleuchtet hätte? Diese Hilfe inmitten aller Not und Leidensschwere, dieses Licht inmitten tiefster Nacht Gott ist bereit, seinen Beistand denen zu leihen, die sich sehnen nach der Stärke, die von seiner Thora ausgeht, sich sehnen nach dem Frieden, den sie allein unserem Leben zu spenden vermag ה' עוז לעמו יתן ה' יברך את עמו בשלום.
Quelle: Rabbiner Dr. Salomon BREUERBelehrung und Mahnung fünfter Teil DeuteronomiumJ.Kaufmann Verlag Frankfurt am Main 1936 S. 16-23
Kap.14,2 Denn eine heilige Nation bist du Gott, deinem Gotte, und dich hat Gott erwählt, ihm zu einer ausschließlich ihm gehörende Nation zu werden aus allen Nationen, die auf dem Erdboden hin sich befinden.
Kap. 14, V.2:כי עם קדוש אתה וגו', nicht גוי קדוש in ihrer Einheit nach außen, sondern עם קדוש eins in ihrer inneren vielgliederigen sozialen Gestaltung, jedes Glied dieses Gott hörigen Volksvereines gleich heilig, gleich unmittelbar zu Gott stehend, und eben diese ausschließliche Gotteshörigkeit eines Menschenvereins und der Aufbau eines ganzen sozialen Volkslebens auf der Basis dieser ausschließliche Gotteshörigkeit, ist eben die Bestimmung, für welche Gott dich erwählte. סגלה (siehe 2 B.M.19,5).
Jebamoth 13b u. 14a. wird das Verbot לא תתגודדו, machet keine Schnitte in euren Körper, auch auf den Nationalkörper bezogen und daran die Lehre gelehrt: לא תעשו אגודות אגודות, auf dem Boden der Gesetzerfüllung die Einheit zu erhalten und in verschiedene Gemeinschaften, nicht zu Spaltungen führen zu lassen. In der Tat heißt ja auch ein gesonderter Haufe, eine detachierte Heeresabteilung: גדוד und לא תתגודדו kann ebenso wohl heißen: sondert, teilt euch nicht in Parteien, Gruppen.
Wäre doch, wenn unsere Auffassung hinsichtlich der פ"א-wurzeln richtig ist, אגד selbst nichts anders als א גד: zu einer besonderen Einheit sondern. Das Zeitwort sich in Haufen sammeln, in gesondertem Haufen auftreten, kommt nur im Kal von גוד oder גדד vor: יגוד עקב ,גדוד יגודנו (1 B.M.49,19) und יגדו על נפש צדיק (Ps.94,21). Darauf beruht, wie uns scheint (Jebamoth 13b), die Bemerkung: א"כ לימא קרא לא תגודו und glauben wir לא תגודו, oder לא תגדו lesen zu müssen. Um bloß die Parteiung zu verbieten, hätte לא תגודו genügt
Demnach wäre hier zugleich die Mahnung gegeben, durch Meinungsdifferenzen in Gesetzesauffassungen und Folgerungen aus dem Gesetze keine Spaltungen innerhalb eines einheitlichen Gemeinwesens entstehen zu lassen, daß sich nicht ein Teil desselben um die Vertreter der einen Ansicht und ein anderer Teil um die Vertreter der anderen Ansicht gruppieren, כגון ב"ד בעיר אחת פלג מורין כדברי ב"ש ופלג מורין כדברי ב"ה, und dadurch die אגודה אחת des einheitlichen Gemeinwesens zu אגודות אגודות werde; vielmehr sollen alle derartigen Meinungsverschiedenheiten auf Grund der von dem Gesetze selbst für solche Fälle getroffenen Entscheidungsregeln zum Austrag gebracht und die Einheit der Gesetzespraxis erhalten werden, soweit dieselbe durch das Gesetz normiert ist.
Unter Verwirklichung der von diesem Gesetze geschaffenen Institutionen war im großen Ganzen für eine übereinstimmende Einheit der Gesetzpraxis gesorgt. Durch die Kap.17,18 f. eingesetzte oberste Gesetzautorität war, wie wir dort zu entwickeln haben werden, eine endgültige Austragung einer jeden Meinungsdifferenz hinsichtlich der Interpretation oder Folgerung aus dem Gesetze gegeben. In der Tat war auch über zwölfhundert Jahre, bis in die ersten Jahrhunderte des zweiten Tempels, eine völlige Übereinstimmung in der Gesetzespraxis erhalten. Eine einzige Differenz war unausgetragen, und diese betraf nur die Tragweite einer rabbinischen Präventivbestimmung: משתמש בבעלי חיים für die Ausübung der סמיכה-Mizwa am י"ט (siehe Chagiga 16 a. und b.). Selbst Hillel und Schammai differierten nur hinsichtlich dreier Momente, wovon nur eines Präventivbestimmungen betraf, die beiden anderen aber ebenfalls nur auf rabbinische Präventivbestimmungen sich bezogen (siehe Sabbat 15a). Erst als in den Zeiten ihrer Schüler mit den politischen Wirren Klarheit und Muße den Jüngern der Gesetzeswissenschaft schwand, und mit dem Hereinbruch der Katastrophe des staatlichen Untergangs Druck und Verfolgung und Zerstreuung der Zusammenhang zerstreuter Gemeinden mit dem Zentrum des nationalen unterbrachen, erst da mußten naturgemäß unausgetragene Zweifel und Meinungsverschiedenheiten in Überlieferung und Auslegung des Überlieferten, und ebensomit auch örtliche Verschiedenheit des Gesetzespraxis entstehen, Zustände, die erst wieder durch die Wirksamkeit des R. Jehudi Hanaßi durch Sammlung, Sichtung, Austragung der vorhandenen Überlieferungs- und Meinungsverschiedenheiten und halachische Fixierung der Resultate in der Mischna ebenso wie 250 Jahre später Rabina und R. Aschi dasselbe Werk der Einheit in der Gesetzespraxis bei der inzwischen noch größer gewordene Trennung und Zerstreuung der Gemeinden und einzelnen in der Redaktion der Gemara zur Vollendung brachten. Für solche Zeiten des Mangels an einer jede Differenz austragenden obersten nationalen Gesetzesautorität, in welchen örtliche Verschiedenheiten der Gesetzespraxis unvermeidlich, oder wie הל' ממרים רמב"ם1,5 hinzufügt, auch während der Existenz derselben bis Einholung und Eingang ihrer Entscheidung, ist vor allem das לא תתגדדו,לא תעשו אגודות אגודות gesagt und verlangt, daß innerhalb eines einheitlichen Gemeinwesens ב"ד בעיר אחת nach רמב"םs Auffassung הל' ע"ז12,14 selbst zweier Gemeinwesen eines Ortes, ב' בתי בעיר אחת(siehe jedoch כ"מ und ל"מ daselbst jede Meinungsdifferenz hinsichtlich der Handhabung des Gesetzes nach dem für Gesetzeszweifel bestehenden Normativ zum Austrag gebracht und so einer größeren Zerfällung der Gesetzverwirklichung vorgebeugt werde.
Erwägen wir, wie alle die vorangegangen Gesetze die Nachteile zum Gegenstand hatten, welche aus dem überwiegenden Einflusse einzelner Persönlichkeiten inmitten ihrer nächsten Kreise entstehen können; erwägen wir, daß, wie wir glauben, das גדידה ושריטה לנפש-Verbot, eben einer ungerechtfertigten Überschätzung einzelner Persönlichkeiten entgegentreten soll; erwägen wir endlich, daß die אגודות אגודות, vor deren Entstehung die anderen Auffassung des לא תתגודדו warnen soll, größtenteils durch Parteiergreifung für die eine und die andere zweier differierenden Persönlichkeiten ins Leben treten; so, glauben wir, dürfte sich der tiefe innige Zusammenhang begreifen lassen, in welchem die beiden gleichzeitigaus לא תתגודדו resultierenden Verbote zu einander stehen.
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH aus dem Kommentar zur Wochenabschnitt REÉH
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH
(1833 1900)
הפטרת פרשת ראה
Aus dem Kommentar zur Haftoro des Wochenabschnittes REEH
Haftora und Kommentar sind dieselbe als in Wochenabschnitt נח Jesajas Kap. 54 V.11-17 u. Kap.55, 1-5
Kap. 55, V1.Wenn die Pflichterfüllung allein freimacht von den demoralisierenden Folgender Furcht und unnahbar macht plötzlichen Schrecken, so schließt sich hieran die Aufforderung an Alle, reich wie arm, sich nun zuzuwenden dem Quell, von dem allein die Erkenntnis der Pflicht zu schöpfen sei, nämlich dem Gottesworte. Es gewährt Ersatz für die äußeren Lebensgüter, wo sie fehlen, und es lehrt denjenigen, der sie besitzt, erst die rechte Verwendung, durch die er ihrer in Wahrheit froh wird. Es wird verglichen mit dem belebenden Wasser; dieser Bedingung alles organischen Lebens, Blühens und Gedeihens, mit der nährenden Milch und dem stärkenden und Freude spendenden Weine. Wer in dem ernsten Sinne echter Gottesfurcht das Leben in seiner Mannigfaltigkeit seiner Gestaltungen nur als eben so viele Aufgaben betrachtet, für deren Lösung er seine geistige und sittliche Kraft zu erproben hat: für den wird auch die herbste Prüfung, indem er sie treu und tapfer besteht, zu einem Quell der reinsten Freude und zu einer Kräftigung seines inneren Menschen. Ihm erweist sich so in Wahrheit das Gotteswort als nimmerversiegender Born der Lebenskraft, der Nahrung und der durch nichts zu trübenden Lebensfreude. Der tiefe Seelenfriede, die innige Lebensheiterkeit und der tapfere, hochgemute, allen Widerwärtigkeiten standhaltenden Frohsinn, deren Stätten die stillen abgeschiedenen bescheidenen, aller äußeren Güter und Genußesmittel, ja nur zu oft des Lichtes und der Luft entbehrenden jüdischen Heimstätten gleichwohl waren, sind ohnehin das sprechendste Zeugnis dafür, daß dieser Satz von den Segenswirkungen des Gotteswortes keine rethorische Überschwänglichkeit, sondern daß er lebendige Wahrheit sei.
V.2 Doch nicht ist etwa die Thora nur das Surrogat der Lebensgüter für den Armen. Sie ist ebenso unentbehrlich für den Reichen. An diese wendet sich unser Vers. Denn es kann ein Mensch der Güter reichste Fülle besitzen, aber er wird ihrer nicht froh; er selbst ist und bleibt ein segen- freund- und friedloser, armer Mann. אכלו טוב, genießet das Gute ותתענג בדשן נפשעם, das inmitten aller Fülle auch eure eigene Person sich wonnig fühle. Dazu kommt ihr aber nur, wenn ihr auf mich horchet, wenn ihr aus der Thora das Geheimnis erfahret, wie ihr eure Güter zu verwenden habt, damit ihr nicht ausgebet für das, was nicht Brot ist und nicht zur Sättigung, zur Befriedigung gereicht. Sonst bleibt das nach wahrer Lebensfreude lechzende Verlangen- das צמא des V.1 auchdes Reichsten ewig ungestillt.
V.3 Wenn ihr aber, Reiche wie Arme, meinem Rufe folget, so: ותחי נפשכם, wird euer Leben erst ein wirkliches neues Leben werden, ואכרתה וגו': und das stille Glück, das aus der Hüte des Armen strahlt, die reiche Segensfülle, die aus dem stattlichen Wohnsitze des Reichen flutet, das edle reine Menschentum, das aus der Persönlichkeit des von den Gottesgesetzen beherrschten und gestalteten jüdischen Menschen der Menschheit entgegenleuchtet, sie werden zum mächtigen, David-gleichen Herold an die Menschheit. Dann aber macht ihr auch des Davidbundes und der von mir ihm und seinem Wirken verheißenen und bewahrten Liebeswaltungen teilhaftig.
V.4 Wie kein Zweiter ist David durch sein Psalmwort ein Zeuge für Gott an die Menschheit geworden, keines anderen Menschenwort war also in weitesten Kreisen der Menschheit aller Zeiten der Wegweiser zu Gott. Allein nicht Pflanzung und Verbreitung des Gottesbewußtseins ist Endziel und erschöpft nicht die Bedeutung der welthistorischen Bestimmung Davids. Nicht nur zum Zeugen, sondern auch zum נגיד ומצוה habe ich ihn dahingegeben. נגיד Fürst, von נגד, Grundbedeutung: gegenüber, vor Augen, gegenwärtig sein, daher im Hifil: vergegenwärtigen, bezeichnet den Fürsten in der idealsten Auffassung des Fürstenberufes, nicht bloß Wächter des Rechtes und der Pflichtübung, sondern in seiner Person selbst deren lebendigen Verkörperung und leuchtende Verwirklichung zu sein. In diesem Sinne ist es mit Vorbild übersetzt. Als solches war David durch die in seinem unendlich reichen, wechselvollen Leben bewährte Pflichttreue zugleich מְצַוֵה Bringer der Pflicht den Nationen. Denn viel wichtiger als der Glaube an Gott ist das Bewußtsein von der in freier Gott dienender Tat zu erfüllenden Menschenbestimmung.
V.5 Wie David, so wird auch einst Jissroél und jener Einzelne in Jissroél durch das stille Beispiel der sittlichen Vollendung seines Lebens und des auf jeder Stätte solchen reinen Menschentums sichtlich ruhenden göttlichen Segens in ungekannte Fernen, auf Völker wirken, die bisher von ihm abgeschlossen, לא תדע, und: die dich bisher verkannt darum steht auch wiederholt גוי, Singular, der in sich abgeschlossene Nationalkörper werden zu Jissroél eilen, nicht um deiner äußeren Größe willen, sondern, um sich Dem huldigend unterzuordnen, der als קדוש ישראל, durch seine Gesetze dich sittlich adelt. כי פארך: denn nicht der Lorbeer des Krieges, nicht die Errungenschaften in Wissenschaft und Kunst, sondern die sittliche Hoheit ist es, die deine Herrlichkeit bildet.
(Die Haftoroth übersetzt und erläutert, Frankfurt am Main 1896: S. 14-19Kommentar zu Jesajas Kap. 54 V.11 )
Rabbiner Dr. Salomon BREUER zur Wochenabschnitt REEH
Rabbiner Dr. Salomon BREUER
(1850 1926)
ראה
Belehrung und Mahnung zur Wochenabschnitt
REEH
(Auszüge)
Dornig erscheint oft der Weg, der in Wirklichkeit nach kurzer Strecke eben dahinführt, während der anfänglich eben erscheinende oft in Dornen endigt. An dieses Bild denket,wenn ihr vorschnell zu urteilen euch erkühnet über Gut oder Böse, Segen oder Unsegen, der euerem Leben beschieden ist. Euch aber reicht euer unsterblicher Führer das Gut, dessen Besitz oder Ablehnung euch heute bereits die Gewißheit gibt, ob euer Leben des Segens teilhaftig oder dem Fluch verfallen ist: ראה אנכי נתן לפניכם היום ברכה וקללה.
Unsere Weisen haben noch eine andere Wahrheit aus diesem Satze herausgehört: רבנן אמרו אמר הקב"ה לא לרעתם נתתי להם ברכות וקללות אלא להודיען איזו דרך טובה שיבחרו אותו כדי שיטלו שכר, מנין ממה שקרינן בענין ראה אנכי נתן לפניכם וגו' Es lehren die Rabbinen: Gott spricht, nicht zum Bösen, nicht zu ihrem Nachteil habe ich ihnen Segen und Fluch gegeben, sondern um ihnen den guten Weg zu weisen, den sie zu wählen haben, um einst Lohn zu empfangen. Woher schöpfen wir diesen Gedanken? Eben aus unserem Verse: sieh, ich gebe heute vor euch hin Segen und Fluch. Wir glauben den Sinn dieses an sich recht dunklen Weisheitsworte zu verstehen.
Mit Verheißungen irdischen Segens begleitet unser Gottesbuch immer wieder die Mahnung an unser Volk, Gottes Willen die Treue zu wahren, so wie die Warnung vor dem Unsegen immer wiederkehrt, der über sein Leben kommt, sobald es Gott die Treue bricht. Diese Tatsache verleiht, wie unsere großen jüdischen Denker mit Recht betonen, unserer Thora auch für den zweifelnden Sinn göttliches Gepräge. Lohnverheißungen oder Strafandrohungen, die sich auf ein jenseitiges Leben beziehen, von dem noch kein Mensch je Kunde gebracht hat, vermag sich auch der erste beste Schwindler zu leisten; aber jene erschütternden großen Kapitel der תוכחה, die sich in dem Leben des jüdischen Volkes bis auf den letzten Buchstaben verwirklicht haben, hat nur ה' אלקים אמת ומלך עולם, hat nur Gott der Wahrheit, König aller Zeiten, dessen Schöpferwille nicht nur Natur, sondern auch Geschichte meistert, in das Lebensbuch seines Volkes geschrieben!
Diese Verheißungen, die unserem irdischen Leben die Segensfülle zusichern, stehen in innigen Zusammenhang mit der großen Aufgabe, die Gottes Thora auf Erden zu verwirklichen berufen ist, die ja gekommen ist, daß durch sie der jüdische Menschenkreis Gottes Schechina auf Erden wieder Stätte bereite, das heißt, durch die Erhebung alles irdischen zu Gott und die weihende Hingabe aller Lebensgüter an Gottes beherrschenden Willen dem Erdenleben wieder jenes Gepräge zu verleihen, das von Anfang an im Schöpfungsplane Gottes lag, dessen Verwirklichung allein einer irre gegangene Menschheit die ersehnte Erlösung bringen wird. Diese Zusicherungen irdischen Segens sind uns aber nicht als Lohn gegeben, weil wir Gottes Gesetz erfüllen. Je größer die irdische Fülle, desto umfassender die Möglichkeit, den Gottesforderungen der Thora im Leben Verwirklichung zu bringen: wie, nach einem bekannten Weisheitswort, das Zizithgebot den Besitz des Kleides, die מזוזה dem Besitz des Hauses, מילה das Kind, der שבת die werkschaffende Woche zur Voraussetzung hat, so ist Gott gewillt, unserem Leben die reiche Fülle irdischen Segens zu gewähren, damit wir in umfassenden Maße der Verwirklichung des Gotteswillens mit unserem Leben zu dienen imstande seien. Gehen somit die ברכות in unserem Leben der pflichttreuen Tat voraus, die sie bezwecken und ermöglichen wollen, so sind dagegen, Gott bewahre, קללות die Folge unseres Gott entfremdeten Lebens, die aber Gott uns nur verhängt, um uns zur Pflichttreue zurückzuführen. Das aber ist der Sinn unseres Gottes Wortes: את הברכה אשר תשמעו Gottes Segen empfangt ihr, damit ihr seinen Willen verwirklicht, והקללות אם לא תשמעו Gottes Fluch, wenn ihr nicht höret!
Wohl ruft uns das Gotteswort zu (Deut. 7,11): ושמרת את המצוה ואת החקים ואת המשפטים אשר אנכי מצוך היום לעשותם daß alle Gottesgesetze von uns heute erfüllt werden sollen, was nach der Erklärung der Weisen (Abod. Sar. 4) sagen will: היום לעשותם ולא היום ליטול שכרן Heute, d.h. das diesseitige Leben fordert von uns Pflichterfüllung, ohne daß uns Lohn dafür wird, denn שכר מצוה בהאי עלמא ליכא Lohn für Pflichttreue gibt es in dieser Welt nicht (Kiduschin 39) doch gerade um dieser Forderung היום לעשותם in vollem Umfang entsprechen zu können, empfangen wir irdischen Segen, während aller Unsegen uns für die Forderung des היום לעשותם zurückgewinnen möchte.
Und so ergeht die Mahnung unseres Gotteswortes: ראה אנכי נתן לפניכם היום ברכה וקללהSieh, heute reich ich euch ברכה und קללה nicht erst im jenseitigen Leben, dort winkt euch שכר und sinnig fügen die Weisen erläuternd hinzu: לא לרעתם נתתי להם ברכות וקללותnicht zum Nachteil soll ihnen Segen oder Unsegen gereichen, der Unsegen, von dem unser Leben heimgesucht wird, soll unser Leben der Gottesnähe zurückgewinnen, und der irdischen Segen dem Gott dienenden Leben zugute kommen, nicht aber den im jenseitigen Leben unser harreden Lohn schmälern Beide vielmehr, Segen und Unsegen, läßt Gott über unser Leben kommen, להודיען איזו דרך טובה שיבחרו אותה כדי שיטלו שכר um uns, ist es Segen, in unserem pflichttreuen Leben zurückzugewinnen, damit einst unserem Erdendasein der Lohn folgen könne, der seiner im jenseitigen Leben harrt.
Wie reich oder kärglich aber auch Gottes Vorsehung unser Leben mit irdischen Segen zu bedenken für gut hält, den wahren Reichtum, den wir erringen können und denkeine Lebensbeschickung uns zu rauben vermag, den wirklich beglückenden um und dauernden Segen hat Gott in unsere Hand gegeben: an uns liegt es, ihn durch ein תורהund מצות geweihtes Leben uns zu sichern ראה אנכי נתן לפניכם היום ברכה וקללה.
Quelle: Rabbiner Dr. Salomon BREUERBelehrung und Mahnung fünfter Teil DeuteronomiumJ.Kaufmann Verlag Frankfurt am Main 1936 S.24-29
Zum Jahrzeit von Rabbi JOEL TEITELBAUM, der Rebbe von SATMAR
ZUM JAHRZEIT VON
RABBINER JOEL TEITELBAUM (1887-1979)
der REBBE VON SATMAR זי"ע
אשמים אנחנו שלא מחינו בכל כוחינו
אבל אשמים אנחנו שלא מחינו בכל כוחינו, והכלל ישראל חפשו להם גאולה שלא מאת השי"ת ולדחוק את הקץ אשר אחז"ל שהביע הקב"ה את הכנסת ישראל שלא יעלו בחומה וכו' (כתובות קי"א ע"א) א"ל הקב"ה לישראל אם אתם מקיימים את השבועה מוטב ואם לאו אני מתיר את בשרכם כצבאות או כאילות השדה ובעוה"ר עברו על השבועות הללו ונבראו מזה מלאכים מקטריגיםונתקיים בעוה"ר הרי אני מתיר את בשרכם בפועל ממש והדבר ידוע לכל שכל הרציחות והצרות שעברו על הכלל ישראל בדורינו השפל הזה הכל הי' באשמת המסיתים והמדיחים הללו מכתות השטן והס"א.
(חד"ת תשט"ז וארא, עמוד קמ"ח)
פסק דין נורא!!
מוטב להשתחוות לצלם מאה פעמים ביום מללמוד לשון זה
ובעוה"ר בלשון הטמא הזה "עברית" נתפסין כל העולם ולומדין אותו בישיבות ובבתי חינוך כדי למצוא חן ושכל טוב בעיני הכופרים, ואני אומר להוי ידוע שהלשון הטמא הוא חומר הרבה יותר מע"ז, ומוטב להשתחוות לצלם מאה פעמים ביום מללמוד לשון זה, ואני אומר זאת עפ"ז הלכה, ואפי' אם כל העולם יאמרו להיפוך ג"כ לא אסוג אחור כי זהו שורש פורה ראש ולענה, ובעוה"ר כמו שנתפס כל העולם כולו בענין המדינה כן נתפסין גם בזה, ד' ירחם.
(במסיבהלטובת מוסדות יט"ל בא"י בהעלתך תשכ"א)
ספר גחלי אש
ילקוט מאמרים
מספרי מרן הקדוש מסאטמאר זי"ע
Herausgeber: Arthur Goldberger Monroe, 1984. Dieses voluminöses Zitatenband, von den Talmidim als "Telefonbuch" bezeichnet ist bezeichnender Weise schon Jahren lang im Buchhandel NICHT mehr erhältlich.
Kap. 8, V.10 Issest du dann und hast dich gesättigt, so segne Gott, deinen Gott, für das gute Land, das er dir gegeben.
Kap. 8, V. 10
...Allein, wenn Gott dem Lebensgeschicke und der Lebensbestimmung eines jeden Menschen nahe ist, so steht das Lebensgeschick und die Lebensbestimmung des jüdischen Menschen noch in besonderer Beziehung zu ihm und seiner Waltung, eine Beziehung, die Er durch Verheißung und Erteilung des jüdischen Landes an die jüdische Menschenfamilie für ewige Zeiten dokumentiert hat. Dieses jüdische Land in seiner Blüte und in seinem zeitlichen Churban ist das Unterpfand der besonderen geschichtlichen Stellung Jissroéls auf Erden; ihm ist die zweite Beracha, ברכת הארץ, geweiht. Allein sie soll in ihrer Bedingung und in ihrem Zwecke zur Beherzigung kommen. Die ganze von dem Lande der Verheißung getragene jüdische geschichtlichen Stellung beruht auf dem die ganze Leiblichkeit in den Dienst Gottes stellenden ברית אברהם(1 B.M. 17, 7 und 8) und hat zum Zwecke die pflichtgetreue Erfüllung derתורה ,ויתן להם ארצות גוים וגו' . בעבור ישמרו חוקיו ותורותיו ינצרו (Ps. 105, 44 und 45. Des gottverheissenen Landes ist daher nur im Zusammenhange mit Briss und תורהzu gedenken und nur dem Forttragen dieses ברית בבשרנוund der treuen Hingebung an die Aufgaben der תורהverdanken wir die täglich und stündlich durch alle Zeiten uns erhaltende Fürsorge der göttlichen Waltung.
Diese der Verwirklichung des göttlichen Gesetzes ausschließlich angehörende jüdisch nationale Bestimmung hat aber ihren bleibenden Ausdruck im Gesetzheiligtum zu Zion und ihren bleibenden Träger in der Dynastie Davids erhalten...
Die in der dritten Beracho nur im Zusammenhange mit dem Anliegen und die Forterhaltung und Gewährung materieller und geistiger Gesamtwohlfahrt zum Ausdruck kommende Bitte um die Forterhaltung und Gewährung der Einzelexistenz und Unabhängigkeit hatte daher während des Bestandes des Davidischen Reiches und Tempels diese Anliegen um die Gesamtwohlfahrt in einer Bitte um die Erhaltung dieser Träger der nationalen Zukunft zu bringen;seit dem Churban und Galuth aber gestaltet sich diese Bitte zur Bitte um den Wiederaufbau Jerusalems, בונה ירושלים .
Damit sind die דאוריתאin ברכת המזוןzu beherzigende Momente erschöpft.
Als der von Barkochba geleitete Aufstand unter Hadrian sich als eine unheilvolle Verirrung erwiesen und es galt, für alle Zeiten dem jüdischen Bewußtsein die Warnung stets gegenwärtig zu halten, mit eigener Macht nie wieder den Versuch zur nationalen Wiederherstellung zu machen, diese nationale Zukunft vielmehr ausschließlich und allein der Gotteswaltung anheim zu stellen, schrieben als der niedergetretene Nation wider aufzuatmen begann und schon die bloße Gestatung, die hunderdtausende um Bethar Gefallener endlich zu begraben, als den Anfang einer besseren Zeit begrüßte die in Jabne tagenden Weisen eine vierte Berocho: הטוב והמטיבin das tägliche Tischgebet ihres Volkes, in welcher das Andenken an die beispiellose Niederlage zu Bethar in dem Dank verewigt wird, der schon die Erhaltung der Leichen und deren Bestattung als überschwängliche Gnade begrüßen durfte, הטוב שלא הסריחו והמטיב שנתנו לקבורה(Berochauss 48b), und für alle Zukunft hin den Blick von jeglicher Menschenhülfe ab und ganz allein auf Gott, ausschließlich auf Gott hinrichtet, הוא הטיב וכו' הוא יטיב לנו הוא יגמלנו וכו' הוא ימלך וכו' הוא ישבור וכו'....... (Kommentar Seiten 112 und 113)
(Dasselbe im Kommentar des Gebetbuches:S.709)
4. הטוב והמטיב. Mit diesen drei Berachoth sind die min haTauroh in ברכת המזוןzu beherzigenden Momente erschöpft. Als der von Barkochba geleitete Aufstand unter Hadrian sich als eine unheilvolle Verirrung erwiesen hatte, galt es dem jüdischen Bewußtsein für alle Zeiten die Warnung stehst gegenwärtig zu halten, nie wieder durch eigene Macht die Wiederherstellungder nationalen Selbständigkeit zu versuchen, vielmehrdiese nationale Zukunft ganz allein der göttlichen Waltung anheimzustellen. Als daher die niedergetretene Nation wieder aufzuatmen begann und schon die bloße Gestattung, die Hunderttausende der um Bethar Gefallenen endlich zu begraben, als den Anfang einer bessern Zeit begrüsste, fügten die in Jabne tagenden Weisen derBitte um den Wiederaufbau Jerusalems noch eine vierte Beracha bei, in welcher das Bekenntnis niedergelegt ist, daß Gott, und nur Gott allein in aller Vergangenheit und Gegenwart alles Gute, dessen wir uns freuten und freuen, gespendet hat und spendet und er allein es ist, von dem wir, was wir Gutes erhoffen, in aller Zukunft zu erwarten haben, הוא הטיב, הוא מטיב, הוא יטיב לנו וגו'.הוא יגמלנו וגו'.
Kap 9 v. 20: Auch über Aharon war Gott sehr erzürnt, ihn zu vernichten, und ich betete auch für Aharon in jener Zeit.
...Wäre doch selbst Aharon, ohne Moses Fürbitte, in Folge seines nicht entsprechenden Verhaltens dem sündhaften Ansinnen des Volkes, gegenüber, dem Untergange verfallen. Was aber der Priester im Volke ist, das ist Jissroél in der Völker Mitte. Beide schützt nicht nur ihre gottgewiesene Stellung nicht vor den Folgen ihrer Verirrungen; ihre Stellung macht diese nur um so verantwortungsschwerer.
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH aus dem Kommentar zur Haftoro EKEW
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH
(1833 1900)
הפטרת פרשת עקב
Aus dem Kommentar zur Haftoro des Wochenabschnittes EKEW
Jesajas Kap.49, Vers 14 und folgende
Kap.49, V.14 f. In die Mitte einer Gottesrede führt uns das Anfangswort der Haftora. In dem Vorhergehenden war nämlich die weltgeschichtliche Bedeutung der Mission Jissroéls in ihrer ganzen Größe ausgeführt worden,wie es gesandt sei den Völkern Licht und Freiheit zu bringen, die Verbrüderung der Völker anzubahnen und das Gottesheil auf Erden zu begründen. Sodann war die Rückkehr der so lange von ihrer Mutter Zijaun entfernten Kinder verkündet worden.Daran schließt sich nun unser Vers an Und angesichts dieser Größe und dieser Verheißung könnte Zijaun zagen und glauben, Gott habe sein vergessen?
V.15 führt sodann diesen Gedanken in dem innigsten Liebeshauche weiter aus, der je in Worte gefaßt wurde.
V.17 מהרו בניך וגו'. בן und בת von בנה bezeichnet die Kinder als diejenigen, die das Werk ihrer Eltern weiter bauen, das Wirken der Eltern fortsetzen. Der Gegensatz dazu ist הרס, niederreißen. Deine Vereinsamung, die Fortführung deiner Kinder erschien dir als Unglück. Das wäre es auch, wenn sie wirklich בניך, nach Sinnesart und Leben die deinigen gewesen wären. In Wahrheit jedoch waren sie dir längst abgestorben, sie verachteten, was du sie über alles hoch halten, sie haßten, was du sie lieben lehrest, rissen nieder, was du erbauen wolltest und vergötterten dafür, was du sie verachten lehrtest: nicht deine Kinder, sondern deine grimmige Feinde waren es, denen du durch das Golus befreit wurdest. Ihre Entfernung war deine Rettung. יֵצֵאוּ, nicht יָצָאוּ Präter., was die geschehene Tatsache verzeichnen würde, sondern Futurum, um dieses Geschehnis als von Gott ausgehende Bestimmung zu bezeichnen.
V.18 f. Die folgenden Verse schildern nun in vollendeten Gegensatz dazu dieZeit der Rückkehr der Kinder zu der so lange verlassenen einsamen Mutter. Aber in der harten Schule des Exiles sind es in Wahrheit ihre Kinder geworden, sie sind jetzt der Mutter höchster Schmuck und schmiegen sich wie Kinder an ihre Mutter. Diese aber, die hehre Zijaun, blüht jugendlich auf gleich einer Braut (V/18). Denn nur das dich Gefährdende ist überhauptzerstört worden, und das Land mußte nur so lange verödet sein, bis deine Kinder reif geworden, seine reiche Spenden ohne Einbuße ihres besseren Selbst zu genießen. Bis dahin war es ein Boden nicht deiner Blüte und deines Gedeihens, sondern: הרסתך, deines Untergangs, wörtlich: des Niederreißens alles dessen, was du erbauen möchtest. Das Reich der Liebe und der Gerechtigkeit, das unter der Herrschaft, des Gotteswortes auf Zijauns Boden errichtet werden sollte, wurde durch die Verderbnis der auf dem üppigen Boden entarteten Bewohner vereitelt. Also: nur das Feindliche wurde entfernt, nur das dich Gefährdende beseitigt: wenn du jetzt von deinen heimkehrenden Kindern so erfüllt sein wirst, daßgar kein Platz mehr frei ist, so wird doch unter dieser großen Zahl sich kein einziger befinden, der nicht in Wahrheit zu בניך gehörte, nicht in Wahrheit der deinige wäre? Charakteristischwerden hier die entarteten Söhne Zijauns מבלעיך genannt. בלע verschlingen, in Piel: verschwinden machen. Es sind das diejenigen, die die Eigenart, die Einzigkeit des in Zijaun thronenden Gotteswort verkennen, es in eine Linie mit Menschen irgendwelcher Kulturstufe stammenden Religionen stellen, es damit aber in seinem Wesen töten. Moses steht ihnen auf einer Linie mit Zoroaster und Confucius und den anderen Religionsstiftern das ist buchstäblich: מבלעיך, die Zijaun und das auf ihm thronende Gotteswort den Blicken und der Erkenntnis der Menschen verschwinden lassen.
V.23 Es wirdzeigen, daß, was alle Mahnungen und Belehrungen der Propheten nicht vermochten, die Macht der Geschicke vollbracht hat. Die Könige der Jissroél unterdrückenden Völker werden Zijauns Erzieher, und ihre Fürstinnen werden Zijauns Ammen gewesen sein. Diese ihre Fürstinnen kann sich nur auf die eben genannten Könige vollziehen, eine feine Ironie: die mächtigen Könige werden von den noch mächtigerern fürstlichen Damen beherrscht. מלכים und שרותיהם, Königswillkür und Weiberherrschaft, sind das Bild des Völkergetriebes, unter dem Jissroél Jahrtausende gelebt und geduldet hat. Die Könige und ihre Fürstinnen jedoch werden Jissroéls Söhne für Zijaun erzogen haben. Dann aber fällt auch ihnen die Binde von den Augen, sie erkennen die Hoheit Gottes und die Herrlichkeit seines Wortes an, dessen Wahrheiten sie in tiefer Erregung voll Ehrfurcht huldigend in sich aufnehmen. Das ילחכו ist das Bild der Sehnsucht. Nicht vor Jissroél, vor Zijaun sinken sie huldigend nieder.
VV. 24 und 25. Daß aber diese vollständige Umwälzung, die sich in den Gesinnungen der Menschen vollzogen hat, sodaß die so lange Vereinsamte und Gemiedene sich plötzlich zum Strebeziel der Völker geworden und ihre bisher verachteten und verkannten Kinder urplötzlich als Träger der Heilssaaten geehrt und emporgehoben erblickt daß dieser ganzer Umschwung nur von Gott gewirkt ist, das sollte auch dem blödesten Auge klar sein. Denn: היקח וגו' entspricht es wohl dem gewöhnlichen, natürlichen Gange der geschichtlichen Ereignisse, daß der Wehrlose der Gewalt des Mächtigen entrissen wird? Wenn es die Signatur deiner Geschichte bildet, daß das schwächlichste Volk seit Jahrtausenden alle seine mächtigen Unterdrücker überdauert und aus allen ihren wütenden Verfolgungen gerettet wird, so ist es dies, weil Gott Jissroéls Streitsache führte.
V.26 והאכלתי את מוניך וגו' Sie werden es erfahren, daß, indem sie Jissroél zu verzehren glaubten, sie ihr eigenes Fleisch verzehrt, und daß sie in ihrem eigenen Blute sich berauscht haben in der Meinung es sei Jissroéls Blut : Gott wird sie durch Erfahrung erkennen lassen, daß durch die an dem schwachen wehrlosen Jissroél verübte Rechtskränkung und Vergewaltigung der Mächtige sich selbst jedes Rechtsschutzes beraubt und daß in dem mit dem Raube der Ausgebeuteten gefeierten Orgien sein eigenes Blut und Adern entströmt. Aus deiner leiblichen Erhaltung und deiner geistig-sittlichen Vollendung aber wird es der ganzen Welt entgegenleuchten, daß Gott dein Retter, dein Annehmer, die Schwungkraft Jakobs ist. אביר von אבר, Schwinge; der das Jaakauw-Jissroél nicht nur gerettet, sondern auch emporgehalten hat, daß es nicht in dem Sumpf der Entartung und Gemeinheit versunken ist, von dem es so oft umgeben war, und daß auch die Mißhandlungen und Beraubungen, die es zu erdulden hatte, seinem Sinne nicht die Selbstachtung und seinem Charakter nicht die Geradheit raubten.
(Die Haftoroth übersetzt und erläutert, Frankfurt am Main 1896: S. 327-338Kommentar zu Jesajas Kap. 49 V.14 )
Rabbiner Dr. Salomon BREUER zur Wochenabschnitt Ekew
Rabbiner Dr. Salomon BREUER
(1850 1926)
עקב
Belehrung und Mahnung zur Wochenabschnitt
EKEW
(Auszüge)
Die zurückliegenden Wochen der Trauer haben uns wieder den ganzen Jammer unseres Golus vor die Seele gestellt; und überall, wo noch das jüdische Gewissen nicht erstorben, jüdische Herzen im Anblick der Trümmer Zijauns und Jeruscholaims, im Anblick des gottentfremdetes heiligen Landes mit unendlichem Weh sich füllen und als eigenes Leid, als eigenen Schmerz fühlen das unendliche Leid und die unendliche Schmerzen, von denen die in alle Welt zersprengten Glieder unseres armes Volkes seit Jahrtausenden heimgesucht werden, sind die Propheten Jesaja und Jirmeja mit ihren aufwühlenden und erschütternden Mahnworte an die Söhne und Töchter ihres Volkes herangetreten, und aus allen ihren Worten vernahmen wir die eine große Frage: was habt ihr getan, was seid ihr gewillt zu tun, um das Golus zu beenden?
Und nun folgen aber auf diese drei Wochen der Trauer die sieben Wochen des Trostes, in denen ein Jesaja nicht müde wird, uns die Wege zu weisen, auf den Gottes ewige Liebe unser wartet, um den Jammer unseres Volkes eine Ende zu bereiten und jene heilvolle Zukunft anzubahnen, die in den Blättern unsrer Thora und durch Gottes Zusicherung verbrieft ist. Sollen aber diese tröstlichen Verheißungen auch uns gelten, dann laßt uns, soweit es an uns liegt, wahr machen die Bedingungen, die das Gottesbuch unsrer Thora in das eine Wort zusammenfaßt: עקב תשמעון!
Zur treuesten Erfüllung aller uns von Gott gewordenen Lebenspflichten mahnt das Gotteswort und verheißt als Folge: (עקב= die Ferse, was hinterher folgt), nicht als Lohn, wohl aber als natürliche Folge die mit unsrem Gehorsam Hand in Hand gehende heilvolle Gestaltung unsres irdischen Lebens. Dieses עקב תשמעון sagt aber unsren Weisen mehr, ruft uns, wenn wir ihre Worte recht verstehen, zur gewissenhaften, restlosen Verwirklichung aller göttlichen Lebensforderungen auf.
Aus עקב תשמעון spricht die Mischlemahnung (5,6):ארח חיים פן תפלס נעו מעגלתיה לא תדעWäge nicht den Weg des Lebens, schwankend sind seine Kreise, du weißt es nicht Sprich nicht von bedeutsamen oder minder bedeutsamen Pflichten, Pflichten deren Erfüllung du für wichtig erachtest, im Gegensatz zu solchen, deren Außerachtlassung du verantworten zu können glaubst gar schwankend ist der Lebensweg der Thora, die leichtfertige Übertretung auch nur einer ihrer Forderungen bedroht den bestand des ganzen Lebensbaus, zu dem dein Leben sich in Weihe formen soll. מה אגוז זה אתה נוטל אחד מחברו וכולן מתגלגלין זה אחר זה sprechen die Weisen, eine Nußhügel gleicht der geschlossene Bau der Thora, du brauchst nur eine Nuß zu entfernen, und eine rollt der andren nach und reißt den ganzen Bau in Trümmer!
Wäre es denn auch anders denkbar! Wer den Schabbos durch Verletzung des Tragverbots entweiht und wäre es nur das Taschentuch, das er nicht missen mag muß nicht früher oder später, wenn nicht in seinem Leben, so im Leben seiner Kinder schließlich der ganze Schabbos daran glauben und mit dem Schabbos alles dahinschwinden, was dem Juden zum Juden macht? Wer das Rasierverbot oder das Verbot der Schaatnes nicht gewissenhaft beachtet stehn die nicht auf derselben göttlichen Urkunde, die unserem ganzen Leben das Gepräge göttlichen Willens verleihen will, und wenn da der Gotteswille ihm nichts zu sagen hat, weshalb soll er auf anderem Gebiete von ihm Beachtung erwarten können? Der jüdische Sohn, die jüdische Tochter, die im Gegensatz zur Mahnung der Thora in den gemeinsamen Tanz der Geschlechter nur ein unschuldiges Vergnügen erblicken, warum sollen sie auf anderen Gebieten der Mahnung der Thora mehr Beachtung schenken? Die jüdische Frau, die den von Gott gereichten Schmuck der Haarverhüllung verschmäht, weshalb sollen sie diese von dem gleichen Gotteswort geforderten Gesetze der ehelichen Reinheit und Heiligung des genießenden Lebens mit größerer Gewissenhaftigkeit beachten und wenn sie selbst vor diesen letzten Konsequenzen zurückschrickt wird ihre Tochter die gleiche Scheu kennen, wird sie nicht vielmehr den Heiligtumsbau ihres Lebens völlig in Trümmer legen, zu dessen Zerstörung die Mutter den Anfang gemacht hat?!
Bebet ihr vor völligem Verfall zurück, dann עקב תשמעון gilt es den Anfängen jeder Entfremdung entgegenzutreten, jenem leichtfertigen Spiel mit del Heiligsten, das nicht begreift, nicht begreifen will, daß der vollendeten Abfall von Gott und seinem Gesetz noch stets die Folge der Außerachtlassung jener großen Mahnung war, die das scharfe Auge unserer Weisen in dem Worte עקב תשמעון erblickten. Die Wahrheit derוהיה עקב תשמעון laßt uns beherzigen, wenn wir die Gëula unseres Volkes die Wege bahnen, dem Golusjammer ein Ende bereiten wollen. Nicht eher winkt uns das Heil, und alle Versuche, auf anderem Wege unserem nationalen Elend ein Ende zu bereiten, müssen an der Tatsache des Lebensgestaltung fordernden Gotteswillen kläglich scheitern.
הכל מוכן לעשות תשובה Gott wartet, aß wir den Weg zu ihm zurückfinden. Wehe uns, wehe dem Menschenkreise, den Gott aus Mizrajim emporgeführt und der seitdem berufen ist, in allen historischen Ereignissen die geheimnisvoll schaffende Waltung Gottes zu erblicken und auch in allem Weh und Leid die gerecht erziehende Gottesfügung zu verehren, wehe uns, wenn selbst in solcher Zeit; wie wir sie erleben, der Prophet (Amos 3) ankämpfen muß wider den verhängnisvollen traurigen Wahn, der Zufall nur sieht, wo jedes sehende Auge das Schreiten Gottes durch die Geschichte bebend erschaut! אם יתקע שופר בעיר ועם לא יחרדו, אם תהיה רעה בעיר וה' לא עשה Es erschallt der Schaufar in der Stadt, und as Volk hätte nicht zu erbeben? Unglück kommt über die Stadt, und da hätte nicht Gott es bereitet?
Quelle: Rabbiner Dr. Salomon BREUERBelehrung und Mahnung fünfter Teil DeuteronomiumJ.Kaufmann Verlag Frankfurt am Main 1936 S. 16-23
Rabbiner Dr. Salomon BREUER Programmrede auf der Konferenz von Kattowitz
Rabbiner Dr. Salomon BREUER
(1850 1926)
Programmrede auf der Gründungskonferenz der Aguda in Kattowitz
Es freut uns die Erinnerungen an Kattowitz von J. Kreppel, erschienen in derWiener Wochenzeitung Jüdische Presse (1923, Folgen 26, 27, 28) in Beilage zu bringen. Hieraus heben wir hervor:
Hierauf ergriff Rabbiner Dr. S. BREUER (Frankfurt) das Wort zur Programmrede.
Bereits vor 15 Jahre erklärte der Redner habe er gelegentlich einer jüdischen Konferenz in Frankfurt die Schaffung einer solchen Organisation wie die geplante Aguda angeregt.
Als die Allianz vor 50 Jahre gegründetwurde, habe sein Schwiegervater Samson R. Hirsch s.Z.l. dieselbe als ein Gefahr für das Judentum bezeichnet. Dies hat sich auch bestätigt.
Nachher ist der Zionismus auf den Plan getreten. Die massgebendste Rabbiner haben ihn als dem religiösen Judentum schädlich bekämpft. Selbst die Misrachi, die formell zum Zionismus schwören, sahen die Gefahr desselben für das unverfälschte Judentum ein, denn sie fanden sich veranlasst, eine eigene Organisation zu schaffen, um den schädlichen Rückwirkungen des modernen Zionismus entgegenzuwirken. Seither sind noch andere jüdische Organisationen entstanden. Doch kein einzige aus den Kreisen der Orthodoxie. Die orthodoxen Juden sind zu alle mögliche Aktionen materiell herangezogen worden, doch hatten sie dabei nichts mitzureden. Selbst dann nicht, wenn diese Aktionen gegen den Geist unserer Thora geführt wurden. Nun taucht die Frage die Frage auf: Sollen wir weiterhin untätig bleiben? Sollen wir weiterhin diejenigen als Führer und Retter des Judentums gelten lassen, die sehr oft zum Schaden desselben handeln? Ich verkenne nicht die Schwierigkeiten erklärt Rabbiner Breuer weiter die uns entgegenstellen werden. Aber kol Kenessio schehi Leschemschomaim, saufo lehiskajem Jede Gründung, die gottgefällige Ziele verfolgt, hat einen Bestand. Kaum werden wir den ersten Stein legen, wird das Haus gar bald stehen. Wir wollen kein zionistisches Surrogat ins Leben rufen. Wir wollen auch keine zionistische Orthodoxie sein. Wir wollen eine wirklich jüdische Orthodoxie sein
Der 15. Aw war zur Zeit des Tempels besonderer Fröhlichkeit geweiht, an diesem Tage überließ man sich er herzlichsten Freude, weil an denselben Tag das Holzfällen zum Dienste des Altars alljährlich beendet wurde, vom 15.Aw an läßt nämlich die Kraft der sommerlichen Sonne schon nach und vermag nicht mehr das gefällte Holz genügend zu trocknen. Dieser Tag ist zur Erinnerung daran auch heute noch unter den Namenחמשה עשר באבin Jissroél ausgezeichnet.
Aus: Erbauungsbuch Bibel- und Talmudschatz J.H. Kohn S. 37413.Auflage Hamburg 5691 1931
Aus seinem Kommentar zur Wochenabschnitt Woésschanan
Kap 4 V 5 Siehe, ich habe euch Gesetze und Rechtsordnungen gelehrt; wie mich Gott, mein Gott, verpflichtet, damit ihr danach handelt in Mitten des Landes, wohin ihr es in Besitz zu nehmen kommet.
V. 5 ראה, eine fernere Tatsache, die ihr als selbsterfahrene festhalten sollt, ist die: למדתי וגו' לעשות כן וגו' אשר אתם באים וגו'. Ihr seht, ich habe euch nach mir gewordenem göttlichen Befehle Gesetze und Rechtsordnungen gelehrt, damit ihr sie in dem Lande zur Erfüllung bringet, in welches ihr nun einzieht. Damit ist für eure Bestimmung und für die Bedeutung diese Gesetze die euch und sie von allem andern charakteristisch unterscheidende Tatsache festgestellt: ihr seid das einzige Volk auf Erden, das Gesetze hatte, bevor es ein Land besaß, und diese Gesetze sind die einzigen, deren Erfüllung nicht als Mittel zu einem Volksdasein und einer nationalen Boden zu schöpfenden nationalen Selbständigkeit und Wohlfahrt, sondern als Zweck derselben dastehen. Jedes andere Volk wird ein Volk durch sein Land und schafft sich dann Gesetze für sein Land. Ihr aber seid ein Volk durch das Gesetz und erhaltet ein Land für das Gesetz. Alle andere Gesetze sind aus der vom Lande erzeugten Eigentümlichkeit des Volkes und seiner wechselndenEntwicklungsbedürfnisse hervorgegangen, euer Gesetzgeber der Mensch, aus dessen Hände ihr euer Gesetz empfangen, hat euer Land nie gesehen, seinen Boden nie betreten, er war nur der Überbringer des Gesetzes, und sein Grab in der Wüste ist das Gottessiegel an dem Gesetze, das er überbracht, sowie die Wardeiung seiner Ewigkeit und Unwandelbarkeit. Das Gesetz ist das absolute, ihr und das Land seid das Bedingte.Nicht nach eurem und eures Landes wechselndem Geschicke hat das Gesetz sich zu wandeln, sondern nach eurer wandelnden Gesetztreue wandelt euer und eures Landes wechselnden Gesetztreue wandelt euer und eures Landes Geschick. Mit dem Gesetze im Arme steht ihr als Volkan der Grenze des Landes, mit dem Gesetze im Arme werdet ihr einst des Landes zeitweilig verlustig- immer und immer wieder als Volk dastehen, das keine andere Bestimmung hat, als der Erfüllung dieses Gesetzes der ihm wieder den Eintritt in das Land eröffnet, das ihm für die Erfüllung dieses Gesetzes gegeben. Ihr seid das Gesetzesvolk, Palästina ist das Gesetzesland, nicht aber seid ihr das palästinensische Volk und Palästina ist nicht das jüdische Land.
V. 6 So hütet denn und erfüllet; denn das ist eure Weisheit und eure Einsicht vor den Augen der Nationen, welche alle diese Gesetze hören werden und werden sagen: Es ist doch eine weise und einsichtsvolle Nation dieses grosse Volk!
Welche Wissenschaften und Künste das charakteristische Erbteil der anderen Kulturvölker sei mögen, eure, die jüdische Wissenschaft und Kunst, ist die Wissenschaft und Kunst des Aufbaus eines ganzen Menschen- und Volkslebens auf dem Fundamente des Gottesbewußtseins und der Menschenpflicht, ist die Wissenschaft und Kunst der Erkenntnis und der Verwirklichung des Gottesgesetzes, die Wissenschaft und Kunst der Wahrheit und der Harmonie des Lebens.
לעיני העמים, diese eure Wissenschaft und Kunst des Lebens wird euer Charakteristikum bilden in der Anschauung der Völker. Andere Völker suchen unablässig das den jedesmaligen, in unaufhörlichem Wechsel begriffenen Zuständen entsprechende Maß der Staatenweisheit. Und weil ihre legislatorischen Schöpfungen nur dem das zeitlich Beschränkte und die Oberfläche der Dinge erfassenden Menschengedanken entspringen, darum sind ihre Normen in ewigem Fluß, und das heute als Heil und Segen bedingende Wahrheit und Recht Verkündete wird vom Morgen als verderbliche Torheit begraben. Nur das jüdische Volk hat ein ewiges Pflichtmaß für alles Sein und Wollen des inneren und äußeren Menschen- und Volkslebens, dem es mit kühner Zuversicht seine Menschen- und Volksexistenz aller Zeiten unterwirft, wissend, daß es eben mit dieser seiner Unterordnung unter Gottes Gesetz sich zum Herrn und Meister seiner Geschicke macht. Wie sein Gesetz, so ist auch seine Geschichte ein von vornherein Gegebenes. Diese, eine ganze Nation in allen ihren Geschlechtern umfassende Hingebung an die Erkenntnis und Erfüllung eines Gesetzes, macht das jüdische Volk zu eine imponierenden geistigen Größe in den Augen der Völker. Sie erhalten Kunde von allen diesen, das jüdische Menschen- und Volksleben gestaltenden Normen und bekennen, dieses große Volk sei doch ein von Weisheit und Einsicht erfüllter nationaler Verein!
V. 25 Wenn Du Kinder und Kindeskinder zeugen wirst, und ihr werdet alt geworden sein im Lande, und werdet Verderbnis üben und ein Bild machen, die Darstellung von irgend etwas, und werdet tun, was in den Augen Gottes, deines Gottes, schlecht ist, Ihn zu erzürnen:
כי תוליד . Nicht sogleich nach dem Eintritt in das Land fürchtet Moses die Gefahr der Verirrung, aber er sieht sie kommen, je länger sie im Lande seine werden sieht sie kommen, wenn erst das zweite und dritte Geschlecht im Lande geboren sein wird, ונושנתם בארץ : und sie alt geworden sein werden im Lande. ישן ist nicht wie זקן der Gegensatz von jung sondern der Gegensatz von neu, frisch, wie ja schon in den Begriffen Dunkel und Schlaf liegt, die ja auch mit ישן bezeichnet werden. (siehe 1 B.M. S. 58 und 319) Wenn dieNation erst zwei, drei Generationen hinter sich im Lande hat, werden sich ihre Bürger als aus dem Lande entsprungen, mit dem Lande verwachsen begreifen; es wird die Zeit, in der sie noch heimatlos und bodenlos gewesen, ihrem Bewußtsein entrückt werden und sie gänzlich ihres Ursprungs und dessen vergessen, dem sie das Land und jede Daseinsdauer im Lande verdanken.Nicht umsonst hat mit seinem: למען תזכר את יום צאתך מארץ מצרים כל ימי חייךdie ägyptische Erlösungstatsache in unser tägliches Bewußtsein zu immer frischem Gedenken verwebt, nicht umsonst seine Feste und seine große Schemita- und Jobelinstitutionen zu ewig wiederkehrenden national gemeinsamen Erkenntnis und Bekenntnistaten dieses Ursprungs und der Gotthörigkeit des Landes gestiftet, nicht umsonst das כבש בן שנה , das Junge der Herde zum ewigen Symbolausdruck seines Volkes in dessen Beziehungen zu ihm bestimmt. Wir haben in unseren individuellen und nationalen Beziehungen zu Gott kein größeren Feind, als dieses die Begeisterungsfrische unseres Gotthörigkeitsbewusstseins in Blasiertheit verkehrende Altgewordensein im Lande der Verheißung wenn das, was als Verheißung das sehnsüchtige Ziel unserer Wünsche und Hoffnungen gewesen, unser geworden und wir im Besitze verjähren.
Es ist dann nicht mehr Gott, der euch in Seinem Lande und durch Sein Land segnet, je nachdem ihr eurer Thun und Lassen Seinem euch geoffenbarten Willen gemäß regelt, sondern es ist dieses Land selbst mit allem in ihm sichtbar wirkenden sinnlichen Potenzen, in denen ihr Gewähren und Versagen eures Gedeihens erblickt,ועשיתם פסל תמונת כל: und die ihr euch in sinnlicher Darstellung vergegenwärtigt und endlich dahin gelangt, das ועשיתם הרע בעיני ה' אלהיך להכעיסו , daß ihr in Gott, mit seinem die stete entsagungsfreudige Unterordnung eurer Sinnlichkeit fordernden Gesetze nicht den Spender, sondern den Hinderer eurer Lebensfreuden erblicket, zu dem in prinzipiellen Gegensatz zu treten, euch die Heilesrettung eurer Lebensrichtung dünkt.
V.26 So bestelle ich heute Himmel und Erde wider euch zu Zeugen, daß verloren, rasch verloren ihr gehen werdet von dem Lande weg, wohin ihr den Jarden überschreitet, es in Besitz zu nehmen; ihr werdet nicht längere Zeit darin bleiben, ihr würdet sonst gänzlich vernichtet werden.
V. 26, Ihre rasche Entfernung istihre geistige und sittliche Rettung.Sie müssen Land und staatliche Selbständigkeit verlieren, um nicht in denselben Grad der Entartung zu verfallen, welcher über die kanaanitische Bevölkerung vor ihnen den Stab der Vernichtung gebrochen.Damit ist denn gesagt, was die Weisen so bedeutungsgroß an den Zahlenwert des verhängnisvollen Wortes ונושנתם geknüpft. Der Zahlenwert von ונושנתםist 852. Wir blieben jedoch nur 850 Jahre im Lande, 440 bis zum Tempelbau (der 480 Jahre nach dem Auszuge aus Egypten, somit 440 Jahre nach dem Einzug in das Land stattfand Kön. 1,6,1) und 410 Jahre des Tempelbestandes. Das Verhängnis der Vertreibung trat daher zwei Jahre vor der mit ונושנתםangedeuteten Frist ein צדקה עשה הקב"ה עם ישראל שהקדים שתי שנים לונושנתם(Gittin 88a) und diese rasche Vertreibung war eine wohltätige Rettung der Nation. Staat und Tempel gingen zu Grunde, aber das Volk ging, mit einem ihm noch gebliebenen Rest seines geistigen Erbes im Herzen, der Lösung seiner großen Aufgabe in der Zerstreuung entgegen.
V. 27 Es wird Gott euch unter die Nationen hin zerstreuen, und ihr werdet in geringer Anzahl bleiben unter den Völkern, wohin Gott euch führen wird.
והפיץ וגו'Ihr werdet auseinander- und hingestreut unter die Völker. Ihr werdet nicht zusammenbleiben im Exil, unter alle Völkerschaften werden einzelne von euch kommen. Dieser Zerstreuung unter die Völker dürfte ein zweifacher Zweck innewohnen. Sie werden nirgends eine kompakte numerische Größe bilden und vor der politischen Verirrung geschützt bleiben, in welche sie ihr einstiges Staatenleben geraten ließ, und sie werden eine unter die Völker gestreute Gottesaussaat sein, undבעמים , in der Mitte des sozialen Völkerlebens die Idee einer anderen Welt und Lebensanschauung und einer anderen Lebenserfüllung werden und pflegen. Ist doch הפיץ nicht nur eine zerstörende Zerstreuung, sondern auch das Ausstreuen einer Saat והפיץ קצח (Jes. 28,25) und יזרעאל, Gottessaat ward (Hosea 1,2) Jissroéls Galuthname, als dies Verhängnis an im in Erfüllung ging.
ונשארתם מתי מספר וגו', obgleich gering an Zahl, bleibet ihr doch ein gesondertes גויunter den גוים , eine besondere Nationalität unter den Nationen.Erwägt man, daß, so weit bekannt, man noch heute höchstens vier bis fünf Millionen Juden, also höchstens die doppelte Zahl der aus Egypten gezogen zählt, erwägt man, daß diese Zahl bereits zu Davids Zeiten erreicht, ja überschritten war, erwägt man, daß trotz des Abgangs der zehn Stämme zur Zeit des zweiten Tempels (nach Pessachim 64b) sich die Volkszahl auf mehr als zwölf Millionen berechnen ließ, so daß nach Josephus während der Belagerung Jerusalems über eine Million umgekommen sind, und man daher kaum mit der Annahme fehlgeht, daß beim Untergang des jüdischen Staates durch die Römer mindestens noch vier Millionen in der ganzen Welt vorhanden waren: so scheint in der That, trotz der vielbesprochenen Geburtsvermehrung der Juden, ihre Anzahl in allen den langen Jahrhunderten des Exils stationär geblieben zu sein und sich durch eine besondere göttliche Fügung das hier angekündigte ונשארתם מתי מספר בגוים וגו' , ihr bleibet gering an Zahl, unausgesetzt zu verwirklichen.
Kap. 5 V.28 Und du, hier bleibe bei mir, damit ich zu dir die ganze Verpflichtung, die Gesetze und die Rechtsordnungen ausspreche, welche du sie lehren sollst, und haben sie sie in dem Lande zu vollbringen, welches ich ihnen zum Besitze gebe.
V.28 ועשו בארץ : sie erhalten nur das Land, um darin dieses Gesetz zur vollen Verwirklichung zu bringen.
Kap. 6 ,V.4 Höre Jissroél: Haschem, unser Gott, ist Haschem der einzig Eine.
V.4 Der Inhalt von שמע ישראל ist eines von Jissroél an Jissroél bezeugtes Zeugnis, und jeder, der es ausspricht, tritt damit als Gotteszeuge an sich und an die Welt heran. Vielleicht ist es nicht allzu gewagt, zu meinen: עין, das Auge, war עד, war Zeugen dessen, was שמע ישראל aussagt. שמע tradiert: אתה הראת לדעת
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH: Aus dem Kommentar zur Haftoro des Wochenabschnittes WOÈSSCHANAN
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH
(1833 1900)
ן הפטרה פרשת ואתחנ
Aus dem Kommentar zur Haftoro des Wochenabschnittes WOÈSSCHANAN
Jesajas Kap.40, Vers 1 und folgende
Kap.40, V.1 und 2. Die Haftora beginnt mit dem Ausblick auf eine lichte Zukunft, in der Jissroéls Leiden und Kämpfe zu Ende, weil es seine Bestimmung erfüllt hat. Jerusalem, der Herzpunkt des jüdischen Nationallebens, der Bestimmung nach: die Stätte, wo die ganze Herrlichkeit der Verwirklichung des Gottesgesetzes in der schon hieniedigen Paradiesseligkeit sichtbar werden sollte, ist hier als geistige Mutter des über die Erde zerstreuten Jissroél gefaßt und zugleich mit ihm identifiziert.צבאה, Heeresdienst und Kampf, ersteres הלא צבא לאנוש עלי ארץ, letzteres חליפות וצבא עמי, Job 7,1 und 10,17, hier weiblich gebraucht, wie Daniel 8,12: וצבא תנתן התמיד.
כי לקחה מיד ה' וגו'. Das Golus wird hier in seiner Doppelbedeutung betrachtet, für Jissroél und für die Gesamtmenscheit. Für jenes ist es die Erziehung zur Erkenntnis und Verwirklichung des Gotteswortes, für diese die Verbreitung der Lehre von Gott und vom reinen Menschentum. Gerade diese menschheitpriesterliche Bedeutung der Hinaussendung Jissroéls wird im folgenden Verse ausdrücklich hervorgehoben. Das Prophetenwort schaut die Zeit, in der das Jakobsvolk in Wahrheit Jissroél geworden ist und als Menschheitpriestervolk seine Bestimmung erfüllt hat. Dann ist Jerusalem der Herzpunkt geworden, von dem und zu dem nicht nur der Lebensstrom Jissroéls, sondern auch der mit Jissroél innig verbundenen Gesamtmenschheit pulsiert. Das ist das כפלים, das wörtlich: zwiefach gedoppelte, die unendlich höhere Stellung, die das Jerusalem der Zukunft einnimmt im Vergleiche zu dem der Vergangenheit. Der einst von den eignen Kindern Verlassenen und Verkannten wallt jetzt der Pulsschlag der Gesamtmenschheit zu.
בכל חטאתיה. Das ב ist der Ausdruck des adversativen Grundes und läßt den Gegensatz zu der tiefen Gesunkenheit der damaligen Gegenwart nur um so schärfer hervortreten. Damit ist zugleich der Übergang zum Folgenden eingeleitet.
V. 3 In dem Bisherigen verkündete der Prophet das Gotteswort, das einst ertönen wird, wenn die Zeiten sich erfüllet, wenn Jissroél am Ziele. Jissroél steht aber noch vor dem Anfang dieses Weges. Deshalb hat er jetzt den Gottesruf zu verkünden, der Jissroél auf diesen Weg in die Wüste hinaussendet. Der ganze große, mit Blut und Tränen unseres Volkes getränkte, an äußeren und inneren Kämpfe so reiche, durch alle Völker und Zonen, durch alle Zeiten führende weltgeschichtliche Exilesweg Jissroéls zwischen diesen beiden Gottesrufen. Der Trostesruf am Ziele soll Jissroél mit Kraft erfüllen, den Kämpfen und Leiden mit starkem Geiste und tapferem Sinne entgegen zu gehen, denen dieser Ruf: Hinaus in die Wüste! es entgegensandte. Es ist die Zuversicht, es ist die Siegesgewißheit, nicht des eignen Sieges, sondern des Sieges des Wahren und Guten auf Erden. Was aber Jissroél befähigt hat, inmitten der entsetzlichsten Knechtung und Demütigung, unter Höhnung und Lästerung, unter stets sich wiederholender Beraubung und Vergewaltigung, nicht nur geistig und sittlich zu verkommen, sondern innerlich stolz und frei und aufrecht zu bleiben und auf seine Peiniger nicht mit Haß, sondern mit Mitleid hinzublicken, das war das Bewußtsein seiner Sendung, wie sie in diesem hinausweisenden Gottesrufe ausgesprochen ist: in der Wüste der Völker, auch wo scheinbar für die Keime des Göttlichen, des Reinmenschlichen kein empfänglicher Boden vorhanden, vielmehr jede Aussicht auf Verständnis, auf Aufnahme versagt scheint, den Weg zu bahnen, der zu Gott führt. Das Wort, das einst einem sterbenden Sprößling des Jakobhauses in den Mund gelegt ward: Vergieb ihnen, Vater, sie wissen nicht, was sie tun nicht in einem verhauchenden Augenblicke, auf einem mehr als tausendjährigen Märtyrergange ohne Gleichen hat das jüdische Volk diese erhabene Milde durch sein ausnahmslos allen Menschen, auch seinen Unterdrückern, zugewandte warmherzige Menschenliebe, durch sein ausnahmslos allen Bestrebungen zur Förderung des Menschenheils und der Menschenwohlfahrt zugewandte weltbürgerliche Gesinnung und freundwillige Förderung bis auf den heutigen Tag aufs glänzendste durch die Tat bewiesen. Dieses weite Herz, das auch für die weitesten Gewissen seiner Verfolger und Verlästerer noch einen unerschöpflichen Schatz der Milde und des Mitleids übrig hat, ist eine Erbschaft seiner großen Vergangenheit, die auch das Jissroél der Gegenwart voll und ohne Vorbehalt angetreten hat. Froh und stolz darf Jissroél dies aussprechen, gehobenen Hauptes vor Gott und Welt, angesichts der schamlosen zeitgenössischen Verdächtigungen, die sich den Schein geben, allen Ernstes nach Geheimlehren des Judentums forschen zu müssen, welche Schädigungen und Benachteiligungen von Nichtjuden angeblich für gestattet,ja für geboten erklären
ערבה Während מדבר die Wüste, den keine Saat aufnehmenden Boden, mehr die Unempfänglichkeit, Stumpfheit bezeichnet, scheint ערבה, von ערב, unterscheidungslos mischen, mehr die Wildnis, im Gegensatz zum Kulturboden, zu bedeuten, die in üppigem Wildwuchs den Boden deckende Vegetation, die für anderes keine Stätte läßt. Stumpfheit und die Macht ungebändigter, durcheinander wogender Leidenschaften setzen dem Aufkommen der Saaten des Göttlichen das größte Hindernis entgegen.
דרך ה', der Gottesweg, heißt sowohl der Weg, der zu Gott führt, als auch die in Selbstbeherrschung, in Übung von Gerechigkeit und Nächstenliebe sich vollziehende Lebensführung, die Gott den Menschen geboten. Beides fällt zusammen. פנו: Bahnen setzt Hindernisse voraus, die sich der Erkenntnis des Weges und dem Beharren, dem Fortschreiten auf demselben entgegen setzen. Alles, was dem Menschen den Aufblick zu Gott versperrt, ist ein solches zu beseitigendes Hindernis. Jeder Sieg der Gewalt über das Recht, jede gleisnerische Heiligsprechung siegreichen Unrechts als angeblicher Erfüllung göttlichen Willens erschüttert in den kurzsichtigen Menschen den Glauben an die sittliche Weltordnung. Not macht stumpf, schweigend zu erduldendes Unrecht verbittert, Lustschwelgerei aber vertiert den Menschen, und die ungezügelte Jagd nach den Mitteln zum Genuß und nach Besitz ihm zum Raubtier. ישרו: gerade machen, das Gerade suchen oder herstellen. Unzählig sind die Abwege. Zwischen den Extremen hin und her, zwischen den entgegengesetzten Wahnvorstellungen schwankten und schwanken kompaßlos die Menschen die Menschen, zwischen Bigotterie und Nihilismus, zwischen Fetischdienst und Materialismus, zwischen fanatisch blindem Glauben und ebenso fanatisch blindem Unglauben, zwischen Entfesselung und Ertötung der Sittlichkeit, zwischen Weltdienst und Weltflucht.
Das ist die Wüste, in die Jissroél als Bannerträger der Wahrheit hinausgesandt wird, das sind die Hindernisse, die es zu überwinde, das der Wirrsal, durch den es den rechten, den geraden Weg finden soll. Die bloße Tatsache, aß ihm diese Aufgabe gestellt ist, verweist es eben damit auf jenen unverlierbaren, unverwüstlichen edlen Kern in der tiefsten Tiefe einer jeden Menschenbrust, zu dem das Wort der Wahrheit nicht auf ewig vergebens Zugang suchen werde.
(Die Haftoroth übersetzt und erläutert, Frankfurt am Main 1896: S. 317-327Kommentar zu Jesajas Kap. 40 V.1 )
Rabbiner Dr. Salomon BREUER zur Wochenabschnitt Woèsschanan
Rabbiner Dr. Salomon BREUER >
(1850 1926)
ואתחנן
Belehrung und Mahnung zur Wochenabschnitt
WOESSCHANAN
(Auszüge)
ואתחנן אל ה' Mausche flehte um Gewährung. Seine Seele ersehnte den Eintritt ins heilige Land nicht, so sprechen die Weisen, um sich an dessen Früchten zu laben und dessen Reichtum zu genießen, wohl aber, um dort, auf dem Boden des Gottesgesetzes, der Verwirklichung des Gotteswillens in umfassenderem Maße ferner sein Leben zu weihen. Hätte er nicht Anlaß gehabt, pochend auf seine unendlichen Verdienste, dieser Bitte der Charakter einer Rechtsforderung zu verleihen? Nicht so Mausche: ואתחנן אל ה' wie ein Armer, der Gewährung seiner Bitte fleht, steht er im Gebete vor Gott.
Und die Weisen kommentieren die Tatsache mit dem erwähnten Mischlevers: תחנונים ידבר רש ועשיר יענה עזות. Dieser Satz spricht, wenn wir nicht irren, eine Forderung aus, die unserem sozialen Leben im Geiste der Thora das jüdische Gepräge verleiht. צדקה ist nach der tiefen Erklärung unseres großen Rabbiners זצ"ל jene Verbindung von Pflicht und Liebe, die für die Beziehung zwischen reich und arm nach dem Willen Gottes grundlegend zu sein hat: die Liebe, auf die der Arme aus sich keinen Anspruch hat, in Gottes Namen erwächst sie zu einem Recht, dem zu entsprechen der Reiche sich verpflichtet weiß.Die Gabe, die sonst den Armen erniedrigen könnte, empfängt er in Gottes Namen als ein ihm zustehendes Recht. Unser Mischlevers dürfte nun für das Verhalten des Armen und des Reichen Bestimmungen enthalten, die ganz dem Geiste dieser jüdischen צדקה entsprechen: תחנונים ידבר רש flehend spreche der Arme, bittend trete er vor den Reichen, poche nicht auf das von Gott verbriefte Recht, das ihm Anspruch auf die Hilfe des Reichen zuerkennt. ועשיר יענה עזות (עזות bezeichnet Festigkeit, die auch im Charakter des jüdischen Volkes seine größte Tugend oder Untugend darstellt, je nachdem sie sich zum Guten oder zum Schlechten auswirkt) Pflicht der Reichen aber ist es, ihm mit Festigkeit zu antworten, ihm auf sein bittendes Flehen zu bedeuten, daß er nach Gottes Willen Anspruch auf seine Hilfe habe; denn in dieser den Armen aufrichtenden und stärkenden Einwirkung, die von dem Reichen ausgeht, liegt das Geheimnis des Segens, der unter der Herrschaft der Thora das jüdisch-soziale Leben erfüllt.
Sinnig haben nunmehr die Weisen diese Mischleforderung aus unserer Thorastelle herausgehört. Mausche flehte um Gewährung: die Bitte, die er, auf seine Verdienste pochend, als Rechtsforderung hätte vorbringen können, er spricht sie als Armer stehend vor der Türe flehend spreche der Arme, das ist Mausche Gott aber erwidert: רב לך אל תוסף דבר אלי וגו' Du hast genug Hatte Mausche um Eintritt in das heilige Land gefleht, als ob sein Leben noch nicht reich genug an Pflichterfüllung und sich ferner noch in מצות auszuwirken verpflichtet wäre, wozu Gott ihm verhelfen möge so bedeutet ihm Gott mit dem Worte: רב לך, הרבה מזה שמור לך, רב טוב הצפון לך Du hast genug, d.h. dein bisheriges Leben ist überreich an Errungenschaften, deren Genuß deiner in dem künftigen Leben harrt Der Reiche antworte mit Festigkeit, das ist Gott, denn seinem im Gefühl bescheidener Armut flehenden Diener bedeutete Gott, welchen Reichtum sein Leben vor Gottes Auge besitze.
Von Mausche laßt uns lernen. Und treten wir betend vor Gott, dann laßt uns flehen gleich dem Armen vor der Türe , nicht pochen auf etwaige Verdienste wozu selber unser Gebet in seiner Geltung einschränken? Das aber ist der Fall, wenn wir glauben, auf Erhörung unseres Gebetes ein Recht zu haben: sind wir denn sicher, daß unsere etwaige Verdienste als Verdienste vor Gottes Auge gewertet werden? Überlassen wir es Gott. Je ärmer wir vor Gott uns fühlen, desto eher dürfen wir hoffen, daß Gott sich zu uns hernierderneigt, um in seiner unendlichen Gnade uns die Festigkeit einzuhauchen, die wir brauchen, um in jeder Lebenslage des Segens wahrer Gebetserhörung teilhaftig zu sein:
אל תעש תפלתך קבע אלא רחמים ותחנונים לפני המקום.
Quelle: Rabbiner Dr. Salomon BREUERBelehrung und Mahnung fünfter Teil DeuteronomiumJ.Kaufmann Verlag Frankfurt am Main 1936 S. 11-16
Rabbiner Dr. Raphael BREUER: Vorwort zur Erläuterung der KLAGELIEDER
Zur würdigen Vorbereitung und Begehung des Neunten Aws
Rabbiner Dr. Raphael BREUER
(1881-1932)
KLAGELIEDER: VORWORT
Klagelieder verträumte Weisen eines schmerzlichen Notturno leiten in der Nacht zum neunten Aw Jissroéls nationale Gedächtnisfeier ein, Klagelieder düstere Klänge eines schier endlosen Lamento reicht uns der Morgen des neunten Aw. Sonst vermag dem verwöhntenKunstsinn des modernen Menschen, dem eine Gedächtnisfeier ohne Trauermusik und schwarzumflorte Kanzel reizlos dünkt, die dumpfe dieses Tages nichts zu bieten. Wäre jedoch den Ordern unsere Liturgie eine im modernen Sinne stilgemäßere Trauerfeier in Wahrheit stilgemäß, d.h. der geschichtlichen Bedeutung des Tages entsprechend erschienen, dann hätte sie fürwahr so viel Vertrauen darf man ihrem künstlerischen Organisationstalente wohl entgegenbringen den Zusammenbruch Zions, den Flammentod des Heiligtums auf Moria mit schreienderen Farben, mit allem phantastischen Zubehör orientalischen Rausches und Prunkes in unser Gedächtnis zu schreiben vermocht, oder es jeder künftigen Generation überlassen können, für die Nationaltrauer des neunten Aw sich nach Belieben ein ihrer jeweiligen Geschmacksrichtung zusagendes Programm zu wählen. Wie aber מגלת איכה nicht in gewaltigen Dityhramben eines kunstvoll gefeilten epischen Klaggedichts den tausendjährigen Schmerz der jüdischen Nation beweint, vielmehr so still und so tief, so weh und so warm, wie die ungeheuchelte Liebe um den Heimgang der Eltern, des Kindes, des Gatte, des Bruders und der Schwester weint, von des jüdischen Staates Verfall, der Fäulnis von Priester und Volk,Jerusalems Sturz und den Bedingungen seiner Auferstehung redet, so will der Gedächtnistag des neunten Awdurch die gesamte eigentümliche Art, wie er von uns begangen sein möchte, nicht unklare Stimmungen auslösen, sondern das gedankenhelle Bewußtsein jenes nationalen אבלות um Golus Schechinah in uns erzeugen, das freilich nicht mit dem national-jüdischen Hurrapatriotismus unserer Tage nicht sonderlich harmonisiert, jedoch der Trauer um Zijauns Fall, erst ihre jüdische Weihe, den überlieferten Sinn und darum geschichtliche Wahrhaftigkeit, vor allem aber politischen Berechtigung verleiht. Denn so gewiß das Gefühl nationaler Zusammengehörigkeit das einzige Band darstellt, das die zerstreuten Glieder des jüdischen Volkes mit einander verknüpft, so gewiß bedeutete ein von dem Geiste jenes אבלות abgelöstes, sich etwa an der nationalen Sehnsucht der preußischen Polen orientierenden Nationalgefühl im Sinne des überlieferten Judentums Verrat an den Wirtsvölkern, die uns aufgenommen. Wäre das Ziel der jüdischen Nationalsehnsucht ein politisches Gebilde, in welchem die jüdische Religion neben anderen Kulturfaktoren auch eine Rolle spielt, dann befände sich מגלת איכה zu den aus derselben Quelle stammenden Versen (Jirm. 29, 4 ff[1]), die uns Anhänglichkeit an die Exilheimat als eine von Gott gebotene Pflicht verkünden, in unversöhnlicher Gegensatz, und die Menschen, die unter dem Regime ein solch zwiespältigen Geistes herangezogen würden, wären weder aufrichtige Europäer, noch ehrliche Palästinenser, sondern doppelzüngige Charaktere, die lebenslang planlos pendelten zwischen Ost und West. Insofern aber die Trauer des neunten Aw nicht dem Verlust des Landes und der Stadt, sondern der Zerstörung des Heiligtums gilt, wird an das Nationalgefühl des jüdischen Volkes jenes messianisch-theocratische Element eingeführt, an welchem auch die chiliastische Sehnsucht der gesamte Kulturmenschheit hängt, und Zijaun dadurch aus einem trennenden Moment das scheidend einträte zwischen uns und dem Vaterlande, dem wir politisch angehören, zum einzig wirklichen und dauernden Einigungspunkt gestaltet, in welchem sich der Genius des Judentums mit dem Geiste aller wahren Zivilisation begegnet. Nur so konnte Jirmejahu im Auftrage Gottes die Forderung erheben, die palästinensische Sehnsucht mit ungeheuchelter Liebe zur Golusheimat zu verbinden: eine soziologische Zumutung, der die jüdische Seele nur mittelst der synthetischen Kraft, die ihr ein thoratreues Leben gewährt, ebenso spielend zu entsprechen vermag, wie sie auch im Einzelleben trotz schmählicher Anfeidung den Nächsten liebt, wie sich selbst, oder in Kunst und Wissenschaft europäische Gedankengänge mit ihrem palästinensischen Gottesbewußtsein vereint.
Ist aber die Stimmung, die das synagogale Programm des Neunten Aw und sein vornehmster Träger, מגילת איכה hervorrufen möchte, im wesentlichen die gleiche, die sich in einem jüdischen Herzen am Sarge teurer Angehörigen erzeugt, bildet jenes festumgrenzte אבלות, das die Seele jüdisch trauernder Hinterbliebenen umdüstert, auch den Tenor unseres Gedächtnistages um Zijauns Fall, dann kann es auch nicht wunder nehmen, wenn Jirmejahus Klagelieder den Zweck rein künstlerischer Erregung nicht verfolgen, überhaupt eine Zuweisung zu einer der landläufigen Dichtungsarten nicht vertragen. So unverkennbar weht auch aus ihnen dem Vorurteilslosen der incommensurabelen sakrosankte Hauch entgegen, der sämtliche Teile der Bibel den Generationen des jüdischen Volkes als כתבי קדש vererbt, daß einem in Wahrheit wissenschaftlicher Kommentar die Riesenaufgabe erwächst, mit seinen Anmerkungen die Heiligkeit dieses Hauches nicht zu trüben. Denn wahrlich, Unvoreingenommenheit ist hier so dringlich, wie bei jeder Wissenschaft, zu fordern. Wie umgekehrt verlangt wird, daß an die nichttheologische Wissenschaft erst dann gegangen werden dar, wenn das Tauchbad einer erkenntnistheoretischen Autonomie, die Überzeugung von der Tragkraft menschlicher Vernunft den Jünger zum Forschen befähigt, jedes unbefugte Hineintragen unwissenschaftlicher Kategorien aber das ganze Bild verdirbt und die Abdankung aller wahren Wissenschaft bedeutet, so muß auch die Bibel gegen jedes unberechtigte Einmengen von außerhalb ihres Bereiches liegenden Theoremen verwahren, wenn anders auch ihr Bild nicht getrübt und die reine Erkenntnis ihrer wahren Bedeutung nicht untergraben werden soll[2]. Aber freilich einen Bibelvers von dem erhabenen Kothurn philologischen Dünkels herab bloß auf seinen sprachlichen Eigentümlichkeiten hin betrachtet, dessen Rüstzeug wird mit Ausschluß jeder talmudisch-rabbinischen Erklärungsweise lediglich die Grammatik sein. Je trockener und schmuckloser der Sinn ist, den er dem stürmenden Pathos der zürnenden, den schmerzlichen Wehlaut des klagenden Propheten zu entnehmen glaubt, desto höher wird ihm der Grad seiner Wissenschaftlichkeit erscheinen. Er wird nicht wissen, daß Talmud und Midrasch midenstens einen ebensolch wesentlichen Bestandteil der jüdischen Altertümer bilden, wie die hebräische Sprache selbst, oder irgend ein archäologischer Fund eines nach verschollener Schätzen grabenden Orientalisten, und nicht einsehen, daß man einen prophetetischen Höhenflug mit philologischem Schneckengang nicht zu folgen vermag. Und gar erst Jirmejahus Klageliedern! Eine streng disponierte Gedankenfügung sichtlich meidend, überlässt sich der klagende Prophet beim Anblick von Jerusalems Trümmern, zuweilen geradezu mit einen deutlich Stich ins Impressionistische, seinem Weh bald das graue Einerlei der Klage durch einen wildaufschreienden Ruf durchbrechend, bald eine heftige Zornrede hinabdämpfend zur stillen Wehmut eines innigen Gebets. Indem er aber andererseits doch seinen Klagen, Schilderungen, Mahnworten und den oft mit packend dramatischer Wucht erfolgenden Ausbrüchen seines Schmerzes und Zornes die metrische Form des alphabetischen Akrostichons und alphabetisierenden Liedes verleiht[3] und so die frei schweifende Stimmung seines trauernden Gemüts in die Fesseln einer bestimmten Kunstform voll rhythmischen Wohlklangs preßt, läßt er die Doppelseite des jüdischen אבלות jenes nur innerhalb gesetzlich festbestimmter Grenzen freigegebene Trauergefühl[4], auch äußerlich in die Erscheinung treten.
Eine gute poetische Übertragung, die sich über die Jahrhunderte hinweg, die uns von Jirmejahus Tagen trennen, in die Seele des klagenden Propheten zu versetzen wüsste, wäre der beste, weil einzig mögliche Kommentar, wenn man eben nicht bei der dichterischen Übersetzung eines hebräischen Textes in einer nichthebräischen Sprache die Gefahr liefe, dem hebräischen Texte nichthebräischen Empfindungen einzumengen, die sich bei genauer Untersuchung als unfreiwillige Niederschläge aus nichtjüdischen Gedankenkreisen entpuppen. Die vorliegende Übersetzung hält sich darum möglichst an den Text, die Erklärung freilich sucht nicht nur den rein gedanklichen Inhalt eines Verses, sondern unter Führung von Talmud und Midrasch, die dem Verfasser dieser Lieder zeitlich und geistig am nächsten stehen, vor allem seinen Empfindungsgehalt wiederzugeben, worauf ja bei Klageliedern, die sich zunächst an das Gefühl wenden, der Schwerpunkt eines Kommentars zu verlegen ist. Meine Anmerkungen haben ihren Zweck erfüllt, wenn das schüchterne Spiel, mit welchem sie den Gesang des Propheten zu begleiten wagen, vom Leser nicht als störend empfunden werden sollte.
Frankfurt a.M., im Ador 5669
Quelle: חמש מגלות Die fünf Megilloth übersetzt und erläutert von Dr. Raphael BREUER, Dritter Teil: Klagelieder / Frankfurt am Main Verlag von A.J. Hofmann 1909
[1]ירמיה כתב ספרו וספר מלכים וקינות Baba Bathra 15a; vgl. die Überschrift der chaldäischen Übersetzung:אמר ירמיהו נבי'א וכהנא רבא)
[2] Vlg. meine Schrift Unter seinem Banner. Ein Beitrag zur Würdigung Rabbiner Samson Raphael Hirschs S.195
[3]Alphabetische Akrosticha bilden die Werke der ersten vier Kapitel; das fünfte besteht aus so viel Versen, als das hebräische Alphabet Buchstaben hat: es ist ein alphabetisierendes Lied. Das alphabetische Metrum ist in der Bibel nicht selten. Der Grund, der im Comm. zu Ps.25,1 für die Wahl dieser Form angegeben wird: Die alphabetische Folge der Verse läßt auf die Absicht schließen, diesen Psalm wiederholt und wiederholt aus dem Gedächtnis sich und Andern zu vergegenwärtigen wird wohl auch für alle übrigen Stücke zunächst maßgebend gewesen sein. Allerdings bedürfte noch, was מגלת איכה betrifft, die Reihenfolge פ-ע in Kap. II-IV einer befriedigenden Erklärung.
Samson Raphael HIRSCH : Aus seinem Kommentar zur Wochenabschnitt Dewaurim
Rabbiner Samson Raphael HIRSCH
דברים
Aus seinem Kommentar zur Wochenabschnitt Dewaurim
6. Gott, unser Gott, hat zu uns in Choreb gesprochen: Ihr habt genug an diesem Berge geweilt
der Zweck , zu welchen ihr auf eurem Zuge aus Egypten in das verheißene Land zuerst an diesen Berg geführt worden und dort weilen sollst um(2 B.M. 3,12) ist bereits genügend erreicht. Es ist euch hier das Gesetz geworden, mit dessen Hinnahme, Aufnahme und Annahme ihr in den "Dienst Gottes" getreten seid, und ihr heute auch hinlänglich mit dem Gesetze vertraut gemacht und ihm das Gesetzheiligtum in eurer Mitte errichtet, so daß euch nichts mehr fehlt, um nunmehr in das Land zu ziehen, das keine andere Bestimmung hat, als den Boden der Verwirklichung dieses Gesetzes zu werden.
1. Für den 9.Awist uns auβer der Werktätigkeit alles untersagt, was uns für den Versöhnungstag verboten ist (64, 3c)
Das Fasten, wozu auch Kranke, für die dadurch keine Gefahr zu fürchten ist, verpflichtend sind, hat wie am Versöhnungstage mindestens 13 ½ Minuten vor dem Eintritt der Nacht zu beginnen. Auβerdem ist uns für diesen Tag Trauer wie um einen nahen Verwandten vorgeschrieben, weshalb wir an demselben die unten (76, 2.b) dargestellten Trauervorschriften zu beobachten haben. Bis nach Mittag sollen alle Arbeiten unterbleiben, welche unsre Gedanken von der vorgeschriebenen Trauer abwenden könnten.
Die drei Wochen vom 17. Tamus bis nach dem 9.Aw sind Halbtrauertage, an welchen man alles Erfreuende vermeiden muβ, keine Hochzeit halten darf und Haupt- und Barthaare nicht scheren soll. Man spricht in diesen Tage auβer an den dazwischen liegenden Sabbattagen das Gebet שהחינו nicht, meidet darum Veranlassungen, bei welchen es zu sprechen wäre.
Noch strenger ist die Halbtrauer geboten während der neun Tage vom Beginn des Monats Aw bis nach dem Fasttage. Da ist auβerdem selbst am Sabbat untersagt, neue Kleider anzulegen, und auβer am Sabbat Fleisch und Wein zu genieβen und frische Wäsche anzulegen; auch das Waschen oder zu Waschegeben von Kleidern und Weiβzeug ist verboten.
Am Rüsttage nimmt man die Hauptmahlzeit früher als gewöhnlich ein; denn bei der Schlußmahlzeit (סעודה המפסקת) darf man nur (einsam auf dem Boden oder einem niederen Schemel sitzend) ein Gericht essen, wozu gewöhnlich ein Ei und Brot verwendet wird.
Am Vorabende wird vor dem Nachtgebete der Vorhang von der heiligen Lade entfernt und erst beim Nachmittagsgebete des andern Tages wieder vorgehängt. Nach dem Nachtgebete werden die Klagelieder Jeremias und andere Trauergesänge vorgetragen. Beim Frühgottesdienste liest man aus der Thora: V. Moses 4, 25-40 und als Haftoro: Jirmija 8, 13,9 9,14; dann werden Trauergesänge vorgetragen und der Gottesdienst bis gegen Mittag ausgedehnt. Talis und Tephillin werden erst beim Minchogebet angelegt. Bei diesem Gebet schaltet man auch das Gebet נחם in die vierzehnte Benediktion des ש"ע ein.
Aus עמודי הגולהDie Vorschriften der Thora welche Jissroél in der Zerstreuung zu beobachten hat.
Ein Lehrbuch der Religion für Schule und Familie von Ludwig Stern, Direktor der israelitischen Schule in Würzburg. Zweite vermehrte und verbesserte Auflage Frankfurt am Main 1986 S.150
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH aus dem Kommentar zur Wochenabschnitt Dewaurim
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH
(1833 1900)
הפטרת פרשת דברים
Aus dem Kommentar zur Haftoro des Wochenabschnittes Dewaurim
Jesajas Kap. 1, Vers 1 und folgende
Für den Sabbath, der der Wiederkehr des Jahrestages der Zerstörung des Tempels vorangeht, ist die Haftora jenem ersten Kapitel des Propheten Jesajas entnommen, das in großen Züge Wesen und Bestimmung Jissroéls, seine Stellung inmitten der Menschheit, die Höhe seiner Aufgabe und die Tiefe seiner Gesunkenheitin ergreifender Anschaulichkeit uns vor die Seele führt. Eine Gesunkenheit, die die Vernichtung des Staates und die Vernichtung des Tempels als einzige Rettung Jissroéls für seine ewige Bestimmung zur Notwendigkeit machte.Jerusalems Zerstörung ist Zijauns Befreiung, und Pflichttreue und Rückkehr zu Zijaun ist die alleinige Heilung für Jisroel! mit diesen inhaltsvollen Worten klingt die Haftora aus (V. 27) und gibt damit sofort der Trauer des Neunten Ab den scharf umgrenzten Inhalt. Nicht darüber trauert der Jude, daß vor zwei Jahrtausenden der Tempel zerstört wurde, sondern darüber, daß er zerstört werden musste. Nicht über die Zerstörung, sondern über die Ursachen seiner Zerstörung. Nicht sowohl in die Vergangenheit, vielmehr auf die Erkenntnis einer jeden Gegenwart wird damit der Blick gelenkt, um sie unter dem Gesichtspunkte zu prüfen, ob denn diese Ursachen geschwunden, ob der Gehorsam gegen das Gottesgesetz, ob das von diesem Gesetze erstrebte edle Menschentum schon also in den Gängen der Zeiten im jüdischen Kreise die Stätte der Verwirklichung gefunden hätten, aß der Tempel, wenn er wieder erstanden wäre,nicht aus denselben Gründen wie vor Jahrtausenden sofort wieder dem Untergang geweiht wäre, um de Namen Gottes vor Entweihung und Jissroél vor gänzlicher Entfremdung und dauerndem Versinken in den Wahn entsittlichender Vorstellungen und heidnischer Gesinnungen zu retten.
Denn Entsittlichung und nicht Sittigung, heidnische Entfremdung und nicht gottesfürchtige Annäherung bewirken Opfer, Tempelbesuch, Gebet und Festversammlung, die nicht als Rüstung, sondern als Ersatz für den wahren Gottesdienst des in Pflichttreue sich vollendeten Lebens vollzogen werden. (V 11 15). Die schrankenlose Selbstsucht, die Gier nach dem Gewinn, der Missbrauch der Macht im Dienste ihrer Interessen auf Seiten der Grossen, und dieselbe Gier nach Gewinn in allen Schichten der Bevölkerung, die Vergewaltigung der annehmerlosen Witwen und Waisen (V. 23), die Üppigkeit und die sittliche Entartung, und dabei die gänzliche Verständnislosigkeit, die zugleich Ursache und Wirkung der Entartung ist (V.22), sie lassen das Gottesvolk, nach dem niederschmetternden Ausdruck der Propheten, in seiner sozialen Gliederung als Herren von Sodom und als Volksgesellschaft von Amora erscheinen. Deshalb soll jeder wiederkehrende Neunte Ab einer jeden Generation in Jissroél im Lichte dieses Prophetenwortes die Frage nahe legen: ist unsere jüdische zeitgenössische Gegenwart schon so sehr vom jüdischen Geiste durchtränkt, von jüdischer Gesinnung beseelt,von Erkenntnis des Judentums, von der Erkenntnis des ganzen umfassenden und tiefen Inhalts des Gottesgesetzes, daß sie die würdige Umgebung des in seiner Mitte entstehenden Gottestempels bilden könnte? Gähnt nicht vielmehr vielleicht tiefer als je die Kluft zwischen Jissroél und seinem Gotte?
Kap. 1 V.1 חזון von חזה, verwandt mit חצה, in die Mitte eindringen: das geistige Schauen, das Wahrnehmen des dem sinnlichen Auge sich entziehenden Wesens der Erscheinungen, die Erkenntnis ihres wahren Charakters. Das betörte Volk glaubte durch den Bestand des Tempels und die Exaktheit des Tempeldienstes seine Zukunft gesichert. Des Propheten Auge schaute aber die Wirkliche Natur der herrschenden Zustände.
V.2 שמעו שמים וגו' . Die Anrufung des Himmels und der Erde weist darauf hin, daß die hier besprochenen Verhältnisse von umfassender welthistorischer Bedeutung seien. Wie 1 B.M. 1,26 und 2,5 ausgesprochen ist, bildet die Erschaffungdes Menschen die Krönung der Schöpfung und die Einsetzung des Sabbaths als Erziehers des Menschen zu Gott ihren Schlußstein (das. 2,2). Nachdem der Sabbathgedanke verloren gegangen und die Menschheit immer tiefer gesunken war, bildete die Gründung Jissroéls, also die Erwählung Abrahams (das. 12,2 f.) und die Berufung Jissroéls zur menschheitspriesterlichen Träger des Gottesgesetzes (2 B.M. 19,6) und damit der ewigen Wahrheiten von Gott und vor allem von der Bestimmung des Menschen, von der Gotteskindschaft aller Menschen den mächtigen Heben für die Erziehung der Menschheit. Dem beschränkten Stammesbewußtsein aller anderen Völker wurde mit einem Schlage das Panier des universellsten Menschentums entgegengehalten, das ausnahmslos alle Menschen zur Auf- und Einkehr ins gemeinsame Vaterhaus ladet, als dessen Priester nur die Abrahamsfamilie dastehen sollte. Wenn daher der Menschheitspriester selbst höchst unpriesterlicher Entartung rettungslos zu verfallen, wenn der Fahnenträger selbst schmählich fahnenflüchtig zu werden drohte, so war damit ein mächtiger Hebel der göttlichen Menschheitserziehung gefährdet. Das seinem Gotte untreu geworden Jissroél übte damit zugleich Verrat an der heiligen Sache der Gesamtmenscheit. Deren Vollendung aber steht im innigsten Zusammenhange mit den höchsten Zielen der göttlichen Weltwaltung. Deshalb werden Himmel und Erde aufgerufen, Zeugen des gegen Jissroél gerichteten anklagenden Gotteswortes zu sein.
Ferner.Nach der jüdischen Anschauung, die durch die Bestimmungen des Rechtsverfahrens erzeugt ist, sind die Zeugen zugleich mit der Urteilsvollstreckung betraut. Indem hier nun Himmel und Erde angerufen werden, werden sie, also alle auf die Gestaltung der menschlichen Verhältnisse wirkenden Kräfte und Wesen, in den Dienst der auf die Erziehung, des entarteten Jissroél gerichteten Waltungsziele des Allmächtigen gestellt. Ganz so wie zur segnenden Förderung des seinem Gotte treuen Jissroél bestimmt wurden. 2 B.M. 11,14 ff. Dieselbe Anrufung, mit der einst der scheidende Moses seinen zum Zeugen wider sein Volk bestimmten gottschauenden Sang begann, sie bildet auch den Anfang des durch Jesajas an sein Volk gerichteten Prophetenwortes.
כי ה' דבר: Nicht ein sterblicher Mensch, Gott ist es, dessen Wort hier ausgesprochen wird.
בנים: Nicht zitternde Knechte, sondern Kinder, die tragen und auf- und ausbauen sollen, was ihr himmlischer Vater ihnen übergibt, denn das heißt בן im Geiste des jüdischen Sprachgedankens גדלתי: ich habe sie in sorgsamer Erziehung für ihre Bestimmung vorbereitet, ורוממתי: und nicht ein Leben der Armut, Weltflucht und Entsagung habe ich mit Erteilung meines Gesetzes zu ihrem Lose gemacht, vielmehr durch Überweisung des reichgesegneten Landes, eines verjüngten Paradies auf Erden, und durch Zusicherung meines Schutzes gegen alle Feinde habe ich sie hoch dahingestellt : und gerade sie haben sich gegen mich empört, sind von mir abgefallen und haben Verrat geübt an der ihnen übertragenen Sendung.
V.3 ידע שור וגו' Selbst das Tier würde sich solch schnöden Undanks nicht schuldig machen. Es kennt seinen Wohltäter und hegt Anhänglichkeit an seinen Herrn, קנהו: der ihn gekauft, nicht erzogen hat, wie Gott Jissroél. Die Krippe seines Herrn, gegenüber dem רוממתי, der hohen Stellung, die Gott Jissroél angewiesen. ישראל לא ידע, ohne Objekt, dadurch wird der Prädikatsbegriff erweitert. Jissroél,das den Gott, der es erzogen und der sein Herr ist, nicht erkennt, hat damit auch keine Erkenntnis von der Welt als einer Gotteswelt, und eben damit auch kein Verständnis seiner Stellung und Bestimmung als עם ה', als Gottesvolk, deshalb: עמי, es, das mein Volk sein sollte, begreift sich nicht. Sie haben keine Ahnung von der Bedeutung des Gottesgesetzes und der einzelne Gebote, noch von denjenigen der sie treffende Geschicke.
V.4 גוי: die Nation als Einheit; עם: als Volksgesellschaft. Weil Jissroél ein Reich von Priestern sein sollte, sollte es auch in seiner staatlichen Gesamterscheinung den Charakter der Heiligkeit tragen, ein גוי קדוש sein. Vergl. 5 B.M. 6,9: dasselbe Sittengesetz, das für das Einzelleben gilt, sollte auch im öffentlichen Leben herrschen, וכתבתם על מזוזות ביתך ובשעריך. Als גוי und als עם tritt Jissroél der schwerste Vorwurf. זרע מרעים וגו': es, das als Gottessaat in den Boden der Menschheit gestreut werden sollte, ist denen gleich geworden, denen es ein Vorbild hätte sein sollen, ist selbst nur eine Saat von Frevlern; und die zuerst wieder, den Menschenbrüdern vorangehend, als בנים, in das reine Verhältnis der Gotteskindschaft eintreten sollten, sind משחיתים geworden, in tiefer Entartung ihrem Vater gänzlich entfremdet.
Angesichts dieser hoffnungslosen Zustände bricht der Prophet in die Worte aus:
V. 9. Hätte nicht Gott in seine Gnade uns einen Rest erhalten, wie winzig klein er auch erscheine, so wäre das Priestervolk von dem wohlverdienten Sodom-Geschicke ereilt worden! Dieses uns ist aus der Seele eben des treugebliebenen Kernes der Nation, des שאר gesprochen.
V.27. So wird das Gottesgericht, das das jetzige Jerusalem zerstört, sich für Zijaun, die Lebensseele Jissroéls, als die Rettung erweisen.
Auf dieses Ziel will der Sabbath vor der Wiederkehr des Jahrestages der Tempelzerstörung, der von dem Anfang unseres Prophetenwortes im Volksmunde seinen Namen hat, unsren Blick von Jahr zu Jahr richten; im Lichte dieses Zieles will er uns eine jede Gegenwart begreifen und würdigen lehren, und für den Dienst der Herbeiführung dieses Zieles, an der ein jeder jüdische Sohn, eine jede jüdische Tochter mitzuwirken berufen ist, will er uns mit stets neuem Mute und erneuter Zuversicht unsre Kraft vor Gott sammeln lassen.
Dann bringen uns diese Tage nicht ein Gefühl niederschlagender, lähmender Trauer, sondern dieser selbige Rückblick durchdringt uns mit dem Frohgefühl, daß Gott uns nicht verlassen, daß vielmehr gerade nur seine Gnade es ist, die uns erhalten hat. Dafür ist ja die Tatsache selbst, daß wir noch da sind und bewußtvoll zurück in die Vergangenheit und vorwärts in die Zukunft schauen können, die beste und stärkste Bürgschaft. Dies hat niemand je herrlicher ausgesprochen, als gerade der Prophet, dessen Klage das trauernd zur Erde niedersitzende Jissroél am Neuten Ab vor Gott im Geiste an die Trümmer Jerusalems und des Tempels versetzt. חסדי ה', es ist doch nur das Walten der tausenfältigen Gnadeoffenbarungen Gottes, daß wir noch nicht dahingeschwunden sind, כי לא תמנו (erste Person, nicht: תמו), das ist der Beweis dafür, כי לא כלו רחמיו, daß noch nicht aufgehört hat sein Erbarmen; vielmehr stehen wir da: חדשים לבקרים, neuverjüngt an jedem Völkermorgen, in jeder neuen Ära der Geschichte, denn unendlich ist deine Treue, רבה אמונתך! ( Klagel. 3, 22 f.)
(Die Haftoroth übersetzt und erläutert, Frankfurt am Main 1896: S. 304-317Kommentar zu Jesajas Kap. 1 V.1 )
Rabbiner Dr. Salomon BREUER zur Wochenabschnitt DEWAURIM
Rabbiner Dr. Salomon BREUER
(1850 1926)
דברים
Belehrung und Mahnung zur Wochenabschnitt
DEWAURIM
(Auszüge)
Jährlich steht der Sabbat, an dem אלה הדברים uns verlesen wird, als שבת חזון im Zeichen des heraufziehenden Tischo-beaw. Seit nahezu zwei Jahrtausenden beklagt unser Volk den zweimaligen Untergang seines Heiligtums, ist seine Seele erfüllt von dem schweren Leid, das ihm diese lange Goluszeit gebracht hat, und harrt voll Sehnsucht des Augenblicks, der das Ende seines Golus bringt, ein Ende, das aber nicht enthüllt und nur Gott, dem Lenker unseres Geschickes, bekannt ist. Denn darin unterscheidet sich ja so auffallend unser jetziges Golus von dem ersten babylonischen Golus. Denn während jenes Golus von kurzer Dauer und seine Ende im voraus bestimmt war, ist unser jetziges Golus von langer Dauer und seine Ende uns nicht enthüllt. Als Grund hierfür lehren die Weisen (Joma 9b): ראשונים שנתגלה עונם נתגלה קצם אחרונים שלא נתגלה עונם לא נתגלה קצם Die Sünde der Ersteren, zur Zeit des ersten Heiligtums, sind enthüllt worden, darum ward auch ihr Golusende enthüllt, die Sünden der Letzteren, zur Zeit des zweiten Heiligtums, sind nicht enthüllt worden, darum blieb auch ihr Golusende verhüllt.
Wir glauben diesen vielbesprochenen Ausspruch der Weisen in folgendem Sinne zu verstehen. הוכח תוכיח את עמיתך lautet die große, ernste Forderung des Gotteswortes, di es jedem einzelnen Glied der jüdischen Gesamtheit zur Pflicht macht, den Irrungen seiner Genossen nicht schweigend gegenüberzustehen, sondern Mahnung und wiederholte Vorstellungen das Seinige zu tun, um zur Besinnung aufzurufen und Besserung zu bewirken. Nie und nimmer hätte der Abfall von Gottes Gesetz auch in unserer Zeit solchen traurigen Umfang angenommen, wenn stets und überall sich Männer gefunden hätten, die, erfüllt von heiligen Mut und unbeugsamer Überzeugungstreue, das offene, rückhaltlose Wort der תוכחה zu sprechen gewillt gewesen wären. Man glaubte aber und glaubt immer noch, durch sogenannte politische Klugheit der Gottessache dienen zu können, die, wie man sich selber beredet, um Schlimmeres zu verhüten, schweigen zu dürfen glaubt, wo im Geiste der Thora lautester Protest als gebieterische Pflicht sich erweist.
Wer ahnt nicht die Größe eines Jesaja, wenn uns aus unserer heutigen Haftora die wuchtigen Worte entgegendröhnen, mit denen er dem Volk von Amora, den Reichen Sedoms Tempelbesuch und Opfer, Sabbat und Gebet als wertlos, als Lüge vor die Füße wirft, weil er die Lüge nicht zu ertragen vermag, mit der ein Gott fremdes, entheiligtes Leben sich das Recht verwirkt habe, vor Gottes Angesicht zu treten Huren, Mörder sind sie ihm, die die Ehe mit Gott gebrochen, an deren Händen das Blut sozialer Härte und Selbstsucht klebt! Und mit welch heroischer Selbstverleugnung hat ein Jirmeja das Wort der Zurechtweisung unablässig, unermüdlich gesprochen! Gottesmänner, die die Schmähung der Verblendeten nicht fürchteten, im Kerker ihr mutiges Tun büßten, dafür aber ihrem Volke den Weg der Erlösung bahnten.
Zur Zeit des ersten Heiligtums, meinen die Weisen mit Recht, wurden die Sünden enthüllt, darum konnte auch das Golusende enthüllt werden.
Die diesem Weisheitswort zu Grunde liegende Wahrheit hat sich aber schon in der Frühzeit der jüdischen Geschichte bewährt. Wer die Menschen zurechtweiset, um sie Gott zurückzuführen, findet schließlich mehr Gunst als der mit glatter Zunge seinem Volke Schmeichelnde. Die Weisen mussten dabei an Mosche und Bileam denken, die sich in ihrem Verhalten zum jüdischen Volke so kraß unterschieden.
Unser Mausche hat seinem Volke keine einzige Lobrede, dafür aber recht, recht viele דברי תוכחה, Worte der Zurechtweisung gewidmet, und אלה הדברים Worte der Zurechtweisungen waren es, mit denen er von seinem Volke Abschied nahm. Dieses Vermächtnis des unsterblichen Führers gereichte aber seinem Volke zu einer Quelle unendlichen Segens: aus seiner Wahrheit haben noch zu allen Zeiten die Schwankenden ihre Festigkeit gewonnen und die Verirrten zu ihrer von Gott gewollten Bestimmung sich zurückgefunden.
Bileam dagegen hat dem jüdischen Volke eine Lobrede gehalten wie keiner vor und keiner nach ihm. Doch diese Lobrede hat, nach dem erwähnten Ausspruch der Weisen, verhängnisvolle Folgen gehabt: שהחליק בנבואותיו וגבה לבם ונפלו בשטים sie hat das jüdische Volk hochmutig gemacht und hat es in Schittim zu Falle gebracht. Dem Gottesvolke zu fluchen, war Bileam von Moabs König berufen worden, doch er durfte seinen Mund nur zum Segen öffnen. Und sein Mund strömte über vom Preis der Stellung Jissroéls in Völkermitte und der durch Gottesnähe ihm verliehenen Größe: er sieht es in seiner gesonderten, einzigartigen Erscheinung, löwenmächtig, er preist die Reinheit und Schönheit seiner Häuser, den Segensreichtum seiner Lehrstätten, er sieht es gehoben durch Gottes Liebe, da Sünde und Schuld an ihm nicht geschaut wird, und den Stern von ihm ausgehend, der einst sieghaft der Menschheit den Weg zum Heile weist. Bolok schlägt verzweifelt die Hände zusammen, so hat er denn Bileam vergebens berufen. Doch zum Abschied איעצך erteilt Bileam ihm den Rat, den verhängnisvollen, wie allein diesem Volke beizukommen sei: suche es zu verführen, und du hast es besiegt. Und so geschah es
24000 jüdische Seelen sind Bileams Lobrede zum Opfer gefallen, und wer weiß, welchen Umfang diese Katastrophe noch angenommen hätte, wenn nicht Pineas mannhaftes Auftreten dem Verderben Einhalt geboten hätte.
אלה הדברים אשר דבר משה אל כל ישראל Diese Worte der Zurechtweisung aber hat Mausche an ganz Jissroél gerichtet: alle, alle unterschiedlos hatte er um sich versammelt, und sie hatten doch nicht alle gesündigt, nicht alle an den Verirrungen teilgenommen, die da aufgezählt wurden במדבר בערבה מול סוף וגו'. Nur ein Teil des Volkes war es, der sich nach den Fleischtöpfen Egyptens zurücksehnte, nur ein Teil, der den moabitischen Töchtern nachgegangen, nur die lüsterne Jugend war mit dem Manna unzufrieden, gezählt die an Korachs Aufstand Beteiligten, nur die Hefe des Volkes, die das goldene Kalb sich machten hätte Mausche sie nicht alle versammelt, wie leicht hätte nicht der eine dem andern die Verantwortung für alle diese Verirrungen zugeschoben, die Alten den Jungen, die Reichen den Armen, die Gebildeten den Ungebildeten und umgekehrt! Mausche aberrichtete seine תוכחה an ganz Jissroél, machte sie alle, alle für alle Verirrungen in gleichen Maße verantwortlich: denn die jüdische תוכחה richtet nicht nur gegen die das Unrecht Übenden, sondern gegen alle, die zu seiner Verhinderung das Ihre hätten leisten können und es unterlassen haben. Es ist der Geist der gegenseitigen Verantwortung des כל ישראל ערבים זל"ז, der den einen für den andern, für sein Tun und Lassen, verantwortlich macht, der sich nicht begnügt, von dem Einzelnen zu fordern, daß er sein Leben in צדקות, in Pflichttreue vor Gott begreife, der ihn vielmehr anruft, zu den מצדיקי הרבים sich zu zählen, der den Leichtsinn neben sich nicht duldet und auch nicht die Unwissenheit, gegen die er vielmehr ankämpft, solange noch andere für das gleiche Leben der jüdischen Pflicht zu gewinnen sind, der er mit jedem Atemzug seines Lebens dient.
Ist aber solcher Geist im jüdischen Volk lebendig, dann kann dieses jüdische Volk nimmer zahlenmäßig erfasst werden. Mutter Jochebed war begnadet, wie die Weisen sich sinnig ausdrücken, ששים רבוא בכרס אחד 600 000 Menschen das Leben geschenkt zu haben, denn sie hat Mausche geboren, der, indem er sein Volk der göttlichen Lebensbestimmung entgegenzuführen bestrebt war, dieses ganze Volk mit seinem bedeutungsschweren Leben aufwog שקול משה כנגד כל ישראל! Unter diesem Gesichtspunkt ist einem Einzelleben eine Bedeutung zuzuschreiben, das zahlenmäßig von Menschen nicht zu erfassen ist: היודע מספר כלכם בדין. Gott allein kennt die Zahl und Wert aller im Gericht, er weiß, wer von denen, die in die Ewigkeit eingegangen, auf Erden gleich hundert, tausend oder gar hunderttausend gezählt hat!
אלה הדברים אשר דבר משה אל כל ישראל. An ganz Jissroél hatte Mausche seine תוכחה gerichtet, sie alle hatte er zur Verantwortung gezogen, und sie hatten sie, im Gefühle der gegenseitigen Verantwortung, widerspruchslos aufgenommen, der eine für den anderen, mit dem er sich verbunden fühlte vor Gott und für die Verwirklichung der von Gott gewollten Lebensbestimmung הואיל וקבלו עליהן וכו' bemerken die Weisen so sinnig, nachdem sie diese תוכחה im Bewußtsein gegenseitiger Verantwortung hingenommen, dieser Geist also in ihnen lebendig war, צריך אתה לברכן verdienten sie den Segen, dessen sie in dieser Stunde gewürdigt wurden. Und Mausche segnete sie: ה' אלקיכם הרבה אתכם Gott hat euch vermehrt, והנכם היום ככוכבי השמים לרב heute aber seid ihr zahllos gleich den Sternen geworden! In den Tagen Mausches, meinen die Weisen, war der Abraham verheißene Segen Wahrheit geworden.
Mausche aber fleht zu Gott, daß dieser Geist sich auch in der Folge erhalten und seinem Volke zur unendlichen, zahlenmäßig nimmer zu erfassenden Größe verhelfen möge: ה' אלקי אבותיכם יסף עליכם ככם אלף פעמים ויברך אתכם כאשר דבר לכם
Quelle: Rabbiner Dr. Salomon BREUERBelehrung und Mahnung fünfter Teil DeuteronomiumJ.Kaufmann Verlag Frankfurt am Main 1936 S. 3-10
Rabbiner Samson Raphael HIRSCH : der Fasttag des 9ten Aw (aus Chauréw)
Samson Raphael HIRSCH
Aus CHAUREW KAP.33
FASTTAG DES 9ten AW
§ 242.
Diese fünf Tha-anijauß zu begehen ist also für alle Pflicht. ((א"ח)549.550.686.) Strengere Pflicht 9ter Aw, also daß selbst Kranke u.s.w., denen das Fasten beschwerlich fällt, wenn nur nicht Gefahr bringt, fasten. (550). Am gelindesten Tha-aniß Esther, weil nur durch stillschweigende Sitte angenommen, und daher an ihm selbst nichtgefährliche Kranke u.s.w. nötigenfalls vom Fasten frei (686). Fällt einer dieser Tha-anijauß auf Schabboß, so wir der auf den nächsten Tag verschoben, Tha-aniß Esther aber auf den vorhergehenden Donnerstag (550.686.) Schon vom 1sten bis 9te Aw vor allem in der Tha-anißwoche, ist jede Äußerung der Freude untersagt. Durch Vernachlässigung des Äusseren in Waschen, Kleiden, Unterlassen des Scheerens des Bart- und Haupthaars letztere schon vom 17ten Thammus an schon Trauer eingeleitet. In der ganzen Zeit vom 17ten Thammus an keine Hochzeit gefeiert. Vom 1ten Aw bis 10ten Aw Mittages kein Fleisch und kein Wein genossen. Siehe ausführlich (551.552.) Am 8ten Aw wird gehörige Mahlzeit nur vor dem Letztmahl eingenommen, das nur aus einem Gericht bestehen darf; es wird, dem Leidtragenden gleich, auf der Erde sitzend eingenommen, und besteht gewöhnlich, (wie das erste Mahl des Leidtragenden) aus Eiern (552). Schon mit Tag- und Nacht-Zweifel beginnt das Fasten, die Trauer erst jedoch wenn völlig Nacht, es sei denn der Fasttag ausdrücklich bereits schon am Tage als Gelübde übernommen. Schon am Nachmittag ist jede Geistesbeschäftigung mit andern als auch am 9ten Aw erlaubten Gegenständen untersagt. Wenn 8ter Aw am Schabboß ist, ja selbst wenn der 9ter Aw am Schabboß und auf den Sonntag verlegt ist, tritt dies alles nicht ein; nur Geistesbeschäftigung ist schon nachmittags, und wenn Schabboß der 9ten Awist den ganzen Tag, wie am 9ten Aw, beschränkt(553)
§243.
Am neunten Aw selbst sind alle Trauergesetze, wie beim Owél (אבל), bis auf das Werktätigkeitsverbot, und allen Fastgesetze, wie am Jaum Kippur, in Kraft (siehe § 320 unf § 158). Doch ist auch bis Mittag jede zeitfordernde und somit zerstreuende Arbeit untersagt (554). Über die Tischoh-bAw-Trauer ist darum nachzulesen, was über die Trauer beim Todesfall ausgesprochen ist. Denn am neunten Aw sind wir alle Leidtragende um Jruscholajim-Zijaun, die hehre Mutter, die uns nährte und pflegte und aufzog und tränkte mit dem Gottesgeiste, der dort quoll sie sit nicht mehr die sorgliche Mutter, und mutterlos zerstreut sind ihre Kinder nur nicht des Vaters verwaist, des Ewiglebenden, der auch in Goluß nicht sie verläßt,unsichtbar sie umschwebt, und des Lichtes seines Geistes wartet, daß es in Jissroél nicht Nacht werde. Aber nicht nuram Gedächtnistage soll unser Trauer sein, überall und immer soll uns das Trauergefühl begleiten, nimmer und nimmer sollten wir vergessen, daß dem Jissroélgeschicke wir angehören und die große Jissroélaufgabe im Goluß zu lösen haben. Und wärest du auch reich und begütert, ja wäre ganz Jissroél es, und lösten sich alle Fesseln, die hie und da noch Jissroél im äußern Leben beschränken sieh! nicht um Untergang nur äußern Glückes trauerst du das könnte dir die Fremde ersetzen mit dem Äußern ist dir nur sichtbarer Boden geschwunden, auf dem Jissroéls von Gottes Geist durchdrungenes Leben wie eine Gottespflanze allseitig blühen sollte; wenn du um Jruscholaim trauerst deine höchste Trauer ist um Zijauns Fall!
Aus: Samson Raphael HIRSCH : Chauréw, Versuche über Jissroéls Pflichten in der Zerstreuung, zunächstfür Jissroéls denkende Jünglinge und Jungfrauen. Vierte Auflage Frankfurta.M. Verlag J. Kaufmann 1909
Siehe auch via archief 08 07 20: Samson Raphael HIRSCH: Fasttag 17. Tammus
Samson Raphael HIRSCH: Aus dem kommentar zur Wochenabschnitt MASSEI
Rabbiner Samson Raphael HIRSCH
Aus seinem Kommentar zur Wochenabschnitt Massei
מסעי
Kap.33, V.53 Ihr sollt das Land erst zur Besitznahme säubern und dann euch darin niederlassen; denn euch habe ich das Land gegeben, es in Besitz zu nehmen
Kap. 33 V.53 והורשתם את הארץ (siehe zu V.52) Ihr müsst das Land erst durch Entfernung aller polytheistischen Spuren zu eurer ירושה fähig machen, dann erst könnt ihr euch darin niederlassen. So lange polytheistische Bewohner und polytheistische Denkmäler darin sind, ist eure ישיבה keine ישיבה (siehe zu 2 B.M. 32, 12 f.). כי לכם נתתי וגו': nicht Kraft eigner Machtvollkommenheit habt ihr das Land, es ist Gottes Wille und Gottes Macht, denen ihr das Land verdanket, und auch bei der Verteilung des Landes (V.54) habt ihr nicht willkürliche Normen, sondern Gottes Weisung und Gottes Entscheidung zu folgen. Daher könnt ihr euch nicht der ersten Vorbedingung entschlagen, unter welcher Gott euch das Land überweist.
V.55 Wenn ihr aber die Bewohner des Landes nicht vor euch vertreiben werdet, so werden diejenigen, die ihr von ihnen übrig lasset, zu Gehegen in euren Augen und zu Stacheln in euren Seiten; sie werden euch auf dem Boden, den ihr bewohnet, feindlich bedrängen.
V. 55 Mit dieser den Polytheismus im Gotteslande Berechtigung einräumende Duldung büsst ihr aber selber die Integrität eurer Gotthörigkeit, die Berechtigung und den Schutz eures Daseins im Lande ein, und wie Gott seinen Schutz euch wegzieht, werden die Geduldeten eure Dränger und Feinde in eurem eigenen Lande. Das ganze Buch der Richter ist nichts als Geschichte der Verwirklichung dieser nicht beachteten Warnung.
Kap.34, V.2 Verpflichte Jissroéls Söhne und sage ihnen: Wenn ihr zu dem Lande Kenaan kommet, ist dies das Land, das euch in Besitz zufallen soll, das Land Kenaan nach seinen Grenzen.
Kap.34, V.2 ארץ כנען לגבלתיה Eine genaue Grenzbestimmung des Landes ist auch für die מצות התלויות בארץ folgereich, da deren ursprüngliche Verpflichtungskraft auf diese Grenzen beschränkt ist. Erst nachdem die Besitznahme von diesem hier präzisierten ארץ כנען vollständig vollzogen ist, können auch andere eroberte Länder der קדושת הארץ und der an diese sich knüpfende Pflichten teilhaftig werden. Weshalb auch den von David eroberten Provinzen ארם צובה und דמשק (Sam. II 8,5 u. 6) unter dem Gesamtnamen סוריאdie קדושת הארץnur מדרבנן zuerkannt war. Die Besitznahme des eigentlichen Gesetzbodens war noch nicht ganz vollzogen, war doch selbst Jerusalem noch nicht ganz in jüdischen Händen. Die Eroberung von Syrien ward daher gar nicht als nationales Unternehmen betrachtet und durch die Bezeichnung כבוש יחיד von dem gesetzlichen קדושה-Charakter ausgeschlossen. Ist es doch selbst nicht entschieden, in wie weit das transjordanische Land der dritthalb Stämme in die eigentliche קדושת הארץ mitbegriffen war. (Aboda Sara 21a תוספו' daselbst und Gittin 8 b. Siehe ferner zu 5 B.M. 30,5)
Kap.35 V.10Sprich zu Jissroéls Söhnen und sage ihnen: Wenn ihr den Jarden überschreitet zum Lande Kenaan hin,
Kap.35 V.10 כי אתם עוברים וגו'Das Land des göttlichen Gesetzes ist um der Menschen willen da. Sein höchstes Produkt, Ziel und Zweck des ganzen ihm zugewandten Gottessegens, ist jede von ihm genährte, der Verwirklichung des Gottesgesetzes durch seine Mittel geweihte Menschenseele. Das Land wird allen nur unter der Bedingung der unantastbaren Heiligachtung einer jeden dem Gesetze heiligen Menschenseele gegeben. Ein Tropfen unschuldig vergossenes, unbeachtet gebliebenes Blut löst eine Masche an dem Band, das das Land mit der Nation und beide mit Gott verknüpft (siehe Verse 33 und 34). Diese Heiligachtung des Menschenlebens soll sofort bei der Besitznahme des Landes Ausdruck und in der Verteilung des Landes selbst die Gesetzinstitution geschaffen werden, auf welche bereits in den Grundzügen der sozialen Rechtsordnungen (2 B.M. 21,13) hingewiesen ist.
V.29 Es seien euch diese Bestimmungen zum Rechtsgesetz für eure Nachkommen in allen euren Niederlassungen.
V.29 בכל מושבותיכם, סנהדרין נוהגת בארץ ובחוצה לארץ (Mackoth 7a). So lange die Kriminaljustiz im jüdischen Lande zu Verwirklichung kommt, es ist dies an die Existenz des obersten Gerichtshofs in der Steinhalle, לשגת הגזית im Tempelheiligtum gebunden (siehe 5 B.M. 17,10), ועשית על פי הדבר אשר יגידו לך מן המקום ההוא אשר יבחר ד' מלמד שהמקום גורם (Aboda Sara 8b תוספו' daselbst) so lange ist sie auch in den jüdischen Niederlassungen außerhalb des Landes durch Gerichtshöfe zu handhaben, deren Mitglieder, vermöge der von der Gesetzautorität im Lande erlangten Autorisation, סמיכה, als deren Delegierte handeln.
V.33Machet das Land, in welchem ihr seid, nicht zum Heuchler, denn das Blut macht das Land zum Heuchler, und dem Lande wird für das Blut, das ich ihm vergossen worden, keine Sühne, wenn nicht mit dem Blute dessen, der es vergossen.
V.33 ולא תחניפו וגו'.חנף, wie dessen Bedeutung in Job und Proverbien entschieden klar ist, heißt: heucheln, also eine andere und zwar bessere Erscheinung äußerlich darstellen, welcher die Wirklichkeit des inneren Wesens nicht entspricht. Wer also einen Menschen zum Heuchler macht, der nimmt ihm bei unveränderter äußerer Erscheinung den innern Kern.
Wenn nun das Land zum Heuchler wird, so ist dies, wie man sieht, die buchstäblichste חנופה. Es ist noch derselbe Boden, der unter Gottes Tau und Sonnenstrahl die reichste Fülle des Fruchtsegens zu tragen bestimmt ist; allein Boden, Tau und Sonnenstrahl täuschen, kein Segenskeim treibt ais dem Innern zum Leben und zur Freude der Menschen, und was davon treibt, ist wiederum Täuschung, es wohnt kein Segen in dem Mark und Saft derTriebe und Pflanzen.
In dem Augenblicke, in welchem Gott Noah und seine Söhne die neugeschenkte Erde wieder betreten lässt und ihnen die Pflanzen- und Tierwelt zur freien Disposition übergibt, proklamiert er mit dem: ואך את דמכם לנפשתיכם אדרש וגו' שופך דם האדם באדם דמו ישפך כי בצלם אלקים עשה את האדם die Geltung der unantastbar höheren Dignität der Gottesebenbildlichkeit des Menschen als Grundbedingung des Genusses dieses Geschenkes und dieser freien Waltung. In dem Augenblick, in welchem Gott Jissroél das Land als Boden seiner segensreichen Entfaltung für die Verwirklichung Seines Gesetzes übergibt, erneuert er dem: ולארץ לא יכפר לדם אשר שפך בה כי אם בדם שפכוdieselbe Humanitätsproklamation für Jissroél als Grundbedingung des gesegneten Besitzes und Genußsegens dieses Landes und erweitert sie noch durch die Sühneinstitution für den unvorsätzlich Mord.
V.34 Und verunlautert das Land nicht, in welchem ihr wohnet, in dessen Mitte ich gegenwärtig bin; denn Ich, Gott, bin gegenwärtig in der Mitte der Söhne Jissroéls.
V.34 אשר אתם יושבים בה אשר אני שכן בתוכה ist eine andere Beziehung des Landes zu seinen Menschen, als die V.33 durch אשר אתם בה ihren Ausdruck fand. Dort ist es die Beziehung des Landes als Bodens der Menschenexistenz. Der Boden versagt den Menschen die Existenz, wenn die Existenzvernichtung eines Menschen durch einen Menschen gleichgültig lässt. Hier ist es die Beziehung des Landes als Boden der ישיבה und der שכינה, der nationalen Menschengesellschaft und der Gottesgegenwart auf Erden. Beides, sowohl die auf die Huldigung Gottes und seines Gesetzes zu erbauende soziale Volkswohlfahrt, als die einer solchen Erhebung des irdischen Gesamtseins zu Gott zugesagte Gegenwart Gottes auf Erden (2 B.M.25,8) beruht offenbar auf dem Bewusstsein und der Anerkennung der Gottebenbildlichkeit des Menschen. Wenn das ganze Gottesgesetz auf den drei Fundamenten des Rechts und der Liebe des sozialen, und der Sittenheiligung des individuellen Menschen beruht, so steht und fällt das ganze Gesetz mit dem Bewusstsein und der Anerkennung oder der Verneinung und Leugnung der höheren Dignität, der Gottenebenbildlichkeit des Menschen. Auf der Anerkennung der Gottenebenbillichkeit des Nebenmenschen beruht das Recht, auf dem Selbstbewusstsein der eigenen Gottebenbildlichkeit die Sittenheiligung und die Liebe. Ist der Mensch nur tierebenbildich, nur ein physisches Wesen wie alle Lebendigen neben ihm in der Schöpfung, so sind Gewalt und Selbstsucht und Tierbefriedigung auch für ihn die einzige Lebensmotoren, so kann von Recht und Liebe und Sittenheiligung keine Rede sein, so ist טומאה, physische Gebundenheit, Unfreiheit mit allen Konsequenzen der Gewalt und der Entartung das ausschließliche Gepräge der Erd- und Menschenwelt, so ist es das Tierideal, dem in Haus und Staat des Menschen- und Völkerlebens die Idolhuldigung gezollt wird, so ist für Gott, den in Recht und Liebe und Sittenheiligkeit zu bekennenden ein Einzigen, keine Stätte auf Erden. .
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH aus dem Kommentar Haftoro Massei
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH
(1833 1900)
הפטרת פרשת מסעי
Aus dem Kommentar zur Haftoro des Wochenabschnittes Massei
Jeremias Kap. 2, Vers 4 und folgende
Kap.2, V. 4. Höret das Wort Gottes, Haus Jakobs! Mit dieser Aufforderung trat Jeremias in Jerusalems letzten Tagen in unsern Kreis, und R. Lewi in der Peßikta steht bei diesen Worten still und meint, es wäre schon viel gewonnen, wenn in Zeiten eines praktischen Abfalls von Gott und seinem heiligen Gesetze das Wort Gottes nur erst wieder gehört, mit Ernst gehört werde. Sei ja das Ohr die Pforte zum Geiste, die Pforte zum Herzen, und auch nur dem Gedanken Gottes und seines heiligen Gesetzes wieder Raum gegeben, sei der Boden für alle Hoffnung der Zukunft gewonnen. (Jeschurun IV. S.496.) Wir verweisen angelegentlich auf diese herrliche Thamus-Abhandlung Jissroéls Verfall, die an der Hand einer eingehenden Erläuterung des ersten Verses unseres Kapitels die Verhältnisse der jüngsten jüdischen Geschichte und der Gegenwart beleuchtet.
Haus Jakob: Einheit, alle Familien des Hauses Jissroél: Vielheit. Jakob: Jissroél in Abhängigkeit und Druck, Jissroél: in Selbständigkeit und Glück. Die im Glücke nach Reichtum und Mannigfaltigkeit der äußeren Verhältnisse, nach Rang und Stand sich von einander abgrenzenden Kreise werden als Jakob, durch das hereinbrechende Unglück wieder zu dem einen Jakobshause vereinigt.
V.5 וילכו אחרי ההבל ויהבלו Sie gingen dem Nichtigen nach und verfielen selbst dem Nichts, wurden selbst nichtig, das ist dIe kürzeste, treffendste, inhaltsreichste und ergreifendste Grabschrift so vieler Geschlechter jüdischer und nichtjüdischer, alter und moderner Zeiten. Völkergunst, Göttercult, die Besitz- und Genußvergötterung, in der sie schwelgten sind an sich nichtig. Alle äußeren Güter und das Streben nach ihnen haben Wert und volle Berechtigung, wenn sie als Mittel zu einem menschlich reinen, pflichttreuen Leben erstrebt und verwendet werden. Als Selbstzweck erstrebt sind sie jedoch nichtig, und das Aufgehen in das Streben nach ihnen beraubt das Leben jedes wahren, dauernden Gehaltes.
V.8 Alle für die Gestaltung des Volkslebens maßgebenden Faktoren versagten oder sie übten offenen Verrat. Die Priester, die durch den steten Hinweis auf Gott und Pflicht die rechte Richtung geben sollten, mahnten nicht: wo ist denn Gott? Siehe oben. Die Handhaber der Thora, die Männer der jüdischen Wissenschaft, des Gottesgesetzes, kannten, spricht Gott, mich nicht mochten sie auch die eingehendste Kenntnis aller einzelnen gesetzlichen Bestimmungen und ihrer Anwendung haben, sie hatten dennoch keine Ahnung von Sinn und Bedeutung des Ganzen, und weil ihnen dieser Sinn fern und dieser Geist fremd bleib, so war ihr Wissen ein totes. Dem Gotte, dessen lebenweckendes und lebengestaltendes Wort ihnen trotz alles Wissens ein mit sieben Siegeln verschlossenes Buch blieb, konnten sie des Volkes Herz und Sinn nicht öffnen. והרועים, die Führer aber, die einflußreichen, angesehenen Großen, zu denen unwillkürlich das Volk emporblickt, deren Leben und Beispiel deshalb mustergültig sein sollte, die waren gerade zu allererst und am allermeisten von Gott abgefallenen. והנביאים, und die Propheten, die Männer, die, wenn vom rechten Geist beseelt, wohl imstande wären, trotz aller unwürdigen Priester, aller unfähigen und stumpfen Handhaber der Thora und aller gewissenlosen Führer, durch das zündende Wort der Wahrheit das Volk aus seiner Lethargie zu wecken und zurück- und emporzuleiten: die Propheten predigten im Namen des Baal und gingen dem Heillosen nach!
V.12 שמו שמים וגו': Es ist dies der so oft wiederholte bedeutungsvollen Hinweis auf die nahe Beziehung zwischen der Natur und dem Berufe Jissroéls für die Anbahnung des reinen gottdienenden Menschentums. Die Natur trauert, wenn dieser Beruf verfehlt und die Erreichung dieses Zieles in weite Ferne hinausgerückt wird.
Kap. 3, V.4 Auf diese Zeit wird hingeblickt, wo Jissroél in Gott seinen Vaterund seinen einzigen Führer von ewig her erkennen wird. Mit diesem tröstenden Ausblick schließt die Haftora. Die Sephardim schließen statt dessen mit den beiden ersten Versen des vierten Kapitels, die die Aufforderung zur Rückkehr, jedoch zur ernsten, in voller Verwirklichung des Gottesgesetzes sich betätigenden Rückkehr, enthalten, mit dem Ausblick auf das Heil, das dadurch weit über den jüdischen Kreis hinaus der Gesamtmenschheit erblühen werde.
(Die Haftoroth übersetzt und erläutert, Frankfurt am Main 1896: S. 294-303Kommentar zu Jeremias Kap 2 V.4 )
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH aus dem Kommentar zur Wochenabschnitt Mattaus
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH
(1833 1900)
הפטרת פרשת מטות
Aus dem Kommentar zur Haftoro des Wochenabschnittes Mattaus
Jeremias Kap. 1, Vers 1und folgende
Diese Haftora bildet den ersten der für die Wochen vom siebzehnten Thamus bis neunten Ab, vom Tage der Erstürmung der Stadt Jerusalem, also dem Untergang des Staates, bis zu dem der Zerstörung des Tempels, bestimmten drei Abschnitte aus dem Prophetenworte. Alle drei haben zum Zwecke, uns das Verständnis des Exiles, die Erkenntnis der Ursachen seines Eintritts und seiner Fortdauer, sowie das Bewußtsein zu bringen, daß das Begehen jener Gedächtnistage und der diesen Wochennach nationalem Brauche mehr oder minder ausgeprägte Charakter der Trauer nicht Ereignissen grauer Vergangenheit, sondern den geistigen und sittlichen Mängeln und Gebrechen einer jeden Gegenwart während der Dauer des Exiles gelte.
V.5 בטרם אצרך Was Jesajas 49, 1 ff. von Jissroél aussprach, daß es für seine Bestimmung geschaffen und für die seiner harrenden Kämpfe von vornherein mit den nötigen Kräfte ausgestattet sei und des Gottesschutzes stets gegenwärtig sein könne, das wird hier bei seiner Berufung dem Propheten Jeremias von Gott ausgesprochen ידע ,ידעתיך : zu jemanden in das innigste Verhältnis treten, von Gott zum Menschen, insofern es sein Geschick betrifft: ihn versorgen, seine Tat: sie bestimmen und lenken. נביא לגוים נתתיך. Da die Zeit herannahte, der Prophet selbst erlebt ja ihre Stürme da Jissroél seinen Gang durch die Wüste der Völker antreten sollte, so stand jedes durch die Propheten zunächst an Jissroél gerichtete Gotteswort zugleich in naher Beziehung zur Gesamtmenschheit. Wir doch der spätere Prophet, Ezechiel, geradezu בן אדם Sohn der Menschheit genannt. Vom ersten bis zum letzten Worte weiß das Alte Testament nichts von einem Stammgotte der Juden, von einer nur auf Jissroél gerichteten göttliche Vorsehung. Von dem ersten Worte der Genesis, mit dem der erste Jude in die Geschichte eingeführt wird, werde du ein Segen! durch dich sollen alle Familien der Erde gesegnet werden (1 B.M. 12, 2 f.) bis zum letzten Prophetenworte kennt es Jissroél nur im Kreise und im innigen Zusammenhange sämtlicher, gleich ihm zur Gotteskindschaft und Gottesnachfolge berufenen Völkerfamilien, deren Erleuchtung und Gewinnung für Gott und damit für ihr eigenstes Selbst seine weltgeschichtliche, menschheitpriesterliche Bestimmung ausmacht.
V.6f. Dem Hinweis auf die eigene Unzulänglichkeit wird durch den Hinweis begegnet, daß es ja nicht des Propheten, daß es vielmehr Gottes Worte und Aufträge seien, die er auszusprechen und zu vollbringen habe. Die so jedem Widerstande obsiegende Kraft wird durch das על, nicht: אל כל אשר וגו', ausgedrückt.
V.10 ראה הפקדתיך היום על הגוים וגו' Die durch den Propheten noch in der letzten Stunde an Jissroél gerichtete Mahnworte, die den Abfall von Gott, also die eingerissene Sittenlosigkeit, die Vergötterung der Sinnlichkeit, die Rechtshöhnung, den Gewaltmißbrauch, die Unterdrückung und Ausbeutung der wirtschaftlich Schwachen als Ursachen des bevorstehenden Untergangs des jüdischen Staates aussprachen, waren ebensoviel Mahn- und Warneworte für alle Völker. Die Höhnung derselben ewigen Prinzipien wird allen Staatsgebilden der Jahrtausende dasselbe Geschick bereiten, bis zu jener Zeit, wo die in den Boden der Gotteshuldigung wurzelnde Herrschaft des Rechtes und der Liebe den Menschenverhältnissen den einzigen dauernden Kraft, den ewigen Frieden verleiht. Bis dahin werden diese Prinzipen selbst, die hier individuell vom Propheten inmitten Jissroéls, und die national von Jissroél inmitten der Menschheit schon durch sein bloßes Dasein vertreten werden, das ewige Hemmnis für den Bestand aller auf Gewaltmißbrauch gegründeten und das Völkerglück mordenden Schöpfungen bilden. Wie dies hier durch die Worte: לנתוש ולנתוץ ולהאביד ולהרוס ausgedrückt ist. Der Zerstörung, dem geschichtlichen Untergange verfällt jedoch nur das dem Menschenheile Feindliche. Alle geschichtlichen Stürme, alle Katastrophen haben nur den Zweck: לבנות ולנטוע, aufzubauen und zu pflanzen. Nicht Zerstörung, Erhaltung ist das Ziel. Das kommt auch durch die Konstruktion deutlich zum Ausdruck. Die ersten vier Worte durch ו zu einem einheitlichen Begriff verbunden und dadurch von לבנות, ohne ו getrennt.
Kap.2, Vers 1. Das erste war das Berufungskapitel. Sein Inhalt war zunächst für den Propheten bestimmt. Wie einst Jesajas (vergl. das. 6, 11 oben S.137), so war auch er von vornherein darüber nicht im Zweifel gelassen, daß seinem Worte wohl die Erhaltung des treugebliebenen Kernes, nicht aber die Rettung des Staates und der entfremdeten Mehrzahl des Volkes gelingen werde. Der Stab, den er reifen, das Feuer, das er bereits unter dem Topfe lodern sah und die die Bilder erklärenden Worte beseitigten jeden Zweifel. Krieg von außen, Hasserfüllte Anfeindung von innen, das war das seines harrenden Los. Wenn nun auch an ihn in den vorhergehenden Versen das ermutigende Wort gesprochen war, sein Herz war nicht froh, konnte nicht froh sein, angesichts des Leides, das der Mehrzahl seiner Brüder harrte. Da ist es nun ebenso charakteristisch wie ergreifend: das erste Wort, das er im Namen Gottes, als Anfang seiner Sendung, zu seinem Volke zu sprechen hatte, ist ein Wort der Liebe, der Ermutigung, der Verheißung, ein Wort des über alle Abgründe hinausschauenden, alle Wolkendüster nächtlicher Geschicke durchbringenden, siegreichen Ausblicks auf das sonnenbeglänzte endliche Ziel des auf der Höhe seiner Bestimmung mit seinem Gotte innig vereinten unsterblichen Volkes ein Wort, wie es inniger und herrlicher den Lippen keines Propheten entströmt ist, ein Wort, das die fernste Vergangenheit mit der fernsten Zukunft zusammenfaßt und dadurch die großartige Einheit des in der jüdischen Geschichte zur Ausgestaltung kommenden Gottesgedankens zur Anschauung bringt.
זכרתי לך וגו'. Auf die früheste Vergangenheit hin blickt die Erinnerung an die unbegrenzte Hingebung, an das unbegrenzte Gottesvertrauen, die Jissroél dadurch betätigte, aß mit Weib und Kind dem Gottesrufe folgend in die Wüste zog, wo es ohne das wundertätige ארץ לא זרועה dauernde Eingreifen Gottes dem sicheren Hungertode verfallen war. Es war dies das jugendfrische, das bräutliche Jissroél. Und der Blick in die Zukunft: קדש ישראל לה', nicht קדוש, sondern קודש, ein Heiligtum, ein Gott geweihtes, Gott gehöriges Heiligtum bleibt Jissroél! Das Heiligtum aus Holz und Stein können sie zerstören: das wahre Heiligtum ist das vom Gottesgeiste beseelte, lebendige Jissroél. Nicht die Einzelnen, ganze Geschlechter können ihre Bestimmung entfremdet werden und zu Grunde gehen, das Geschlecht, in dessen Mitte der Prophet lebte, bot ja dafür in seiner Mehrzahl selbst das traurigste Beispiel die Bestimmung bleibt aber unveränderlich ewige dieselbe, das wahre, unvergängliche Heiligtum ist die durch alle Stürme und Kämpfe der Zeiten ihrer Bestimmung zureifende jüdische Nation, ist das unsterbliche Jissroél.
ראשית תבואתה: Die ganze Menschheit ist zur Gotteskindschaft berufen. Überall im weiten Menschenkreise harret Gott des Aufgehens der Saat reinen Menschentums, deren Keim in jede Seele liegt und deren Aufgehen er durch die von ihm gefügten Geschicke fördert. Wir sehen, wie auch hier jeder Gedanke an Ausschließlichkeit der Beziehung Jissroéls zu Gott entschieden zurückgewiesen wird. Vergl. Das oben zu V.5 Bemerkte. Das weibliche ה weist auf die Unmerklichkeit der fördernden Gotteswaltung hin.
כל אוכליו יאשמו וגו'. אשם ist שמם, verödet werden, mit vorgesetztem individualisierenden א. Da ist seit Jahrtausenden noch kein Volk über die Bühne der Geschichte gezogen, das nicht Appetit verspürt und leider nur zu drastisch gezeigt hätte, Jissroél zu verspeisen. Allein noch immer hat sich die obige, vor Jahrtausenden ausgesprochen Verheißung bewährt: alle, die glauben Jissroél verspeisen zu könne, werden sich dem rückwärts schauenden geschichtlichen Blicke als mit Verödung Belastete darstellen, ראה תבא אליהם, mit dem Geschicke, das sie Jissroél zu bereiten gedachten, hatten sie vielmehr ihren eigenen Untergang besiegelt.
(Die Haftoroth übersetzt und erläutert, Frankfurt am Main 1896: S. 287- 293Kommentar zu Jeremias Kap 1 V.1 )
Rabbiner Dr. Salomon BREUER zur Wochenabschnitt MASSEI
Rabbiner Dr. Salomon BREUER
(1850 1926)
מסעי
Belehrung und Mahnung zur Wochenabschnitt
MASSEI
(Auszüge)
Der Klage über das אַיֶכּה unserer Entfremdung von Gottes Schechinanähe sind Jahr für Jahr diese Wochen vor allem geweiht. Wollen wir den Jammer unserer Geschichte beenden, dann laßt uns den Vorwurf des Propheten unserer Haftara in seiner Ganzheit beherzigen, mit dem er die Entfremdung seines Volkes von Gottes Nähe geißelt. כה אמר ה' מה מצאו אבתיכם בי עול כי רחקו מעלי וילכו אחרי ההבל ויהבלו So hat Gott gesprochen: Was für ein Unrecht haben eure Väter an mich gefunden, daß sie sich von mir entfernten? Sie gingen dem Nichtigen nach und verfielen der Nichtigkeit! (Jer. 2,5) Die Weisen erläutern diesen Vers mit folgenden Worten: בנוהג שבעולם אדם דר אצל חמיו ועובר לצאת מביתו אפשר ימצא בידו אפי' דבר קל, וזה אפי' מחט אפי' סכין לא נמצא בידו, הה"ד כי מששת את כל כלי מה מצאת מכל כלי ביתך, א"ל הקב"ה חייך בו בלשון שהוכחת את חמיך בו בלשון אני מוכיח את בניך, מה מצאו אבותיכם בי עול כי רחקו מעלי (פסיקתא) Wenn jemand bei seinem Schwiegervater gewohnt und des Haus verlässt, so ist es kaum zu vermeiden, aß er nicht (aus Versehen) etwas Geringfügiges mitnimmt, bei Jakob aber fand er nichts, nicht eine Nadel oder ein Messer, denn so heißt es: (Gen. 31,37): Da du alle meine Geräte betastet hast, was hast du von alle deinen Geräten gefunden! Gott sprach: In derselben Sprache, in der du deinen Schwiegervater zurechtgewiesen, werde ich auch deine Kinder zurechtweisen.
!כי רחקו מעלי Von Gott haben sie sich entfernt, so lautet der bittere Vorwurf. Von Gottes Führung haben sie sich losgerissen, weil sie geglaubt haben bei anderen Mächten, ihr vermeintliches Lebensglück zu finden; Gottes Nähe haben sie gemieden, weil sie verblendet genug waren, zu glauben, aus der Hand fremder Götter die Güter zu empfangen, die ihnen Inbegriff alles Glücks bedeuteten. Und hatten kein Ohr für das אַיֶכּה der zürnenden Schechina um erst dann aus Verblendung und Wahn zu erwachen, wenn bittere Enttäuschung und trostloser Jammer ihnen die wehe אֵיכָה-Klage auf die Lippen drängte. Denn noch zu allen Zeiten hat sich als הבל, als erbärmliche Nichtigkeit erwiesen, was uns an Stelle göttlicher Schechinanähe treten sollte. וילכו אחרי ההבל ויהבלו Der Nichtigkeit zu Liebe sei es die vermeintliche Gunst der Völker, die Möglichkeit, Karriere zu machen, zu Ehre und Ansehen zu gelangen haben, ach, so viel ihr Teuerstes, ihr Heiligstes schmählich verschachert, von sich geworfen die köstliche Schätze der Mizwaus, dem Schabbos die Treue gebrochen, den Tefillinschmuck mit Füssen getreten, ihr eheliches und Familienleben um jede Weihe und Heiligkeit gebracht und nicht bedacht, daß, indem das הבל sie lockte, sie ihr Leben jedes wahren Inhalts berauben und der öden Nichtigkeit preisgaben וילכו אחרי ההבל ויהבלו!
Den in diesen Prophetenworten liegenden Vorwurf erklären aber unsere Weisen, indem sie an den Vorwurf erinnern, mit dem Jakob sich gegen Laban wandte. Laban verdächtigt ihn למה גנבת את אלהי daß er ihm seine Götzen gestohlen habe. Nachdem er eine gründliche Haussuchung vorgenommen und nichts gefunden hat, kehrt sich Jakob in bitteren Worte gegen ihn: מה פשעי מה חטאתי וגו' Was ist mein Verbrechen, was mein Vergehen, daß du alle meine Geräte betastet hast, מה מצאת מכל כלי ביתך was hast du von allen Geräten deines Hauses gefunden Hätte es nicht folgerichtiger heißen müssen: hast du deine Götzen bei mir gefunden? Stand er doch nicht im Verdacht, irgend ein Hausgerät gestohlen zu haben! Doch Jakob wollte ihm das ganze Widersinnige seiner Anschuldigung vor Augen halten: er sollte ihm seine Götzen gestohlen haben, die für ihn wertlosen, zu jeder Nutznießung verbotenen! Wenn es wenigstens, um in der Sprache der Weisen zu reden, eine Nadel, ein Messer wäre, deren Diebstahls man ihnen bezichtigte, er könne es noch begreifen! מה מצאו אבותיכם וגו' מה מצאת den gleichen Vorwurf richtet der Prophet in Gottes Namen an sein Volk, freilich in trauriger Übertragung: sie haben Gott die Treue gebrochen; wenn sie gegen den Treubruch wider Gott wenigstens Werte eingetauscht hätten, die ihrem Leben auch nur im entferntesten Ersatz geboten hätten für das, was sie preisgegeben so aber hat nach Nichtigem ihre Hand gierig gelangt und ihr Leben um jeden Inhalt gebracht וילכו אחרי ההבל ויהבלו
Oh, wenn endlich diese Erkenntnis über uns käme, wenn wir endlich einsehen möchten, daß jede Entfremdung von Gott und seinem Gesetze, jede Flucht aus Gottes Nähe uns nur stets aufs neue bitterste Enttäuschung und jammervolle Galutharmut einträgt, aus dem אֵיכָה unseres Golus würde unser Ohr das אַיֶכּה der zürnenden und doch nach der Menschennähe sich sehnenden Gottesschechina vernehmen und dieser Augenblick würde uns den Weg zur Rückkehr, zur Wiedergewinnung unseres verscherzten Gan Edens weisen. Denn טוב וישר ה' על כן יורה חטאים בדרך haben die Weisen mit König David gesprochen, da sie das Gottesgesetz lasen und seine Anordnung, daß mit der Besitznahme des heiligen Landes alsbald Zufluchtsstädte bestimmt würden, in die der Mörder zu fliehen habe, der aus Unachtsamkeit Menschenleben vernichtet hat: Gut und Gerade ist Gott, deshalb führt er Sünder auf den Weg Wie Gott dem Mörder aus Unachtsamkeit über Golus den Weg zum neuen Leben zur Rückgewinnung des Anrechts auf Gan Eden weisen will, so wartet Gottes Schechina darauf, unserem Volke zu helfen, daß es aus traurigem Golus den Weg in das Gan Eden seiner Heimat wieder finde. Mit uns soll aber auch eine in die Irre gegangene Menschheit einst ihr Gan Eden wiedergewinnen ,לשמור דרך עץ החייםund Cherubim sollen den Weg dahin ihr bewahren. Oh, daß Jissroél sich auf diesen seinen hehren Beruf besinnen wollte! Gott wartet den gut und gerade ist Gott, deshalb führt er Sünder auf den Weg.
Quelle: Rabbiner Dr. Salomon BREUERBelehrung und Mahnung vierter Teil NumeriJ.Kaufmann Verlag Frankfurt am Main 1935 S. 78-83
Rabbiner Dr. Salomon BREUER zur Wochenabschnitt MATTAUS
Rabbiner Dr. Salomon BREUER
(1850 1926)
מטות
Belehrung und Mahnung zur Wochenabschnitt
MATTAUS
(Auszüge)
Diese Wochen, die Jahr für Jahr, seitdem unser Volk im Galuth weilt, einen jeden, der sich seiner Zugehörigkeit zum jüdischen Volk noch bewußtist,zur Trauer laden, die wehe Klage, die sie in jedem jüdischen Herzen entfesseln, sie gelten zunächst nicht dem Verlust der politischen Selbständigkeit, nicht dem Verlust des heimatlichen Bodens על אלא אני בוכיה עיני עיני ירדה מים כי רחק ממני מנחם וגו' darum weine ich, zerfließt mein Auge in Tränen, daß mein Tröster, der meine Seele erquickte, sich von mir entfernte זה סלוק שכינה erklären die Weisen, das ist die Entfernung der göttlichen Schechina aus dem Menschenkreise, dem גלות שכינה, wie es die Weisen so tief und so erschütternd bezeichnen, daß mit dem Untergang des Heiligtums auch Gottes Schechina in Galuth weilt, heimatlos, stättelos vergebens des Augenblickes harrt, da Menschen ihr aufs neue die Stätte in ihrem Leben bereiten, diesem herzzereißenden Jammer fließt vor allem die Träne jeder wahrhaft jüdischen Seele in diesen traurigen Wochen.
Und diese Träne und dieser Schmerz sollte an Berechtigung eingebüßt haben, seitdem die finsteren Nachtjahrhunderte, die unseren Vätern ein Martyrium ohnegleichen auferlegten, einer helleren glücklicheren Zeit gewichen sein? Haben wir die Prüfung bestanden, die der Anbruch dieser Zeit uns stellte? Hat Galuth Schechina seitdem von seinem Jammer verloren und nicht vielmehr eine Steigerung erfahren, die unseren Vätern unfaßbar gewesen wäre? ...
Hat diese Klage nicht in unseren Tagen erhöhte Berechtigung gewonnen, zittern wir nicht vor der Möglichkeit, ass das ernst mahnende Wort der Weisen, mit dem sie das Verhalten der Söhne Gads und Reubens begleiteten: לפיכך גלו תחלה in seiner ewigen Wahrheit sich auch an uns bewähren könnte?
Diesem Galuth der Thora, das, ach, so viele der Thora gerade in der Zeit günstiger, heiterer Lebensgestaltung bereiten, müsste vor allem unsere Tischo-beaw-Träne gelten. Leider aber ist dies nicht der Fall, nicht einmal in Kreisen, in denen Thora und Mitswauss noch gewissenhaften Pflege finden. Welche Entrüstung, welche Empörung löst nicht überall auch der leiseste Versuch aus, der geeignet ist, die Galuthstellung des jüdischen Volkes zu verschlechtern, oder gar die Errungenschaften seiner Emanzipation zu gefährden und das Schreckgespenst erneuter Galuthnacht vor die ängstliche Seele zu malen! Daß aber der Abfall vom Gottesgesetz immer weiter um sich greift, bereits ganze Geschlechter in völliger Unkenntnis der jüdischen Lebenspflichten heranwachsen, Tausende und aber Tausende durch Mischehen und durch Verschmähung des Abrahambundes dem Judentum sich völlig entfremdet haben und das Heiligtum des göttlichen Gesetzes zunehmender Verödung entgegengeht dieses erschütternde Galuth Schechino, das doch in Wahrheit die einzige Ursache ist, die unser Galuth verlängert und noch immer erneutes Galuthleid über uns gebracht hat, es findet vielleicht Bedauern, ohnmächtigen Seufzer, aber die leidenschaftliche Träne, die die letzte Kraft zur bessernden Tat aufpeitscht, wo wird sie geweint?
Dieser traurigen Erscheinung verleiht das Weisheitswort beredten Ausdruck: בכה תבכה בלילה, ישראל בוכים בלילה Jissroél weint in der Nacht, wenn finstere Galuthnacht mit allem leidvollen Weh der Lebensverkümmerung und Entrechtung ihm seine ohnmächtige Stellung inmitten der Völker zum schmerzlichen Bewußtsein bringt; jedoch für das bittere Leid, das der Galuthtag ihm bringt, wenn die Sonneglücklichere Lebensverhältnisse wohl seine Nacht verdrängt, dafür aber die Nacht der Galuth Schechino umso finsterer gestaltet, findet es keine Träne. Aber Jirmejo, der Prophet, der auf der Warte des Heiligtums steht und dem das wahre Heil seines Volkes am Herzen liegt, ירמי' בוכה ביום er weint die heiße Träne des Schmerzes, die das Bewußtsein ihm entlockt; daß sein Volk die heitere Gestaltung seines Lebens noch immer nicht als die göttliche Prüfung begreift, ob es gewillt ist, Gott und seiner Thora nicht nur in der Gollusnacht, sondern auch wenn die Nacht dem hellen Tage weicht, die gewissenhafte Treue zu bewahren. Gott aber weint in Golus bei Tag und bei Nacht: es sind die Tränen des Vaters, der nach seinen Kindern sich sehnt; deren Leid ist sein Leid, und sein tiefster Schmerz ist die leidvolle Erkenntnis,d aß seine Kinder noch immer nicht nach dem Tisch ihres Vaters sich sehnen. Jissroél aber spricht zum Propheten:נעשה תנאי בינינו laßt uns eine Vereinbarung treffen: אנו בוכים בלילה in der Golusnacht werden wir weinen, da brauchen wir keinen, der uns weinen lehrt, dagegen אתה בוכה ביום am Golustag, wenn nicht äußeres Leid drückend auf uns lastet, da lehre du uns weinen, daß wir die Träne nicht vergessen, die wir dem Golus Schechino schulden.
Uns aber, meine Brüder und Schwestern, denen Golutstage beschieden sind, mögen diese ernste Tage die große Frage vor unser Gewissen stellen: was können wir tun, haben wir alles getan, um das traurige Golus Schechino, das Golus der Thora zu beenden? ירמי' בוכה ביום Wer von Jirmejo sich führen läßt, wen der heilige Ernst der jüdischen Lebensaufgabe erfüllt, den werden die Golustage nicht über den Jammer und die Schmach hinwegtäuschen, die die Tatsache, aß Gottes Schechino in finsterer Golusnacht weilt, für unser jüdisches Bewußtsein bedeutend. Solches jüdisches Bewusstsein laßt uns unsere Kinder erziehen, daß sie mit uns ihr Leben der großen Aufgabe weihen: Gottes Schechino mit ihrem Leben Heimstätte zu bereiten. Ist aber erst dem traurigen Golus Schechino ein Ende bereitet, dann kehrt sich Gott in unendlichem Erbarmen den Gefangenen Jissroéls zu, um sein Jakobsvolk aus tränenvollem Golusleid einer glücklichen, freudvollen Zukunft entgegenzuführen בשוב ה' שבות עמו יגל יעקב ישמח ישראל.
Quelle: Rabbiner Dr. Salomon BREUERBelehrung und Mahnung vierter Teil NumeriJ.Kaufmann Verlag Frankfurt am Main 1935 S. 72-77
Samson Raphael HIRSCH: Aus dem kommentar zur Wochenabschnitt PINCHOS
Rabbiner Samson Raphael HIRSCH
פינחס
Aus seinem Kommentar zur Wochenabschnitt Pinchos
Kap. 25, V.11 Pinechas, Sohn Elasars, des Sohnes Aharons des Priesters, hat meinen Umwillen von Jissroéls Söhnen abgewendet, indem er meine Rechtsforderung in ihrer Mitte zur Geltung gebracht, so daß Ich Jissroéls Söhne nicht durch meine Rechtsforderung vernichtet.
12. Darum sprich es aus: Siehe, Ich gebe ihm meinen Bund: Friede.
Kap. 25 V.11: Jissroél ist entweder Gottes, oder es hört auf zu sein .
V. 12 לכן אמר וגו', nichtאמר לו oderאליו , sondern allgemein: bringe es zu allgemeinem Verständnis und zur Beherzigung aller: הנני נתן לו את בריתי שלום! Wie 3 B.M. 26,42ein יעקב :ברית, ein יצחק :ברית, einאברהם :ברית heißt, und damit jedes unter den Begriff יעקב, יצחק, אברהם gefasste Verhältnis als ein ברית, als ein von absoluter Gottesbestimmung getragene Verheißung bezeichnet wird: so heißthierein ברית: שלום, die Gestaltung der vollendetsten Harmonie aller Weltverhältnisse unter einander und mit Gott, als ein ברית, als ein von absoluter Gottesbestimmung getragene Verheißung ausgesprochen, deren endliche Realisierung das absolute Augenmerk Gottes und daher der Welt unabänderlich sicher ist (siehe 1 B.M. 6,18). Die Realisierung dieser höchsten Friedensharmonie überantwortet Gott hier gerade derjenigen Gesinnung und demjenigen Tatenwirken, welche ein gedankenlose, ihre pflichtvergessene Untätigkeit so gerne in den Mantel der Friedensliebe hüllende Welt, eben als Friedenstörer zu bezeichnen und zu verdammen sich gefällt. Friede ist ein hohes Gut, dem alles, alle eigenen Rechte und Güter, nimmer aber die Rechte anderer, nimmer aber das Recht des göttlich Guten und Wahren zum Opfer gebracht werden darf.Der wahre Friede des Menschen unter einander beruht auf dem Frieden aller mit Gott. Wer den Kampf mit dem dem göttlich Guten und Wahren im Kreise der Menschen Feindlichen wagt, der ist mitten im Kampf und durch denselben ein Streiter für den ברית שלום auf Erden. Wer um des vermeintlichen Friedenswillen mit Menschen deren wirklichen Zwiespalt mit Gott schweigend das Terrain lässt, dessen Friedensliebe gesellt sich selber zu den Feinden des ברית שלום auf Erden. Nicht die Teilnahmslosigkeit der Massen, selbst nicht die am Eingang zum Heiligtum in Untätigkeit geweinte Träne des Schmerzes und den Verrat, die wackere Pineasthat hat das Volk gerettet und ihm den Frieden mit Gott und seinem Gesetze und damit die Basis des eigenen wahrhaftigen Friedens wieder gebracht. So nennt Gott (Maleachi 2,5) seinen dem Levitengeist überhaupt übergebenen ברית: das Leben und den Frieden. בריתי היתה אתו החיים והשלום ואתנם לו מורא וייראני ומפני שמי נחת הוא. Mein ברית war bei ihm: das Leben und der Friede. Die übergab Ich ihm in der Furcht, da er nur mich fürchtete und zu allererst vor meinem Namen sich selber beugte.
Es ist aber das ו in שלום ein ויו קטיעא, nach allgemeiner Auffassung ein gebrochenes Waw. Der Pineasbund heißt eben der wiederzusammengefügte שלום. Wo der Pineasstreiter von Nöten ist, da ist eben der Friede gebrochen. Und der Pineaskampf gilt eben der Wiederherstellung des Friedens, er will den שלום wieder שלם machen. Daran knüpft dann (Kiduschin 86b) die Halacha den Satz, daß בעל מום שעבד עבודתו פסולה, daß der מום des ministrierenden כהן die עבודה nichtig mache. Es heiße hier von dem in das Priestertum eintretenden Pineas: הנני נתן לו את בריתי שלום כשהוא שלם ולא כשהוא חסר הא שלום כתיב א"ר נחמן וי"ו דשלום קטיעה היא, wer die Wiederherstellung des mit Gott gebrochenen Friedens vermitteln will, und das soll symbolisch jede עבודה der muss selber שלם sein.
Kap.26, V.55 Nur durchs Los verteile man das Land; für den Namen der Stämme ihrer Väter sollen sie es in Besitz erhalten.
Kap. 26, V.55 Zwei Momente dürften damit in dem Kataster des jüdischen Nationallandes ihre Verewigung gefunden haben sollen.
Was Gott verheißen, ist so gewiss, daß es selbst vor der Erfüllung als bereits verwirklicht zu betrachten ist. Nicht nur die bereits Erlösten, selbst das noch im harten Egypterjoch schmachtende Geschlecht wird bereits als Besitzer des gottverheißenen Bodens mit rechtlichen Folgen für ihre Nachkommen betrachtet. Wird daher א"י ja auch als מוחזק als bereits realer Besitz der Väter, nicht als ראוי, als bloßer Rechtsanspruch betrachtet, so ass bei dessen Verteilung auch die בכור-Rechte geltend werden konnten (Kap.27,6 und 5 B.M.21,17).
Der Eltern größte und reichste Errungenschaft sind treu sich bewährende Söhne und Enkel. Sie sind die Zeugen ihres Verdienstens und sind die Sühne ihrer Schwächen. .
Kap.28, 2 Verpflichte Jissroéls und sage ihnen: Das mir als meine Opfer, für meine Feuerhingebungen Nahezubringende, den Ausdruck meiner Willfahrung, sollt ihr hüten, mir in seiner Zusammenkunftsbestimmung nahezubringen.
Kap. 28 V.2 Und wenn noch heute, nach so vielen Jahrtausenden, dem Vermächtnis der späteren großen Führer unseres Galuth getreu, die ganz in alle Fernen zerstreute Nation zu einem Maamad geworden, und in Nord und Süd, in West und Ost, die Zeit des einstigen Tamidopfers in Jerusalem noch jetzt jede treue jüdische Brust weckt, den Blick nach der Moriahgegend in Jeruschalaimzion zu richten und das in Worte übersetzte שחרית und מנחה Nationaltamidopfergelübde erneut auszusprechen, und so uns in einem nationalen Treugelöbnis an das von der Moriahöhe zu Jerusalem uns zu Erbe gewordene Gottesgesetz mit Gott undallen Brüdern auf Erde zusammen zu finden: so ist dies im Grunde nichts anderes, als eine Betätigung im Geiste des את קרבני לחמי לאשי ריח ניחחי תשמרו להקריב לי במועדו, bis einst in Wirklichkeit der Altar auf der Moriahöhe in Jerusalem wieder erbaut ist und aus den Gesamtschekeln der Nation das Tamidopfer in den von Gott gestifteten Opfersymbolhandlungen das ewig jüdische Nationalgelübde zum Ausdruck bringt.
Nach allem diesen begreift sich sehr die Opposition, die eben die Darbringung des Tamidopfers aus Nationalmitteln an den Bestrebungen des Sadducäer finden konnte und fand. Der Geist welchen das nationale tägliche Opfer im Volke nährte und jeden einzelnen im Volke mit Erkenntnis und Weihe seiner Lebenserfüllungen auf die Gesamtheitsvertretung im Gesetzheiligtum hinwies, der das Zeugnis und die Lehre des Gesetzes (5 B.M. 17, 10) anvertraut war, und dies des täglich zu erneuernden Treuegelöbnisses an dies Gesetz in dem Gesamtheitstamidopfer namens der Gesamtheit zu warten hatte, dieser Geist ist eine Verurteilung des Sadducäismus einer jeden Zeit. Der Sadducäismus kennt als Vermittlung des jüdischen Menschen mit seinem Gotte nur den, wie er spricht jedem in seinem Winkel zur Hand liegenden (Kiduschin66a) Schriftbuchstaben der Bibel, den sich jeder nach seinem subjektiven Belieben interpretieren und daraus das ihm jeweilig Zusagende als den göttlichen Willen verehren und befolgen möge.
V.11 Und an den Anfängen eurer Monate bringt ihr Gott ein Emporopfer nahe: zwei junge Stiere und einen Widder, jährige Schafe sieben in ihrer Ganzheit.
V. 11 ובראשי . חדשיכם וגו'ראש חדש bildet die Grundlage des ganzen jüdischen Gott-, Welt- und Menschenbewusstseins. Mit ihm begann Gott die Grundlegung seiner Nation und richtete damit das Faktum des חדוש, das Faktum der freien Weltschöpfung und Menschenerlösung aus der freien Gottestat, aufs neue, im Gegensatz zu dem die Welt und Menschheit in das Grab der Schuld und des Elends rettungslos bettenden heidnischen Wahn des קדמות, als die Säule der Erlösungszukunft Israels und der Menschheit auf, wie wir dies 2 B.M. S.97 f. entwickelt.
V.15 Indem ה' ב"ה, der Gott der den Menschen und die Menschheit erziehende Liebe, in den lichtwechselnden Mondesphasen uns unser Gleichbild gewiesen und mit jedem regelmäßig wiederkehrenden Neumond uns unser Gleichbild gewiesen und mit jedem regelmäßig wiederkehrenden Neumond uns einen ראש חדש, uns einen Tag einer wieder neu zu beginnenden geistig sittlichen Selbsterneuerung zum Emporringen aus jeder lichtlos gewordene Verdunkelung gestiftet, hat Er die große Grundwahrheit zur ewigen Beherzigung niedergelegt, daß auch der חוטא, daß auch der sündige Mensch noch לד', noch Gottes sei, ja, daß , daß die Sündenfähigkeit und das Entsündigungsbedürfnis und die Entsündigung, die Wiederkehr aus der Sünde, wie dies zusammen in dem חטאת-Begriff liegt, לד', das höchste Gnadengeschenk sei, mit welchem Gott sein edelstes Geschöpf, den Menschen geadelt. Des Menschen höchster Vorzug, die eigentümlichste Hoheit seines Wesens, daß er aus freier Willensenergie sich auf der Höhe des Sittlichguten halten, frei das Böse meiden und das Gute üben könne, setzt ja unumgänglich die Möglichkeit voraus, daß er auch zu sündigen vermöge, daß die Sinnlichkeit einen verlockenden Reiz für ihn habe, dem aber mit freiem Willenentschlusse zu widerstehen ihm die Kraft verliehen sei, in deren Übung, in deren wiederholter Übung er eben sein Wesen immer mehr u der ihm bestimmten Gott nahen Stufe sittlicher Reinheit emporarbeitet. Könnte der Mensch nicht sündigen, hätte die Sünde keinen Reiz für ihn, er wäre eben kein Mensch, er wäre Tier oder Engel, die nicht abweichen in ihrem Gange, aber Mensch, das aus freier Energie Gott dienende Wesen, wäre er nicht. Seine Wiedererhebung aus der Sünde, wie es das חטאת lehrt und bewirkt, ist somit die Sühne der Sündenfähigkeit, die sein innerstes Wesen bildet und von ihm unzertrennbar ist. .
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH aus dem Kommentar zur Wochenabschnitt Pinchos
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH
(1833 1900)
הפטרת פרשת פינחס
Aus dem Kommentar zur Haftoro des Wochenabschnittes Pinchos
Könige Kap. 18, Vers 46 und folgende
Daß es der Pineaseifer war, der in Elijahu unsterblich weiter lebte, ergibt von selbst den Zusammenhang zwischen Haftora und Sidra.
Kap. 18, V 46. Elijahu als Läufer dem Wagen eines Königs Achab bis in die Thore der Residenz voraneilend! Und in welchem Augenblicke! Von solcher Machthoheit umflossen hatte seit Moses nie ein Prophet vor seinen Zeitgenossen dagestanden. Ein ganzes Volk hatte er soeben zu lauter Gotteshuldigung zurückgebracht, noch zitterte die Luft von dem begeisterten Bekenntnisrufe: Nur Haschem ist Gott! Und in Gegenwart des Königs, des Gemahls einer Isabel, hatte er die Baalspfaffen getötet, und keine Hand hatte sich zu ihrem Beistande geregt. Und sodann hatte er dem seit mehr als zwei Jahren nach Regen lechzenden Lande Regen verkündet, und der heiß ersehnter Regen war mit Macht gekommen.Das ist der Augenblick, in dem er, nachdem seine Sendung vollbracht, der göttlichen Eingebung folgend sich dieser ganzen Hoheit vor den Augen des Volkes entkleidet und dem König Achab als Vorläufer dient! Es ist als ob er gerade den Augen des Volkes jeder Verherrlichung der Person des Propheten und jeder Verdunkelung des göttlichen Waltens entgegengewirkt werden sollte. Wie zerfließt aber auch von diesem einen Bilde alles, was eine gewisse Geschichtsschreibung von einem politischen Antagonismus, von Ehrfurcht und Eifersucht, von persönlichen und hierarchischen Intriguen zu fabeln weiß, die als charakteristische Verhältnis der Propheten zum Königtum gebildet hätten!
Kap. 19 V.3ff וירא ...
Erüberschritt unangefochten die Grenze und gelangte nach Beer Sheba, das zu Juda gehörte, wo er also von Achab und Isabel sicher war. Gleichwohl bleibt er nicht dort, sondern wandert allein hinaus in die Wüste und betet dort Gott möge ihm heimrufen. Er war des Lebens müde. Tiefe Entmutigung war über ihn gekommen. Die Erkenntnis der traurigen tatsächlichen Wirklichkeit, daß er inmitten desselben Volkes, das soeben erst der sichtbaren Offenbarung der Nähe des allmächtigen Gottes gewürdigt worden war, dennoch des eigenen Lebens nicht sicher sei, ließ an jedem nachhaltigen Erfolge seines Wirkens verzweifeln. Damit aber wie er glaubte, seinem Leben jedem Wert genommen. Er verzweifelte und wünschte sich den Tod. Als gottesfürchtiger Mann hatte er gleichwohl das Seinige getan, das ihm zur Bürde gewordene Leben zu erhalten, so lange es dem Schöpfer gefiele, der es ihm verliehen. Ihn bittet er nunmehr um Erlösung. Da wird ihm in der Wüste, wie einst den Vätern, durch göttliche Fügung Speise. Zum Gottesberge sodann, auf dem einst Moses drei mal vierzig Tage und Nächte geweilt, werden seine Füße in einer Wanderung von vierzig Tage und Nächten gelenkt. Und an derselben Stelle, wo einst Moses ein Einblick in die Waltungsweisen der göttlichen Gnadegewährt wurde, wird auch Elijahu einer Gottesoffenbarung gewürdigt.
Wo ist der Mensch, der ohne tiefstes Ergriffensein lesen kann, was Elijahu hier offenbart wurde! Er war Zeuge des tobenden, Berge entwurzelnden, Felsen zersplitternden Orkanes, war Zeuge des gewaltigen Erdbebens, war Zeuge der alles verzehrenden Feuersglut- und er erkennt, wie diese alle nur Vorboten Gottes sind,nicht im Orkane und nicht im Erdbeben und nicht im Feuer war Gott. Da plötzlich legt sich des Orkanes Wüten, kommt zur Ruhe das Donnerrollen des Erdbebens, verschwindet das lohende Feuer- und lautloses Schweigen erfüllet die Welt- Da verhüllt er sein Angesicht: in dieser lautlosen Stille des zu seinem Schöpfer und Herrn ehrfurchtsvoll auflauschenden Weltalls erkennt er, fühlt er die Nähe Gottes; dieses lautlose, tiefste Schweigen ist selbst קול , die lauteste Verkündigung der Gottesnähe, lauter als Sturm und Erdbeben und Weltbrand. In diesem Sinne hat der tiefste Bibelforscher diesesקול דממה דקה aufgefaßt.Denn, fügen wir hinzu, דוםheißt stets nur Schweigen, so וידום אהרון(3 B.M.10,3), und es begegnet sich in dieser Bedeutung mit דמה.דק: die feinste Zerteilung von etwas Materiellem, das intensivste Verkleinern, hier auf einen negativen Begriff wie Schweigen bezogen, ebenso die höchste Intensität, also das lautloseste Schweigen.
Was hier Elijahu in gewaltigster und erhabenster Vergegenwärtigung vor die Seele geführt ward, ist die das ganze Gotteswort durchdringende Wahrheit: ה'-ה', daß , Gott die Liebe ist und ebenso alle seine Waltungen Liebe sind, daßalle scheinbare Zerstörung in Wahrheit Erhaltung, alle Erschütterungin Wahrheit Befestigung, alle Vernichtung in Wahrheit Leben zum Ziele habe, daß aber dem Einzuge Gottes in die Staaten und Städte, in die Häuser und Herzen der verblendeten, ihm sich verschließenden Menschen lange, bange Perioden der Läuterung und Erziehung voranzugehen haben; deren Dauer keinem sterblichen enthüllt ist. Daß aber eben deshalb an der Herbeiführung dieses Gottesreiches mitzuarbeiten und die Herzen der Menschen ihrem Gotte zu erschließen ewige Aufgabe jedes Menschen sei, in dessen Geist diese Erkenntnis aufgegangen, gleichgültig welchen Erfolg er in der von ihm zu überschauenden kurzen Spanne Zeit, einem verschwindenden Momente in der Reihe der Jahrtausende, von seinem Wirken erblicken könne. Damit war dem Propheten auf seine Klage und Verzweiflung vollste Antwort gegeben. Dies wird ihm auch sofort klar gemacht. Denn nachdem er auf die wiederholte Frage (V.13) nur die V.10 gegebene Antwort wiederholen konnte (V.14), wird ihm, nur scheinbar unvermittelt, ein Auftrag, der ihn ohne Weiteres mitten ins Leben und in das Menschengetriebe zurückführt, ihn zum Vermittler ernster Gottesverhängnisse bestimmt und ihn zugleich mit der Bestellung und Erziehung des Mannes beauftragt, der nach seinem Heimgange in seinem Sinne, an seiner Statt berufen sei.
(Die Haftoroth übersetzt und erläutert, Frankfurt am Main 1896: S. 281- 287Kommentar zu Könige Kap 18 V.46 )
Rabbiner Dr. Salomon BREUER zur Wochenabschnitt Pinchos
Rabbiner Dr. Salomon BREUER
(1850 1926)
פינחס
Belehrung und Mahnung zur Wochenabschnitt
PINCHOS
(Auszüge)
לכן אמר הנני נתן לו את בריתי שלום Darum sprich: Siehe: Ich gebe ihm meinen Bund den Frieden.
והיה ביום ההוא שרש ישי אשר עמד לנס עמים אליו גוים ידרשו והיה מנחתו כבוד An jenem Tage wird die Wurzel Jischais, die stehen geblieben, zum Panier der Völker, zu ihm werden hinstreben die Völker, und seine Ruhe wird Ehre sein (Jes. 11,10) Mit diesen Worten kennzeichnet der Prophet die Vollendung des Erlösungswerks, das den tränenvollen Geschickesweg des jüdischen Volkes einst zum Abschluß bringt und zugleich die Erlösung einer ganzen Menschheit anbahnt.
Für diesen seinen Galuthweg aber hat das jüdische Volk die Gottesverheißungmit hinausgenommen: וזכרתי את בריתי יעקוב ואף את בריתי יצחק ואף את בריתי אברהם אזכר Ich gedenke meines Bundes Jakob und auch meines Bundes Jizchak und auch meines Bundes Abraham gedenke ich (Lev. 26,42)
למה נאמר באברהם וביצחק אף וביעקב לא נאמר אף? יעקב היתה מטתו שלמה Warum fragen die Weisen (ת"כ) heißt es bei Abraham und Jizchak im Gegensatz zu Jakob: Gott werde auch ihres Bundes gedenken? Und ihre Antwort lautet: Abraham und Jizchak hatten Kinder, Jischmael und Esau, die ihrer nicht würdig waren, Jakobs Kinder aber waren alle Kinder seines Geistes; daher: des Bundes Jakob gedenkt Gott gewiß, aber auch des Bundes Abraham und Jizchak wird Gott gedenken.
Der Name יעקב wird hier sowie an weiteren vier Stellen מלא durch volle Schreibung des Buchstabens Waw hervorgehoben, während an ebensoviel Stellen der Name des Propheten Elijahu חסר ohne Waw אליה vorkommt. Unsere Weisen deuten diese auffallende Erscheinung mit folgenden Worten: יעקב נטל אות משמו של אלי' ערבון שיבוא ויבשר גאולת בניו Jakob habe den Buchstaben Waw gleichsam als Pfand aus den Namen Elijahus genommen damit er einst seinen Kindern die Erlösung bringe.
Elijahu ist nach der Überlieferung der Weisen identisch mit Pinchas, den Gott für sein großes, unerschrockenes Eintreten für Gottes heilige Sache zum Träger und Förderer des durch Gott auf Erden zu stiftenden Friedens geweiht hat: הנני נותן לו את בריתי שלום Und die Überlieferung lehrt וי"ו דשלום קטיעא Das Waw in dem Worte שלום ist hier gebrochen, in zwei Teilen geteilt zu schreiben. -Damit aber ist die hohe Aufgabe eines jeden wahrhaften jüdischen Führers, der sein Leben im Dienste des von Gott ersehnten Friedens begreift, für immer gekennzeichnet.
Für die Mehrung des göttlichen Lichts, für die Erhaltung der göttlichen Wahrheit hat der jüdische Führer seine ganze Kraft einzusetzen, um in furchtlosem Kampfe gegen alle Mächte der Finsternis und der Lüge die Herbeiführung des Gottesfriedens auf Erden zu fördern. Dann ist er jüdischer Führer vom Geiste Pinchas-Elijahus.
Wer dem wahren Frieden dienen will, kämpfe mit dem Einsatz seiner ganzen Kraft für die Herrschaft der Thora! Denn auch wenn er den entschiedenen Trennungsstrich ziehen muß zwischen denen, die die in der Herrschaft der Thora alleinige Lebensmöglichkeit erblicken, und denen, die den traurigen Mut finden, das zu verachten, was ihnen göttlich und heilig sein müßte, auch dann dient diese rücksichtlose Kampfansage wider alle Gesetzverachtung und Thoraleugnung der Anbahnung des Friedens.
אין שלום אמר ה' לרשעים Kein Friede, spricht Gott, den Frevlern (Jes.57,21) [מכאן שהקב"ה אוהב את הרשעים fügen die Weisen bedeutsam hinzu: indem Gott den Gesetzlosen den Frieden kündigt, bewahrt Gott auch ihnen seine unendliche Liebe, die sie auf diesem Wege, früher oder später, der göttlichen Lebenswahrheit zurückzugewinnen hofft. Wollet nicht mehr Liebe den Gesetzesverächtern entgegenbringen als Gott, wähnet aber auch nicht, über größere politische Weisheit zu verfügen als Gott! Nicht durch künstliche, widernatürlichen Zusammenschluß disparatester Gegensätze wird der von uns allen ersehnte Friede angebahnt, nicht auf diesem Wege die allmähliche Zurückgewinnung der Entfremdeten wie man gerne, sich selbst täuschend, vorgibt herbeigeführt. Das Gegenteil ist der Fall:
- Wollen wir den Frieden, ersehnen wir die Zeit, in der die Entfremdeten den Weg zu Gott und seiner Thora zurückfinden, dann folgen wir der prophetischen Mahnung: אין שלום אמר ה' לרשעים und kündigen wir den religiösen Frieden mit den Gesetzesverächtern, der nimmer ein Frieden ist, nimmer ein Frieden sein kann, sein darf, weil er nur auf Kosten des Friedens mit Gott und seiner Thora von uns erkauft wird.
Wenn wir so das Friedenswerk eines Pinchas fördern, werden wir auch das Erlösungswerk Elijahus beschleunigen, der einst kommen wird, להשיב לב אבות על בנים וגו' um den Bruch zu heilen, der das junge Geschlecht vom alten trennt, und im Zeichen der Reinheit und Wahrheit der unseligen Zerklüftung für immer ein Ende zu bereiten.
Wenn erst Elijahu den Boden für Moschiach bereitet haben und es ihm gelungen sein wird, Jakobs Kinder aus trauriger Entfremdung dem Vaterhause zurückzuführen, dann wird die Wurzel Jischais, die stehen geblieben, zum Panier der Völker hinstreben, und seine Ruhe wird Ehre sein: והיה ביום ההוא שרש ישי אשר עמד לנס עמים אליו גוים ידרשו והיה מנחתו כבוד
Quelle: Rabbiner Dr. Salomon BREUERBelehrung und Mahnung vierter Teil NumeriJ.Kaufmann Verlag Frankfurt am Main 1935 S. 62-71
Editorial der Wiener Wochenzeitung Jüdische Presse 1933, 28.Woche
Mit dem 17. Tamus beginnen die drei Trauerwochen, deren Abschluß den 9. Aw bildet. Drei Trauerwochen, die uns von Jahr zu Jahr die Zerstörung Jerusalems, die Einäscherung des heiligen Tempels neu in Erinnerung zu bringen. Das allgemeine jüdische Leid ergießt sich in diesen Wochen in mitternächtlichen Wehklagen um die verflossene Herrlichkeit des jüdischen Staates, um das Weichen der Schehinoh aus unserer Mitte, um den jüdischen Stolz und Adel, die seither, zu Staub erniedrig, nirgends dauernd das Haupt erheben können. So und das war der Sinn der drei Trauerwochen zwischen dem 17. Tamus und dem 9. Aw seit nahezu wie Jahrtausende.
In der jüngsten Zeit, seit den modernen Versuchen Palästina für das jüdische Volk zurück zu gewinnen, bekommen diese drei Wochen allmählich auch einen anderen Charakter.
Die praktische Palästina-Arbeit der Agudas Jisroel bewegt sich in diesen Bahnen. Unter dem Eindruck der katastrophalen Entwicklung der jüdischen Lage in Deutschland, aber auch in manch anderenmittel- und osteuropäischen Staaten, sieht sich ein Großteil unserer orthodoxen Juden die einzige Möglichkeit in Erez Jisroel. Die zionistische Propaganda nützt die Katastrophe zu ihren Parteizwecken aus. Dies sind Momente, welche die Orthodoxie mit großer Aufmerksamkeit; ja, sagen wir es nur ganz offen heraus, mit großer Besorgnis betrachten muß. So wertvoll die Palästina-Sehnsucht unserer orthodoxen Jugend ist, sie wir eine Gefahr, wenn es unseren religiösen Führern nicht gelingt diese Sehnsucht mit einen gleichstarken religiösen Willen in dem jungen jüdischen Menschen zu paaren und zur Vollendung zu bringen.
Was wir aber jetzt sehen, ist einerseits intensivsten zionistischen Propaganda, andererseits schwache orthodoxe Versuche, eine praktische Erez-Jisroél-Arbeit in die Wege zu leiten, und fast nichts was das große religiöse Sehnen in dieser schweren, aufgewühlter Zeit wecken und befriedigen würde. Wenn es so bleibt dann wird
Der siebzehnte Tag des Monatsתמוז (שבעה עשר בתמוז) ist aus trauriger Veranlassung ein Fasttag der Gemeinde undwird in ganz Jissroél wehmütig begangen.
Um diese Zeit hat Nebukadnezar, der König von Babylon, im Jahre 3340 nach der Schöpfung die Mauern Jerusalems nach einer achtzehnmonatlichen Belagerung erbrochen und zur Zeit des zweiten Tempels wurde eben demselben Tage im Jahre 3860ירושלים, die Hauptstadt des jüdischen Reiches, von den Römern eingenommen, sodaß auch die täglichen Opfer im Tempel von diesem Tage an aufhörten.
Diesen Trauertag sollen wir durch besondere Gebete und durch Fasten auszeichnen, und unsere Reue kundgeben und trauernd der der furchtbaren Unglücksfälle zu gedenken, welche die Zerstörung des Tempels und den Untergang des jüdischen Staates nach sich gezogen haben.
Die Bedeutung des Fasttages aber besteht nicht allein darin, daß wir glauben, durch Kasteien allein schon alles getan zu haben, wir müssen vielmehr an solchen gottgeweihten Tagen uns bemühen, den Hang zur Sünde in unserem Innern zu besiegen und dauernde Besserung unsere Handlungen mit ganzem Herzen zu geloben. Wenn wir auf solche Weise fasten, dann ist auf die trostvolle Verheißung des Propheten Jesaja anzuwenden: Du rufst, und der Herr erhört dich; du flehest, und Er spricht: Hier bin Ich!(Jesaja 58,9.)
Samson Raphael HIRSCH: Aus dem kommentar zur Wochenabschnitt BOLOK
Rabbiner Samson Raphael HIRSCH
פרשת בלק
Aus seinem Kommentar zur Wochenabschnitt Bolok
Kap.22, V.4 und Moab schon zu den Ältesten von Midjian hatte sagen lassen: Jetzt wird diese vereinigte Menge unsere ganze Umgebung aufschlucken, wie der Ochse das Kraut des Feldes aufschluckt und Bolok, Sohn Zippaurs, war doch König für Moaw in jener Zeit!
Kap 22,V. 4 . Sie nennen Jissroél absichtlich nicht עם und nicht גוי, es erscheint ihnen ja noch nicht als ein staatlich gebautes Volk, es fehlt ihm ja noch der Boden, nach gewöhnlicher Anschauung die unerlässliche Vorbedingung jedes volkstümlichen Wesens. Gleichwohl war es ihnen קהל, ein durch ein ihnen unbekanntes Moment vereinigtes Gemeinwesen .
V.8 Da sagte er zu ihnen: Verweilet hier über Nacht, dann werde ich euch Antwort geben, wie Gott zu mir sprechen wird. Es blieben die Fürsten Moaws bei Bileam.
V.8 : ויאמר וגו' כאשר ידבר ד' אלי Wie schon zu Abrahams Zeiten mitten in einer polytheistischen Welt es noch einen Malki Zedek gab, der Priester des höchsten Gottes war, welcher den Abrahamiden wieder der Einzigen ward, wie Hiob und seine Freunde durchaus als reine Verehrer dies Einzigen erscheinen, so sehen wir auch Bileam nur im Dienste dieses Einzigen sich begreifen und nennen. Bildet doch überhaupt die monotheistische Wahrheit im Gegensatz zum polytheistischen Wahn nicht das Eigentliche, geschweige das Ganze des Charakteristischendes Judentums. Vielmehrist dies die monotheistischen Wahrheit mit ihrer vollen Konsequenz fürs menschliche Leben: die Gotteinheit mit der Lebenseinheit durch Sein Gesetz. Weit ab aber selbst von einem Malki Zedek, weitab von einem Hiob und seinen Genossen erscheint Bileams monotheistischen geistige Höhe getrübt. Seine hohe, Gott nahe geistige Begabung steht im Dienste seiner Selbstsucht und stellt sich in den Dienst der irdischen Hoheiten und Mächte und ihrer niedrigsten Begehren. Willst du den Unterschied sehen zwischen den Propheten Jissroéls und den Männern prophetischen Geistes der Völker, spricht der Weisen wort, so vergleiche einen Bileam mit einem Jesajas, einem Jeremias, einem Ezechiel und deren Genossen. Jissroéls Propheten warnen als Gotteswächter die Völker vor Versündigungen, Bileam rät zu sittlicher Verführung, um Menschen ins Verderben zu locken (Kap.25) Jissroéls Prophetengeist stand im Dienste des Erbarmens über Jissroél und die Völker, Jesajas Eingeweide zittern wie eine Harfe um Moabs Weh (16,11), Ezechiel erhebt Klagelied bei Tyrus Fall (Kap. 27), und Bileam möchte mit seinem Fluch ein ganzes Volk schuldlos verderben. Du kannst eigentlich sagen, dies ganze Bileamskapitel habe den Zweck, das Motiv zu veranschaulichen, weshalb Gott mit dem Erguß seines heiligen Geistes bei den Völker aufgehört. Bileam war von ihnen und siehe, wozu er seine Geistesgaben missbraucht(Tanchuma).
Kap.23 V.24Siehe, als Volksverein steht wie ein Leopard es auf und erhebt sich wie ein Löwe, der sich nicht niederlegt, bis er Fang verzehrt und Erschlagener Blut getrunken.
Kap. 23 V.24 הן עם וגו', Jakob-Jissroél bedarf unserer צופים-Wissenschaft nicht. Es bedarf der נחשים nicht, es ist seiner Zukunft sicher. Es bedarf der קסמים nicht, es wird auf andere Weise zum Herrn seines Geschickes. Es hat nicht als גויden גוים, nicht als nationale Macht nach außen nationalen Mächten gegenüber seine Stellung zu erkämpfen und sicher zu stellen, הן עם, durch die Erfüllung seiner sozialen Aufgabe im Innern, indem es still seinem Gotte dienend und nur sich selber lebt, durch das, was es als עם erfüllt, wird es zugleich leopardenkühn und löwenmächtig nach außen, und mit seinen sozialen Tugenden überwindet es die Welt לא ישכב עד יאכל טרף וגו' ist eine weitere Ausführung der Löwenmacht, die eben Jakob-Jissroél auf dem Wege friedlicher, sittlich sozialer Energien erreicht. Subjekt zu ישכב ist ארי.
V.28 Bolok führte Bileam zur Peorspitze, die auf die Öde hinausschaut.
V.28 Von במות הבעל und שדה צופים, vom Standpunkt des physischen Materiellen und vom Standpunkt des göttlichen Geistigen war Jissroél Bolok unangreifbar erschienen. Es kann aber eine Nation mit allen physischen und geistigen Gaben reich gesegnet sein und doch unrettbar ihrem Untergang zueilen; es kann sie das Geschick mit allen Gütern, die der Himmel zu verteilen hat, mit allen physischen und geistigen Reichtümern überschütten und es nährt die Nation selbst eine Wurmfraß im Innern, der all den Segen in Unsegen verkehrt und sie zuletzt wie unwürdig so auch unfähig macht, Segen zu empfangen und zu erhalten und dieser Wurmfraß heißt: Sittenlosigkeit, heißt schamlose Hingebung an ausschweifende Sinnlichkeit.
Kap. 24 V.8
Der Gott, der es aus Mizrajim geführt, der ist ihm wie Reems aufsteigende Macht. Es verzehrt Völker, weil sie Seine Feinde sind, und entmarkt deren Gebein, und als Seine Pfeile verwundet es.
Kap 24 V.8 Wird doch wiederholt (3 B.M. Kap. 18) in dem עריות-Kapitel darauf hingewiesen, daß die kanaanitische Bevölkerung eben um ihrer sittlichen Ausschweifungen willen dem göttlichen Verhängnis erlag!
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH aus dem Kommentar zur Haftoro Bolok
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH
(1833 1900)
הפטרת פרשת בלק
Aus dem Kommentar zur Haftoro des Wochenabschnittes Bolok
Micha Kap.5, Vers 6 und folgende
Kap. 5, V 6 f. והיה שארית יעקב וגו' Jakob, im Gegensatz zu Jissroél: das schwache, abhängige und unscheinbare. עמים: die Volksgesellschaften nach ihren inneren Verhältnissen, von עם, mit, bei, neben einander. גוים von גו, Körper: die je einer Nationalkörper bildenden, sich gegen einander mehr oder minder feindlich abschließenden Volkseinheiten. Nun heißt es hier: der nach so vielen Massenmorden aus seinen nationalen Katastrophen übrig bleibende Rest des schwachen, abhängigen, unter die Mitte der Völker zerstreuten Jakobsvolkes wird mit seiner Lehre von der Gotteskindschaft aller Menschen, von dem wahren, an keinerlei Racen- oder Standesbesonderheit geknüpften Menschenwerte, von der gegen ausnahmslos alle Menschen zu übenden Pflicht der Gerechtigkeit und Menschenliebe, von dem auf allem Unrecht ruhenden Unsegen und von der Vergänglichkeit aller nur auf Gewalt gegründeten Größe er wird inmitten der sich diesen Wahrheiten erschließenden Völkergesellschaften wie Tau und wie befruchtenden Regen sein, der die Menschenwüste in eine Stätte des Aufblühens und Gedeihens umwandelt. Unscheinbar und von Gott gesandt wie Tau, אשר לא יקוה לאיש, wird es seine Heilessendung vollbringen, ohne Menschenbeistand zu Hülfe zu rufen, ולא ייחל לבני אדם: und ohne zu warten, daß es gerufen werde.
V.7. והיה שארית יעקב בגוים : als Träger, dieser selbigen Wahrheiten aber, die es schon durch sein bloßes Dasein verkündet, wird dieses unscheinbare, unter alle Völker zerstreute, trotz des Mangels an jedem äußeren Zusammenhalte dennoch als Volk unvergängliche Jakob unter den machtvergötternden, sich gegeneinander und gegen diese ewigen Wahrheiten feindlich abschließenden Nationen siegesgewaltig stark sein, wie der Löwe unter den Tieren des Waldes. Die göttliche Lehre von dem gleichen Rechte und der alle Menschen umfassenden Liebe ist der Granitfelsen, an dem die Wogen aller gewaltvergötternden Völker machtlos sich brechen. Es kommt die Zeit wo:
V. 8 תרום ידך וגו', wo dieser Sieg des Überrestes Jakobs aller Augen sichtbar sich verwirklichen wird, und wo seine Gegner schwinden.
V. 9-13. Doch nicht durch äußere Machtmittel wird Jissroél dieser Sieg. Solange es eine selbständige staatliche Größe war, hat auch es freilich in der Zahl und Größe seiner Städte und Festungen, in seiner Kriegsmacht und in den naturbändigenden Geheimkünsten, כשפים, seine Macht und seine Größe erblickt. Alles das, spricht Gott, wird es aber zu jener Zeit längst durch Gottes Fügung eingebüßt haben : Ich werde vernichtet haben lautet der sich stets wiederholenden Refrain.
V.14 Dieses Scherbengeschick der jüdischen Machtherrlichkeit hätte aber für die Völker eine Warnung sein, aus dem Zusammenbruch des jüdischen Staates hätten sie den Posaunenruf des auch ihnen drohenden Gottesgerichtes vernehmen und verstehen sollen: deshalb ועשיתי באף ובחמה וגו', trifft sie der volle Unwille Gottes, weil sie diese Stimme nicht beherzigt haben.
Kap.6, V.1 שמעו נא höret doch, bezieht sich auf die eben erwähnten Völker, die aufgefordert werden, das Mahnwort Gottes an Jissroél zu hören und durch seine Beherzigung ihre eigene Zukunft zu sichern.
V.2. Jissroél wird durch die Bezeichnungen: הרים ואתנים מוסדי ארץ an seine ideale Bestimmung erinnert, der Menschheit das Gottesbewußtsein und die Erkenntnis der Menschenbestimmung zu bringen. Durch den nicht ungewöhnlichen Tropus der Übertragung der Wirkung auf den Wirkenden wird das ideale Jissroél als [], als die eigentliche Grundlage der Gestaltung des Menschenheiles bezeichnet.
..
V.6 f. Und angesichts dieser Tatsachen fragst du: במה אקדם וגו'. In diesen Fragen spricht sich geradezudie weitverbreitete heidnische Anschauung aus, die Gott durch Opfer versöhnen und durch Preisgebung des Teuersten sein Wohlgefallen gewinnen zu können glaubt oder zu glauben vorgibt.
V.8. Diese heuchlerische Frage zürnt das Donnerwort des Propheten entgegen: הגיד, du kannst nicht in Zweifel sein, klar und bestimmt hat Gott dir ausgesprochen, wörtlich: vor Augen, gegenübergestellt, was er von dir will. Der ganze große Inhalt des Gottesgesetzes ist in dem Worte אדם: Mensch gegeben, das hier nicht bloß als Anrede, sondern als Ziel und Gestalt des in Gesetzeswort gefaßten Gotteswillen ausgesprochen ist. Verwirklichung des Menschenideals, Vollendung des reinen Menschentums wird damit als Erzeugnis der Ausführung des Gesetzes dahingestellt. Die Summe der Gesetze sind das טוב, das für den Menschen Gute, sie bestimmen die Weise, wie er einer jeden von den mannigfachen Verhältnissen des Lebens an ihn gestellten Aufgabe gerecht werde. Die Verwirklichung dieses Guten wird unter die drei Kategorien gefaßt: Übung des Rechtes, Liebe der Hingebung und die Gestaltung des eigenen Wandels nach den Geboten der Reinheit, des steten Wandels mit Gott jenes: משפטיםund מצות, dieses: die חקים, jenes die Pflichten zwischen Mensch und Mensch, dieses im engeren Sinne, die zwischen dem Menschen und seinem Schöpfer. Das עשות משפט, das Vollbringen des Rechtes, findet seine Verkörperung in Moses, in dessen Charakter das Rechtsgefühl den Grundton bildete es sei an die Tötung des Egypters, an sein Verhalten bei dem Brunnen in Midjan erinnert. Heilighaltung des Rechtes bildet ja auch die Grundlage des Gesetzes, dessen Überbringer er war. Wohlverstanden: des Rechtes anderer. Denn was das eigene Recht betrifft, so könnte nach den Worten der Weisen die Welt nicht bestehen, wollte jeder streng und starr auf seinem Recht bestehen. Wie aber das עשות משפט auf unseren Führer Moses zurückweist, so die Liebe der Liebeshingebung auf Aron, und die Wahrung der Keuschheit und Reinheit der Gesinnung auf Mirjam,wie dies oben zu Vers 4 bemerkt ist.
(Die Haftoroth übersetzt und erläutert, Frankfurt am Main 1896: S. 276- 280Kommentar zu Micha Kap 5 V.6 )
Rabbiner Dr. Salomon BREUER zur Wochenabschnitt Bolok
Rabbiner Dr. Salomon BREUER
(1850 1926)
בלק
Belehrung und Mahnung zur Wochenabschnitt
BOLOK
(Auszug)
... Wollen wir als aufrechte, starke Juden uns bewähren, dann dürfen wir, unsere Überzeugung entsprechend, auch eine große nichtjüdische Welt keinen Augenblick im Zweifel lassen, mit welchem Stolz und mit welchem Glücksgefühl unser jüdischer Lebensberuf uns erfüllt. So still und bescheiden auch unser Leben sich abwickelt, der nichtjüdischen Welt muß eine Ahnung sich aufdrängen, daß da ein Menschenkreis vor Gottes Augen sein Leben aufbaut, dem ein Glück und ein Reichtum beschieden sind, die ihm keine andere Lebensgestaltung auf Erden bereiten kann: אשרינו מה טוב חלקינו ומה נעים גורלנו ירושתינו Heil uns, wie gut ist unser Teil, wie lieblich unser Los, wie schön unser Erbe diesen wahrhaften jüdischen Stolz haben wir auch in gefahrvoller Stunde einer feindlich gesinnten Esauwelt gegenüber zu wahren. Solange er uns erfüllt, brauchen wir auch Esaus schwertgerüstete Macht nicht zu fürchten, dürfen wir in ungebrochenem Kraftgefühl, das Gottes Nähe unserem Leben einhaucht, der Stunde entgegen harren, da Esau sein Schwert von sich wirft, um in ungeheuchelter Huldigung vor der aus Jakobs Leben ihm entgegentretenden Gotteswahrheit seinen Frieden mit Jakob zu schließen.
Wir haben Esaus Vernichtungswillen nicht zu fürchten, solange Zijaun uns an den שלש רגלים in den heiligen Umkreis der Gottesnähe ruft. Dreimal im Jahre, in Zeiten, da die heimatliche Scholle uns ihren Segen spendete und uns die mütterliche Erde schützend und schirmend mit ihrem kraftspendenden Segen umfing, riß der Gottesruf die Glieder des jüdischen Volkes los von seinem Boden und lud sie in Zijauns Nähe, um dort, fern von Haus und Hof, sich die Freude und den Frieden vor Gottes Angesicht zu holen. Und derselben Gottesruf, der das jüdische Volk nach Zijaun rief und die Grenzen des Landes jedem feindlichen Einfall preisgab, rief ihm mahnend das große, ewig denkwürdige Wort ins Bewußtsein: ולא יחמד איש את ארצך בעלתך לראות את פני ה' אלקיך שלש פעמים בשנה Und niemand wird nach deinem Lande lüstern sein, wenn du hinaufziehst, um vor Gottes, deines Gottes Angesicht dich sehen zu lassen dreimal im Jahre! (Ex. 34,24)
Diese Gottesverheißung behält für alle Zeiten ihre Geltung. Und liegt auch Zijaun in Trümmern, solange Gottes Thora die zerstreuten Glieder des jüdischen Volkes in ihren Umkreis lädt, gehen von ihre Nähe Ströme der Kraft und der Zuversicht aus,die uns dem Vernichtungswillen Esaus mit jener stolzen Ruhe begegnen läßt, zu der das Bewußtsein, der Gottesnähe teilhaftig zu sein, das Recht gibt.
Dieses für alle Zeiten gültige Wahrheit hat das Ohr der Weisen aus den Worten herausgehört, mit denen die vernunftlose Kreatur auf Gottes Geheiß wahnumnebelte Menschentorheit überwindet: מה עשיתי לך וגו' Was habe ich dir getan, daß du mich schon dreimal geschlagen hast? שלש רגלים ein ungewöhnlicher Ausdruck: Und den Weisen steht alsbald das jüdische Volk vor Augen, das שלש רגלים dem Gottesruf nach Zijaun entspricht. Der Geist dieser שלש רגלים; solange Jissroél in Wahrheit davon erfüllt ist, macht dieses Volk unüberwindlich, weil dann Gott schützend seine Hand über es hält. Ein Volk wähnst du zu vernichten, das Gott die drei Wanderfeste feiert? Das wir nimmer gelingen. Gott, so fügen die Weisen sinnig hinzu, der dem stummen Tier die Sprache verleiht, weiß auch Bileams fluchbereiteten Mund zu Segensverheißungen für sein Volk zwingen.
Quelle: Rabbiner Dr. Salomon BREUERBelehrung und Mahnung vierter Teil NumeriJ.Kaufmann Verlag Frankfurt am Main 1935 S. 54 - 62
Kap. 19 V.21: והיתה להם לחקת עולם Es ist dies ein noch für uns heute folgenreich bestehendes Gesetz. Da wir alle טמאי מת sind und aus Mangel an אפר פרה keine טהרה zu erlangen vermögen, schwebt noch heute כרת über jedem, der die Tempelstätte auf Moria im טומאה-Zustand betrifft. Mit der Zertrümmerung des Tempels hat die Stätte ihre Heiligkeit nicht verloren, קדושה ראשונה קדשה לשעתה וקדשה לעתיד לבא ( הל' בית הבחירה ,רמב"ם6,14; siehe jedoch ראב"ד daselbst).
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH aus dem Kommentar zur Haftoro Chukass
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH
(1833 1900)
הפטרת פרשת חקת
Aus dem Kommentar zur Haftoro des Wochenabschnittes Chukass
Richter I, Kap. 11, Vers 1 und folgende
Achtzehn Jahre schwerer Knechtung und Vergewaltigung waren über Jissroél hingezogen. Ganz so schwer, wie der Verrat an Gott war, dessensich sie sich nach dem Heimgange des Gileaditen Jaïr schuldig gemacht hatten. Eine ganze Musterkarte von Göttern wird uns Richter 10,6 genannt, durch deren Dienst das damalige Jissroél seine religiöse Bedürfnisse befriedigte, da ihm die Erfüllung des Gottesgesetzes zu lästig war. Da figurierte zunächst der Baal in seinen mannigfachen Gestalten und die Astarte, sodann die Götter von Aram, von Sidon, von Moab und von Ammon und von Philistäa. Es ist der verhängnissvolle Nachahmungstrieb und die mit völliger Verachtung des eigenen Volkstums stets gepaarte Vergötterung des Fremden weil es fremd ist, was als alter nationaler Fehler uns aus nebelgrauer Ferne entgegentritt. Da werden denn von den Völkern, an deren Götterkult sie soviel Freude gehabt, die Philistäer und vor allem die Ammoniter zu ihren Unterdrückern und Peiniger. In der Not wandten sie sich hülfesuchend an Gott, wurden jedoch zunächst an die von ihnen bis jetzt verehrten Götter verwiesen, bis sie dann in tiefer, aufrichtiger Reue (das. V 16 und 16) dem Fremden vollständig entsagten und zu Gott zurückkehrten. Damit war auch ihr Vertrauen und mit dem Vertrauen auch der Mut zurückgekehrt, und da die Ammoniter in Gilead lagerten, versammelte sich nunmehr Jissroél und lagerte in Mizpa. Damals ward vom Volke und von den Grossen in Gilead beschlossen, den Mann, der sie gegen die Ammoniter führen und den ersten Sieg erringen werde, zum Oberhaupt zu erheben. In diesem Augenblick versetzt uns die Haftora, nachdem sie zuvor die Antecendentien, die Lebensgeschichte dieses Mannes geschildert hat.
V.30 u.31 וידר יפתה נדר Wir kommen hier zu den unseligen, frevelhaften Gelübde Jephtahs, dessen weiterer Verfolg außerhalb der Haftora liegt, dessen kurze Besprechung wir jedoch wegen der daran geknüpften widersinnigen und gehässigen Ausstreuungen nicht für unwichtig halten.
Das Gottesgesetz kennt kein größeres Verbrechen als Menschenmord. Schon den Noachiden ists ausgesprochen: Wer Menschenblut vergießt, dessen Blut soll durch Menschenhand vergossen werden (1 B.M. 9,6). Wenn Gottes Wort in Jissroél den ganzen Greuel des Götzentums in seiner abschreckendsten Gestalt vor die Seele führen, wenn es zeigen will, wie er vielmehr den Menschen zur Bestie vertiere, so sagt es 5 B.M. 12, 30 u. 31: Hüte dich, daß du nicht ihren Göttern nachstrebt, zu sagen: Wie dienen diese Völker ihren Göttern, ich will ein gleiches tun! Tue nicht also Gott, deinem Gotte, denn alles was Gott verabscheut, was Er hasset, tun sie zu Ehren ihrer Götter, denn selbst ihre Söhne und Töchter verbrennen sie im Feuer ihren Göttern Daß die Tötung des Menschen, also die Begehung des größten Verbrechens, angeblich zu Ehren Gottes, als angeblich gottedienstliche Handlung, das Verbrechen des Mordes zur entsetzlichsten Gotteshöhnung steigern würde, ist an sich klar. Daß die Gesetze Gottes ferner von keinem Menschen aufgehoben werden können, auch von keinem Wunder vollbringenden Propheten, ist ausdrückliche Vorschrift desselben Gesetzes. Daß sich demgemäß niemandetwa durch ein Gelübde ein Verbrechen, wäre es auch die Übertretung des kleinsten Verbotes, zu einer erlaubten, geschweige denn gottgewollten oder gar gottesdienstlichen Handlung und Pflicht gestalten könne, ergibt sich unmittelbar daraus. Ferner ist es ebenso selbstverständlicher wie ausdrücklich ausgesprochener Grundsatz, daß niemand einen Gegenstand dem Heiligtume weihen könne, der ihm nicht gehört. Nun gibt es aber nichts, was also als höchstes Heiligtum dem Eigentums- und Verfügungsbereiche des Menschen entzogen ist, wie das Leben eines andern. Steht ihm doch über sein eignes Leben kein Recht zu; wohl aber ists ihm heilige Pflicht, auch das eigene Leben nicht zu verkürzen. Daher wird auch von den Weisen bei der Besprechung dieses Falles nach der eine Ansicht das ganze Gelübde für nichtig weil gegenstandlos erklärt, nach der anderen wäre in diesem Falle nur die Weihung eines bestimmten Geldbetrages unter dasselbe zu begreifen gewesen. Die buchstäbliche Ausführung aber, falls sie wirklich geschehen, war unter allen Umständen als entsetzlicher Mord verdammt. Siehe Taanith 4, a. Vergleich auch מ"ר חיי שרה und בחקותי Ende. Es gibt nun, a.a.O. Ansichten daß Jephta aus Unkenntnis des Gottesgesetzes das Schreckliche verübt habe, und deshalb von schwerer Heimsuchung getroffen worden sei. Ebenso sei auch der damals noch lebende Pineas, als höchste Autorität, der göttlichen Strafe verfallen, weil er es unterlassen, rechtzeitig aufklärend einzuschreiten und so den Mord zu verhindern. Wir hätten dann in diesem in frommer Gesinnung verübten Morde nur eine Frucht der entsetzlichen Verwilderung und Entartung, die in der Eingangs zitierten Stelle des vorigen Kapitels geschildert wurde. Eine Vernichtung auch des Teuersten zu Ehren der Götter ist ja nach der heidnischen Vorstellung etwas durchaus Religiöses, und eine Vollbringung, wenn einmal den Göttern gelobt, verstand sich ja ganz von selbst. Das bedauernswerte Geschlecht war ja in Unkenntnis des göttlichen Gesetzes herangewachsen, Gott aber verließen sie, und Ihm haben sie nicht gedient schließt die oben angeführte Stelle. Rührend ist die Ergebung der unglücklichen Tochter und ergreifendsind die Worte, mit denen sie von den unseliger Verblendung befangenen Vater zu trösten sucht. Wir hätten hierein krasses Stück Heidentum, wie es sich in seiner abschreckenden Gestalt darstellt, das von der damaligen vermeintlichen Aufklärung und dem damaligen Streben, sich mit den anderen Völkern zu vermischen, in das Judentum oder vielmehr in die Vorstellungen unwissender jüdischer Kreise hineingetragen worden war. Jene Unterstellungen, als seien in früheren Zeiten Menschenopfer auch vom Judentum gebilligt gewesen, zerfließen also im Lichte der geschichtlichen Tatsachen und der authentischen Quellentexte in nichts. Beiläufig erinnern wir hier noch an das Entsetzen, welches die Kön. II. 3,27 berichtete Tat des Moabiterkönigs Mescha bei den Juden hervorrief, der seinen Sohn opferte, und auf den der Gottesausspruch Jeremias 19,5: אשר לא צויתי was Ich nicht geboten, Taanith a.a.O., bezogen wird.
Übrigens wird diese Ansicht, die wir mit gutem Grunde zuerst besprochen haben, durchaus und mit vollem Rechte nicht von allen Commentatoren geteilt. Nach einer Erklärung wäre das ו des והעליתיהו עולה, wie nicht selten, ein distributives, soviel wie או, oder; vergl. .מכה אביו ואמו Das Gelübde wäre also von vornherein bedingungsweise ausgesprochen gewesen. Das aus dem Hause Heraustretende soll Gottes sein, d.h. soll seinem Werte nach, wofern es sich nicht zum Opfer eignet, den Heiligtumszwecken dienen, in anderen Falle aber: werde ich es als Emporopfer darbringen.
Eine unbefangene Betrachtung des Textes spricht ohnehin dafür daß das Wort nicht buchstäblich ausgeführt worden. Vielmehr läßt V.39, der berichtet, daß nach zwei Monate ihr Vater sein Gelübde an ihr vollzogen, welches er gelobt, und daß kein Mann ihr genaht sei und daß es zur Regel in Jissroél wurde, daß von Jahr zu Jahr vier Tage im Jahre die Töchter Jissroéls hinzogen, um mit Jephtas Tochter zu klagen namentlich durch die Worte איש לא ידעהes als die natürliche Erklärung erscheinen, daß ein eheloses Leben in der Einsamkeit unter der Erfüllung dieser Weihe an Gott, diesem Opfer verstanden sei. Die Grundvorstellung des Gelübdes bleibt dabei immer noch eine heidnische, ebenso der Gedanke, ass ein solches Leben der Ausdruck einer ausschließlichen Gotthörigkeit sei. Jüdisch dagegen ist der Aufschrei des verzweifelnden Vaters und die Klage der jüdischen Mädchen, die mit der Vereinsamten alljährlich deren verlorenes Leben beweinten. Es ist der jüdische Protest gegen die Vorstellung, die in der Weltflucht einen heiligen Gottesdienst erblickt und nicht vielmehr in der Bewahrung der Reinheit des in der Betätigung und Verwendung aller gottverliehenen Kräfte, der leiblichen wie der geistigen, in einem pflichtgetreuen, frischen und heiteren tatkräftigen Leben die eigentliche Gott dienende Lebensvollendung erblickt. Eine Anschauung, die nur in der Lehre von der Erhebung über die sittliche Unfreiheit, wie sie in der Reinheitslehre des ersten Kapitels der Sidra von der פרה אדמה gelehrt und gepflegt wird, ihre Wurzel und ihren daurnden Grund hat.
Die Haftora bricht freilich vor dem Schlusse des Kapitels ab, um nicht mit etwas Trüben zu enden. Der Gedanke an diesen Ausgang wird darum nicht minder lebhaft durch die Erwähnung des Gelübdes in die Seele gerufen. Sollten wirklich bloß die diplomatischen Verhandlungen mit den Ammonitern mit ihrer Bezugsnahme auf die Vorgänge die in der Sidra erzählt werden, das Bindeglied zwischen ihr und der Haftora bilden, so würde diese bereits mit V. 29 schließen, dem Beginn des Kampfes, des verhängnisvollen Gelübdes jedoch gar nicht erwähnen.
(Die Haftoroth übersetzt und erläutert, Frankfurt am Main 1896: S. 268 -276Kommentar zu Richter Kap 11 V.1 )
Rabbiner Dr. Salomon BREUER zur Wochenabschnitt Chukass
Rabbiner Dr. Salomon BREUER
(1850 1926)
חקת
Belehrung und Mahnung zur Wochenabschnitt
Chukass
(Auszug)
...
Wie aber Gott den harten Fels zur Aufnahme von Wasser und zum strömenden Quell zu gestalten weiß, so ist auch Gott gewillt, uns für die Aufnahme seiner Thora und deren volle Verwirklichung zu gewinnen und uns zu Trägern der Thora zu erziehen. In Refidim, unmittelbar nach der Auszug aus Mizrajim, ward der Fels zur Aufnahme des Wassers und zum strömenden Quell gestaltet, da musste er mit dem Gottesstab geschlagen werden; in Kadesch, kurz vor dem Eintritt in das heilige Land, versagte der Fels seinen Wasserreichtum, da sollte mit dem Gottesstab in der Hand zu ihm gesprochen werden, daß ihm aufs neue der Wasserquell entströme. Gibtes herrlichere Bilder, um uns die erzieherischen Maßnahmen zu vergegenwärtigen, mit denen Gott uns zu Trägern seiner Thora zu gewinnen weiß?
אמר הקב"ה כבדתי את ישראל בעולם שנקראו אבן שנ' משם רעה אבן ישראל Gott spricht: Geehrt habe ich Jissroél vor aller Welt, da ich es Stein nannte, heißt es doch: Gott weidet den Stein Jissroéls. Wir haben in anderen Zusammenhang[1]dieses Weisheitswort ausführlich behandelt und erinnern hier nur in aller Kürze an folgenden Momente: Wiederholt wird dem jüdischen Volk in seinen heiligen Urkunden seine Hartnäckigkeit vorgehalten, כי עם קשה ערף הוא. In diesem Charakter liegt unsere Untugend, aber auch unsere höchste Tugend: schwer hält es, uns für unseren Gottesberuf zu gewinnen, aber einmal gewonnen, haben wir noch stets gezeigt, daß wir mit derselben Hartnäckigkeit und Unbeugsamkeit an der einmal erkannten Wahrheit festhalten. Hart wie der Stein waren und sind wir, aber diese Härte gereicht uns zur Ehre.
Diesen אבן ישראל diesen Stein Jissroéls für seine gottgewollte Bestimmung empfänglich zu machen war der Zweck der wunderbaren Ereignisse, die seinen Geschichtsweg vom Auszug aus Mizrajim bis zum Eintritt in das heilige Land begleiten; ihnen sollte es gelingen, dieses עם קשה ערף zu stolzen Trägern des Gotteswillens zu erziehen, den verschlossenen Stein zur Aufnahme göttlicher Thorawahrheit zu gestalten, die als lebendiger Quell ihm fortan entströmen sollte. Diesem Gedanken verleiht auch das Hallel (K.114): es sieht בצאת ישראל ממצרים Jissroél aus Mizrajim ziehen, bestimmt, fortan Gottes Herrschaft sich zu weihen jedoch היתה יהידה לקדשו (weiblich!) noch war es erst ein schwacher Anfang, und gar viele fehlte noch zu seiner Vollendung erst mussten übermächtige Wunder ihr Werk verrichten, von Gott, dem Gotte Jakobs, gesandt, da es galt ההפכי הצור אגם מים חלמיש למעינו מים den harten Fels zur Aufnahme von Wasser, Kieselstein zum strömenden Quell zu wandeln.
Das war das Werk des Gottesstabes. Derselbe Gottesstab, der Pharaos steinernes Herz schlug, sollte auch den Stein Jissroél erziehen. וידעת עם לבבך כי כאשר ייסר איש את בנו ה' אלקיך מיסרך Wie ein Mann seinen Sohn erzieht; so erzieht Gott, Dein Gott, dich (Deut. 8,5). Die schmerzliche Einwirkung in der Erziehung hat nicht nur ihre Berechtigung, sie ist vielmehr notwendig, solange das mahnende Wort nicht ausreicht. חושך שבטו שונא בנו Wer die Züchtigung unterläßt, haßt sein Kind (Mischle 13,24), worunter jede schmerzliche Einwirkung verstanden wird, die im Versagen eines Wunsches und dergl. mehr sich zeigt und die im äußersten Fall auch zur körperlichen Züchtigung greift. Diese schmerzliche Einwirkung ist jedoch in der Erziehung nur solange geboten, als Herz und Gemüt sich dem Guten und den Forderung der Pflicht versagen. Ist aber einmal das Herz empfänglich und der Sinn aufnahmefähig, dann tritt das mahnende und belehrende Wort in sein Recht. בשפתי נבון תמצא חכמה ושבט לגו חסד לב Die Lippen der Einsicht erwirken Weisheit, die Züchtigung für den Rücken des Vernunftlosen (das.10,13); und treten auch Augenblicke ein, in denen das Herz sich zu versagen scheint, dann genügt schon der Hinweis auf die drohende schmerzliche Einwirkung, um die Hemmung zu beseitigen: עולת קשורה בלב נער שבט מוסר ירחיקנו ממנו Und wenn sich die Torheit an das Herz des Knaben bindet, dann genügt die belehrende Zucht, um sie von ihm zu entfernen (das. 22,15).
So sollte auch der Gottesstab nur solange auf den Stein Jissroél unmittelbar einwirken, als er in verschlossener Festigkeit sich der Aufnahme des Wassers versagte; war dies aber nicht mehr der Fall, hatte er sich der Aufnahme des Wassers geöffnet, mochte auch der strömende Quell für den Augenblick versiegen, so genügte fortan das mahnende Wort des Führers mit dem Stab in der Hand, genügte שבט מוסר der warnende Hinweis auf den Stab, ונתן מימיו daß der Fels das Wasser, das er besaß, wieder in strömender Fülle hergab. In Refidim, unmittelbar nach dem Auszug aus Mizrajim, wo es galt, den Sein zur Aufnahme des Wassers gefügig zu machen, wo um mit den Weisen zu sprechen שהיה סלע קטן der Fels noch klein war, da musste er mit den Gottesstab ומטך אשר הכית בו את היאר (Ex.17), mit dem auch Pharao gezüchtigt wurde, geschlagen werden; in Kadesch jedoch, wo der Stein sich längst der Wasseraufnahme geöffnet hatte, die Wüstenwanderung mit ihren erzieherischen Einwirkungen zurücklag und es nun galt; in einem Augenblick, da die Torheit sich an ihr Herz band, in einem Augenblick der Verirrung und der Schwäche den stockenden Quell wieder der Verirrung und der Schwäche wieder zum Fließen zu bringen, da sollte nach dem Gotteswillen das mahnende Wort Mosches mit dem Stab in der Hand genügen, um den Gels zu veranlassen, daß er aufs neue sein Wasser gebe: קח את המטה ודברת אל סלע ונתן מימיו.
Mosche und Ahron aber wer kann es ihnen nicht nachfühlen! sehen sich am Ende dieser prüfungsvollen, erfahrungsreichen Wüstenwanderung durch diese traurige Szene am Felsen wieder an den Anfang ihrer erzieherischen Arbeit zurückversetzt: war nicht alles vergebens, ist nicht alles wie zu Beginn der Wüstenwanderung der erbärmliche Mangel an אמונה ist es nicht wieder der verschlossene, harte Fels von damals, der nur durch unmittelbare Einwirkung des Gottesstabes zur Aufnahme von Wasser bestimmt werden kann ? כי המרו את רוחו ויבטא בשפתיו und so sprechen die Führer Worte schmerzlicher Erregung שמעו נא המורים und in ihrer begreiflichen Erregung handeln sie so, wie sie damals handeln mußten, da sie am Anfang ihrer Erziehungsarbeit standen ויך את הסלע במטהו פעמים und er schlug den Fels mit seinem Stabe zweimal .
Wo aber Gott nicht verzweifelt, müssen und dürfen auch Menschen nicht verzweifeln: Gott aber sah, wie trotz aller Verirrung und Schwäche der Fels, der Stein Jissroéls, das Wasser bereits in sich barg und es nur den mahnende Worte des Führers mit der Stab in der Hand bedurfte, um den Fels wieder in einen sprudelnden Quell zu wandeln ונתן מימיו.
Oh, daß wir heute alle soweit wären, daß Gottes Thora von uns allen aufgenommen wäre und wenn in Stunden der Schwäche und der Prüfung der Lebensquell der Thora in uns zu versiegen droht, es nur des mahnenden Wortes des Führers mit dem Stab in der Hand bedürfte, um in uns den Quell lebendigen Wassers aus neue zum Strömen zu bringen!
Aber selbst wenn jüdischen Herzen der Aufnahme der Thora verschlossen sind, ist Gott unentwegt am Werke, den harten Fels zur Aufnahme von Wasser, Kieselgestein zum strömenden Quell zu wandenn ההפכי הצור אגם מים חלמיש למעינו מים.
Quelle: Rabbiner Dr. Salomon BREUERBelehrung und Mahnung vierter Teil NumeriJ.Kaufmann Verlag Frankfurt am Main 1935 S. 50 - 53
Misrachistische Begriffsverwirrung Jüdische Monatshefte 1918 Heft 3 u. 4
Misrachistische Begriffsverwirrung
Leitartikel 5. Jahrgang, Heft 3 u.4 zu lesen in Beilage. Zur Einführung genügt zu sagen daß es um eine Replik geht auf einen Artikel erschienen imverwirrungsstiftender Berliner Jeschurun von Dr. J. Wohlgemuth.
S R Hirsch Kommentar zur Wochenabschnitt Kaurach (Auszug)
Rabbiner Samson Raphael HIRSCH
קרח
Aus seinem Kommentar zur Wochenabschnitt Kaurach
Kap. 16, V. 4: Mosche hörte und warf sich auf sein Angesicht
Kap. 16 V. 4:
וישמע משה וגו':
Moses hörte oder vielmehr: verstand das Ziel und das Motiv dieser gegen ihn erhobenen Behauptungen und Anklagen. Es war eine Leugnung der Göttlichkeit seiner Sendung und zwar nicht aus irregegangener Gedankenrichtung, die einer Belehrung zugängig gewesen wäre, sondern aus ehrsüchtigem Neide, der unter dem Deckmantel der Vertretung des allgemeinen nur die Befriedigung eigener selbstsüchtiger Interesse verfolgt und zu diesem Ende durch blendende, der Eigenliebe des Volkes in allen seinen schmeichelnden Sophismen Moses und Aharon aus ihrer Stellung zu verdrängen suchte. Sind doch die Prämissen, die Sätze, die Kaurach seinem Aufruhr zu Grunde legte, falsch und die Schlüsse in ihrer Anwendung auf die Verhältnisse, denen es galt nicht minder
V 11: Darum, du und dein ganzer Verein, ihr seid die wider Gott Versammelten! Aharon aber, was ist der, daß ihr wider ihn Aufruhr erregt?
VV. 8-11: .. Davon ja auch עדה: die durch eine gemeinsame Aufgabe und in ihr vereinigte Gemeinde.
V.22 Da fielen sie auf ihr Angesicht und sprachen: Gott! Gott der Geister allen Fleisches! Der eine Mann sündigt, und über die ganze Gemeinde willst du zürnen?
V.22 .אל אלקי הרוחות וגו' .ויפלו וגו' Du weißt, wie leicht die Geister einer Volksmenge durch blendende Behauptungen und Vorspiegelungen eines geistig überlegenen und bis dahin unangetastetes Vertrauen genießenden Mannes, wie Kaurach, zu einer Verirrung hingerissen werden können. Wenn Massen zu Verbrechen aufstehen, liegt in der Regel die wahre Schuld auf einigen wenigen höherstehenden Agitatoren. Bei menschlichen Einschreiten blutet gar oft dann die weniger schuldige, nur irregeführte Menge und die Verführer, die eigentlichen Schuldigen bleiben frei.
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH aus dem Kommentar zur Wochenabschnitt Kaurach
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH
(1833 1900)
הפטרת פרשת קרח
Aus dem Kommentar zur Haftoro des Wochenabschnittes Kaurach
Samuel I, Kap. 11, Vers 14 und folgende
Es ist ein ergreifendes Stück jüdischer Geschichte, das dieHaftora unseren Blicken entrollt. Es ist die Geburtsstunde des jüdischen Königtums, das denn doch ein ganz anderes war, als das in der Thora vorgesehene. Diese kennt nach außen nur Gott als allmächtigen Schirmherrn des Volkes, das des Gottesschutzes sich durch treue Erfüllung des Gesetzes und als seine Aufgabe nur die unablässige Fürsorge für die Erkenntnis und Erfüllung dieses Gesetzes. Nicht dies war die Meinung des nach einem König verlangenden Volkes gewesen. Sie hatten vielmehr (Sam. I 8,20) einen König gefordert nach Weise der Völker, um ihr Recht zu vertreten, der sie in den Krieg und zum Siege führe. Nachdem nun Saul auf Gottes Geheiß zum Könige eingesetzt worden war und durch seine energische Sammlung der Stämme Jissroéls und die geschickte Kriegsführung gegen den übermächtigen Ammoniterfürsten das eben noch verzagte Volk zum Siege geführt und sich die freudige Anerkennung des ganzen Volkes erworben hatte, lud Samuel das in freudiger Erregung geeinte Volk nach Gilgal, um dort das Königtum zu erneuen, in Wahrheit um dem gesamten Volke den einen Weg und die eine Richtung zu zeigen, durch deren Innehaltung allein das Königtum zum Segen gereichen und Volk und König einer glücklichen Zukunft entgegen gehen würden, wie dies Kap. 12, 13-15 ausgesprochen ist. In Wahrheit ist die hier, im Gegensatz zur Weise der Völker, erneute Königsherrschaft die Herrschaft Gottes. Nicht umsonst heißt es hier sofort (Kap. 11,14): sie setzten Saul zum König ein לפני ה', vor Gott, und opferten dort Friedensmahlopfer vor Gott. Die Worte: Gott ist in Wahrheit euer König! (Kap. 12, 12) und die Mahnung, daß Volk und König sich stets in der Nachfolge Gottes, dieses seines wahren Königs, wie in aller Vergangenheit so in aller Zukunft zu halten habe, sie bilden die Erneuerung der Gottesherrschaft, zu der Samuel Volk wie König nach Gilgal geladen hatte.
Unter diesem Gesichtspunkte erscheint aber auch der Umstand in ganz neuem Lichte, daß gerade nach Gilgal Samuel das Volk zur Retablierung der Gottesherrschaft berief; War doch Gilgal (s. Josua 4, 19 ff.) die erste Lagerrast, die Jissroél auf den Boden seines Landes gewonnen. War es doch die Örtlichkeit, der gegenüber auf Gottes Geheiß die hochgehenden Fluten des Jordan sich vor der Lade des Gottesgesetzes geteilt hatten! Erinnerten doch an diesen strategischen Flußübergang ohne Gleichen die dort als Denkmal errichteten zwölf Steine aus dem Flußbette, auf denen die Priester während des Übergangs gestanden hatten! War doch endlich Gilgal die Stätte, wo der jüdische Feldherr zuerst das Schwert gebraucht hatte auf jüdischem Boden, ach es waren steinerne Schwerter, um die ganze waffenfähige Mannschaft des Volkes, das an der Schwelle des feindlichen Landes sich befand, dem göttlichen Befehle gemäß zu beschneiden, sie also im Angesicht der Feinde zeitweilig kampfunfähig zu machen und so das ganze Volk dem Schicksal der einstigen Bewohner Sichems (1 B.M. 34,25) auszusetzen! An diese Bekundung der Gottesallmacht, als des eigentlichen Verleihers des Landes, aber auch an diese Bekundung der heldenmütigen unbegrenzten Hingebung an die Gottesführung von Seiten des ersten Führers und von Seiten des Volkes erinnerte somit die Stätte, zu der Samuel das Volk berief, um es zur Besinnung und zur Selbsterkenntnis zu bringen, da der erste König eingesetzt wurde. Vergl. unsere Ausführungen zur Haftora des ersten Tages Péßachs.
Die hoheitsvolle Persönlichkeit Samuels, der vorzeitig an dem frühen Abend seines Lebens von der führenden Stellung zurücktritt und das ganze Volk zu Zeugen aufruft über den Gebrauch, den er von seiner Gewalt gemacht habe, ist eine der hehrsten Gestalten in unserer und der Menschheit Geschichte, deren Erhabenheit allem Anwurf entrückt bleibt, mit dem eine sich wissenschaftlich nennende, jedoch von der willkürlichsten Entstellungen und phantasievollsten Erdichtungen nicht zurückschreckende Geschichtsschreibung gerade Samuels Bild zu entstellen und ihn durch Andichtung aller möglichen, au dem Boden des Judentums widersinnigen, hierarchischen Gelüste und Intrigen herabzuwürdigen sucht.
Bedenken wir ferner, daß der selbige Samuel, der in diesem geschichtlich bedeutungsvollen Augenblick mit solchem Nachdruck, mit solcher Eindringlichkeit jeden Gedanken an die Herrschaft eines Menschen in Jissroél nach der Weise der Völker bekämpft und die ausschließliche Gotteswaltung indie Führung Jissroéls und in der Gestaltung seines Geschickes dem Volke ins Bewußtsein ruft, der sich so in Wahrheit als das verkörperte nationalen Gewissen bewährt, als der Fortträger des hohen Geistes des unsterblichen ersten Führers der Nation, daß dieser Samuel nach Chron. I 6,21 f. der Abkömmling Kaurachs war, desselben Kaurach, der, von niedrigem Neide erfüllt, die Göttlichkeit der Sendung Mosis leugnete und das Volk zum Abfall zu verführen suchte, um sich zu seinem Herrscher zu machen: so begreifen wir, warum gerade dieser Abschnitt zur Haftora dieser Sidra gewählt ist, und beugen uns in Ehrfurcht vor der Allmacht und Weisheit der göttlichen Erziehung, die für den Dienst ihrer Waltungsziele aus solchem Stamme solchen Sprößling zu gewinnen wußte.
(Die Haftoroth übersetzt und erläutert, Frankfurt am Main 1896: S. 416 -423Kommentar zu Samuel Kap 11 V.14 )
Rabbiner Dr. Salomon BREUER zur Wochenabschnitt Kaurach
Rabbiner Dr. Salomon BREUER
(1850 1926)
קרח
Belehrung und Mahnung zur Wochenabschnitt
Kaurach
(Auszüge)
מזמור לאסף אלקים באו גוים בנחלתך טמאו את היכל קדשך שמו את ירושלים לעיים Psalm Aßafs. Gott, Völker sind in dein Erbe gekommen, haben dein Heiligtum verunreinigt, haben Jeruschalaim zu Trümmern gemacht (Psalm 79).
קינה מיבעי ליה מה ת"ל מזמור fragen die Weisen, hätte es nicht heißen müssen: Klage Aßafs ist doch von dem Untergang des Heiligtums und der Zerstörung Jeruschalaims die Rede und warum doch: Lied Aßafs? Und sie antworten mit einem Gleichnis: Die Tochter eines armen Mannes ging zum Brunnen, um Wasser zu schöpfen, da rißder irdene Eimer ab und fiel in den Brunnen; das arme Mädchen schrie auf und weinte. Da kam eine Königstochter, um mit goldenem Eimer Wasser zu schöpfen; da riß auch ihr der Eimer ab und fiel in die Tiefe. Da freute sich das arme Mädchen, denn es sagte sich: wer den goldenen Eimer aus der Tiefe holen wird, wird auch meinen irdenen Eimer mit heraufholen. So auch Aßaf: als er sah, daß die Tore Jeruscholoims von der Erde verschlungen wurden, sagte er sich: Wer einst Jeruscholoim wieder erbauen wird, wird auch meinen Großvater Kaurach aus der Erdentiefe wieder erheben, daher: מזמור לאסף Gesang Aßafs.
Ein trauriges Kapitel aus der Wüstengeschichte unseres Volkes hat das Gottesbuch uns in unseren heutigen Sidra aufbewahrt. Kaurach und seine Genossen wagen verbrecherische Empörung wider Mausche und Ahron: diese sind ihnen herrschsüchtige Gewalthaber, die die Herrschaft über das Volk gerissen, sich Priesterwürde angemaßt, wo doch, wenn überhaupt Priester nötig, die ganze Gemeinde, alle in ihren einzelnen Gliedern heilig und daher des Priestertums würdig seien. Was aber als das Erbärmlichtse an dem ganzen Vorgang erscheint, ist die Tatsache, daß es Kaurach und Genossen gelingt, für diese Empörung, die nichts Geringeres als Empörung gegen Gott, Leugnung der Göttlichkeit der Thora und der durch sie verbrieften Göttlichkeit der Sendung Mausches und Ahrons bedeutete, nicht etwa die Hefe des Volkes, sondern 250 Männer aus Jissroél נשיאי עדה קריאי מועד אנשי שם Fürsten der Gemeinde, zur Versammlung Berufene, Männer von Namen, zu gewinnen und mit sich fortzureißen! Wie war das möglich? Ist aber das nicht eine Frage, deren Beantwortung leider auch heute noch von höchster lehrreicher Bedeutung ist?
Das gilt für das jüdische Einzelleben, das gilt aber auch für das jüdische Gemeinde und Gesamtheitsleben. Nicht mit einemmal ist es in jüdischen Gemeinden Nacht geworden ויהי ערב. Von dem offenen, vollendeten Abfall von Gott und seiner Thora hätte sich noch zu allen Zeiten, ein jeder, dessen Herz warm für Thora und Mizwauss schlägt, abgewandt und mit desto größerer Hingabe für die Erhaltung der göttlichen Heiligtümer sein Leben eingesetzt, je mehr sie frivoler, kecker Hand bedroht gewesen wären. Der Abfall aber verstand es; klug und vorsichtig Gott und Thora im Munde sich erst den Boden in der jüdischen Gemeinde zu erobern, ehe er mit seinem radikalen Zerstörungswerke sich hervorwagte. Unserer traurigen Gegenwart freilich scheint es vorbehalten geblieben zu sein, den Versuch wagen zu dürfen, ערבMischung selbst zwischen Tag und Nacht; zwischen Gesetzestreue und vollendeter Gesetzesverleugnung durch deren paritätischen Anerkennung innerhalb einer jüdischen Gemeinde zu vollziehen! An diese scheinen die Weisen nicht gedacht zu haben.
Nie und nimmer wäre es Kaurach und Genossen, die nach der Ansicht der Weisen, wie es ja aus dem ganzen Vorgang hervorgeht, vollendete אפיקורסים waren, gelungen, Männer von Namen, Fürsten der Gemeinde für ihre verbrecherischen Pläne zu gewinnen, wären sie mit ihrem vollendeten Abfall von Gott und Thora offen hervorgetreten. So aber ויהי ערב, אלו מעשיהם של רשעים verstanden sie es, ihrem Abfall den Schein der Gesetzlichkeit zu geben und ihn mit dem Mantel der Heiligkeit zu verhüllen Mausche und Ahron maßen sich zuviel an כי כל העדה כולם קדשים ובתוכם ה'die ganze Gemeinde, sie alle sind heilig, und unter ihnen ist Gott wir wollen, Gott behüte, nicht zerstören, wollen vielmehr aufbauen jedes einzelne Mitglied der Gemeinde ist zur Führung berufen, soll an der Mizwo; Hohepriester zu sein, teilhaben diesem im Zeichen des ויהי ערב sich vollziehenden Abfall ist es zuzuschreiben, daß er auch bis dahin hochstehende Kreise des jüdischen Volkes mit sich fortriß.
Dieses Verbrechen hat sich leider auch in der Folgezeit wiederholt, und zwar in solchem Ausmaß, daß in seinen Folgen die verhängnisvollste Katastrophe über Jissroél hereinbrach, unter deren Wucht wir noch immer zu leiden haben. Jeruschalaim und das Heiligtum des Gesetzes sanken aus den gleichen Ursachen in Trümmer. Hören wir unsere heilige Schrift (Chr. II, 36): וישלח ה' אלקי אבותיהם עליהם ביד מלאכיו השכם ושלוח כי חמל על עמו ועל מעונו, ויהיו מלעיבים במלאכי האלקים ובוזים דבריו ומתעתעים בנביאיו עד עלות חמת ה' בעמו עד לאין מרפא, ויעל עליהם את מלך כשדיים וגו' Gott, Gott ihrer Väter, sandte ihnen seine Boten unablässig, den Gott hatte Erbarmen mit seinem Volke und seiner Stätte, sie aber verspotteten die Boten Gottes, verachteten seine Worte, machten seine Propheten zu Betrügern, bis Gottes Zorn wider sein Volk ausbrach rettungslos und Er wider sie den König der Chaldäer heraufführte. Ist das nicht wortwörtlich die gleiche Versündigung, die gleiche Auflehnung wider die von Gott gesandten Männer, hören wir nicht die gleiche Sprache lästernder Geringschätzung und höhnender Empörung, nur mit del Unterschied, daß, während dort Kaurach an der Spitze der Bewegung stand, der nach den Worten der Weisen קרח אפיקורוס היה längst innerlich mit der Thora gebrochen und dessen Haß gegen die Gottesmänner nur die Folge seiner völligen Abkehr von Gott und Thora war, es hier, wie es ausdrücklich heißt (das.) כל שרי הכהנים והעם Priesterfürsten und die Elite des Volkes waren, die in unfassbarer Verblendung sich gegen die Gottesboten kehrten und den Untergang Jeruscholoims und des Heiligtums verschuldeten.
Und so sank Gottes Heiligtum in Trümmer טבעו בארץ שעריה und in die Tiefe sanken seine Tore, die gleiche Erde, die Kaurach, diesen wahrlich armseligen Eimer verschlungen, verschlang auch den goldenen Eimer der Königstocher. Wenn aber einst Jissroél, geläutert durch harte Leidenserfahrung, den Gottesmännern und Führern der Thora offenes und williges Ohr entgegenbringen¨, kein höheres Ziel kennen wird als von ihnen sich den Weg zu immer vollendetererLebensheiligung weisen zu lassen, und Gott dann sein Heiligtum wieder aus Erdentiefe wieder erheben wird wird dann Gottes verzeihende Liebe nicht vielleicht auch denen Zukunft gewähren, die in armseliger Verblendung einst den Kampf gegen Gottes Heiligtum geführt und in Wirklichkeit, wider ihr Willen, nur seiner umso größeren Anerkennung gedient haben? Dieser tröstliche Ausblick vermochte trotz alles Jammers der Harfe eines Aßaf auch einen heiteren Ton zu entlocken. מזמור לאסף
Lasset uns Gott helfen, die Zeit herbeizuführen, in der nach Prophetenverheißung vor dem sieghaften Lichte die Nacht weicht, vor der Macht der Gotteswahrheit die Lüge von der Erde schwindet והיה לעת ערב יהיה אור
Quelle: Rabbiner Dr. Salomon BREUERBelehrung und Mahnung vierter Teil NumeriJ.Kaufmann Verlag Frankfurt am Main 1935 S. 35 - 44
Aus seinem Kommentar zur Wochenabschnitt Schelach lecho
Kap. 13: V.18 Und betrachtet das Land, wie es ist, und das Volk, das darin wohnt, ob es stark, ob es schwach, ob es gering an Zahl, oder ob es zahlreich ist.
V.18 .Erwägen wir die Bedeutung dieser Frage, so dürfte sie unter allen diejenige sein, die auf den ersten Blick als für das Unternehmen der Eroberung entscheidend erscheinen konnte. Ist die Bevölkerung stark, so macht sie die Eroberung schwierig, vielleicht unmöglich, ist sie schwach, fallen diese Bedenken weg. Und eben diese Auffassung der Frage soll vermieden werden.Es ist für Jissroéls Interesse völlig irrelevant, ob die Bevölkerung stark, ob sie schwach ist; es ist dies kein Entwederoder, und sind daher auch gerade diese Fragen nur nebeneinander, als eine andere Modalität, nicht aber im Ausdruck des Gegensatzes gegeben. Damit dürfte denn überhaupt die ganze Sendung ein ganz anderer Charakter erteilt sein, als deren Antrag ursprünglich beabsichtigt. Nicht für den Zweck der Eroberung, sondern für ein in alle Folgezeit wichtig bleibende Belehrung sollte das Land in seiner jetzigen Beschaffenheit kennen gelernt werden. Was es an Land und Leute Nachteiliges in der Gegenwart zeigte, würde den unter Gottes Schutz und Segen aufblühenden Nachkommen einst Momente beglückender Vergleichung überliefern; was es an Fülle und Reichtum bot, würde ahnen lassen, zu welchem Gipfel des Heiles und Segens es unter einer von Gott geleiteten Entwicklung aufblühen werde; aber vor allem, was es an Macht und Größe in seiner kenaanitischen Gegenwart aufzuzeigen hatte, konnte allen Folgengeschlechtern der jüdischen Zukunft die Warnungüberbringen, wie alle Macht und Größe, und wäre sie riesig groß, die Nation nicht vor Untergang zu schützen vermöge; wenn sie es verabsäumt, in erster Linie in allem und mit allem dem göttlichen Sittengesetze zu huldigen. So bringt Amos (2,9) seinen sich sorglos der Entartung überlassenden Zeitgenossen das warnende Gotteswort entgegen: ואנכי השמרתי את האמרי מפניהם אשר כגבה ארזים גבהו וחסן הוא כאלונים ואשמיד פריו ממעל ושרשיו מתחת!
V.20 Auch wie der Boden ist, oder er fett oder mager ist, ob auch Waldung darin ist oder nicht, und erdreistest euch und nehmet von den Früchten des Landes. Die Zeit war die Zeit der ersten Traubenreife.
V.20: : והתחזקתם habet den Mut, durch offenkundiges Mitnehmen von Früchten die Absicht eurer Sendung offen an den Tag zu legen.
V.33 dort haben wir die Riesen gesehen, Anaks Söhne, von den Riesen stammend. Wir waren wie Heuschrecken auch in ihren Augen.
V.33: Die Tatsache übrigens, daß sich in Palästina noch Reste der vorsündflutigen Nefilin befanden, dürfte mit jener Auffassung (Sebachim 113A) übereinstimmen, nach welcher לא ירד מבול לא"י, Palästina von der Sündflut verschont geblieben. Es dürfte dann dem Lande von der urwüchsigen Kraft der Erde bewahrt geblieben sein, die sich unter einer kenaanitischen Bevölkerung nur in Produzierung leiblicher Größe bewährt, ebenso aber es zum Boden des Gottesvolkes geeignet haben mochte, das durch Erfüllung des Gottesgesetzes dort das Ideal geistiger und sittlicher Menschengröße anstreben und mit ihr eine paradiesische Wiederverjüngung der Erdwelt beginnen sollte (siehe 1 B.M. S. 72). Vergessen wir nicht, daß nach der Lehre der Weisen leibliche Kraft und Gesundheit eine der Vorbedingungen höchster Geistesentwicklung und, wenn es uns nicht alles täuscht, das, was, wo die Geistesentwicklung bildet brach liegt, gigantische Leiber erzeugt, bei einem Menschenstamm vorzugsweise geistiger Richtung, von geistiger Tätigkeit verbraucht werden könne, ohne den Größenwuchs der Leiber zugute zu kommen.
Kap. 14 V.33: Und eure Söhne werden vierzig Jahre in der Wüste umherwandern und tragen euren Abfall, bis die letzte eurer Leichen in der Wüste fällt.
Kap. 14 V. 33: War doch eben diese vierzigjährige Wanderung die Hoheschule des jüdischen Volkes für die Durchdringung mit dem Geiste des Gesetzesund eines unwandelbaren Vertrauens in Gott, dessen wahrhafte Reife noch erst nach Jahrhunderte aufgehen sollte und soll.
Kap. 15 V.22: Und wenn ihr einmalin den Irrtum geraten sollte, daß ihr nicht mehr alle diese Gebote zu erfüllen hättet, die Gott zu Mosche gesprochen,
V.22: Gott als den ausschließlich einzigen Lenker unserer Geschicke und Leiter unserer Handlungen anzuerkennen, ist die Grundbasis der ganzen Gesetzgebung, wie sie am Sinai (2 B.M. 20, 2 u. 3; siehe daselbst) promulgiert worden. Ein Schritt von dieser Basis ist Abfall vom ganzen Gesetz und bewusstvollprinzipieller Abfall vom Gesetz identisch mit völligem Verlassen dieser Basis. Und wohl sind, wie רמב"ן in seinem Kommentar z. St. Bemerkt, Jissroéls Geschichte bereits Zeiten nicht fremd, in welchen durch irriges Verständnis der Zeitlage eine irrige Meinung von Antiquierung des Gesetzes oder fast ein völliges Vergessen des Gesetzes durch frevelhafte Politik der Führer oder die Leidenswucht der Geschichte sich selbst einer jüdischen Gesamtheit bemächtigen konnte. Es waren Jissroéls Älteste, die sich vor dem Propheten Ezechiel mit dem Ersuchen um Gottes Ausspruch für die neue Zukunft niedersetzten. Denn es lebte in ihrem Gemüte die Frage nach der noch fortdauernden Verpflichtung zum Gesetze. Glaubten sie doch, es könne Gott mit dem Preisgeben Seines Volkes dessen Entlassung aus seinem Dienste und damit seine Emanzipation vor dem Gesetze ausgesprochen haben, also, daß an sie, an die Ältesten der Nation das Wort gerichtet werden konnte: der in eurem Gemüte aufsteigende Gedanke wird nimmer zur Wirklichkeit werden, daß ihr denket: wir können nun wie die Völker sein, wie die Geschlechter der Länder, Holz und Stein zu dienen. So gewiss Ich lebe, spricht Gott, mit fester Hand und mit gestrecktem Arme und auch mit ergossenem Unwillen bleibe Ich euer König (Ezechiel 20,1 und 32,33; ספרי Ende שלך לך). Unter Jerobeams und seiner Nachfolger Einfluss waren 10/12 des jüdischen Volkes der Kenntnis und der Übung des göttlichen Gesetzes entrückt, und unter der Wucht des babylonischen Exils war den unteren Schichten des Volkes zum großen Teile die Kenntnis des Gesetzes so fern geblieben, daß den Rückkehrenden unter Esra dessen Verständnis aufs neue vermittelt werden musste und ist nicht unserer eigenen lebendigen Gegenwart bereits in weiten Kreisen eine Generation des jüdischen Volkes herangewachsen, die in dem Gedanken jener ezechielischen Ältesten von der Abrogierung des Gesetzes und in geflissentlicher Unkenntnis des Gesetzes erzogen ward und erhalten wird?!
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH aus dem Kommentar Schelach lecho
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH
(1833 1900)
הפטרת פרשת שלח לך
Aus dem Kommentar zur Haftoro des Wochenabschnittes Schelach Lecho
Josua, Kap. 2, Vers 1 und folgende
Der Zusammenhang dieser Haftora mit der Sidra liegt klar zu Tage. Nach achtunddreißig prüfungsreichen Jahren ernster Erfahrungen, nachdem eine ganze Generation in ihren männlichen Gliedern ins Wüstengrab gesunken war, befand sich die Nation an der Grenze des ihren Vätern verheißenen Landes. Da sendete der weise Nachfolger des großen Propheten wiederum Kundschafter aus, er tut es im geheimen und gibt ihnen nur kurz den Auftrag: Sehet das Land an und Jericho! In dem Verlaufe der Ausführung ihrer Sendung tritt der ganze Kontrast zu der ersten Sendung hervor. Sie liefert uns aber auch einen geschichtlichen Einblick in der kanaanitischen Bevölkerung herrschende Stimmung, in der das Bewußtsein von der unter einer höheren, allmächtigen Leitung ihnen nahenden Katastrophe ein allgemein herrschendes geworden war. Nachdem die Boten dieses aus Rachabs Mund vernommen hatten, begriffen sie mit vollem Verständnis den eigentlichen Zweck ihrer Sendung und daß dieselbe, kaum begonnen, schon zu Ende sei. Darum dehnen sie ihre Wanderung auch nicht weiter aus, sondern verweilen nur solange im Gebirge, bis sie sicher sind, ihren Verfolgern nicht mehr zu begegnen und ungefährdet den Rückweg antreten zu können. Ihren eingehenden Bericht (V.23) an Josua fassen sie sodann (V.24) in das Ergebnis zusammen: Gott hat uns das Land gegeben! Darin war alles enthalten und damit die tatsächliche Überzeugung geschaffen, in der nunmehr von dem ganzen Volke der erste Schritt auf dem Wege von Schittim nach dem Jordan getan werden sollte.
(Die Haftoroth übersetzt und erläutert, Frankfurt am Main 1896: S. 416 -423Kommentar zu Josua Kap 2 V.1 )
Rabbiner Dr. Salomon BREUER zur Wochenabschnitt Schelach Lecho
Rabbiner Dr. Salomon BREUER
(1850 1926)
שלח לך
Belehrung und Mahnung zur Wochenabschnitt
Schelach Lecho
(Auszug)
...Diese בכיה של חנם, diese Träne ohnmächtiger Schwäche ist es, die auch in unserer Gegenwart Brüder, die sich zu den Gesetztreuen zählen, zu schweren Verirrungen führt.ונהי בעינינו כחגבים Man hatte nicht den Mut, im Vertrauen auf Gottes Beistand Gottes heilige Sache in Reinheit und Selbständigkeit zu vertreten und seinem heiligen Willen im Gemeindeleben den von Gott geforderten Herrscherthron einzuräumen, glaubte vielmehr nur im Anschluß an Andersgesinnte, ja im Anschluß an Gottes heilige Thora verleugnende Reformgemeinden Gottes heilige Thora retten zu können!Aber mehr als die radikalste Reform bedroht die unter dem Namen Zionismus propagierte Bewegung alle jüdische Wahrheit und müßte, wenn ihr, Gott behüte, immer größerer Einfluß beschieden wäre, unser Galuth nur verlängern und doch bringen es Jehudim über sich, unter dem Namen Misrachi sich dieser Bewegung, die die verhängnisvollste כפירה auf ihre Fahne geschrieben, anzuschließen, um unter ihrer Führung den Weg nach der Heimat zu gewinnen. Wann wird der unselige Fluch der בכיה של חנםendlich schwinden, wenn die Wahrheit des זו הכנסת ישראל לארץ sich alle jüdischen Herzen erobert haben?
Mit um so größerer Genugtuung begrüßen wir es daher, daß der gesetztreue Weltverband der Agudas Jissroél nunmehr entschlossen ist, der Forderung כלל שהוא צריך לפרט' ופרט שהוא צריך לכלל Rechnung zu tragen; das aber heißt: wie jede einzelne Gemeinde nicht des Anschlusses an den כלל, an die Gesamtheit entraten kann, so darf auch und vielleicht noch mehr der כללin seiner Organisation die lebensnotwendigen Interessen der auf dem Boden der אמתstehenden Gemeinden nicht gefährden oder gar verleugnen, weil der כלל sich nur aus den Gemeinden zusammensetzt, der כלל daher die Prinzipien nicht verleugnen darf, die den Gemeinden, wenn sie wahrhaft jüdischen Gemeinden sein wollen, heilig müssen! Wir begrüßen es daher mit aufrichtiger Freude, daß nunmehr die Agudas Jisroel unter Wahrung dieser prinzipiellen Forderungen und unter Beherzigung des וה' אתנו אל תיראו entschlossen ist, den mannigfachen Gefahren, von denen die Gegenwart erfüllt ist, mutig und voll Vertrauen in Gottes Beistand entgegenzutreten und an die Lösung der großen Aufgaben heranzugehen, die unsere heißersehnte Gëula herbeizuführen imstande sind.Heilige Pflicht eines jeden Jehudi ist es daher, einem solchen Verbande beizutreten und ihn mit aller Kraft in seinen Bestrebungen zu fördern, und wir zweifeln nicht, daß jedes treue Mitglied unserer Gemeinde unsere Aufforderung Folge leisten wird. Schwere Gefahren drohen von Verblendeten, jüdischer Wahrheit Entfremdeten unserem heiligen Lande, in dem Brüder, die sich uns und unseren heiligen Prinzipien innig verbündet fühlen, in heldenhaftem Kampfe stehen, um das heilige Land vor furchtbarer Tumoh zu schützen.Wo wäre da der wahrhafte Jude, die wahrhafte Jüdin, die solchem Kampfe tatenlos fernbliebe und für ihn nur die erbärmliche Träne der Schwäche übrig haben könnte? ........
Quelle: Rabbiner Dr. Salomon BREUERBelehrung und Mahnung vierter Teil Numeri J.Kaufmann Verlag Frankfurt am Main 1935 S. 25 - 33
Aus seinem Kommentar zur Wochenabschnitt Behaalauss'cho
Kap.9, V.2:Laße Jissroéls Söhne das Peßach vollziehen in seiner Bestimmenten Zeit.
Kap 9 V.2: .Ganz besonders tritt aber hier noch der Begriff צבור bedeutsam ein. Nur die Gesamtheit kann einen bestimmten Zeitmoment bei jeder Wiederkehr desselben durch ein קרבן begehen. Nur die Gesamtheit ist in jedem solchen wiederkehrenden Zeitmomente da, das Individuum nicht; das Individuum vergeht, ist sterblich. אין צבור מת, die Gemeinde stirbt nicht, ist in der Einheit ihrer Erscheinung unsterblich ewig. Damit ist aber sofort die Gesamtheit, wie sie in קרבנות auftritt, selbst das positiv sprechendste Zeugnis von dem über טומאת מת erhabenen, von ihr nicht erreichbaren, geistig göttlichen, sittlich freien Menschentum. Denn nicht das Leibliche, dem Verschwinden im Tode Verfallende: das geistig Göttliche, sittlich freie ist es, in dessen Gemeinsamkeit die Vielheit sich zum צבור eint und durch welches auch der in die Gesamtheit aufgehende einzelne, über seinen leiblichen Tod hinaus in der Gesamtheit ewig fortlebend, mit allem gegenwärtig bleibt, was er an geistig Göttlichem, an sittlich Freiem mit seinem Hiersein in die Gesamtheit hinein gelebt, und worin er noch hienieden in ewiger Fortwirkung lebendig bleibt.
Es ist aber der durch טומאת מת hervorgerufene Gedanke ein der ganzen Bedeutung und Bestimmung des מקדש so konträr entgegengesetzter,daß, der vereinzelten Auffassung טומאה הותרה בצבור entgegen, die allgemeine Auffassung טומאה דחויה בצבור bleibt, so daß, die durch צבור und קבוע gegebene Aufhebung des טומאה-Begriffes noch der positiven Mitwirkung des ציץ bedarf, בעיא ציץ לרצות (Pesachim 77a). Über die Bedeutung des ציץ für die Aufhebung der טומאה siehe 2 B.M.28,38.
V.16 So war es stets, die Wolke bedeckte sie; und ein Feuerschein nachts.
V. 16-22: Es war aber die Wolke der Hirtenstab, vermittelt dessen Gott, der רועה ישראל dem Volke seinen Willen kundtat, wo und wann sie lagern, wann und wohin sie aufbrechen sollten. Das ist die Schule der Wanderschaft durch die Wüste in welcher wir für alle Zeit die hingebungs- und vertrauensvolle Nachfolge Gottes gelernt haben sollen, die, wie unbegreiflich ihr auch die Gottesführungen erscheinen, die bald kaum Liebgewonnenes wieder zu verlassen, bald in unwillkommenster Stellung geduldig auszuharren uns auferlegen, doch mit immer frischem heiterem Mute alles umfasst und alles löst, was Gott gebietet, unter dem Stab der Gottesführung sich immer glücklich fühlt, durch die bewährte Gehorsamstreue selber beglückt und immer bereit ist, Gott ihren Lebensplan anheimzustellen, und selbst zu ganz unbekannten Zielen hin, auf ganz unbegriffenen Wegen mit ebenso ausharrender Geduld, wie mit nimmer zu trübendem Wandermute Seiner Führung zu folgen.
Sehen wir uns aber diesen, Verse 17 22 gegebene Bericht über die Übungsproben genauer an, mit welchen Gott sich das Volk Seiner Führung für alle Zukunft erziehen wollte, so ist es nicht sowohl die Anstrengung langer Wanderungen, als das geduldige Ausharren in langer Rast, welches als Prüfungsaufgabe hervorgehoben scheint. Es war dies die Übung in jener Tugend der ruhigen und heiteren Ergebung und vertrauensvoll ausharrenden Geduld, derer das Volk der Gottesführungen auf seinen Galuthwanderungen durch die Wüste der Völker, wie der Prophet sie nennt, während so vieler Jahrhunderte der Zukunft vor allem andern bedürfen sollte, und die das Prophetenwort: אם יתמהמה חכה לו (Habakuk 2,3) so bezeichnend wiedergibt.
Kap.10, 29 Mosche aber sprach zu Chobab, Sohn Reuels des Midjaniten, Schwiegervater Mosches: Wir ziehen zu dem Orte hin, von welchem Gott gesprochen: ihn gebe ich euch; gehe doch mit uns, so werden wir dir Gutes erweisen, denn Gott hat Gutes über Jissroél verheißen.
Kap.10 V 29 Nach Ramban (daselbst) habe Jithro nach seinem Übertritt zum Judentum den Namen חובב erhalten und erscheint daher seitdem unter diesem Namen. Siehe auch ספרי zur Stelle.Die Wurzel חבב, im Rabbinischen so häufig Ausdruck der Liebe und der Wertschätzung, kommt in תנ"ך nur einmal: 5 B.M. 33, 3 vor: אף חובב עמים כל קדשיו בידך. Verwandt scheint die Wurzel ebenfalls rabbinischsehr gebräuchlichen, in תנ"ך nur einmal vorkommenden חוב, die Schuldpflicht: חבולתו חוב ישיב, die Zurückgebung des Pfandes übt er als eine Schuldpflicht (Ezech. 18, 7), und es dürfte חבב eine verpflichtende Liebe und eine Liebe aus Pflichtgefühl bedeuten. Dürfte vielleicht die Stelle אף חובב עמים sagen: auch wenn du den Völkern durch die höchste Wohltat verpflichten willst, nimmst du seine, Jissroéls, Heilige und alle in deine Hand: d.h. indem du den Völkern die höchste Wohltat erzeigen willst, sind Jissroéls Heilige dazu das Werkzeug in deiner Hand, והם תכו לרגלך וגו', sie, die Völker: werden in sich zu deinen Füssen geführt, indem es, Jissroél, von deinen Worten ihnen entgegenträgt, dürfte dies vielleicht der Sinn der Stelle sein: so wäre ja חבב der spezifische Ausdruckfür die die Völker zur Gotteserkenntnis und zum Gottesgehorsam durch Jissroél führende Gotteswaltung, die eben hierin die größte, die Völker verpflichtende Liebestat übt, und חובב (vergl. die Formen:שובב,שולל ,עולל , die alle passivischer Bedeutung sind) wäre der durch solche höchste Liebestat Gott Verpflichtete und sich verpflichtet Fühlende, ein Name, der dem so bewusstvoll vom Heidentum ins Judentum eingetreten Jithro in hohem Grade gebührte. Welcher Pflichternst sichJithro auf seinen Nachkommen vererbte und in hervorleuchtendster Weise in ihnen zur Betätigung kam, werden noch unten (Verse 31 und 32) zu bemerken Gelegenheit haben.
V. 35. Es war, wenn die Lade aufbrach, sprach Mosche: Stehe auf, Gott, daß zerstieben deine Feinde und fliehen deine Hasser vor deinem Angesicht.
36. Und wenn sie milde zu Raste ging, sprach er: Kehre wieder ein, Gott in die Myriaden der Tausende Jissroéls!
Kap. 10 V. 35 u. 36 ובנחה, und wann die Lade des Gesetzes zur Ruhe ging, schaute Moses im Geiste nicht נחו, sondern נחה, schaute jene Zeit und jenen Kreis, wo das Gesetz nicht mehr in männlichen Gegensatz zu dem Menschenverein auf Erden stehen wird, wo es, in seiner ungeschmählerten Männlichkeit, gleichwohl die Vermählte, die מאורסה der Gesamtheit und des einzelnen, sich getragen fühlen wird von den Menschen in ihrem Gesamt- und Einzelstreben, und das wird die Zeit sein, von welcher einer der letzten Nachfolger Moses gesprochen: ונלוו גוים רבים אל ד' ביום ההוא והיו לי לעם ושכנתי בתוכך (Secharja 2,15). Wenn daher mild die Lade zur Ruhe ging, sprach Moses: Kehre wieder ein, Gott, in die Myriaden der Tausende Jissroél! רבבות אלפי ישראל kann nicht wohl heißen: zehntausendmaltausend, oder gar zweimal zehntausendmaltausend. Es hätte dann die kleinere Zahl voranstehen müssen: אלפי רבבות wie אחותנו את היי לאלפי רבבה (1 B.M.24, 60). Ohnehin zählte Israel zu Moses Zeiten höchstens 2 ½ Millionen Seelen, während רבבות אלפי ישראל zwanzig Millionen wären. Wir glauben daher, darin die Myriaden der Tausende Israels, d.h. die Myriaden erblicken zu dürfen, die sich aus der jüdischen Tausenden entwickeln, durch Abstammung und Anschluss. Ohnehin sind אלפי ישראל nicht gerade strikte: tausend. Es sind die geschlossenen Mengen innerhalb der Nation und der Stämme. Vergl. ראשי אלפי ישראל (Kap. 1,16 u.s.w.), אלפי הדל במשנה (Richter 6,15).
Kap.11, 4 Das Gesindel aber, das sie unter sich aufgenommen hatten, hatte sich zu Lüsternheit aufgestachelt, und da fingen auch Jissroéls Söhne wieder an zu weinen und sprachen: Wer gäbe uns doch Fleisch zu essen!
Kap.11 V. 4 Jissroél in seiner numerischen Winzigkeit sollte und wird einst den geistigen und sittlichen Kern bilden, an welchen sich die Myriaden zu Gott zurückkehrender Völker anschließen werden und hier verfällt es noch selber dem entsittlichenden Einflusse einer unter ihm weilenden unveredelten fremden Minorität!
V.29 Da sprach Mosche zu ihm: Eiferst du für mich? Wer gäbe, daß das ganze Volk Gottes Propheten wären, daß Gott seinen Geist auf sie gäbe!
V.29 Dieses Auftreten Eldads und Medads in Momente der Berufung der Ältesten zum ersten Synhedrin und Moses Äußerungen sind von höchster Bedeutsamkeit für alle Nachfolger dieses jüdischen Ältestenkollegiums für alle Zeit. Sanhedrin 17a werden verschiedene Meinungen über den Inhalt der von Eldad und Medad gesprochenen Prophetie geäussert. Nach der einen habe sie das bevorstehende Wachtelerlebnis betroffen. Eine andere gibt deren Inhaltalso an: משה מת יהושע מכניס ישראל לארץ, und endlich eine dritte spricht sich dahin aus: על עסקי גוג ומגוג היו מתנבאין, sie hätten von den letzten Gog- und Magogkämpfen prophezeit, die nach Ezechiel und Sacharja die Schlussentwicklung der Geschichte der Zeiten bilden und von denen es Ezechiel 38,17 heißt: האתה הוא אשר דברתי בימים קדמנים ביד עבדי נביאי ישראל הנבאים בימים ההם שנים להביא אותך עליהם, bist du der, von dem ich bereits in Tagen der Vorzeit durch meine Diener, die Propheten Jissroéls, gesprochen, welche in jenen Tagen auf Jahre hinaus prophezeiten? In diesen gleichzeitig auf Jahre hinaus prophezeienden Männern wurden Eldad und Medad erblickt. Wir haben an einer anderen Stelle den Gedanken entwickelt, wie in גוג ומגוג das גג- Prinzip, das Giebelprinzip, das Prinzip der Konzentrierung aller Leitung in der gipfelnden Spitze in seiner äußersten Konsequenz zum Ausdruck gelangt, dem gegenüber daher nach dessen Überwindung die siegreiche Stadt der Menschengestaltung המונה die Volkstümliche genannt wird (Ezech. 39,16). Ist and diesem Gedanke etwas Wahres, so dürfte es nicht wenig bezeichnend sein, wenn der Hinblick auf diesen fernsten Sieg des Volkstümlichen, über dessen Gog- und Magoggegensatz, oder das Näherliegende, die Verkündigung von Moses Tode und Josuas Führerschaft als Inhalt der Prophetieen Eldads und Medads begriffen werden.
Es wäre dann der Mund der bescheidensten, aus Bescheidenheit vom zuerkannten einflussreichen Beruf einer Volksleitung zurück, und lieber במחנה, in Mitte des Volkes gebliebenen Männer der Verkündigung der idealsten volkstümliche Zukunft gewürdigt worden, wo nicht im אהל sondern im מחנה, nicht im גוג ומגוג, sondern im המון der Schwerpunkt des sozialen Weltheiles liegen wird, oder eines Faktums, das, wie der Tod Moses und die Vollendung des nationalen Geschickes unter Josua, die Wahrheit veranschaulicht, daß kein Mensch, nicht einmal ein Moses, sich für unentbehrlich halten oder von seinen Zeitgenossen als unentbehrlich gehalten werden dürfte. Moses stirbt und das Geschick der Nation geht doch in Erfüllung
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH aus dem Kommentar Behaalaus'cho
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH
(1833 1900)
הפטרת פרשת בהעלתך
Aus dem Kommentar zur Haftoro des Wochenabschnittes Behaalausscho
Sacharja, Kap. 2, Vers 14 und folgende
Kap.2, V.14 u.15Weit über die Zeit des zweiten Tempels hinaus schauen diese Verse auf jenes Ziel der Geschichte hin, da Jissroél und die Völker durch Lehre und Geschick geläutert sind, und nunmehr die huldigende Unterordnung unter den Willen Gottes den heilbringenden Einzuge der Gottesherrlichkeit in den Kreis der Menschheit die Bahn geebnet ist. Da wird nun der Tochter Zions, dem in Wahrheit vom Zionsgeiste beseelten menschheitspriesterlichen Jissroél verheißen, daß es auch in jener Zeit seine besondere Bedeutung bewahren, ja gerade dann in erhöhtem Maße sichtbare Stätte der segnenden Gottesnähe sein wird. בא, in diesem Sinne von dem Einzuge Gottes in die Verhältnisse der Menschen, vergl. 5 B.M. 33,2: ה' מסיני בא ferner, Habakuk 3,3: 'אלה מתימז יבא וגו, Ps. 24,7: שאו וגו' ויבוא מלך הכבוד Jeruscholajim- Zion istder Herzpunkt des Menschheitspriestervolkes, von dem die Erleuchtung und Heiligung der um sich sammelnden Menschheit ausgehen wird.
V.16 ונחל ה' את יהודה חלקו: Juda, der führende Stamm, hier für ganz Jissroél. Was einst Moses erfleht: ונחלתנו 2 B.M. 34,9, das wird dann erfüllt sein, Jissroél wird Gottes נחלה geworden sein, auch Jeruschalajims Leidensgeschichte ist vollendet: ובחר עוד בירושלים
Kap.3 V.1 ויראני וגו' Zwei Männer sehen wir an der Spitze des Volkes, unter ihnen Beiden soll der Bau ausgeführt werden: Josua, den Hohenpriester, den Vertreter des Geistes, der Lehre und des Gesetzes, und Serubabel, den Mann der Tat, der Ausführung. Der Augenblick, in welchem Sacharja sie schaute, lag noch vor dem Beginn des Werkes. Josua stand noch, und auch vor Serubabel türmte sich noch ein Berg (Kap. 4,7), er hatte wohl die Aufgabe, trug die Bestimmung, aber er war noch nicht tätig. Auch der Engel Gottes, der bestimmt war, Josuas werk zu fördern, stand gleichfalls noch, war noch nicht tätig. Was war die Ursache ihrer Untätigkeit? Weil an Josuas Rechten, dem Organe seiner Wirksamkeit, noch ein Hindernis war. Während das sich der Wirksamkeit Serubabels, des Fürsten, entgegengestellte Hindernis als Berg, das Bild für materielle Schwierigkeiten, bezeichnet wird, wird das Hemmnis der hohenpriesterlichen Wirksamkeit שטן genannt. שטן, verwandt mit שטה, abweichen, zur Seite weichen, bezeichnet das Hindernde, Widerstrebende als dasjenige das den Menschen vom geraden Wege ab und auf einen andern hinlenkt. Die Weisen bezeichnen als יצר הרע, die mit dem Geiste vermählte sinnliche Natur des Menschen. Diese erreicht die ihr vom Schöpfer gegebene Bestimmung nur, indem sie vom Geiste beherrscht wird. Nach dem tiefen Worte des Weisen klagt sie den Menschen an, der sich von ihr verführen läßt. Denn nicht ihn zu beherrschen, sondern von ihm beherrscht zu werden, ist ihr Verlangen (תשוקתו, vergl. 1 B.M. 3, 16 und 4,7). So bildet dieser שטן, diese Verkörperung der Sinnlichkeit, den geraden Gegensatz zu dem, was in anderen Vorstellungskreisen unter dem Worte Satan verstanden wird. Also: die Sinnlichkeit, die, unbeherrscht, der Erreichung der hohen Menschenbestimmung hinderlich, und deren Vorhandensein gleichwohl für die Lösung unumgänglich ist. Denn hätte das Böse nicht auch Reiz, so wäre die Übung des Guten keine Tugend. Demgemäß hier: Josua stand noch, denn die Sinnlichkeit, die noch im Volke, ja in seinem eigenen Kreise herrschte, stand der Entfaltung seiner Tätigkeit hinderd im Wege.
V.2. יגער ה' וגו' ויגער ה' בך הבוחר בירושלים. Gott wird dich zurückschrecken Gott, selbst abgesehen von seinen Beziehungen zu Jerusalem, in seiner den Menschen zur Reinheit erziehende Liebe, wird die Hindernisse aus dem Wege räumen, die Josua noch im Wege sind. Ganz besonders aber wird dieses tun im Hinblick auf die besondere Bestimmung Jerusalems, Stätte der offenbar sichtbar werdende Gottesherrschaft zu ירושלים, also: mit Rücksicht auf die Heileszukunft sowohl der Menschheit als Jissroels. Denn dieser Jehoschua und der durch ihn in der Treue zu erhaltende Jissroelskern ist ja ein Feuerschürer, der aus dem Feuer gerettet ist. Es ist ja nicht bestimmt vom Feuer verzehrt zu werden, das er vielmehr entzünden und anfachen soll.
Kap. 4, V.1 Das Auge des Propheten wird wieder auf seine Gegenwart zurückgelenkt. Ihm wir die siebenarmige Leuchte des Heiligtums gezeigt, gezeigt wie sie selbst Träger der reichen Ölquelle sei und wie jedem ihrer Lichter das lichtnährende Öl in reichem Maße, in je sieben Röhren, zugeführt werde. Und auch die Bäume, an denen die Ölfrucht reifte, trug sie selbst. Also eine Leuchte, die, unabhängig von allem anderen, alles was sie zum Leuchten braucht, selbst trägt und erhält. Auf die wiederholte Frage, was dieses Leuchte bedeutet, nachdem ihm zuvor (V.5) mit leisem Vorwurf der Engel erwidert, ob er denn die Bedeutung noch nicht auf den ersten Blick begriffen habe, wird ihm (V.6) die Antwort: זה, dieses, diese Leuchte, die alles, dessen sie zum Leuchten bedarf, selbst trägt und erzeugt : ein an Serubabel, den Führer des Volkes, gerichtetes Gotteswort ist es, ihm zu sagen: das Werk, zu dessen Vollbringung du berufen, der Bau, zu dem hier der Grundstein gelegt wird und an dessen idealer Vollendung alle kommenden Geschlechter zu arbeiten berufen sind, nicht durch Heeresmacht und nicht mit Körperkraft wird er gefördert, sondern: durch meinen Geist. Jeder Menschenkreis und jeder einzelne Mensch, und wäre er äußerlich der winzig schwächste, sobald er sich mit meinem Geiste durchdringt und damit sich in den Dienst der Gerechtigkeit, der Liebe und der Lebensheiligung stellt, ist riesenstark in Vollbringung seines Werkes. Da es mein Geist ist, der ihn beseelt, und mein Werk, an dessen Verwirklichung er arbeitet, so lenke ich auch als ה' צבאות die in meinem Dienste stehenden Schöpfungsscharen und Kräfte, daß sie seinem Wirken Förderung gewähren, gebe ihm Gehende und Führende unter den Stehenden.Darum:
V.7 weil nicht materielle, sondern geistige und sittliche Kräfte die zur Vollendung dieses Baues berufenenensind, gibt es auch keine materielle Hindernisse, die sich dieser Vollendung entgegenstellen könnten. Auch die gewaltigsten feindlichen Mächte, auch die bergeshoch sich entgegenstürmenden Schwierigkeiten der geistig-sittlichen, der göttlichen Macht gegenüber schwinden sie in nichts zusammen. Dieser Geist ist es, der den Bau, zu dem jetzt der Grundstein gelegt wird, zur Giebelhöhe der Vollendung führt, denn reichste Fülle der göttlichen Begnadung ist ihm gesichert Die Verdoppelung des חן drückt die Allseitigkeit aus.
(Die Haftoroth übersetzt und erläutert, Frankfurt am Main 1896: S. 416 -423Kommentar zu Sacharja Kap 2 V.14 )
Rabbiner Dr. Salomon BREUER zur Wochenabschnitt Behaalaus'cho
Rabbiner Dr. Salomon BREUER
(1850 1926)
בהעלתך
Belehrung und Mahnung zur Wochenabschnitt
BeHAALAUSCHO (Auszug)
כי פעל אדם ישלם לו וכארח איש ימצאני heißt es in Hiob (34,11) von Gottes lohnender und strafender Waltung: Denn des Menschen Tun vergilt er ihm, nach dem Wandel des Mannes läßt er ihm widerfahren. Der Nachsatz bedarf der Erklärung, scheint er dochnur den Gedanken des Vordersatzes zu wiederholen. Wenn wir nicht irren, enthält dieser Nachsatz ein Moment das, für die göttliche Waltungsweise bedeutsam ist: Gott vergilt nicht nur des Menschen tun, sei es gut oder schlecht, sondern bemißt seine Vergeltung nach dem sonstigen Wandel des Menschen. Die צדקה, die jemand übt, lohnt Gott; wer aber wenn es sich um Befriedigung seiner eigenen Bedürfnisse handelt, kärglich, ja geradezu geizig sich verhält, dessen צדקה erhält vor Gottes Augen erhöhte Bedeutung. Ebenso freilich im entgegengesetzten Falle: wer sich der צדקה entzieht, entgeht Gottes Strafe nicht; dies aber umso weniger, wenn er, wo es sich um seine eigenen Bedürfnisse handelt, verschwenderisch sich zeigt und die Hand verschließt, wenn des Nächsten Wohl Hilfe von ihm fordert. כי פעל אדם ישלם לו Gott vergilt nicht nur die Menschentat an sich, sondern וכארח איש ימצאני auch nach den sonstigen Wandel des Mannes läßt er ihmwiderfahren eine Beurteilung, die freilich in der Regel nur Gott gegeben ist, dem nicht nur jede Einzeltat, sondern das ganze Menschenleben in allen seinen Betätigungen gegenwärtig ist.
Quelle: Rabbiner Dr. Salomon BREUERBelehrung und Mahnung vierter Teil Numeri J.Kaufmann Verlag Frankfurt am Main 1935 S. 18- 24
לעולםDas folgende mit רבון beginnende jüdische Nationalbekenntnis stammt aus Zeiten der Verfolgung, in welchen ein öffentliches Bekenntnis der jüdischen Wahrheit Gefahr bringend war. Daher diese Einleitung, daß, was auch nicht öffentlich bekannt werden dürfte, doch jederzeit geheim und im Herzen bewahrt und vor Gott zum Ausspruch gebracht werden solle, daher auch am Schlusse der Ausblick auf die Zeit, in welcher Gott מקדש שמו ברבים die öffentliche Heiligung seines Namens gestattet sein werde. Die Zeit, aus welche dieses Bekenntnis stammt, läßt es um so bedeutsamer erscheinen. Während die Völker in dem ganzen Glanze ihrer Macht, ihrer Weisheit, Wissenschaft, politische Klugheit und welthistorischen Thatengröße triumphiertenund es die ganze Macht ihrer Verachtung, Unterdrückung und Verfolgung fühlen ließen, hat die Erfahrung und der Einblick, den Jissroeil auf seiner Wanderschaft durch die Jahrhunderte und Geschicke der Völker geschöpft, ihm das Auge für die Erkenntnis der Hohlheit und Nichtigkeit all dieser Scheingröße geöffnet und es trotz des äußern Jammers seiner Geschicke die ganze Seligkeit seines Berufes würdigen gelehrt, wie vieles Herbe auch die treue Erfüllung dieses seines Berufes in seinem Gefolge haben mußte.
Zu dem Gebieter aller Zeiten tritt es daher hin und spricht es aus:: Wir haben die Nichtigkeit alles dessen kennengelernt, was der Mensch nur aus sich schöpft.Leben, Liebe, Hülfe, Kraft und Stärke, die wir etwa aus uns schöpfen und durch uns gewinnen möchten, sind bedeutungslos, und selbst das etwa aus unsere Pflichttreue zu schöpfende Verdienst ist völlig unzulänglich um daraus Stütze und Hoffnung für unsere Zukunft zu gründen, und nur das gränzenlose, unverlierbare göttliche Erbarmen ist es, zu dem wir jetzt und immerdar mit unseren Anliegen uns zu stützen vermögen. Und nicht nur wir in unsere weltgeschichtliche Schwäche und der Macht- du Hülflosigkeit unserer zurückgewiesenenStellung in Mitte der Völker. Wir sind an der Wiege und am Grabe aller völkergeschichtlichen Staaten und Größen gestanden, haben in ihr Werden, Sein und Vergehen hineingeschaut und wissen, wie eitel alles Heldentum ist, allesGerühmte spurlos vergeht, alle Weisheit sich al Unwissenheit, alle Politik sich als verstandlos erweist, weil die Menge ihrer Tahten den vorgeblichen menschenheitbauenden Zweck nimmer erreichendes Unding bleibt, ihre Lebenstage vor Gott wie inhaltsleerer Traum erscheinen und die Menschen tiergleicher Vergänglichkeit verfallen, so langeall ihr Wollen und Vollbringen in Selbstsucht und Sinnlosigkeit nur vergänglichen Zielen geweiht ist; Wir aber, so wenig Anteil wir an dem Heldentum und dem Glanze der gerühmten Scheingrößen haben, und uns keiner in irdischer Hoheit geadelter und gefürsteter Abstammung zu rühmen vermögen, und so sehr uns die Kleinen und Großen der Erde von ihrer Bundesfreundlichkeit ausschließen, wir finden vollen Ersatz in dem Bewußtsein, Gottes Volk und Söhne Seines Bündes zu sein, Söhne eines Abrahams, den Gott gewürdigt hat seinen Freund zu nennen und ihm eine sein und seiner Nachkommen und der Gesammtmenschheit Heil umfassende Verheißung zuzuschwören, Nachkommen eines Jitschaks, der uns mit dem höchsten Ideal opferfreudiger Hingebung an Gott voranleuchtet, Gemeinde Jakobs, den Gott seinen Sohn, seinen Erstgeborenen in der Reihe der zu Gott zurückkehrenden Menschheit (2. B.M. 4,22) genannt, und ihn in Liebe und Freude die Namen Jissroeil und Jeschurun verliehen hat, Jissroeil nach seinem die Gottesherrschaft verkündenden Gange durch die Geschichte, Jeschurun nach seinem Berufe der Vollbringung des ihm geoffenbarten göttlichen Willens, der Vollbringungdessen zu Leben, das הישר בעיני ד' was das Recht ist in den Augen Gottes des einzig Einen (5 B.M. 12,25 13, 19). Dieses unser ewiges, von den Vätern überkommenes Erbteil, dessen wir täglich früh und spät, mit dem שמע-Bekenntnissein ewig erneuterHingebung bewußt werden, erfüllt uns bei allem weltgeschichtlichen Jammer mit höchster Glückseligkeit, für die wir Gott nicht genug zu danken vermögen. Und wie immer fügen wir dem lautgesprochenen שמע-Bekenntnisse in ב'ש'כ'מ'ל'ו'. leise den Hinblick auf die, wenngleich uns verhüllte, doch mit Zuversicht zu erwartende Zukunft hinzu, in welches der Namen des Gottesreiches seiner volle Verherrlichung auf Erden gefunden haben wird, und leben ebenso der Überzeugung, daß auch auf unseren vorbereitenden Gängen zu seinem herrlichen Ziel uns Gott noch Zeiten erleben lassen werde, in welchen wir mit unsrem Bekenntnis nicht in das Geheimnis der Zurückgezogenheit und das Verborgene unseres Innern uns zu flüchten brauchen, sondern es gestattet sein werde לקדש שמו ברבים unserm Bekenntnis in voller Öffentlichkeit zu huldigen, eine Überzeugung, deren Verwirklichung ja gottlob bereits der Lauf der Jahrhunderte uns gebracht.
Jisraels Gebete übersetzt und erläutert von S.R. HIRSCH zweite Auflage Frankfurt Main 1906 S; 12-16
Stoße in den großen Schofar zu unserer Freiheit, erhebe das Panier,
unsere Vertriebenen zu sammeln, und sammle uns zusammen von den vier Seiten der
Erde; gesegnet seist Du, Gott, der die Verstreuten seines Volkes Jissroél
sammelt.
תקע
ist die גאולה-Bitte
für die jüdische Gesamtheit, für welche im גלות kein חרות blüht, deren Erlösung nur mit der wiedervereinigender
Sammlung aus der Zerstreuung beginnen wird, die keine äußere menschliche
Veranstaltung auch nur vermittelnd herbeizuführen vermag, für welche wir
vielmehr nur auf den sammelnden Posaunenruf Gottes zu warten haben. Wie die גאולה
des Einzelnen (ראה בענינו)
nur nach vorgängiger תשובה, דעת und סליחה zu erhoffen ist, so
können wir auch die גאולה unserer Gesamtheit nur durch Wiedergewinnung der
rechten Erkenntnis und Verzeihung und Vergebung verdiendenden Rückkehr zu
Gottes Gesetz dienender Pflichttreue herbeiführen. Jede Meinung anderer, äußerer angeblich zu diesem
Ziele führender Schritte ist verderblicher
Wahn.
Samson Raphael HIRSCH: Aus dem kommentar zur Wochenabschnitt NOSSAU
Rabbiner Samson Raphael HIRSCH
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Aus seinem Kommentar zur Wochenabschnitt Nossau
Kap.5 V.8: Ein גרtritt aber mit dem Momente seines גרות eine neue Existenz an, גר שנתגייר כקטן שנולד דמי und kann daher nur unter den als גר von ihm erzeugten Deszendenten einen Erben haben. Stirbt er ohne solche Deszendenz, so hat er keinen Rechtsnachfolger uns seine ausstehenden Schuldforderungen haben keinen zurForderung berechtigten Gläubiger mehr. Als herrenloses Gut sind sie dem Schuldner, als dem ersten Okkupanten verfallen.
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH aus dem Kommentar zur Haftoro Wochenabschnitt NOSSAU
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH
(1833 1900)
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Aus dem Kommentar zur Haftoro des Wochenabschnittes Nossau
Richter, Kap. 13, Vers 2 und folgende
Auch bei der Wahl dieser Haftora für die Sidra dürften, abgesehen von dem ganz äußerlichen Zusammentreffen des Nasirtums, Contrast und Parallele das Ausschlaggebende gewesen sein. Die Sidra zeigt uns in einer Reiher von Gesetzen, wie sich die Nation als Bewahrerin des Gottesheiligtums in der sorgsam gehüteten Reinheit des Einzellebens, der Loyalität des menschengesellschaftlichen Verkehrslebens und als Grundlage des Ganzen, in der Lauterkeit des Familienlebens zu bewähren habe. Sie zeigt, wie das Leben dieses Volkes in allen diesen Beziehungen sich unter dem prüfenden Gottesauge zu vollenden habe, wie es aber dann auch des Gottesschutzes und des allem fürsorgenden Gottessegens sich versichert halten dürfe. Das Prophetenwort führt uns in eine Periode, wo Jissroél sich dieses Gottesschutzes verlustig gemacht, wo es vierzig Jahre dem schweren Drucke der benachbarten Philistäer preisgegeben worden war, weil es nach wiederholten Rettungen wiederum fortgefahren hatte, das in Gottes Augen Böse zu tun.
Auf der andern Seite aber bietet es auch Parallelen. Es zeit die unmittelbar auf die Einzelpersönlichkeit gerichteten Gottesvorsehung in der Sendung an die Gattin Manoachs, zeigt die hohe Bedeutung der Reinheit und des auf Gott gerichteten Sinnes schon der Mutter für die seelische Ertüchtigung der ungeborenen Menschenknospe, zeigt die Bedeutung endlich auch des bescheidensten Einzellebens für die Gesamtheit.
Es ist eine trübe Zeit, in deren Dunkel und durch die Mitteilungen des Buches der Richter nur einzelne Einblicke gewährt werden. Das Unglück hat jedenfalls seine läuternde Wirkung auf Jissroél ausgeübt, und ihm wieder zum Bewußtsein gebracht, von wem allein es Hülfe und Rettung zu erhoffen habe. Die Haftora zeigt uns nun, wie diese Rettung sich als unmittelbares Gotteswerk darstellt, wie sie in der Person des zum Gotteswerkzeugebestimmten Helfers von langer Hand vorbereitet war, wie bereits die Mutter des Ungeborenen sich seine spätere Bestimmung in ihrer Lebensführung zu vergegenwärtigen hatte. Noch eins. Dan war der politisch unbedeutendste Stamm. Sein Stammland war eine kleine, teilweise von dem mächtigen Juda umschlossene Enklave. Es dürfte nicht ohne Bedeutung sein, daß die hier verkündete Hilfe aus dem bescheidenen reinen Hause gerade einer dem kleinsten Stamme angehörigen Familie hervorgehen sollte. Vorübergehend freilich, wie die stets wankendeTreue, war auch die durch Simson gewirkte Hilfe, dessen durch Gott verkündete Geburt uns das Prophetenwort mitteilt.
(Die Haftoroth übersetzt und erläutert, Frankfurt am Main 1896: S. 250 -253Kommentar zu Richter Kap 13 V.2 )
Rabbiner Dr. Salomon BREUER zur Wochenabschnitt NOSSAU
Rabbiner Dr. Salomon BREUER
(1850 1926)
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Belehrung und Mahnung zur Wochenabschnitt
NOSSAU (Auszug)
Die Fürstenspenden waren aber Gott auch so wertvoll wie die Bundestafeln, von denen es heißt: מזה ומזה הם כתובים Die Gesetztafeln waren von hier und hier beschrieben, d.h. die Schrift durchdrang den Stein, und doch konnte man die Schrift מזה ומזה von beiden Seiten lesen (Sabbat 104), die Tafeln besaßenkeine Kehrseite, die Schrift konnte auf beiden Seiten in der gleichen Form und Folge der Buchstaben gelesen werden. Damit aber bot sich uns Gottes Thora als das Gut dar, das keine Kehrseite kennt.
אין טוב אלא תורה Nur der Thora kommt, so meinen die Weisen; das Prädikat טוב zu. Jedes andere Gut auf Erden, mag es noch so gut erscheinen, hat auch seine Kehrseite, die dem Gut Abbruch tut; nur die Thora ist טוב, mag man von welcher Seite immer an ihre Würdigung herantreten, sie erweist sich als das einzig wahrhaft beglückende und beseligende Gut, das Gott fürs Leben gereicht hat.
In Mischle (10,22) heißt es: ברכת ה' היא תעשיר ולא יוסף עצב עמהGottes Segen, der macht reich und ist nicht von gesteigerter Entsagung begleitet. Wir glauben diesen Vers zu verstehen. Reichtum gilt nach der allgemeinen Auffassung als ein beglückendes Gut, und doch hat Reichtum auch sein עצב, seine Entsagung bereitende Kehrseite: "מרבה נכסים מרבה דאגה" Je mehr Besitz, desto größer die Sorge (Aboth 2,8) und והשבע לעשיר איננו מניח לו לישן (Koh. 5,11) selten schläft der große קצין den sorglosen süßen Schlaf. Das עצב, von dem der Reichtum in der Regel begleitet ist, zeigt sich aber noch in anderen Erscheinungen. קשה פרנסה כפלים כלידה meinen die Weisen (מ"ר בראשית) Die Ernährung des Menschen ist doppelt so schwer wie seine Geburt. בלידה כתיב בעצב תלדי בנים, ובפרנסה כתיב בעצבון תאכלנה. Bei der פרנסה ist die Entsagung viel größer als bei der Geburt, von der Geburt heißt es בעצב, von der פרנסה jedoch בעצבון.
עצב (s. Komm.das.) bezeichnet das schmerzliche Gefühl der Entsagung, der Verzichtsleistung, בעצב תלדי בנים unter Entsagung, unter Verzichtsleistung, unter Aufopferung ihres Selbst gibt die Mutter dem Kinde das Leben. Doch hört dieses עצבmit der Geburt des Kindes auf. Anders verhält es sich in der Regel bei der פרנסה. Unter Entsagung ringt der Mensch um seine פרנסה, nur daß dieses עצבוןbei gar vielen nie aufhört, sich vielmehr in dem Maße steigert, als seine entsagungsvollen Bemühen der Erfolg nicht ausbleibt. אין אדם מת וחצי תאותו בידו, יש לו מנה רוצה מאתים Kein Mensch stirbt so, daß er auch nur ein Teil seiner Sehnsucht gestillt hätte, denn hat er Hundert erreicht, so geht sein Verlangen schon nach Zweihundert.
Und doch braucht das nicht zu sein. Es gibt einen Reichtum, es gibt ein Streben nach פרנסה, das von עצבון nicht begleitet ist. Wer in פרנסה, im materiellen Besitz ברכת ה', von Gott gewährten Segen erblickt, zu dessen Erringung Menschen nur das Ihrige tun können und tun sollen, wer materiellen Besitz aus Gottes Hand empfängt, um ihn, ob viel oder wenig, in den Dienst von Gott gewollter Thorazwecke zu stellen dessen Streben nach Besitz kennt kein עצבון, er leistet voll und ganz das Seine und weiß sich beglückt und zufrieden mit allem, was Gott ihm versagt: ברכת ה' היא תעשיר ולא יוסף עצב עמה Gottes Segen allein macht wahrhaft reich, kennt kein עצב, das sonst mit zunehmenden Besitz nur wächst.
Da treten die Fürsten Jissroéls mit ihren Weihegaben an Gottes Altar hin und geloben ihr Hab und Gut in den Dienst der Thora, von Gott gewollter Ziele zu stellen, ein jeder איש כמתנת ידו כברכת ה' den ihm Gott verliehenen Segen der Verwirklichung der Forderungen zu weihen, die Gott vom jüdischen Leben erwartet ein solcher Reichtum hat Teil an dem Gut, das Gottes Thora uns bedeutet, solcher Reichtum hat keine Kehrseite, kennt kein עצבון, beglückt seinen Besitzer wie das טוב, das ihm die Thora gewährt. Und heißt es, meinen die Weisen von den Gesetztafeln מזה ומזה הם כתובים, so heißt es auch hier זה קרבן נחשון וגו' זה קרבן נתנאל וגו'.
Quelle: Rabbiner Dr. Salomon BREUERBelehrung und Mahnung vierter Teil Numeri J.Kaufmann Verlag Frankfurt am Main 1935 S. 9- 17
Rabbiner Dr. Rafael BREUER: Vorwort zur Erläuterung Megillas Ruth
Rabbiner Dr. Raphael BREUER
(1881-1932)
רות
Vorwort zur Erläuterung der
Megillas Ruth: Zurück zur Bibel!
So müsste der aufrüttelnde Weckruf lauten, die Schläfer aus ihrem Schlafe, die Gleichgültigen aus ihrer Gedankenlosigkeit zu reißen. Denn was nützt am Ende alles Reden und Schreiben, was nützen Versammlungen und Vereine, was nützt aller Glanz einer geräuschvollen Repräsentation, was nützen alle Beschwichtigungsmittel apologetischer Vielgeschäftigkeit, solange noch fort und fort vom Gipfel des Horeb es grollt und zürnt: אוי להם לבריות מעלבונה wehe den Menschen ob der kränkenden Verschmähung der Thora! Es ist alles umsonst. Und wenn es uns mit vereinten Kräften meisterhaft gelänge, bis in die letzten Details den unwiderleglichen Nachweis zu führen, daß die verderblichen Einflüsse, die von ringsher auf den jüdischen Menschen der Gegenwart einstürmen, denkwidrig und darum nichtig seien, so wäre damit fürwahr noch nicht ein Tausendstel des apologetischen Segens erreicht, der in jener unvergleichlichen Andacht enthalten ist, mit der unsere Alten in der Bibel lasen. Mehr als je tut darum in unseren Tage dem jüdischen Volke ein Untertauchen in das verjüngende Element wahrer jüdischer Wissenschaft not. Wo dieses Element zu finden ist, kann heute angesichts der niederschlagenden Feststellungen zionistischer Aufklärungsarbeit, umso weniger zweifelhaft sein, je kläglicher von Tag zu Tag sich diejenige Wissenschaft, die sich mit Vorliebe als Wissenschaft des Judentums begreift, für die Aufgaben einer jüdischen Massenerziehung als impotent erweist. Aber auch nationale Selbstbesinnung, dieses populärste Heilmittel für den uns aus tausend Wunden blutenden jüdischen Volkskörper, wird immer ein trügerisches Phantom bleiben, solange sie die Assimilation anders zu besiegen hofft, als durch die Wiederherstellung des Zusammenhanges mit dem Geiste unserer großen Vergangenheit. Diesen Zusammenhang vermögen uns nur Bibel und Talmud zu vermitteln. Nur wenn es gelingt, zum Quell der Reinheit und Verjüngung, aus welchem die Ahnen Kraft und Mut geschöpft, jedem fremdartigen Stoff den Eintritt zu verwehren und im Herzen der Jugend, wenn sie die Bibel liest, jene ursprüngliche Andacht zu erwecken, wie sie die Alten zierte, können wir hoffen, daß sich das alte Judentum in den breiten Volksmassen erhalten und nicht in die einsamen Gelehrtenstuben flüchten werde, wo die letzten Zeugen einer längst versunkenen Zeit in wehmütigem Anachronismus das Vätererbe hüten.
Mit der Bearbeitung der fünf Megilloth, denen sich, wenn Gott Kraft und Muße spendet, die übrigen Teile der Bibel, soweit sie noch nicht eine entsprechende Behandlung erfahren haben, anreihen sollen, möchte ich mithelfen, diese Andacht aufs neue zu beleben [1].
Inhalt, Charakter und Zweck des Buches Ruth ergeben sich aus dem Verfolg der Erzählung selbst[2]. Auch die Fülle der ethischen Gedanken und psychologischen Beobachtungen, die das Buch in seltener Feinheit bietet, vermag nur in Zusammenhang der Erzählung nach Gebühr gewürdigt zu werden und, wie es die Alten taten, nur an der Hand der talmudischen Überlieferung. Nur demjenigen, der sich der kundigen Führung der jüdischen Weisen anvertraut, werden sich die stillen Schönheiten dieses Buches in ihrem ganzen unvergleichlichen Reiz erschließen. Von ihnen geleitet, wird er sich sagen: Wenn Herder vom Buche Ruth mit Worten voll Bewunderung spricht und Goethe es in westöstlichen Divan das lieblichste kleine Ganze, das episch und idyllisch überliefert worden nennt, bis zu welcher Überschwänglichkeit hätten sie erst ihren Lobspruch gesteigert, wäre es ihnen vergönnt gewesen, gleich dem jüdischen Volke dies liebliche Idyll im Lichte der rabbinischen Überlieferung zu schauen.
Wo ohne nähere Angabe des Ortes rabbinische Aussprüche citirt sind, ist Midrasch Rabba zu Ruth, wo vom Commentar die Rede ist, sind die bezüglichen Schriften Rabbiner Samson Raphael HIRSCHs זצ"ל gemeint.
Im Geiste der Alten war ich bestrebt, dieses Buch zu schreiben. Im Geiste der Alten möchte es gelesen werden.
Frankfurt am Main, im Ijar 5668
Raphael BREUER
Die fünf Megilloth übersetzt und erläutert von Rabbiner Dr. Raphael BREUER Zweiter Teil: Ruth Vorwort
Zweite Auflage Frankfurt am Main Verlag vonA.J. HOFFMAN 1908
[1]Nicht minder wichtig, nur mit größeren Schwierigkeiten verknüpft, ist das Werk dieser Neubelebung auf speziell talmudischem Gebiet. Hier gälte es, den Geist der talmudischen Dialektik in seiner großartigen Urwüchsigkeit und Naturfrische, zunächst auf dem propädeutischen Wege einer populären Darstellung talmudischer Probleme, weiteren Kreisen zugänglich zu machen. Ich beabsichtige, eine Arbeit herauszugeben, die sich an der Lösung dieser Aufgabe versucht.
[2]Einzelheiten bietet Baba bathra 14 f. Über die liturgische Verwendung des Buches am Thorafeste vgl. ש"ע א"ח 490,9
§ 161. Mauadim (מועדים), Zeitstifte sind Zeiten, die durch ihre Bedeutung uns zu sich rufen, d.h. uns aufrufen, so lange sie währen uns der Erwägung und Beherzigung derjenigen Ideen ganz hinzugeben, die ihnen zu Grunde liegen; so wie מועד räumlich, den Ort bezeichnet, den Menschen zu ihrem bestimmten Versammlungsort, zu bestimmten Zwecken haben, also מועד in der Zeit: ein Zeitpunkt, der uns gemeinschaftlich zur bestimmten Tätigkeit ruft, und dies zwar hier zu innerer. Mauadim sind daher Tage, die, über die andern Tage des Jahres hervorragend, uns hinausrufen aus unserm täglichen Leben, Halt zu machen, und alle unsere Geistes- und Lebens-Richtungen ihnen zu weihen. In sofern ist auch Schabboss und Jaum Kippur Mauéd.
Bedeutung von Schowuauß (שבועות): Gründung des Jissroél-Geistes, Denkmal für die Offenbarung der Lehre, mit welcher Gott, der Jissroél durch körperliche Freiheit zum Volksdasein berufen, nun den befreiten Volkskörper zum Träger seiner Lehre berief, und so geistig vollendete, was körperlich in Mizrajim begonnen: Denkmal für Gesetzesoffenbarung am Ssinai. Lebensbegründung. (aus §165)
Jahreszeitbeziehung: Schowuauß, das Denkmal der geistigen Vollendung des mit Péßach Neugeschaffenen, ist an die Zeit der ersten Sommerreife des im Frühjahr Neuerweckten geknüpft. (aus § 166)
Was Schowuauß gründet: Göttlichkeit und Ewigkeit der Lebenslehre, die Jissroél als Offenbarung eben dieses Berufs zur Bewahrung und Erfüllung in Händen trägt. (aus § 168)
Schowuauß: Lehren: Allgemein: Gott, in Natur und Menschheit alles seiner Bestimmung fördernd, die Menschheit zu ihrer Bestimmung erziehend, Menschentat als seines Willens Dienerin erziehend, und dafür diesen seinen Willen offenbarend. Besonders: Jissroéls Gesetzgeber der alleinige Gott. Jissroéls einziger Beruf: Träger und Erfüller dieser göttlichen Lehre zu sein, und darin Priesterreich, heilig Volk. Thauroh: von Gott, Jissroéls Boden. Entschluß:Mehr als an deinem Leben, zu hangen an dieser Thauroh, zu deren Erfüllung dich Gott im Hause Jissroéls geboren werden ließ. יראה(aus § 169)
WERKVERBOT: Siehe §171 bis §177
Aus Kap. 23 S. 76 bis 86
חורבVersuche über Jissroéls Pflichten in der Zerstreuung, zunächst für Jissroéls denkende Jünglinge und Jungfrauen4.Auflage Ff/M Verlag von J. Kaufmann 1909
Auszüge aus seinem Kommentar zurWochenabschnittBemidbar
Kap. 1, V.2Nehmet die Gesamtsumme der ganzen Gemeinde der Söhne Jisraels auf nach ihren Familien, nach dem Hause ihrer Väter, mit Zählung der Namen, alle Männlichen nach ihren Köpfen.
Kap.1, V.2:Diese Tatsache, daß die Gesamtnation immer als ein Haus, als בית ישראל, als Söhne Eines Mannes, als בני ישראל, angeschaut und genannt wurde, und andererseits innerhalb dieser einen Einheit gesonderte und doch derselben sich unterordnende und von ihr umfasste, besondere Einheiten, בתי אבות, משפחות erhalten und in Beachtung bleiben, bietet die Eigenart der jüdischen Nationalität.Durch die Auffassung der Nation als Haus Jisraels und aller Nationalen als Söhne Jisraels ist der Begriff der jüdischen Nation davor geschützt, als gegenstandslose Einheitsidee sich zu verflüchtigen oder in die Scheineinheit einer Elitenrepräsentanz als Fiktion sich zu retten, wird er vielmehr wesentlich immer und immer in der vereinten wirklichen Allheit seiner Glieder gedacht, die durch ein gemeinsames Innere eins sind, und deren jedes ein konkretes Teil dieser Einheit darstellt. Auch als die Nachkommen des einen jüdischen Mannes Jisrael zu sechsmalhunderdtausend Männern angewachsen waren, waren sie allenoch Glieder Eines Hauses, Söhne Eines Mannes, Ein Gepräge in Geist und Herz, eine Aufgabe, ein Geschick als Erbschaft durch die Jahrtausende tragend. Und mitten in dieser Grundeinheit und unter deren Einfluss die größte Mannigfaltigkeit in Stammes- und Familieneigentümlichkeit geflissentlich gepflegt, auf daß wie wir dies bereits wiederholt im 1 B.M. angedeutet die Eine große Menschenbestimmung, wie für das Gottesgesetz gezeichnet, unbeirrt durch jede Besonderheit, in der ganzen Mannigfaltigkeit der Charaktere, Anlagen, Berufsarten und Lebensstellungen, für die Gesamtmenschheit mustergültig zur Verwirklichung komme. Jeder Stamm in seiner Besonderheit und jede Familie in ihrer Eigenart haben, die gemeinsame Aufgabe des Hauses Jisraels in ihrer Besonderheit und Eigenart zu verarbeiten und erziehend und bildend auf ihre Glieder und in ihren Gliedern zu vererben.
V.48 Gott sprach nämlich zu Mosche:
V. 48: Wir haben bereits zu V.2 angemerkt, wie dem Begriff עדה wesentlich das Merkmal der Gemeinsamkeit einer Bestimmung innewohne, die Grund und Zweck der Gemeindeeinheit bildet, ein Einigungselement, das für die jüdische Volksgemeinde nichts anderes als das Gottesgesetz ist. daß das Gesetz nicht aus dem Volke, sondern an das Volk, nicht menschlich irdischen, sondern göttlichen Ursprungs und das unantastbar hoch aufgestellte Ideal war und ist, das jeden in Israel und Israel insgesamt mit ewig göttlicher Kraft zu sich hinan in seine Kreise ziehen soll, zu dem wir aber nimmer in solcher Gemeinsamkeit treten können, daß wir es antastend zu meistern vermöchten. Durch diesen Fernkreis blieb das Gesetz das Ewiggegebene, Ewiganziehende und doch nimmer in uns Aufgehende, vielmehr beherrschend uns in die von ihm gezeichneten Bahnen weisend und haltend.
V.51 Bricht die Wohnung auf, so haben die Leviten sie abzuschlagen, und soll die Wohnung Stätte nehmen, so haben die Leviten sie aufzurichten: der Fremde, der naht,ist todesschuldig.
V.51: Jeder Nichtverpflichtete war ein Nichtbefugter, war ein זר, so sehr, daß selbst der Levite nur zu der in Folge der Arbeitsteilung im überwiesenen Leistung befugt und der Übergang von einer Funktion zur andern verpönt war, נקיטינן משורר ששיער בשל חברו במיתה (Arachin 11b).
Am sechsten Tage des Monatsסִיוָןfeiern wir das Wochenfest, שָבוּעוֹת, das so genannt wird nach der Zahl von sieben Wochen, die von der zweiten Nacht des Peßachfestes an bis zu diesem Feste gezählt werden. Dasselbe dauert zwei Tage.
Nach seiner geschichtlichen Bedeutung hat dieses Fest auch den Namen יוֹם מַתּן תּוֹרָה, Tag der Gesetzgebung, denn es erinnert uns an den großen, ewig bedeutungsvollen Tag, an welchem Gott unter Donner und Blitz auf dem bebenden Sinai Sich offenbarte und dem am Fuße versammelten Volke Jissroél die heiligen zehn Gebote verkündete? Zu diesem bedeutungsvollen Tage sollten sie sich nach dem Befehle des Herrn durch eine dreitägige Vorbereitung würdig machen, die heute unter dem Namen ְשׁלשָה יְמֵי הַגְבּלָה die drei Vorbereitungstage bekannt sind.
Das Wochenfest soll in unserem Herzen stets von neuem das Pflichtgefühl erwecken unddas Gefühl der innigsten Dankbarkeit gegen unsern himmlischen Wohltäter für das kostbare Geschenk der Thora, welche Moses an diesem Tage von Gott empfangen und für alle Zeiten Jissroél übergegeben hat.
Quelle: J.H. KOHN Bibel- und TalmudschatzEin Buch für die jüdische Familie. Hamburg 13 Aufl. 1931 S. 290
Die allerbeste
Anschrift zur Bestellung von antiquarische Judaica
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH aus dem Kommentar zur Wochenabschnitt Bemidbar
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH
(1833 1900)
הפטרת פרשת במדבר
Aus dem Kommentar zur Haftoro des Wochenabschnittes Bemidbar
Hosea, Kap. 2, Vers 1 und folgende
Kap. 2, V.1 Nicht: בני ישראל, sondern מספר בני ישראל. מספר bezeichnet stets ein verhältnismäßig kleine, beschränkte Anzahl. Vergl.והיו מתיו מספר 5 B.M. 33, 6 Jissroél ist ja an sich das kleinste unter den Völkern, und von ihm gingen ja zehn Stämme, also fünf Sechstel für unseren Blick gänzlich verloren, und das eine Sechstel sollte in den völkergeschichtlichen Stürmen wiederholt decimiert werden. Also nicht die materielle Zahl verleiht ihm Bedeutung. Gleichwohl werden diese materiell so winzigen Nachkommen Jissroéls unter die Völker so bedeutsam werden wie der Sand des Meeres, der, unscheinbar in seinen einzelnen Bestandteilen, nicht gemessen und nicht gezählt wird, und dennoch den mächtigen Schutzwall bildet gegen die anstürmenden Meeresfluten. So werden Jissroéls unter die Völker zerstreuten Söhne einst inmitten der Menschheit als Träger der ewigen welterlösenden Wahrheit von dem einen freien Gotte und dem reinen freien Menschen die mächtige Schutzwehr bilden, hinter welche die zwischen der Scylla des blinden Dogmenglaubens und der Charybdis des öden Materialismus hin- und hergeschleuderte müde Menschheit einst Zuflucht und Erlösung finden wird. Wenn erst die zerstreuten Söhne Jissroéls durch die trübe Erfahrungen des Exils zu bewussten Trägern dieser Wahrheit erzogen sein werden, so wird ihre Erhaltung, vor allem aber ihr sittenreines, der Übung der Nächstenliebe und der Gerechtigkeit geweihtes Leben so von den Menschen erkennen lassen als Söhne des lebendigen Gottes. Das והיה במקום וגו' steht im Zusammenhang und abschließenden Gegensatz zu V.9 des ersten Kapitels. Dort war dem Propheten geboten, den Namen seines jüngsten Kindes zur steten Mahnung des Volkes לא עמי zu nennen: denn ihr seid mein Volk nicht mehr und Ich werde euch nicht sein, d.h. werde mich lange nicht von euch finden lassen. Diese zeitweilige Trennung hat, wie hier gezeigt wird, nur den Zweck der einstigen und dann ewigen Wiedervereinigung.
V.2 ונקבצו וגו' Diese von Juda und den wiedergewonnenen Jissroél einmütig vollzogne Wahl eines Oberhauptes gehört der fernen Zukunft an. Das ergibt sich auch aus den Worten: כי גדול יום יזרעאל, denn hier ist offenbar nicht an das V.5 des vorigen Kapitels genannte Jisreel gedacht; die Stätte blutiger Siegesherrlichkeit Jehus, unheilvollen Andenkens. Sondern Jisreel zusammengesetzt aus יזרע אל; bezeichnet das Jissroél des Exils in seiner weltgeschichtlichen Bedeutung als die unter die Völker hinausgestreute Gottessaat, die in der Zeiten Fülle einst aufgehn wird zum eigenen und zu der Menschheit Heile.
V.3 אמרו לאחיכם וגו' Bereits im ersten Kapitel war bei der Namensbestimmung der Tochter des Propheten לא רחמה, Sie findet kein Vatererbarmen (V.6) scharf unterschieden worden zwischen der israelitischen Gesamtheit, als dem grundsätzlich Gott entfremdeten Staate, und dessen einzelnen Gliedern. Diesem Staate als solchem war das Vatererbarmen abgesprochen, weil und solange er von dem Vater nichts wissen wollte. In Beziehung auf die Einzelnen aber hieß es: Wohl aber werde ich ihnen, den Einzelnen, verzeihen. Diese Unterscheidung wird nun hier weiter ausgeführt. Unser Vers enthält die Warnung an die auch in Jissroél treu gebliebenen Einzelnen, ihre verirrten Brüder und Schwestern nicht zu verdammen oder sie ihrer Bestimmung für verlustig zu halten.
V.4. ריבו וגו' Wohl aber werden diesen Einzelnen aufgefordert zum Kampfe gegen den grundsätzlich abgefallenen Staat, der als die Mutter und später, V.7, als die Lehrerin des Abfalls bezeichnet wird, die gänzlich jenes Band zerrissen, mit dem Gott einst am Sinai Jissroél mit sich vereinigt. Dieses Verhältnis Jissroéls zu Gott wird im Gottesworte in seiner ganzen Innigkeit stets unter dem Bilde von der Ehe gefaßt, also des Verhältnisses der Gattin zum Gatten, deshalb sind auch die Bezeichnungen des Treubruchs gegen Gott mit denen des Treubruchs in der Ehe deutlich. Hier:.נאפופיה ,זנוניה ותסר וגו': Kämpfet, auf daß sie ihren Abfall nicht mehr als Höheziel im Auge haben und ihren Treubruch nicht mehr als Emanzipation vom Gesetze, als kostbare Errungenschaft am Busen hege. Denn die Rückkehr zu Gott und seinem Gesetze ist der einzige Weg zur Erhaltung des Staates und zur Rettung vor dem Exil.
V.5 פן אפשיטנה ערומה Wenn die israelitische Gesamtheit fortfährt, Selbständigkeit und Besitz, also die Güter, die ihr nur zur freien Erfüllung des Gottesgesetzes verlieh sind, vergöttert und zu einem Gott entfremdeten Leben zu missbrauchen, so bleibt Gott nur übrig, ihr denselben zu entziehen und sie in dieselbe Armut zurückzuwerfen, in der Jissroél sich am Tage seiner volksgeschichtlichen Geburt befand.
V.6 ואת בניה: ihrer Kinder, derer, sich als Kinder dieses grundsätzlich abgefallenen Gesamtheit begreifen, werde ich mich als meiner Kinder nicht erbarmen, כי בני זנונים הם, denn sie stehen ja auf dem Boden des grundsätzlichen Abkehr von Gott.
V.7 כי זנתה אמם וגו'. אמם ist zugleich הורתם. Indem ihre Mutter die Treue brach, hat sie, indem sie ihre Kinder in den Principien des Treubruchs erzog, dieselben ihren Hoffnungen getäuscht. מאהבי, nicht: אוהבי. Der Piel bedeutet: die Liebe äußerlich bezeichnen.Der Boden und die in ihm lebendigen und auf ihn wirkenden Naturkräfte sind diese Liebe und Freundschaft betätigenden מאהבים. Die herrschende Mehrzahl in Jissroél hatte diese Kräfte, die in Wahrheit nur den Willen Gottes vollstreckende Diener sind, in gottvergessenem Sinne für die Herren gehalten. Ihre Kinder waren unter dem Einfluße der Lehren herangewachsen, zum irdischen Glücke genüge es, in rationeller Weise den herrschenden Naturkräfte Rechnung zu tragen, und sie mit Fleiß und Ausdauer den eigenen Zwecke dienstbar zu machen, dies ist das אחרי, Folge leisten, auf ethische Momente, auf die Befolgung des göttlichen Willens komme es nicht an. Damit aber: הובישה, hatten sie ihren Kindern schwerste Enttäuschung bereitet.In diesem ganzen Vorstellungskreise war die jüdische Fundamentalwahrheit vergessen worden, die das jüdische Volk und sein Geschick von den Daseinsbedingungen aller anderen Völker spezifisch scheidet. Das Dasein aller anderen Völker ist an den gemeinsamen Boden geknüpft, und erst aus dem nationalen Zusammenleben erwächst ihr Recht und ihr Gesetz. Deshalb hat ihr geschichtliches Dasein ein Ende, sobald sie den gemeinsamen Boden verlieren. Jissroéls Boden jedoch ist das Gottesgesetz. Durch dieses Gesetz ward des zum Volke in der Wüste, bevor es den nationalen Boden erhielt, ja dieses Land selbst erhielt es nur zu dem ausgesprochenen Zwecke der Erfüllung dieses Gesetzes. Deshalb war auch sein Volksdasein nicht an die Dauer seines Landesbesitzes geknüpft, und des bildet bis auf den heutigen Tag das einzig dastehende weltgeschichtliche Wunder der Forterhaltung eines unter alle Völker zerstreuten Volkes, nachdem es bereits Jahrtausenden den gemeinsamen Boden verloren. Dieser Verlust aber mußte eintreten, nachdem der Bodenbesitz und seine Güter als höchste Ziele vergöttert, das Gottesgesetz jedoch als lästig zu ihrer Erreichung und störend in ihrem Genusse verachtet worden war. Dieser Verlust selbst war zur Wiedergewinnung Jissroéls notwendig. Das hatten die damaligen Aufgeklärten in Jissroél nicht erkannt, das war die verhängnisvolle Täuschung, die sie ihren Kindern bereiteten, und das ist der Gedanke, der im Folgenden ausgesprochen wird.
(Die Haftoroth übersetzt und erläutert, Frankfurt am Main 1896: S. 241 -249Kommentar zu Hosea Kap 2 V.1 )
Rabbiner Dr. Salomon BREUER zur Wochenabschnitt BEMIDBAR
Rabbiner Dr. Salomon BREUER
(1850 1926)
במדבר
Belehrung und Mahnung zur Wochenabschnitt
BEMIDBAR
Die Thora wurde in Feuer gegeben. מגיד שהתורה כולה אש מאש נתנה ובאש נמשלה מה דרכה של אש שאם קרב אדם אצלה נכוה, רחק ממנה צנן, כך אין לו לאדם אלא להתחמם כנגד אורן של חכמים Das will lehren, aß die Thora ihrem Wesen nach Feuer ist, aus Feuer gegeben, dem Feuer verglichen: wie wenn jemand dem Feuer zu nahe kommt, er sich verbrennt, wenn er sich ihm nicht fernhält, er erkaltet, so bleibt uns Menschen nichts anders übrig als uns am Feuer der Weisen zu erwärmen.
מימינו אשדת למו Aus Seiner Rechten ward ihnen ein Feuergesetz (Deut. 33, 2) תורה שנתן הקב"ה למשה אש לבנה חרותה באש שחורה (ילקוט)Die Thora, so erklären die Weisen, die Gott Mosche gegeben, ist weißes Feuer, das in schwarzes Feuer eingegraben ist. Der Gedanke dürfte klar sein. Vom Feuer geht eine Doppelwirkung aus, eine heilsame, aber auch eine verheerende. Das Feuer spendet Licht und Wärme und erweist sich im Haushalt der Natur als die unentbehrlichste Lebensquelle des Menschen. Das Feuer kann freilich auch zerstören, vernichten. In seiner zerstörenden Wirkung ist es das schwarze Feuer, das seine Opfer zur Schwärze verkohlt, weiß in seiner wärmenden und leuchtenden Kraft. Soll es dem Menschen als Segensquelle dienen, dann darf man sich ihm sich ihm nicht unvorsichtig nähern, es nicht unmittelbar erfassen wollen, sondern nur mit entsprechenden Schutz- und Vorsichtsmaßnahmen auf sich wirken lassen. Das gleiche gilt von unserer göttlichen Thora. התורה נתנה באש Sie will uns Feuer sein, als unsere Licht und Wärme spendende Lebensquelle sich erweisen: כי נר מצוה ותורה אור Doch nimmer darf sich ihr der Mensch unmittelbar nahen, soll von ihr nicht, statt uns zu erleuchten und zu erwärmen, Unheil ausgehen, wie das göttliche schwarze Feuer noch immer jeden kecken Versuch, es ohne die gebotene Schutz- und Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen, ahndete כי ה' אלקיך אש אכלה הוא א' קנא Denn Gott, dein Gott, ist ein zehrendes Feuer, Gott, der sein Recht fordert. (Deut. 4,24).
ושמרתם! ושמרתם את משמרתי עשו משמרת למשמרתי! Mit der immer wiederkehrende Mahnung, auf der Hut zu sein, reichte Gott sein Feuergesetz seinem Volke und verpflichtete die Führer unseres Volkes, durch גדרים וסיגות Vorkehrungen zu treffen, daß das göttliche Gesetz sich uns als אש לבנה Leben und Licht spendend erweise. Weil die Thora ihrem Wesen nach Feuer ist und daher, wer ihr zu nahe kommt, sich verbrennt und wer undsich entfremdet, erkaltet, deshalb bleibt uns gar nichts über als uns an dem Feuer der Weisen zu erwärmen.
מימינו אש דת למו Von vorneherein ward die Thora als אש דת gegeben. דת als Bezeichnung für Thora kommt in תנ"ך nicht vor; nur im Buche Esther, dort aber als Bezeichnung einer von menschlicher Kraft erlassenen Weisung; rabbinisch bezeichnet דות eine zur Aufnahme von Wasser bestimmte, von Menschenhand erbaute Cisterne (s. Komm. Das) Wir wagen daher die Erklärung: מימינו אש דת למו Die Thora ward ihnen als ein in Behälter zu fassendes Feuer gegeben; mit der Verpflichtung zur שמירה ward ihnen die Thora gegeben. Wohl ist dieses דת, sind die schützende und bergenden Gefäße,durch die allein die Thora von uns hingenommen und verwirklicht werden kann, uns von unseren Weisen gereicht worden, allein durch die immer wiederkehrende Mahnung zur שמירה haben uns von vornherein alle die Bestimmungen, die sich als Gefäße des Thorafeuers uns erweisen, göttliche Sanktion erhalten: denn als אש דת als ein Feuer, das nurdurch schützende und bergende Gefäße von uns gehandhabt werden kann, reichte und Gott seine Thora. אשדת ist als ein Wort geschrieben, wird aber in zwei Wörtern gelesen (כתיב חד וקרי תרין): wohl ist das דת vom אש zu scheiden, da dieses דת uns von unseren Weisen gereicht wird; dennoch aber bildet אשדת eine untrennbare Einheit, da das אש ohne דת nicht denkbar ist, soll sich das Gottesfeuer uns nicht als verzehrendes אש שחורה erweisen. In diesem Sinne sprechen daher die Weisen: Diese Thora ist weißes Feuer, eingegraben in schwarzes Feuer; heißt es doch: מימינו אשדת למו Und deshalb wurde uns die Thora in Feuer gegeben תורה ניתנה באש.
Quelle: Rabbiner Dr. Salomon BREUERBelehrung und Mahnung vierter Teil Numeri J.Kaufmann Verlag Frankfurt am Main 1935 S. 1-8
Samson Raphael HIRSCH: Aus dem kommentar zur Wochenabschnitt BECHUKAUSSAI
בחקתי
Aus dem Kommentar von Rabbiner Samson Raphael HIRSCH zur Wochenabschnitt BECHUKAUSSAI
Kap.26 V.42Dann gedenke ich meines Bundes Jakob; und auch meines Bundes Jizchak und auch meines Bundes Abraham gedenke ich, und des Landes gedenke ich.
Kap. 26,V.42 וזכרתי את בריתי וגו' Es heißt nicht: בריתי עם oder את יעקב u.s.w. sondern: בריתי אברהם, בריתי יצחק, בריתי יעקב. Offenbar ist es also nicht der Bund mit Jakob u.s.w. sondern, Jakob, Jizchak, Abraham sind Apposition zu בריתי, es gibt einen Gottesbund der Jakob, einen Gottesbund der Jizchak, einen Gottesbund der Abraham heißt. Ähnlich wie 4 B.M. 25,1: הנני נותן לא את בריתי שלום, wo שלום der Gottesbund ist, den Gott dem Pinchas übergibt. Der ברית, das ist ja die absolute Gottesbestimmung (siehe 1 B.M. 6,18), die שלום heißt, das ist der Friede der trotz aller entgegenstehenden Wirrnissen auf Erden, doch nach Gottes Bestimmung die endliche Gestaltung der Dinge auf Erden bilden soll, den hat Gott nicht der feigen und feilen Konnivenz sondern, dem redlich für das Rechte mit selbstvergessenem Mute einstehenden Pinchaseifer anvertraut. So hat die Entwicklung der jüdischgeschichtlichen Bestimmung Gott einen ברית gestiftet, der Jakob, einen ,ברית der Jizchak, und einen ,ברית der Abraham heißt. Alle dreie, Abraham, Jizchak und Jakob, war Gott nahe, aller dreier Geschick war von Gott geleitet und bedeutsam für die Begründung ihres Volkes, und doch hatte jeder von ihnen eine andere Weltstellung. Wie nach der Überlieferung Abraham das Morgengebet, Jizchak das Minchah- und Jakob das Nachtgebet gestiftet, so entspricht auch die Weltstellung des Geschickes eines jeden derselben diesen Tageszeiten. Abrahams Geschick erscheint in steigendem Lichte; beglückt und reichgesegnet in allem und durch alles stand er, obgleich allein, einer ganzen Welt gegenüber, und sie zu dem Altare des Einen Einzigen berufend, doch unbeneidet und unangefeindet, ja hochverehrt als נשיא אלקים in ihrer Mitte. Jizchaks Weltstellung ist schon getrübt. Mit seinem Wandel vor Gott isoliert, findet er ob seines Gottessegens nur Neid inmitten seiner zeitgenössischen Bevölkerung und wird auf sich selbst und auf sein Haus zurückgewiesen. Mit Jakob zieht endlich nächtlicher Geschickesschatten ein, sein ganzes Leben ist eine Kette prüfungsvoller Verhängnisse, und nur kurz und selten lächelt ihm die äußere Lebensfreude. Und doch sind alle drei die Väter unseres Volkes, alle drei die ersten Träger des Gottesbundes, und Jaakobs harte Weltstellung nicht minder Offenbarung der Gottesnähe im Lebensgeschicke der Menschen als Abrahams leuchtendes Lebensbild. Darum werden sie alle drei hier besonders ברית genannt, und damit dem Volke, dessen Stammeswurzeln sie bilden, die Gottesverheißung mit hinausgegeben, daß auch sein Geschick ein wechselndes, wie der Väter Geschick sein werde, ohne damit aufzuhören, gottnahes Augenmerk der besonderen Gottesführung und Leitung zu sein, und daß wie Abraham, Jizchak und Jakob sie inmitten der Völker im Abrahamsgeschick, in Isaaksgeschick und in Jakobsgeschick sich doch gleichwohl immer als die treuen Söhne des Gottesbundes zu bewähren haben werden.
Im Zusammenhange mit dem vorigen stehen aber bezeichnend die drei Bundesverheißungen in umgekehrter Reihenfolge, es steht der Bund Jaakob zuerst und zwar durch volle Schreibung, מלא, bedeutsam hervorgehoben, und durch den Accent und die Satzbildung als die ganz besonders zu beachtende Hauptverheißung dargestellt, welcher der Bund Jizchak und der Bund Abraham nur mit אף als Erweiterung und Fortsatz sich anschließen.
Mit Beginn des Galuth waren die Söhne des Abrahambundes in das Jaakob-geschick eingetreten. Wenn sie aber, wie des die mit der zweiten Hälfte des V.41 eingeleite andere Seite der Zukunftsalternative vorausgeht, dieses Galuth mit allem seinem Herben, in seiner wahren, reinen, gottnahen Bedeutung als רצוי עונם, als sühnende Tilgung ihrer Vergangenheitsschuld mit Befriedigung begreifen und in bewusstvoller Pflichttreue also lösen, daß sie sich zu dem reinen Gegensatz ihrer früheren Verirrung emporarbeiten: dann וזכרתי את בריתי יעקב, dann werde ich meine Bundesverheißung Jaakob erfüllen, werde mit ihnen sein in allen den langen, langen Galuthnächten, Führung gestalten, wie sie in der Völkernacht als die Sterne opferfreudiger Hingebung an die geistige und sittliche Menschenbestimmung im Leben und Sterben leuchten. Und wenn sie dann genug geduldet und im weltgeschichtlichen Märtyrertum ihre Gesetztreue im Unglück mit ihrem Herzblute in die Blätter der Völkergeschichte eingetragen: dann ואף את בריתי יצחק, dann werden sie nicht umsonst in der Mitte der Völker gelebt und geblutet haben, an ihrem Beispiel lichtet sich der Geist und mildern sich die Sitten der Völker, mit dem andämmernden Völkermorgenist auch die Mitternacht ihres Galuth vorüber, sie fangen an aufzuatmen und aufzublühen auf bis dahin fremdländischen Boden und wie in der Jakobsperiode den Haß, so haben sie jetzt Jizchak den zurückweisenden Neid der Völker (siehe 1 B.M. 26, 14. u. 16) zu dulden, und nun die zweite und für ihr Naturell wahrlich nicht leichte Schule des Galuth durchzumachen:im wachsenden Glücke und einer zwischen Humanität und Neid schwankenden Behandlung der Völker gegenübersich Jizchak gleich in ihrer Eigenart zu erhalten, und unter dem helleren Völkerhimmel die nun reicheren und freieren Kräfte nurin noch gesteigerter Gesetzestreue zu einem noch vollendeteren, vielseitigeren Ausbau ihrer eigenartigen Aufgabe im Galuth, unbekümmert um den sie noch immer isolierenden Völkerneid, zu verwenden. Dann, wenn sie die zweite Galuthprobe, die Treue im Glück, glücklich bestanden: dann ואף את בריתי אברהם אזכור, dann wird ihnen die Abrahamssonne im Galuth leuchten; sie werden Abraham gleich Gott und seinem Gesetze ihre Altäre inmitten der Völker bauen, werden Menschheit, werden Abraham gleich also die ganze Fülle alles Wahren und Guten der zur Erlösungder Menschheit ihnen anvertrauten Gotteslehre an die Völker und für die Völker zur Verwirklichung bringen, weil sie das Volk des Abrahambundes sind, weil sie in Geist und Tat das Gottesgesetz der Menscheiterlösung kennen und üben, und wie Jakobs Nachtkampf mit Esaus Genius nicht endet, bis sich Jakob die segnende Anerkennung von ihm errungen, so werden endlich die lang gehaßte, dann geduteten und beneideten Söhne Jakobs und Jizchaks endlich als Abrahamsvolk inmitten der Völker den huldigenden Anerkennungsgruß empfangen נשיא אלקים אתה בתוכנו! Dann endlich, wenn sie im Galuth alle die Klippen der Völkerfeindschaft, der Völkergunst, des Völkerbeispiels und des Übermuts im Glücke zu überwinden gelernt, an welchen sie einst auf eigenen Boden ihrer Gesetztreue gescheitert, dann erst: והארץ אזכר, dann wenn sie Abraham geworden, werde auch ich die dem Abraham verheißenem Bestimmung des Landes zur dauernde Verwirklichung bringen und sie dem Lande zur endlichen, ganzen Lösung ihrer Urbestimmung als Gottes Gesetzesvolk auf Gottes Gesetzboden wieder schreitenden Stadien wieder zurückgeben. ברית יצחק ,ברית יעקב und ברית אברהם bilden somit die drei fortschreitenden Stadien der Aufgaben, deren Lösung im Galuth die Sühne ihrer Schuld gestaltet und zugleich ihnen die einstige dauernde Rückkehr zum Lande ihrer Selbständigkeit bringt.
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH aus dem Kommentar zur Haftoro Bechukaussai
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH
(1833 1900)
הפטרת פרשת בחקתי
Aus dem Kommentar zur Haftoro des Wochenabschnittes Bechukaussai
Jeremias, Kap. 16, Vers 19 und folgende
Die Sidra enthält die große Geschickesoffenbarung, die sich an uns vollziehen werde, je nach der Gott und seinem Gesetze zugewandten Treue oder Untreue. Das Prophetenwort entströmt einem Manne, der Zeuge der großen Katastrophe, des Untergangs von Tempel und Staat war.
Jedoch ist es nicht ein Wort der Klage, das uns entgegentönt, nicht der auf den Trümmern Jerusalems klagende Prophet ist der Jeremias, dessen Wort wir hier vernehmen. Es ist vielmehr der über die trübe Gegenwart hinausschauende, von schwellendem Hochgefühl erfüllte nationale geistige Heros.
Wohl schaut er alle Kämpfe, alle Verfolgungen, denen sein Volk ausgesetzt sein wird in der Flucht der Zeiten, aber er schaut auch, wie das äußerlich Unterdrückte in Wahrheit der Sieger, und wie die Erhaltung des aller sonstigen Stützen beraubten, nur von Gott getragene Jissroél eine so laute Verkündigung der Wahrheit des von ihm getragenen Gotteswortes sein werde, daß den Völkern endlich die Binde von den Augen sinken und sie erkennen werden, daß von allen Überlieferungen ihrer Väter nur das aus dem Judentum stammende Wahrheit, alles andere Lüge sei.
Kap.16, V.19 אך שקר נחלו וגו' Rückwärts schauend werden die Völker zur Erkenntnis kommen, daß das, was ihre Väter von deren Väter ererbt und auf sie weiter überliefert hatten, Lüge war. Es gibt Traditionen des Wahns. Der bekannte Lessingsche Satz, daß ein Jeder berechtigt sei, den Überlieferungen seiner Väter zu folgen, ist nur in dem Sinne zulässig, daß jeder den anderen zu dulden habe, keiner sich das Recht anmaßen dürfte, zu bestimmen, was der andere für wahr halten solle. Objektiv jedoch birgt der Satz die Verneinung der inneren Wahrheit aller Überlieferungen. Denn wenn es eine Wahrheit ist, daßa = a ist, so kann es nicht gleichzeitig eine Wahrheit sein, daß a = nicht a sei. Hier aber wird die feste Zuversicht aus Jissroéls Seele ausgesprochen, die Wahrheit, auch wenn Jahrtausende mit Feuer und Schwert verfolgt, werde endlich als Wahrheit, und der Wahn, auch wenn Jahrtausende mit Schwert und Feuer behauptet, werde endlich als Wahn erkannt werden.
ואין בם מועיל Sie werden es erkennen, daß ihre Traditionen außer Stande sind, ihren Bekennern das Heil zu begründen.
V.20 היעשה לו אדם אלהים. Denn wie könnten Menschen sich Götter machen, da sie doch selbst nicht Götter sind! Das ist der Riss in die Binde, die seit Jahrtausenden die Augen der Menschen gefangen hält. Ist ja die Binde nichts anderes, als der Wahn, es habe der Mensch sich seinen Gott zu produzieren! Es könnte der Mensch, es könnten die Menschen, es könnte die Menschheit in Allvereinigung, wenn sie nur ihre besten geistigen und materiellen Kräfte einig zusammentäten, sich eine ewige Stütze ihres Daseins, sich einen ewigen Träger ihrer Wohlfahrt, sich den Gott ihres Seins und ihres Heiles schaffen! Diesen ihren Gott sucht die Menschheit, seitdem die Pforten des Paradieses hinter ihnen zugefallen, und sie die Stimme Gottes nicht mehr wandeln hört in dem von Ihm für sie gepflanzten Eden. Diesen Gott sucht der Wilde in seinem Fetisch, sucht der Heide in seinem Bilde, sucht der moderne europäische Denker in dem Prinzipe, auf welches er das schwanke Weltenheil dauernd gründen möchte. Alle vergessen sie, daß nur ein Gott Götter zu schaffen vermöchte, vergessen, daß sie selber nicht Götter, selber nur beschränkte Geschöpfe deß seien, der sie und die Welten schuf, daß die Welt längst vor ihnen und ohne ihnen geschaffen dastehe und alles Weltenheil nur dauernd auf den zu gründen sei, der die Welt und sie geschaffen.Jeschurun III. S.550 f. Wir verweisen auf die dort gegebene Erläuterung dieses Kapitels.
V.21 בפעם הזאתDieser welthistorische Schritt ist die Zerstörung von Staat und Tempel und die Erhaltung des jüdischen Volkes. In dem einen offenbart sich die Gerechtigkeit, in dem anderen die Liebe und Gnade übende Gotteswaltung; Je wird hier ידי, diese גבורתי genannt. In charakteristischem Gegensatz zum Heidentume, das in der Schrecken einflössenden Göttermacht das Hauptattribut ihrer Größe findet, begreift die jüdische Wahrheit gerade das Sein und Kraft spendende, gnadenreich erhaltende Liebeswalten Gottes als eigentliche Offenbarung der göttliche Allmacht. Was jene Rechtswaltung der יד ה' lehrt, wird unten V. 5-8 ארור הגבר וגו', was die Liebeswaltung der göttlichen Allmacht, גבורת ה', lehrt, wird V. 7-9,,ברוך הגבר וגו'ausgesprochen.
Kap.17, V.1 חטאת יהודה וגו' ולקרות מזבחותיכם Eigentümlicher Weise haben die Erklärer durch Übersehen oder missverständliche Auffassung des כם- , während bis dahin in der dritten Person gesprochen wird; sich das Verständnis des tiefen Sinnes dieses Verses verschlossen. Der Gedanke ist: Nichts ist so bekannt und wird mit solcher Beflissenheit stets aufgefrischt, wie das Sündenregister der verdammten Juden. Und dennochverdanken die Menschen alles, was sie von Gott und von dem Verhältnisse des Menschen zu Gott, also von dem eigentlichen Menschenwesen und der ewigen Menschenbestimmung wissen, nur euch, sind sie für alles dieses hingewiesen auf die Wahrheit, die von der Höhe eurer Altäre strahlt.
V.2 כזכר בניהם מזבחתם וגו'. Dieses ihre Altäre steht im Gegensatz zu den eben genannten euren Altären. Wenn ihre Enkel einst zurückschauen und die Väter ihrer Vorzeit an den Götteraltären des Wahnes und eines entsittlichenden Kultus knien sehen, dann ragst du, Juda, ihnen in deiner Einzigkeit einsam empor, steht ihnen da wie ein aus unbekannten Höhen herabgestiegener Bewohner der Berge, der freilich fremdartig absticht gegen all das Leben, das in der Ebene sich entfaltet, der kein Teil nimmt an all dem Üppigen, das in der Ebene blüht, in dem aber ein Höheres, Frischeres, Gesünderes, Ursprünglicheres weht. Bist freilich arm an Allem, was dort in der Ebene gilt! Deine Heere sind gefallen deine Schätze sind geplündert, du bist tief hinabgesunken nichts ist dir von deiner früheren Größe in die Niedrigkeit gefolgt als dein eigentliches, dein geistiges Erbe, das dir Gott gegeben. Es hast du mit hinausgerettet aus dem Zusammensturz deines übrigen Glückes und mit diesem deinem geistigen Schatz in Busen tratest du in Knechtesdienst bei deinen Feinden, auf daß du überall das Gotteswort der Erlösung bringest und die Menschen durch dich die Wahrheit lernen:
V.5. ארור הגבר וגו', Fluch blüht so lange auf Erden, als die Menschen auf Menschen bauen, nur in dem Schaffen des Menschen ihren Träge erblicken und sich nicht fest und einzig an Gott anklammern.
(Die Haftoroth übersetzt und erläutert, Frankfurt am Main 1896: S. 230 -234Kommentar zu Jeremias Kap 16 V.19 )
Rabbiner Dr. Salomon BREUER zur Wochenabschnitt Bechukaussai
Rabbiner Dr. Salomon BREUER
(1850 1926)
בחקתי
Belehrung und Mahnung zur Wochenabschnitt
BECHUKAUSSAI
ואם באלה לא תוסרו לי והלכתם עמי קרי, והלכתי אף אני עמכם בקרי,
Und wenn ihr durch dieses euch von mir nicht erziehen lasset und mit mir in Zufall wandeln werdet, so werde auch ich mit euch in Zufall gehen.
Diese Worte göttlicher תוכחה, die wir vorhin gelesen, werden von den Weisen (ת"כ) also erklärt: אמר הקב"ה אתם עשיתם את דיני עראי בעולם אף אני אעשה אתעם עראי בעולם Gott spricht: ihr habt mein Gesetz zum Zufälligen in der Welt gemacht, so werde ich auch euch zum Zufälligen machen.
Tage und Wochenheißt uns das Gottesgesetzt zähen die vom Peßach, das uns Erlösung und Freiheit gebracht, uns zum Feste der Thora führen. Diese Sefira-Tage haben sich in unsere Galuth-Geschichte mit traurigen und doch stolzen Erinnerungen verewigt. Sie erzählen von unsäglichem jüdischen Leid, aber auch von jüdischer Größe und Stärke, die nicht zögerte, für Gott und sein Gesetz selbst den Opfertod auf sich zu nehmen. Inmitten seiner erschütternden Ohnmacht und Wehrlosigkeit, in der dieses Volk der Rohheit und der Gewalt einer verblendeten Welt erlag, offenbarte sich seine heroische, durch nichts zu bewältigenden Kraft. Denn nichts gleicht seiner Ohnmacht und Schwäche. Nur zu wahr hatte sich des Propheten Klage erfüllt:גלתה יהודה
Den Weisen (מ"ר) gibt die auffallende weibliche Form (statt גלה) zu folgender Bemerkung Veranlassung: (ירמי' נ"ב) ולהלן הוא אומר ויגל יהודה מעל אדמתי, אלא מכיון שגלו תשש כחן כנקבה Wenn auch an anderer Stelle die männliche Form steht, so soll hier gesagt werden: sobald das jüdische Volk ins Galuth ging, war seine Kraft geschwunden. וכי אמות העולם אינם גולין, אלא אוה"ע שאוכלים מפתם ושותים מיינם אין גלותם גלות, אבל ישראל שאין אוכלים מפתם ואין שותים מיינם גלותם גלות Kam denn nicht auch über andere Völker Galuthleid? Aber die anderen Völker essen von ihrem Brot und trinken von ihrem Wein, deshalb ist ihr Galuth kein Galuth; Jissroél aber ißt nicht von seinem Brot und trinkt nicht von seinem Wein, sein Galuth ißt Galuth. Daher גלתה יהודה: Juda ging ins Galuth. Mit diesen Worten haben die Weisen das Wesen des jüdischen Geschickes in seiner Eigenart gekennzeichnet.
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In dem Augenblick, da unser Lebenswandel sich nicht im Zeichen des אם בחקתי תלכו vollendet, trifft unser Leben jener verhängnisvollen Vorwurf, den Gottes תוכחה mit den Worten bezeichnet: והלכתם עמי קרי Ihr wandelt in Zufall mit mir.
Denn damit ist, nach der tiefen Erklärung unseres großen Rabbiners זצ"ל nicht gesagt, daß wir dem Gottesgesetz den Gehorsam verweigern; הלכתם עמי Ihr wandelt mit mir, aber dieser Wandel mit Gott ist nicht eure erste und einzige Sorge, ihr überlasset ihn vielmehr den Zufall. Ihr seid nicht prinzipielle Gegner des Gottesgesetzes, aber dieser Gotteswille ist euchnicht erstes und letztes und höchstes Ziel, dem allen euren Unternehmungen sich zu unterordnen haben, bei jedem Schritt, den ihr ins Leben setzet, bei jedem Gedanken, den ihr erwäget, bei jeder Tat, zu der ihr euch entschließet. Der Gotteswille ist euch, wie die Weisen erklären,עשיתם את דיני עראי das Zufällige.
Ach, wie viele solche Zufalls-Juden gibt es doch, die nichts dagegen haben, ja es sogar freudig begrüßen, wenn sie bei ihren geschäftlichen Unternehmungen auch dem Schabbos zufällig Genüge leisten können, den aber der Schabbos nicht der Führer ist, den sie in jedem Augenblick befragen, der zu jedem Unternehmen vor allem seine Billigung erteilen muss, wenn es überhaupt erwogen werden soll! Wie viele, die nichts dagegen haben, es sogar freudig begrüßen, wenn sie auf Reisen oder in der Sommerfrische einwandfrei koscher leben können, wie viele Eltern, die, wenn es gilt, ihre Kinder zu verheiraten und sie der Frage nach Gesundheit und den Vermögensverhältnissen gewissenhafte Prüfung zugewandt haben, ganz erfreut sind, wenn zufällig der oder die Betreffende auch ein guter Jude, auch eine gute Jüdin ist die aber durch ein solches Verhalten beweisen, daß ihnen Gottes heiliger Wille nicht אם בחקתי תלכו der einzig mögliche Weg ist, der ihnen gegeben ist, daß ihnen vielmehr Besitz und Genuß die Wege weisen, denen sie mit der ganzen Sehnsucht ihres Herzens nachstreben, der Gottesweg der Thora aber והלכתם עמי קרי, das Zufällige ist, das bescheiden zu warten hat, ob ihre selbstgewählten Wege zufällig auch zu ihm führen.
Wandelt aber Jissroél mit Gott im Zufall, והלכתי אף אני עמכם בקרי dann wandelt auch Gott mit ihm in Zufall und damit sein Geschick besiegelt. Denn Gott muß Jissroél Sein Angesicht zu wenden, muss Jissroél auf Adlersflügeln tragen, soll es nicht rettungslos verloren sein. Denn, wie unser Rabbiner זצ"ל so herrlich ausführt, während andere Völker der Erde die Bedingungen ihres Daseins in sich tragen, natürlichen, physischen Voraussetzungen die Erhaltung ihres Daseins verdanken, ist das jüdische Volk nicht das Produkt natürlicher Voraussetzungen, ihm fehlt jede materielle Unterlage, aus der sonst Volksleben erblüht; Jissroél ist in seiner weltgeschichtlichen Erscheinung ausschließlich Gottes Werk. Versagt sich Jissroél der Gottesführung, dann braucht Gott Jissroél nur seinen Schutz zu entziehen, braucht es nur dem Zufall zu überlassen, und es geht inmitten einer ihm feindlich entgegenstehenden Welt rettungslos zu Grunde.
Wir sind verloren, wenn Gott uns sein besonders Augenmerk, wenn Gott seine schützende Rechte uns entzieht; solange aber Gott uns führt, solange Er unser Hirte ist,ה' רועי לא אחסר solange mangelt uns nichts, undmag auch unser Lebensweg und durch Todesschatten führen, solange wir das Bewusstsein haben dürfen, daß Er uns führt, daß Sein Stab und Seine Stütze uns erhalten bleibt, ist uns inmitten alles Leidvollen, das das Leben anderer in tiefe Nacht hüllen werde, nur Gutes, nur Liebes beschieden Dieses ergreifende Lebensleid (Ps. 23), ward das stolzen Lebenslied unseres Volkes, als es im tiefsten Gollusleid, inmitten aller Marter, die Völkerhaß und Rohheit ihm bereitete, die Schwäche und Ohnmacht von sich abschüttelte und sich zu heroischer Stärke erhob.
Dieses Wunder aber hatte der Sefira-Geist vollbracht,den unser Volk im tiefsten Leid wieder gefunden, jener Geist, der uns vom Peßach, das uns Freiheit und Selbständigkeit gebracht, Wochen und Tage zählen lässt bis zum Feste unserer Thora. Der Thora hat unser Sehnsucht zu gelten, sie hat uns das höchste Gut zu sein, von dem alle anderen Güter erst ihren Wert erhalten; sie figuriert nicht als zufällige Zahl unter anderen Zahlen scheinbarer Lebenswerte, denn alle anderen Werte erhalten erst durch sie ihren Wert. Diesen Sefira-Geist hatte unser Volk verloren, als auf heimatlichen Boden Flur und Acker ihm Segen und Reichtum zutrugen. Da war aber auch sein Schicksal besiegelt. Aber erliegend unter der furchtbaren Gechickeslast, die Gottes zufälliges Wandeln mit ihnen für es heraufbeschworen fand unser Volk die Kraft wieder, den Fluch zu überwinden, der ihm sein Lebensglück zerstört hatte: es erkannte, was es heißt והלכתם עמי קרי in Zufall mit Gott zu wandeln, und ergriff die Gottesrechte, die inmitten alles Golusleides sich ihm entgegenstreckte. ושמטתם ובך מנחלתך Hatte es doch, wie der Prophet unserer heutigen Haftara kündigt, aus traurigem Zusammenbruch jenes Gut sich hinausgerettet, das ihm stets köstliches Erbgut hätte sein sollen, und das ihm nunmehr zum Inbegriff alles Lebensreichtums wurde Und da war ihm auch Gott wieder zum Lebenshirten geworden, und es durfte inmitten alles Jammers und aller Not sein stolzes Lebenslied anstimmen, das von dem unendlichen Glück singt, das unverlierbar seinem Leben beschieden ist, und es fand die heroische Kraft, מנשרים קלו ומאריות גברו leichter als Adler, stärker als Löwen allen Drohungen der Gewalt, allen Reizen der Verlockung zu trotzen und seine Treue gegen Gott und seine Thora auch mit martervollem Tod zu besiegeln.
Diesem Sefira-Geist zur Herrschaft im Leben des jüdischen Volkes zu verhelfen, ist die Aufgabe unseres Golus. Nicht eher schlägt uns die Stunde der Heimkehr, bis wir nicht gezeigt haben, daß wir die Ursachen überwunden haben, denen wir den Verlust unseres einstigen Glücks zuzuschreiben haben. Soll die heimatliche Erde und ihre Segensfülle nicht vergebens auf uns warten, dann müssen wir in Golus zeigen, ob wir gelernt haben, den Geist der Sefira zu verwirklichen.
Quelle: Rabbiner Dr. Salomon BREUERBelehrung und Mahnung dritter Teil Leviticus J.Kaufmann Verlag Frankfurt am Main 1935 S. 71-78
Samson Raphael HIRSCH: Grenzschutz des Heiligen Landes
Samson Raphael HIRSCH
Grenzschutz des Heiligen Landes
Dreimal im Jahre soll al dein Mannhaftes sich sehen unmittelbar vor dem Angesicht des Herrn, Gottes, des Gottes Jissroéls.
Wenn ich Völker vor dir austreibe und dein Gebiet ein weites sein lasse, so wird doch niemand dein Land lüstern antasten, wenn du hinaufziehst,unmittelbar vor dem Angesicht Gottes, deines Gottes dich zu sehen dreimal im Jahre.
(Ex;.24: 23-24)
V. 23 את פני האדוןdrückt die Nähe und Unmittelbarkeit stärker aus als das obige אל פני האדון (Kap. 23, 17) und bezeichnet ebenso der Beisatz: את פני האדוןdie ganz besondere Beziehung, in welcher Gott zu Jissroél steht.
V. 24'כי אוריש וגwird die jährlich dreimal sich wiederholende Tatsache sein, die unmittelbare Beziehung Gottes zu Jissroél, und den mächtigen, einzig durch Jissroéls Hingebung an Gottes Gesetzt erzielten Erfolg in der offenkundigste Weise vor Augen legen soll.
כל זכורךWie es im vorigen Verse heißt , alles Mann- und Wehrhafte in Jissroél wird im Mittelpunkte, in Jerusalem, um das Heiligtum des göttlichen Gesetzes versammelt sein und kein lüsterner Feind wird es wagen, das reiche offenliegende Land zu betreten.Jissroéls Land wird nicht durch eine Armee an den Grenzen, sondern durch die Gotteshuldigung vom Mittelpunkte aus geschützt.
Dieses Buch, junger Leser, enthält die meisten Vorschriften für das Amt der Priester im Heiligtume und die Lehren für die verschiedene Opfer, es wird daher תורת כהנים, die Lehre für den Priesterdienst genannt.
Wir heben in diesem Überblick bloß einige der Satzungen dieses Buches für das heutige Leben hervor:
Unterstütze den Armen, - nimm keine Zinsen von den Genossen deines Volkes, wie du ihnen keine geben darfst, verabscheue jeden Raub, jeden Diebstahl, jede Lüge und jeden Meineid, bezahle den Lohn des Arbeiters an demselben Tage noch, hüte dich vor Verleumdung, bleibe bei Gefahr deines Nächsten nicht unmüßig stehen, trage deinen Beleidiger keinen Haß nach, sondern weise ihn offenherzig zurecht, wenn er gegen dich gefehlt hat, ,verbanne niedriges Rachegefühl aus deinem Herzen, liebe deinen Nächsten wie dich selbst, halte dich fern von Zauberei und Aberglauben, sie führen dich ab vom wahren Gotte, vollkommen sollst du deinen Gott angehören, trauere nicht, mehr als das Gesetz erlaubt, um die Toten, das widerspricht deiner Überzeugung von der Unsterblichkeit, ehre das graue Haupt und achte hoch den, der sich Thorakenntnis erworben, unterdrücke den Fremden nicht, der Heimatlose ist ohnehin schon zu bedauern, halte streng auf richtige Wage und richtiges Gewicht, betrüge niemand, wes Glaubens er auch sei, liebe die Keuschheit und die Sittsamkeit.
Mein Sohn und meine Tochter, das sind nur einige Tropfen aus dem großen unermeßlichen Meere der göttlichen Satzungen in diesem Buche; bewahre die kostbaren Lehren tief in deinem Herzen, handle nach denselben, und du hast für dein diesseitiges und dein jenseitiges Leben verwirkt.
Schon die einzige Satzung, liebe deinen Nächsten wie dich selbst, umfaßt, wie der große Hillel lehrt, eine ganze Thora und beseligt ihre Bekenner hier wie dort!
Darum, teure Jugend, wollen wir uns die wichtigen Lehren des dritten Buches, vom Beistand des Allmächtigen begleitet, mit erneuter Kraft vorwärtsschreiten. Gott mit uns!
Quelle: Bibel- und Talmudschatz Ein Buch für die jüdische Familie von J.H. Kohn, 13 Auflage Hamburg 5691-1931 Verlag von George Kramer S. 290-291
Die allerbeste Anschrift zur Bestellung von antiquarische Judaica
Im diesjährigen Januarheft der Zeitschrift Ost und West schreibt Herr Dr. Eppenstein, Dozent am Berliner Rabbinerseminar, einen Artikel über Dr. David Hoffmann, Rektor des Rabbinerseminars zu Berlin. Da heißt es u.a.: Die Quellen der Tradition erschließend, behandelte er ebenso wie der Begründer der wissenschaftlichen Talmudforschung, Zacharias Frankel, die Mischna, in seiner lichtvollen Abhandlung: Die erste Mischna und die Kontroverse der Tannaim. Unseres Erachtens erweist man dem Rabbinerseminar und seinem Rektor einen schlechten Dienst, wenn man Letztere zu Frankel, dem früheren Rektor der Breslauer Schwester-Anstalt, in Parallele setzt. Frankels Mischna-Forschungen beruhen auf einem Bruch mit eine der wichtigsten dogmatischen Grundlagen des überlieferten Judentums: auf der Leugnung des göttlichen Ursprungs der mündlichen Lehre. Ja, es liegen schriftliche Äußerungen Frankels vor, die auch über seine Stellung zur schriftlichen Thora ein seltsames Licht verbreiten. Die Toleranz, die über einen solchen Tatbestand hinwegzuschauen vermag und es fertig bringt, den typischen Vertreter der Breslauer Richtung als Begründer der wissenschaftlichen Talmudforschung zu feiern, ist ebenso bedenklich, wie der Mut, zwischen Breslau und Berlin analoge Beziehungen zu schaffen.
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Trotz aller seelischen und äußeren Hemmungen, die den in Betracht kommenden Herren den Austritt als eine Tat äußerster Selbstüberwindung erscheinen lassen müssen, war die Entrüstung über das Attentat des Vorstandes damals doch so stark, daß der Gedanke des Austritts plötzlich hohe Aktualität erlangte und sozusagen in der Luft lag. Vielleicht wäre er bei den führenden Männer damals sofort zur Tat geworden, hätte nicht das Band der Liebe und Anhänglichkeit, das die Männer an die Religionsgesellschaft knüpfte, gerade in jenen Tagen aus bekannten Ursachen starke Proben zu bestehen gehabt; man begann also, um nicht austreten zu müssen, zu verhandeln. (Der Frankfurter Israelit 1914 Nr.1).
Wohin soll es führen, wenn persönliche Sympathien und Antipathien als Entschuldigungsgründe für ein religionswidriges Verhalten im Gemeindeleben herhalten dürfen? Muss dieses liebevolle Versenken in die Psyche der Austrittgegnerschaft nicht verwirrend auf die Kreise der Religionsgemeinschaft wirken, die seit Jahr und Tag gewohnt sind, das Verbleibenin der Reformgemeinde als einen איסור bezeichnet zu hören?
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Nichts liegt mir ferner, als in meinen folgenden Ausführungen den Zionismus zu bekämpfen, was ja auch nicht in den Aufgabenkreis der Agudaß Jißroel gehört. (H. Eisemann im Israelit Nr. 4; 22. Januar 1914)
Es ist selbstverständlich, dass die Agudaß Jißroel ihre Kräfte in bloßer Polemik gegen den Zionismus nicht aufreiben darf. Durch eine ständige Betonung ihrer Friedensliebe kann aber die Agudaß Jißroel bei der großen Masse, die nicht in allen ihren Schichten urteilsfähig ist, in den Ruf kommen, daß sie den Zionismus gar nicht für ein so bedenkliches Ding halte, das mit aller Energie bekämpft werden müßte. So ganz ohne Kampf, ohne Polemik und klare Frontstellung gegen den Zionismus wird sich die Agudaß Jißroel niemals betätigen können, will sie die Gefahr vermeiden, was sie auf der einen Seite durch praktische Arbeit gewinnt, auf der andern Seite durch Duldung von Begriffsverwirrungen im eigenen Kreise zu verlieren.
Soll doch die Agudaß Jißroel nichts anders sein, als die Organisation der jüdischen Bekenntnisgemeinschaft. Diese jüdische Bekenntnisgemeinschaft kann und darf aber über eine so wichtige Sache, wie es der Zionismus ist, nur eine Meinung haben. Einer Idee gegenüber, die gleich dem Zionismus die Grundlagen der jüdischen Religion, des jüdischen Bekenntnisses, der jüdischen Bekenntnisgemeinschaft tangiert, Neutralität zu bewahren, das ist nicht einmal diplomatisch, denn der Zionismus wird schon die Agudah zwingen, ihre Stellung klar zu formulieren.
Samson Raphael HIRSCH: Aus dem kommentar zur Wochenabschnitt BEHAR
Samson Raphael HIRSCH
בהר
Aus seinem Kommentar zur Wochenabschnitt BEHAR
Kap.25, 1 Gott sprach zu Mausche auf dem Berge Sinai:
Kap.25 V 1Es haben die letzten Sätze des vorigen Kapitels Gott als Urborn alles Rechts und die Persönlichkeit Gottes als Fundament alles Rechts von Personen und von durch Menschenpersönlichkeit zu Gütern erhobenen Sachen an die Spitze der Rechtsgesetzgebung gestellt. Daran schließt sich nun dieses Kapitel, indem er für den engeren Kreis des jüdischen Landrechts Gott als eigentlich einzigen, wirklichen Herrn und Eigentümer des jüdischen Landes, der jüdischen Menschen und Güter statuiert und von diesem einen Rechtsbegriff aus Boden-, Menschen- und Güterrecht entwickelt. שביעית, יובל , dieגאולה-Institution bei Boden-, Häuser- und Personendienstlauf, sowie das רבית-Gesetzsind nichts als Konsequenzen aus dem einen Rechtsprinzipium der Hörigkeit an Gott, und Gottes, als des einzigen Urberechtigten.
V.4 aber im siebten Jahre sei eine durch Werkeinstellung zu begehender Sabbat dem Lande, Gott ein Sabbat: dein Feld sollst du nicht besäen und deinen Weinberg nicht beschneiden,
V.4 שבת לד' Wiederholt wird es ausgesprochen, daß der Landessabbat ein Sabbat לד', zum Ausdruck der Gotteshuldigung bestimmt, und nicht etwa ein im Interesse des Landes angeordnetes Brachjahr ist. שביעית, die Gotteshuldigung als Bodeneigentümers des jüdischen Landes, bedarf zu ihren Ausdruck nur der Unterstellung des Bodens unter Gottes Herrschaft. Vor dem Gedanken des eigentlichen Bodeneigentümers tritt sein Lebensträger, der Jude, mit Bestellung des Bodens und Einheimsung seiner Früchte für die Zwecke der Existenzsicherung zurück. Es genügt die allgemeine Einstellung der Aussaat und der Baumbeschneidung, sowie der einspeichernden Ernte aller etwa von selbst gewachsene Früchte, um für dieses Jahr keine Nahrungssicherung aus den Boden zu erzielen (siehe V.20), und damit dem Boden eines ganzen Landes das Gepräge der Herrenlosigkeit aufzudrücken und ein ganzes Jahr zu einer nationalen Bekenntnisthat zu gestalten, daß das jüdische Volk nicht Herr und Eigentümer des jüdischen Landes sei.
V.5 an dem Nachwuchs deines Schnittes sollst du keinen Schnitt, und an den Trauben deines sich selbst überlassenen Weinstockes keine Lese halten; ein Jahr der Werkeinstellung soll dem Lande sein.
V.5 שביעית ist ebenso positiver Ausdruck der Gotteshuldigung, der Gottesherrschaft über den Boden des jüdischen Landes, wie ע"ז eine Leugnung der ausschließlichen Gottesherrschaft ist. Alles was der jüdische Boden im שביעית hervorbringt, ist ein Objekt, das die Idee der Gottesherrschaft trägt und dem Ausdruck und der Vergegenwärtigung dieses Gedankens heilig ist, sowie ע"ז ein Objekt ist, das den Gegensatz dieses Gedankens vergegenwärtigt. Beide, פירות שביעית und ע"ז, sind Bekenntnisobjekte in Beziehung zu der höchsten fundamentalen Wahrheit des jüdischen Bewusstseins, jenes der Huldigung, dieses der Leugnung der Gottesherrschaft, und scheiden sich damit scharf von allen übrigen Gesetzobjekten.
V. 7 und deinem Vieh, sowie deinem Tiere, welches in deinem Lande sich befindet, sei all sein Ertrag zum Essen.
V.7 Vergegenwärtigen wir uns die שביעית- Gesetze in ihrer Verwirklichung, so sind sie die großartigste, ein ganzes Jahr durchdauernde, auf Äckern und Feldern, in Gärten und Wiesen sich offen kund tuende, in jeder Frucht, jedem Grashalm sich aussprechende Bekenntnistat einer ganzen Nation, mit welcher sie ihren Nationalboden Gott als dessen eigentlichem Eigentümer und Herrn huldigend zu Füssen legt, sich selbst nur als גרים ותושבים, als geduldete Einwohner und Beisassen auf Gottes Boden begreift, und aller Hoheit und allen Besitzstolzes entkleidet zu den Ärmsten der Menschen und zu dem Tier auf dem Felde in Gleichheit und Gleichberechtigungvor Gott zurücktritt.
V.8 Und du zählst dir sieben Jahressabbate, sieben Jahre siebenmal; und die Tage der sieben Jahressabbate seinen dir neunundvierzig Jahre.
V.8 Die Omerzählung ist die Zählung der Individuen, die Schemitah- und Jobelzählung ist die Zählung der Nation. Jene sucht, auf Grund siebenmaliger Sabbathuldigung Gottes als Schöpfers und Herrn, ein der Gesetzempfängnis würdig machendes siebenfältiges Emporarbeiten zur sittlichen Freiheit ( שבע שבתותund תשעה וארבעים יום). Diese sucht, auf Grund siebenmaliger Jahressabathuldigung Gottes als Herrn und Eigners des Nationalbodens, ein der staatlichen Jobelwiedergeburt würdig machendes siebenfältiges Emporarbeiten zur politischen innerer Freiheit ( שבע שבתות שניםund תשע וארבעים שנה siehe V. 9 u. 10). Der Sinn unseres Verses wäre also: du zählst dir sieben Jahressabbate, und diese sieben Perioden sollen dir gleichzeitig nur eine Periode von neunundvierzig Jahren bilden.
V.10 Und ihr heiligt das fünfzigste Jahr, und ihr verkündet Freiheit im Lande allen seinen Bewohnern. Ein Heimbringer ist es und ein solcher soll es euch sein und ihr kehret zurück jeder zu seinem Grundbesitze und jeder kehrt ihr zu seine Familie zurück.
V.10 Wie die כפרה des יום הכפורים eines jeden Jahres die sittliche Wiedergeburt des Individuums mit allen deren heilenden und wiederherstellenden Wirkungen für das innere und äußere Leben des einzelnen als Allmachtsgeschenk der göttlichen Wundergnade bringen soll, und diese Gnadenspende des Regenerierungstages die dem entsprechenden Tagespflichten von ענוי und איסור מלאכה erzeugt und durch deren Erfüllung bedingt ist: so soll der יום הכפורים des Jobeljahres zugleich eine soziale und politische Wiedergeburt der Nation mit all deren heilenden und wiederherstellenden Wirkungen für die inneren und äußeren Bedingungen der Nation als Allmachtgeschenk der göttlichen Wundergnade bringen.
V.14Und wenn ihr nun einen Verkauf an den Nächsten vollzieht, oder sonst etwas erwerbet aus der Hand des Nächsten, sollt ihr einem dem andern nicht zu nahe tun.
V. 14 Wenn jedoch nach jüdischem Rechte ein Geschäft mit Worte allein nicht perfekt wird, und so lange nicht einer der bezeichneten קנין- Akten geschehen, juridisch der Rücktritt möglich ist, so wird doch, selbst wenn ein Geschäft bloß mit Worten abgeschlossen worden ein Rücktritt als tadelnswerter Vertrauensbruch erklärt, דברים יש בהם משום מחוסרי אמונה ואין רוח חכמים נוחה הימנו, und wenn zu dem Worte bereits eine Geldzahlung hinzugekommen, oder die Ware vom Käufer gezeichnet worden, wenngleich damit der Eigentumswechsel noch nicht vollzogen und juridisch ein Rücktritt möglich wäre, so würde auf eine Klage beim jüdischen Gericht dieses vor dem Wortbruch mit dem ernsten Ausspruch zu warnen haben: מי שפרע מאנשי דור המבול ומאנשי דור הפלגה ומאנשי סדום ועמורה וממצרים שטבעו בים הוא יפרע ממי שאינו עומד בדבורו d.i. der das Geschlecht der Sündflut, das Geschlecht des Turmbaus, die Männer von Sodom und Amora und die Ägypter, die im Meere ihren Untergang fanden, mit seiner Strafe traf, derwird mit seinen Strafen treffen, der sein Wort nicht hält (Baba Mezia 48a u. 49a). Dieses sich der göttlichen Strafe Unterziehen wird mit dem Ausdruck: מקבל מי שפרע bezeichnet.
Wir bemerken, daß das jüdische Gesetz an vielen Stellen für den Verkehr des Menschen mit Menschen scharf scheidet zwischen der juridischen Befugnis und dem sittlich Gebilligten. Es gibt gar manches, das nach dem objektiven Recht der gerichtlichen Ausspruch zulassen muss, was gleichwohl vom Standpunkt höherer sittlicher Anforderung missbilligt wird, אין רוח חכמים נוחה הימנו.
V.18Erfüllet meine Gesetze und meine Rechtsordnung hütet und erfüllet sie, so werdet ihr vom Lande sorgenfrei getragen wohnen.
V.19Das Land wird seine Frucht geben, ihr werdet zur Sättigung essen, und werdet sorgenfrei von ihm getragen wohnen.
VV. 18 u. 19Der vorangehende Vers hatte die unmittelbare Konsequenz aus dem durch Schemita- und Jobelinstiution als Basis des Verkehrslebens gepflegten Gedanken der Gotthörigkeit des Landes für das Leben des Menschen mit Menschen ausgesprochen. In diesen Versen wird der Gedanke für das Ganze Einzel und Volksleben fruchtbar gemacht, Gottes Wort kennt nur eine Gotteshuldigung, und das ist die treue Erfüllung seines Willens. Und so ist denn auch sein Land nur um einen einzigen Preis unser, und das ist die treue Erfüllung seines Gesetzes. Zollenwir diesen Tribut, so haben wir alles getan, um uns und das Land und uns im Lande zu erhalten. Erkenntnis und Erfüllung dieses Gesetzes ist unser Wall und unsere Mauer, unsere Wissenschaft und Kunst, unsere Staatsweisheit und unsere Volkswirtschaftslehre. Alles, was andere Nationen auf tausend andere Wegen vergebens anstreben, politische Sicherheit nach außen, Blüte und Wohlfahrt im Innern, schaffen wir uns einfach und sicher durch Erfüllung dieses Gesetzes. Sein Gesetzgeber, der Herr unseres Landes, ist zugleich Gebieter über die Geschicke der Völker und über die Entwicklung der Natur; wie unser Land, sind die Gänge der Geschicke und der Natur sein, und die Verteidigung und die Blüte unseres Landes hat Er übernommen, so wir seine Gesetze und seine Rechtsordnungen wahren und erfüllen, wahren: durch stets Lernen und Schützen vor Verirrungen, erfüllen: durch Verwirklichung im ganzen Einzel-, Familien-, und Volksleben (Siehe zu Kap. 18,5 חקים sind die sittliche Umschränkungen unseres Einzel- und Familienlebens, משפטים die Rechtsordnungen unseres sozialen Verhaltens; jene sind die Vorbedingungen von diesen, beide sind das Ziel, für welches uns Gott sein Land gegeben.)
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH aus dem Kommentar zur Wochenabschnitt BEHAR
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH
(1833 1900)
הפטרת פרשת בהר
Aus dem Kommentar zur Haftoro des Wochenabschnittes Behar
Jeremias, Kap. 32, Vers 6 und folgende
Der erste Satz der Sidra enthält (Kap. 25, 2) die Erinnerung, daß Gott, der Jissroél das Land verliehen, dessen ewiger Eigner und Herr bleibe, eine Wahrheit, der durch die Bekenntnistat der Sabbathrast eines ganzes Jahres auf Feld und Flur im jüdischen Lande in jedem siebenten Jahre und durch die Rückkehr der Güter im fünfzigsten; dem Jobeljahre, die lauteste, in alle Verhältnisse des bürgerlichen Lebens tief eingreifende Huldigung gezollt werden sollte. Nachdem dieselbe Huldigung Gottes, als des eigentlichen Herrn auch in allen beweglichen Güter des Juden, durch das ebenso tief eingreifende Zinsverbot im inneren Verkehr gefordert worden und die gewissenhafteste gottesfürchtige Gerechtigkeit im Menschenverkehr, ausdrücklich auch den götzendienenden Heiden gegenüber (das. 25,47) als heiligster unantastbarer Grundpfeiler des jüdischen Staatslebens verkündet worden war, war sodann im letzten Sidraverse auf die große moralische Verantwortlichkeit hingewiesen worden, die Jissroél trage als Hüter es in seiner Mitte sich erhebenden Gottesheiligtums. Ein den Sabbathgedanken und die Heiligtumslehre in Gesinnung und Tat verleugnendes Leben wäre Tötung des belehrenden und erziehenden Einflusses des einen wie des anderen in Jissroél und in der Menschheit.
Einen erschütternden Gegensatz zu dieser Bestimmung zeigt das Bild, das von der Haftora uns dargereicht wird. Es ist ein Einblick in Jerusalems letzte Tage. Die Chaldäer vor den Thoren, zum letzten Sturm alles bereitet. Denn erfolglos geblieben waren alle Mahnungen zur Rückkehr, an den Tag legte, zur Verwirklichung des Gesetzes. Deshalb und nur deshalb nahte das längst für diesen Fall als Gottesverhängnis verkündete Geschick seiner Verwirklichung. Gottes Werkzeuge, Vollstrecker seines Willens waren die draußen lagernden Feinde. Nur Friede mit Gott, nicht aber der Kampf mit dem Feinde konnte noch Rettung bringen. Den einzigen Kühnen, den Gottespropheten, der es wagte, diese Wahrheit dem verblendetenjüdischen Könige Zidkijahu und dem Volke auszusprechen, hatte der jüdische König ins Gefängnis werfen lassen. Im Gefängnisse erging das Wort Gottes an ihn, das seinen Blick und den Blick des Volkes über die unmittelbar bevorstehenden trüben Zeiten auf eine bessere Zukunft lenken sollte, in der Jissroél zu seinem Gotte zurückgekehrt und damit sich und seinem Lande wiedergegeben sein werde. Zu diesem Behufe sollte er einen Kauf abschließen, einen Acker erwerben, der in der Gegenwart absolut wertlos war, dessen Erwerb deshalb die feste Überzeugung an den Tag legte, die bevorstehende Verödung des Landes werde nur eine vorübergehende sein.
Die Erzählung zeigt ferner, daß die Gesetzgebung über den Immobiliarbesitz, so wenig sie je ihre volle Verwirklichung gefunden hat, doch mehr in das Leben eingedrungen war, als nach den spärlichen Nachrichten der politischen Geschichte sich vermuten ließe. Die V.10 f. angegebenen Förmlichkeiten bei derAbfassung des Kaufbriefes und die Modalitäten der Besitzübertragung dienen im Talmud Baba Bathra zum Anhaltspunkte und Belege für die betreffenden juridischen Bestimmungen. (Siehe das. 160 f.)
(Die Haftoroth übersetzt und erläutert, Frankfurt am Main 1896: S. 230 -234Kommentar zu Jeremias Kap 32 V.6 )
Rabbiner Dr. Salomon BREUER zur Wochenabschnitt Behar
Rabbiner Dr. Salomon BREUER
(1850 1926)
בהר
Belehrung und Mahnung zur Wochenabschnitt
BEHAR
Wer Gott das Erste und Beste von allem, was die Erde ihm zureift, weiht, ist bereit מברך בתורה תחלה zu sein, bekennt daß es Gott ist, dem er alles, was ihm wird, verdankt, daß ervon Gott nur empfängt, um damit Gott und seinem heiligen Willen zu dienen. Wer aber von diesem Bewusstsein erfüllt ist, wird nimmer die große, ernste Mahnung vergessen, mit der Mosche sein Volk ins heilige Land geleitet (Deut.8): daß Gott sein Volk alle Wunder der Wüstenwanderung nur erleben ließ, damit es für immer beherzige, daß, wie das Manna als unmittelbare Spende göttlicher Fürsorge ihnen zuteil wurde, auch das fortan mühsam erkämpfte Brot nicht weniger von Gottes Hand ihnen gereicht wird, Gott mit dem Brot ihrer leiblichen Lebensfristung ihnen aber auch das Brot ihrer Seele reicht, reichen muss, weil לא על הלחם לבדו יחיה האדם כי על כל מוצא פי ה' יחיה האדם nicht auf dem Brot allein der Mensch lebt, sondern auf allem, was Gottes Mund entfährt, sein Leben sich gründe und ihr Leben elend verkümmern müsste, wenn nicht die Nahrung ihrer Seele Gegenstand ihrer vornehmlichsten Sorge wäre.
Aus Gottes Hand empfängt der Jude das tägliche Brot seiner leiblichen Nahrung, diesem Bewußtsein gilt sein tägliches Hallel. Dies dürfte auch der Sinn jener Weisheitsworte sein: כל האומר הלל בכל יום ה"ז מחרף ומגדף (שבת קי"ח) Wer täglich Hallel spricht, der lästert Gott; andererseits כל האומר תהלה לדוד בכל יום ג' פעמים מובטח לו שהוא בן העוה"ב וכו' משום דאית ביה פותח את ידך (ברכות ד') Wer die Tehilla Davids dreimal täglich spricht, darf künftiger Seeligkeit sicher sein; enthält sie ja den Vers: Du öffnest deine Hand und sättigst allem Lebendigen das Verlangen. Das Hallel, das von Gottes Wundertaten spricht, die unsere Volksgeschichte begründet und begleitet haben täglich gesprochen, erweckt es den Verdacht, als ob Gott nur in der außerordentlichen Offenbarung seiner Wundergröße von uns erkannt werde. Wer aber König Davids Tehilla dreimal täglich spricht, die uns aufruft, auch in unserer täglichen Nahrung das unmittelbare Gnadengeschenk göttlicher Fürsorge zu erblicken und, von diesem Bewusstsein erfüllt, unser Leben vor Gottes Augen zu vollenden, dessen Leben vor Gottes Augen zu vollenden, dessen Leben gestaltet sich zu dem Hallel, nach dem Gott sich sehnt, der hat den Forderungen des Lebens entsprochen.
Mit dem Gelöbnis מברך בתורה תחלה zu sein, sollte das jüdische Volk sein heiliges Land betreten; der ewigen Erneuerung dieses Gelöbnisses galt die jährliche Bikurimkundgebung. Sie erfolgte erst, nachdem das Land mit dem Schwert erobert und in Besitz genommen war. Von dem Augenblick an hatten die Söhne des jüdischen Volkes jährlich mit de, erstgereiften Früchten, die ihr Land ihnen zureifte, vor Gott hinzutreten und damit zu bekennen:הגדתי היום כ' באתי אל הארץ Heute sind wir in das Land gekommen! Und mochten sie schon seit Jahrhunderten eingessene Bewohner ihres Landes sein heute sind sie ins Land gekommen, stets aufs neue empfangen sie Land und Besitz aus Gottes Hand, und nur das Gelöbnis מברך בתורה תחלה zu sein; das sie mit der Weihe des Ersten und Besten vor Gott erneuern, macht sie würdig, den Fuß in Gottes Land zu setzen : עשה מצוה האמורה בענין שבשכרה תכנס לארץ mahnen die Weisen, diese Mitswa gilt es zu erfüllen, denn stets aufs neue kommst du in das Land! Sprich dieses Bekenntnis כי באתי אל הארץ, mit dem du bekundest שאינך כפוי טובה daß du nicht undankbar, daß du dauernd dir bewusst bist, alles was du besitzest von Gottes Hand zu empfangen.
Und in dem Augenblick, da die Bikurimträger die Heiligtumshalle betraten, stimmte der Levitenchor den Psalm an: ארוממך ה' כי דליתני. Das Wort דליתני von דלהschöpfen, wovon דלי der Eimer (verwandt mit schweben), nach der sinnigen Erklärung unseres Rabbiners זצ"ל: etwas aus der Tiefe emporheben und über der Tiefe schwebend erhalten; das Geschöpfte hat seinen Halt in der Höhe, ohne den es wieder in die Tiefe stürzen würde dieses eine Wort drückt die ganze Eigenart der Geschickesstellung des jüdischen Volkes aus, das im Gegensatz zu anderen Völkern, die ihren Halt auf Erden finden, seinen einzigen Halt in der Höhe, in Gott zu suchen hat, ohne dessen dauernde Fürsorge es rettungslos wieder in die Tiefe stürzen würde. Gibt es einen Psalm, der geeigneter wäre, dem Bewusstsein jubelnden Ausdruck zu verleihen, mit dem die Bikkurimträger sich zu erfüllen hatten in dem Augenblick, da sie vor Gott bekannten: heute sind wir ins Land gekommen, von Gottes Hand empfangen wir dauernd unser Besitz Das aber heißt mit anderen Worten: Erheben will ich dich Gott, denn Du allein hebst über die Tiefe mich empor!
Der Pflege der Gesinnung, mit der die Bikkurimveranstaltung jeden Sohn des jüdischen Volkes erfüllen wollte, galten auch vor allem jene großen Sabbate, jedes siebte und fünfzigste Jahr, mit deren Schilderung unsere Sidra beginnt. MitSchemitta und Jobel forderte Gott die Proklamation seiner Herrschaft über sein Land: כי לי הארץ כי גרים ותושבים אתם עמדי Mein Land ist das Land, Fremde und Beisassen seid ihr bei mir!
Unmittelbar nach diesen großen Gesetzen folgen die gewaltigen Forderungen, mit denen Gott das soziale Leben seines Volkes im Zeichen der Gerechtigkeit und Ehrlichkeit, der Liebe und gegenseitiger Hilfsbereitschaft aufbaut. Beide Kapitel gehören innig und unlöslich zusammen: denn nur solange in Gottes Volk das Bewusstsein lebt, Gottes ist alles, was ihm eignet, wird auch sein Herz empfänglich bleiben für Gerechtigkeit und Liebe.
Wehe über den Missgünstigen, rufen daher die Weisen mit dem Mischlesatz aus, der diese Erde und ihre Güter in verbrecherischem Egoismus an sich reißt, er häuft Reichtum, der nicht ihm gehört, und er ahnt nicht, daß im selben AugenblickMangel über ihn kommt, Gott ihm das Recht nimmt, Seine Erde zu bewohnen; Seine Erde zu bezwingen. Das hatte Kajin nicht bedacht, als er in frevelnder Selbstsucht die Ernte der Erde für sich einheimsen und Gott nur mit dem Abhub abfertigen zu können wähnte denn da ihn solche Gesinnung erfüllte, war sein Besitzhunger maßlos, er zum Mörder seines Bruders und verlor den Anspruch auf Gottes Erde.
Vor solchem Fluch will Gott sein Volk für immer bewahren: Gottes Gesetz vom Sinai allein vermag es וידבר ה' אל משה בהר סיני לאמר.
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Quelle: Rabbiner Dr. Salomon BREUERBelehrung und Mahnung dritter Teil Leviticus J.Kaufmann Verlag Frankfurt am Main 1935 S. 65-70
Rabbiner Dr. Pinchos KOHN Aguda and its Aims (1921)
Rabbiner Dr. Pinchos KOHN
1867- 1941
Aguda and its Aims
(Die Aguda und ihre Ziele)
Aufsatz geschrieben für die damalige (1921) amerikanische Zeitschrift Jewish Guardian (in deutsche Übersetzung erschienen in der Wiener Wochenzeitung Jüdische Presse siehe Beilage)
Wären die Fragen, welche heute aktuell sind, vor 150 Jahre aufgetaucht, so wäre es selbstverständlich gewesen, daß sie abseits, von jüdischer und nichtjüdischer Seite im Sinne der Prinzipien der Aguda erfaßt und der Lösung entgegengeführt worden wäre. Dieses Prinzip ist ein doppelter Glauben, zunächst das Vertrauen,daß alle die Judenheit betreffende Fragen ausschließlich am Maßstab der in der jüdischen Religion niedergelegten Gedanken und Vorschriften gemessen, und gelöst werden können, zweitens die Forderung, daß ein anderer Maßstab nicht gesucht und nicht angelegt werden darf
Nun wurden freilich in den jüngsten 150 Jahren in mannigfache Weise anderer Inhalt des Judentums gesucht, allein Aguda lehnt prinzipiell all diese Versuche ab, und ist der festen Überzeugung, daß schließlich nach manchen Irrungen und Wirrungen ganz Jisrael zur früheren Auffassung zurückkehren wird. Die historische Mission, diese ausschließlich an der Religion orientierte theoretische Betrachtung und praktische Bewährung des Judentums am Leben zu erhalten, ist die beste und einzige Legitimation der Aguda.
Rabbiner Dr. Pinchos KOHN, in 1893 wurde er Rabbiner in Ansbach. Ab 1910 gab er gemeinsam mit Rabbiner Dr. Ernest Weill Das jüdische Blatt heraus, von Ende 1913 bis 1920 zusammen mit Rabbiner Dr. Salomon Breuer die Jüdischen Monatshefte. Langjähriger Anführer der historischen Agudass Jisroel, schrieb für die WienerWochenzeitung Jüdische Presse. Von den Zionisten als Verräter beschimpft; 1939 in Palästina angekommen. Dort hielt er Gespräche mit Scheichs für ein friedliches Zusammensein von Arabern und Juden und schrieb er bis zuletztin der agudistischen Wochenzeitschrift Kol Israel.
Samson Raphael HIRSCH Aus seinem Kommentar zum Wochenabschnitt Emaur
Rabbiner Samson Raphael
HIRSCH
(1808-1888)
Aus seinem Kommentar zur
Wochenabschnitt Emaur
Kap.21, V.5 Sie sollen keine Glatzstelle auf ihren Kopf machen und die Ecke ihres
Bartes nicht abscheren, und an ihren Leib sollen sie keine Verwundung machen.
Kap.21, V.5 Antikes und
modernes Heidentum setzt so gern Religion und Religiöses mit dem Tode und dem
Todesgedanken zusammen. Erst wo der Mensch endet, beginnt ihnen das Reich
Gottes, Tod und Sterben sind ihnen die eigentlichen Manifestationen ihrer
Gottheit, die ihnen ein Gott des Todes ist und nicht des Lebens, ein Gott, der
tötet und nicht der belebt, und der Tod und dessen Vorboten, Krankheit und
Elend sendet, auf daß die Menschen ihn fürchten, seiner Macht und ihre Ohnmacht
inne werden. Ihrer Tempel geweihte Stätten sind daher bei Gräbern, ihre
Priester erst Stelle ist daher bei Leichen, wo Augen brechen und Herzen
gebrochen sind ist ihrer religiöser Aussaat willkommenster Acker, und ein
Zeichen des Todes, ein Symbol der alles Leben bewältigenden Todesmacht an
seinem eigenen Fleische immer gegenwärtig haben und gegenwärtig hatten dürfte
als das Religiöse par excellence gelten und vor allem als des Priesters
und seines Amtes wesentliches Attribut erscheinen.
Nicht also der jüdische
Priester, weil nicht also die jüdische Gotteslehre, die jüdische Religion. Der
Gott, dessen Name dem Priester im jüdischen Volke seine Stelle anweist, ist ein
Gott des Lebens, die freimachende, belebende, den Menschen zum freien Wollen
und zum ewigen Sein emporrichtende Macht des Lebens, nicht die Kraft und Leben
brechende Gewalt des Todes, ist seine erhabenste Manifestation. Nicht wie man
sterbe, sondern wie man zu leben habe und lebend schon den Tod, den Tod des
Lebens, die Unfreiheit, die physische Gebundenheit und sinnliche Schwäche
siegreich zu überwinden, jeden Augenblick des sittlich freien, denkenden,
wollenden, schaffenden und vollbringenden und auch genießenden hieniedigen
Lebens als Moment des eigenen ewigen und ewig Gott dienenden Lebens zu verleben
habe, das ist die Lehre, als deren Stätte Gott sein Heiligtum geweiht und für
deren Dienst er die כהנים,
die Pfleger der Lebensbasis und Richtung (כון = כהן)im Volke geheiligt.
V.15und soll seine Nachkommen nicht zu Entweihten machen
unter seinen Volksgenossen; denn Ich, Gott, heilige ihn.
Kap. 21, 15 Ein חלל hat ganz den Charakter eines זר, eines Nichtkohen, und steht zu dem
Tempel und zu allen Heiligtümern, inner- und außerhalb des Tempels, בין קדשי מזבח בין קדשי גבול, also auch
zu תרומה, nur wie
ein jeder Nichtkohen aus dem Volke. Der Kohen selbst aber, der durch seine
gesetzwidrige Heirat seinen dieser Heirat entsprungenen Sohn von der Geburt an
zum חלל gemacht,
wird selbst kein חלל,
behält den Priestercharakter (Kiduschin 77a). Er darf, so lange er nicht durch
unlösbares Gelübde, ידירנה הנאה על דעת רבים, sich die Trennung der Ehe zu einer Unumgänglichkeit gemacht,
keine עבודה vollziehen
(Bechoroth 45b), wie denn überhaupt ein כהן nur solange כהונה-berechtigt
ist, als er mit Geist und Gesinnung den Priesterberuf angehört, כל כהן שאינו מודה בעבודה אין לו חלק בכהונה,
(Menachoth 18b siehe zu Kap. 7,33); allein, wie das jüdische Priestertum kein
frei gewählter Beruf, sondern eine von Gott gesetzte mit der Geburt erlangte
Lebensbestimmung und Aufgabe ist; so kann die Würdigkeit und die dadurch
bedingte Fähigkeit zu deren Erfüllung wohl zeitweilig cessieren, aber nimmer
kann sie verloren gehen, immer gehört die Beseitigung der zeitweiligen
Unwürdigkeit und der מזרע אהרן
rein geborene כהן kann nie aufhören,
seiner Bestimmung nach כהן zu
sein. (Nur ein כהן שעבר ע"ז
bleibt פסול לעבודה Menachoth
109a vergl. zu V.1). Ganz so kann auch das Menschheitspriestertum, das
Judentum, für den als Jude Geborenen nie und nimmer nach Bestimmung und Aufgabe
verloren gehen. Wie es keine Religion der freien Wahl, sondern eine mit der
Geburt von Gott erteilte Lebensbestimmung ist, so kann sich dieser Bestimmung
und deren Konsequenzen kein im Judentum Geborener je entschlagen; אע"פ שחטא ישראל הוא. Er kann in
Geist, Gesinnung und Lebenswandel sich dieser Bestimmung entfremden, kann ihr
in vollendeter Untreue den Rücken kehren, kann in dieser Entfremdung die
Würdigkeit und Fähigkeit zur Vollziehung solcher Akte verlieren, die den an
Geist, Gesinnung und Wandel treuer Jude voraussetzen; allein nie wird Rückkehr
zur jüdischenWahrheit und Treue im
Geist, Gesinnung und Wandel aufhören, die allererste Aufgabe seiner von Gott
ihm unverlierbar erteilten Lebensbestimmung zu bleiben.
Kap. 22, 23 Und Ochs und Lamm mit einem zu großen Glied oder einem Klumpfusse, ein
solches kannst du wohl zu einer Weihegabe machen, aber als Gelobung soll es
nicht zum Willensausdruck dienen.
Kap. 22, 23 Wo in den
Psalmen und in den Propheten die zeitgenössischen Opferdarbringungen getadelt
werden, da wird nirgends das Opfer an sich, sondern die missbräuchliche
Auffassung desselben gerügt, die in dem Opfer ein opus operatum erblickt
und vergisst, daß Opfer nur dann Wert haben, wenn sie nicht Pflichttreue
ersetzen, sondern die erneute Einleitung eines pflichtgetreuen Lebens sein
sollen, daß aber זבח רשעים,
die für ihrenFrevel gegen das göttliche
Gesetz sich durch Opfer mit Gott abfinden wollen, תועבה ist.
Es ist dies ein Tadel, der inganz
gleichem Ernst und ganz gleicher Schwere auch Beten und Festtagsfeier (siehe
Jesajas 1) trifft, wenn diese ein pflichtgetreues Leben ersetzen und nicht
vielmehr fördern sollen. Der Psalmist und der Prophet würde in ganz gleicher
Weise sein zürnendes Wort den Stab über den Gottesdienst so mancher heutigen
synagogalen Kreise brechen lassen. Daher finden wir auch an anderen Stellen נדרים mit Opfern verbunden: ויזבחו זבח
לד' וידרו נדרים (Jona 1,16) ועבדו
זבח ומנחה ונדרו נדר לד' ושלמו (Jes.
19,21), und offenbar sind da Gelübde und deren Erfüllung nicht Ursache, sondern
Folgen der Opfer: es sind die beim Opfer gefassten Vorsätze.
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH aus dem Kommentar zur Haftoro Wochenabschnitt EMAUR (2)
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH
(1833 1900)
הפטרת פרשת אמר
Aus dem Kommentar zur Haftoro des Wochenabschnittes Emaur (2)
Ezechiel, Kap. 44, Vers 15 und folgende
V. 19 ולא יקדשו את העם בבגדיהם. Daß das nicht heißen kann: sie haben die Priestergewänder vor dem Verlassen des Heiligtums abzulegen, damit sie in Berührung mit dem Volksleben nicht unrein werden, ist klar, denn sonst müsste es heißen: ולא יטמאו את בגדיהם. Ebenso klar ist aber, daß hier nicht an eine Übertragung der Heiligkeit an das Volk durch die Gewänder zu denken ist.
Es heißt freilich: כל הנוגע במזבח יקדש, das bezieht sich aber nach Sebachim 83 auf הראוי למזבח oderלאשים . Ebenso heißt es, vom חטאת und מנחה, 3 B.M. 6,11 und 20: כל אשר יגע וגו' יקדש, allein dies bezieht sich auf concrete Mitteilung durch Eindringen, בליעה, und da ist überall nur von einer Eigenschaft lebloser Stoffe die Rede. Nur טומאה, Unreinheit, nicht aber קדשה, Heiligkeit, kann überhaupt auf Menschen durch Berührung übertragen werden. Wäre aber selbst das an sich Widersinnige möglich, ließe sich durch Priestergewänder in Wahrheit eine die Lebensheiligung des Volkes fördernde Wirkung ausüben, so wäre das sicherlich nicht etwas sorgsam zu Vermeidendes, sondern vielmehr etwas freudig Anzuwendendes. Jeden Gedanken an einen derartig magisch mystischen Einfluss seiner Heiligtümer weist aber das Gottesgesetz als einen Gegensatz zu der nur in freier Energie zu betätigenden sittlichen Freiheit weit von sich. Daher kann das ולא יקדשו וגו' nicht heißen: damit sie nicht heiligen, sondern: denn nicht mit ihren Gewändern, oder: nicht durch ihre Gewänder können sie das Volk heiligen. Der Nachdruck liegt auf dem בבגדיהם. Wohl wohnt den Priestergewändern eine solche Bedeutsamkeit bei, daß jede ohne sie vorgenommene Opferhandlung ungültig ist, als hätte sie ein זר, ein Nichtkohen vollzogen, und auch von dem Priester gilt in diesem Falle der Satz: כל הזר הקרב יומת. Denn wie die Gewänder Eigentum der Gesamtheit sind, tritt des Priesters Individualität in ihnen gänzlich zurück, und deshalb steht er nur mit ihnen bekleidet als Diener des Heiligtums da. Das gilt jedoch nur für die im Namen des Heiligtums in demselben zu vollziehenden Handlungen. Die Bedeutung des Priesters reicht aber weiter. Sie ist erschöpfend in den zwei Worten unsrer Sidra, 3 B.M. 21,6 zusammengefaßt: והיו קודש, sie die Priester, sollen selbst ein Heiligtum sein. Sie sollen überall, auch außerhalb des Tempels, nicht etwa durch ihre Gewänder, sondern durch ihre ganze Persönlichkeit, ihr ganzes Leben in Führung und Tat, durch dessen reine, edle, mustergültige Gestaltung sollen sie im Leben heiligend auf das Volk wirken und durch ihr Beispiel, mit nichten durch ihre Kleider, den Zielen und Wahrheiten im Leben des Volkes den Boden der Verwirklichung bereiten, die durch die von ihnen im Tempel vollzogenen Handlungen symbolischer Ausdruck erhalten. Für pontificalen Pomp priesterlicher Ornate gibt es in dem Leben auf dem Boden des Gesetzes keine Stätte. Vielmehr schärfste Verurteilung findet die gleisnerische Überhebung zur Schau getragener Heiligkeit und sie wird gerade als Äußerung eines sehr wenig frommen Sinnes betrachtet. Wir erinnern an Jes. 65,5: Die da sagen: Bleibe für dich, komme mir nicht zu nahe, denn ich bin heiliger als du! Diese sind Dampf in meinem Zorne, loderndes Feuer jeden Tag! Das sind dieselben, die Klagel. 4,15 mit den Worten gezeichnet werden: Gehe aus dem Wege, jeder Unreine, rufen sie ihnen zu, weichet aus, berühret nicht!
(Die Haftoroth übersetzt und erläutert, Frankfurt am Main 1896: S. 224 - 2230Kommentar zu Ezechiel Kap 44 V.15 )
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH aus dem Kommentar zur Wochenabschnitt Emaur (1)
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH
(1833 1900)
הפטרת פרשת אמר
Aus dem Kommentar zur Haftoro des Wochenabschnittes Emaur (1)
Ezechiel, Kap. 44, Vers 15 und folgende
Die Sidra brachte die Gesetze,durch deren Erfüllung die Priester sich als diejenigen bewähren sollen, die dem Volksleben die durch Gottesgesetz bestimmte Basis und die durch das Gottesgesetz bestimmte Richtung zu geben berufen sind, beides liegt in dem Worte כהן. Was sie, mit dem Priestergewändern bekleidet, in den symbolischen Weihehandlungen im Heiligtum zu vollbringen hatten, das sollten sie außerhalb des Heiligtums in mustergültiger Gestaltung ihres individuellen und Familienlebens und in Vertretung der Anforderungen des Gottesgesetzes zur Wahrheit machen. Dazu bedürfte es des Mutes, der Selbstlosigkeit und hoher sittlicher Energie. Je abhängiger ihre äußere Stellung war, um so höher waren die an ihre sittliche Kraft gestellte Anforderungen, denn es galt, dem Volke entgegenzutreten, wo es irrte, die Fahne der göttlichen Wahrheit, des Rechts und der Menschlichkeit hochzuhalten, auch wo heidnischer Wahn die Volksmassen betörte, und Sittenlosigkeit und Gewaltmissbrauch von den Machthabern ungescheut geübt wurde. Das ist die Hut des Gesetzesheiligtum im Leben, durch deren Vollbringung die Priester zu Kohanim, Basis und Richtung gebenden Vertretern des Gesetzes und damit zu Rettern und Erhaltern des Volkes werden. Volkesgunst und Wohlwollen der Reichen und Mächtigen wird freilich auf diesem Wege nicht gewonnen. Dazu gehörte der starke alte Levitensinn, der, während das bethörte Volk das goldene Kalb umtanzte, den Ruf des Führers: Wer es mit Gott hält, heran zu mir! einmütig Folge leistete und mit unbeugsamer, keine Rücksicht kennender Entschiedenheit für die Gottessache eintrat; die in Wahrheit ja die Sache der Nation, ja der Menschheit war. Nur als mit diesem Levitengeiste beseelte Männer, nur als Leviten werden sie in Wahrheit zu Kohanim. Darum werden so oft, an 24 Stellen, die Kauhanim in ehrendem Sinne zugleich Leviten genannt.
Darum aber kann es auch nicht Wunder nehmen, daß nicht alle sich ihrer Aufgabe gewachsen zeigten, sie teilten damit nur die Schwäche der leider großen Mehrzahl des Volkes. Der Priester Schwäche aber war verhängnisvoll. Das Wort aller Propheten ist mit Klagen über die unwürdigen Priester und ihren unheilvollen Einfluss erfüllt. Auch Ezechiel hatte in den unserer Haftora vorangehenden Versen es auszusprechen gehabt, daß die Priester, die sich bei dem Abfall Jissroéls gleichfalls als dem heidnischen Unwesen verfallen, ihrem Vater im Himmel entfremdet, als unbeherrschten Sinnes und ungebändigter Leidenschaft gezeigt hatten, בני נכר ערלי לב וערלי בשר, in Zukunft der eigentlichen Priesterbestimmung in Darbringen der Opfer nach Gottes Ausspruch verlustig seien.
Diesem gegenüber:
Kap. 44, V.15. והכהנים הלוים בני צדוק, hob sich leuchtend ab die Treue und Festigkeit der in Zadok ihren Ahnen verehrenden Priester, die den echten Levitengeist bewahrt und bewährt hatten, da sie fest standen auf der Warte des Heiligtums und seine Anforderungen gegenüber dem von Gott abirrenden Jissroél vertraten, sie sollen deshalb Gott dienend nahen und Fett und Blut mir näher bringen. Nur sie sollen in der Gesetzesverwirklichung zum Ausdruck bringen, nur sie sollen in הקטרת אימורים, dem Darreichen des חלב, der כליות u.s.w. als Nahrung für das auf dem Altare lodernde Gesetzesfeuer, die Hebung auch der sinnlichsten Zwecke und Bestrebungen in den Kreis sittlich freier, das Göttliche auf Erden fördernder Vollbringungen in symbolischer Weihehandlung lehren. (Siehe zu 3 B.M. 3,3 f.)
(Die Haftoroth übersetzt und erläutert, Frankfurt am Main 1896: S. 224 - 2230Kommentar zu Ezechiel Kap 44 V.15 )
Rabbiner Dr. Salomon BREUER zur Wochenabschnitt Emaur
Rabbiner Dr. Salomon BREUER
(1850 1926)
אמר
Belehrung und Mahnung zur Wochenabschnitt
EMAUR
אמר אל הכהנים בני אהרן Rede zu ihnen, führe ihnen zu Herz und Gemüt alle die Pflichten, denen sie hingebende Pflege zuzuwenden haben, wenn sie würdige Söhne Ahrons sein wollen, und da ist die Pflege der Menschenliebe nicht dieletzte der Pflichten, durch die sie sich alsAhrons Söhne bewähren; eben deshalb aber richte mit gleichem Ernst an sie auch die Mahnung, ואמרת עליהם לנפש לא יטמא בעמיו sich an keiner Leiche zu verunreinigen: so sehr es auch ihrem Ahron-Charakter widersteht, es ist Gottes Wille, dem sie als Gottes Diener zu gehorchen haben!
Dieses אמר ואמרת, das die Unterordnung jeder Anlage und Neigung unter die Herrschaft des Gotteswillens fordert, der ihnen Ziel und Richtung zu geben hat, stellt eine Aufgabe dar, mit deren Lösung unsere ganze Kindererziehung steht und fällt. Diese אמר ואמרת muss bereits im zarten Kindesalter bestätigt werden, es ist ein Erziehungsgrundsatz, der nicht nur für die Priester, der für uns alle gilt, die wir gewillt sind, Kinder Gott zu erziehen, die bereit sein sollen, ihre Neigungen und Kräfte dem Gotteswillen der Thora zu unterordnen: להזהיר גדולים על הקטנים kommentieren daher die Weisen dies doppelte אמר ואמרת.
Dieses אמר ואמרת ist aber, meinen die Weisen, deshalb geboten לפי שיצה"ר מצוי בהן, weil den Menschen der יצר הרע innewohnt, der gerade dann uns zu Fall bringen will, wenn wir unseren Neigungen entgegentreten und ihnen Halt gebieten sollen. Denn nirgends, glauben wir, ist der יצר הרע mehr am Werk, als gerade angesichts des אמר ואמרת, von dem das Eingangswort unserer Sidra handelt: כהנים sollen sich als בני אהרן bewähren und dennoch von התעסקות עם המתים fernbleiben!
Der יצר הרע ist immer gefährlich; in welcher Gestalt er auch auftritt. Am gefährlichsten aber ist er, wenn er unter der יראת שמים-Maske auftritt und seine Waffen aus dem Arsenal der מצות sich holt. Dieser יצה"ר ist gefährlich, weil er der יצה"ר der Frommen ist, unter dessen Einflüsterungen auch sie zu Falle kommen. Denn der wahrhaft Fromme sündigt mit Absicht nie, und alle Versuchungen des gewöhnlichen יצה"ר scheitern an seiner Überzeugungstreue; wenn er sündigt und oft schwer sich versündigt, dann ist es der יצה"ר mit seinen יראת שמים-Argumenten, mit seinen יראת שמים-Vorspiegelungen, den er zum Opfer fällt.
Daß eine Kehilla keine Kehilla ist, wenn sie demשקר und dem אמת, der Lüge und der Wahrheit der Thorahöhnung und der Thorahuldigung in gleicher Würdigkeit Berechtigung einräumt, daß der gewissenhafte Jehudi ein solches Spiel mit der göttlichen Wahrheit nicht mitmachen kann und nicht fördern darf, das ist eine so selbstverständliche Wahrheit, daß man nicht verstehen kann, wie einer, der Anspruch auf יראת שמים erhebt, noch zweifeln kann, was seine Pflicht ist. Und wenn doch das Unfassbare möglich, wenn selbst Männer, denen man es nicht bestreiten kann, daß sie bestrebt sind den Forderungen der תורה gewissenhaft nachzukommen, פסחים על שתי הסעפים zwischen Lüge und Wahrheit schwanken, so ist es leider das Werk des frommen יצה"ר mit seinen frommen Einflüsterungen: כל ישראל ערבים wir sind für unsere abgefallenen Brüder verantwortlich, können מחזיר למוטב sie wieder der Thora zurückgewinnen, wenn wir das Opfer bringen, und ähnliche Vorstellungen mehr, denen sie leider zum Opfer fallen.
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Quelle: Rabbiner Dr. Salomon BREUERBelehrung und Mahnung dritter Teil Leviticus J.Kaufmann Verlag Frankfurt am Main 1935 S. 56-64
Aus seinem Kommentar zur Wochenabschnitt Kedauschim
III, Kap. 19, V.10 und deinem Weinberg die unfertigen Trauben nicht entnehmen und den Beerenabfall deines Weinberges nicht auflesen; dem Armen und dem Fremden sollst du sie lassen; Ich, Gott, euer Gott.
III, Kap. 19, V.10 Mit den Fundamentalsätzen der Familie und des Individuums, mit כבוד אב ואם und שבת beginnt diese Grundlegung des zur Lebensheiligung, und der Fundamentalsatz der sozialen Gesellschaft, der jüdische צדקה-Begriff, das Liebesrecht und die Liebespflicht ist der Schlussstein dieses Grundes. Bedeutsam ist dieses soziale Fundament in einer Gruppe mit dem gottesdienstlichen שלמים- und פגול-Gesetze verwoben. Auf den Boden des von Gott getragenen jüdischen Lebens sind das sogenannte Religiöse und das Soziale keine Gegensätze, sind nicht einmal verschiedene nebeneinander geordnete Teile eines höheren Ganzen, gehören vielmehr in wesentlicher, organischer Einheit zusammen, wie Wurzel und Baum, wie Blüte und Frucht. אוהב את המקום אוהב את הבריות spricht die jüdische Wahrheit, in dem Zuge zu Gott ist der Zug Seiner Menschheit mit eingeschlossen, auf demselben Fundament, in welchem die reine שלמים-Freude des von Gott gewährten Glückes wurzelt, wurzelt auch die Recht- und Liebespflicht für das Glück des Nächsten.
11. Nichtsollt ihr stehlen, und ihr sollt nicht leugnen und ihr sollt nicht lügen einer wider den anderen.
12. Und ihr sollt nicht schwören bei meinem Namen zur Lüge; du würdest den Namen deines Gottes entweihen, ich Gott
VV. 11 u. 12 Im Anschluss an die in dem vorigen Verse gegebene soziale Grundlegung folgen nun einige Sätze aus dem sozialen Katechismus des Gott heiligen Volkes. לא תגנבו, לא תכחשו, לא תשקרו, לא תשבעו sind im Gegensatz zu dem folgenden לא תעשוק u.s.w. in der Mehrheitsanrede gefasst und charakterisiert sich eben darin der Begriff ihrer Bedeutung. לא תגנוב , לא תכחש, לא תשקר, לא תשבע בשם ד' לשקר wäre wie im Dekalog an den einzelnen gerichtet und spräche von Verbrechen des Diebstahls, der Lüge und des Meineides, dessen Unterlassung sicherlich nicht erst in das Kapitel der קדושה, in das Kapitel sozialer Heiligung gehörte. Man ist noch sehr wenig von einem קדוש, wenn man nur kein Dieb und kein Meineidiger ist. Allein an die Pluralität der nationalen Gesamtheit gerichtet, kann es auch gar diese groben Verbrechen im Auge haben, die ja nie, nicht nur von allen, nicht einmal von einer großen Mehrheit einer Nation geübt werden, ja geübt werden können, die in jeder Volksgesellschaft nur vereinzelte Erscheinungen bilden, zu deren Unterdrückung von selbst sich die Gesamtheit als Staat wappnet. Vielmehr ist hier von solcher גנבה, solchem שקר, solcher שבועת שקר, von solcher Unrechtlichkeit, Unaufrichtigkeit und Schwurgeläufigkeit die Rede, die allerdings den ganzen Geschäfts- und Gesellschaftsverkehr einer Nation so durchdringen, ja so zum herrschenden Nationalcharakter werden können, daß sie, weil allgemein geübt, das Brandmal entehrender Schlechtigkeit verlieren, ja zu einer preis- und ruhmwürdigen Kunst erhoben werden und doch vor Gott ebenso wie der gemeine Diebstahl, die gemeine Lüge, der gemeine Meineid verworfen bleiben. Vor ihnen warnt hier das sein Volk heiligende Gotteswort. In seinem Geschäfts- und Gesellschaftsverkehr:
לא תגנבו, soll unrechtmäßigen Vorteil erhaschende Schlauheit nicht die Parole sein denn das ist der Begriff von גניבה in weiterem Sinne. Verwandt mit כנף: verhüllen, sind Heimlichkeit und Rechtswidrigkeit ihre wesentlichen Merkmale. Wo daher Schlauheit, dem anderen unbewusst, einen ihm zukommenden Wert auch nur eine Peruta, etwa eines Hellers, entzieht und sich zuwendet, da ist vor Gott ein Diebstahl geschehen und sein לא תגנבו gebrochen. Ja, es erläutert das Wort der Weisen z.St. in ת"כ: לא תגנבו על מנת למקט לא תגנבו על מנת לשלם כפל ולא על מנת לשלם ד' וה' בן בג בג אומר לא תגנוב את שלך מאחר הגנב שלא תראה גונב, d.i. selbst nicht zum Scherz, aus Neckerei, sollen wir uns eine Entwendung erlauben, selbst nicht, um den Bestohlenen dadurch den doppelten, vier- und fünffachen Ersatzvorteil zukommen zu lassen, sollen selbst nicht unser eigenes und entwendete Eigentum durch heimliche Entwendung wieder an uns bringen, um auch den Schein einer גניבה zu meiden, oder wie es in Beziehung auf Scherz- und Neckereidiebstahl im ח"מ heißt: הכל אסור כדי שלא ירגיל עצמו בכך, der rechtschaffene Jude übt sich nicht in Diebesschlauheit.
Und wie aus dem Geschäftsverkehr, so bannt Gottes Wort: לא תגנבו auch aus dem Gesellschaftsverkehr jede Schlauheit, jede auf גניבת דעת, auf Meinungs- und Gesinnungsdiebstahl berechnete Täuschung. Der rechtschaffene Jude erwirbt sich das Herz und die gute Gesinnung seiner Mitmenschen, aber er stiehlt sie ihnen nicht. Jede Handlung, jede Äußerung, durch welche wir andere in einem höheren Grade als wir in Wirklichkeit verdienen uns geneigt und dankbar machen, ist als גניבת דעת verwerflich. (Chulin 94).
ולא תכחשו ולא תשקרו איש בעמיתו. כַחֵש ist das Leugnen einer uns gegenüber behaupteten Wahrheit. Verwandt mit כעס,כעש , dem Empörtwerden über ein wahrgenommenes Unrecht, heißt כחש im Piel eben ein solches Empörtwerden bei dem andern durch Leugnen hervorrufen. Auch לא תכחשו regelt ebenso sehr unsere Aufrichtigkeit im Geschäfts- wie im Gesellschaftsverkehr. Nicht durch Rücksicht auf unser Interesse sollen hier wie dort unsere Äußerungen geleitet werden. Im Geschäft wie in der Gesellschaft soll jeder uns zur Steuer der Wahrheit aufrufen können und des Zugeständnisses des Wahren selbst zu unserem eigenen Nachteil im voraus sicher sein.
שקֵר Lügen, umfasst nun das ganze große Gebiet der Lüge, die aus dem Geschäfts- und dem Gesellschaftsverkehr die Wahrheit, die Erkenntnis der Dinge und Verhältnisse wie sie sind, diese Grundbasis alles Wohles und aller Pflichttreue verscheucht und das Wort, dieses Unterpfand der göttlichen Menschenwürde, der göttlichen Menschenbestimmung, das Zaubermittel alles sozialen Heileswirkens, in sein Gegenteil, in ein Werkzeug des Unheils und des Verbrechens verkehrt. כחש ist der Wahrheitsraub, שַקֵר der Wahrheitsdiebstahl, und so gewiss wie die Erkenntnis der Wahrheit für die sittliche Aufgabe und das Heil eines jeden ein unvergleichlich höhere und folgenreichere Bedeutung hat als der Wert, der sich an den Besitz eines materiellen Gutes knüpft, so gewiss ist der Wahrheitsdiebstahl ein noch weit verderblicheres Verbrechen als der Sachendiebstahl. Schmeichler, die dem Nächsten die wichtigste Wahrheit, die Wahrheit der Selbsterkenntnis stehlen, Heuchler, die ihr ganzes Selbst zu einer großen Lüge falschmünzen, gehören zu den verwerflichsten Kategorien der durch לא תשקרו aus dem jüdischen Gesellschaftsverkehr gebannt sein sollenden Charaktere. Wie ferner אמת nicht nur die logische, sondern auch die praktische Wahrheit: die Treue bedeutet, so heißt auch שקר die Untreue, die Nichterfüllung eines gegebenen Wortes, בנים לא ישקרו (Jes. 63,8) und sonst, und לא תשקרו איש בעמיתו umfasst auch die Warnung: täuscht nicht durch leere Versprechungen, haltet Wort einer dem anderen.
Endlich ולא תשבעו בשמי לשקר: missbraucht nicht die Berufung auf meine zwischen Mensch und Mensch richtende Gegenwart zur Bestätigung der Lüge alle diese Verbote sind implizite zugleich die אזהרות, die warnende Verbote der bereits anderweitig in ihren Straffolgen besprochenen gemeinen Verbrechen des Diebstahls, des Ableugnens und des Meineides. Allein sie sind in der Pluralanrede an die Gesamtnation in allen Gliedern gerichtet, um auch diejenige Unredlichkeit, Unwahrhaftigkeit, Unwahrheit, Unzuverlässigkeit, und so auch denjenigen Schwurmissbrauch in das warnende Verbot mitzufassen, die, weit über die Einzelerscheinungen gemeinverbrecherischer Handlung hinausgehend, so Sitte und Übung einer nationalen Gesamtheit werden können, daß mit ihrer allgemeinen Verbreitung das Bewusstsein ihres den heiligen Menschencharakter schändenden Unrechts schwindet darum schliessen diese Sätze, die bis dahin an die Volksgemeinde als עם, als Gesellschaft in allen ihren Gliedern nach innen gerichtet waren, indem sie nun die Volksgemeinschaft als גוי, als Einheit nach außen zusammenfasst, und zu dem jüdischen Volk unter Völkern spricht: וחללת את שם אלהיך, als Träger Seines Namens hat dich Gott in die Mitte der Völker gesendet, als Sein, als Gottesvolk sollst du den Völkern das Muster einer von Gott auf Recht und Wahrheit und Treue gebauten Gemeinschaft vor Augen führen. Wenn du dich mit Unredlichkeit, Unwahrheit, Unzuverlässigkeit und meineindigem Schwurleichtsinn befleckest, so entweihst du den Namen, den du trägst, so tötest du die Gottesanerkennung, deren Herold undTatenpriester du sein sollst.
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH aus dem Kommentar zur Wochenabschnitt Kedauschim
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH
(1833 1900)
הפטרת פרשת קדושים
Aus dem Kommentar zur Haftoro des Wochenabschnittes Kedauschim
Amos Kap.9, V.7
Die Sidra enthält die höchsten Ziele für die individuelle und nationale Lebensheiligung. Das Prophetenwort tritt zunächst denen entgegen, die eine jede Verpflichtung zum Gehorsam gegen das Gesetz Gottes von sich zu weisen versuchen. Es erinnert dem gegenüber daran, wie kein Mensch und kein Volk sich der Verantwortung vor Gott entziehen könne und wie auch in dem Geschicke der anderen Völker Gottes Hand walte. Es erklärt sodann, wie in dem Geschicke, das über das seiner Bestimmung nicht entsprechende Jissroél sich vollziehe, scharf geschieden werde zwischen dem Staate und dem Jakobshause. Jener, der grundsätzlich in feindlichem Gegensatz gegen Gottes Gesetz befindliche, sowie alle grundsätzlich auf seinen Boden Stehenden gehen zu Grunde. Das jüdische Haus jedoch soll gerade durch die Geschickesstürme gerettet werden. Dann wird auch das Heiligtum in ungeschmälerter alter Herrlichkeit wieder erstehen, und für Jissroél und für die Menschheit, die der von Jissroél gebrachten Wahrheit huldigend sich erschließt, die am Anfang der Geschichte verheißene Zeit der Paradiesherrlichkeit auf Erden anbrechen.
Kap.9,V.7 הלוה כבני כשיים וגו' Selbst wenn ihr nicht Juden wäret, hinget es nicht von euch ab, festzusetzen, was gut und was böse sei. Nicht bloß der jüdische Mensch ist Gott verantwortlich und kann sich dieser Verantwortungnicht entziehen. Ihr gehört doch mindestens ebenso mir an wie der letzte Äthiopier. Und nicht bloß in eurer Geschicke habe ich mich offenbart, sondern meine Hand waltet gestaltend und erziehendauch in der Geschichte der anderen Völker, als deren Vertreter hier die Philistäer und Aramäergenannt werden.
V.8 אדני וגו': Gott im Verhältnis zum Propheten, der mich sendet, und der seine Liebe als waltende Gerechtigkeit offenbart. Seht, er ist im Begriff euch zur Rechenschaft zu ziehen. Seine Augen, d.i. seine strafende eingreifende Waltung, ist gegen das grundsätzlich der Sünde verfallene Reich, gegen den Staat gerichtet, die vernichte ich, das Jakobshaus jedoch wird nicht bedroht,
V.9 es soll vielmehr gerettet werden, die Fortdauer des Staates würde es mit dem Untergange bedrohen, der Untergang des Staates ist der erste Schritt zur Rettung. Durch den Sturm der Verhängnisse läßt Gott das Haus Israel durch alle Völker getrieben werden, ohne festen Halt auf Erde ist es scheinbar allen Wettern, allem Völkerwüten preisgegeben.Doch unsichtbar ist es wie von einem Siebe umfangen. Nur was sich vom Kern ablöst, fällt als Staub zu Boden.Was treu und fest zumKern hält, bleibt erhalten.So haben diese Stürme nur die Sichtung, die Scheidung der Spreu vom Korne zum Ziel. צרור von צרר, zusammendrängen, hier von dem stofflich concentrierten Kerne im Gegensatz zur leichten Spreu. Gewiß ist es schmerzlich, wie viele in den Stürme des Exiles verloren gehen: jedoch in Wirklichkeit fällt nichts zu Boden, was treu zum Kerne sich hält denn:
V. 10. durch das Schwert, nämlich die Leiden des Exils, gehen zu Grunde nur die חטאי עמי, die prinzipiell dem Heiligtum Feindlichen, die die vergeltend waltende Vorsehung in den Geschickesfügungen leugnen und überhaupt die Lenkung der Geschichte durch Gott als Ammenmärchen verspotten und höhnend sagen: Was kommen soll, kommt doch, und um unserer Sünden willen kommt das Unglück uns kein Haarbreit näher als anderen und keinen Augenblick früher.
V. 11. :ביום ההואAn jenem Tage wenn der Kern der Nation mir gewonnen und das Korn von der Spreu geschieden sein wird, wenn die Stürme des Exiles ihr Läuterungswerk vollbracht haben werden, richte ich die Hütte Davids, das Heiligtum wieder auf, das, in bedeutungsvollem Gegensatz zu der V.8 genannten ממלכה החטאה , als eine jeden Stolzund jede Königspracht verschmähende bescheidene Hütte bezeichnet wird. הנופלת: Jene Wiedergewinnung und diese Wiederaufrichtung wird aber sich vollziehen zu einer Zeit, wo nach kurzsichtigem menschlichen Ermessen dies Heiligtum, die Hütte Davids, im Einsturz begriffen, der Verwirklichung des Gottesgesetzes jede Zukunft abgeschnitten erscheint. Der Sprößling aus dem Davidshause, das Reis aus dem Isaistamme, der Messias, auf den wir hoffen, wird deshalb auch in diesem Sinne בר נפלי, als der zur Zeit des hoffnungslosesten Verfalles Erscheinende bezeichnet. Diese Bezeichnung hat von den beiden Jesajas 60,21 angedeuteten Möglichkeiten der Erlösung diejenige im Auge, die dort als die בעתהund מעשה ידי bezeichnet wird, wie wir das in der Haftora zu כי תבוא zur Stelle ausgeführt haben,auf die wir hier verweisen.
...
V.12. :למען יירשו וגו'Das Subjekt ist der durch die mächtige Schwinge der Exilesstürme herausgeschälte edle Kern des jüdischen Volkes, das wahrhafte Israel-Haus. Dem Erben fällt nur das zu, was der andere fahren läßt, so wird, nicht etwa der Judenheit, sondern der von dem Hause Israel durch die Zeiten getragenen Prinzip, dem in seinem Wesen erkannte Judentum, das identisch ist mit dem vollendeten Menschentum, die Erde zufallen.Als Repräsentant der Völker ist Edom genannt, der Typus der auf Gewalt gegründeten und alle geistigen und materiellen Vermögen skrupellos nur in den ausschließlichen Dienst des eigenen Interesses stellenden Staatengrößen.Alle Principien, denen bisher gehuldigt worden, werden in ihrer Nichtigkeit erkannt worden sein, und was von Edom übrig geblieben sein wird und von allen Völkern, über die dann mein Namen genannt wird, wird dann der Herrschaft des vom Gottesworte gelehrten Lebenspflicht-Ideales in Verwirklichung der Sittlichkeit, Gerechtigkeit und Nächstenliebe freudig huldigend sich unterordnen.
An derHerbeiführung dieses in ferner Zukunft winkenden Zieles arbeitet Gott bereits jetzt.Alle Fügungen in der Geschichte der Menschheit stehen im Dienste der Verwirklichung dieser Verheißung. Auf die Erziehung des jüdischen Volkes bezogen, spricht sich dieser Satz dahin aus: Der erste Schritt ins Exil ist der erste Schritt zur Erlösung.
...
V. 15 ... אמר ה' אלהיך: Dies alles sind Verheißungen dessen, der dein Gott ist, schließt das Prophetenwort und ruft mit scharfer Wendung in direkter Anrede es eindringlich jedem jüdischen Geschlechte einer jeden Zeit zu, daß Gott es in die Hand eines jeden gelegt und ausnahmslos jeden berufen habe, durch Selbstveredlung und volle treue Erfüllung der Lebenspflicht an der Herbeiführung dieses Ziele seines bescheidenen Teiles mitzuarbeiten.
(Die Haftoroth übersetzt und erläutert, Frankfurt am Main 1896: S. 215 - 220Kommentar zu Amos Kap 9 V.7 )
Aus dem Kommentar zur Haftoro des Wochenabschnittes Kedauschim
(Minhag Italiener und Sefardim)
Ezechiel, Kap. 20, Vers 1 und folgende
Mag diese Haftora zu אחרי מות oder zu קדושיםgewählt sein, also zu der Sidra die die Weihehandlungen enthält zur ewigen Frischerhaltung des jüdischen Lebensideales und die Grundgesetze, die die Vorbedingungen bilden zu seiner Erreichung, oder zu der Sidra, die die Grundzüge dieses Ideales selbst enthält: in beiden Fällen zeigt das Prophetenwort den vollendeten Gegensatz, in dem von Anfang an das Volk der göttlichen Erwählung zu den Gesetze sich befand, dessen Wahrheiten es als Gottesherold der Menschheit zu bringen berufen ist. Es zeigt, wie dieser Gottesbote erst selbst dazu diesem Gesetze und von diesem Gesetze zu erziehen war und ist. Es zerstört damit aber für uns, das Galuth-Jissroél, auch die Wahnvorstellung von einer guten alten Zeit, als ob es jemals einen Zeitraum gegeben hätte, in dem das Gottesgesetz dauernd seine volle Verwirklichung bereits gefunden hätte. Der Eintritt des Exiles lehrt, daß dem nicht so war, daß Jissroél während der Zeit seiner Selbständigkeit nicht seiner Bestimmung entsprach, und die Fortdauer des Exils ist der sprechendste Beweis dafür, daß das Gotteswort noch immer seiner vollen Verwirklichung harrt. Das Judentum ist keine Lehre der Vergangenheit, vielmehr gehört die Zukunft dem Judentum. Und daß Gott sich zum Träger seines Wortes gerade den zähesten, widerstrebendesten, zu steter Auflehnung bereiten Volksstamm erwählt, und um seiner menschheitspriesterlichen Sendung, um meines Namens willen ihm so oft vor verdientem Untergang geschützt hat, um in seiner Unterwerfung zuerst sein Wort den ersten Sieg erringen zu lassen : das lehrt eben dieses Prophetenwort uns, die wir bereits auf Jahrtausende dieser noch andauernden Erziehungsgeschichte zurückblicken können.
(Die Haftoroth übersetzt und erläutert, Frankfurt am Main 1896: S. 220 - 221Kommentar zu Ezechiel Kap 20 V.1 )
Rabbiner Dr. Salomon BREUER zur Wochenabschnitt KEDAUSCHIM
Rabbiner Dr. Salomon BREUER (1850 1926)
קדושים
Belehrung und Mahnung zur Wochenabschnitt
Kedauschim
כי קדוש אני Strebet nach קדושה, denn Ich, Gott bin קדוש und möchte durch eure קדושה geheiligt werden. Noch ehe die Welt erschaffen war, haben Engel preisend Gottes קדושה gekündet, die Gott durch Menschen einst gezollt werden soll: denn in der freien Größe des Menschen, in der er alle Hemmungen von sich gestreift hat, die sich ihm auf dem Weg sittlicher Lebensvollendung entgegenstellen, offenbart sich Gottes קדושה.
כי קדוש אני Auf mich schauet, ruft Gott uns zu, wenn ihr nach קדושה ringet. Gälte es nur, im Gegensatz zu kenaanititischer Entartung ein heiliges Leben zu führen, dann wäre unsere Aufgabe, deren Lösung Gott von uns erwartet, nicht schwer.
אם יש חמשים צדיקם בתוך העיר Wenn nur fünfzig Gerechte inmitten der Stadt sind, so flehte Abraham für Sedoms Errettung בתוך העיר wie wir es zu verstehen glauben: in Sedom durch צדקות hervorzuragen, dazu gehört nicht viel. Abraham wusste nur zu gut, daß צדיקים in absolutem Sinne in Sedom nicht zu finden seien; wer in Wahrheit ein צדיק ist, lebt nicht in Sedom, hält es in Sedom nicht aus darum: צדיקם בתוך העיר vielleicht sind noch צדיקים in der Stadt (daher auch mangelhaft geschrieben צדיקם), die im Verhältnis zur dortigen Entartung צדיקים genannt werden können; aber auch die waren nicht in erforderlichen Mindestzahl zu finden.
Nicht begnügt sich der göttliche Aufruf zur קדושה, wenn wir צדיקים בתוך העיר im Vergleich zur kenaanitischen Gesunkenheit ein Leben der קדושה führen: כשם שאני קדוש Zu mir schauet empor, wenn ihr euch fraget, wie weit ihr auf dem Wege zur קדושה gekommen seid! Nicht auf andere schauet, um in selbstgefälliger Genügsamkeit eurer קדושה euch zu rühmen. Und man ist noch lange keine קהלה קדושה, auch wenn eine Gemeinde sich vorteilhaft von Gemeinwesen abhebt, denen der קדושה-Charakter leider völlig abgeht! כשם אני קדוש auf Mich schauet, ruft Gott uns für unser Einzel- und Gemeindeleben zu, ob ihr vor Mir zu bestehen vermöget!
נתקדשתם לשמי עד שלא בראתי העולם Ihr seid mir geheiligt und zu meiner Heiligung berufen worden, ehe noch meine Welt erschaffen ward ehe es Menschen gab, im Vergleich zu deren sittlicher Gesunkenheit eure קדושה sich hätte vorteilhaft abheben können, haben Gottes Engel Menschen erschaut, die Gottes קדושה zu künden berufen sein werden: und nicht Adam war es, Noach nicht, nicht einmal Abraham und Jizchak, denen es nicht gelang, alle ihre Kinder für ein Leben der קדושה zu gewinnen Jakob = Israel, ists, der dem קדושה-Ideal am nächsten gekommen war, dessen Name mit Gottes Name sich vermählte, durch dessen Leben der Gottesname gesegnet ward!
כי קדוש אני ה' אלקיכם Zu Gott lasset uns emporschauen, wenn auch an uns der Mahnruf zur Lebensheiligung ergeht: Gott gibt uns die Kraft, dieser höchsten Forderung zu entsprechen, Gott lehrt uns die Wege; auf denen wir diesem Ziele immer näher zu kommen vermögen. Lasst uns den Pflicht der Hut nachkommen, die in uns den Willen und die Kraft mehren und stärken, die wir benötigen, um vorwärts, aufwärts zu streben.
כשם שאני קדוש Aufwärts, zu Gott lasset uns schauen! Gott näher zu kommen, sei das hehre Ziel, dem sich unser Leben in nimmer ermüdendem Streben zu weihen hat, damit Gottes heiliger Wille durch unser Leben gesegnet und die huldigende Anerkennung seines heiligen Namens im Bewusstsein einer großen Menschheit durch unser Leben angebahnt werde ברוך ה' אלקי ישראל מן העולם ועד העולם.
Quelle: Rabbiner Dr. Salomon BREUER Belehrung und Mahnung dritter Teil Leviticus J.Kaufmann Verlag Frankfurt am Main 1935 S. 54-55
Aus seine Übersetzung und Kommentar zu den Psalmen: zu Ps.27* V.14
14) Hoffe zu Gott hin! Bleibe fest, und lasse dein Herz dich ermutigen, und hoffe auf Gott hin
V.14. קוה וגו' Hoffe zu Gott hin, und wenn deine Hoffnung nicht in Erfüllung gegangen, so bleibe nichtdestoweniger fest und schöpfe immer neuen Mut aus deinem Herzen und höre nicht auf zu hoffen. אם ראה אדם שהתפלל ולא נענה יחזור ויתפלל שנאמר קוה אל ד' חזק ויאמץ לבך וקוה אל ד'
Die Psalmen übersetzt und erläutert von Samson Raphael Hirsch S.131 (Ffm. 1914, 3. unveränderte Auflage)
*Der Psalm 27 wird in vielen Gemeinden von Rausch Chaudesch Elul bis Hauschano Rabbo täglich gesagt nach dem Morgen- und nach dem Nachmittaggebet.
Rabbiner Dr. Raphael BREUER Die Benediktion gegen die Ketzer
Rabbiner Dr. Raphael BREUER
(1881-1932)
Die Benediktion gegen die Ketzer
In: Jüdische Monatshefte Jahrgang 5, Heft 11
Die 19. Benediktion, zugefügt an den ursprünglich 18 Benediktionen, Schemoneh Esreh die wir dreimal täglich Richtung Jerusalem stehend, beten wird von viele routinemäßig herunter geprasselt, Diese Kategorie Betern meinen damit sei der Pflicht erfüllt, ahnen nichts von der tiefen geschichtlichen Zusammenhang und der aktuellen Bedeutung und Erforderlichkeit dieser Benediktion.
Das ist kaum verwunderlich wenn man folgender Paradox bedenkt:
In den Reihen der Orthopraxie der Gegenwart wird weltweitidentisch die selbe Schemoneh Esreh, mit identischer Wortlaut, gebetet durch religiöse Zionisten und deren fromme Nachschlepper einerseits, durch die antizionistischen Thoratreuen Juden anderseits.
Welche Ketzer der Gegenwart sollen geflucht werden? Etwa die Heidenrebellen (von N. Birnbaum geprägten Begriff) ? Und wenn bis in die Knesseth HaMinim Ultraorthodoxe Rabbinern kollaborieren?
Rabbiner Dr. Raphael BREUER gibt uns schlüssige Antworte auf diese Überlegungen. Zu lesen in Beilage.
Aus dem Kommentar zur Haftoro des Wochenabschnittes Machar Chaudesch
Kaum eine zweite Gestalt giebt es in der reichen Fülle der Gestalten, die uns in der Geschichte unseres Volkes entgegentreten, die also die wärmsten Sympathien gewonnen hätte, Keine auch, deren Bild lebenswärmer und farbenreicher gezeichnet wäre. Mag es immerhin dazu beitragen, daß wir Jonathan nicht als Herrscher in Lagen erblicken, die ihn zur kraftvoller Strenge und energischer Handhabung der Autorität genötigt hätten. Mag deshalb das Bild anderer Helden ein reicheres, thatenglänzenderes Leben zeigen: an Seelengröße, Hoheit der Gesinnung und edlem Mannesmute auch während der Vorahnung trübsten Geschickes reicht keiner an Jonathan heran. Ein edler Königssohn, der in dem Freunde den Rivalen, den vom göttlichen Ratschluß bestimmten Nachfolger auf dem sonst ihm zukommenden Throne ahnt, ihn dennoch die Freundschaft wahrt, seine Sache vertritt und ihn den Nachstellungen seines Vaters entzieht, der den gefährlichen Nebenbuhler beseitigen will, die Tragik seines Geschickes, die edle Ruhe, mit der er dem nicht durch eignes Vergehn verschuldeten Verluste des Thrones entgegensieht, die Worte, mit denen er Treue gelobt und für seine Kinder geloben läßt, das alles zeigt Jonathans Gestalt von einem Abendrot umflossen, das noch nach Jahrtausenden uns nicht ohne tiefe Wehmut zu ihm sinnend und bewundernd aufschauen läßt.Denn wenn je von einem Helden, so gilt von ihm , daß erunterliegend des reinen Menschentums herrliche Palme errang.
Das Blatt aus seiner und Davids Geschichte, das die Haftora uns reicht, zeigt ihn als den Herrlichen. Denn er hat bereits seine Höhe erreicht, David ist noch sehr jung, jedenfalls noch im ersten Mannesalter kann seiner Stellung nachhier nur passiv sein.
(Die Haftoroth übersetzt und erläutert, Frankfurt am Main 1896: S. 411-416Kommentar zu Samuel I. Kap 20 V.18 )
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH aus dem Kommentar zur Haftoro des Wochenabschnittes Acharei Mauss
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH
(1833 1900)
הפטרת פרשת אחרי מות
Aus dem Kommentar zur Haftoro des Wochenabschnittes Acharei Mauss
EzechielKap, 22 V.1
(Die Haftoroth übersetzt und erläutert, Frankfurt am Main 1896: S. 211 - 215Kommentar zu Ezechiel Kap 22 V.1 )
Das Thorawort brachte zuerst die Lehre von den groβen Weihehandlungen, durch die alljährlich das Ideal der jüdischen Lebensheiligung vor der Trübung durch die Wirklichkeit des jüdischen Volkes geschützt, der Bund zwischen Jissroél und seinem Gotte erneut, und in dem Gelöbnisse ewigen Hinaufstrebens zur Gottesnähe Schutz vor den inneren und äuβeren Folgen einer sündhaften Vergangenheit und damit die Reinheit wieder gewonnen werden sollte. Sodann im Kap. 17 die Warnung vor Vergötterung der im ungebändigten Tierleben sich entfaltenden Naturtrieve und die Mahnung zur steten Unterordnung aller Kräfte und Triebe unter das Pflichtgebot, ferner die Warnung vor dem diese Unterordnung gefährdenden Blutgenusse, und endlich im Kap. 18 die Gesetze der Keuschheit als Grundbedingung der Erreichung der jüdischen Bestimmung und der Gewinnung und Erhaltung der jüdischen nationalen Selbständigkeit und des jüdischen Landes.
Das Prophetenwort versetzt uns in Jerusalems letzte Tage und läßt vor unseren Augen ein Bild der Entartung entstehen, das in jedem seiner Züge den grausig crassen Gegensatz darstellt zu jenem Volksleben, welches das Gottesgesetz in Jissroél schaffen wollte. Entartung des Einzellebens, Entartung des Familienlebens, Entartung des socialen Lebens. Schrankenlose Herrschaft der Selbstsucht und der Genuβsucht, ungebändigte Sinnlichkeit und ungescheut geübte Gewaltthat, ja Mord, bilden das Gepräge des Einzel- und des öffentlichen Lebens, denn die Staatsgewalt steht gänzlich im Dienste entarteter Machthaber. Mit einem Worte: auch das Reich Juda ist mit allem diesen allerdings nicht unter, wohl aber gänzlich auf das Niveau der es umgebenden Völker hinabgesunken. Da ergiebt es sich denn die Naturnotwendigkeit, daß das zum Träger der Entfaltung reinen Menschentums bestimmte Land diese Bewohner ausspeien muß (3 B.M. 18,28) und daß nur in schwerer Schule des Leides die Unreinheit getilgt und die ursprüngliche Reinheit wiedergewonnen, daß nur im Feuer der Läuterung das Silber seiner Schlacken entledigt werden könne.
(Die Haftoroth übersetzt und erläutert, Frankfurt am Main 1896: S. 211-215Kommentar zu Ezechiel Kap 22 V.1 )
Rabbiner Dr. Salomon BREUER:Belehrung und Mahnung zur Wochenabschnit Acharei Mauss
Rabbiner Dr. Salomon BREUER
(1850 1926)
אחרי
Belehrung und Mahnungzur Wochenabschnitt
Acharei Mauss
ושמרתם את חקתי ואת משפטי אשר יעשה אתם האדם ויחי בהם Hütet meine Gesetze, meine Rechtsordnungen, die der Mensch zu erfüllen hat, um durch sie Leben zu gewinnen.
Unsere ganze Aufmerksamkeit gilt der zweiten Hälfte dieses Satzes, enthält er doch die Begründung für die in den vorangehenden Sätze ausgesprochene Mahnung: hütet meine Gesetze und Rechtsordnungen, die der Mensch erfüllen muß wenn er Leben gewinnen soll. Sollen aber diese חוקים und משפטים, die den Inhalt der ganzen Thora ausmachen, von uns verwirklicht werden, dann müssen wir sie vor allem hüten, und zwar gilt diese Forderung, wie aus diesem Verse u entnehmen ist, in gleichem Ernst von den חוקים wie von den משפטים:ליתן שמירה ועשיה לחוקים ושמירה ועשיה למשפטים mahnen die Weisen.
Quelle: Rabbiner Dr. Salomon BREUERBelehrung und Mahnung dritter Teil Leviticus J.Kaufmann Verlag Frankfurt am Main 1935 S. 40-47
Die vollständige Droscho kann hier in Beilage :gelesen werden:
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH aus dem Kommentar zur Haftoro letzten Tag Péssachs (2. Folge)
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH
(1833 1900)
הפטרה ליום אחרון של פסח
Aus dem Kommentar zur Haftoro des letzten Tages Péssachs (2. Folge)
Jesajas, Kap. 11, Vers 1 u. folgende
Es sieht (Kap.11, V.1) auch den Davids-Stamm gefällt, von Isajis stolzen Stamme nur noch einen Stumpf, ja auch diesen von der Erde geschwunden und, dem Menschenauge verborgen, in der Erde dunklem Schosse nur noch die Wurzeln übrig. Allein, während alle andren geschichtlichen Grössen, so einmal der Stamm gefällt, unrettbar dem Modergeschicke der Jahrhunderte verfallen, blüht aus Jisais Stamme der langbewarhrte (נצר) späte Schössling auf, der die Heilesfrucht der Menschheit birgt und der die längst gestreute Heilessaat des Gottewortes zur Menschheitserlösung zeitigt, (יפדה). Der Prophet schildert sodann in großen Zügen das Heileswirken dieses Messias. Er ist in Wahrheit Träger des Gottesgeistes; Verwirklichung des Zedek-Ideals, des Gottesrechts, im Kreise der Menschheit ist der Inhalt seiner Sendung. Gottesfurcht durchgeistert ihn, das Gottesvertrauen und das Gottesrecht selbst sind seine Kraft und sein Mut, sind der Gurt seiner Lenden. Vor der Hoheit seiner Persönlichkeit und seines Wortes schwindet das Schlechte (V. 2 5) So beginnt unter der Herschafft des verwirklichten Zedek-Ideals das Reich des ewigen Friedens im weiten Menschenkreise. Auch in der Natur schwinden Kampf und Krieg. Geduldet weilt der Wolf neben dem Schafe,, kein Schwacher zittert mehr vor der Gewalt des Starken, Friede haucht die ganze Schöpfung, die ganze Erde ein heiliger Gottesberg, Gotteserkenntnis, in unmittelbarer Erfahrung gewonnen, erfüllt die ganze Erde (V. 6 9).
Nachdem so die Isa-Wurzel zum Sammelpanier der Menschheit geworden, dem die Völker zur Allvereinigung um Gott zustreben (V.10), versammelt Gott auch sein über die Erde zerstreutes Volk (V.11 und 12). In Gott vereint, kennen Jissroél und Juda kein Hader mehr (V. 13), noch haben sie den Nachbarvölker Feindschaft zu besorgen, die sich vielmehr willig ihre Führung unterordnen (V.14). Auch alle physischen Hindernisse beseitigt Gottes Allmacht, sodaß auch dadurch ihre Rückkehr ins Heimatland zu einer Gottesoffenbarung wird, wie einst ihr Auszug aus Ägypten (V. 15 u. 16). Dann erstüberschaut Jissroél den ganzen großen Weg, den Gott es durch die Jahrtausende der Geschichte geführt hat, und dankt Gott für sein Zürnen, durch das er die Ursachen seines Zürnens aus Jissroél entfernte (Kap. 12, 1) und spricht huldigend aus, wie es nur Gott, seiner Führung und seinem Gesetze, es verdanke, daß es über alle äußeren und inneren Gefahren gesiegt (עזי) und daß es, obgleich das gedrückteste und zugleich das heiterglücklichtse Volk gewesen sei (זמרת V.2), und wendet sich an die Brüdervölker mit der Aufforderung, doch gleichfalls aus denselben, allen bereitstehenden Quellen des Heiles den Lebenstrunk zu schöpfen (V.3). Mit der Aufforderung, die Herrlichkeit Gottes in seinen Waltungstaten über die ganze Erde zu verkünden, und mit dem Ausblick auf den Jubel Zions, das laut jauchzet über die endlich erfolgte Heiligung Jissroéls und den in dieser Heiligung aller Welt sich offenbarenden Sieg des auf Zijaun thronenden Gotteswortes schließt das Prophetenwort (V. 4 6).
(Die Haftoroth übersetzt und erläutert, Frankfurt am Main 1896: S. 487Kommentar zu Jesajas Kap. 11 V.1 )
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH aus dem Kommentar zur Haftoro des letzten Tag Péssachs (1.Folge)
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH
(1833 1900)
הפטרה ליום אחרון של פסח
Aus dem Kommentar zur Haftoro des letzten Tages Péssachs (1.Folge)
Jesajas, Kap. 10, Vers 32 und folgende
Am letzten Tage des Festes unsrer Freiheit bringt uns die Haftora zunächst das Gedächtnis der letzten großen Allmachtsoffenbarung Gottes in Jissroéls Geschichte. Es war unter der Regierung Chiskijahus, des herrlichen Sohnes seines Vaters David. In hingebender Treue hatte er mit starker Hand die Wunden zu heilen gesucht die seines Vaters Achas Missregierung dem jüdischen Staate geschlagen hatte. Gewaltige, für Jissroéls Geschichte verhängnisschwere Ereignisse fielen in die Zeit seiner Regierung. Wenige Jahre vor dem Augenblick, in der die Haftora uns versetzt, war das Reich Jissroél den Streichen der Assyrer erlegen. Aus seinem Sturze tönte der Donner des Gotteswortes, das diesen Untergang als sichere Folge seines Abfalls fort und fort verkündet hatte. Doch nicht bloß Gottes strafende Hand zu fürchten, auch seine erhaltenden Waltung zu vertrauen sollte das überdauernde Juda noch einmal aus selbsterlebter Erfahrung lernen. Dem Falle Schomrons trat die wunderbare Rettung Jerusalems ergänzend zur Seite. Dieselbe Assyrermacht, die das dem Baaldienste verfallene israelitischen Reichzerstört hatte, fand jähen Sturz vor Jerusalems Mauern, wo der Gottestempel ragte, und wo dem in diesem Heiligtum geborgenen Gesetze wenigstens ein Kern des Volkes treu sein Leben weihte. Wenn irgend etwas so musste diese Gottesoffenbarung auch der noch immer zwischen den Wahnlehren der Baalspriester, in den sie herangewachsen war, und der von den Gottespropheten verkündeten Gotteswahrheit hin und her schwankenden Mehrzahl die Binde von den Augen reißen, sie den Abgrund erkennen lassen, an dessen Rande sie sich befand, und sie so ihrem Gott wieder zurückgewinnen.
Indie Stunde der höchsten Gefahr, aus der Juda noch einmal Rettung werden sollte, versetzt uns nun der Anfang der Haftora. Das ganze jüdische Land war bereits vom Assyrerheere überschwemmt und befand sich vollständig in der Macht des Feindes, dessen unaufhaltsamer Ansturm in den vorhergehenden Versen geschildert war. Nur noch in Nob soll heute Halt gemacht werden .Es war in der Seder-Nacht, so lehrt eine alte Überlieferung. In den Familienräumen der Treugebliebenen saßen Eltern und Kinder innig vereint beim Péßachopfermahl und blickten voll heiteren Vertrauens empor zu dem ewigen Hüter Jissroéls. Draußen vor der Stadt leuchteten die Lagerfeuer des Assyrerheeres. Im Innern brütete Verrat. Da erwies sich auch die Nacht des fünfzehnten Nisson als eine lel schimmurim, wie einst die große Auferstehungsnacht Jissroéls in Ägypten : entseelt lag das mächtige Feindesheer draußen auf dem Glacis von Jerusalem. Es war die Hand des Allmächtigen selbst, die die Libanon-Gleiche, die festgegründete Assyrermacht gefällt hatte. (V.33f.)
Und sicherlich war der Eindruck ein gewaltiger, sicherlich hatte das schwankende Jissroél auch hier wieder die mächtige Hand geschaut, wie einst am Schilfmeere. Allein zu tief war der Abfall, zu groß bereits die Entfremdung, als das dieser Eindruck, wie Chiskijahu es gehofft, eine dauernde Erhebung zu bewirken vermocht hätte. Nur der treue Volkskern war dadurch gefestigt, nur in seiner Kinder Geist und Herzen hatte die Treue und Hingebung an seines Gottes Gesetz dadurch noch tiefer Wurzel geschlagen. Wenn es also auch nicht die Rettung der gegenwärtigen Gesamtheit zu vollbringen vermochte, so war doch diese große Erlebnis für die ewige Erhaltung dieses jüdischen Kernes und damit für die einstige Rettung Jissroéls und den einstigen Sieg der Gotteswahrheit von folgenschwerer Bedeutung. Darum schaut auch das Prophetenwort unmittelbar von diesem Momente aus auf jene ferne Zukunft hin.
(Die Haftoroth übersetzt und erläutert, Frankfurt am Main 1896: S. 486- 494Kommentar zu Jesajas Kap. 10 V.32 )
Wiedu mit dem Tage nach Schabboss die Tage nach dem Schabbosszu zählen beginnst, 1ster, 2ter, 3ter nach Schabboss u.s.w. damit auszudrücken, das erst im Leben der Woche die am Schabboss empfangene Weihe, und somit der Schabboss selbst, seine Vollendung finde, indem der Schabboss zur Weihe für die Woche gesetzt sei (§196), - also fängt mit dem Tage nach dem 1sten des Péßachsfestes, also mit dem 16ten Nisson, du an, Tage nach dem Péssachtag zu zählen, also 1ster, 2ter, 3ter u.s.w. im Aumer, d.i. nach Péßachtag (§ 303), immer 7 zur Woche schlagend, und stellt so den Péßach gleichsam dem Schabboss da (wie er auch immer für Jissroél ist, was Schabboss ursprünglich für Menschheit) bis du solche 7 Péßachsschabbossauss gezählt, und den Tag nach dem 7ten Tag Péßachschabboss machst du Schowuauss, auszudrücken, festzuhalten und fürs Leben zu beherzigen: daß Péßach seine Vollendung nur in Schowuauss finde, d.h. Freiheit und aller Segen, der in ihr liegt (und auch der damit verbundene Bodenbesitz) nur erst Wert, Wirklichkeit und Bedeutung durchs Gesetz der Thauroh erhalte; wie denn nur, um Diener der Thauroh zu werden, Jissroél aus dem Dienste Mizrajims befreit wurde; wie ja auch gleich im ersten Befreiungsauftrage an Mauscheh dieses geistige Ziel der körperlichen Befreiung ausgesprochen wurde: wenn Du hinausgeführt hast das Volk aus Mizrajim werdet ihr Diener Gottes an diesem Berge (II, 3, 12) (Vgl. § 167.) Aus (§ 301-304) ergibt sich leicht, warum diese Zählung am Aumerdarbringung geknüpft ist.
Mit dem Abend auf den 2ten Tag beginnst du zu zählen, immer 7 Tage zu einer Woche schlagend, bis du 49, das sind 7 Wochen zählest, und am 50. Tag machst Du Schowuauss. Es werden ausdrücklich Tage und Wochen gezählt, z.B. am 8ten Tage, d.i. 1 Woche und 1 Tag im Aumer u.s.w. Man zähle im Anfang der Nacht.(Siehe א"ח489.)
§ 215.
In dieser, der Wertschätzung der Thauroh über alles geweiheten, Zeit von Péßach bis Schawuauss, starben einst fast alle Träger der Thauroh des Zeitalters, allesamt Schüler des R.Akiwo weil, wie es (יבמות סב' ב') heißt; sie sich nicht gegenseitig geehrt, oder nach (ב"ר ס"א) sie neidischen Auges aufeinander gewesen also selber die Thauroh in ihren Trägern nicht geachtet und geliebt hätten und öde lag die Zeit an Säulen der Thauroh bis zum zweiten Male R. Akiwo durch neue Schüler neu die Lehre stützte.
Und ein Jahrtausend nachher in denselben der Thauroschätzung geweihten Tage, zeigten vor allem in Deutschlands schönsten Gauen, Jissroéls Söhne und Töchter, daß sie wohl in Tat zu verwirklichen verstünden die Bedeutung dieser Sfvirozeit, zeigten tausende von Jissroéls Sprösslingen, daß ihnen das Leben und alle seine Güter wertlos seien, wenn nur Lossagen von Thauroh sie erhalten könne und bluteten um Thauroh standhaft unter den Streichen verblendeten Wahnes von Kreuzzüglern (.ד, ת'ת'נ'ו 1096 vorzüglich).
Durch beides erhielt fortan diese Zeit einen Anstrich öffentlicher Trauer, alle Geschlechter Jissroéls hinab zu mahnen, die Träger der Thauroh: nur von dem Wert des Guts erfüllt zu sein, dessen Träger sie sind, zu achten und zu lieben jeden, der gleich hohem Berufe lebt, sich zu freuen der Zahl der Mitgenossen und ihrer Ehre und den eigenen Wert nicht zu kennen;zu mahnen jeden Sohn und jede Tochter Jissroéls: den Tod solcher Vordern in Leben zuumwandeln, und fortzutragen, als höchstes Gut treu fortzutragen das Gut, um das jene gestorben.
Diese öffentliche Trauer findet ihren Ausdruck darin, daß keine Hochzeiten in ihr statthaben, die äußere Persönlichkeit wie bei Leidtragenden (§ 316) durch Barttragen vernachlässigt wird; siehe (493).
(Aus Chauréw Kap.26 Genuss- und Besitz-Verbot und Wegräumungs- Gebot des Choméz)
Und sie backten den Teig; den sie mitnahmen aus Mizrajim, zu ungesäuerten Kuchen, denn er war nicht gesäuert.
Denn getrieben wurden sie aus Mizrajim
und konnten sich nicht aufhalten
und nicht einmal Mundvorrat hatten sie sich bereitet!(II. 12,38)
§ 200.
Alljährlich darum, wenn sie wiederkehrt die Denkmalzeit für die Errettung aus Mizrajim, soll alle Geschlechter Jissroéls hindurch nichts gesäuertes von ihnen genossen, ja besessen werden, ja, alles Gesäuerte mit eigener Hand aus dem Besitztum weggeschafft sein, von der Stunde des Erlösungsanfangs, dem 14ten Nisson mittags, bis zum letzten Tage des Festes, der Erlösungsvollendung durch die Begebenheit am Schilfmeer. Tatausspruch für alle Zeit: daß unsere Väter nichts zu ihrer Befreiung beigetragen, wir uns davon nicht das geringste zuschreiben können, sondern die Freiheit, und mit ihr unsern ganzen Jissroélberuf, als reines Gottesgeschenk tragen. Wer darum von Jissroéls Söhne und Töchtern am Péßach Choméz isset, der spricht damit aus: daß er den Grund leugne, auf dem seines Volkes Bestimmung ruht, nicht anerkenne, daß es auch nach seinem volkstümlichen Dasein ganz allein Gottes Geschöpf, Gottes Eigentum sei, und darum Gottes Diener sein solle er verschwinde aus der Gemeinde Ja-akauws!
§ 204.
..
Wenn du so in den Tage des Péßachfestes jedes Gesäuerte fern hälst aus dem ganzen Kreise deiner Persönlichkeit, aus deinem Genuss, aus deinem Nutzen, aus deinem Besitz, ja es mit eigener Hand und eigenem Wort aus fortschaffest aus deiner Persönlichkeit Kreis, so tue dies nicht ohne den Sinn dieser göttlichen Anordnung zu beherzigen. In jedem Teilchen Choméz, das du forträumst, von dem du dich fernhältst, sage dich los von allem Selbstdünkenden in deinem ganze, Jissroélgeschicke; siehe dich deinem Jissroélberufe nach ganz, ganz allein Gottes Geschöpf, von ihm, dem Alleinen, ohne dein Zutun, herausgegriffen aus Mizrajims Kerker, auf daß Er allein die Gott sei und ihm allein du Diener seist, und trage bescheiden und ernst solches Geschick und solche Pflicht.
(Aus Chauréw Kap.26 Genuss- und Besitz-Verbot und Wegräumungs- Gebot des Choméz)
Bewahre den Frühlingsmonat
und mache Péßach
Haschém, deinem Gotte;
denn im Frühlingsmonate
führte dich Haschém, dein Gott, aus Mizrajim, nachts.
Und schlachtest Péßach Haschém, deinem Gotte, Schaf und Rind,
am Orte den erwählen wird Haschém,
Stätte zu geben seinem Namen daselbst.
Nicht sollst du dabei gesäuertes essen,
sieben Tage danach nur Mazzauß essen, Brot der Armut.
Denn in getriebener Eile
zogst du aus Mizrajims Land,
damit du gedenkst
den Tag deines Ausziehens aus Mizrajims Land
die Tage deines Lebens.
Darum werde dir nicht gesehen Sauerteig in all deinem Besitzkreis sieben Tage (V. 16,1)
§ 199.
Nicht gesäuert war das Brot, das Jissroéls Zwingherren ihnen, den Sklaven reichten; und somit ist ungesäuertes Brot schon an sich jener Knechtschaft Denkmal. Als solches trat es schon in der Stunde der Erlösung auf. Als mit dem Mittag des vierzehnten Nisson die Zeit der Erlösung nahete, und Jissroél nicht erringen sich sollte die Freiheit durften sie ja nicht einmal ihre Häuser verlassen, sondern mussten zur Wanderschaft gerüstet, harren allmächtigen Rufs, der sie zur Freiheit rufen werde vielmehr durch gänzliche Hingebung in Gottes Hand verdienen sollten sie die Freiheit, und diese Hingebung durchs Péßachopfer ausdrücken, mussten sie das Opfer selbst mit ungesäuertem Brot, dem Brote der Knechtschaft, und bitteren Kräutern genießen, dadurch in der großen Stunde der Befreiung zu beherzigen: wie sie nichts zur Befreiung beitrügen, wie sie selbst noch in der Stunde der Befreiung Sklaven seien, das Brot der Knechtschaft äßen, bis Gottes Wort die von den Menschen geraubten Freiheit wieder schaffen werde. Und als sie nun geschlagen hatte, die große Stunde der Freiheit, und Jissroél nicht ging, sondern getrieben wurde von seinem Zwingherrn, auf dem Gottes Hand schwer lag, also getrieben, daß nicht einmal Zeit zur Brotbereitung ihnen gelassen wurde, und sie so ungesäuert den Teig mit hinaustragen und ihnen ungesäuert backen müssten : da wurde ungesäuertes Brot für späteste Enkel Denkmal für das ausschließlich Göttliche ihrer Befreiung aus Mizrajim. Denn wahrlich, das Volk hat sich nicht selber die Freiheit erkämpft, dem sein Auszug so wenig in eigener Macht stand, daß sie selbst mit dem allernötigsten, mit Brot für so große Wanderung, sich nicht vorbereiten konnten!
(Aus Chauréw Kap.26 Genuss- und Besitz-Verbot und Wegräumungs- Gebot des Choméz)
Es bleibe euch dieser Tag zum Andenken
und feiert ihn Haschém zum Feste
für eure Geschlechter,
eingesetzt für alle Zeit
feiert ihn.
Sieben Tage sollt Mazzauß essen,
nur am allerersten Tag
müsst ihr aufhören lassen Sauerteig aus euren Häusern.
Denn wer Choméz isst
Der Mensch wird vernichtet aus Jissroél,
also vom ersten Tag bis zum sieben Tage.
Sieben Tage
soll Sauerteig
nicht gefunden werden in euren Häusern,
denn wer säerhaltiges isst,
der Mensch wird vernichtet aus Jissroéls Gemeine,
seis Aufgenommener oder Eingeborener des Landes,
nichts Säuerungshaltiges sollt ihr essen,
in allen euren Wohnstätten sollt ihr Mazzauß essen. (II, 12, 14, 19)
§ 198.
Daß sie ersteres war, und daß Jissroéls Enkel ewig wahr und ewig neue sie als solche beherzigen, daß du nicht etwa wähnest, ein neuer Geist habe sich der Väter nach langer Sklaverei bemeistert, sie haben sich erhoben und in menschlichem Kampfe gekämpft und sich selbst errungen die Freiheit im Sieg über ihre Zwingherren; sondern es beherzigest: Gottes Wort allein wars, der Jissroéls Kerker sprengte, und sie, die in Sklaverei Versunkenen, aller Kraft und äußerer Selbständigkeit beraubten, gingen frei aus, von diesem Gotteswort getragen, und darum, wie alle Menschen mit Geschöpfesdasein, für alle Zeitenentwicklung Gott an, dazuspricht die Thauroh: Sei eingedenk deines Errettungstages, daß Haschém, dein Gott nicht du dich mit seiner Allmacht führte aus deiner Sklavenheimat, und bezeuge dies für dich und andere dadurch, daß in den Tage deines Errettungsfestes du kein Gesäuertes in deinem Besitz habest, ja es selber vor dem Festeaus deinem Besitze fortgeschafft habest.
(Aus Chauréw Kap.26 Genuss- und Besitz-Verbot und Wegräumungs- Gebot des Choméz)
Es sprach Mauschéh zum Volke:
Erwäge diesen Tag, an dem ihr gezogen seiet aus Mizrajim, aus dem Hause der Sklaven,
daß mit Gewalt seiner Almacht
Haschém euch führte von hier,
darum werde Choméz nicht gegessen.
Es sei dann, wenn euch bringen wird Haschém zum Lande des Knaani und des Chitti und des Emauri und Chiwi und Jwussi,
welches Er geschworen deinen Vätern dir zu geben,
dann dienest du diesen Dienst in diesem Monat.
Sieben Tage sollst du Mazzauß essen
und am siebenten Tage ist Haschém ein geweihetes Fest.
Mazzauß werden gegessen die sieben Tage;
und dir werde nicht gesehen Choméz,
und dir werde nicht gesehen Sauerteig in all deinem Besitzkreise(II, 13, 3)
§ 197.
Die ganze Gott offenbarende, Jissroél gründende Begebenheit der Errettung aus Mizrajim, mit allem, was sie gründet, mit allem, was sie lehrt, steht und fällt damit, ob, wie sie es wirklich war, sie dir Tatoffenbarung Gottes, gleichsam zweites Schöpfer-Werde! ist, in die Menschengeschichte hineingerufen, oder sie dir Begebenheit ist wie so manche Begebenheit der Geschichte, wo sichtbar handelnd du nur den Menschen siehest und unsichtbar lenkend und zulassend Gott du höchstens ahnest. War sie das erste, so ist sie selber Bürgschaft für Gott und seine Waltung und sein Dasein selbst im Völkerleben; so stehest Du da Jissroél, da mit deinem ganzen unscheinbaren Wesen, in deiner Winzigkeit und Schwäche, doch Gottes Eigentum, zu hohem, geistigstarken, Welt geistig überwindendem Zwecke berufen bist du Jissroél. War sie letzteres so fehlt diese alles und du, Jissroél, gehe klagen über deinen Traum und deinen tausendjährigen Jammer.
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH aus dem Kommentar zur Haftoro des Schabbos hagodaul
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH
(1833 1900)
הפטרת שבת הגדול
Aus dem Kommentar zur Haftoro des Schabbos hagodaul
Maleachi, Kap. 3, Vers 4 und folgende
Eine tief sinnige Anordnung bestimmt den Schluss des an Jissroél gerichteten Prophetenwortes für die Haftora für den großen, für den unserem nationalen Geburtsfeste vorangehenden Sabbath. Das letzte Prophetenwort schließt mit der Mahnung und dem Hinweis auf diese Bestimmung, die die erste an Moses gerichtete Gottesankündigung als Ziel der Erlösung ausgesprochen hatte. לי לעם, mir zum Volke zu werden so lautet diese Bestimmung, und die ganze Gesetzesoffenbarung ist nichts als der in Worte gesagten Gotteswille, durch dessen Verwirklichung unser Einzel- und unser Volkserscheinung sich zum Gottesvolke erhebt und ausgestaltet. Die alljährliche Wiederkehr der Stunde, die einst Zeuge war von unserer Auferstehung aus dem Völkerode, soll uns stets von neuem mit den ewigen Wahrheiten durchdringen und zu dem Entschlusse begeistern, sie zu verwirklichen. Denn wie lautet die letzte Mahnung, mit der das seitdem verstummte Prophetenwort in die Prüfungsgänge der Jahrtausende hinaus entlassen hat? Bleibet der Lehre meines Dieners Mauschéh eingedenk, da Ich ihm am Chauréw für ganz Jissroél Gesetze und Rechtsordnungen gebot! Hier tritt uns die vollende Einheitlichkeit der gottgefügten Jissroélsgeschichte von ihrem ersten Anbeginn bis zu ihrem letzten Ziele in der Zeiten ferne.
Kap.3, V.4 Der Vers schließt an die unmittelbar zuvor verkündete Läuterung des Levitenstammes an, sodaß nur reine Hände die Weihegabe Gott näher bringen werden, והיו לה' מגישי מנחה בצדקה . Nur dann, heißt es hier, wird sie Gott wohlgefällig sein. Nicht unwichtig erscheint es, darauf hinzuweisen, wie hier auch der letzte Prophet für die letzte Zukunft die Darbringung der Opfer verkündet. Wie zerfließt dem und so vielen anderen Tatsachen gegenüber jenes Vorgehen in ein elendes Nichts, das in den Propheten Reformatoren des mosaischen Judentums und zwar insbesondere auf Abschaffung der Opfer bedachte Reformatoren erblicken will! Ferner ist es charakteristisch, daß alle Opfer hier unter dem Begriffe der Minchoh, der Huldigungsgabe, gefaßt werden. Damit wird eindringlich daran erinnert, daß der eigentliche Gottesdienst sich im Leben draußen vollziehe, Tempel und Opfer nur stets die erneuende Rüstung und Weihe für diesen eigentlichen Gottesdienst bilden sollen. Vergl. Ps. 24,31: Wer darf den heiligen Gottesberg besteigen? Nur wer rein an Händen und lauteren Herzens ist.
(Die Haftoroth übersetzt und erläutert, Frankfurt am Main 1896: S. 457- 464Kommentar zu Maleachi Kap. 3 V.4 )
Rabbiner Dr. Salomon BREUER zur Wochenabschnitt Mezauro Schabbos hagodaul
Rabbiner Dr. Salomon BREUER
(1850 1926)
מצורע
Belehrung und Mahnung zur Wochenabschnitt
Mezauro Schabbos hagodaul (Auszug2)
Wie oft machen wir die Erfahrung, daß die Feinde des göttlichen Gesetzes jede Schwäche oder jeden Fehltritt eines sog. Frommen mit besonders hämischer Freude und Genugtuung registrieren, um daraus Waffen gegen das göttliche Gesetz überhaupt und vor allem gegen seine Träger zu schmieden: so sehen die Frommen aus, heißt es dann; wo bleibt das vielgerühmte Gottesgesetz? Dabei brauchen es noch nicht einmal wahrhaft Fromme zu sein und sind es in den meisten Fälle auch nicht, die den willkommenen Anlaß zu solchen Angriffe gegen Gottes Gesetz und das Thora-Judentum bieten. Es braucht nur jemand in der Ruf der Frömmigkeit zu stehen, die aber in Wirklichkeit recht bescheiden sein kann; in dem Augenblick, da er sich z.B. im geschäftlichen Leben eine Unredlichkeit zu schulden kommen lässt oder gar einen betrügerischen Bankrott begeht, ist es der Fromme par excellence, der wieder einmal gezeigt hat, was man von der sog. Orthodoxie zu halten habe! Pflegt er doch sogar Montag und Donnerstag das Gotteshaus aufzusuchen, und trägt nicht seine Frau einen Scheitel? Und hat er bisweilen einen flüchtigen Blick in eine Gemoro geworfen, dann ist er jetzt der große Lamdon und sosehen die Talmudjuden, sehen die Lamdonim aus! Ist er aber zudem noch ein מיוחם d.h. gehört er einer Familie an, die in der Tat hervorragende jüdische Persönlichkeiten zu ihren Gliedern zählt, die ich ihrem Leben den Gotteswillen der Thora gewissenhaft und vorbildlich verwirklichen, nun, dann bietet sich willkommene Gelegenheit, um auch nach dieser Richtung den längst herbeigesehnten Schlag zu führen: da haben wir es, das ist der saubere Bruder jenes bekannten Heiligen!
חרב פתחו רשעים וגו' להפיל עני ואביון meint daher unser Psalmvers, die Gesetzlosen fallen über den im Grunde Armen und Dürftigen her, ihnen ist es aber in Wirklichkeit gar nicht um ihm zu tun, sie glauben vielmehr dadurch לטבוח ישרי דרך die gerade Wegs Wandelnden tödlich treffen zu können, das ist ihre eigentliche Absicht.
Abraham war von Gottberufen worden, im Gegensatz zu den heidnischen Anschauungen einer ganzen Welt in der vertrauensvollen Hingabe an Gottes Führung seinen Lebensweg zurückzulegen, zu verzichten auf alle Lebensstützen, in denen eine große Welt die unerlässlichen Vorbedingungen für eine glückliche, von Heil getragene Lebensgestaltung erblickte, und mit seinem Wandel vor Gott zu zeigen, daß auf diesem von Gott ihm gewiesenen Weg ihm wahrhaftes Lebensglück erblühe, das auch eine feindlich gesinnte Welt ihm nimmer zu zerstören imstande sei. Er war אברם העברי, und stand eine ganze Welt im Banne Gott leugnender Lüge, so hatte er den Mut, allein mit seinem Gott auf der anderen Seite sich zu behaupten. Als Lot gefangen weggeschleppt wurde, heißt es ויגד לאברם העברי hier zum erstenmal, Abram, dem Ibri wurde es berichtet Wenn er daher den Kampf mit den feindlichen Mächte aufnahm, so musste er es gerade als Ibri tun. Denn bis dahin war sein Lebensweg vom sichtbaren Segen Gottes begleitet, und wo eine feindliche Macht im zu nahe getreten war, war er durch Gottes Schutz vor aller Welt als Sieger hervorgegangen; hatte es nicht Ägyptens König schmerzlich erfahren, da er, tief gedemütigt, unter fürstlichen Ehrenbezeugungen ihm das Geleite geben musste? Diese Siege, auf die Abraham zurückblicken konnte, waren aber notwendig, wenn eine Gott entfremdete Welt von seiner göttlichen Sendung überzeugt werden sollte. Jeder Misserfolg musste von ihr als eine Niederlage der Gotteswahrheit verzeichnet werden. Da drohte zum erstenmal Abrahams Stellung in der Welt gefährlichste Erschütterung durch den Kriegszug der Könige und die Gefangennahme Lots. Lot wahr wohl, gemessen an den abrahamitischen Lebensreichtümern, עני ואביון armselig und dürftig, aber als Brudersohn Abrams für die Abraham feindliche Welt von nicht zu unterschätzender Bedeutung. Ihr war er der Fromme, den Bewohnern von Sedom, an ihnen gemessen, sicherlich ein Zaddik, ein Lamdon vor allem aber der Verwandte Abrahams! Als daher Amrofel und Genossen mit den Bewohnern Sedoms auch Lot wegschleppten, da hatten sie, abgesehen von der materiellen Beute, vor allem einen großen moralischen Erfolg von nicht zu unterschätzender Bedeutung zu verzeichnen. ויקחו את לוט ואת רכשו בן אחי אברם Es war der Brudersohn Abrams! Der fromme Lot, der Brudersohn des heiligen Abraham Wo bleibt der vielgepriesene Gottessegen und Gottesbeistand! ויגד לאברם העברי dem Ibri wurde die Nachricht hinterbracht, das Geschick, das Lot getroffen, war in den Augen einer hämisch triumphierenden Welt eine empfindliche Niederlage dieses Ebräers. Und wie wusste sie dieses Ereignis propagandistisch gegen Abraham und die von ihm vertretene Gottessache auszuschlachten! Da ist es nicht mehr sein Brudersohn, es ist Abrahams Bruder, der gefangen weggeführt wurde! וישמע אברם כי נשבה אחיו Als daher Abraham die Überzeugung gewann, daß die Niederlage Lots sich zu einer Gefährdung der durch ihn und sein Leben vertretenen Gottessache auswuchs, da handelte es sich für ihn nicht um die Rettung Lots, der als עני ואביון in abrahamitischen Sinne die Rettung gar nicht verdiente, ihm stand vielmehr die Zukunft seines Volkes, die grosse welthistorische Gottesveranstaltung vor Augen, die sich in seinem Leben anbahnte und die vor jeder Gefährdung geschützt werden musste. Deshalb zögerte er nicht. Er nahm den Kampf auf und errang um Mitternacht den herrlichen Sieg.
Wie aber unserem Stammvater in dieser Stunde nicht Lot, der der Rettung Unwürdige, sondern die Zukunft der Gottessache vor Augen stand, so schaute auch Gott später in der Stunde mizrischer Erlösungsnacht nicht auf die Väter, die, wie der Prophet (Jech. 20) klagt, איש את שקוצי עיניהם לא השליכו וגו' von mizrischen Greueln sich nicht fern gehalten hatten und der Erlösung nicht würdig gewesen wären und wenn Gott dennoch die Erlösung herbeiführte, so geschah es (das.) ואעש למען שמי um Gottes Namen willen, zu dessen Träger Abrahams Enkel berufen waren und dem mit ihrem Leben und dem Leben ihrer Kinder sich zu weihen und so in der Folge sich der Erlösung würdig zu erweisen, sie in jener Nacht vor Gott gelobten. Das aber ist er der Gedanke, der in jenem Weisheitswort in Anlehnung an ויחלק עליהם לילה seinen sinnigen Ausdruck findet: אמר הקב"ה אביכם פעל עמי בחצי הלילה אף אני פועל עם בניו בחצי הלילה Wie einst Abraham in jener Mitternacht für mich gehandelt, nicht Lots Rettung, sondern die gefährdete Gottessache es war, für die er mit seinem Leben sich einsetzte, so werde auch Ich für seine Kinder in Mizrajim wirken auch da galt göttliches Erlösungswerk dem Gottesnamen. Gleich unserem Stammvater stand auch Gott in jener grossen Mitternachtsstunde nicht das Geschlecht der Gegenwart, sondern das kommende Geschlecht vor Augen, in dessen Leben der Gotteswille seine volle Verwirklichung finden wird. בעבור זה עשה ה' לי für mich hat Gott gehandelt, mir und euch, die ihr mit mir Gottes Gebote erfüllet, galt Gottes Erlösungswerk, בעבור שאקיים מצותיו wir haben wahr zu machen die Erwartungen, die Gottin uns gesetzt hat, als er die Väter in die Freiheit führte. Das ist das große Bewusstsein, mit dem wir die Herzen unserer Kinder zu erfüllen haben, wenn wir uns mit ihnen an den Sedertisch setzen.
Uns, das späte Geschlecht, hat Gott in jener mizrischen Befreiungsstunde sich erworben עם זו קנית hat uns mizrisches Sklavenjoch vom Nacken genommen, damit wir in Gottes Dienst als Gottes Diener uns der Freiheit würdig zu erweisen. Lasst uns zeigen, daß wir Gottes Erwartungen nicht schmählich enttäuschen: wenn Gott uns zur Heiligung des Schabbos aufruft וזכרת כי עבד היית so hat Gott ein Recht darauf, daß wir Ihm als unserem Herrn huldigen; und wenn Gott unser genießendes Leben heiligen will, אני ה' המעלה אתכם וגו' so wären wir der Erlösung unwürdig, wenn mizrische Sinnlichkeit uns fesselte; und alle großen sozialen Forderungen, die unsere Herzen zur צדקה, zur Liebe, d.h. zur werktätigen, helfenden Hingabe an das Wohl des schwankenden, bedürftigen Bruders als von Gott geforderter Pflicht aufrufen, wir wären der Erlösung nicht würdig, wenn sich unsere Herzen dieser jüdischen Lebenswahrheit verschließen und damit Gott die Herrschaft über unser ganzes Leben mit allem, was wir sind und besitzen, vorenthalten wollten!בעבור שאקיים מצותיו Dieses Gelöbnis haben wir in jeder Stunde zu erneuern und mit dem Einsatz unseres ganzen Lebens zu erfüllen wenn wir die Sedernacht als unsere Erlösungsnacht begehen wollen.
Solange wir uns der göttlichen Erlösung würdig erweisen, und das ist der Fall, solange dieses בעבור זה uns eine Wahrheit ist, so lange brauchen wir nicht zu fürchten, aufs neue in mizrischen Knechtschaft zurückzusinken, so lange haben wir keine Gewalt auf Erden zu fürchten Hört aber das בעבור זה für uns auf, eine Wahrheit zu sein, kündigen wir Gott den Dienst, den wir ihm schulden, dann hat uns noch stets mizrisches Golusjoch in seinen Fesseln geschlagen. Uns ist nur eine Wahl gegeben: wir machen wahr, was die jährlich wiederkehrende Erlösungsnacht als heilige Bekenntnistat von uns fordert, räumen חמץ jede Spur der Selbständigkeitaus unseren Häusern und sind bereit, mit מצה und מרור, mit dem Sklavenbrot und dem Bitterkraut in Händen aus Gottes Hand die Freiheit zu empfangen, und stehen unter dem ewigen Freiheitsruf Gottes כי לי בני ישראל עבדים עבדי הם mein sind Jissroéls Söhne meine Knechte als das glücklichste Volk auf Erden da, oder es wird uns מצה und מרור von anderen Herren mit erhöhter Bitterkeit gereicht : השביעני במרורים so lautet das historische Wehe! des Propheten, mit Bitterkeit wollte Er mich sättigen in der Sedernacht, und dieses מרור der Sedernacht, hätte ich seine mahnende Botschaft beherzigt, es hätte mein Leben mit köstlichen Gütern gesättigt ich habe es in meiner Verblendung verschmäht , הרוני לענה nun muss ich die Schale bitteren Wermuts leeren, den mir herbes Golusleid zu trinken gibt. Nicht ohne Grund, fügen die Weisen schmerzlich hinzu, fällt die Tischo baw-Nacht und die Sedernacht auf den gleichen Tag der Woche.
Quelle: Rabbiner Dr. Salomon BREUERBelehrung und Mahnung dritter Teil Leviticus J.Kaufmann Verlag Frankfurt am Main 1935 S. 27-39
Rabbiner Dr. Salomon BREUER zur Wochenabschnitt Schabbos haGodaul
Rabbiner Dr. Salomon BREUER
(1850 1926)
מצורע (שבת הגדול)
Belehrung und Mahnung zur Wochenabschnitt
Mezauroh* (Auszug 1)
בכל דור ודור חייב אדם לראות את עצמו כאלו הוא יצא ממצרים Zu allen Zeiten ist ein jeder verpflichtet, sich zu betrachten, als sei er aus Mizrajim gezogen, so lautet die Mahnung des בעל המגיד der Hagodo.
והגדת לבנך ביום ההוא לאמר בעבור זה עשה ה' לי בצאתי ממצרים Und du erzählst deinem Kinde an jenem Tage: um dieses willen hat Gott für mich gehandelt, als ich aus Mizrajim zog (2 B.M. 13,8) בעבור זה, בעבור שאקיים מצותיו כגון פםח מצה ומרור הללו um dieses Willen d.h. damit ich Gottes Gebot erfülle, um dieser מצוות willen, mit Hinblick auf Peßach, Mazza, Moraur, die da vor mir liegen, hat Gott für mich gehandelt עשה ה' לי mir hat Gott gehandelt מכאן רמז תשובה לבן רשע hier ist die Antwort angedeutet, die dem entfremdeten Kinde zu erteilen ist.
השביעני במרורים הרוני לענהEr hat mit Bitterkeiten mich gesättigt, er mit Wermut mich gespeist diese wehe Klage des Propheten kommentieren die Weisen:השביעני במרורים, זה יו"ט ראשון של פסח דכתיב ביה על מצות ומרורים, הרוני לענה, מה שהשביעני מרורים בליל פסח הרוני בליל תשעה באב לענה (מ"ר) Er hat mit Bitterkeiten mich gesättigt in der Peßachnacht, heißt es doch: mit Mazza und Bitterkraut sollen sie es essen diese Sättigung der Peßachnacht hat Er als Wermut mir in der Tischo baw Nacht gereicht ליל יו"ט ראשון של פסח הוא ליל ת"ב und so fällt denn auch die erste Peßachnacht auf denselben Tag der Woche (das.)
Im Mittelpunkt der bedeutsamen מצות, die der Sedernacht ihre Heiligkeit verleihen, steht das Gottesgebot: והגדת לבנך Es macht dem jüdischen Vater es zur Pflicht seine Kinder, die ihm Gott geschenkt, in dieser Nacht ganz besonders mit dem ganzen Ernst ihres jüdischen Lebensberufes zu erfüllen, sie für die hohen Aufgaben zu gewinnen und zu begeistern, die jüdisches Leben von ihnen fordert. Vor allem sollen sie wissen: בעבור זה עשה ה' בעבור שאקיים מצותיו לי nur darum, weil ich Gott gelobt habe, seine Gebote zu erfüllen, hat Gott für mich gehandelt. Wissen sollst du, so spreche der jüdischen Vater zu seinem Kinde, nicht ich habe mir meine Freiheit errungen, ich war ohnmächtig und wehrlos, jeder Versuch zu meiner eigenen Befreiung war mir genommen, und hätte Gott nicht für mich gehandelt, so wäre ich hoffnungslos in mizrischer Versklavung untergegangen. Aber auch nicht, weil ich mich der göttlichen Erlösung bereits würdig gewiesen hätte, weil ich der Väter Erbe in Reinheit gewährt hätte, ist Gott für mich eingetreten: mizrisches Götzentum, mizrische Unsitte war nicht spurlos an mir vorübergegangen Und wenn dennoch Gott mit starkem Arm aus Tod und ohnmächtigen Erliegen mich der Freiheit zuführte, so geschah es nur בעבור זה, בעבור שאקיים מצותיו um dieser Gebote willen, die ich in der Stunde der Erlösung zu erfüllen gelobte, um dieser Gebote willen, mit deren Erfüllung ich das heilige Gelöbnis verband, in der Folge, für alle Zukunft in Gottes Dienst zu treten, um dieses Gelöbnisses willen hat Gott meiner Unwürdigkeit und sittlichen Unzulänglichkeit nicht geachtet, als er mit göttlichen Erlösungswundern mir den Weg in die Freiheit bahnte. Der göttlichen Erlösung uns würdig zu erweisen und das heilige Gelöbnis zu erfüllen, daß auch sie mit ihrem Leben dem בעבור שאקיים מצותיו die gewissenhafte Treue wahren.
Daßdie göttliche Erlösungsnacht uns trotz aller Unwürdigkeit mit Hinblick auf das Gelöbnis בעבור שאקיים מצותיו beschieden wurde, haben die Weisen, wenn wir ihre Worte recht verstehen, uns eindrucksvoll veranschaulicht. Als unser Stammvater Abraham seinem von feindlicher Königsmacht in Gefangenschaft verschleppten Brudersohn Lot zu Hilfe eilte, berichtet das Gotteswort (1 B.M. 14,15)ויחלק עליהם לילה וגו' ויכם Er teilte sich über sie nachts schlug sie und verfolgte sie und befreite seinen Bruder Lot. In den Ausdruck ויחלק finden die Weisen (מ"ר) die Andeutung הלילה נחלק מאליו daß dieses wundervolle Ereignis sich um Mitternacht, da die Nacht sich teilte vollzog; und sie fügen die bedeutsame Bemerkung hinzu: אמר הקב"ה אביהם פעל עמי בחצי הלילה אף אני פועל עם בניו בחצי הלילה Gott sprach: ihr Vater hat für mich um Mitternacht gehandelt, so werde auch ich für seine Kinder um Mitternacht handeln ויהי בחצי הלילהum Mitternacht vollzog Gott das Erlösungswerk für Abrahams Enkel.
Quelle: Rabbiner Dr. Salomon BREUERBelehrung und Mahnung dritter Teil Leviticus J.Kaufmann Verlag Frankfurt am Main 1935 S. 27-39 * Schabbos Hagodaul war jenem Jahr Wochenabschnitt Metsauroh
Rabbiner Mendel HIRSCH zur Haftoro Wochenabschnitt Hachaudesch
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH
(1833 1900)
הפטרת פרשת החדש
Aus dem Kommentar zur Haftoro des Wochenabschnittes Hachaudesch
Ezechiel, Kap. 45, Vers 16 und folgende
Der Nissan bringt uns das Fest unserer Nationalgeburt. Dieselbe begann, wie dies der Paraschah dieses Sabbaths (2 B.M. 12,3) lehrt, mit der Gründung und Weihe der jüdischen Häuser. Das ewige Vorbild des nach Gottes Willen und zu dessen Verwirklichung sich erbauenden jüdischen Hauses ist aber das Ohél Moëd, das Zusammenkunftbestimmungszelt. Ein erster Nissan wars, der die vollendende Weihe dieses Zeltes schaute, das Zeichen der segnenden Gottesnähe und die huldigende Hingebung Jissroéls an seinen Gott. Ach, es war nur ein flüchtig vorübereilender Moment. Es war nur der grundlegende Anfang. Es war nur ein Frühlingsaugenblick in der großen Reihe erhebender Frühlingsmomente in der jüdischen Geschichte, in denen alles Edle und Herrliche in der Volksseele zur Herrschaft, ach nur zu kurzen Herrschaft gelangte. Der Bau, zu dem an jenem ersten Nissan des zweiten Jahres nach der Erlösung aus Egypten mit der Einweihung des ersten Gotteshauses damals in der Wüste der Grund gelegt wurde erst am Ziele der Tage winkt seine Vollendung. Die ganze jüdische Geschichte ist die Erziehung zu diesem Ziele.
Und wieder wird es ein erster Nissan sein, so enthüllt uns hier das Prophetenwort, an dem die Weihe des dann für die Ewigkeit erstehenden Heiligtums, des בית שלשי, des Bau, dem keine Zerstörung mehr folgen wird. Das wird eine Weihe sein, der keine Entweihung, Bau, dem keine Zerstörung mehr folgen wird. Erinnert uns Paraschass HaChaudesch alljährlich an den Anfang, so lässt das Prophetenwort, das die Weisheit unserer Altvordern für diesen Sabbath zur Haftora bestimmt hat, von dem fernen Ziele aus dem Dämmer der Jahrhunderte oder Jahrtausende, die uns von ihm noch trennen mögen, einige Scharf umgrenzte Umrisse vor unseren Blicken auftauchen. So hatte einst Jeremias, da das jüdische Land bereits erobert war und der Feind vor Jerusalems Thoren stand, zur Befestigung des Vertrauens auf die Rückkehr aus dem babylonischen Exil mit allen Formalitäten einen Kaufakt über ein in der Nacht des Feindes befindliches Feld abzuschließen. Ebenso sind in einer ganzen Reihevon Kapiteln des Propheten Ezechiel die genauesten göttlichen Bestimmungen niedergelegt über Bau und Größenverhältnisse, Einrichtung und Dienst des einstigen, dritten, ewigen Heiligtums, die jeden Zweifel an der einstigen Verwirklichung bannen und unser Vertrauen in die absolut feststehende, von dem allmächtigen Lenker der Geschichte herbeizuführende Erreichung dieses Zieles zu einem felsenfesten machen sollen.
Deshalb ist es eine tiefe sinnige, weitschauende Anordnung, die uns alljährlich am Sabbath vor dem ersten Nissan, oder an diesem selbst, wenn er auf den Sabbath fällt, jenes Prophetenwort in die Hand gibt, welches auf den dereinstigen ersten Nissan der Zukunft hinschaut und für den Dienst des an ihm zu weihenden Heiligtums die göttlichen Anordnungen entspricht. Mag immerhin Vieles in diesen Worten sich unserem Verständnisse entziehen und nach dem Worte mehrerer Weisen erst einst durch Elijahu seine Erläuterung finden: die Tatsache dieses Gotteswortes ist für uns das Wichtigste, diese Tatsache ist an sich von mächtiger Lehrkraft. Der Gedanke an sie soll unseren Mut stets neu beleben, uns in allem Guten stärken und das Streben immer mächtiger in uns werden lassen, das Unsrige zu tun, ein jeder seines Ortes, bis daß diese Ferne immer näher und das geistig Geschaute endlich zur äußeren Verwirklichung komme.
(Die Haftoroth übersetzt und erläutert, Frankfurt am Main 1896: S. 446- 456Kommentar zu Ezechiel Kap 45 V.16 )
Rabbiner Dr. Salomon BREUER zur Wochenabschnitt HaChaudesch
Rabbiner Dr. Salomon BREUER
(1850 1926)
לפ' החודש
ולכפרת פשע
Belehrung und Mahnungzur Wochenabschnitt HaChaudesch
Jeder Rausch Chaudesch, an dem der Mond am nächtlichem Dunkel zu neuem Lichte sich emporringt, gestaltet sich uns zum Weckruf unserer eigenen Erneuerung und sittlichen Verjüngung. Es bringt uns, wie wir dies in תפלת מוסף aussprechen, die Botschaft von מחילת חטא וסליחת עון, von göttlicher Vergebung und Verzeihung. Im Schaltjahr fügen wir noch hinzu ולכפרת פשע. Das Schaltjahr scheint daher geeignet, in uns das Bewusstsein gesteigerter Sühnebedürftigkeit zu wecken.
Mit Recht. Jissroél hat sein Jahr nach dem Monde zu zählen: דרך ארץ הוא שיהא הגדול מונה לגדול והקטן מונה לקטן (ב"ר) Nicht mehr als billig, meinen die Weisen, daß der Größere nach dem großen, der Kleinere nach dem kleineren Lichte zähle. Möge Esau nur sein Jahr nach der Sonne zählen, Jissroél aber wende dem Mond sich zu. Doch achte es auch auf den Kreislauf der Sonne שמור את חדש האביב ועשית פסח damit sein Frühlingsfest mit dem Frühling des Sonnenjahres zusammenfalle.
Nicht darf, was Esau leuchtet, in Jissroéls Leben bestimmenden Einfluss haben. Jissroéls Leben stehe unter dem Zeichen des zur ewigen Verjüngung ladenden Mondlichtes; von ihm gemahnt, finde es stets von neuem den Weg zu seinem göttlichen Thoralicht.
Der Mond hätte, nach dem Worte der Weisen (Chulin 60), der Sonne an Strahlengröße nicht nachstehen sollen; er glaubte aber nicht leuchten zu können, wo die Sonne leuchtet, und bleibt seitdem hinter der Sonne zurück.
Wie viele im jüdischen Volke glauben, nur im Zeichen der Sonne den Frühling ihres Lebens begehen zu können, verlassen das Mondeslicht ihrer Thora und wenden dem Sonnelicht sich zu. Und doch genügte die rückhaltlose Hingabe an die Führung durch das Mondeslicht, um die Erfahrung zu machen, daß der Frühling auch dem jüdischen Volk zur selben Zeit wie den nach der Sonne ihr Leben Zählenden lächeln kann.
Gesteigerte Sühnebedürftigkeit bringt aber daher das Schaltjahr mit seinem Schaltmonat, כפרת פשע für alle, die dem irdischen Lebensfrühling die Mondeszählung ihrer Thora preisgegeben haben.
Mögen sie erkennen, daßman auch im Zeichen der Thora des Frühlings teilhaftig werden könne!
Quelle: Rabbiner Dr. Salomon BREUERBelehrung und Mahnung zweiter Teil Exodus J.Kaufmann Verlag Frankfurt am Main 1935 S. 87
Dieser Sabbat, der den Monat Nissan einleitet, ist unter den Namen פרשת החדש (Neumondsabschnitt) bekannt. Die Bedeutung dieser Benennung ist folgende:Da im Monate Nisan das heilige פסח- gefeiert wird und dieses ob seiner besonderen, heiligen Gebote großer Vorbereitungen gehört, so besteht von jeher die Verordnung in Jissroél, beim Beginne dieses Monats den Abschnitt, in welchen die Satzungen und Vorschriften des Überschreitungsfestes vorkommen, dem Volke vorzulesen; dadurch werden alle auf die Wichtigkeit dieser Feier aufmerksam gemacht und an die notwendigen Vorbereitungen erinnert.
Die meisten Zeitgenossen verbringen ihre Zeit, ohne zu ahnen, welch ein seltsames Ding doch der Begriff der Zeit ist. Wir, denken hier weniger an die Rolle, welche die Zeit in der Erkenntnistheorie spielt, als an die übermächtige Stellung, die sie im praktischen Alltagsleben einnimmt. Denn kann man auch nicht verlangen, daß ein von allerhand Sorgen und Kümmernissen geplagter Durchschnittszeitgenosse sich darüber den Kopf zerbricht, ob die Zeit eine Form des inneren Sinns, wie Augustin, oder eine Anschauung a priori, wie Kant, oder ein Produkt des Vorstellungsmechanismus ist, wie Herbart meint, so muss doch schon Jemand ein von philosophischen Neigungen völlig entleertes Hirn besitzen, wenn er nicht wenigstens einmal darüber nachgedacht hat, wie komisch doch das Leben wäre, wenn die Menschen nicht die eigentümliche Gewohnheit hätten, ihr praktisches Tun und Lassen, ihr Handeln und Wandeln, ihr Schlafen und Wachen, dem Szepter der allgewaltigen Zeit zu unterordnen. Obgleich, wie es scheint, es nur die Zeit, ein äußeres Maß des Lebensbestimmt, so ist es doch auf dies Leben selbst, mit dem, was in ihm geschieht und unterbleibt, von nicht unbedeutendem Einfluss, ob und wie die Menschen ihre Zeit zählen. So lange uns das innere Maß unserer Handlungen fehlt, oder doch nicht überall in Anwendung klar ist, wieviel geschieht nicht nach diesem äußeren Maß und geschähe vielleicht nicht ohne dasselbe. In solcher Frist sei das geschehen ist Gesetzgebers Ausspruch, gleichviel, des äußeren oder des inneren im Menschen, des rüstig kräftigen Willens und dies geschehe alle solche Frist einmal und kehre mit ihr wieder! Ja, lebten wir wie mit Uhrtriebwerk ohne Weiser, und zählten unsere Tage nicht, kein Zeitdenkmal und Zeitstift wäre möglich, ein Tag wäre dem andern gleich, und, wie den Unternehmungen das äußere Richtmaß fehlte, so fehlte auch die Bestimmung der Tage, die, Zeitteile weihend, über die übrigen hebt, und in wiederkehrenden Zeitdenkmälern aus der Vergangenheit noch spätester Zukunft Früchte reifen läßt. Ebensowenig ists gleichgültig, wie wir unsere Tage zählen. Wären unsere Jahre kürzer oder länger, als sie eben sind, manches geschähe in dem einen Falle rascher, häufiger,, im anderen Falle langsamer, seltener oder gar nicht. Ja, unser ganzes inneres und äußeres Leben, das Zählen selbst nur äußeres und willkürlich genommen, wäre in einem Fall rascher im Umschwung, besonnen-schläfriger im andern! Tief und treffend hat hier der Horeb (§ 250) die Wirkungen der Zeit auf unser ganzes inneres und äußeres Leben umschrieben. Die Uhr ist unsere Begleiterin durchs Leben, die uns ein äußeres Maß als Ersatz für das fehlende Innere reicht. Sie ist das spornende und mahnende Agens, wodurch das, was ohne sie ein maßloses Tun wäre, in eine zweckvolle Handlung verwandelt wird. Ohne die Uhr wäre das Leben leer und schal, ein graues Einerlei, ohne Farbe und Licht. Nur das Zählen der Zeit ermöglicht das Herausgreifen von einzelnen Teilen der Zeit, die, zu Festtage geweiht, auch die übrigen Tage adeln und erwärmen. Und was ist Geschichte anders, als ein sinnvolles Zählen der Zeit? Wenn noch der spätesten Zukunft die Früchte der Vergangenheit reifen, wenn unsere spätesten Enkel noch von unseren frühesten Vorfahren lernen werden, so wird dieser Zusammenhang zwischen Vergangenheit und Zukunft nur durch wiederkehrende Zeitdenkmäler d.h. durch Veranstaltungen befestigt, die, wie unsere Fest und Fasttage, die Geschehnisse einer vergangenen Zeit im Gedächtnis der Nachwelt erneuern und beleben. Nehmt dem Juden seinen Kalender und ihr habt ihm seinen Katechismus vernichtet. Ja, auch nur der Änderung unseres Kalenders ginge nicht spurlos an unserem inneren und äußeren Leben vorüber. Denn nicht nur, daß wir unsere Tage zählen, auch wie wir unsere Tage zählen ist von Belang. Unseres Lebens Pulsschlag und unseres Handelns Tempo wird durch die Uhr, durch die Art und Weise, wie wir unsere Stunden, Tage, Monde und Jahre zählen, reguliert. So ist der Mensch von seiner Uhr nicht zu trennen. Auch Pflanzen und Tiere sind organische Geschöpfe, doch sie leben ohne Uhr, ohne Zeitbewusstsein, ohne Maß und Ziel.
Es giebt sicherlich sehr viele Menschen, die erst durch die Sommerzeit auf das Problem der Zeit aufmerksam wurden. Im Leben des thoratreuen Juden übt die Zeit ein viel zu straffes und umfassendes Regiment aus, als daß er je achtlos über sie hinweg sehen könnte. Schon die pedantischen Synagogezeiten, 655, 929 usw., die noch strenger eingehalten werden, als bei den Plänen der Eisenbahn möglich ist, unterwerfen uns unentrinnbar dem Kommando der Zeit, und nur in den Kreisen der Chassidim wird diese Kommandogewalt der Gebetszeiten als synagogaler Militarismus bekämpft.
Wie komisch ist doch die Zeit, wie komisch sind doch die Menschen, die sich ihr unterwerfen! Wäre es nicht viel einfacher, statt den Uhrzeiger eine Stunde vorzurücken, die Uhr zu belassen, so wie es ist und einfach eine Stunde früher aufzustehen und mit der Tagesarbeit eine Stunde früher aufzuhören? Doch nein, nur dann erheben sich die Menschen um 5, und nur dann hören sie auf zu Arbeiten um 6, wenn die Fiktion geschaffen wird, um 5 sei 6 und um 6 sei es 7. Wir lassen uns gerne von unserer eigenen Uhr betrügen. Es kommt uns viel weniger auf die Dinge selbst an als auf die Vorstellung an, die wir uns von den Dingen bilden. In diesem Selbstbetrugliegt die Komik der Sommerzeit.
Die Erfinder der Sommerzeit sind nicht wenig stolz auf ihre Erfindung. Ob sie ahnen, wie wenig originell ihre Erfindung ist? Von Eingriffen in den normalen Ablauf erzählt uns schon die Bibel. Damals redete Josua vor dem Herrn am Tage, da der Herr hingegeben den Emori vor den Kindern Jissroéls; er sprach vor den Augen Jissroéls: Sonne, stehe still in Gibeon und Mond im Tale Ajalon! Und es harrte die Sonne und der Mond stand still, bis sich gerächt das Volk an seinen Feinden Und die Sonne stand still in der Mitte des Himmels und eilt sich nicht zum Untergang wie am vollen Tage. Wie dieser Tag war keiner zuvor und keiner nachher, daß der Herr die Stimme des Menschen gehorchte, denn der Herr stritt für Jissroél. (Josua 10, 12-14) Hiskija fragte Jesaja: Welches ist das Zeichen daß der Herr mich heilen wird und daß ich am dritten Tage in das Haus des Herrn hinaufgehen werde? Jesaja antwortete: Das sei Dir das Zeichen vom Herrn, daß der Herr das tun wird, was er gesprochen: soll der Schatten (der Sonnenuhr) zehn Stufen vorrücken, oder soll es zurückgehen zehn Stufen? Hiskija sprach: Es ist ein Leichtes, daß der Schatten zehn Stufen falle; nicht doch,der Schatten kehre rückwärts zehn Stufen. Da rief der Prophet Jesaja zum Herrn, und er ließ umkehren den Schatten an den Stufen, wo er hinabgerückt war an den Stufen des Achas, rückwärts zehn Stufen (Kön. 20, 8-11).
Wie eine stümperhafte Nachahmung dieser biblischen Wunder mutet uns heute die Sommerzeit an. Was wohl die Menschen heute unternähmen, wenn sie nicht bloß die Uhr sondern auch die Sonne regulieren und korrigieren könnten? Sicherlich würde sie gleich dem freien Meere ein Streitobjekt nationaler Ambitionen werden. Seien wir darum froh, daß ein Jenseitskörper ist und nicht ein Bestandteil unseres Planeten ist.
Samson Raphael HIRSCH: Aus dem Kommentar zur Wochenabschnitt Schemini
שמיני
Aus dem Kommentar von Rabbiner Samson Raphael HIRSCH zur Wochenabschnitt SCHEMINI
Kap.9. V.1 Und es war am achten Tage, da hatte Mosche Aharon und seine Söhne und die Ältesten Jissroéls gerufen,
Kap.9 V.1 ויהי ביום השמיני Wir haben bereits in Jeschurun, Jahrgang V, S. 14 f. im Artikel מילה die Bedeutung eines achten Tages nach zurückgelegten sieben Tage erläutert.Wir sagten uns, daß durch ein solches Zählen von sieben Tagen ein bisheriger Zustand völlig abgeschlossen wird, und mitdem achten Tage ein neuer Anfang und zwar auf erhöhter Stufe, gleichsam die Oktave beginnt. Auch hier ist mit den vor dem Eingang zum Heiligtum zugebrachten sieben Tagen der Zustand bloß individueller privater Lebensbedeutung der zum Priesterdienst Bestimmten abgeschlossen, und mit dem achten Tage treten sie in den neuen, erhöhten Charakter einer Gott und der Nation hörigen Lebensweihe ein.
V.3 Und zu Jissroéls Söhne sprich: Nehmet einen Ziegenbock zum Entsündigungsopfer und ein Kalb und ein Schaf, einjährig, in ihrer Ganzheit, zum Emporopfer.
V. 4 Und einen Ochsen und einen Widder zum Friedensopfer, Mahlopfer vor Gott zu vollziehen, und eine mit Öl durchrührte Huldigungsgabe; denn heute erscheint euch Gott.
VV 3 u. 4 Das Opfer der Nation bildet zwei Gruppen: שעיר לחטאת ועגל וכבש לעולה; und שור ואיל לשלמים ומנחה בלולה בשמן ; jene: Ausdruck ihrer Stellung gegen Gott, diese: ihre Stellung als Volk in Mitte der Völker. Gott gegenüber gelobt die Nation mit dem שעיר עזים לחטאת, starr gegen jede Verlockung durch Fremde, folgsam und treu auf dem Standpunkt auszuharren, den ihr ihr einziger Lebenshirte angewiesen; und mit dem עגל וכבש בני שנה לעולה: in ewiger Jugendfrische und jugendlicher Leitsamkeit mit ihrem Tatenleben und Geschickesdasein sich mit voller männlichen Energie der Emporführung des einzigen Leiters ihrer Taten und Lenkers ihrer Geschicke zu dem in seinem Gesetze gezeichneten Höheziele hinzugeben. Mit dem שור ואיל לשלמים לזבח לפני ה' spricht sie aber froh und freudig die mit jener treuen Festigkeit und energievollen Hingebung in Mitte der Völker zum gewinnende bedeutsame Stellung aus. Das ewig jugendliche עגל vor Gott wird zum männlichen שור mit dem Wirken seines Tatenlebens den Völker gegenüber, und das seinem einzigen Hirten folgende כבש zu dem in Vollkraft der Völkerherde wegweisend voranschreitenden איל. Dieser freudig beglückenden Seite des jüdischen volkgeschichtlichen Berufes wird Jisroel sich im Nationalfriedensmahl vor Gott froh bewusst, und legt in מנחה בלולה בשמן, in seinem mit Öl getränkten Mehle, mit dem Zeichen seiner von Ihm mit Wohlstand gesegneten Existenz, den Tribut derHuldigung auf den Altar seines Gesetzes nieder.
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Steht auch diese Volksopfer in einer Beziehung zu der עגל- Verirrung, so gelobt das Volk mit dem שעיר עזיםim חטאת , fortan sich nie wieder von einem ערב רב zum Abfall von Gott und seinem Gesetze verleiten zu lassen, vollzieht im -עגלOpfer des עולה und im שור des שלמים wie bereits bei Aharons Opfer (V.2) angedeutet, direkt die Sühne der Verirrung des עגל, das, wie in ת"כ z.St. bemerkt, dem Volke nicht nur עגל nach der Absicht Aharons geblieben war sondern zum selbständigen שור erhaben worden, und gelobtim כבש des עולה und im איל des שלמים, sein ferners Geschick in voller Hingebung zu Gott, seinem einzigen Hirten, für alle Gänge durch die Zeiten anheim zu geben, und in dieser selbstlosen Hingebung, alsFührer der Menschenherde zu Gott, männlich und kraftfroh voranzuschreiten und sein Mehl und sein Öl, seine Existenz und sein Wohlbefinden, keinem anderen als Gott, dem einen Einzigen,unvermittelt und ausschließlich huldigend verdanken zu wollen.
Kap.10, V.1 Da nahmen Aharons Söhne, Nadab und Abihu, jeder seine Pfanne, gaben Feuer in sie und legten darauf Räucherwerk; und brachten vor Gott fremdes Feuer nahe, das er Ihnen nicht geboten hatte.
Kap. 10, V.1 קטרת war das einzige Opfer, das nie, weder von der Gesamtheit, noch vom einzelnen als נדבה dargebracht werden dürfte, dessen Darbringung vielmehr ausschließlich auf das, der Gesamtheit täglich und dem כה"ג am י"כ, Vorgeschriebene beschränkt bleiben sollte (Menachoth 50a.b.). Glauben wir doch im קטרת den Ausdruck des gänzlichen Aufgehens in Gottes Wohlgefallen, des gänzlichen Aufgehens in ריח ניחוח לד' erkennen zu dürfen (siehe 2 B.M. 30 f. und 34 f.), ein Gedanke, der als von Gott vorgestecktes Ziel das Ideal seiner Anforderungen vergegenwärtigt, der aber aus eigener Wahl zum Ausdruck gebracht, als נדבה, die höchste Anmaßung in sich schlösse. Mehr als alles andere hebt aber das göttliche Wort an dieser so verhängnisvollen Darbringung hervor: ,אשר לא צוה אותם daß Gott sie ihnen nicht gebeten hatte. Wären die einzelnen Momente des Opfers selbst nicht, wie wir gesehen, verboten gewesen, es genügte, daß es ein nicht gebotenes war, um es zu einem verbotenen zu machen. In dem ganzen Opferdienst des Gesetzheiligtums ist dem subjektiven Beliebe, kein Raum gestattet. Selbst die קרבנות נדבה, diefreiwilligen Opfer,haben sich mit Entschiedenheit innerhalb der dafür vorgeschriebenen Grenzen und Formen zu halten. Denn קרבת אלקים, Gottes Nähe und Annährung zu Gott, die mit jedem קרבן gesucht wird, ist nur auf dem Wege des Gehorchens, des Eingehens, in den göttlichen Willen und der Unterordnung unter denselben zu finden. Es ist dies eben ein Punkt, in welchem Judentum und Heidentum bis zu vollendetem Gegensatz auseinander gehen. Das Heidentum sucht mit seinem Opfer die Gottheit sich der Erreichung seiner Wünsche dienstbar zu machen. Das jüdische Opfer will mit dem Opfer den Opfernden in den Dienst Gottes stellen, will ihn mit seinem Opfer der Erfüllung der göttlichen Wünsche dienstbar machen. Alle Opfer sind daher Formeln göttlicher Anforderungen, die der Opfernde mit seinem Opfer zum Normativ seines künftigen Verhaltens macht. Selbstersonnene Opfer wären daher eine Tötung der Wahrheit, die eben durch Opfer Herrschaft über den Menschen gewinnen soll, diesen eben willkürlichen Subjektivismus als den Stuhl der Herrlichkeit zurechtstellen wo Gehorsam und nur Gehorsam einen Thron erbaut finden soll. Wir begreifen den Tod der Priesterjünglinge, und ihr Sterben im ersten Weihemomente des Gottesheiligtums ist für alle künftigen Priester dieses Heiligtums die ernsteste Warnung, schließt von den Räumen des Gottesheiligtums, das ja nichts anderes als das Heiligtum seines Gesetzes sein soll, jede Willkür und jedes subjektive Belieben aus! Nicht durch Erfindungen gottesdienstlicher Novitäten, durch Zurgeltungbringung des göttlich Vorgeschriebenen hat der jüdische Priester seine Wirksamkeit zu bewähren.
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH aus dem Kommentar zur Haftoro Wochenabschnitt Poroh
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH
(1833 1900)
הפטרת פרשת פרה
Aus dem Kommentar zur Haftoro des Wochenabschnittes Poroh
Ezechiel, Kap. 36, Vers 16 und folgende
Vorwurf und Verheißung in diesem herrlichen Prophetenworte enthalten die lauteste Verkündigung der sittlichen Freiheit. Sie lehren, daß eine Erhebung möglich ist auch aus der tiefsten Gesunkenheit zur lauteren Höhe reinen Menschentums und sie verkünden als Ziel der ganzen göttlichen Leidenserziehung Jissroéls, daß diese Möglichkeit zur Wirklichkeit werde. Jedoch nicht in partikularistischen Umschränkung, etwa nur zu Jissroéls Heile, sondern als mächtiges weltgeschichtliches Lehrmittel zur Erleuchtung und Erhebung der Gesamtmenschheit. Denn dies und nichts anderes ist die Bedeutung der kaum irgendwo sonst so scharf hervorgehobenen Rücksicht auf den Namen Gottes, das ist ja dasjenige, was den Menschen von Gott und von ihrem Verhältnisse zu Ihm zur Erkenntnis undnur Anerkennung kommt. Nirgends ist scharfer als hier ausgesprochen, wie das unter die Völker zerstreute Menschheitspriestervolk durch sein wenig priesterliches Leben zum Verräter wurde an seinem Priesterberufe. Das Banner, das es hoch halten und zu Ehren bringen sollte, trat es in dem Staub; die Lehre vom Menschenideale, für die es Geist und Herz der Menschen gewinnen sollte, verdunkelten nur zu oft die eigene Söhne durch ihre wenig geläuterte Persönlichkeit den Augen und der Erkenntnis des Menschen. Denn zu allen Zeiten verwechselten die Menschen die konkrete Judenheit mit dem Judentum. Nicht als ob die Juden irgend einer Zeit und irgend eines Landes jemals unter dem geistig-sittlichen Niveau ihrer nichtjüdischen Zeit- und Landesgenossen gestanden hätten. Allein die ihnen unverlierbar, auch in den Augen der Völker unverlöschbar aufgeprägte menschheitspriesterliche Bestimmung, die freilich in den Augen der Völker zur Anmaßung wird, bewirkte es, daß an die Schwächen und Gebrechen der Juden ein strengerer Maßstab angelegt wird. Was sie bei sich als natürliche Schwäche mild beurteilen und entschuldigen, das haben unsere nichtjüdischen Brüder zu allen Zeiten bei den Juden zum Verbrechen gestempelt. Vor Vorzügen und edlen hervorragenden Eigenschaften der Juden hat man zu allen Zeiten die Augen beharrlich geschlossen, sittliche Mängel des einzelnen Juden jedoch stets hervorgehoben und generalisiert. Ja, dieselben Persönlichkeiten, deren moralische Defekte sich als gänzliche Verleugnung des Judentums darstellen und gerade als Produkte des Judentums, als Tat gewordenes Judentum bezeichnet, wie dies schon vor Jahrhunderten das auch unsere Gegenwart beleuchtende Prophetenwort ausgesprochen hat: Man spricht von ihnen: Diese sind das Gottesvolk und aus Seinem Lande sind sie hervorgegangen! (V.20). Absichtlich und unabsichtlich identifizierten und identifizieren sie Judentum und Judenheit. Daraus erwächst allerdings für den Juden die Verantwortlichkeit für jedes Verschulden zu ernsterer und verhängnisvollster Schwere. Andererseits aber ergibt sich daraus das göttliche Erbarmen mit Seinem heiligen, durch Jissroél zu Unehren kommenden Namen (V.21) und die weltgeschichtliche, d.h. aus dem in der Thora uns enthüllten Geschichtsplan Gottes entspringenden- Notwendigkeit, Jissroél nicht in seiner Unreinheit zu belassen, sondern es durch die Ereignisse zu erziehen, bis Er ihm an die Stelle des steinernen Herzens ein für alles Edle und Gute empfängliches, fleischernes Herz anerschaffen und es zur reinen Menschheitshöhe emporgeläutert habe. Auf dieseshöchstes Menschheitsideal wird durch das in den Schlussversen 36 und 37 wiederholte Adam ausdrücklich hingewiesen.
Kap.36, 37: בן אדם: Sicher nicht ohne tiefen Grund und nicht ohne innigen Zusammenhang mit dem eben Bemerkten wird Ezechiel durchweg Sohn Adams genannt. Derjenige Prophet, der, als einer der letzten, nach der bereits erfolgten nationalen Katastrophe den Blick nur auf die Zukunft zu lenken, deren Ziel u enthüllen und den zu diesem Ziele durch Sündennacht und Menschheitswüste führenden Weg zu erhellen hatte, wird dadurch in unmittelbare Beziehung zu dem ersten Anfang aller Menschheitsgeschichte gebracht.
Der ganzen Geschichte der Menschheit, so wird uns damit gelehrt, liegt ein großer Gottesgedanke zu Grunde. Sie ist nichts als die Ausladung des Adam-Begriffes. Die Erziehung zu dessen Verwirklichung bezweckt nichts anderes als die Erreichung derjenigen Bestimmung, die dem als Adam, als Stellvertreter Gottes erschaffenen Menschen im Kreise der Schöpfung angewiesen ward. (Siehe zu 1 B.M. 1,26) Im Dienste diese Zieles steht die Berufung Abrahams, die Schöpfung Jissroéls, dafür hat Gott sich auf dem Sinai offenbart, dafür Jissroél sein Gesetz gegeben; für die Erreichung dieses Zieles hat der erste wie der letzte Prophet im Namen Gottes gewirkt, im Dienste der Erreichung dieses Zieles haben die hohen und hehren Männer aller Zeiten in Jissroél gelebt und gelehrt, gekämpft und geduldet, im Dienste der Erreichung dieses Menschheitszieles steht und wirkt der unscheinbarste jüdische Mensch, der seines Gottes Gesetz in seinem Leben und in seinem bescheidensten Kreise zu verwirklichen strebt, und der Ausblick auf die Erreichung diese Zieles bildet den Schlussgedanken aller unserer Gebete.
יושבים על אדמתם: verkürzter Partizipialsatz, der Konstruktion und Apposition zu בית ישראל, wird sodann grammatisch durch den Plural Subjekt des Satzes. Zuerst als בית ישראל, nach Abstammung und Bestimmung als Einheit angeschaut, wird Jissroél sodann in der Mannigfaltigkeit seiner Glieder als konkrete Vielheit erblickt, um sodann:
V.20 ויבוא אל הגוים, durch den Singular höchst charakteristisch wieder als Einheit bezeichnet zu werden. Denn dieser Vers spricht von der durch die sittliche Mangelhaftigkeit der einzelnen Sprossen des Israelhauses bewirkten Entweihung des göttlichen Namens. Da verkündet dieser Singular nun, zumal in der Verbindung mit dem Plural גוים, die solidarische Haftbarkeit, mit welcher Gesamt-Jissroél im Galuth für jeden Makel eines jeden seiner einzelnen Glieder werde verantwortlich gemacht werden. Und das hat sich erfüllt bis auf den heutigen Tag. In den Augen der Völker bilden wir eine Einheit. Wie verschieden auch die Heimat, gleichviel ob in Deutschland, England, Frankreich oder Amerika, - wie verschieden auch die äußere Stellung, gleichviel ob es sich um einen armen, von Land zu Land, von Kontinent zu Kontinent gehetzten jüdische Paria, oder um eine Finanzgröße handelt, möge dieselben auch noch dazu bis zur letzten Faser schon seit Generationen dem Judentum entfremdet sein das ändert alles nichts: für das Vergehen, für die Schwäche auch des entferntesten und entfremdestenvereinzelten Gliedes wir die jüdische Gesamtheit und, was noch schmerzlicher, wird das Judentum verantwortlich gemacht. So ungerecht, so perfid diese Generalisierung, diese Übertragung auch ist, wir müssen sie tragen. Das gehört mit zu dem Ernste unserer Aufgabe, zu dem Ernste unseres Geschickes. Um so sorgsamer hat jeder Einzelne über sich zu wachen. Es ist das die ernste Mahnung, die der Prophet Jesajas mit den Worten aussprach הברו נושאי כלי ה'; Haltet euch rein, ihr seid Träger göttlichen Werkzeugs! (S.o. S.348).
(Die Haftoroth übersetzt und erläutert, Frankfurt am Main 1896: S. 439- 445Kommentar zu Ezechiel Kap 36 V.16 )
Rabbiner Dr. Salomon BREUER zur Wochenabschnitt Poroh
Rabbiner Dr. Salomon BREUER
(1850 1926)
לפ' פרה
Belehrung und Mahnungzur Wochenabschnitt Poroh (Auszüge)
Ein זרע ist jedes Menschenkind, das nicht nur körperlich, sondern auch geistig und sittlich zugrunde geht, wenn es nicht die gebotene Pflege findet, mag es auch von geistig und sittlich hochstehenden Eltern stammen. Andererseits kann aber auch ein Samen unwürdiger Eltern, wenn er von der veredelnden und läuternden Kraft der Thora erfasst wird, zum herrlichen Menschenblüte sich entfalten.
Gerade in dieser Tatsache hat aber unsere Thora ihre Wunderkraft bewährt. Ein Blick in unsere Geschichte gibt den überzeugenden Beweis. רות המואבית Ruth, einen Menschenkreis entstammend, den Gottes Gesetz aus Gottes Gemeinde auszuschließen gebietet, wird, von der Macht der Thora ergriffen, zur Stammmutter des davidischen Hauses, des מלך המשיח! כי שת לי זרע אחר einen Samen hat mir Gott gesetzt, der wohl noch kein איש, der aber unter allen Umständen, und wären die Voraussetzungen noch so ungünstig, durch geeignete Pflege zum איש heranreifen kann.
Damit aber hat Chawa der Erziehung Wege gewiesen, auf denen später dem jüdischen Volke auch aus זרע שבא ממקום אחר der מלך המשיח erstehen konnte!
Diese Tatsache, daß es der Thora gelingt, auch זרע ממקום אחר zu Trägern ihrer Wahrheit zu gewinnen, hat der Thora Unsterblichkeit verliehen. כי לא תשכח מפי זרעו Sie wird nicht vergessen werden aus dem Munde seines Samens, lautet das tröstliche Geleitwort, das uns auch in Zeiten des traurigsten Verfalls nicht verzweifeln lässt und uns das Bewusstsein stärkt, daß es der Thora zu allen Zeiten gelingen werde, sich ihrer Träger zu sichern. Und mag auch die Entfremdung in erschreckendem Umfang um sich greifen, mögen auch in Leichtsinn und Verblendung weite Kreise der vollendeten טומאה anheim fallen, um die Zukunft der Thora brauchen wir nicht zu zittern: ihr wird es noch immer gelingen, einen זרע, und wäre es auch ein זרע אחר zu gewinnen, der unter der Macht ihres Lebens weckenden und gestaltenden Einflusses zur herrlichen Menschenblüte sich entfaltet. Wohnt ihr doch die geheimnisvolle Kraft inne, selbst aus טמאden טהור hervorgehen zu lassen!
Generation gehen in טומאה, in völliger Gottesentfremdung dahin, da erblüht einem Terach ein Abraham! Blind wütet Achas gegen den Bestand des jüdischen Lebensbaums, und gerade ihm entstammt Chiskija! Mit finsterem Fanatismus kämpft ein Menasche jahrzehntenlang wider Gottes Heiligtum, und gerade ihm wird Joschijah geboren, den Gottes Thora zu ihrem Retter sich zu erziehen versteht! Generationen gehen in טומאה dahin, und dennoch vermag Gottes Thora aus diesem Boden den זרע אחר, den טהור, den reinen Träger ihrer ewigen Wahrheit zu gewinnen!
זאת חקת התורהIn dieser Tatsache offenbart sich das gewaltige Naturgesetz unserer Thora.
Diese טהור מטמא-Tatsache fand aber in der פרה אדומה-Institution ihrem sprechenden symbolischen Ausdruck. Wohl war der mit מי נדה gemischte Aschenstaub gewinnen: ..
Das aber ist der symbolische Ausdruck für חקת התורה, für das der Thora innewohnende Naturgesetz; ihr wohnt die wunderbare Kraft inne, aus טומאה den טהור zu gewinnen; מי יתן טהור מטמא לא אחדes ist die göttliche Kraft der Thora, die noch zu allen Zeiten aus vollendeter טומאה die reinen Träger zu gewinnen verstand.
Für die Rettung von Sedom und Amora trat Abraham fürbittend ein. Nun aber hatte doch Gott den Untergang dieser Städte beschlossen, weil ואנשי סדום רעים וחטאים ihre Entartung ein solches Ausmaß erreicht hatte, daß an ihre sittliche Erhebung nicht mehr zu denken war. Was veranlasste da Abraham dennoch, sich für ihre Erhaltung einzusetzen?
Abraham mochte der Hoffnung gelebt haben, daß, wenn auch diese Generation unrettbar der טומאה verfallen sei, vielleicht doch noch einst ein זרע אחד und damit ein Geschlecht טהור מטמאhervorgehen könne, so daß die Rettung dieser Städte gerechtfertigt wäre. Hatte er es nicht an sich selbst erlebt, war er nicht den Sohn eines Terach, der späte Enkel einer in טומאה entarteten Geschlechterreihe? Daran wagte er zu erinnern in Worten, die, feinfühlig genug, nach Möglichkeit den Vater zu schonen bestrebt waren: הנה נא הואלתי לדבר וגו' ואנכי עפר ואפר Er darf vor Gott stehen in seiner Hinfälligkeit und ist von Gott durch göttliche Rettungswunder dem Leben erhalten worden, ist, wie die Weisen so herrlich bemerken, dem Schwert Amrafels entronnen und dem Glutofen Nimrods, ist des Lebens gewürdigt worden, weil Gott in ihm den טהור erkannte, der aus טומאה sich zu gottgewollter Lebensbestimmung emporrang. Sollte eine solche טהרה-Zukunft nicht auch der טומאה dieser Städte beschieden sein?
חייך שאני נותן לבניך כפרה בהם Fürwahr, diese Wahrheit soll einst in der פרה אדומה-Bestimmung ihren ewigen Ausdruck finden.
Gottes weiser Ratschluss aber hatte über Sedom und Amora den Untergang beschlossen, da diese von Abraham erwähnte Möglichkeit Gottes alle Zukunft durchdringendem Auge sich nicht bot.
Und doch, wie wahr unser Vater Abraham empfunden, wie sehr seine Erwägung der göttlichen Waltung entsprach, geht aus einer Bemerkung der Weisen hervor, die wir nunmehr in ihrer ganzen Tiefe zu verstehen glauben. קם קח את אשתך ואת שתי בנותיך הנמצאות וגו', gebieten die Engel Lot, nimm deine Frau und deine beiden Töchter, die sich da vorfinden (19,15). Das Wort הנמצאות ist überflüssig und unverständlich. Und die Weisen erklären (מ"ר): שתי מציאות רות המואביה ונעמה העמונית Zwei Funde habe da Gott gemacht, die Moabiterin Ruth und die Amoniterin Neamah. Ferner: מצאתי דוד עבדי (תהלים פ"ט) היכן מצאתי אותו בסדום Es heißt: Ich fand meinen Diener David in Sedom hat Gott ihn gefunden.
Von den beiden Töchtern Lots, den Stammüttern von Moab und Ammon, gingen einst Ruth und unser König David hervor! Wenn aber aus der טומאה-Umgebung von Sedom und Amora solche טהרה-Blüten gezeitigt werden konnten, so war dies wohl die denkbar größte מציאה, die der Gottessache beschieden sein konnte. Dieser künftigen מציאה oder besser dieser טהור מטמא-Erwägung dankten Lot und seine Töchter ihre Rettung.
Daß aber solche מציאות selbst aus Sedom und Amora hervorgehen konnten, zeugt für die Wunderkraft der Thora. Sinnig reichen uns daher die Weisen gerade מגילת רות am Tage von מתן תורה: Hier hat זאת חקת התורה die der Thora ureigentümliche Kraft in ihrer ganzen Tragweite sich bewährt. Von ihr dürfen wir auch für die Folge vertrauensvoll unser und der Menschheit Heil erhoffen.
Quelle: Rabbiner Dr. Salomon BREUERBelehrung und Mahnung zweiter Teil Exodus J.Kaufmann Verlag Frankfurt am Main 1935 S. 80 - 86
Aufsatz erschienen in der Wochenzeitung Jüdische Presse, Wien 1924, 3
In der Agudas Jisroel dominiert der Osten. Im Osten ragt der Chassidismus hervor. Folglich steht der Chassidismus an ragender Stelle. Darf diese Vorherrschaft des Chassidismus auch diejenigen mit Freude erfüllen, die der andersgearteten west- und mitteleuropäische Orthodoxie angehören und vom Chassidismus nur von Hören und Sagen wissen? Ja! Denn jede Orthodoxie die echt, geschichtlich berechtigt und religionsrechtlich legitimiert ist, auch die misnagdische, auch die deutsche eines S.R. Hirsch, ist Chassidismus, unbewusster Chassidismus. Wir wollen uns das an einem instruktiven Beispiel klar machen.
[ ] Nur eine geistige Strömung gibt es im heutigen Judentum der bewußter Antichassidismus ist: der jüdischer Nationalismus. Was für die christliche Kirche der Antichrist bedeutet, das bedeutet für das orthodoxe Judentum der jüdische Nationalismus: Verdräng der Religion von ihrem Herrschersthrone, Emanzipation der Erde vom Himmel, Kampfansage gegen den heiligen Geist. Was verschlägts wenn einzelne Nationalisten eine Vernunftehe zwischen Nationalismus und Religion herzustellen sich bemühen?Der Rationalismus mag dazu seinen Segen geben. Der Chassidismus sagt: Was hat die Nation mit dem heiligen Geist zu tun? Wenn für uns der Begriff der Religion alles, aber auch wirklich alles umfasst, was bleibt dann noch für die Nation übrig ? Und darum ist es gut, daß in der Agudas Jisroel der Chassidismus mitführt. Er ist die Neschomoh Jessoroh der Agudas Jisroel.
Hier die vollständige Wiedergabe des Originals in Beilage:
Begebenheit ist klar. Sie liegt ausführlich in dem uns überkommenen Vermächtnisse der beiden Hauptpersonen, Mordochai und Esthér, in מגלת אסתר vor. Schwarze Tücke sehen wir, Privatrache zu befriedigen, über das Leben vieler tausend äußerlich hilflos Preisgegebener würfeln; den selbstsüchtigen Zweck geschickt unterm Schein des Eifers für des Staates Wohl verhüllen; dazu die harmlose Gesondertheit Jissroéls aus dem Staats-Endzweck gefährlich schildern; und schon der Erreichung ihres verruchten Anschlages sicher. Gegenüber jene Hilflosen, nichts habend als ernste Prüfung bisherigen Lebens und Rückkehr zu Gott; ängstlich harrend des schrecklichen Tages, der ihnen allen Untergang droht; auf Gott allein hinblickend, ob er wohl noch das Schreckliche abwenden werde; und nach menschlichen Kräften nur noch den einzigen Weg gerader Vorstellung und Bitte versuchend. Und über beiden unsichtbar Gott, längst schon vorbereitend die Heilung vor dem Schlage; Folgen der Menschentat zu seiner Weisheit Zweck verknüpfend Langeweile einer schlaflosen Nacht dem Könige Aufwallung eines Augenblicks in des Königs Brust und abgewendet der Schlag von den Hilflosen, nur Gott habenden, zurückgeschleudert der fein berechnete, Verderben tragende Blitzstrahl aufs Haupt der Urheber; und wehrloses Jissroél zur selbständigen Verteidigung seines Lebens berufen zum Licht und zur Freude aus der Gefahr hervorgehend, die Nacht und Verderben gedroht.
Da wurden die Tage solcher Errettung zum ewigen Zeitdenkmal für Jissroéls Zerstreute, auf daß sie die Kraft behielten in dem festen Vertrauen: Gott, der sie hinausgewiesen in die Wanderschaft unter Völker, wache auch unsichtbar über sie, und mache zu Schanden, was selbstsüchtige Bosheit an List und Ränken gegen sie schmieden möge. Das Schwache Ja-akauw sei stark in dem unsichtbarwachenden Gott.
War hier leibliches Leben bedroht und leibliches Leben errettet, so stellt sich auch die Purimfeier dar, neben öffentlichen Vorlesen jenes die Begebenheit verewigenden Vermächtnisses, in Festmahlen, gegenseitigen Genussgeschenken und Bedenken der ärmeren Brüder. Gleichsam frohes Innewerden des wiedergeschenkten Lebens, in diesem Freudengefühl das Gesamtbrudergefühl gegenseitig erneuernd, und ihm in Erheiterung der Ärmern Raum gebend.
§ 248
Feier: Am 14ten Ador, nachts und am Tage, wird die Begebenheit in Mgilass Esthér (מגלת אסתר) gelesen. Nichts geht dieser Pflicht vor, ausser ein im Freien unversorgt liegender Toter ( א"ח687). Jedes Glied der Ja-akauw-Familie ist verpflichtet, nachts und tages Mgilloh zu lesen oder zu hören. Wo möglich trage einer in Versammlung sie vor und alle vernehmen sie aus seinem Munde (689). Sie werde ganz vorgelesen aus vorliegender nach Vorschrift verfertigter Abschrift der מגלת אסתר. Aus nicht nach Vorschrift verfertigter kann wohl zugehört, nicht aber mit- geschweige vorgelesen werden. Sie werde als eine Vermächtnisschrift aus jener Zeit gelesen (690). Über das Vorlesen, den Gottesdienst u.s.w. siehe (690 694) Mindestens zwei Gaben an zwei Bedürftige sollst du am Purim geben (694). Das eigentliche Freudenmahl für Purim sei am Tage. Eben so werden auch am Tage mindestens einem Freunde zweiGeschenke an Festspeisen geschenkt (695) Am Purim wird kein unnötiges Werk verrichtet, keine Trauerklage, kein Fasten veranstaltet (696) Alles nähre siehe (698 697)?
§ 249
Also, wenn Missbrauch der Gewalt zur Ertötung des Jissroél eigentümlichen Lebens, oder verschlagenes Benutzen der Eigentümlichkeit Jissroéls zum Vorwand für Ausführung von Plänen der Gewalt, die beiden schreckendsten Erscheinungen sind, die Jissroél auf seiner Wanderung durch die Zeiten bedrohen: so stehen Chanuckoh und Purim am Eingang dieser Wanderung wie Feuer- und Wolken-Säule und mahnen uns: treu zu bleiben allen Pflichten, treu dem Jissroélberufe, treu dem Lande und Fürsten, die uns aufgenommen und dann auf Gott zu blicken und weder Gewalt noch List zu fürchten.
Körper
Geist
Schöpfung
פסח
שבועות
Erhaltung
סוכות
שמיני עצרת
Erhaltung im Exil
פורים
חנוכה
Samson Raphael HIRSCH : Chauréw, Versuche über Jissroéls Pflichten in der Zerstreuung, zunächstfür Jissroéls denkende Jünglinge und Jungfrauen. Vierte Auflage Frankfurta.M. Verlag J. Kaufmann 1909
2. תענית אסתר Einer andern Golußsünde Denkmal[1], und Warnung vor derselben, von der uns nur durch Überlieferung Kunde geblieben, ist Tha-aniss Esthér, das auch nur durch Überlieferung des Herkommens Zeitendenkmal geworden. Gleichsam, als ob das Schuldbewusstsein des Volkes sich selber zur Warnung dies Erinnerungsdenkmal gesetzt.
Begebenheit: Achaschwérausch, dem Sinne orientalischer Eroberer gemäß, war milde gegen die Besiegten. So viel verschiedene Völkerschaften beherrschend, konnte natürlich der Blick nicht an eine Eigentümlichkeit sich fesseln; und, mochte darum Sprache, Sitte, Religion, noch so verschieden sein, was nur dem allgemeinen Namen Untertan sich fügte, war ihm willkommen. So wurden denn diejenigen von Jissroél, das ohnehin ja der persischen Herrschaft so vielfaches dankte, die von ihrer Heimat ferngeblieben waren, mit in den wohltuenden Strahl königlicher Milde gezogen. Gleichsam Prüfung von oben, wie Jissroél, das im Laufe der kommender Jahrhunderte so vielfache Probe der Gottestreue im Unglück geben sollte, in dieser Gottestreue unterm Strahl der Milde bestehen würde. Und siehe, Jissroél, das unterm Druck nie die Treue brach, die Probe bestand es nicht. Sich gefallend in dieser fürstlichen Milde, sei es weil deren Haltung als Bürgschaft ihres Heils betrachtend, sei es aus Schwäche, sich nicht dem Gütigen gegenüber in ihrer Eigentümlichkeit behaupten zu können, sei es im Wahn, diese Milde selbst durch Anschmiegen an Landessitte vergelten zu müssen, ginge es auch auf Kosten des Jissroélgeistes und Jissroéllebens, oder etwa gar sich der eigentümlichen Sitte schämend und gerne so rasch als möglich mit denen sich einigend, von denen ihr äußeres Heil abhing, kurz , Jissroél bestand nicht; die Milde machte sie lauer in Beachtung väterlicher Lehre. Aber Gott riss sie bald aus ihrem Traum. Ein Mann, ewiges Muster für Jissroéls Goluß, wie man Land und Fürsten treu und doch Jhudi in wahren edelsten Sinne bleiben könne, Mordochai musste sie im eigenen Beispiel lehren: nichts zu wissen von jener Mäkelei mit Jissroéls Lebensgute, und, wo es gilt sich der Mächtigen Gunst auch nur durch Entsagung einer Jissroélpflicht zu erkaufen, sich, die Seinigen, lieber alles preiszugeben, als sich Leben und Gemächlichkeit durch Pflichtverletzung zu erringen; treu zu bleiben und alles übrige in Gottes Hand zu stellen. Und nachdem nun gerade jene, trotz ihres Anschmiegen, das Schwankende der Menschengunst erfahren hatte, und Gott gerade die Gefahr, die Mordochais Festigkeit über sie alle gebracht, in herrliche Rettung umgewandelt hatte, sie auch in der Stunde der Gefahr die eigene Verirrung erkannt, da währendvon seinen Führern der Tag der Rettung als freudiges Zeitdenkmal eingeführt worden erhielt sich das Volk selber den Tag vor dem Feste als warnendes Denkmal schnöder Verirrung, und das ist der Tha-aniss Esthér.
Warnung:Wovor warnt Tha-aniss Esthér? Vor der Verirrung, die Völkergunst durch Anschmiegen an ihre Lebensweise, wenn auch mit Verletzung göttlicher Pflichten, zu erkaufen. Wenn Zaum Gdaljoh uns vor Untreue, Ungehorsam, Ungefügigkeit warnt gegen die Hand Gottes, die ins Golußuns führte, und Anhänglichkeit, Gehorsam und Treue für die Völker von uns fordert, die uns aufgenommen: zeigt Tha-aniss Esthérdie Grenze dieses Rufes in der Treue gegen das Gesetz, das uns zu Jissroél macht, und ruft allen Geschlechtern Jissroéls zu: wenn Gott sie wieder prüfen werde durch Völkermilde, wie Er durch Völkerhärte sie geprüft, standhaft zu bleiben in dieser Prüfung, und der alles versöhnende Milde durch Treue und Anhänglichkeit und Förderung des Völkerwohls zu begegnen, und durch volle Entfaltung des schönen Jissroélcharakters, wie Gott dies ja selbst gegen Völkerhärte fordert, nicht aber durch Aufgeben ihrer jissroélitischen Persönlichkeit; denn das hieße Selbstmörder werden, umdas Leben zu gewinnen.
Samson Raphael HIRSCH : Chauréw, Versuche über Jissroéls Pflichten in der Zerstreuung, zunächstfür Jissroéls denkende Jünglinge und Jungfrauen. Vierte Auflage Frankfurta.M. Verlag J. Kaufmann 1909
[1]Das andere ist der Fasttag Gdaljohs (§ 237) am 3.Tage des Jahres.
Rabbiner Dr. Raphael BREUER: Aus dem Vorwort zur Erläuterung der Megillas ESTHER
Rabbiner Dr. Raphael BREUER
(1881-1932)
Aus dem Vorwort zur Erläuterung der
Megillas Esther
Leicht ist die Kunst des Retouchierens biblischer Gemälde freilich nicht. Liebe vor allem und freudiger Wille, alles zeitlich Bedingte beim Schauen des ewig Großen und Bedeutsamen als den Fernblick hinderndaus dem Weg zu räumen, gehört dazu. Seht doch nur, wie der Verfasser des Horeb[1] im Abschnitt Purim förmlich mit der Sprache ringt, um das Unausgesprochene der Megillah, was nur zwischen den Zeilen haucht und flüstert, und was nur das liebende Aufmerken eines unverdorbenen Ohrs erlauscht, in Worte zu kleiden! Hier fühlt einer, dem das tiefe Bewusstsein, daß ein schmucklos dürres Menschenwort zu leer und ärmlich sei, die erhabene Heiligkeit des Bibelwortes auszuschöpfen, in allem, was er schrieb, die Feder führte (und dem darum so oft der bloße Wohllaut einer klingenden Phrase zur Wiedergabe undefinierbarer Empfindungen ein heiliges Bedürfnis war) ass zum Verständnis der Megillah nicht kritischer Scharfsinn reicht und nur sich einfühlende Liebe der einzige Schlüssel ist.Und über beiden unsichtbar Gott, längst schon vorbereitend die Heilung vor dem Schlage; Folgen der Menschentat zu seiner Weisheit Zweck verknüpfend Langeweile einer schlaflosen Nacht dem Könige Aufwallung eines Augenblicks in des Königs Brust und abgewendet der Schlag von den Hilflosen So wird das Vexierrätsel, wo sich im Estherbuche Gott befinde, von einem Kenner gelöst, der die Megillah nicht kritisch prüft, sondern als Brief, als ein Vermächtnis erfahrungsweiser Exulanten an die späteste Gola liebt und ihre Geschichte erlebt. Des Horebverfassers pietätvolle Art stand mir beim Schreiben dieses Kommentars vor der Seele. Ich habe die Megillah nicht geprüft, sondern zu lesen,ihre Helden nicht entthront, sondern zu lieben und ihre Szenen nicht zerpflückt, sondern zu erleben gesucht.
Rabbiner Dr. Mendel Hirsch: Haftoro Wochenabschnitt Zaw
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH
(1833 1900)
הפטרת פרשת צו
Aus dem Kommentar zur Haftoro des Wochenabschnittes Zaw
Jeremias, Kap. 7, Vers 21 und folgende
Ganz wie der vorigen wird auch in dieser Sidra, die die Fortsetzung der Gesetze über den Opferdienst und die Priester enthält, ein Prophetenwort als Haftora angeschlossen, das in eindringlicher Schärfe vor Verkennung der Bedeutung der Opfer warnen soll. Die weisen Ordner unseres Gottesdienstes haben eben sehr wohl die Gefahren erkannt, die aus einer solchen falschen Auffassung der wahren, aufrichtigen, von Gott gewollte Frömmigkeit erwachsen könnte. Denn das Prophetenwort weist darauf hin, wie zu jenen entarteten Kreisen, deren ganzer Gottesdienst nur noch in Tempelbesuch und in Opfern bestand, die durch ihren Gegensatz zu ihrer sonstigen Entartung das Gotteshaus aufs schwerste kompromittierten, derselbe Gott, der die Opfer eingesetzt, gesprochen habe: Nehmet lieber eure Emporopfer und legt sie zu euren Mahlopfern und verzehrt sie selbst als Fleischkost! Es ist das dieselbe Verkennung des Tempeldienstes und des Gotteshausbesuches, deren Verurteilung der Prophet am Eingang dieses Kapitels im Namen Gottes also auszusprechen gehabt hatte: Hört das Wort Gottes, ihr Männer von Juda, die durch diese Thore eingehen, sich vor Gott zu beugen. So hat Gott der Schöpfungsscharen, Jissroéls Gott, gesprochen: Bessert euren Wandel und eure Taten, so lasse ich euch gerne an diesem Ort weilen. Trauet doch nicht den Worten der Lüge, die sprechen: Tempel Gottes! Tempel Gottes! Sollen doch sie selbst der Gottestempel sein. Und hatte sodann in mächtig aufloderndem Zorne (V. 6 und 10) denen, die draußen vor Diebstahl, Mord, Ehebruch, Meineid, Götzendienst nicht zurückschrecken, dann aber regelmäßig kommen, sich fromm vor Gott hinstellen und sich nun gerettet glauben, um nun draußen Schandtaten weiter fortzusetzen, das Flammenwort: entgegengeschleudert: Ist denn dieses Haus, über das mein Name ausgesprochen, in euren Augen eine Höhle für Schandbuben geworden??
Kap.7, V.21 Empor- und Mahlopfer, ihre Bestimmung nach gelobender Ausdruck der Weihe des Taten- und Genusseslebens. In der eben gezeichneten frivolen Gesinnung dargebracht, stellen sie sich als eine Gotteshöhnung dar und wirken außerdem dadurch gerade entsittlichend, daß sie den Darbringenden in der Wahnvorstellung erhalten, er habe dem göttlichen Willen jetzt Genüge geleistet und könne nunmehr beruhigt weiter freveln. Demgegenüber wäre es besser, wenn die Tiere, statt zu Opfern, für Küchenzwecke verwendet würden.
V.22 und 23 שמעו בקולי Gehorsam, unbedingter Gehorsam gegenüber der aus dem Gesetzesworte uns entgegentönenden Gottesstimme, לי לעם, daß allen Beziehungen des gesamten bürgerlichen Lebens das Gepräge der Gotteshörigkeit und Liebe ausgedrückt sei, והלכתם בכל הדרך, der Charakter der Sittenreinheit, der jedes Einzelleben als das von Gott gestaltete kennzeichnet das bildet den Inhalt des ganzen großen unverbrüchlichen Gottesgesetzes, auf das Gott uns verpflichtet und zu dessen Erfüllung er uns zum Volke erschaffen hat.
V.24 ויהיו לאחור ולא לפנים Zu allen Zeiten vollzog sich der Abfall vom Gesetze unter der Devise des vermeintlichen Fortschritts. Im Lichte der höchsten Kulturziele der Menschheit jedoch war zu allen Zeiten die Geschichte des Abfalls in Wahrheit eine Geschichte des Rückschritts.
(Die Haftoroth übersetzt und erläutert, Frankfurt am Main 1896: S. 189- 195Kommentar zu Jeremias Kap 7 V.21 )
Samson Raphael HIRSCH: Aus dem Kommentar zur Wochenabschnitt Sochaur
Rabbiner Samson Raphael HIRSCH
זכור
Kommentar zur WochenabschnittSochaur
5 B.M. Kap. 25 VV. 17,18,19 (Wochenabschnitt Ki Ssétsé)
זכור וג' Das Fernhalten von jedem עול , von jedem Mißbrauch jeder, sei es auch nur momentanen Überordnung (עול) über den andern zu dessen Schaden, von dem Mißbrauch eines jeden Vertrauens, das ein Mensch in den andern setzen muß, wenn überall ein Zusammenleben der Menschen möglich sein soll, das Durchdrungensein von der Überzeugung, daß wir nur so lange Gott unseren Gott unseren Gott nennen dürfen, als wir ängstlich das kleinste Unrecht gegen seine Menschen auf Erde scheuen, und die daraus hervorgehende fleckenloseste Rechtschaffenheit in unserem Verkehr mit Menschen, das war der letzte Zug, den das Gesetz über das Charakterbild des von ihm leitenden und nach ihm sich nennenden Volkes gezeichnet.Das Volk, in dessen Nationalcharakter die Züge des Mitgefühls, der Rücksicht, der Milde, des Wohlthuns gegen alles, was lebt, hervorleuchten sollen, wie dazu die letzten Kapitel des Gottesgesetztes wiederholt gemahnt, das werden, wehe zu thun, das soll im vollendetsten Ideal als ישרון ([1]Kap. 33, 26) über die Erde wandeln, in dessenVerkehr mit Menschen solle es als ישר , als dasgeradeste, rechtschaffenste, biederste unter den Völkern sich ankündigen, undשארית ישראל , diejenigen, die alle Zeiten und alle Prüfungen für die einstige jüdische Vollendung durchdauern,erblickt das Prophetenwort in denjenigen, welche kein Unrecht thun, keine Täuschung reden und in deren Mund sich keine Zunge des Truges findet; sie allein finden auf Erden ihre Weide und Ruhe, sie allein haben vor nichts und niemand zu zittern שארית ישראל לא יעשו עולה ולא ידברו כזב ולא ימצא בפיהם לשון תרמית כי המה ירעו ורבצו ואין מחריד(Zefanja 3, 13).
Denn gerade Gegensatz zu diesem aus Gerechtigkeit und Liebespflicht gewobenen Charakterbilde eines Volkes, das nur in gewissenhafter Pflichttreue seine Macht und seine Zukunft erblicken, und durch dessen Vorgang die ausschließliche Pflichthüldigung einst das Anteil der Gesamtmenschheit werden soll, bildet eine Völkergrösse, die wieAmalek, nur in dem Schwerte ihre Macht und in dem Niedertreten aller ungerüsteten Schwächern ihre Ruhmesfreude findet.Sie trat bereits bei dem ersten Hineintreten des Volkes der siegreichen Pflichttreue in die Völkergeschichte (2 B.M. 17, 8-16) diesem feindlich entgegen und ihr ward (daselbst) gleich bei diesem ersten gegensätzlichen Versuch das einstige Verschwinden aus dem Gedächtnis der Völker verkündet (daselbst).
Die nunmehr mit ihre Pflichtaufgabe in das Land des Gesetztes zu dessen treuer Erfüllung Einziehenden werden daher hier auf diesen ihren ausgeprägtesten Gegensatz, und zwar zu dauernder Erinnerung, nochmals hingewiesen, in den einzelnen Zügen seines auftretens ihnen dieser Gegensatz zu ihrer Bestimmung zum klarsten Bewußtsein gebracht, und während dort der Kampf gegen Amaleks Völkerprinzip bis zu dessen völligem Verschwinden als Inhalt aller völkergeschichtlichen Gotteswaltungen auf Erden verkündet ist wie hier Jissroél aufgefordert, sich als mitwirkendes Werkzeug für diesen Gotteskampf gegen Amalek zu begreifen und zu bewähren, aus dessen die Menschen irreführenden, mit seinem Glanze blendenden Ruhmeslorbeer das letzte Blatt eben dann fallen werde, wenn nicht vor einem stärkeren Schwerte sein Schwert, wenn vor einer nur auf Pflichttreue gegen Gottes Sittengesetz aufgeblüht stehenden, nur von Gott getragenen Macht Amaleks Schwert zusammenbricht.
בדרך בשעת טירופיכם בצאתכם, את אשר עשה לך עמלק בדרך בצאתכם ממצרים ממצרים בשעת גאולתכם (ספרי)eure Gesamtheit (לך) warבדרך , auf der Wanderung begriffen, von ganz anderen Gedanken und Sorgen, als von Kriegsgedanken eingenommen; es war die Wanderung einer heimatlosen Menge mit Frauen und Kindern in der Wüste, deren Lage menschliche Teilnahme von jedem einzelnen von euch (בצאתכם) schwebte doch die Bekundung des einen Einzigen unsichtbar gegenwärtig, der seine Fesseln gebrochen und ihn aus der Knechtschaft einer solchen Macht mit Mizrajimzur Freiheit geführt, eine Thatsache, die dem Wehrlosesten von euch zu Schirm und Schild gegen jeden mutwilligen Angriff hätte dienen müssen.
מקרה, אשר קרך בדרךist ja das, was für den davon Betroffenen außer aller Berechnung und Erwartung geschieht (siehe 1 B.M. 24,12). Du zogst deines Weges und hattest gar keine Veranlassung, einen feindlichen Überfall zu vermuten. Sein Angriff war völlig unprovoziert, war von purer Freude an Menschenschlächterei, oder von einer Ahnung der Gefahr getrieben, die aus dem mit dir in die Geschichte einziehenden Prinzipen der Schwertgewalt zu drohen begann.
זנב, ויזנב בךder Schweif (so rabbinischסניף : Anhängsel, das Nebensächliche, einem Hauptkörper Anhängende, undצנף : die Anhängsel, Enden, mit einem Hauptkörper verbinden, zusammenrollen), hier: die Nachzügler, undזנב , Piel (wie סעף entasten): die Nachzügler von dem Haupttrupp abschneiden, oder niedermachen.כל הנחשלים אחריך חשל (verwandt mitחסל : abfressen, zu Ende bringen, אזלschwinden,עצל träge) Daniel 2,40:פרזלא מהדק וחשל כלה ; Eisen zerschlägt und vernichtet alles, bezeichnet jedenfalls einen Schwächezustand, ähnlich wie das versetzteחלש , also: alle, die dir nur schwach nachfolgen konnten, aus Schwäche zurückblieben.ואתה עיף ויגע, du selbst das ganze Volk, der Hauptkörper selbst warst matt und abgemüht.Es waren also die Schwächsten unter den Schwachen, die selbst einer langsamen Fortbewegung nicht folgen konnten, die er überfiel. Ihn lud somit nicht Schwäche und Mitleid und Schonung, sondern zu roher, höhnender Mißhandlung.
ולא ירא אלדי', und er sah nicht Gott, der für den Schwachen eintritt gegen die Faust des Starken, und hatte keine Scheu vor Ihm.
V. 19והיה בהניח וג' , wenn Gott dir dein Gott ist, wenn du, im geraden Gegensatz zu allen diesen Amalekzügen, all dein Thun nach seinem Willen richtest und all dein Sein Ihm anheimstellst und du so nicht durch dein Schwert und deine Macht durch den mit deiner Pflichttreue gewonnenen Gottesschutz, in dem dir von Gott angewiesenen Lande, unangetastet von allen deinen Feinden ringsum sicher und glücklich ruhst.
נתן לך נחלה לרשתהdas Land, das er dir jetzt zur Besitznahme giebt, war bereits deinen Vätern zugesagt, es kommt dir nur von ihnen als Erbe zu, auf daß du es weiter auf deine Kinder vererbest. Es ist nichts, was du aus eigener Machtvollkommenheit besitzest. Der Pflichttreue in dem Gottesbunde mit deinen Vätern verdankst du es, und nur durch Vererbung dieser Pflichttreue aufdeine Kinder wirst du ihnen auch das Land vererben.
תמחה את זכר עמלק(siehe 2 B.M. 17,14).
לא תשכחvergiss dies nicht, wenn du je hinüberschwanken und Amalek gleich nicht Pflicht, nicht Gott kennen und, in kleinen oder großen Dingen, nur Gelegenheit suchen wolltest, deine Überlegenheit zum Schaden deiner Mitmenschen zu üben!
Vergiss dies nicht, wenn duje deines Jissroélberufes und deiner Jissroélsendungin der Mitte der Menschen vergessen und die Lorbeerkränze beneiden möchtest, die eine bethörte Welt dem Andenken glücklicher Menschenglückzerstörer flicht und den thränengetränkten Boden vergißt, aus welchem den Lorbeer zu solchen Kränzen erwachst.
Vergiss dies nicht, wenn du je selbst unterAmalekrohheit und Gewalt zu leiden hast. Bleibe aufrecht! Bleibe bei der Menschlichkeit und Rechtsachtung, die dein Gott dich gelehrt.Ihnen gehört die Zukunft, Menschlichkeit und Gerechtigkeit bleiben Sieger über Rohheit und Gewalt, und du selbst bist gesendet, durch dein Geschick und Beispiel diesen Sieg und die Zukunft anzukündigen und mitwirkend herbeizuführen.
לא תשכח, vergissdies nicht, und auf das du es nicht vergessest, זכור, erneue dir von Zeit zu Zeit Amaleks Gedächtnis und das, was dir über seine Zukunft gesagt ist
Rabbiner Dr. Mendel Hirsch aus dem Kommentar zur Wochenabschnitt Sochaur
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH
(1833 1900)
הפטרת פרשת זכור
Aus dem Kommentar zur Haftoro des Wochenabschnittes SOCHAUR
Samuel 1, Kap. 15, Vers 1 und folgende
Paraschath Sachor will uns die Pflicht ins Bewusstsein rufen, unser Leben in Tat, Gesinnung und Urteil zu einem Protest gegen זכר עמלק, gegen amalekitisches Ruhmesgedächtnis zu gestalten, also zu einem Proteste gegen Unrecht und Gewalt und jede Anbetung des Erfolges im Einzel- wie im öffentlichen Leben. Die Haftora bringt uns die Geschichte von der Vernichtung des historischen Amalek, und lässt damit zugleich nur um so schärfer hervortreten, daß die uns zu ewigen Gedenken ins Bewusstsein gerufene Pflicht: das Gedächtnis Amaleks auszulöschen, sich nicht sowohl auf das conkrete, bereits seit Jahrtausenden dem Moder verfallene Amalek, sondern auf das Amalek-Prinzip bezieht, זכר עמלק, das seiner Bedeutung im Leben des Einzelnen wie der Völker als Vorbedingung des Menschenheiles noch heute entgegenharrt,wie vor Jahrtausenden.
Kap.15, V.1 Über sein Volk, über Jissroél: auch nachdem du zum König gesalbt bist, vergiss nie, daß es nicht dein Volk, nach Art heidnischen Völker, sondern Sein Volk ist, über das du herrschest , und daß du nur in diesem Sinne, als König des Gottesvolkes, deine Macht zu handhaben hast. Darum bedeutungsvoll, nicht: Höre auf die Worte Gottes, sondern, wie immer wenn die Pflicht des unbedingten Gehorsams, unabhängig von der Einsicht im Sinn und Absicht des Befehles, rein nur aus Ehrfurcht vor der Autorität, der Stimme des Befehlenden, gefordert wird: Gehorche der Stimme der Worte Gottes. (Vergl. zu 1 B.M. 21,12)
V.3. Der Inhalt des Auftrages lässt sofort erkennen, weshalb insbesondere hieran die Unverbrüchlichkeit des Gehorsams appelliert wird. Vernichte alles Seinige und erbarme dich seiner nicht! Wenn wir bedenken, daß alle Lehre, alle Gesetze Gottes dahin wirken, Jissroél zur höchsten Feinfühligkeit, zu jener Gesinnung zu erziehen, die gegen alle Mitgeschöpfe Liebe betätigt und sich stets in die Lage des Nächsten versetzt: so stand der hier Saul gegebene Auftrag mit allem sonst gelehrten und Erstrebten im denkbar schroffsten Gegensatz. Dazu kommt: Dieselbe göttliche Gerechtigkeit, die sonst spricht: die Kinder sollen nicht getötet werden wegen der Sünde der Eltern, verhängt , verhängt hier Vernichtung über ein Volk wegen eines Verbrechens, das vor Jahrhunderten von seinen Vorfahren begangen worden! Da begreift es sich sehr wohl, weshalb hier mit den Worten: Gehorche der Stimme! jedes Schwanken beseitigt werden soll. Wenngleich sich dem Menschenblicke die Einsicht entzieht: es ist ה', der barmherzige Gott, der Vater aller seiner Menschenkinder, der als ה' צבאות, als der seine Menschheit erziehende und sie zu dem von Ihm bestimmten höchsten Ziele leitende Gott, für dieses Glied der Menschenfamilie jede Erhebung als ausgeschlossen und seine Vernichtung als geboten erkennt. Wegen jenes zu erwartenden Widerstrebens war es deshalb auch nötig, alle in dem Auftrage Inbegriffen und insbesondere diejenigen zu nennen, bei denen die Ausführung am meisten dem natürlichen Gefühle widerstrebte. Das Volk, welches bestimmt ist, das Prinzip allumfassender Nächstenliebe durch die waffenstarrende Welt zu tragen, sollte in diesem Falle der Arm des Gottesgerichtes sein, welches die Wahrheit in ihren ganzen furchtbaren Ernste bekundet: amalekitische Gewalttat bringt, trotz augenblicklicher Erfolge, nimmer Segen, nimmer dauernde Ruhe, sondern unabwendbar, wenn auch oft erst spät, Fluch und Vernichtung den Ahnen folgender Geschlechter.
Daß übrigens nicht aber bloß wir, in der vermeintlich moderne Denkweise, eine solche menschliche Gesinnung in Saul zurückreflektieren, sondern daß dieselbe Anschauungauch bei unsere Weisen lebte, das geht aus dem folgenden im Talmud, Joma 22b, enthaltenen Aussprüche R. Manis hervor. Derselbe findet in den Worten: וירב בנחל, V.5 den Ausdruck des Widerstrebens, des inneren Kampfes, den Saul vor der Ausführung dieses schweren Auftrages zu bestehen hatte. In dem Worte נחל findet er den Hinweis auf die 5 B.M. 21,1-9 angeordnete Entsündigung und Reinigung der Gerichtsbehörden derjenigen Stadt, in der Nähedie Leiche eines Erschlagenen gefunden wurde, ohne daß es möglich war, den Mörder zu ermitteln. Dann musste nämlich das höchste Gericht einschreiten, und unter den Augen einer Delegation desselben musste die Behörde der nächsten Stadt sich durch die Egla-Arufa-Handlung ausdrücklich von jeder Schuld reinigen, die durch etwaige gegen die ihre Stadt passierenden fremden Wanderer geübte Lieblosigkeit und Vernachlässigung sie an diesem treffen könnte, א"ר מני בשעה שאמר לו הקב"ה לשאול לך והכית את עמלק אמר ומה נפש אחת אמרה תורה הבא עגלה ערופה כל הנפשות הללו על אחת כמה וכמה ואם אדם חטא בהמה מה חטאה ואם גדולים חטאו קטנים מה חטאן יצאה בת קול ואמרה לו אל תצדק הרבה אל תהי צדיק יותר מבוראך. Als Gott zu Saul sprach: Vernichte Amalek! sagte Saul: Wenn schon um eines Menschen willen die Thora die Vollziehung der Egla-Arufa-Handlung anordnet, wie schwer ist da die Verantwortung wegen aller dieser Menschenleben! Wenn die Menschen gesündigt haben, was haben denn die Tiere getan? Wenn die Erwachsene gesündigt hab,was haben denn die Kinder getan? Da erging der Ruf: Wolle nicht gerechter sein als dein Schöpfer!
Um so charakteristischer für die Verständnislosigkeit Sauls aber war es deshalb, daß er, den Auftrag an den Kindern und Säuglingen ausgeführt hatte, vor dem Königspurpur Agags und vor der dem Wertvollsten der Beute halt machte, wie dieser Kontrast V.8 besonders hervorgehoben wird. Deshalberblickt auch das göttliche Verwerfungsurteil, V.11, in dem ganzen Verhalten Sauls einen Abfall aus der Nachfolge Gottes: שב מאחרי.
(Die Haftoroth übersetzt und erläutert, Frankfurt am Main 1896: S. 431- 439Kommentar zu Samuel 1. Kap 15 )
Rabbiner Dr. Salomon BREUER zur Wochenabschnitt Sachor (2. Teil)
Rabbiner Dr. Salomon BREUER
(1850 1926)
פ' זכור
Belehrung und Mahnungzur Wochenabschnitt Sachor (2.Teil)
מזה ומזה הם כתובים Die Gottesschrift durchdrang den Stein, so daß, nach dem Worte der Weisen, מ"ם וסמ"ך שבלוחות בנס היו עומדין die Buchstaben ם und ס nur durch ein Wunder in den Tafeln standen, da die von diesen ganz geschlossene Schriftzeichen umfassten Teile der Tafeln hätten herausfallen müssen und durch ein Wunder von den Schriftzeichen gehalten wurden. Dieses in den Tafeln, den Trägern der göttlichen Schrift, sich offenbarende geheimnisvolle Wunder ist aber dasselbe wunderbare Geheimnis, das auch im Geschick des jüdischen Volkes, dieses Trägers der göttlichen Schrift sich offenbart.Nicht der Stein trägt die Schrift, hier trägt die Gottesschrift den Stein! So auch im Geschick des jüdischen Volkes. Sich selbst überlassen, ist das jüdische Volk ein in der Luft schwebender Stein. אין לנו להשען אלא על אבינו שבשמים Es stürztunrettbar zu Boden, wenn es seinen Halt in sich oder in irdischen Faktoren zu finden glaubt. Nur wenn die Macht des göttlichen Willens es umfangen hält und sein Wesen durchdringt, vermag es zu bestehen und braucht kein Gewalt auf Erden zu fürchten.
שמא כפרו בלוחות דכתיב בהן מזה ומזה הם כתובים Das war es in der Tat. Diesen Geist der לוחות hatte die jüdische Bevölkerung Schuschans verleugnet, und damit war ihr Schicksal besiegelt: der Steinkörper, den die Gottesschrift nicht mehr schützend und tragend umfasste, musste rettungslos in die Tiefe stürzen.
Dieses gottgewollte jüdische Geschick hat sich noch zu allen Zeiten bewahrheitet. Der gewissenhafte, vom Geist der לוחות erfüllte Jehudi lässt sich daher nimmer von Zeitengunst und der durch sie ihm beschiedenen Glückstellung blenden. Das Bewusstsein, daß seine Stärke ihm nur aus Gott und der treuen Erfüllung des Gotteswillens beschieden sei, verlässt ihn kein Augenblick, und mag das Golus zeitweise seine herbe Erscheinung mildern, solange nicht die göttliche Wahrheit sich die Herrschaft im Leben der Völker errungen hat, ist er auf den Wandel der Zeitengunst gefasst, und erhebt das רשעות plötzlich wieder das Haupt, so schmerzt ihn wohl diese Erfahrung tief, aber sie überrascht ihn nicht und תשובה, תשובה wahrhafte innige Rückkehr zu Gott, gesteigerte Treue gegen Gott und seine Thora ist ihm einziges Gebot der Stunde. Den Entfremdeten hingegen, der den Geist der לוחות verleugnete, der in Freiheit und Gleichstellung zugleich die Erlösung von den Fesseln des Gesetzes zu erblicken wähnte und sich hemmungslos den durch die Gunst der Verhältnisse gebotenen Lebensmöglichkeiten unter Preisgabe seiner jüdischen Lebensideale hingab, ihn muss der plötzliche Umschlag in völlige Fassungslosigkeit versetzen;: Gestern noch von der Sonne der Gunst bestrahlt, Gegenstand allseitiger Hochachtung und Wertschätzung und heute Spielball roher Willkür und verbrecherischer Gewalt !
Diese für die jüdische Geschichte so bedeutsame Tatsache verewigt unsere Megilla: Überall in den Provinzen ובכל מדינה ומדינה מקום אשר דבר המלך ודתו מגיע (Esther 4,3) wo Jehudim lebten, die von dem Taumel der Residenzstadt nicht ergriffen waren, da löste wohl die Nachricht des königlichen Dekrets tiefe Trauer aus אבל גדול ליהודים, aber die Kunde traf sie nicht unvorbereitet, sie wussten alsbald, was sie zu tun hatten und was als einzige Rettungsmöglichkeit ihnen geblieben: צום ובכי ומספד וגו' die aufrichtige Rückkehr zu Gott und seiner Thora. Aber in Schuschan, der Metropole des verblendeten Assimilationstaumels, da war man durch die plötzliche Wendung der Dinge aus allen Himmeln gestürzt: נבוכה (in dem Sinne von נבוכים הם בארץ 2 B.M. 14,3) man war es ganz irre, fühlte sich wie vor den Kopf gestoßen!
Was aber die Bewohner Schuschans so überraschend traf und vor ein vollendetes Rätsel stellte, das war Esther ohne weiteres klar und stand ihr als traurige Gewissheit vor Augen, da sie alsbald die Frage stellte: שמא כפרו בלוחות Nicht Jissroél trägt die Thora, die Thora trägt Jissroél. In dem Augenblick, da es von seiner Thora sich nicht tragen lässt, fällt es rettungslos zu Boden. Jissroél wird nach dem treffenden Worte der Weisen mit den Sternen des Himmels und mit der Staub der Erde verglichen es hat nur die eine Wahl: von seiner Thora getragen, erhebt es sich zu den Himmeln, ohne seine Thora wird es zum Staub der Erde! שמא כפרו בלוחות Haben sie sich an dem Geist der לוחות versündigt und ihn jämmerlich verkannt?
Und Mordechai antwortet auf Esthers Frage mit einem einzigen Wort, das alles erklärt: ויגד לו מרדכי את כל אשר קרהו er berichtet alles, was ihn getroffen, das aber heißt nach dem Weisheitswort: בן בנו של קרהו בא עליכם הה"ד אשר קרך בדרך der Enkel des Mannes, der die Väter einst getroffen, bedroht auch uns mit dem Untergang.
קרה wovon מקרה, bezeichnet nach einer sinnigen Bemerkung unseres großen Rabbiners זצ"לdurchaus nicht, was wir Zufall zu nennen pflegen, vielmehr was dem davon betroffenen außer jeder Erwartung und Berechnung geschieht und daher um so mehr auf den unsichtbaren Lenker der Geschicke Jissroéls hin, der die Verblendeten seines Volkes dem Geiste der לוחות zurückgewinnen wollte. Was sie so plötzlich traf, war in Wirklichkeit nur die natürliche Folge davon, כפרו בלוחותdaß sie den Geist der לוחות verleugnet hatten. בן בנו של קרהו בא עליכם Ein solches 'קרהו' war aber auch das erste Auftreten Amaleks, אשר קרך בדרך als Amalek Jissroél plötzlich anfiel.
זכר את אשר עשה לך עמלק בדרך בצאתכם ממצרים ruft uns die Thora zu: Vergiß nimmer, was Amalek dir getan, als ihr aus Mizrajim zoget; בשעת גאולתכם im Moment eurer Erlösung, fügen die Weisen (ספרי) bedeutsam hinzu. Soeben erst hatte Gott diesem Volke unter allmächtigen Wundertaten vor aller Welt den Weg in die Freiheit gebahnt, eine Tatsache, die auch die Wehrlosen von jeder mutwilligen Angriff hätte schützen müssen und von der das Meereslied sang: שמעו עמים ירגזון וגו' Völker hörten und beben Zittern ergreift sie, aufgelöst die Bewohner Kanaans ויבא עמלק und da kam Amalek! Plötzlich, unerwartet אשר קרך.
Und doch lautete auf die Frag מה זה ועל מה זה auch damals als einzige Antwort: כפרו בלוחות sie hatten den Geist der Tafeln verleugnet; eine Wahrheit, die das Gotteswort durch das eine Wort ברפידים verewigt: ויבא עמלק וילחם עם ישראל ברפידים Amalek kam und nahm den Kampf mit Jissroél auf in Refidim (2 B.M. 17,8) Denn רפידים, meinen die Weisen (מכילתא) bezeichnet רפיון Schwäche der Hände לפי שרפו ישראל ידיהם מדברי תורה Jissroéls Hände waren schwach geworden, weil sie von der Thora ließen.
Laßt uns nicht zittern um den Bestand der Thora, die Thora wird nicht schwach, כי לא תשכח sie weiß noch immer sich Träger zu sichern, die ihre Wahrheit aufgreifen und durchs Leben tragen. Zittern lasst uns um die, die von ihr lassen: deren Hände werden schwach und ohnmächtig. Das aber war in Refidim der Fall. Dort, so heisst es in den unmittelbar vorhergehenden Verse, sprach Jissroél die verhängnisvolle Worte: היש ה' בקרבנו אם אין und setzte Zweifel in die schützende und helfende Gegenwart Gottes in seinem Leben und als da kam alsbald Amalek. Was so unerwartet, plötzlich sich ereignete, war in Wirklichkeit eine aus den Ereignissen mit Notwendigkeit sich ergebende Folge.
סמך פרשה זן למקרא זה sprechen die Weisen so sinnig (s. Raschi): diese beiden Abschnitte gehören eng zu einander. Dauernd weile ich unter euch, bereit, euch zu helfen; ihr aber sprechet: weilt Gott in unserer Mitte? Nun, so komme der Hund und beiße euch, und ihr werdet aufschreien zu mir und erkennen wo ich bin משל Ein Gleichnis: ein Vater trägt sein Kind auf den Schultern. Willig hebt der Vater immer wieder Gegenstände vom Wege auf, nach den das Kind verlangt, um sie ihm zu geben; da begegnet ihnen ein Wanderer, und das Kind stellt die Frage: hast du mein Vater gesehen? Du weißt nicht, wo ich bin, spricht zürnend der Vater und wirft sein Kind zürnend von seinen Schultern, und dann kam der Hund und biß es Gibt es ein treffendere Darstellung für die ewige Wahrheit, die in den Gesetzestafeln ihren Ausdruck fand; daß Jissroél nur so lange sich geschützt und getragen weiß, als es sich von der Gottesschrift umklammern lässt, rettungslos aber in die Tiefe stürzt, sobald es in törichter Verblendung den Geist der Gottestafeln verleugnet und, statt in jedem Augenblick der helfenden und bergenden Gottesnähe sich bewusst zu sein, die beschämende Frage stellt: היש ה' בקרבנו weilt Gott in unserer Mitte?
'קרך' בדרך bezeichnet Amaleks erstes Auftreten 'קרהו', das seines Enkel Haman Dieses eine Wort erklärt das Auftreten seiner späten Enkel in der jüdischen Geschichte bis auf den heutigen Tag. Wir haben es erlebt und erleben es immer wieder. Und wenn es plötzlich, unerwartet zu kommen scheint, dem wird auf die Frage: מה זה ועל מה זה immer wieder die einzig wahre, aber auch alles erklärende Antwort zuteil: רפידים! Das aber heißt mit anderen Worten: שמא כפרו בלוחות.
Unsere Hände sind ohnmächtig, wenn wir von der Thora lassen; sie sind unüberwindlich stark, wenn wir an der Thora festhalten. Das lehrt uns Amaleks und Hamans קרך und קרהו Das ist die ewige Wahrheit, zu deren Beherzigung alljährlich פ' זכור am Schabbos vor Purim uns aufruft.
Quelle: Rabbiner Dr. Salomon BREUERBelehrung und Mahnung zweiter Teil Exodus J.Kaufmann Verlag Frankfurt am Main 1931 S. 74 -79
Rabbiner Dr. Salomon Breuer zur Wochenabschnitt Sachor (1.Teil)
Rabbiner Dr. Salomon BREUER
(1850 1926)
פ' זכור
Belehrung und Mahnungzur Wochenabschnitt Sochaur (1.Teil)
Der heutige שבת steht im Zeichen der פרשת זכור, die an die Pflicht, das Andenken Amaleks, zu vernichten mahnt. Wenn auch diese Pflicht an jedem Tag des Jahres erfüllt werden kann, so lehrt doch der weise Brauch der Väter, diese Pflicht an dem Purim vorangehenden שבת in lautester Öffentlichkeit zu proklamieren, weil mit der wundervollen Geschichte, die dieses heitere Fest verewigt, Amalek, der für Jissroél und die Gesamtmenschheit die größte Gefahr bedeutet, aufs innigste verknüpft ist. Wie zum ersten Male Amalek unsere Väter bei ihrem Auszug aus Mizrajim anfiel und sie mit völliger Vernichtung bedrohte, so fiel auch später Amaleks Enkel, Haman, über unser Volk her, um ihn den Untergang zu bereiten; wie dort Josua, ein Enkel unserer Mutter Rahel, so war hier Mordechai, gleichfalls ein Nachkommen Rahels, das göttliche Werkzeug unserer Rettung und Erlösung.
Dies wären aber nur äußere Analogien zwischen diesen beiden historischen Ereignissen. Der scharfe Blick unserer Weisen greift jedoch ein Wort aus der Megilla heraus und weist an diesem einzigen Wort die inneren Beziehungen nach, die diese bedeutsamen Vorgänge miteinander verknüpfen.
Als die Kunde von Hamans Mordplan zu Esther gelangt war, erzählt die Megilla, ותקרא אסתר להתך וגו' ותצוהו על מרדכי rief Esther Hathach herbei und gab ihm den Auftrag an Mordechai לדעת מה זה ועל מה זה zu erfahren, was dies sei und weshalb dies sei. ויגד לו מרדכי את כל אשר קרהו Und Mordechai erzählte ihm alles, was ihn getroffen.
Hierzu bemerken die Weisen (מ"ר): לדעת מה זה ועל מה זה, אמרה לו לך אמור לו מימיהם של ישראל לא באו לצרה כזאת, שמא כפרו ישראל בזה אלי ואנוהו, שמא כפרו בלוחות דכתיב בהן מזה ומזה הם כתובים Esther ließ Mordechai anfragen: Gehe, sage ihm: Seit Jissroél besteht, ist über Jissroél keine solche Not gekommen; vielleicht haben sie die Wahrheit verleugnet, die in den Worten ausgedrückt ist: זה וגו' dies ist mein Gott, ich will ihm Stätte bereiten (Ex.15); vielleicht haben sie die Gesetzestafeln verleugnet, von denen es heißt: מזה וגו' von hier und von hier sind sie beschrieben (Ex. 32)
Und Mordechai ließ ihr antworten: את כל אשר קרהו, אמר להדך לך אמור לה בן בנו של קרהו בא עליכם, הה"ד אשר קרך בדרך ein Enkel jenes Mannes, der einst unsere Väter getroffen, bedroht auch euch mit völligem Untergang: אשר 'קרך' בדרך heißt es dort (5 B.M. 25,18) hier את אשר 'קרהו'. In diesem einen gemeinsamen Wort ist den Weisen die innige Verknüpfung dieser beiden Ereignisse enthalten.
Tief erschüttert von der Schreckenshunde gab Esther den Auftrag, Mordechai zu fragen: לדעת מה זה ועל מה זה Wie aber hat sich die gesamte jüdische Bevölkerung dieser Schreckensnachricht gegenüber verhalten? Man sollte meinen, daß sie überall unterschiedslos die gleiche Bestürzung und Angst hervorgerufen habe. Lesen wir jedoch die Megilla aufmerksam, so finden wir in der Art, wie die jüdische Bevölkerung reagierte, einen gewaltigen Unterschied. Während es von den Provinzen heißt: ובכל מדינה ומדינה מקום אשר דבר המלך ודתו מגיע אבל גדול ליהודים וצום ובכי ומספד שק ואפר יצע לרבים In jeder einzelnen Provinz, wohin immer das Gebot des Königs und sein Erlaß gelangte, herrschte große Trauer unter den Jehudim, Fasten Weinen und Klage, mit Sack und Asche hatte sich die Menge umhüllt, heißt es von derResidenzstadt kurz: והעיר שושן נבוכה die Stadt Schuschan war so übersetzt man gewöhnlich bestürzt.
Dieser Unterschied in der Kundgebung ihres Schmerzes ist ein solch bedeutsamer, daß er uns zum Nachdenken Anlaß gibt.
לדעת מה זה ועל מה זה, שמא כפרו וכו' Daßim tiefen Grunde nur eine verhängnisvolle Verirrung des jüdischen Volkes diese vom Amaleks Enkel drohende Vernichtung heraufbeschworen habe, war Esther von vornherein klar; sie wollte nur die Art der Verirrung erfahren: שמא כפרו בזה אלי שמא כפרו בלוחות וכו'.
Welcher Art aber dieser Verirrung war, hierüber haben unsere Weisen (Megilla 12a) folgenden Aufschluss gegeben. Auf die Frage, weshalb die jüdische Bevölkerung mit Untergang bedroht wurde, erteilte רשב"י seinen Schülern die Antwort: מפני שהשתחוו לצלם sie hätte, wenn auch nur äußerlich, dem Götzentum sich zugewandt. Die Schüler aber legten der jüdischen Bevölkerung Schuschans als besonders Vergehen zu Last מפני שנהנו מסעודתו של אותו רשע daß sie an den Mahle, das Achaschwerosch der Residenzstadt gab, teilgenommen.
Nun bedarf es aber der Erwägung: dieses Vergehen war doch nicht im entferntesten ein derartiges, daß sie den Untergang verdient hätten; hatten sie doch an dem Mahle nicht freiwillig teilgenommen: והשתיה כדת אין אנס nur zum Trinken bestand keinen Zwang, während sie zur Teilnahme am Mahle durch königlichen Befehl gezwungen worden waren!
Es dürfte jedoch die Ausdrucksweise, mit der dieses Vergehen wiedergegeben wird, die Schwere dieses Vergehens genügend erklären.Es heißtnicht מפני שאכלו sondern מפני שנהנו: sie hatten Vergnügen an dem Mahle, hatten הנאה an diesem טרפה-Mahle, sie freuten sich, zur Teilnahme an diesem Mahle genötigt worden zu sein!
מפני שנהנו Wieviel aber haben uns die Weisen damit nicht gesagt! Man bedenke: Bis dahin waren die Juden Schuschans von jeder Teilnahme am politischen und sozialen Leen ausgeschlossen mit Ausnahme von Daniel und seine Genossen dürfte ihnen wohl jedes öffentliche Amt versagt geblieben sein und nun kam plötzlich der königliche Befehl לכל העם הנמצאים בשושן der alle Bewohner Schuschans von gross bis klein, die Juden nicht ausgenommen, zur königlichen Tafel lud! Wie mögen sich da die jüdischen Bewohner der Residenz mit dieser ihnen aufgenötigten Teilnahme so recht herzlich gefreut, in ihr den 'קדוש השם' und den Anbruch einer neuen Zeit gefeiert haben, die ihnen das Ende der Golus bedeutete wie viele mochten im ersten Jubelausbruch der ,זכיה mit Haman an einer Tafel dinieren zu dürfen, ihre Mizvoth, ihr Talith und ihre Tefillin bei Seite gelegt haben, um dieser Emanzipation sich würdig zu erweisen!
In diesen Taumel fiel die grausige Kunde von dem königlichen Dekret: להשמיד ולהרוג ולאבד את כל היהודים Tod und Vernichtung allen Juden!
Ester vernimmts und alsbald lässt sie erkunden לדעת מה זה ועל מה זה: Haben sie etwa Gott, haben sie den Geist der Gesetzestafeln verleugnet von denen es heißt: מזה ומזה הם כתובים von hier und von hier sind sie beschrieben?
(wird fortgesetzt Mittwoch 08 03 12)
Quelle: Rabbiner Dr. Salomon BREUERBelehrung und Mahnung zweiter Teil Exodus J.Kaufmann Verlag Frankfurt am Main 1931 S. 74 -79
Aus dem Kommentar von Rabbiner Samson Raphael HIRSCH zur Wochenabschnitt Pikudei
Kap. 40 V.17 הוקם המשכן war die Wohnung aufgerichtet. Wie nach Kap. 29,30 u.37 sieben Tage die Einweihung der Priester zu vollziehen war, und jeden Tag dieser sieben Tage die Einweihungsstätte und die Einweihungsopfer durch Moses zu vollbringen waren: also lehrt ספרי zu 4 B.M.7,1, daß an jedem dieser sieben Tagen, somit siebenmal das משכן durch Moses aufgerichtet, gesalbt und wieder auseinander genommen worden, ehe es am ersten Tage, den ersten Nissan, zur bleibenden Weihe aufgerichtet wurde. Daher הוקם המשכן die Errichtung am ersten Nissan war endlich die definitive, bleibend weihende. War dies auch für das Heiligtum ein vorbedeutender Wink, daß es siebenmal erbaut, und siebenmal, teils die Stätte zu wechseln, teils zerstört zu werden bestimmt sei, bis es endlich zur ewig bleibenden Stätte der Gottesherrlichkeit auf Erden geworden sein werde, zur Mittelpunkthöhe der Menschheit, zu der hinauf die Völker wallen und die Huldigung des Schwertes mit der Huldigung des von Zion ausgehenden Gottesgesetzes vertauschen werden? Wir wagen dies nur fragend zu äußern, und darauf hinzuweisen, daß בית שני, בית ראשון, גבעון, נוב, שילה, גלגל, במדברsich historisch als sieben solche Bauvorgänge darstellen, den allen wieder חורבן gefolgt, bis באחרית הימים, dem wir entgegenharren, der achte Bau endlich als der dastehen wird, von dem es verheißen ist: נכון יהיה הר בית ד' בראש ההרים ונשא מגבעות ונהרו אליו כל הגוים והלכו עמים רבים וגו' כי מציון תצא תורה ודבר ד' מירושלים ושפט וגו' וכתתו וגו' לא ישא גוי אל גוי חרב ולא ילמדו עוד מלחמה (Jes. 2, 1-4)
V.18ff. Mit dieser Aufnahme des göttlichen Gesetzes in Jissroels Mitte als sich für die Ewigkeit bezeugendes Höheziel der jüdischen Bestimmung, und mit dem sichtbaren Einziehender Gottesherrlichkeit in die von Jissroél diesem Gesetze bereitete Stätte, schließt das Buch der Erlösung aus Egypten. Es war das Ziel, das Gott selbst als Zweck seines Erlösungswerkes Kap.6, 6 u.7 ausgesprochen: והוצאתי אתכם וגו' והצלתי אתכם וגו' וגאלתי אתכם וגו' ולקחתי אתכם לי לעם וגו', mit diesem Heiligtum seines Gesetzes begründet, die Wohnungsaufnahme dieses Gesetzes und die Altarhingebung an dies Gesetz machten das Volk zum Gottesvolk, und die Gegenwart der Gotteswolke über der Wohnung dieses Gesetzes am Tage und sein darin leuchtendes Feuer in den Nächten vor den Augen des ganzen Hauses Jisroel auf allen ihren Zügen ließen das ganze Haus Jissroel, ließen jung und alt in Jissroél erkenne, daß, wenn Tisch, Leuchter, Altar und Cherubimteppiche in dieser Gesetzeswohnung verkünden, daß, wo Gottes Gesetz mit ewig fortschreitender Frische und goldreine Festigkeit aufgenommen, und leibliches und geistiges Heil nur aus den Händen dieses Gesetzes empfangen und der Verwirklichung dieses Gesetzes geweiht werden, da auch sichtbar und unsichtbar die Cherubim des göttlichen Waltens schützend und segnend herniedersteigen, dies nicht ein zum Trost des irdischen Daseins mitleidsvoll erfundener Glaube, sondern ein Wissen, eine durch Gott gesprochen, כי אני ד' אלקיכם המוציא אתכם מתחת סבלות מצרים, ihr werdet es erfahren, ass, wenn ich euch mir zum Volke genommen, ich euch nicht nur jetzt und einmal aus der Last der egyptischen Bürden hinausführe, sondern in gleicher führender, schützender und segnender Nähe euer Gott für immer bleibe.
Rabbiner Dr. Salomon BREUER zur Wochenabschnitt Pekudéij
Rabbiner Dr. Salomon BREUER
(1850 1926)
פקודי
Belehrung und Mahnungzur Wochenabschnitt Pekudéij (Auszug)
Das Judentum ist, wenn dieser Ausdruck überhaupt am Platze ist, eine Religion der Tat: es verlangt unsere völlige Hingabe an Gott und seine Thora, will unser ganzes Leben dem Willen Gottes unterstellen. Ihm genügt nicht die gotterfüllte Gesinnung, nicht die nach Gott sich sehnende Gefühlsinnigkeit, das Leben mit seinen zur Tat drängenden Bestrebung fordert es von seinen Bekennern, auf daß es sein Gepräge vom Gotteswillen erhalte und sich als Gottesdienst auswirke. Der Jude, dessen Herz von jüdischer Wahrheit erfüllt ist, der Gott im Herzen als Schöpfer und Herrn der Welt anerkennt, der aber trotzdem am Sabbat die Feder zu zwei Buchstaben führt und sein genießendes, eheliches Leben oder sein Erwerbsstreben nicht den Forderungen des Gottesgesetzes unterstellt, der hat mit dem Judentum gebrochen. Der Jude hingegen, der zwar in seinen Anschauungen und seiner Überzeugung noch nicht von der Wahrheit seiner Thora durchdrungen ist, in seinem Tun und Lassen jedoch die Herrschaft der Thora anerkennt, der zählt zur Gemeinde Jissroéls, die für ihn die zuversichtliche Hoffnung hegt, aß das Licht der Thora früher oder später auch sein Inneres sieghaft erhellen werde.
Wohl hat das Weisheitswort רחמנא לבא בעי (Sanhedrin 106B) seine Geltung, wonach Gott nach dem Herzen verlangt, das Liebe und Treue Ihm entgegenschlägt. Das heißt aber wahrlich nicht, daß die Gesinnung des Herzens, und mag sie noch so rein und edel sein, die Tat ersetzt! Nur wenn חשב אדם לעשות מצוה ונאנס ולא עשאה מעלה עליו הכתוב כאלו עשאהwenn einer sich sehnte, eine Mizwo zu erfüllen, Umstände jedoch, die ernicht meistern konnte, ihn an der Ausübungder Mizwo hinderten, nur in diesem Fall rechnet ihm Gott die Absicht als Tat an. (Berachoth 6a). Für einem solchen Fall gilt das Prophetenwort (Mal. 3,16): אז נדברו יראי ה' איש אל רעהו ויקשב ה' וישמע ויכתב ספר זכרון לפני ליראי ה' ולחשבו שמו daß in Zeiten, die es den Gottesfürchtigen unmöglich machen, all das zu verwirklichen, wonach die Sehnsucht ihres Herzens geht, Gott auch ihren Beratungen das Ohr neigt und in dem Buch des Gedächtnisses das als Tat wert und verewigt, was seine Gottesfürchtigen zu Ehren Gottes gedacht und geplant, dessen Verwirklichung aber über ihre Kraft ging. In solchen Fällen wird Gottes Auge die Absicht, von der das Herz erfüllt ist, als Tat gewertet.
Das aber sind Wahrheiten, die unser Weisheitswort aus dem Prophetenvers מקוה ישראל ה' herausgehört hat. Unser hoffendes verlangendes Sehnen muss Gott gelten. Es bewährt sich aber nicht in der Herzensempfindung, sondern in der restlosen, vertrauensvollen Hingabe an seinen heiligen Willen.
Quelle: Rabbiner Dr. Salomon BREUER Belehrung und Mahnung zweiter Teil Exodus J.Kaufmann Verlag Frankfurt am Main 1931 S. 70 -73
Rabbiner Samson Raphael Hirsch Komm. Gebet WIR WISSEN NICHT WAS WIR TUN SOLLTEN
Rav Samson Raphael HIRSCH
GEBET WIR WISSEN NICHT WAS WIR TUN SOLLTEN
Aus Jisraels Gebete übersetzt und erläutert, S.179-180
ואנחנוWir wissen nicht, was wir thun sollten, denn auf Dich sind unsere Augen gerichtet. Gedenke, wie Dein Erbarmen, Gott, und Deine Liebeswaltungen von jeher sind. Walte über uns Deine Liebe, Gott, wie wir Deiner harren. Gedenke uns nicht die Sünden der Vordern, lasse Dein Erbarmen uns bald zuvorkommen, denn wir sind sehr gesunken. Begnade uns, Gott, begnade uns, Gott begnade uns, denn überaus sind wir mit Verachtung gesättigt; indem wir zittern, sei Du des Erbarmens eingedenk. Denn der, der unser Gebilde kennt, bei dem ists unvergessen daß Staub wir sind. Stehe uns bei, Gott unseres Heils, um der Ehre Deines Namens willen, rette uns und gieb Sühne für unsere Vergehen, entsprechend Deinem Namen.
ואנחנו לא נדע ist der Schlußsatz des Hülfgebetes des Königs Joschafat (Chron. II 20,12), mit welchem er bei Gott Hülfe gegen ihn vereinigten Völkern suchte und fand. Auch wir erheben uns aus der Einkehr und Sammlung vor Gott mit dem Bewusstsein, daß uns das Eine in allen Lagen und Zeitläuften bleibt, mit hoffender Zuversicht unsere Augen auf Gott gerichtet zu erhalten, der, während wir zittern, schon seines Erbarmens denkt, der bei unserer Beurteilung der Schwäche unseres irdischen Teils Rechnung trägt, mit welchem das Geistig-Göttliche in uns in unserer hienidigen Leiblichkeit vermählt ist, und der, um der Verherrlichung seines Namens und der mit diesen Namen geoffenbarten Weisen seiner Waltung willen, uns Bestand und Sühne angedeihen lassen wird.
Samson Raphael HIRSCH: Aus dem Kommentar zur Wochenabschnitt Wajakehél
Rabbiner Samson Raphael Hirsch Auszüge aus dem Kommentar zur Wochenabschnitt Wajakehél
ויקהל
Kap.35, 2Sechs Tage soll Werk geschaffen werden, aber am siebten Tage soll euch ein Heiligtum, ein durch Werkeinstellung Gott zu begehender Sabbat sein; wer an ihm ein Werk schafft, soll hingerichtet werden.
Wohl nicht vollständiger lässt sich das ganze Staatsleben darstellen als: die Beziehung des Individuums zur Gesamtheit, der Gesamtheit zum Individuum, d.h. die Leistung des einzelnen an die Gesamtheit, der Gesamtheit an den einzelnen und endlichdie Förderung der Gesamtheitszwecke im Gebiete der Gesamtheit, Beziehungen die wohl in prägnantester Weise durch: הכנסה מרשות הרבים לרשות היחיד, הוצאה מרשות היחיד לרשות הרבים, העברה ד' אמות ברשות הרבים ihren Ausdruck finden dürften. Wenn demnach der אסור aller übrigen מלאכות den Menschen in seiner physischen Weltstellung unter Gott unterordnet, so dürfte אסור הוצאה die Unterordnung des Menschen auch mit seiner sozialen Weltstellung unter Gott zum Ausdruck bringen, jenes ist die Huldigung Gott in der Natur, dieses seine Huldigung in der Geschichte, jenes stellt das Menschenwerk in der Natur, dieses das Menschenwirken im Staate unter der Herrschaft Gottes, und so gewiss begreift die Weltherrschaft Gottes sein Walten und Gebieten in Natur und Geschichte zusammen, und das durch die Sabbathuldigung zu erbauende Reich Gottes auf Erden ist erst dann ein volles und wirkliches, wenn der Mensch sich mit seinem Natur- und Staatsleben dem Gehorsam des göttlichen Willens unterstellt. Nunmehr dürfen auch die beiden Tatsachen, welche das göttliche Gesetz als Motiv des Sabbats aufführt, בריאת שמים וארץ undיציאת מצריםin ihrer sich einander wesentlich ergänzenden Bedeutung hervortreten. Die Weltschöpfung ist die Tatsache für die Herrschaft Gottes in der Natur, wie sie durch alle übrigen מלאכות zum Ausdruck kommt, die Erlösung aus Egypten für die Herrschaft Gottes im Staatenleben, wie dies durch איסור הוצאה seinen Ausdruck gewinnt. איסור הוצאה stellt somit den jüdischen Staat, das Wirken des jüdischen einzelnen für die Gesamtheit, der Gesamtheit für den einzelnen, sowie die Wirksamkeit der Regierenden im Staatsgebiete, Gehorsam unter die Herrschaft Gottes, und wir begreifen, wie in dem zitierten Prophetenworte[2]die Erhaltung des Staates vor allem von der Sabbathuldigung durch איסור הוצאה abhängig gemacht und sein Untergang durch Verletzung des Sabbats durch הוצאה angekündigt wird. איסור הוצאה drückt den ganzen Staatsleben Gottes Siegel auf, הוצאה im Sabbat reißt das Gotteswappen vom Staate und von dem sozialen Leben im Staate.
Rabbiner Dr. Salomon BREUER zur Wochenabschnitt Wajakehél
Rabbiner Dr. Salomon BREUER
(1850 1926)
ויקהל
Belehrung und Mahnungzur Wochenabschnitt Wajakehél (Auszug)
An zwei Stellen fordert der Prophet Jesaja die Pflicht des Wohltuns מצות צדקה in inniger Verbindung mit שמירת שבת, mit der Pflicht, den Schabbos zu heiligen. שמרו משפט ועשו צדקה Wahret das Recht und übet Milde! אשרי אנוש יעשה זאתHeil dem Menschen, der solches übt. Jedoch שמר שבת מחללו Entweihet den Schabbos nicht (Jes.56) Ferner in der eingangs erwähnte Stelle: הלא פרס לרעב לחמך Brich dem Hungernden dein Brot jedoch: אם תשיב משבת רגלך Halte vom Schabbos deinen Fuß zurück. (Jes.58)
Unser Prophet kann sich צדקה ohne Schabbos nicht denken; die Wahrung und Heiligung des Schabbos ist ihm Gradmesser für den Wert oder Unwert der צדקה, die jemand übt. Gründe dein Leben auf צדקה, ruft uns derselbe Prophet zu (Kap. 54); dann aber רחקי מעשק halte dich fern von jeder Gewalt, jedem Unrecht! Ist doch צדקה nur dann eine sittliche Tat, wenn sie mit redlich erworbenem Gut geübt wird; mit gestohlenem, geraubtem Gut, mit fremden Eigentum lässt sich nicht gut צדקה üben. שמרו משפט Vor allem wahret das Recht, sorget dafür daß kein unredlich erworbener Groschen eure Habe entweiht, dann עשו צדקה, übet צדקה! Ist das aber eine Wahrheit, dann geht der Prophet in eisernen Konsequenz weiter: Ist צדקה ohne משפט nicht möglich, dann ist צדקה nicht denkbar ohne den Schabbos! Den Hab und Gut in unsrer Hand ist nicht unser Eigentum, wir haben kein Verfügungsrecht darüber, wenn wir nicht den zwischen uns und Gott bestehenden Rechtsvertrag respektieren. Diesen Rechtsvertrag aber ist der Schabbos. לה' הארץ ומלאה Gottes ist die Erde, und was sie füllt sagt der Psalm (Kap.24), und doch heißt es an einer anderen Stelle (Kap.115) והארץ נתן לבני אדם Er hat die Erde den Menschen gegeben und es ist doch, wie die Weisen so sinnig meinen (Berach. 35a), kein Widerspruch: כאן קודם ברכה כאן לאחר ברכה Hier vor der ברכה, dort nach der ברכה Solange wir nicht mit der ברכה Gott als dem Eigner alles Seiende huldigen, in dessen Dienst wir jeden Splitter unserer Habe zu stellen gewillt sind, solange ist alles, was wir besitzen גזל (das.) unrechtmäßig angeeignetes, Gott geraubtes Gut; erst mit der ברכה erlangen wir Anrecht auf die Welt und ihre Güter, gibt sie uns Gott, daß wir sie nach seinem Willen verwerten. ברכה ohne Schabbos aber ist Blasphemie. Erst mit dem Schabbos zeigen wir, daß es uns mit der ברכה Ernst ist.Zerreißen wir die Schabbosurkunde, glauben wir eigenmächtig in Gottes Welt schalten zu dürfen, dann ist alles גזל, geraubtes Gut, das wir der göttliche Bestimmung, dem göttlichen Verfügungsrecht entziehen zu dürfen uns vermessen. Wer Schabbos hält, die Forderungen des Schabbos in den שבתות של חול verwirklicht, wem Gott das Recht auf die Erdenwelt und ihre Güter verleiht, dem gereicht die צדקה, die er mit solchen Gütern übt, zu Gott gefälligem Tun. Wer aber den Schabbosgedanken verleugnet, in dessen Händen ist alles Erworbene in Wirklichkeit Raub an Gottes Eigentum, und der hat sich von vornherein jede Möglichkeit, צדקה zu üben, verwirkt! שמרו משפט ועשו צדקה ruft uns der Prophet zu, dann aber שומר שבת מחללו entweihet meinen Schabbos nicht, machet meinen Schabbos zur Wahrheit; das aber heißt, wie der Prophet alsbald fortfährt: שמר ידו מעשות כל רע bewahret auch eure werktätige Hand vor allem Bösen, vor allem Bösen, vor allem dem Gotteswillen Widerstrebenden! הלא פרס לרעב לחמך Nur wenn du dein Brot den Hungernden reichst, ist deine צדקהeine sittliche Tat, dann aber אם תשיב משבת רגלך musst du den Forderungen des Schabbos in jeder Hinsicht gerecht werden!
Gilt dies aber von der צדקה, die wir Menschen gegenüber üben, so erst recht, in vielleicht noch höherem Maßevon der Spende, die wir Gott auf dem Weihealtar seines Heiligtums niederlegen: kein grässlicherer Hohn auf die Wahrheit, die Wahrheit, die Gottes Heiligtum zu vertreten berufen ist und zu der es die Glieder des jüdischen Volkes erziehen möchte, als Gott geraubtes Gut zur Spende für den Aufbau des Gottesheiligtums zu bestimmen.
In dem Augenblick, da Jissroél in unserer Sidra zur Heiligtumsspende aufgerufen werden soll, schickt daher das Gotteswort die große, ernste Mahnung voraus: אלא הדברים אשר צוה ה' לעשות אתם Machte den Schabbos zur Wahrheit, verwirklicht ihn durch שתי שבתות, dadurch daß ihr zwei Sabbate haltet, denn nur dann קחו מאתכם תרומה vermöget ihr von eurem Eigenen Gott eine Heiligtumsspende zu geben
Wie tief und doch wie klar erscheint nunmehr die erklärende Bemerkung des Sohar: הלא פרס לרעב לחמך Dein Brot sollst du den armen Brechen, mahnt der Prophet, dein Brot ולא דגזלה ולא דעשק ולא דגנבה nicht aber geraubtes, mit Unrecht vorenthaltenes, gestohlenes
Der Schabbos allein macht uns zum rechtmäßigen Besitzer unserer Habe und verleiht unserer צדקה den Charakter einer reinen, Gott huldigenden Tat!
Quelle: Rabbiner Dr. Salomon BREUERBelehrung und Mahnung zweiter Teil Exodus J.Kaufmann Verlag Frankfurt am Main 1931 S. 68 -69
Dieser Sabbat wird פרשת שקלים, Sabbat der Silbermünzenspende, genannt, dieser bediente sich Moses nach dem Auftrage des Ewigen, um Jissroél zu zählen. Jeder Männliche von 20 Jahren an und darüber brachte diese Münze, einen halben Schekel, zur heiligen Wohnung hin; die Münzen wurden gezählt und nach ihnen die Menge der Erwachsenen bestimmt. Das Geld selbst ward aber zur Bestreitung der Gemeindeopfer verwandt. Und so blieb es alle Zeiten hindurch, solange das Heiligtum in der Mitte Jissroéls bestand. In jedem Jahre im Monate Adar wurde im ganzen Lande zur Schekelspende aufgefordert, Beamte saßen in alle Städten, das heilige Geld in Empfang zu nehmen, denn vom Monate Nissan an wurden die Opfer immer von den neuenSpenden bezahlt. Zur Erinnerung an jenen herrlichen Zeiten haben wir das Verlesen der פרשת שקלים beibehalten, als ein זכר למקדש, ein Gedenken des Heiligtums, um dessen Aufbau wir täglich innig flehen.
Aus: Erbauungsbuch Bibel- und Talmudschatz J.H. Kohn S. 19913.Auflage Hamburg 5691 1931
S R HIRSCH Aus dem Kommentar zur Wochenabschnitt Ki Sisso
Rabbiner Samson Raphael Hirsch
כי תשא
Auszüge aus dem Kommentar zur Wochenabschnitt Ki Sisso
Kap.31 V.13Diese sollen sie geben, jeder, der hinübergeht hin zu den Gezählten: die Hälfte eines Schekels im Gewichte des Heiligtums; zwanzig Gera der Schekel, die Hälfte eine solchen Schekels Gott als Hebe.
Kap. 31 V. 13 Als Gott Jissroél zum Werkzeug seines Reiches, d.i. zum Werkzeug seiner Huldigung als Schöpfer und Gebieter im Menschenkreise, das ist ja eben nichts anderes als zur Verwirklichung des Sabbats erwählte, gab er dem Sabbat im Jissroél das konkrete Symbol im Werkverbot, und es ward der Gottessabbatzum Menschensabbat. Fortan ist die Sabbat Feier das Symbolum der Beziehung Gottes zu Jissroél und Jissroéls zu Gott, das Erziehungszeichen, aß Gott uns sich geheiligt und heiligt.
Kap. 32, V.13 Gedenke Abrahams, Jizchaks und Jissroél, deiner Diener, denen du bei dir geschworen und zu denen du gesprochen hast: ich werde eure Nachkommen wie die Sterne des Himmels vermehren, und dieses ganze Land, von dem ich gesagt, daß ich es euren Nachkommen geben werden das sollen sie für immer als Eigentum behalten.
Kap. 32, V.13 Diese Erinnerung an die Erzväter und an die ihnen gegebene eidliche Zusicherung dürfte wohl nicht in dem Sinne zu verstehen sein, als ob diese Zusicherung der beabsichtigten Vernichtung des Volkes entgegenstehe. Denn durch die zugleich angedeutete Neubildung eines großen Volkes aus Moses Nachkommenschaft würde ja gleichwohl diese Zusicherung sich erfüllen. Moses Nachkommen sind doch auch Abrahams, Isaaks und Jakobs Nachkommen. Vielmehr scheint diese Erinnerung in tieferem Zusammenhange mit Moses ganzer bisheriger Betrachtung und der darauf gegründeten Bitte zu stehen und folgt daher als Schlussunterstützung diese Bitte nach. Zuerst wird durch Nennung Abrahams, Isaaks und Jakobis an den edlen Kern erinnert, aus dem dennoch diese ganze jetzt hartnäckige Volk entsprossen, der doch von so urkräftigem, sittlichem Adel gewesen sein muss, daß dem Abraham ein gleich edler Isaak und dem Isaak ein gleich edler Jakob gefolgt, und der daher gewiss in dem ihm entsprossenen Volke nicht ganz verloren sein kann, somit sicher im Laufe der Zeit sich durcharbeiten und ihrem Ursprunge ähnliche Menschen erzeugen wird. Ferner wird durch die Erinnerung an den Eid hervorgehoben, daß doch die Gewissheit eben dieser unverlierbaren Fähigkeit würdig zu werden, bei dem Eide vorgeschwebt haben müsse, sonst würde eben nicht eidlich haben zugesichert werden können, daß die Nachkommen ein ewiges Anrecht auf das Land haben sollen. Wie, wenn sie nun alle entarten, und nicht einmal ein Moses sich unter ihnen fände? Dieser Eid selbst setzt voraus, daß Abrahams Nachkommen in ihrer Gesamtheit nie so entarten können, daß sie nicht durch eine erziehende Gottesführung zum Bessern gebracht zu werden vermöchten, und eben an diese, bei der ganzen Erwählung Israels vorauszusetzende Erziehung zum Besseren, an diese notwendigerweise mögliche Zukunft appelliert Moses, um die augenblickliche Vernichtung abzuwenden.
V. 29 Da sprach Mosche: Bevollmächtigt euch selber heute für Gott, - denn jeder bleibe wider seinen Sohn und wider seinen Bruder, - und über euch heute Segen zu geben.
V. 29 Nachdem sie die Gesetz rettende Tat vollbracht hatten, sprach Moses zu ihnen: Bleibet, was ihr heute begonnen! Setzet euch selber ein zu Eiferern und Vertreter des göttlichen Gesetzes. Keiner besonderen Bestellung, keiner besonderen Berufung bedürft ihr dazu. Wo das Gesetz im Volke gehöhnt wird, da ist jeder zum Vertreter und Retter des Gesetzes berufen, die Pflicht und die Verantwortlichkeit, die auf jedem ruht, stellt ihm den Bestallungsbrief aus, und je weniger Amt und Bestallung sein Tun zum amtlichen Thun stempelt, um so bedeutsamer und wirksamer ist seine rettende Tat, um so tiefer sagt sie jedem, welcher Geist in allen lebendig sein sollte.
Kap.34 V.8 Da eile Mosche, neigte sein Haupt zur Erde und warf sich hin,
V 9. und sprach: Wenn ich denn Gewährungswürdigkeit in deinen Augen erreicht habe, mein Herr in unserer Mitte; weil es ein hartnäckiges Volk ist, wirst du unsere Krümme und uns so zu deinem bleibenden Eigentum gewinnen!
Kap. 34 VV. 8,9 Wie die politische Schwäche und preisgegebene Hilflosigkeit es gerade ist, die Jissroél als das geeignetste Volk zur Offenbarung der Gottesmacht in der Geschichte erscheinen ließ, so lässt eben seine natürliche Hartnäckigkeit es als das geeignetste erscheinen, die Göttlichkeit des vermittelst seiner der Menschheit zu überbringenden Gesetzes und alle Wundermacht der göttlichen Erziehungswaltung zu offenbaren. Eben weil es ein hartnäckiges Volk ist, eben darum möge Gott, dessen Diener an das Volk ja Moses ist, in seiner Mitte wandeln, an ihm, an diesem härtesten Volke alle die erziehende Wundermacht seines Gesetzes und seiner Waltung zeigen, und so lange verzeihen und immer wieder verzeihen jede Verzeihung jetzt einen Schritt zur Besserung voraus bis das Erziehungswunder an Israel vollendet und dieses härteste Volk für immer Gottes Eigentum geworden sein werde.
V.10 Darauf sprach er: Siehe, ich errichte einen Bund: in Gegenwart deines ganzen Volkes werde ich Wunder vollbringen, die auf der ganzen Erde und unter allen Völkern nicht geschaffen worden; es soll das ganze Volk, in deren Mitte du bist, das Werk Gottes sehen, wie es zu fürchten es ist, was ich mit dir vollbringe.
V.10 Es wird somit die Sendung Mosis als Unikum im Raum und Zeit dastehe, und dadurch die Einzigkeit und Unantastbarkeit (נורא ) des durch ihn gebrachten Gottesgesetzes für alle Zeiten bewahrheitet sein.Eine Dokumentierung, die zunächst für Israel verwertet werden soll. Indem nämlich mit dieser Erwiderung Moses V.9 ausgesprochener Bitte willfahrt werden soll, in welcher die ganze Zukunft des Volkes bei der Wiederanknüpfung der Gegenwart mit in Berechnung gezogen, und eine Geschlechter hindurch dauernde Erziehung des Volkes zu der ganzen Höhe des göttlichen Gesetzes in Aussicht und vom Gott vertretenen Unantastbarkeit dahin gestellt und dem Volke für alle Zeiten zum Bewusstsein gebracht sein, daß die Sendung Mosis als בריאה, als Gottesschöpfung im Mitte der Menschengeschichte dastehe, als solche aber sich von allen anderen ihrem ganzen Wesen nach völlig unterscheide und mit nichts in Vergleich zu bringen sei, was sonst auf Erden unter Völkern als Religion, Gesetz u.s.w. entstanden ist und entstehen wird. Diese Sendung Mosis tritt zunächst jetzt an Israel hinan und hat die göttliche Absolutheit ihrer siegenden Kraft in der Gewinnung diese harten Volkes zu erproben.
V.15.Würdest du den Bewohner des Landes einen Bund errichten, so würden sie ihren Göttern nach abweichen, würden sie ihren Göttern opfern, und es ladet dich einer ein und du issest von seinem Mahle,
V.16 und nimmst von seinen Töchtern für deine Söhne, es weichen dann seine Töchter ihren Göttern nach ab und bringen auch deine Söhne zum Ab- und Hinfall an ihre Götter.
V.15,16 Indem auch der Götterdienst der anderen Völker durch זנה ausgedrückt wird, ist damit auch das Verhältnis, in welchem Gott zu allen anderen Menschen stehen will und in welchem alle anderen Menschen zu ihm stehen sollen, unter dem Bilde derselben Innigkeit gedacht, wie dies bei Jissroél unter dem Begriffe der Ehe gefasst wird. Auch ihr Wesen sollte mit Gott in ewiger Treue vermählt sein, und auch ihr Heidentum ist ein Treubruch gegen Gott.
V.24 Wenn ich Völker vor dir austreibe und dein Gebiet ein weites sein lasse, so wird doch niemand dein Land lüstern antasten, wenn du hinaufziehst, unmittelbar vor dem Angesicht Gottes, deines Gottes, dich zu sehen dreimal im Jahre!
V.24 כי אוריש וגו' wird die jährlich dreimal sich wiederholende Tatsache sein, die unmittelbare Beziehung Gottes zu Jissroél, und den mächtigen, einzig durch Jissroéls Hingebung an Gottes Gesetz erzielten Erfolg in der offenkundigsten Weise vor Augen legen soll: כל זכורך wie es im vorigen Verse heißt, alles Mann- und Wehrhafte in Jissroél wird im Mittelpunkte, in Jerusalem, um das Heiligtum des göttlichen Gesetzes versammelt sein und kein lüsterner Feind wird es wagen, das reiche offen liegende Land zu betreten. Jissroéls Land wird nicht durch eine Armee an den Grenzen, sondern durch Gotteshuldigung vom Mittelpunkt aus geschützt ולא יחמד: siehe zu Kap. 20,14
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH: Kommentar Haftoroh KI SISSO
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH
(1833 1900)
הפטרת כי תשא
Aus dem Kommentar zur Haftoro des Wochenabschnittes KI SISSO
Könige 1, Kap. 18, Vers 1 und folgende
Die Sidra zeigte uns das dem goldenen Kalbe zujauchzende Volk. Das Prophetenwort zeigt uns sechs Jahrhunderte später dieses selbe Volk noch schwankend zwischen Gott und dem Baal. Gibt es etwas Niederschlagerendes als diese einfache Zusammenstellung? Es ist überhaupt ein unsäglich trübe Zeit, in die uns dieses Kapitel aus dem Buche der Könige einen Einblick eröffnet.
Im Hintergrund ein König, Achab, dem die Verbrechen des ersten Jeroboam, fluchbeladenen Andenkens, noch zu gering waren (Könige I. 16,31). Sodann eine phönizische Königstochter auf dem Königsthrone Israels, die mit fanatischer Wut die Gottespropheten und ihre Jünger verfolgt und erbarmungslos Jeden mordet, der sich nicht vor den Augen ihrer Schergen verbergen kann. Also zu Hochverrat, zu todeswürdigen Verbrechen wars in Israel geworden, den Mund zu öffnen für die heilige Sache des Gottesgesetzes, diese Vertreter waren eben die Propheten und ihre Jünger und die Organe der Staatsgewalt fahndeten auf Jeden, der nicht seine Überzeugung von der Wahrheit des Gotteswortes vorsichtig im Herzen verschloss! Ein Baalstempel und Baalsaltäre in der Residenz Schomron, und der König selbst der eifrigste Diener des Baal (das. V.32 f.). Und ein Volk, stumpf und in Unwissenheit gehalten, das, man weiß nicht, ists Stupidität oder Verschüchterung durch das Wüten Isabels, hin- und her herschwankt zwischen Gott und dem Baal Für es gab keine Erlösung aus Ägypten, keine Allmachtsoffenbarung am Meere, keine Offenbarung am Sinai, keine vierzigjährige täglich sich wiederholende Gottesoffenbarung in der Mannaspeisung der Wüste : für es hing die Entscheidung ob für Gott, ob für den Baal, eben nur davon ab, welches Opfer jetzt hier am Karmel vom Feuer verzehrt würde!Die Sidrahatte dem goldenen Kalbe zujauchzende Volk gezeigt, und dieses hatte doch dem Volke selbst in dessen Verblendung nicht Gott, sondern nur den vermeintlich gestorbenen Führer Moses ersetzen sollen!und nun hier, sechs Jahrhunderte später, bot Israel dieses Bild! Welcher denkende Betrachter der Geschichte hätte nicht damals urteilen müssen: Wenn das der Fortschritt ist, den ein Volk, den eine Sache innerhalb eines solchen Zeitraums gemacht hat, so hat dieses Volk und die Sache keine Zukunft, verloren, unrettbar sind Volk und Sache.
Gerade darin aber liegt das Erhebende des Rückblicks auf diese unsagbar traurige Zeit.
Denn von diesem düsteren Hintergrunde hebt sich in ihrer lichtigen Größe ab die hehre Gestalt Elijahus. Er steht allein, wehrlos den grimmerfüllten Königen gegenüber. Wie tief muss doch trotz allem und allem das Gottesbewusstsein in den Herzen des Volkes Wurzel geschlagen haben! Es konnte unterdrückt, seine Äußerungen durch lähmende Furcht niedergehalten werden. Allein die Jahre des Regenmangels, die der Verkündigung des Propheten gefolgt waren, waren nicht spurlos vorübergegangen an den Gemütern des Volkes und an dem des Königs. Überall hatte er den Propheten suchen lassen, hatte überall seine Auslieferung verlangt: und jetzt, da er ihn sich plötzlich gegenüber sieht, wagt er nicht, ihn anzutasten, nimmt vielmehr die niederschmetternde Anklage, die Elijahu ihm auf seinen Vorwurf ins Gesicht schleudert, demütig hin und kommt dem Verlangen des Propheten nach, eine große Volksversammlung zum Karmel zu berufen. Und nun stehen sie einander gegenüber der eine Gottesprophet und die achthundertundfünfzig Götzenpropheten. Mit vornehmer Courtoisie und seiner Ironie lässt Elijahu ihnen in allem den Vortritt ihr seid ja die Mehrzahl! Und nun mühen sie sich ab, es war ihnen sicher nicht wohl dabei, aber es gab kein Zurückweichen. Die geistlichen Günstlinge und Tafelgenossen der Königin mussten schon aus der veränderten unschlüssigen Haltung des ihnen bisher so gefügigen Volkes erkennen, daß die Tage ihrer unbestrittenen Herschafft gezählt seien. Es war eine Stunde, in der den Götzenspuck gezwungen wurde, ins helle Tageslicht hinaus der Gottesallmacht gegenüberzutreten, um sich in seiner Nichtigkeit entlarven zu lassen.
Doch nicht in der hehren Erscheinung Elijahus, nicht in den ergreifenden Worten seines Gebetes, nicht in der Bekundung der Gottesallmacht, auch nicht in dem gotthuldigenden Aufschrei des bis ins tiefste Innere erschütterten Volkes liegt für uns das Erhebende dies Rückblicks. Auch jene Huldigung war ja nur eine flüchtige Episode, jenes Bekenntnis nur ein vorübergehendes Aufraffen aus der Betörtheit, in die das Volk so rasch wieder zurücksank. Aber daß die Worte von Karmel gleichwohlnoch nach den Jahrtausenden, die inzwischenverflossen, in der Brust der über die ganze Erde zerstreuten Sprossen dieses Volkes leben; daß sie der Ruf sind,mit dem in der seligste Stunde des Jahres, in der stunde der Neïla, jeder Sohn und Tochter dieses Volkes noch jetzt sich ihrem Gotte hingibt und den Treuschwur erneut, den Schwur der Treue bis in den Tod; daß diese Worte des nach einem Jahrtausend der Erziehung damals noch schwankenden Volkes gleichwohl nach den inzwischen verflossenen Jahrtausenden noch das letzte Bekenntnis und der Scheidegruß sind, mit dem die heimkehrende Seele jedes Sprossen dieses Volkes hinübergeht in die Ewigkeit : das ist das Erhebende dieses Rückblicks, das gewährt die felsenfeste Zuversicht in die Ewigkeit dieses Wortes, in den endlichen Sieg seiner Wahrheit. Diese Tatsache, daß die Worte, die der Feuereifer Elijahus damals der Brust des schwankenden Volkes entströmen ließ, nach Jahrtausenden noch den begeisterten Weckruf und jenes Bekenntnis bilden,das Israel hindurchgetragen hat durch alle Wetterstürme der Geschicke, sie selbst ist der nimmer versiegende Quell jenes heiteren Vertrauens, das über das Trübe jenes Tages leuchten sieht, an dem Gott, wie er durch Maleachi es verkündet, Elijahu wieder sendet, und er dann zurückführt das Herz der Väter zu den Kindern und der Kinder zu ihren Vätern
(Die Haftoroth übersetzt und erläutert, Frankfurt am Main 1896: S. 159- 165Kommentar zu Könige 1. Kap 18 )
Vollständig in:Die Haftoroth übersetzt und erläutert von Dr. Mendel HIRSCH Frankfurt am Main 1896S. 259-266
Rabbiner Dr. Salomon BREUER zur Wochenabschnitt KI SISSO
Rabbiner Dr. Salomon BREUER
(1850 1926)
כי תשא
Belehrung und Mahnungzur Wochenabschnitt Ki Sisso (Auszug)
(In jenem Jahr gleichzeitig פ' שקלים)
Auf diesem Gebiete könnten wir von unseren Feinden, den Gesetzverächtern gar manches lernen. Wie heißt es doch in den Psalmen (17,4): לפעלת אדם בדבר שפתיך אני שמרתי ארחות פריץ Wenn es gilt, die Handlungen des Menschen unter deiner Lippen Wort zu bringen, da beobachte ich die Pfade des Gesetz-Durchbrechters. Diese begnügen sich nicht, für sich allein den Weg des Abfalls zu gehen, für sich allein מחלל שבת und אוכל טרפות zu sein, sie sind vielmehr eifrig bedacht, für ihre liberale Anschauung recht viele Genossen zu gewinnen. Wie viel könnten da unsere יראים von ihnen lernen, wenn es gilt, Handlungen des Menschen unter Gottes Wort zu bringen, Genossen, für die Gottessache zu werben! Aber nur in den seltensten Fällen geschiehts!
Schwäche, gepaart mit falscher Friedensliebe, duldet den Leichtsinn und den Abfall neben sich, statt ihn mit allen Mitteln entgegenzutreten, alles aufzubieten, um den Bruder zur halben, ganzen Schekelleistung seines Lebens, die Gott von ihm fordert, zu bestimmen. Es ist der Geist, seines Lebens, der bei der traurigen nationalen Versündigung des goldenen Kalbes so verhängnisvoll sich gezeigt, der bis in die Gegenwart jüdisches Leben unheilvoll beeinflusst. אין לך דור ודור שאינו נוטל מעון של עגל Kein Geschlecht, sprechen die Weisen, das nicht immer noch an der Sünden Kalbes krankt! Nie und immer wäre es damals so weit gekommen, wenn der Kern des jüdischen Volkes dem verbrecherischen Ansinne, das bekanntlich vom ערב רב ausging, von Anfang an mit entschiedener Festigkeit entgegengetreten wäre. So aber glaubte man durch Entgegenkommen mehr zu erreichen, fürchtete die schroffe Ablehnung die Verblendeten in ihrem Vorhaben nur noch zu bestärken, glaubte Zeit zu gewinnen, rechnete, daß inzwischen Moseswiederkehren werde, aber die Folge dieses Verhaltens war ויצאהעגל הזה das goldene Kalb!
Im Geiste des ערבות traf daher die Strafe, die Gottes gerechte Waltung verhängte, nicht nur die Verbrecher, das ערב רב, sondern die Gesamtheit des jüdischen Volkes, deren schwächliches Verhalten dieses Verbrechen erst ermöglichte. Damit findet auch eine schwierige Stelle in dem Berichte unserer Thora ihre einfache Erklärung.
Es heißt daselbst (33,4): וישמע העם את הדבר הרע הזה ויתאבלו ולא שתו איש עדיו עליו Unter dem Eindruck der Verkündigung der von Gott verhängte Strafe erfüllte tiefe Trauer das Volk, und niemand legte seinen Schmuck an. Unmittelbar danach spricht Gott zu Moses: ויאמר ה' אל משה, אמר אל בני ישראל וגו' ועתה הורד עדיך מעליך Moses solle die Söhne Israels auffordern, ihren Schmuck abzulegen, eine Aufforderung, der die Söhne Israels alsbald entsprachen: ויתנצלו בני ישראל את עדים מהר חורב Der Widerspruch fällt ins Auge: hieß es doch schon vorher, daß das Volk seinen Schmuck zum Zeichen der Trauer nicht angelegt hatte, wozu demnach die göttliche Aufforderung?
Erwägt man jedoch, daß nach eine Erklärung der Weisen überall, wo עָם im Gegensatz zu בני ישראל steht, unter עָם das ערב רב verstanden wird, so sprechen unsere Verse eine klare, eindringliche Sprache. וישמע העם וגו' Das ערב רב hatte im Bewusstsein seiner schweren Verschuldung seinen Schmuck abgelegt, jedoch בני ישראל, die Elite des jüdischen Volkes, die sich zwar an dem Verbrechen nicht beteiligt hatte, aber in Untätigkeit verharrte, war sich der Schwere ihres Vergehens noch nicht ganz bewusst. Dar erging Gottes Befehl an Moses אמר אל בני ישראל daß alle, auch die an der Versündigung nicht unmittelbar beteiligt waren, ihren Schmuck abzulegen hätten, denn im Geiste des כל ישראל ערבים זל"ז waren sie nicht weniger schuldbeladen!
Der Geist dieser sog. Friedensliebe, die sich anlässlich der Egelversündigung so verhängnisvoll ausgewirkt hat, beherrscht aber leider bis auf den heutigen Tag das jüdische Leben. Um des lieben Friedens willen duldet der fromme Gatte, daß die Gattin, duldet die fromme Gattin, daß der Gatte ein gottentfremdetes Leben führt, macht der Vater der Mutter, oder die Mutter dem Vater die Konzession, ihre Söhne oder Töchter für ein unjüdisches Leben erziehen und bilden zu lassen. Um des lieben Friedens willen wagen die Eltern kein Wort gegen das unjüdische Leben ihrer erwachsenen Söhne und Töchter, duldet man den verderblichen Einfluss von unjüdischen Bekannten und Verwandten auf dem ganzen Geist des Hauses jenes heillose System der Konnivenz, die den Frieden mit Gott preisgibt, um den Frieden mit Menschen zu sichern, die um die Gunst und den Beifall der Menge buhlt und alles, ob recht oder unrecht, mundgerecht oder plausibel zu machen strebt wahrlich: אין לך דור ודור שאינו נוטל מעון של עגל kein Geschlecht, das nicht immer noch an der Sünde des goldenen Kalbes krankt!.
Dem gegenüber steht die große Lehre des מחצית השקל, die alle einzelnen Glieder Israels zur gegenseitiger Leistung und Verantwortung verbindet, die jeden einzelnen auf die ergänzende Brüderleistung hinweist und nur in der Vereinigung aller vom gleichen Geist erfüllten Glieder des Gottesvolkes die Erhaltung des Heiligtums gesichert sieht.
Quelle: Rabbiner Dr. Salomon BREUERBelehrung und Mahnung zweiter Teil Exodus J.Kaufmann Verlag Frankfurt am Main 1931 S. 57 -39
Rabbiner Dr. Pinchos KOHN: Die Züricher Konferenz des Gesetzestreuen (2)
Rabbiner Pinchos Kohn
(1867-1942)
Die Züricher
Konferenz des Gesetzestreuen
I.Epilog (2)
Das besagen alle Resolutionen, das besagtendlich auch das Gründungsstatut der jüdischen Sieldungs- und
Handelsbank. Endlich hoffen wir von Unterhändlern, daß sie sich des Vertrauens,
mit dem man sie beehrt, würdig erweisen und dafür Sorge tragen werden, daß die
religiöse Note in den Wünschen der Judenheit gegenüber den maßgebenden Faktoren
genügend klar zum Ausdruck komme.
Wenn aber dies alles von uns zugestanden, freudig zugestanden wird, welches
Recht haben wir dann noch zur Klage? Soweit Empfindungen in Worte gekleidet
werden können, möge es gesagt sein. Sämtliche Verhandlungen mit
Commissionstagungen volle 14 Tage standen unter dem Gewicht eines hohen
Pathos, eines Pathos, welches oft die nüchterne Erkenntnis der Tatsachen, nicht
ganz zu Worte kommen ließ. Wir erblicken in dem Pathos, wenn es sich von der
Kanzel ins Leben verirrt, das Symptom einer Schwäche. Und diese Schwäche lag in
dem fast einseitigen Betonen des Palästinaproblems. Und gar nichts fast, nichts
wesentlich blieb in Wort und Tat übrig für die Länder der Diaspora. Die
Orthodoxen, so jubelt man, sind Wirklichkeitsmenschen geworden, die sich
endlich, endlich über alles theoretische Gezänk, über die öde Welt der
Negationen hinaus gefunden haben in der Welt der Realitäten. Daß die Jugend für
all das heroische Leiden und Entsagen schwindender und entschwundener
Generationen in der Orthodoxie kein anderes Urteil mehr hat als den mit frohem
Applaus umjubelten Vorwurf der öden Negation, das ist die schmerzliche Note in
den Züricher Tagungen. Gewiß wir freuen uns des frohen Mutes der kommenden
Generation, wir freuen uns dankbar und demütig der Renaissance des
Thorastudiums, welche sich in der orthodoxen Jugend zeigt, und wir möchten
wahrlich nicht die Rolle des grämlichen Alten in Al-Charisis Makamen spielen.
Allein wir fürchten, daß diese Generation nicht mehr das rechte innere
Verhältnis zum Leben in der Diaspora hat. Es ist keine Idiosynkrasie, wenn wir
immer und immer wieder auf dieses Verhältnis zu sprechen kommen; allein, gerade
wenn ein national-geistiges Centrum in Palästina im Sinne Achad-haams zustande
käme, würde die suggestive Kraft eines solchen Centrums einen gewaltigen Stoß
gegen die Ideale (nicht gegen das praktische Religionsleben) der Orthodoxie
führen müssen. Ein kleines Beispiel. In allen früheren Stadien des Kampfes um
Geltung des nationalen Gedankens wurde eine ganze Fülle von
Bindestrich-Definitionen geschaffen, um ja keine Unklarheit über die Wesenheit
und Wesensart der jüdischen Gemeinschaft aufkommen zu lassen. Das, was vor dem
Bindestrich steht, kam in Zürich kaum zum Ausdruck, kaum zu Wort. Lächerlich,
kleinlich, hält man uns entgegen. Nun, wir sagen auch nicht mehr als daß es ein
Symptom ist, ein Zug ins Universelle, welcher die Discussionen und
Definitionen eines Jahrhunderts mit vornehemer Geste zur Seite schiebt. Sollten
wir uns irren um so besser. ימים ידברו
Und diese redenden Tage werden uns stets den Versuch erneuern sehen, in
voller Activität den Manen derer gerecht zu werden, welche mi der Schechina zu
gehen sich bemühten, ob in Palästina, ob in der Diaspora.
P.K.
Quelle: דרש טוב לעמו Jüdische
Monatshefte, herausgegeben von Rabbiner Dr. P. Kohn, Ansbach, unter Mitwirkung
von Rabbiner Dr. Salomon Breuer, Frankfurt a.M. Jahrgang 6 Heft 3 u. 4 S. 52-56
Rabbiner Dr. Pinchos KOHN: Die Züricher Konferenz des Gesetzestreuen (1)
Rabbiner Dr. Pinchos Kohn
(1867-1942)
Die Züricher
Konferenz des Gesetzestreuen
I.Epilog
Schon klingt sie fast wie ein Märchen, die Kunde von der Züricher
Weltkonferenz; desto eher eröffnet sich die Möglichkeit eines objektiven
Stimmungsbildes.
Ach eswar so hoffnungsfroh, dieses
unendlich keusche Sich-Suchen. Nach 5 Jahren zum ersten Male wieder der
schüchtern bescheidene Versuch eines כנוס לצדיקים. Wir sagen dies ohne Überhebung, denn das Streben nach inniger
Einigkeit mit den besten Willen war allen gemeinsam. Da waren die Herren aus
den Ländern der jüdischen Nationalräte, Litauen, Ukraine, Tschechoslowakien,
Deutsch-Österreich. Es schien uns nicht, als ob diese Errungenschaft Raum ließe
für das ungestörte Sich-Ausleben der Orthodoxie als bindendes Motiv für die
Gesamtheit. Da waren Herren aus Ungarn und Siebenbürgen; es war eines der
erfreulichsten Symptome der Tagung, daß die Vertreter dieser Länder nun
lückenlosen Anschluß an die Gesamtorthodoxie auch äußerlich vollzogen. Da waren
Herren aus Italien und aus dem Elsaß; es ist klar, daß man zu ihnen vertraute,
sie würden, von politischen Fesseln unbeengt, unsere Sache am erfolgreichsten
vertreten können, und es ist als Gewinn für die jüdische Sache zu buchen, daß
sie in der Tat sich rückhaltlos zur Vertretung der Gemeinschaftsinteressen
bekannten. Da waren Herren aus Belgien; sie verkündeten mit gerechtem Stolz,
daß Belgien seine Juden, die einst vor den Kriegswirren geflüchtet waren,
freiwillig zurückrief. Da waren Herren aus neutralen Ländern, aus Dänemark,
Holland und Schweiz, sie wurden ihrer Vermittlerrolle durchaus gerecht. Da
waren Herren aus Deutschland; still und bescheiden, wie es die Situation
erforderte, ohne Heischung von Anerkennung für all das, was deutsche Juden im
Dienste der Gesamtinteresse der Orthodoxie geleistet hatten, und doch gelohnt
mitder allgemeinen Meinung, daß die
stille büromäßige, organisatorische Arbeit auch für der nur von deutschen Juden
geleistet werden könne. Da war das bedächtige Alter und die stürmisch heischende
Jugend, da war ein stilles Ringenum
alter Ideale Bestand und um neues Werden. Die Jugend siegte.
Sollen wir uns darüber grämen? Das wäre töricht. Man kann lediglich
konstatieren, daß eine neue Epoche begonnen hat und kann sich dabei jeder
Kritik, sowohl der gegen Personen als der gegen Anschauungen enthalten. Nur
Klarheit zu geben ist man verpflichtet, damit eventuell spätere Phasen an das
anknüpfen können, was in Zürich geräuschlos zu Grabe getragen wurde. Und das
war, mit schlichten Worten gesagt, der legitime Anspruch auf das Primat der
orthodoxen Weltanschauung, der felsenfeste Glauben, daß diese Weltanschauung,
die sich lediglich und ausschließlich an der Religion orientiert eine
zureichende Antwort auf alle Fragen gibt, dasstolze Selbstvertrauen, daß man diese Weltanschauung ohne Krücke und
ohne Stütze zum Siege führen kann.
Wir sprechen dabei nicht vom äußeren Geschehen, denn daraus könnte man das
Gegenteil schließen. Denn wenn beschlossen wurde, den Versuch zu machen, die
jüdischen Wünsche gemeinsam mit anderen Organisationen vor dem Forum zu
vertreten, so bedeutet dies letzten Endes ein Verhandeln von Macht zu Macht und
könnte bedeuten einen aus edlem Selbstbewußtsein geboren Anspruch auf
Bündnisfähigkeit kraft der Machtfaktoren, welche einegeschlossene Weltanschauung unter allen
Umstände in sich birgt. Daß außerdem dieser Beschluß lediglich den Charakter
einer הוראת שעה, einer aus der Not des
Augenblickes erzwungenen Stellungnahme, trägt, geht zur Genüge hervor aus der
gegen eine Stimme angenommene Resolution, daß die Überzeugung von der
Notwendigkeit dauernder Selbständigkeit, der Wille in dieser Selbständigkeit zu
beharren in keiner Weise von jenem Beschluß der Cooperation vor dem
Friedenskongreß berührt wurde. Es kann natürlich nicht verhindert werden, daß
nun zionistische und misrachistische Presse von einem Siege reden, den sie in
Zürich davongetragen hätten, obwohl einwandfrei konstatiert werden kann, daß
Zionismus und Misrachismus noch niemals so klar als unvereinbar mit Orthodoxie
erkannt und gekennzeichnet wurden, wie in Zürich.
P.K.
(wird fortgesetzt)
Quelle: דרש טוב לעמו Jüdische
Monatshefte, herausgegeben von Rabbiner Dr. P. Kohn, Ansbach, unter Mitwirkung
von Rabbiner Dr. Salomon Breuer, Frankfurt a.M. Jahrgang 6 Heft 3 u. 4 S. 52-56
S R HIRSCH Aus dem Kommentar zur Wochenabschnitt Tétsawé
תצוה
Aus dem Kommentar von Rabbiner Samson Raphael HIRSCH zur Wochenabschnitt Tétsavéh
Kap.28 V.38 Auf Aharons Stirne soll es sein, und Aharon so die Krümmung der Heiligtümer aufheben, die Jisraels Söhne dem Heiligtume weihen, in Beziehung auf alle ihre heiligen Hingebungen. Auf seine Stirne soll es stets für sie zum Ausdruck ihres Willens vor Gottes Angesicht sein.
Kap. 28 V.38 טומאה jedoch greift den Gottesbegriff selber an, in dem er somit eine Negierung desקדש לד' wäre, wird er selber durch קדש לד' negiert. Es ist nämlich טומאה ein Zustand, der, wie ihr Urborn טומאת מת, der Tod, eine physische Macht vergegenwärtigt der alles Lebende, und auch der Mensch, der zur sittlichen Freiheit Berufene, erliegt, eine blind zwingende Naturgewalt, die im tiefen Grunde die höchste Gottheit des Heidentums aller Zeiten bildet, das den freien Gott wie den freien Menschen leugnet, und alles in den physischen Zwang einer blind waltenden Notwendigkeit aufgehen lässt. Diese Vorstellung befindet sich aber zu einem Heiligtum, das eben auf der Tatsache s.v.v. frei sittlichen Gottes den freien, sittlichen Mensch erbauen will, im geraden Gegensatz. Von dem Finger der טומאה berührtes Blut, berührtes Fett und Nieren, berührte handvoll Mehl und Öl auf dem Altar gebracht, könnte den missdeuteten Anschauung, als ob Leben und Streben und Nahrung und Gesundheit eben jener physischen vermeintlichen Allgewalt huldigend dargebracht werden sollte, deren vernichtendem Schritt vermeintlich alles erliegt. Diesem in buchstäblichem Sinne עון הקדשים, dieser die Heiligtümer aus ihrer reinen geraden, einzig wahren Richtung abwendenden Missdeutung, steht das fröhlich heitere קדש לד' auf reinem goldenen Grunde an Aarons Stirne entgegen, und tilgt jeden solchen Anhauch eines düsteren Wahns, indem es alle Heiligtümer des Altars dem einen Einzigen, freien, lebendigen wahrhaftigen Gott vindiziert, dessen Geschöpf und Diener alle physischen Naturgewalten und alle Naturgesetze sind, die das heidnische Bewusstsein zitternd anbetet, und der, wie er selber in seiner allmächtigen freien Energie über allen Naturzwang frei erhaben ist und waltet, also auch den Menschen durch sein ihm eingehauchtes göttlich freies Wesen hoch hinauf über alle blinde Naturnotwendigkeit, zu einem in sittlich freier Energie zu vollendeten, Gott, und nur Gott dienenden, heiligen, das ist eben von aller blinden Naturnotwendigkeit sich frei machenden, Leben beruft.
Rabbiner Dr. MENDEL HIRSCH aus dem Kommentar zur Haftoro Tétsawé
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH
(1833 1900)
הפטרת תצוה
Aus dem Kommentar zur Haftoro des Wochenabschnittes TETSAWE
Ezechiel, Kap. 23, Vers 10 und folgende
Die Haftora bringt uns den Schluß eines an den Propheten Ezechiel ergangenen größeren Gotteswortes. Dasselbe hatte ihm im Geiste aus dem Exil nach dem jüdischen Lande versetzt und hatte ihm das Heiligtum der Zukunft, das ewige, das בית שלשיin eingehendster Beschreibung, mit seinem ganzen Gehalte, in allen seinen Größen- und Maßstabverhältnissen gezeigt. (Das. Kapp. 40, 41 en 42). Indem ihn nun jetzt der Auftrag wird, was er geschaut, in aller Genauigkeit und Anschaulichkeit seinem Volke zu vergegenwärtigen, und als Frucht dieser Vergegenwärtigung und des daraus zu gewinnenden Verständnisses ein tiefes Schamgefühl über bisher bewiesene Unzulänglichkeit in Aussicht gestellt wird: so wird damit mit unabweisbarer Klarheit die Tatsache bewiesen, daß das Heiligtum in seiner Totalität und in allen seinen einzelnen Bestandteilen die Vergegenwärtigung eines Ideales ist, das stets und stets zu seiner Verwirklichung mahnt, das also, weit entfernt mit seiner Herstellung bereits seinen Zweck erreicht zu haben, vielmehr gerade von dem Augenblick seiner äußeren Vollendung erst anfangt, der ewig laute, nimmer verstummende Mahner an die Erfüllung der Pflicht im Leben zu sein. So sehr, daß bei seiner bloßen Vergegenwärtigung das gesunkene Jissroél sich des Abstandes seiner Wirklichkeit von der Höhe seiner Bestimmung so recht im tiefsten Herzen inne werden müsse. Es ist die eindringlichste Sicherstellung des Gottesheiligtums vor der Verquickung mit entsittlichenden heidnischen Vorstellungen einer dem Tempel und seinem Dienste innewohnenden magisch-mystischen Schutzwirkung, die bis auf den heutigen Tag noch nicht überall geschwunden ist, obgleich die trotz der correcten Innehaltung des Opferdienstes erfolgte zweimalige Zerstörung des Tempels doch den sprechendsten Beweis des Gegenteils in schrecklichster Deutlichkeit bereits zweimal erbracht hat.
בן אדם, Menschensohn, diese durchgehende Bezeichnung des Galuthpropheten, weist auf seine und des Galuth-Jissroél menschheitspriesterlichen Bestimmung hin: Erziehung der Menschheit zur Verwirklichung des höchsten, mit Adam gegebenen Menschenideales.
(Die Haftoroth übersetzt und erläutert, Frankfurt am Main 1896: S. 152- 159Kommentar zu Ezechiel. Kap 43 )
Rabbiner Dr. Salomon BREUER zur Wochenabschnitt Tétsawé
Rabbiner Dr. Salomon BREUER
(1850 1926)
Belehrung und Mahnungzur Wochenabschnitt Tétsawé (Auszug)
כתית למאור hat noch zu alle Zeiten sich bewahrheitet. Unter dem Druck der צרות hat sich Jissroél noch stets in seiner Gesamtheit, aber auch in seinem Einzelleben auf seine Aufgabe besonnen. Unter dem Druck der Leiden hat noch immer der ererbte, väterliche Keim sich entfaltet da wir auch gefastet, צדקה gegeben, mit כונה geort, mehr als sonst gelernt, werden ernste Vorsätze und Entschlüsse gefasst: Es gelobt der Mann, am Freitag sein Geschäft pünktlich zu schließen, die Frau das כשרות und טהרה des Hauses gewissenhaft zu wahren, und auch der Scheitel wird nicht mehr als drückende Last empfunden unter den Druck wird das Öl gewonnen und auch zur Leuchte entzündet allein כדי: להעלות נר תמיד שתהא שלהבת עולה מאליה daß die nun einmal emporgeschlagene Flamme fortan auch selbständig weiterleuchte, diese unter heiteren, glücklichen Lebensverhältnissen zu lösende abramitische Lebensbestimmung harrt leider noch immer ihrer vollen Verwirklichung.
Solange aber ist unsere Aufgabe nicht erfüllt, zu deren Lösung auf Erde uns Gott berufen. Hat doch Gott nicht nur zu unserem, sondern auch zum Heile der Menschheit sein Thoralicht unserer Pflege anvertraut. Denn wenn es von der Pflege der Menora heißt, חקת עלם לדרתם מאת בני, daß sie das Gesamtanliegen Jissroéls bilde uns seine Priester berufen seien, alle Glieder des Volkes für die Pflege des Thoralichtes zu gewinnen, so ist das jüdische Volk als Priestervolk inmitten der Völker berufen, Gottes Thoralicht solange zu pflegen, bist einst die Sehnsucht der Menschheit nach seinem Besitze verlangt. Solange aber das Thoralicht nicht uns dauernd erleuchtet, wie sollte es da anderen leuchten? Solange wir nicht für das להעלות נר תמיד gewonnen sind, solange uns das Öl zur Leuchte nur durch Druck erpresst wird, wie sollten wir da andere für seine Pflege gewinnen?
Wenn erst Jissroél für das להעלות נר תמיד, für seine gottgewollte, heitere Lebensbestimmung gewonnen sein wird, dann wird Jissroél auch seine Mission inmitten der Völker vollenden. Dann wird Gottes Thoralicht aus Jissroéls Leben in die Nacht der Völker hinausstrahlen und Völker werden zu seinem Lichte wandeln, Könige zu seinem Strahlenglanze (Jes.60) אמר הקב"ה בעוה"ז אתם צריכין לנר Zunächst, meinen daher die Weisen so sinnig, seid ihr des Lichtes bedürftig, müsst ihr selber erst für die in dieser Menorabestimmung niedergelegte Lebensaufgabe gewonnen werden einst aber wird das Prophetenwort seine Erfüllung finden, daß Völker aus eurer Hand das Licht des Lebens sich holen werden; denn ist einmal das להעלות נר תמיד in unserem Leben Wahrheit geworden, dann gehört auch Jissroéls Leidenszeit der Geschichte an: Gott wird dir zum ewigen Licht, und zu Ende sind die Tage deiner Trauer (Jes.60) כי ה' יהיה לך לאור עולם ושלמו ימי אבלך
Quelle: Rabbiner Dr. Salomon BREUERBelehrung und Mahnung zweiter Teil Exodus J.Kaufmann Verlag Frankfurt am Main 1931 S. 54 -35
Daher muß über unser Verhältnis zum Galuth die Vorfrage gelöst sein, ob wir
verpflichtet sind, in der latenten Form des jüdischen Volkstums, in der Gola
einen Selbstzweck zu erblicken, oder sagen wir lieber, einen provisorischen
Selbstzweck, nachdem das Endziel, die Erwürdigung und Ertüchtigung zur Identität
der staatlichen Existenz mit der Erfüllung des Inhalts des jüdischen Volkstums
außer aller Debatte steht. Da wäre nun zu bemerken, daß unter Umständen eine im
Galuth erzielte religiöse Integrität der Gola ethisch höher steht als eine ohne
Widerstände gelebte Vollkommenheit im eigenen Staate. Diese ethisch höchste
Potenz zu erzeugen ist Selbstzweck der Gola und die sittliche Höhe der
einzelnen Staaten läßt sich daran bemessen, wie weit sie dieser Erzeugung
Schwierigkeiten in den Weg legt oder sie wohlwollend fördert. Und da hätten wir
an die Adresse des Völkerbundes ein ernstes Wort zu sagen, eine große Forderung
zu stellen. Soll wirklich die Welt künftig unter dem Zeichen der Erzeugung
ethischer Güter stehen, so bedarf es einer vollkommenen Umgestaltung des
Staatbegriffs, einer Revision hinsichtlich der Competenzen des Staates. Der
Staat müßte zum mindesten es sich versagen, in die Pflege des religiösen
Gedankens einzugreifen. (Es müßten also um heute nur einige Grundlinien zu
zeigen, ausführliche Formulierung bleibt vorbehalten zunächst zwei
Voraussetzungen erfüllt werden. Erstens müßte freies Wort auf der Kanzel
gestattet werden, zweitens müßte der Freiheit der Erziehung ein viel größerer
Spielraum gewährt werden, als bisher. An Stelle des Schulzwangs müßte
Bildungszwang treten. De Staat sollte wohl das Recht haben, von dem
dreizehnjährigen Menschenein gewisses
Maß von Kenntnissen zu verlangen, aber es müßte den Eltern überlassen bleiben,
wie und durch wen sie dieses Wissen ihren Kindern vermitteln lassen wollen).
Bei absoluter Trennung von Kirche und Staat, müßte der Staat den ethischen
Gedanken der Toleranz um eine Nüance steigern. Es müßten Wegen gefunden werden
und where is a will, there is a way um den Grundgedanken des Völkerbundes
einander verstehen wollen, einander fördern wollen auf die einzelnen
Individuen zu übertragen: so ginge Staatsinteresse und Religionspflege parallel
zu demselben Ziele. Nicht der Kapitalismus allein und nicht der Nationalismus
allein sind Schuldquelle des Krieges, es sind nur Einzelerscheinungen, die als
Helfershelfer in den Dienst jenes Omnipotenzgedankens des Staates, welcher das
Innenleben nicht genügend in Rechnung stellte oder es nur dann würdigte, wenn
offen oder verschleiert darin ein Hebel für den materiellen Aufschwung gefunden
wurde. Als Subjekt und Objekt dieses Innenlebens zugleich geht die Gola durch
die Welt. Es ist geschichtliche Tatsache, daß die Völker bei Mißbrauch des
Objekts sanken und versanken, daß Jissroél bei Verkennung dieses
Galuth-Selbstzweckes sank und verkam.. Wir Golamenschen müssen deshalb selbst
um den Preis als reiner Tor verlacht zu werden auch dem Völkerbund gegenüber
betonen, daß Judenfrage nur eine Abschnitt in dem Aufwärts und Abwärts der
Menschenfrage ist. Jede Lösung der Judenfrage, welche dieses Moment außer acht
läßt, kann vielleicht für einen Augenblick materielles Leid mindern, aber je
weiter sich diese Lösung von dem durch eine außerhalb Jissroéls stehende Macht
der Gola gesetzten Ideal entfernt, desto größeres Unheil bedeutet sie für
Jissroél und für die Menschheit. Von den Menschen haben wir Liebe und Achtung
zu fordern, Erlösung können uns Sterbliche nicht bringen. Seit dem Sieg der
römische Legionen stand Jissroél niemals vor einer so schweren Stunde; den
Völkern, auch den wohlmeinendsten, muß gesagt werden, wessen die Welt bedarf,
die eine Judenfrage wahrlich nicht aus Übermut oder Überwollen construiert hat,
sondern der diese Judenfrage als außerordentlich schwieriges geschichtliches
Vermächtnis überantwortet ist. Die Denkenden werden es verstehen. (Daniel XII,
11).P.K.
Quelle: דרש טוב לעמו Jüdische
Monatshefte, herausgegeben von Rabbiner Dr. P. Kohn, Ansbach, unter Mitwirkung
von Rabbiner Dr. Salomon Breuer, Frankfurt a.M. Jahrgang 6 Heft 1 u. 2 S. 1-6
Das provisorische Comité der Agudas Jissroél hat in seiner Casseler Tagung,
dem Sinne nach (endgiltige Formulierung wurde einer Redaktionscommission
überantwortet) sich einstimmig dahin ausgesprochen, daß jüdisches Volkstum in
der Religion verankert und mit dem allgemeinen Nationsbegriff incommensurabel
ist, so daß jeder poltische Nationalismus, welcher staatsrechtliche Forderungen
stellt, abzulehnen ist. Binsenwahrheit! Und doch ist es dringend vonnöten,
selbst dieser Binsenwahrheit ergiebigen Commentar zu geben.
Als des babylonischen Eroberers Fuß sich auf den Nacken Jissroéls zu setzen
drohte, da gab es viele, sehr viele, denen die materielle Loslösung von
Jerusalem und Zion ein hartes, unmögliches Ding erschien. Aber da gab es auch
einen Propheten, welcher einerseits dem Volke die materielle Seite des Exils
klar zeichnete, indem er ohne Scheu kündete, daß aus dem Volke eine Gola
geworden war, bestimmt in anderen Existenzformen diejenige Ideale zu erfüllen,
die es als Volk verleugnet hatte, andererseits aber auch dieser neuen Form der
Vergesellschaftung den Inhalt der Interessengemeinschaft ebenso klar ohne Scheu
kundgab Man täte gut daran, bei der Lektüre von Jeremia Cap. 29 nicht bloß
immer auf die Verse 5-7 zu beschränken, sondern auch die Verse 12 u. 13 einer genaueren
Beachtung zu würdigen. Ihr sollt mich rufen, auch aufraffen zum Entschluß
hinzugehen zu mir zu beten, ich höre auf euch, sollt mich suchen. Ihr werdet
mich finden, so ihr nach mir verlangt mit Eurem ganzen Herzen, Fast noch
deutlicher sagt es Jecheskel, daß die Gola eine Gemeinschaft sei, welche weitab
von den algemeingiltigen staats- und völkerrechtlichen Beziehungen (משפטי הגוים) ihre Interessen zu suchen und zu
pflegen habe. Freilich, täuschen wir uns nicht, es gehört der allergrößte Mut
dazu, Gott zu dienen und den Solidaritätsgedanken der jüdischen Gemeinschaft
lediglich aus den gemeinsamen Verpflichtungen zum Gottesdienst abzuleiten, so,
wie es die Propheten taten. Man mag da sich mit mehr oder weniger Grazie wenden
oder kunstvolle Wortgebilde ersinnen, es werden immer jene gebrochene Cisternen
bleiben, die das lebensspende Wasser nicht u bergen vermögen. Wahr ist und
bleibt, daß (jüdische) Volksschaft der
Gola ein lediglich latenter Factor ist, den alle Resolutionen jüdischer Kreise
ebensowenig, wie die Beschlüsse von Kongressen oder Konferenzen zum Leben
erwecken können und sollen, weil außenstehende Factoren dem Volke niemals den
Inhalt geben könnten, welcher das Wesen des jüdischen Volkstums bildet und es
so klar von allen Völkern unterscheidet. Es bedeutet Assimilation im äußersten
Sinn des Wortes, wenn man Wollen und Werden des jüdischen Volkes am allgemeinen
Weltgeschehen mißt.
Es war daher ein äußerst klares Erkennen seitens der Assimilation ,als sie
auf einem der Baseler Congresse sehr energisch Front machte gegen Rabbi
Jochanan ben Sakkai, weil dieser in der Werdestunde des zweiten Gola das
Volkstum verraten hätte, weil er von dem römischen Eroberer nur Jabneh und
seine Weisen als Reservation für das Judentum verlangt habe. Die traditionsgläubigen
Teilnehmer jenes Congresses brachen in Entrüstungsrufe aus und verlangten
stürmisch eine Ehrenrettung für Rabbi Jochanan b. Sakkai. As sie diese in
parlamentarisch einwandfreier Form erhalten hatten, waren sie zufrieden und die
Acten über diesen Fall waren geschlossen. Man hätte auch anders verfahren
können, man hätte sogar im gewissen Sinn für die klärende Offenheit dankbar
sein Können, man hätte den Mut bewundern können, mit dem der grandiose Versuch,
das Ganze des Judentums assimilatorisch an das allgemeine Weltgeschehen
anzugliedern, so hüllenlos in seinen letzten Zielen dargestellt wurde. Damals
schon wäre es Zeit gewesen, höchste Zeit, daß die traditionsgläubigen
Teilnehmer des Congresses sowohl, wie die gesamte Orthodoxie nun auch ihrerseits
daran gegangen wäre, ihr Verhältnis zum Golus zu klären. Es ist nicht
geschehen, aus tausenderlei Gründen nicht, ein furchtbar ernstes Versäumnis.
Und also kam es, daß heute es fast als ein vergebliches Beginnen erscheint,
gegenüber einem zum mindesten wenig erquicklichen Ansturm persönlicher
Verunglimpfungen und sachlicher Entstellungen den alten Ideengehalt nochmals in
die Wogen der Tagesstürme zu tragen.
Hatte wirklich Rabbi Jochanan Sakkai
kein Herz für die alle Leiden, welche einExil, ein Zustand der Rechtlosigkeit
oder doch wenigstens der Rechtsverkümmerung für jeden Einzelnen im Gefolge
haben mußte? War ihm wirklich jene feinste Blüte des Solidaritätsbewußtseins,
die אהבת ישראל, die alle
umfassende Liebe fremd geworden? Es war ja in jener wehen Stunde des Beginnens
der vierten Gola ein Prophet nicht da, welcher den Zagenden eine unmittelbare
Weisung hätte geben können, allein R. Jochanan b. Sakkai wußte, das
aufgezeichnet war נבואה שרוצה פה לדורות, Prophetenwort, das bahngebend war für alle Zeiten. So wußte er
auch dem Exil die recte Deutung zu geben; er hatte ja schaudernd erlebt, wie
wenig nationalen Sinn und Wollen imstande gewesen war, die Blüten verzeihender
Menschenliebe vor dem Reif zu bewahren, hatte gesehen, wie unter der Herrschaft des stärksten nationalen
Selbstbewußtseins tobringende Entfremdung, blindester Haß ihr Unwesen treiben
könnte. Und da glaubte er, daß wieder einmal die Stunde gekommen war, in der
die äußere Form des jüdischen Volkstums sich allzu sehr den allgemeinen Formen
angenähert hatte und deshalb seinen wirklichen Daseinszweckes beraubt, seines
wesentlichen Inhalts verlustig gegangen war. Mit einem Herzen voll Liebe wollte
er die הצלה פרותא
vorbereiten, die scheinbar so geringfügige und doch so sichere Rettung, er
wollte durch Einstellung des Volksganzen auf seinen Inhalt dem Volke Dasein und
Daseinszweck verbürgen. Vespasian verstand ihn nicht, verstand nicht, daß R.
Jochanans Wunsch von volkserhaltende Tragweite war, sonst hätte er ihm sicher
nicht Jabneh und seine Weisen concediert. So wie Vespasian erging es nun seit
2000 Jahren unzähligen Juden. Und auch die heutige Bewegung ist letzten Endes
nichts anderes als eine unbewußte Auflehnung der Gola gegen das Galuth. Es ist
klar, wenn man dem Exil keinen Sinn abgewinnen kann, dann muß man dagegen
rebellieren; wenn man ferner nicht weiß oder nicht wissen will, daß die
exilierte Idee der Einheit des göttlichen Willens (גלות
שכינה) mi dem jüdischen, staatlichen
Volksdasein noch keine Stätte gefunden hat, so muß ein Sabbatai Zewi, wie es
einst auch in Erscheinung trat, unzählige Anhänger finden.
Quelle: דרש טוב לעמו Jüdische
Monatshefte, herausgegeben von Rabbiner Dr. P. Kohn, Ansbach, unter Mitwirkung
von Rabbiner Dr. Salomon Breuer, Frankfurt a.M. Jahrgang 6 Heft 1 u. 2 S. 1-6
Rabbiner Dr. Raphael BREUER: Vorläufer des Zionismus (1. Folge)
Rabbiner Dr. Raphael BREUER
(1881-1932)
Vorläufer des Zionismus (1.Folge)
Jedes lebende Geschlecht beansprucht für sich den Vorzug der Originalität. Weil immer die jeweilig existierende Generation das große Wort zu führen vermag, während die verstorbenen Geschlechter sich ruhig und still verhalten müssen, empfängt die Zeitgenossenschaft den Eindruck, als ob Dinge, die zum ersten Male an ihr Ohr dringen, wirklich von unerhörter Neuheit seien. Ihr wird ein falscher Schein der Originalität vorgetäuscht, in der Voraussetzung, daß sie aus angeborener oder anerzogener Bequemlichkeit nichts unternehmen wird, um auf dem Wege vergleichender Geschichtsforschung sich kritisch bewußt zu werden, was an dem Neuen wirklich oder nur vermeintlich neu, was darin mitseinen tiefsten letzten Wurzeln in vergangene Tage zurückweist. Nichts Neues unter der Sonne! Es wären manchen Generationen manche Enttäuschungen erspart geblieben, wenn sie die Wahrheit dieses Erfahrungssatzes rechtzeitig bedacht hätten.
Vor mir legt eine kleine hebräische Broschüre von 16 Seiten:קול אבירי הרועים. Es ist eine Propagandaschrift für ישוב ארץ ישראל aus der Zeit des R. Hirsch Kalischer, den bekanntlich der Zionismus als seinen naiven Vorläufer und als dessen Fortsetzer und Erfüller er sich selbst betrachtet. Wohlbekannte Namen klingen uns aus der Broschüre in imponierender Fettdruck entgegen:der Rabbiner in Grätz: R. Elijahu Gutmacher, der Rabbiner in Würzburg: R. S.B. Bamberger, der Rabbiner in Berlin: R. Esriel Hildesheimer, der Rabbiner in Halberstadt: R. Benjamin Zwi Auerbach, der Rabbiner in Altona: R .Jakob Ettlinger, der Rabbiner in Hamburg: R. Ascher Stern. Auch die Laienweltder deutschen Orthodoxie ist vertreten: die Gebrüder Hirsch in Halberstadt und der Baron Willy von Rotschild in Frankfurt a.M.
Um die Träger dieser Namen scheint sich R. Hirsch Kalischer nicht ohne Erfolg bemüht zu haben, sie für sein palästinensischen Kolonisationsprojekt zu gewinnen. Nur ein Name fehlt: Rabbiner Hirsch in Frankfurt a.M. Wir haben vor Jahren im Israelit ein Schreiben veröffentlicht, worin Rabbiner Hirsch auf Kalischers Anfrage eine deutliche Absage erteilt.
Auch damals lag, wie heute und wie so oft schon im Verlauf der jüdischen Geschichte, viel Messianismus in der Luft. Wieder einmal schienen die Zeiten sich erfüllt zu haben. "... הזמן מסכים עמנו כעת לנסות בדבר ברשיון כל הלאומים אשר עדנה לא היתה שעת הכושר כזה מיום גלות יהודה מעל אדמתם בחבורות של מצוה מכל גדולי הערך בישראל גם כבושום הטוב נתבשם כל העולם כעת במלכי חסד ורחמים בין כל הלאמים ורוזני הארצות כאמור בנבואה (ישעיה נ"ה) תחת הנעצוץ יעלה בראש ותחת הסרפד יעלה הדס והיה לה' לשם לאות עולם לא יכרת ע"כ לא נאבד בידינו הזמן היקר הלז באפס תקוה והסח הדעת כי חכיני עוד עד אור הבוקר ומצאנו עון חלילה כי זאת בגדר הרחקת הקץ אשר סבלו אבותינו עי"ז גזירות ושמדות אשר עברו על השבועה החמורת שלא להרחיק את הקץ בזמנים המוכשרים לזה ..."
Auf zur Tat! Zurück nach Palästina Die Zeit ist günstig. Die Sympathien der Völker sind uns gewiß. Die Großen Jissroéls stehen auf unserer Seite. Noch nie, seitdem das jüdische Volk sein angestammtes Land verlassen musste, war eine Zeit für die gegenwärtige.Ein neuer Geist geht durch die Welt. Der Geist der Liebe und Versöhnung. Ihm unterordnen sich Könige, Fürsten und Völker. Das Wort des Propheten Jesaja: Statt des Dornes wird die Cypresse sich erheben, und statt der Brennnessel erhebt sich die Myrthe; es wird für den Herrn zum Ruhme sein, zum ewigen unvertilgbaren Denkmal wird zur Wahrheit. Laßt uns die kostbare Zeit nicht vertrödeln. Hoffnungsfreudig und mit wachem Sinn laßt uns zur Tat schreiten, rechtzeitig, ehe es zu spät wird. Bängliches Zögern wäre Verbrechen, wäre Eidbruch. Noch immer hat ein gleichgiltiges Verschlafen messianischer Zeiten über Jisrael Leid und Trübsal gehäuft.
Klingen diese Sätze nicht, als ob sie in unseren Tagen anläßlich der Pariser Friedenskonferenz geschrieben seien? Das gleiche Pathos, die gleiche Ekstase. Nur mit dem Unterschiede, daß damals nicht der Zionismus, sondern die Alliance israélite universelle das jüdische Publikum faszinierte.
Die Alliance israélite universellle hat inzwischen bei der jüdischen öffentlichen Meinung, die im Judentum doch noch etwas mehr als ein philanthropisches Unternehmen sieht, so gründlich abgewirtschaftet, daß man sich heute nicht vorstellen kann, wie es möglich war, daß dieser Alliance einmal auch aus weiten Kreisen der Orthodoxie jüdische Herzen begeistert entgegenflogen. Dem war aber tatsächlich so.
(wird fortgesetzt)
Erschienen in דרש טוב לעמו Jüdische MonatshefteJahrgang 6 Heft 5 u. 6 1919, 5699 S. 101-106
Auszüge aus dem Kommentar zur WochenabschnittTrumoh
Kap. 25 V.10 Sie sollen eine Lade von Schittimholz machen, zwei Ellen und eine halbe ihre Länge; eine Elle und eine halbe ihre Breite und eine Elle und eine halbe ihre Höhe.
Kap.25 V.10 ארון עצי שטים: Jissroél nimmt das Gesetz mit seiner, Jissroéls, ewig frischen Entwicklungsfähigkeit und für diese immer fortschreitende Entwicklung hin. Das Gesetz ist abgeschlossen gegeben, es sind steinerne Tafeln. Sie bilden zusammen einen steinernen vollkommenen Würfel
V.15 In den Ringen der Lade sollen die Stangen bleiben; sie sollen nie von ihr weichen.
V. 12-15 Die בדים, Traghebel an der Laden symbolisch genommen, bezeichnen die Bestimmung und die Aufgabe: die Lade und ihren Inhalt auch über die Grenze ihres gegenwärtigen Standortes, wenn es sein muss, fort zu tragen, und die Bestimmung, daß diese Traghebel nie fehlen durften, hielt somit für alle Zeit von vornherein die Wahrheit gegenwärtig: daß dieses Besitz und seine Aufgabe nicht an die Scholle verbunden sei, auf welcher zur Zeit der Tempel und sein Heiligtum stehe.
Diese Bedeutung der ewige Präsenz der בדים als Dokumentierung der lokalen Unbedingtheit des göttlichen Gesetzes erhält noch eine bedeutsame Schärfe in dem Gegensatz der Lade zu den anderen Heiligtumsgeräten, insbesondere zu dem Tische und dem Leuchter: die der permanenten Traghebel entbehren. Es spricht sich darin sofort der Gedanke aus:Jissroéls Tisch und dem Leuchter sein materielles Leben in seiner Fülle und sein Geistesleben in seiner Blüte sind an den Boden des heiligen Landes gebunden. Jissroéls Thora ist es nicht.
V.16 In die Lade giebst du dann das Zeugnis, das ich dir geben werde.
V. 16 Des Gesetzes Repräsentanz sind die עדות-Tafeln, deren Dasein selbst allen Folgegeschlechtern die Tatsache der Offenbarung des Gesetzes bezeugen und daher עדות: Zeugnis heißen. Von vornherein hat somit Gott gerechnet, für deren Belehrung und Warnung es das Zeugnis niederlegte. Ist ja ein Zeugnis nur Zweiflern und Leugnern gegenüber vonnöten.
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH Kommentar zur Haftoro TRUMOH
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH
(1833 1900)
הפטרת תרומה
Aus dem Kommentar zur Haftoro des Wochenabschnittes TRUMOH
Könige I, Kap. 5, Vers 26 und folgende
Dem bescheidenen Zusammenkunftsbestimmungszelte der Sidra stellt die Haftora den stolzen Prachtbau Salomonischer Königsherrlichkeit gegenüber. So stolz und prächtig er auch war, so sehr er auch zur Ehre Gottes errichtet wurde, wir werden doch, schon bei der Geschichte des Baues, seiner nicht froh. Freilich alles großartig. Großartig die Vorbereitungen, großartig der ganze Apparat, ganze Armeekorps von Lastträgern und Steinmetzen, mit weitschauendem Blicke alles überdacht, großartig der Kostenaufwand bloß für die Errichtung von Zedern- und Tannenstämmen für den Bau durch phönizische Arbeiter hatte Salomo den ganzen Hof des befreundeten Königs Hiram jahrelang erhalten und wie von den Ruhmesbauten ägyptischer Herrscher man noch nach Jahrtausenden weiß, wie groß der Zwiebelverbrauch der unglücklichen Arbeiter war, so wird auch einige Verse vor unsere Stelle genau berichtet, welch kolossale Lieferung Salomo so glücklich war, der tyrischen Majestät leisten zu dürfen. Doch nicht dieser Aufwand ist der Punkt, den wir im Auge hatten. Salomo war ja reich genug, und sein Volk entbehrte es ja nicht. Allein sein Volk! das ist es. Welche traurige Stellung nimmt dieses Volk, nimmt Jissroél zu diesem Bau ein. Wo ist die Begeisterung der Männer und Frauen, von der die Sidra zu erzählen weiß? Würde Salomo auch eine solche freiwillige Privatbeteiligung auch nur geduldet haben? Und doch, im Hinblick auf den Ursprung und im Hinblick auf den Zweck, um wie vieles herrlicher und heiliger war die Arbeit der webenden und wirkenden jüdischen Frauen und Mädchen, die Arbeiten der der Kunstfertigkeit so lange entwöhnten jüdischen Männer unter Bezalels kunstsinniger Leitung, als alle die Herrlichkeiten phönizischer Technik und salomonischen Kunstsinns! Eine andere Art von Beteiligung hatte Salomo seinem Volke vorbehalten. Frondienste, pharaonischen Andenkens, hatten sie zu leisten, und auch die Fronvögte fehlten nicht! Das ists, was dem denkenden Leser wie ein Eiseshauch aus dieser Geschichte entgegenweht! Dazu kommt die Überschätzung der Pracht und des äußeren Glanzes überhaupt, die sic hier und in der noch glänzenderen Herstellung seines eignen Königspalastes, ausspricht. Deshalb erging auch noch während des Baues, lange vor seiner Vollendung an Salomo das warnende und mahnende Gotteswort, das den Schluss unserer Haftora bildet. Es warnt ihn vor Überschätzung der äußeren Herstellung dieses Baues, erinnert ihn daran, daß er seine ganze Königsstellung nur der seinem Vater David gewordenen Gottesverheißung zu verdanken habe, und daß die Aufrechthaltung dieser Verheißung für ihn in keiner Weise von Glanz und Machtentfaltung, sondern lediglich davon abhänge und dadurch bedingt sei, daß er gewissenhaft die Gesetze seines Gottes in Wandel und Tat hüte und verwirkliche, erinnert in ferner daran, daß auch bei treuer Erfüllung dieser Bedingung Gott nicht im Tempel auch nicht bei dem gottesfürchtigen mächtigen Könige, sondern in Jissroéls Mitte weilen, in keinem Falle aber Jissroél, mein Volk Jissroél, verlassen werde. So viel die Worte, so viel dem stolzen Selbstgefühl des Königs gewordene ernste Belehrungen.
Warnung vor Verkennung der Bedeutung des Gotteshauses überhaupt, vor allem aber Warnung vor Überschätzung der Bedeutung der Herstellungund des Daseins auch des prächtigsten Gotteshauses, das ist der Inhalt dieser Haftora. Sie enthält damit zugleich den lauten Protest gegen jene Verirrung, die alles Religiöse auch im Judentume in Synagoge und Tempelleben aufgehen lassen möchte. Ist die Zeit schon gekommen, in der dieser Protest gegenstandlos geworden?
(Die Haftoroth übersetzt und erläutert, Frankfurt am Main 1896: S. 147- 148Kommentar zu Könige I. Kap 5 )
Rabbiner Dr. Salomon BREUER zur Wochenabschnitt TRUMOH
Rabbiner Dr. Salomon BREUER
(1850 1926)
תרומה
Belehrung und Mahnung zur Wochenabschnitt
TRUMOH
(Auszüge)
למוד התורה Lernen ist die erste, höchste Pflicht im jüdischen Leben: ושמרתם זו משנה Wenn das Gotteswort uns zur Hut der Thora immer wieder verpflichtet, so ist hierunter vor allem das Lernen der Thora verstanden. Denn nur wenn Gottes Thora gelernt und erforscht wird, bleibt sie uns erhalten, stehen wir als ihre Hüter da. Da aber genügt es nicht, daβ wir קובע עצים לתורה eine bestimmte Zeit dem Thoralernen einräumen, wozu allerdings ein jeder, der Jude sein will, verpflichtet ist, die תורה fordert vielmehr die ungeteilte Hingabe des Geistes an ihre Erforschung. Eine solche Hingabe ist freilich nicht jedem vergönnt: dem einen sind die hierzu nötigen geistigen Fähigkeiten versagt, während bei anderen der sogenannte Beruf Geist und Zeit dem Thorastudium entzieht. Und doch, mögen unsere Geistesanlagen noch so verschieden geartet sein, mag der Beruf uns noch so sehr in Anspruch nehmen, zu einem höchsten, heiligsten Lebensberuf sind wir alle berufen: unserer Thora, ihrer Erfüllung und Förderung alle unsere Kräfte zu weihen. Das aber vermag ein jeder: ob mit seinem Lernen oder seinem Leben, seinem Verstande oder seine Tat, seiner Geisteskraft oder seiner materiellen Habe der Förderung und Erstarkung der Thora im Leven des jüdischen Volkes gelte sein Sinnen und Trachten!
עץ חיים היא למחזיקים בהDieser Lebenspreis winkt einem jeden. Und wer an seiner Stelle, in seinem Beruf die Errungenschaften seines Geistes und seiner Tatkraft in den Dienst des קיום התורה, der Erhaltung der Thora stellt, steht dem Geistesfürsten der Thora in nichts nach gleich ihm hat er dem Lebensbaum der Thora mit ganzer Hingabe gedient und ist der Segnungen teilhaftig, die solchem Leben zugesichert sind.
ועשו ארון עצי שטים Der Aufruf, Gottes Thora den ארון zu bereiten, richtete sich an alle. Der Aufruf, Gottes Thora den ארון zu bereiten, richtete sich an alle. Denn ein jeder kann, ein jeder muβ ein ארון der Thora werden. יבואו הכל ויעסקו בארון Mögen sie alle kommen und mit der Lade sich beschäftigen Soll doch das ganze Leben des Jehudi mit allem, was er an Unternehmungen und Bestrebungen bringt, eine dauernde Beschäftigung mit der der Aufnahme und Bewahrung der Thora bestimmten Lade sein, denn nur so gewinnt jedes Leben Anteil an der Thora und sichert sich als köstlichste, dauernde Errungenschaft כדי שיזכו כולם לתורה.
Quelle: Rabbiner Dr. Salomon BREUERBelehrung und Mahnung zweiter Teil ExodusJ.Kaufmann Verlag Frankfurt am Main 1931 S. 43-48
hilf uns, daß wir zu Dir in wahrer תשובהzurückkehren, dann werden wir auch die Rückkehr zur nationalen Selbständigkeit im Lande der Väter wieerfinden, eine Rückkehr, die wir aber ausschließlich aus Gottes Händen zu erwarten haben, der ja auch der alleinige Schöpfer unseres einstiges nationalen Geschickes war. (Gebete, Kommentar S. 195-196)
Help us to return to You in true תשובה, then we will also find in the return to national independence the land of the fathers, a return which we can solely expect from the hand of God, Who was also the sole Creator of our former national destiny. (Prayers, Commentary pp. 195-196)
Das Träumen, so sang schon König David, ist eine unentbehrliche Begleiterscheinung der Erlösung. Gewiß jede Erlösung versetzt als das Wunderbare die Menschen in einen Traumzustand, aber nicht jeder Traum bedeutet die Erlösung.
In dem Ringen der Seelen um einen Sinn der Tatsachen während des Krieges, glaubten viele Menschen es müsse eine bessere Zeit anheben, damit die unerhörten Opfer nicht vergeblich gebracht worden wären. Auch jüdischen Menschen träumten also. Da noch jede epochale Wendung in der Weltgeschichte nicht ohne Rückwirkung auf jüdisches Geschick verblieb, ahnte man, wusste man sogar, daß wieder einmal עת פקידה nannten es die Alten Jissroél am Vorabend einer Wandlung stand. Das Bild ist unterdessen klar geworden; auf der eine Seite eine Verschärfung des Galuth in ägyptischer und mittelalterlicher Form, auf der anderen Seite das Hineinragen von Erez Jissroél in den Mittelpunkt des Denkens und Schaffens auch solcher Juden, welche noch vor einem halben Jahrhundert jede Erinnerung an die Zionsverheißungen des Allmächtigen zu tilgen für gut und notwendig hielten. Man könnte sogar einen inneren Zusammenhang zwischen diesen beiden Erscheinungen vermuten; tatsächlich ist ja die Befürchtung Max Nordaus in etwas anderem Sinne Wahrheit geworden. Palästina droht ein Nachtasyl zu werden. In den wirtschaftlichen Nöten zeigt sich eine fluchtartige Sehnsucht nach Palästina und die Tragik des ganzen Komplexes liegt darin, daß die Pforten auch dieses Nachtasyls nicht mehr offen sind. Es ist ganz müßig zu fragen, ob es anders hätte kommen können.
Umsomehr aber erwächst für die Erben der Chalukagründer die ernste Aufgabe, der Situation gerecht zu werden. Diese Erben sind allerdings nicht organisiert und es zeigt sich jetzt mit aller wünschenswerten Deutlichkeit, welch eine Kurzsichtigkeit es war, daß die Kolalim (die landmannschaftlichen Vertretungen der Chaluka) nicht zu einer einheitlichen Linie in Bezug auf ihr ureigenstes Gebiet zu bringen waren. Denn was wollten die Begründer der Chaluka, der vielgeschmähten? Sie wollten der Anschauung zum Siege verhelfen, welche das wohnen in Palästina in unlöslicher Verbindung mit Einstellung des Daseins auf lückenlose Hingabe an die Thora im Forsche und Erfüllen bringt. Man darf wohl in diesem Zusammenhang davon reden, daß fast alle Bewohner der Städte in Palästina ob Juden oder die Anhänger der verschiedenen christlichen Konfessionen mehr oder weniger Pensionäre ihrer Gesinnungsgenossen waren und zum guten Teil noch sind. Merkwürdiger Weise machen sich ähnliche Versuche auch jetzt im Islam geltend. In welcher Weise die Subventionierung erfolgt, dürfte ziemlich belanglos sein.
Sind aber die Kolalim bzw. ihre Vertreter (Nesiim) wirklich und ernstlich diese Erben, so haben sie im Augenblick eine sehr ernste Augabe. Man wäre versucht, zu sagen, daß der historische Moment für diese Kreise gekommen ist.
Denn füglich wird man sich heute in allen Kreisen darüber klar, daß der Kernpunkt dieser ganzen Palästinafrage sich letzten Endes auf die Frage Europa oder Orient zuspitzt.
Vor mehr als zwei Jahre hatten wir in der Wiener Jüdischen Presse diese Frage zur Debatte gestellt, allerdings ohne nennenswerte Reaktion. Neuerdings hat, in einer allerdings ganz anderen Sphäre Dr. Kadmi Cohen diesen Punkt aufgegriffen. (Dr. Kadmi COHEN, Ein Beitrag zurFrage des Großzionismus, Paris le Triangle. Eine Besprechung dieser ganz eigenartigen Ideenfolge bleibt vorbehalten.) So lange die Einwanderer nicht entschlossen sind, sich etwas weniger gegen die Orientalisierung zu wehren, wird der Konfliktsstoff in der Umgebung stetig wachsen. Denn der Gegensatz Araber Juden ist nicht bloß ein machtpolitischer, sondern in seinen letzten Wurzeln ein kulturpolitischer. Nun haben aber alle orientalische Völker als Protest gegen die Materialisierung der Lebensbeziehung eine Art von Reservation für rein geistige, nicht auf Erwerb abzielende also, wie man heutzutage beliebt, unproduktive Tätigkeit und für die Pflege des Gemütslebens geschaffen. Dieses hat ebenso die Brahminen, die Lama, wie auch die Derwische geschaffen. Man geht fehl, wenn man darin bloß etwa eine Erfindung schlauer und berechnender Priestererblicken wollte; vielmehr entsprachen derartige Einrichtungen und Personengruppen den inneren Sehnsuchtsbedürfnissen eines Volkes. Und es ist wahrlich ein nicht gutes Zeichen für den Geist einer Zeit, wenn man auch derartige Reservationen nur von dem Gesichtswinkel materieller, produktiver Interessen betrachtet, bekämpft, vernichtet. Dagegen wehrt sich alles was Orient heißt. Übrigens könnte man diesen Faden weiter ausspinnen und behaupten, daß bis tief in die Neuzeit auch im Occident solche Erscheinungen sich geltend machten und sich bewährten, bis der Mangel an Ehrfurcht von der Welt des Geistes und Gemütes einerseits, allerdings auch andererseits gewisse Entartungen im Kreise dieser Erscheinungen und die Sieghaftigkeit des Chassidismus ist auch heute noch eine solche Reservation in nuce.
Blickt man auf die Vergangenheit im Galuth zurück, so erkennt man, daß der Rettungsanker in kritischen Zeiten, die Freude der ruhigen Tage die Kehilla war, ohne staatlichen Zwang die Heimstätte idealer Bestrebungen. Will man nun ernstlich den Versuch machen, trotz aller modernen Bestrebungen, trotz aller Wirtschaftlichkeiten, trotz der Säcularisierung des jüdischen Volksbegriffes, dem heiligen Land noch irgendwie den Charakter der Heiligkeit zu wahren, so müssen dort Kehillaus entstehen. Wir sind überzeugt, die Begründer der Chaluka würden den letzten von ihnen gesammelten Pfennig so verwerten, daß eine Kehilla alten Stils in allen Siedlungen, im heiligen Lande entstünden, für die Kreise, welche mit einem gewaltigen, im Occident nicht erkannten und deshalb nicht gewürdigten Heroismus sich der Säcularisation zu erwehren versuchen. Es wäre Aufgabe der Aguda, den Kolalim dieser Situation klar zu machen, es wäre Aufgabe des Rabbinischen Rates, den gesamten Occident über die Vordringlichkeit dieser Aufgabe aufzuklären.
Die so geschaffene Kehilla müsste eben diese Reservation werden, ihr müsste als Trägerin des Schulwesens die Erziehung der kommenden Generation überantwortet werden. Der neue vom Highcommissar veröffentlichte Entwurf von Normen für das Erziehungswesen wird über kurz oder lang ja doch dazu zwingen, allen Schulen, Gemeinden als Träger zu geben.
Sie müsste sich so aufbauen, wie die alte Kehilla und sie müsste einen so weiten Rahmen spannen, daß alle, die Gegner der Säcularisation sind, darin Raum finden, behaglichen Raum. Da könnte man auch wieder einmal den Versuch machen, die soziale Fürsorge nach den Normen des Schulchon Oruch zu betätigen.
Es ergibt sich dann ein interessantes Gegenspiel. Auf der eine Seite der ganz in den Anschauungen des Occidents befangene Zionismus, dem gerade deshalb Galuth, sinnlos geworden ist, der in Palästina auch das köstlichste Erbe des Galuth, die Kehilla, in seinen Bahnen zu zwingen versucht und sich dabei recht galuthmäßig der nichtjüdischen staatlichen Macht zu bedienen versucht mit mittelalterlicher Entrechtung des alten Jischuw, auf der anderen Seite die Kehilla, welche die Geheimnisse ihrer Konstruktion einer Zeit entlehnt, in der idealistische gottesgerichtete Träume und Bestrebungen den Kulturinhalt des jüdischen Volksbegriffes bildeten.
So könnte es in Palästina tagen. Es wäre ein Sieg des Orients.
Rabbiner P.Kohn, Wien.
in NachAlass Zwi 5692, 1931/32 S. 206-209
Dieser Text ist Teil unseres Studienprogramms des Sommers 5768 (2008)
Rabbiner Dr. Pinchos Kohn 1867, in Kleinerdlingen bei Nördlingen geboren, Besuch des Realgymnasiums in Halberstadt, Studium in Berlin und Besuch des dortigen Rabbinerseminars, von 1890 bis 1893 Rabbiner in Burgkunstadt, 1893 Promotion und Rabbinatsverweser in Mannheim, 1894 Wahl zum Distriktsrabbiner in Ansbach; Mitbegründer der Agudass Jissroél.
Zusammen mit Rabbiner Dr. Salomon BREUER, Herausgeber der Zeitschrift "Jüdische Monatshefte" (Dez. 1913-1920)
Nach dem Ende des 1. Weltkrieges leitete Pinchos Kohn als Vorsitzender des Exekutiv-Ausschusses die Geschäfte der Agudass Jisroel in Wien und wurde 1923 zum Präsidenten berufen. Er füllte diese Stellung aus, bis er 1937 wieder in seine alte Gemeinde nach Ansbach zurückkehrte. Rabbiner Pinchos Kohn blieb in Ansbach bis zum Februar 1938, als ihm die Flucht in die Schweiz gelang. Bei Kriegsausbruch ging er nach London, wo er am 7. Juli 1941 starb.
Aus seinem Kommentar zur Wochenabschnitt Mischpotim
Kap. 21, 2 Wenn Du einen ibrischen Knecht kaufst, soll er sechs Jahre dienen; aber im siebten soll er zur Freiheit unentgeltlich hinausgehen.
Kap. 21, V.2 Es verhält sich die תורה שבכתב zur תורה שבעל פה, wie die kurzen Diktate nach einer vollständig mündlich vorgetragener Disziplin einer Wissenschaft sich zu dem mündlich Vorgetragenen verhalten. Für die Jünger der Wissenschaft, die die mündlichen Vorträge gehört, sind kurze Diktate vollkommen hinreichend, um zu jeder Zeit, an der Hand dieser Diktate, sich die ganze Wissenschaft vollständig gegenwärtig zu halten und immer aufs neue wieder zu vergegenwärtigen. Für sie genügt oft ein Wort, ein beigefügtes Fragezeichen, Ausrufungszeichen, ein Gedankenstrich, ein Punkt, ein Strich unter einem Worte u., um eine ganze Gedankenreihe, eine Bemerkung, Beschränkung u.s.w. wieder ins Leben zu rufen. Für diejenigen, die die mündlichen Vorträge des Meistersnicht gehört, werden solche Diktate völlig unbrauchbar sein. Wollen sie sich lediglich aus ihnen die Wissenschaft konstruieren, so werden sie vielfach irre gehen müssen; Worte, Zeichen, u.s.w. die den durch die mündlichen Vorträge eingeweihten Jüngern als die belehrendsten Leitsterne zur Festhaltung der gelehrten und gelernten Wahrheiten dienen, starren den Uneingeweihten als nichts sagende Sphinxe entgegen, und die Wahrheiten welche die eingeweihten Jünger nur an ihnen reproduzieren, nicht aber aus ihnen produzieren, werden die Uneingeweihten nur als bodenlose Spiele des Witzes und leere Träumereien belächeln.
V.6 so führt in ihn sein Herr zum Gerichte hin, führt ihn hin zu der Thüre oder zu dem Pfosten, es bohrt sein Herr das Ohr ihm mit dem Pfriemen, und er hat ihm dann für immer zu dienen.
V. 6 Freiheitsstrafen, mitaller der Verzweiflung und sittlichen Verschlechterung, die hinter den Kerkermauern wohnen, mit all den Jammer und Elend, die über Weib und Kind des Gefangenen bringen, kennt das göttliche Gesetz nicht. In den Umkreis seines Reiches sind die traurigen Zwingerwohnungen des Verbrechens fremd. Es kennt nur eine Untersuchungshaft, und auch die konnte nach der ganzen vorgeschriebenen Gerichtsprozedur, und namentlich bei der völligen Zurückweisung eines jeden Indizienbeweises, nur von kurzer Dauer sein.
V.7 Wennein Mann seine Tochter zur Magd verkauft, soll sie nicht wie die Knechte ausgehen.
V. 7 Soll doch auch sonst der Vater nicht einmal von der einen Befugnis, seine minderjährige Tochter zu verheiraten Gebrauch machen. Geradezu אסור heißt es: Verboten ist es, seine Tochter als Kind zu verheiraten bis sie großjährig geworden und sage: Den möchte ich gerne zum Manne! und ist damit nicht nur jeder Zwang, sondern selbst das gar nicht selten Überreden einer Tochter zu einer Heirat als sündhaft erklärt (Kidduschin 41a). Ein Bündnis, das die innigste Vereinigung bedingt, kann nur aus völligster Freiwilligkeit wahrhaft gedeihen.
V.14 Sinnt aber einer über den andern, ihn mit bewusstvoller Absicht zu töten, von meinem Altare weg sollst du ihn nehmen zu sterben.
V. 14 מעם מזבחי וגו' Der jüdische Altar gewährt dem Verbrecher keinen Schutz. Es sind nicht etwa zwei sich gegenseitig kontrollierende, mildernde und beschränkende Prinzipien, wie etwa Kirche und Staat, Gnade und Recht u.u.; unmittelbar neben dem schwertfeindlichen Altar war die oberste Stätte des Rechts. Es ist ein und dasselbe Prinzip, das am Altar gepflegt und vor dem Sanhedrin zur Verwirklichung kam. Der ganze Begriff des Begnadigungsrechts fehlt im jüdischen Staatskodex. Nicht des Menschen, Gottes ist das Recht und das Gericht.
V. 22 Wenn Männer sich schlagenund treffen eine schwangere Frau, so daß deren Kinder entweichen, es erfolgt aber kein Todesfall, so soll er mit Geld bestraft werden, wenn der Mann der Frau die Auferlegung fordert, und hat sie nach Richterausspruch zu geben.
V.23 Wenn aber ein Todesfall eintritt, so hast du zu geben Leben für Leben.
V.22-23 Die Geldstrafe hat der Schuldige zu geben, sie liegt ihm, soweit sie Ersatz ist, sogar ob, selbst wenn kein Gericht ihn dazu verurteilt. Das Gericht sagt ihm nur, wie viel er zu leisten schuldig sei, die Leistung ist aber seine Aufgabe. Nicht so der Todesschuldige. Er hat nicht sein Leben hinzugeben. Es steht ihm ja gar nicht die Disposition über sein Leben zu. Ein Tod von seiner Hand wäre ja nur ein zweites Verbrechen. Ja, nicht einmal die Herbeiführung wird von ihm erwartet, ja das Gesetz hat sie ihm unmöglich gemacht. Kein Verbrecher kann nach jüdischem Gesetz sich selbst angeben. Sein Geständnis ist für seine Verurteilung völlig irrelevant. Nur vor Vollziehung eines Todesurteils wird der Verbrecher um der eigenen Sühne willen zum Geständnis ermahnt. (Dürfte doch, in Parenthese, für Gesetzgebungen, die auf Selbstgeständnis des Verbrechers den meisten Nachdruck legen, und darauf hin ein Todesurteil fällen und vollziehen, die Frage nicht leicht zu beantworten sein, warum denn die Selbsttötung eines Mörders Selbstmord wäre?) Nur Gott, und in besonderen Fällen der für diese Fälle von ihm delegierten Gesamtheit, steht die Disposition über sein Leben zu. Indem es aber ונתתה und nicht ולקחת heißt, indem die Vollziehung der Todesstrafe als ein Hingeben des Lebens, nicht als ein Nehmen desselben bezeichnet wird; so ist damit allen Versuchen die diese Strafe als ein Rachenehmen an dem Verbrecher, als Abschreckungsmittel, ja auch nur als Vergeltung auffassen möchte, begegnet. In diesem Ausdruck liegt zugleich, daß das Leben des Einzelnen Gott und der Gesamtheit angehöre, und daß mit jedem Tode, auch mitdem des Mörders, die Gesamtheit einen Verlust erleide, der aber von der Pflicht der überwogen wird.
Kap. 23,17 Dreimal im Jahre soll all dein Mannhaftes in Beziehung zu dem Angesichte Gottes, des Herrn, sich zeigen.
Kap 23 V.17 In der Tat sind in das Buch der Zeiten einzuzeichnen: die Erwachsenen, Mannhaften. In der Tat sind auch direkt nur die Erwachsenen, Vollsinnigen, Freien, Gesunden, Jungen, Kräftigen männlichen Geschlechtes zum Erscheinen im Tempel an den drei Wanderfesten verpflichtet; dagegen: Blödsinnige, Unmündige, Frauen, Sklaven, Taube, Stumme, Lahme, Blinde, Kranke, Greise, Verzärtelte, von dieser Pflicht befreit (Chagiga 2a), und scheidet auch diese Bestimmung die jüdischen Tempelversammlungen scharf ab von allem, was in anderen Kreisen dem äußerlich ähnelnd an Wallfahrten u. existiert. Der jüdische Tempel ist kein wundertätigen Gnadenort, zu dem vor allem der Kranke und der Greis, der Blinde und der Lahme, die Schwachen und die Frauen, zu dem überhaupt das geschlagene, leidende, bemitleidenswerteKontingent der Menschheit in diesem Jammertale hinaufgepilgert, um wundertätige Tröstung und Heilung für die mancherlei Gebrechen und Leiden des irdischen Daseins zu suchen; der Tempel des lebendigen Gottes, das Heiligtum seines Gesetzes rangiert nicht in eine Reihe mit den Hospitälern, Siech- und Trosthäusern, des schiffbrüchigen Lebens; die Elite der Nation, die Vollkräftigen, Männlichen, der Kern des Volkes, auf welchem alle Tat der Gegenwart und alle Hoffnung der Zukunft beruht, sie erwartet der lebendige Gott in dem Heiligtum seines Gesetzes
V.19 Das Erste der Erstlinge deines Bodens bringst du in das Haus Gottes, deines Gottes; koche nicht Tierfleisch in der Milch seiner Mutter.
V.19 So erscheint איסור בשר בחלב auch selbst auf diesem allgemeinen Standpunkte der Betrachtung als die eindringlichste und unmittelbar ad hominem redende Mahnung zur Heilighaltung des Gesetzes, als die Erinnerung, daß die Herrschaft des göttlichen Gesetzes nicht erst mit dem Jude beginne, daß die Herrschaft des göttlichen Gesetzes in jeder Faser des organischen Lebens überall gegenwärtig, und die Thora, unser Gesetz, nichts anders als die Präzisierung seines למינו Weltgesetzes für die Art des jüdisch menschlichen Lebens sei. Wir begreifen die Verwebung dies Gattung-Scheidungsgesetzes in den ganzen Kreis unseres häuslichen Genusses, und wenn keines von allen Speisegesetzen also wie die Scheidung von Milch und Fleisch die jüdische Küche und den jüdischen Tisch beherrscht, so hat auch kein anderes also wie dieses die Bestimmung, Gottes Herold zu sein und Gottes Gesetz, jüdische Menschenpflicht und jüdische Menschenwürde uns in jedem Augenblicke gegenwärtig zu halten.
V.20 Siehe, ich sende einen Boten vor dich her, dich auf dem Wege zu hüten und dich der Stätte, die ich vorbereitet habe, hinzubringen.
V.20: In mehrfacher Beziehung steht das Folgende zu dem Vorangehenden. Der letzte Abschnitt der Mischpotim von V.20 des vorigen Kapitels bis zu Ende hat vor allem die Rechtsgleichheit aller und ihre gegenseitigen Pflichten im künftigen Gottesgesetzstaate auf Grund der Gotteshörigkeit des Bodens zum Inhalte, und es waren die Wochen- und Jahressabbate, sowie die dreimaligen Wanderfeste zur Zeit des Frühlings-, Sommer- und Herbstfortschritte des Jahres mit den sich ihnen anreihenden Bestimmungen als Pflegerinnen jenes Bewusstseins der Gotteshörigkeit, sowie des Geistes der Rechtsgleichheit und Brüderlichkeit, aufgeführt.
Hieran schließt sich das Folgende:
1) mit der Tatsache, das Jssroél den Boden dieses Gottesgesetzstaates nicht der eigenen Tapferkeit verdanken, sondern, daß dieser ihm rein nur infolge gehorsamen sich Unterordnens unter den göttlichen Willen von Gott überantwortet werde;
2) daß dieser treue Gehorsam gegen das göttliche Gesetz auch das alleinige Mittel sein werde, das physische Gedeihen im Lande zu sichern, (wie dies ja eben durch die Hinaufwanderungen im Frühlinge, Sommer und Herbste und das Niederlegen der Erstlinge zu den Füssen dieses Gesetzes zum steten nationalen und individuellen Ausdrucke gelangen soll);
3) daß es daher durch die Berührung mit den bisherigen Bewohnern dieses Landes, das ihm nur nach und nach völlig eingeräumt werden werde, sich nicht zu dem entgegengesetzten heidnischen Wahn betören lassen solle, der das physische Gedeihen unabhängig von der Verwirklichung des Sittengesetzes begreift und in dieser Anschauung physische Naturgewalten selbst als Spenderinnen des physischen Gedeihens vergöttert;
4) daß vielmehr auf dem Boden dieses Gottesgesetzstaates keine Spur jener heidnischen Götterverehrungen geduldet werden, und, wenn die soziale Gesetzgebung auf dem Prinzipe der Rechtsgleichheit aller sich vor allem auch in der Gleichheit des Fremden vor dem Gesetze aussprechen soll, dies an die Bedingung sich knüpft, daß er aufgehört habe, heidnischer Götzendiener zu sein.
הנה אנכי שלח מלאך. Wir haben bereits zu המלאך הגואל (1 B.M.48, 16)bemerkt, wie durch מלאך nicht immer ein individuelles, menschliches oder übermenschliches Wesen verstanden sein muss, sondern auch eine jede von Gott für einen Zweck gesendete Veranstaltung überhaupt darunter verstanden sein kann. Man würde es hier in der Bedeutung Engel oder in jener allgemeinen Bedeutung: Fügung, Sendung, buchstäblich ja: Schickung, verstehen können, wenn nicht V.21 u. 22 von dem diesemמלאך zu leistenden Gehorsam und den durch ihn zu erteilenden Gottesbefehlen die Rede wäre. Wir finden nicht, daß Gott durch einen Engel dem Volke Befehlen erteilen ließ, und müssten daher selbst wenn man es in jener allgemeinen Bedeutung verstehen wollte, doch darunter speziell auch Moses mit inbegriffen, der ja jedenfalls mit in bedeutendem Maße zu den Werkzeugen und Veranstaltungen gehörte, durch welche Gott Israels Geschick vollzogen werden ließ. Mit Beziehung auf die Stelle וישלח מלאך ויוציאנו ממצרים (4 B.M.20) wo unter מלאך speziell Moses verstanden wird (siehe ויקרא רבה,I.,1 wo auch auf Richter 2,1 als auf eine Bezeichnung Pineas als מלאך hingewiesen wird), glauben wir, daß es nicht fern liegen dürfte, unter dem vor Israel hergesandten Gottesboten, hier auch speziell Moses zu verstehen. Jedenfalls ist hier gesagt, daß, so wie ihr Schutz auf der Wanderung durch die Wüste offenbarnur unmittelbares Werk göttlicher Allmacht ist, also auch die Einnahme des verheißenen Landes, אשר הכנתי, das Werk derselben Gottesmacht und nicht eine Errungenschaft menschlichen Schwertes sein soll. מקום hier für das ganze Land als Stätte(מ) des Volkesbestandes (קום). Vergl. zu 1B.M. 18,26 ,הכנתי die dem Lande Palästina verliehene Bodemeigentümlichkeit und klimatische Beschaffenheit entspricht ganz der Bestimmung, daß sich darauf das vom Gottesgesetze und Gottesgeiste getragene Volkleben entwickle. (Vergl. 5 B.M. 11, 10 12) und im Zusammenhange damit: das. 13 ff. Jona 1,3 [ בא מכילתאAnfang] und Aussprüche wie: אוירא דא"י מחכים u.a.m.)
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH aus dem Kommentar zur Haftoro Wochenabschnitt Mischpotim
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH
(1833 1900)
Aus dem Kommentar zur Haftoro des Wochenabschnittes MISCHPOTIM
Jeremia Kap.34, Vers 8 und folgende
Das Prophetenwort der Haftora führt uns in die letzten Zeiten des jüdischen Staates vor der Zerstörung Jerusalems unter Nebukadnezar. Fast ganz Juda war bereits im Besitze der Babylonier. Auch Jerusalem hatte sich schon unmittelbar bedroht gesehen, die Feinde waren jedoch wieder abgezogen. Daß es fallen und sein König gefangen genommen werde, war vom Propheten verkündigt.Da, in dieser Stunde da das Ärgste noch einmal abgewendet war, scheint sich in Zidkijah, den sonst wenig löblichen König, sein Besseres selbst geregt zu haben. Wars ein Dank in dem Frohgefühl über den Abzug der Feinde? Wars um sich des ferneren göttlichen Schutzes würdig zu machen? Jedenfalls war es ein sinniger Zug, der den König aus dem großen Register der wieder gut zu machenden Verfehlungen in dieser Stunde, da ihnen allen das Los härtester Knechtschaft schon so nahegerückt gewesen und auch noch weiter sie bedrohte, gerade die von ihnen selbst gegen ihren unglücklichen Brüder und Schwestern widerrechtlich geübte Knechtung als zu sühnendes Unrecht herausheben hieß. Und er hatte seine Großen, und die Priester und Beamten und das ganze Volk versammelt und sie in feierlichem Zeremoniell, sogar unter Nachahmung des Bundes zwischen den Stücken, schwören lassen, ihren widerrechtlich in Knechtschaft gehaltene Brüdern und Schwestern dem Gottesgesetze folgend die Freiheit zu geben. Und wortwörtlich hatten sies auch vollführt, hatten die in Dienstknechtchaft Gehaltenen freigelassen. Es schien so schön, ein Lichtstrahl in dunkler Nacht, das Durchschimmern einer edleren Natur. Doch leider nur eine flüchtige Regung war es beim Könige, und nur eine frivole Farce auf Seiten der Großen, der Priester und des Volkes. Denn die eben Freigelassenen wurden von ihren Herren sofort wieder mit Gewalt in die alte Knechtschaft zurückgezwungen!! Es war der frechste Hohn, den sie ihrem Gotte ins Angesicht zu schleudern wagten, gepaart mit der kaltherzigsten Grausamkeit gegen die unglücklichen, so schmählich Getäuschten. Mochte auch bei anderen Kulturvölkern damals und noch ein Jahrtausend später die viel härtere Sklaverei als berechtigt gelten: diese jüdische Gesellschaft forderte das Verhängnis förmlich heraus, dieses Juda wurde vor dem wohlverdienten Verhängnisse ereilt.
Denn die Heilighaltung der persönlichen Freiheit steht an der Spitze der großen Mischpatim-Gesetzgebung die schnöde Höhnung dieses Gesetzes brach den Stab über Jerusalem. Das ists was das Prophetenwort uns lehrt. Es ist wahrlich kein Zufall, daß gerade die in der Höhnung eines solchen Gesetzes sich kundgebende sich kundgebende Gesinnung das Urteil besiegelte. Denn die auf dem Boden der Gotteshuldigung aus dem Quell der Gesinnungslauterkeit in Gerechtigkeit und Liebe erblühende menschlich edle Gestaltung des Verhältnisses zwischen Mensch und Mensch ist die herrlichste Frucht, auf deren Zeitigung das ganze Gottesgesetz hinwirkt. Damit stimmt es aufs vollständigste, daß derselbe Prophet, da er dem schon bedrohten Jerusalem die Heiligung des Sabbaths im Namen Gottes ans Herz zu legen und die Verheißung auszusprechen gehabt hatte, daß aus dieser Sabbathheiligung dann die Rettung hervorgehen werde, gerade diejenige Seite der durch die Sabbathfeier vollzogenen Gotteshuldigung in den Vordergrund zu stellen und mit ganz besonderem Nachdruck hervorzuheben hatte, durch welche die absolute Unterstellung des ganzen geschäftlichen Verkehres zwischen Mensch und Mensch unter das heilige Diktat gottgebotener Pflicht allsabbathlich im jüdischen Kreise erneut proklamiert wird. השמרו בנפשותיכם ואל תשאו משא ביום השבת Jer. 17, 21 ff. Vergl. über diese Stelle, bezw. Über das Verbot des Tragens am Sabbath, Hirsch Commentar zu 2 B.M. 35,1.
Die Knechtschaft, von der hier die Rede ist, kann sofern sie überhaupt einen legalen Ursprung hatte, sich nur auf ein durch Not veranlasstes, zeitweilig eingegangenes Dienstverhältnis beziehen, das 3 B.M. 25,39 besprochen ist. Denn die durch Richterspruch zu verhängenden sechsjährige Dienstbarkeit konnte nur in dem seltenen Falle eintreten, in dem die sechsjährige Arbeitsleistung sich in ihrem Werte mit dem zu ersetzenden gestohlenen Gegenstände deckte und war außerdem nur auf Männer beschränkt.
(Die Haftoroth übersetzt und erläutert, Frankfurt am Main 1896: S. 142- 142Kommentar zu Jeremia Kap 34 )
Rabbiner Dr. Salomon BREUER zur Wochenabschnitt Mischpotim
Rabbiner Dr. Salomon BREUER
(1850 1926)
Belehrung und Mahnungzur Wochenabschnitt Mischpotim (Auszug)
משפט וצדקה ביעקב אתה עשית Wie aber im gotterfüllten jüdischen Lebenjedes משפט als צדקה empfunden wird, so wird auch jede צדקה als משפט geübt. Pflichttat ists, auf die der Bedürftige im Namen Gottes Anspruch erheben darf, die der Gebende zu leisten hat, wenn er vor Gottes Auge gerecht dastehen will. Denn auch sie ist eine köstliche Frucht, die nur auf dem gottgewiesenen Lebensweg ihren Nährboden findet.
Und doch gibt es wohl kaum eine Mitzwa, die so mißverstanden und traurig missbraucht wird wie gerade מצות צדקה. Nicht allein, daß sie vielfach als Sühnemittel für die mit Bewusstsein geübte Vergehen herhalten muss glaubt man doch sogar die Einheit der Gemeinde in der neben den Institutionen der Gesetzestreue die Institutionen des vollendetsten Abfalls von Gott und seinem Gesetze in völliger Gleichberechtigung bestehen, damit rechtfertigen zu können, daß dadurch die Möglichkeit gegeben sei, צדקה in umfassenderem Masse zu üben.
Ruft uns nicht auch in diesem Sinne das Gotteswort zu: ושמרו דרך ה' לעשות צדקה ומשפט daß wir auch kein Schritt außerhalb des von Gott gewiesenen Weges setzen, wenn wir gewillt sind, gottgewollte צדקה zu üben?Jede צדקה aber, die durch Preisgabe auch nur einer göttlichen Forderung oder göttliche Wahrheit erkauft wird, versündigt sich an dem דרך ה', zu dessen Wahrung wir in erster Reihe verpflichtet sind. Wir haben das Unsrige voll und ganz zu leisten; aber Gott, der uns den דרך ה' gewiesen, weist uns Grenzen, die wir nicht überschreiten dürfen.
Meine Brüder und Schwestern! Es dürfte wohl kaum jemand in den Sinn kommen, mit Mitgliedern eines fremden Bekenntnisses in irgendeine religiöse Gemeinschaft zu treten, um mit deren Hilfe die Aufrechterhaltung jüdischer Institutionen zu sichern und צדקה in größerem Umfang üben zu können schon deshalb nicht, weil jede andere Konfession ein solch lächerliches Bündnis von vornherein ablehnen würde. Ist es aber nicht weit schlimmer, freiwillig einer sogenannten jüdischen Gemeinde anzugehören, die jüdisch nur insofern noch ist, als sie die Verpflichtung hätte, jüdisch zu sein, deren Institutionen jedoch den traurigsten Hohn auf alles Göttliche im Judentum darstellen und deren geistige Führer nicht vor dem Verbrechen zurückschrecken, unserem Judentum seine göttliche Seele, unsere תורה zu rauben und an ihre Stelle in der jüdischen Geschichte beispiellos dastehendes Machwerk subjektiver Willkür zu setzen!!
ושמרו דרך ה' לעשות צדקה ומשפט lautet das große Vermächtnis unseres Stammvaters an seine späten Enkel es ist auch das Vermächtnis unseres großen Rabbiners זצ"ל an seine קהלה!
גדולים צדיקים במיתתן יותר מבחייהן Die Größe der צדיקים wird oft erst nach ihrem Ableben ganz erkannt חכם עדיף מנביא Sein weises Auge hat diese Zeit, die wir erleben müssen, vorausgeschaut.
Zeigen wir unseren Kindern, zeigen wir unserer Jugend, daß man zum mindesten auf die Worte des heimgegangen רב zu hören hat.
Wenn unsere Kinder an uns nicht irre werden sollen, wenn unsere Jugend lernen soll, daß sie vor allem lernen müsse, gründlich, fleißig Thora lernen müsse und die selbständige Beschäftigung mit כלל- Angelegenheiten bescheiden, wie es seit מתן תורה im jüdischen Leben als selbstverständlich galt, den זקני הדור, den in תורה und יראת שמים ergrauten Führern überlasse, selber statt dessen lerne, lerne, aber auch darum lerne, um einst als gereifte Männer, als wahrhafte בני תורה den פסק ihres רב zu verstehen und nicht in erbärmlicher Unwissenheit zu korrigieren , dann lasst uns ihnen zeigen, daß für uns das heilige Vermächtnisunseres großen Rabbiners זצ"ל unverbrüchliche Geltung besitzt, daß uns der אמת und nur der אמת hoch über allem steht und daß wir nur unter gewissenhafter Wahrung des דרך ה' gottgewolltes משפט und צדקה zu üben imstande sind!
Dann aber dürfen wir hoffen, daß die göttlichen Segensverheißungen, die an jenes abrahamitische Vermächtnis geknüpft sind, sich auch an uns verwirklichen werden, so daß unsere קהלה imstande sein wird, in immer größerem Umfange ihren jüdischen Aufgaben gerecht zu werden.
הקב"ה, der bisher unserer קהלה so sichtlich beigestanden, wird auch in der Folge seinen mächtigen Beistand nicht versagen אל יעזבנו ואל יטשנו לנצח.
Quelle: Rabbiner Dr. Salomon BREUERBelehrung und Mahnung zweiter Teil Exodus J.Kaufmann Verlag Frankfurt am Main 1931 S.31-36
Dr. Raphael BREUER Mittel und Zweck - Eine halachische Betrachtung (1926)
Rabbiner Dr. Raphael BREUER
(1881-1932)
MITTEL UND ZWECK Eine halachische Betrachtung (1.Teil)
Die zionistische Palästinapolitik unterscheidet sich von der agudistischen durch ihre Hemmungslosigkeit. Sie ist nicht durch die Thora beschwert. Sie kann ihre realen Ziele verfolgen, ohne fortwährend die Moral der Thora fortwährend um ihre Zustimmung zu befragen. Die zionistische Palästinapolitik hat sich von der Thoramoral emanzipiert. Dagegen muss die agudistische Palästinapolitik sorgfältig im Rahmen der Thoramoral verharren. Das ist nicht immer leicht durchzuführen und die Versuchung ist groß gelegentlich aus diesem Rahmen herauszutreten und im Hinblick auf einen idealen Zweck die lähmende Frage nach dem einwandfreien Charakter der anzuwenden Mittel von sich abzuschütteln. Dieser menschlich begreiflichen Versuchung wurden wir leichter widerstehen können, wenn wir uns in di halachischen Grundlagen versuchen dieses Problems versenken. Unsere Frage lautet allgemein: Wie denkt die Halachah über das Problem der Heiligung des Mittels durch den Zweck?
I.
Die Wurzel der gesamten Überlegung ist die Frage nach den Grenzen der Arewuthpflicht. Arewuth heißt Gemeinbürgerschaft des einen für den anderen. Zur Nächstenliebe gehört auch die Teilnahme am Wohl und Wehe des Nächsten. Wie aber, wenn dieses Nächstenwohl nur mitsündhaften Mitteln gefördert werdenkann?
Erschienen in der WochenzeitungJüdische Presse (Wien) 1926 , 3
S R HIRSCH Aus dem Kommentar zur Wochenabschnitt Jissro
Rabbiner Samson Raphael Hirsch
Auszüge aus dem Kommentar zur Wochenabschnitt JISSRO
Kap.18 V.13-15 Die Zeit der Wüstenwanderung war daher die hohe Schule des jüdischen Volkes
Kap. 19,6 Ihr aber sollt mir ein Reich von Priestern und ein heilig Volk sein! Dies sind die Worte die du zu Jissroels Söhnen sprechen sollst.
Kap.19 V.6 und gerade für diese Bestimmung der gesamte Erde sollt ihr mir ein ממלכת כהנים und ein גוי קדוש sein. ממלכת כהנים, jeder einzelne von euch soll dadurch, daß er sich in seinem ganzen Tun von mir regieren lässt, in Wahrheit עול מלכות שמים auf sich nimmt und verwirklicht, ein כהן ein Priester sein, der durch sein Wort und Beispiel die Erkenntnis und Huldigung Gottes verbreitet, wie es in Jesajas 61,1 ausgesprochen ist: Ihr aber werdet Priester Gottes genannt werden, Diener unseres Gottes, wird man euch nennen, und ,גוי קדוש und wie priesterlich in jedem einzelnen, so soll eure Gesamterscheinung nach außen eine Gott heilige sein; ein einziges Volk unter den Völkern, das nicht dem eigenen Ruhm, der eigenen Größe, der eigenen Verherrlichung, sondern der Begründung und Verherrlichung des Reiches Gottes auf Erden angehört; und auch dieses wieder eben dadurch, daß es seine Größe nicht in der Macht, sondern in der absoluten Herrschaft des göttlichen Sittengesetzes sucht; denn das eben heißt: קדושה לא פחות ולא יותר , אלה הדברים וגו', wie die Weisen erläutern, nicht weniger und nicht mehr. Ein Minderes genügt nicht für eure Zukunft, und ein Mehreren bedarf es nicht.
10. Gott aber sprach zu Mosche: Gehe zum Volke und heilige sie heute und morgen, und lasse sie ihre Kleider waschen. 11. Lasse sie zum dritten Tage bereit sein; denn am dritten Tage wird Gott vor den Augen des ganzen Volkes auf den Berg Sinai sich hinablassen. 12. Umgrenze das Volks ringsum und sage ihm: Hütet euch wohl, den Berg zu besteigen oder auch nur einen Teil davon zu berühren! Jeder, der den Berg anrührt soll getötet werden. 13. Daß ihn keine Hand berühre! Denn gesteinigt soll er werden, oder nur hinabgestürzt, sei es Vieh oder Mann, er soll nicht leben bleiben; wenn das Entlassungshorn seine Töne dehnt, dürfen sie wieder den Berg ersteigen.
V.10-13 Ist ja das jüdische Gesetz das einzige, das nicht aus dem Volke hervorgegangen, daß zu konstituieren es bestimmt war. Ist ja Judentum die einzige Religion, die nicht aus dem Schosse der Menschen entsprungen, die in ihr den geistigen Boden ihres Leben finden: und gerade diese Objektivität des jüdischen Gesetzes, der jüdischen Religion, macht sie zu der einzigen ihrer Art, scheidet sie scharf und spezifisch von allem, was sonst auf Erden Gesetz und Religion heißt, und lässt sie das einzige Kulturmoment der Menschheit sein, das sich als Hebel und Höheziel jedes andern Fortschritts betrachten darf, selbst aber als das gegebene Absolute über allen Fortschritt erhaben ist. Weil allen andern Religionen und Gesetze, nur aus dem Schosse der zeitlichen Menschheit hervorgegangen, nichts anderes sind als Ausdruck dessen, was zu einer gegebenen Zeit von einem bestimmten Menschenkreis als deren Überzeugung von Gott, von der Bestimmung der Menschen und ihre Beziehungen zu Gott und zu einander zum Ausdruck gelangte, darum müssen auch alle andere Religionen und Gesetze gleich allen übrigen aus dem Schosse der Menschen zeitlich hervorgegangenen Momente der Kultur, der Wissenschaft, der Kunst, der Sitte mit der Zeit fortschreiten. Sie sind ja ihrer Natur und ihrem Ursprung zufolge nichts anderes, als der adäquate Ausdruck einer zeitlichen Menschheitsstufe in irgendeinem Gebiete der Menschenentwicklung. Die jüdische Religion und das jüdische Gesetz waren aber nicht aus den zeitlichen Überzeugungen der Menschen entsprungen, sie enthält nicht das, was zu irgendeiner Zeit die Überzeugung irgendwelcher Menschen von Gott und den göttlichen und menschlichen Dingen gewesen; sie sind vielmehr von Gott gegeben und enthalten das, was nach Gottes Willen die Überzeugung der Menschen zu allen Zeiten von Gott und den göttlichen, und vor allem von den Menschen und den menschlichen Dingen bilden soll. Das Gottesgesetz befand sich von vornherein im Gegensatz zu dem Volk, in dessen Mitte dieses Gesetz zu erst Stätte auf Erden gewann, ist das untrüglichste Kriterium des göttlichen Ursprungs dieses Gesetzes, das nicht aus dem Volke, sondern AN das Volk kam, und erst nach jahrhundertlangen Kämpfen sich dies Volk zu seinem Träger durch die Geschichte eroberte (Über die Einzigkeit des Judentums und sein Verhältnis zu Religion u. siehe Jeschurun I, S.3)
Kap 20 V.2Ich ד' sei dein Gott, der ich dich aus dem Lande Mizrajim, aus dem Sklavenhause hinausgeführt.
Kap.20 V.2 Indem dieser Satz nicht als eine Aussage, sondern als מצוה, als ein Gebot gefasst wird, spricht Er nicht aus: Ich ד', bin dein Gott, sondern: Ich, ד', soll dein Gott sein, und setzt damit als Fundament unserer ganzen Beziehung zu Gott jene Anforderung, die die Weisen unter dem Ausdruck קבלת עול מלכות שמיםbegreifen.
Der sogenannte Glaube ab das Dasein Gottes, wie alte und moderne Religionsphilosophen diesen Begriff auszusprechen pflegen, ist noch um Himmelsweiten von dem ferne, was dieser Fundamentalsatz des jüdischen Denkens und Seins erwartet. Nicht das es überhaupt einen Gott gebe, sondern daß dieser eine, einzige, wahrhaftige Gott mein Gott sei, daß Er mich geschaffen, und gebildet, dahin gestellt und verpflichtet und mich schaffe und bilde, erhalte, überwache, lenke und leite, daß ich mit ihm nur in zehntausendster Vermittlung als zufälliges Produkt des Universums zusammenhänge, dessen allererste Ursache Er vor Äonen gewesen, sondern: daß jeden gegenwärtigen Atemzug und jeder kommende Augenblick meines Daseins ein unmittelbares Geschenk seiner Allmacht und Seinem Dienste zu verleben habe,kurz: nicht die Erkenntnis Gottes, sondern die Anerkenntnis Gottes als meines Gottes, als der ausschließlich einzigen Lenkers aller meiner Geschicke und als der ausschließlich einzigen Leiters aller meiner Taten, erst dies ist die Wahrheit, mit deren Zugrundelegung ich den Boden eines jüdischen Daseins gewinne. Der Anforderung: אנכי ד' אלקיך entspricht nur die Erwiderung: אתה אלקי!
Nur die gänzliche Hingebung an Gott hat uns von den Menschen freigemacht, nur unter dieser Bedingung sind wir frei geworden und sind wir frei. Während andere Menschen und Völker nur mit ihrem geschöpflichen Dasein Gott verpflichtet sind, sind wir es auch mit unserm geschichtlichen, sozialen. Wir sind unmittelbar aus עבודת פרעה in עבודת ד' übergegangen, und אני עבדך בן אמתך פתחת למוסרי singt unsere Nationalhymne: Ich bin dein geborener Sklave; denn du hast meine Bande gelüftet!
V.12Ehre deinen Vater, und deine Mutter; damit lange deine Tage dauern auf dem Boden, den Gott, dein Gott dir gibt.
V.12 .Nicht auf die Erforschungsergebnisse unserer Betrachtung der Natur, auf die geschichtlichen Erlebnisse unseres Volkes, durch welche Gott eins offenbar geworden und seinen Willen uns offenbar gemacht, hat Er unsere jüdische Erkenntnis und Anerkennung Gottes, als Lenkers unserer Geschicke und Leiters unserer Taten gegründet. Himmel und Erde hatten zu den Menschen vergebens gesprochen, ja ihre Sprache hatte polytheistischen Umdeutung gefunden, und nur die dem jüdischen Volke geschichtlich gewordenen Offenbarungen Gottes haben den Menschen den monotheistischen Blick und das monotheistische Ohr zum Verständnis der Natur und der Geschichte wiedergebracht. יציאת מצרים und מתן תורה, diese beide Grundfakten des jüdischen Volkes, welche unsere Gotteshüldigung als des Lenkers und Leiters unserer Geschicke konstituieren, sind geschichtlichen Wahrheiten, Erkenntnis und Anerkennung geschichtlicher Wahrheiten beruhen aber lediglich auf Tradition, und Tradition beruhigt lediglich auf treuer Übertragung durch Eltern auf Kinder und auf willige Entgegennahme der Kinder aus den Hände der Eltern. Somit beruht die Fortdauer der großen jüdischen Gottesstiftung lediglich auf dem theoretischen und praktischen Gehorsam der Kinder gegen Vater und Mutter, und כבוד אב ואם ist die Grundbedingung der Ewigkeit der jüdischen Nation. Durch Vater und Mutter gibt Gott dem Kinde nicht nur das physische Dasein, sie sind auch faktisch das Band, daß das Kind mit der jüdischen Vergangenheit verknüpft, es Jude und Jüdin sein lässt, und sie sind es, die ihm die Tradition der jüdischen Bestimmung in Erkenntnis, Sitte und Erziehung überliefern sollen. Geschichte und Gesetz soll das Kind aus ihren Händen empfangen, um einst beides ebenso auf seine Kinder zu vererben. Wie es zu seinen Eltern aufschaut, sollen seine Kinder einst zu ihm aufschauen. Ohne dieses Band zerreißt die Kette der Geschlechter, geht die jüdische Vergangenheit der Zukunft verloren, und die jüdische Nation hört auf zu sein
V.14 Du sollst nicht erlüsten das Haus deines Nächsten; du sollst nicht erlüsten das Weib deines Nächsten, seinen Knecht, seine Magd, sein Ochsen, seinen Esel, noch irgend was deinem Nächsten gehört.
V.14 Du sollst nicht morden u.s.w. vermag auch ein sterblicher Gesetzgeber zu dekretieren. Allein du sollst nicht gelüsten vermag nur Gott zu verbieten, der Herz und Nieren prüft, vor dem nicht nur die Tat, vor dem auch der Gedanke und die Regung sich vollzieht. Menschen können nur Verbrechen verbieten und begangene Verbrechen notdürftig vor ihr Tribunal ziehen. Allein der Herd, die eigentliche Brut- und Geburtsstätte des Verbrechens entzieht sich ihrer Kognition. Ist aber einmal erst dort das Verbrechen reif geworden, so schreckt die Ausführung selten vor dem strafenden Arm der Menschengerechtigkeit zurück. Darum bleibt aller Staatenbau der Menschen Stückwerk und vergebens, gebrechliches Bemühen, so lange er nur von der Menschenmajestät getragen und vollendet werden soll, so lange sie mit Gott wohl den ersten Grundstein legen, aber ohne Gott das Gebäude aufführen zu können vermeinen, den Dekalog hinnehmen, um darauf die Nebukadnezarsäule menschlicher Vergötterung aufzurichten, nicht die Menschenmajestät dem Staate und dem Staate dem Gesetze und das Gesetz Gott unterstellen, sondern umgekehrt die Gotteshüldigung pflegen, um damit der schwanken Menschenhüldigung eine Stütze zu gewähren. Nur erst wenn Gott König über die ganze Erde und damit Sein Wille Gesetz der Menschen geworden, werden sich die Kerker schließen und wird das Elend von der Erde weichen.
Den Zehngeboten wohnt übrigens mitnichten eine größere Heiligkeit oder eine größere Bedeutung als irgend ein derder andern im Pentateuch ausgesprochene Gesetze bei. Sie sind weder das ganze Gesetz, noch sind sie heiligere Gesetze als alle übrigen. Wohl aber sind sie Grundzüge, allgemeine Kapitelüberschriften, zu denen die ganze übrige Gesetzgebung die eigentliche Ausführung bildet.
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH aus Haftoro Kommentar Wochenabschnitt Jissro (2. Teil)
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH
(1833 1900)
Aus dem Kommentar zur Haftoro des Wochenabschnittes Jissrau(zweiter Teil)
Jesaja Kap. 9, Versen 5 und 6
Die Haftoro bricht bei diesem unsäglich trüben Ausblick auf das im Haß und Verachtung des Judentums mit Aram vereinte Jissroél ab und schließt mit zwei einem späteren Kapitel (9) des Propheten entnommenen Versen. Dieselben enthalten den Hinweis auf Hiskijahu, jenen König, der mit davidischer Treue für die Gewinnung seines Volkes für die Thora wirkte, und dem vor allen die Erhaltung eines treuen Kernes zu verdanken ist, jener oben genannten Saat des Heiligtums, die den unsterblichen Stamm der jüdischen Nation zu bilden berufen war.
Kap.9. V. 5 כי ילד ילד לנו וגו' Ein Kind ward uns geboren. Dieses uns ist aus der Seele eben dieser damals unterdrückten gesetzestreuen Minderheit gesprochen. Der den Achas bereits geborene Sohn werde, so wird es hier verkündet, sich des von Achas mit Füssen getretenen Gesetzes annehmen, aufrichten, was jener gestürzt, und stürzen, was jener verderbenbringend geschaffen hatte. Er wird Träger der Herrschaft, es wird aber eine Herrschaft für Gott sein. Er wird seine königliche Macht als der jüdische König, wie er im Gottesworte vorgesehen ist, zur Anwendung bringen. Mit diesem Königswirken steht er im Dienste der Anbahnung des höchsten, einzig wahren Friedens auf Erde, jenes Friedens ohne Ende, der am Ziele der Geschichte winkt, und dessen Heilessaaten jener treue Jissroélskern für die Menschheit trägt, der durch Hiskijahus Wirksamkeit erstarken sollte.
ויקרא שמו: Namen nennen, ist, von Gott gebraucht, gleichbedeutend mit: Bestimmung geben. פלא יוצץ אל גבור אבי עד sind Subjekte und beziehen sich auf Gott. Er nannte den Namen des dem Schear geschenkten Kindes: Fürst des Friedens und bestimmte es damit:
V.6. למרבה המשרה וגו' auf den Davidsthron zum Mehrer des Gottesreiches, den Davidsthron als echter und eigentlicher Davidssprössling nicht auf Unrecht und Gewalt, sondern auf Recht und Liebe zu gründen und zu stützen. Mit der Herrschaft des Rechtes und der Nächstenliebe, die er durch Verwirklichung des Gottesgesetzes im Volke anbahnt, stellt er den Davidsthron in den Dienst der göttlichen Weltwaltungsziele. Dadurch aber verleiht er ihm eine auch über die Zeiten, da er den Augen völlig entschwunden ist, hinaus in die Ewigkeit reichende Bedeutung und Dauer. Liebe und Recht wurden an der Wiege des jüdischen Volkes einst dem Ahnen als Inhalt der ganzen Sendung seines Volkes bezeichnet (1 B.M. 18,19) : Recht und Liebe bilden die Grundlage und Ziel derjenigen Herrschaft, die berufen ist, für die Herbeiführung des ewigen Friedens zu wirken. Und was sichert diesem die Jahrtausende überdauernde Werke die Verwirklichung? Es ist die Rechtswahrung Gottes, קנאת ה' ( קנא: sein Eigentumsrecht vertreten), die von jetzt bis in die Ewigkeit an diesem Werke arbeitet. Nach jüdischer Lehre ist die Menschheit das teuerste Gut Gottes. Ihre freie Huldigung in freier Entfaltung des vollendeten reinen Menschentums ist das Einzige, was Gott von der Welt erwartet. Er ist der Vater, der nach seinen Kindern sich sehnt, seine Kinder nie aufgibt, sie sich durch nichts auf die Dauer entziehen lassen will. Alle Ereignisse der von ihm gelenkten Gänge der Geschichte stehen im Dienste dieses Werkes. Deshalb gehört die Zukunft ihm. Das hohe Bild des ewigen Friedens, der Paradiesseligkeit auf Erden, das als süßer Traum in den Kindheitsdämmern aller Völkerseelen lebte, und von den an der rauen Wirklichkeit ernüchterten Völkern, solange sie die gottgewiesenen Wege zur Verwirklichung dieses Traumes verschmähten, als Utopie belächelt wird, verdient dieses Lächeln auch wirklich, solange sie sich der Huldigung des Rechtes und der Nächstenliebe verschließen.Auf dem Boden der jüdischen Wahrheit aber ist der ewige Friede und das Paradies auf Erden mit nichten eine Utopie, sondern eine von dem Schöpfer des Menschen verbriefte Verheissung, der am Ziele der Geschichte die concreteste und realste Wirklichkeit winkt.
(Die Haftoroth übersetzt und erläutert, Frankfurt am Main 1896: S. 141- 142Kommentar zu Jesaja Kap 9 )
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH zur Haftoro Wochenabschnitt Jissro (Teil 1)
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH
(1833-1900)
הפטרת יתרו
Kommentar zur Haftoro des Wochenabschnittes Jissro(Teil 1)
Jesaja Kap.6 u.7 und 9 V.5-6
Das Thorawort zeigte uns mit der Gesetzgebung am Sinai die Anbahnung des Wiedereinzuges Gottes in den Menschenkreis, zunächst in Jissroél. Es zeigte uns Jissroél berufen, ein Reich von Priestern, ein heilig Volk zu werden durch Verwirklichung jenes Gesetzes, dem dann in seiner Mitte ein Heiligtum erstehen sollte, von dem aus, durch die in ihm zu vollziehenden symbolischen Weihehandlungen, an der Gewinnung Jissroéls für sein menschheitspriesterlichen Beruf und an seiner Erziehung zu einem heiligen Volke stets gearbeitet werden sollte, auf daß Gott, nicht in dem Heiligtume, sondern in des Volkes Mitte seine segnende Gegenwart dauernd bekunde. Das Prophetenwort zeigt uns Gottes Herrlichkeit diesem Heiligtume sich enthebend, in dessen Herstellung und in dessen allerdings mit exakter Pünktlichkeit vollzogenen Weihebehandlungen das betörte Volke die Summe seiner Verpflichtungen gegen das Gesetz erschöpft wähnte, dem es doch jede heiligende Einwirkung auf sich und auf die Gestaltung seines Lebens versagte, zu dem es sich vielmehr im Leben in ausgesprochenen Gegensatz gesetzt hatte. Sie hatten vergessen, daß, wie das Wort des Psalmisten (Ps. 68, 18) es ausspricht, אדני בם Gott nur dann und nur so lange in ihrer Mitte sei, als סיני בקודש, als der Altar im Heiligtume für sie die Bedeutung des Sinai habe, sie in den in ihrem Namen vollzogenen Opferhandlungen ihr נעשה ונשמע wir wollen Deinen Willen vollbringen und stets auf ihn hinhören! wiederholten, das Feuer auf dem Altare das Symbol des אשדת sei,des Feuergesetzes, das durch unsere Hingebung und durch die Hingebung alles Unsrigen seine Verwirklichung, seine Nahrung finden will. Sich einen Menschenkreis zu schaffen, der, als erster im Kreise der Völkerfamilien, durch freie freudige Erfüllung seines als Gesetzeswort an den Menschen ausgesprochen Willens seinem ganzen Leben in allen seinen Verhältnissen das Gepräge der vollendeten edlen göttlich reinen Menschentums aufdrücke: dazu war Gott, wie es in dem Schlussworte des durch Moses überbrachten Gesetzes rückblickend heißt, aus den Myriaden seinen Willen in unverbrüchlichem Gehorsam vollbringender Diener in Israels Kreis eingegangen. Da Jissroél in seiner Mehrheit diesen Gehorsam beharrlich verweigerte, sah der Prophet, es war der Augenblick seiner Berufung, Gottes Herrlichkeit sich zurückziehen und schaute eben diese רבבות קודש, die Seraphim Seiner harrend, und vernahm ihren Ruf: קדוש קדוש קדוש וגו' die Verkündigung der Heiligkeit Gottes, und daß die Fülle der ganzen Erde die Offenbarung Seiner Herrlichkeit sein solle.
Heiligt euch, so werdet ihr heilig werden, denn heilig bin Ich und: Heilig sollt ihr sein, denn heilig bin Ich, Gott, euer Gott! (3 B.M. 11,44 und 19,2) hatte Gott zu Israel gesprochen, und damit Heiligkeit, das ist kampflos freudiges stetes Bereitsein zur Erfüllung des göttlichen Willens als höchste Stufe der menschlichen Vollendung, und das והתקדשתם, die Selbstheiligung, die Selbsterziehung zu dieser Stufe als durch das Gesetz gegebene und ermöglichte Aufgabe ausgesprochen, durch freie Unterordnung unserer Sinnlichkeit unter das Gebot der Pflicht unser irdisches Teil selbst in das Bereich des Ewigen zu erheben. Bei diesem Rufe der Seraphim, der die ganze Erde als Offenbarungsstätte der Gottesherrlichkeit verkündete, sah der Prophet das Heiligtum in seinen Grundschwellen erbeben. Es war ja gerade bestimmt, die erste Vermittlung zur Verwirklichung dieser Gottesabsicht zu sein und ertrug deshalb den Ruf nicht, der den Gegensatz des ganzen Tempellebens zu dem von Gott durch es beabsichtigten Zwecke in seiner ganzen Schärfe hervortreten ließ. Zu gleicher Zeit sah er das Feuer auf dem Altar verlöschen: das Haus wollte sich mit Rauch füllen.
Da erfasst ihn tiefes, verzweiflungsvolles Weh. O daß ich verstummen muss! Daß ich dem verblendeten Volke nicht sagen kann, was ich geschaut! Ich fühle meine eigene Unzulänglichkeit, und mein Volk würde mich nicht verstehen. Die ganze Anschauungs- und Denkweise ist in dem Grade von der Verderbnis ergriffen, daß jede Verständigung ausgeschlossen ist. Die Worte haben einen andren Sinn, die Begriffe einen anderen Inhalt erhalten. Da hält ihm der Seraph eine scheinbar erloschene Kohle vom Altare an die Lippen und lässt ihn fühlen, daß sie noch einen Glutkern berge, der nur des Hauches seines Mundes, seines Wortes harre, um wieder zur Flamme angefacht zu werden. In dem Augenblicke, da er dies begriffen, und vertrauensvoll und stark in den Dienst der Erhaltung und Belebung seines Mundes, seines Wortes harre, um wieder zur Flamme angefacht zu werden. In dem Augenblicke, da er dies begriffen, und vertrauensvoll und stark in den Dienst der Erhaltung und Belebung und Wahrung dieses heiligen Feuers sich stelle, werde seine eigene Unzulänglichkeit verschwunden sein. Jetzt vernahm er den Gottesruf, wer für die verlassene Gottessache auf Erden eintreten wolle, und jetzt erhob er sich und sprach das Wort des großen Ahnen: הנני, ich in bereit, sende mich!
Das erste Wort aber, das in seiner Sendung im Namen Gottes zu sprechen hatte, war ein lauter Kampfesruf gegen alle geistlichen und weltlichen Machthaber in Israel. Er hatte an das im tiefinnersten Herzen der Nation nur schlummernde Volksgewissen zu appellieren und laute Anklage zu erheben, daß man das an sich empfängliche und für das Höchste befähigte, durchaus noch nicht unrettbar verlorene Volk verführe, es stumpf und unempfänglich, es blind und taub und dadurch seine Heilung unmöglich mache!
Das war der erste scharfe Hauch, der den Glutkern vor dem Erlöschen bewahren sollte. Doch zugleich ward ihm auf die Frage, wie lange dieser Zustand dauern werde, die jede auf einen unmittelbaren, durchgreifenden und sichtbaren Erfolg gerichtete Hoffnung niederschlagende Antwort: Die Rettung der Mehrzahl werde auch seinem Worte nicht gelingen, die vielmehr bis zur hereinbrechenden Katastrophe in ihrer Verblendung verharren werde. Der Rettung der jetzt unterdrückten treuen Minderzahl, daß nicht auch sie sich fortreißen lasse und verloren gehe, gelte seine Sendung, und diese Rettung werde gelingen. Wenngleich auch dieser treue Kern, das Zehntgeweihte, gleichfalls in einer langen Reihe seiner Geschlechter der läuternden Flamme ausgesetzt werden müsse, und auch von ihm viele Generationen abfallen werden, so sei doch die Zukunft sein, und er bilde den immer ersterbenden Stamm, der die Saat des Heiligtums, der Menschheitsheiligung, für alle Zukunft schützend in sich berge und so die Zukunft rettete.
(Die Haftoroth übersetzt und erläutert, Frankfurt am Main 1896: S. 132- 134Kommentar zu Jesaja Kap 6 )
Rabbiner Dr. Salomon Breuer zur Wochenabschnitt Jissro
Rabbiner Dr. Salomon BREUER
(1850 1926)
Belehrung und Mahnungzur Wochenabschnitt Jissro (Auszug)
Nie und nimmer wird es der Menschengesellschaft gelingen, den Forderungen der Menschlichkeit Anerkennung und Verwirklichung zu verschaffen, solange sie nicht im Namen Gottes erhoben werden und die Menschheit nach der Botschaft göttlicher Lebensforderungen sich nicht sehnt. Nicht Aufklärung, noch Fortschritt schützt die Menschheit vor grässlicher Selbstzerfleischung, und die Verbrechen wider das Leben und das Eigentum und die Ehre des Nebenmenschen sind trotz aller Kultur nicht geringer geworden, und als ein kümmerliches, unzulängliches Surrogat hat sich immer der Appell an das Gewissen erwiesen, das doch nichts als ein dämmerndes Ahnen, der Betäubung nur zu leicht zugänglich, ein Spielball unter der Herrschaft der Leidenschaft und übermächtiger Triebe.
Nur das allmächtige וידבר אלקים vermag der Erlösung der Menschheit herbeizuführen: das וידבר אלקים, das den ganzen Menschen erfasst, seine ganze Seele beherrscht und in ihr jenes echte, untrügliche Gewissen erzeugt, das Gottes Stimme ist, als Gottes Gegenwart und Gottes Wort Wache hält vor jedem Gedanken, der die Tat zu gebären sich anschickt, daß er im Anblick der Gottesnähe sich prüfe, ob er dem Gotteswillen entspricht.
Zum Künder dieser Erlösungsbotschaft hat Gott Jissroel am Sinai geweiht. Deshalb hat Gott sein וידבר אלקים an euch gerichtet: לבעבור נסות אתכם um euch zu erproben, ob ihr gewillt seid, in eurem eigenen Leben den Gotteswillen zu verwirklichen, der euch erst zum wahren Menschen adelt und euch dadurch, wie die Weisen so sinnig kommentieren, בשביל לגדל אתכם בין האומות כנס של ספינה gleich einem hoch emporragenden Mastbaum zum weithin sichtbaren Wahrzeichen inmitten einer verirrten und verblendeten Menschheit hinstellt, um ihr mit eurem Leben die Botschaft ihrer einzig möglichen Erlösung zu künden!
Zu solcher lauter Verkündigung ewiger Sinaiwahrheit lasset uns unser Leben gestalten, daß es sich ragend wie ein göttliches Wahrzeichen, Erlösung verheißend, inmitten einer großen Menschheit erhebe. Dann lasset uns voll Vertrauen der Zukunft entgegenharren ויברכנו אלקים Unendlicher Segen wohnt unserem Leben inne Gott lässtunser Leben zur Segensquelle für eine ganze Menschheit werden denn mit uns werden einst die Enden der Erde Gott fürchten: וייראו אתו כל אפסי ארץ.
Quelle: Rabbiner Dr. Salomon BREUERBelehrung und Mahnung zweiter Teil Exodus J.Kaufmann Verlag Frankfurt am Main 1931 S.31-36
(73,8) Endlich der 15. Schwat (חמשה עשר בשבט). Dieser ist nicht eigentlich ein Gedenktag, sondern nach der Mischna (ר"ה א א) der Jahresanfang für die Berechnung für die Berechnung des Zehntens von den Baumfrüchten, eine Feier des aus dem Winterschlafe erwachenden pflanzlichen Lebens, das sich in der beginnenden Knospenentwicklung zeigt. Es unterbleibt, wie bereits oben (46,8) vorgetragen worden, das Bittgebet תחנון. In vielen Orten wird an diesen Tagen, namentlich am erstgenannten, eine Schülerfeier veranstaltet.
(Die anderen Gedenktage dieses Abschnittes sind den 18.Ijar und den 15.Aw)
עמודי הגולה Die Vorschriften der Thora welche Jissroél in der Zerstreuung zu beobachten hat. Ein Lehrbuch der Religion für Schule und Familie von Ludwig Stern, Direktor der israelitischen Schule in Würzburg. Zweite vermehrte und verbesserte Auflage (S.155 - 157) Frankfurt a.M. Verlag von J. Kaufmann 1886
Aus seinem Kommentar zur Wochenabschnitt Beschalach
Kap. 16 V 29 Sehet, daß Gott euch den Sabbat gegeben hat, darum gibt Er euch am sechsten Tage Brot für zwei Tage. Bleibet jeder wo er ist, keiner gehe aus seinem Orte am siebenten Tage!
V.29 Es dürfte nicht überflüssig erscheinen, hier anzumerken, durch das Verbot welcher Werktätigkeit hier der Sabbat sofort bei seiner ersten Einführung in das Leben des jüdischen Volkes charakterisiert ist. Allen denen gegenüber, die unsrem Volke den Sabbat zu stehlen und uns zu bereden versuchen, unter dem לא תעשה כל מלאכה der Zehngebote sei nur schwere, mit körperlicher Anstrengung verbundene Arbeit verstanden, sei hier darauf hingewiesen, wie gleich bei erster Begründung des Sabbats ausdrücklich das Aussuchen der Nahrung, Kochen und Backen überhaupt Bereiten des täglichen Mahles, Aus- und Einbringen aus dem freien allgemeinen Raum in den privaten und umgekehrt, oder auch das Verlassen des Wohnortsrayons verboten ist. Alles Tätigkeiten, die die Herren von der Sabbatreform als nicht der Heiligkeit des Sabbats widerstehend erklären möchten. Dabei bedenke man, daß es sich nur um das Auflesen der fertig daliegende Nahrung handelte und sehr wahrscheinlich das ganze Geschäft des Mannalesens innerhalb einer, höchstens zweier Stunden zu vollbringen war und vollbracht werden mußte, somit der ganze übrige Teil des Tages für sogenannte Gottesdienst mit obligatem Chor und Predigt völlig frei geblieben wäre, und doch ist das einfache Mannaauflesen Sabbatentweihung!
Es ist aber überhaupt nicht zu übersehen, wie der Begriff שבתון, welcher hier an der Spitze aller Bestimmungen für die Sabbatinstitution gestellt ist, von vornherein eine Beschränkung der Tätigkeit statuiert, die weit über den Begriff des איסור מלאכה hinausgeht. Während das עשית מלאכה Verbot nur das eigentliche menschliche Schaffen, das Produzieren einer kunstgerechten Veränderung eines Stoffes, dies aber dann als das höchste, todeswürdige חלול שבת verpönt ist, ist שבתון der substantivische Begriff des Sabbatgebotes: תשובה, und gebietet seiner etymologischen Bedeutung gemäß und in der Allgemeinheit, ohne Objekt: Stillstand der wochentätigen Tätigkeit überhaupt, auch wo sie nicht unmittelbar produktiv ist. Der Begriff שביתהumfaßt somit alle Erwerbs- und Gewerbstätigkeit, alles was der Prophet (Jes.58,13) in dem Satze: אם תשיב משבת רגלך וגו' Wenn du vom Sabbat deinen Fuß zurückhältst, nicht deinem Willen an meinem heiligen Tage auszuführen u.s.w. und du ihn ehrest, indem du deine Wege nicht machest, deinen Willen nicht suchest und nicht einmal ein Wort davon spricht, als Entweihung des Sabbats bezeichnet, alles ferner, was schon aus der allgemeinen Pflicht des שמירת התורה und speziell der שמירת השבת als Gesetzeshut im Prinzipe gegeben und von חז"ל in den גזרות und שבותיםnur näher präzisiert worden.
Wie der Prophet (Amos 9,11) bei der Wiederaufrichtung der fallenden Davidshütte erst die Umzäunung wieder herstellen und dann sie wieder erbauen lässt, weil ja nur innerhalb eines geschützten Gebietes sich der Bau gesichert für immer vollbringen lässt, also sehen wir auch für den wöchentlich aufs neue zu vollziehenden großen Aufbau des Sabbats erst das ganze Gebiet der Menschentätigkeit für den Sabbat in Anspruch genommen, innerhalb dessen sodann der große Bau des איסור מלאכה gesichert ausgeführt werden kann, der die weltbeherrschende Menschentat zu Bausteinen eines אות,ברית und קדש, eines Gott verkündenden, Gott und Menschen verbindenden Heiligtums hinnimmt und nur innerhalb der über das ganze Gebiet der Menschentätigkeit sich erstreckenden Sabbatweihe sicher für die Ewigkeit vollzogen werden kann. Daher sehen wir denn auch eben hier gleich in dem Begründungskapitel des Sabbats alle שבותי דרבנן: מוקצה , נולד,הכנה, auch תחומין, soweit sie דרבנן,in ihren Wurzeln bereits gegeben.
Kap.17, V.8 Es kam Amalek und kämpfte mit Jissroél in Refidim.
Kap.17, V.8 Alle Erfahrungen, die das zum Gottesvolke bestimmte Israel seit seinem Eintritte in die Wüste bisher gemacht hat, Mara, Wachteln, Manna, Sabbat, Wasser aus dem Felsen, lehrten es seine künftige Stellung zu der Natur kenne, lehrten es, welche Unabhängigkeit von den Naturgewalten es mit alleiniger Unterwerfung unter den Willen des Einzigen zu gewinnen haben solle. Eine Erfahrung war noch in diesen Vorbereitungswochen für die Gesetzempfängenis zu machen übrig: die Stellung des künftigen Gottesvolkes als Volk unter den Völkern, seine Stellung zu den Menschengewalten und für die Zukunft des Menschengewalt. Diese Erfahrung sollte ihnen noch in Refidim werden; ihr Lehrmittel war Amalek.
Wie Esaus Genius einst Jakob, Jissroéls Ahn auf dem Wege zur eigenen Selbständigkeit in nächtlichen Angriff das ganze ringende Geschick und den endlichen, Gott verkündenden Sieg durchleben ließ, den Esaus Kinder Jakobs Söhnen während der Nachtjahrhunderte der Volksgeschichte bereits würden: so war Esaus Enkel, Amalek, das erste und einzige Volk, das Jakobs Enkeln, Jissroél, auf ihrem Zuge zur nationalen Selbständigkeit, ungereizt und unbedroht, sich mit feindlichem Angriff entgegen warf. Wie עיף ויגע, wie wanderungsmüde und schwach auch dieses mit Weib und Kindern eine Heimat suchende Familienvolk erschien, die Gottesmacht, die schirmend und leitend über ihnen schwebte, war so imposant sichtbar geworden, aß ihr Schrecken alle übrigen Völkern selbst die zunächst bedrohte lähmte. Philistäa fürchtete, Edom blieb bestürzt, Moab zitterte, Kanaan war ganz verzagt, nur Amalek eilte, völlig unprovoziert, herbei, um das Ruhmeswagnis und den Kampf mit der Macht zu bestehen, der selbst ein Pharao erlegen. Es alleinלא ירא אלקי' , fürchtete Gott nicht. Es allein war der Erbe jenes Geistes, der sich das Schwert zum Anteil erkor, der den Ruhm in blutigem Lorbeer, und der das נעשה לנו שם, mit welchem der alte Nimrod die Weltgeschichte eröffnet, in Vernichtung des Volksglücks und Zerstörung des Menschenheils zu verwirklichen sucht. Diese Ruhm suchende Gewalt ist der erste und letzte Feind des Menschenheils und des Gottesreiches auf Erden. Pharaonische, Interessen suchende Gewalt hat noch Interesse an der Erhaltung des Geknechteten und kann selbst ein Freund der Freiheit werden, wenn die Freiheit in ihrem Interesse wuchert. Amaleks Ruhm suchendes Schwert hat keine Ruhe, so lange noch ein bescheidenes Glück blüht, das vor seiner Gewalt nicht zittert.
Ebenbürtige, gleich ihm schwergerüstete Gewalt haßt Amalek nicht, vielmehr in solcher Rüstung nur achtende Furcht vor seinem Schwerte, bekriegt, aber achtet, was ihn anerkennt und dem gleichen Prinzipien huldigt. Da aber sieht er einen Gegenstand tödlichen Hasses und gründlicher Verachtung, wo man es wagt, den Schwert entbehrlich zu finden, wo man geistig-sittlichen Mächten zu vertrauen wagt, von denen das Schwert ebenso wenig eine Ahnung hat, als es sie zu erreichen vermag. In dem Vertreter der friedlichen Hoheit des Menschen sieht es den Hohn seines Prinzips, sieht es seinen einzigen Gegner und ahnt es seinen einstigen Sturz. Mit dem sicheren Instinkt des Hasses eilt daher Nimrod-Amalek herbei, den Herold dieser geistig-sittlichen Friedenshoheit des Menschen gleich bei seinem ersten Auftreten in der Völkergeschichte zu zertreten. Amalek kam und bekriegte Jissroél in Refidim. Vielleicht, wenn nicht Israels Gott versuchender Kleinmut Refidims Umwandlung zu einer Wasser bietenden Lagerstätte veranlaßt hätte, wäre Jissroél schon längst nach Horeb weiter geführt worden und Amalek hätte es nicht mehr in Refidim getroffen. So aber hatte Jissroél diese neue angstvolle Erfahrung zu bestehen.
V.9-12 Da sprach Mosche zu Jehoschua: Wähle uns Männer und gehe hinaus, kämpfe mit Amalek. Morgen stehe ich auf dem Gipfel des Hügels, den Stab Gottes in meiner Hand.
10. Jehoschua tat, wie im Mosche gesagt hatte, mit Amalek zu kämpfen. Mosche, Aharon und Chur waren zum Gipfel des Hügels hinangegangen.
11. Und es war, wenn Mosche seine Hand in der Höhe hielt, siegte Jissroél, und wenn er seine Hand ruhen ließ, siegte Amalek.
12. Moshes Hände wurden schwer, da nahmen sie einen Stein, legten ihn ihm unter, und er setzte sich darauf. Aharon und Chur stützten seine Hände, der eine von hier, der andere von dort; so blieben seine Hände Ausdruck des Vertrauens, bis die Sonne unterging.
V. 9-12 Angegriffen von Amalek, muß Jissroél den Kampf wagen, allein es ist nicht Jissroéls Schwert, sondern Moses Stab, der Amalek besiegt, und es nicht eine dem Stab innewohnende Wunderkraft, sondern es ist die durch die emporgehobene Hand zum Ausdruck und Bewußtsein kommende אמונה, das vertrauensvolle sich Hingeben und Anklammern an Gott, das dem Sieg erstreitet.
אמונה kommt so absolut als Bezeichnung des Charakters oder Inhaltes eines Subjekts vor. כל מצותיך אמונה (Ps.119,86), ואמונה עניתני (das.75), daß du mir Leiden gegeben, war deinerseitsאמונה . Aaron und Chur waren die Repräsentanten des Volkes Moses zur Seite. Nicht des Führers, sondern das durch den Führer geweckte Gottvertrauen des Volkes führt zum Siege.
V.13 Jehoschua schwächte Amalek und sein Volk mit der Schärfe des Schwertes.
V.13 חלש , ויחלש: während חלץ das Lösen eines hemmenden Bandes, somit ein Freimachen bedeutet, heißt חלש das Lösen der natürlichen zusammenhaltenden Kraft, somit: schwächen. Josua schwächte nur Amalek. Seine endliche Besiegung bleibt der fernen Zukunft vorbehalten. Ist ja auch Jissroél noch nicht reif. Bis zu Jissroéls Reife ist selbst für Jissroéls entwickelnde Erziehung der Gegensatz notwendig.
V.14 Gott sprach zu Mosche: Schreibe dies zum Gedächtnis in das Buch, und gib es auch in Jehoschuas Ohren, ass ich Amaleks Gedächtnis gänzlich von unter den Himmel forttilgen werde.
V.14 בספר, in das Buch der Lehre und des Gesetzes, ושים וגו' und was du allgemein zum Gedächtnis niedergeschrieben hast, das übermittle erklärt und entwickelt dem Geiste Josuas. Wir haben hier für ein geschichtlichen Moment כתב und בעל פה wie für das Gesetz. Vergl.ואלה המשפטים אשר תשים לפניהם (Kap. 21,1) את זכר עמלק. Nicht Amalek ist das Verderbliche, das Andenken das Ruhmesgedächtnis Amaleks ist das Verderbliche für die sittliche Zukunft der Menschheit. So lange die Annalen der Menschheit das Gedächtnis der Helden des Schwertes mit Ruhm bedecken, solange Würger und Mörder des Menschenheils nicht in Vergessenheit begraben werden, so lange blickt jedes jüngeren Geschlecht bewunderend zu diesen Größen der Gewalt und gleichen Ruhm. Erst wenn das göttliche Sittengesetz das einzige Maß für Kleinstes und Größtes geworden und nicht in umgekehrten, sondern in gleichem Verhältnis der Anspruch des Sittlichen wächst mit der Größe und der Macht, und je größer und mächtiger der Mensch, um so weniger eine Versündigung gegen das Sittengesetz entschuldbar gefunden wird, und Verbrechen Großer und Mächtiger um so tiefer mit Abscheu erfüllen: erst dann wird Amaleks Reich auf Erden für immer dahin sein. Daß dies das endliche Ziel der Gotteswaltung in der Geschichte sei, das hat Gott hier nach der ersten Schwächung Amaleks ausgesprochen: Auslöschen, auslöschen werde ich das Andenken Amaleks, so weit der Himmel reicht. So ist auch V. 9,7 der Gedanke prägnant ausgesprochen, daß erst mit dr Untergang des Gedächtnisses der Verheerungen und Eroberungen, diese selbst von der Erde verschwunden sein werden: אבד זכרם המה !
V. 15 Da baute Mosche einen Altar und nannte ihn: Gott ist mein Panier!
V.15 ויבן משה מזבח. Wie Jakob, nachdem er im nächtlichen Kampfe mit Amaleks Genius den Namen Israel errungen, im Bewußtsein dieses Namens ein Altar zum Denkmal baute ויצב שם מזבח (1 B.M. 33,20 siehe das.) und sich damit den Zuruf verewigte: אל אלקי ישראל: so baut auch hier Moses nach dem ersten Siege über Amalek und nach der ihm offenbar gewordenen Bedeutung dieses Sieges einen Altar zum Denkmal. Amaleks Größe ist Zerstörung. Jissroéls Sendung heißt Bauen, und zwar friedliche, menschliche Aufbau alles Irdischen zu Gott. Dieser Altarbau, diese endliche Erhebung der ganzen Erde zu einem Gottesaltare ist der Gegensatz zu Amaleks Schwert (vergl. Kap.20,22). Dieser Mosesaltar der Wüste beginnt den Kampf mit Amalek; darum nannte er ihn: ד' נסי, Gott ruft mich in den Kampf, und zeigt mir, wo ich kämpfen soll. נס ist keine Waffe und kein Schutz. נס ist das hoch emporgehaltene Zeichen, das dem Kämpfer Richtung und Ort des zu bestehenden Kampfes zeigt. Das Werk, das Gott durch Moses beginnen und begründen ließ, hat nicht nur die Konstituierung Jissroéls nach Innen zum Ziele. Der göttliche Aufbau alles Menschlichen in Jissroél hat die Bekämpfung und Überwindung alles Ungöttlichen und Unmenschlichen auf Erde zum Ziele. Dieser Bau greift nicht an, aber er wird angegriffen, wie von Amalek hier, und in dem Kampfe seiner Verteidigung geht Amalek zu Grunde.
V.16 Er sprach es: denn die Waltung auf Gottes Thron heißt: Krieg für Gott wider Amalek von Geschlecht zu Geschlecht.
V.16 ויאמר, er gab ihnen diesen Namen und sprach damit aus, daß u.s.w. oder: er sprach dies, weil u.s.w. כס kommt nicht wieder vor. Es ist offenbar, das nicht vollendete כסא, so wie י' nur ein Teil des Gottesnamens ist. Es ist offenbar wie die Weisen es ausgesprochen:לא השם שלם ולא הכסה שלם עד שיאבד זכרו של עמלק, so lange Amaleks Ruhmgedächtnis lebt, ist weder Gottes Thron noch sein Name vollständig. Nur in der Natur, aber nicht über die Menschenwelt wird Gottes Herrschaft anerkannt, so lange nicht die Menschentat sich Gott unterwirft, und so lange das Ideal der Menschengröße die Gewalt und nicht die Gott huldigende Vollbringung seines Sittengesetzes ist. Allein Moses spricht es hier aus: die auf Gottes Thron waltende Macht so unausgebaut auch noch der Thron und so unvollständig auch noch erkannt sein Name heißt nichts anderes als: Krieg für Gott, d.h. für seine volle Anerkennung, wider Amalek von Geschlecht zu Geschlecht. Der Inbegriff der Gotteswaltung in der Geschichte ist nichts anderes, als Kampf wider Amalek bis ans Ziel der Zeiten.
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH aus dem Kommentar zur Haftoro des Wochenabschnittes Beschalach
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH
(1833 1900)
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Aus dem Kommentar zur Haftoro des Wochenabschnittes Beschalach
Richter Kap.4 Vers 4
Die Geschichte Jissroéls zur Zeit der Richter ist die Geschichte eines steten Wechsels von der Treue zum Abfall und vom Abfall zur Treue. Sie zeigt uns Jissroél, wie es in der Ungestörtheit des Genusses seines Landbesitzes und seiner Selbständigkeit immer wieder die Eigenartigkeit seiner Bestimmung und seines Geschickes vergißt, vergißt, daß es Freiheit und Landbesitz nur Gott verdanke und nur zur Verwirklichung seines Gesetzes empfangen habe. Dieses Gesetz steht im vollen Gegensatz und bringt den von ihm erzogenen Menschenkreis in vollendeten Gegensatz zu den Völkern seiner kanaanitischen Umgebung. Im Gegensatz zu deren sittlicher Entartung will es zur Selbstbeherrschung, im Gegensatz zu ihrer Selbstsucht will es zur Nächstenliebe, in Gegensatz zu ihrer Vergötterung der Gewalt will es zur unbedingten Unterordnung unter das Gebot der Pflicht erziehen. Jissroél aber hatte, seine Bestimmung vollständig vergessend, die Töchter der kanaanitischen Bevölkerung, in deren Mitte es lebte, zu Frauen genommen und seine eignen Töchter ihren Söhnen gegeben, und sie dienten ihren Göttern. (Richter 3,5,6) Da waren sie durch göttliche Fügung von schweren Verhängnissen getroffen worden. Zuerst vom Könige von Amram Naharajim acht Jahre ihrer Selbständigkeit beraubt, bei späterem Rückfalle achtzehn Jahre von Moab geknechtet, und sodann, nach achtzig Jahre der Selbständigkeit und ungestörten Glückes wieder in der alten Abfall zurückgesunken, hatten sie zwanzig Jahre die ganze Schwere erbarmungsloser Unterdrückung und Vergewaltigung kennen gelernt. Dieselben Völker, deren Götter Jissroél gedient, zu deren Kultur es in stupider Verwunderung aufgeblickt, mit denen es sich durch Verschwägerung hatte amalgamieren wollen der älteste Versuch jener Lösung der Judenfrage, die uns von unsren Freunden immer wieder so eindringlich empfohlen wird, hatte auch damals nur mit grimmigen Hasse der also Umworbenen geendet! dieselben waren damals wie später in Gottes Hand das Werkzeug, Jissroél durch Leidenserfahrung wieder zum Bewußtsein seiner selbst und damit zu Gott zurückzuführen.
Der damalige Unterdrücker hieß Jabin, seine Residenz war Chazor, und sein Feldherr Sißra hatte sein Hauptquartier in Charoscheth Hagojim. Sollte dieses Charoscheth Hagojim wörtlich Beschwichtigung oder richtiger intransitiv: Schweigen der Völker, vielleicht im Zusammenhang stehn mit den neunhundert eisernen Kriegswagen, dem Schrecken des unterdrückten Jissroél (V.3), und dieser damalige Artilleriepark in köstlicher Naivität so als damalige ultima ration regum, als probatestes Beschwichtigungsmittel der Völker zur Aufrechterhaltung der Ruhe und Ordnung bezeichnet werden? Um jede Auflehnung von vornherein unmöglich zu machen, um alsdann auch die empörendsten Mißhandlungen wagen zu können, hatten sie alle Waffen konfisziert: weder Schild noch Speer, nicht Schutz, nicht Angriffswaffe war unter Vierzigtausenden Jissroéls zu sehen! (Kap.5,4).
In dieser Not aber wandte Jissroél sein Herz wieder Gott zu (V.3). Indem herrlichen Deborahliede, dieser Perle der Poesien aller Zeiten, wird uns von der weckenden und läuternden Macht der Not vorbereiteten Umschwung in den Herzen des Volkes langsam sich vollziehen. Er geht aus von dem treuen Kern der Nation, den Männern des Gottesgesetzes. Lange jedoch hatte auch diese nur mutlos geseufzt und dem allgemeinen Abfall in tatenloser Trauer zugeschaut. Daß ihr Mut entflammt wurde, daß sie sich aus ihrer Untätigkeit aufrafften, daß sie es wagten während lähmender Schrecken das geknechtete Volk niederhielt, sodaß die Wege zu gehen hatten die Heerstraße scheu mieden und nur auf Umwegen und Seitenpfaden dahinschlichen, furchtlos auf schimmernden Reittieren von Ort zu Ort zu eilen, sich als die sich Weihenden zu bewähren, als die Beschreiter des Weges mustergültig voran zu leuchten: das ist das unsterbliche Verdienst, des herrlichen, von Gottesgeiste getragenen, von Begeisterung für sein Wort durchglühten Weibes, das die zagenden Männer beschämte, das mit seinem Flammenworte ihren Mut entflammte, ihre Tatkraft stählte, danach dem tief sinnigen Wort des Midrasch die Dochte wieder herstellte für die Leuchte des Heiligtums, das diesem Lichte wieder Träger schuf in Jissroél und so, wie es in seligem Hochgefühl von sich selbst es aussprach, in Wahrheit als Mutter erstand in Jissroél! Nicht Baraks Schwert, Deborahs Geist, Deborahs Worte ward der Sieg.
Und ferner lehrt uns das Deborahlied, daß nicht bei den oberen, sondern bei den unteren Schichten, nicht in den Reihen der Gesellschaft, sondern in denen des Volkes, und endlich nicht bei den Männern, sondern zuerst bei den Frauen mit der Rückkehr zu Gott auch das felsenfeste Vertrauen und der entschlossene Mut und der feste Wille, nicht länger das Joch der Fremden zu tragen, sich mächtig regte und in Taten kundgab. Zwischen den Schöpfbrunnen, der Sammelstätte der friedlichen arbeitsamen Frauen, unter den wasserschöpfenden Frauen ward zuerst das Geräusch der Waffenanfertigung vernommen (V.11). In diesem Umschwung und darin, daß gerade in diesen schlichten Volkskreisen die Erhebung ihren Ausgang nahm, darin erkennt das tiefblickende Auge der Prophetin das Walten Gottes, die mächtigste Offenbarung seiner Gnade, der Gnade der von ihm über Jissroél verhängten Wehrlosigkeit. Denn jetzt zogen sie hinab zu den Toren wiederum als Gottesvolk. (Daselbst).
(Die Haftoroth übersetzt und erläutert, Frankfurt am Main 1896: S. 120 - 221 Kommentar zu Richter Kap 4 V.4 )
Rabbiner Dr. Salomon BREUER zur Wochenabschnitt BESCHALACH
Rabbiner Dr. Salomon BREUER
(1850-1926)
בשלח
Belehrung und Mahnungzur Wochenabschnitt Beschalach (Auszug)
Mit der göttlichen Mannaspende war aber auch die Schabbos-Institution innig verknüpft. Ist doch der Schabbos das größte Opfer, das wir inmitten des harten Brotkampes auf Gottes heiligen Altar bringen. Die Erziehung durch die göttliche Mannaspende sollte und für die Darbringung dieses Opfers die Reife und die Stärke verleihen, uns mit dem nimmer schwindenden Bewußtsein erfüllen, ראו כי ה' נתן לכם את השבת Gott hat euch den Schabbos gegeben, על כן הוא נותן לכם ביום הששי לחם יומים derselbe Gott gibt auch den Werktagen den Segen, der den aus der Schabboshut entstehenden Ausfall reichlich ersetzt.
Doch das Manna lehrte uns nicht nur in starkem Vertrauen auf Gott den Schabbos halten, es lehrte uns noch viel mehr: es lehrte uns einen vergnügten Schabboss halten, lehrte uns daher die Shabbos-Feier durch heiteren irdischen Genuss begehen: אכלהו היום esset heute, lasset euch durch keinerlei Sorge eure heitere Freude trüben! Wozu die Sorge am Schabbos? Ihr dürfet und sollet sie von euch abschütteln! כי שבת היום לה' der Schabbos gehört nun einmal Gott und nicht euch, und wenn ihr ihn auch eurem Gott raubet, es nützt euch nichts, es bringt euch keinen Gewinn, היום לא תמצאהו בשדה heute findet man nichts! מכאן שלש סעודות בשבת Hier ist die Pflicht gegeben, den Schabbos durch drei Mahlzeiten freudig zu begehen, meinen die Weisen. אכלהו היום Esset heute! Diese kurze Aufforderung genügt für das erste Schabbos-Mahl. Stand doch der zurückliegende Tag noch ganz im Dienste unserer schaffenden und erwerbenden Tätigkeit und liegt daher noch kein Grund vor, uns unsere Heiterkeit durch den Misston der Sorge trüben zu lassen. Aber wenn es gilt, am Schabbosmorgen sich zur zweiten Mahlzeit zu begeben, zu einer Zeit, in der sonst unsere Gedanken bei unserem Erwerbsstreben weilen, da ruft uns das Gotteswort gebieterisch zu: כי שבת היום לה' der heutige Schabbos gehört nicht euch er gehört Gott! Heute gibts keine Geschäfte, keine Börse selbst keinen Blick ins Kursblatt! Und wenn der Schabbostag seinem Ende zuneigt und wir im Begriffe sind סעודה שלישיתdie dritte Mahlzeit einzunehmen, drohen da nicht trübe Gedanken der Sorge uns zu erfüllen und unser Gemüt zu verdüstern: Wer weiß, was der heutige Tag uns sonst gebracht hätte, wer weiß, wie viel Verluste wir zu verzeichnen haben, wie viele Kunden uns verlorengegangen, wie vieleGeschäfte und entgangen da ruft uns das Gotteswort zu: היום לא תמצאה בשדה heute findet ihr nichts, und was ihr zu finden wähnet, ist wurmstichig, fällt früher oder später der Fäulnis anheim es ist keine ברכהdaran Lasset euch den עונג שבת nicht rauben! כי -אכלהו היום -היום לא תמצאהו בשדה-שבת היום לה'
So lehrt uns das Manna einen vergnügten Schabbos halten, lehrte uns im Geiste des Propheten (Jes. 58) אם תשיב משבת רגלך וגו' וקראת לשבת עונג bei strenger Vermeidung jeder Werktätigkeit am Schabbos und durch den Schabbos das höchste Wonnegefühl empfinden und wies uns den Weg, auf dem wir zum Vollgenuss der Erbschaft unseres Stammvaters Jakob gelangen können: והאכלתיך נחלת יעקב אביך es heißt nicht, נחלת אברהם bemerken die Weisen (Sabbat 118b) sondern נחלת יעקב
Gott gewährt mir, und deshalb habe ich alles, fehlt mir nichts כי הנני אלקים וכי יש לי כל das waren die Worte Jakobs, sie bergen in sich die reiche geistige Erbschaft, die er seinen Kindern hinterlassen hat. Nur wer mit Jakob zu sprechen vermag כי הנני אלקים וכי יש לי כל, wer diese Worte mit dem Eintritt eines jeden Schabbos zu sprechen vermag, wird mit שמירת שבת auch den עונג שבת verbinden. Wer jedoch dieses geistige Erbe nicht angetreten, wessen Überzeugung sich nicht in diesen Worten ausspricht, der hat auch keinen עונג שבת, der fühlt sich arm inmitten aller Werktätigkeit und erst recht mit jedem Schabbos!
Dieses reichliche väterliche Erbe כי הנני אלקים וכי יש לי כל sollte uns auf dem Umweg durch die Wüste gleichzeitig mit dem Manna als köstlichstes Kleinod zuteil werden. Vierzig Jahre lang hat es uns gelehrt, daß Gott den Fleiß des Menschen wolle ויצא העם ולקטו daß der Jude aber in diesem Nahrungsstreben nicht aufgehen und damit seine Menschenwürde einbüssen dürfe. למען אנסנו הילך בתואתי אם לאVierzig Jahre lang hat es uns gelehrt, daß wir im Vertrauen auf Gott uns eines jeden Tages freuen dürfen, daß Gottvertrauen uns Quelle der Erhaltung und des Segens sei und daß jedes gottverleugnende Streben den Keim der Verwesung in sich trage.Vierzig Jahre lang hat es uns gelehrt, ungeachtet alles Trüben und Schweren, das eine sorgenvolle Gegenwart uns bringt, mit Jakob zu sprechen כי הנני אלקים וכי יש לי כל und in heiterem Vertrauen auf Gott uns glücklich und reich zu fühlen.
Aus BELEHRUNG und MAHNUNG Zweiter Teil EXODUSS.27,28 J. Kaufmann Verlag Frankfurt am Main 1931
Raw Simon SCHWAB: LIBERALE UND ZIONISTISCHE ASSIMILATION (1934)
Raw Simon SCHWAB (1908-1993)
LIBERALE UND ZIONISTISCHE ASSIMILATION (1934)
3.
Da kam das Unerwartete. Gott schickte das große Juden-Hassen über Seine Welt. Die vor etwa hundert Jahren gewährte Emanzipation die seelisch nie ganz durchgeführt werden konnte ist heute ein großer Scherbenhaufen. Ein Unwetter hat uns erbarmungslos aus liebgewordenen Träumen wachgedonnert. Man weist uns aus dem politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Lebensraum des deutschen Volkes heraus. Der totale Staat hat für den jüdischen Stamm und Rasse kein Betätigungsfeld mehr.
Und die Assimilation?
Die seit über einem vollen Jahrhundert bis zur Überspanntheit betriebene Assimilation, ist sie wirklich restlos sinnlos geworden?
Es kam über uns die Hand Gottes. Es kam, ja es kam, die große Abrechnung Gottes. Die Assimilation wurde uns allen tausendfach um die Ohren geschlagen. Der tausendfältige Verführer wandte sich urplötzlich zum Ankläger
Mit Herzblut schreiben wir es nieder. Scham über uns, brennende Scham, daß wir dies alles selbst verschuldet und nun doch nicht begreifen. (Daß wir auf alle dieses unerhörte Geschehen bisher noch nicht entsprechend reagierten). Unsere Minderwertigkeit, die sogenannte erbbiologische, rassenmäßige Minderwertigkeit wird in allen Gassen ausgeschrieen, und unsere verfallenen unbrauchbaren Mikvaoth zeugen wieder uns, unsere reformatorischen Geistlichen, die Get und Chalizoh verwerfen, zeugen wieder uns. Und die vielen Leichtsinnigen und Eitlen, die in thoraloser Ehe oder Mischehe leben.
Welche jüdische Frau hat wohl seit dem Zusammenbruch der Assimilation, unter dem Zeichen von Gottes großer Abrechnung, begonnen, thoragemäß Körper und Haar zu verhüllen? Welche?
Schande über dich, deutsche Judenheit!
Der geschändete Sabbat hat aber gegen dich Zeugnis abgelegt. Da deine Wirtschaftsexistenz auf Sabbatverrat begründet war. Gottes Vergeltung kam, deine Erwerbsmöglichkeiten sind dir eingeschränkt, der geschäftliche Boykott an einem Sabbattage über dich verhängt.
Soll Gott noch deutlicher sprechen?
Seit fünfzehn Jahrhunderten wird an diesem Sabbat gerade in Jissroél Jesaias Warnruf verkündet:
Ich gebe Jaakob dem Banne preis,
Den Schmähungen, Jisrael!
Soll Gott noch deutlicher sprechen??
Und doch man möchte aufschreien: wie viele Betriebe haben seit diesem Boykott-Tage am Sabbat Türen und Läden verschlossen? Ist es ein Wunder, daß man uns den spärlichen Verdienst oft neidet, da er doch in solcher Unheiligkeit erworben ward?
Schande dir, du deutscher Jude, da du die schreckhaften Zeichen dieser Zeit nicht verstehst, noch deutest. Wie oft hast du in deinem Haushalt oder nur auf der Reise, Unheiliges und Verbotenes über deine Lippen gebracht. Gott hat dich geschlagen mit gleichem Maß. Die Schechitah ist dir genommen. Doch wo hattest du eiliger zu tun, als nun den Haushalt ganz offiziell trepha gleichzuschalten, die ja auch deine liberalen Berater dir leichtsinnige Zustimmung gaben.
Wie wenige ahnen es doch, daß ein Morgen geschichtlicher Vergeltung herangebrochen ist, an dem Gott uns heimzahlt unsere und unserer Väter Schuld.
Von der uns zur Last gelegten menschlichen Schuld fühlen wir uns frei, nicht mehr betroffen als irgend andere Bürger in deutschen Landen. Unsere Obliegenheiten gegenüber Staat und Mitmensch sind wir stets sauber und korrekt nachgekommen. Doch in Gottes Augen sind wir ein treubrüchiges Volk.
Was ist anders, besser geworden im inneren Leben des deutschen Judentums in unseren unseligen Tagen?
Hat ein Sturm der Enttäuschung die liberalen Geistlichen von ihren Kanzeln fortgefegt? Hat man ihnen die Gefolgschaft versagt? Nichts von alledem. Selbigen Herren ist es zum Teil recht wohl, sie machen in Zionismus.
Sie erlauben weiter Verbotenes, segnen weiter unjüdischen Ehen ein und erfreuen ihre Nachbeter mit den modernsten jüdisch-völkischen Phrasen.
Der liberale Jude, der einstmals in Stuttgart oder anderswo sein Jerusalem fand, abonniert heute ein zionistisches Blatt, das eine andersartige Assimilation also immerhin wieder Assimilation eine Scheinlösung, die stolz macht und die, weil sie Gottes Willen nicht kennt, noch achtet, uns vor allem in keiner Weise in unserer Bequemlichkeit hemmt. Klubsesseljudentum mit umgekehrten Vorzeichen.
Zion, aus Liturgie und Predigt einst gestrichen, fortradiert, wird seelenruhig in den Reisepaß wieder eingetragen.
Die deutschtümelnden Juden vergnügen sich auf ihre Weise. Sie gründen Sportvereine, sogar ein leibhaftigen Kulturbund, auf daß wir um des lieben Himmels willen nicht wieder in ein Ghetto kommen.
Die zionistischen Parteigänger der nationalistischen Assimilation an die staatspolitischen Ideengebilde der Umwelt sind in voller Emsigkeit. Sie werben und propagieren. Sie haben es leicht. Eine zionistische Teschuwah ist keine Askese. Neuhebräisch schnell gelernt. Die Enkel derer, die den Gedanken an Jerusalem einst aus ihren Synagogen bannten, drängeln heute vor englischen Konsulaten.
Im Übrigen denkt man Auswanderung, Berufsumschichtung, wirtschaftliche Selbsthilfe usw. Man ist zwar seelisch überaus gedrückt, aber nicht zerknirscht; niedergeschlagen aber nicht demütig. Am allerwenigsten Gott gegenüber.
Doch wer spricht von Gott bei alledem? Wer?
Wie jämmerlich würdelos und kopflos hat uns doch Gottes große Heimsuchung angetroffen. Die Schofartöne der Zeit, die Posaunen von Gottes Strafgericht blasen zur Heimkehr.
Gott wartet auf sein todkrankes Volk. Vergebens?
Da der Prophet Amos fragt:
Wird das Volk nicht erzittern, wenn das Schofar geblasen wird in der Stadt?
Nein, Amos, das hast du wohl nicht gewusst, - das Volk wird weiter tatenlos bleiben wollen, wird nicht erzittern! Gottes Volk wird Auswanderung oder Kulturbund propagieren, aber erzittern vor Gottes strafender Waltung wird es nicht.
Ist es dann noch Gottes Volk??
Siehe im Archiv ("zoeken naar: "Rav Simon SCHWAB") für früheren Auszug aus "HEIMKEHR INS JUDENTUM" (1934), sowie für biographische Angaben über Raw Simon SCHWAB
Rabbiner Samson Raphael HIRSCH Komm. Wochenabschnitt BAU
Rabbiner Samson Raphael HIRSCH
(1808-1888)
בא
Aus seinem Kommentar zur Wochenabschnitt Bau
Kap.11 V.2 Sprich doch in die Ohren des Volkes, daß jeder von seinen Bekannten und jede von ihrer Bekannten sich silberne und goldne Geräte erbitte.
V.3 Und Gott gab die Gunstwürdigkeit des Volkes in MizrajimsAugen, auch der Mann Moschee war im Lande Mizrajim sehr groß, in den Augen der Diener Pharaos und in den Augen des Volkes.
Kap. 11 V. 2.und 3 Die im vorigen Verse ausgesprochene Bestimmung, daß Pharao sie völlig und für immer forttreiben wird, ist ein fernerer Beweis für die schon oben zu Kap. 3, V. 22, nachgewiesene Bedeutung des שאל מאת (nicht מעם) als: sich etwas zum Geschenke, nicht zum Darlehn, erbitten. נא .דבר נא setz immer ein Widerstreben bei dem anderen voraus. Siehe 1B.M.12,13 אמרי נא usw. Es hatte eben das Volk in der eklatantesten Weise seine sittliche Gelegenheit erprobt. Drei Tage lang waren in Blindheit gefesselt ihre Dränger ihnen ohnmächtig preisgegeben; drei Tage lang ihnen alle ihre Schätze in deren Wohnung offen gestanden, und kein Jude hatte die Gelegenheit benutzt, auch nur eine höhnende, neckende Rache an ihnen zu üben, keiner weder eine Person noch eine Stecknadel angerührt. Diese sittliche Größe ließ Gott eben in dem Augenblick, als den Egyptern wieder das Augenlicht gewährt ward und sie alles Ihrige unangetastet fanden, endlich den Widerwillen der Egypter gegen die Ebräer besiegen und mehr noch als die Wunder, die er geübt, machte diese sittliche Größe seines Volkes den Mann Moses in den Augen der Egypter groß. Es mochte wohl Moses und dem Volk widerstreben, diesen sittlichen Sieg wieder einigermaßen durch solchen Bitten aufs Spiel zu setzen.
Allein es war Gottes Willen, daß sein Volk nicht arm ausziehen sollte waren doch alle die im Sklavendienst dahingegangenen Geschlechter völlig außer Stande gewesen, das Geringste für sich zu erwerben, und der erste Grundstein zum Wohlstand seines Volkes sollte durch die Anerkennung seiner sittlichen Größe abseiten seiner bisherigen Verächter erworben und geweiht sein. Daher dies: נא. Dabei drängte die Zeit. Zwölf Stunden waren nur noch bis zum andren Mittag. Daher: דבר נא באזני העם, rede ihnen zu, bewege sie zu diesem Schritte. Während daher Moses von Pharao stand und in dem Augenblicke, in welchem Pharao Moses mit dem Tode bedrohte, beeilte sich das Volk schon zum Auszuge vor und feierten er und sie draußen den größten moralischen Sieg über ihre Herren und Dränger, die mit dieser anerkennungsvollen Freigebigkeit eine, wenn auch immerhin kleine Sühne der Vergangenheit zu zollen sich bewegen fühlen möchten. Aus dieser Erfüllung lernt sich die hohe moralische Bedeutung der Verheißung: ואחרי כן יצאו ברכוש גדול.
V.7 Allen Söhnen Jissroéls aber vom Menschen bis zum Vieh wird kein Hund seine Zunge regen; damit ihr erkennet, daß Gott wunderbar scheidet zwischen Mizrajim und Jissroél.
V.7 Kein Hund wird seine sonst so fleißige Zunge in Bewegung setzen. Bis zum Tier hinab wird nicht nur niemand Israel etwas Leides zufügen, nicht einmal eine wenn auch ohnmächtige feindselige Regung, wie das Anbellen eines Hundes, wird gegen sie rege werden. Bis zum Tier hinab wird alles von stillem Respekt vor dem jüdischen Menschen erfüllt sein. Ganz ähnlich heißt es in Josua 10,21 לא חרץ לבני ישראל לאיש את לשונו, und zwar dort nicht bloß von Hunde.
Kap. 12 V.1 Da sprach Gott zu Mosche und Aharon im Lande Mizrajim also:
V.2Diese Mondeserneuerung sei euch Anfang von Neumonden; er sei euch der erste unter den Monaten des Jahres.
Kap. 12 V.1-2 Da, also noch im Lande Mizrajim, gab Gott dem Moses und Aaron eine neue Sendung in dem Kreise des eigenen Volkes, deren Erfolg gesicherter sein soll. Bis dahin waren Moses und Aaron die Gottesgesandten für Jissroél an Pharao, sie werden fortan die Boten Gottes an Jissroél, und diese ihre Sendung schließt sich eng ihrer Sendung an Pharao an
Wie Gott dem Noa von der wiedergeschenkten Erde den Blick zum Himmel rief und ihm den Regenbogen zeigte und sprach: זאת אות הברית, dies sei fortan das Wahrzeichen meines Bundes mit der einer neuen Zukunft geschenkten Erde: so rief Gott in Mizrajim, an der Schwelle der neuen jüdischen Zukunft, Moses und Aaron hinaus, zeigte ihnen den Silberstreif des sich erneuenden Mondes und sprach: Diese Erneuerung werde euch zum Anfang von Neumonden, wörtlich: zum Anfang von Erneuungen, und er, der jetzt damit beginnende Monat, sei euch der erste unter den Monate des Jahres! Es sind zwei מצות, die in diesem Verse enthalten sind: קידוש החדש על פי ראית הלבנה בחידושה Bestimmung des Monatanfangs mit dem Sichtbar werden des Neumondes und: die Reihenfolge der Jahresmonate mit dem Erlösungsmonate, dem Nissan, beginnen lassen
Daraus, daß geboten ist, die Monatsanfänge nach wirklicher Wahrnehmung des wiedergekehrten neuen Lichtes zu bestimmen, מצות לקדש על פי ראיה , haben diejenigen, welche die jüdische Vergangenheit nicht tief genug in dem Bewusstsein der zeitgenössischen Gegenwart herabsetzen zu können vermeinen, den Unsinn doziert, es habe uranfänglich die astronomische Kenntnis des Mondumlaufs den Juden gefehlt, eine Berechnung des Mondumlaufs hätten sie erst nach vielen Jahrhunderten von den Griechen zu lernen gehabt, und sich bis dahin mit dem rohen Notbehelf jedesmaliger Erwartung der neuen Erscheinung begnügen müssen. Wir haben dies ein Unsinn genannt, weil sich ja auf bloße Wahrnehmung des neuen Mondes gar keine Zeitrechnung gründen lässt, da ja beide bei bewölktem Himmel Wochen vorübergehen könne, ohne daß eine solche Wahrnehmung möglich wäre, ja, schon das bloße Abwarten einer solchen Wahrnehmung eine Berechnung der Möglichkeit voraussetzt. In der Tat lehrt auch ת"שב"פ, daß den Bestimmungen der Monatsanfänge die Berechnung der Momentes zu Grunde lag und an den Ergebnissen dieser Rechnung die Aussagen der Zeugen über die Wahrnehmungen zu kontrollieren waren, sowie daß, wenn am dreißigsten Tage keine Zeugen erschienen waren, dann der einunddreißigste Tage ohne Wahrnehmung zum Monatsanfang wurde (Siehe R.H. 23, 24, 25). Konnte doch schon David zum Jonathan sagen: הנה חדש מחר, er wusste also schon am Tage zuvor, aß des andern Tages Monatsanfang sein werde (Sam. I. 20,5). Ja, es ist aus dem ויהי ממחרת החדש השני (daselbst 27) ersichtlich, ass schon zu Sauls Zeiten auch zwei Tage ראש חדש gefeiert worden, ganz wie bei uns, eine Einrichtung die nur auf der Berechnung des Mondumlaufs hervorgehenden Abwechslung des מלא und חסר beruht
Eine Vergegenwärtigung der die Heiligung der Monatsanfänge betreffenden Bestimmungen lehrt ja ohnehin, daß Bedeutung und Zweck dieses Gesetzes ein ganz anderer und höherer sein müsse, als eine astronomische genaue Regulierung der Zeitrechnung, daß die genaueste astronomische Berechnung dieser Bestimmung allerdings zu Grunde liegen, daß es aber nicht der planetarische Vorgang ist, der unsere Monatsanfänge fixiert und dem unsere Monatsanfänge fixiert und dem unsere Neumondsfeier gilt. Dieser, den Monatsanfang bestimmende Gesamtheitsanspruch ist eben das, worauf das Gebot: אלה מועדי ד' מקראי קדש אשר תקראו אתם במועדם (3 B.M. 23,4) sich bezieht, und es ist eben der Begriff מועד der, wie uns scheint, alle diese Bestimmungen zu Grunde liegt.
Nicht die Konjunktion, nicht das Wiederzusammenfinden des Mondes und der Sonne und die Neubestrahlung jenes von dieser bewirkt den Monatsanfang und nicht ihr gilt die Neumondsfeier. Vielmehr mit jedem Wiederzusammenfinden des Mondes mit der Sonne und seiner Wiederneubestrahlung von ihr will Gott, daß sich sein Volk wieder zu Ihm finde und es Neubestrahlung von seinem Lichte empfange, wo und wie immer es auf seiner Laufbahn der Verdunklung erlegen. Das Wiederzusammenfinden des Mondes mit der Sonne ist nur Vorbild und Veranlassung unseres Wiederzusammenfindens mit Gott, die Erneuung des Mondes Vorbild und Veranlassung unserer Erneuung. Moëd ist buchstäblich: Konjunktion
Daher aber auch die ganz besonders wesenhafte Bedeutung des י"ט שני gerade für die Zeiten die leider בקי בקביעא דירחא sind. Es kann nämlich nur die beschränkteste Unkunde in unserm בקיאות בקביעא דירחא, d.h. in den Umstände, dass wir nicht mehr im Zweifel über den jedesmaligen Monatsanfang sind, einen zu bejubelnden Vorzug erkennen. Diese unsere Gewissheit resultiert ja nur aus dem beklagenswerten Umstande, daß wir durch Zerstreuung einer durch סמיכה autorisierten Gesamtheitsrepräsentanz entbehren, die auf Grund jedesmaliger Wahrnehmung, ע"פי ראיה unsere Monatsanfänge für die Gesamtheit heiligend bestimmen könnte. Dadurch fehlte unsern Neumonde und Moadim aber der wesentlichste Charakter, der sie zu unsern Neumonden und zu unsern Zusammenfindungszeiten mit Gott weihet, wenn nicht die weise Voraussicht unserer letzten Gesamtheitsrepräsentanz in Hillel den Jüngern diesen Mangel durch heiligende Ansetzung aller Monatsanfänge für alle Zeiten der Zerstreuung bis zur einstigen Wiedersammlung subsidiarisch abgeholfen hätte. Eben aber weil in dieser Golazeit unsere Monatsanfänge und demgemäß unsere Moadim von vornherein fixiert und dadurch einen unabänderlichen Kalenderlauf gegeben scheinen, würde unsere Neumond und Moadimfeier Gefahr laufen, das Gepräge jener freien Festsetzungen zwischen Gott und seinem Volke völlig zu verlieren und dem entstellenden Scheine eines gebundenen Naturkultus zu erliegen, wenn nicht eben unser zweite Feiertage die Erinnerung an das ursprüngliche קידוש ע"פי ראיה und die freie Feststellung durch unsere Gesamtheit festhalten würden. Stammen sie ja aus jene bessere Zeiten, in welchen unsere Gesamtheit noch ihre Repräsentanz hatte, auf deren Bestimmung alle Fernen wegen Feststellung ihrer Feier ausblickend harren mussten und eben in jenem Hinblick sich als Glieder eines großen Ganzen und ihre Feier als freie Festsetzungen begreifen konnten, in welchen Gott und sein Volk sich zusammenfinden sollten . Es ist daher eine völlige Wahrheit, daß für Jissroél in der Zerstreuung erst die Feier des zweiten Tages dem ersten seinen geheiligten jüdischen Charakter sichert
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH aus dem Kommentar zur Wochenabschnitt BAU
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH
(1833 1900)
הפטרת פרשת בא
Aus dem Kommentar zur Haftoro des Wochenabschnittes BAU
Jeremias Kap.46, Vers 13
Auch diese Haftora weist wie die vorige auf das Gottesgericht hin, daß durch Nebukadnezars Arm an Ägypten vollstreckt wird. Auch sie weist auf eine Wiedererhebung Ägyptens hin und deutet die vom Propheten Ezechiel ausdrücklich ausgesprochenen Beschränkung mit den Worten an: Wie in den Tagen frühester Vergangenheit, da es nämlich noch keine Großmacht war. Nachdem so das Prophetenwort wie das vorige Gottes Hand in den Geschicken der Völker waltend gezeigt hat, lenkt es den Blick auf das große weltgeschichtliche Exil Jissroéls und spricht dem unter die Völker zerstreuten Jakobsvolke Mut zu und weist es auf den einen Talisman hin, dessen Erlang und Bewahrung überall und zu allen Zeiten in seiner Macht stehe. Dieser Talisman heißt: עבד ה' Diener Gottes sein. Du hast nur עבדי, mein Diener sein und werden zu wollen, so hast du nichts und niemanden zu fürchten. Denn sähest du auch die ganze Welt gegen dich in Waffen, und stündest ganz allein und keiner dir zur Seite: fürchte dich nicht, denn mit dir bin Ich, der Allmächtige. Wohl wird Vernichtung das Geschick sein, das du in deiner Umgebung sich vollziehen sehen wirst an denjenigen Kreisen der Völker, die in ihrer Entartung verharren und sich der Erhebung zur Reinmenschlichen, zu der auch sie erzogen werden sollen, beharrlich entgegenstemmen. Du aber wirst, so du dich als עבדי, als zu meinem Dienste berufen begreifst und dich meiner erziehenden Waltung hingibst, ebendeshalb von keinem Vernichtungsgeschick getroffen werden. Wohl werden auch dir schwere Leiden gefügt. Allein sie führen zum Leben, es sind Leiden der göttlichen Erziehung, die du von den Grabesgang der Vernichtung gehenden Völker zu erdulden hast. Deine machtstolzen Peiniger gehen dem Tode, du, ihr vermeintliches Opfer, reifst dem Leben entgegen. Denn Verwirklichung des צדק das ist משפט Verwirklichung des Menschenideals, das ist das Ziel, zu dem ich in diesen Leiden dich erziehe, und solange du dieses Ziel nicht erreicht hast, werde ich dich mit erziehendem Leide nicht verschonen.
(Die Haftoroth übersetzt und erläutert, Frankfurt am Main 1896: S. 220 - 221Kommentar zu Jeremias Kap 46 V.13 )
Rabbiner Dr. Salomon BREUER zur Wochenabschnitt BAU (Auszüge)
Rabbiner Dr. Salomon BREUER
בא
Schwere Schickungen,עשר מכות , die Gott über Pharao verhängte, gingen der Erlösung des jüdischen Volkes voraus. Bis zur letzten Stunde jedoch verschloss sich Pharao dem Gotteswillen, die Geknechteten zu entlassen. Denn, wie es wiederholt heißt, Gott hatte Pharaos Herz verstockt hart, unempfindlich gemacht. Unbegreiflich, unfassbar erscheint auf den ersten Blick diese von Gott Pharao gegenüber geübte Waltungsweise. Hätten doch die Plagen den erwünschten Zweck erreicht, wenn Gott nicht selber sie um ihre Wirkung gebracht und dem Pharao, indem Gott sein Herz verhärtete, die Freiheit seines Entschlusses genommen hätte. Haben die Weisen nicht recht, wenn sie zu dem Vers unserer Sidra כי אני הכבדתי את לבו die Bemerkung fügen: מכאן פתחון פה למינין לומר לא היתה ממנו לעשות תשובה den Gesetzverächtern sei hier die Gelegenheit gegeben zu behaupten, Gott selber habe nicht gewollt, daß Pharao תשובה tue, heißt es doch: Ich habe hart gemacht sein Herz
Wir aber glauben, daß bei dieser Behauptung eine Verwechslung von Ursache und Wirkung vorliegt: nicht weil Gott Pharaos Herz verhärtete, musste Plage auf Plage folgen, sondern weil Plage auf Plage folgen sollte, musste Gott Pharaos Herz verhärten.
בא אל פרעה כי אני הכבדתי את לבו Hierzu bemerken die Weisen: הה"ד כובד אבן ונטל החול וכעס אויל כבד משניהם dies sei der Sinn des Mischleverses (27,3): Die Schwere des Steines, die Last des Sandes, die Auflehnung des Toren (gegen Gott) ist schwerer als beide.
.
ה' צדיק יבחן ורשע ואהב חמס שנאה נפשו Gott prüft den Gerechten; den Frevler und den, der Gewalttat liebt, hasst seine Seele (Ps.11) Mit diesen Worten hat der Psalmensänger die Wahrheit der jüdischen Anschauung gekündet, mit der sie jener so oft erörterten Frage begegnet צדיק ורע לו רשע וטוב לו wieso es komme, ass der Pflichttreue so oft zu leiden habe, während der Pflichtvergessenen das ungetrübte Glück lächelt. Und ihre Antwort lautet: Gerade den Pflichtgetreuen prüft Gott durch Leiden, die ihn treffen, wie durch das äußere Glück, das der Böse erfährt. Hätte Pflichttreue alsbald äußeres Glück zur Folge , während jede Pflichtvergessenheit es verscherzte: Klugheit und Berechnung, nicht Pflichtgefühl wären die Beweggründe der menschlichen Handlungen, und die einzig wirkliche Bestimmung des Menschen, aus Pflichtgehorsam und nur aus Pflichtgehorsam das Gute zu üben und das Böse zu lassen, wäre nicht vorhanden. Die Leiden, die der Brave zu bestehen hat, sind somit ein Beweis der Liebe Gottes, ein Beweis des Anteils, den Gott an seiner sittlichen Vollendung nimmt, und je größer die sittliche Kraft, um so schwerer mag oft die Leidensprüfung sich gestalten. Es sind ja eben nicht die schlechtesten Schüler, denen die schwersten Aufgaben erteilt werden. Wenn daher einem notorisch Gesetzlosen und Gewalttätigen äußerlich ungetrübtes Glück beschieden ist, so ist das nicht ein Zeichen von Wohlwollen der göttlichen Vorsehung. Das Gegenteil ist der Fall. Es ist der göttlichen Erziehung nicht wert, weil nicht mehr fähig. Ginge es ihm schlecht, es würde ihm nicht bessern, würde ihn vielleicht nur zu noch verderblicheren Ausschreitungen hinreißen Beurteilungen, die freilich nur dem das Innere schauende Gottesauge zustehen (Komm. das.)
Diesem Gedanken hat aber, wie es scheint, der weise König (Mischle 27, 21-22) in einem treffenden Bilde sinnvollen Ausdruck verliehen: מצרף לכסף וכור לזהב ואיש לפי מהללוFür das Silber der Tiegel, für das Gold der Ofen, und der Mann je nach seinem Ruhme; אם תכתוש את האויל במכתש וגו' לא תסור מעליו אולתו Stampftest du jedoch den Toren auch in der Stampfe, du würdest seine Torheit von ihm nicht entfernen können Wenn du meinst, je größer die Pflichttreue, desto geringer die Prüfung, und je größer die Pflichtvergessenheit, desto schwerer die Prüfung, so irrst du gewaltig; denn je edler das Metall, desto größer der Läuterungsprozess, desto mehr sucht man es von allen ihm anhaftenden Schlacken zu befreien: מצרף לכסף für das Silber nimmt man einen Tiegel, וכור לזהב aber für Gold den Ofen, ואיש לפי מהללו so wird auch der Mensch entsprechend seiner Würdigkeit und dem edlen Gehalt seines Wesens geläutert und geprüft; denn אויל jedoch, den Toren, und so bezeichnet der Weise bekanntlich den für alle göttliche Lebenswahrheit Unempfänglichen, den unverbesserlichen Gesetzlosen, den prüft Gott überhaupt nicht, da bei ihm vor Gottes schauendem Auge jede Prüfung zwecklos sich erweist.
Jahrhunderte lang sah Gott lächelnd den verwerflichen Bestrebungen Pharaos zu, ließ Mizrajim, das entarteste Volk jener Zeit, zur kolossalen Macht emporwachsen, unter deren gewissenloser, unmenschlicher Politik Unschuldige furchtbar zu leiden hatte. Aber es galt, den אבן ישראל für seinen künftigen Gottesberuf in leidvollem Läuterungsprozess heranzubilden, und Pharaos und Mizrajims schließlicher Untergang hätte sich nie zu einer weithin sichtbaren, in alle Zukunft ragenden Bekundung des allmächtigen Gottesfingers gestaltet, wenn Gott die mizrische Macht nicht restlos hätte sich entfalten lassen.
המשל אומר מן שטייא לית הנייא אלא מן קצייא Dieses Sprichwort liefert die ausreichende Erklärung für die göttliche Waltung, wie sich in Mizrajim offenbarte: Solange unfruchtbare Bäume bestehen und wachsen, bieten sie oft nicht den geringsten Nutzen, gewähren keine Frucht, vielleicht auch kein Schatten und stehen wohl gar hindernd im Wege; ihr Nutzen setzt erst in dem Augenblick ein, da sie gefällt werden und ihr Holz mannigfachen Zwecken zugeführt wird Und deshalb lässt man sie gerne bestehen, lässt sie machtvoll sich entfalten; denn je gewaltiger ihr Stamm sich emporreckt, desto reicher der Nutzen, wenn erst die Axt an sie gelegt wird. Pharao war allerdings der unfruchtbarste Baum, den man sich denken kann. Gott aber ließ ihn wachsen, seine majestätische Größe zum Himmel emporrecken, um ihn dann durch überwältigende Schläge niederzuschmettern. Wieviel Holz, wie viel Brenn- und Baumaterial hat aber dieser Baum geliefert! Das ist das Feuern an dem wir heute noch unsere und unserer Kinder Herzen erwärmen, diese das Holz, das köstliche Werkzeug lieferte, mit dessen Hilfe der Lebensbau des Gottesvolkes errichtet ward!
למען תספר באזני בנך וגו' meint daher das Gotteswort in Eingang der Sidra: Wenn wir unseren Kindern von יציאת מצרים erzählen, dann sollen wir uns in unseren Erzählung nicht erst mit dem Moment einsetzen, da את אתתי אשר שמתי בם Gott unter gewaltigen Wundertaten die Axt an den pharaonischen Riesenbaum legte, sondern sollen ihnen vor allem erzählen את אשר התעללתי במצרים wie Gott Mizrajim gegenüber lange spöttisch lächelnd sich verhielt, lange als יושב בשמים ישחק das mizrische Unwesen gewähren und den unfruchtbaren Baum üppig Emporschießen ließ
Von diesen beiden Momenten sollen wir unseren Kindern erzählen. Dieses התעללתי ist für unser jüdisches Bewusstsein nicht minder wichtig als die göttlichen אותות Denn nimmer hätten die göttlichen Wundertaten uns zum Gottesvolk gewonnen, wenn ihnen nicht die Zeiten vorangegangen wären, in denen Gottes Waltung התעללתי geübt hat.
Auf beiden Waltungsoffenbarungen Gottes beruht unsere ewige Gotteserkenntnis: וידעתם כי אני ה'
Rabbiner Dr. Raphael BREUER: 'Was hat Rabbiner Hirsch unserer Zeit zu sagen? (6. Ablieferung)
Rabbiner Dr. Raphael BREUER
(1881-1932)
WAS HAT RABBINER HIRSCH UNSERER ZEIT ZU SAGEN?
(6.Ablieferung)
Rede gehalten anläßlich der am Vorabend des 27.Teweth 5691 von der Rabbiner-Hirsch-Gesellschaft in Frankfurt a. M. veranstalteten Jahreszeitgedenkfeier.
Die zionistische Verweltlichung des Judentums, die Rabbiner Hirsch prophetischen Geistes vorausgeahnt hat, sie schreitet heute von Sieg zu Sieg. Denn auch der Einzug des Frauenwahlrechtes in die meisten jüdischen Gemeinden Deutschlands ist ja im tiefsten Grunde nichts anders als eine Folge der unaufhaltsamen Säkularisation dieser Gemeinden. Die Orgel war das Schiboleth des neologen Politizismus. Dieser neologen Politizismus übersieht, daß die jüdische Gemeinde geschichtlich aus ganz anderen Voraussetzungen hervorgegangen ist als irgendeine Kulturgemeinschaft auf Erden. In einem nach römischen Muster aufgebauten Staate, der nur eine Tugend kennt, die virtus des vir, die Männertugend im öffentlichen Leben, da können die Frauen ihre Gleichwertigkeit nur durch Gleichberechtigung im öffentlichen Leben erreichen. Das Judentum aber hat die römische Hochschätzung des öffentlichen Lebens grundsätzlich nie mitgemacht, das Judentum weißt nichts davon, daß politische Tätigkeit zu den angeborenen Menschenrechten zählt. Das Judentum betrachtet als die wichtigsten Grundlagen der menschlichen Gemeinschaft jene geistig-sittlichen Werte, die der Begriff des Hauses, der Ehe und der Familie umschließt. Und weil die jüdische Gemeinschaft ihren Schwerpunkt nicht im öffentlichen Leben, sondern im Leben des Hauses erblickt, darum ist im Sinne des Judentums die Ausschaltung der Frau aus der Politik keine Zurücksetzung der Frau, sondern eine Zurücksetzung der Politik. Und nur auf dieser Zurückhaltung der Frau im öffentlichen Leben beruht die Kraft unserer Frauen. Stark sind unsere Frauen, solange sie Frauen sind und Frauen bleiben. Doch weh ihnen und weh uns, wenn sie die Hoheit ihres Frauentums dadurch selber degradieren, daß sie die modernen Tendenzen der Vermännlichung der Frau sklavisch nachahmen, ohne zu bedenken, daß die Kulturmission der jüdischen Frau nur dem Wesen der jüdischen Gemeinschaft entspricht und daß sie nur im Rahmen unserer Thora ihres Lebens Kreise vollenden dürfen!
So ungefähr stelle ich mir die Botschaft vor, die unser großer Rabbiner ז"ל den Frauen unserer Zeit zu überbringen hätte.
V.
Ich möchte schließen mit einem Worte des Midrasch Tanchuma zu Emor. Da ist von den Zadikim die Rede, die das Glück haben, ihrer Umwelt das Gepräge ihres Geistes aufzudrücken, die nicht nur מטיבין לעצמן sondern auch עושין פירות ומטיבין לאחרים sind. Sie werden verglichen לפעמון של זהב והגיל שלו של מרגליות mit einer Glocke aus Gold, deren Klöppel aus Edelsteinen ist. Die Tonhöhe und Reichweite einer Glocke ist vor allem bedingt durch die Beschaffenheit der Wandungen, an die der Klöppel schlägt: von der Qualität ihres Stoffes, von ihrer Größe und Stärke und nicht zuletzt von der Art ihrer Mischlung. Wenn es Rabbiner Hirsch vergönnt war, zu jenen Zadikim zu gehören, die das Glück haben עושין פירות ומטיבין לאחרים zu sein, wenn die Stimme seiner Glockenbotschaft rein und voll erklang, so hatte auch die Beschaffenheit der Wandungen, an die seine Stimme schlug, so hatte auch die Kehilla, der seine Botschaft zu allererst gegolten, ihren redlichen Teil daran. Weil die Mischung ihres Metalls rein vom Schaume war, darum konnte auch seine Stimme rein und voll erschallen. Was diese Stimme sprach, es gilt auch uns und wird auch denen gelten, die nach uns kommen werden. Noch dauern wirds in späten Tagen und rühren vieler Menschen Ohr.
Um es aber weithin hörbar zum Ausdruck zu bringen, daß das was Rabbiner Hirsch uns heute zu sagen hat, nicht bloß seiner Kehilla, sondern der jüdischen Gesamtheit gilt, zu diesem Zweck haben wir die Rabbiner-Hirsch-Gesellschaft ins Leben gerufen. Wir fühlen uns bei diesem Streben, die Botschaft Rabbiner Hirschs für כלל ישראל zu reklamieren und zu popularisieren, mit seiner Kehilla aufs innigste verbunden. Solange seine Kehilla seine Kehilla bleibt, solange werden beide, unsere Religionsgesellschaft und unsere Rabbiner-Hirsch-Gesellschaft die beiden פעמוני זהב, die mit ihrem Geläute den hohenpriesterlichen Gang unseres großen Rabbiners ז"ל durch die Geschichte begleiten. Im Namen des Vorstandes richte ich darum an Sie alle die Bitte: Treten Sie unserer Gesellschaft als Mitglieder bei!
Scharen wir uns friedlich und einmütig zusammen um das, was uns ja allen als Kindern der Kehal Adas Jeschurun teuer und kostbar ist! Vergessen wir, was uns vielleicht in nebensächlichen Dingen trennt, denken wir an das große Gemeinsame, das uns verbindet! Dann wird der Jahrzeitstag dieses 27. Tebeth für uns alle ein יום הלולא sein und קורת רוח sein לנשמת אדונינו מורינו ורבינו בגן עדן
אמן!
Quelle:Nachalath Zwi Eine Monatschrift für Judentum in Lehre und Tat, herausgegeben vom Vorstand der Rabbiner-Hirsch-Gesellschaft. I. Jahrgang 5691/1930-31, S. 84-101
Dieser Aufsatz brachten wir als Teil unseres Studienprogramms Herbst-Winter 5769 und speziell zum Jahrestag runden Geburtstag von Rabbiner Samson Raphael HIRSCH (1808 -1888). = 27.Téwess
Rabbiner Dr. Raphael BREUER: 'Was hat Rabbiner Hirsch unserer Zeit zu sagen? (5. Ablieferung)
Rabbiner Dr. Raphael BREUER
(1881-1932)
WAS HAT RABBINER HIRSCH UNSERER ZEIT ZU SAGEN? (5.Ablieferung)
Rede gehalten anläßlich der am Vorabend des 27.Teweth 5691 von der Rabbiner-Hirsch-Gesellschaft in Frankfurt a. M. veranstalteten Jahreszeitgedenkfeier.
IV.
Wer die Schriften Rabbiner Hirschs wirklich kennt, wer sie nicht bloß oberflächlich gelesen, sondern gründlich studiert hat, der findet auf Schritt und Tritt bestätigt, was ich vorhin als Grundgefühl seines Innenlebens und als die alles beherrschende Richtlinie seiner Botschaft bezeichnet habe: die Ehrfurcht vor dem Walten Gottes in der Geschichte und den Glauben an den endlichen Sieg des Rechtes auf Erden. Im Rechte stieg ihm die Gottheit auf die Erde nieder, das im Thoragesetz geoffenbarte Recht war ihm der oberste Souverän, dem sich alles auf Erden zu unterordnen hat: die Politik und Wirtschaft aller Völker und Staaten und ihnen als beispielgebend voranschreitend Jissroél, das Gottesvolk. Und als vor hundert Jahre das deutsche Judentum die erste Schritte unternahm, um das Recht der Thora aus die Verfassung des jüdischen Volkes zu streichen, um an die Stelle des Thorawillens den Volkswillen zu setzen, da hat sich, als Rabbiner Hirsch diese Umkehrung aller jüdischen Werte erlebte, dagegen sein Rechtsgefühl aufgelehnt. Er sah, daß Unrecht geschah. Er sah, wie man auf dem Wege der Gewalt dem überlieferten Judentum nach dem Leben trachtete. Das dürfte nicht geschehen, selbst wenn man von der Reformbedürftigkeit des Judentums überzeugt war. Daß die Führer der Reform das alte Judentum, wie es in den Neunzehn Briefe heißt, nur eines Axtstreiches für Wert befanden; daß sie es auf einer Kraftprobe gar nicht ankommen ließen und damit nur das Gefühl der eigenen Schwäche verrieten: das war die große Ungerechtigkeit, die vor 100 Jahren Rabbiner Hirsch als Anwalt des Thorarechtes auf den Plan gerufen hat. Und als es 40 Jahre später gelang, diesem Thorarechte in der Frankfurter Adas Jeschurun eine staatlich anerkannte Heimstätte zu erobern und als nun die Reform dazu überging, im wohlverstandenen eigenen Interesse die gewaltige Willkür von dazumal in entgegenkommende Wohlwollen zu verwandeln, da bedurfte es schon eines Rechtgefühls, wie es in der Seele unseres großen Rabbiners זצ"ל lebte, um es einzusehen, daß Wohlwollen nur eine besondere Form der Willkür ist. Was die Thora von einer jüdischen Gemeinde zu fordern hat, das ist nicht Wohlwollen, das ist nicht Duldung und Gnade, sondern ihr Recht. Dem Rechte der Thora als ihrem alleinigen Souverän haben sich die Pforten der jüdischen Gemeinden zu öffnen. Und wie es ein Hohn ist auf das Recht eines unschuldig verurteilten Menschen, einerlei ob man ihn nach der Teufelsinsel verbannt, oder ob man ihm zu lebenslänglicher Duldung begnadigt, so ist es ein Hohn auf das Recht der Thora, einerlei ob ihr die Willkür das Recht zum Leben versagt, oder ob sie ihre Begnadigung zum Leben dem Wohlwollen dieser Willkür verdankt.
Diese Botschaft Rabbiner Hirschs von den unveräußerlichen Rechte der Thora im jüdischen Gemeinschaftsleben ist in unseren Tagen aktueller und zeitgemäßer als je. Denn es ist ja gar nicht wahr, was man heute so oft zu behaupten pflegt, daß die neologe Willkür und das neologe Wohlwollen sich zu Gunsten des Thorarechtes irgendwie geändert habe. Im Gegenteil. Mit Recht heißt es in der Festgabe für Claude G. Montefiore, die anläßlich der Tagung des Weltverbandes für religiös-liberales Judentum überreicht wurde, auf S.98: In der Frühzeit des Liberalismus erschien es als eine kühne Neuerung, wenn man es wagte, am hebräischen Gebettext geringfügige Änderungen vorzunehmen, ein Anzahl Piutim fortzulassen und einige deutsche Gebete einzufügen. Die Grundform des überlieferten Gottesdienstes blieb unangetastet. Der Liberalismus der Gegenwart aber stellt die Forderung nach einer völligen Neugestaltung der Andacht auf. Er verlangt einen Gottesdienst, der aus dem Leben der Gegenwart entstehen und der religiösen Sehnsucht unserer Zeit Ausdruck geben soll. Die heutige Neologie gibt sich mit Kleinigkeiten nicht mehr ab. Sie läßt die Orthodoxen ruhig ihre Piutim sagen und an die himmlische Abkunft der Thora glauben diese Dinge, die einst hüben und drüber die Gemüter erhitzten, stehen heute nicht mehr zu Debatte, heute gehts aufs Ganze. Und wie die Neologie im Vertrauen auf das Heimatrecht, das ihr von den Gegnern Rabbiner Hirschs im Judentum gewährte wurde, sich intensiv verstärkt und vertieft hat, so ist sie auch extensiv umfangreicher geworden: sie hat mittlerweile Erez Jissroél in den Bereich ihrer Willkür und ihr Wohlwollen gezogen. In den Tafe Rabbiner Hirschs hat die Neologie die Erez-Jissroél-Idee ignoriert, im schlimmsten Falle negiert. In der Hand der heutigen Neologie hat die Erez-Jissroél-Idee eine förmliche sachliche Umgestaltung erfahren, und die Umgestaltung hat den Begriff des Judentums, des jüdischen Volkes, der jüdischen Nation als Ganzes auf den Kopf gestellt.
Für den Wahrhaft prophetischen Geist, der unseren großen Rabbiner זצ"ל beseelte, ist nichts so bezeichnend, wie die erstaunliche Tatsache, daß er in einer Zeit, in der es noch lange keinen Zionismus gab, den Begriff des jüdischen Staates und des jüdischen Landes gegen Säkularisationstendenzen in Schutz nahm, die damals noch im Schosse der Zeiten schlummerten. Seine flammenden Jeschurun-Aufsätze über die Botschaft des 10.Tebeth, des 14.Tammuz und des 9.Aw, sie haben die Erez-Jissroél-Idee vor dem Schicksal der Verweltlichung bewahren wollen, und sie sind darum erst im Zeitalter Weizmanns und Jabotinskys modern und aktuell geworden. Mit welch eindringlicher Wucht haben diese politische Aufsätze Rabbiner Hirschs auf die zentrale Stellung des Bes Hamikdosch und der Awaudoh im Leben des jüdischen Volkes hingewiesen, zu einer Zeit, als schon weite Kreise des deutschen Judentums den heiligen Opferhandlungen der Awaudoh sich innerlich entfremdet hatten. Denn sagen wirs nur offen heraus: Daß eine Gottesdient, in dessen Mittelpunkt um jenes verhängnisvolle Schlagwort zu gebrauchen ein blutiger Opferkultus stand, einmal ein ganzes Volk in einen Zustand tiefster religiöser Ergriffenheit versetzen konnte, sodaß sie alle im Augenblick, als dieser Opferkultus seinen Höhepunkt erreichte und der Hohepriester bei seinem Opfertiere stehend das Sündenbekenntnis ablegte, niederknieten, sich hinwarfen und so laut riefen, daß die Luft erzitterte: gesegnet sei der Name der Herrlichkeit seines Reiches immer und ewig : Dafür hat nicht bloß die moderne Neologie kein Verständnis, das ging schon in den Tagen Rabbiner Hirschs über das Begriffsvermögen der Neologie hinaus. Hier ist der Punkt, wo sich Weizmann und Jabotinsky mit Geiger und Holzheim berühren. Hier ist aber auch der Punkt, wo auch wir zuweilen eine Unsicherheit der seelischen Einstellung verraten, und ich möchte glauben, daß es im Zeitalter der nationalsozialistischen Angriffe gegen den blutigen Kultus der Schechitah dem ganzen deutschen Judentum bitter not täte, den Aufsatz Rabbiner Hirschs über den blutigen Opferkultus sich geistig und seelisch anzueignen, um ein für allemal gegen jede Konzessionsbereitschaft in diesen Belangen gefeit zu sein. Wenn man diesen Aufsatz heute liest und sich von seinem stürmenden Worten belehren läßt, wie die erhabensten Momenten in Jissroéls Geschichte, von Abraham angfangen bis zum Untergang des Tempels auf Moria, durch den heiligen Akt der Schechita geweiht und geadelt waren, dann ahnt man erst, worum es sich beim Kampfe um die Schechita handelt. Denn wahrlich, wer das Wort blutiger Opferkultus zum ersten Mal im Mund genommen hat, der hat sich mit diesem Worte nicht nur den biblischen Opfergottesdienst auf die Stufe kannibalischer Roheit und Verworfenheit herabgedrückt, der hat mit diesem Worte auf derauch der Schechita selbst in den Augen der jüdischen und nichtjüdischen Öffentlichkeit den ersten Stoß versetzt, der hat schon vor hundert Jahren eine verhängnisvolle Stimmung vorbereitet, aus der heraus in unseren Tagen die meisten jüdischen Gemeinden Deutschlands die Schechita nicht als ein Kriterium des Judentums, sondern als ein Sonderpostulat der Orthodoxie betrachten. Auchhier hat man an Stelle des Thorarechtes das Wohlwollen der Willkür gesetzt. Und da hätte Rabbiner Hirsch unserer Zeit nichts mehr zu sagen?
Quelle:Nachalath Zwi Eine Monatschrift für Judentum in Lehre und Tat, herausgegeben vom Vorstand der Rabbiner-Hirsch-Gesellschaft. I. Jahrgang 5691/1930-31, S. 84-101
Dieser Aufsatz brachten wir als Teil unseres Studienprogramms Herbst-Winter 5769 und speziell zum Jahrestag runden Geburtstag von Rabbiner Samson Raphael HIRSCH (1808 -1888). Wird fortgesetzt.
Rabbiner Dr. Raphael BREUER: 'Was hat Rabbiner Hirsch unserer Zeit zu sagen? (4. Ablieferung)
Rabbiner Dr. Raphael BREUER
(1881-1932)
WAS HAT RABBINER HIRSCH UNSERER ZEIT ZU SAGEN? (4.Ablieferung)
Rede gehalten anläßlich der am Vorabend des 27.Teweth 5691 von der Rabbiner-Hirsch-Gesellschaft in Frankfurt a. M. veranstalteten Jahreszeitgedenkfeier.
III.
Wir haben in den letzten 16 Jahren gelernt, was Geschichte ist, und haben dabei am eigenen Leib erfahren, wie sehr das persönliche Schicksal jedes Einzelnen, seine wirtschaftliche Existenz und gesellschaftliche Stellung, durch den Gang der politischen Ereignisse wesentlich und nachhaltig bestimmt wird. Wir alle werden heute durch Fragen der Wirtschaft, der Sozialpolitik und des gesellschaftlichen Lebens im innersten aufgewühlt. Wir suchen nach einer Deutung dieser Fragen, nach einem Verständnis all des Bedrückenden und Zermürbenden, unter dem die wirtschaftlichen Opfer des Weltkrieges so schwer zu leiden haben, wir spähen auch nach dem Sinne dieser Wirtschaftsnot, jener Weltwirtschaftskrise, die unsere Zeit zu einer so schweren, so unfrohen, so unglücklichen gestaltet. Bei allem, was uns bedrückt, sind wir gewohnt eine Schaaloh zu machen. Was liegt darum näher, als nach dem Sinne unserer wirtschaftlichen Not unsere Thora zu befragen? Wer aber unter den berufenen Wortführern der Thora, wer unter den großen Rabbinen der Vergangenheit und Gegenwart hat die sozialpolitische und wirtschaftliche Botschaft unserer Thora so tief durchschaut und mit solchen zündenden Worten wiedergegeben wie Rabbiner Hirsch? Wer hat es so verstanden, den Sabbath, das Péßachopfer, das Lechem Happonim, den Schulchan, die Symbole des Suckaussfestes, das Zinsverbot, die Vorschriften über Zedokoh und Gemiluth Chessed, Schemitta, Jobel, usw. in den Zusammenhang der Welt hineinzustellen wie er? Wer hat die weltgestaltenden weltumformenden Wirkungen dieser Gesetze so ahnungsvoll erkannt wie er? Und wenn er heute käme und sähe den wirtschaftlichen Zusammenbruch, unter dem seine Kehillo so schwer zu leiden hat darf ichs wagen, es auszusprechen, was wohl er dazu zu sagen hätte?
Wenn wirs heute in der Weltwirtschaft glücklich so weit gebracht haben, daß für Millionen Menschen die Existenzfrage, die Frage einer auf redlicher Arbeit beruhenden Existenz zu einem unlösbaren Rätsel geworden ist, dann ist es sehr bequem, hierfür das zeitweilige Versagen der Weltpolitik verantwortlich zu machen. Man muß schon etwas tiefer schauen, wenn man hier die Wahrheit finden will, denn es könnte doch wohl sein, daßjenes zeitweilige Versagen der Weltpolitik, aus dem der Weltkrieg und die Ereignisse der Nachkriegszeit hervorgegangen sind, selber nur der Ausfluß einer weltwirtschaftlichen Notwendigkeit war. Und dem ist in der Tat so. Die ungeheure Krise, aus der die Welt gar nicht mehr herauskommen will , in der sie so unlösbar verstrickt scheint, daß das Gespenst des Krieges wieder aufgetaucht ist und wieder umgeht in der Welt sie ist mit ihren tiefen Wurzeln lediglich darauf zurückzuführen, daß der sogenannte Kapitalismus in der ganzen Menschheit eine Wirtschaftsgesinnung erzeugte, die sich in unseren Tagen moralisch und politisch selber ad absurdum zu führen beginnt.
ראש ועשר אל תתן לי הטריפני לחם חקי Armut und Reichtum gib mir nicht, gib mir mein Brot nach meinem Bedarf! Wie kindlich, wie naiv mutet dieses Gebet den an, in der im modernen Wirtschaftsleben steht! Wie fern, wie weltenfern ist doch der Geist, der aus diesem Gebete spricht, von jener kapitalistischen Wirtschaftsgesinnung, die uns alle erfüllt! Wer von uns betet zu Gott, ihn vor dem Reichtum mit seinen sittlichen Gefahren zu schützen? Obwohl doch derselbe Salomo in einem anderen Kapitel seiner Sprüche das große Wort gesprochen: נבהל להון איש רע עין ולא ידע כי חסר יבואנו Mit Hast will sich bereichern der mißgünstige Mensch, und der bedenkt nicht, daß ihn der Mangel treffen wird. Die Weisen des Midrasch beziehen diesen Vers auf vier Kategorien von Menschen: Auf Kaijn, auf Efron, auf המלוה מעותיו בריבית, auf den der sein Geld gegen Zinsen herleiht und auf סוחרי שביעית, auf die, die im siebenten Erlaßjahr mit den Früchten des Feldes Handel treiben. Wenn wir diese Midraschbemerkung richtig verstehen, dann dürfte darin die tiefste nationalökonomische Erkenntnis unserer Weisen enthalten sein. Wer war Kajin, wer war Efron?
Kajin, der Bauer, war der erste, der die bäuerliche Wirtschaftsverfassung durchbrach. Das abgegrenzte Besitztum des Bauern war ihm zu eng. Die Erwerbsidee erwacht in ihm, die Sehnsucht nach jener unbegrenzten Vermehrung der Produktenmenge, wie sie nur die Herdenwirtschaft seines Bruders Hewel zu gewähren vermag. Und diese Sehnsucht ist so stark, daß der Gedanke an das Lebensrecht des Bruders in ihm völlig versinkt. Kajin erschlägt seinen Bruder Hewel. Der erste Kapitalist, von dem die Geschichte erzählt, ist zugleich der erste Mörder, von dem wir hören.
Während die Thora in Kajin den Typ des beginnenden Kapitalismus zeichnet, der noch mit bäuerlicher Urwüchsigkeit, das Fundament einer neuen Wirtschaftsverfassung legt, zeichnet sie uns in Efron schon den vollendeten Typ eines gerissenen Händlers, der mit dem ganzen Raffinement kapitalistischer Zweckbedachtheit die Zwangslage Abrahams ausnützt, um ihn bei seinem Verkauf der Machpelah-Höhle selbstredend, in den in Formen kulantester Höflichkeit ganz gehörig übers Ohr zu hauen. Seine erste Frage und sein erster Gedanke ist: Warum? Wozu? Was trägts? Was nützts? Efron war der erste Kapitalist in Reinkultur, der erste Tachlis-Mensch, von dem die Geschichte erzählt, der erste, in dem die Idee des Erwerbs die Idee der Nahrung bereits völlig verdrängt hat.
Als Kajin und Efron lebten, da gab es noch kein jüdisches Volk. Die kapitalistische Wirtschaftsgesinnung ist älter als das jüdische Volk. Ja, die Thora ist nicht zuletzt zu dem Zweck geoffenbart worden, um mit Hilfe des Sabbaths, der Schemita- und Jobeleinrichtung und mit Hilfe des Zinsverbotes den Geist des Kapitalismus zu bekämpfen und zu verdrängen. Allein das jüdische Volk hat schon in den Tagen seiner staatlichen Selbständigkeit seine soziale und politische Mission nicht begriffen. Daher wurden wir in das Galuth hinausgetrieben, um den Fluch des Kapitalismus an unserem eigenen Leibe zu erfahren. Und wie haben wir ihn erfahren! Die Welt sieht uns seit 2000 Jahre im Bilde Efrons, dieses Urbildes der Shylockfigur, des schachernden Händlers. Kapitalismus ist für die Welt identisch mit Judaismus. Wir, die wir im Namen ישראל den Gedanken der Gottesherrschaft verkünden, stehen seit 2000 Jahre in der Welt da als typisches Urbild jenes häßlichen Mammonsgötzendienstes, der jeden Feinfühligen mit Abscheu erfüllt. Und es lastet auf uns der Fluch, der Kajin traf. נע ונד unstet und flüchtig geht der ewige Jude, über die Erde? Wir sind zerstäubt und atomisiert, äußerlich und innerlich zerbrochen, unfähig zu einer Gesamtorganisation, die uns so bitter not täte. Niemals aber hätte der Galuth-Prozeß der Zerstäubung des jüdische Volkes solch furchtbarer Formen angenommen, wenn nicht schon zur Zeit des jüdischen Staates die סוחרי שביעית und מלוי בריבית gekommen wären, um die Wirtschaftsgesinnung des jüdischen Volkes mit den Giftbazillen des Kapitalismus zu durchsetzen. Nur dadurch, daß wir zu einem Volke von Händlern und Krämer geworden sind, zu einem Volke des Geldes, des rollenden, transportablen Geldes, sind wir selber ins Rolle geraten und nur dadurch, daß jüdische Kapital von altersher einseitig in Anlagenwerten festgelegt werden konnten, hatten wir seit je unter dem Fluche des Kapitalismus ganz besonders schwer zu leiden. Und wenn in unseren Tagen der jüdische Mittelstand so gut wie vernichtet ist, so hat das König Salomo längst vorausgesehen נבהל להון איש רע עין ולא ידע כי חסר יבואנו
Gibt es eine Befreiung von diesem Fluche? Mit schwerem Herzen schauen wir seit Jahr und Tag zu Gott um Hilfe empor. Ob und wie Gott helfen wird, das ist und bleibt sein ewiges Geheimnis. Daß aber die Menschen einander nicht helfen, daß auch in jüdischen Kreisen nur wenig geschieht, um auf dem Wege einer planmäßig organisierten jüdischen Wirtschaftspolitik die so oft geforderte wirtschaftliche Umstellung der deutschen Judenheit einzuleiten, das beweist wieder einmal, wie tief jene Weisen geschaut haben, die einst zu König David kamen und sprachen: אדוננו המלך עמך ישראל צריכין פרנסה, unser Herr und König, dein Volk Jissroél ist פרנסה-bedürftig, und als der König zu ihnen sprach לכו והתפרנסו זה מזה geht doch hin und helft einander, da sprachen sie: אין הקומץ משביע את הארי ואין הבור מתמלא מחוליתו ein kleiner Bissen sättigt keine Löwen, und eine hohle Grube kann ihre Füllung niemals in sich selber finden. So groß sind die Ansprüche, die wir alle, auch die Ärmsten unter uns, an das Leben stellen: so tief, so fest, so unentrinnbar ist die Welt in den Fluch der wirtschaftlichen Zwangsläufigkeit eingesponnen, daß eine durchgreifende Hilfe aus uns selbst heraus leider, wie es scheint unmöglich ist.
Nur eine völlige Umwandlung der Welt, ihrer Wirtschaftsverfassung und Wirtschaftsgesinnung könnte helfen. Nur die göttliche Botschaft des Jobel-Schofars וקראתם דרור בארץ לכל ישביה könnte uns und der ganzen Menschheit die Erlösung bringen, indem sie gegenüber der Diktatur der fascistischen oder proletarischen Gemeinschaft dieser unseligen Frucht des kapitalistischen Geistes das unveräußerliche Recht des Einzelmenschen auf Eigenwert und persönliches Lebensglück proklamiert.
Bis dahin aber darf und kann es für uns nur eine Sorge geben. Ist es einmal von Gott uns auferlegt, die Last der דקדוקי עניות auf unsere Schultern zu nehmen, dann müssen wir zeigen, daß wir stärker sind als unser Schicksal. Armut ist eine Frage an die Menschheit, ob sie ihr standzuhalten vermag, oder ob sie מעביר את האדם ist על דעתו ודעת קונו. Zu einer Schmach wird die Armut erst dann, wenn sie zu einem Nährboden wird, auf dem die Sumpfblumen proletarischer Verzweiflung und Verkommenheit wuchern; zu einer Schmach wird die Armut, wenn sie uns aus בני חורין zu עבדים macht, wenn sie uns die religiöse und sozialen Pflichten vergessen läßt, die wir in einer solchen schlimmen Zeit mit doppeltem Ernste zu erfüllen haben, wenn sie uns den Satz des R. Akiba vergessen läßt. אפילו עניים שבישראל רואין אותם כאילו הם בני חורין שירדו מנכסיהם שהם בני אברהם יצחק ויעקב
Bleibt darum stark und aufrecht! Bewahret euch den jüdischen בני חורין-Stolz, der zu allen Zeiten die בני אברהם יצחק ויעקב mitten im Armut und Elend zu Großtaten des Geistes und Willens beflügelte! Zeigt im Gegensatz zu den Proletariern aller Länder, daß jüdisches Proletariat die gefährlichste Form der Assimilation ist, die schon Jecheskel, der Prophet als die tiefste Schmach der Armut bezeichnet hat:למען אשר לא תקחו עוד חרפת רעב בגוים.
So ungefähr stelle ich mir die soziale und wirtschaftspolitische Botschaft vor, die unser großer Rabbiner זצ"ל dieser unserer Zeit zu überbringen hätte.
Quelle:Nachalath Zwi Eine Monatschrift für Judentum in Lehre und Tat, herausgegeben vom Vorstand der Rabbiner-Hirsch-Gesellschaft. I. Jahrgang 5691/1930-31, S. 84-101
Dieser Aufsatz brahten wir als Teil unseres Studienprogramms Herbst-Winter 5769 und speziell zum Jahrestag runden Geburtstag von Rabbiner Samson Raphael HIRSCH (1808 -1888). Wird nächste Woche fortgesetzt.
Rabbiner Samson Raphael HIRSCH aus Kommentar Waéro
Rabbiner Samson Raphael HIRSCH
(1808-1888)
וארא
Aus seinem Kommentar zur Wochenabschnitt Woéro
Kap.6, V.3 auch da ich Abraham, Jizchak und Jaakob als der allgenügenden Gott sichtbar ward, undals der, den mein Name ד' deutetet, ihnen nicht zur Erkenntnis geworden war.
Kap.6 V.3 Ihr wundert euch, daß es bisher immer schlimmer geworden, daß selbst deine Sendung bisher nur ein Mittel war, das Elend eurer Lage bis zum äußersten Extreme zu führen seht ihr denn nicht, wie eure ganze bisherige Geschichte nur ein abwärts steigender Weg gewesen? Abraham der נשיא אלקים inmitten der Völker und Jakob, der arme dienende Knecht der erst um sein Weib zu dienen hatte! Ich hätte euch ja in aufsteigender Linie führen können. Statt Abraham im hundertsten Jahre einen Sohn erhalten zu lassen, hätte ich schon von ihm eine Familie entstehen lassen, die Nachkommenschaft in glücklichen, günstigen Verhältnissen zu einem Volk auf heimischen Boden heranblühen lassen zu können. Dann wäre aber eben dieses Volk nicht das Gottesvolk, nicht das עם ה', das Gott alsה' offenbarende Volk geworden. Dann würde auch dieses Volk wie alle anderen Völker nur in dem Sicht- und Tastbaren wurzeln, in materieller Boden stehen, in materieller Macht und Größe seine Macht und Größe finden, und Geistiges und Sittliches nur insofern anstreben, als das Materielle dafür kaum lässt und es dem Materiellen selber frommt. Und es soll doch im Gegenteil seinen Boden nur in Gott und diesem Streben aus und für dasselbe auch irdischen Halt und Boden gewinnen! Es war ja das Bewusstsein von dem freien, allmächtigen Gott und dem durch diesen Gott freien Menschen geschwunden, es waren ja Menschen und Völker theoretisch und praktisch in die Gebundenheit der Materie versunken! Durch das Auftreten des Abrahamvolkes sollte dieses Bewusstsein wieder geweckt, und die Menschen aus dieser Gebundenheit erlöst werden. Darum musste dieses Volk da anfangen wo andere Völker aufhören. Es musste, an sich selbst verzweifelnd בגעל נפשך in seinem Blute verendend, am Boden liegen (Jecheskeel 16,5) und nur durch Gottes Schöpferruf zum Volke erstehen, und so schon das bloße Dasein dieses Volkes den Völker verkünden: אני ד'!
Darum war die Herbeiführung dieses, die Offenbarung Gottes als ה' bedingenden Momentes, in welchem die Hilflosigkeit der Nachkommen Abrahams gipfelte, von vornherein der Gottesplan, als er die Geschichte der Väter abwärts führte und sich ihnen nur als den Allgenügenden zeigte, an dessen Hand man siegreich allen Wechsel des Lebens durchmache.
V.6 Darum sage Jissroéls Söhnen: Ich bin ד'! Ich werde euch von dem Erliegen Mizrajims Lasten hinausführen, werde euch von ihrer Knechtschaft retten, werde euch mit gestrecktem Arme und mit großen Strafgerichten erlösen,
V. 6 In drei Momente ist das Galuth gezeichnet: עבדות , סבלות, und da גאולה ohne Beifügung ist גואל-losigkeit, גאולה-Bedürftigkeit. In dem ברית בין הבתרי' war dieses Galuth Abraham als ענוי , עבדות , גרות angekündigt. Diese drei Momente lagen verwirklicht vor. ענוי: die Peinigung, die Verkümmerung und Freudeberaubung des Daseins, in den סבלות, in den mit höhnender Härte aufgebürdeten Lasten Mizraims. Es kann jemand עבד sein, ohne durch סבלות erdrückt zu werden, es kann jemand mit סבלות überbürdet sein, ohne עבד zu sein. עבדות: die Freiheitsberaubung, in עבדת, in dem Sklavenstand welchen Mizrajim über sie verhängt. גרות in der גואל-losigkeit, das ist eben der גרות-Stand. So wird später im Gesetze der Fremde bezeichnet als אין לאיש גואל (4 B.M. 5,8). גואל ist der Verwandte, der in der Not des Verwandten seine eigene erblickt und für ihn auftritt. Der Fremde hat als solcher in dem gewöhnlichen Staate keinen Annehmer. In der Misshandlung des geringsten Einheimischen erblickt jeder Einheimische sein eigenes Recht verletzt, er sieht in ihm den Rechtsboden erschüttert, auf welchem er selbst mit allen seinen Ansprüche ruht. Der Fremde aber, hat hier kein Recht und findet daher in keinem der hier Berechtigten einen Annehmer. An dem Fremden kann hier kein Unrecht geschehen, weil er eben hier kein Recht hat, vielmehr alles, was ihm hier nicht geschieht, und was man ihm hier gestattet, reine Gnade ist. Das ist das Unglück des Fremden, Heimatlosen, Unberechtigten; aus ihm, weil sie in Egypten גרים waren, erwuchs alle spätere Elend wie von selbst.
והוצאתי אתכם מתחת וגו'. Nicht: ich zertrümmere die Last, daß ihr dann von selbst euch erhebet. Ich lasse die Last Last sein, aber ich ergreife euch unter ihr hervor und hinaus. Ihr bleibt völlig passiv bei der Erlösung.
וגאלתי. Ihr habt in Egypten keine verwandte Seele, die sich in eurer Misshandlung verletzt fühle. Ich trete als euer Verwandter auf. Mich verletzt man, wo man eines meiner Kinder antastet. In mir findet ihr euer Recht und eure Selbständigkeit wieder Im jüdischen Gesetze tritt der גואל hinzu, wenn sein Verwandter aus Not sein Erbteil oder sich verkauft hat, wo er also rechtlich bereits der Unfreiheit oder Besitzlosigkeit verfallen ist. Das ist Gottes Verhältnis zu uns. Zu ihren סבלות und ihrer עבדה hatten die Egypter auch keinen Schein von Recht. Allein uns als גרים zu behandeln, und das Recht des Daseins abzusprechen und von da aus, für diese Duldung, allen möglichen Druck auf uns zu lasten, an diese Duldung alle möglichen Bedingungen zu knüpfen, das hat man nicht nur in dem altersgrauen pharaonischen Staat für Recht erkannt. Da trott Gott für die als heimatlos und darum als rechtlos Erklärten mit weithin über alle und alles gestrecktem Arme in die Schranken, macht sein Vorrecht an jedem Menschen und an der ganzen Erde geltend, gibt von diesem Gottesrechte aus seinen Rechtsberaubten Recht und Heimat wieder, und erzwingt mit שפטים גדולים, mit großen, die Welt in Ordnung bringenden Gerichten die Anerkennung seines Rechts. בני בכורי ישראל (In diesem גואל-Begriffe liegt die Tiefe des הנה אנכי הורג את בנך בכורך = בני בכורי ישראל. Du verweigerst mir mein misshandeltes Kind: ich lasse dich fühlen, was es heißt: sein Kind verlieren!)
V. 7 werde euch mir zum Volke nehmen und euch zum Gotte werden; ihr werdet erfahren, daß ich ד' euer Gott bin, der euch von dem Erliegen unter Mizrajims Lasten hinausführt,
V.7 ולקחתי sobald ihr frei werdet, werdet ihr mir zum Volke! Mir zum Volke, ohne Land, ohne Boden, allein durch mich!
לי לעם, in dieser kurzen Zusammenstellung, in welcher hier zum ersten Male die ganze künftige Bestimmung Israels ausgesprochen wird, liegt die spezifische Verschiedenheit des durchaus einzigartigen Judentums, das man mit den völlig ungeeigneten Namen jüdische Religion zunächst gedankenlos in die Kategorie der Religionen überhaupt, als auch eine Art Religion, einzuschalten beliebt und sich hinterdrein wundert, in dem Inhalt dieser Religion so vieles zu finden, was weit ab von der gewöhnlichen Heerstrasse der Religionen liegt. לי - לעם, Gott zum Volk! Darin ist schon gesagt, aß das Judentum, das von Gott gestiftetes Judentum, mit nichten eine Religion sei. Im Judentum gibt es auch das, was man sonst Religion nennt, aber der Begriff Judentum ist ein unendlich weiterer und anderer. In Religionen hat Gott nur Tempel, Kirchen, Priesterschaften, Gemeinden u.s.w.; Völker stehen nur zu Königen, Obrigkeiten u.s.w. in Beziehung und bauen sich von dem Begriff des Staates, und nicht von Religion und Gott auf. Hier aber stiftet Gott keine Kirche, sondern ein Volk, ein ganzes Volksleben soll sich von ihm aus gestalten. Wenn also Gott spricht ולקחתי אתכם לי לעם, so heißt das eben nichts anders, als: eure menschengesellschaftlichen Verhältnisse sollen durch meine Einsicht geleitet werden, eure menschengesellschaftlichen Verhältnisse sollen eine Offenbarung meines Geistes werden. Als daher ein späteres Geschlecht geneigt war, sein ganzes Verhältnis zu Gott in Opfer- und Tempelleben aufgehen zu lassen, und sich gegen die Vorwürfe menschengesellschaftlicher Entartung hinter den Ruf: היכל ד'! היכל ד'! verschanzte, konnte ihm der Prophet entgegen donnern: היכל ד' המה! Tempel Gottes sollen sie selber sein! Und weiterhin erläuternd hinzufügen: denn an dem Tage, da ich sie aus dem Lande Mizraim führte, habe ich mit euren Vätern nicht über Empor- und Mahlopfern gesprochen und habe sie nicht dafür in die Pflicht genommen. Sondern das ists, wofür ich sie verpflichtete: gehorcht mir, so werde ich euch zum Gotte und ihr werdet mir zum Volke sein u.s.w. (Jirmija 7, 4, 22). Von Opfern hat Gott allerdings auch mit uns gesprochen, ja an dem Tage der Erlösung aus Mizraim war es gerade ein Opfer, und nur ein Opfer, womit er uns konstituierte. Aber er hat uns nicht zu einer Tempelgemeinde um der Opfer willen konstituiert, sondern er hat uns durch Opfer zu einem Volke konstituieren wollen, und gerade eben jene allererste Opferinstitutionen hat den Staat in seinem wesentlichen Grundriss aufgerichtet, wie wir das f.Z. nachweisen hoffen. Wenn andere Völker ihren Einigungspunkt in dem gemeinsamen Boden haben, hat das jüdische Volk seinen Einigungspunkt in dem gemeinsamen Gott
V.8 und werde euch dann zu dem Lande bringen, das ich meine Hand erhoben habe, Abraham, Jitzchak und Jaakob zu geben, und werde es euch als Erbteil geben, Ich ד'!
V. 8 והבאתי אתכם וגו' Israel soll somit völlig zum Volk konstituiert sein, bevor es ein eigenes Land erhält. Sein Volksdasein ist somit nicht durch den Besitz des Landes bedingt, vielmehr der Besitz des Landes war von der treuen Lösung seiner Volksaufgabe abhängig:מורשה: es war im Geiste schon den Vätern gegeben, ihr erhaltet es nur als deren Erbe.
V.14 Dieses sind die Häupter ihres Vaterhauses. Reubens Söhne, Erstgeborenen Jissroéls: Chanoch, Pallu, Chezron und Karmi; dies die Familien Rubens.
V.14 Auch im Altertume kommt es vor, daß Menschen, die sich ganz besonders als Wohltäter ihres Volkes erwiesen, hintennach ihres menschlichen Daseins entkleidet und wegen göttlicher Taten der Ehre eines göttlichen Ursprungs gewürdigt worden sind. Wissen wir doch, daß später ein Jude, dessen Jichusbrief nicht vorlag und weil er nicht vorlag, und weil er ein Paar von den Menschen Moses entlehnte Lichtfunken den Menschen brachte, nach der Anschauung der Völker zum Gotteserzeugten wurde, an dessen Göttlichkeit zu zweifeln zum Verbrechen ward. Unser Moses war ein Mensch, bleibt ein Mensch und sollte ein Mensch bleiben.
Wenn aber dieser Abstammungsnachweis jeder irrtümlichen Vergötterung, jedem Wahne einer Inkarnation der Gottheit im menschlichen Gestalt, von vornherein und für immer begegnen sollte, wenn eben er uns die Wahrheit verbrieft: Moses, der größte Mensch aller Zeiten, war Mensch, nichts als Mensch, und die Stellung, die er vor Gott eingenommen, reicht nicht über die Sphäre sterblicher Menschen hinaus so wird aber eben durch dieses Namenregister auch noch einem entgegengesetzten, nicht minder verderblichen Wahne vorgebeugt sein sollen, und deshalb nicht bloß die direkte Abstammungslinie Moses und Aarons: Jakob, Levi, Kehath, Amram, Moses, sondern auch alle andere Zweige des Stammes Levi mitgeteilt. War nämlich durch diesen Abstammungsnachweis zuerst die Tatsache von der menschlichen und nur zu menschlichen Natur Moses und Aarons festgestellt, so war damit dem Glauben Vorschub geleistet, ausnahmslos jeder sei zum Propheten geeignet, es könne einer heute als vollendeter Idiot bekannt sein und morgen im Namen Gottes das Wort führen; es könne plötzlich der Geist Gottes über unwissende, ungebildete Menschen kommen, und sie in siebenzig Sprachen reden lehren, wie diese Erscheinung eingebildeter oder vorgeblicher prophetischer Berufung in sonstige Kreisen nicht ohne Beispiel ist, wo dann, je unwissender und beschränkter der Prophet von heute gestern war, ein um so größerer Beweis göttlicher Berufung in dieser plötzlichen Umwandlung liegen soll. Diesem gefährlichen Irrtum begegnet gleichzeitig unser Register. Wohl waren Moses und Aaron Menschen, nichts als Menschen: allein sie waren auserlesene Menschen. Hätte Gott sich den ersten besten erwählen wollen, so hätten sich ihm andere Stämme als Lewi, und in Lewi noch andere Zweige als Kehath, und unter Kehaths Häusern noch andere Häuser als Amram, und unter Amrams Kinder ebenso gut der ältere Aaron als gerade der jüngere Moses zu seiner Sendung dargeboten. Allein Gott wählt sich die Geeignesten und Edelsten zu seinen Werkzeugen und Boten. Seiner Berufung muss das Menschliche erst menschlich hinanreifen. Nicht Abraham und Isaak, Jakob wird der eigentliche Begründer des Israelhauses. Nicht Reuben und Schimon, Lewi wird der erwählte Stamm. Nicht Aaron en Mirjam, Moses wird der Gottesgesandte wie dies auch der Grundgedanke eines von dem Weisen zu dem Verse הלא כתבתי לך שלישים (Tanchuma Jithro) ausgesprochenen Satzes sein dürfte alles muss erst an sich dem Grade der Befähigung entgegenreifen, der es auch Erwählung tauglich macht.
Kap.7 V.11 Pharao aber rief auch die Weisen und Zauberer; auch sie, die Schriftkundigen Mizrajims, taten mit ihren Blendwerken also.
Kap. 7 V.11 Nur der wird getäuscht, der sich sorglos den Einwirkungen eines anderen hingibt Alle Verbrechen, die ע"ז sind oder damit zusammenhängen, sind nicht wegen der ihnen innewohnenden metaphysischen oder logische Lüge, sondern wegen der sittlichen Verderblichkeit ihrer Folgen Verbrechen. Für sittlich gute Zwecke hat man nie den מכשף zu Hilfe gerufen. Wo man das Bewusstsein hatte, der Zweck, den man verfolge, habe die Billigung der Gottheit und laufe ihrer Weltordnung parallel, da hat man zu keinem solchen Hilfsmittel zu greifen sich veranlasst gesehen. Nur wo man wegen der Schlechtigkeit des Wollens nicht auf den Bestand des Weltenordners rechnen durfte, da suchte man sich bei der vermeintlichen Kunst des כשוף eine Nebentüre, einen Schleichweg, das Schlechte der Weltordnung zum Trotze ausführen zu können. Daher erklären die Weisen מכשפים:מכחישים פמליא של מעלה , machen angeblich die höhere Weltordnung zu Schanden. Im Dienst der alten Herrscher finden wir in תנ"ך überall מכשפים sowie wenn heutigen Tages die Naturwissenschaft in den Dienst der Staatszwecke trifft; und wollte die Naturwissenschaft sich heutigen Tages in den Dienst der Lösung des Problems stellen, wie man beispielsweise allen Ausschweifungen sich hingeben könne, ohne deren gesundheitszerstörende Folgen fürchten zu müssen, so würde das eine dem Grundgedanken des כשוף ähnliche, missbräuchliche Bewältigung der Natur anstreben.
V.15 Gehe zu Pharao am Morgen, siehe er geht zum Wasser hinaus, so stelle dich ihm entgegen am Ufer des Flusses, und den Stab, der zu einer Schlange umwandelt worden, nimmst du in deine Hand,
V.15 Wir stehen an den Anfang der עשר מכות, versuche wir einen Überblick derselben. Schon R. Jehuda hat sie gruppiert: ד'צ'ך , ע'ד'ש , ב'א'ח'ב. Diese Gruppierung ergibt sich sofort aus der Geschichte selbst. In zweien Plagen geht immer eine entschiedene Warnung voran, die dritte, also כנים, שחין und חשך, tritt dann ohne Warnung ein. Die dritte erscheint immer als Strafe dafür, daß die beiden ersten erfolglos geblieben.
Näher betrachtet stehen diese Plagegruppen in inniger Beziehung zu den drei Seiten, welche den Kern des egyptischen Galuth bildeten, und deren Beseitigung die Erlösung bewirkte.
גרות,עבדות ,ענוי waren die Bestandteile des Verhängnisses, das sich durch Egyptens Versündigung an Jissroél vollzog,גרות,עבדות und ענוי waren die Momente, welche die Plagen brachten, sie den Ungrund ihrer Erhebung über das unglückliche Volk und das Herbe eines solchen Elends fühlen zu lassen.
דם,ערוב ,ברד zeigten den Egyptern, wie sie selber nur גריםim eigenen Lande und wie wenig sie daher berechtigt wären, Jisroél als גרים rechtlos zu machen, צפרדע,ארבה ,דבר , zeigten ihnen die Nichtigkeit der Momente, die ihren Herrendünkel über die zu עבדים Erniedrigten erzeugten. כנים, ,שחיןחשךendlich waren ענויים, die sie einmal fühlen ließen, wases heißt, einem systematischen ענוי- Verhängnis zu unterliegen.
מכות בכורות schließt das Ganze ab und führt endlich die Erlösung herbei.
Die Plagen gruppieren sich demnach:
ד'צ'ך ist die Heilung von dem גרות-,עבדות- und ענוי-Wahn durch die Offenbarung der Gottesmacht an Wasser und Land, ע'ד'ש ist die Heilung von dem גרות-,עבדות-, und ענוי-Wahn des Landes, ב'א'ח ist die Heilung von dem גרות-,עבדות- und ענוי- Wahn durch Offenbarung der Gottesmacht an der Land und Leute umgebende Atmosphäre.
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH aus dem Kommentar zur Haftoro Woéro
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH
(1833 1900)
הפטרת וארא
Aus dem Kommentar zur Haftoro des Wochenabschnittes Woéro
Ezechiel Kap. 28, V.25
Das Prophetenwort weist zunächst auf die späte, späte Zukunft hin, in der das Werk der Schöpfung Jissroéls und der durch es zu bewirkende Belehrung der Menschheit vollendet sein werde. ונקדשתי בם: in dem doppelten Sinne des הקדש ב-. הקדש von Gott: sich als der absolut Maßgebende offenbaren, ב-: durch das was an jemandem oder von jemandem geschieht. Hier durch die nach Jahrhunderten, ja Jahrtausenden zählende Geschickeserziehung, die Ungehorsam und Leichtsinn des zum Träger seines Wortes berufenen Volkes so lange straft und Geschlechter auf Geschlechter solange den verehrenden Schicksalstürmen preisgibt, bis es die Höhe seiner Bestimmung erreicht hat, offenbart sich Gott der Menschheit als der Absolute, seinen Willen unbedingt Ausführende. Sodann: ונקדשתי בם durch die Treue, durch die Seelengröße und Charakterstärke,die der Kern der Nation trotz aller Perioden des Abfalles in allen den furchtbaren Prüfungen bewiesen hat, und zu der einst die Gesamtnation erzogen sein wird, werde Ich geheiligt. Dadurch daß sie freudig alles opferten, um meinen Willen auszuführen, haben sie eben meinen Willen vor den Augen der Völker, als den absolut maßgebenden verkündet.
Kap. 29, V. 1-7
Aber wie offenbart sich hier die allmächtige Gotteshand? Sind es offenbare Wunder, wie die Verwandlung des Niles, dieses Príncipes alles Lebens, in Blut und Verwesung, oder der scheuesten waffenlosen Tiere in Peiniger der gewappneten stolzen Herren des Landes, oder des fruchttragenden Bodens in Ungeziefer, bis zu jener großen Hand, die die mächtigen Meeresfluten vor Jissroél auseinanderweichend sich anstürmen und über die nachrückenden Ägypter zusammenbrechen ließ? Es ist dieselbe Hand, aber der Arm des welterobernden, Reiche gründenden und Reiche zerstörenden Nebukadnezar ist ihr Werkzeug. Es ist darum nicht weniger Gottes Gericht, weil er sich zu dessen Vollstreckung des Menschenarmes bedient. Über der äußeren, dem Menschenauge sichtbaren Verkettung der geschichtliche Ereignisse wird uns hier ein höherer Pragmatismus der göttlichen Weltleitung gezeigt. Dort erscheinen materielle, politische und physische Momente, Mach und List, überlegene Taktik und Staatskunst als die entscheidenden Faktoren. Hier aber wird gezeigt, wie das Vorhandensein dieser Faktoren und vor allem ihre Lenkung, daß sie nun auch zum Siege führen, in der Hand einer höheren, nach ethischen Momente bestimmenden göttlichen Weltwaltung liegt. Nebukanezar belagert Tyrus, er dient seiner Eroberungssucht, ist jedoch zugleich Werkzeug Gottes. Nach langem Widerstande fällt Tyrys, doch seines Sieges Lohn entgeht dem Sieger ein plötzliches Anschwelle des Meeres hatte nach der Überlieferung alles begraben. Er wendet sich nach Ägypten, ist hier sofort siegreich Fügung Gottes. Und als Entschädigung für den von Tyrus entgangenen Lohn erhält der stolze, den Traum der Weltherrschaft träumenden babylonischen Held von der göttlichen Fügung, in deren Dienst er nur steht, als Arbeitslohn die ebenso aufgeblasene ägyptische Majestät und ihre Herrlichkeit, die auch ihrerseits jenen Weltherrschaftsträumen lange nachgehängt hatte. Gibt es eine tröstlichere Ironie der Weltgeschichte, als diesen selbstherrlichen Nebukadnezar in der Rolle eines auf höheres Geheiß auf seine Beute losgelassenen, der ersten Fang durch dasselbe höhere Geheiß einbüßenden und dafür durch eine andere ihm endlich überlassene Beute belohnten Jagdtieres? Und der erhabene Herrscher auf dem Throne der Pharaonen und sein Volk und sein Reich eben die Jagdbeute!
Jeder etwaigen Unterschätzung aber der Bedeutung der nichtjüdischen Glieder der Menschenfamilie, die durch diese Aussprüche etwa veranlaßt, und jeder Selbstüberhebung Jissroéls, die durch den Gedanken an seine eigne wunderbare Schöpfung, Rettung und Erhaltung erzeugt werden könnte, wird durch einige Sätze in dem weiteren Verfolge des Prophetenwortes wirksam entgegengetreten. Dieselbe Gotteshand wird lohnend, richtend, strafend und erhaltend, Völker zerstreuend und wieder sammelnd wie in Jissroéls so in der Völker Geschichte gezeigt. Und zwar, sicher nicht unabsichtlich, mit ganz den gleichen Worten. Um die Völker, nicht etwa bloß Jissroél, vor ferneren Ausschreitungen ägyptischer Willkür zu schützen, soll (V.25) Ägyptens Macht auch nach seiner Restauration in engen Schranken gehalten werden. Durch die Worte: ושבתי את שבות מצרים, die ganz identisch sind mit dem so häufig wiederkehrenden ושבתי את שבות עמי, wird die unmittelbare innige persönliche Gottesnähe bei Mizrajim, und dessen Gedeihen auf dem heimatlichen Boden, ebenso als Augenmerk der göttlichen Vorsehung ausgesprochen, wie bei Jissroél.
(Die Haftoroth übersetzt und erläutert, Frankfurt am Main 1896: S. 109-116Kommentar zu Ezechiel Kap 28 V.25 )
Rabbiner Dr. Salomon BREUER zur Wochenabschnitt WOÉRO
Rabbiner Dr. Salomon BREUER
(1850-1926)
וארא
Belehrung und Mahnungzur Wochenabschnitt Woéro (Auszug)
דבר נא באזני העם Wie hat doch die Weisheit der Weisen uns dieses נא der göttlichen Aufforderung in seiner zarten Innigkeit verstehen gelehrt! Rede doch es ist wohl noch nicht an der Zeit, רכוש גדול ist wohl für sie noch nicht angebracht, sie sind noch lange nicht reif dazu und wenn doch? Auf wen anders mochte Gott wohl in dieser Stunde Rücksicht genommen haben auf unseren Stammvater, jenen צדיק, wie die Weisen ihn gerade hier nennen, der es in seinem צדקות, in seiner vorbildlichen Pflichttreue nimmer begriffen hätte, daß selbst ein mizrisches Golus nicht imstande war, seinen Nachkommen die dauernde Reife zur Hinnahme von רכוש גדול zu verleihen! Abraham, der seinem Volke für alle Folgezeit auf den Doppelhöhen seines gottnahen Lebens vorgewandelt ist, der nach seinem mizrischen Golus רכוש גדול mitnahm ואברהם כבד מאד במקנה בכסף ובזהב (1 B.M. 13,2) ohne daß es ihn in seiner Lebensaufgabe irre machte, der vielmehr וילך למסעיו seinen früheren Zügen nachging, בדרך שהלך חזר auf dem Weg, den er gekommen, wieder zurückkehrte, fügen die Weisen erklärend hinzu (מ"ר): der sich gleich geblieben, auch in glücklichen, mit irdischer Fülle gesegneten Lebensverhältnissen Gott den Altar seiner Lebensweihe und Lebenshuldigung errichtete Abraham sollte nicht irre werden an der göttlichen Verheißung, die seinen Nachkommen ein heiteres, glückliches Volksleben zugesichert hatte wenn auch Gott recht wohl wußte, daß noch manches Golus-Leid über sein Volk kommen mußte, bis es für diese Lebensbestimmung die dauernde Reife gewonnen haben würde.
Wiederholt hat seitdem Gott unserem Volke רכוש גדול gereicht, und noch immer wieder hat klägliches וישמן ישרון ויבעט gezeigt, daß uns die Reife für die Doppelhöhe des Lebens mangelte und so mußte uns Gott immer wieder der rohen Gewalt pharaonischer Bedrücker preisgeben.
Kein Wort der Rechtfertigung für all das unendliche Leid, für den satanischen Haß und die grausame Entrechtung, die unsere Feinde in den Jahrtausenden unseres Golus auf uns häuften
Uns steht für alle Zeiten an der Spitze der Gottessendung an Pharao נס של תנין das Wunder, daß der Stab in ein Krokodil sich wandelte Was es soll, fragen die Weisen?
Dieses Wassertier, das da in seinen Strömen ruht, glaubt in ungemessener, ungezügelter Rohheit seinen tierischen Instinkten sich hingeben zu können, glaubt sich austoben zu können mordend, vernichtend gegen Amroms Sohn und ist doch nur ein Stab in Gottes Hand, der wohl auch verletzen kann, aber nur, wenn eine höhere Intelligenz ihn führt, der aber auch zur Stütze wird, sobald sein Meister es will
Und so erwies sich die scheinbar ungefesselte Wut des Krokodils als Stab, wenn auch als Zuchtrute in der Hand Gottes Und auch für die Folge haben Aschur und alle Völker, unter deren Druck unsere Golus-Geschichte sich vollendete, שבט אפי sich als Zuchtrute in Gottes Hand (Jes. 10,5) sich bewährt.
Oh, daß das Golus-Leid uns endlich die Reife bringen möchte für die heitere Verwirklichung unserer von Gott uns verbrieften Volksbestimmung!
Laßt uns unseren Kindern mit dem leuchtenden Beispiel jüdischer Pflichterfüllung vorangehen! Zeigen wir ihnen, daß uns die Pflege unserer Thoragüter Lebensinhalt bedeutet, bringen wir dem Gotteswillen in allen Lebenslagen unverbrüchliche Treue entgegen, und wir werden mit unserem Leben die heißersehnte Zeit herbeiführen helfen, in der unser so schwer geprüftes Volk seine Golus-Fesseln abschüttelt und, von Gott geführt, die Doppelhöhen seines Erdenlebens ersteigt ירכבהו על במותי ארץ
Quelle: Rabbiner Dr. Salomon BREUERBelehrung und Mahnung zweiter Teil Exodus J.Kaufmann Verlag Frankfurt am Main 1931 S.12- 13
Rabbiner Dr. Raphael BREUER: 'Was hat Rabbiner Hirsch unserer Zeit zu sagen? (3. Ablieferung)
Rabbiner Dr. Raphael BREUER
(1881-1932)
WAS HAT RABBINER HIRSCH UNSERER ZEIT ZU SAGEN? (3.Ablieferung)
Rede gehalten anlässlich der am Vorabend des 27.Teweth 5691 von der Rabbiner-Hirsch-Gesellschaft in Frankfurt a. M. veranstalteten Jahreszeitgedenkfeier.
II.
Hundert Jahre sind vergangen, seitdem sein mächtiges Wort zum ersten Mal erklang, 42 Jahre, seitdem er seine Kehilla und sein Volk verließ. Wodurch unterscheidet sich unsere Zeit von seiner Zeit? Das entscheidende Erlebnis unserer Tage ist der Weltkrieg und alles das, was nach ihm kam. Wir haben in den letzten 16 Jahren etwas gelernt, was den Menschen, die zwischen 1870 und 1914 lebten, nur aus der Überlieferung bekannt war: Wir haben gelernt, was Geschichte ist. Wir haben in diesen 16 Jahre Dinge erlebt und erleben sie noch heute Tag für Tag, die der vorhergehenden Generationen nur aus Geschichtsbüchern bekannt waren. Die haben Geschichte gelesen, wir haben Geschichte erlebt und erleben sie noch heute unausgesetzt Tag für Tag. Und darum möchte ich geradezu behaupten, daß die geistige und politische Botschaft Rabbiner Hirschs, die von historischen Erlebnisse und Erkenntnissen geradezu durchtränkt war, unsere Generation näher steht und mehr zu sagen hat als der , die der unsrigen unmittelbar vorausgegangen ist.
Versuchen wirs doch einmal, uns in die Jugendzeit Rabbiner Hirschs zurückzuversetzen. Das große Erlebnis seiner Jugend waren die politischen, sozialen und kulturellen Nachwirkungen der französischen Revolution und der napoleonischen Zeit. Wer seine Rede kennt, die er 50 Jahre nach der Leipziger Völkerschlacht im Beth Haknéses unserer Adas Jeschurun gehalten hat, eine Rede, die man nicht lesen kann, ohne sich vom Hauch des Gottes der Geschichte angeweht zu fühlen, eine Rede, die mit unerhörter Leidenschaft und Ergriffenheit eine von jene Stunden gefeiert hat, in welchen Gott einzieht in die Geschichte, wer diese Rede kennt, eine politische Mussar-Rede, die das Walten des ewigen Rechtes im Völkerleben besingt צדק לפניו יהלוך Recht geht vor seinem Angesichte her, wo das Recht siegreich einzieht in die Zeiten, da kannst Du wissen: וישם לדרך פעמיו da ist der Eintritt der Gotteswege auf Erden wer diese wundervolle Rede Rabbiner Hirschs kennt, der weiß, daß die Ehrfurcht vor dem Walten Gottes in der Geschichte und der Glaube an den endlichen Sieg des Rechtes auf Erden das Grundgefühl seines Innenlebens und die alles beherrschende Richtlinie seiner Botschaft war.
Schulter an Schulter mit dem deutschen Bürgertum haben im vorigen Jahrhundert Deutschlands Juden für den Siegdes Rechtes gekämpft. Die Befreiung des deutschen Bürgers aus den Fesseln des alten Feudalstaates hat auch dem deutschen Juden die Gleichberechtigung gebracht. So tief Rabbiner Hirsch die religiösen Gefahren der Emanzipation durchschaut hat, so hat er sie doch allezeit als einen Triumph des Rechtes über die Gewalt empfunden und in begeisterten Worten gefeiert. Und wenn er heute wieder auferstände und es erlebte, wie dieses deutsche Bürgertum, dem er sich im Kampf ums Recht als deutscher Jude fühlte, im Zeitalter des Nationalsozialismus und Bolschewismus Gefahr läuft, von den Wogen eines völkischen oder proletarischen Lebensgefühls verschlungen zu werden; wenn er heute sähe, wie es der völkischen Bewegung immer mehr und mehr gelingt, ihren Geistestypus am ausgeprägtesten auf das deutschen Bürgertum zu übertragen, und die größte politische Gefahr unserer Gegenwart, die Zerstörung des Rechtgedankens, bedrohlicher wird von Tag zu Tag: dann wäre seine Mahnung an uns, die klassischen Ideale des deutschen Bürgertums von der Freiheit und Gleichberechtigung der Menschgen im Interesse des Deutschtums und des Judentums für die Zukunft retten zu helfen! Denn was er damals an jenem 18. Oktober 1863 in seinem Beth Haknéses gesprochen, das hat ja für unsere Zeit eine Resonanz von ungeahnter Kraft gewonnen. War es damals eine Wahrheit, daß man nicht mit dem Rechtsgedanken spielen darf, daß סמא דחיי למיימינים בה סמא דמותא למשמאילים בה, daß das mißbrauchte Recht die Gewalt, die mißbrauchte Freiheit die Tyrannei zu ihrem Rächer setzt, daß darin eben die göttliche Allmacht des gottgesandten Rechtes sich offenbart, daß es über Menschen und Völker, Hütten und Paläste zertrümmernd dahinschreitet, bis es in seiner Reinheit und Glorie begriffen und ihm in Aufrichtigkeit gehuldigt wird: dann hat diese Wahrheit, weiß Gott, in unseren Tagen von ihrer erschütternden Wucht nichts verloren. Der Schrei nach der Diktatur, der heute im politischen Leben von rechts und von links ertönt, er versetzt uns zurück in die Zeit der französischen Revolution, in der die Völker zeigten, wie unreif sie waren für die Freiheit und das Recht und wie aus dieser Unreife der Tyrann emporwachsen mußte, der ihnen den Fuß der Gewalt auf den geknechteten Nacken setzte. An jenem 18. Oktober 1863 schien diese Zeit endgültig vorbei zu sein, und in ergreifenden Worten hat ihr Rabbiner Hirsch das Totenlied gesungen. Heute ist derTyrann in zwiefacher Verkleidung, in fascistischem und bolschewistischem Gewande, zu neuem Leben erwacht. Und da hätte Rabbiner Hirsch uns nichts mehr zu sagen?
Quelle:Nachalath Zwi Eine Monatschrift für Judentum in Lehre und Tat, herausgegeben vom Vorstand der Rabbiner-Hirsch-Gesellschaft. I. Jahrgang 5691/1930-31, S. 84-101
Dieser Aufsatz brachten wir als Teil unseres Studienprogramms Herbst-Winter 5769 und speziell zum Jahrestag runden Geburtstag von Rabbiner Samson Raphael HIRSCH (1808 -1888). Wird fortgesetzt.
Rabbiner Dr. Raphael BREUER: 'Was hat Rabbiner Hirsch unserer Zeit zu sagen? (2. Ablieferung)
Rabbiner Dr. Raphael BREUER
(1881-1932)
WAS HAT RABBINER HIRSCH UNSERER ZEIT ZU SAGEN? (2.Ablieferung)
I.
Machen wir uns zunächst einmal klar, was Rabbiner Hirsch seiner Zeit zu sagen hatte. Seine Botschaft, zu der er auserkoren war, bestand in der Hauptsache darin, seinen Schicksalsgenossen den Glauben an die Thora, der ihnen völlig abhanden gekommen war, wiederzugeben. Seine Schicksalsgenossen: das waren die deutschen Juden des vorigen Jahrhunderts, die entweder in ungezählten Scharen vom alten Väterglauben abfielen oder nach einer neuen Form des Judenseins ausspäthen, die ihnen den Abfall vom Alten ersparen und den Anschluß an das Neue ermöglichen sollte. Diesen Schwankenden, Zweifelnden, Sehnsüchtigen, die vom Geist der neuen Zeit im innersten ergriffen und erschüttert waren, die wohl auf der einen Seite den Abfall vom Alten als erbärmlichen Verrat durchschauten, aber doch auf der anderen Seite nicht recht wußten, wie sie den Anschluß an das neue gewinnen sollten, ohne auf den Weg des Verrates abzugleiten: das waren die Menschen für die Rabbiner Hirsch ein von Gott gesandter Führer und Retter, ein zweiter מורה נבוכים wurde.
Die Art und Weise, wie er zu diesen Menschen sprach, mußte ihre Seelen zum Klingen bringen, sofern sie nur guten Willens und von ehrlicher Aufnahmebereitschaft waren. Wie er die Thora lehrte und lernte; wie er einen Bibelvers, ein Wort des Talmud und des Midrasch ansah, aussprach und darlegte; wie er in den klassischen Quellen der jüdischen Lehre, des jüdischen Denkens und Fühlens in unverfälschter Reinheit und Ursprünglichkeit, aber doch mit solcher originaler Kraft wiederzugeben verstand, daß sie die Menschen seiner Zeit wie neu geschaffen anmuteten: das hat ihm in der schöpferischen Genialität seiner Einmaligkeit keiner seiner Zeitgenossen nachgemacht. Uns mag heute manches selbstverständlich vorkommen, was erst unter dem Einfluß seinerWirksamkeit zum geistigen Besitztum weiter Kreise wurde. Daß wir es bei der Thora und Mizwaus mit weltbewegenden, weltgestaltenden, weltumformenden geistigen Mächten zu tun haben; daß diese Thora der Inbegriff unerhörter philosophischer, politischer, sozialer und wirtschaftlicher Aufschlüsse und Erkenntnisse ist; daß diesen Mizwaus eine erziehende Gewalt innewohnt, die von keiner modernen Fortschritt der pädagogischen Theorie und Praxis überflügelt werden kann; daß diesem jüdischen Volke mit seinem Zion der Vergangenheit und seinem Zion der Zukunft eine kosmische Aufgabe gestellt ist, deren Lösung das Heil der Menschheit bedingt; die welthistorische Weite dieser Schau, sie mag in den klassischen Zeiten der jüdischen Geschichte Gemeingut aller Wissenden und Verstehenden gewesen sein, sie mußteaber vor hundert Jahren vom Verfasser der Neunzehn Briefe und des Chaurew wie Neuland entdeckt werden, und sie mußte gegenüber dem Hohngelächter eines seichten Aufklärertums und einer beschränkten Wissenschaftlichkeit mit starker Hand verteidigt und befestigt werden.
Im Andenken der Nachwelt lebt Rabbiner Hirsch vielfach als Schöpfer einer neuen, modernen Orthodoxie fort. Er habe aus dem Thora- und Derech-Erez-Ausspruch unserer Weisen das Recht einer Verbindung von jüdischer und nichtjüdischer Kultur hergeleitet. Nichts ist falscher als das. Niemand war von der obersten und heiligsten Pflicht des jüdischen Volkes, die Autonomie und Souveränität seiner Thorakultur aufrecht zu erhalten, tiefer durchdrungen als er. Wie hätte er jemals auf den Gedanken kommen können, die Eigengesetzlichkeit der Thorakultur zu erschüttern, er, der den Gedanken niemals fassen konnte, wie jüdische Menschen, denen an der Erhaltung der Thora als der Seele der jüdischen Gemeinschaft etwas gelegen ist, die Souveränität dieser Thora in jüdischen Gemeinden, Verbänden, Weltorganisationen in die Forderung einer orthodoxen Partei verwandeln konnten, und der das Erlebnis dieser Verwandlung als die schmerzlichste Enttäuschung seines Lebens empfand! Thora und Derech Erez: das hieß für ihn nichts anderes, als Hineinstellen der Thora in den großen Zusammenhang der Welt. Wie sollen denn Thora und Mizwaus zu weltbewegenden, weltgestaltenden, weltumformenden geistigen Mächte werden, wie soll denn das jüdische Volk seine geschichtliche Mission erfüllen können, vor den Augen aller WeltZeugnis abzulegen für die Ehre Gottes und seiner Lehre, wenn Judesein mit Weltfremdheit und Weltabgeschiedenheit gleichbedeutend wäre! Wie schon der erste Jude als Vater des Völkergewoges die Weltbühne betrat, um der angemaßten politischen Souveränität der Nationen die göttliche Souveränität seines jüdischen Messianismus entgegenzuhalten, wie jedes Wort, das Mosche Rabbenu und all die Propheten, die nach ihm kamen, zu ihrem Volke sprachen, Himmel und Erde zur Zeugenschaft berief und eine Botschaft messianischer Weltkultur an die ganze Menschheit war, so und nicht anders hat auch unser großen Rabbiner ז"ל seine Thora und Derech-Erez-Botschaft verstanden.
Quelle:Nachalath Zwi Eine Monatschrift für Judentum in Lehre und Tat, herausgegeben vom Vorstand der Rabbiner-Hirsch-Gesellschaft. I. Jahrgang 5691/1930-31, S. 84-101
Dieser Aufsatz brachten wir bereits als Teil unseres Studienprogramms Herbst-Winter 5769 und speziell zum Jahrestag runden Geburtstag von Rabbiner Samson Raphael HIRSCH (1808 -1888). Wird fortgesetzt.
Rabbiner Dr. Raphael BREUER: 'Was hat Rabbiner Hirsch unserer Zeit zu sagen? (1. Ablieferung)
Rabbiner Dr. Raphael BREUER
(1881-1932)
WAS HAT RABBINER HIRSCH UNSERER ZEIT ZU SAGEN? (1.Ablieferung)
Rede gehalten anlässlich der am Vorabend des 27.Teweth 5691 von der Rabbiner-Hirsch-Gesellschaft in Frankfurt a. M. veranstalteten Jahreszeitgedenkfeier.
Aus den תשובת הגאונים berichtet Raschi in Jebamoth 122a, daß schon in ganz alten Zeiten der Todestag eines großen Mannes der Ehrung seines Andenkens gewidmet war:
יום שמת בו אדם גדול קובעים אותו לכבודו
So haben auch wir uns heute am Vorabend des 27. Tébeth hier versammelt, um uns die Frage vorzulegen, was der אדם גדול, der einst an diesem Tage seinen Augen schloß, unserer Zeit zu sagen hat. Je mehr das Bedürfnis und die Notwendigkeit dieser Frage nur aus dem Geiste jenes stillen Zweifels zu erklären ist, der die Herzen unserer nach Klarheit drängenden Jugend erfüllt, umsomehr glauben wir es der כבוד unseres großen Rabbiners זצ"ל schuldig zu sein, auf diese Frage eine klare Antwort zu geben.
Diese Frage ist schon einmal, vor zwanzig Jahre, aufgeworfen und beantwortet worden. Unter dem Titel Samson Raphael HIRSCH als Erzieher hat damals Joseph Wohlgemuth in Berlin einen der besten seiner Aufsätze geschrieben. In begeisterten Worten schilderte Wohlgemuth in diesem Aufsatz den gewaltigen Eindruck, der vor allem Hirschs Jeschurun auf ihn gemacht, als er in seinem 21. Lebensjahre über die Jahrgänge dieser Zeitschrift geriet. Von der Tischribetrachtung Des Juden Katechismus ist sein Kalender sagte er da: Ich kenne kein Produkt der nachbiblischen jüdischen Literatur, das in einer einzigen Betrachtung eine solche Fülle von Gedanken, einen so unerschöpflichen Stimmungsgehalt gegeben wie diese Tischribetrachtung. Und von der Kislewbetrachtung Hellenismus und Judentum: Unzählige Male habe ich diese Abhandlung gelesen, immer neue Anregungen für pragmatische Geschichtsbetrachtungen aus ihr empfangen. Und von Rabbiner Hirschs Schriften in ihrer Gesamtheit: Die Schriften aber haben Menschen gebildet in ihrer Zeit und werden, das ist ohne Prophetengabe schon jetzt vorauszusehen, auch künftigen Geschlechtern die Wege weisen.
Es hat seinen tiefen Grund, daß unter allen Schriften Rabbiner Hirschs der Jeschurun es war, der auf die Zeitgenossen den größten Eindruck machte. Denn hier kam gerade das überwältigend zum Ausdruck, worin die große Kraft unseres großen Rabbiners lag: Der gewaltige Trieb zum Reden und Überreden, die flammende Sehnsucht, jüdische Menschen für Thora und Mizwoth im Sturm zu erobern, der unerschütterliche Glaube an die Siegeskraft des Wortes, vor allem aber die tiefe Überzeugung, daß wir es bei unserer Thora weder mit einem Gegenstand wissenschaftlicher Erkenntnis noch mit ästhetischen oder mystischen Offenbarung zu tun haben, sondern mit einer göttlichen Botschaft an die Menschen, die darauf wartet und darauf angewiesen ist, mit Hilfe des vom Gottesgeist beseelten Menschenwortes den Himmel auf die Erde zu pflanzen. Dieses rauschende und berauschende Menschenwort ist niemals sachlich im Sinne unserer neuen Sachlichkeit, sondern subjektiv und persönlich im höchsten und edelsten Sinne. הוצא דבר מתוך פיך Laß hervortreten das Wort aus deinem Munde bemerkt der Midrasch zu dem Verse כי קרוב אליך הדבר מאד בפיך ובלבבך לעשותו Es soll aus deinem Munde sein. Und noch viel eindringlicher dürfte diese Forderung, das Gotteswort mit dem höchst persönlichen Leben einer jeden neuen Gegenwart zu erfüllen, von der Gemoro in Chulin 89a erhoben werden:
מה אומנותו של אדם בעולם הזה ישים עצמו כאלם יכול אף לדברי תורה
תלמוד לומר צדק תדברון
Beim irdischen Schaffen des Menschen ist es im allgemeinen so, daß es nur dann als vollkommen gilt, wenn der Schaffende hinter seinem Werk verschwindet, wenn der sachliche Zweck sein Persönliches verstummen läßt. Nun könnte man meinen, daß es auch bei der Thora so wäre. Darum heißt es: Das göttliche Rechtssystem der Thora hat zu seinen Sachwaltern, zu seinen Boten und Verkündigern euch erkoren.
Ist aber das göttliche Rechtssystem der Thora berufen, in einer jeden Gegenwart das Eigene und Persönliche der neuen Generation aufzuwühlen und in immer neuen Formen und Klängen die ewige Wiederkunft seiner selbst zu erleben, dann ist die Frage berechtigt, wie es sich heute mit den Worte und der Botschaft Hirschs verhält. Erst vier Jahrzehnte sind seit seinem Tode vergangen. Kann und darf man heute beim Anblick seines Werkes von Zeitbedingtheit und Zeitgebundenheit sprechen? Gehört sein Wort und seine Botschaft nur der Vergangenheit an, oder hat Rabbiner Hirsch auch unserer Zeit noch etwas zu sagen?
Quelle:Nachalath Zwi Eine Monatschrift für Judentum in Lehre und Tat, herausgegeben vom Vorstand der Rabbiner-Hirsch-Gesellschaft. I. Jahrgang 5691/1930-31, S. 84-101
Dieser Aufsatz brachten wir als Teil unseres Studienprogramms Herbst-Winter 5769 und speziell zum Jahrestag runden Geburtstag von Rabbiner Samson Raphael HIRSCH (1808 -1888).
Über Rabbiner Joseph WOHLGEMUTH (1867-1942) Herausgeber einer schlechten rabbinischen Zeitschrift mit den Namen Jeschurun (1914-1932) siehe im Archiv unser Artikel vom 1.November 2007
Aus seinem Kommentar zur Wochenabschnitt Schmauss (1.Teil)
Kap. 1 V.1 Und dies sind die Namen der Söhne Jissroéls, die nach Mizrajim kamen; mit Jaakow kam jeder und sein Haus.
Kap. 1, V.1 Mit dem zweiten Buche beginnt die Geschichte des jüdischen Volkes; Aus der Einzel- und Familiengeschichte wird in die Völkergeschichte hinübergeleitet durch erinnernde Nennung der einzelnen Männer, die uns bereits als Grundstücke der jüdischen Volksgesamtheit bekannt sind.
V.8 Es erhob sich ein neuer König über Mizrajim, der von Josef nichts wußte;
V.8 Charakteristisch ist es sofort, daß die ganze folgende Judenfeindlichkeit dadurch motiviert wird, daß der König nichts von Josef wußte. Das Volk wußte wohl von ihm, es blickte nicht scheel auf das Judenland und das darin heranwachsende Judenvolk. Es betrachtete die Juden als Wohltäter und nicht als Eindringlinge und fand sich auch durch ihr Gedeihen nicht beengt.
V.9 der sprach zu seinem Volke: Seht, ein Volk sind die Söhne Jissroéls, zu zahlreich und mächtig für uns.
V.9 Bemerken wir im allgemeinen: 1) Auch dieses allererste רשעות ist durch nichts veranlaßt, was die Juden etwa verbrochen hätten; Pharao konnte nichts gegen sie vorbringen, sonst hätte er nicht der חכמה gegen sie bedurft, man hätte offen gegen sie vorgehen können. Ferner:2) das allerersteרשעות ging nicht vom Volke, sondern von oben aus. Erst von oben herab war der Neid angeregt, war ein Mittel der Politik, die der neue Dynast zur Befestigung seiner eigenen Gewalt gebrauchte. Es gibt wenig Neues unter der Sonne, und die geschichtlichen Erscheinungen im Großen sind so alt wie die Geschichte. So oft man von oben herab ein Volk drücken wollte, gab man ihm gern ein anderes Volk preis, das es drücken konnte, um sich für den eigenen Druck schadlos zu halten. Dieser Politik verdanken viele Judengesetze ihren Ursprung. Eine gleiche Rücksicht mochte den ersten Schöpfer des allerersten Judengesetzes geleitet haben. Er wollte das von ihm gewaltsam unterdrückte egyptische Volk dadurch entschädigen, daß er ihm eine Pariakaste schuf, auf welche alle andere Kasten in stolzem Selbstgefühl hinabschauen und sich als freier träumen konnten. Daß er übrigens den Juden nichts weiter als ihre große Vermehrung vorwerfen konnte und zur Rechtfertigung der beabsichtigten Härte seine Zuflucht zu Motiven aus der höheren Staatsraison nehmen mußte, ist ein glänzendes Zeichen für das sozial sittliche Verhalten der Juden. Wohl lehrt uns Jecheskeel (Kap. 20,8), daß unsere Väter Gott gegenüber nicht die abrahamitische Treue in aller Reinheit bewahrt,vielmehr egyptischem Unwesen in Geist und Sitte bei sich Eingang gewährt, und, woran das jüdische Geistesauge kein Gefallen haben (שקוצי עיניו) und was das jüdische Herz als seiner unwürdig, als Auswurf, von sich weisen sollte (גלולי), bei sich hatten heimisch werden lassen; und wenn uns auch hier von beiden Seiten nichts erwähnt wird, so läßt doch schon das völlige Schweigen von einer positiven Gesamtäußerung des jüdischen Geiste, wie wir dies bei den Vätern im קרא בשם ד', im ויבן שם מזבח, gefunden, und das nicht sowohl eine Propaganda nach außen, als vielmehr eine Erhaltung der jüdischen Bekenntnistreue in Mitte einer so gegensätzlichen Bevölkerung gewesen wäre auf ein Sinken des abrahamitischen Geistes schließen; allein sozial muß nicht das Geringste gegen sie vorgelegen haben. Hätte Pharao von vornherein das Volk gegen die Juden auf seiner Seite gehabt, es wäre überflüssig gewesen, künstlich ihren Neid und so fern liegende Befürchtungen zu erregen, und er hätte, statt mit einem Galuth voranzugehen, sofort und kürzer ein Gerusch statuieren mögen.
V. 10 wohlan, wir wollen ihm mit Klugheit begegnen, es könnte sich vermehren, und dann, wenn die Ereignisse Krieg beginnen, sich auch zu unseren Feinden schlagen, oder auch uns bekämpfen und aus seinem Lande heraufziehen.
V. 10 Der Sinn dieses Verses ist dunkel Vielleicht sind es jedoch zwei Befürchtungen. Wer dem andern Feind ist, setzt in der Regel seine Gesinnungen bei diesem voraus. Pharao mochte sagen: Die Juden sind unsere Feinde und meinen es nicht ehrlich mit uns. Werden sie zahlreich und es kommt Krieg, so werden sie es mit unseren Feinden halten, und auch ohnehin sich so vermehren, daß Goschen sie nicht mehr alle fassen kann, sie vielmehr mit gewaffneter Hand sich über das ganze Land verbreiten werden. Hat ja das böse Gewissen der Völker auch in späteren Zeiten die Juden verdächtigt, es mit dem Landesfeinden, den Mauren, den Türken, den Franzosen zu halten
V.14 Sie verbitterten ihr Leben mit harter Arbeit in Lehm und in Ziegeln und mit jeglicher Arbeit auf dem Felde, verbitterten alle ihre Arbeiten, die sie durch sie mit Härte ausführen ließen.
V.14 Damit waren denn alle drei Momente: גרות, עבדות, ענוי verwirklicht, die dem Abraham verkündet worden und die später sowohl in den die Bedeutung der Erlösung würdigenden לשונות של גאולה, als den Zustand der Knechtung in Mizrajim vergegenwärtigenden Chametzgesetzen:איסור אכילה ,הנאה ,ובל יראה וגו' gehalten sind. Die Wurzel dieser namenlosen Mißhandlung war:גרות , war die vermeintliche Rechtlosigkeit der Fremdlinge als solche. Daher bildete auch das Fremdenrecht des jüdischen Gesetzes den tiefsten Gegensatz zu allen anderen nationalen Gesetzgebungen bis auf den heutigen Tag. Vierundzwanzig Mal, überall, bei jeder Gesetzbestimmung über Rechte von Personen und Sachen wird der Fremde unter den ganz besonderen Schutz der Gesetze gestellt. Nicht welches Recht dem Einheimischen, Reichen, nötigenfalls von Konnexionen u. Getragen und Vertreten zusteht, mit welchem Rechte der völlig unbeschützte Fremde in einem Lande gemessen wird, bildet den Maßstab des Rechtzustandes dieses Landes, und die völlige Gleichstellung des Fremden mit dem Einheimischen bildet den Grundtypen des jüdischen Rechts. Im jüdischen Recht verleiht nicht die Heimat das Menschenrecht, sondern das Menschenrecht verleiht die Heimat! Und zwischen Menschen- und Bürgerrecht kennt das jüdische Gesetz keine Scheidung. Jeder der sich zu dem Sittengesetz der Menschheit bekannte, שבע מצות ב"נ war heimatberechtigt in Judäa. Dieses Prinzip, das die Menschenachtung ablöst von der Zufälligkeit der Geburt und des Geschickes, wird überall im Gesetze durch die Erinnerung an das in Egypten Erlebte proklamiert. In Egypten war zuerst die Minderberechtigung der ibrischen Fremdlinge ausgeklügelt, die Härte und Grausamkeit kam von selbst hinterdrein, wie überall, wo zuerst das Rechtsbewußtsein irre geführt ist.
V.22 so befahl Pharao seinem ganzen Volke: Jeden geborenen Sohn werfet in den Fluß und jede Tochter lasset am Leben.
V. 22 לכל עמו, seinem ganzen Volke. Er hatte nämlich gesehen, wie die hebräischen Frauen seinen Befehl illusorisch gemacht hatten, und es ist kaum eine Frage ob, wenn irgend ein Fürst bestimmten Leute einen solchen Blutbefehl gegeben hätte, er auf Ausführung rechnen dürfte. Das menschliche Gefühl der damit Beauftragten dürfte sich gegen die Ausführung empören, und jedenfalls dürften bestellte Kindermörder nur vom Abscheu des ganzen Volkes gebrandmarkt und gesteinigt werden. Aber daß sich einem ganzen Volke nicht auch Unmenschen finden, die von den Willen und von des Königs Befehl Gebrauch machen und ihre teuflische Lust an unschuldigen Kindern ausüben sollten, ist ebenso unwahrscheinlich. Er erklärte daher die jüdischen Knaben für vogelfrei und konnte damit sicherer der Ausführung seines Befehles gewärtig sein. Es fiel das Odium auf keine bestimmten Personen.
Kap. 2
V.11 Es war in diesen Tagen, da ward Mosche groß, ging hinaus zu seinen Brüdern und sah ihre Lasten an. Da sah er ein mizrischen Mann einen ibrischen Mann von seinen Brüdern schlagen.
V.12 Er wendete sich hier- und dorthin, sah, daß niemand da war, erschlug den Mizri und vergrub ihn in den Sand.
V.11 u. 12 Der Mensch, der als Prophet in Israel aufstehen soll, muß nach jüdischer Lehre, schon vor seiner Berufung als חכם , גבורund עשיר ausgezeichnet dastehen. Nicht die Schwäche, nicht die Einfalt, nicht die soziale Abhängigkeit wählt sich Gott zu Boten seines Wortes und seiner Tat. Stark, weise und unabhängig muß der Mann dastehen, den Gott als seinen Boten senden soll. Mit diesem einzigen Satze scheidet sich scharf das jüdische Prophetentum von allem, was man gedankenlos mit diesem zusammen zu werden manchen Ortes so gerne geneigt ist. Unter diesen Kriterien der zum Propheten sich eignenden Persönlichkeit steht גבורה, gesunde Körperkraft, wohl nicht unverdient in erster Linie. Wie sehr sucht man nicht in der Tatsache der jüdischen Prophetie ihre Welt und Menschen bauende Kraft zu rauben, indem man sie zuerst ihrer hellen Göttlichkeit entkleidet, um sie dann in das Nachtgebiet der Visionen, des magnetischen Hellsehens u.s.w., u.s.w. zu verweisen. Alles die sind doch Erscheinungen, die nur in Zuständen von Schwäche, Krankheit und Kränklichkeit vorkommen. Die erste Forderung aber, die unsere Prophetie an ihre Träger macht, heißt: גבורה, Gesundheit und Stärke. Nur in einem gesunden, ungeschwächten Leib erreicht er der Geist jener Klarheit, die aus den Born der allen geöffneten Gotteslehre die חכמה zu schöpfen vermag, welches die zweite Vorbedingung, und auch עושר, die Selbständigkeit und Unabhängigkeit, welche die dritte Vorbedingung bildet.
V. 14 Er erwiderte: Wer hat dich zu einem Manne gesetzt, zu einem Fürsten und Richter über uns? Denkst du mich zu erschlagen, wie du den Mizrer erschlagen? Mosche fürchte und sprach: Also ist die Sache bekannt!
V.14 Das מי שמך לאיש offenbart schon früh einen Charakterzug, der uns noch heute kennzeichnet und in welchem alle unsere nationale Untugend und Tugend wurzelt. 600 000 Männer haben nicht den Mut, gegen den nichtjüdischen Schergen ihre Kinder zu verteidigen, aber einem Juden gegenüber ordnet keiner sich unter, da gibt es keine menschliche Autorität, und die berechtigtste Zurechtweisung muß sich darauf gefaßt machen, als die Gleichheit aller verkennende Anmaßung zu werden. Diese Untugend haben wir noch nicht ganz verlernt, nachdem wir schon so lange in der Galuthschule geschult wurden, welch ein ungefügiger Stoff müssen wir vor dem Betreten dieser Schule gewesen sein! Nicht den gefügigsten, den ungefügigsten Menschenstamm עז שבאומות hat sich Gott erwählt, ihm gab er sein אשדת, sein Feuergesetz, in seiner Überwindung soll sich zuerst die Feuerkraft seines Gesetzes erproben. Harte Schläge des Geschickes mußten uns hämmern, damit wir so hart wurden wie Stahl und so biegsam wie Stahl. Gott gegenüber biegsam; und unbeugsam, hart und fest aber aller menschlichen Autorität gegenüber. Diese Nackenhärte kann auch ausarten und sich in dem Gegenstande verirren. Allein ohne sie wären wir nicht das unsterbliche Gesetzvolk geworden.
Kap.3 V.8 nun bin ich herabgestiegen, es von Mizrajims Hand zu retten und es von diesem Lande zu einem guten und geräumigen Lande hinauszuführen, zu einem Lande, das fließen kann von Milch und Honig, zu dem Orte des Kenaani, des Chitti, des Emori, des Peresi, des Chiwi und des Jebusi.
Kap.3 V.8 Das Land ist טובה: es entspricht der beabsichtigten geistigen und sittlichen Entfaltung des Volkes, und es ist רחבה: geräumig, daß es sich darin auch numerisch entfalten kann. זבת וגו'. Es ist sehr eigentümlich, daß die Bezeichnung der Produktenfülle durch זוב nur bei א"י und sonst nie wieder in solche Bedeutung vorkommt, bei dem jüdischen Lande aber der stete Ausdruck ist. זוב heißt in תנ"ך nie: überfließen. Es kommt vorzugsweise nur zur Bezeichnung eines krankhaften Zustandes beim Menschen und sonst nur als ein durch Wundermacht הכה צור ויזובו מים (Ps. 78,20) oder durch Gewalt bewirktes Ausfließen שהם יזובו מדוקרים (Klagel. 4,9) vor, erdolcht strömen sie ihr Blut aus. Alles zusammengenommen dürfte ארץ זבת ח' וד' wohl nicht ein Land bezeichnen, das seiner natürlichen Fruchtbarkeit nach diese Fülle entfaltet, sondern ein Land, das dies nur unter besonderen Bedingungen tut. Palästina ist ein hartes Land, הארצות האל (1. B.M. 26,3). Wiederholt sahen wir es von Hungersnot heimgesucht, und auch, nachdem Jissroél es verlassen liegt es öde. למטר השמים תשתה מים heißt es von ihm? Ein Land, das nicht wie Egypten nurohne weiteres von seinen Bewohnern auszubeutende, natürliche Bedingungen der Fruchtbarkeit bietet, sondern, das nur unter einen steten, von Anfang des Jahres bis zum Ende des Jahres darauf gerichteten besonderen Gottesfürsorge aufzublühen vermag. Wenn es Wasser hat, so blüht es üppig auf. Allein dies Wasser erhält es nur von oben. Es ist ein Boden, der seine Bewohner nötigt, brav zu sein. Für ein hartes Volk, wie wir waren, gehört ein hartes Land. אל מקום הכנעני. Die jetzigen Bewohner sind durch die darin genossene Üppigkeit entartet, und das Land speit sie aus. Nur freibleibend von allem kanaanitischen Unwesen wird Israel sich seine Fülle erhalten.
V.20 dann wird ich meine Hand ausstrecken und Mizrajim mit all meinen Wundern schlagen, die ich in seiner Mitte vollbringen werde; danach wird es euch fortschicken.
V.20 פלא , נפלאתי: Die Göttlichkeit der natürlichen Ordnung der Dinge zu lehren, ist der Wunder Zweck.
V.21 Ich lasse dann die Gewährungswürdigkeit dieses Volkes in den Augen Mizrajims hervortreten, und so wird es werden, daß, wenn ihr dann gehen werdet, ihr nicht leer gehen werdet.
V.21 Es war ja überhaupt der Volkshaß gegen die Juden in Egypten nicht ursprünglich, es war ja nur künstlich von oben hervorgerufen und genährt.
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH aus Haftoroh Kommentar SCHMAUSS
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH
(1833-1900)
Aus seinem Kommentar zurHaftoroh des Wochenabschnittes הפטרת שמות Jesaja Kap 27, Vers 6. ff.
Jakob bedeutet Jissroél in seiner Galuth-Erscheinung, Jissroél in der Verwirklichung seines Namens, wenn seinem ganzen Leben das Gepräge der Gottesherrschaft und in Folge dessen auch seinem Geschicke das Gepräge der segnenden Gotteswaltung aufgedrückt sein wird. הבאים: die kommenden, die Geschlechter der Zukunft, wie V.11 באות fem.: die kommenden Ereignisse, Geschicke.
Nach Bedeutung und Geschick wird nun hier, V. 6 das Galuth-Volk Jakob mit der Wurzel eines Baumes verglichen. Wie die Wurzel dem Stamme Festigkeit verleiht, ihm die Lebenssäfte zuführt und Bedingung seiner Erhaltung ist: so ist das Galuth-Volk Jakob, als Bote der Lehre von der Gotteskindschaft und der hohen heiligen Bestimmung aller Menschen, der Träger der Heilsbedingungen für die Menschheit. Das schwache, gedrückte Jakob ist in Wahrheit Träger ihrer Zukunft. Aber auch in seinem Geschicke gleicht es der Wurzel. Der stolze schlanke Stamm strebt mächtig in die Höhe, die knorrige Wurzel arbeitet unscheinbar und unsichtbar in der Tiefe. Die stolze Baumkrone wiegt sich im Sonnenschein und hat keine Ahnung, daß sie der unablässigen emsigen Arbeit der im Dunkel der Erde verborgenen, von allem Gewürm umnagten Wurzel ihr Gedeihen verdankt. Die Menschen laben sich an den Früchten des Baumes und schreiten gedankenlos hin über die Wurzel, deren Arbeit das Gedeihen des Stammes und das Reifen der Früchte bedingt. Gibt es wohl ein trefferendes Bild für die Galutherscheinung und das Galuthgeschick des verkannten und gedrückten Jakob?
Jedoch dieser Druck und dieses Dunkel haben ein Ziel. Es ist die Läuterung, die Leidenserziehung Jakobs zu Jissroél. Leid und Druck, Verkennung und Dunkel dauern nur so lange, als Jakob die freie Luft der Selbständigkeit und den Sonnenschein des Glückes noch nicht vertragen kann. Ist dieses Ziel erreicht, so blüht es auf und entfaltet sich als Jisroél, und wie durch seine Treue im Leide, so wird es durch seine Lebensheiligung und seine Selbstlosigkeit, die es im Liebeswirken im Glücke bewährt, der Wegweiser der Menschheit zum Paradiese auf Erden verwirklicht, was seinem Ahnen als Bestimmung seines Volkes ausgesprochen worden: Werde zum Segen! Die Fläche der Menschenwelt, die bis dahin תבל, eine Welt der Wirren ist, wird von den Früchten dieses Jakob-Jissroel-Baumes erfüllt sein.
V.7 Hat er wohl es [Jissroél] geschlagen gleich dem Schlage, mit dem Er den traf, der es schlug, oder ist es [Jissroél] getötet worden, gleich dem Tode seiner [des Unterdrückers] Erschlagenen?
V.8 Mit doppeltem Zornesmaße kämpften sie [die Feinde], da Er es [Jissroél] fortschickte. Er aber sprach es aus bei dem von Ihm gesandten schweren Verhängnis, am Tage des Oststurmes:
V.7 Wohl ist Jissroél durch Gottes Fügung von langem schwerem Leide getroffen worden der Seherblick versetzt den Propheten an das Ziel der Geschichte, und zurückblickend auf die Jahrtausende, die ihm noch Zukunft, uns bereits zum Teile Vergangenheit geworden sind, fragt er: Haben die Geschicke wohl Jissroél den Untergang gebracht, wie sie ihn noch allen seinen Unterdrückern gebracht haben? Jissroél stand an der Wiege und am Grabe alle der Mächte, die, unbewusst der höheren Fügung dienend, es es unterdrückten, die
V.8 בסאסאה: (Verdoppelung von סאה, Maß) mit Doppelmaß es bekämpften, mit grausamer Verfolgungs- und Zerstörungslust die Macht missbrauchten, die ihnen der Erziehungsplan Gottes über sein Volk eingeräumt. Nur zu viele blut- und tränengetränkte Blätter der jüdischen Geschichte zeugen davon, in welchem satanischen Wonnegefühl sie bei Ausübung ihres Schergenamtes schwelgten!
(Die Haftoroth übersetzt und erläutert, Frankfurt am Main 1896: S. 100-108Kommentar zu Jesaja Kap 27, V6 bis Kap 29,23)
Rabbiner Dr. Salomon BREUER zur Wochenabschnitt SCHMAUSS
Rabbiner Dr. Salomon BREUER (1850-1926)
שמות
Belehrung und Mahnungzur Wochenabschnitt Schmauss (Auszug)
Uns brüderlich zu einen, ist somit das hehre Ziel unseres Golus. Nicht jedoch ist es mit der äußerlichen Sammlung getan, auch nicht mit dem ihr allein dienenden Geist der Liebe und der Brüderlichkeit. In brüderlicher Eintracht müssen wir uns um unseren göttlichen Hirten sammeln, um uns seiner alleinigen Führung in rückhaltlosem Vertrauen hinzugeben.
הקבצו ושמעו ruft die mahnende Stimme unseres sterbenden Ahns ein heiliges Vermächtnis, von dessen Verwirklichung allein unsere Zukunft bedingt ist. Kein הקבתו ohne ושמעו! Erst durch שמעו, durch das uns allen gemeinsame geistige Lebensgut, dessen Aufnahme unser ganzes Sehnen zu gelten hat, erhält das הקבצו seinen wahren Sinn und die Gewähr seiner Dauer: ואנחנו עם מרעיתו וצאן ידו היום אם בקולו תשמעו wenn wir um unseren göttlichen Hirten uns einen, in ungeteiltem Vertrauen seiner Führung uns hingeben, kann mit jedem Tag die Stunde unserer Erlösung schlagen: Heute noch, wenn wir Gottes Stimme gehorchen!
והאמת והשלום אהבו Ohne אמת gibt es keinenשלום , keinen wahrhaften שלום! Der אמת, die unteilbare, alle Erscheinungen des göttlichen Lebens beherrschende Wahrheit der תורה, hat uns höchstes, heiligstes Gut zu sein: אמת קנה ואל תמכור spricht der weise König (Mischle 23): den אמת kaufe, aber verkaufe ihn nicht! Kaufen sollen und müssen wir den אמת, selbst wenn wir um seinen Preis den teuren שלום hingeben müssen, denn der אמת kann nie zu teuer erkauft werden! Verkaufen aber dürfen wir ihn nie, nie und nimmer, selbst wenn wir uns dafür den vermeintlichen Frieden erwerben könnten!
Je mehr wir aber den אמת in unserer Mitte pflegen wollen, ist er ja das granitne Fundament, auf dem unsere קהלה sich erhebt, dessen Wahrung und rücksichtslose Vertretung allein ihre Berechtigung ausmacht und ihre Zukunft verbürgt, desto aufrichtiger lasst uns den Geist der Zwietracht und des Hasses, der קנאה und שנאה aus unserer Mitte bannen
Blühende Gemeinden sind an diesem Geist der קנאה und שנאה schon zugrunde gegangen. E kann daher nicht entschieden genug bekämpft und verurteilt werden. Ist denn unser Gemeindeleben so fest gefügt und so sicher gestellt, daß wir den Feind nicht zu fürchten haben, der solche Erscheinungen der Zersetzung mit Schadenfreude registrieren wird, weil er in ihnen die sicheren Anzeichen der drohenden Auflösung erblickt? Lasst uns bannen den Geist der Zwietracht und des Hasses aus unserer Mitte, vereint und geeint lasset uns der Verwirklichung unserer heiligen Lebensideale unsere Kraft weihen.
Jüdische Frauen, jüdische Mütter waren uns noch zu allen Zeiten Vorbilder dieses Geistes des wahren Friedens, Vorbilder der jüdischen Pflichttreue. Jüdische Frauen waren es, deren Namen unsere heutige Sidra verewigt, die mit מסירת הנפש ihrem Volke gedient, jüdische Frauen haben unsere Gëula einst angebahnt, jüdische Frauen, geweckt und genährt vom Geiste unserer Mutter Rahel, mögen beispielgebend ihren Kindern vorangehen, daß sie unserem armen, zerrissenen Volke den heißersehnten Weg zur Gëula weisen ושבו בנים לגבולם.
Rabbiner Dr. Salomon BREUER Belehrung und Mahnung Zweiter Teil EXODUS J.Kaufmann Verlag / Frankfurt a.M. 1931 S. 6-7
Rav Simon SCHWAB Für ein POLITISCHES FREUNDSCHAFTSBUND MIT DER ISLAMITISCHEN WELT
Heimkehr ins Judentum
Von Simon SCHWAB
4.
Keine Konfession, kein Glaube, keine Bekenntnisgemeinschaft kennt solche Realitäten wie einen staatenbildenden Gotteswillen, der den ausschließlichen politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Machtfaktor im Leben einer durch den selben Willen gegründeten und getragenen Nation darstellt (das ist weit mehr als Theokratie). Selbst Unterschiede zwischen liberaler und orthodoxer Religiösität sind völlig abwegig, denn sie betreffen Auffassungsart, Interpretation, Intensität, vielleicht Variationen eines bestimmten Glaubens, niemals aber geschichtswirkliche Realitäten. Hier gilt nur die Alternative: Wahrheit oder Lug und Trug. Es galt in Westeuropa die Orthodoxie seit etwa hundert Jahren als bekenntnistreue Gemeinschaft der theoretischen und praktischen Bewährung der religionsauffassung eines weltanschaulich festgelegten Menschenschlags aber galt keineswegs als unverfälschtes Volkstum, als ThoraNationalität, von Gott gezeugt, Seinen Willen tragend durch die Menschheit.
Selbst die agudistische Ideenwelt hat bisher nur zaghafte Erziehungsversuche in dieser Richtung unternommen. Der palästinozentrische zionistische Jude ist Nationaljude, im glücklichen Hochgefühl einer handfesten, positiv geschichtlichen Lebensauffassung, als selbstbewußtes Einzelglied eines Volksstammes, der zumindestens sich selber im Lichte politischer Weltgestaltung begreift. (Er entscheidet sich auch gegen oder für die Orthodoxie als Religionsmethode und verfährt somit in ähnlicher Art, wie andere zeitgenössische Staatsbürgergruppen ihr Problem: Staat und Kirche zur Lösung zu bringen.) Die Orthodoxie als reinreligiöse Glaubensgemeinschaft ohne realpolitische Kraft ist gegen diese nationalistische Denkweise in der Praxis völlig hilflos. Was erreicht wird ist meist nur fruchtlose Weltanschauungs-Diskussion, die Unbegreifen, Gegnerschaft, Verständnislosigkeit auf der anderen Seite hervorbringt und die Fronten nicht klärt. Es kann niemals gelingen, die drei historischen Entstehungsfaktoren des Golus zu meistern, wenn nicht bald die zu Ende gedachte Selbstbesinnung der Orthodoxie allgemein sich durchsetzt. Seit dem Ideenkampf mit dem pseudojüdischen Liberalismus und dem heidnischen Individualismus des vergangenen Jahrhunderts ist für grosse wertvolle Teile der Orthodoxie, vornehmlich im Westen, das Thorajudentum meist gegen bessere Überzeugung zur Nur-Konfession zusammengeschmolzen. Um es nochmals klar zu formulieren: Nur ein orthodoxen Judentum, als göttliche Nation, die ihren souveränen König, den Dreimalheiligen Gefolgschaft bis in den Tod wahrt, als einem über das Nurreligiöse hinausweisenden göttlich-nationalen Begriff also, kann das geschichtliche Werk gelingen, Erez Jisjrael und damit die heute noch oder wieder profanen jüdischen Volksmassen für Thora, für die göttliche Kultur des Lernens und Übens zu erobern und zu kultivieren; gleichzeitig auch durch planmässiges Werben, Aufklären und Erziehen, selbst den letzten schäbigen Rest des prinzipiellen Gottlosen- und Leugnertums aus dem Heiligen Lande zu bannen. Nur der Orthodoxie als dem politischen Wesensgebilde des Judentums als Gottesnation, wird es gelingen die jüdische und nichtjüdische Öffentlichkeit vornehmlich die Mandatarmacht zur realpolitischen achtungsvollen Anerkennung zu gewinnen. Selbst über den Umweg der orthodoxen gleichberechtigten Sondergemeinden, die beileibe kein Ideal, aber ein trauriges Nichtanders-Können für den thoratreuen Teil der Kneseth Jisrael in Palästina sind. Nur der Orthodoxie endlich, als der selbstbewussten Kerntruppe des Thoravolkes, könnte das hohe Werk möglich werden, im Interesse und in stillschweigender Auftrag der Gesamtjudenheit und seiner zukünftigen Geschichte, mit der islamitischen Welt auf dem Verhandlungswege einen politischen Freundschaftsbund einzuleiten, der von der Grundtatsache ausgeht, daß der eine Partner, das jüdische Volk, auf jede außerjüdische Machtbefugnisse deshalb doch feierlichst Verzicht leisten kann, da es eine gottgegebene Politik vertritt, die ohne Messias jede Annexion im Gewaltwege oder wider den ausgesprochenen Willen der nichtjüdischen palästinensischen Einwohnerschaft als Verbrechen an Gott und der Nation verurteilt.
Man missverstehe uns nicht. Die realpolitische Formgebung des jüdischen Gottes- und Volkbewusstseins ist niemals Zurückdrängung der rein seelisch-sittlichen Komponenten der jüdischen Gedankensphäre, jener Innigkeit und Entrücktheit unsrer tiefsten und intimsten Empfindungswelt. Die Politik der Thora ist nicht Gegensatz zu Kabala, Mussar und Chassidismus, nicht Widerspruch zur jüdischen Mystik, Philosophie und Agada; sollen ja die talmudischen Meister Jisraels sie führen. Sie ist vielmehr letzte zwingende Konsequenz aller prophetischen Offenbarungen Gottes, der Eingang finden will auch in die sonst alltägliche Körperlichkeit soziologischer Schichtungen und Gruppierungen der Menschheit.
Kein größerer Gegensatz zur prinzipiellen Ideologie des Zionismus ist denkbar. Die gottestrunkene jüdische Seele, soll auch Maß werden aller Dinge und Richtschnur auch der äußeren Beziehungen und Bindungen von Menschen und Menschengruppen zueinander.
5.
Doch bleibt alles obige Phantom, billige kindische Traumphantasie, wenn es nicht gelingt, eine Alija tiefüberzeugter orthodoxer Massen zu organisieren.
Nur die orthodoxen organisierten Massen der Begriff ist relativ zur gesamtjüdischen Einwohnerschaft gedacht haben genügend Nachdruck und Einfluss zur Geltendmachung der nationalen göttlichen Forderungen ihrer politischen, kulturellen und erzieherischen Gedankenwelt. Nur orthodoxe jüdische Massen könnten allein durch die Tatsache ihres Vorhandenseins die bisher jüdisch-neutralen Kehilloth majorisieren, oder zumindest, kraft ihrer zahlenmäßigen und charakterlichen Bedeutsamkeit, zu einer positiv gesetzestreuen Stellungnahme umstimmen. Nur orthodoxe Massen werden auch im Bündnisfall dem Araber beruhigende Gewähr für die ausgesprochen pro-arabische Bewährung der Gesamtjudenheit bieten können. Eine Immigration bewusster gesetzestreuer Juden ist ein unerlässliches Postulat der Zeit.
Einem ganz großen palästinensischen Treffen des orthodoxen Weltjudentums würde es gelingen, die Parole der Thoraherrschaft auszugeben im Heiligen Land. Die Besten unsres Volkes ziehen ein in die Heilige Stadt, an die heiligen historischen Stätten und Gräber; die Lehrer der Gola, des Volkes Größte und Gelehrteste, die Denker wie die Praktiker, die Erfahrenen, die Opferwilligen und die Entflammten. Litauischen Thorafürsten, chassidische Volksführer, polnische Arbeiterjugend, ungarische Feuerköpfe, deutsche Systematiker, westeuropäische Politiker und Organisatoren, thoratreue Jugendbündler aus aller Welt, Askanim aus Amerika, Südafrika, aus dem gesamten Orient, Vertreter der nordafrikanischen, der jemenitischen Judenheit eine unerhörte grandiose Demonstration des beispiellosen Kiddusch haschem barabim vor den Augen der Welt auf historischen Heimatboden! es wäre schon dies allein ein Erlebnis, von kaum einschätzbarer Bedeutsamkeit.
Die volkserzieherische Wirkung der Atmosphäre dieser heilig-fanatischen Unbedingtheit der restlosen selbstbewussten Hingabe an Gottes Herrschaft in Kultur, Politik, Wirtschaftsform, Rechtspflege, Pädagogik und Lebenskunst, ist kaum zu überschätzen. Sowohl für die thorafremde Judenheit, als auch für die englische oder arabische Welt wäre ein derartiger Kinus Zadikim ein wichtiges politisches Erleben, das ernsteste, gründlichste Auseinadersetzung erheischte. Es würde sich das ungetrübte Bewusstsein durchsetzen, daß die Orthodoxie doch wohl nicht eine bedeutungslose Außenseiter-Clique darstelle, sondern das pulsierende Herz des Klall Jisrael, dessen Forderungen für das öffentliche Leben in ihrer elementaren politischen Vitalität stattgegeben werden muss.
Nur so würden für die bereits skizzierten drei historischen Unerlässlichkeiten realpolitische Lösungen gefunden. Erez Jisrael könnte dann seelischer Zentralpunkt der Gola werden. Es muss erobert werden für Gottes Herrschaft, die von Zion ihren Ausgang nimmt.
Gott gebe den Maßgeblichen die glückliche Einsicht, das Heroische, Einmalige und Echte von der Gesamtheit zu fordern. Es geht um uns alle. Um die erträumte, erstrittene Heimat.
Nicht um die Erlösung geht das Ringen, denn Gottes ist die Erfüllung.
Nicht um den Messias gehts denn Gottes ist das Geheimnis. Aber um des Landes und des Volkes willen, die entweiht wird, laßt uns dies heilige Terrain der Zukunft, laßt uns unser Erez retten.
(Aus: Simon SCHWAB Heimkehr ins JudentumHermon Verlag Frankfurt Main 5695 1934 S.42-45)
Kap.47 V.29 Jissroéls Tage näherten sich zum Sterben, da ließ er seinen Sohn Josef rufen und sprach zu ihm: Wenn ich denn doch Gunst in deinen Augen gefunden habe, so lege doch deine Hand unter meine Hüfte, und übe an mir Liebe und Wahrheit: begrabe mich doch nicht in Mizrajim!
V. 29 Jakob hatte noch siebzehn Jahre mit seinem Hause in Mizraim gelebt, mochte gewahrt haben, welchen mächtigen Einfluß das האחז auf seine Nachkommen zu üben begonnen, wie sie schon anfingen im Nil den Jordan zu begrüßen, und in dem Aufenthalt in Mizrajim gar kein Galuth zu erblicken. Motiv genug, um mit so feierlichem Ernst darauf zu dringen, daß sie ihn nicht in Mizrajim begraben daß sie ihn in das Land ihrer alten, wirklichen Heimat tragen sollten; Motiv genug, ihnen zu sagen: ihr hoffet und wünscht in Mizrajim zu leben, ich möchte nicht einmal in Mizrajim begraben sein. Darum sprach er diesen Wunsch aus nicht als Jakob, von individuell persönlichem Standpunkte, sondern als Jissroél aus, als Träger der nationalen Bestimmung, als Mahnung an die nationale Zukunft seiner Kinder.
Kap.48 V. 11 Da sprach Jissroél zu Josef: Dein Angesicht zu sehen, habe ich nicht mehr für möglich geachtet, und nun hat mich Gott selbst deinen Samen sehen lassen!
Kap. 48 V.11 התפלל: sich mit göttlichen Gedanken durchdringen. Jüdisches Beten ist nicht von innen heraus, sondern von außen herein. Gebe es nur ein Beten von innen heraus, d.h. ein Hinauslegen bereits im Innern vorhandener Gedanken, so wären vorgeschriebene Gebete, noch dazu zu einer bestimmten Zeit, von einer unbegrenzten Mehrheit zu betende Gebete purer Wahnsinn. Denn sie setzen voraus, daß auf Kommando in einen bestimmten Augenblick bei einer beliebigen Vielheit von Menschen gewisse Gedanken und Empfindungen vorhanden und des Ausdruckes bedürftig seien. So nicht. התפלל heißt: ewig geltend bleibende Wahrheiten immer wieder aufs neue mit ihnen durchdringen, eben weil sie sonst sich abschwächen, entschwinden, ja schon entschwunden sein können. Hier: ראה פניך לא פללתי: der Gedanke, dich noch einmal wieder zu sehen, lag mir so fern von jeder Möglichkeit der Realisierung, aß ich ihm in mein Inneres keinen Eingang verschaffen konnte.
V.16 der Engel, der mich erlöst aus allem Übel, segne die Knaben, daß in ihnen mein Namen und meiner Väter Name, Abraham und Jizchak, genannt werde und sie den Fischen ähnlich zur Menge gedeihen mitten auf Erden.
V. 16 Es ist sehr schwer, in diesem Zusammenhange von einem Engel auszusprechen, daß er segnen wolle, zumal da unmittelbar zuvor Gott genannt ist, in dessen Händen ja allein der Segen liegt. In ב"ר Kap.97 spricht sichר' אליעזר nach der Leseart des Jalkut also aus: הקיש גאולה לפרנסה ופרנסה לגאולה מה גאולה פלאים אף פרנסה פלאים מה פרנסה בכל יום אף גאולה בכל יום , Es sind hier die Ernährung und die Erlösung einander wechselseitig gleichgestellt: wie die Erlösung, so geschieht auch die Ernährung durch Wunder, und wie die Ernährung so ist auch die Erlösung täglich. Somit haben wir hier nicht an die Erlösung aus einer besonderen Gefahr, sondern an jene Erlösung zu denken deren wir Tag für Tag wie der Ernährung bedürfen. Beide, Parnaßa und Geula, sind keine Ergebnisse der einmal von Gott allgemein gesetzten Weltordnung, sondern Wirkungen der besonderen göttlichen Fürsorge. Daß der Rechtschaffene, Gewissenhafte nur auf redlichem, sittlichem Wege sein Brot Suchende auf diesem Wege auch sein Brot finde ist פלאים, ist ein jedesmalige Geschenk, der göttlichen Waltungswunder, wie es heißt:טרף נתן ליראיו יזכור לעולם בריתו was andere der Gewalt verdanken, gibt Er seine Verehrern. Er ist unaufhörlich seinen Bunde eingedenk. Und daß der also nur sittlich dahin wandelnde Mensch in einer mit physischen und sozialen Übeln drohende Welt unangefochten aufrecht bleibt, dazu bedarf er der steten göttlichen Erlösung, der stetenגאולה .
גאל, verwandt mit גחל Kohle: ein brennbarer Stoff, der bereits im Feuer gelegen, ihm aber entzogen wurde, ehe das Feuer ihn vollständig bewältigte. גאולה ist aber die vollkommene Rettung, die nicht wie גחל noch die Spuren des Brandes an sich tragen, sondern gänzlich frei und unversehrt lässt, wie Abraham aus dem Feuer Chaldäas, wie Daniels Genossen aus der Glut des Ofens. Hätten wir Augen zu sehen, bemerkt ein Wort der Weisen, wir würden es gewahren, wie wir überall und immer von מזיקים, von schädlich auf uns einwirkende Elementen in der physischen Welt umgeben sind, und wie im physischen, so wahrlich auch im sozialen Leben. Wehe uns, wenn wir dafür nicht blind wären. Wohl uns, daß wir die Gefahren des Todes nicht sehen, denen wir jeden Augenblick in der physischen Welt entgehen, noch das von Neid und Bosheit zugedachte Verderben und Unheil gewahren, daß im sozialen Leben täglich und stündlich uns unbewusst an uns vorüberziehen mag. Das ist das רע, aus welchem הב"ה uns jeden Augenblick rettet, und zwar also rettet, daß wir uns der Gefahr nicht einmal bewusst werden. Nun bemerkt ר' שמואל בר נחמן daselbst:פרנסה גדולה מן הגאולה שהגאולה ע"י מלאך פרנסה ע"י הב"ה größer ist noch die Ernährung als die Erlösung, diese geschieht durch einen Engel (מלאך הגואל), jene durch הב"ה selbst. Verstehen wir diesen Satz recht, so liegt ihm die Wahrheit zugrunde, daß die stete Geula von Untergang drohenden Übeln, ja der Parnaßa vorangehen muss, die bloße Existenz des Menschen überhaupt bedingt, somit ein Moment ist, das von vornherein mit dem Dasein eines Menschen oder Volkes Individuums gegeben sein muss, gleichsam der Raum ist, der ihm innerhalb des Weltgetriebes durch die göttliche Führung geschaffen ist. Es ist dies das Geschick des Menschen, bei welchem der Jude aber stets an den Schickenden denkt, das ihm stets מלאך, Bote der göttliche Führsehung bleibt. Es ist die göttliche Bestimmung, die bei dem Eintritt eines Menschenkindes, oder ein Volk ins physische, soziale oder historische Dasein es soll leben! spricht, und seinen מלאכים, seinen Geschickten, für es befiehlt, es zu hüten auf allen seinen Wegen, es auf Händen zu tragen, daß es an keinen Stein den Fuß verletze, daß es über Schakal und Otter dahinwandle Leu und Schlangen zertrete (Psalm 91). (Vielleicht ist das Wort מלאך ja von מלך gebildet, eine bewältigend wirkende Macht, die aber nicht aus eigener Machtvollkommenheit wirkt, sondern ,א' das Zeichen einer andren sie leitenden und sendenden Persönlichkeit unsichtbar in sich trägt buchstäblich שמי בקרבו wie es von מלאך heißt.) Jakob wünscht also, daß Gott seine Enkel durch denselben מלאך durch welchen Er ihn von allem Übel erlöst, gesegnet werden lassen möge, d.h. daß seine Enkel dasselbe Geschick weiter tragen mögen, innerhalb dessen und durch welches Gott ihm Existenz und Gedeihen hat finden lassen, daß sie ebenso wenig wie Jakob, etwa Esau gleich, auf eigener Faust und eigenem Schwerte leben, sondern Jakob gleich, nur in Gott ihren Schutz und Beistand suchen und finden mögen; nur so ויקרא וגו' werden er und seine Väter in ihnen fortleben.וידגו לרב בקרב הארץ
ויגדו: Nie wieder kommt das Wort דגה vor, nur als Wurzel von דג, Fisch, ist es bekannt und bezeichnet eben als solches in ganzer Tiefe die Innigkeit des Jakobsegens und die Bedeutung dessen, was das Teilen des Jakobsgeschickes und das Forttragen des Jakobnamens enthält, was es heißt: vor demselben Gott wie die Väter wandeln, sich von demselben Gott führen und durch dieselbe Gottessendung retten lassen! In gesondertem Elemente, still in vom Menschenauge unerreichter Tiefe lebst die Fischwelt ihr Leben. Gedankenlos geht der Mensch am Ufer hin und ahnt nicht, welche fröhliches, frisches, glückliches, ungetrübtes Leben sich da unten in reicher Fülle von Geschlecht zu Geschlecht entfaltet. So בקרב הארץ, so in mitten der Erde soll das Jakobsgeschlecht in seinem gesonderte Elemente, wohin die umgebende Welt ihm nicht zu folgen, kein dessen Bedeutung sie nicht zu ahnen vermag, ihr stilles, glückliches eigenes Leben vollbringen, fischgleich, gleichsam im Wasser im Mitten der Menschheit auf Erden.בגו בני אנשא על ארעא כנוני ימא יסגון (ת"א).
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH aus dem Kommentar zur Haftoro Wochenabschnitt WAJECHI
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH
(1833 1900)
הפטרה פרשתויחי
Aus dem Kommentar zur Haftoro des Wochenabschnittes Wajechi
Könige I Kap.2, Vers 1
Wie bei der Sidra חיי שרה dürfte auch hier die Ähnlichkeit und Kontrast bei der Wahl der Haftora maßgebend gewesen sein. Dem sein Haus bestellenden Jakob wird der seine letztwilligen Verfügungen treffende David gegenüber gestellt, dem heimgehenden Patriarchen der sich am Ziele fühlenden König. Dort umsteht eine Vielheit von Söhnen das Lager des scheidenden Vaters, hier ruht auf einem Sohne das brechende Auge des Sterbenden. Dort empfängt die Gesamtheit der Söhne das heilige Vermächtnis, das letzte Mahnwort und den heiligen Vatersegen. Hier ists der Eine, der bereits zum Nachfolger des Vaters auf dem Throne Gesalbte, der des Vaters letzte Aufträge und des Vaters Mahnwort empfängt. Der Gedanke an die Zukunft beschäftigt den Patriarchen wie den König, die Erinnerung an die einzige Bedingung, von deren Erfüllung des Jakob-Hauses wie des Jissroél-Volkes abhängt, bildet die letzte Sorge hier wie dort. Sammelt euch alle in Einem! Haltet zusammen! Bleibet geistig wach und höret stets hin auf euren Väter! so strömts von den Lippen des sterbenden Patriarchen Sei stark und werde zum Manne und bewähre deine Stärke, indem du dich als den starken und treuen Wächter des dir von Gott anvertrauten heiligen Gutes erweisest, zunächst dadurch , daß du selbst hervorleuchtest in treuer Erfüllung des Gottesgesetzes wie es in der Thora enthalten ist, nur dann wirst du weise handeln in allem, die Bewährung der Gottesfurcht, ist für dich die höchste, nein die einzige Weisheit, und von ihr ist die Erfüllung der mir für mein Haus gewordenen göttlichen Verheißungen aufs entschiedenste bedingt so der scheidende König. Am Sterbelager Jakobs empfängt die Gesamtheit des Jakobshauses das Vermächtnis, unter der kraftvollen Führung des mächtigen Juda-Stammes treue Fortträger des Abrahambundes zu sein. In dem scheidenden David ging bereit der erste König heim, den Gott aus dem Stamme Juda über seine Brüder emporgehoben hatte, ihr Hirte und Führer ging zu ihrer ewigen Bestimmung zu sein. Der Sohn an seinem Lager war bereits gesalbter König, und in dem Scheideworte faßt der Vater die Summe aller Regentenweisheit zusammen, durch deren Betätigung allein der Sohn seinen Königsberuf erfüllen und seinem Throne Festigkeit und Dauer geben werde. Was König David zu König Salomo sprach, faßt mit denselben Worte hatte es der scheidende Führer Moses zu seinem Nachfolger Josua gesprochen. Da berührt es und denn seltsam und weht uns entgegen als ein reiner Hauch aus dem Gottesfrieden des alle seine Kinder zu gleich hoher Bestimmung berufenden Abrahamshauses. Was David hier Salomo, was Moses Josua als Ziel und Weg ihrer Bestimmung aussprach, das ist wortwörtlich dasselbe, was Gott jedem, ausnahmslos jeden Sprossen des Abrahamshauses als Lebensweg vorgezeichnet. Für den König wie für den letzten Bettler gibt es auf dem Boden des Gottesgesetze nur einen Weg und nur ein Gesetz, durch dessen treuen Befolgung allein sie ihrem Leben vollen Inhalt und dem im stolzen Königspalaste wie in der ärmste Hüte sonst flüchtiger Vergänglichkeit verfallen Sein Dauer und Halt für die Ewigkeit zu gewinnen vermögest.
(Die Haftoroth übersetzt und erläutert, Frankfurt am Main 1896: S. 87-93Kommentar zu Könige Kap 2, V.1)
Rabbiner Dr. Salomon BREUER zur Wochenabschnitt WAJECHI
Rabbiner Dr. Salomon BREUER (1850-1926)
ויחי
Belehrung und Mahnungzur Wochenabschnitt Wajechi (Auszug)
Meine Brüder und Schwestern! Die Frage, die einst unser Stammvater an seine Kinder richtete: שמא יש בלבכם מחלוקת על הקב"ה Vater Jakob richtet sie in unserer schweren, trüben Gegenwart auch an uns. Und auch wir wollen, gleich den Vätern, wie immer die Zeiten sich gestalten mögen, mit unerschütterlicher Festigkeit, das שמע ישראל-Bekenntnis beherzigen und in ה' אלקינו stets ה' אחד schauend begreifen.
Aber dieses שמע ישראל-Bekenntnis, wenn auch noch so tief empfunden, genügt noch lange nicht. Wozu wir uns bekennen, das müssen wir auch durch die Tat verwirklichen. Zu שמע ישראל gehört das ואהבת: die Hingabe an den Gotteswillen בכל לבבך ובכל נפשך ובכל מאדך mit jeder Regung unseres Herzens, mit jedem Atemzug unseres Lebens, mit jedem Splitter unserer Habe! Der jüdischen Wahrheit genügt nicht, daß Gott mit Gesinnung und Gemüt verehrt werde. Es gilt unsere Hingabe an den Gotteswillen mit dem ganzen Einsatz, unserer Persönlichkeit, mit allen Mitteln, über die unsere Kraft verfügt, zu betätigen.
Mit unserem ganzen Vermögen. Eine Liebe, die nicht gewillt ist, wenn es sein muß, die schwersten Opfer zu bringen, ist eitel Traum und Schaum. Dieses בכל מאדך ist, nach der Lehre der Weisen, oft größeres Opfer als das בכל נפשך! יש לך שממונו חביב עליו יותר מגופו Gibt es doch Menschen, denen das Vermögen wertvoller ist als das Leben. In unserer Zeit gilt es, vor allem dieses בכל מאדך zu betätigen.
Wenn selbst Staatslenker, der Not der Zeit gehorchend, ihren Bürgern die schwersten Steuerlasten auferlegen, so müßte dies in jüdischen Gemeinden erst recht der Fall sein, wo es gilt, das ואהבת gegen Gott und seine Thora zu betätigen!
Mit freudiger Genugtuung erfahren wir, daß unsere Gemeinde ברוב מנין וברוב בנין einmütig beschlossen hat, dieses ואהבת בכל מאדך zum integrierenden religiösen Prinzip ihrer Verfassung zu erheben.
Wir haben bereits schriftlich und mündlich erklärt, daß man nach dem klar und unzweideutig ausgesprochenen דין des Schulchon Oruch die Gemeindeverwaltung nicht nur berechtigt, sondern verpflichtet ist, zur Erhaltung der Gemeinde ihre Mitglieder nach Maßgabe ihres Einkommens zu besteuern.
Meine Brüder und Schwestern! Es sind nun 70 Jahre, daß unsere Gemeinde, als Fortträgerin der alten Frankfurter קהלה, als Erbin ihrer religiösen Prinzipien gegründet wurde. Sie hat bisher ihren Stolz darin erblickt, für die Erhaltung und Förderung ihrer Institutionen, getragen von dem lebendigen, freudigen, opferbereiten Pflichtsbewußtsein ihrer Mitglieder, ohne Zuhilfenahme des staatlichen Armes aufzukommen. Diesen berechtigten Stolz wollen wir uns bewahren. Traurig, höchst betrübend wäre es, wenn unsere Verwaltung gezwungen wäre, wenn es ihr zur heiligen Pflicht würde, von dem staatlichen Steuerzwang Gebrauch zu machen.
Wie bisher wollen auch wir weiterhin allen Gemeinden der Diaspora mit dem leuchtenden Beispiel vorangehen, zeigen, daß wir die stolzen Erben sind der alten Frankfurter קהלה und daß für uns jeder דין des Schulchon Oruch heilige Verpflichtungskraft besitzt. Dann wird unsere קהלה wie bisher auch weiterhin fortschreitender Blüte entgegengehen.
Mit zuversichtlichem Vertrauen blicken wir in die Zukunft: ה' אלקינו ist uns ה' אחד, und ואהבת Gott gehören wir an, mit jeder Faser unseres Wesen, mit jedem Pulsschlag unseres Herzens, mit jedem Splitter unserer Habe! Gott wird uns Seinen Beistand nicht versagen אל יעזבנו ואל יטשנו לנצח.
Quelle: Rabbiner Dr. Salomon BREUERBelehrung und Mahnung erster Teil GenesisJ. Kaufmann Verlag Frankfurt am Main 1936 S. 97 - 108
Am zehnten dieses Monats ist ein allgemeiner Fasttag zur Erinnerung daran, daß an diesem Tage die Belagerung Jerusalemsdurch Nebukadnezar angefangen hat. Das Fasten an diesem Tage soll uns lehren, daß unsere Vorfahren durch ihre Sünden die höchsten Güter des Lebens verscherzten, und uns ermahnen, in aufrichtiger Rückkehr zu Gott und Seiner Gnade wieder würdig zu zeigen. Die wesentliche Bestimmung eines Fasttages besteht daher nicht blos in der Enthaltung von Speise und Trank, sondern vor allem auch in der Besserung des ganzen Lebenswandels; wer daher durch Fasten allein, ohne sein Herz gebessert zu haben glaubt, der hat den wahren Zweck des Fasttages nicht verstanden!
Quelle: Bibel- und Talmudschatz Ein Buch für die jüdische Familie von J.H. Kohn, 13 Auflage Hamburg 5691-1931 Verlag von George Kramer
Einführung zu Jissroéls Gebete übersetzt und erläutert
Die vorliegende
Übersetzung und Erklärungder Gebete
Jissroéls sind ein teures Vermächtnis, das der verewigte Verfasser זצ"ל
seinem Volke hiterlassen hat. Es ist das letzte größere Werk seines in
unausgesetzter gesegneter Geistesarbeit vollendeten Forscherlebens.
Das Judentum in
der Totalität seiner Gesetze und seines heiligen Schrifttums war der Gegenstand
dieser Forschung; die Verurteilung aller Zeitgestaltungen und ihrer Aufgaben im
Lichte des Judentums verleiht dieser Forschung den Charakter ewiger Actualität.
Denn nicht einer von der Neuzeit überholten Vergangenheit, so lehrt sie, gehört
das Judentum an, der vom Sinai stammenden Gotteswahrheit gehört vielmehr die
Zukunft. Jeder wahre Fortschritt im weiten Menschenkreise führt die Menschheit
dieser Zukunft näher.
Das über die Erde
zerstreute Jissroél ist menschheitpriesterlich berufen, zunächstnach durch die pflichtgetreue Gestaltung
seines eigenes Leben nach dem im Gottesgesetze niedergelegten göttlichen Willen
die Herrlichkeit dieser Gotteswahrheit der Welt zu verkünden. Deshalb ist nur
der sittenreine, rechtschaffene, edle, an die Förderung des Wohles der
Mitmenschen freudig sich hingebende Jude ein solcher Gottesherold denn nur
diese Seiten treten als Frucht des Pflichtlebens in die Erscheinung. Ein jedes
Glied des Jakobhauses nun stets an diese ewige Aufgabe zu erinnern, auf daß es
im ewigen Streben nach Heiligkeit in Gesinnung und Tat das Seinige dazu
beitrage, Jissroél und die Menschheit diesem Ideale näher zu bringen, das ist
nach der Auffassung dieses Commmentares Ziel und Zweck. Ist doch התפלל
die Durchdringung derSeele mit dem
Göttlichen, nach ihm in des Wortes eigenster Bedeutung das Wesen der Teffilo.
Nicht dem Gefühle der Befriedigung, durch andächtiges Gebet nunmehr der
Lebensplicht genügt zu haben, will deshalb das jüdische Gebetbuch aus der Hand
gelegt werden. Traurigste Verkennung des Wesen der Teffilo wäre einer solcher
Gedanke. Vielmehr vor Gott der bisherigen Unzulänglichkeiten bewußt zu werden,
und im Vertrauen auf den Beistand der göttlichen Gnade stets mit neuem Ernste
und neuer Frische wieder ins Leben hinauszutreten zur rastloser Weiterarbeit in
treuen Pflichtleben, dau soll das im solchem Sinne begriffene Gebet dem
jüdischen Menschen stets neuen Ansporn und neue Kraft gewähren. Nicht im
Gebete, sondern im Lebensich vor Gott
zu begreifen, ist des Gebetes Ziel.
Fürdiese Auffassung der jüdische Aufgabe und des
in ihrem Dienste stehenden Gebtes hat der große Verewigte in seinem hieniedigen
Dasein gewirkt, soweit sein mächtiges lebensweckendes Wort drang Den krönenden
Abschluß dieses Wirkens bildet nun dieser Commentar zu den Gebeten, die ja alle
Beziehungen des Einzeln- sowie des Gesamtheitslebens umfassen und den Juden
durch das wochentägige, das sabbathliche und das festtätige Leben geleiten, von
der Wiege bis zum Grabe, in Freud und Leid.
Aus der Ewigkeit,
in die er inzwischen eingegangen, reicht der große Lehrer in Jissroél mit
diesem Commentare somit die Hand allen, die sich seiner Leitung nunmehr
hingeben wollen. Er bietet sich ihnen damit zum Führer und Begleiter auf des
Lebens sonnigen und auf seinen wolkendüsteren Pfaden und will tagtäglich sie
lehren und üben und befähigen, die Gebete als מסלות בלבבם
Aufwärts-Pfade im eigenen Herzen zu begreifen, auf denen sie bei Ihm, der
jedem nahe ist, der in Wahrheit anruft, Erleuchtung und Kraft zu suchen haben,
um den Anforderungen zu genügen, die ein jeder Tag stellt, sei es an ihre
Tatkraft im Handeln, an ihre Festigkeit im Beharren, an ihre Seelenstärke im
heitern Dulden, oder an ihre Besonnenheit in den freud- oder leidvollen
Zwischenfällen des Lebens.
Wie Commentar und
Übersetzung nur eine Ausstrahlung der in den übrigen Werken des Verfassers זצ"ל
niedergelegten wissenschaftlichen Forschungsergebnisse und der aus ihnen
gewonnenen Gesamtauffassung sind, das stellt sich dem kundigen Auge auf den
ersten Blick dar. Doch auch denjenigen, dem diese Anschauungenhier zum ersten Male entgegentreten, umfängt
sofort der Hauch der tiefen Seelenruhe, der innigen Lebensheiterkeit, des
heiligen Gottesfriedens, der aus diesem Heiligtume des Gebetes ihm
entgegenweht. Und zwar einer Seelenruhe und Gottinnigkeit, denen die Klarheit
des Gedankes nicht Trübung, sondern Vertiefung und Befestigung bringt.
Dem Texte ist die
Heidenheimsche Ausgabe שפת אמת zu Grunde gelegt. Übersetzung
und Commentar zu den Gebeten hat der Verfasser זצ"ל
vollständig druckfertig vollendet. Zu den in der Teffilo enthaltenenPsalmen lag die Übersetzung in der 1882
erschienen Übersetzung und Erklärung vor. Eine Aufnahme auch des herrlichen
eingehenden Psalmencommentars mußte jedoch leider als unthunlich erscheinen, da
der Umfang des Werkes sonst zu sehr vergrößert worden wäre. Nur die Möglichkeit
eines Auszugs bliebübrig. Derselbe ist
von dem Schwiegersohn des Verfassers זצ"ל,
Herrn Rabbiner Dr. Joseph Gugenheim in Kolin verfaßt. Die verdienstvolle Arbeit
mußte sich aus den angeführten Grunde auf den Zewck allgemeiner Orientierung
über Inhalt und Gedankengang der einzelnen Psalmen beschränken. Für das tiefere
Verständnis der Übersetzung im einzelnen muß deshalb auf den Commentar selbst
verwiesen werden. Die Übersetzung von Prov. 31 10-31, אשת חיל וגו',
ist der im Jeschurun XI. Jahrg. Befindlichen Serie von Auffsätzen über das
jüdische Weib entnommen.Die Erklärung ist ein Auszug aus dem daselbst
Seite 37 ff. gegebenen Commentare.
Die Correctur hat
der Unterzeichnete in Gemeinschaft mit seinen gleichfalls am Druckorte
wohnenden Brüdern, den Herren Julius Hirsch und Rechtsanwalt Dr. Naphtali
Hirsch, unter sorgsamster Vergleichung mit dem Manuskript besorgt.
So möge denn auch
dieses letzte Werk des Verewigten größte Verbreitung in Jissroéls Kreisen
finden und die große Gemeinde derer stetig mehren, denen sein Wort im Leben
Stab und Leuchte war. Dann wird auch durch dieses Werk an ihm das tiefe Wort
sich erfüllen: דובב שפתי ישנים, daß der heimgegangenen Weisheitslehrer
nimmer starb, solange seine Worte in der MenschenGeist und Herzen wirkend leben.
In dieser Beitrag legt der damals junger Rabbiner ein Prinzip dar, welcher sein ganzesLeben treu blieb: Der sich gegenseitig bedingende Zusammenhang; zwischen Tauro Lernen und Hawdolo :
Hawdolo und Tauro! Unter diesem Zeichen werden wir siegen!
Lesen Sie der Faksimile ursprünglichin Jüdische Pressse Wien,1924des Artikels als Beilage.
Notiz
Auf der Suche nach der von Rabbiner Esriel Hildesheimer gegründeten rabbinische Zeitschrift Jüdische Presse (Berlin) leider nicht erhältlich fanden wir die Wochenzeitung Jüdische Presse Organ für dieInteressendes orthodoxen Judentums erschien als Nachfolger der Jüdischen Korrespondenz in den Jahren 1920 bis 1938(Wien, Bratislava). Wir bemühen uns aus diesen widersprüchlichenagudistischen Sammelsurium teilweise pro- teilweise antizionistisch aussuchen was brauchbar ist.
Aus seinem Kommentar zur Wochenabschnitt Wajigasch (2)
Kap. 46 V.1 Da brach Jissroél auf und alles Seine; er kam nach Beer Scheba und opferte Mahlopfer dem Gotte seines Vaters Jizchak.
Da brach Jissroél auf, in der freudigsten Stimmung, in dem Glanz- und Höhepunkt seines ganzen, in bitteren Kämpfen und Leiden so vielfach geprüften Lebens, er und all die Seinigen. Sie reisten südwärts und kamen an die letzte Grenzstadt, an das durch die Erinnerung der Väter verherrlichte Beer-Schewa. Da opferte er זבחים. Wir finden nicht wieder daß unsere Erzväter זבחים geopfert hätten. Sie wie alle Noachiden, brachten vielmehr nur עולות. עולה drückt die gänzliche Hingebung an Gott aus, זבח ist an sich ein von den בעלים zu verzehrendes Familienmahl, und weiht die Familienstätte, das Familienhaus und den Familientisch zu Tempel und Altar. זבחים, ja in der Regel שלמים, drücken ja den höheren Gedanken aus, daß Gott zu uns komme, sie werden daher aus jenem heiteren Bewusstsein dargebracht, daß, wo ein Familienkreis pflichttreu und einig lebt und sich von Gott getragen fühlt, da,,אלקי' בדור צדיק da sei Gott gegenwärtig. Darum sind שלמים Friedensopfer des gottgesegneten Familienlebens, so spezifisch jüdisch. Der Gedanke des Aufgehens in Gott und des Hingebens an Gott dämmert auch in nichtjüdischen Gemütern. Allein daß das gewöhnliche Leben von Gott so durchdrungen sein kann, daß man isst und trinkt und schaut dabei Gott, daß alle unsere Familienräume Tempel, unsere Tische Altäre, unsere Jünglinge und Jungfrauen Priester und Priesterinnen, diese Durchgeistung des gewöhnlichen Privatlebens, das ist eine Spende des Judentums. Das Jakob-Israel nicht עולות sondern זבחם opferte, das liegt darin, das Jakob sich jetzt zum ersten male in seinem Familienkreise glücklich und heiter und ganz fühlte. In diesem Bewusstsein und Gefühle brachte er sein Opfer, tief bedeutsam לאלקי אביו יצחק nicht allgemeinלאלקי'. In dem Liede am roten Meer spricht Israel זה אל ואנוהו אלקי אבי וארוממנהו: In dieser meiner Rettung hat sich Gott als die mich tragende Allmacht mir gezeigt, auf daß ich ihn in meine Mitte aufnehme und ihm eine entsprechende Stätte werde; es ist dies aber derselbe Gott, den mich die Väter gelehrt, dem auch die Väter gedient, und der durch mich nur noch zu erhöhter Anerkennung gelangen will! Der Belehrung und dem זכות der Väter verdanke ich diese Rettung. So auch hier. Die Seligkeit, die Jakob eben jetzt empfand, schrieb er nicht seinem Verdienste, sondern dem זכות אבות zu. Vielleicht auch ist es ein Hinblick auf die עקדה. Jakobs ganze bisheriges Leben war nichts als eine in konkreter Wirklichkeit sich vollziehende, עקדה deren Auferstehungsmomente er eben jetzt sich genaht fühlte.
V. 2 u. 3 Da sprach Gott zu Jissroél in Gesichtern der Nacht, und sagte: Jaakob, Jaakob! Er sprach: Hier bin ich.
3. Er sprach: Ich bin der Gott, der Gott deines Vaters, fürchte dich nicht, nach Mizrajim hinabzugehen; denn zu einem großen Volke werde ich dich dort machen.
Gott sprach: Fürchte dich nicht, nach Mizrajim hinaufzugehen! Jakob war ja in der freudigsten Stimmung. Diese Anrede muss somit etwas vorangegangen sein, wodurch bei ihm die entgegengesetzte Stimmung, ja ängstliche Besorgnis hervorgerufen worden war, so daß er die Beruhigung bedürfte. Dies ist auch vollständig in V.2 enthalten. Zuerst die Bezeichnung der Erscheinung selbst: מראות הלילה Erscheinung der Nacht spricht schon für den ernst stimmenden Eindruck des Ganzen. Dann der Zuruf: יעקב, יעקב! Nicht: ישראל, enttäuschte vollends Jakob über die folgenschwere Bedeutung dieses Hinabziehen nach Mizrajim. Deshalb denn auch Jakobs:הנני! Ich bin bereit für alles was du bestimmst. Darauf Gotte: Fürchte du dich nicht, ich bin der Gott, dem du soeben dem heiteres Familienleben geweiht, und in letztem Ziele winkt auch aus diesem Gange die heitere Größe. Dort sollst du zu dem verheißenen großen Volke werden. Ich selbst begleite dich (deinen ganzen Familienkreis) hinab und führe dich (wenn du zum Volke geworden bist) wieder herauf, und, was dich persönlich betrifft, du wirst Josef nicht wieder verlieren (Vergl. Kap. 15,1)
V. 10 Schimeons Söhne: Jemuel, Jamin, Ohad, Jachin, Zochar und Schaul, Sohn der Kenaaniterin.
ושאול בן הכנענית. Wenn unter כנענית hier Dina verstanden ist, die Simeon geheiratet, so dürfte שאול vielleicht nicht Simeons Sohn, sondern der von Schechem erzeugte, von Dina geborene Sohne sein; es wäre dann selbst dieser Sohn der Jakobsfamilie nicht entfremdet worden. Sie wird כנכנית genannt, weil ihr Sohn physisch ein בן כנעני gewesen. Es träte dann hier schon der Grundsatz hervor, Maß in der Verbindung einer Jakobstochter mit einem כנעני: הולד הולך אחר האם, das Kind zur Familie der Mutter, und nicht zu der des Vaters gezählt wird.
V.12 Jehudas Söhne: Er, Onan, Schela, Perez und Serach. Er und Onan starben im Lande Kenaan. Perez Söhne waren Chezron und Chamul.
ער ואונן: Es wird stets bei ihnen hervorgehoben: וימת וגו' Der göttliche Familienschutz ist kein unbedingter, an Reinheit und Sittlichkeit ist die Erhaltung geknüpft. Es genügt nicht, von jüdischen Eltern geboren zu sein. Darum fehlen auch Er und Onan hier nicht.
V.26 Alle Seelen, die dem Jaakob nach Mizrajim kamen, die von ihm stammenden, ausser den Frauen der Söhne Jaakobs, alle Seelen: sechsundsechzig.
כל נפש Esaus Haus zählte nur sechs Seelen, und es heißt von ihm כל נפשות ביתו (1 B.M. 36,6), bemerkt ein Wort in מ"ר, Jakobs Haus zählt siebenzig Seelen und sie heißen zusammen nur ein נפש: כל הנפש לבית יעקב! Außerhalb des jüdischen Berufes schlägt oft jeder Sohn seinen eigenen Weg ein. Wo aber in Wahrheit und Treue jüdischer Sinn erhalten ist, da mögen es siebenzig sein, und es waltet doch in allen ein Geist und einen Sinn.
V.33 Wird euch dann Pharao rufen lassen und spricht: Was ist euer Thun?
In einem Staate wie Mizrajim, wo der Mensch völlig in den sogenannten Beruf aufging, und eigentlich kein Mensch, sondern ein Handwerker, ein Landbauer, ein Krieger u.s.w. geboren wurde, war die Frage nach dem Berufe natürlich die erste Frage. Auch sie sollten auf Pharaos Frage ungescheut diese unangenehme Wahrheit hervorkehren; denn der nicht zu umgehende Abscheu der Egypter vor ihrem Berufe war, wie überhaupt die Abneigung der Völker gegen die Juden, das erste Erhaltungsmittel dieses zum Gange durch die Zeiten bestimmten Menschenstammes. Bis zum geistig sittlichen Morgen der Völker schützten die Pallisaden, die der Wahn der Völker gegen die Juden errichtete, diese vor jeder Ansteckung durch die Barbarei und Entsittlichung der Menschen, in deren Mitte sie Jahrhunderte hinab zu wandeln haben sollten. Deshalb kehrte auch hier Josef sofort die den Egyptern unangenehme Seite hervor, in der ausgesprochenen Absicht, damit sie dadurch eine gesonderte Provinz zum Wohnplatz eingeräumt erhielten.
Kap. 47 V.27 So siedelte Jissroél im Lande Mizrajim, im Lande Goschen an. Sie liessen sich dort nieder, wurden fruchtbar und vermehrten sich sehr.
ויאחזו: sie ließen sich von dem Boden fesseln. Hier liegt eine Andeutung des Anfangs jener Versündigung, deren Tatsache uns Jecheskeel (Kap.20) aufbewahrt. In dem süßen Bewusstsein, hier sesshaft zu sein, lag im Laufe der Zeit die Gefahr sehr nahe, den Stammesüberlieferungen untreu zu werden und sich ihrer großen Bestimmung zu entfremden.
S R HIRSCH Aus dem Kommentar zur Wochenabschnitt Wajigasch
AUSZÜGE aus dem KOMMENTAR zur WOCHTENABSCHNITT WAJIGASCH
Wajigasch
Kap.45 V 11Ich will dich dort ganz versorgen, denn noch kommen fünf Jahre Hungersnot, du könntest und dein Haus und alles Deinige verarmen.
V.11 ...Wiederholt wiest Josef die Brüder darauf hin, wie diese ganze Kette von Ereignissen offenbar als Gottesfügung darstellt und in der Tat führt uns wohl kaum eine andere Geschichte in gleichem Maße die Weise der göttlichen Providenz vor Augen. Sie ist der lebendigste Kommentar jenes großartigen Spruches salomonischer Weisheit: רב מחולל כל ושוכר כסיל ושוכר עוברים (Prov. 26,9). Der große Weltenmeister erzeugt aus dem kleinsten Anfang alles; wie physisch, so auch sozial, lässt er alles aus den kleinsten Keimen werden. Es ist es, der alles zu kreißender Geburt führt und hat als solcher Thoren, und hat als solcher Verbrecher in seinem Dienste. Ohne es zu wissen und zu wollen, dient Ihm auch die Torheit und die Sünde. In dieser Geschichte liegen die Fäden offen, in anderen nicht; aber an dieser lernen wir die Gänge Gottes. An den zwei Loth Seide, wie die Weisen es ausdrücken, die Jakob an Josefs Rockverbrämung spendete, ging der ברית בין הבתרים in Erfüllung. In Kanaan wäre die Jakobsfamilie schwerlich ein Volk geworden. Wie sie heranwuchs, hätte sie sich unter die Bevölkerung zerstreut. Um zum Volke zu werden, ohne sich zu vermischen dazu musste sie in die Mitte einer Nation kommen, der das ganze jüdische Wesen national widerstand, und dies war Mizraïm. So war später der Fanatismus, der die Ghetti baute, das wirksamste Mittel in Gottes Hand, um uns von aller Unkultur des Mittelalters fern zu halten und im engen Umkreis Familiensinn und Familienglück und Gemeindesinn bei uns zu pflegen. Um uns in Mizraïm eine gesonderte Provinz zum Boden der Entwicklung zu sichern, musste ein Sprössling voran und Vater des Pharao und Gebieter des Landes werden; und damit kein Egypter dem Iwri vorwerfen könnte, ihr gehört nicht hierher, ihr seid nicht hier geboren, mussten alle Egypter die Scholle, wo ihre Wiege gestanden, verlassen und selber Fremdlinge auf den Boden werde, den sie fortan bebauten.
So hatte auch bereits die wunderbare, ohnehin so folgenreiche Strömung der Völkerwanderung Europa fast überall mit Fremdlingen bevölkert, als der Jakobsstamm seine große Wanderung in die Zerstreuung unter die europäische Menschheit antrat, und del Verweisungsdekrete germanischer Unduldsamkeit: Ihr gehört nach Palästina hin! stellt die Geschichte unerbittlich die Gegenfrage entgegen: Hat denn deines Urahns Wiege hier gestanden?
Und endlich war das erste wie das letzte Galuth aus קנאה undשנאת חנם entsprungen, und durch sie der harte Schicksalstiegel motiviert, in dem sie alle geschmolzen und in der Schule des herbsten Unglückes zum Gefühle der Gleichheit und Brüderlichkeit die geläutert wurden.
V.17Pharao sprach zu Josef: Sage deinen Brüdern, thuet dies: Beladet eure Tiere und gehet, kommet zum Lande Kenaan.
V. 17 בעיר .בעירכם , Tier, von בער das zugleich brennen, Tier und den Thoren bedeutet. Wir haben für Weisheit kaum so viele Namen als für Torheit, vielleicht, weil die Narrheit mannigfaltiger und buntscheckiger ist: סכל, פתי, כסיל, בער. Unter den verschiedenen Bedeutungen des בער ist wohl jedenfalls Brennen die ursprüngliche. Denn lautverwandt damit heißt באר: aus der Dunkelheit ans Licht treten, daher באר: der lebendige Brunnen, Wasser aus der Tiefe, und באר: klar machen, בהר: leuchten, gesteigert בער brennen. Jemanden, zum Glanz, zur Auszeichnung hervorheben: בחר erwählen.
In welcher Beziehung heißt das Tier= בעיר? חיה heißt es, insofern es das Leben repräsentiert im Gegensatz zur Pflanzenwelt. בהמה bezeichnet die dem Menschen sich als במה (rad.בום:בהם ) als Piedestal seiner Menschengröße unterordnende Tierart (vergl. auch die Verwandtschaft von בהםmit פעם, auf etwas anschlagen, auftreten, stoßen; Schritt und Amboß ). בעיר heißt das Tier nach seinem instinktiven Charakter. Wir haben die Betrachtung des Begriffes חטא, dessen Verwandtschaft mit חתה, und demgemäß חטא als ein absichtloses Hinausfallen aus dem göttlichen Feuer, sowie כפרה als ein Wiederhingeben an das אשדת als לחם אשה ד' zu erkennen geglaubt. (Siehe zu Kap. 39,9). Ist dies kein Traum, so würde die im Menschen waltende göttliche Kraft, der der Mensch sich frei hingeben soll und sich ihr daher auch muss entziehen können, sich als Feuer darstellen. Es gibt aber auch lebendige Wesen, die sich dem göttlichen Willen nicht entziehen können, in welche jede Regung und jede Tätigkeit ein willenloses Produkt des in sie gehauchten göttlichen Feuers ist, deren Lebenstätigkeit somit ein Brennen ist. Solange diese Feuerkraft in ihnen lebt, können sie sich ihr nicht entziehen, und בעיר wäre somit die prägnanteste Bezeichnung des Tieres nach seiner unfreien, instinktiven Natur. So wird 2 B.M.22,4 jede naturgemäße, das fremde Eigentum gefährdende Tätigkeit des Tieres, שן ורגל hinsichtlich deren es מועד מתחלתי ist, für deren Leitung und Wahrung daher die Intelligenz des Eigentümers volle Verantwortung trägt, charakteristisch durch בער und das Tier als בעיר bezeichnet.
Unter der bunten Charakteren der Torheit bezeichnet פתי (von פתה offen stehen) den Arglosen, Unerfahrenen, den äußeren Einflüssen und Vorspiegelungen Preisgegebenen; אויל(אול wovonאולי, verwandt mit אבל,אפל , Verdunkelung des physischen oder geistigen Lichtes) denjenigen, der gar keine feste Ansicht hat, alles unklar anschaut und immer zwischen Zweifeln hin- und herschwankt; כסיל, verwandt mit גזל, der eine unberechtigteAnsicht sich gewaltsam bildet und mit Gewalt behauptet. Es ist der Lendennarr (כסלים) der sich wie ein Athlet auf seine Lenden steift und stämmt, der eine Ansicht, in der er sich einmal festgerannt hat, festhält und keiner Belehrung zugänglich ist.
Eigentümlich ist סכל, offenbar ja verwandt mit שכל, seinem scheinbaren Gegensatz. Beiden liegt der Begriff סגל, die innigste Anregung, zu Grunde. שכל ist jene geistige Kraft, durch welche der Mensch sich die Welt geistig aneignet, die Anschauungen in Begriffe und Urteile umwandelt und festhält; sie ist das Subjektive, das die objektive Welt in sich aufnimmt, eine Tätigkeit, die דעת bezeichnet. Der סכל hat diese subjektive Kraft: allein er bleibt bei ihr stehen, er bildet subjektive Vorstellungen, Begriffe und Urteile, ohne ihnen die objektive Wirklichkeit zu Grunde zu legen, und ohne sie an der Wirklichkeit zu berichtigen. סכל ist somit die missbräuchliche Anwendung des שכל. (Ähnlich wie סבא das missbräuchliche שבע). בער endlich ist derjenige; dem es wirklich an der Anlage fehlt, der ein instinktives Leben lebt und kaum sich über das Tier erhebt.
Kap. 46 V.1 Da brach Jisrael auf und alles Seine; er kam nach Beer Scheba und opferte Mahlopfer dem Gotte seines Vaters Jizchak.
Kap. 46 V.1 Da brach Israel auf, in der freudigsten Stimmung, in dem Glanz- und Höhepunkt seines ganzen, in bitteren Kämpfen und Leiden so vielfach geprüften Lebens, er und all die Seinigen. Sie reisten südwärts und kamen an die letzte Grenzstadt, an das durch die Erinnerung der Väter verherrlichte Beer-Schewa. Da opferte er זבחים. Wir finden nicht wieder daß unsere Erzväter זבחים geopfert hätten. Sie wie alle Noachiden, brachten vielmehr nur עולות. עולה drückt die gänzliche Hingebung an Gott aus, זבח ist an sich ein von den בעלים zu verzehrendes Familienmahl, und weiht die Familienstätte, das Familienhaus und den Familientisch zu Tempel und Altar. זבחים, ja in der Regel שלמים, drücken ja den höheren Gedanken aus, daß Gott zu uns komme, sie werden daher aus jenem heiteren Bewusstsein dargebracht, daß, wo ein Familienkreis pflichttreu und einig lebt und sich von Gott getragen fühlt, da,,אלקי' בדור צדיק da sei Gott gegenwärtig. Darum sind שלמים Friedensopfer des gottgesegneten Familienlebens, so spezifisch jüdisch. Der Gedanke des Aufgehens in Gott und des Hingebens an Gott dämmert auch in nichtjüdischen Gemütern. Allein daß das gewöhnliche Leben von Gott so durchdrungen sein kann, daß man isst und trinkt und schaut dabei Gott, daß alle unsere Familienräume Tempel, unsere Tische Altäre, unsere Jünglinge und Jungfrauen Priester und Priesterinnen, diese Durchgeistung des gewöhnlichen Privatlebens, das ist eine Spende des Judentums. Das Jakob-Israel nicht עולות sondern זבחם opferte, das liegt darin, das Jakob sich jetzt zum ersten male in seinem Familienkreise glücklich und heiter und ganz fühlte. In diesem Bewusstsein und Gefühle brachte er sein Opfer, tief bedeutsam לאלקי אביו יצחק nicht allgemeinלאלקי'. In dem Liede am roten Meer spricht Israel זה אל ואנוהו אלקי אבי וארוממנהו: In dieser meiner Rettung hat sich Gott als die mich tragende Allmacht mir gezeigt, auf daß ich ihn in meine Mitte aufnehme und ihm eine entsprechende Stätte werde; es ist dies aber derselbe Gott, den mich die Väter gelehrt, dem auch die Väter gedient, und der durch mich nur noch zu erhöhter Anerkennung gelangen will! Der Belehrung und dem זכות der Väter verdanke ich diese Rettung. So auch hier. Die Seligkeit, die Jakob eben jetzt empfand, schrieb er nicht seinem Verdienste, sondern dem זכות אבות zu. Vielleicht auch ist es ein Hinblick auf die עקדה. Jakobs ganze bisheriges Leben war nichts als eine in konkreter Wirklichkeit sich vollziehende, עקדה deren Auferstehungsmomente er eben jetzt sich genaht fühlte.
V. 2 Da sprach Gott zu Jisrael in Gesichtern der Nacht und sagte: Jaakob, Jaakob! Er sprach: Hier bin ich!
V. 3 Er sprach: Ich bin der Gott, der Gott deines Vaters, fürchte dich nicht, nach Mizrajim hinabzugehen; denn zu einem großen Volke werde ich dich dort machen.
V. 2 u. 3 Gott sprach: Fürchte dich nicht, nach Mizraim hinaufzugehen! Jakob war ja in der freudigsten Stimmung. Diese Anrede muss somit etwas vorangegangen sein, wodurch bei ihm die entgegengesetzte Stimmung, ja ängstliche Besorgnis hervorgerufen worden war, so daß er die Beruhigung bedürfte. Dies ist auch vollständig in V.2 enthalten. Zuerst die Bezeichnung der Erscheinung selbst: מראות הלילה Erscheinung der Nacht spricht schon für den ernst stimmenden Eindruck des Ganzen. Dann der Zuruf: יעקב, יעקב! Nicht: ישראל, enttäuschte vollends Jakob über die folgenschwere Bedeutung dieses Hinabziehen nach Mizraim. Deshalb denn auch Jakobs:הנני! Ich bin bereit für alles was du bestimmst. Darauf Gotte: Fürchte du dich nicht, ich bin der Gott, dem du soeben dem heiteres Familienleben geweiht, und in letztem Ziele winkt auch aus diesem Gange die heitere Größe. Dort sollst du zu dem verheißenen großen Volke werden. Ich selbst begleite dich (deinen ganzen Familienkreis) hinab und führe dich (wenn du zum Volke geworden bist) wieder herauf, und, was dich persönlich betrifft, du wirst Josef nicht wieder verlieren (Vergl. Kap. 15,1)
V. 10Schimeons Söhne: Jemuel, Jamin, Ohad, Jachin, Zochar und Schaul, Sohn der Kenaaniterin.
V. 10 ושאול בן הכנענית. Wenn unter כנענית hier Dina verstanden ist, die Simeon geheiratet, so dürfte שאול vielleicht nicht Simeons Sohn, sondern der von Schechem erzeugte, von Dina geborene Sohne sein; es wäre dann selbst dieser Sohn der Jacobsfamilie nicht entfremdet worden. Sie wird כנכנית genannt, weil ihr Sohn physisch ein בן כנעני gewesen. Es träte dann hier schon der Grundsatz hervor, Maß in der Verbindung einer Jakobstochter mit einem כנעני: הולד הולך אחר האם, das Kind zur Familie der Mutter, und nicht zu der des Vaters gezählt wird.
V.12 Jehudas Söhne:Er, Onan, Schela, Perez und Serach. Er und Onan starben im Lande Kenaan. Perez Söhne waren Chezron und Schimron.
V.12 ער ואונן: Es wird stets bei ihnen hervorgehoben: וימת וגו' Der göttliche Familienschutz ist kein unbedingter, an Reinheit und Sittlichkeit ist die Erhaltung geknüpft. Es genügt nicht, von jüdischen Eltern geboren zu sein. Darum fehlen auch Er und Onan hier nicht.
V. 26 Allen Seelen, die dem Jakob nach Mizrajim kamen, die von ihm stammenden, ausser den Frauen der Söhne Jaakobs, alle Seelen: sechsundsechzig.
V.26 כל נפש Esaus Haus zählte nur sechs Seelen, und es heißt von ihm כל נפשות ביתו (1 B.M. 36,6), bemerkt ein Wort in מ"ר, Jakobs Haus zählt siebenzig Seelen und sie heißen zusammen nur ein נפש: כל הנפש לבית יעקב! Außerhalb des jüdischen Berufes schlägt oft jeder Sohn seinen eigenen Weg ein. Wo aber in Wahrheit und Treue jüdischer Sinn erhalten ist, da mögen es siebenzig sein, und es waltet doch in allen ein Geist und einen Sinn.
V. 33 Wird euch dann Pharao rufen lassen und spricht: Was ist euer Thun?
V.33 In einem Staate wie Mizraim, wo der Mensch völlig in den sogenannten Beruf aufging, und eigentlich kein Mensch, sondern ein Handwerker, ein Landbauer, ein Krieger u.s.w. geboren wurde, war die Frage nach dem Berufe natürlich die erste Frage. Auch sie sollten auf Pharaos Frage ungescheut diese unangenehme Wahrheit hervorkehren; denn der nicht zu umgehende Abscheu der Egypter vor ihrem Berufe war, wie überhaupt die Abneigung der Völker gegen die Juden, das erste Erhaltungsmittel dieses zum Gange durch die Zeiten bestimmten Menschenstammes. Bis zum geistig sittlichen Morgen der Völker schützten die Pallissaden, die der Wahn der Völker gegen die Juden errichtete, diese vor jeder Ansteckung durch die Barbarei und Entsittlichung der Menschen, in deren Mitte sie Jahrhunderte hinab zu wandeln haben sollten. Deshalb kehrte auch hier Josef sofort die den Egyptern unangenehme Seite hervor, in der ausgesprochenen Absicht, damit sie dadurch eine gesonderte Provinz zum Wohnplatz eingeräumt erhielten.
Kap. 47 V. 27 So siedelte sich Jisrael im Lande Mizraijm, im Lande Goschen an. Sie liessen sich dort nieder, wurden fruchtbar und vermehrten sich sehr.
Kap. 47 V.27 ויאחזו: sie ließen sich von dem Boden fesseln. Hier liegt eine Andeutung des Anfangs jener Versündigung, deren Tatsache uns Jecheskeel (Kap.20) aufbewahrt. In dem süßen Bewusstsein, hier sesshaft zu sein, lag im Laufe der Zeit die Gefahr sehr nahe, den Stammesüberlieferungen untreu zu werden und sich ihrer großen Bestimmung zu entfremden.
Quelle: Die Haftoroth : übersetzt und erläutertvon Dr. Mendel Hirsch, Direktor der Realschule der Israelitischen Religionsgesellschaft zu Frankfurt am Main 1896 Verlag HofmannS.87-92
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH Kommentar zur Haftoro Wajigasch
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH
(1833 1900)
הפטרה פרשתויגש
Aus dem Kommentar zur Haftoro des Wochenabschnittes Wajigasch
Ezechiel Kap. 37, Vers 15
Als der Prophet im Folgenden die Wiedervereinigung von Juda und Jissroél verkündete, war das Reich Jissroél bereits längst zerstört, seine Bewohner hinweggeführt, und auch über das Reich Juda war bereits das seit lange verkündete Verhängnis hereingebrochen. Die Spaltung, deren einstige Aufhebung hier ausgesprochen wird, muß daher die Zerstörung der gegensätzlichen Reiche überdauert haben. Der Gegensatz ist somit kein äußerlicher. Auch in den Galuthjahrhunderten sieht das Auge des Propheten das in die Mitte der Völker hinausgestreute Jissroél noch in zwei Hälfte geteilt, um die alten geschichtlichen Herrscherstämme Juda und Efraim in ausgesprochener Gegensätzlichkeit geschart. Hie Juda! Hie Efraim! ist auch im Exil noch die Losung. Doch nicht die politische, sondern die religiöse Zugehörigkeit ist ihre Bedeutung. Das Feldgeschrei ist zum religiösen Bekenntnis geworden. Es sind die alten Gegensätze, die Hosea 1,6 und 7 so scharf gezeichnet sind. Efraim, das unter grundsätzlicher Verleugnung des Gottesgesetzes in politischer Größe sein Heil sieht und den mangelnden Gottesschutz durch vergebens gestrebte Bundesgenossenschaft mit den Völkern vergebens zu ersetzen sucht, vielmehr bei den Völkern, unter denen es brüderlich aufblühen (Hosea 13,15), in die es unterschiedslos aufgehen möchte (das. 7,8), für seine Abstreifung alles Jüdischen nur Geringschätzung und Abweisung erfährt und es hatte sich doch Freundschaft ausbedungen! (das. 8,9). Und Juda, das allerdings grundsätzlich Gott als seinen Gott anerkennt und auch praktisch einen großen Teil der Gesetze erfüllt, die es in ihrer Gesamtheit theoretisch als ausnahmslos verbindlich anerkennt, aber weit noch entfernt von jene Ernste und jener gottesfürchtigen Gewissenhaftigkeit, die keinen Unterschied kennt unter den Worten des allmächtigen Gottes, vielmehr die Gesetze der Gerechtigkeit und der Nächstenliebe, die Gesetze, die die Heilighaltung des Lebens, des Vermögens, der Ehre des Nächsten und die Reinhaltung des eigenen Herzens von Neid, Haß und bösen Gelüste gebieten, ebenso hoch, ebenso unverbrüchlich hält wie die grundlegenden Speise- und Reinheits-Gesetze, welche die Ertüchtigung unseres leiblich-sinnlichen Wesens zum gefügigen Werkzeuge des Geistes zum Ziel haben. Und die Erfassung des heiligenden Geistes des Gesetzes? Da antwortet trauernd die Prophetenklage: Sie Betätigung ihrer Gottesfurcht ist nichts als angelerntes Menschengebot! Und was die Erfassung der weltgeschichtlichen Bedeutung des Judentums betrifft, so tönt die Klage: Die Anschauung des Ganzen ward euch wie die Worte eines mit Siegeln verschlossenen Buches! (Jes. 29,11 u. 13). Religiöser Nihilismus, fanatisch feindlich gegen jede jüdische, tolerant gegen jedwede nicht jüdische religiöse Anschauung, ist das Gepräge des vor- und des nachexilischen Efraim-Jissroél. Willkürliche Auswahl, mehr oder minder mechanische Ausübung der erfüllten Gesetze, das ist der Juda-Jissroél und das Efraim-Jissroél, werden, so kündet nun das Prophetenwort, wieder vereinigt werden. Aber diese Vereinigung wird nicht ein trauriges, Wahrheit mordendes Kompromißsein, daß etwa das Efraim-Jissroél einige Konzessionen nach rechts mache und sich einen jüdischen Anhauch gefallen lasse, während das, wie es Efraim erscheint, starre Juda-Jissroél in coulanter Anpassung um des Friedens willen von seiner Starrheit etwas nachlasse und einige Konzessionen nach links mache. Nicht das ist der Friede, wie Gott in schaut, und nicht das ist die innige Vereinigung, die am Ziele der Geschichte winkt. Efraim und Juda, Israeliten und Juden, beide bedürfen sie der Läuterung, beiden wird die Gotteshilfe zur Erlangung der Reinheit verheißen. Wie die beiden vorbildlichen Scheite des gespaltenen Stammes nur in der Hand des Propheten zu einheitlichen werden, so werden nach den Worten des als Sohnes der Menschheit gekennzeichneten Propheten Efraim-Jissroélund Juda erst geläutert und von ihren Verirrungen gereinigt, in Gottes Hand, also beide in gleicher Treue zum Gottesvolke geworden, zur ewigen Einheit geeinigt werden. Die beiderseitige ewige Treue gegen Gott wird ihnen zum ewigen Friedensbunde (V.26) לי לעם mir zum Volke, nicht eine Kirche, eine religiöse Gemeinschaft, sondern ein Volk, das in allen Gestaltungen seines individuellen Lebens, wie seiner sozialen und politischen Verhältnisse das Gepräge der Gotteshörigkeit trägt, das war 2 B.M. 6,7 bei der ersten Ankündigung der Erstehung aus dem ägyptischen Sklaventode zum völkergeschichtlichen Leben dem Jakobshause als Ziel bestimmt worden. Ich werde ihnen zum Gotte und sie werden mir zum Volke (V.27) das ist das einigende Friedensband, das am Ziele ihrer Geschichte die so lange bis zu gegenseitiger Verständnislosigkeit einander entfremdeten Brüder aus dem einen Jakobshause in ewiger Treue gegen Gott auf ewig brüderlich eint.
Damit werden sie auch ihre menschheitspriesterliche Sendung erfüllt haben. (V. 26 bis 29.) מקדשי mein Heiligtum, wird in ihrer Mitte bleiben; und משכני wird über ihnen walten. Das מקדש bezeichnet die jüdische Aufgabe, das משכן die gottverheißenen Folgen ihrer treuen Erfüllung. Ein dem im מקדש bewahrten Gottesgesetze widersprechendes Leben macht den Fortbestand desselben unmöglich. Würde doch der Tempeldienst dadurch den Charakter eines Ersatzes für den in Wahrheit geforderten Gottesdienst im Leben erhalten, und der Fortbestand des Heiligtums inmitten eines entarteten Volkslebens ließe dies ja als von dem Gesetze gebilligt erscheinen. Die Worte der Propheten sprechen ja wiederholt die Wahrheit aus, daß eben um der Erhaltung des Gesetzes willen der Tempel dem Untergangen verfallen sei. Deshalb wird, wenn die Jahrhunderte oder Jahrtausende des Exiles ihr Werk an Jissroél vollzogen haben, der Tempel wieder erstehen und sein ewiger Bestand in ihrer Mitte wird der sprechendste Beweis dafür sein, daß Ich Gott, Jissroél heilige, daß ihr Leben das gestaltende Gepräge des Gotteswortes trägt. Diese Erkenntnis wird aber mit um so tieferer und mächtigerer umgestaltenden Kraft die Erhebung und Heimkehr der erlösungsbedürftigen Menschheit bewirken, als die Folge des in Jissroéls Mitte dauernd bleibenden מקדש, sich als משכני עליהם darstellen wird. Das durch מקדש bewirkte Aufblühen alles im Menschen schlummernden Edlen, Herrlichen, Göttlichen, macht diesen Menschenkreis, das Jissroél der Zukunft, der segnenden, ewig schützenden Gottesnähe teilhaftig, und die Befreiung von der Schuld hat dann in Wahrheit die Erlösung vom übel bewirkt. Dieses auf dem Boden des Gottesgesetzes aufblühende Paradies ist aber der mächtige Weckruf, der Gesamtmenschheit zu ihrem und unserem Vater heimruft, um als reine Menschen in Verwirklichung reinen Menschentums derselben Gottesnähe und desselben Paradiessegens teilhaftig zu werden.
(Die Haftoroth übersetzt und erläutert, Frankfurt am Main 1896: S. 87-93Kommentar zu Ezechiel Kap 37, V15)
Rabbiner Dr. Salomon BREUER zur Wochenabschnitt WAJIGASCH
Rabbiner Dr. Salomon BREUER
(1850-1926)
ויגש
Belehrung und Mahnungzur Wochenabschnitt Wajigasch (Auszug)
Meine Brüder und Schwestern! Die Gedanken, die wir aus unsrer Sidra entwickelten, galten zunächst und vor allem unseren von den Schlachtfeldern heimgekehrten Brüder und Söhnen.
Im Namen unserer Gemeinde begrüßen wir sie aufs herzlichste, mit dankerfülltem Herzen gegen Gott, den גומל חסדים טובים, freuen wir uns mit ihnen, daß es ihnen wieder vergönnt ist, ihrem friedlichen Berufe nachzugehen.
In unsere Freude mischt sich freilich schmerzliches Weh bei dem Gedanken an die ach so vielen unserer Besten, die auf dem Schlachtfelde ihr Leben verhauchen mußten, nicht Helden weil sie in Selbstverleugnung die Waffe des Todes handhabten, Helden, die mit von Thorageist erfülltem Herzen, mit von Thorageist gestähltem Willen die gräßlichsten Entbehrungen auf sich nahmen und den unendlichen Prüfungen, die sich ihnen auf Schritt und Tritt entgegenstellten, mit jüdischer Standhaftigkeit und jüdischer Pflichttreue zu begegnen wußten מנשרים קלו ומאריות בגרו Leichter waren sie als Adler und stärker als Löwen, לעשות רצון קונם וחפץ צורם den Willen ihres Eigners und das Verlangen ihres Hortes zu vollbringen. יזכרם אלקינו לטובה עם שאר צדיקי עולם Gedenke, Gott, ihrer zum Guten mit den anderen Gerechten aller Zeiten!
Möge Gott den Hinterbliebenen die wunden Herzen heilen, die Tiefgebeugten aufrichten, und mögen sie und mit ihnen wir, die wir mit ihnen fühlen, in den Worten Hiobs den einzig möglichen, aber auch wahrhaften Trost finden: ה' נתן וה' לקח Gott, in seiner Liebe, hat gegeben, Gott, in seiner Liebe, hat genommen, Sein Name sei für immer gesegnet.
Glücklich ihr, meine Brüder, glücklich ihr, meine Söhne, denen Gott die Gnade beschieden, lebend heimzukehren. Lebet weiter, lebet in dem Geiste, in dem Thora allein Leben geschaut. Heil euch, meine Brüder, so ihr vor eure Frauen und Kinder hintreten könnet mit dem stolzen Bewußtsein, auch inmitten unsagbarer צרות gelebt zu haben. Heil euch, meine Söhne, so ihr euren Eltern mit leuchtenden Augen bekennen könnet, die פרשה von עגלה ערופה sei euch keinen Augenblick dem Gedächtnis entschwunden.
Allein bei dem besten, starken Willen, Gottes Gebote gewissenhaft zu erfüllen, konnten doch viele unter euch dem furchtbaren Druck der Verhältnisse dem Genuß einer verbotenen Speise sich nicht entziehen, mußtet ihr, waret ihr genötigt שבתות und ימים טובים zu entweihen. Die Gefahr drohte על חטא שחטאנו לפניך באונס וברצון, daß so manches, was באונס unter Zwang von euch geschehen mußte, durch die Macht der Gewohnheit nun auch, Gott behüte, ברצון weiterhin von euch geübt werden könnte. Darum gelobet, meine und Schwester, Gott und seiner Thora, die treueste Treue, gelobet, die שבתות und ימים טובים mit peinlichster Gewissenhaftigkeit zu heiligen, gelobet, keinen Tag verstreichen zu lassen, an dem ihr nicht קובע עתים לתורה aus der Thora euch Lebensnahrung holt! וה' הטוב יכפר בעד
Dieses Gelöbnis aber wollen wir, meine Brüder und Schwestern, alle leisten. Düster und trübe umgibt uns die Gegenwart, düster und trübe winkt uns die nächste Zukunft. Doch wir wollen nicht verzagen, dürfen den Mut nicht sinken lassen.
Und schwanken auch die Werte, greifen wir zu den Gütern, die aus allem Zusammenbruch für alle Zukunft uns erhalten bleiben müssen! Und droht unser Hab und Gut uns zu zerfließen, אם רואה אדם שמזונותיו מצומצמין יעשה מהן צדקה (גיטין ז') so jemand sieht, daß seine Lebenshaltung immer kärglicher wird, übe er erst recht צדקה, lautet jüdische Wahrheit!
Eine solche jüdische צדקה in umfassendstem Sinne wollen wir leisten zur Erhaltung unserer קהלה, daß ihr immer mit größerer Blüte beschieden sei, zur Förderung von למוד התורה, zur tatkräftigen Unterstützung unserer von Not und Elend heimgesuchten Brüder. Dann laßt uns vertrauensvoll und zuversichtlich zu Gott emporschauen: כי לא יטוש ה' את עמו ואת נחלתו לא יעזוב
Quelle: Rabbiner Dr. Salomon BREUERBelehrung und Mahnung erster Teil GenesisJ. Kaufmann Verlag Frankfurt am Main 1936 S. 93 - 98
Notiz über Antizionismus der historische Agudaß Jißroel in 1914
Notiz
Nichts liegt mir ferner, als in meinen folgenden Ausführungen den Zionismus zu bekämpfen, was ja auch nicht in den Aufgabenkreis der Agudaß Jißroel gehört (H. Eiseman im Israelit Nr. 4 ; 22. Januar 1914)
Es ist selbstverständlich daß die Agudaß Jißroel ihre Kräfte in bloßer Polemik gegen den Zionismus nicht aufreiben kann. Durch eine ständige Betonung ihrer Friedensliebe kann aber die Agudaß Jißroel bei der großen Masse, die nicht in allen ihren Schichten urteilsfähig ist, in den Ruf kommen, daß sie den Zionismus gar nicht für ein so bedenkliches Ding halte, daß mit aller Energie bekämpft werden müßte. So ganz ohne Kampf, ohne Polemik und klareFrontstellung gegen den Zionismus wird sich die Agudaß Jißroel niemals betätigen können,will sie die Gefahr vermeiden, was sie auf der einen Seite durch praktische Arbeit gewinnt, auf der anderen Seite durch Duldung von Begriffsverwirrungen im eigenen Kreise zu verlieren, soll doch die Agudaß Jißroel nichts anderes sein als die Organisation der jüdischen Bekenntnisgemeinschaft. Diese jüdische Bekenntnisgemeinschaft kann und darf aber eine so wichtige Sache, wie es der Zionismus ist, nur eine Meinung haben. Einer Idee gegenüber, die gleich den Zionismus die Grundlagen der jüdischen Religion, des jüdischen Bekenntnisses, der jüdischen Bekenntnisgemeinschaft tangiert, Neutralität zu bewahren, das ist nicht einmal diplomatisch, denn der Zionismus wird schon die Agudah zwingen, ihre Stellung klar zu formulieren.
(Jüdische Monatshefte 1914, Heft 3 S.124)
Kommentar: Wahrlich, nichts Neues unter der Sonne! Und der "Antizionismus" vom "Israelit" ist wieder mal kundgetan.
A Wort on Chanukah by Rav Shimon SCHWAB And Zionist-religious Hate-Reaction
A Wort on Chanukah by Rav Shimon SCHWAB
And Zionist-religious Hate-Reaction from Inside his Kehilla
We will see below how Rav SCHWAB was unable to even say a simple dvar Torah, without mentioning Zionism or applying it to any real-life situation, that the Jews in the days of the Chashmonaim would never go to war to reclaim the Bais Hamikdash that was conquered and defiled by the Greeks, without being harassed and called a terrorist-lover.
R. Shimon SCHWAB once said a vort on Chanukah for his kehillah: We describe in the Al Hanissim prayer the sequence of events that transpired on Chanukah. We start by saying the Greeks tried to force us to give up Torah and mitzvos, then the Jews rebelled, the many and the strong were defeated by the few and de weak, and there was great salvation. Then we say, And afterwards (vachar kein), the Jewish people went to the Bais Hamikdash and purified it, etc.? Question: Why do we interrupt the narrative with the phrase and afterwards? Why can we not simply continue the sequence of events by saying there was a military victory and then they went to the Bais Hamikdash, etc. ? Why do we add in that extra phrase of vachar kein?
R. SCHWAB answered that we do this to ensure that nobody should think the reason the Jews went to war in the days of the Chashmonaim was in order to reclaim the Bais Hamikdash. It would not be worth going to war to reclaim territory, even our Bais Hamikdash. One Jewish life is worth more than all the land in the world, including the Bais Hamikdash. There is only one reason the Jews would go to war against the Greeks because the Greeks wanted to make them forget Your Torah and violate You mitzvos. We went to war because of the shmad. Not for political or territorial reasons. Only when the war was over after You handed over the strong into the hands of the weak, the many into the hands of the few, wicked ones into the hands of those who are busy with Your Torah only after the war was over, and it was safe, did we approach the Bais Hamikdash and purify it. That is why we insert the phrase vachar kein between the war narrative and the purification of the Bais Hamikdash. Part one: There was a war, and we won. Achar kein after that part of the narrative was over bau banecha, we came to purify the Bais Hamikdash.
R. SCHWAB said this during Chanukah, which occurs around the same time of year as a Christian holiday. And so, shortly after his said this vort, R. SCHWAB received a Christmas card in the mail. On the cover, right under the Merry Christmas banner, the sender(s) wrote To our Dear Friend, Rabbi SCHWAB. Inside, it said From your goof friends, Gamal Nasser, Idi Amin, Ayatollah Khomeini.[1]
Source: Rabbi Yaakov Shapiro THE EMPTY WAGON Zionisms Journey from identity crisis to identity theft NY 2018 available in the better Judaica Store.
[1] Heard from Rav SCHWAB. (the identity of the particular Arab leaders whose names were affixed to the letter are described here to the best of my memory.)
This was not the only time Rav SCHWAB was called an anti-Semite by religious Zionists because of his opposition to Zionism.
Kap. 41 V.33 Und nun ersehe sich Pharao einen einsichtigen und weisen Mann und setze ihn über das Land Mizrajim.
Kap. 41 V. 33 Während sonst in der Regelder חכמה derבינה vorangeht, steht hier bedeutsamנבון וחכם. חכם verwandt mit אגם: Aufnahme des Vorhandenen. Wer die Dinge nach ihrem Wesen und ihre Bestimmung kennt, ist ein חכם. Beides ist etwas Gegebenes, es hat der Mensch es nicht erst zu schaffen. Der ist aber der wahrste חכם, der die Erkenntnis des Wesens und der Bestimmung der Dinge von dem entnimmt, der den Dingen ihr Wesen und ihr Bestimmung gegeben hat. Deshalb ist חכמת התורה die höchste. ,בין, בינה Einsicht, richtiger: Zwischensicht. Einsicht, die Fähigkeit in das Wesen der Dinge an sich einzudringen, hat kein Sterblicher; aber Zwischensicht, d.h. das aus dem Verhalten mindestens zweier gegebener Momente Resultierende zu erkennen, das folgende Urteil, das ist die zu der Erkenntnis des Gegebenen hinzukommende eigentliche Operation des menschlichen Geistes. Eigentümlich ist es nun, da gerade diejenige geistige Tätigkeit, die uns mehr passiv erscheint,חכמה , die Rezeptivität, aktiv ausgedrückt wird, ,חכם , חכמתי im Kal; und umgekehrt, diejenige Geistesoperation, in welcher wir am meisten selbsttätig erscheinen, die folgernde, produktive Tätigkeit, immer passiv ausgedrückt wird:נבונתי , נבון . Es dürften hier zwei wichtige Erinnerungen gegeben sein: Zur Aufnahme dessen, was in Natur und göttlicher Offenbarung über Wesen und Bestimmung der Dinge gegeben ist, gehört die volle Energie des Geistes, eine völlige Konzentrierung der Geisteskräfte, damit die ganze und die wahre Wirklichkeit erfasst werde. Energielos meint man gesehen, gehört, verstanden zu haben, und hat nur falsch gesehen, halb gehört, oberflächlich verstanden, und das Erfasste entfällt bald wieder. Umgekehrt hat der gewöhnliche Mensch mehr Freude an תבונה, an der folgernden, schließenden Tätigkeit, er sieht sich darin mehr produktiv, mehr sein Werk, und ist daher sehr zu warnen, nicht zu rasch, zu aktiv zu dieser Tätigkeit zu schreiten, sich beim Schließen mehr passiv zu erhalten, die beide Prämissen in sich so lange und so intensiv abzuspiegeln zu lassen, bis sich das Produkt, der Schluß, von selbst ergibt,ehe man מבין wird, lange נבון zu bleiben; sonst ist der Schluss scharfsinnig, aber die Prämissen sind unwahr. Keiner mehr als der Scharfsinnige läuft Gefahr, falsche Urteile zu bilden. Daher auch die tiefen Sätze der Weisen: אם אין בינה אין דעת, אם אין דעת אין בינה.. Ohne theoretisches Wissen (בינה) bleibt das empirische (דעת) mangelhaft, denn eben die theoretische Wissenschaft muss vielfach das Empirische kontrollieren und berechtigen und Schein von Wirklichkeit unterscheiden lehren. Noch mehr aber bedarf das theoretische Wissen der Empirie. Denn ohne vollständige empirische Unterlage baut alle Theorie in die Luft. Es ist daher klar, warum gewöhnlich חכמה der תבונה vorangeht. Hier aber waren die gegebenen Verhältnisse völlig klar. Allein galt es zu ermitteln, was unter den gegebenen Umständen nun vorsorglich zu tun. Dazu war zuerst der נבון notwendig. Das aber durch בינה Ermittelte musste dann mit חכמה, d.h. mit gerechter Würdigung aller wirklichen Verhältnisse ausgeführt werden. Für die praktische Ausführung ist der חכם wichtiger als der נבון. Der Scharfsinnige nimmt leicht die Dinge anders als sie sind, und geht irre. Also: einen einsichtigen und weisen Mann suche sich Pharao und setze ihn über das Land, וישיתהו. שות ist mehr als הפקיד. In הפקיד erscheint der Eingesetzte mehr abhängig und untergeordnet, in שות mehr als Selbständiger. Die Zeiten werden so schwer, sich selbst überlassen wird das Land in den Jahren der Fülle gegebenen Mittel der Abhülfe unbenutzt lassen. Deshalb ist es notwendig, dem Lande einen Vormund, einen agrarischen Diktator zu geben, damit der Verbrauch in diesen Jahren nicht unbeschränkt bleibe.
V.43 ließ ihn in den Wagen des Zweiten nach ihm ausfahren und sie riefen vor ihm her: Ich befehle, daß man kniee! Und damit setzte er ihn über das ganze Land Mizrajim.
V.43 Durch den Ring hatte er ich zu seinem משנה, seiner Wiederholung seinem alter ego gemacht, ließ ihn in dem diesen alter ego bestimmten Wagen ausfahren, und man rief vor ihm: אברך! Wörtlich: ich befehle daß man kniee! Vor der egyptischen Majestät rief man nicht ברכו! Knieet sondern: אברך: Ich d.h. unter dem Volke erscheinende Majestät befehle, daß ihr knieet. Dem wahren Fürsten ist nur die freiwillige Ehrerbietigung eine solche. Dem sultanischen ist die freiwillige Ehrerbietigung zu plebejisch gleichstellend und erniedrigend. Da wird zu huldigenden Ehrenbezeugungen, zum Gruß befohlen. Diese in Josefs Namen ausgerufene אברך, daß er befehlt, daß man vor ihm auf die Knie falle, das stellte ihn vollends als den zweiten Pharao dar.
V.51 Josef nannte seinen Erstgeborenen Menascheh: denn es hat Gott mir mein ganzes Unglück und mein ganzes väterliches Haus zu Gläubigern gemacht.
V.51 נשני übersetzt man gewöhnlich: Gott hat mich vergessen lassen all mein Unglück und mein ganzes väterliches Haus! Wem kehrt sich dabei das Herz nicht um? Josef nennt seinen Erstgeborenen danach, daß ihn Gott seinen alten Vater und seine ganze väterliche Familie habe vergessen lassen! Dadurch würde allerdings der Umstand, daß Josef sich so lange um seinen Vater nicht gekümmert auf die fasslichste Weise gelöst. Josef wäre einfach ein herzloser Mensch gewesen. Glücklicherweise ist vergessen nicht die einzige Bedeutung von נשה,נשה heißt auch Gläubiger sein (siehe Kap. 32,33), und נשני kann ebenso heißen: Gott hat mir mein Unglück und meine Familie zu Gläubigern gemacht. Was mir bis jetzt als Unglück und Misshandlung erschienen, das hat Gott Werkzeug meines höchsten Glückes werden lassen, so daß ich meinem Glück und meiner Familie aufs tiefste verschuldet bin. Die Form נשני statt נשני ist nach beiden Auffassungen gleich schwierig und würde sich nur durch eine Wurzel נשש erklären lassen, die sonst nicht weiter vorkommt. Beiläufig wird der Ausdruck עמל zu der Äußerung missbraucht: der Jude ist faul, Arbeit bedeutet ihm Unglück. Dem gegenüber denkt sich der Jude selbst sein Paradies nicht als ein dolce far niente, der jüdische Mensch ist selbst im Paradiese zur Arbeit da, לעבדה ולשמרה! עמל ist aber nicht eine jede Arbeit, sondern nur eine mühevolle Arbeit ohne entsprechendes Resultat. Wenn uns arbeitsamen Deutschen eine solche Arbeit eine Seligkeit wäre, was für eine Seligkeit müsste dann nicht Mühseligkeit sein! Das עמל des einen erzeugt im mitfühlenden Nebenmenschen חמל. Es kommt auch als Unglück vor, das man andern bereiten will, und heißt dann in solcher Beziehung auch: Unrecht, allein in seiner ersten Bedeutung liegt das nicht.
Kap.43 V.11 Da sprach Jissroél, ihr Vater, zu ihnen: Wenn dem so ist, was bleibt übrig! Thuet dies, nehmet von dem, dessen das Land sich rühmt, in euren Geräten und bringet dem Manne ein Geschenk: ein wenig Balsam, ein wenig Honig, Gewürze und Lotus, Pistacien und Mandeln.
Kap.43 V.11 Mit ungemeiner Feinheit hebt Jakob wiederholt das מעט hervor. Bei einem so großen Herrn wäre es eine Beleidigung, viel zu schenken, es soll ja nur Ausdruck einer Huldigung sein.
V.14 Und Gott, der Allgenügende, gebe euch Erbarmen vor dem Manne, daß er euren anderen Bruder und Binjamin wieder fortlasse! Und ich wenn ich denn der Kinder beraubt bin, so bin ich der Kinder beraubt.
V.14 לפני האיש. Gehet nur hin, im Vertrauen auf den Allgenügenden, allem, und auch meinen Leiden zur rechten Zeit das Ziel setzenden Gott; in dem Momente der Gefahr, in dem Augenblicke, wo ihr euch לפני האיש befinden werdet, wird Gott euch Erbarmen zuwenden. רחמים bezeichnet jene Zuneigung Gottes zu seinen Geschöpfen, die die allgemeinste und verlierbarste, und die ebenso den Grundzug im Verhältnisse der Geschöpfe zu einander bilden soll. Es ist die Verwandtenliebe, die Liebe zu einander um des gemeinsamen רחם willen, aus dem sie stammen. Man ist geneigt רחמים mit dem populären רחמנות zu verwechseln und doch ist Mitleid noch tief unter dem, was das wahre רחמים bedeutet. Was ist seltener, was adelt den Menschen mehr, Mitleid oder Mitfreude? Sehr wenige Menschen gibt es, die nicht mit dem Schmerzen des andern Mitleid empfinden. Allein bei weitem nicht alle, die heute einen Armen bemitleiden, werden sich in gleichem Maße mit ihm freuen, wenn er über Nacht das große Los gewinnt und morgen in einer Karosse mit den Seinen an ihn vorüberfährt. רחמים, das Gefühl, das wir ererbt haben sollen, bedeutet mehr als Mitleid. Es stammt von רחם, mit welchem die tiefste, aufopferungsreichste Energie eines Wesens für die Entstehung eines anderen Wesens, die Hingebung alles Blutes und aller Kraft, um ein anderes Wesen entstehen und sich vollenden zu sehen, bezeichnet wird; רחם ist der Herd der tiefsten Hingebung. Und auch nachher, wenn das Wesen da ist, entstammt dem רחם nicht bloß Mitleid mit dem Weinenden, sondern noch innigere Mitfreude mit dem Lächelnden. Ein Lächeln des Kindes auf dem Schosse entschädigt für jahrelangen Kummer und schlaflose Nächte. Von diesem רחם ist רחמים gebildet und leidet somit nicht nur mit dem andern, sondern ruht nicht, bis es ihn glücklich sieht.
V.30 Es eilte aber Josef, denn seine Gefühle waren zu seinem Bruder hin rege geworden, und er wollte weinen, und er ging hinein in das Gemach und weinte dort.
V.30 Wahrscheinlich heißen davon die heidnische Pfaffen כמרים, im Gegensatz zu כהנים. Der jüdische כהן spekuliert nicht auf Andacht, Gefühle. Der jüdische Gottesdienst ist nicht darauf berechnet, dunkle Gefühle rege zu machen. Das jüdische Heiligtum wendet sich zuerst an den Verstand: התפלל, sein Urteil berichtigen, sich klar machen über alle seine Beziehungen und Obliegenheiten.
Gefühle sind ungemein billig. Hat andächtig vor Gott geweint und steht auf und ist um kein Haar besser als er gewesen! Darauf spekuliert der כמר, der heidnische Pfaffe. Der כהן aber soll selbst כן und andere מכין sein, feste Grundlage und Richtung geben. Im Heidentum wirkt man auf Empfindungen, um durch sie den Verstand zu fesseln. Empfindungen aber sind ein Uhrwerk ohne Weiser, eine Unruhe die an sich nicht weiß woher, wohin, die man dann beliebig benutzen kann. Man macht die Hölle heiß oder fanatisiert das Gemüt; feiert seinen Triumph, wenn נכמרו מעין, die inneren Eingeweide der Gläubigen recht in Gährung kommen.
V. 34 Er ließ von nun sich aus Teile ihnen zutragen, da war Binjamins Teil fünfmal größer als ihrer aller Teile; sie tranken und berauschten sich bei ihm.
V. 34 חמש ידות. In dieser egyptischen Geschichte finden wir auffallend die Fünfzahl, wo wir immer im jüdischen Kreise die Siebenzahl erwarten; hier, bei der Vorstellung der Brüder, bei den Angaben. Es kann das tief in der verschiedenen Weltanschauung liegen. Fünf ist wohl aus zehn entstanden; zehn ist nach menschlicher Anschauung ein Ganzes. Nach heidnischer Anschauung ist die Welt uranfänglich ein Ganzes, Fertiges: Zehn. Nach jüdischer Anschauung ist sie noch nicht fertig, ist erst sieben, auf dem Wege zu zehn. Gott schafft sie noch immer fort wenn nicht physisch, so doch sozial. Die die Weltanschauung besingende Harfe, lehren die Weisen, hatte zuerst nur sieben Saiten, durch David war die Harmonie achtsaitig, und erst zuמשיח s Zeit wird sie mit zehn Saiten vollbesaitet werden.
Kap. 44 V.5 Ists nicht gerade der, aus welchem mein Herr zu trinken pflegt, und er, er hat einen Ahnungsglauben an ihn! Ihr habt schlecht gehandelt in dem, was ihr getan!
Kap. 44, V.5 והוא נחש ינחש בו er hat einem Ahnungsglauben
Josef spricht als egyptischer Herr, als egyptischer Magnat, nicht als Sohn des Abrahamhauses. Je höher, je größer ein Mensch, ja wundergleicher sein Glück, um so mehr hängt er an ניחוש, um so abergläubischer wird er man denke nur an Napoleon er ist selbst von seinem Glücke überrascht. Der gewöhnliche Mensch hat noch manches beim Schicksal zu gute; allein wenn wir einmal soweit gekommen sind, daß wir uns sagen müssen, unserm ,צדקות unserm sittlichen Verdienste verdanken wir unser Glück nicht, dann schreiben wir es leicht übernatürlichen Umstände zu, und eben wegen der entsittlichenden Wirkung des ניחוש ist es verboten. Sobald wir aber glaube, wir könnten zu unserem Glücke noch etwas anderes tun, als brav sein, hätten uns noch vor etwas anderem als vor Schlechtigkeit zu fürchten, sofort sind wir in Gefahr, schlecht zu werden, unterlassen aus ניחוש entweder das Gute, oder tun etwas Schlechtes im Vertrauen auf ניחוש. Wir wägen dann unsere Handlungsweise gar nicht mehr auf der Wage des Gottesgesetzes, tun nicht mehr, was unsere Pflicht ist, weil wir glauben, etwas getan zu haben, wodurch wir ohnehin zum Ziel gelangen.
Rabbiner Dr. Raphael BREUER:,Der erste Jude an der Spitze eines nichtjüdischen Staatswesens'
Rabbiner Dr. Raphael BREUER
(1881-1932)
Der erste Jude an der Spitze eines nichtjüdischen
Staatswesens
Der erste Jude, der an die Spitze eines nichtjüdischen Staatswens berufen
wurde, war Josef. Und wie groß waren die Ehrungen, die nach außen hin seine
ragende Stellung dem Bewußtsein des Volkes einprägen sollten! Der Ring von
Pharaos Hand, die Byssus-Gewänder, die goldene Kette, der Staatswagen, die
Bürgerpflicht des Hinknieens, wenn sich Josef zeigte wie ein allmächtiger
Despot schaltete und waltete der Jude im nichtjüdischen Ägypterstaat.
Wie kams, daß Josef niemals antisemitischen Anfeindungen ausgesetzt war?
Was war der Grund, daß das Ägyptervolk niemals aufbegehrte: Wir lassen uns von
diesem Juden nicht regieren?Aber
vielleicht blieb er gar nicht so unangefochten, wie wir voraussetzen. Doch
nein, die heilige Schrift hat es nicht unterlassen von antisemitischen Regungen
in den Tagen Josefs so offenherzig zu berichtten, wie sie von der
antisemitischen Zeit nach Josefs Tod und nach dem Aufkommen einer Generation,
die von Josef nichts wußte, die ägyptische Judenfeindschaft entstanden wäre. Es
steht darum wohl fest, daß Josef selbst unter Judenfeindschaft nicht zu leiden
hatte. Das muß doch seine Gründe haben.
Oberflächliche Bibelleser könnten aus der Tatsache, daß Josef als
Staatsmann einen anderen Namen (Zofas Paneach) trug und eine Ägypterin (Osnas)
heimführte; allerhand üble Vermutungen schöpfen und in Josefs unangefochtenem
Glück das Ergebnis wohlgelungenen Assimilantentums erkennen. Nun aber hat Josef
in Wirklichkeit nichts unternommen, was irgendwie als Verstecken seiner
Abstammung, seines Gottesglaubens, seines Judentums gedeutet werden könnte. Den
Namen Zofnas Paneach hat nicht er sich selbst, sondern hat ihm Pharao gegeben.
Auch darf man auf Grund des Midrasch annehmen daß Zofnas kein Eigenname,
sondern, wie Pharao, ein ägyptischer Titel ist, den der König Josef im
Augenblick seines Amtsantritts verlieh. Die Ehe mit Osnas ist nicht das, was
man heute unter einer Mischehe versteht. Osnas ist als Josefs Gattin zugleich
in eine Bekenntnis- und Geistesgemeinschaft mit ihm eingegangen. Darauf deutet
wohl auch die scharfe Betonung der Bibel hin, daß Menasche und Efraim, die wir
noch heute unseren Kindern als Vorbilder hinstellen, von eben dieser Osnas, die
einer ägyptischen Priesterfamilie entstammte, geboren wurden und in ihr eine
ihnen und ihrem Vater ebenbürtige Mutter besaßen. Auch die
Midraschüberlieferung, die in Osnas die Tochter Dinas sieht, zeigt unverkennbar
die Tendenz, der Ehe Josefs jeden Schein eines als Entfremdung vom Judentum
mißdeutbaren Charakterzuges zu nehmen.
Nein, Josefhatauch als ägyptischer Staatsmann den Geist
seines Vaterhauses nicht verleugnet. Fast in jedem Satze, den er zu Pharao
spricht, spricht er von Gott. Das steht nicht bei mir, Gott wird es eröffnet,
was den Pharao frommt. Was Gott tun will hat er den Pharao sehen lassen.
Festbeschlossen ist die Sache von Gott, und Gott wird eilen, sie zu
vollführen. Dieses mutige Bekennen Gottes vor dem Königsthrone hat ihn gegen
jeden feindlichen Angriff gefeit, weil es ihn auf eine Höhe hob, zu der Pharao
und sein Volk staunend emporschauten. Und Pharao sprach zu seinen Dienern: Wird
wohl gefunden werden ein Mann wie dieser, in dem der Geist Gottes ist?
Ein weiterer Grund, warum das ägyptische Volk, ohne zu murren, von einem
jüdischen Staatsmann sich regieren ließ, dürfte in der Tatsache gefunden
werden, daß Josef zu seinem Amte nicht drängte, sondern wartete, bis man ihn
rief. Sehr belehrend sind die Ausführungen des Midrasch Tanchuma zur Stelle. Da
wird zur Bekräftigung der Erfahrungsregel, daß Gerechte aus bescheidener
Niedrigkeit zur Höhe aufsteigen, auf Chananja, Mischael, Asarja, Daniel,
Mordechai und Josef verwiesen. Sie alle haben bescheiden in der Dunkelheit
gewartet, bis man sie zu leuchtender Hoheit berief. Sie alle kannten die Welt
und wußten, daß sie Juden waren.
Das Recht sich vorzudrängen haben auch Juden, so gut wie Nichtjuden. Die
Logik steht auf unserer Seite, doch nicht die Psychologie. Als Psychologen
sollten wir alle wissen, daß die Welt noch nicht so weit ist, um den Anspruch
des Juden auf eine wirklich durchgeführte Rechtsgleichheit anders dann als
jüdische Anmaßung zu bewerten. Und auch das andere sollten wir stets bedenken.
Josef stand vor Pharao und seinen Dienern da als der Mann, in dem der Geist
Gottes ist. Nicht als Stammesfremder, als Gottesmann stach er ihnen in die
Augen. Was hilft es uns, wenn wir immerfort
betonen, nur in ihrem Glauben unterscheiden sich jüdische Regierungsmänner von
ihren nichtjüdischen Kollegen. Das glaubt uns kein Mensch, solange dieser
Glaube wohl standesamtlich registriert ist, aber nicht als lebendige Wahrheit
dem allgemeinen Bewußtsein sich aufdrängt. Unsere
deutschen Staatsbürger jüdischenUnglaubens haben mit ihrem Unglauben sehr viel dazu beigetragen, daß
unsere nichtjüdische Mitbürger das Judentum mit allen möglichen Dingen, wie
jüdische Rasse, jüdische Nation etc. identifizieren, nur nicht mit dem
jüdischen Glauben, den sie nur selten wahrnehmen und am allerwenigsten dort, wo
ihnen die Juden auf die Nerven fallen.
R.B.
Erschienen in דרש טוב לעמו Jüdische MonatshefteJahrgang 6 Heft 1 u.2 Januar- Februar 1919,
Schewat- Adar5699 S. 10-12
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH aus dem Kommentar zur Haftoro des Schabbos Chanuckoh
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH
(1833 1900)
הפטרה שבת חנוכה
Aus dem Kommentar zur Haftoro des Schabbes Chanuckoh
Am Feste des vierten Chanuckoh, der Chanuckoh der Makkabäer,bringt uns am Sabbath das Prophetenwort die dritte Chanuckoh, diejenige Serubabels, die Errichtung des zweiten Tempels in Erinnerung.
Kap.2 V.14 u. 15 Weit über die Zeit des zweiten Tempels hinaus schauen diese Verse auf jenes Ziel der Geschichte hin, da Jissroél und die Völker durch Lehre und Geschick geläutert sind, und nunmehr durch die huldigende Unterordnung unter den Willen Gottes dem heilbringenden Einzuge der Gottesherrlichkeit in den Kreis der Menschheit die Bahn geebnet ist. Da wird nun der Tochter Zijauns, dem in Wahrheit vom Zijaunsgeiste beseelten menschheitspriesterlichen Jissroél verheißen, daß es auch in jener Zeit seine besondere Bedeutung bewahren, ja gerade dann in erhöhtem Maße sichtbare Stätte der segnenden Gottesnähe sein wird. בא, in diesem Sinne von dem Einzuge Gottes in die Verhältnisse der Menschen, vergl. 5 B.M. 33,2: ה' מסיני בא ferner: Habakuk 3,3: אלה מתימז יבא וגו', Ps. 24,7: שאו וגו' ויבוא מלך הכבוד Jeruscholoim-Zijaun ist der Herzpunkt des Menschheitspriestervolkes, von dem die Erleuchtung und Heiligung der um ihn sich sammelnden Menschheit ausgehen wird.
V.16 ונחל ה' את יהודה חלקו: Juda, der führende Stamm, hier für ganz Jissroél. Was einst Moses erfleht: ונחלתנו; 2 B.M. 34,9, das wird dann erfüllt sein, Jissroél wird Gottes נחלה geworden sein, auch Jeruscholoims Leidensgeschichte ist vollendet: ובחר עוד בירושלים.
Kap. 3, V.1. ויראני וגו'Zwei Männer sehen wir an der Spitze des Volkes, unter ihnen Beiden sollte ausgeführt werden: Josua, den Hohenpriester, den Vertreter des Geistes, der Lehre und des Gesetzes, und Serubabel, den Mann der Ausführung.Der Augenblick, in welchem Sacharja sie schaute, lag noch vor dem Beginne des Werkes. Josua stand noch, und auch vor Serubabel türmte sich noch ein Berg (Kap. 4,7), er hatte wohl die Aufgabe, trug die Bestimmung, aber er war noch nicht thätig. Auch der Engel Gottes, der bestimmt war, Josuas Werk zu fördern, stand gleichfalls noch, war noch nicht tätig. Was war die Ursache ihrer Untätigkeit? Weil an Josuas Rechten, dem Organe seiner Wirksamkeit, noch ein Hindernis war. Während das sich der Wirksamkeit Serubabels, des Fürsten, entgegenstellende Hindernis als Berg, das Bild für materielle Schwierigkeiten, bezeichnet wird, wird das Hemmnis der hohenpriesterlichen Wirksamkeit שטן genannt. שטן, verwandt mit שטה, abweichen, zur Seite weichen, bezeichnet das Hindernde, Widerstrebende als dasjenige das dem Menschen vom geraden Wege ab und auf einen andern hinlenkt. Die Weisen bezeichnen es als יצר הרע, die mit dem Geiste vermählte sinnliche Natur des Menschen. Diese erreicht die ihr vom Schöpfer gegebene Bestimmung nur, in dem sie vom Geiste beherrscht wird. Nach dem tiefen Worte des Weisen klagt sie dem Menschen an, der sich von ihr verführen läßt. Denn nicht ihn zu beherrschen, sondern von ihm beherrscht zu werden, ist ihr Verlangen (תשוקתו, vergl. 1 B.M. 3,16 und 4,7). So bildet dieser שטן, diese Verkörperung der Sinnlichkeit, den geraden Gegensatz zu dem, was in anderen Vorstellungskreisen unter dem Worte Satan verstanden wird. Also: die Sinnlichkeit, die, unbeherrscht, der Erreichung der hohen Menschenbestimmung hinderlich, und deren Vorhandensein gleichwohl für diese Lösung unumgänglich notwendig ist. Denn hätte das Böse nicht auch Reiz, so wäre die Übung des Guten keine Tugend Demgemäß hier: Josua stand noch, denn die Sinnlichkeit, die noch im Volke, ja in seinem eigenen Kreise herrschte, stand der Entfaltung seiner Tätigkeit hindernd im Wege.
(Die Haftoroth übersetzt und erläutert, Frankfurt am Main 1896: S. 416- 422Kommentar zu Secharjo Kap 2, V 14)
Rabbiner Dr. Salomon BREUER zur Wochenabschnitt MIKÉZ
Rabbiner Dr. Salomon BREUER
(1850-1926)
מקץ
Belehrung und Mahnungzur Wochenabschnitt Mikéz (Auszüge)
Der 25.Kislew brachte uns wieder das Chanuckofest, dem wir mit jeder anbrechenden Nacht die Lichter in unseren Häusern entzünden. Mit diesen Lichter wecken wir die Erinnerung an Siege מסרת גבורים ביד חלשים ורבים ביד מעטים, die die Wenigen und Schwachen über die Vielen und Starken davongetragen. Wie damals, so soll für alle Zukunft das Prophetenwort uns eine Wahrheit bleiben: לא בחיל ולא בכח כי אם ברוחי Nicht durch Massen, nicht durch Gewalt, sondern durch meinen Geist!. Der Wahrheit dieses Prophetenwortes und seiner ewigen Geltung sollen wir uns im Scheine unserer Chanuckolichter stets aufs neue bewusst werden. Von ihr hat sich unser jüdisches Bewusstsein seine nimmer schwindende Stärke zu holen...
Mehr denn je möge ein jeder, der sich zu den Mitgliedern unserer קהלה zählt, sich bewußt werden, was er seine קהלהund der Wahrheit unserer תורה schuldig ist. Judentum hat zu allen Zeiten den Abfall einzelner Glieder, ja selbst ihre völlige Entfremdung erleben müssen. Dieser Abfall stand zumeist im Zeichen des ויתערבו בגוים וילמדו מעשיהם: an den Verlockungen fremder Kulturen zerbrach ihre jüdische Kraft. Daß aber innerhalb des Judentums sich Kreise zu einer systematischen Leugnung alles Heiligen und Göttlichen zusammengefunden und den Mut aufgebracht hätten, auf eigene Faust eine neue jüdische Religion sich zurechtzukonstruieren eine solche frivole Verlästerung alles Göttlichen und Jüdischen hatte das Judentum bis zum heutigen Tage nicht zu verzeichnen. Dieses erschütternde Erlebnis blieb unserer Gegenwart vorbehalten[i] Muß uns nicht dieser beispiellose Abfall erst recht zu erhöhten Treue, zur gesteigerten Hingabe an unseren אמת entflammen?
Wollen wir, meine Brüder und Schwester, nicht endlich einsehen, daß es denn doch nicht möglich ist, mit vollendeten רשעים in religiöser Beziehung ein wie immer geartetes Bündnis zu schließen? Denken wir an die Prophetenmahnung (Jes. 57,21): אין שלום אמר אלקי לרשעים Mit den Gesetzlosen gibt es keinen Frieden, der Friede kann nur auf dem Boden des אמת erblühen! מכאן שהקב"ה אוהב את הרשעים, fügen die Weisen bedeutungsvoll hinzu: Gott kündigt den Gesetzlosen den Frieden; daraus folgt, daß Gottes Allgüte selbst den Gesetzlosen Liebe bewahrt, sie nicht für immer zu verlieren, sie vielmehr zurückgewinnen will. Weder durch einen jeder jüdischen Wahrheit Hohn sprechenden Friedensschluß, noch durch wie immer geartete Kompromisse werden wir unsere רשעים der göttlichen Wahrheit zurückgewinnen. Im Gegenteil! Sie werden, indem wir freiwillig zu Mitgliedern ihrer religiösen Gemeinschaft, zu freiwilligen Mitgliedern der Richtliniengemeinde uns bekennen und damit, ob wir wollen oder nicht, ihre religiöse Gemeinschaft anerkennen, hierdurch nur zum Verharren in ihrer Untreue, in ihrem Abfall von Gott und seiner תורה bestärkt! Wenn etwas sie zur Selbstbesinnung, zur Rückkehr zum heiligen Vätererbe einmal bestimmen kann, so kann dies nur durch völlige Lossagung und Trennung in religiöser Beziehung geschehen!
אין שלום אמר אלקי לרשעים Wahrlich, wahrlich, und jeder Wahrheitsliebende wird es uns zugestehen müssen, nie und nimmer wäre es zu einem solch beispiellosen חלול השם gekommen, wenn die Stifter dieser neuen Religion sich nicht durch das traurige Bündnis mit Gesetzestreuen die Berechtigung hätten holen dürfen, von einer sog. Einheit des Judentums zu reden, und, durch Gesetzestreue bestärkt und gedeckt, sich nach wie vor mit dem Judentum verbunden gefühlt hätten.
Geben wir darum, meine Brüdern und Schwestern dem אמת und nur dem אמת die Ehre, gehen wir, da diese unerhörte כפירה von unserer Stadt ausgegangen, beispielgehend voran und bekennen wir uns ausschließlich, ja ausschließlich, in unerschütterlicher Treue unserer קהלה, der Trägerin des unverfälschten אמת! Wenn nicht unsere Kinder, so gewiß unsere Kindeskinder, sie werden es einst nicht begreifen können, daß wir angesichts einer solchen כפירה בה' ובתורתו auch nur einen Augenblick gezögert haben, mit unserem Propheten zu sprechen אין שלום אמר אלקי לרשעים und danach zu handeln!
Das Chanuckofest wird wohl auch von den Verfassern der Richtlinien gefeiert werden; sind es doch jüdische Siege, die da errungen wurden, auf die stolz zu sein, auch sie ein Anrecht zu haben wähnen. Wir aber wollen beim Scheine der Chanuckolichter uns bewusst werden, wofür unsere Väter geblutet, wofür sie den letzten Atemzug ihres Lebens heldenhaft eingesetzt haben: der Verwirklichung der göttlichen Wahrheit, dem אמת gelte auch unser Leben. Gehen wir unseren Kindern mit unserem Leben beispielgebend voran, daß auch sie sich für ein solches Leben im Dienste des אמת begeistern.
Lasst uns kämpfen für Gott und seine תורה. In demselben Maße wie wir für Gott kämpfen, kämpft Gott auch für uns: wie Er unseren Vätern beigestanden, wird Gott auch uns in unserer schweren Zeit seinen mächtigen Beistand nicht versagen: כאשר עשה לאבותינו כן יעשה לנו נסים ונפלאות
Quelle: Rabbiner Dr. Salomon BREUERBelehrung und Mahnung erster Teil GenesisJ.Kaufmann Verlag Frankfurt am Main 1936 S. 86 - 92
Mit dem Abend des 25. Kislew zündest du das Chanuckohlicht in deinem Hause an, und mit immer steigendem Lichtgruß tritt 8 Tage lang die Erinnerung einer alten Geschichte aus einer alten Zeit in deinen Kreis.
Immer wieder die alte Geschichte? Sterben denn die jüdischen Toten nie? Vergehet denn die jüdische Vergangenheit nimmer?
Nein, die jüdischen Toten sterben nicht. Wer fürs Judentum gestorben, noch mehr, wer fürs Judentum gelebt, der stirbt nimmer; ewig dankbar bewahrt sein Andenken das seinen vergangen Edlen dankbarste Geschlecht. Und die Vergangenheit, die Geschichte, die jüdische Vergangenheit, die jüdische Geschichte, ewig frisch und ewig neu, tritt sie in ihren großen Zügen an jedes jüngere Geschlecht heran mahnend, tröstend und erhebend.
Und nun gar diese Geschichte! O, daß sie alle alt wäre, mit ihrem Trüben und ihrem Herrlichen nun nach 2000 Jahre alt, so alt, daß uns das Trübe unbegreiflich und das Herrliche alltäglich erschiene!
Es hat sich aber Jeschua lieber Jason nennen lassen, wie sein jüngster Bruder (beide waren sie nacheinander Hohepriester!) für den Namen Chonjah lieber wollte Menelaos genannt werden. - - - Als nun Menelaos, samt des Tobias Söhnen solcher Gewalt (im Streit mit dem Bruder ums Hohepriesteramt) weichen mussten, sind sie zum König Antiochus getreten und haben sich erboten, ihre jüdischen Gesetze und Gewohnheiten allzumal abzuwerfen, und sich nach des Königs und der Griechen Satzungen und Gebräuchen zu halten und baten deswegen um Erlaubnis, in der Stadt Jerusalem ein griechisches Gymnasium aufzurichten. Und nachdem sie solches erlangt, haben sie sich Vorhäute gemacht, damit sie auch nackt den Griechen gleich und ähnlich schienen, und haben so alle Sitten ihrer Ahnen fahren lassen und sich fremder Völker Gewohnheiten beflissen. - - (Josephus. Altertum 12,3)
Ists eine alte Geschichte?
In jenen Tagen traten aus Jissroél gesetzeswidrige Männer hervor und redeten dem Volke zu und sprachen: Lasset uns gehen und mit den Völkern um uns her einen Bund machen: denn seitdem wir uns von ihnen gesondert, haben uns viele Leiden getroffen. Diese Rede gefiel den Augen der Menge und einige aus dem Volke waren bereit und machten sich auf dem Weg zu dem Könige. Der König gab ihnen die Erlaubnis die Sitten der Heiden einzuführen. Da erbauten sie in Jerusalem ein Gymnasium nach griechischer Weise, und machten sich Vorhäute, und standen ab von dem heiligen Bunde und verbanden sich mit den Völkern und gaben sich ganz preis, das Böse zu üben. (1 Makkabäer Kap.1)
Ists eine alte Geschichte?
- - - stand Jason, Onias Bruder nach dem Hohenpriesteramt, und ging zum Könige und versprach ihm 360 Talente Silbers und aus anderen Einkünften noch achtzig Talente. Überdies aber verhieß er ihm noch 150 Talente, wenn es seiner Machtvollkommenheit eingeräumt werden sollte, ein Gymnasium und eine Anstalt für die gymnastischen Übungen zu errichten, und Einwohnern von Jerusalem das Bürgerrecht von Antiochia zu verleihen. Da der König solches bewilligt und Jason die Macht erhalten hatte, fing er sogleich an, seine Landsleute zur Annahme der hellenischen Sitten zu verleiten, entfernte die von den alten Königen den Juden gestatteten löblichen Sitten, abrogierte die gesetzentsprechenden Weisen undführte gesetzwidrige Bräuche ein. Ja, er wagte es gerade unter die Burg eines Hauses gymnastischer Spiele hinzubauen und die besten der Jünglinge zu den dortigen Übungen anzuhalten. Durch die alles überschreitende Frevelhaftigkeit des gottlosen und keineswegs hohenpriesterlichen Jason ward aber der Sporn zum Hellenismus und der Zugang fremder Sitten so stark, ass selbst die Priester nicht mehr um die Dienste des Altars sich kümmerten, sondern den Tempel verachteten, Opfer vernachlässigten, und hinliefen, um sich an den unerlaubten Aufführungen in der Palästra nach dem Aufruf der Wurfscheibe zu beteiligen. Die väterliche Ehre achteten sie geringe, hellenistischer Beifall dünkte ihnen das Höchste. Diejenigen aber, um derentwillen sie sich mit den schwierigsten Verhältnissen umgaben, deren Lebensart sie eifrig nachstrebten, und überhaupt, denen sie gleich werden wollten, die gerade waren ihre Feinde und die Rächer ihres Abfalls; denn gegen göttliche Gesetze zu freveln, ist nichts Geringes. Das aber offenbart erst die folgende Zeit. (2 Makkabäer Kap. 4)
Ists eine alte Geschichte?
Wenn dich der religiöse Verfall im jüdischen Kreise mit Schmerz und Trauer erfüllt, wenn du an unserer Zukunft verzweifeln möchtest, wenn du zagend ausrufst: Wars schon so arg in Jissroél? dann schau auf diese Geschichte hin, siehe schon einmal vor zweitausend Jahren Hohepriester, Männer des jüdischen Heiligtums, Männer mit höchsten religiösen Amte betraut, selber die ersten Verräter an Gott und seinem heiligen Gesetze, die Gunst der Könige durch religiösen Verrat erbuhlen, Verführer des jüdischen Volkes und seiner Jugend, wetteifern mit den Wohlhabenden und Gebildeten ihres Volkes in Verachtung göttlichen Gesetzes und jüdischer Sitte, in Verehrung und Pflege unjüdischer Weise und unjüdischer Bildung, siehe schon einmal vor Jahrtausenden Bildungsschimmer und politischer Vorteil, Bürgerrecht von Israels Verführern als Köder zum Abfall von Gott und seinem heiligen Worte missbraucht und siehe wie dennoch die Zeit des Verrats und des Abfalls, überwunden worden, welche Jahrhunderte, Jahrtausende der Treue, der Hingebung, Aufopferung für Gott und Judentum ihr doch gefolgt undlerne: vertrauensvoll in die Zukunft blicken.
Denn siehe, dieser Abfall, von welchem dir soeben jene Stimmen aus alter Zeit berichteten, war kein von außen provocierter Abfall, war keine Folge der antiochischen Wütens gegen das Judentum; dieser Abfall der jüdischen Gotteslehrer und der höheren gesellschaftlichen Schichten in Judäa war ein freiwilliger, ging jenem Königswüten voran, ja, war ganz eigentlich Veranlassung, ja Urheber des spätren judentumfeindlichen Fanatismus. Selbst nicht im Wahnsinn wäre es dem Antiochus eingefallen, Judentum und Juden griechisch reformieren zu wollen, hätten ihm nicht Juden und Judentumspriester zuvor gezeigt, daß bereits das Judentum in ihren Herzen den Boden verloren, daß sie nur auf Königsbefehl harrten, um den Zeus auf des Ewigeinzigen Altar zu stellen und daß somit gewiss das Volk, die niedere Schicht, leicht hinübergeködert und hinübergemartert werden könne! So ists in den dunkelsten Jahrhunderten der Verfolgung keinem Machthaber eingefallen, Juden und Judentum reformieren zu wollen. Juden verfolgte man, aber an die Ewigkeit des Judentums glaubte man fest. Priester und Jünger des 19. Jahrhunderts mussten erst selbst den Fürsten und Völkern das Schauspiel abtrünniger Juden vor die Augen führen, ehe ein Staatsmann an Reformierung des Judentums durch Dekrete und Maßregeln denken konnte. Natürlich! Achte dich selbst, achte deine Vergangenheit, achte dein Heiligtum selber, und wie man auch über dich denke, ob man dir geneigt oder abgeneigt sei, Achtung wird man dir nicht versagen. Achtest du aber selber dich nicht, blickst du selbst mit Verachtung auf die Gräber deiner Väter, hältst du dein eigenes Heiligtum nicht in Achtung, kaum der Kenntnis mehr wert, wie willst du, daß der Fremde dich achte und deine Väter achte? Vieles magst du in der Welt finden, um Achtung bettelst du dann vergebens.
Aber wie hatten die Männer des Fortschritts, die Männer der Bildung, die Priester der Reform, die politischen Religionshändler der antiochischen Zeit in Judäa sich verrechneti
Hörst du nicht, was dein Makkabäerlicht dir erzählt?
Soweit hatten es die abgefallenen Söhne Judäas gebracht, ass zuletzt die Griechen selbst das Gottesheiligtum zum Zeustempel entehrten. Alle Öle der heiligen Gotteslampe hatten sie entweiht. Nur ein Krügchen fanden die siegenden Hasmonäer noch unentweihet; doch es reichte nur für einen Tag. Aber an diesem einen Krügchen zeigte sich die rettende Wundermacht Gottes. Acht Tage lang versorgte man damit die heilige Lampe, bis man neues reines bereiten könnte!
Laß sie immerhin fanatisch gegen Judentum wüten, mögen links Tausend und Myriaden rechts vom Judentum abfallen, so lange sie nicht den letzten Funken Judentum in der Brust des letzten Juden im letzten jüdischen Dorfe zertreten haben, so lange mögen wir, kurzsichtige Sterbliche zittern [] ein Reiner Funke, in einer jüdischen Brust treu bewahrt, genügt Gott, um daran den ganzen Geist des Judentums wieder zu entflammen. Und wenn alles Öl, alle Kräfte, die das Gotteslicht in Israel nähren sollten, dem Lichte des Heidentums verfallen wären, ein Krügchen Öl, eine unter hohepriesterlichem Siegel still und unentweihet in einem vergessenen Winkel treu gebliebene Brust genügt, um, wann Zeit und Stunde gekommen, das Heiligtum zu retten.
Und wenn schon alle Länder Antiochus gehorsam wären, und jedermann abfiele von seiner Väter Gesetz, und willigte in des Königs Gebot: so wollen doch ich und meine Söhne nicht vom Gesetz unserer Väter abfallen!
sprach die treue Hasmonäerbrust eines Heldengreises - - und Jissroéls Heiligtum war gerettet.
Darum gehe hin und zünde dein Licht am Makkabäerfeste. Daß man es in deiner Synagoge, in deinem Tempel anzündet, das genügt nicht; נר איש וביתו ist die Chanuckopflicht, zu Hause du und dein Haus ein Licht! Was kann es nützen, wenn wir in den Tempeln Hallelujah singen, wenn wir in den Tempeln in vorüberrauschender Andacht uns Juden nennen, wenn unsere Häuser unjüdische sind, und wir zu Hause nicht des Lichts des jüdischen Geistes warten. Nicht aus den Tempeln kam unser Heil und nicht aus den Tempeln kommt unser Heil; aus den Häusern kommt die Rettung. Wie deine Prediger predigen, wie deine Sänger singen, das machts nicht aus, מפי עוללים ויונקיםwie deine Kinder und Säuglinge lallen, ob jüdischer Geist ihnen leuchtet, ob jüdisches Mark sie kräftiget, ob jüdisches Leben sie erziehet, siehe, darin liegt der Sieg und das Heil.
Das Tempellicht? Die eigenen jüdischen Hohenpriester hatten es verraten. Das Licht in Mathathias Dorfsstube ward die Rettung.
Zu Hause zünde darum dein Licht an.
Und da achte dein Haus nicht geringe. Und wärest du selbst der einzige, der noch den alten Makkabäergeist in seinem Hause bewahrte, ein einzelner Jude, ein jüdisches Haus ist zuletzt selbst genug, um darauf das ganze jüdische Heiligtum wieder zu erbauen. Ja, je weniger Genossen du hättest, je mehr rings um dich der Hasmonäergeist wiche, um so treuer warte du sein, um so ernster bereite du ihm eine Zufluchtstätte in deinem Hause.
Aber vergiss es nicht: איש וביתו, du und dein Haus, lautete die Forderung. Willst Du fürs Judentum gelebt haben, darf es dir nicht genügen, dich mit jüdischem Geist zu durchdringen; nur wenn du den jüdischen Geist in deinem Hause vererbt, hast du fürs Judentum gelebt, und wenn du wie dieמהדרין deine Aufgabe recht verstehest, wird es dir nicht genügen, nur im allgemeinen das Licht des Judentums in deinem Hause leuchten zu lassen, נר לכל אחד ואחד wirst du anzünden, wirst auf jedes Kind, jedes einzelne Glied deines Hauses deine volle Aufmerksamkeit richten, es fürs Judentum zu gewinnen und das jüdische Licht in ihm fortleuchten zu lassen. Mathathiahu konnte ruhig sterben, er wusste, wer von seinen Kindern ihn auch überleben werde, Jochanan oder Simeon, Jehuda, Eleasar oder Jonathan, in jedem war die Flamme des jüdischen Gotteslichtes lebendig.
Und still wirst du nimmer stehen in diesem heiligen Streben, wirst dich nie begnügen mit dem, was du bereits gestern getan, immer vorwärts wirst du streben, immer heller solls in deinem Hause werden, und wenn du gestern ein Licht angezündet, zündest du heute zwei dir an ; denndu weißt es ja: מעלין בקדש ולא מורידין, dem Fortschritt, nicht den Rückschritt gilts im heiligen Streben, und wenn irgendwo, so heißt es hier: wer nicht fortschreitet, geht zurück!
Und was du still im eigenen Hause wirkest und schaffest, das wird hinausleuchten über die Grenze deines Hauses, und das freundlich heitere Gotteslicht deines Hauses wird auch den Nachbar wecken zu gleicher lichterfüllten, jüdischen Häuslichkeit. Wirst dich nicht schämen Jude zu sein, wirst stolz darauf sein, daß man in dir, und deinem Hause den Juden erkenne,נר חנוכה מצוה להניחו על פתח ביתו מבחוץ, wirst dich nicht scheuen, dein jüdisches Licht über die Gasse leuchten zu lassen, und nur בשעת סכנה, in der Ungunst der Zeiten מניחו על שולחנו ודיו, dich damit begnügen, wenigstens dein Haus fürs Judentum zu erhalten, und den Tisch deines häuslichen Lebens zu einem Altare des Gottesheiligtums zu weihen.
So zünde denn Licht an in deinem Hause, und es sei dein und der Deinigen Weg der Weg der Gerechten, wie strahlendes Licht, immer heller, immer lichter כאור נגה הולך ואור עד נכון היוםbis zum vollen ewigen Tage. Aus Gesammelte Schriften Erster Band S. 19-24 Frankfurt am Main Verlag von J. KAUFFMANN 1908
(aus: עמודי הגולה Die Vorschriften der Thora welche Jissroél in der Zerstreuung zu beachten hat)
1.Nach dem Untergang des Perserreiches entstanden viele lange Kriege, in deren Folge das heilige Land in die Gewalt verschiedener Herrscher geriet, bis es endlich, unter die Oberherrschaft der Könige von Syrien gelangte.
2.Im Verlauf dieser Kriege waren unsere Väter vielfach mit den heidnischen Griechen in Berührung gekommen und hatten sich auch viele Heiden in Palästina niedergelassen. Da waren viele unter dem jüdischen Volke, denen die heidnischen Unsitten gefielen, und die bestrebt waren, heidnische Gebräuche in Jissroél heimisch zu machen.
3.Als sich aber die Frommen dem widersetzten, da wurden die Heidnischgesinnten zu Verrätern an Jissroél und der Thora. Sie beredeten nämlich den König Antiochus Epiphanes von Syrien; er möge Jissroél durch Gewalt zwingen, das Heidentum anzunehmen. Diesen Rat befolgte der grausame König sehr gerne. Zuerst schickte er seine Feldherren, dann kam er selbst mit großen Heeren nach Palästina, ließ viele Tausende niedermetzeln, drang in den Tempel, verunreinigte ihn und ließ ein Götzenbild darin aufstellen.
4.Damit nicht zufrieden, erließ er Befehle, durch welche die Ausübung der Gebote Gottes bei Todesstrafe untersagt und die Verehrung seines Götzen geboten wurde. Dann schickte er Henker im Lande her, die alle Bewohner zur Befolgung dieses Befehls zwingen sollten. Wer ein Gebot der Thora befolgte, wurde getötet; wer sich weigerte, Götzen zu verehren, ebenfalls. Viele gehorchten und fielen von Gott ab; andere flohen in die Wüsten und die Gebirge, wo sie sich kümmerlich von Wurzeln und Kräutern nährten. Das heilige Land, die Stadt Jerusalem und der Tempel waren verödet, nur Fremde hausten darin.
5.Da erhob sich die fromme Priesterfamilie Hasmonai (חשמנאי); Matitja (מתתיהו) mit seinen fünf Söhnen. Sie fielen nicht ab, sie flohen nicht, sie leisteten Widerstand. Juda, mit den Beinamen Makkabi (מכבי), der dritte Sohn Matitjas, ein löwenkühner Held, sammelte eine kleine Schar ihm gleichgesinnter Streiter und nahm den Kampf gegen den tausendfach überlegenen Feind auf. Gott war mit den um die Thora, um ihr Vaterland kämpfenden und diese erfochten glänzende Siegen.
6.Nach mehrjährigen schweren Kämpfen gelang es ihnen, den Feind soweit zurückzudrängen, daß sie Jerusalem und den Tempel wieder in ihre Gewalt bekamen. Mitten im Kriege, von Feinden noch ringsum bedroht, räumten sie die von Schutt und Dorngestrüpp bedeckte Tempelstätte, reinigten das geschändete Heiligtum, stellten den Altar wieder her, richteten den Opferdienst wieder ein und weiheten den Tempel acht Tage lang ein. Zum Anzünden des heiligen Leuchters fand man ein mit dem Siegel des Hohenpriesters versehenes Krüglein Öl, welches, obwohl nur für einen Tag bemessen, acht Tage ausreichte, bis neues, reines Öl hergestellt war. Die Einweihung begann am 25. Kislew. Zur Erinnerung hieran und an alle diese wunderbaren Ereignisse ordneten die Weisen jener Zeit an, daß wir alljährlich, mit dem 25. Kislew beginnend, das Einweihungsfest (חנוכה) feiern acht Tage lang. Für diese Feier gelten folgende Vorschriften.
7.Jeder, auch der ärmste, ist verpflichtet, während der acht Abende (erstmals vom 24. auf den 25.) außer dem Lichte für den Haushalt noch besondere Lichter anzuzünden. In Familien wo Männer anzünden, zünden den Frauen gewöhnlich nicht an, jedoch sollen Knaben dazu angehalten werden (32,3). Alleinstehende Frauen aber, oder Frauen deren Männer verhindert sind, sollen anzünden. Die nichtanzündenden Frauen sollen jedoch beim Anzünden der Männer zugegen sein; auch sollen die Frauen nichts arbeiten, so lange die Lichter brennen. Am ersten Abend zündet man ein Licht an, dann jeden Abend eines mehr, so daß es am achten Abend acht sind. Die Lichter jedes einzelnen anzündenden Hausgenossen sollen von denen der andern so getrennt stehen, daß sich erkennen läßt, wie viele Personen angezündet haben. Mann beginnt auf der rechten Seite, zündet dann jeden Abend nach links neu hinzugefügte Licht zuerst an. Die Lichter sollen geradlinig, innerhalb des Raumes von 3 10 Fausthöhen über den Fußboden aufgestellt werden, die Lampe ist in diese gesetzliche Stellung zu bringen, bevor die Lichter angezündet werden. Wenn tunlich, sollen die Lichterso angebracht sein, daß sie von der Straße aus gesehen werden. Man darf Öl oder Wachskerzen als Brennstoff benützen; ersteres soll jedoch vom besten und reinsten genommen werden und letztere müssen einfach, dürfen nicht geflochten sein. Man zündet die Lichter beim Beginn der Nacht an; der Brennstoff muß mindestens auf die Dauer einer halben Stunde berechnet sein. Wer aus irgendeinem Grunde so spät anzündet, wenn alle seine Hausgenossen schon schlafen, spricht keine ברכה. Man darf die Chanukkalichter nicht zu irgend einer Verrichtung benützen. Reisende, für welche zu Hause Lichter angezündet werden, sind nicht verpflichtet, auf der Reise solche anzuzünden; doch sollen sie, wenn möglich, beim Anzünden eines andren zugegen sein und אמן auf dessen ברכה sprechen. Am Freitagsoll man soviel Brennstoff nehmen, daß die Lichter noch etwa eine halbe Stunde in die Nacht hinein dauern. Am Ausgang des Sabbats zündet man die Lichter vor הבדלה an. Vor dem Anzünden spricht man am ersten Abend die drei im Gebetbuche aufgenommenen ברכות; an den übrigen Abenden bleibt שהחינו weg.
Man liest jeden Tag aus der Thora einen Teil von IV. Mos. 7, betet das ganze Hallel und schaltet beim Tischgebet und ש"ע das Gebet על הנסים ein. (ח"א קנד)
עמודי הגולה Die Vorschriften der Thora welche Jissroél in der Zerstreuung zu beobachten hat. Ein Lehrbuch der Religion für Schule und Familie von Ludwig Stern, Direktor der israelitischen Schule in Würzburg. Zweite vermehrte und verbesserte Auflage (S.155 - 157) Frankfurt a.M. Verlag von J. Kaufmann 1886
Aus seinem Kommentar zur Wochenabschnitt Wajéschèw
Kap. 37, V.36 Die Medaniten aber hatten ihn nach Mizraim verkauft, an Potiphar, Pharaos Hofbedienten, den Fürsten der Köche.
Kap. 37, V. 36 שר הטבחים : Oberhofkochmeister der egyptischen Majestät. Indem wir hier in den bedeutendsten alten Staat eingeführt werden, der für die Bildung der alten Völker so bedeutsam geworden, ist es charakteristisch, sogleich am Eingange einen Fürsten der Köche, Bäcker, Schenke zu finden. Sagen dürfen wir uns, daß selbst in den entartetesten Zeiten der jüdische Geschichte wir solche Chargen nicht finden. Wer den Fürsten den Becher, den Teller, u. kredenzte, war und blieb ein ganz gewöhnlicher Mensch. Nur in Staaten in welchen, wie im alten Egypten, den Fürsten ein göttlicher Nimbus umfließt sehen wir doch noch auf egyptischen Bilder den König vor dem Göttlichen seiner eigenen Majestas knien werden auch eines Abglanzes dieses Nimbus teilhaftig, die in nächsten Berührung mit der geweihten Person kommen. Ist der König ein Gott, so wird sein Truchsess (Trogsetzer) ein Ministrant des Göttlichen, und der Koch: ein Fürst der Köche. Ist dies eine heitere Seite des Amtes, so hat es zugleich eine entsetzliche Zusammenstellung: der Viehschlächter, war zugleich der Menschenschlächter. So der OberhofmenschenschlächterNebusaradon (Kön. II, 25,9)
Kap. 39 V. 2. Da war Gott mit Josef, er ward ein alles glücklich ausführender Mann, und ward dies in dem Hause seines mizrischen Herrn!
3. Als sein Herr gewahrte, daß Gott mit ihm war, und alles, was er that, Gott durch seine Hand gelingen ließ:
4. Da fand Josef Gunst in seinen Augen, so daß er ihn selbst bedienen musste, und endlich setzte er ihn über sein Haus, und gab alles, was er hatte, in seine Hand.
Kap. 39V. 2-4 Wenn Gott mit Josef war, so kann dies nur sein, weil Josef mit Gott war. Wenn die Ziele, die der Mensch anstrebt, mit Gottes Zielen zusammen fallen, so gestaltet Gott die Verhältnisse der Erreichung dieser Ziele günstig und förderlich. Josef ward ein Mann, der alles, was er unternimmt, glücklich zum Ziele führt. Da überwand der Mizri den Widerwillen gegen den Iwri und nahm ihm sogar in sein Haus, wies ihm seine Nähe Beschäftigung an. Und als nun, V.3, auch dort Gott mit ihm war und alles, was er unternahm, Gott gelingen ließ es war dies die erste Gottesoffenbarung in einem mizrischen Kreise; in einem Kreise, in welchem das Gute und Sittliche nichts galt, zeigt sich plötzlich ein Jüngling, der arm und in tiefster Erniedrigung war, und dem doch alles gelang, weil er es tat, zeigt sich mit einem Male die segnende Kraft eines reinen und sittlichen Wollens da fand Josef endlich חן in seinen Augen, so daß er ihn zuerst zu seinem persönlichen Diener erhob und ihm dann zum Verwalter seines ganzen Hauses machte. (מצא חן siehe zu Kap. 6,8).
Da war es nun, seitdem er ihn sein Haus, und über alles, was er hatte, als Verwalter eingesetzt, segnete Gott das Haus des Mizri in Josefs Veranlassung; Segen Gottes war in allem, was er hatte, im Hause und auf dem Felde.
V.5 Der Begriff des Schönen wird also in Hebräischen nicht objektiv, als Beschaffenheit des schönen Wesens, sondern als der Eindruck bezeichnet, den es auf den Beschauer macht, Schönheit wird als Hauch und Strahl begriffen, mit welchem das Schöne auf das Gemüt wirkt. Höchst bezeichnend erscheint nun die Bemerkung von Josefs Schönheit, die wir gleich am Beginn der Erzählung als das ersten hätten erwarten sollen, womit sich der Unbekannte der Herrschaft empfahl, und die ja in der Tat der erste Empfehlungsbrief eines Unbekannten ist, ganz zuletzt. Es dürfte nämlich für einen Josef eine weit größere Versuchung sein, wenn ein nicht gewöhnliches Weib ihn zu verführen versucht. Es wird uns daher erzählt, daß nicht zunächst Josefs Schönheit, sondern die glänzenden Erfolge seines Geistes, die ihn vom niedrigen Sklaven fast zum Herrn erhoben, den gewinnenden Eindruck auf seine Herrin gemacht. Seine Schönheit gab diesem Eindruck nur die überwältigende Steigerung אחר הדברים האלה heißt es daher im folgenden Verse. Alles Bisherige hatte dazu beitragen.
9. in diesem Hause ist niemand größer als ich; nicht das Geringste hat er mir vorenthalten außer dich, insofern du seine Frau bist: Wie soll ich nun eine so große Schlechtigkeit begehen, und mich gegen Gott versündigen!
V. 9 חטא. Es ist von Wichtigkeit, den Begriff der Sünde nach den hebräischen Sprachgedanken zu ergründen, da sich daraus zugleich den Begriff des Gegensatzes, der des sittlichen Lebens ergibt. Im Deutschen heißt Sünde das zu Sühnende, ein Begriff, der in חטא nicht ursprünglich liegt. Wir wagen die Verwandtschaft von חטא mit חתה hervorzuheben. חתה: etwas aus seinem gehörigen kreis herausnehmen, insbesondere aber: brennende Kohlen aus dem Feuer nehmen. Es ist nun nicht unmöglich, das חטא ebenso heiße: irgend eine unserer Beziehungen jenem Feuer, dem Feuerstrahles jenes Elementes entziehen, das eigentlich unser ganzes Wesen fassen, wecken, durchläutern und beleben soll. Die Kohle, die ich aus dem Feuer nehme, erlischt. So lange irgend eine meiner Kräfte von jenem göttlichen Feuer beherrscht ist, wird sie leben und das erreichen, wozu sie bestimmt ist. Überlasse ich aber irgend eine Beziehung meines Wesens diesem Feuer nicht, so wird sie: Sünde. Wir sind berechtigt, das zur Beherrschung unseres ganzen Wesens bestimmte Element als Feuer zu denken. Nennt sich ja das Göttliche selber אש אוכלת,אשדת . Ihm sollen stets ganz hingegeben sein, und so lange wir ohne Schlacken, das göttliche Feuer leuchtet stets und stets in uns und durch und durch uns, wir sind לחם אשה ד': Nahrung des Göttlichen auf Erden. Sobald etwas diesem Feuer entfällt wird es dunkel, schlecht. Ist das Sinnliche nicht Träger des Göttlichen, nicht קדוש, wird es viehisch: קדש. Was sich der Glut des Göttlichen entzieht, verfällt der Glut der Leidenschaft. Heißt aber חטא: etwas dem Herde des göttlichen Herdes entziehen, das dadurch dunkel, unerleuchtet, undurchglüht von dem Feuer wird, das es durchglühen sollte: so begreifen wir, wie sich das ganze מעשה קרבנותals symbolische Wiederherstellung des durch חטא gestörten Verhältnisses in buchstäblichsten Sinne darstellt. Wenn unser חטא nichts anders war, als das unser חלב וכליות sich nicht als Nahrung dem göttlichen Feuer überlassen, resp. hingegeben haben: So ist die Wiederherstellung eben nichts anderes, als das wir sie dem göttlichen Feuer wieder übergeben. Unser ganzes Wesen נפש, gehört Gott an, und als Konsequenz davon, alle unsere Glieder, איברים, Seinem Feuer,נתינת אברים כל גבי האש ist reine Konsequenz von נתינת דם על המזבח(Siehe auch Kap. 13,13).
Kap.40, V.15 Denn gestohlen ward ich aus dem Lande der Ibrim, und auch hier habe ich nicht das geringste gethan, daß man mich in den Kerker gebracht.
Kap. 40V. 15 Eigentümlich wird das Land schon hier ארץ העברים genannt; es muß also die Familie in den Augen der Völker schon so bedeutsam dagestanden haben, daß das Land als ihr Land bezeichnet werden konnte.
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH aus dem Kommentar zur Wochenabschnitt Wajéschew
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH
(1833 1900)
הפטרה פרשתוישב
Aus dem Kommentar zur Haftoro des Wochenabschnittes Wajéschew
Unsere Prophetenstelle schließt sich unmittelbar an die beiden vorhergehenden Versen gegebene Bezeichnung der Verirrungen und Zustände im Reiche Juda. Es wird die große Wahrheit in furchtbarer Eindringlichkeit gelehrt, daß eine Zerfällung des Gesetzes des allmächtigen Gottes in Pflichten gegen Gott und Pflichten gegen den Nebenmenschen auf dem Boden der jüdischen Wahrheit keine Stelle habe. Wer glaubt eine Auswahl treffen, und entweder dem fälschlich sogenannten spezifisch religiösen oder dem mehr sozialen Gebiete des Gesetzes mit Hinteransetzung des anderen erhöhte Bedeutung beimessen zu dürfen, der verlässt damit nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch den Boden des Gesetzes. Und zwar verlässt er ihn vollständig. Er gibt nicht nur den Teil preis, den er, sei es in vermeintlich prinzipielle Überzeugung oder sans phrase in praktischer Betätigung verleugnet, sondern auch denjenigen Teil, dem er noch die Treue zu bewahren vermeint.
In Juda glaubte man, mehr die מצות שבין אדם למקום betonen und es dafür mit der strikten Erfüllung derמצות שבין אדם לחברו nicht so nehmen zu dürfen. Der Tempel ragte, des Opferdienstes wurde gepflegt, die Tempelhallen waren gefüllt, Sabbat und Festtage wurden gefeiert und die Speise- und Reinheitsgesetze fanden sorgsame Beachtung. So schien es. In dem aufgeklärten, mit den Wahnvorstellungen der verschiedenen umwohnenden heidnischen Völker durchtränkten Jissroél war es umgekehrt. Dort hatte man in mehr oder minder bewusster Grundsätzlichkeit das spezifisch Jüdische abgestreift, den חקים, den Speise- und Reinheitsgesetzen in den herrschenden Kreisen hohnlachend den Rücken gekehrt, und nur die משפטים, die das bürgerliche Leben, das Verhalten des Menschen zum Nebenmenschen regelnden Gesetze im Prinzip aufrechtgehalten. Über beide Reiche, Juda wie Jissroél, verkündet das Prophetenwort in Namen Gottes den durch ihre Taten heraufbeschworenen Untergang. Und da ists nun so ungemein charakteristisch und für alle Zeiten lehrreich: Juda dem vermeintlich frommen, wird trotz seiner Opfer, seiner Gebete und seiner Sabbatfeier, der furchtbare Vorwurf entgegengeschleudert, daß sie die Thora Gottes verachtet und seine חקים, gerade die Speise- und Reinheitsgesetze, nicht gehütet hätten! Und Jissroél? Kein Wort des Vorwurfs wegen des verschmähten Tempels, wegen der entweihten Sabbat- und Festtage, wegen der nicht beachteten Speisegesetze. Wohl aber wird ihm ein Spiegel vorgehalten, aus dem ihm ein Nachtbild unsäglicher Verkommenheit, einer vollständigen Fäulnis aller rein menschlichen Verhältnisse in Staat und Familie entgegenstarrt. Erstorben alles Rechtsgefühl, erstorben alle Menschlichkeit, bis zur vollendeten Tierheit erstorben alle Scham (V.7). Der Habsucht der Grossen bietet eine feile Beamtenschaft bereitwillig die Hand mit Missbrauch der Formen des Rechtes zur Ausübung schnödester Gewalt gegen die wirtschaftlich Schwachen, und zu all diesem Jammer spendet eine gesinnungs- und herzlose Geistlichkeit, die würdigen Diener einer Religion ihrer Mache, bereitwillig ihren Segen. Zerstörung des Staates, Entziehung all der Güter, deren Missbrauch zu dieser Entartung führte, war die einzige Rettung der Jissroél-Familie (Kap. 3, 1) Während das Sidra-Wort uns die seinen Fäden der höheren Waltung zeigte, die den Zug der Jakobsfamilie ins ägyptischen Galuth vorbereiteten, auf daß sie dort in Leid zum Gottesvolke erstarke: eröffnet das Prophetenwort einen Einblick in die Verhältnisse, die die Wiederkehr der entarteten Jissroéls-familie zum Jakobsgeschick, ihre Hinausweisung ins Exil auf die lange bange Galuthwanderung durch die Jahrhunderte zur unausbleiblichen Folge haben, für deren Abwendung es nur die eine Möglichkeit gab, daß der Posaunenruf des drohenden Gottesgerichtes, der aus dem ernsten Mahnworte des Propheten ihnen entgegentönt; doch noch die Sperre ihres Herzens sprenge, sie ihrem besseren Selbst zurückgebe, und sie so zu aufrichtiger und dauernder Aufkehr zu Gott sich ermannen.
Kap.3, 6 Wenn aber der Schofar in der Stadt erschallt, da hätte das Volk nicht zu erbeben? Wenn Unglück sich ereignet in der Stadt, da hätte es Gott nicht bereitet?
7. Denn mein Herr, der seine Liebe als Rechtswaltung offenbarende Gott tut nichts, er habe denn seinen Ratschluss offenbart seinen Dienern, den Propheten.
8. Der Löwe hat gebrüllt wer hätte nicht zu fürchten! Mein Herr, der seine Liebe als Rechtswaltung offenbarende Gott hat gesprochen wer würde da nicht Prophet!
V.6 Wenn aber der warnende, mahnende Schofarruf Gottes in der Stadt ertönt, der Ruf des allmächtigen Gottes, der euer Geschick in Händen hat und der für euch als Folge der Schuld das Unglück festgesetzt hat, da könntet, dürftet ihr weiter ruhig in den Tag hinein leben, hättet nicht aus diesem Posaunenrufe das löwengewaltig euch drohende Geschick bebend zu erkennen und euch zur Verbesserung aufraffen? Und wenn des Schaufors Stimme unbeachtet verhallte und nun das Verhängnis über die Stadt hereingebrochen ist, mag dies nun in seiner äußeren Verwirklichung durch Feindesmacht, durch innere Zerrüttung oder durch Naturgewalten sich vollziehen: da bestände kein innerer Zusammenhang zwischen ihm und dem unbeachtet gebliebenen Gottesruf? Da wäre es ein bloßer Zufall, Raubgier der Feinde, oder physische Verhältnisse, und es wäre nicht Gott, der diese Verhältnisse gerade so gelenkt hätte, wie es der Vollstreckung seines Willens entsprach?
V.7 Denn das Prophetenwort ist der Schauforruf Gottes.
V.8 Nun, der ernste, mahnende und warnende Ruf des allmächtigen Gottes ist an euch gedrungen, wer hätte da nicht zu fürchten? Gott, und zwar אדני, der den Propheten sendet, und der vierbuchstabige Gottesname, der מדת הרחמים mit der Vokalisierung אלהים, מדת הדיןvereinigt, der also den barmherzigen, stets zur Spende neuen Seins und neuer Kraft bereiten Gott als denjenigen bezeichnet, der diese seine Liebe im gegenwärtigen Augenblicke als waltende Gerechtigkeit offenbaren müsse also ד' א' hat gesprochen wer wäre jetzt nicht Prophet! Wer könnte jetzt nicht mit Bestimmtheit das Hereinbrechen unheilvoller Verhängnisse verkünden, wenn sein Wort unbeachtet bleibt!
(Die Haftoroth übersetzt und erläutert, Frankfurt am Main 1896: S. 76-85Kommentar zu Amos Kap 2, V6 bisKap 3, V.8)
Rabbiner Dr. Salomon Breuer: zur Wochenabschnitt Wajéschew
Rabbiner Dr. Salomon BREUER
(1850 1926)
וישב
Belehrung und Mahnungzur Wochenabschnitt WAJÉSCHEW (Auszug)
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Meine Brüder und Schwester! Wir feiern in diesen Tagen das heitere Chanukofest[1]. Das Chanukolicht erzählt von den מפעלות אלקים, von den wundervollen Gottestaten, die in jenen Makkabäerzeiten sich vollzogen, von dem Sieg des Lichts über die Finsternis und der Wiederweihe des geschändeten Gottesheiligtums es erzählt aber auch נורא עלילה על בני אדם von den leidvollen, schweren Phasen, unter denen der Gottessieg heranreifte: denn in jenem furchtbaren Kampf, den griechischen Verfolgung gegen den Bestand der Thora entfesselt hatte, schwand die Kraft und die Standhaftigkeit aus vielen Herzen, die den Verlockungen griechischer Unsitte erlagen oder nicht den Mut aufbrachten, den Tod ins Auge zu schauen bis jener kleine Kreis sich erhob, denen Mathisjahus Heldengeist die Kraft einhauchte, inmitten aller Trostlosigkeit und Leidensnot, in festem Vertrauen auf die Siegeskraft, die Gottes Menora verleiht, Gott die שירה ihres Lebens anzustimmen. Und der שירה ihres Lebens danken wir die Chanuko unseres Heiligtums!
Meine Brüder und Schwestern! Auch wir leben in einer Zeit[2]) in der נורא עלילה על בני אדם die Stadien der in der Entwicklung begriffenen Gotteshandlungen in furchtbarer Schwere auf der Menschheit lasten. המו גוים תמוג ארץמטו ממלכות -Völker toben, Reiche wanken die Erde ist in Auflösung (Ps. 46,7). Doch wir wollen nicht verzagen, nicht den Mut sinken lassen לכו וראו מפעלות אלקים. Hinweg von der Gegenwart wollen wir der Zukunft entgegenharren, in der מפעלות אלקים als הנה טוב מאד sich erweisen werden.
Fragen aber wollen wir uns: Was haben wir Juden in dieser sturmbewegten Zeit zu tun, was zu unterlassen?
Vor allem wollen wir auf die Prophetenmahnung (Jes.26,20) hören: - עד יעבור זעם לך עמי בא בחדריך. In stiller, bescheidener Zurückgezogenheit wollen wir den Sturm vorbeibrausen lassen und nicht durch eine wie immer geartete Beteiligung unseren Feinden früher oder später den Vorwand zu gesteigerter Gehässigkeit liefern. In treuer Wahrung patriotischen Pflichten wollen wir in ruhiger Gefasstheit die Zeit abwarten, עד יעבור זעם da der Zornessturm sich gelegt haben wird.
Doch eins wollen wir in unserer sturmbewegten Zeit lernen: lernen umzulernen! Wenn ein großer Teil der Völker sich anschickt umzulernen, entschlossen ist, der Macht der Ideen sich rückhaltlos zu unterordnen, von einem Ausgleich und schwächlichen Kompromissen nichts mehr wissen will so wollen wir in unserem Leben das gleiche tun. Die Macht unserer Ideen aber ist einzig und allein der אמת, unter dem wir die Forderungen unserer gottgeoffenbarten תורה verstehen: ה' עוז לעמו יתן eine Macht hat Gott seinem Volke verliehen אין עוד אלא תורה das ist die Macht der Thora, ה' יברך את עמו בשלום sie allein bringt den Frieden und die von Menschen ersehnte Freiheit חרות על הלוחות( א"ת חרות אלא חרות ) denn wahrhafte Freiheit blüht nur auf den Tafeln des Gottesgesetzes! Dieser Macht der Thora-Idee wollen wir uns rückhaltlos unterwerfen, jedes Kompromiss, jede künstliche Vereinigung und widernatürliche vermittelnde Brücke zwischen Ja und Nein, zwischen אמת und שקר ablehnen. Lernen wir um, verlassen wir solche Brücken, sie stürzen früher oder später kläglich zusammen.
Und nun noch eines. Das Ziel der mizrischen Erlösung war die Besitznahme des gelobten heiligen Landes, das Gott unseren Vätern und deren Nachkommen für alle Zeiten zugeschworen, solange sie der Macht der Thora-Idee sich rückhaltlos unterordnen. Was in unseren Tagen aus dem Heiligen Lande werden soll, wissen wir nicht, können wir nicht wissen. So viel steht fest: Solange nicht der persönliche Messias uns im Namen Gottes das Heilige Land zuerteilt, solange haben wir den Schwur, den unseren Väter beim Verlassen des heiligen Landes geleistet, gewissenhaft zu halten.
In hingebungsvoller Treue wollen wir unsere bürgerlichen Pflichten nachkommen in dem Landen das uns mit Weib und Kind Aufenthalt gewährt und uns die Möglichkeit der Erfüllung unserer Thora-Pflichten zusichert. Sollte aber der eine oder der andere aus reinen, lauteren Absichten den Aufenthalt im Auslande sich erwählen, so müsste dieses Ausland nunmehr das Heilige Land sein. Mehr als je dürfte es in unserer Zeit auf Grund der bestehenden Verhältnisse heilige Pflicht sein, das Heilige Land mit recht vielen aufrichtigen treuen Jehudim zu besiedeln, damit es nicht ח"ו zum Tummelplatz Gott und Thora höhnender, zügelloser Willkür werden von der jenes Prophetenwort gilt ותבאו ותטמאו את ארצי ונחלתי שמתם לתועבה.
לכו וראו מפעלות אלקים ruft uns das Chanukofest, ruft uns unsere Gegenwart zu: Gleich den Vätern stehen wir am Meere. Auf Gottes Beistand vertrauen wir, wie den Vätern so wird auch uns Gott den Weg durchs Meer bahnen, שם נשמחה בו und uns mit der Thora im Arme die Freude am Leben gewähren.
In diesem Geiste möget ihr, meine Söhne, als בהי מצוה heranwachsen. Beim Scheine der Chanukolichter gelobet, ב"מ zu sein, ב"מ zu bleiben. In allen Versuchungen und Prüfungen haltet unerschütterlich treu und fest zu Gott uns seinem Gesetz, und bekennet in allem, was Gott euch gewährt und versagt הנה טוב מאד.
An der Macht der Thora-Idee möget ihr, wollen wir alle immer erstarken, damit uns Gott endlich die Segnungen eines dauernden Friedens gewähre ה' עוז לעמו יתן ה' יברך את עמו בשלום.
Quelle: Rabbiner Dr. Salomon BREUERBelehrung und Mahnung erster Teil GenesisJ.Kaufmann Verlag Frankfurt am Main 1936 S. 76 - 85
Rabbiner Dr. Raphael BREUER: 'Lassen Sie sich ihre Liebe zum Vaterland durch zionistische Phrasen nicht vergällen'
Rabbiner Dr. Raphael BREUER:
(1881-1932)
Lassen Sie sich ihre Liebe zum Vaterland
durch zionistische Phrasen nicht vergällen
Epigonenbriefe Siebenter Brief S.43
Diesen herrlichen, ehrlichen, flammenden, eine programmatische Losung gleichenden, rabbinischen Kampfesworte bringen wir, schon als Vorankündigung gedacht von weiteren, ausführlichen Auszüge des Werkes von Rabbiner Dr. Raphael BREUER Unter seinem Banner Ein Beitrag zur Würdigung Rabbiner Samson Raphael HIRSCH (1908) das bereits Bestandteil war unseres Studienprogramms des Herbst/Winters 5769 (2008-2009)
Aus seinem Kommentar zur Wochenabschnitt Wajischlach
Kap.32 V.8 Da fürchtete sich Jaakob sehr und es war ihm Angst. Er teilte die Leute, die er bei sich hatte, und so auch die Schafe, de Rinder und die Kamele zu zwei lagern,
Kap. 32, V.8 Wie Jakob und Esau hier einander gegenübertraten, so stehen sie bis auf den heutigen Tag Jakob und Esau gegenüber. Jakob: der dienende, arbeitende, sorgenerfüllte, mit Familiengliedern gesegnete Familienvater. Esau: der fertige, gemachte Mensch. Was Jakob trotz des erhaltenen Segens und der erhaltenen Erstgeburt erst durch zwanzig mühevolle Jahre hatte erringen und erkämpfen müssen und nun als das größte Los, als die größte Errungenschaft mit heimbrachte: selbständiger Familienvater sein zu können, das ist andern die von der Wiege an mitgegebene natürlichste Voraussetzung, das hatte Esau der fertige, gemachte Mensch, schon, als Jakob erst auszog, in vollen Maße besessen; und während Jakob mit seiner Arbeit das Glück errang, Familienvater zu sein, war Esau inzwischen eine politische Größe, war Volks Heerführer, ein אלוף mit seinen Reisigen geworden. So der äußereGegensatz des Fersenhalters und des Gemachten.
Zwei Prinzipien sinds,die sich in Jakob und Esau begegnen und deren Kampf und Sieg die Weltgeschichte bedeutet. Das menschlich beglückende und beglückte Familienleben in Jakob, der Glanz politischer Macht und Größe in Esau. Jahrtausende herab gilts dem Kampfe: ob es genüge, Mensch zu sein, und alle soziale und politische Macht und Gestaltung nur Wert habe als Mittel, dieses Höheziel aller Menschenbestrebungen zu erreichen, oder ob alles Menschliche im Menschen, Haus und Familienleben, nur da sein, um den Trophäen der Politik u.u. zum Unterwurf zu dienen;
Und wie ganz anders ist Jakob dem Esau gegenüber, als eben dem Laban. Wir erkennen, welche Kraft das Bewusstsein der Unschuld gibt und welch ein drückendes Gefühl selbst auch nur aus dem Anschein einer Verschuldung erwächst. Zwanzig Jahre Kampf gegen unschuldig zu erleidenden Unrecht schlagen nicht so nieder, alseine Minute einem Menschen gegenüber, von dem wir wissen, daß er sich durch uns gekränkt fühlen muss und die Motive, die uns, wenn auch nicht rechtfertigen; doch entschuldigen können, gar nicht einzusehen vermag!
Jakob fürchtete, obgleich ihn die Schutz zusagende Gottesverheißung geleitete: מכאן, bemerkt das lehrende Wort der Weisen, שאין הבטחה לצדיקים בע"הז, es gibt keine unbedingte Zusicherung dem Frommen in diesem Leben. Eine jede ist durch fortdauernde Untadelhaftigkeit bedingt, ein jede kann in jedem Augenblick durch ein Fehltritt verscherzt werden; שמא יגרום החטא, das ist die Besorgnis, die aus der Brust der erwähltesten Frommen nie weicht.
In solcher Lage fühlte sich Jakob damals Esau gegenüber, und das ist die Lage, in der wir uns Jahrhunderte herab den Esauvölkern gegenüber befanden. Es ist das jener Zustand, den die Galuthverkündung חמת קרי (3 B.M. 26,28), Wüthen des Zufalls, nennt, dass unser Heil, unser Leben, unser Fortkommen nirgends das Beabsichtigte, Maßgebende war, sondern sich den Zwecken aller Übrigen als das Unberechtigte hingeben und sich mit dem begnügen musste, was als Abhub von der Glückstafel des andern uns zufällig zufiel. ויצר לו sagte demnach: Jakob fühlte, dass er der Willkür des an der Spitze einer bewaffneten Macht gegen den heranziehenden Esau völlig preisgegeben sei, und um doch etwas zu retten teilte er. So war auch unsere Zerstreuung im Galuth das Mittel unserer Erhaltung und Rettung. Nie und nirgends konnte uns Esaus Schwert auf einmal erreichen. Während wir am Rhein bluteten, waren unsere Brüder im Slawenreiche glücklich, und umgekehrt. צדקה עשה ה"בה לישראל שפזרן לבין האומות (Pesachim 87b).Dasselbe tat Jakob im Drange der Not.
V.25 Übrig blieb Jaakob allein, da rang jemand mit ihm, bis der Morgen heraufzog.
V.25 Es hatte Jakob die Winzigkeit des Beistandes, dem er von den Seinigen zu erwarten hatte, gegen diese diesem gegenüber riesige Macht Esaus gemessen, und das Resultat dieser Erwägung hatte ihm einen Angstruf zu Gott entlockt, auf welchem ihm noch erst die Antwort werden sollte. Diesen Angstruf הצילני נא bezeichnen die Andeutungen der Propheten, als das dritte Merkzeichen der Geula, als der Geula, die sich in der vollendeten, preisgebenden Machtlosigkeit des Galuth bewährt. Das Erlebnis, das ihm die so bedeutungsvolle Antwort bringen sollte, traf ihm entsprechend in einem solchen Momente, wo er auch noch des winzigen Beistandes, dessen er gewärtig sein konnte, beraubt, völlig allein sich befand, und nur auf das seiner Persönlichkeit Inwohnende angewiesen war.
V.27 Da sprach er: Entlasse mich, denn der Morgen ist heraufgezogen. Er aber sprach: Ich entlasse dich nicht, du habest mich denn gesegnet.
V.27 Das Ziel der Geschichteliegt nicht darin daß Jakob gezwungen werde in die Masse der Völker aufzugehen, sondern umgekehrt, daß die Völker zur Einsicht gelangen, gerade in dem, inmitten aller Kämpfe von Jakob vertretenen und emporgehaltenen Prinzipe liege auch das Heil der Völker, dem sie sich huldigend anzuschließen, und das vielmehr sie selbst mit allen ihren geistigen und materiellen Mitteln zu fördern, ja als das einzige Ziel anzustreben haben.
V.29 Da sprach er: Nicht Jaakob soll mehr dein Name gesprochen werden, sondern Jissroél; denn du bist bei Gott und bei Menschen der Überragende geworden, da du vermocht hast.
V. 29 לא יקרא nicht , לא יאמר: dein Name soll nicht mehr der die Ferse zu halten Bestimmte gedeutet werden; nicht, er soll nicht mehr Jakob heißen (erteilt wird ihm der Name Israel erst später durch Gott, Kap. 35,10) sondern der Name Jakob selbst soll als Jissroél begriffen werden. ישראל vonשרה , der einen Seite des Herrscherbegriffes, überragen, größer sein, heißt ja wörtlich: Gott ist der Überragende, der alles andere an Macht und Größe Überwältigende, und das soll in Wahrheit die Bedeutung des Zustandes sein, der durch יעקב ausgedrückt ist. Nur wenn ein ,יעקב eine seiner äußeren Erscheinung nach nur unter die Ferse alles übrigen Gewiesenes, die feindseligste Angriffe und Kämpfe des materiell gerüsteten Gegners siegreich besteht, weist dieser Erfolg auf das Vorhandensein einer alle materielle Größe und Macht überwiegenden geistigen Kraft, auf das Vorhandensein einer Gottesmacht hin, die sich eben in der siegreichen Ausdauer dieses äußerlich Schwachen offenbart, und ist somit gerade יעקב als ישראל zu begreifen.
ותוכל, da du vermocht hast. Du hast das vollständig erreicht, was du gewollt, nicht ich. Ich wollte dich niederwerfen, das habe ich nicht vermocht; Du wolltest nur nicht niedergeworfen werden, das ist dir gelungen. Das ist auch für alle Zeit die Stellung Jakobs und Esaus geblieben. Politisch und religiös spricht Esau: außer mir kein Heil, und erkennt seine Existenz für beeinträchtigt, so lange noch außer ihm ein Jakob, so lange esaußer ihm noch eine Potenz gibt, die es beansprucht, auch zur Gestaltung der Welt in voller Berechtigung zu gehören; Jakob lässt alles Reinmenschliche in unangetasteter Berechtigung, ja verkündet allem Reinmenschlichen gerade die höchste Bedeutung und Blüte, wenn es den von ihm zu bringenden Geist in sich aufnimmt und zur Verwirklichung hinauslebt. Segnende Anerkennung ist das einziges um welches Jakob mit Esau ringt.
V.30 Jaakob fragte darauf und sprach: Sage mir doch deinen Namen. Er aber sprach: Wozu dies, daß du nach meinem Namen fragst? Und er segnete ihn dort.
V. 30 Er segnete ihn dort, ist doch jedenfalls eine räumliche Beschränkung. Es scheint daher: Eben dort ward Jakob die segnende Anerkennung, wo er, an der Grenze, mit der Wiederkehr in das jüdische Land der eigensten Entwicklung des jüdischen Geistes und der abrahamitischen Bestimmung zuwandert. So winkt nicht durch kosmopolitisches Aufgehen in die Völkerströmung seinen Sprösslingen die Anerkennung und der Segen, sondern שם, gerade bei der vollendesten Einkehr in die scheinbar isolierende Bestimmung, die der jüdische Boden für alle Zeiten trägt.
V.33 Darum sollen Jissroéls Söhne nicht die Sehne der Schwäche essen, welche am Hüftballen ist, bis auf diesen Tag; denn er hat an Jakobs Hüftballen an die Sehne der Schwäche gegriffen.
V. 33 גיד הנשה wäre somit: die Sehne der Unterordnung, der Widerstandslosigkeit, Machtlosigkeit, somit nicht die anatomische, sonder die historische Beziehung der Spannader. Durch Losreißung derselben hat Jakobs Gegner dem durch sie an das Bein gehefteten Hüftsmuskel die Kraft genommen, das Bein zu regieren, diesen Verlust hat Jakob durch seinen Gegner erlitten, in dieser Beziehung hat er ihm nicht Widerstand leisten können. Die Sehne ist da, der Muskel ist da, aber der Gebrauch ist gehindert. Jedoch nicht auf ewig. נשה ist ein nur zeitweiliges Aufgeben, kein ewiger Verlust. Jakob ist ein נשה, hat einst eine große Rechnung mit שרו של עשו abzumachen. Wenn aber die Erinnerung an dieses Ereignis für alle Zeiten durch das Genussverbot der Spannader unter Jakobs festgehalten werden soll, so kann sicherlich nicht die Absicht sein, daß alle seine Nachkommen von der Tatsache Kunde erhalten, es habe ihr Stammvater in Folge eines Ringkampfes gehinkt, ebenso wenig wie das Chomezverbot uns nur darüber für alle Zeiten au fait halten sollen, welches Brot unsere Väter bei ihrem Auszuge aus Egypten gegessen. Beide Tatsachen sind an sich von so geringfügiger Bedeutung, daß deren Verewigung durch ein göttliches Gesetz nur dann erforderlich wird, wenn sich, wie es in der Tat ist, darin Wahrheiten von tiefeingreifenden Folgen für unsere Gesamtbestimmung knüpfen, die eben durch ein solches Genussverbot ihren Ausdruck und ihre ewige Neubelebung gewinnen sollen.
In einer solchen Bedeutsamkeit haben auch die Weisen dieses Verbot aufgefasst, indem sie die Stelle: Jesajas 9,7 f.: Ein Wort hat Gott einst an Jakob gesendet und es hat in Jissroél seine Stelle gefunden, das soll das Volk ganz kennen lernen, Ephraim und Samariens Bewohner, die so stolz und hochmütig sind zu sprechen: (eigentlich: in ihrem Stolz und Hochmut sprechen): Ziegel sind gefallen, Quadern bauen wir auf, Sykomoren sind gefällt, mit Zedern ersetzen wir. Und während Gott Rezins Feindeu.s.w. kehrt das Volk doch nicht zurück zu dem, der es in Wahrheit schlägt, und Gott Zebaoth haben sie in allem dem nicht gesucht, also erklären: דבר שלך ד' ביעקב זה גיד הנשה ונפל בישראל שפשט איסורו בכל ישראל (Chulin 91A). Das Wort, das Gott an Jakob gesendet, auf welches der Prophet hier hinweist, ist das Spannaderverbot (es war dies ein tatsächlich an Jakob gesendetes Wort), es hat in Jissroél seine Stätte gefunden, d.h. das Verbot in Jissroél Platz gegriffen.
Nach allem diesen dürfte die Bedeutung dieses Verbotes nicht zweifelhaft bleiben. Nicht zu besiegen und nicht niederzuwerfen vermag Esaus Genius Jakob während des ganzen nächtlichen Kampfes, wohl aber ihm die Sehnen zu durchschneiden, ihm an den Gebrauch seiner natürlich ihm zustehenden materiellen Kräfte zu hindern. Hinkend nur, nicht auf beiden Füssen stehend, ohne festen Stand und Gang auf Erden, schreitet Jakob durch die Geschichte. Und diese irdische Haltlosigkeit ist notwendig, um Esau endlich die Augen zu öffnen. Stünde Jakob gleich Esau an der Spitze seiner vierhundert Reisigen, seine Unbesiegbarkeit wäre nie der Gottesfinger in der Geschichte geworden. Darum sollen auch die Söhne Jakobs, (der ja eben dadurch diese materielle Schwäche und in ihr Israel, der Fingerzeig für die alle obsiegende Gottesmacht sein soll), diese Sehne der Unterordnung und materiellen Schwäche nicht essen, es soll ihnen, so oft sie sich an den Tisch setzen, aus dem Wanderbuch ihres Lebens die Mahnung entgegentreten, daß sie auf diese Sehne, auf die Unterordnung unter Esau verfallende Kraft, heiter Verzicht leisten, sich mit ihrem Dasein und dessen Erhaltung nicht auf sie hingewiesen, um etwa deshalb weniger geschützt und zum Gange durch die Zeiten weniger gesichert fühlen sollen, weil sie nicht wie Esau mit dem Schwerte gerüstet, ja nicht einmal festen Schrittes auf Erden auftreten. Für Jakob-Israel liegt im anderem, höherem, nicht von Esau zu schwächendem die Kraft. Wenn Jakob fällt, fällt es nicht, weil es an materieller Macht Esau nicht gleichkommt, sondern weil es nicht verstanden, sich den Schutz seines Gottes zu erhalten. Wenn Jissroél steht, steht es nicht, weil Gott eine feste materielle Stütze, sondern weil sein Gott es auf Adlerflügeln seiner Allmacht trägt. Das ist das Wort, dessen voller, ganzer Inhalt dem Volke zum Bewusstsein kommen soll, das, wenn, es sich geschlagen sieht, die Ursache seiner Kalamität nicht in Gott, sondern darin sucht, daß es sich bisher nicht hinreichend mit materieller Schutzwehr vorgesehen, und statt durch Rückkehr zu Gott seine Zukunft sichern, in nichtigem Selbstgefühl spricht: was von Ziegeln zusammengefallen, bauen wir mit Quadern auf, Weiden konnte man umhauen, Zedern wird man nicht! Vier göttliche Institutionen zählt das Buch בראשית: שבת undמלה, קשתund גיד הנשה was die ersten beiden für die Gesamtmenschheit bedeuten, das sind die beiden letzten für den engeren Kreis. שבת sichert die geistig sittliche Bestimmung der Menschheit, מילה Israels. קשת ist das Wahrzeichen für die Geschichte der Menschheit, גיד הנשה für die jüdische Geschichte. Die vom Menschen werdende Geschick, diese beiden Seiten bilden aber die Summe alles Einzeln- und Gesamtdaseins auf Erden.
Kap. 33. V. 1 Jaakob erhob seine Augen und sah, sie Esaw kommt und mit ihm vierhundert Mann. Da teilte er die Kinder auf Lea, auf Rachel und auf die beiden Mägde.
Kap. 33 V 1: Er sah Esau nicht durch die Geschenke entwaffnet, er hatte seine Kriegsleute nicht entlassen, da teilte er u.s.w. Wie die Weisen diese ganze Geschichte als Programm für unser Verhalten Esau und den anderen Mächten gegenüber betrachten, so lernen wir auch hier, wenn uns auch die Zuversicht zu Gott und seinen Verheißungen erfüllt, doch immer das Unsrige zu tun אין סומכין על הנס.
V.4 Da lief ihm Esaw entgegen und umarmte ihn, warf sich an seinen Hals und küsste ihn; und sie weinten.
V. 4 Dieser Kuß und diese Tränen lassen uns auch in Esau den Nachkommen Abrahams erkennen. In Esau kann nicht bloß der wilde Jäger gelegen haben, wie wäre er sonst fähig geworden, ein Beherrscher der ganzen Entwicklung der Menschheit zu werden. Das bloße Schwert, die bloße rohe Gewalt befähigt nicht dazu. Aber auch Esau legt nach und nach, und immer mehr der Humanität Raum, und zwar ist es gerade Jakob, an dem Esau zumeist Gelegenheit hat zu zeigen, daß und wie das Prinzip der Humanität bei ihm zum Durchbruch zu kommen anfängt. Wenn der Starke das Recht des Starken achtet, so mag es Klugheit sein. Erst wenn der Starke, wie hier Esau, dem Schwachen um den Hals fällt und das Schwert der Gewalt weithin von sich werft, erst dann zeigt sich, das Recht und Menschlichkeit in ihm zum Siege kommen.
V.20 : Dort errichtete er ein Altar zum Denkmal und verkündete sich: Gott ist Gott Jissroéls.
V. 20 Die Väter קראו בשם ד' riefen nach außen im Namen Gottes, riefen die Menschen im Namen Gottes; riefen sie zu dem Bewusstsein, das Gott nicht nur der ist, der die Welt vor Jahrtausenden erschaffen, sondern der ist, der noch Himmel und Erde trägt und von dem noch unmittelbar jeder gegenwärtige und kommende Moment stammt. Was aber Jakob mit diesem als מצבה errichteten מזבח verrichten wollte, das hatte er nicht nach außen, das hatte er zunächst erst sich und den Seinen zu verkünden: das אל, daß die Allmacht, von der alles stammt im Himmel und auf Erden, daß sie אלקי ישראל sein und werden wolle, Jissroéls Gesetzgeber, Richter und Gott, sichtbar nicht nur in Jissroéls Geschick, sondern vor allem sichtbar in Jissroéls Tat. Ist ja dieser Gedanke bis auf den heutigen Tag noch zunächst Erbteil der Jakobsfamilie geblieben und hat noch erst seine Arbeit auch an uns zur vollen Verwirklichung zu bringen. Glaube und Hoffnung, Tröstung und Stärkung, diese מצבה-Gedanken sind außer dem jüdischen Kreise das, was vor allem von der Religion, von der Beziehung der Menschen zu Gott erwartet wird, und feiert diese daher vorzüglich ihre Siege als Retterin des Menschen im Schiffbruch des Geschickes. Aber die volle Unterwerfung des ganzen vollkräftigen Lebens unter den göttlichen Willen die Pflegung des Gesetzes als des alleinigen Baume des Lebens für den einzelnen wie die Gesamtheit, die volle und ganze Beherrschung des Lebens in allen Beziehungen und Fugen durch die geoffenbarte Norm des göttlichen Willens, kurz, das Gesetz und der ihm entsprechende freie, freudige Gehorsam, die Gestaltung des ganzen Menschenlebens zu einem Denkmal der Gottesoffenbarung, das ist annoch der von Jakobs Haus allein gepflegte Schatz, und erst am Ende der Tage werden die Völker sprechen: יורנו מדרכיו ונלכה בארחתיו
Kap.35 V.11:Gott sprach zu ihm: Ich bin Gott, der Allgenügende, werde fruchtbar und vervielfältige dich; ein Volk, und zwar eine Versammlung von Völkern, soll von dir werden; Könige sollen deinen Lenden, stammen,
Kap. 35, V. 11 גוי וקהל גוים: das Volk, das von Volk, das von ihm stammen wird, soll nach außen eine Einheit und nach innen eine einheitlich gesammelte Vielheit werden. Jeder Stamm soll eine gesonderte Volksindividualität repräsentieren. Das Jakobsvolk, das als Jissroél die alles irdisch Menschliche siegreich durchdringende und gestaltende Gotteskraft den Völkern offenbaren soll, soll darum nicht eine einseitige Erscheinung bieten, sondern als Mustervolk in nuce die verschiedensten Völkererscheinungen darstellen. Es soll in seinen Stämmen das Kriegervolk wie das Handelsvolk, das Volk des Ackerbaus, wie das der Wissenschaften u.s.w. zur Darstellung bringen, auf daß die Wahrheit durch die Welt hin leuchte, daß die Hingebung und Heiligung des Menschenlebens im Gottesbunde seines Gesetzes durch keine besondere Berufsstellung und Völkereigentümlichkeit bedingt, sondern die ganze Menschheit in aller ihrer Mannigfaltigkeit bedingt, sondern die ganze Menschheit in aller ihrer Mannigfaltigkeit berufen sei, en von Jissroél gelehrten einen einheitlichen Gottesgeist in sich aufzunehmen und die ganze Mannigfaltigkeit der Menschen- und Völkerindividualitäten zu einem einheitlichen Gottesreiche zu gestalten. Da dürfte denn auch das ולזרעך אחריך אתן את הארץ mit dem Siporno heißen:und deinem dir nachfolgendem Samen werde ich einst die Erde geben wie וצדיקים יירשו ארץ es wird ihnen und dem von ihnen in treuer Nachfolgebewahrten geistigen und sittlichen Vermächtnis dereinst die ganze Erdezufallen (Jes. 2,3)
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH aus dem Kommentar zur Wochenabschnitt WAJISCHLACH
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH
(1833 1900)
הפטרת פרשת וישלח
Aus dem Kommentar zur Haftoro des Wochenabschnittes Wajischlach
Hosea Kap. 12, V.13 bis 14,10
Das Prophetenwort weist das gottvergessene, die eigene Kraft vergötternde Volk, auf die Bescheidenheit seines Ursprungs hin und zeigt, wie parallel mit der Geschichte Vater Jakobs auch in der des Volkes die Gotteswaltung allein der schützende, errettende und erhaltende Faktor ist,wie des Volkes Geschick von Gott stets gestaltet wurde und werde je nach seiner Treue oder Untreue gegen das Gottesgesetz (K.13, 1-4). Es beklagt sodann die Verblendung, mit der es Gott, seinen Erlöser und Erhalter, als seinen ärgsten Feind betrachtet (K. 13,9), dagegen seinen Abfall als teure Errungenschaft sorgsam hegt (V.12), wodurch eine Abwendung der schweren Verhängnisse unmöglich werde (V.14). Denn unter diesen Umstände kann nur durch sie Jissroél zur Erkenntnis geführt werden, bei wem allein Vatererbarmen finde das Verwaiste (K. 14,4) so daß es,befreit von Vergötterung der Menschenhülfe und der eigenen Macht, sich dem Tau der göttlichen Wahrheit öffnet und damit Blüte und Schönheit wie die Rose und Festigkeit und Bedeutung wie der Libanon gewinnt (V.6). Damit erfüllt es seine Sendung im Kreise der Menschheit (V. 7 und 8), und die Schule seiner Leidenserziehung ist vollendet (V.9).
Kap.12 V.13 Jakob floh nach Arams Gefilden, und Jissroél diente um ein Weib und um ein Weib hütete er.
14. Und durch einen Propheten hat Gott Jissroél aus Mizrajim geführt und durch einen Propheten wurde es beschützt.
Kap.12 V.13 und 14. Als Flüchtling kam Jakob nach Aram und er, der Jissroél d.i. durch Leben und Geschick Verkünder der Gottesherrschaft werden sollte, musste, um ein Haus zu gründen, Knechtsdienste tun und um es zu erhalten, im Knechtesdienste verharren, um sein Weib dienen und für sein Weib dienen, und nur das unmittelbare Einschreiten Gottes schützt ihn auf seine Rückkehr aus Aram (1 B.M. 31,29). Flucht seine Auszug aus der Heimat, Flucht seine Rückkehr aus der Fremde. Und als für seine zum Volke herangereiften Kinder die Stunde der Befreiung gekommen, da traf sie diese Stunde als Sklaven. Und nicht durch einen König, nicht durch einen Feldherrn wurde Jissroél die Freiheit, sondern durch einen Propheten hat Gott Jissroél erlöst und durch einen Propheten wurde es beschützt. Nicht durch einen Mann der Macht, ja nicht einmal einen Mann der Rede, der etwa mit dem Feuerworte der Begeisterung sein Volk zum Kampfe zu entflammen gewusst und es dann, ein zweiter Abraham, zum Siege über die krieggeübten Unterdrücker geführt hätte. Vielmehr fehlte diesem Propheten mit der Macht der Rede auch gänzlich jenes Selbstvertrauen und jeder Glaube an die eigene Befähigung, die für jeden Volksführer unerlässliche Vorbedingung des Erfolgs sind. Dadurch gerade wurde er für seine Sendung der Geeignetste, denn nur so erschien er auch als das, was er war, nämlich als Werkzeuge und Bote Gottes. So bilden äußere Abhängigkeit, und Rettung und Erhaltung nur durch Gott die Signatur der Geschichte Jakobs und Jissroéls, das seine irdische Wohlfahrt nur von Gott erhält. Auf diese Stellung Jissroéls weist der Prophet das gottvergessene Volk fortwährend hin.
Kap.13, 3 Deshalb werden sie sein wie das Morgengewölk und wie der Tau, der sich früh aufmacht und dahinschwindet, wie Spreu, die herausstürmt aus der Tenne, ja wie Rauch, der aus der Luke zieht.
V.3 כענן בקר: wie das Morgengewölk das dahinzieht ohne Regen zu geben. וכעשן: ja noch weniger als Spreu, wie Rauch, von dem gar nichts zurückbleibt. Jissroéls Erhaltung ist das Werk fortgesetzter besonderer Gotteswaltung. Entspricht es seine Bestimmung nicht, so braucht Gott, um es zu strafen, nichts gegen es zu tun, er braucht ihm nur seine besondere Fürsorge zu entziehen, wie dies in der großen Geschickesankündigung 3.B.M. 29,24 ausgesprochen ist, und, sich selbst überlassen, geht das von Gott abgefallene und deshalb von Gott preisgegebene Jissroél von selbst unter im Sturme der Zeiten.
V.10. Wäre ich nur irgendwie dein König, der würde dir helfen trotz aller deiner Städte, er wäre dein Rechtsvertreter, während du sprachest: Gieb mir einen König und Fürsten!
V.10 .
אשר אמרת וגו'. Es wird hier auf den verhängnisvollen Moment hingeblickt, in welchem Jissroél von Samuel die Einsetzung eines Königs forderte. Gewiss war das Königtum auch in Jissroél von dem göttlichen Gesetze vorgesehen, und formell ist die Aufgabe des jüdischen Königs dieselbe, wie die der Könige in den nichtjüdischen Staaten: Sammlung der Nationalkraft zur Mehrung der Wohlfahrt im Innern und Stärkung der Wehrkraft nach außen. Allein materiell ist seine Stellung und Bestimmung eine grundverschiedene. Denn Jissroéls Nationalschatz und Jissroéls Wehrkraft ist seine Thora. Deren Verwirklichung zu mehren, über die Ausbreitung und Vertiefung ihrer Herrschaft im Leben der Nation zu wachen, das ist die Aufgabe des jüdischen Königs, dadurch arbeitet er an die Mehrung der inneren Wohlfahrt, dadurch sorgt er für die Sicherheit nach außen. Denn dadurch macht er sein Volk des göttlichen Schutzes teilhaftig. Deshalb soll er das Ideal der Bestimmung seines Volkes sich stets gegenwärtig sein. Deshalb wird seine Einsetzung auch erst nach erfolgter Besitznahme des Landes und Sicherung seiner Grenze vom Gottesgesetze ins Auge gefasst. In der Verkennung dieses Verhältnisses lag die Versündigung des Volkes, das (Sam. I.8,5) einen König forderte, sein Recht nach außen zu vertreten wie bei allen Völkern. (Vergl. HIRSCH Commentar zu 5.B.M.17,14). Nun heißt es hier: hättest du nur nicht deine ganze Zuversicht in deine Könige gesetzt, wäre ich nur noch etwas dein König, der (ich= dieser König) würde dir helfen in allen deinen Städten, oder trotz aller deiner Städte, in die du deine Zuversicht gesetzt hast, dir, der du gesprochen hast: nicht Gott nach außen, noch שופטים, Vertreter seines Gesetzes nach innen, können mir helfen, sondern: Gib mir einen König und Fürsten!.
V.11 In meinem Zorne gab ich dir den König; in meinem hinaustretenden Unwille nehme ich ihn hinweg.
V.11. Schon damals gab ich euch den König im Unwillen über eure Verblendung. Die große Mehrzahl der Könige hat sich nicht als jüdische Könige bewährt; das israelitische Königtum zumal hat gerade an der Befestigung und Vertiefung des Abfalls aus politisch-dynastischen Rücksichten als einem Mittel der eigenen Erhaltung unablässig gearbeitet. עברה von עבר: der in Wort und Tat sich äußernde, in die Sichtbarkeit hinaustretende Zorn. Das Maß ist voll, der lang gehegte göttliche Unwille äußert sich in Tat, und mit dem Staate geht auch der Königsthron in Trümmer.
V.15 Denn es will unter Brüdern unbeschränkt sich entfalten : es kommt aber der Oststurm, der Wind von Gott gesandt, von der Wüste steigt er auf, trocken ist sein Ursprung, glühend heiß sein Urquell, er zerstört die Schätze aller Mittel der Lust.
V.15 יפריא von פרא, frei, wild, zügellos sein. פרא, das ungebändigte, freie Waldtier. Als Verbum kommt sonst nur [] vor, und würde es dann heißen: es will Frucht tragen. אחים bedeutet auch Pflanzen, die immer in Gesellschaft vorkommen, daher אחו die Wiese. Hier sind beide Bedeutungen zutreffend und in unübertrefflicher Wahl des Ausdrucks auch wohl beide gemeint. Efraim ist der Isolierung müde und ist der Bande des Gottesgesetzes müde, die es vor Entartung schützen sollen. Es will, der Fesseln ledig, unter Brüdern zügellos frei sich entfalten und die Früchte dieser Freiheit genießen. Nun, so soll es dies auch. Gott braucht dazu bloß seine schützende Hand von ihm abzuziehen: siehe da kommt schon der alles ausdörrende Oststurm, der Bote Gottes die heranstürmenden Brüdervölker bereiten seiner Herrlichkeit ein jähes, klägliches Ende. קדים: der in Palästina gefürchtete, wegen seiner Trockenheit der Pflanzenwelt besonders schädliche Wind. Diese Eigenschaft wird hier besonders hervorgehoben zur Bezeichnung der Raubgier und des Beutedurstes der hereinbrechenden Feinde, der Assyrer, die das unglückliche Land bis auf den letzten Blutstropfen aussaugen. (Die Suffixe von מקורו und מעינו können sich wie das nachfolgende הוא nur auf קדים beziehen.)
Dieses Verlangen, sich unter Brüdern frei und fruchttragend zu entfalten, erhält übrigens in Efraims Munde noch einen besonderen Beigeschmack. Es tritt uns darin die ebenso alte wie unwahre, zur Beschönigung des Abfalls das Judentum verdächtigende Behauptung entgegen, man müsse den Boden des isolierenden Gesetzes verlassen, um sich zu weltbürgerlicher, menschenbrüderlicher Gesinnung zu erheben. Das gerade Gegenteil ist die Wahrheit. Gerade das auf dem Sinai offenbarten Gotteswort lehrt die Gotteskindschaft aller Menschen, lehrt die Ausübung der Pflichten der Gerechtigkeit und Menschlichkeit gegen ausnahmslos alle als heilige Pflicht. So hat denn auch in geschichtlicher Tatsächlichkeit gerade das Judentum seine Kinder zu hilfsbereiteten Menschen erzogen, die trotz aller erlittenen Unbill nie nach Abstammung und Glauben fragten, wo ihnen hilfeheischende Not entgegentrat. Mag sein Gesetz, das ihn zum Menschheitspriester weiht, dem Juden auch nicht gestatten, an dem Mahle seiner nichtjüdischen Brüder teilzunehmen: sein Brod hat er mit dem darbenden nichtjüdischen Bruder willig stets geteilt. Mag sein Gesetz ihm auch nicht gestatten, ein jüdisches Haus durch Ehelichung einer Nichtjüdin zu gründen: wo es galt und gilt, dem Elend und der Not in den Hütten und Häusern seiner nichtjüdischen Brüder nach Kräften zu steuern, da stand und steht der Spross des Abrahamshauses als der Erbe des jüdischen Herzens, dieser herrlichen Errungenschaft der Geschlechterreihen der Vergangenheit, allen Anderen stets voran.
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Aus: Die Haftoroth übersetzt und erläutert von Dr. Mendel HIRSCH Direktor der Realschule der Israelitischen Religionsgesellschaft zu Frankfurt a.M.FfM. 1896 aus S.55 bis 68
Rabbiner Dr. Salomon BREUER zur Wochenabschnitt WAJISCHLACH (2)
Rabbiner Dr. Salomon BREUER
(1850 1926)
וישלח
Belehrung und Mahnungzur Wochenabschnitt
WAJISCHLACH (2. Teil)
Solange wir nicht den Mut haben, in unserem Leben die Forderungen der jüdische Wahrheit zur Verwirklichung zu bringen, solange sind wir noch weit von jenem Ziele entfernt, dessen Verwirklichung unserem Stammvater Jakob in jener Nacht zum denkwürdigen Erlebnis geworden war.
Erst wenn ויותר יעקב לבדו wir einer nichtjüdischen Welt durch unsere jüdische Persönlichkeit allein zu imponieren vermögen, erst wenn ויברך אותו שם sie uns, auch wenn wir arm sind an Gütern, deren Glanz das Auge zu blenden pflegt, die segnende Anerkennung zollt, sie in uns den Juden achtet und ehrt, das Judentum in alle seine Forderungen in unserem Leben zu umfassender Verwirklichung und vor den Augen einer ganzen Welt in seiner Achtung gebietenden Hoheit dasteht, dann ist auch der Weg zu jenem hehren Endziel gebahnt, daß auch Gott ונשגב ה' לבדו in dem Bewusstsein einer geläuterten und geadelten Menschheit in unmittelbarer Anschauung zur huldigenden Anerkennung gelangt.
הצילנו נא מיד אחי מיד עשו Rette mich doch von der Hand meines Bruders, von Esaus Hand, כי ירא אנכי אתו denn ich fürchte ihn: das ist der Golus-Angstschrei unseres Stammvaters: nicht מיד אחי עשו sondern מיד אחי מיד עשו! Er fürchtet die Bruderhand, er fürchtet Esaus Hand: er fürchtet die raue Esaushand, daß sie ihn körperlich vernichten, mehr aber, in erster Reihe zittert er vor der warmen Bruderhand, daß sie ihn geistig-sittlich verderben könnte.
Und wie hat dieser Angstschrei in der Folge im Leben der Nachkommen seine Berechtigung erhalten! Die raue Esaushand konnte uns trotz aller schwerer Drangsal, die sie uns bereitete, in unserem jüdischen Lebensberuf nicht schwankend machen: mutig und stark hielten wir auf dem Posten aus, auf den Gott uns gestellt hatte. Doch was die raue Esaushand nicht vermocht, hat der warme, brüderliche Händedruck Esaus leicht fertig gebracht. אל תראני שאני שחרחרת Seht mich nicht so an, weil ich so dunkel bin, ששזפתני השמש denn die Sonne hat mich gebräunt (Hoh. 1,6). In der finsteren Golus-Nacht habe ich mich herrlich bewährt, doch die Glückssonne hat mich geschwärzt!
Mahnend und warnend für alle Folgezeit tritt daher auch dieses für die Geschichte des jüdischen Volkes so bedeutsame Moment aus dem nächtlichen Erlebnis unseres Stammesvaters geradezu sinnfällig uns entgegen. וירא כי לא יכל לו וגו' ותקע כף ירך יעקב בהאבקו עמו. Indem er mit ihm rang, während des Ringens wich Jakobs Hüftballen, ward er verletzt, doch die Verletzung hinderte ihn nicht, den Kampf fortzusetzen und siegreich zu beenden בהאבקו עמו er ward nicht schwankend, hielt mutig aus ויקרא יעקב שם המקום פניאל וגו' ותנצל נפשי . Sein Wesen blieb unverletzt! Doch ויזרח לו השמש als die Sonne aufging והוא צלע על ירכו da hinkte er!
Was sich hier an Jakob körperlich vollzog, das hat sich in der Geschichte seiner Nachkommen in ideeller Beziehung verwirklicht! מעשה אבות סימן לבנים
In heißen Kampf mir Esaus Macht konnten wir nicht schwankend gemacht werden, wir behaupteten trotz schwerer Verletzung standhaft und fest unseren Standpunkt; so oft uns jedoch die Sonne aufging, והוא צלע על ירכו hinkten wir, sind wir schwankend und haltlos geworden!
Nach all den nächtlichen Golus-Kämpfen, die wir überstanden, konnten wir mit Jakob die Stätten an denen wir gekämpft פניאל nennen und mit Vater Jakob ausrufen:ותנצל נפשי unversehrt ist unser Wesen geblieben! Doch ויזרח לו השמש da die Sonne des Glücks uns tagte, ist aus פניאל=פני-אל leider פנואל geworden, (in dem das Zeitwort פנה sich abwenden mehr hervortritt), והוא צלע על ירכוhaben wir unsere Festigkeit eingebüsst und sind schwankend geworden.
Dieses klägliche Verhalten hat uns nach Zeiten, in denen die Sonne uns lächelte, stets neues Golus gebracht. Hinkend בין המצרים zwischen den Grenzen bald hier bald dort; oder besser weder hier noch dort, überall nur auf einem Fuße פסחים על שתי הסעיפים schwankend nach beiden entgegengesetzten Seiten, haben wir ein trauriges, verdientes Golus-Geschick erlebt!
Und wohl mit Hinblick auf diese historische Tatsache verkündet der Prophet (Micha 4,6) ביום ההוא נאם ה' אספה הצלעה והנדחה אקבצה an jenem Tage, spricht Gott, werde ich die Hinkende aufnehmen und die Verstoßene wieder versammeln und so schaut er einstige Sammlung und Heimkehr all derer, die das Golus entweder צלעה zu Hinkenden gemacht oder נדחה, dem Gesetzesheiligtum völlig entfremdet hat.
Da die Sonne ihm aufging hinkte er auf seiner Hüfte על כן לא יאכלו בני ישראל את גיד הנשהheißt es unmittelbar danach. Aus diesem Genußverbot spricht daher die göttliche Mahnung, nimmer wankend zu werden, stets standhaft zu bleiben in dem Bewusstsein, daß die Verkümmerung unseres Geisteslichtes noch immer auch unser äußeres Sonneglück zerstört hat.
Wie sinnig spricht sich daher die Mahnung der Weisen aus: את גיד הנשה in dem Wörtchen את sei der Fasttag des neunten Aw, des Gedächtnistages nationalen Unterganges, eingeschlossen וכל מאן דאכיל בט"ב כאלו אכיל גיד הנשה Wer den Tischo bAw entweiht, der hat das גיד הנשה-Verbot mit Füssen getreten!
Die שירות, die wir Gott für Erlösungen gesungen, die Gottes Beistand uns beschieden, waren בלשון הקבה, waren stets aus Leid geboren und haben noch immer nach kurzem Sonneglück erneute Erziehungsleiden zur Folge gehabt. Sie werden ihr Läuterungswerk an uns vollenden. Und strömt einst in der Zukunft das Gott schauende, Gott verherrlichende Lied aus unserer Brust, dann wird es uns auf einer Höhe finden, wo mit der dauernden Gottesnähe auch dauerndes Sonneglück uns beschieden sein wird.
Unser Lied wird dann שיר חדש ein männlich starkes Lied sein, das eine ganze Menschheit zu segnenden Anerkennung der Gottesherrschaft erheben wird: שירו לה' שיר חדש תהלתו מקצה הארץ
Quelle: Rabbiner Dr. Salomon BREUERBelehrung und Mahnung erster Teil GenesisJ.Kaufmann Verlag Frankfurt am Main 1936 S. 68 - 76
Rabbiner Dr. Salomon BREUER zur Wochenabschnitt WAJISCHLACH (1.TEIL)
Rabbiner Dr. Salomon BREUER
(1850 1926)
וישלח
Belehrung und Mahnungzur Wochenabschnitt WAJISCHLACH (1.Teil)
ויותר יעקב לבדו ויאבק איש עמו עד עלות השחר Jakob blieb allein übrig, da rang jemand mit ihm, bis der morgen heraufzog.
Wohl nirgends dürfte die Wahrheit jenes Ausspruchs unserer Weisen מעשה אבות סימן לבנים, daß das Leben unserer Erzväter ein Vorbild für das Leben ihrer Nachkomme sei, sich so überzeugend offenbaren wie in diesem Abschnitt, der uns von dem nächtlichen Ringkampf Jakobs mit Esaus Genius berichtet.
Es gibt vielleicht kein Ereignis im Leben unserer Stammväter, das mit solcher Klarheit und Eindringlichkeit die Grundzüge der späteren Ereignisse im Leben ihrer Nachkommen vorbildlich darstellt wie dieses denkwürdige Ereignis. Fast jedes einzelne Moment weist entweder in klar ausgesprochenen Worten oder in Tatsachen, deren symbolische Deutung jeden Zweifel ausschließt, auf Erscheinungen hin, die das Leben der späteren Nachkommen in seinen Licht- und Schattenseite charakterisiert?
In diesem Sinne finden auch zwei Aussprüche, die die Weisen uns aufbewahrt haben, die auf den ersten Blick jedes Verständnisses entbehren, ihre Erklärung.
Diesen Kampf oder vielmehr die Folge dieses Kampfes hat das Gotteswort durch das גיד הנשה-Genussverbot verewigt: על כן לא יאכלו בני ישראל את גיד הנשה Darum sollen Jissroéls Söhne nicht die Sehne der Schwäche essen (32,33). Hierzu bemerkt der Midrasch: את לרבות ט' באב, das Wörtchen את schließt gleichzeitig den Fasttag des neunten Aw, des Gedächtnistages der Zerstörung Jeruscholaims ein. Dieser Fasttag steht nach der Ansicht der Weisen mit dem גיד הנשה-Verbot in solch innigem Zusammenhang, daß sie im Sohar (z.St.) lehren:וכל מאן דאכיל בט"ב כאלו אכיל גיד הנשה wer am ט"בnicht fastet, das sei gleichbedeutend, als hätte er das גיד הנשה-Verbot übertreten.
ויעבור את אשר לא Er brachte das Seine hinüber (das. V.24). Mit diesen Worten wird die Geschichte dieses Kampfes eingeleitet. Jakob hatte alles, was er sein nannte, seine Familie und seine Angehörigen, sein Hab und Gut hinübergeschafft ויותר יעקב לבדו ויאבק איש עמו, so daß er ganz allein blieb, als sich entspann.
ויותר יעקב לבדוAn diesen Vers knüpfen die Weisen folgende Bemerkung: אין כאל ישרון, ומי כאל ישרון ישראל סבא, מה הקב"ה כתיב ביה ונשגב ה' לבדו אף הכא ויותר יעקב לבדו Nichts gleicht Gott Jeschurun! Wer gleicht Gott, Jeschurun unser Vater Jakob! Wie es von Gott heißt: und erhaben steht Gott allein da (Jes. 2), so auch von Jakob: und allein blieb Jakob.
Dieser Prophetenvers schaut in eine Zeit, in der eine große Menschheit, von jedem Götzenwahn befreit, sich zur reinen Gotteshuldigung emporgeläutert haben und Gott allein machteinzig dastehen wird. In welchem denkbaren Zusammenhang steht hiermit unser Vers: ויותר יעקב לבדו?
Aus der Geschichte dieses Kampfes glauben wir zwei Stellen ganz besonders hervorheben zu müssen, die unseres Erachtens eine eingehende Erklärung verdienen. וירא כי לא יכול לו וגו' Er sah, daß er gegen ihn nichts vermochte, da griff er an den Ballen seiner Hüfte, und es wich Jakobs Hüftballen, בהאבקו עמו indem er mit ihm rang (V.26). Diese zwei Worte בהאבקו עמו sind vollkommen überflüssig; selbstredend war er während des Kampfes verletzt. Ferner: der Kampf endete mit der segnende Anerkennung Jakobs durch Esaus Genius: ויברך אתו שם Und er segnete ihn dort (V.30). Auch das Wort שם scheint ganz überflüssig zu sein.
Jakob nennt den Ort nach dem denkwürdigen Ereignis (31). Da geht ihm die Sonne auf ויזרח לו השמש als er an Penuel vorüber war; und nun heißt es: והוא צלע על ירכו er hinkte an seine Hüfte (32). Mit einer jeden Zweifel auszuschließenden Bestimmtheit wird uns also berichtet, daß Jakob mit dem Aufgang der Sonne hinkte. Seine Hüfte ward ihm während des Kampfes verletzt, inzwischen graute der Morgen, doch erst mit dem Aufgang der Sonne hinkte Jakob auf seiner Hüfte was soll uns damit gesagt werden?
כל השירות שעברו קרויות בלשון נקבה, lehren die Weisen (ילקוט ומ"ר בשלח), alle Gesänge, die Jissroél in der Vergangenheit anlässlich göttlicher Wundertaten, die ihm Erlösung gebracht, angestimmt hat, werden in der weiblichen Form (שירה) verzeichnet מה הנקבה מתעברת ויולדת וחוזרת ויולדת wie eine Frau stets nach vorangegangenen Schmerzen ein Menschenwesen zur Welt bringt, כך התשועות שעברו היה אחריהם שעבוד so folgten noch immer jeder Erlösung stets neue Golus-Leiden, die dann wieder zu erneuter Erlösung führten, sie gleichsam gebaren, אבל תשועה העתידה לבוא אין אחריה שעבוד jedoch die einstige Erlösung wird eine dauernde sein, ihr folgt nicht auf neue das Leid; der Gesang, der ihr dann angestimmt wird, קרויה בלשון זכר ihn nennt der Psalm ein männliches Lied (שיר): שירו לה' שיר חדש,singet Gott das neue Lied (Ps.98).
Verstehen, wir die Worte unserer Weise recht, so geben uns die zwei Worte שירה und שיר Jissroéls Geschichte in ihren Grundzügen wieder.
Die erste שירה haben unsere Väter bekanntlich gelegentlich des wundervollen קריעת ים סוף-Ereignisses gesungen. Über diese שירה haben sich die Weisen (מ"ר בשלח) mit folgenden Worten ausgesprochen: מיום שברא הקב"ה את העולם ועד שעמדו ישראל על הים לא מצינו אדם שאמר שירה להקב"ה אלא ישראל Seitdem Gott die Welt erschaffen, bis zu dem Augenblick, da Jisroél am Meere stand, hat kein Mensch außer Jisroél Gott die שירה gesungen: ברא אדה"ר ולא אמר שירה Gott erschuf den ersten Menschen er sprach aber keine שירה; הציל אברהם וכו' Gott rettete Abraham er sprach aber keine שירה, das gleiche gilt von Isaak, wie auch von Jakob keiner, der eine שירה gesprochen hätte erst als Jisroél das Meereswunder erlebte, מיד אמרו שירה להקב"ה stimmte es alsbald Gott die שירה an שנ' אז ישיר משה ובני ישראל, denn so heißt es: Damals sangen Moses und Jisroél הוי פיה פתחה בחכמה ותורת חסד על לשונה Hierauf bezieht sich auch der Vers: sie öffneten ihren Mund in Weisheit, und Lehre der Liebe war auf ihrer Zunge (Mischle 31).
Hätten die Weisen gesagt, daß vor dem jüdischen Volke kein anderes Volk auf Erden Gott die שירה angestimmt habe, so könnten wir ihre Worte begreifen. Daß sich aber Jisroéls Verhalten in einen Gegensatz zu Adam, ja zu unseren Vätern Abraham, Isaak und Jakob stellen, die anlässlich ihrer wunderbaren Erlebnisse sich zu keiner שירה bewogen gefühlt hätten, bedarf wohl der eingehenden Erklärung.
אותות ומופתים nennt das Gotteswort die in der Geschichte Jissroéls vollbrachten Wundertaten Gottes, der spätere Sprachgebrauch der Väter nennet sie im allgemeinen נסים.
נסים, wovon die Einzahl נס, bezeichnet in der Heiligen Schrift zunächst ein hochaufgestecktes Feldzeichen, eine Fahne, die der Soldatenschar den Ort bezeichnet, wo sich ihr Führer befindet, und dadurch zugleich die Richtung angibt, wohin sich die Schar und jeder einzelne in ihr zu bewegen hat. Solange die Fahne sichtbar ist, weiß ein jeder, wo der Führer ist dessen waches Auge sie alle fürsorgend leitet? Kaum treffender und gedankenvoller konnte der Sprachgebrauch der Väter die אותות ומופתים unserer Geschichte bezeichnen, als indem sie sie נסים, ihre Feldzeichen nannten. Diese Wunder, sie sind unsere נסים, unsere Feldzeichen für unsere Wanderung durch die Jahrhunderte der Geschichte, auf die wir hinblicken, wenn wir wissen wollen, wo unser göttlicher Führer sich befindet, wenn wir uns vergewissern wollen, daß ein göttlicher Auge in unserer Mitte wacht, au die wir hinblicken, wenn wir uns orientieren wollen, welchen Weg wir einzuschlagen haben, um zu unserem Führer zu gelangen, uns bei unserem Führer zu halten.
Wohl sollten wir und darüber wollen wir uns nicht täuschen auch in den natürlichen, alltäglichen Lauf der Dinge das ewig wache göttliche Vaterauge erkennen und den Weg zu unserem Führer auch ohne diese hochgesteckten Feldzeichen finden. Doch dafür waren und sind wir noch nicht reif. Diese Reife hatten unsere Väter nicht, als sie aus Mizrajim zogen, diese Reife haben wir auch heute noch nicht, sie winkt uns als das anzustrebende Ziel.
Das gleiche aber gilt von קרא בשם ה', das uns in den ersten Blättern unserer Thora bedeutsam entgegentritt. אז הוחל לקרא בשם ה' (Gen 4,26). Mit diesen Worten wird der beginnende Verfall der Menschheit und ihre zunehmende Entfremdung von Gott eingeleitet. קרא בשם ה' wäre jedoch, so sollte man meinen, das Höchste, was Menschen zu Gottes Ehre tun könnten, und doch wird damit, nach einer von unserem großen Rabbiner זצ"ל angeführten herrlichen Erklärung, der zu Enochs Zeiten beginnende geistig-sittliche Verfall gekennzeichnet.
קרא בשם ה' die Menschheit zu Gott rufen, sie in der Gotteserkenntnis belehren und sie dafür in Gesinnung und Tat gewinnen, ist allerdings ein nicht hoch genug anzuschlagendes Verdienst, das bekanntlich gerade das Leben unseres Stammvaters Abraham geadelt hat. Allein, es wir eine Zeit kommen, die uns der Prophet Jirmeja (31,33) enthüllt, in der die Menschen in allen ihren Gliedern von der Gotteserkenntnis also erfüllt sein wird, daß kein Bedürfnis mehr vorhanden sein wird, לקרא בשם ה' Gott erst aufrufen zu müssen אחרי הימים ההם נאם ה' נתתי את תורתי בקרבם וגו' ולא ילמדו עוד איש את רעהו ואיש את אחיו לאמר דעו את ה' כי כולם ידעו אותי למקטנם עד גדולםNach jenen Tagen, spricht Gott werde ich meine Lehre in ihre Mitte geben und nicht wir ferner einer seine Nächsten, einer seinen Bruder lehren: erkennet Gott, denn sie alle werden mich kennen von groß bis klein.
Was hier für eine Zukunft verheißen wird, war zu Beginn der Menschengeschichte der Fall: da warקרא בשם ה' vollkommen überflüssig, da stand der Mensch in unmittelbarer Nähe vor Gott, und ein jeder erkannte Gott gleichsam durch Gott. Mit Enoch hatte die Menschheit ihre ursprüngliche Reinheit bereits eingebüsst, stellte sich zum ersten Male das Bedürfnis ein, לקרא בשם ה' Menschen zu Gott im Namen Gottes aufzurufen. Was in den späteren Zeiten und noch heute ein Verdienst war und noch immer ist, das war zu Enochs Zeiten ein Zeichen beginnenden traurigen Verfalls אז הוחל לקרוא וגו' damals musste man anfangen, mit dem Namen Gottes aufzurufen bis dahin war es überflüssig!
Das gleiche gilt auch von den נסים. Der erste Mensch und auch Abraham, Isaak und Jakob bedurften nicht erst der נסים, außerordentlicher, wunderbarer Ereignisse, um sich zur Gottesanschauung zu erheben, sie fanden auch ohne Feldzeichen den Weg zu ihrem Führer, sie empfanden in jedem Augenblick das selig freudige Bewusstsein der Gottesnähe, so daß ihr ganzes Leben, ein jeder Atemzug ihres Lebens sich zu einer שירה gestaltete, und es hätte für sie einen bedauerlichen Rückschritt bedeutet, wenn sie erst durch außerordentliche Erlebnisse zu Gott schauender שירה hätten begeistert werden müssen.
Anders lagen jedoch die Verhältnisse bei unseren Vätern in Mizrajim. In dem Pfuhl mizrischer Entartung war das reine Gottesbewusstsein in ihrer Brust beinahe erloschen, und es bedurfte erst besonderer göttlicher Veranstaltungen נסים, die als ragende, weithin sichtbare Feldzeichen ihnen aufs neue den Weg zu ihrem göttlichen Führer wiesen. Ohne diese נסים hätten sie Gott allein nimmer gefunden, und es muss ihnen als Verdienst angerechnet werden, als חכמה, als תורת חסד, wie es den Weisen bezeichnen, daß sie die moralische Kraft besaßen, von diesen נסים geleitet, den Weg zu Gott zu finden, wie es auch uns, so lange Gotteserkenntnis nicht Allgemeingut einer ganzen Menschheit geworden ist, als Verdienst angerechnet wird, wenn der Gedanke an נסים, die wir in unserer Geschichte erlebt haben, uns stets aufs neue Gott finden hilft.
Es wird aber die Zeit kommen, in der, was von Anbeginn der Fall war, wiederkehren, eine Menschheit Gott allein ohne נסים erkennen wird, eine Zeit, in der wie der Prophet verkündet (Jes.2,17) ושח גבהות האדם וגו' והאלילים כליל יחלף der Stolzeiner sich selbst vergötternden Menschheit gebrochen, alle Mächte geschwunden sein werden, die so lange einer verblendeten Menschheit den Weg zu Gott verschlossen haben, Gott als alleiniger Schöpfer und Lenker der Welt und des Menschengeschickes dastehen wird. Dann aber ist auch das heiß ersehnte Ziel erreicht ונשגב ה' לבדו ביום ההוא(das.), daß Gott allein, ohne נסים, ohne Feldzeichen von einer schauenden Menschheit huldigend anerkannt wird.
ונשגב ה' לבדו ביום ההוא Diese Zeit vorzubereiten, in der eine Menschheit Gott allein in allem schauend erkennen, in der mit anderen Worten כל הנשמה תהלל י' ein jeder Atemzug sich zu einer Gott huldigenden שירה gestalten wird, ist Jakobs Aufgabe, ist die hehre Mission des jüdischen Volkes. Bis dahin haben wir לקרא בשם ה' durch Wort und Tat, in Gesinnung und Leben Gottes Namen zu verkünden.
Undמעשה אבות סימן לבנים ! Wie unser Stammvater Jakob in jener denkwürdigen Nacht mit Esaus Genius kämpfend ringt und trotz schwerer Verletzung ותקע כף ירך יעקב בהאבקו עמו schließlich doch den Sieg davonträgt und Esaus Genius ihm den Tribut verehrender, segnender Anerkennung zollt ויברך אתו שם so hat auch das jüdische Volk leidend unter dem feindlichen Gegensatz einer großen Welt, kämpfend, und sei es auch unter den schwersten Opfern, sich zu behaupten und bei seiner großen Aufgabe treu auszuharren עד עלות השחר, bis zum Anbruch jenes Völkermorgens, der ihm die segnende und verehrende Anerkennung der Völker als Siegespalme reicht.
ויותר יעקב לבדו Und Jakob blieb allein ganz allein zurück.
ויעבר את אשר לו Alles, was er besaß, was er sein eigen nannte, sein Hab und Gut, alles, woran das Menschenauge hängt, hatte er jenseits des Stromes hinübergeschafft und blieb allein zurück, entblößt von allem, was im Leben Glanz und imponierende Geltung zu verleihen pflegt. Welch belehrender Wink liegt nicht in dieser Tatsache allein, mit der dieses denkwürdige Ereignis eingeleitet wird, welche Mahnung vor allem für unsere Zeit!
In den jahrhunderten finsterer Golus-Nächte haben unsere Väter für ihr heiliges Erbe gekämpft und geblutet, sind trotz schwerster Verletzungen standhaft geblieben und haben in heldenhafter Selbstaufopferung sich die Hoheit ihres jüdischen Adels bewahrt. Nach langer, finsterer Nacht dämmerte endlich der erste, schwache Morgenstrahl, in den Herzen der Völker erwachte das Gefühl für Recht und Menschlichkeit, und das für sein göttliches Heiligtum kämpfende und blutende Jakobsvolk durfte nach langer Zeit wieder frei aufatmen. Doch geblendet von dem jungen Lichtstrahl, glaubte ein beträchtlicher Teil des Jakobsvolkes mit Preisgabe des Heiligtums seines Gesetzes, für das die Väter gekämpft und geblutet die Anerkennung und Achtung der Völker sich erkaufen!
Welch kläglicher, jämmerlicher Irrtum! Wir haben es erlebt und erleben es immer aufs neue: der pflichtvergessene Jude wird im günstigsten Falle geduldet, und achtet man ihn, so achtet man ihn nicht weil er Jude, sondern obgleich er Jude ist. Täuschen wir uns nicht: wegen der äußeren Vorteile, die er als mitschaffendes, produktives Glied der Gesellschaft bietet, sei es aufwirtschaftlichem oder wissenschaftlichem Gebiete, verzeiht man es ihm, daß er Jude ist, tut man ihm den Gefallen, in ihm den Juden zu vergessen, aber den Juden im Juden, den jüdischen Geist und die jüdische Wahrheit bringt er nimmer zu ehrenden, segnenden Anerkennung.
Quelle: Rabbiner Dr. Salomon BREUERBelehrung und Mahnung erster Teil GenesisJ.Kaufmann Verlag Frankfurt am Main 1936 S. 68 - 76
Kap. 28, V. 10 So ging Jaakob fort von Beer Scheba und ging gen Charan.
Kap. 28, V. 10 Wenn Abraham die Wurzel des jüdischen Volkes ist, Jizchak die Fortsetzung zum Stamm, so ist Jakob der eigentliche Stamm selbst. Darum sprach auch Jizchak zu ihm: ויתן לך את הברכת אברהם וגו'. Ist ja Jakob derjenige, der dem künftigen Volk Namen und Geschick vererben soll. Wir heißen nicht Abrahams Volk, sondern; Jissroél! Jakob sehen wir daher wie Abraham ein zweites לך לך erfüllen, sehen ihn, unsern nächsten Stammvater auf den die ganze Geschichte von Abraham bis Jizchak hingearbeitet hatte, gleichfalls isoliert hinausziehen; jedoch ganz anders als Abraham. Abraham zog freilich als Hausherr, mit Weib und Genossen, Verwandten und Vermögen. Jakob aber sehen wir durch Verhältnisse bewogen, freiwillig hinauszuziehen, ohne das mindeste mit sich zu nehmen. Er ließ vielmehr alles dem älteren Bruder zurück, damit dieser erkennen konnten es habe sich bei der ברוכה um keinenmateriellen Vorteil gehandelt.
Jakob zieht hinaus, um ein jüdisches Haus zu gründen, und nimmt dazu nichts als sich, als das mit hinaus was in seiner eigenen Persönlichkeit liegt das ist das Faktum, mit welchem hier eingeleitet wird; denn alles, was fortan folgt, bewegt sich nur um die Gründung des Hauses. War ja Jakob der ersten der es aussprach, wie Gott vor allem im Hause zu suchen sei, der erste, der den großen Gedanke dachte: בית אלקים, בית א', Gottes Haus, der eben nichts anders sagt als: daß der Kreis, wo die Menschenseelen keimen und blühen, wohin der Mensch das trägt was er erwirbt und es im Menschenleben bauende Tätigkeit umsetzt, die größte und nächste Stätte der Gottesoffenbarung sei.
Was schon Noa bei der neuen Grundlegung der Menschengeschichte prophetisch geschaut, daßwenn es der japhetischen Kulturgegeben ist, die Menschen für das Schöne zu gewinnen, und dadurch veredelnd auf sie einzuwirken, es Sem vorbehalten sei, Hütten zu bauen, in welchen Gott wohnt, das trat zuerst durch Jakob in die Verwirklichung ein. Wenn jüdische Weise den großen, die ganze Weltanschauung umwandelnden Satz gesprochen:עיקר שכינה בתחתונים , die Haupt- und ursprüngliche Stätte der Schechina ist auf Erden; oder: wenn Menschen gottselig ihre Augen himmelwärts drehen und meinen, Gott oben suchen zu müssen, lachen die Engel sie aus und nennen sie Distelköpfe (ס"ח18); oder: wer im Freien wandert und lernt, und seiner Lehre unterbricht und spricht, wie schön ist dieser Baum, wie schön ist dieses Feld wer also in der Anschauung der gottreuen Entwicklung eines Menschenlebens nicht eine alles verdunkelnde überstrahlende Herrlichkeit findet, so dass ihm dabei noch ein Auge für die Herrlichkeit findet, so daß ihn dabei noch ein Auge für die Herrlichkeit der Natur bleibt der hat fast sein Leben verwirkt (Aboth III,9) solche und ähnliche Aussprüche verdanken wir dem Geiste Jakobs. Unter dem Einfluss der japhetischen Kultur flüchtet man sich aus dem prosaischen, gewöhnlichen Leben in die Poesie der schönen Natur. Jakobs Erben finden Gott und alles Herrliche am ersten und nächsten im Hause. Das ist der Gegensatz jüdischen und nichtjüdischen Wesens.
V.13 Und siehe da, Gott steht bei ihm und spricht: Ich bin Gott, der Gott deines Vaters Abraham und der Gott Jizchaks; das Land, auf dem du schläfst, gebe ich dir und deinem Samen.
V.13 Es scheint hier mit großer Bedeutsamkeit אברהם אביך und dabei יצחק ohne solche Bezeichnung zu sein. Es dürfte dies wohl nie wieder vorkommen, daß der Großvater Vater genannt wird und gleichzeitig der Vater nur wie ein Fremder dabei steht. Es kann daher unmöglich von der leiblichen Abstammung die Rede sein. Vielmehr war Jakob in dieser Wendung alles gesagt. Jakob war Abrahams Sohn, Jizchak nur das Mittelglied. Geistig war Abraham Jakobs Vater. Du bist der Sohn dessen, zu dem ich gesprochen; התהלך לפני והיה תמים, sei dessen Sohn und Erbe! In Jakob, dem ersten Erbauer eines jüdischen Hauses, gewinnt auch die abrahamitische Zukunft den ersten Anfang der Verwirklichung.
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH aus dem Kommentar zur Wochenabschnitt WAJÉZÉ
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH
(1833 1900)
הפטרת פרשת ויצא
Aus dem Kommentar zur Haftoro Wajézé
Hosea, Kap. 11, 12
In dem unsererHaftoro unmittelbar vorausgehenden Verse hatte der Prophet darauf hingewiesen, wie der Abfall bereits die traurigsten Folgen über das Land gebracht habe, wie das Schwert in allen Städten gewütet und alle künstliche Stützen vernichten habe. Und alle in Folge ihrer wohl überlegten Grundsätze, ממועצותיהם wie der Ursprung in Wahrheit aus Leichtsinn, Unwissenheit und vor allem aus Widerwillen gegen die vom Gottesgesetze geforderte Selbstbeherrschung und Unterordnung unter das Pflichtgebot hervorgegangenen Abfalls mit unverhüllter Ironie bezeichnet wird. Dem Volke war vorgespiegelt worden, wenn es das angeblich menschunwürdige Joch des Gesetzes abwerfe, so werde es in ungebundener Freiheit den Ertrag seines Bodens wie die anderen Völker genießen und in freundschaftlichem Bundesverhältnisse mit ihnen leben. Diese Erwartungen hatten sich nicht erfüllt. Vielmehr waren im Gegenteil die schweren Verhängnisse hereingebrochen, die im Gottesworte als Folge des Abfalls längst verkündet waren. Das hätte doch eigentlich, meint der Prophet, dem Volke die Augen öffnen müssen über die Wahrheit seiner vermeintlichen Principien und über den Charakter der Männer, die es bisher als seine Lehrer und Führer verehrt hatte. Es hätte doch jetzt mit zweifelloser Klarheit erkennen müssen, daß der Weg, auf dem es sich befand, es unabwendbar ins Verderben führe und sein einziges Heil nur in der Umkehr, in der Rückkehr zu Gott bestehe. Doch nein! Stutzig waren sie durch die trüben Erfahrungen wohl gemacht, aber belehrt, zur klaren Erkenntnis gebracht, überzeugt?
Kap.11, V.9 Darum führe ich meines Zornes Glut nicht aus, darum ziehe ich mich nicht ganz zurück Efraim zu vernichten; denn Gott bin ich, und nicht ein Mensch, werde in deinem Inneren der Heilige, wenn ich auch in keine Stadt eingehe.
V.9. לא אעשה וגו', deshalb führe ich nicht aus, was mein Zorn eigentlich über euch verhängen würde und wenn ich nicht auch zurückziehe, so doch nicht in dem Sinne dich zu vernichten. Der Verlust deiner Selbständigkeit und des von dir vergötterten Bodens und seiner Güter, der Leidensweg des Exiles, deine Preisgebung an die fremden Mächte, als deren Repräsentanten hier Mizraïm und Aschur genannt werden: sie sind nicht dein Untergang, sie sind deine Rettung. Denn der Allmächtige bin ich und nicht ein Mann Wäre Jissroéls unsterbliche Lebensseele nicht Gotteswort und seine Erhaltung nicht Gotteswille, wäre es der Menschensatzungwas dich zum Volke machte und Menschenweisheit und Menschenwirken, was dich bisher im Völkerdasein erhielt: mit dem Verluste des gemeinsamen Bodens und mit der Zerstreuungunter die Botmäßigkeit der fremden Völker wäre auch deinnationaler Tod besiegelt gewesen. So aber ist es nicht. Ich bin der Allmächtige, auch das fremder Willkür preisgegebene, jedes äußeren nationalen Bandes beraubte Jisroel bleibt mein, nein, wird vielmehr mein, ich erziehe es durch die Geschicke, durch sie öffne ich sein Herz meinem Worte, und es huldigt mir in Heiligung seines Lebens, ich werde in deinem Innern der Heilige, wenn ich auch in keine Stadt komme, wenn es auch keine Stadt mehr gibt, die das mir dienende Jissroéll sein eigen nennen kann.
V.10 Gott werden sie nachfolgen, wenn Er mit Löwenmacht ruft; denn mit Macht wird Er rufen, und dann werden sie als Kinder eifrig herbeieilen aus dem Westen. 11. Sie werden besorgt herbeeilen wie ein Vogel aus Mizrajim und wie eine Taube aus dem Assyrerlande, und ich werde sie über ihren Häusern wohnen lassen, spricht Gott.
V.10 f. Die Macht der Ereignisse wird das Wunder dieser inneren Umkehr bewirken. Aus dem Donner der Ereignisse wird Gottes Stimme mit Löwenmacht zu ihnen dringen, wird sich mit Löwengewalt den Zugang zu ihnen bahnendann werden sie sich nicht mehr תלואהם schwankend und im Zweifel darüber sein, wo für sie das Heil und wo die Wahrheit sei, ihres Vaters Stimme ists die sie ruft, und als בנים, von Heimweh ergriffen und von Sehnsucht beflügelt, ihre Sehnsucht giebt ihnen Schwingen (כיונה,כצפור ), יחרדו, zitternd, daß noch etwas hemmend und trennend sich stellen könnte zwischen sie und ihren Vater, eilen sie in die Vaterarme ihres Gottes. Die Wiederholung des יחרדו, der Beflissenheit, des besorgten Eifers, vergl.Jes. 66, 2 und 5, וחרד על דברי , החרדים אל דברו des dem Gottesrufe einst folgenden Jisroels der Zukunft lässt den Gegensatz zu der vollständigen Verständnislosigkeit der Massen und der frivolen Blasiertheit der Großen des damaligen Jissroéls dem Gottesworte gegenüber nur um so greller hervortreten. Ebenso zeichnen die Bilder כצפור,כיונה , den idealen Aufschwung im Gegensatz zu der Stumpfheit des Besitz und Genuss anbetenden Efraim, das, wie es unten V.9 heißt, auf alle Mahn- und Warnungsworte Gottes nur die eine stereotype Antwort hat: Ich bin aber doch dabei reich geworden!.
Kap.12 V.3 Und einen Streit hat Gott mit Jehuda, und um über Jakob nach seinen Wegen zu verhängen, wird Er nach seinen Thaten ihm vergelten.
V.3. Doch nicht von den Beziehungen zu den Völkern, nicht von dem diplomatischen Geschick der israelitischen und jüdischen Staatsmänner, sondern von seinem Wandel und seinen Thaten hängt Jissroéls und Judas Zukunft ab. Denn Gott ist es, der sein Geschick gestaltet, und nur nach Maßgabe seines inneren und äußeren Lebens verhängt er über es, es braucht bloß seine Hand von ihm abzuziehen und es ist wieder Jakob, das den äußeren Feinden Preisgegebene.
Kap.12 V.4 Im Mutterschoße hielt er seinem Bruder die Ferse, aber durch seine Kraft wurde er der Überragende mit Gott.
V.4 Diese Jakobstellung hatte das Besitz und Genuß vergötternde Volk gänzlich vergessen, hatte vergessen, daß es alles äußere Glück, Landbesitz und Selbständigkeit nur von seinem Gotte erhalten habe, um in Erfüllung des Gottesgesetzes die höchste Menschenbestimmung in geistig-sittlicher Größe zu verwirklichen.
Es wird hier eine Parallele gezogen zwischen Jakob und dem Jakobsvolke. בבטן: in seiner physischen Stellung. עקב: die Ferse halten, Bezeichnung einer abhängigen, dienenden Stellung, ובאונו: Gegensatz zu בבטן,שרה : zu עקב. Seiner natürlichen Machtstellung nach, בבטן ohne seinen geistig-sittlichen Beruf als Träger des Gotteswortes, ist Israel unter den Brudervölkern das schwächste, abhängigste. Durch sein eigentliches Wesen, durch jene Kraft, die sein eigentliches Wesen bildet, wird es befähigt die weltgeschichtliche Höhe zu erreichen, auf der es sich bei Gott erhält und dadurch, durch die Wahrheit, die es menschenpriesterlich verkündet, zum Überragenden zu werden.
Kap.12 V.5 Einem Engel gegenüber wurde er der Maßgebenden und überwand, der weinte und erflehte von ihm Gnade, in Bethel wollte Er ihn finden und dort wollte er mit uns sprechen.
V.5 Er wird zum Maßgebenden (וישר vonשור ) entweder: dem Engel gegenüber, oder: zum Engel, es erreicht seine Bestimmung, als Gottgesandter, als Gottesbote seinen Brüdern voranzugehn, wie es von der Bestimmung des Priesters inmitten Jissroels, Maleachi 2, heißt: מלאך ה' צבאות הוא
Über die Vater Jakob in dem nächtlichen Kampfe mit Esaus Genius gewordene, die weltgeschichtliche Zukunft seiner Kinder enthüllenden Offenbarung, auf die hier zurückgeschaut wird, vergl. Hirsch Commentar zu 1 B.M. 32,25ff. Als der Tag anbrach, da zeigte es sich, daß nicht der Jakob bekämpfende Genius Esauss, sondern daß Jakob ויוכל, es vermocht hatte, nämlich sich zu behaupten. Nicht Esau, sondern Jakob war der Sieger. Was Jakob in diesem nächtlichen Ereignisse erlebte und was der Engel ihm gegenüber aussprach und ihm verkündete, in בית אל wollte er ihn wieder finden und dort nicht עמו, mit ihm, sondernעמנו mit uns sprechen: nicht für ihn, sondern für uns ward Jakob dies Erlebnis, und nicht für sich, sondern für uns empfing er Namen und Bestimmung Jissroél zu sein.
V.10 Und ich bin doch Gott, dein Gott vom Lande Mizraijm her! Ich werde dich noch wieder in Zelten wohnen lassen wie in den Tagen des Festes.
V.11 Und deshalb habe ich gesprochen durch die Propheten und ich habe das prophetische Schauen gemehrt und durch die Propheten stelle ich die Zukunft im Bilde dar.
Und eben weil die Zeit wieder kommt, wo du wieder in der Völkerwüste zu lernen haben wirst auf Gott zu vertrauen und in der Erfüllung des göttlichen Willens deines Lebens Inhalt und Glück zu finden, gerade deshalb habe ich Propheten geweckt und gesendet. ודברתי על הנביאים: über die Propheten. Es wird hier ausgesprochen, wie Gott in diesen Zeiten des geistigen Verfalls das Prophetentum weckte. Während die große Mehrzahl des Volkes immer tiefer sank, für das Gotteswort alles Verständnis eingebüsst hatte und nur durch die trüben Erfahrungen des Exils wieder zur Besinnunggebracht werden konnte, bewährten sich die herrlichen Männer, die ich später würdig fand mir Propheten zu sein, in erster Linie dadurch; daß sie mein Wort, das längst gesprochene, als über sie gesprochen, in Beziehung auf sie selbst aufnahmen und es sich zum Begriffe brachten. Indem sie dieses Wort zunächst zum Maßstab ihrer eigenen, individuellen Wirklichkeit und sodann ihrer zeitgenössischen Wirklichkeit machten, ging vor ihrem inneren Auge die Erkenntnis ihrer Zeit auf, und sie lernten sie vom Standpunkte des Gottesgesetzes aus mit Gottes Augen würdigen. Damit denn würden sie würdig, Werkzeuge und Empfänger des directen an Jissroel gerichteten Gotteswortes zu werden und Jissroél seine Zukunft zu enthüllen. Dadurch, daß ich über die Propheten gesprochen habe ich חזון, dasgeistige Schauen gemehrt.
(AUS: Die Haftoroth übersetzt und erläutert, Frankfurt am Main 1896: S. 48-55Kommentar zu Hosea Kap.11-12 .)
Rabbiner Dr. Salomon BREUER zur Wochenabschnitt WAJÉZÉ
Rabbiner Dr. Salomon BREUER
(1850 1926)
ויצא
Belehrung und Mahnung zur Wochenabschnitt Wajétsé (Auszug)
Wir erkannten die innigen Beziehungen, in denen die Morgen- und Abendtefilla zu den Stätten stehen, an denen die Väter sie gesprochen. Das gleiche aber gilt auch von der Minchotefillo, die Isaak uns gelehrt.
Isaak, in dessen Leben die Sonne sich allmählich dem Untergange nähert, , verrichtet seine תפלה an der Stätte, wo er seine zukünftigen Gattin Rebekka entgegen ging, um sie in das Hause seiner heimgegangenen Mutter zu führen: ויצא יצחק לשוח בשדה לפנות ערב וישא עיניו וירא והנה גמלים באים.
לפנות ערב Zu einer Zeit, da die Sonne sich ihrem Untergange nähert, verrichtet Isaak seine Minchotefillo uns in die Kraft leihen soll. Diese Zeit aber birgt ihren eigenen Gefahren, gegen die uns zu rüsten, Isaaks Minchotefillo uns die Kraft leihen soll. Ist einmal die Nacht hereingebrochen, dann bleibt dem starken, jüdischen Bewußtsein nichts anders übrig, als mit Vater Jakob die Sonne zu schauen, vor der nach Gottes Ratschluß die Nacht einst weichen wird. Zur Minchozeit jedoch, wenn die Sonne sich langsam, aber sicher ihrem Untergange nähert, in der Zeit schwindenden Glücks, da pflegt der Mensch mit aller Zähigkeit an das einmal Erworbene sich zu klammern, um es mit allen, oft von Verzweiflung geborenen Mitteln sich zu erhalten.
Da aber lehrt Koheleth jüdische Wahrheit, die uns gerade in solchen Lebenslagen stärkenden, aufrichtenden Mut einzuhauchen vermag: וזרח השמש ובא השמש Die Sonne geht auf, die Sonne geht unter so übersetzt meinen die Weisen (מ"ר das.), enthalte der Vers eine Selbstverständlichkeit: וכי אין אנו יודעים שזרח השמש ובא השמש Wissen wir denn etwa nicht, daß die Sonne auf- und untergeht? אלא עד שלא ישקע הקב"ה שמשו של צדיק זה הוא מזריח שמשו של צדיק חברו וכו'עד שלא השקיע הקב"ה שמש של שרה הזריח שמשה של רבקה בתחלה הנה ילדה מלכה גם היא בנים ואח"כ ויהיו חיי שרה ויביאה יצחק האהלה שרה אמו Vielmehr will uns der Weise lehren, ehe noch Gott die Sonne eines Gerechten aufgehen: ehe die Sonne Saras untergegangen, war die Sonne Rebekkas bereits aufgegangen von ihrer Geburt berichtet die Thora, ehe sie sich anschickt, vom Tode Saras zu erzählen und es war Rebekka, die Isaak in das Zelt Saras heimführte.
Was aber vom Leben und Scheiden der Pflichtgetreuen gilt, gilt für alle göttlichen Lebensschickungen: nur unser kurzsichtiges Auge sieht die Sonne in ihrem Untergang, wo in Wahrheit Gottes Waltung uns eine Sonne wieder aufgehen läßt.
Welche Stätte wäre daher geeigneter gewesen, an der Isaak seine Minchotefillo hätte verrichten können, als die, wo ihm seine zukünftige Gattin entgegenging, deren Sonne ihm aufgegangen war, ehe mit dem Heimgang seiner Mutter die Sonne ihm erloschen schien?
Wenn Isaak uns in Wahrheit תפלת מנחה beten gelehrt hat, dann laßt uns zur Minchozeit vor Gott bekennen: שכשם שזיכיתני לראות חמה בזריחתה כך תזכני לראותה בשקיעתה Wir wollen auch zur Zeit, da in unserem Leben die Sonne sich ihrem Untergang nähert, die aufgehende Sonne schauen, die sicherlich Gott längst unserem Leben beschieden hat und aus diesem hoffenden Vertrauen zu Gott auch während der Minchozeit die Kraft zu einem pflichtgetreuen Leben uns stärken.
So lehren uns die Väter entsprechend den verschiedenen Tageszeiten vor Gott תפלה sprechen und in allen Lebenslagen unerschütterliche Treue geloben. Ich, so spricht der Psalmensänger (Kap. 55), ערב ובקר וצהרים אשיחה hole abends und morgens und mittags die Kraft mir im Gebet Gesetzlose אשר אין חליפות למו ולא יראו אלקים glauben an keinen Wechsel und fürchten nicht Gott, sie leben nur dem Augenblick: sie macht daher das Sonnenglück übermütig, und die Nacht stürzt sie in Verzweiflung, und schwindendes Glück raubt ihnen jeden inneren Halt.
Wir aber sind יודעי חליפות, uns lehren die Väter in den תפילות die Kraft gewinnen, die wir für alle Lebensverhältnisse benötigen: uns kann das Glück nicht übermütig machen, die Nacht nicht zur Verzweiflung bringen, und sehen wir die Sonne scheiden, dann holen wir uns vertrauensvolle Festigkeit aus dem Bewußtsein: וזרח השמש ובא השמש.
Quelle: Belehrung und Mahnung Aus nachgelassenen Schriften von Rabbiner Dr. Salomon BREUER* Erster Teil: GenesisJ. Kaufmann Verlag/ Frankfurt a.M. 1930 S. 58-67
Rabbiner Samson Raphael HIRSCH 'Kommentar zu Psalm 147
Rabbiner Samson Raphael HIRSCH
Commentar zu Psalm 147
Ps. 147.הללוי' Dieser Psalm will der jüdischen Gesamtheit in
ihrem Exilsgeschicke das Bewußtsein von ihrer dauerndenund zukunftsichernBeziehung zu Gott und ihrer unverlierbaren
Heroldschaftdes göttlichen Wortes
inmitten einer der Erkenntnis des Wahren und Rechten entbehrenden Menschheit
bringen. Die Gottesstiftung Jeruscholoim hat mit unserm Exil nicht ihre
Endegefunden, sondern geht ihrer
einstigen großen Vollendung entgegen. Nicht nur für den Einzelschmerz, auch für
die nationalen Schmerzen hat Gott Balsam bereit, und wie jeder Stern im
Sternenheer des Himmels unter Gottesleitung steht, so kennt Gott jeden Sohn
seiner Zerstreuten und hat sein bewachendes und leitendes Auge auf ihn. Denn
wie die macht- und glanzlose Erscheinung dieses zerstreuten Volkes in ihrer
Bescheidenheit den andern macht- und kraftgerüsteten Völker gegenüber auch in den
Schatten tritt, so sind doch die Güter, derenBesitz den Stolz der Völker ausmacht und deren Entbehrung Jissroéls
Erniedrigung ganz vor den Menschen bewirkt, nicht diejenigen Güter, in welchen
Gott Bausteine für seine Heileszwecke auf Erden erblickt, sondern es sind eben
die geistigen und sittlichen Güter, welche Jissroélin seinem Exilsgeschicke zu pflegen und zu
bewähren hat, und es ist vor allem ein Gut, fürdessen vollen Verwirklichung Jeruscholoim-Zijaun einst wieder ersteht,
es ist das Gesetz, dessen einziger Depositär Jissroél ist und bleibt, das
Gesetz, durch welches Gottes Wort durch freieAnerkennung und Huldigung also zur beherrschenden Gestaltung aller
Verhältnisse der Menschenwelt auf der Basis der Wahrheit, der Sittlichkeit und
des Rechts gelangen soll, wie dasselbe bereits seit der Schöpfung und noch vor
unseren Augen mit unwandelbarer Allmacht in der Gestaltungen der natürlichen
Welt herrscht. In jedem Wesen, in jedem Elemente, in jedem Stoff, in jeder
Kraft sehen wir Gottes Gesetzt wirken, und nur das ist des Menschen Hoheit, daß
das Gottesgesetz, das in allen übrigen Wesen mit zwingender Nötigung waltet, an
dessen Vernehmung mit Vernunft begabten
Menschen zum Ausspruch kam, auf daß er es frei als das Gesetz seiner Bestimmung
aufnehme, mit freien Gehorsam es erfülle, und so mit gehobenem Haupte als der
freie Diener des Gesetzes seines Schöpfers und Herrn sich bewähre, dem alle
übrigen Wesen auf Erde in unbewußtem, unfreiem Zuge folgen. Zur Veranschaulichung
dieses inder Natur waltenden und wirkende
Gottesgesetzes und des ihm von allen Wesen gezollten rückhaltlosen
Geschöpfesgehorsams hebt unser Psalmdas
Wasser hervor, und zeigt an seinen sichtbaren Wandlungen den Gehorsam, mit
welchem es den Gesetzeswillen seines Schöpfers als Schnee, als Reif, als Hagel,
als Eis und dann wieder als Wasser sich fügt, um daran den Ausspruch zu
knüpfen, das ist Derselben der sein in aller äußeren Mannigfaltigkeit innerlich
einheitliches Wort (כתיב: דבריו :קרי , דברו) an Jaakob, seine
Gesetze und Rechtsordnungenan Jissroél
offenbarte.
Jissroéls
Gebete übersetzt und erläutert S. 86-89
Aus seinem Kommentar zur Wochenabschnitt Tauledauss
Kap.25 V.23 Da ließ Gott ihr sagen: Zwei Völker in deinem Schosse und zwei Staaten, von deinem Innern an werden sie sich scheiden; ein Staat wird mächtiger werden als der andere, und der mächtige dem geringeren dienen.
Kap. 25 V. 23 שני גוים וגו', ושני לאמים וגו' . Uns scheint die Lehre vom Parallelismus, des כפל ענין וכו', eine freilich bequeme, aber schon einer ernsten menschlichen Rede, geschweige denn einer Gottesschrift durchaus unwürdige Interpretationskrücke zu sein. Kaum Kinder, höchstens Betrunkene mögen כפל ענין במלות שנות gedankenleer lallen. לאם ist der Staatsverband, אין לאום אלא מלכות. Verschiedene Völker brauchen doch nicht verschieden gearteten Staaten zu bilden. Europa zählt eine Menge Völker, und doch sind die meisten europäischen Staaten im Grundprinzip und Wesen fast dieselben. Rebekka wurde gesagt, sie trage zwei Völker, in ihrem Schoße, die zwei verschiedene soziale Gestaltungen repräsentieren werden. Eine Staat, der seine Größe auf Geist und Sitte, auf das Menschliche im Menschen erbaut; einen anderen, der seine Größe in Schlauheit und Macht sucht. Geist und Macht, Sittlichkeit und Gewalt stehen einander gegenüber, und zwar schon vor der Geburt an werden sie sich einander gegenüberstehen. Ein Staat wird immer mächtiger sein als der andere. Die Schale wird fortwährend schwanken zwischen לאום ולאום. Die ganze Geschichte ist nichts anders als ein Kampf, on Geist oder Schwert, ob, wie das Wort der Weisen diesen Gegensatz ausdrückt, Jerusalem oder Cäsarea das Herrschende sein soll.
רב heißt nie das Ältere, sondern immer: groß an Zahl und Macht. Zuletzt wird derjenige, der bis dahin als der Mächtigere erschienen, nur für den materiell Geringeren gearbeitet, dessen Sieg vorbereitet haben, und sich ihm zuletzt unterordnen derTräger des Geistes und der Sitte geht als der endliche Sieger aus diesem Kampfe hervor, und der Träger der Macht wird nicht vernichtet, wohl aber findet er zuletzt selber sein Ziel in der Huldigung und Hingebung an den andern.
Kap.26 V. 8 Es war jedoch, als er dort bereits längere Zeit gewesen, schaute Abimelech, der König der Philister, durch das Fenster und sah wie Jitzchak mit Ribka seiner Frau scherzte.
Kap. 26 V. 8 אחד העם: der König [: Abimelech] der eine unter dem Volke = ~
Kap.26 V.15 Alle die Brunnen, die die Knechte seines Vaters in den Tagen seines Vaters Abraham gegraben hatten, hatten bereits Philister zugeworfen und mit Erde ausgefüllt.
V. 15 Diese dem fremden Abrahamiden als solchen sich zuwendende Eifersucht hatte sich schon sofort nach Abrahams Tode, als ja noch Jizchak gar nicht unter ihnen war, durch schadenfrohe Vernichtung der Brunnen geltend gemacht, die doch wo auch immer sie sich befinden, eine öffentliche Wohltat sind.
Mit dieser קנאה leitet sich eine ganze Reihe von Ereignissen ein, die ein mit Jizchak eingetretenes neues Stadium bezeichnen. Abraham mit allem seinen Reichtum und doch ebenfalls Fremdling in Mitte der Völker, errang durch seine ganze Persönlichkeit eine solche Achtung, daß er unbeneidet und unbeeifersüchtelt als נשיא אלקים unter ihnen wandelte. Einmal machte sich eine ähnliche Feindseligkeit geltend, der aber sofort von dem Fürsten desavouiert wurde (oben 21,26) Mit Jizchak begann das Galuth, begann die Verheißung גר יהי' זרעך sich zu erfüllen. Das dem Abraham noch völlig ungetrübte Glück war bei Jizchak bereits durch Neid und schikanierende Eifersüchtelei getrübt, und Jakob erscheint uns bereits in vollendeter Knechtsgestalt. Damit ist eine dreifache Stellung der Abrahamiden als Fremde in der Mitte der Völker gezeichnet: als Knecht, als beneidete Größe, als verehrte Hoheit. In allen drei Schicksalstellungen hat sich der Gottesbund schützend und segnend bewährt, der daher sich selbst nicht nur als ein:, ברית עם אברהם עם יצחק ועם יעקב sondern als ein ,ברית אברהם, ברית יצחק, ברית יעקב manifestierte, in welchen Ausdruck die Väter nicht als Personen, sondern als Typen der durch die zur Anschauung gekommene verschiedene Manifestationen der Kraft des göttlichen Bundes erscheinen.
Wenn einst das Galuth ihre Söhne zur endlichen, unverlierbaren Selbständigkeit führen soll, so muss es sich daher in der entgegengesetzten, steigenden Linie entwickeln und in jedem Stadium den ברית bewähren. Es ist zuerst: ברית יעקב, die Prüfungsjahrhunderte in Knechtschaft und der im Elend uns sich bewährenden Gottesbund. Dieses Stadium liegt vielleicht bereits zurück. Als Jakob haben wir uns glänzend bewährt, יאי עניותא לישראל es gilt nun die Lösung des zweiten Stadiums, ברית חצחק, frei und selbständig in Mitte der Völker, den Gegensatz und den Neid nicht zu scheuen, emanzipiert das Abrahamsvermächtnis weiter zu tragen und es ברית יצחק, des uns gegen Neid und Eifersucht schützenden Gottesbundes gewärtig zu sein: es ist dies eine Galuthprobe, die wir noch zu bestehen haben. Dann erst dürfen wir den letzen Galuthstadium entgegenharren, nicht obgleich wir Juden, sondern eben weil wir Juden, die Anerkennung und Achtung der Völker zu gewinnen, und Abraham gleich als נשיא אלקים unter ihnen zu wandeln: ברית אברהם. Dann werden die Völker selbst uns in das alte Erbe einsetzen: והביאו את כל אחיכם מכל הגוים מחנה לד' und dann wird die Weltgeschichte den alten Satz gelöst haben, mit welchem bereits vor Jahrtausenden das Programm unseres Galuth und unserer Erlösung gegeben ist: וזכרתי את בריתי יעקוב ואף את בריתי יצחק ואף את בריתי אברהם אזכר והארץ אזכר (3 B.M.26,42)
Kap.26 V. 23 u. 24 Er zog aber von dort hinauf nach Beer-Scheba. In dieser Nacht erschien ihm Gott und sprach: Ich bin der Gott deines Vaters Abraham, fürchte dich nicht, denn ich bin mit dir und werde dich segnen und deinen Samen vermehren um meines Dieners Abrahams willen.
V. 23 u. 24 Bis dahin hatte ihn die Feindseligkeit der Philister gezwungen in die Isolierung gedrängt, die er vielleicht als Abrahams Sohn freiwillig hätte suchen sollen. Ähnlich der Ghetti-Isolierung, in welche der Judenhass und Judenneid seine Enkel Jahrhunderte lang zwängte. Bis dahin war ihm Gott nicht wieder erschienen, hatte ihn nicht seines Schutzes versichert, hatte ganz ungehindert den Neid und die Feindseligkeit gegen ihn und auf ihn wirken lassen. War es vielleicht heilsam, den Abrahamssohn, gewaltsam aus dem möglichen Versinken in Reichtum und Menschenansehen erwerbende Geschäftstätigkeit zu drängen? Erst jetzt, wo er (V.22) glaubte sich sagen zu dürfen, fortan ungehindert im Lande bleiben und weiter gedeihen zu können, und er nun freiwillig hinaufzog zu der alten Isolierungsstätte, wo einst seine Wiege gestanden, wo er bei seinem Vater in der Kindheit gewohnt und wo sein Vater seiner geistig großen Aufgabe gelebt (Kap. 21,33) erst da (V.24) erscheint ihm Gott, versichert ihm seines Schutzes und seines Segens, sagt ihm, er sei noch der alter Gott seines Vaters Abrahams, und werde sich auch ihm also schützend und segnend bewähren, und alles dies um seines Vaters willen, den er wie sonst nie wieder עבדי nennt, und mit diesem Namen dem Sohne alles gesagt hat, was er auch von ihm erwartet. Und wie er nun dort sofort einen Altar baut und die geistige Standarte des Abrahamberufes erhebt, und dort sein Zelt aufschlägt, ohne zuvor die Güte und die Beschaffenheit des Bodens zu untersuchen und ohne sich zu überzeugen, ob dort auch Wasser zu finden sei, kommt ihm alles von selbst entgegen! Wasser finden seine Leute beim ersten Spatenstich und der Fürst, der ihn fortgewiesen, sucht ihn selber unter allen möglichen Ehrerweisungen in seiner Zurückgezogenheit auf alles Dinge, um welche er bis jetzt vergebens und unter Unannehmlichkeiten gerungen!
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH aus dem Kommentar zur Wochenabschnitt TAULEDAUSS
Rabbiner Dr. MENDEL HIRSCH
(1833-1900)
Aus seinem Kommentar zur Wochenabschnittתולדת
Maleachi Kap.1 u. 2
3. Esau aber habe ich gehaßt, und machte seine Berge zur Öde und zu seinem Erbe: Wüstenklage.
4. Wenn Edom auch spricht: Sind wir auch beraubt worden, so werden wir die Trümmer wieder aufbauen! So hat Gott der Schöpfungsscharen stets also gesprochen: sie mögen aufbauen, ich aber, ich werde niederreißen, so daß man bis in die ewige Zukunft sie nennen wird: Gebiet des Frevels! Und: das Volk, das Gott mit Zorn getroffen hat!
Kap. 1 V. 3 Esau-Edoms Princip heißt: Vergötterung der Macht, blutige Lorbeer ist sein höchster Schmuck, Welteroberungspläne bilden die Träume der größten seiner weltgeschichtlichen Größen. In den Dienst dieser Ideale steht bei ihm die Pflege der Entwicklung aller körperlichen, geistigen und sittlichen Kräfte und Vermögen des Menschen. Wir wissen, wie unsere Weisen in dem römischen Weltreiche die gewaltigste Verkörperung dieses edomitisches Principes erblickten. Dieses Esau-Princip steht aber im Gegensatze zu der göttlichen Weltordnung. Diese bestimmt die Herrschaft des Rechtes und der Liebe auf dem Grunde der Lebensheiligung als das höchste, als das einzige Ziel. Im Dienste dieses höchsten Menschheitszieles steht Jakobs Lebensprincip, im Gegensatze zu ihm Esau-Edom. An diesem Gegensatze zerschellen die gewaltigen Edomsreiche, mögen sie auch berg-gleich הריו himmelanstrebend und scheinbar für die Ewigkeit gegründet dem zeitgenössischen Blicke sich dargestellt haben. Das Esau-Prinzip ist das von Gott gehaßte, das Jakob-Princip das von Gott geliebte das lehrt das Trümmerfeld der edomitischen Reiche, das lehrt die Erhaltung Israels. .
V.4 Was Edom so durch sein Geschick selbst verkündet, wird von den Menschen begriffen und ausgesprochen werden.
V.5 Jakob, das machtlose und zerstreute, wird alle diese Zusammenbrüche der Edomsreiche schauen, es ist bestimmt, weit hinaus über das Gebiet Jissroéls zu verkünden, wie Gottes Hand es sei, die in allen diesen an Edom sich vollziehenden Geschicke walte.
V.10 Wer wäre doch unter euch, aß er die Pforten schlösse, sobald ihr nicht meinen Altar nutzlos leuchten lasset! Ich habe kein Wohlgefallen an euch, spricht Gott der Schöpfungsscharen, und Huldigungsgabe nehme ich nicht an aus eurer Hand.
Vertreter des Gesetzheiligtums seid ihr also nicht, auch nicht Vertreter des Volkes: ist nun unter euch wohl Einer, der die Ehrlichkeit, den Mutund die Selbstverleugnung hätte, die Türe des Tempels zu schließen, damit ihr nicht meinen Altar umsonst leuchten lasset! Dieses תאירו ist bedeutungsvoll, denn zu leuchten ist die Bestimmung der Menora. Die Bestimmung des Altarfeuers aber ist אוכלת zu sein, es ist רובצת כארי, der obere Altar heißt nicht umsonstאריאל . Das Altarfeuer will den Ausdruck der Hingebung Israels hinnehmen, und spricht die Forderung aus, daß der im Opfer die Gottesnähe Suchende sich fortan von dem אשדת, dem Gesetzesfeuer in allen Beziehungen seines Lebens beherrschen lasse. Dann erhebt das Opfer und bestärkt in dem Entschlusse des Gehorsams. Wenn es aber Ersatz sein soll für diesen Gehorsam, dann bewirkt er das gerade Gegenteil. Der darbringende hat sich ja, wie er glaubt, mit Gott abgefunden, und jede etwaige Regung seines Gewissens wird im Keime erstickt. Zur offenbaren Höhnung aber wird es, wenn die Geringschätzung sich wie hier schon äußerlich in der Beschaffenheit des Opfers kund giebt. In den Gottesworte daß es besser sei den Tempel zu schließen, als diesen unwürdigen, alles Lebens und aller Wahrheit entbehrenden Scheingottesdienst fortbestehen zu lassen, liegt die schärfste Verurteilung jedes Compromisses, wo es sich um die Anforderungen desGottesgesetzes handelt.
Kap.2 V.7 Denn die Lippen des Priesters sollen die Erkenntnis schützen, und Lehre such man von seinem Munde, denn Bote Gottes der Schöpfungsscharen ist er!
. Also: Nicht des Priesters Geist und Gelehrsamkeit, sondern Gottes Thora will man von seinen Lippen, denn als Bote und Vertreter Gottes steht er da.
ה' צבאות: Gott, dessen Heerdie ganze Wesenschar der Schöpfung bildet, dessen Wille sie alle beherrscht und beseelt dieser in diesem Prophetenworte stets wiederholte Gottesname, weist darauf hin, wie der Gehorsam und die Ehrfurcht in so schnöder Weise versagen, damit hinter einer Pflicht zurückbleiben, die auf ihnen nicht bloß als Juden und als Menschen, sondern schon als gottgeschaffenen Wesenunabweisbar ruht.
So soll der Priester im Volke, so soll das Volk inmitten der Menschheit dastehen. Dann kann das schwache Jakobsvolk, das als einzige Waffe und einzige Wehr nur die Stimme hat, getrost den Ansturm der schwertgegürteten Esaumächte entgegensehn bis hin zu jenem Tage, wo jeglicher Gegensatz zwischen Esau und Jakob geschwunden und beide vereint in den Dienst des gemeinsamen Vaters getreten sind, wo Esaus Hand nur stark sein wird in Vertretung desjenigen Rechtes und derjenigen Wahrheit, für deren Dienst ihn Jakobs Stimme menschheitpriesterlichgewann.
Aus: Die Haftoroth übersetzt und erläutert von Dr. Mendel HIRSCH Direktor der Realschule der Israelitischen Religionsgesellschaft zu Frankfurt a.M.FfM. 1896 aus S.37 bis 47
Wollen wir aufrecht und stark bleiben, dann erfülle uns die Mahnung der Weisen, die uns zuruft: אין לנו להשען אלא על אבינו שבשמים! Hilfe und Beistand erwächst uns nur bei unserem Vater im Himmel! Auf diesen göttlichen Beistand aber können wir nur rechnen, wenn wir unentwegt und unerschütterlich den Forderungen seines Willens in unserem Leben entsprechen. Es ist der hohe Begriff des קדוש השם und die furchtbare Verantwortung des חלול השם, die es dem jüdischen Volk und allen seinen Gliedern zur heiligsten Pflicht macht, auch den leisesten Schein eines Unrechts zu meiden. Den Idealen des Rechts und der Wahrheit, wie sie die Thora uns hinstellt, lasset uns mit jeder Faser unseres Wesens zustreben und dafür die Herzen unserer Kinder entflammen.
Meine Brüder und Schwestern! Unsere Sidra erzählt die Tragödie im Hause unseres Stammvaters Isaak. כמה צער נצטער אותו צדיק, rufen die Weisen aus, wie tief muß es Isaak geschmerzt haben, neben Jakob nicht auch Esau seiner göttlichen Lebensbestimmung gewonnen und erhalten zu haben! Mit welch tiefem Schmerz muß nicht auch uns die traurige Tatsache erfüllen, die wir in den jüngsten Tage, erleben mussten, daß ein Teil unserer deutschen jüdischen Brüder aus dem Hause Jakob sich vor aller Welt grundsätzlichvon unserer göttlichen Lebensbestimmung, von unserem überlieferten göttlichen Judentum lossagte. Wir würden uns an unseren heiligsten Gütern versündigen, wollten wir dazu schweigen.
Als vor nahezu hundert Jahren unsere jüdischen Reformhelden Judentum zu reformieren sich anschickten, da geschah es unter dem Vorwand, unter dem Deckmantel, zur Hebung und Verherrlichung des alten Judentums vor allem durch gottesdienstliche Reformen, als da waren Orgel und gemischter Chor, beizutragen, und so das alte Judentum moderne Zeitverhältnissen anzupassen. Unter diesem Vorwand, unter diesem Deckmantel täuschte man die Massen und hielt sie in dieser Täuschung vielfach bis auf unsere Gegenwart befangen. Nun ist man offener und ehrlicher geworden: Durch Proklamierung von Richtlinien haben die geistlichen Führer des Abfalls eine neue Religion geschaffen! Sollen wir uns freuen dieser Offenheit und Ehrlichkeit, freuen, daß kein Deckmantel die כפירה בעיקר mehr verhüllt, freuen, daß unsere heimgegangenen großen Männer, an ihrer Spitze unser großer Rabbiner ז"ל, in ihrer Weisheit und Erleuchtungdieseכפירה בעיקר längst erkannt haben und deshalb jede wie immer geartete freiwillige religiöse Gemeinschaft mit ihnen als ein חיוב קדוש, als ein schweres Vergehen, und somit den Austritt, als heilige Pflicht eines Jehudi gekündet haben? Nein, freuen dürfen wir uns nicht, vielmehr muß gleich Vater Isaak כמה צער נצטער אותו צדיק tiefer Schmerz unsere Seelen erfüllen über die Kluft, die uns von ihnen trennt. Aber wollen wir nicht endlich die gebieterischen Konsequenzen ziehen und uns der heiligen Pflicht bewusst werden im Anblick des unüberbrückbaren Abgrundes, der zwischen uns und ihnen gähnt? Wollen wir vielleicht warten, bis sie aus gemeindepolitischen Gründen sich wieder in einen Mantel der Lüge und Täuschung hüllen?
סורו נא מעל אהלי האנשים הרשעים האלה rief Moses in die Korachgemeinde hinein. Was aber hatte die Korachgemeinde gesündigt? Sie hatten die göttliche Sendung und Erwählung Moses und Arons geleugnet! Was aber will dies alles bedeuten gegenüber der כפירה, die in unseren Tagen diese geistliche Führer vor aller Welt proklamierten! Keine תורה מין השמים, kein שבת; göttliches Ehegesetz nicht mehr verbindlich wahrlich, nicht nur מיום שהלכה ישראל בגולה seitdem Israel in der Zerstreuung ist, ist eine solche systematische כפירה בעיקר nicht erfolgt! Alle die jüdischen Sekten der Vergangenheit haben doch wenigstens תורה מין השמים wenn auch in beschränktem Umfang und wenn auch nur dem Scheine nach, anerkannt!
Wie aber Jehudim, die täglich שמע ישראל rufen und zu שמע ישראל auch das ואהבתund dasוהיה אם שמעhinzufügen und dieses Gelöbnis in ihrem Leben zu verwirklichen bemüht sind, trotzdem freiwillig innerhalb der religiösen Gemeinschaft, die diesen grenzenlosen Abfall von Gott und seiner תורה verkörpert, verharren können, vermögen wir nimmer zu begreifen!
Wenn ein Gedanke unseren Schmerz zu lindern vermag, so ist es die Wahrheit, die aus dem Psalmvers zu uns spricht: עת לעשות לה' הפרו תורתך Jedes Attentat, das der Zerstörung unserer heiligsten Lebensgüter galt, hat noch immer die Treuen zur erhöhten Treue begeistert. Das hoffen wir zuversichtlich. Der אמת wird siegen!
Um so inniger wollen wir uns um unsere קהלה scharen, die sich gottlob noch immer als Bollwerk des אמת erwiesen hat. Ihr wollen wir freudig unsere Kraft weihen und unsere Kinder zu stolzen, bewussten Mitgliedern unserer קהלה erziehen.
Lasset uns stolz sein auf unser Judentum, stolz auf jede Mizwoh und lasst und meiden jede Krümme, auch nur den Schein eines Unrechts; lasst uns nimmer vergessen, aß wir mit unserem Leben berufen sind, eine Zeit vorzubereiten, in der die Entfremdeten den Weg in ihr Vaterhaus zurückfinden, Haß und Feindschaft aus Menschenherzen geschwunden sein werden, und Esaus Schwert mit Jakobs Geist vermählt der Herrschaft Gottes sich unterordnen wird והיתה לה' המלוכה.
Quelle: Rabbiner Dr. Salomon BREUERBelehrung und Mahnung erster Teil GenesisJ.Kaufmann Verlag Frankfurt am Main 1936 S. 47 - 57
Aus dem Kommentar zur Wochenabschnitt חיי שרהChajé Ssoroh
Kap.25 V.16 Dies sind die Söhne Jischmaels und dies ihren Namen in ihren Gehöften und Burgen, zwölf Fürsten ihren Stammen.
V. 16 בחצריהם ובטירתם. Wir haben schon bemerkt, mit welcher Zähigkeit die beiden Charakter des Vaters und der Mutter sich in den Nachkommen Ismaels vererbt haben. Dem Geiste und dem Verstande nach Söhne Abrahams, der Sitte und dem Freiheitsdrange Hagariten, fügten sie sich nicht in den Zwang der Städte und nicht in der Gewalt absoluter Herrscher; sie wohnten in חצרים, Gegensatz zu festen Städten. חצר, verwandt mit עזר; was beim Tempelzelt חצר war, war beim Tempelhaus עזרה. Es scheint: חצר Hülfsraum zu bedeuten, also diejenige Umgebung der Wohnung, die den Bewohnern zu ihren häuslichen Bedürfnissen und Hantierungen zu Gebote steht. Je mehr Menschen in feste Städte hineingekeilt werden, desto mehr werden sie von der Natur losgelöst, desto größer wird der Gegensatz zwischen Stadt und Land (S. oben bei Kain, Kap. 4,17). חצרות: Wo jeder sein Land und den Platz, dessen er bedarf, als Umgebung seines Hauses hat. Er hat alles, was er braucht, in seinem Zelte (אהל die nächste Umstrahlung seiner Person) und in dem umgebunden Hülfsraum: er ist unabhängig. Später wurde die Bauart mit חצרים auch in die Städte im Orient, wie noch jetzt in Jerusalem, hineingetragen, wo freilich dann in der Regel mehrere Häuser in einem חצר zusammen liegen. טיר das verstärkteדיר die Hürde, somit: festere Umgebung durch Wall und Mauer.
.נשיאים Bei Ismael und Jissroél heißen die Fürsten: נשיאים, bei Edom: אלופים. נשיאים heißen sonst Wolken, und der reinste Begriff des Fürsten ist damit gegeben. Was die Wolke ist, das hat sie von der Erde, und alles, was sie von der Erde empfängt, empfängt sie, um es, in Segen verwandelt, der Erde wieder zu spenden. Das ist der jüdische Fürst, den Koheleth 2,12 als den bezeichnet, את אשר כבר עשוהו, den das Volk gemacht, d.i. der aus einer Vereinigung des Edelsten und Besten aus dem Volke bereits hervorgegangen ist. Es ist ein Glück, wenn der Fürst eine Wolke, ein נשיא ist. Ein solcher נשיא= Sinn ist notwendig, ohne ihn kann keine Gesamtheit blühen, und durch ihn werden die Gesamtkräfte des Volkes auf ein Ziel geleitet, dieses Ziel ist aber beim נשיא nicht die Wohlfahrt des Fürsten, sondern die Wohlfahrt des Volkes. Wie bei der Wolke der Erde, kommt durch den rechten Fürsten alle auf ihn vom Volke übergetragene Macht und Fülle segnend dem Volke wieder zurück.
Dem gegenüber steht אלוף, ein solcher Fürst, der die Kraft des Volkes zu seiner eigenen Machtvergrößerung absorbiert, ein Oberhaupt, durch welches das Volk nicht stark, sondern schwach erscheint. אלף hat böse Vettern in unserer Sprache, es ist verwandt mit עלף: schwach, ohnmächtig werden, עלב, rabbinisch: beschämen, kränken, selbst חלף: ganz in etwas anderes aufgehen, verschwinden. Also: solche Führer, denen gegenüber die Geführten alle Selbständigkeit und Bedeutung aufgeben. Solche אלופים hat man im jüdischen Kreise nicht nötig. Nicht umsonst singt die jüdische Nationalhymne mit stolz: unsere אלופים sind die am meist Belasteten אלופינו מסובלים die größte Nationalbürde lastet auf ihnen. Sie sind die Höchstbesteuerten! Und umgekehrt die אלופי יהודה ( sie kommen nur dies einmal in Secharja 12,5 und 6 vor ) fühlen sich nur durch den geistigen Beistand ihres Volkes stark, sie sprechen אמצה לי יושבי ירושלים בד' צבאו' אלקיהם !
V.18 Sie nahmen ihre Wohnstätten von Chawila bis Schur, welches vor Mizraim liegt, in der Gegend, wo du nach Aschur kommst; vor dem Gesichte aller seiner Brüder ließ er sich nieder.
V. 18 וישכנו, weniger als וישבו, bezeichnet mehr ein vorübergehendes Niederlassen, entsprechend dem Nomadenleben der Ismaeliten. על פני כל אחיו וגו' Sie Kap. 16,12 נפל irgendwo hinkommen, wohin man nicht gehört, wo man sich nicht in die übrigen natürlichen Verhältnisse als aus ihnen hervorgegangen einreiht, so נפילים, die wie vom Himmel Gefallene. Also hier von Völkerscharen, die ihre Wohnplätze wählen, wo es ihnen beliebt, wie dahin geschneit.
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH Kommentar zur Haftoro Chajé Ssoro
Rabbiner Mendel HIRSCH szl
(1833-1900)
הפטרת חיי שרה
Kommentar zur Wochenabschnitt Chajé Ssoro:Könige I. Kap.1, V.1 (Auszug)
Wiederum sind es Parallele und Kontrast, die bei der Wahl dieser Haftora bestimmend gewesen sein dürften. Abrahams Alter und Davids Alter, Abrahams Sorge für sein Haus und Davids Sorge für sein Haus. Allein aus dem Zelt des Patriarchen werden wir in den Palast des Königs versetzt. Denn die Familie war zum Volke, der Familienkreis zum Staate geworden. Dort, in dem einfachen flüchtigen Wanderzelte des greisen Ahnen der reine Hauch edlen Menschentums; hier die schwüle, dumpfe Luft des von Cabalen und Intriguen durchtränkten Hofes.[1]Dort ein reich gesegneter Vater, der nur die Sorge hat, seinem Sohne ein Weib wie das eigene heimgegangene zu gewinnen, und einen Sohn, der untröstlich über den Heimgang seiner hochbetagten Mutter, trotzseiner vierzig Jahre den Vater über sich bestimmen läßt und das ihm zugeführte Weib innig liebt, weil er das hehre Wesen der Mutter in ihm wieder findet. Hier ein Sohn, der den Hintritt seines königlichen Vaters nicht abwarten kann, um eigenmächtig sich zu seinem Nachfolger proklamieren zu lassen. Verschwörung und Intrigue überall, und selbst der Gottesprophet zu sorgsam vorbereiteter Absprache genötigt, um des Erfolgesseines Eintretens für den zur Nachfolge berufenen Königssohn sicher zu sein. Trotz des mächtigen Aufblühens und der gesicherten äußeren Machtsstellung Keime des Untergangs selbst unter der ruhmreichen Regierung des unvergleichlichen Davids.
Ferner: Abraham und David, im Vollgefühl ihrer Bestimmung und im vollen Bewußtsein ihrer Verantwortlichkeit, besorgt, noch bei Lebzeiten allen Trübungen und Wirren vorzubeugen, die nach ihrem Ableben die Zukunft ihres Hauses gefährden könnten. Wie Abraham diejenigen Elemente seines Hauses, von denen eine solche Gefährdung zu befürchten war, noch בעודנו חי entsprechend versorgte und entfernte (1 B.M. 25,6): so sehen wir David, den sehr alt geworden, plötzlich, da ihm die Augen geöffnet über den Sohn, den er, wie mit leisem Vorwurf gesagt wird, bisher in seinem ganzen Leben nie an Entsagung gewöhnt hatte, an dessen ehrgeizigem Emporstreben er somit selbst nicht ganz ohne Schuld war, mit starker Hand und fast jugendlicher Energie sofort alle Maßregeln treffen, um den Unberechtigten unschädlich zu machen und dem für die Zukunft seines Volkes Bestimmen die Nachfolge noch bei seinen Lebzeiten zu sichern.
An uns, der großen Ahnen spätgeborenen Enkeln, ist es, den Schatz zu hüten und die Güter zu bewahren, deren Erhaltung und Pflege das höchste und heiligste Anliegen eines Abraham wie eines David und die Sorge bildete, die bis zum letzten Atemzuge ihre großen Seelen erfüllte.
(Die Haftoroth übersetzt und erläutert, Frankfurt am Main 1896: S. 26-32 Könige I. , Kap 1 V.1 u.w.)
[1] Welcher Gegensatz zwischen dem hohen Sinne eines Elieser, des Dieners Abrahams, und diesen Dienern Davids, einer Camarilla, deren Vorgehen (V.2 und 3) uns an den Hof und in das Reich eines Ahasver versetzt!
Rabbiner Dr. Salomon BREUER zur Wochenabschnitt Chajé Ssoro
Rabbiner Dr. Salomon BREUER
(1850 1926)
חיי שרה
Belehrung und Mahnungzur Wochenabschnitt Chajé Ssoro (Auszug)
Wer ermißt den unendlichen Beitrag, den die jüdische Frau der jüdischen Gesamtheit leistet, das unendliche Verdienst, das für die Verwirklichung jüdischer Zukunftshoffnungen gebührt! אין הדורות נגאלין אלא בשכר נשים צדקניות (ילקוט רות) Zu allen Zeiten hat die Erlösung des jüdischen Volkes in den Händen pflichtgetreuer Frauen geruht diesen Frauenverdienst adelnde und würdigende Wort der Weisen spricht in aller Kürze aus, was sie von der jüdischen Frau erhoffen.
Der Erlösung ihres Volkes galt die Wirksamkeit all der hehren Gottesmänner von Moses bis zum letzen Propheten. Die Mission des Propheten Elijahu jedoch hart noch der Vollendung: הנה אנכי שלח לכם את אליה' הנביא Siehe, ich sende euch den Propheten Elijahu, mit diesen Ausblick schließen unsere Prophetenbücher, והשיב לב אבות על בנים ולב בנים על אבותם daßer den Sinn der Väter zu den Kindern und den Sinn der Kinder zu ihren Vätern zurückbringe in diesen Worte liegt die ganze Größeder Aufgabe, die Elijahu noch zu erfüllen hat. Es gilt den Riß zu heilen, der Kinder den Vätern, Väter den Kindern entfremdet. Schwer, unendlich schwer diese Mission! Sie wäre nicht schwer, wenn überall jüdische Häuser sich erhöben, in denen eine אשה הגונה waltete, die gleich Sara mit der ganzen weiblichen Innigkeit ihrer Gottesfurcht die Herzen ihres Mannes und ihrer Kinder entflammte, daß וילכו שניהם יחדיו Väter und Kinder, von einem Geiste beseelt, von dem gleichen Ernst Gott dienenden Gehorsams erfüllt, den Weg zur Moriahöhe gemeinsam wandelten. Sie wird jedoch unendlich erschwert, wo der altjüdische Geist aus den Häusern geschwunden ist, dafür aber der verheerende Geist der נשים שאינם הגונות Platz gegriffen, unter dessen traurigen Einfluß, wie nicht anders möglich, Kinder sich ihren Vätern, Väter den Kindern sich immer mehr entfremden.
Wer daher eine wahrhaft jüdische, pflichtgetreue Frau heimführt, erleichtert Elijah sein Werk, wer jedoch eine pflichtvergessene Frau heiratet, erschwert ihm die Aufgabe, zu der Gott Elijahu berufen. Wie klar spricht sich daher auch das Wort der Weisen aus: כל הנושא אשה הוגנת Wer eine würdige Frau heiratet, den liebt Gott, und Elijahu küßtihn, wer jedoch eine unwürdige Frau heiratet, den haßtGott, und Elijahu durchsticht ihm das Ohr mit dem Pfriemen. אליה' רצעו! Das aber ist ein Akt, den das Gotteswort an den jüdischen Knecht zu vollziehen gebietet, der nach sechsjähriger Dienstzeit nicht in die Freiheit und ausschließliche Gotteshörigkeit zurückzukehren gewillt ist אמרתי לי בני ישראל עבדים וכו' והלך זה וקנה אדון: לעצמו ירצע er hört nicht auf das Gotteswort, das ihn zur Freiheit und zur ausschließlichen Gotteshörigkeit beruft, so erhalte denn sein Ohr das Zeichen unwürdiger Hörigkeit! Das gleiche gilt, wenn jemand eine אשה שאינה הוגנת heiratet. Göttliche Schöpferweisheit hat der Frauenseele Herrschermacht verliehen, die sie Segen stiftend, aber auch Unheil bringend auszuüben vermag. Glücklich, wer eine אשה הוגנת zur Frau hat: sie führt ihn zur beglückende Gotteshörigkeit hinan; wehe, wer sein Leben an eine אשה שאינה הוגנת gekettet: sie entfremdet ihn dem Leben Gott dienender Freiheit und reißt ihn immer mehr zu sich und mit sich zu unwürdigem Sklavendienst hinab !אליה' רצעו
Wer begreift daher nicht die ängstliche Sorge, die Abraham bei der Wahl einer אשה הגונה für seinen Sohn erfüllt. Alle seine Hoffnungen und Erwartungen, alle göttliche Zusicherungen für den Bestand seines Hauses und die Zukunft seines Volkes waren an Isaak, seinen einzigen Sohn, geknüpft. Sollte seines Hauses Bestand nicht erschüttert werden, sollte das וילכו שניהם יחדיו, diese herrliche Errungenschaft der Erziehungsweisheit Saras von Vater auf Sohn sich vererben, so mußte Isaak eine אשה הגונה heimführen, die mit dem Adel ihrer Gesinnung und dem Reichtum ihres Herzens Isaaks Haus zu einer Pflanzstätte all der göttlichen Heilessaaten zu weihen vermochte, deren dauernde Pflege der Zukunft des jüdischen Volkes bedingt. Solchen Erwägungen gegenüber mußte jedes Vertrauen, das er sonst in allen Stücken dem in seinem Hause ergrauten Diener entgegenbrachte, zurücktreten: schwören, mußte er ihm beim Gott des Himmels und der Erde, ,ולקחת אשה לבני ליצחק daß er seinem Sohne, dem Sohne Abrahams, dem Erben und Fortträger seines Vermächtnisses (S. Komm. das.) die geeignete Frau heimführe.
Quelle: Rabbiner Dr. Salomon BREUERBelehrung und Mahnung erster Teil DeuteronomiumJ.Kaufmann Verlag Frankfurt am Main 1936 S. 38-46
Kap.18 V.1 Da ward Gott ihm sichtbar unter den Bäumen Mamres; während er vor der Thüre seines Zeltes saß, als der Tag glühte.
Kap. 18, V.1 Gottes Gegenwart ist überall, aber sie wird nicht von jedem geschaut. Nur nach eine Hingebung, wie Abraham sie eben geübt und übte, ward Gott sichtbar Es ist dies das erste Mal, in welchem wir Abraham als eigentlichen נביא vor Gott stehen sehen, der מגלה סודו אל עבדיו הנביאים. Diese Stufe hatte Abraham erst in Folge der Mila errungen
Wie hat man nicht das Judentum, dieses Erbteil der Abrahamiden, und dessen Träger, die Juden, verlästert. Wie nicht diese Beschnittenen sich als die bevorzugt Einzigen mit ihrem Gotte dünken, wie soll nicht eben dieses absondernden Zeichen sie jedes kosmopolitischen, Menschen und Menschheit umfassenden Gefühles und Gedankens entkleiden, und den Gott des Himmels und der Erde, den Gott aller Menschenseelen ihnen zu dem Gotte ihres Erdwinkels und zu dem Nationalgott des Stammes verschrumpfen! Da sitzt nun der erste beschnittene Jude! Und wo? In Mamres Hain! Noch immer unter Aner, Eschkol und Mamre, die nicht אנשי בריתו, dieבעלי ברית אברהם waren, die als Herren ihn in die Bundesgenossenschaft aufgenommen hatten, und, obgleich beschnitten, war er in seinem Verhalten zu der nicht-abrahamitischen Menschheit ganz derselbe. War es doch so lehren die alten verschrieen Rabbinen, diese ächtesten Abrahamssöhne Abrahams einzige Sorge, die ihn den Sonnenbrand vor seiner Tür rief, es möchten jetzt, nach der Beschneidung, die Menschen sich von ihm zurückziehen, lehren dies, um dabei an Abrahams Beispiel seinen Söhnen den Satz einzuschärfen: ,גדולה הכנסת אורחים יותר מקבלת פני שכינה Wanderer gastfrei aufzunehmen, gilt höher als vor dem Angesichte Gottes stehen! Und welche Wanderer! Unbeschnittenen Götzendienern denn andere konnte Abraham gar nicht erwarten eilt Abraham aus dem Angesichte Gottes entgegen, um an ihnen die Pflicht der Menschenliebe zu üben! Und wie übte er sie! So jagt keiner einem winkenden Gewinnste entgegen, wie ihr Abraham dieser Gelegenheit, als erster beschnittener Jude Mensch zu gegen Menschen zu sein! Das Bild steht unmittelbar nach der Mila. Die in der Beschneidungsisolierung heranblühenden Abrahamiden sollen die humansten Menschen sein. Bilden den entschiedensten Gegensatz zur Welt und sollen doch für alles allgemeine Menschliche ewig bereit gefunden werden, für die Pflege dieser edelsten Humanität werden sie isoliert, und als Herold dieses Geistes hat sich vor allem Abraham als אב, und אבר המון גוים, als geistiger Vater und sittigende Schwungkraft des Völkergewoges bewährt. Und nicht umsonst ist Abraham in den Sonnenbrand vor seinem Zelte, geeilt. Wenn etwas seine Söhne, die verschrieenen Juden, von ihm geerbt, der Genius dieser allweiten Menschenliebe ist von ihm ihnen zum Erbe gefallen. Das hat ihnen keine Zeit abgesprochen. Wo man offene Herzen, Häuser und Hände, wo man Opferwilligkeit für menschliche Zwecke finden will gottlob, ein Funke von der Abrahamslehre hat nicht umsonst im Schoße der Menschheit gezündet und auch im nichtabrahamitischen Kreise sind sie zu finden da suchen noch heute selbst die Verächter des Judentums sie in erster Linie auf bei Juden.
V.19 Denn ich habe ja nur deshalb mein besonderes Augenmerk auf ihn gerichtet, damit er seine Kinder und sein Haus nach sich verpflichte, daß sie den Weg Gottes hüten, Pflichtmilde und Recht üben, damit Gott über Abraham bringe, was er über ihn ausgesprochen.
V. 19 כי ידעתיו. ידע sich einen Gegenstand in seinem spezifischen Merkmalen zum Bewußtsein bringen: erkennen. Im Verhältnis des Mannes zum Weibe bezeichnet es den innigsten Umgang des Gattenlebens. Von Gott zum Menschen bezeichnet es: die besondere Berücksichtigung in seiner Waltung. Nicht Gott zugewandte Menschen stehen nur unter der allgemeinen Obhut Gottes. Diejenigen, die sich ganz Gott unterordnen, die nichts anderes als Gottes Boten auf Erden sind und sein wollen, denen wendet Gott seine besondere Führung und Leitung zu. Wie wir Gott suchen, so sucht er uns. Wer mit Gott, wie es später heißt, בקרי, im Zufall wandelt, wer das Wandeln in Gottes Wegen dem Zufall überläßt, wer nicht die Übereinstimmung mit dem göttlichen Willen in erster Linie sucht, sondern andere Zwecke anstrebt und die Übereinstimmung mit Gott dem Zufall überläßt, mit dem wandelt Gott auch בקרי, überläßt ihn den Wechselfällen des Zufalls. Den höchsten Gegensatz zu diesen bilden jene, die sich ihm als seine Werkzeuge auf Erden darbiete, die die Erfüllung des göttlichen Willens als einzigen Zweck ihres Daseins und Wirkens anstreben und alles andere Gott anheim stellen, und die Er darum in besondere Erziehung und Leitung nimmt. Diese besondere Erziehung und Leitung heißt ידע .
דרך ד' kommt in doppelter Beziehung vor. Der Weg, den Gott geht und derjenige, den Er von uns gegangen wissen will. Beide fallen ineinander. Der Weg des Guten, den er uns wandeln sehen will, bildet einen kleinen, uns übertragenen Teil seines großen Weges. Es sind Zwecke, die er durch uns, in seinem Auftrage versorgt wissen will. Darum geht der Weg des Braven dem Wege der göttlichen Weltführung harmonisch parallel, und wird von dieser mit gewahrt und getragen. Darum führt der Weg des Schlechten wider den Weg der göttlichen Weltführung, und wird von dieser zertrümmert und begraben. Darum heißt es: כי ישרים דרכי ד' וצדיקים ילכו בם (Hosea 14,10).
Die Aufgaben für welche Abraham seine Nachkommen erziehen soll heißt: לשמר דרך ד', das Innehalten des gottgewiesenen Wandels und לעשות צדקה ומשפט, die Ausübung der Pflichttat und des Rechts. Jenes ist das התהלך לפני ד' והיות תמים, der heilige sittenreine Wandel vor Gott, wie ihn die Mila zu Grunde gelegt, dieses: der menschliche Wandel mit Menschen, wie er eben in Abrahams Beispiel zu Tage trat. Beides ist der vollendete Gegensatz zu Sodom, jenes zu der Unsittlichkeit der חטאים, dieses zu der Unmenschlichkeit der רעים.
Abrahams צואה heißt nun nicht: ושמרו דרך ד' ועשו צדקה ומשפט sondern ושמרו דרך ד' לעשות צדקהWie Gott mit Mila den sittlichen Grundstein seines Volkes gelegt, wie später das Wort des Gesetzes immer erst חק und dann erst משפט, erst חקים und dann משפטים, erst die unser ganzes sinnlich leibliches Leben innerhalb der Reinheit und Heiligkeit pflanzenden und umschränkenden, und dann jene Gesetze nennt, die unser menschliches Leben zum Menschen regeln: also heißt es auch hier: ושמרו דרך ד' לעשות צדקה ומשפט der sittenreine Wandel vor Gott ist die Vorbedingung und Wurzel zu einen wahrhaft gerechten pflichtgetreuen Leben mit Menschen. Nur eine im Schoße der חקים gezeugten, geborenes und erzognes und in ihnen fortwandelndes Geschlecht wird ertüchtigt, ein Leben der צדקה ומשפט in Gottes Sinne zu leben. Die מצות שבין אדם למקום sind Vorbedingung und Wurzel zu den מצות שבין אדם לחברו. Ein Geschlecht, das sittlich zu Grunde geht, hat auch keine soziale Zukunft.
צדקה ומשפט, wir haben heute bereits erkannt daß, während משפט eine solche Leistung bezeichnet, die ein Mensch von dem andern aus sich zu fordern ein Recht hat, צדקה von Menschen zu Menschen gebraucht, eine solche Leistung bezeichnet, auf die ein Mensch an den andern aus sich kein Recht besitzt, auf die ihm aber Gott an den Anspruch erteilt, die er aus sich nicht zu fordern, wohl aber im Namen Gottes von den andern zu erwarten berechtigt ist. משפט ist das einfache Recht, צדקה die Wohltat, aber als Pflicht begriffen. Während aber in der Regel משפט vor צדקה genannt wird, משפט וצדקה, tritt gerade hier höchst charakteristisch צדקה in den Vordergrund, לעשות צדקה ומשפט. Erst משפט, dann צדקה lautet die Regel. Nie kann צדקה sühnend eintreten für das, was gegen משפט verbrochen wird. Mit der einen Hand rauben und unehrlich sein und mit der andern Hand von dem Geraubten und unehrlich Erworbenen Almosen geben, ist der jüdische Wahrheit ein Greuel. Dem vom Raube dargebrachten Opfer schleudert Gott sein: אני ד' אוהב משפט שונא גזל בעולה (Jes. 61,1) entgegen: Recht liebe ich, hasse Raube im Opfer! Nur mit reinen Händen darf man Gott sich nahen. Darum: erst משפטdann צדקה.
Hier aber steht zuerst צדקה; denn hier gilts dem jüdischen Protest gegen Sodoms Lebens- und Staatsmaxime. Nicht משפט, צדקה heißt das welterlösende Wort, das Abrahams Haus durch die Welt tragen soll. Wie weit ab auch das von Menschen gefundene Recht von dem Gottesrechte absteht, und selbst von משפטים der jüdische Sänger singt: בל ידעום, daß die nicht-jüdische Welt davon kaum eine Ahnung habe: משפט, eine Art von משפט ist auch in Sodom zu Hause, ja Sodom zeigt uns, wie eine genußsüchtige, in sinnliche Wollust versunkene Welt, welcher zuletzt der Mensch auch nur soviel gilt, als er Genuß gewährt, zuletzt gerade die Rechtsidee zu einem zweischneidigen Sophismus zuspitzt, das die nackteste Selbstsucht schamlos als Prinzip heiligt, und mit der Maxime: שלי שלי שלך שלך, mein bleibt das Meine, bleibe dein das Deine, Hülfsbedürfigkeit zum Verbrechen und Hülfeleistung ein Torheit für den Helfenden und zum Verbrechen gegen die öffentliche Wohlfahrt stempelt. Unter dem Regime eines sodomitischen Rechts, wo nur Leistung, nicht Bedürfnis einen Anspruch begründet, ist Armut und Elend geächtet, findet höchstens nur der Leistung verheißende Begüterte wie Lot eine Stätte, aber: Betteln ist verboten, zehrgeldloser Unglücklichen wartet Sträflinge gleich Kerker und Schub, und das Zedaka-lose Recht verkehrt sich in Unmenschlichkeit und Härte. Dem gegenüber kehrt das Testament Abrahams an seine Kinder צדקה vor משפט heraus, ja der Rechtskodex der Kinder Abrahams kennt selbst in gewissen Fälle צדקה als משפט und spricht:זה נהנה וזה לא חסד כופין על מדת סדום. Und es ist die jüdische Zedaka, nicht jenes Almosen, das den Geber hochmütig macht und den Empfänger erniedrigt, auch nicht jene Fürsorge für die Armut, die zum Schutze der Reichen gegen die Armen nicht zur Verzweiflung kommen lassen will, sondern jene Pflichttat an die jeder Bedürftige im Namen Gottes, mit von Gott berechtigtem Anspruch hinantritt, die den Armen vor dem Reichen aufrecht stehen und den Reichen sich nur als Verwalter eines den Armen gehörenden Schatzes begreifen läßt.
Und nicht צדקה und משפט absolut, sondern bei in jüdischen Sinne als die am Baume des Wandels vor Gott gezeitigte Frucht erlösen die Welt von Verbrechen und Unglück. Der ganze Mensch muß vor Gott wandeln, sein ganzes Leben muß von der Idee der Pflicht vor Gott getragen sein, dann wird sein Verhalten von Mensch zu Mensch auch nur das Diktat der Pflicht verwirklichen.
Allein nicht von außen, nicht durch Verwaltungsmaßregeln und Juridiktion, auch nicht durch Welterschütterung, die das rote Gespenst schreckend an die Paläste und Häuser der Reichen sendet, sondern nur von Innen heraus, durch eine innere Revolution der Geister und Gemüter, durch Erzeugung und Erziehung eines Menschengeschlechtes zur Pflicht können solche Pflichtmenschen gewonnen werden, die noch dem späten Enkel das von Gott diktierte Testament des Ahns als leitendes Vermächtnis mit hinausgeben: ושמרו דרך ד' לעשות צדקה ומשפטNicht zum Glauben an Gott , zur Erfüllung seiner Gebote muß das Geschlecht geboren und erzogen werden, sonst kann wohl die Klugheit zu einer Rechtsachtung und die Furcht zu einer Mildtat führen, allein mitten in aller Gottglaubigkeit können die Menschen zu רעים וחטאים לד' entarten, und es kann unter den Formen des Rechts mit צדקה ומשפט so gewirtschaftet werden, das man sagen könnte: wehe dem, der in die Hände eines Gabbei Zedaka oder eines יושב על המשפט verfällt . Darum begreifen wir, wie in dem Momente, wo mit Mila und Menschenliebe der Grundstein des jüdischen Volkes gelegt wird, das zum דרך ד' לעשות צדקה ומשפט erzogen werden soll, Abraham dem Werkzeuge und Vermittler einer solchen Volkserziehung, der Blick auf ein Gottesgericht gelenkt wird, das in demselben Momente über einen Kreis macht- und glückstolzer Städte sich zu vollziehen im Begriffe war, in welchen der דרך ד' bis zur sittlichen Entartung vergessen und צדקה ומשפט in ihr schreiendstes Gegenteil verwandelt war
23. Da trat Abraham hin und sprach: Sollest du denn auch mit den Untergang hineinreißen? Den Gerechten mit dem Schuldigen?
24. Vielleicht sind fünfzig Gerechte in Mitten der Stadt, solltest du da die mit strafen wollen und nicht der Gegend verzeihen zum Besten der fünfzig Gerechten, die sich in ihr befinden?
25. Zu töten den Gerechten mit dem Schuldigen, daß der Gerechte wie der Schuldige sei, ein solches tun, das weiß ich wäre Entweihung dir. Entweihung wäre es dir; wie sollte der Richter der ganzen Erde nicht Recht ausüben!
VV. 23, 24, 25 Das Ideal eines Gerechten im Mitten einer sodomitischen Entartung das Abraham vorschwebt, um dessentwillen die Gesamtheit gerettet werden dürfte, ist nicht ein solcher, der in hochmütigen Selbstgefühl die Menge preisgibt, ihrem sittlichen Untergange müßig zusieht, sich in die Einsamkeit zurückzieht und glaubt, genug getan zu haben, wenn er nur sich und höchstens die eigenen Seinen rettet. Ja, ein solcher wäre ihm gar nicht der Gerechte, hätte mit nichten der Verpflichten genügt, die der Bessere in solcher Umgebung trüge, und wäre am wenigsten geeignet, um seinentwillen die Gesamtheit, die er ja längst preisgegeben, gerettet zu sehen. Der Untergang der Gesamtheit ließe einen solchen ja kalt, ja erfüllte ihn vielleicht gar mit befriedigender Genugtuung.
Das ist Abrahams Gerechter, dessen Berücksichtigung die Rettung der Gesamtheit bewirken sollte, nicht. Sein Gerechter befindet sich בתוך העיר in Mitten der Stadt, in Mitten und in lebendiger Beziehung zu allen und allem. Er läßt nicht ab zu ermahnen, zu lehren, zu warnen, zu bessern, zu retten, wo und wie er kann. Alle und alle liegt ihm am Herzen, und er wird nicht müde, Besserung zu versuchen, wie fern auch immer die Hoffnung des Gelingens: Sein menschlich Herz verzweifelt am Menschen nie, und treibt ihn unablässig zur Tätigkeit für die Menschen. Das sind die Gerechten, die er בתוך העיר voraussetzt, denen jede Seele aller dieser Tausende schmerzlich absterben würde, wie dem Gärtner die Pflanze, um dessen Gedeihen er sich früh und spät bemüht, und von der fünfzig Abraham die Erhaltung des Ganzen zu erhoffen wagt. Beim Untergang Jerusalems lehren die Weisen wurden gerade dem Gerechten, die das Gesetz von א bis ת erfüllt hatten, zuerst dem Untergange geweiht, weil sie eben nicht בתוך העיר gewesen, und sich um die Besserung ihrer Mitbürger nicht bemüht (Sabb. 59a zu Jechesk.9)
28. Vielleicht fehlen an den fünfzig Gerechten fünf, würdest du um der fünf willen die ganze Stadt verderben? Da sprach er: Ich werde nicht verderben wenn ich dort fünfundvierzig finde.
V. 28 f. Das Vorhanden- und Geduldetsein einer Anzahl Gerechter in einem gottlosen Staat verliert seine freisprechende Beweiskraft bei einem Maximum und Minimum, und hat seine eigentliche Bedeutung nur bei einer mittleren Größe dieser Anzahl. Imponiert die Zahl durch ihre Größe, so duldet man sie, weil man sie fürchtet. Verschwindet sie durch ihre Kleinheit, so duldet man sie, weil man sie übersieht. Nur bei einer Mittelzahl, wo man sie weder fürchtet noch übersieht, hat ihr Vorhanden- und Gedultetsein seine volle Bedeutung. Darüber und darunter nimmt die Bedeutung ab. Vielleicht sucht Abraham Klarheit über dies Verhältnis und vielleicht entspricht dem auch der bemerkte Ausdruckswechsel. K Jedenfalls hat dieser Einblick in die göttliche Gnade Abraham gewährt, seinen Kindern, die ja bestimmt worden, Jahrtausende hinab als eine Minorität in Mitte der Menschheit zu wandern, und in deren eigener Mitte sich das Gute oft nur in den Schoß einer Minorität zum lebendigsten Bewußtsein gebracht. Wo aber Gott nicht verzweifelt, muß auch der Mensch mutig ausharren und das Seinige thun und unerschlafft und siegessicher für das Gute, selbst einer ganz irre gehenden Zeitgenossenschaft gegenüber einstehen, sollte dieser Sieg des Guten auch erst andämmern, wenn über sein Haupt längst sich das Grab geschlossen.So sehr wir עפר und אפר sind, aus Staub gebildet und in Asche zerfallend, so ist doch nicht alles an und Staub und Asche. In diesem Staub- und Aschenleib lebt ein Hauch seines ewigen Schöpfers und ein Echo seines Geistes. Humanität und Recht und alle geistigen und sittlichen Güter der Menschheit sind durch dieses göttliche Echo in jedes Menschen Brust verbrieft und über alle Staub- und Aschenlehren materialistischer Weisheit hinaus gesichert.
Kap 19 V.14 Da ging Lot hinaus und redete zu seinen Schwiegersöhnen, die seine Töchter geheiratet hatten, und sprach: Machet euch auf und gehet aus dieser Gegend hinaus, denn Gott vernichtet die Stadt! Da war er wie ein Spaßmacher in den Augen seiner Schwiegersöhne.
Kap. 19 V. 14Da geht nun der alte Mann in der Nacht hinaus zu seinen Schwiegersöhnen, zu den Männern, denen er seine Kinder anvertraut, bittet, beschwört sie, sich und sie zu retten da lachen sie den alten Mann wie ein Spaßmacher aus!Es steht hier nicht umsonst לוקחי בנתיו als Berechtigung des חתניו. Seine Töchter hatten sie genommen, aber seine Eidamme, in dem reinen Sinne חתניו waren sie nicht geworden. Waren ja Männer von Sodom, gab ja in Lebensanschauung und Streben kein Band zwischen ihnen und Abrahams Neffen. Für einen solchen gab es in Sodom keinen Eidam, und für seine Töchter, wenn er es verstanden hätte, seine Kinder für sich und seine Lebensrichtung zu gewinnen, gab es dort keine Männer. Allein, es war schon von V. 3 angedeutet, wie der Mann der persönlich einer besseren Richtung angehörte und sogar den Mut hatte, in der Gemeinde mit eigener Gefahr das Besserezu vertreten, doch in seinem Hause, und seinen eigenen Kinder gegenüber, nur schwach, und darum isoliert war. Ein Abraham hätte sich nimmer mit לקחי בנתיו begnügt, die nicht חתניו werden konnten, Abrahams Töchter hätten solche Männer nimmer genommen, die dem Geiste ihres väterlichen Hauses sich nicht vermählten. Es offenbart sich hier eine Schwäche, der sich noch nach Jahrtausenden in ähnlicher Weise unter ähnlichen Verhältnissen wiederfindet, und in ähnlicher Weise rächt als er zu seinen Schwiegersöhnen kam und von Gott sprach lachten sie ich aus! Und er hatte noch eher Gehör und Rücksicht erwartet, als bei den eigenen Söhnen! Er machte den Versuch zuerst bei den Schwiegersöhnen, und als diese ihn auslacht, gibt er alles auf und versucht nicht einmal bei den Söhnen!! Zu allem diesen liefert noch das frische Leben der Gegenwart leider einen traurigen Kommentar.
V.7 Und nun, gieb des Mannes Weib zurück, denn er ist ein Prophet, so daß der für dich bete und du leben bleibest. Giebst du aber nicht zurück, so wisse, daß du sterben müssest, du und alle Deinigen.
V.7 התפלל heißt: das Element der göttlichen Wahrheit nehmen, damit uns die in Gott zu gewinnende Einheit des ganzen Daseins erringen. Die jüdische תפילה ist daher der vollendete Gegensatz zu dem was man sonst Gebet nennt. Es ist nicht ein Erguß von innen heraus, ein Ausdruck dessen, wovon bereits das Herz voll ist, dafür haben wir andere Ausdrücke תחנה , שיח u.s.w., sondern es ist ein erneutes Aufnehmen und Durchdringen mit Wahrheiten, die von außen gegeben sind. Wäre das Gebet nicht תפילה, wäre beten nicht התפלל, eine Arbeit an dem eignen inneren Selbst, es auf die Höhe der Wahrheitserkenntnis und der gottdienenden Entschlüsse zu bringen, es wäre ja ein Unsinn, bestimmte Zeiten und vorgeschriebene Formeln zu haben; es setzte dies ja voraus, es sei periodisch zu bestimmten Zeiten immer die Menge einer Gesamtheit von einem und demselben Gefühle, von einem und demselben Gedanken erfüllt. Ja, es wäre ein solches Gebet ein ziemlich überflüssiges Werk. Gefühle und Gedanken, die bereits in uns lebendig vorhanden sind, bedürfen nicht erst des Ausdrucks, am allerwenigsten des vorgebildet in die Hand gegebenen Ausdrucks. Dem vollen Herzen hat noch nie der Ausdruck gefehlt, oder es war so voll, daß der Ausdruck selbst die Fülle nur geschmälert hätte und Schweigen der entsprechendste Ausdruck dieser Fülle war. Unsere vorgeschriebenen Gebete sind daher nicht Wahrheiten, deren lebendige Anerkennung sie bei uns bereits voraussetzen, sondern deren Erkenntnis und Anerkenntnis sie immer aufs neue in uns wecken, beleben, befestigen und erhalten wollen; und man kann in Wahrheit sagen, je weniger wir uns zum Gebete gestimmt fühlen, um so größer müsse das Bedürfnis zu beten sein, um so wichtiger und rettender ist die Arbeit an uns, die wir in der תפילה an uns zu vollbringen haben. Die mangelnde Stimmung selbst ist das deutlichste Merkmal von der Bedeutung jenes Gesetzes und jener Wahrheit in uns, den die תפלה nicht voraussetzt, den sie vielmehr schaffen, beleben und berichtigen soll .
Kap.21 V.6 Da sagte Sarah: Gelächter hat Gott mir bereitet, wer es höret, lachet mein.
Kap. 21, V. 6 יצחק klingt wie ein Kompositum von Kal und Piel. צחק Kal ist das natürliche, unwillkürliche, Lachen, dessen wir uns beim Anblick einer Lächerlichkeit kaum enthalten können. צחק im Piel ist das willkürliche, spottende Lachen, das die Inkonsequenz zwischen der Absicht und den Thun, zwischen dem Wollen und Vollbringen, u.ä. verhöhnt. Möglich, daß hier schon diese ironische Seite des Lachens mit hineingezogen ist. Die Welt kannte ja die Prätention mit welcher Abraham und Sara, diese zwei einzelnen, wider den Strom der Zeit zu schwimmen wagten, ja, mit welcher sie sich dieHoffnung zu nähren erkühnten, diesen ganzen mächtigen Strom noch einst wieder zurück in ein anderes Bette zu leiten! Und nun noch gar diese ganze, schon an und für sich so lächerliche Prätention auf ein spätes, zartes Reis zu pfropfen! Ein Stoß und die ganze Hoffnung ist auf ewig in ihrem ersten Anfang begraben! Wollen wir es den Zeitgenossen verdenken, wenn sie an der Wiege des jüdischen Volkes sich eines spöttischen Lächelns nicht erwehrten, da dem, Gott nicht in die Berechnung der Ereignisse und der Gänge der Zeiten mit Hineinziehenden, die welthistorischen Prätentionen des welthistorischen Judenvolkes noch heute zum Gespötte sind? Auf diese Stellung sind wir von vornherein hingewiesen, der erste Abrahamssohn ward יצחק genannt und wird so lange also genannt werden, bis alle die nur auf Gottes Waltung und Gottes Verheißung gegründeten Hoffnungen sich erfüllen, dann: אז ימלא שחוק פינו, dann wird unser Mund der zuletzt lachende sein heißt ja: יצחק: er wird lachen! und dieses Lachen wird sein צחוק wird mild hauchende Lächeln der Freude שחוק sein
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH aus dem Kommentar zur Wochenabschnitt WAJERO
Rabbiner Mendel HIRSCH szl
(1833-1900)
הפטרת וירא
Aus seinem Kommentar zur Wochenabschnitt Wajero:Könige II. Kap.4, V.1 (Auszug)
Ein Contrast und eine Parallele dürften die Wahl dieses Kapitels zur Haftora für וירא bestimmt haben. Der Staat des Gottesgesetzes ist der einzige, und nicht bloß des Altertums, in welchem dem Gläubiger keinerlei Rechte auf die Person, geschweige auf die Kinder des Schuldners zustand. Der Geist dieses Gesetzes sichert den vermögenslosen Schuldner vielmehr auch hinsichtlich des Mobiliarbesitzes vor rücksichtsloser Ausnutzung des Pfandrechtes. Und wo der Rechtsschutz aufhört, da beginnt unter dem Strahle des Gottesgesetzes an die Söhne und Töchter Abrahams und Sarahs der Anspruch auf Liebe. Das ist die abrahamitische Zedaka im Gegensatz zu dem sodomitischen Rechte. So fordert es Gesetz und Recht der Thora. Demgegenüber wird uns nun hier ein Einblick in die inneren Zustände im Reiche Jissroéls eröffnet. Wir sehen eine Witwe, die Frau eines Propheten, mit ihren zwei verwaisten Kinder in bitterster Not, Gläubiger, der, da nichts mehr zu finden ist, die Kinder in Schuldknechtschaft abführen will, - eine Gesellschaft, in der sich kein Begüterter mehr findet, der sich in der Not annimmt, kann es einen größeren Kontrast geben zu dem Liebeswirken des Ahnen, das in den Worten der Sidra uns vergegenwärtigt war? Diese, vermeintlich aufgeklärte, israelitische Gesellschaft, in der freilich eine angesehene Frau, ganz wie in Sodom auch, im Vollgefühl ihrer Sicherheit sagen konnte: Inmitten meines Volkes lebe ich! bedarf keiner Fürsprache bei Fürst oder Feldherrn! in der aber Witwen und Waisen der bitterster Not preisgegeben sind, ohne daß sich eine Hand rührt, ja in der Schuldknechtschaft ganz wie bei den anderen Staaten des Altertums zum herrschenden Recht geworden und sich auch auf die Kinder erstreckte :gibt es einen grelleren Gegensatz zu dem liebatmenden Geiste des Abrahamszeltes, dem ja auch diese entarteten Söhne und Töchter Jissroéls entstammten? Und wenn nun gar nach der Überlieferung der Väter, der heimgegangen war und seine Kinder in solcher Not hinterlassen hatte, kein Geringer war, als der Prophet Obadja, der sein Vermögen geopfert und sich mit Schulden belastet hatte um hundert Gottespropheten vor dem fanatischen Wüten der mordgierigen Isabel zu retten und in der Verborgenheit zu erhalten so erscheint die Verlassenheit der Seinen von den Menschen und ihre Rettung durch das Eingreifen Gottes um so bedeutungsvoller.
Wie in der Hütte des Armen als Retter aus sozialem Tode, so offenbart die göttliche Waltung im Hause des Reichen als Retter aus physischem Tode. Die Parallele aber in der Geschichte von der Sunammiterin und ihrem Kinde mit der Geburt Jizchaks liegt auf der Hand. Beide Geburten fehlt die physische Vorbedingung, in beiden zeigt sich die göttliche Allmacht als Herr über die physischen Lebensbedingungen. Was aber nach Gottes Verheißung ins Leben gerufen, das wird auch durch Gottes Allmacht im Leben erhalten und verfällt nicht dem Tode, wenn es ihm auch scheinbar erliegt. Wie das Kind der Sunammiterin einmal, so war das Abrahamsgeschlecht seit Jahrtausenden ungezählte Male dem Tode verfallen. Und wie nach göttlicher Führung das Kind aus dem Tode zum Leben erstand, nachdem die Lebenswärme des Propheten es erwärmt, und sein Mund mit des Propheten Mund, seine Augen mit des Propheten Augen und seine Hände mit des Propheten Händen sich deckten: so ist auch Jissroél aus tausendfältigem Tode erstanden und wandelt als das Unsterbliche unter den Sterblichen, weil und sofern es von den Propheten durchglühenden אש דת, dem alten jüdischen Gesetzes-Feuer durchglüht wird und seinen Mund zum Organ des Gotteswortes weiht, mit seinen Augen die Welt im Lichte des Gotteswortes schaut und seine Hände in den Dienst der Verwirklichung des Gotteswortes stellt.
Im Lichte des durch die Sidra neubelebte Wahrheit zeigt jener Kontrast den verirrten Abrahamssproßen warnend die Parallele den treuen Erben seines Geistes und seines Herzens dem ewigen Schutz und den ewigen Segen des Abrahamsbundes verheißt.
(Die Haftoroth übersetzt und erläutert, Frankfurt am Main 1896: S. 26-32 Könige II.41, Kap 4 V.1 u.w.)
Rabbiner Dr. Salomon BREUER zur Wochenabschnitt WAJÉRO
Rabbiner Dr. Salomon BREUER
(1850 1926)
וירא
Belehrung und Mahnungzur Wochenabschnitt Wajero (Auszug)
Es genügt nicht, daß wir die Mizwo üben, es kommt vor allem darauf an, wie wir sie üben, ob wir ihrem Rufe freudig und mit ganzer Hingabe entsprechen, ob sie uns in Wahrheit beglückt und beseligt, daß wir nicht, wenn wir können, ihr aus dem Wege und nur, wenn wir nicht umhin können, schwerfällig oder gar mißmutig dem Gebot der Pflicht nachkommen.
ושמרתם את המַצת ושמרתם את המִצת rufen die Weisen uns zu: מצות הבאה לידך אל תחמיצנהו Wie wir die Mazzo rasch und behend herzustellen haben ohne Aufschub und ohne Verzug, so gilt das gleiche von jeder מצוה, דרך מצותיך ארוץ Auf dem Weg, den mich Deine מצות führen, laufe ich! singt der Psalmsänger (119,32) חשתי Ich eile ולא התמהמהתי aber nicht, weil ich mich verzögert, zu lange gewartet hätte לשמור מצותיך wenn es gilt, Deine מצות zu erfüllen! Gelaufen bin ich, wenn es um ein מצוה handelte! שמרתי באומרים לי בית ה' נלך Der Ruf ins Gotteshaus erfüllte mit Freude mich. שש אנכי על אמרתך כמוצא שלל רב (Ps. 119,162) Voll Freude bin ich über jedes Deiner Worte wie einer, der reiche Beute gefunden. Und תחת אשר לא עבדת את ה' אלקיך בשמחה ובטוב לבב מרב כל (Deut. 28,47) Weil du nicht mit ganzer Herzensfreude Gott gedient lautete unser göttliches Ausweisungsdekret. Nicht weil wir Gott nicht gedient, sondern weil wir uns die Erfüllung des Gotteswillen nicht zur Freude, zur höchsten Herzensfreude gereichte, wies Gott uns in die Fremde.
Die Akeda wäre uns nimmer zum leuchtenden Vorbild für alle Zeiten geworden, wenn Abraham nicht bereit gewesen wäre, mit ganzer Hingebung und Freudigkeit seinen einzigen Sohn auf Gottes Geheiß zu opfern. Mit welch hingebungsvoller Freudigkeit er aber bereit war, auch diese schwerste ihm von Gott auferlegte Prüfung zu bestehen, geht klar und deutlich aus den zwei Stellen hervor, die den Anfang und Schluß der Akeda zu charakterisieren. וישא אברהם את עיניו וירא את המקום מרחוק Aus der Ferne sah er schon den Ort. Was man nicht gerne sieht, sieht man oft in allernächster Nähe nicht, will es nicht sehen. Was man gerne sieht, sieht man, glaubt man schon aus weiter Ferne zu erblicken. מרחוק וירא So sieht Abraham schon aus der Ferne den Ort, freudig schlägt ihm das Herz, da er sich am Ziele weiß! Und auch am Schluß: וישא אברהם את עיניו וירא והנה איל Wer zu Tode verurteilt, auf der Richtstätte unmittelbar vor der Hinrichtung begnadigt wird, eilt vor Freude schleunigst hinweg, und sieht sich nicht erst noch einmal um, ob er an dieser Stätte nicht doch noch etwas zu suchen habe. Jeder andere an Abrahams Stelle wäre in dem Augenblick, als das göttliche אל תשלח ידך אל הנער an sein Ohr drang, freudig und glücklich so rasch wie möglich mit dem geliebten Kind hinweggeeilt. Abraham aber zögerte וישא את עיניו, sieht sich erst noch um, ob er denn gar nichts tun könne, um Gottes Willen zu dienen והנה איל, da erblickt er den Widder, den er alsbald an der Stelle seines Sohnes opfert. Ja, צדיקים מתרוממים בעיניהם Pflichtgetreue werden auch durch ihre Augen gehoben, habe ganz andere Augen als gewöhnliche Menschen, sie sehen auch da, wo andere noch nicht oder nicht mehr zu sehen pflegen!
Und so sieht auch unser Abraham וישא אברהם את עיניו וירא והנה שלשה אנשים נצבים עליו wie die drei Männer schon in seiner nächsten Nähe stehen, sie bereits bei ihm, neben ihm stehen. Manch anderer sieht אורחים nicht, auch wenn sie unmittelbar vor ihm stehen, will sie nicht sehen, geschweige denn, daß er sie aus der Ferne sieht Abraham sieht sie נצבים עליו neben sich, während der ihnen entgegenlaufen muß! Und er läuft, was er kann, läuft und läuft und kommt aus dem Laufen nicht heraus: וירץ לקראתם läuft ihnen entgegen, ואל הבקר רץ läuft zum Rinde, וימהר האהלה läuft zum Zelte, וימהר לעשות אתו es ist die שמחה של מצוה, die sein ganzes Weisen beseelt und seine Füße beflügelt, ohne Zögern und Zaudern den Willen seines Schöpfers zu erfüllen.
Dieses Laufen, dieses wiederholte Laufen, dieses שלוש ריצות, wie sich die Weisen ausdrücken, offenbart Abrahams herrliche Größe. Bedenken wir: er ist ein 99 jähriger Greis, der וירא אליו kurz zuvor die Milo an sich vollzogen, und dem Gott soeben den Krankenbesuch abgestattet! Wahrlich, wenn מצות מילה uns aufruft, auch unsere sinnlichsten Triebe und Anlagen Gott zu unterordnen und im Kampf mit ihnen als Sieger vor Gott uns zu bewähren, so hat Abraham in dieser Stunde diesen Sieg über sich davongetragen! Dieser הכנסת אורחים-Akt war eine Erfüllung der Milo! Dieser jugendliche Greis, der körperlich schwach und hinfällig, in jugendlichem Feuer von dem einzigen Gedanken erfüllt ist, Gottes Willen zu verwirklichen steht als sieggekrönter Held vor uns da.Denn wenn איזהו גבור הכובש את יצרו der in Wahrheit ein Held ist, der sein ganzes Wesen sieghaft in den Dienst des Gotteswillen zu stellen die Kraft besitzt, so stehen wir voll Bewunderung vor Abrahams Riesenstärke Und es versteht sich von selbst, daß unser Weisen unter האדם הגדול בענקים dem Menschen, dem Größten unter den Riesen in erster Reihe unseren Stammvater Abraham begreifen.
Von dieser Riesenstärke haben Gottes Engel keine Ahnung. Sie sind eben nicht ילוד אשה von einem Weibe geboren, besitzen nicht die Schwäche eines ילוד אשה, werden nicht hinfällig und krank, besitzen keinen יצר הרע, der es niederzukämpfen gilt, kennen ורגליהם רגל ישרה nur die eine gottgewiesene Richtung, auf der ihrer im Dienste Gottes stehende Kraft sie bewährt kennen aber dafür auch nicht die Siege, die ein ילוד אשה zu erringen, nicht die Höhe, zu der ein ילוד אשה sich zu erheben vermag. Wie herrlich spricht sich dieser Gedanke in dem Ausspruch der Weisen aus, wenn sie meinen: נצבים עליו ehe Abraham dieses גמילות חסד übte, standen die Engel über ihm, glaubten sie über ihm zu stehen, doch nun והוא עומד עליהם steht er hoch über ihnen, und im Anblick solcher Menschengröße erfaßteZittern Michael und es zitterte Gabriel!
Quelle: Rabbiner Dr. Salomon BREUERBelehrung und Mahnung erster Teil DeuteronomiumJ.Kaufmann Verlag Frankfurt am Main 1936 S. 29 - 37
Rabbiner Dr. Raphael BREUER: Nationaljudenthum - ein Wahnjudenthum (Auszug)
Rabbiner Dr. Raphael BREUER
(1881-1932)
Nationaljudenthum - ein Wahnjudenthum (Auszug)
Wer nicht zu uns gehört, ganz zu uns gehört, der ist gegen uns. Wer da behauptet, er achte die Orthodoxie in ihren aufrichtigen Bekennern, nur er selber wolle nicht orthodox sein, weil er den orthodoxen Standpunkt nicht theile, ihn für einen längst überwundenen halte, der hat, von unserem Standpunkt aus betrachtet, längst mit dem einzigen, wahren Judenthum im Innern gebrochen, er hat sich losgesagt von Hakodausch Boruch Hu und seiner Thauroh, und das Judenthum, das er sich, weil er nun einmal als assimilationsunfähiger Jude ein Judenthum nicht entbehren kann, aus erträumten Idealen einer in weite Nebelfernen hinausgerückten, auf Zion beruhenden Nationalkultur, nothdürftig zusammengezimmert, ist ein - Wahnjudenthum. Was macht uns zu Juden? Die Geburt? Die Erinnerung an vergangene Herrlichkeit des Judenthums? Das jüdische Herz? Das jüdische Gefühl? Nein und tausendmal nein! Gewiß, die Bestimmung Jude zu sein, verliert kein Jude. Er wird mit dieser Bestimmung geboren. Ob er nun aber aus dieser Bestimmung praktische Konsequenzen für's Leben zieht, oder nicht, ob er sein Leben in allen seinen Beziehungen unter das Diktat der Thauroh stellt oder nicht, ob er in seinem Genussesleben die von der Thauroh gezogenen Schranken bewahrt oder nicht, ob er Koscherfleisch genießt, ob er Thefillin legt, Schaboßauß und Jomim Tauwim hält, die Gesetze für's eheliche Leben beobachtet, seine Kinder jüdisch erzieht und sie herantreten läßt an die Quellen des jüdischen Schriftthums, auf daß sie Begeisterung daraus schöpfen und Liebe für ihren jüdischen Beruf und ihre nationale Aufgabe - oder nicht -: das und nur das allein entscheidet darüber, ob der mit der ewigen, unvergänglichen und unverlierbaren Bestimmung, Jude zu sein, geborene Jude in Wirklichkeit Jude ist oder nicht. Judenthum heißt: Thauroh. Jude sein: die Thora halten. Was sagt der Zionismus dazu? "Religion ist Privatsache".
S R HIRSCH Kommentar zur Wochenabschnitt Lech Lecho (Auszug)
Samson Raphael Hirsch
Lech Lecho (Auszug)
Kap. 12, 1 לך לך: Gehe für dich, isoliere dich!. So bei Jithro וילך לו, er leiste auf die Vorteile Verzicht, die ihm die Verbindung mit Jissroél gebracht hätte. Also hier: Gehe für dich, deinen eigenen, von deinem Lande, u.s.w., von allen deinen bisherigen Verbindungen dich isolierenden Weg. Die erste Auswanderung aus Ur Kasdim war vielleicht ein Fortgehen um einer Rettung willen. Diese Anforderung setzt die Entfernung zum Selbstzweck. Wir haben an diesen jüdischen Sprachgedanken erinnert, um uns zu vergegenwärtigen, wie tieF und innig schon unsere Sprache den Wert des Vaterlandes und der Heimat fühlt und würdigt, und es gewiß nicht Geringschätzung dieser Momente ist, wenn hier die Pflanzung des ersten jüdischenKeimes die Lossagung von Vaterland, Geburtsort und Vaterhaus, die Lossagung von Nationalität und Heimat fordert. Vielmehr liegt gerade in der Würdigung dieser Momente die Größe der hier geforderten Isolierung. Diese Anforderung selbst setzte Abraham in den entschiedensten Gegensatz zu der herrschenden Richtung seiner Zeit. Nicht Individualisierung, nicht Anerkennung des Wertes und der Bedeutung des einzelnen, vielmehr Centralisierung, die den Menschen seinen persönlichen Wert verlieren läßt und ihn zum Handlanger, zum Ziegelstein für den Ruhmesbau einer angeblichen Repräsentanz der Gesamtheit erniedrigt, das war, wie wir gesehen, die Richtung der Zeit, die unter der Parole ihres נעשה לנו שם den Turmbau des Menschenruhmes begann. Diese Richtung erzeugt den Wahn einer überall und für alles geltenden Majorität, macht, daß zuletzt alles, was in dem Vaterlande der Majorität als Höchstes gilt, auch damit schon ohne weiteres von jeden als Höchstes angesehen und verehrt wird. Es sollte allerdings eine jede Gesamtheit die Vertreterin des wahrhaft Höchsten und Heiligen sein, und in dieser Voraussetzung würdigt auch das Judentum den Anschluß an die Gesamtheit in seiner vollen Bedeutung. Jedoch an der Spitze des Judentums steht: לך לך das für sich gehen als das noch Höhere. Niemand darf sagen: ich bin so gut, so gerecht, als es eben Mode ist. Jeder ist Gott für sich selbst verantwortlich. Wenn nötig: mit Gott allein! wenn es sein muß, wenn das in einer Majorität vergötterte Prinzip nicht das wahrhaft göttliche ist dies Bewußtsein ward von Abraham als der Ausgangspunkt für seine und seines einstigen Volkes Bestimmung gefordert. Wohl lehrt, wie wir gesehen, schon unsere Sprache in den Worten ארץ und בית, wie die starken Banden der Mensch an beide geknüpft ist: jedoch stärker als das Band, das uns mit Vaterland und Familie verbindet, soll das Band sein, das uns mit Gott verknüpft.
Wie hätten wir existieren können und könnten wir existieren, hätten wir nicht von vorn herein von Abraham den Mut einer Minorität erhalten!
Zeitgemäßes Judentum! Der lauteste Protest dagegen ist das erste jüdische Wort: לך לך! War Abrahams erstes Auftreten zeitgemäß? In Mitten von Chaldäa, Babylon, Assyrien, Phönizien, Ägypten! Vergötterung der Sinnlichkeit und der Macht war da die zeitgemäße Predigt, vergöttertes Genussleben in Asien, Vergötterung der Menschenmacht und Ertötung des freien Menschen in Ägypten; der Gedanke Gott war bis auf wenige Spuren verschwunden, da soll ein Abraham auftreten, und während die ganze Welt sich fest anzusiedeln, sich anzubürgern trachtet, soll er seine Heimat, sein Bürgerrecht aufgeben, sich freiwillig zum Fremdling machen, den von allen Nationalitäten vergötterten Göttern den Protest ins Angesicht sprechen; das erfordert den Mut und die Überzeugung von der Wahrhaftigkeit der inneren Gesinnung und des Gottesbewusstseins, das fordert das jüdische Bewusstsein, den jüdischen Trotz und das war das erste, worin Abraham seine Berufung zu bewähren hatte.
So begreifen wir auch wohl, wie unsere נביאים, jene von Gott bestellten Zeitenwächter. צופים, die ihrem Volke die Merkzeichen alles erlebten und noch zu erhoffenden קצים, Zeitenenden, Erlösungsanfangen, unverlierbar in die Endbuchstaben seines Alphabets hineingeschrieben haben, und die ganze jüdische Weltgeschichte in den doppelt ך , doppelt מ , doppelt נ , doppelt פ und doppelt ,צ des לך לך des Abraham,עצמת ממנוdes Jizchak, הצילני נאdes Jakob, פקוד יפקודder גאולת מצרים, צמח שמו ותחתיו der einstigen גאולה zusammenfassten, wie sie in dem לך לך des Abraham den ersten Ausgangspunkt der גאולה erblicken konnten. Mit dem Isolierungsrufe, welchem Abraham gehorchte, war die jüdische Welterlösung entschieden.
V.2 ואעשך לגוי גדול Eine zahlreiche Nachkommenschaft macht aber noch kein Volk. Damit eine Masse ein גוי, eine Volkseinheit bilde, dazu bedarf sie eines gemeinsamen Bandes. Überall sonst ist dies das gemeinsame Land, das Zusammenwohnen unter denselben Einflüssen, das Getragenwerden von dem gemeinsamen Boden der Existenz. Abrahams Nachkommen aber sollen auch ein Volk, nicht aber durch gemeinsamen Boden, sondern wiederum nur durch Gott werden. Abrahams Geist soll sich in seinem Nachkommen wiederholen und: was anderen Völkern ihr Boden ist, das sollst du in deinen Nachkommen sein. Mit der Abstammung von dir sollen sie auch das volksbildende Einigungselement erben. Dadurch, daß wir noch jetzt אלקי אברהם, Gott, wie in Abraham erkannt, wie er sich ihm offenbart und in der Leitung seines Geschickes gezeigt hat, אלקינו, unserem Gott nennen und wir bedürfen diese Bezeichnung nicht zur partikularistischen Absonderung, sondern gerade zur reinhaltenden Unterscheidung des abrahamitischen Gottesbegriffes קונה שמים וארץ, von jeder partikularistischen Trübung dadurch, durch dieses von Abraham überkommene gemeinsame geistige Erbe sind wir noch heute ein Volk, nachdem wir schon längst das Band des gemeinsamen Bodens verloren. Und darin daß nicht nur Abraham, sondern auch sein Sohn und Enkel solche Persönlichkeiten wurden, in welchen sich Gottes Waltung also manifestierte, daß auch sie mustergültig für die ganze jüdische Nation blieben, und wir nicht nur אלקי אברהם, sondern auch אלקי יצחק und אלקי יעקב sprechen: darin erkennen die Weisen zunächst die dem Abraham gewordene Segnung und Größe. Und gerade in אלקי יעקב verwirklicht sich das ואגדלה שמך, Jakobs, in dessen Geschick es sich vor allem mustergültig zeigte, daß die jüdische Bestimmung unabhängig von äußerer Größe und äußerem Glanze sei. Je weniger ein Mensch hat, um so größer erscheint seine Persönlichkeit. Die Größe, der Segen, den ein Unbemittelter verbreitet, kann nur in seine Persönlichkeit wurzeln. Wenn ein יעקב groß ist, wenn eine Nation glänzt, die seit Jahrhunderten nicht in Kriegsruhm u.s.w. exzelliert, so kann dies eben nur in ihrer geistig sittlichen Persönlichkeit liegen, eben יעקב ist מגדל שמך.
Bei näherer Betrachtung dürfte mit diesen ersten drei Sätzen Abraham die ganze Summe der jüdischen Geschichte in nuce in die Hand gegeben sein. In 1:לך לך מארצך וגו' erscheint Abraham bloß als Individuum, wage es, allein zu sein! In 2:ואעשך לגוי וגו' , tritt schon das Volk hervor, aber noch außer Berührung mit anderen Völkern, der Segen Abraham ist schon bedingt durch den Segen anderer, ja es können schon andere wagen, ihm zu fluchen. Abrahams Aufgabe war, sich zu isolieren, Wandel allein mit Gott. Zweites Stadium: die Schöpfung eines Volkes aus diesem Abraham. Wenn es hervortreten soll, daß dieses Volkes Dasein eine zweite Schöpfung Gottes in der Geschichte sei, so kann dieses Volk nur auf dem Wege der Heimatlosigkeit, des גלות und גרות zu einem Volk werden. Sesshaft wäre es kein אצבע אלקי', kein מעשה השם gewesen. ואעשך לגוי גדול: von יצחק bis יציאת מצרים,ואברכך.dann werde ich dich einpflanzen in ein ארצ זבת חלב ודבש;ואגדלה שמך nicht אגדל שמך. Gott kann Menschen und Völker segnen, aber daß sie zu einer solchen sittlichen Größe gelangen, um ein mustergültiger Mensch, ein mustergültiges Volk genannt zu werden, das kann Gott nur wünschen das ist durch die Treue bedingt, die dem göttlichen Gesetze gezollt wird. Ebenso heißt es nicht: והיית ברכה, oder:ותהיה ברכה sondern והיה ברכה, werde ein Segen, in diesen zwei Worten die ganze sittliche Aufgabe zusammenfassend, deren Lösung eben die Erfüllung jenes Wunsches bedingt: ich möchte deinen Namen groß werden lassen, werde du ein Segen! Ich möchte dich zu einem Volke machen, auf welches die Völker nur hinzublicken hätten um sich ihrer Aufgabe bewusst zu werden, und diese Aufgabedie Du im Gegensatz zu allen sonstigen Völkerbestrebungen zu lösen haben sollst, heißt: Segen werden!
Allen anderen streben danach, nicht להיות ברכה, sondern להיות ברוכים, Segen zu gewinnen, gesegnet zu werden, und vor allem Völker. Die Redlichkeit, Menschlichkeit und Liebe, die man von dem einzelnen noch fordert, wird im Verhältnis von Volk zu Volk zur Torheit, gilt der Diplomatie und Politik für nichts. Trug und Mord, die den einzelnen zum Kerker und Henker führen, werden zum Besten der Staaten im großen geübt, mit Orden und Lorbeer bekränzt. Die abrahamitische Nation hat von allen diesen Nationalinstitutionen nichts, sie weiß nichts von einer Nationalpolitik und einer Nationalökonomie. Derjenige, der der Träger ihrer Nationalwohlfahrt sein wollte, braucht keine Subsidien zu geben und auf keine Koalition und Bündnisse zu rechnen. Zu seinem Gebote stehen der Regen und der Sonnenschein, die Kraft und das Leben, die Macht und der Sieg. אם בחקתי תלכו, dann macht sich alles andere von selbst. In Mitte der Menschheit, die נעשה לנו שם ihrem ganzen Streben als Devise aufprägt und die Selbstvergötterung und den rücksichtslosen Ausbau der eigenen Wohlfahrt als maßgebendes Ziel anstrebt, soll Abrahams Volk in Einzeln- und Gesamtleben nur dem einen Ruf folgen: היה ברכה, Segen zu werden sich mit aller Hingebung den Gotteszwecken des Welten- und Menschenheils zu weihen, darin mustergültig die Wiedererstehung des reinen Menschentums, des אדם in seiner ursprünglichen Bestimmung, zur Anschauung bringen, dann werde Gott seinen Segen zu frischer Lebenstätigkeit geben und zur Weckung und Erziehung der Völker zu gleichem Streben den Namen des Abrahamvolkes weithin leuchten lassen: ואברכך ואגדלה שמך. Dieses zweiten Stadium sollte in ארצ ישראל zur Verwirklichung kommen, dort sollte Israel in seiner unnahbaren Isolierung von den Völkern, nicht nur das Gesegnete, sondern in erster Linie das Segen verbreitende, ein Segensquell geworden sein וישכן ישראל בטח בדד עין יעקב dann hätte alles, was jetzt uns erst באחרית הימים winkt, sich bereits seit Jahrtausenden erfüllt, und der ganzen Entwicklungsgang der Menschengeschichte wäre seitdem ein anderer gewesen.
Allein diese erste Verheißung an Abraham scheint auf ein drittes Stadium hinzuweisen schon, wie bereits bemerkt, stellt das optative ואגדלה die Verwirklichung jenes zweiten Stadium nur als bedingten Wunsch hin der dritte Satz scheint ein Zustand anzudeuten, in welchem das Abrahamsvolk mit seinem Segen und Fluch von Menschen abhängig erscheint, wo Menschen es segnen, Menschen ihm fluchen können; es wäre dies somit das Stadium des גלות, dem dieses Volk entgegengeht, wenn er seine Aufgabe vergisst und statt להיות ברכה, den Völkern gleich sich dem Streben hingibt להיות ברוכים; und hier, für dieses Galuth, wo es hinausgestreut unter die Völker, abhängig von ihrem Segen und Fluch preisgegeben erscheint, hat Gott daß große Wort gesprochen: ואברכה מברכיך, die dich segnen, die dich fördern, die dein Prinzip würdigen und anerkennen und sich deiner Sinnlichkeit und Gottesverehrung fördernd zu unterordnen, sie werde ich segnen und auch hier wieder tritt diese Verheißung optativ auf, Israel möge sich in der Zerstreuung also bewähren, daß seine Förderung des Völkerheils bedeutete.
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH aus dem Kommentar zur Haftoro Wochenabschnitt Lech Lecho
Rabbiner Mendel HIRSCH szl
(1833-1900)
לך לך
Von Abrahams Wirken bis zur heißersehnten Erlösung:
weltgeschichtlicher Sieg eines Prinzips
Aus seinem Kommentar zur Wochenabschnitt Lech Lecho: Jesaja Kap.40,27-31 u. 41,1-16 (Auszug)
Die Parallele zwischen Jissroéls Geschick und Aufgabe und dem Siegeszuge seines großenAhnen Abraham hat dieses Prophetenwort in die Sidra bestimmen lassen. Die Isoliertheit inmitten einer ihn nicht begreifenden Welt; das lange Ausharren bis auch nur der allererste Anfang der Erfüllung der empfangenen Verheißung eintrat; das felsenfeste Vertrauen; der glorreiche Sieg über die siegestrunkenen Völkerkönige; der noch glorreichere, der in der Selbstvollendung und in der Gewinnung seines Kindes für die selbe Höhe von Morias Gipfel durch die Jahrhunderte strahlt sie sind das Vorbild der Bestimmung und des Geschickes seiner Kinder und des einstigen Sieges des von ihnen durch die Zeiten und die Völker getragenen Principes. Dieses Prinzip heißt: היה ברכה, das Streben, nicht gesegnet, sondern: selbst für Andere zum Segen zu werden, jene edle Humanität, die ohne jegliche nationale oder confessionelle Beschränkung kein höheres Glück kennt als, andere glücklich zu machen, wie dies aus dem Liebenswirken Abrahams so herrlich uns entgegenleuchtet. Diese echte, in abrahamitischem Sinne in Wahrheit um Gottes Willen geübte selbstlose Liebe ist es, die zur Gerechtigkeit hinzukommen muss, um das wahre Menschenheil aufblühen zu lassen. Der Kampf und der endliche Sieg dieses Principes bildet den Inhalt der ganzen Weltgeschichte.
Kap.40, 27 Warum sagst du, Jakob, und behauptest, Jissroél: Gott ist mein Weg verborgen, und meinem Gotte entschwindet mein Recht!
Jakob: nach der Geschickesstellung, Israel: nach der Bestimmung. In beiden Beziehungen, so zeichnet es das Prophetenwort, erblickt Jissroél die Wirklichkeit im Gegensatz zu seinen, wie es glaubt, berechtigten Erwartungen. דרכי:דרך bedeutet im bildlichen Sinne in der Regel die individuelle sittliche Entwicklung des Menschen. Sowohl im Hinblick auf seinen Lebensweg, als auch auf die Siegesverheißung, die dem von ihm getragenen Lebensprincipe von Gott geworden, glaubt Jissroél sich in der Klage berechtigt, daß Gott sich von ihm abgewandt habe. Da in der Antwort V.28 nicht auf die Unwürdigkeit, sondern nur auf die Kurzsichtigkeit des also Klagenden hingewiesen wird, so ist es ein ernstes, auf dem Boden des Gottesgesetzes sich haltenden Geschlecht, dessen Mutlosigkeit hier entgegengetreten wird. Du glaubst, Gott sehe deine Lebensführung nicht, weil du trotz deiner Gesetzeserfüllung noch immer in der Jakobsstellung verharren, jedes nicht ganz verkümmerte Recht als Gnade hinnehmen musst, und du verzagst an dem endlichen Siege der Lehre von reinem Menschentum, von der Majestät des Rechtes und der Liebe, weil du überall nur den Triumph der Gewalt und die Anbetung des Erfolges erblickt? תאמר: die ausführlichere, erklärende und begründete Darlegung, תדבר: der kurz bestimmte Ausspruch. Dein Geschick drängt dich von selbst zu eingehender Aussprache:תאמר. Dafür, daß das Morgenrot der allgemeinen Herrschaft des Rechtes und der Liebe noch nicht angebrochen, dazu bedarf es nur des kurzen Hinweises:תדבר.
V.28Hast Du es denn nicht erkannt, wenn du es nicht vernommen: Gott der Ewigkeit ist Gott, er schafft die Ende der Erde, er ermüdet nicht und er ermattet nicht, keine Ergründung giebt es seiner Einsicht.
Aus deinem eigenen Dasein, aus der Tatsache deiner Erhaltung, sowie aus den Erfahrungen der Vergangenheit solltest du dir selbst die Antwort geben können. Gottes Plan, der Menschheits-Erziehungsplan, umfasst Jahrtausende, dein Auge aber erblickt nur eine kurze Spanne Zeit, und in dieser Zeit nur einen kleinen Raum und in diesem zeitlich und räumlich umschränkten winzig kleinen Gebiete nur das Äußerliche, die Oberfläche, der zeitlichen Gestaltungen: Gott aber schafft in jedem Augenblicke die Enden der Erde er überschaut in jedem Augenblick Alles und hat Alles in seiner Hand. Deshalb ist es so töricht, so vermessen, sich eine Einsicht in seinen Plan zuzutrauen oder zu wähnen, nach dem Ergebnis der eigenen, so menschlich beschränkten Erfahrung den jeweiligen Stand des Zeigers der Weltenuhr bestimmen zu können אין חקר לתבונתו.
29. Er gibt dem Ermüdeten Kraft, und dem der Kräfte baren will er Fülle und Stärke verleihen.
30. Mögen Knaben ermatten und ermüden, und Jünglinge anhaltend straucheln:
31. die auf Gott hoffen, erneuen stets die Kraft, Adlern gleich gewinnen sie Schwingen, sie eilen und ermüden nicht, sie schreiten dahin und werden nicht matt.
V.29 31. Gottes Kraft erlahmet nie, von ihr spendet Er in jedem Augenblicke dem Ermatteten, deß ist deine eigene Erhaltung sprechendster Zeuge. Alles gegen Seinen Plan Ankämpfenden erweist sich, trotz allen zeitweiligen Scheines besonnen Ernstes und dauernder Stärke, in Wahrheit als knabenhaftes Unterfangen und verflackerndes Strohfeuer jugendlicher Thorheit; während קו, wörtlich: die rückhaltlos zu Gott Hinströmenden (vergl. יקיו המים אל מקום אחר) stets neue Kraft gewinnen, das Unmögliche vollbringen, in ihrem scheinbar langsamen Dahinschreiten die einzigen Eilenden, rasch dem Ziele sich Nähernden sind und Ermattung nimmer kennen. Der Lohn der Pflichttat, lehren die Weisen, ist die Kraft und das frohe Aufstreben zur neuen Pflichttat.
Kap.41, V.1 Höret schweigend mir zu, ihr meerfernen Lande, und die Staaten mögen ihre Kraft erneuen, mögen sie hintreten, dann mögen sie reden, lasst uns zusammen hintreten zum Gerichte!
Kap. 41, V.1 ההרישו אלי אים: nicht an den kleinen Kreis einer von vornhinein gewonnenen gläubigen Gemeinde wendet sich das Gotteswort, sondern an seine Gegner inmitten der Gesamtmenschheit. Das Gotteswort geht der Kritik nicht aus dem Wege, es fordert sie heraus, en hat sie nicht zu fürchten, יחדו למשפט נקרבה, mit der überzeugenden, jeden Widerspruch lähmenden Kraft welthistorischer Tatsachen tritt es den Völkern entgegen.
V.2 Wer hat erweckt aus dem Osten den, der mit jedem Schritte Ihn verkünden sollte durch Lebensgerechtigkeit? Er gab Völker vor ihn dahin und über Könige ließ Er ihn herrschen, jedoch sein Schwert ließ Er wie Staub sein, verwehtem Strohhalme gleich seinen Bogen!
V.2 מי העיר ממזרח וגו': Abrahams Eintritt in die Geschichte wird so farbenprächtig wie charakteristisch als ein Sonnenaufgang am Nachthimmel der Menschheit bezeichnet. Während die verblendete Menschheit sich an den Ruhmeswagen eines Nimrod spannen ließ mit der Losung: העשה לנו שם, wir wollen uns einen Namen machen! ging Abrahams Leben in den Streben auf: יקראהו לרגלו, bei seinem Eintritt oder mit jedem Schritte seines Lebens verkündete er den dem Bewusstsein der Menschen entschwundenen Gott, nicht durch das Bekehrungswort des Missionärs, sondern durch das צדק seines tatenreichen und tatenfrohen Pflichtlebens. צדק ist ja jene Gestaltung des Tatenlebens, die jedem Wesen volle Befriedigung seiner Ansprüche zu gewähren weiß. Und weil er inmitten der Menschheit der Einzige war, der nicht sprach: נעשה לנו שם, der Einzige; der selbstlos, nicht gesegnet, sondern selbst ein Segen werden wollte, der der Machtvergötterung und Erfolganbetung die Huldigung des Rechtes und der Liebe entgegensetzte, der Einzige, der dem Wege der anderen nicht betrat: so gab Er, der inmitten der kriegerischen, jederzeit kampfgerüsteten Völker, seinen Bogen wie verwehten Strohhalm und sein Schwert machtlos wie aus Staub sein ließ gleichwohl Völker unter seine Machthoheit und ließ über Könige ihn herrschen, und er zog als Sieger dahin durch die Völker und nahm ihre Huldigungen entgegen, deren Weg er mit seinen Füssen nimmer betrat. Das Prinzip aber das so mit dem Ahnen siegreich eintrat in die Geschichte, es wird von seinen Kindern durchgetragen und wird den einstigen dauernden Sieg erringen und der Menschheit, nach Überwindung, ja Zertrümmerung alles feindlich starr Widerstrebenden, die heißersehnte Erlösung in Wirklichkeit bringen.
V.4 Wer hat es gethan und vollbracht, die Geschlechter berufend von Anfang an? Ich, Gott, bin der Erste und mit den Spätesten bin ich derselbe!
V.4 Die ganze Weltgeschichte ist der Weg der Verwirklichung meines Plans. Ich bin und bleibe derselbe; Ich bin es, der Geschlecht nach Geschlecht beruft, auch die vom Wahne ihrer Selbstherrlichkeit Trunkenen werden in ihren Geschicken von mir geleitet, und stehen mit dem, was sie erstreben und vollbringen, und mit dem, was sie erleiden, im Dienste meiner Waltung.
V.15 Siehe, ich habe dich zu einer scharfen neuen vielschneidigen Dreschwalze bestimmt, Berge wirst du wie Spreu dahingeben.
V.16 Du streust sie dahin, der Wind trägt sie fort und der Sturm lässt sie zerstieben du aber jauchzest auf durch Gott, in dem Heiligen Jissroéls findest du deinen Ruhm!
An dem Prinzipe des Rechtes und der Nächstenliebe und an der Lehre vom reinen Menschentume, deren Träger das inmitten der stolzen Staatengrößen wurmgleich am Boden liegende und wie der Wurm den Fußtritten achtloserwie hasserfüllter Gewalt wehrlos preisgegebene Jakobsvolk ist, werden die Berge und die Hügel, die auf das Gegenteil gegründeten großen und kleinen weltgeschichtlichen Staatengebilde zerschellen. Das Trümmerfeld der Geschichte, die Reihe der internationalen Kriege und die Aufeinanderfolge der inneren Umwälzungen bilden der tiefernsten Kommentar zu diesem Prophetenworte, wie die Tatsache der Erhaltung Jissroél die Gewähr bietet für die Erfüllung der Verheißung, die das Jissroél der Zukunft schaut, wie es in der Verwirklichung des durch das Gottesgesetz gezeichneten sittlichen Menschenideals seines einzigen und höchsten weltgeschichtlichen Ruhmes teilhaftig und froh wird.
(Die Haftoroth übersetzt und erläutert, Frankfurt am Main 1896: S. 20-26Kommentar zu Jesaja 41, Kap 40 u. 41)
Rabbiner Dr. Salomon BREUER zur Wochenabschnitt LECH LECHO
Belehrung und Mahnungzur Wochenabschnitt Lech Lecho (Auszug)
Raw Salomon BREUER sagte unter andere folgende grundlegende Worte:
קדוש השם legt jedem einzelnen Juden die Verpflichtung auf, den Namen Gottes in der lautesten Öffentlichkeit zu heiligen, für seine Heiligung mit dem Aufgebot aller Kräfte und Mittel einzustehen. Es genügt lange nicht, für sich allein, auf die engen Grenzen der häuslichen Räume sich beschränkend, seine jüdische Einzelaufgabe zu lösen. Teuerste, heiligste Pflicht eines jeden einzelnen ist es vielmehr, die Fahne der Gottesherrschaft hinauszutragen und sie im öffentlichen Leben, wo der Gegensatz und der Widerstand und der Kampf sich naturgemäß ergibt, mit aller Kraft zu hissen und danach zu streben, daß recht viele in Liebe und Treue sich um Gott und seinen heiligen Willen scharen. Dazu freilich gehört Mut und Entschlossenheit, unbeugsame Entschiedenheit und felsenfeste Treue der Überzeugung, die auf den Beifall der Menge von vornherein Verzicht leistet, ja selbst ihre Verlästerung und Verfolgung nicht scheut! Wer fähig ist מקדש השם ברבים zu sein, der ist Jude!
Solche מקדש השם-Juden haben wir leider nicht viele. בשתיקה Jude sein, zu Hause, in der Stille, wo kein Widerspruch und kein Gegensatz zu erwarten ist, dazu mag man sich im besten Fall noch entschließen; aber draußen in der Öffentlichkeit, im gesellschaftlichen und Gemeinschaftsleben sich im Gegensatz zu anderen stellen oder für seine Überzeugung sich einsetzen, dazu können leider nur wenige sich verstehen. Um Jude zu sein, seiner jüdischen Aufgabe zu entsprechen, genügt es nicht, wenn unser Zimmer erleuchtet und allenfalls ein blasser, matter Schimmer durchs Fenster hinausdringt. מקדש השם zu sein, ist die unabweisliche Pflicht eines jeden wahrhaften Juden!
Quelle: Rabbiner Dr. Salomon BREUERBelehrung und Mahnung erster Teil GenesisJ.Kaufmann Verlag Frankfurt am Main 1936 S. 15-18
Nach einen Vortrag gehalten bei eine von der Synagogengemeinde Israelitische Religionsgemeinschaft Frankfurt/Main versammelte Trauerkundgebung.
Nachalass ZwiApril 1937 S. 177-184
Zu lesen in Beilagen
Dr. Nathan BIRNBAUM war Zionist avant la lettre, erfand das Wort Zionismus. Später wurde er einen Gegner des politischen Zionismus und nachdem er seinen Standort in der Jüdischen Orthodoxie fand, prägte er der Begriff Heidenjuden. 1919 war er kurze Zeit Generalsekretär der Aguda, verlor aber den Posten da er unhandelbar (= zu geradlinig!) wäre.
Es scheint uns am besten die Glosse Nathan BIRNBAUM aus der zionistischen New Standard Jewish Encyclopedia (Massada Publishing Company Ltd. Jerusalem 1970) im vollen Wortlaut zu zitieren.
BIRNBAUM: NATHAN B. (pseudonym Mathias Asher; 1864-1937): Political and philosophical writer. Born I Vienna of a Hasidic family, he studied law but turned to journalism.
His writings from 1882 advocated Jewish nationalism and B. was the first to use the term Zionism in its modern connotation. He was among the founders of the Jewish students nationalist society Kadimah (1883), and his writings evolved a basis for Zionist ideology several years before the appearance of Herzl on the Jewish scene.
Initially, B cooperated with Herzl and was the first general secretary of the World Zionist Organization.
From about 1897, he (like Aḥad Ha-Am) inclined to an organic Zionism to grow naturally from Jewish life, as contrasted with Herzls political methods. He therefore opposed the belief that settlement in Palestine would solve the Jewish problem.
After the Third Zionist Congress (1899), he left the Zionist movement and became its opponent, advocating cultural and political autonomy in the Diaspora as the method of securing Jewish national existence. At the same time, he emphasized the importance of E European Jewry and the value of the Yiddish language and was one of the convenors of the Conference at Czernowitz (1908) which proclaimed Yiddish as the Jewish national tongue.
A further metamorphosis in his views was apparent from1912 when B. turned to Orthodoxy. Henceforth his writings included plans for a religious order to realize the messianic idea in a Jewish community based on Torah and Labor.
In 1919, he joined Agudat Israel, becoming its chief secretary, but left after a short time because of its lack of flexibility.
After the Nazi advent to power, he moved to Holland (1934) and died there in poverty.
Dr. Julius HIRSCH Vademecum für die Zeit der Wanderschaft
Dr. Julius HIRSCH
(1842-1909)
ישעיה כ"ו כ':לך עמי בא בחדריך וסגר דלתיך בעדך חבי כמעט-רגע עד
יעבור-זעם:
Jesaja Kap. 26, V.20 Gehe, mein Volk, gehe in deine Kammern und
verschließe deine Türe hinter dir, verbirg dich einen kurzen Augenblick, bis
der Zorn vorüber sein wird.
V.20. Mit dem vorigen Verse endete das V.1 intonierte Lied. Es schloß nach
einem Rückblick auf das Exil und seine bitterernste, aber zugleich erhebende
Wirksamkeit, mit dem Weckruf Gottes zur irdischen Glückseligkeit auf ewig. Und
nun wendet sich der Prophet an Jissroél und übergibt ihn im Namen Gottes in
einem kurzen Vade mecum einen Leitfaden für die lange Wanderschaft inmitten der
Menschheit.
לך עמי. Gehe, du gehst
einen schweren Gang, aber du gehst ihn als עמי, als mein Volk; verbanne ich dich auch aus deinem Lande, meinem
Herzen bleibst du doch nahe, auch im Exile bleibst du mein Volk. Dieses
Bewußtsein soll deinen Mut, soll dich aufrichten und erhalten. Aber es
verpflichtet dich zugleich, dich dieses Ehrentitels würdig zu erweisen. Laß
mich, laß mein Gesetz den Mittelpunkt bilden, um den du dich als Volk
gruppierst, und hüte den Weg, den es dich lehrt, indem du im Kreise der
Menschheit, zugleich deiner abrahamitischen Bestimmung getreu, es als deine
Pflicht betrachtest, Menschenliebe und Recht zu üben. (1. B.M. 18,19). Man
wird dir mit Undank begegnen, dich verkennen, dich zurückweisen, בא בחדריך bleibe in deinem eigenen Kreise,
fühle dich heimisch, zu Hause in deinen Institutionen, laß חדריךdeine Räume, in denen du die Gottesnähe findest und Muße und Gelegenheit
zu eifriger Erforschung der Anforderungen seines Gesetzes, deine Bet- und
Lehrhäuser, wenn es auch keine Prunkgebäude sind, sondern nur bescheidene
Kammern, den liebster Aufenthalt sein.
Man scheidet dich von dem Zusammenleben mit der Menschheit hinter
Ghettomauern, versperrt dir alle Türen, die zum Verkehr mit der Außenwelt
führen (דלתיך in Plural
geschrieben), läßt höchstens eine Türe dir geöffnet, da man deiner nicht ganz
entbehren kann aber sehne dich nicht
nach dem Treiben der Völker draußen, die eine Türe, die man dir offen ließ,
habe nichts Verlockendes für dich, bediene sich ihrer so wenig wie möglich, וסגר דלתך (Singular zu lesen) verschließe du
selber sie dir diese halb freiwillige, halb erzwungene Isolierung ist בעדך; (s. 1.B.M. 7,16 ויסגור ד' בעדו) zu deinem Besten, zu deinem
Schutze, sie erhält dich deiner Aufgabe und rettet dich vor den Gefahren, mit
denen draußen der Neid und der Haß dich bedrohen.
חבי: weibl.
Imper. חבה verbergen
wovon ונחבתם שמה (Josua
2,16), להחבה בשדה (2.Könige
7,12). Der männl. Imper. Würde חבה
heißen, wie von עם עלה עלה /größtenteils
auch männlich, so auch in diesem Satze סגור, בא, לך, wird hier in חבי
apostrophiert. Es dürfte damit gesagt sein: Die schmachvolle Behandlung, welche
die Menschen dir angedeihen lassen, und die du wahrlich nicht um sie verdient
hast, könnte dein Blut in Wallung bringen und du könntest, deiner eigenen
männlichen Kraft dir bewußt, es unternehmen, dir mutig die Menschenrechte, die
man dir vorenthält, zu erkämpfen, oder gar wähnen, dein Exilgeschick durch
männliches Auftreten mit Gewalt beendigen zu dürfen חבי begib dich deiner eigenen Mannesstärke und birg dich und alles
Deine unter dem Schutz Gottes, des einzig Starken, Er allein kann, er allein
wird dein Leid aufhören, deinem Galuth eine Ende machen. Dir freilich erscheint
seine Dauer unendlich, und doch ist dieses Galuthgeschick, das Gottes Zürnen
über dich verhängte, im Verhältnis zu der ewigen Dauer des Glückzustandes, den
es herbeiführen soll, nur כמעט רגע
eine kurze Weile; כי רגע באפו חיים ברצונו ( Ps. 30,6) denn ein Augenblick in seinem Zürnen spendet ein
ganzes Leben in seinem Wohlgefallen.
Das Buch Jesaja Nach dem
Forschungssystem Rabbiner Samson Raphael Hirschs übersetzt und erläutert von Julius
HIRSCH Frankfurt am Main Verlag von J. Kaufmann 1911 S. 175-176
Eine Beleuchtung machst du der Arche, und lässest sie obwärts bis zu einer Elle abnehmen;
Die Thüre der Arche bringst du an die Seite an; mit unterstem, zweitem und drittem Stockwerk machst du sie.
צהר. Die צ=Form von זהר scheint fast auf eine künstliche Beleuchtung hinzuweisen. (Heißt vielleicht Öl zunächst als wichtiges Beleuchtungsmittel יצהר, sowohl als Nahrungsmittel שמן ?) Sicherlicht nicht ohne Grund wird die Einrichtung so ganz speziell mitgeteilt und später wiederholt hervorgehoben, daß Noa alles כן ganz so gemacht habe. Gott hätte in tausendfacher Weise retten können ob die Größe der Arche hinreichend war u.s.w., sind Überlegungen die wir ziemlich bei der Seite lassen können. Gott erwählt einen Menschen, der soll sich, seine Familie und die Tierwelt für die Zukunft retten; er rettet sich und nur denn, wenn er alles so und nur so vollbringt, wie ihm befohlen. גדול המצווה ועושה ממי שאין מצווה ועושה, die gebotene Vollbringung ist bei weitem größer, als die willkürliche, ist erster jüdischer Grundsatz. Im Gegensatz zur herrschenden Ansicht hat wahren Wert nur das, was zur Erfüllung des göttlichen Willens geschieht. Was jemand nach eigener Eingebung u.s.w. übt, hat nur zweifelhafte, untergeordnete Bedeutung. Was hätte Noa in den 120 Jahre nicht noch alles zur Rettung tun können! Hundert Archen bauen u.s.w. Es dürfte hier daher vielmehr nur gesagt sein, daß sich Noa darauf beschränkte das, aber ganz zu tun, was Gott befohlen hatte, und Gott das weitere überließ.
V.18
Mit dir aber werde ich meinem Bund aufrecht halten, du wirst in die Arche gehen, du und deine Söhne und deine Frau und die Frauen deiner Söhne mit dir.
Der Begriff Bund entspricht dem ברית keineswegs. Schon darum nicht, weil Bund immer ein Gegenseitiges voraussetzt. ברית kommt aber auch völlig einseitig vor. So Gottes ברית der Erhaltung Noas und der noachidischen Welt. So הנני נותן לו את בריתי שלום an Pineas. Nichts hatte wohl mehr eine =בריתBestimmung nötig als die Erhaltung Noas. Die paar Balken machten gewiß nicht die Rettung aus, sonst hätten sich ebenso noch andere retten können. Wohl nur im Sinne des אין סומכין על הנס, nach welcher der Mensch jederzeit das ihm Mögliche tun soll, hatte Noa seinen Kasten zu bauen, aber die Erhaltung und Rettung selbst bedurfte gewiß des ganz besonderen Schutzes des göttlichen Willens; daher אתך - ברית, die übrigen alle um Noas und seines Verdienstes willen. Zu ihm gehörte die Familie und die zu rettende lebendige Welt.
Kap 9, V. 2
Und eure Furcht und euer Schrecken sei über alles Tier der Erde und über alles Geflügel des Himmels; von allem was den Boden betritt, und von allen Fischen des Meeres sei in eure Hand gegeben
. Wenn dies alles kein bloßer Traum ist, so dürfen wir uns sagen, daß auf dem hier begonnen Wege bis in sehr weiter Zukunft hinaus der Menschheit nicht die Aufgabe ist, die Erdwelt zu meistern und zu vollenden, vielmehr ihr jetzt nur die Aufgabe gestellt ist, sich zu vollenden, sich zu veredeln, sich wieder in die wahre Stellung zu Gott emporzuarbeiten. Diese Restituierung der Menschheit in den Standpunkt, den sie einnehmen sollte, mit der Wiederkehr des Friedens, der langen Lebensdauer, des neuen Himmels und der neuen Erde, die uns das Prophetenwort schildert, wird nach dem tiefen Wort unserer Weisen: - [Ein bo Dovid ad schichlu chol haNeschomauss schebeGuff] nicht früher eintreten, bis nicht alle mögliche Geister eingegangen sind in die Leiblichkeit und sich veredelt haben, und von diesem Verse bis zum letzten Worte des letzten Propheten ist der ganzen Inhalt der Gottesschrift nichts anderes, als die Schilderung der Rückkehr der Menschheit zu diesem einstigen Zustande, und der Gottesveranstaltungen zu diesem Ziele. Inzwischen aber ist dieser Standpunkt verloren, das Band zwischen dem Menschen und der Tierwelt zerrissen, und der Mensch zunächst auf die Arbeit an sich selbst und für sich selbst hingewiesen.
V. 25, 26, 27
25. Da sprach er: Fluchgetroffen wird Kenaan, Knecht von Knechten wird er seinen Brüdern sein. 26. Und wiederum sprach er: Gesegnet wird Gott, der Gott Schems; möge Kenaan ihnen Knecht werden! 27. Gemüter öffnet Gott dem Japhet, wohnt jedoch in Hütten Schems; und es wird Kenaan ihnen Knecht.
Das in diesen Versen Ausgesprochene enthält vielleicht das tiefste und weitest reichende, was je das von Gott geöffnete Auge eines Sterblichen geschaut, und Gott durch dessen Mund zum Ausspruch hat kommen lassen. Die ganze Geschichte der Menschheit, ihr Anfang, ihr Ende und ihr Mitte liegt in diesen drei Sätze
V. 25 Die Leidenschaft, die sich nicht beherrschen kann, wird zur Lockspeise, durch die man in die Knechtschaft gegängelt wird. Wer zu aller Zeit sich selbst beherrscht, wer auf Befriedigung seiner sinnlichen Natur leicht verzichtet, den kann man nie bestechen, verlocken, ihm nicht aus dem Golde goldne Fesseln machen; er kann untergehen, sterben, aber nicht geknechtet werden. So Menschen, so Völker.
Kap. V. 8
Da zerstreute sie Gott von dort über die Fläche der ganzen Erde hin, und sie unterließen es, die Stadt zu bauen.
Sie hörten also auf, die Stadt zu bauen; aber den Zug, die Richtung, aus welcher der Turmbau entsprungen war, den nahmen die Menschen überall mit hin. Freilich nicht mehr eine Stadt und einen Turm für die Knechtung der ganzen Menschheit, aber einzelne Städte und Türmchen von denen kleine Nimrode meinen, daß sie in den Himmel reichen.
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH aus dem Kommentar zur Haftoro Nauach
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH
(1833 1900)
הפטרת נח
Aus dem Kommentar zur Haftoro des Wochenabschnittes Nauach
Jesajas Kap.55, Vers 1-5
Kap.55, 1 Wenn die Pflichterfüllung allein frei macht von den demoralisierenden Folgen der Furcht und unnahbar macht plötzlichem Schrecken, so schließt sich hieran die Aufforderung an Alle, reich wie arm, sich nun zuzuwenden dem Quell, von dem allein die Erkenntnis der Pflicht zu schöpfen sei, nämlich dem Gottesworte. Es gewährt Ersatz für die äußeren Güter, wo sie fehlen, und es lehrt denjenigen, der sie besitzt, erst die rechte Verwendung, durch die er ihrer in Wahrheit froh wird. Es wird verglichen mit dem belebenden Wasser, dieser Bedingung alles organischen Lebens, Blühens und Gedeihens, mit der nährenden Milch und dem stärkenden und Freude spendenden Weine. Wer in dem ernsten Sinne echter Gottesfurcht das Leben in der Mannigfaltigkeit seiner Gestaltungen nur als eben so viele Aufgaben betrachtet, für deren Lösung er seine geistige und sittliche Kraft zu erproben hat: für den wird auch die herbste Prüfung, indem er sie treu und tapfer besteht, zu einem Quell der reinsten Freude und zu einer Kräftigung seines inneren Menschen. Ihm erweist sich so in Wahrheit das Gotteswort als nimmer versiegender Born der Lebenskraft, der Nahrung und der durch nichts zu trübenden Lebensfreude. Der tiefe Seelenfriede, die innige Lebensheiterkeit und der tapfere, hochgemute, allen Widerwärtigkeiten standhaltenden Frohsinn, deren Stätten die stillen abgeschiedenen bescheidenen, aller äußeren Güter und Genussesmittel, ja nur so oft des Lichtes und der Luft entbehrenden jüdischen Heimstätten gleichwohl waren, sind ohnehin das sprechendste Zeugnis dafür, daß dieser Satz von den Segenswirkungen des Gotteswortes keine rhetorische Überschwänglichkeit, sondern daß er lebendige Wahrheit sei.
V. 2 Doch nicht etwa ist die Thora nur das Surrogat der Lebensgüter für den Armen. Sie ist ebenso unentbehrlich für den Reichen. An diese wendet sich unser Vers. Denn es kann ein Mensch der Güter reichste Fülle besitzen, aber er wird ihrer nicht froh, er selbst ist und bleibt ein segen-, freud- und friedloser, armer Mann. אכלו טוב, genießet das Gute, והתענג בדשן נפשכם, daß inmitten aller Fülle auch eure eigne Person sich wonnig fühle. Dazu kommt ihr aber nur, wenn ihr auf mich horchet, wenn ihr aus der Thora das Geheimnis erfahret, wie ihr eure Güter zu verwenden habt, damit ihr sie nicht ausgebet für das, was nicht Brot ist und nicht zur Sättigung, zur Befriedigung gereicht. Sonst bleibt das nach wahrer Lebensfreude lechzende Verlangen das צמא des V.1 auch des Reichsten ewig ungestillt.
V. 3 Wenn ihr aber, Reiche wie Arme, meinem Rufe folget so: ותחי נפשכם, wird euer Leben erst ein wirkliches Leben werden, ואכרתה וגו' und das stille Glück, das aus der Hütte des Armen strahlt, die reiche Segensfülle, die aus dem stattlichen Wohnsitze des Reichen flutet, das edle reine Menschentum, das aus der Persönlichkeit des von den Gottesgesetzen beherrschten und gestalteten jüdischen Menschen der Menschheit entgegenleuchtet, sie werden zum mächtigen, David-gleichen Herold an die Menschheit. Dadurch aber macht ihr euch auch des Davidbundes und der von mir ihm und seinem Wirken verheißenen und bewahrten Liebeswaltungen teilhaftig.
V. 4 Wie kein Zweiter ist David durch sein Psalmwort ein Zeuge für Gott an die Menschheit geworden, keine anderen Menschen Wort war also weitesten Kreisen der Menschheit aller Zeiten der Wegweiser zu Gott. Allein nicht Pflanzung und Verbreitung des Gottesbewußtseins ist Endziel und erschöpft nicht die Bedeutung der welthistorischen Bestimmung Davids. Nicht nur zum Zeugen, sondern auch zum נגיד ומצוה habe ich ihn dahingegeben. נגיד Fürst, von נגד Grundbedeutung: gegenüber, vor Augen, gegenwärtig sein, daher im Hifil: vergegenwärtigen, bezeichnet den Fürsten in der idealsten Auffassung des Fürstenberufes, nicht bloß Wächter des Rechtes und der Pflichtübung, sondern in seiner Person selbst deren lebendige Verkörperung und leuchtende Verwirklichung zu sein. In diesem Sinne ist es mit Vorbild übersetzt. Als solches war David durch die in seinem unendlich reichen, wechselvollen Leben bewährte Pflichttreue zugleich מְצַוֵה, Bringer der Pflicht den Nationen. Denn viel wichtiger als der Glaube an Gott ist das Bewusstsein von der in freier Gott dienender Tat zu erfüllenden Menschenbestimmung.
V. 5 Wie David, so wird auch einst Jissroél und jederEinzelne in Jissroél durch das stille Beispiel der sittlichen Vollendung seines Lebens und des auf jeder Stätte solchen reinen Menschentums sichtlich ruhenden göttlichen Segens in ungekannte Fernen, auf Völker wirken, die sich bisher von ihm abgeschlossen, לא תדע: und die dich bisher verkannt darum steht auch wiederholt גוי, Singular, der in sich abgeschlossener Nationalkörper werden zu Jissroél eilen, nicht um deiner äußeren Größe willen, sondern, um sich Dem huldigend unterzuordnen, der als קדוש ישראל, durch seine Gesetze dich sittlich adelt. כי פארך: denn nicht der Lorbeer des Krieges, nicht die Errungenschaften in Wissenschaft und Kunst, sondern die sittliche Hoheit ist es, die deine Herrlichkeit bildet.
(Die Haftoroth übersetzt und erläutert, Frankfurt am Main 1896: S. 11 19 Kommentar zu Jesajas Kap. 55 V.1- )
Rabbiner Dr. Salomon BREUER zur Wochenabschnitt NAUACH
Rabbiner Dr. Salomon BREUER
(1850 1926)
נח
Belehrung und Mahnung zur Wochenabschnitt Nauach (Auszug)
Einem solchen allgemein herrschenden, üppig blühenden רשעות sah sich zum ersten Male in der Geschichte Nauach, der Held unserer Sidra, gegenüber: את האלקים התהלך נח allein bei seinem Gott ausharrend, sein צדקות und תמימות sich erhaltend! Wer will es ermessen, was ein Nauach, der einzige Träger des אמת inmitten einer großen Welt, in der חמס zur unumschränkten Herrschaft gelangt war, zu leiden, zu erdulden hatte! Zu dem Satz כי אותך ראיתי צדיק לפני בדור הזה denn dich habe ich gerecht gesehen vor mir in diesem Geschlecht (7,1) fügen die Weisen den Psalmvers kommentierend hinzu: ה' צדיק יבחן Gott prüft den Gerechten (Ps.11,5). Der Gedanke dürfte klar sein. צדיק לפני Es kann wohl jemand in den Auge, der Menschen als צדיק dastehen, ohne es vor Gott zu sein; daß aber jemand vor Gott ein צדיק sei, aber nicht vor Menschen, das, sollte man meinen, sei unmöglich. In einer gleich dem דור המבול entarteten Zeit ist es jedoch wohl möglich. Wo alles entartet ist, alles der Gewalt und dem Unrecht huldigt, für das Recht und Wahre jeden Sinn verloren hat, da wird das Recht und die Wahrheit, von einem einzigen vertreten, als Narretei und Blödsinn verachtet und verspottet. Unter lauter Lahmen wird der eine noch Gesunde als Krüppel belächelt! כי אותך ראיתי צדיק לפני בדור הזהNur vor mir sah ich dich als צדיק in diesem Zeitalter! Als ein solcher צדיק לפני zu leben, ist aber das denkbar größte נסיון, die denkbar größte Prüfung daher der Hinweis auf jene Psalmstelle: Gott prüft den Gerechten.
Wenn daher das Gotteswort sich anschickt, mit אלה תולדת נח die Geschichte von dem endlichen Sieg des אמת und den Untergang des שקר zu schildern, da kann es Nauachs Namen nicht erwähnen, ohne זכר צדיק לברכה seines צדקות zu gedenken, das sich denn doch לברכה bewährt hat. Wie sinnig erinnern da die Weisen (מ"ר) an den Mischlevers (14,11): בית רשעים ישמד Das Haus des Gesetzlosen wird vernichtet, זה דור המבול das gelte von dem -מבול Geschlecht; ואהלי ישרים יפריח aber das Zelt der Geraden wird Blüten treiben, זה נח das gelte von Nauach. רשעים gründen oft scheinbar feste Häuser, doch schließlich fallen sie der Vernichtung anheim; während dem unscheinbaren, schlichten, vom Sturm bewegten Zelt der צדיקים dauernde Blüte beschieden ist.
Doch diese die Menschheit erziehende Gotteswaltung, wie sie hier zum ersten Male sich zeigte, sollte in der Folge erst recht in ihrer ganzen Heileswirkung sich bewähren. עשרה דורות מאדם עד נח להודיע כמה ארך אפים לפני Die zehn Geschlechter, die von Adam bis Nauach trotz zunehmender Entartung sich erhalten konnten, bezeugen Gottes unendliche Langmut, die nicht sogleich mit dem ganzen Ausmaß gerechter Strafwaltung Menschen heimsucht, sondern nichts unversucht läßt, was sie zur Selbstbesinnung und Pflichttreue zurückzurufen geeignet wäre. Als Paradies lächelte ursprünglich die Erde dem ersten Menschen und spendete ihm den ganzen Reichtum seines Segens, solange er sich auf der Höhe seiner Bestimmung zu erhalten verstand. Doch da er seine Bestimmung untreu geworden, verhängte die Gottesstrafe ארורה האדמה בעבורך בעצבון תאכלנה den Fluch über die Erde: Deinethalben trifft die Erde der Fluch, nur mit Entsagung wirst du sie fortan genießen können. בעבורך Deinethalben, d.h. zum Zweck deiner Besserung und Erziehung trifft die Erde der Unsegen, wird sie in ihrer ursprünglichen Entwicklung gehemmt, damit die dadurch bewirkte Entsagung, das עצבון, dich zur Pflichttreue zurückbringe. Doch dieser erste Schlag, der die Erde traf, hat den damit beabsichtigten Erziehungszweck nur in ganz vereinzelten Fällen erreicht. כמה ארך אפים לפני Aber vor Gottes Angesicht waltet gar viel Langmut.
Das עצבון, das durch den ersten über die Erde gekommenen Unsegen erzeugt wurde, war immer noch viel zu gering, die Erde blieb immer noch ein Paradies in verjüngtem Maßstabe. So erzählen die Weisen: אחת למ' שנה היו זורעים vor der Sintflut brauchte man nur einmal in vierzig Jahren das Feld zu bestellen, היה להם אויר יפה כמן הפסח עד העצרת es war ein ewiger Frühling, die Zeiten blieben sich immer gleich, היו מהלכין מסוף העולם ועד סופו לשעה קלה und auch die Zerklüftung der Kontinente war nicht vorhanden, so daß die rascheste Verbindung von einem Ende der Erde zum anderen möglich war. Sie finden in den vorsintflutlichen klimatischen Verhältnissen die Ursache der größeren Lebensdauer der Menschen, und in der klimatischen Stetigkeit, die vor der Sintflut herrschte, einen vornehmlichen Grund für den zunehmenden sittlichen Verfall: מי גרם להם שימרדו בי lassen sie Gott sprechen: Was hat sie zu einer solchen Entartung geführt? לא ע"י שהיו זורעין ולא קוצרין wohl der Umstand, daß die Natur in üppiger Fülle ihnen den Segen spendete, sie stets nur Gewinn und nicht Verlust zu verzeichnen hatten, שהיו יולדין ולא קוברין daß sie das Leben und nur selten den Tod kannten!
Mit מבול trat darin eine folgenschwere Änderung ein. Durch מבול hat, wie die Weisen zu dem Vers עוד כל ימי הארץ bemerken, die Erde eine völlig veränderte klimatische Umgestaltung erfahren, unter deren Einflüssen sie seitdem steht: Von nun an und weiter יולדין וקוברין wird der Wechsel von Leben und Tod rascher eintreten, eine kürzere Lebensdauer die Folge sein; nunmehr, sagt Gott, לא אסף לקלל עוד את האדמה בעבור האדם werde ich der Erde nicht mehr wegen des Menschen fluchen müssen: denn die seit מבול erfolgte Umgestaltung der Erdverhältnisse wird das zur Erziehung des Menschengeschlechts erforderliche Maß von עצבון mit sich bringen (s. zu diesem Abschnitt Komm. 1 B.M. 8,22). Selbst das gewaltigste רשעות ist seitdem zeitlich begrenzt, und während in der vorsintflutlichen Zeit durch die ungemessene Lebensdauer der Menschen die Erfahrung des שם רשעים ירקב fast ausgeschlossen war, ist nunmehr eine neue Phase der Menschenerziehung eingeleitet, in deren Zeichen das זכר צדיק לברכה ושם רשעים ירקבsich in seiner segensreichen Folgen bewähren kann.
Quelle: Rabbiner Dr. Salomon BREUERBelehrung und Mahnung erster Teil GenesisJ.Kaufmann Verlag Frankfurt am Main 1936 S. 15-18
Aus seinem Kommentar zur Wochenabschnitt Beréschiss
Kap.5, V.1 Dieses Buch sind die Entwicklungen Adams. An dem Tage, an welchem Gott Adam schuf, bildete er ihn in Ähnlichkeit Gottes.
2. Männlich und weiblich hat er sie erschaffen, und segnete sie und nannte sie Adam an dem Tage als sie erschaffen wurden.
Kap 5, V 1-2
Der Mensch könnte nicht Adam sein wenn sich nicht alles dies aus ihm hätte entwickeln können. Soll er durch seine Freiheit mehr als Engel sein, so muß er auch eben durch diese Freiheit schlechter sein können um mit den Menschen zu sprechen als der Teufel. Die Möglichkeit der tiefsten Entartung war von vornherein in Adam vorgesehen. Nicht etwa ist Gott seine Welt, ist Gott seine Menschheit mißraten. Alle jene Erscheinungen sind nichts als die eine große Entwicklung des Adam-Gedankens. Ist dies, so begreifen wir die Sätze: Rabbi Akiba lehrte ואהבת לרעך כמוך, liebe deinen Nächsten wie dich selbst, sei ein כלל גדול בתורה, sein ein großer, umfassender Satz in der Lehre. Gib es ja auch im Grunde nur eine עברה: die Selbstsucht, den Egoismus. In dem Augenblick, in welchen der Mensch vollständig dem andern dieselbe Stelle wie er sich selbst einräumt und sich damit vollständig aller Egoismus entkleidet, hat er sich auf die Höhe des Standpunktes erhoben, von welchem aus alle seine Lebensaufgaben, alle מצות gelöst sein Wollen. Ben Asai aber meinte, der Satz זה ספר תולדת אדם sei eine noch größeren, umfassender Satz. Hier ist eine noch viel größere, höhere Einheit des Menschengeschickes gegeben. Den größten Verbrecher, die größte Entartung, die größte Vertierung, alle fast dieser Satz als תולדת אדם, als Entwicklung aus dem gottebenbildichen Adam ohne Unterschied in das Weltbuch Gottes, in welchem Er die Menschheit verzeichnet. , חסר , תולדת auch die mangelhaften Erzeugnisse der Menschheit doch תולדת אדם!
Also ALLE Menschen sind Menschen, das צלם אלקי' geht nie gänzlich verloren, dies ist die erste Wahrheit, die an der Spitze der Menschengeschichte steht.
Die zweite Wahrheit lautet: an dem Tagen als Gott den Menschen schuf, hat er ihm in Ähnlichkeit Gottes gebildet. Nicht der oft fast an Tierheit grenzende, geistig und sittlich beschränkte Zustand der Wilden, in dem man den Naturzustand der Menschen erblickt, ist der wirkliche Urzustand der Menschen: und nicht ist die Gottähnlichkeit etwas Übernatürliches, um dessentwillen etwa der Mensch seine natürlichen irdischen Verhältnisse aufgeben müßte, ist auch nicht etwas Unnatürliches, das dem Menschen etwa durch die Kultur erst angebildet werden müßte; vielmehr ist jener geistig und sittlich beschränkte sogenannte Naturzustand eben das Unnatürliche, Entarte, zu dem der Mensch hinabsank, je mehr er den Namen ד'vergessen. Sein wahrer Naturzustand ist Gottähnlichkeit .
Nicht umsonst stehen daher hier selbst nach dem sogenannten Sündenfalle, ja nachdem die Zeit schon den Charakter אנוש trug, noch einmal alle Begriffe und Merkmalen an denen der Mensch als צלם אלקי' zu erkennen ist, und höchst bedeutsam heißt es ביום ברא אלקי' und nicht ברא ד', um eben die Gottähnlichkeit des Menschen so als in seiner Natur und mit derselben gegeben zu bezeichnen, zu lehren: daß wie der Schöpfer den Wurm zum Wurm, so habe er dem Menschen zum Menschen geschaffen.
זכר ונקבה בראם Es ist ebenso unwahr, daß die Teilung zwischen Mann und Weib etwas Willkürliches sei. Von vornherein hat Gott den Menschen männlich und weiblich geschaffen, beide gleich göttlich, gleich würdig, keines Gott ebenbildicher als das andere, beide gesegnet, beide zusammen: Adam. ברכה und אדם Segen und Gott ähnliche, Gott als nahe Humanität das ist der natürliche Zustand des Menschen עיקר שכינה בתחתונים und die Rückkehr zu diesem Segen und dieser Gottesnähe, zu diesem Naturzustände aus der Entartung, ist das Ziel aller Menschengeschichte.
Kap.6, V.1 Es war, da die Menschen sich auf den Erdboden zu vermehren begannen und ihnen Töchter geboren waren,
2. da sahen die Söhne des göttlichen Geschlechtes die Töchter des Menschen, ass sie schön waren, und nahmen sich Frauen, woher es ihnen gefiel.
Kap 6 V 1,2
Es wird uns hier der Grund der Verschlechterung des Menschengeschlechts in einer Vermischung zweier Menschenklassen gezeigt, der בני האלקי' und der בנות האדם. Wir haben eben zuvor zwei Geschlechtsreihen kennen gelernt. Eine kainitische Menschenentwicklung, die ohne Gott eine Existenz auf Erden auf Grund von Erfindungen und Industrie anstrebt, die an sich berechtigt, hier aber, ohne Gott, nur in Verzweiflung und Trostlosigkeit endet. Dem gegenüber ein sethitisches Geschlecht, an dessen Spitze nochmals der ganze göttliche Stempel, die Kraft und der Segen der reinen Bestimmung, die Gott dem Menschen ursprünglich erteilt hat, wiederholt steht דמות , צלם , ברכה , אדם auch die um des Folgenden Willen doppelt wichtige gleiche Ebenbürtigkeit und Bedeutung des weiblichen Geschlechtes זכר ונקבה בראם usw. Von jenem, dem kainitischen Geschlecht, in welchem das Göttliche völlig verlöscht wurde, מחויאל waren die בנות האדם. Dieses, das sethitische Geschlecht, in welchem sich der göttliche Stempel vererbte, waren die בני האלקים . In ihm trat, wie wir gesehen, das Göttliche, wenn auch nicht zur völligen Rettung des Menschengeschlechtes, doch immer wieder hervor. Daß aber in diesem Geschlechte der Fortschritt zum Göttlichen nicht so stetig und sicher, wie das Abwartsschreiten zum Verderben im kainitsichen gewesen, das kam daher, weil sie sich nicht rein gehalten, weil sie sich mit dem kainitischen Geschlecht vermischten, sich Frauen aus dem kainitischen Geschlechte nahmen. Es heißt: Als die Menschen sich zu vermehren anfingen , früher war nicht große Wahl in Stiftung der Ehen, aber jetzthätte das sethitische Geschlecht sich rein halten können, da sahen die Söhne des göttlichen Geschlechtes, daß sie gut wohl טבת מראה schön waren, sie sahen nicht auf die Abstammung des Weibes, nicht auf die Kinder, die sie von so erzogenen Frauen erwarten konnten, sahen nur das Weib an, und diese gefielen ihnen. Das Verderben lag nicht in den Frauen, sondern in der Abstammung: מכל אשר בחרו, in diesem מ, in dem Woher, sie hielten sich nicht in dem Geschlechte der בני אלקי'.
Man hat allerdings immer in dieser Beziehung das Vergehen gesucht, allein man erblickte es in dem ויקחו, in welchem man ein Rauben und in dem Ganzen ein unzüchtiges Treiben zu finden glaubte. לקח אשה bezeichnet vielmehr überall ein eheliches Verhältnis und ist der eigentliche Ausdruck für heiraten. Die Sünde, die aber notwendig in diesem Satze, des Folgenden willen, angegeben sein muß, dürfte daher nur in dem מכל אשר בחרו zu suchen sein. Darin also die Sünde.
Die Folgen hätten segensreich sein können, wenn es möglich gewesen wäre, daß die Abkömmlinge des göttlichen Stammes die Keime des Schlechten, die die Gattin ins Haus brachte, durch den in ihnen mächtigen göttlichen Geist hätten überwältigen können. Allein das Wagestück ist immer ein zu großes. Es wird immer die Frage sein, welches Moment in den Kindern das überwiegende sein wird, und ob nicht je länger die Vermischung dauert, um so mehr die Depravierung sich fortpflanzt. Der folgende Vers gibt uns Aufschluß, wie das Problem sich hier löste.
V.5 Als Gott sah, daß das Unheil des Menschen groß auf Erden und jedes Gebilde der Gedanken seines Herzens nur schlecht jeden Tag war:
.יצר In unglückseliger Weise hat man dieses Wort durch Trieb übersetzt, als ob es im Menschen eine Gewalt gebe, die ihn zum Bösen treibe. Daraus hat sich sodann jene trostlose Anschauung gestaltet, auf welcher eine große religiöse Gemeinschaft beruht, jene Anschauung von der Gewalt des Bösen, in dessen Macht der Mensch angeblich ruht und aus der er erst durch ein gewissen Glauben gerettet werden könne. An diesem Wörtchen יצר ward somit ein fester Strick gedreht, der die Menschheit knebelt, und doch ist nichts ferner von dieser Vorstellung als eben dieses Wort. Schon in der Wurzel יצר liegt ja durchaus nichts Zwingendes, sondern Bildendes. .
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH aus dem Kommentar zur Haftoro von Simchass Thora
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH
(1833 1900)
הפטרה לשמחת תורה
Aus dem Kommentar zur Haftoro von Simchass Thora
Josua, Kap. 1, V.1
Es ist ein unendlich sinniger Brauch, daß wir an dem Tage, an dem wir die Thora in öffentlicher Verlesung beenden, unmittelbar darauf wieder zu ihrem Anfang zurückkehren. Spricht sich doch darin von selbst die Anerkennung aus, daß das Sichversenken in ihren Geist und die Verwirklichung ihrer Wahrheit unsere nimmer endende, ewige Aufgabe bilde, und daß wir kein höheren geistigen Fortschritt kennen als den ihrer immer tieferen Erkenntniß, und keinen höheren sittlichen Fortschritt, als den ihrer immer umfassenderen Verwirklichung.
Zu diesem Gedanken an die Ewigkeit der Aufgabe fügt nun die Wahl der Haftora den Gedanken der absoluten Gewißheit ihrer Lösung und der Erreichung des von ihr gesteckten Zieles. Denn nicht eines Menschen, auch nicht des höchsten, sondern Gottes Werk ist das Werk, das mit ihrer Offenbarung begonnen wurde, und an keines Menschen, auch nicht des höchsten, Persönlichkeit und Leben ist kein Gelingen geknüpft. Nie ist ein Mensch erstanden, so lautet das Gotteswort, mit dem die Thora, Moses feiernd, schließt sie begann mit der Verkündigung Gottes als Schöpfers und schließt mit dem Preise Mosis, als seines Dieners und Organes, nie ist ein Mensch entstanden, der seine Höhe auch nur von fern erreicht hätte. Und an die Kunde von dem Hintritt dieses Höchsten aller Menschen schließt sich die Haftora mit den Worten: Da war es, nach dem Tode Moses, sprach Josuadem Diener Moses: Stehe auf, überschreite den Jarden wie ich mit Moses gewesen, so werde ich mit dir sein! Und dem an Moses Stelle tretenden Führer Jissroéls wird nur die eine Weisung, der von Moses empfangenen Thora unverbrüchlich treu zu bleiben und von seinem Geiste und Beispiel nicht nach rechts noch nach links abzuweichen. Moses lebt in Josua weiter? Nicht an die Persönlichkeit Mosis, sondern an den Beistand Gottes ist der Sieg und das Gelingen geknüpft. Darum ist es die einzige Aufgabe und soll die erste Sorge des Führers wie jedes einzelnen in Jissroél sein, sich dieses Beistandes würdig zu machen. Dazu aber bedarf es der vollen sittlichen Energie einer durch nichts zu erschütternden Festigkeit. Wenn es deshalb in dem Gottesworte an Josua VV. 6,7 und 9 dreimal heißt: Sei stark und fest! und sich die erste Mahnung auf die Besitznahme und Verteilung des Landes, die dritte auf die Festigkeit gegenüber allen äußeren und inneren Feinden und Schwierigkeiten bezieht, so lautet die zweite und eindringlichste, mit dem fast beschwörenden nur eingeleitete: Nur sei überaus stark und fest; daß du sorgfältig darauf achtest, entsprechend der ganzen Thora zu handeln, die mein Diener Moses dir geboten, weiche nicht nach rechts noch nach links davon ab, damit du weise handelst in allem was du erstrebest. Dieses Buch der Lehre weiche deshalb nicht von deinem Munde (V.8) : sein Gesamtinhalt sei stets in lebendiger Anschaulichkeit deinem Geist gegenwärtig; denke über es und nach ihm und durch es bei Tage und bei Nacht, alles dies liegt in dem בו, : dein ganzes geistiges Leben sei von ihm beherrscht und durch es gestaltet. Schöpfe aus diesem Buche die Normen zur Beurteilung und Würdigung der Personen und Verhältnisse, bei deinen Entschließungen im praktischen Leben der Tat: bei Tage, und bei deinen Erwägungen und vorbereitenden Überlegungenbei Nacht.
כי אז תצליח את דרכך: Denn dann wirst du zu glücklichem Ziele bringen alle deine Unternehmungen, ואז תשכיל: und dann wirst du weise handeln! Höchste Weisheit und höchste und einzige Klugheit ist die gewissenhafte Erfüllung des göttlichen Gesetzes das ist die Wahrheit, die hier dem ersten jüdischen Führer, dem Nachfolger Mosis, an der Schwelle des Landes der Verheißung eingeprägt wird, das ist die Wahrheit, mit der wir, die hinausgesandten Träger dieses Gotteswortes, uns alljährlich für unser eigenes Leben durchdringen sollen, wenn wir die Thora schließen und wieder beginnen.
Sei stark und fest! In diesem Rufen winkte den Ahnen einst der Sieg, in der Befolgung dieses Rufes winkt auch dem späten Enkel die Vollendung des eigenen Lebens nach Gottes Willen noch der Sieg, daß es Beitrag werde zur Erreichung des letzten großen Menschheitszieles Sei stark und fest!
(Die Haftoroth übersetzt und erläutert, Frankfurt am Main 1896: S. 563 - 571 Kommentar zuJosua. Kap. IV1 )
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH aus dem Kommentar zur Haftoro Schemini Azérèss
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH
(1833 1900)
הפטרה לשמיני עצרת
Aus dem Kommentar zur Haftoro von Schemini Azérèss
Könige, Kap. 8, V.54
Diese Haftora ist der Schluß des Kapitels, dessen Anfang die des zweiten Tages des Hüttenfestes bildete. Sie versetzt uns also wieder in jene Tage höchster nationaler Freude, mit der die Einweihung des ersten Tempels inmitten Gesamtjisroéls unsere Väter einst erfüllte. Mit ihrem Schlusse bringt sie das Gedächtnis jenes Schemini Azérèss, an dem der König das Volk entließ, das mit seinem Segenswünsche ihm dankte. Und sodannzeigt sie uns die Väter, wie sie hochbeglückt durch alles, was sie in diesen Tagen geschaut und erlebt, nach Ablauf dieses Festes heimkehren zu ihren Zelten, hochbeglücktdurch all das Gute, das Gott seinem Diener David und seinem Volke Jissroél getan. Sie fühlten es tief, Salomo selbst hatte ja wiederholt daran erinnert, daß die Herrlichkeit der Tage, die nun zurücklagen, die sichtbare Einkehr der Gottesherrlichkeit in Jissroéls Mitte, dem heimgegangenen, jedoch für sein Volk und für die Menschlichkeit nimmer gestorbenen David zu verdanken und, nicht einer gekrönten Einzelpersönlichkeit, sondern dem Gottesvolke Jissroéls gewährt worden sei.
Uns Spätgeborne, die Enkel dieser Väter, will das Gedächtnis dieser Tage ewig mahnen, die Bestimmung des Schemini Azérèss an uns zur Wahrheit zu machen, ass dieser achte Tag, das Fest des Verharrens, עצרת, uns innig durchdringe mit den ewigen Wahrheiten, die die ganze Reihe der Feste des Jahres in uns beleben wolle, und vor allem uns jene Güter mit ins Leben hinausnehmen lasse, die wir am Rausch haSchaunoh und Jaum Kippurim und in den Tage des Hüttenfestes vor Gott gewonnen haben sollen: die Reinheit, die Freiheit, den inneren Frieden, und die im Bewußtsein reinen Strebens uns selbstloser Hingebung an die gottgebotene Pflicht zu gewinnenden höchsten Güter des Gottesvertrauens und der nimmer zu trübenden Lebensfreude. Dann führt ein jedes den Festcyklus schließende Schemi Azérèss uns immer näher dem Ziele, daß wir עמו ישראל, das Gottesvolk Jissroél werden, und läßt immer mehr die ergreifenden Schlussworte des Weihegebetes des Davidsohnes (V.58) der Verwirklichung entgegenreifen, daß Gott unser Herz in die Richtung seines Willens beuge, damit wir in allen seinen Wegen gehen und uns als treue Bewahrer und Hüter seiner Gebote und Gesetze und Rechtsordnungen bewähren, die Er unseren Vätern geboten hat. So begriffen und so verwirklicht, bringt dann ein jedes Schemini Azérèss den Tag näher, an dem das dritte, das ewige Haus Gottes sich erhebt und ganz Jissroél, nicht bloß von Chamath bis zum Tale Mizrajim, sondern das über die Erde zerstreute Jissroél, in innigem Vereine mit der ganzen Menschheit, von allen Fernen der Erde um den einstigen Davidssprößling als קהל גדול sich wiederum an jener Stätte sammelt, deren lichtbestrahlte Höhe die Worte der Haftora vor unserem Blicke erstehen ließen.
(Die Haftoroth übersetzt und erläutert, Frankfurt am Main 1896: S. 563 - 5567 Kommentar zuKönige. Kap.8 V.54 )
Zu sagen, der Antizionismus sei eine neue Form des Antisemitismus, ist eine große Torheit
"Was bedeutet es, heute Zionist zu sein, wenn Israel (die zionistische Entität Übersetzer) existiert? Eine Ideologie, die mir zuwider geworden ist. Es sperrt Köpfe und Herzen ein und es war sehr schwierig und schmerzhaft für mich, mich davon zu befreien. Nein, ich bin kein Zionist mehr, um es gelinde auszudrücken.
Zu sagen, der Antizionismus sei eine neue Form des Antisemitismus, ist eine große Torheit. Aus diesem Grund wären beispielsweise große Gebiete des orthodoxen Judentums, die in Jerusalems Stadtteil Mea Shearim oder in Bnei Brak bei Tel Aviv leben, antisemitisch. Sie messen die Aberration. "
Der Schriftsteller Gérard Haddad ist Psychiater und Psychoanalytiker.
To say that anti-Zionism is a new form of anti-Semitism is a great foolishness.
"What does it mean to be a Zionist today that Israel (the Zionist entity Translator) exists? An ideology that has become hateful to me. It imprisons minds and hearts and it was very difficult and painful for me to free myself from it. No, I'm no longer a Zionist, to say the least.
To say that anti-Zionism is a new form of anti-Semitism is a great foolishness. On this account, for example, large areas of orthodox Judaism living in Jerusalem's Mea Shearim district, or in Bnei Brak near Tel Aviv, would be anti-Semitic. You measure the aberration. "
Gérard Haddad, writer, is a psychiatrist and psychoanalyst.
Schritt 3: Heft 22 Leitender Artikel (ist schon eine Fortsetzung auf Heft 21!)
Schritt 4: Gutes Lernen!
Schlußsatz: Und so dürfen wir es denn aussprechen fußend auf der tiefsten Überzeugung der Erkenntniß: nicht ein Pessimist war Koheleth, sondern mit jede Fiber seines Wesens der größte, bewußteste, herrlichste Optimist
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH aus dem Kommentar zur Haftoro des 2.Tages Suckauss
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH
(1833 1900)
הפטרה ליום שני של סכות
Aus dem Kommentar zur Haftoro vom zweiten Tag des Laubhüttenfestes
Könige, Kap. 8, V.2
Das Prophetenwort des ersten Tages lenkte unsern Blick auf die ferne Zukunft, das des zweiten Tages läßt eine ferne Vergangenheit vor unserem inneren Auge erstehen. Jenes schaute den Tage der einstige Wiederbelebung des Tempels, um den sich Jissroél dann mit der Gesamtmenschheit in gemeinsamer Gotteskindschaft Gott huldigend brüderlich einet: diese zeigt uns den Tag des ersten Aufbaus dieses Tempels und seine glanzvolle Einweihung. Zwischen diesen beiden Tagen dehnen sich die Jahrtausende. Ströme Blutes waren in ihnen zu durchwaten, schwere Kämpfe, lange bange Nachtperioden harrten und harren Jissroéls und der Menschheit zwischen diesen beiden Tage. Ein Hüttenfest bezeichnet die Sonnenhöhe des Zukunftstempels: in die Zeit des Hüttenfestes versetzt uns die erste Tempelweihe der Vergangenheit.
Zweifellos bilden die Tage dieser Tempelweihe einen Glanzpunkt der Geschichte Jissroéls. War er doch der Tag, auf den bereits 5 B.M. 12,5 hingeblickt war; daß Gott einen Ort erwählen werde von allen Stämmen, seinen Namen dort Stätte zu geben. Und war es doch Gesamtjissroél, das noch nicht geteilte, das sich, dem Rufe des weisesten, glänzendsten und mächtigsten seiner Könige folgend, in Jerusalem zusammengefunden hatte und der Überführung der Bundeslade und der heiligen Geräte anwohnte, und auch Zeuge war; wie die das Heiligtum erfüllende Wolke der Gottesherrlichkeit als sichtbares Zeichen die Gottesnähe bekundete. Auch die bescheidene Mosishütte befand sich im Zuge, sie war ja nunmehr überflüssig geworden und wurde in der Schatzkammer des Heiligtums geborgen.
Die Hunderttausende, die jauchzend Jerusalem erfüllten, wie hätten sie nicht glauben sollen, sich bereits am Ziele zu befinden! Wir freilich, die Rückwärtsschauenden, wir wissen es besser. Und treten deshalb die Männer des Gottesvolkes bereits bedenklich als Staffage für den in hoheitsvollen Herrscherglanze alles überstrahlenden König in den Hintergrund, wenngleich ihre Vertreter (V.5) noch mit dem Könige zusammen den Weg, den die Bundeslade nahm, durch zahllose Mahnopfer weihten. Auch waren es zwar in echtjüdischem Sinne Mahlopfer, zur Weihe des Genusses vor Gott bestimmt. Uns aber, die wir aus dem späteren Verlauf wissen, wie wenig noch das Gotteswort im Geiste und in den Herzen der Nation Wurzel geschlagen hatte, uns tönt dabei doch bereits unwillkürlich wie leise Klage das späteren Prophetenwort ins Ohr: Was soll mir die Menge eurer Opfer! Der ich die Hingebung eures Blutes will, ich habe an dem Blute der Rinder, Schafe und Böcke kein Wohlgefallen! (Vergl. Jes.1, und zu 3 B.M. 1,2). Auch die Pracht der mit Gold ausgekleideten Räume des Heiligtums lacht uns nicht froh entgegen. Mochte immerhin der salomonische Tempel eines der sieben Weltwunder sein und Jissroél neben dem Neide und die Bewunderung der fremden Völker und ihrer Potentaten eintragen: wir vermögen über diese ganze Herrlichkeit, die nur zu sehr einer auf das Äußerliche gewendeten Richtung Vorschub leistete, ein Gefühl der Wehmut nicht ganz zurückweisen. Nicht darüber wahrlich, daß sie verschwunden, sondern darüber, daß sie schwinden mußte. Vom Heiligtum der Zukunft wird, wie wir in der Haftora des gestrigen Tages gesehen, ein nimmer versiegender, alle und alles erfüllender Quell der Lebensheiligung ausgehn: das Heiligtum der Vergangenheit ward für das Gotteswort zu einem prächtigen Gefängnis, zu einer Stätte, auf die man Gottes Bereich beschränken zu können vermeinte. Das Hüttenfest will die ewigen Grundbedingungen stets von neuem uns zur klaren Erkenntnis und lebendigen Beherzigung bringen, die jedes unserer Häuser zu einem Gotteshause gestalten sollen, auf deren Grund und in deren Mitte allein der einstige ewige Tempel wird erstehen können.
Deshalb bringt die Haftora uns das Gedächtnis des ersten Tempelbaues und der ersten Tempelweihe: sie will uns vor den Verirrungen der Vergangenheit warnen. Deshalb schließt sie auch mit jenem Worte, mit dem der königliche Sohn Davids auf das Gesetz hinweist, dessen Thron zu sein die einzige Bestimmung dieses Hause bilde und das allein den Bund ausmache, um dessentwillen Gott Jissroél zum Volke geschaffen habe.
(Die Haftoroth übersetzt und erläutert, Frankfurt am Main 1896: S. 554 - 558 Kommentar zuKönige I. Kap. 8 V.2 )
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH aus dem Kommentar zur Haftoro des 1.Tages des Laubhüttenfestes
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH
(1833 1900)
הפטרה ליום ראשון של סכות
Aus dem Kommentar zur Haftoro vom ersten Tag des Laubhüttenfestes
Secharja, Kap. 14, V.1
Die Beziehung der Haftoro zum Feste liegt klar zu Tage. Wird es doch geradezu als Ziel der ganzen geschichtlichen Entwicklung der Menschheit und als Bekundung der Erreichung dieses Zieles dreimal in ihr ausgesprochen, daß alle Völker alljährlich hinaufziehen werden nach Jerusalem, sich vor Gott als dem Wesen zu seinem Dienste Berufenden, niederzuwerfen und das Suckaußfeste zu feiern. Wir haben hier die lauteste Proklamierung der welthistorischen Bedeutung gerade des Hüttenfestes. Derselbe Gedanke fand ja auch in den Festopfern Ausdruck. Gerade am Hüttenfeste wird in denselben darauf hingewiesen, wie der Gegensatz zwischen dem Gott dienenden Jissroél und der heidnischen Welt immer mehr dadurch verschwinden werde, daß in immer steigendem Fortschritt der Gesamtmenschheit die allgemein menschlichen Pflichten anerkennen und erfüllen werde. Denn während für die menschheitspriesterliche Bestimmung Jissroéls die Erfüllung des sinaitischen Gesetzes, ist für die Gesamtmenschheit die Erfüllung der noachidischen Pflichten der Gerechtigkeit, Menschlichkeit und Sittlichkeit auf dem Boden der Gottesanerkennung die Verwirklichung des Gotteswillens auf Erden. Am Ziele nun, so wird es am Hüttenfeste durch die symbolischen Weihehandlungen im Tempel und durch unser Prophetenwort (V.9) verkündet, werden in Huldigung Gottes als des Einen Einzigen durch Erfüllung seines Willens auf Erden Jissroél und die Menschheit eins sein. Es wird das Tatenleben aller Menschen auf Erden ebenso wie das Tatenleben Jissroéls das Gott offenbarende Gepräge sittlicher Pflichttreue tragen והיה ה' למלך על כל הארץ ביום ההוא יהיה ה' אחד ושמו אחד. Siehe den Kommentar zu 4 B.M. S. 440 f. [384 f]
Es ist ungemein bezeichnend für den hohen Wert, den die weisen Ordner unserer Gebete der Pflege dieser universalen weltbürgerlichen Anschauung in Jissroél beigemessen haben, daß wir jedes unsrer Gebete mit diesem Ausblick schließen.
Das Kapitel bietet mit seinem auf das letzte Ziel und die seiner Erreichung vorangehenden Kämpfe gerichteten Ausblicke der Erklärung erhebliche Schwierigkeiten. Gar manches dürfte sein volles Verständnis erst finden, wenn die Zeiten sich erfüllen. Bei manchem müssen wir uns mit dem Hinweis auf anderweitige Aussprüche der Propheten und auf Andeutungen beschränken, die das Dunkel wenigstens etwas aufklären. Der Grundgedanke jedoch und die großen Wahrheiten, die durch die verkündeten geschichtlichen Erscheinungen offenbart werden sollen, strahlen nur um so heller aus dem Dunkel des geschichtlichen Hintergrundes uns entgegen.
Kap.14 V.1 הנה יום בא לה' וגו' Es kommt endlich ein Tag, an dem nur Gott als Sieger erkannt wird. Allein dieser Tag kommt nicht leicht; er kommt nicht ohne schweren Kampf.
(Die Haftoroth übersetzt und erläutert, Frankfurt am Main 1896: S. 545 - 553 Kommentar zuSecharja Kap. 14 V.1 )
Zeggen dat antizionisme een nieuwe vorm van antisemitisme is, is een grote dwaasheid.
" Wat betekent het om vandaag een zionist te zijn nu Israël ( de zionistische entiteit- vertaler) bestaat? Een ideologie die voor mij hatelijk is geworden. Het zet geest en hart gevangen en het was erg moeilijk en pijnlijk voor mij om mezelf ervan te bevrijden. Nee, ik ben niet langer een zionist, op zijn zachtst gezegd.
Zeggen dat antizionisme een nieuwe vorm van antisemitisme is, is een grote dwaasheid. Om deze reden zouden bijvoorbeeld grote sectoren van orthodox Jodendom die in de wijk Mea Shearim van Jeruzalem wonen, of in Bnei Brak in de buurt van Tel Aviv, antisemitisch zijn. Je meet de aberratie. "
Gérard Haddad, schrijver, psychiater en psychoanalyticus.
Kap. 29, V.13 Und ihr bringet ein Emporopfer, eine Feuerhingebung zum Willfahrensausdruck Gott nahe: junge Stiere dreizehn, Widder zwei, jährige Schafe vierzehn, in ihrer Ganzheit seien sie.
Kap.29 V. 13 Offenbar ist hier der Gegensatz Jissroéls zur übrigen Völkergesamtheit gezeichnet, ein Gegensatz, der nicht sowohl in der Anerkennung und Nichtanerkennung Gottes als Lenkers der menschlichen Geschicke, als in Erkennung und Nichtanerkennung Gottes als Leiters der menschlichen Taten besteht. Die Gruppe פרים שבעה,איל אחד und שבעת כבשים ist Israel; die Gruppe: פרים ששה,איל אחד und שבעת כבשים ist die übrige Menschheit, und indem Israel am Hüttenfeste, dem Feste des unter Gottes Schutz und Segen heiteren Hüttenbaues auf Erden, dieses letzten Zieles aller völkergeschichtlichen Wandelungen, mit dreizehn פרים, zwei אלים und vierzehnכבשים naht, tritt es eben nicht für sich allein, sondern mit dem Ausdruck der Völkergesamtheit als Jissroél und die Völker für die Gesamtmenschheit zu seinem Gott hin, allein mit Kennzeichnung des Gegensatzes der Gott dienenden und nicht dienenden Tat, der noch in der Gegenwart der Zeiten die Menschheit in zwei Lager klüftet.
Allein dieser Gegensatz ist immer mehr im Verschwinden begriffen. Unter Einfluß der Sendung Jissroéls und seines still wirkenden Beispiels in Mitten der Völker wird dieser Gegensatz immer kleiner, er beginnt mit sechs zu sieben, ist am zweiten Tage schon fünf zu sieben, dann vier zu sieben u.s.w., bis am siebten Tage, dem Ziele der Menschentwicklung und der Sendung Jissroéls für dieselbe, er völlig aufgehört hat und Jissroél in der Gotteshuldigung, in dem Lebensdienste der Tat mit der Gesamtmenschheit vereint als אילים שנים ,פרים שבעה undארבעה עשר כבשים vor Gott steht. Hinsichtlich der geschichtlichen Führung und des Anteils an der Lösung der Gesamtmenschheitsaufgabe hört Jissroéls Stellung in Mitten der Völker aber nicht auf, eine besondere zu sein. Jissroél und die Menschheit, die Menschheit und Jissroél, sie bleiben, nach ihrer ganzen geschichtlichen Entwicklung und ihrer besonders gearteten Tüchtigkeit für die Zwecke der Menschheit, zwei besondere, in ganz gleicher Würdigkeit geschichtlich Gott nahe und für die Ziele der Menschheit voranschreitenden Größen, sie bleiben sieben und sieben כבשים, ein und ein איל; allein in Huldigung Gottes, des einen Einzigen, durch Erfüllung des einer jeden dieser Größen für die Lösung ihrer Aufgaben erteilten Gesetzes, des sinaitischen Jissroéls, des allgemein menschlichen in derMenschheit, in Huldigung Gottes des einen Einzigen durch Erfüllung Seines Willens auf Erden, werden Jissroél und die Menschheit eins sein, und es wird das Tatenleben aller Menschen auf Erden also das Gott offenbarende Gepräge sittlicher Pflichttreue wie das Tatenleben Jissroéls tragen, sie werden zusammen als פרים nur eine Sieben bilden והיה ד' למלך על כל הארץ ביום ההוא יהיה ד' אחד ושמו אחד.
Auch das Wort der Weisen Sucka 55b: הני שבעים פרים כנגד שבעים אומות sieht in diesen Suckoth-Mussafopfern einen Opferausdruck für die Völkergesamtheit, und wenn (daselbst) Jissroéls Opfer als sühnende Fürbitte für die Gesamtmenschheit begriffen wird, so dürfte, wenn unsere Auffassung nicht ganz irrig, diese Fürbitte eben auf den im Laufe der Zeiten schwindenden Gegensatz, somit auf die allmälige Rückkehr der Menschheit mit ihrem Tatenleben zu Gott sich stützen. Um dieser Zukunft willen und für diese Zukunft möge Gott sie erhalten!
Finden wir aber hier in der Moedgruppe des Hüttenfestes die Grundzüge aller der Wahrheiten niedergelegt, die über das weltgeschichtliche Ziel aller Völkerentwicklungen und Jissroéls zeitliche und künftige Stellung zu demselben durch den Mund der Propheten zum Ausspruch gelangten, so erscheint auch gerade das Hüttenfest in engster Beziehung zu diesem einstigen Völkerziel im Munde des Propheten. Secharja 14,16enden alle gegen ihre Gottesbeziehungen ankämpfenden Kraftanstrengungen der Völker mit der endlichen Huldigung Gottes in Jerusalem und der jährlichen Gesamtmenschheitsfeier des Hüttenfestes. Ja, wir wagen den Gedanken: Ezechiel 38,39 wird das leitende Haupt der letzten Kampfe gegen Gott und seine Gestaltungen auf Erden: גוג genannt. Es liegt nicht ferne, darin den Begriff des Dachbildens von גגג, und damit sofort den Gegensatz zu סוכה, dem unsteten, kunst- und machtlosen Laubdach zu erkennen. In der Tat lässt sich der ganzen Menschheitsweltgeschichte in diesem Gegensatz begreifen. Ein Wahn führt die Menschheit irre. Wie es ihnen gegeben ist, ihre דפנות, ihr Bereich den geschöpflichen Mitweltgenossen gegenüber durch ihre mit Kunst verbundene Macht abzugrenzen und sicher zu stellen, so, wähnen sie, sei es auch die Aufgabe ihrer Macht, sich nach oben, Gott und den Einflüssen Seiner Waltungsmacht gegenüber sicher zu stellen, sich nur unter den Schutz der eigenen Macht zu begeben, ihr Geschick in die eigene Hand zu nehmen und den Ausbau der Menschengröße durch das die Unabhängigkeit von Gott sicherstellende Giebeldach zu krönen. Es ist der Kampf des גג gegen סוכה, der Kampf des die Menschen nicht zur Ruhe gelangen lassendenGiebelwahns der Menschengrößegegen das heitere Vertrauen der sich Gottes Schutz unterstellenden Hüttenwahrheit. Die Weltgeschichte beginnt mit dem himmelstürmenden Turmbau der sich selbst vergötternden Menschenmacht und endet mit dem Gott huldigenden Hüttenbau des heiteren Menschendaseins auf Erden.
Das Judentum überlässt anderen Disziplinen die Lehre, wie man mit Verzichtleistung auf das Diesseits das Jenseits gewinne. Es reserviert sich die Lehre, wie man durch ein Gott huldigendes Pflichtleben das Diesseits selig gestalte und das Jenseits schon im Diesseits beginne und diese durch das Hüttenfest für Jissroél aller Zeiten gepredigte Lehre gestaltet sich durch die Moedopfergruppe desselben zur universalen Zukunftsaussicht aller Völker. Von dem Gipfel seiner nationalsten Freude schaut der Blick des Gottesvolkes auf die Heileszukunft aller Menschen aus. Auch war es nach dem Jeruschalmi Sucko V,1 eben der Freudengipfel dieses Jissroéls und der Menschheit Hoffnung umspannenden Hüttenfestes, auf dessen Höhen die Quellen des Heiles sprangen, aus welchen die Jünger des Prophetentums den Geist schöpften, der sie zur Prophetie befähigte (siehe zu V.19).
(Vergl. über diese universale Bedeutung des Hüttenfestes und der damit zusammenhängenden סוכתו של לויתן Jeschurun, Jahrgang VIII, S.14)
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH aus dem Kommentar zur Haftoro des Nachmittaggebetes am Jaum Kippur
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH
(1833 1900)
הפטרה למנחה של יום כפור
Aus dem Kommentar zur Haftoro vom Nachmittaggebet des Jaum Hakippurim
Prophet Jona
Längst schon hat die Sonne den Zenith überschritten und der größte, herrlichste Tag neigt sich bereits zum Scheiden. Im Geiste haben wir uns so eben in die heiligen Weihehandlungen der Abodah versenkt, die einst an diesem Tage auf Moriah, im Gesetzesheiligtum unseres Gottes vollzogen wurden. Und da ist uns die Herrlichkeit des Einst und das Elend des Jetzt in der ganzen Schroffheit ihres Gedankens entgegengetreten, und wir haben uns so unsäglich arm gefühlt, haben gefühlt, wie unendlich viel wir verloren. Und bitterer Schmerz hat da unser Herz zerrissen und hat dessen Starrsinn gesprengt, und tiefe Sehnsucht ergriff uns nach dem Vaterhause, und da haben wir uns vor unserem Gotte ausgeweint, wie das Kind in den Armen des Vaters.
Doch nicht durch Rührung und tatenlose Sehnsucht wird der Aufgabe des Tages genügt. Rückkehr, Besserung ist die Losung. Darum ward noch einmal die Thora dem heiligen Schreine entnommen und aus dem Gottesworte jener Abschnitt vorgelesen, der an die allererste Grundlage eines heiligen Lebens und an die erste Vorbedingung unsre dauernden Rückkehr mahnt: an die sittliche Reinheit, an die Reinheit des Familienlebens. Und da es nun galt, aus dem Prophetenworte einen Abschnitt zu wählen, der in diesem ernsten Momente des dahinsinkenden Tages uns so recht die Macht und das Wesen der Theschubah vergegenwärtigt, die Rückkehr aus tiefster Gesunkenheit zu seinem Gott sich emporringenden Menschen, da fiel die sinnige Wahl auf das Wort von der Sendung des Propheten Jona.
Er hatte der gewaltigen Ninive, der glänzenden Hauptstadt des weltherrschenden Assyrerreiches, wegen ihre Missetaten den Untergang verkündet. Die Worte des fremden Propheten, der im Namen des unsichtbaren Gottes gesprochen, hatten in den Herzen des götzendienenden Volkes tiefe Erregung erzeugt. Sie waren in sich gegangen, hatten Fasten verkündet, und der vom Volke ausgehenden Bewegung hatte der König, hatten die Grossen sich angeschlossen. Der König war von seinem Throne gestiegen, hatte seine Königsgewänder abgelegt und gleichfalls ein härenes Trauergewand angelegt, und der Befehl war im Namen des Königs und der Grossen ergangen, daß ein jeglicher fasten und Gott inständig anrufen und zurückkehren solle von seinem schlechten Wandel und von dem Unrecht, das in seinen Händen. Da heißt es nun nicht, bemerken unsere Weisen: Gott sah, wie sie sich durch Fasten kasteiten und mit ihren härenen Gewänder sich peinigten, auch nicht: wie andächtig sie beteten, sondern: Gott sah ihre Taten, daß sie von ihrem schlechten Wandel zurückgekehrt waren, da änderte Gott seinen Entschluß hinsichtlich des ihnen angekündigten Unglückes und führte es nicht aus. So ist die Besserung das alleinige Wesen der Teschubah, und nur sie erwirkt das Wunder der göttlichen Gnade. Wir haben an einem anderen Orte eingehend darauf hingewiesen*) wie charakteristisch es ist für die in jeder konfessionellen Engherzigkeit abholde, wahrhaft freie Universalität des Judentums, daß es götzendienende Heiden sind, deren Besserung uns an diesem Tage als Vorbild für die eigene Besserung vor die Seele geführt wird. Nur mit dem Unterschiede, aß die Verzeihung, die ihnen durch die Rückkehr zu den allgemein menschlichen Pflichten zu Teil wurde, für uns an die Rückkehr zu dem gesamten Gottesgesetze geknüpft ist.
Doch noch zwei andere Momente sind es, die uns dieses Prophetenwort in einer ergreifenden Eindringlichkeit wie kaum ein anderes vor die Seele führt.
Einmal die Allgegenwart und die alle Wesen und Kräfte als Vollstrecker seines Willens verwendende Vorsehung Gottes. Was dem gedankenlosen Menschen als Spiel der Elemente, als Walten des Zufalls erscheint: so es in den Dienst zur Ausführung des Gottesgedankens gestellt ist, ist es planvolle Gottesfügung. Der Sturm auf dem Meere, der dem sich der Gottessendung entziehenden Flüchtling schon vorausgesandt ist (Kap. 1,4), das wildbrandene wütende Meer, die Gottesfügung, die ihm in Leben erhält in einer Lage, die sonst unrettbar der Tod bringt, die dunkle Meerestiefe; die ihn wieder emporschleudert in den Bereich der Meereswogen, der Meeresstrudel, der ihn umkreist und emporhält, das Seetier, das ihn verschlingt und später ans Land wirft, das Kikajon, das in einer Nacht aufsproßt, ihn im Sonnenbrand zu beschatten, das Insekt, dessen Stich dasselbe Kikajon verdorren macht, der Glutwind aus dem Osten, der Jona verschmachten ließ, von einigen dieser Fügungen erfahren wir es aus den Worten des Propheten, bei den anderen, so bei dem Sturme auf dem Meere, dem gewaltigen Fische, dem aufsproßenden Kikajon heißt es ausdrücklich: וימן ה', וה' הטיל, in vielmaliger Wiederholung: Gott bestellte, Gott bestimmte sie.
Und sodann jenes Allerbarmen, jene Liebe, die ein jedes Wesen und sein Gedeihen als ein Werk der Fürsorge des Schöpfers anschaut und diesem wert und teuer sein läßt! Dich dauert des Kikajons, mit dem du dich nicht abgemühet und das du nicht großgezogen hast und mich sollte nicht der grossen Stadt dauern und all der Kinderseelen in ihr und all des Viehes? Also ist jeder Kreis von Menschen eine Pflanze, von der Gott spricht: אשר עמלתי בו ואשר גדלתי! Das ist die Vaterliebe des Schöpfers, die unverlierbare, die jedem seiner Kinder zugewandte, wie das Alte Testament sie lehrt, jene Liebe, die der Rückkehr der verirrten Kinder harrt, die ihnen aus freier sittlicher Energie stets offen steht, weil sie nicht sündig, sondern rein und für das Höchste befähigt geboren werden, jene Liebe, die, wenn das ältere Geschlecht gesunken ist, auf die reinen Keime des Guten in die Brust derer hinschaut, die noch nicht die Rechte und die Linke unterscheiden können, und schon um der unschuldigen Kinderseelen willen den drohenden Untergang abwendet.
*) Das Reine Menschentum im Lichte des Judentums. Frankf. A. M. Kaufmann 1893, S.35
(Die Haftoroth übersetzt und erläutert, Frankfurt am Main 1896: S. 532 545 Kommentar zu JONA Kap. 1 V.1 )
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH aus dem Kommentar zur Haftoro des Morgengebetes Jaum Kippurs
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH
(1833 1900)
הפטרה לשחרית של יום כפור
Aus dem Kommentar zur Haftoro vom Morgengebet des Jaum Hakippurim
Jesajas Kap. 57 V.14
Gekommen ist der große herrliche Tag, der seligste des Jahres. Emporheben aus allen Erdennöten will er den jüdischen Menschen, emporheben aus dem dumpfen Zwang der Leidenschaften, will ihn emporheben in die beseligende Nähe seines ewigen Vaters, in das reine Licht und die reine Lebenslust, die ihm von dort entgegenströmen.Und: Hinauf! Hinauf zu Ihm! das ist des Tages Losung. Mit ihr, mit diesem Rufe: סולו סולו! Beginnt das Prophetenwort der Haftorah.
Doch unsere Vergangenheit hält uns zurück. Diese Folgen unsrer getrübten Vergangenheit, die wie mit eisernen Klammern unseren Ausschritt hemmen, nur Gottes Allmacht kann sie sprengen. Die Betätigung seiner Gnade aber hat er uns verheißen, so wir durch aufrichtige Reue, durch den festen Entschluß der Besserung uns ihrer würdig machen. Denn (V.15): so hoch und heilig Er thront, so ist er Nahe dem Zerknirschten, dem, der demütigen Sinnes geworden, zu beleben das Gemüt des Demütigen, zu beleben das Herz der Zerknirschten. Denn nur um den Menschen zur Selbstbestimmung, zur Selbsterkenntnis und damit zur Reue zu bringen streitet Gott und zürnt er, Leiden sendend, gegen den Menschen (V.16). Denn unendlich nahe, unmittelbar Sich verwandt schaut Gott jeden Menschen: Des Menschen Geist geht ja von mir aus in die Körperhülle ein, und die Seelen habe ich ja geschaffen! Nie undnirgends ist das Band, das jeden Menschen mit Gott verknüpft, in seiner Stärkeund Innigkeit herrlicher gezeichnet worden, als in diesen Worten des angeblich flammenden Gottes Zebaoth des Alten Testamentes Wohl zürnte Gott über sein Volk und schlug es, dadurch daß er sich von ihm abwandte und es sich selbst überließ (V.17), so daß es, statt des ihm vorgezeichneten דרך ה', statt des Gottesweges, den Weg seines Herzens einschlagen konnte, den seine Leidenschaften das Verblendete vorziehen ließen. Gott hatte (V.18)diese Irrgänge und ihre Leidensfolgen sehr wohl vorausgesehen und wollte es gerade durch diese Selbsterfahrungen genesen lassen. ואנחהו: denn diese scheinbare Frei- und Preisgebung war selbst nur ein Akt der göttlichen Weiterführung, und die so gewonnene Selbsterkenntnis und die wiedergewonnene Gottesgnade wird selbst reichste Tröstung und vollen Ersatz für alle Leiden bieten, ihm und allen, die so lange durch seine Verblendung und deren Folgen zu trauern hatten, ואשלם נחמים לו ולאבליו So:
V.19 בורא ניב שפתים, ist Er Schöpfer, so schafft, verwirklicht er das, wovon bis dahin die Menschen nur sprachen, was nur ein schöner Traum, nur eine Frucht der Lippen war, nur in der Menschen Gedanken und Worten Dasein hatte, nämlich: den Frieden. Friede! den noch Fernen, Friede! den bereits Nahen, אָמַר ה', ihn hat Gott mit seinem Gesetzworte und mit seinem Verheißungsworte längst dargeboten so bringe ich ihm Heilung. Das Objekt von ורפאתיו ist das V.14 genannte עמי, auf das sich auch die Suffixe der VV.17 und 18 bezogen.
V.20. Nur auf den Boden des Gesetzes, nur in der freudigen pflichttreuen Unterordnung unter den göttlichen Willen erblüht dieses höchste Gut des Menschen, das Sehnsuchtsziel aller Hoffnungen: der innere und äußere Friede. והרשעים, die Gesetzlosen aber, die nur dem Diktate ihres eignen, im Dienste ihrer Interessen und Leidenschaften stehenden Willens gehorchen, sie gleichen dem aufgewühlten Meere, und ויגרשו מימיו רפש וטיט: was die Tiefe des unveredelten, weil ungezügelten, Menschenherzens unter glatter Oberfläche an Menschenunwürdigen sorgsam barg, das bringen die Stürme der Leidenschaft in seiner ganzen Unschöne unfehlbar an den Tag.
V.21 Die Worte אמר אלהי entsprechen offenbar dem אָמַר ה' in V.19. Der Zusammenhang ist demgemäß: denn ebenso wie Gott längst der Pflichttreue den Frieden, ganz ebenso hat er die Friedlosigkeit dem Frevel bestimmt. Daß das letztere durch die von Gott als Richter des Menschen gefügte Weltordnung bewirkt werde, darauf weist der Wechsel des Gottesnamens ה' in V.14 in den hier genannten: אלהי hin.
Die Rückkehr zur Pflicht ist so der Weg zum Frieden. Uns auf diesen Weg zurückzuführen, so wir im Getriebe des Lebens von ihm abgekommen sind, dazu hat Gott den alljährlich wiederkehrenden Tag der Sühnen bestimmt.
Wie aber jede göttliche Veranstaltung der Mißdeutung unterliegt und, falsch verstanden, aus einem Mittel zum Heile zu einer Förderung des Unheils werden, und so, was zur Rettung aus Sünde und Verblendung dargereicht ward, zum Beharren in der Sünde und der Verblendung führen kann: also auch die Institution dieses Tages der Sühnen. Freilich ist es Wahnsinn, freilich grenzt es an Gotteshöhnung, freilich ist es die unglaubliche Verkehrung der Wahrheit, zu wähnen, dieser Tag werde die verheißenen Güter der Verzeihung und der Sühne und der Reinheit bringen, auch ohne Reue, auch ohne ernsten Entschluß der Besserung, auch wenn er also nur einen fastend verbrachte vierundzwanzigstündige Unterbrechungspause in dem Gott und seinem Gesetze entfremdeten Leben darstelle, das dann, nach Ablauf dieses Tages, mit voller Seelenruhe ganz in der bisherige Weise fortgesetzt werden könne, um dann im nächsten Jaum Kippurim wiederum ein Reinigungs- und Entsündigungsbad finden. Trotz ihrer Ungeheuerlichkeit hat diese Vorstellung gleichwohl früh schon Platz gegriffen.
Diesem Wahne tritt nun Kap. 58, 1-14 die große Jaum-Kippur-Predigt des Propheten im göttlichen Auftrage mit flammenden Worten entgegen. Sie zeichnet zuerst (V.2-5) den empörenden Widersinn einer solchen Jaum-Kippur-Farce, mit den frömmelnden Gebärden und dem scheinheiligen Gebahren. Diesem stellt sich sodann (V.6-14) in leuchtenden Zügen das Wesen und das Werk des wahrhaftigen gottgewollten Jaum Kippur gegenüber: den aus den Banden Leidenschaft und Sünde sich befreienden (V.6), zu Gott sich emporringenden Menschen, der (V.5) sich in seiner Armut begreift, der jedes an Menschen begangene Unrecht wieder gut macht und für jedes bedrohte fremde Recht eintritt und alle ihm verliehenen Gaben und Kräfte in den Dienst dieses Wirkens stellt (V.6), der in edler Humanität seines reinen Tatenlebens schönste Vollendung findet, und wie den Leib, so auch die darbende Seele und das darbende Gemüt seiner Menschenbrüder labet, und der endlich durch Unterstellung seines ganzen wirkenden und schaffenden Lebens unter die Herrschaft des Sabbathgedankens all sein Tun und Wirken nur als Vollbringung des Gotteswillens und sich selbst als Gottesdiener bekundet, und so der Verwirklichung des Ideals von reinen Menschentum entgegenreift, zu dem das Gesetz unseres Gottes die ewigen Wege bahnt.
(Die Haftoroth übersetzt und erläutert, Frankfurt am Main 1896: S. 515 522 Kommentar zu Jesajas Kap. 57 V.14 )
Rabbiner Dr. Leo BRESLAUER: Ein jüdisch-geschichtlicher Wegweiser (Ende)
Rabbiner Dr. Leo BRESLAUER
(1894-1983)
ובקשו
Einjüdisch-geschichtlicher Wegweiser vonLeo BRESLAUER. Frankfurt am Main5695/1935
31.Maß und Ziel
Der Weg zum Ziel, das ist die Pflicht. Nur wer ihn mit Respekt geht, Schritt für Schritt gerecht, dessen Glaube ist ernst und wächst und erneut sich mit jedem Schritt. Und nur, wer auf sich achtend die beste Form bewahrt, wird Energie gewinnen, um mit Kraft und Ausdauer selber scheiten und andere leiten zu können. Das große Ziel erfordert strengstes Maß im kleinsten
Wie gehabt ist das Obenstehende eine Leseprobe und es freut uns hiermit in Beilagen eine weitere, die abschließende Skizze (S. 98 bis 102) aus dieses rabbinische Meisterwerk vollständig zu liefern:
Rabbiner Dr. Leo BRESLAUER :Ein jüdisch-geschichtlicher Wegweiser (18)
Rabbiner Dr. Leo BRESLAUER
(1894-1983)
ובקשו
Einjüdisch-geschichtlicher Wegweiser vonLeo BRESLAUER. Frankfurt am Main5695/1935
30.Politik
Die Geschichte des Gottesstaates ist seinem Volke Wissenschaft fürs Leben.In ihrem Lichte zeigen die Lebensinteressen des Judentums ihre hinreißende, ehrfurchtgebietende Größe.
Die jüdische Lebensinteressen zu vertreten geziemt nur dem, der sie versteht. Wirklichverstehen kann sie aber nur, wer sie nicht bloß kennt, sondern anerkenntund in ihnen lebt, wer also unser taurogründiges Gottesvolkstum bejaht, das Goluß respektiert, das historische Gesetz des Gottesstaatsvolks auch fürs eigene persönliche Schicksal anerkennt und dementsprechend seine private Lebensführung taurotreu gestaltet. Hast du vor dem Steuerzettel deiner schwachen Gemeinde (selbstverständlich der echten) so Respekt, wie vor dem ein staatlichen machtgestützten Finanzamtes? Ist die mündliche Tauro der Webstuhl deiner Weltanschauung ? Gibt dir das heilige Schrifttum Heimat- und Bürgerkunde einer gegenwärtigen Vergangenheit und Zukunft? Hast du den modernen Abstand von den קרבנות und von der gesunden Rigorosität jüdischer Gesellschaftsauffassung heil überwunden? Deutet die einwärts weisende Msuso an deinen Türen auch auf die Küchen-, Kleider und Bücherschränke deiner Wohnung als Geltungsbereiche deines Königs im Himmel und seiner Tauro auf Erden? Nur wergottesstaatlich zu denken, zu wollen und zu fühlen vermag, nur wer als Untertan Gottkönigs empfindet, ist würdig, die jüdischen Angelegenheiten zu führen.
Aber jeder, Juden und Jüdin, ist dazu berufen, sich von Jugend an zu solcher Würdigkeit zu ertüchtigen. Er muß wissen, wie er die auf seinen Schultern ruhende Belange anderen Menschen gegenüber bestens wahrzunehmen hat, damit der Name unserer Gottheit, des Weltenkönigs, durch ihn geheiligt werde; darf leider auch nicht vergessen, daß er angesichts der Internationale des Hasses, die sich vom Märchen unserer Rätselhaftigkeit nährt, immer und überall die Gesamtheit vertritt.
Jeder ist berufen. Und die Berufung birgt in sich zugleich die Verheißung des רוח הקודש. (irgendwie auch heute noch) für den, der weise die Worte der Tauro wahrhaft in sich aufnimmt, sich täglich grämt und sorgt um die Ehre des Heiligen g.s.E. und um die Ehre Jißroeils, und der mit unstillbarer Sehnsucht nach der Ehre Jruscholajims ausschaut und nach dem Heiligtum und nach dem erlösenden Heil, daß es bald aufsprieße in unseren Tagen, und nach der Sammlung der Heimatlosen. Diese Berufung warnt aber auch vor golußmüder Ungeduld, und mahnt, jede Gegenwart ganz ernst zu nehmen und den Zweck und Erfolg auch des scheinbar zukunftslosesten alltäglichen Pflichtendienstes ganz und gar der obersten Führung Gottkönigs zu überlassen.
Goluß zersplittert, macht unstet und stellt jeden auf sich allein. Wer heute noch im Schoße einer soliden, ideal geleiteten Gemeinschaft wohnt und jüdisch politische bestens umhegt und versorgt ist, kann morgen schon gezwungen sein, wie ein Posten auf einsamer Wache sich allein mit anderen auseinanderzusetzen.Die Anderen warten auch gar nicht, bis man zu ihnen kommt, am wenigsten heute bei der rasend wachsenden Kommunikation aller mit allen kraft der enormen Entwicklung des Verkehrs, des Nachrichtenwesens und damit zusammenhängend des Organisierens. Und bei allem, was in Bild oder Schrift, in Wort und Tat auf dich flöht, mußt du wissen, wie du demgegenüber richtig zu denken, zu fühlen und zu handeln hast
Und schließlich ist doch grade mitten in der besten Gemeinschaft jeder Mitmensch und Genosse achtbar und schätzenswert genug, ihn insofern als einen anderen zu betrachten, daß du dem Verhalten zu ihm nicht dem Ungefähr überläßt. Das aber heißt, politisch sein
Wie gehabt ist das Obenstehende eine Leseprobe und es freut uns hiermit in Beilagen eine weitere (die vorletzte) Skizze (S. 91 bis 97) aus dieses rabbinische Meisterwerk vollständig zu liefern:
Rabbiner Dr. Leo BRESLAUER Ein jüdisch-geschichtlicher Wegweiser (17)
Rabbiner Dr. Leo BRESLAUER
(1894-1983)
ובקשו
Einjüdisch-geschichtlicher Wegweiser vonLeo BRESLAUER. Frankfurt am Main5695/1935
Andererseits ist selbst eine Mustergemeinde in Palästina noch lange kein kleiner Gottesstaat.Denn auch dort in unserem Lande, herrscht doppelt schmerzlich Goluß, Innuj und Zwangsgastschaft. Und solange Erez-Jißroeil als Boden des Gottesstaates feiert, kann ohnehin unser Land nicht den Auftrag an das Gottesstaatsvolk bedeuten, sich dort in nationalkultureller Ganzheit bodenständig zu etablieren, geschweige mit der Herausstellung eines autonomen Volkstums zu demonstrieren . Weder der Zionismus, noch seine Bekämpfung, noch irgendwelche wirtschaftliche Intentionen vermögen Erez-Jisroeil zu einer golußsinnwidrigen Aufgabe für uns zu stempeln Aufbau des Landes? Aber (soll das Wort nicht Rausch und nicht Maske sein) : das Aufzubauende wäre doch das durch Chorbon Zerstörte, und zerstört ist nicht das Land als Volksland, sondern als Bestandteil des einst irdisch totalen, politisch mächtigen Gottesstaates, und den aufzubauen fehlt uns die Macht und die Vollmacht. Wir können uns nur der Verheißung würdig machen. Die Völker der Staaten mögen jedenfalls in noachider Gesetzlichkeit erdverwachsene totale, Kulturen bauen und pflegen (ja sogar Opferdienst dienen); denn dazu führen sie ein machtpolitisches Eigenleben. Wir hingegen leiden Goluß und Innuj. Gott wußte, warum er uns Land und Macht zugleich nahm. ...
Die örtlicheGemeinde bildet zwar die Normalform der Vergemeinschaftung, aber nicht in dem Sinne, daß das Gemeinschaftsstreben nicht über sie hinauswachsen dürfe. Im Gegenteil. Eine gesunde, d.h. ihre Golußaufgabe sich bewußte und der Gemeinschaft der Jreiim sich organisch verbunden führende Gemeinde will Baustein unserer Zukunft, nicht Grabstein unserer Vergangenheit sein. So wird sie aus eigenem Antrieb danach trachten und drängen, sich mit anderen gleichgesinnten zusammenzuschließen. Der landsmannschaftliche Gemeindeverband ist die angemessene Form der Gemeinschaftsbildung in den Ländern unserer Zwangsgastschaft. Von ihm gilt in noch höherem Maße dasselbe, wie von der Gemeinde: verleugnet er den in der Wahrheit der Tauro sprechenden zukünftigen Gottesstaat und sein ehrfurchtheischendes Hoheitszeichen der Zwangsgastschaft, dann fehlt ihm jegliche Legitimation, um im Namen des Judentums zu sprechen. Seine Existenz ist gegen jede Berechtigung, seine Kundgebungen sind höhere Willkür, seine Führer Oberverführer, seine Gefolgschaft ein gesteigerter Jammer. Weiß er sich aber als höhere Erzihungs- und Dienstgemeinschaft für unsere unverfälschte Bestimmung, dann ist er eine wahrhafte, wesensgemäße Erscheinungsform des gottesvolkliches Golußjudentums und sein legitimer Sprecher, trägt (gleichgültig ob anerkannt oder nicht) einen Schimmer des Abglanzes gottesreichlichen Pracht
Allweltlicher Zusammenklang der Gemeinden Gottkönigs Gemeinschaft der Jreiimallüberall wer wagt es zu hoffen? Und doch, dennoch! Gott will sein ganzes Volk
Rabbiner Dr. Leo BRESLAUER Ein jüdisch-geschichtlicher Wegweiser (16)
Rabbiner Dr. Leo BRESLAUER
(1894-1983)
ובקשו
Einjüdisch-geschichtlicher Wegweiser vonLeo BRESLAUER. Frankfurt am Main5695/1935
Da wird kein unkultivierter Rohling geduldet. Also ist derdisziplinierte Respekt vor der von unserer Gottheit uns gesetzten Lebensordnung der Chukim und Mischpotim die Bildung der Gebildeten und der Anstand der Anständigen. Die Erwerbung der Gauj-kodausch-Qualität ist erste Pflicht für jedermann.
Da bekommt jeder Am-hoorez, der Leiblichkeit des Derech-eretz Verhaftete, des Idealbild jüdischer Ganzheitlichkeit und Kulturgröße zu wissen.
Daraus folgt daß eine Gemeinde, deren Statuten und Führung dieser gottesstaatlichen Tendenz widersprechen, nicht verdient jüdische Gemeinde zu heißen, ja überhaupt keine gemeindliche Existenzberechtigung hat ; ihre Kundgebungen sind Willkür, ihre Führer Verführer, ihre Geführten ein Jammer. Ganz abgesehen vonder neuzeitlichen Schande, der führenden Repräsentationgottesvölkischer Gemeinschaften durch bekenntnis - und gehorsamssüchtige Personen, was in anderen Bekenntniskreisen kaum seinesgleichen finden dürfte, und wobei man nicht weiß, ob man sich mehr über die ehrvergessene Nachsicht der Geführten wundern soll oder über die anmaßende Taktlosigkeit der Repräsentanten, welche augenscheinlich die alten Befürchtungen unserer Weisen hinsichtlich der Entwicklung im Goluß aufs traurigste bestätigt. Die bewußten Anhänger Gottkönigsinmitten dieser Gemeinde werden sich nur einem wirklich übermächtigen Zugehörigkeitszwangund auch dem nur mit zunehmend verbittertem Groll fügen. Sie werden das wahre Wesen der jüdischen Gemeinde nicht mit dem formenden Bestimmungen eines Landesgesetzes, dem sie etwa unterworfenist, verwechseln, sondern unverfälscht im Herzen und im Augebehalten und, unbeirrt durch scheingemeindliche Arroganz, die Pflichtzur echten Gemeindebildung als ihre Lebensaufgabe betrachten. Aber zur echter Gemeindebildung!
Wie gehabt ist das Obenstehende eine Leseprobe und es freut uns hiermit in Beilagen der 2 .Teil einer weiterer Skizze (S. 81 bis 86) aus dieses rabbinische Meisterwerk vollständig zu liefern:
Rabbiner Dr. Leo BRESLAUER Ein jüdisch-geschichtlicher Wegweiser (15)
Rabbiner Dr. Leo BRESLAUER
(1894-1983)
ובקשו
Einjüdisch-geschichtlicher Wegweiser vonLeo BRESLAUER. Frankfurt am Main5695/1935
29. Gemeinde
Indem das Schicksal des zukünftigen Gottesstaates auf den Schultern jedes Juden und jederJüdin ruht, obliegt jedem einzelnen eine Gemeinschaftsaufgabe. Den uralten, unverlierbaren Adel unserer Mamlecheß-Kauhanim-w gauj-kodausch-Bestimmung trägt jeder nur als Glied des Gottesstaatvolkes. Diese Einsicht verlangt notwendig eine erziehende und dienende Gemeinschaft bewußter Golusjuden! Gemeinschaft der Jreim.
Was die Logik gottesstaatlichen Denkens fordert, das lehrt auch der Weg des Lebens, die Wahrheit der Tauro und der Spruch der Geschichte.
Wie gehabt ist das Obenstehende eine Leseprobe und es freut uns hiermit in Beilagen der 1 .Teil einer weiterer Skizze (S. 71 bis 80) aus dieses rabbinische Meisterwerk vollständig zu liefern:
Rabbiner Dr. Leo BRESLAUER: Ein jüdisch-geschichtlicher Wegweiser (14)
Rabbiner Dr. Leo BRESLAUER
(1894-1983)
ובקשו
Einjüdisch-geschichtlicher Wegweiser vonLeo BRESLAUER. Frankfurt am Main5695/1935
Nur Aniwußerziehung kann darum endlich die Grundlage jüdischen Schulwesens sein, sei es in der Jschiwo, der Hochschule der Wahrheit und der יראה, dei es im א' ב'-Unterricht der Allerkleinsten. Und gerade hier, bei der Jugend, ist sie am allerwichtigsten, weil am meisten zukunftsbestimmt. Sie bewirkt, daß das historische Gesetz des Gottesstaatsvolkes alles Denken beherrscht, im Chorbon die Kompensierung aufzeigt und die legitimierende Kraft des Goluß enthüllt. Dann immunisiert Akeidogesinnung die Geister gegen reformatorischen Wahn, ob er mit liberalen Wenn und Aber die Unbedingtheit von Gottes Wort verschachert oder aus nationalistischem Drang Volk und Staat Selbstzweck zuspricht. Zwangsgastschaftliches Wissen erfüllt jedes Herz mit inniger Dankbarkeit für edle Güte der Völker, mit neidloser Bewunderung für die Großtaten ihrer Kultur, mit flehentlichen Segenswünsche für den Fortschritt ihrer Zivilisation.Da lehrt aber auch gottesstaatliche Weisheit Kulturfimmel und Weltanschauungsmoden gründlich verachten und läßt sprudelnjedes Herz in freudig-stolzer Begeisterung für den Gottesstaat , den (auch nur himmlisch) unvergleichlichen, für sein Volk, das auserwählte, für seinen König, Jißroeils Gottheit, den König aller Könige. Mehr als je sind daher in dieser Golußnacht jüdische Lehrer, die ihre Kinder das historische Gesetz des Gottesstaatsvolkes zulehren verliehen, die treue Sterne des Volkes, das ohne den Kompaß des רוח הקדש oder auch nur des בת קול oder irgend eines positiven Merkmals seiner Gottesstaatlichkeit durch die Völkerwüste wandert und wenn es sich nicht verirren soll, nur von solchen Lehrern sicheren Wege in die Heimat der Zukunft geleitet werden kann ומצדיקי הרבים כככבים
Darum droht dem Golußjudentum keine schlimmere Gefahr als die Sabotage der Aniwußerziehung durch Menschen aus eigener Mitte, die der Geltungssucht und Lüge verfallen sind; die aus dummstolzer Kompensation ihres Nichtwissens mit Rechthaberei oder aus charakterloser Katzenbuckeleivor allem, was Völker als Fortschritt anbeten, bewußt oder unbewußt ihre autonomistische Wühlarbeit gegen Gottes Taurokönigtum betreiben.(Was sie dabei doch auch Nützliches wirken, das wird von niemand bestritten, verdient aber, sogar an der nutzärmsten Taurotreue gemessen, durchaus keine laute Betonung. Das wird Gott, der all Energie seiner Schöpfung bis hinab zum kleinsten Würmchen, Stäubchen, Hauch nutzbar macht seiner Ehre und keines Geschöpfes Verdienst unterschlägt, ihnen auch bnicht vergessen. Das dort aber dem denkenden Juden niemals die gottesstaatliche, die grundsätzliche jüdische Beurteilung verbiegen.Warum auch? Das Böse dem Gott, der Gute, in seiner Welt Raum gewährt, kann ja gar nicht nu unnutz sein böse, verneinenswert ist es dennoch. Und gehört es nicht ganz eigentlich zur Natur des Bösen, durch angenehme Wirkungen sich , sich süß einzuschmeicheln ? Schon der alte Micho-Götze hielt sich zum Schimpf und Unglück des ersten Staates Jahrhunderte hindurch, indem er mit seiner Wandererfürsorge die Herzen betörte) Darum muß es, wie bitter und schmerzlich die Wahrheit auch sei, erkannt werden: ebenso verhängnisvoll wie die Zeitsündendes von Sinnlichkeitgeborenen Götzendienstes und der von Hab- und Machtsucht geborenen gemeinen Gehäßigkeit ist die aus Rechthaberei geborene Lüge. Die fürstlichen Götzenimporteure des ersten Staates mit dem Gesindel ihrer Götzenpfaffen und die korrupten Politikerund intriganten Abenteuer des zweiten Staates finden ihre zeitgemäße Fortsetzung in den Stiftern und Verbreitern der reformistischen Schwindelbewegungen dieses Goluß angefangen bei den sadduzäischen Vorläufern, über die Minim und Karäer, über Pseudomessianismen und Freigeistereien bis zu den assimilatorischenReformen der Gegenwart, der religiösen und der völkischen Neologie und Zionismus, von der Pest des Gottlosentums ganz zu schweigen. Haben jene den irdischen Gottesstaat begraben, so drohen diese die Gottesstaatlichkeit vollends zu ertöten.
Ihre dogmatische Demoralisierung annulliert jede Mizwo (der ja nur das gottesstaatliche Grundbekenntnis einen zwingendenverpflichtenden Sinn verleiht), bagatellisiertjede Sünde, wühlt den Kreis der Triebe wieder von vorne auf und treibt die Menschen (die wie ungläubig sie sich auch gebärden, ohne einen Glauben doch nicht leben können) zu irgendeinem zugkräftige flunkernden ismusals alleinseligmachender Heileslehre. Ob gutmeinend oderboshaft, ob Verführung beginnend oder selbst erst verführt ob im großen oder im kleinen sie sind nun einmal Propagandistender Taurowidrigkeit, wandeln ganz und gar in den Spuren von Jrowomben Nwot und bilden praktisch kaum heilbare Krankheitsherde im jüdischen Volksleib. Das energische Verlangen nach ihrer raschen Überwindung oder nach ihrer reinlichen Ausscheidung (bei fataler Machtlosigkeit notgedrungen wohl auch durch wirksame Trennung von ihnen) bedeutet nicht immer Anklage oder Verurteilung von Personen. Es bedeutet einfach einen elementaren Heilungsprozeß, eine von Lebenswillen zeugende Reaktion der Gesunderen. Vor allem aber ist es ein brüderlicher Akt liebevoller Besorgtheit um die noch heilbare Gefährdeten. Um derentwillen und seiner selbst willen muß jeder gewissenhafte Jude die gewaltige Bedeutung der gesetzlich gebotenen gesellschaftlichen Sauberkeit einsehen.
Ganz gewiß sind die bedauernswerten Unheilbaren ohnehin dem Untergang verfallen, und bestimmt wird stets nur der gottesstaatlich brauchbare Teil des Volkes den bleibenden, unvergänglichen Kerns einer Substanz bilden. Die Beharrungskraft des Gottgewollten zeugt immer noch für sich selbst.
Dieses wieder und wieder vom Leben selber gesprochene Urteil ist letzten Endes der Beweis für die Wahrheit unserer Sendung, der der augenscheinlichste und zwingendste ist, der von Gott selbst wiederholt angekündigt wurde, der sich bis heute vollzogen hat und auch vor unseren Augen vollzieht und der, zusammen mit der Wahrspruch der unserer Gottesstaatsbürgerlichkeit bezeugenden Zwangsgastschaft , überhaupt den sinnfälligsten Gottesbeweis bildet. Ein philosophischer Gott vielleicht hat Kant recht ist schwer zu beweisen. Aber Gottkönig, der Gott der Juden und der Gott der Welt, ist Gott des Lebens- und hier ist der Beweis der jede Sophistik auf den Mund schlägt.Das Leben selber spricht ihn durch die wunderbare Erhaltung des Gottesvolkes. Diese beide Zeugnisse, Zwangsgastschaft und Daseinswunder, sehen jedem Jude, ja jedem Menschen ein, der hellsinnig und guten Willens sie empfängt.
Wie gehabt ist das Obenstehende eine Leseprobe und es freut uns hiermit in Beilagen der 2 .Teil einer weiterer Skizze (S. 67 bis 71) aus dieses rabbinische Meisterwerk vollständig zu liefern:
Rabbiner Dr. Leo BRESLAUER Ein jüdisch-geschichtlicher Wegweiser (13)
Rabbiner Dr. Leo BRESLAUER
(1894-1983)
ובקשו
Einjüdisch-geschichtlicher Wegweiser vonLeo BRESLAUER. Frankfurt am Main5695/1935
28.Was nun?
Heute aber, wo alles völlig auf dem freien guten Willen jedes Juden und jeder Jüdin beruht, da muß jeder einzelne zuerst einmal sich selbst in gottesstaatlicher Echtheit erziehen zur Wahrheit für Tauro, zur Gesetzlichkeit für Awaudo und zum Frieden für Gmiluß-chaßodim. Mit anderen Worten: nur von Juden, die sich der göttlichen Wahrheit der Tauro, ergeben und ehrliche Erkenntnis ihrer Lage und Bestimmung gewinnen, haben die machtlosen Golußinstanzen des gottesstaatlichen Rechtes Anerkennung und Unterordnung zu erwarten, und nur als willig anerkannte ist es ihnen möglich, den gottesvolklichen Frieden zu wahren. Wehe dem Juden, der ihre Autorität durch Verfälschung der Wahrheit untergräbt! Er ist der Mörder unseres Friedens. Pfui dem Juden, der, die Rechtsohnmacht seines Volkes mißbrauchend, den Frieden seiner Gemeinschaft bricht! Er ist der Mörder unserer Wahrheit
Was nun?
Prichuß muß wachsam auf der Hut bleiben. Wir sind ja nur Menschen.
Doch als die Hauptgefahr der Zeit droht rechthaberische Geltungssucht die der Lüge zutreibt.
Wenn man so sagen darf: Prichuß ist wichtig, Chaßiduß ist wichtig, am wichtigsten ist Aniwuß; ohne sie halten schließlich die beiden ersten nicht stand.
Nur Aniwuß-Erziehungläßt den Goluß-Juden ruhig und stark, freudig und dankbar sein Schicksal richtig sehen, ohne die Verzerrung subjektiver Wunschdeutung, als das, was es ist:Zwangsgastschaft, das authentische Dokument seiner Gottesstaatsangehörigkeit, und verleiht ihm ein stählerneres Selbstbewußtsein, das kein Lob und Schmeichel in Stolz kehrt, an dem aber auch jeder gehässige Unflat spurlos abgleitet.
Es freut uns in Beilagen der 1 .Teil einer weiterer Skizze (S. 60 bis 66) aus dieses rabbinische Meisterwerk vollständig zu liefern:
Rabbiner Dr. Leo BRESLAUER Ein jüdisch-geschichtlicher Wegweiser (12)
Rabbiner Dr. Leo BRESLAUER
(1894-1983)
ובקשו
Einjüdisch-geschichtlicher Wegweiser vonLeo BRESLAUER. Frankfurt am Main5695/1935
Und siehe da: die ständig drohende Gefahr, daß der selbstherrliche Autonomismus doch irgend wann und wo im Zuge fortschrittlicher Kulturentwicklung gewinnendere und damit überzeugendere Formen annehmen und so dem autonomistischen Drange im jüdischen Kreis verstärkten Auftrieb geben könnte diese Gefahr wird eines Tages akut. Die sogenannte Aufklärung bringt einen gesellschaftsfähigen nackt-gottlosen Rationalismus hervor und treibt nicht nur gewinnend sondern geradezustürmisch saugend zur Emanzipation, vor deren Posaunentönen die letzte Festung gottesstaatlicher Erziehungsmacht die taurokratische Autonomie des Golußgemeinde fällt ein klägliches Jericho, aber kaum überraschend von einer Emanzipation, die im Namen normalisierungsfreudigen Vernunft kommt, aus Staatsraison und Achtung der Menschenwürde und nicht aus Verständnis für Judentumswürde und Zwangsgastschaft. Mit dem Verlust eigener Gerichtsbarkeit und wirksamer Banngewalt hat die Entmachtung des jüdischen Volkes vorläufig ihren Höhepunkt erreicht. Die Bahn wird frei für Anarchie des Glaubens. Die Bewegung kommt schnell ins Raten. Um die geschleiften Festungen, die Gemeinden, die heiligen Werkstättengottesstaatlicher Erziehung und Bewährung, entbrennt ein erbittertes, geistig-gesellschaftliches Ringen, Bruderkrieg, traurig, aber in Gottkönigs Namen unerbittlich bis ans Ende durchzufechten. Die Autorität gottesstaatlicher Erziehung wird bis in die Familie hinein erschüttert und zertrümmert.Die äußere Verunstaltung, wahrhaftig nicht unsere Schande, wird zum eigenen Charakterfehler umgedeutet, um die Hilfe zu rechtfertigen die man mit fanatischer Zähigkeit den äußeren Normalisierungsversuchen entgegenbringt. Hochmut macht sich breit und breiter anstelle der Demutvor der Ehre und dem Rechthaben Gottkönigs. Taurowidrigkeit flutet von allen Seiten in den heißumstrittenen europäischen Westen ein und findet hier nur ganz vereinzelte Hindernisse, nach Osten aber einen langsam zurückweichenden Widerstand. Noch läuft die Rechthaberei auf den Krücken ihrer Deutungskünste. Die fromme Larve einer gewissen üblen Wissenschaft des Judentums erscheint als ein bestrickender Massenartikel. Immer schwächer wird die Widerstandskraft der Selbsterziehung; schon längst ist sie auf sich allein gestellt; blendende Scheinerfolge autonomer Kunst, Wissenschaft und Technikdringen von außen her hypnotisierend auf sie ein, dazu die Massensuggestion sozialer Erlösungsträume. Die Verblüfften beginnt der goldene Trichter der tempogehetztenVölkermühleAmerikas zu verschlucken. Indeß schwingen die unerschrockenen Führer der Jreim die Fahne der Wahrheit höher, fassen das Schwert der Demut fester, bauen Schule und Jschiwo als Stützpunkte des himmlischen Gottesstaates aus. Hier und da verliert zwangsgastschaftliche Problematik an Schärfe scheint überwindbar; innere Hemmungen fehlen; die religiös-neologe Reform hat gottesstaatliches Denken und Fühlen gründlich ausgerottet. Bald wird man wieder normal sein, menschenwürdig. Bald wird die bürgerlich emanzipierendeAssimilation die antinormale Zwangsgastschaft beseitigt haben.Andernorts häufen sich die Spannungen. Der völkische Zeitgeist fasziniert. Ein gottesstaatloser Nationalismus willden Kranken jüdischen Markt erobern; er erschleicht ihn, natürlich, unter täuschender Zion-Maske mit pseudomessianischen Lächeln.Zwischendurch schleudern die Wirbel menschheitserschütternder Geschehnisse entwurzelte Scharen durcheinander, vom Land und die Stadt, von Staat zu Staat, bis nach dem fernen Osten, bis an die Enden der Erde, und der interpretierende Schwindel, in der zweiten Generation bereits als historisch geheiligt, narkotisiert Hirne und Herzen. Bald, bald wird die völkerrechtliche emanzipierende Assimilation die antinormale Zwangsgastschaft beseitigt haben. Bald, bald wird man normal sein, menschenwürdig. Daß die Judentumswürde welkt und die Charakterlosigkeit blüht, weil die ureigenste, die antinormale, die gottesvolkliche Art verleugnet wird, kommt kaum zum Bewußtsein. Was sagen die andern ? ist das oberste Dogma beider Assimilationen, der individuellen wie der völkischen. Und der flammende Streitruf aus den ersten stürmischen Verteidigungskämpfen der Jreiim - !מי לה' אלי verklingt mehr und mehr in ein gemütliches Neben-, Mit- und Durcheinander. Wie Unkraut wachsen die Gruppen und Grüppchen, die jede für ihr Vereinsprogramm als der einzig wahren Art des Judeseins Reklame machen. Selbst die Gemeinschaft der Jreiim שארית עם קדוש,sinkt zu einer orthodoxen Partei herab und zerfällt in Gruppenותהי האמת נעדרת עדרים עדרים. Schließlich wagt es der hochmütige Lüge, ohne jede Verkleidung aufzutreten, tummelt sich ungeniert, erklärt Gottkönigs Ehre, Staat und Reich als wissenschaftlich erledigt . Gottlosentum, Schmach des Jahrhunderts, bricht herein und findet vereinzelt Schande über Schande! ein schamloses Echo. Rechthaberei gibt sich mit der Selbstverständlichkeit der Frechheit בעקבות משיחא חוצפא יסגי
Es freut uns in Beilagen der 2.Teil einer weiterer Skizze (S. 56 bis 59) aus dieses rabbinische Meisterwerk vollständig zu liefern:
Rabbiner Dr. Leo BRESLAUER Ein jüdisch-geschichtlicher Wegweiser (11)
Rabbiner Dr. Leo BRESLAUER
(1894-1983)
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Einjüdisch-geschichtlicher Wegweiser vonLeo BRESLAUER. Frankfurt am Main5695/1935
27.Rechthaberei
Nur aus der sichtbaren irdischen Wirklichkeit ist der Gottesstaat geschwunden. Seine überirdische Wirklichkeit dauert fort. Dieser himmlische Gottesstaat darf und wird als beherrschende Idee des Golußjudentums nie völlig verloren gehen; denn unsere Mamlecheß-Kauhanim-wgauj-kodausch-Bestimmung ist ewig. In dieser Geistigkeit hat er auch seine alte Totalität behalten, so lange noch Juden nicht nur nach seinen in Geltung verbliebenen Gesetzen handeln, sondern auch den ehemaligen gottköniglichen Residenzbezirk in seiner ganzen, Heiligtum und Land umspannenden Weite noch lernen und beten.
Der neue Zustand hat aber in doppelter Hinsicht die Erziehung zum Bekenntnis und zum Gehorsam für Gottkönig vor neue Schwierigkeiten gestellt.
Hinzu kam, daß mit dem Untergang des Staates die für die Erziehung so wichtigen autoritäre Macht des Gottesstaatvolkes verloren ging. Machtlosigkeit ist aber gewöhnlich der Bankrott der Erziehung; denn sie bedeutet normaler Weise Kapitulation vor dem obersten der Urtriebe, derRechthaberei.
Das ist die Klemme:
Hier Kitzel des Geltungstriebes durch ohnmächtigen Zusammenbruch der gottesstaatlichen Erziehungsautorität unseres Volkes.
Dort herzergreifend das allgegenwärtige Geheimnis flehentlichen Drängens zu freiwilligen, akeidostarken Geltungsverzicht, der die Blinden helläugigmacht, um in der Öde des Goluß die Manifestation des Gottesstaates zu sehen, um Zwangsgastschaft zu bejahen, zur Wahrheit sich zu bekennen, der Ehre Gotteskönigs aus banger Ferne zu huldigen.
Was tut Rechthaberei in dieser Klemme? Sie greift (ganz typisch und in diesem Punkteallein traditionell) nach Beflüsterung mit scheinbarer Legalität dem berüchtigten Rauschmittel der Triebe zur Einschläferung des Gewissens. Unsere Weisen wußten warum sie empfahlen, bei unerträglicher Triebdruck sich im traurigen Schwarz zu hüllen, ins Dunkel der Unbekanntheit zu flüchten und dem Unwiderstehlichen, wenn es wirklich unwiderstehlich ist, so zu erliegen, also gerade in der Not der Tat sich das Bewußtsein der Illegalität, der Sünde, zu erhalten.
Will Rechthaberei sich ins Herz eines gläubigen Geschlechts einschleichen, so bindet sie sich der Maske einer gewissen Interpretation vors Gesicht. Die eigene Meinung wird skrupellos schlau in die Worte der heiligen Lehre hineingedeutet Methode der unbegrenzten Möglichkeiten. In der zweiten Generation ist der Schwindel bereits historisch und fordert Respekt. Die Überrumpelung ist geglückt. Der Hochmut schwillt an, läßt die Maske fallen und wird Frechheit.
Die EwigkeitGottes bürgt für den Bestand seines Volkes und seines Wortes. Der Staat der Sinnlichkeit fiel unsere Gottheit blieb, der Staat der Habsucht fiel Gottes Volk blieb. Auch Rechthaberei wird schwinden- Gottes Wort wird bleiben
Es freut uns in Beilagen ein erster Teil einer weiterer Skizze (S. 50 bis 56) aus dieses rabbinische Meisterwerk vollständig zu liefern:
Sprüche 28,23 und Sprüchlein zur Wochenabschnitt Dewaurim
דברים
שבת חזון:
Der Sabbat, an dem mit der Vorlesung des fünften
Buches Moses begonnen wird, heißt ,שבת חזון Sabbat der Prophezeiung. Er ist nämlich der Sabbat, der dem
Trauer- und Fasttage ob der Zerstörung Jerusalems dem תשעה באב
vorangeht, und es ist der einzige Sabbat im ganzen Jahre, an welchem traurige
Erinnerungen die Herzen Jissroéls erfüllen. Denn an ihm wird im Gotteshause
nach der Thoravorlesung das erste Kapitel in Jesaias, die ergreifende
Prophezeiung, in welcher in herzerschütternder Weise die Sünden unserer
Vorfahren geschildert und der Untergang des jüdischen Reiches vorausgesagt
wird, vom Rabbiner der Gemeinde vorgelesen; daher hat dieser Sabbat die
erwähnte Bezeichnung שבת חזוןerhalten.
מוכיח אדם אחרי חן ימצא ממחליק לשון:
Wer
einen Menschen mir nachzufolgen zurechtweist, verdient mehr Wohlgefallen zu
finden, als der Mann mit glatter Zunge
(Mischle-Sprüche
Salomos 28,23 Übersetzung Rabbiner Dr. WOLF, Köln a. Rh.)
1.
Wohl dem Menschen, dessen Seele
Nur nach Gottes Lehre strebt,
Niemals, wenn er immer fehle,
Gegen Warnung sich erhebt.
2.
Sicher wird sie ihn stets leiten
Durch des Lebens Erdental
Und im Sterben ihm bereiten
Eine Trennung ohne Qual.
.
Aus: Erbauungsbuch Bibel- und
Talmudschatz J.H. Kohn S. 37513.Auflage Hamburg 5691 1931
Rabbiner Dr. Leo BRESLAUER:Ein jüdisch-geschichtlicher Wegweiser (10)
Rabbiner Dr. Leo BRESLAUER
(1894-1983)
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Einjüdisch-geschichtlicher Wegweiser vonLeo BRESLAUER. Frankfurt am Main5695/1935
26.Zwangsgastschaft
De facto ist der Gottesstaat Zukunftshoffnung, er existiert nicht mehr in irdischer Wirklichkeit. Dafür beherrscht er als unverrückbaresGeschichtsziel der göttlichen Vorsehung alles irdisches Geschehen. So, als himmlischer Gottesstaat, hat er nie aufgehört. Sein Recht gilt fort. De jure ist er schon heute noch heute.Er ist so kraft unserer immer noch geltenden Berufung zur Mamlecheß-kauhanim wgauj-kodausch und kraft der uns verbliebenen Zentralinstanz der Tauro. Gleich wie Awrohom selber schon de jure, wenn auch nicht de facto, Herr des Heiligen Landes war. Die Angehörigkeit zu diesem de jure-Staat stempelt jeden Juden. Das Bewußtsein von dieser Angehörigkeit und es allein macht ihn zu einem bewußten Juden.
Die sinnennahe Realität eines faktischen Staates bedeutet für jeden seiner Bürger auch ohne jedes andere Hoheitszeichen ein positives, untrügliches Merkmal seiner Angehörigkeit und Hörigkeit an diesen Staat. Bürgerbewußtsein ohne dieses Merkmal ist gar nicht denkbar. Was ersetzt aber dem Juden des sinnenfernen, ideellen de jure-Gottesstaates den Mangel solch eines positiven Merkmales? Den ersetzt ihm die sinnennahe Realität des Goluß und seines Innuj.
Wir selber können bis dahin unseren Gastzustand nicht eigenmächtig beenden, auch die Menschheit kann das nicht, kein Volk und kein Völkerbund. Gegen das System autonomistischer Erdenbürgerlichkeit und Gottesreichsbürgerlichkeit eben als Gastbürger zu zeugen, ist ja grade auch eine, schon von den Ahnen uns vorgelebte, Bestimmung unseres Golußschicksals.
Die welthistorische Lehre dieser Wahrheit ist: nicht die Staatender Erde sind unsere eigentlichen Wirte, sie sind es nur scheinbar. Der Herr der Menschheit, Gottkönig, ist es, der uns zu ihnen Quartier gab, damit sie seinem Volk auf seiner Erde Lebensraum gewährten genug um, dankbar und treu für ihr Gewähren, der Ehre Gottkönigs und seines Reiches zu leben. Er tat es nach seinem Plan wahrhaftig beiden zum Wohl und beiden zur Prüfung. Das Anormale unseres Goluß-Daseins ist nicht nur unser Schicksal, sondern auch Schicksal der Menschheit. Es ist vollendeter Irrtum, zu glauben, eigenmächtige Normalisierungsmaßnahmen können beide Teile von ihrem Schicksal befreien, bevor noch die Stunde des dritten Gottesstaates geschlagen hat. Und verhängnisvoller Irrtum, wäre es aber auch, aus unserer irdischen Heimatlosigkeit ein Recht für die Menschheit herzuleiten, uns die Gastfreundschaft zu kündigen und nach Belieben Ruhelosigkeit aufzubürden, also, Scharjos Mahnung zum Trotz, dort, wo Gott ein wenig zürnt von sich aus das Unglück zu fördern, Gottkönig wird den vorzeitigen Abbruch unserer Zwangsgastschaft nicht wollen, bis daß sie ihren Zweck als gottesstaatlicher Wegeweiser erfüllt und Jißroeil und die Menschheit heimgeführt hat insein Reich.
Da sollt jeder schon um seinetwillen die Zügelung der Triebe nach Gottesweisung bei sich und beim andern fördern. Wüßten die Völker, um was es geht, sie stellten neben jeden Juden zwei Wächter, die ihn zur Tauro-Hüt anhielten, zur Respektierung des Weltenwirtes, und sie respektierten selber ihn auch.
Jedes Ding hat zwei Seiten, jedes jüdische drei.
Unserer Zwangsgastschaft eine Seite sehen die Völker: die Judenfrage. Die zweite sehen wir: Goluß-Leid. Die dritte seht Gottkönig: Erziehung und Bewährung für Jisroeil und die Menschheit.
Goluß muß nun einmal sein, Goluß-Leid muß nichtsein.Aber wenn es ist, dann zeugt es eindringlich für unsere Angehörigkeit zum himmlischen Gottesstaat;
Es freut uns in Beilagen eine weitere Skizze (S. 46 bis 50) aus dieses rabbinische Meisterwerk vollständig zu liefern:
Rabbiner Dr. Leo BRESLAUER Ein jüdisch-geschichtlicher Wegweiser (9)
Rabbiner Dr. Leo BRESLAUER
(1894-1983)
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Einjüdisch-geschichtlicher Wegweiser vonLeo BRESLAUER. Frankfurt am Main5695/1935
23.Und dennoch Fortschritt?
Ein tröstlicher Ausblick am traurigen Ausgang dieses Geschichtsabschnittes; ähnlich wie an seinem Eingang, aus heilsamen Erziehungsschmerzen geboren, die klarere, sichtnahe Herausstellung des Gottkönigtums als höchsten, ureigentlichen Sinn unseres Volksseins und der Weltgeschichte leuchtete; Leid verklärend, Zukunftsdunkel erhellend, trotz allem.
Trotz allem gehen Gottes Wege aufwärts.
24.Die zweite Kompensierung
Nun war der Torsostaat an Habsucht und rationalem Egoismus zugrunde gegangen. Das Volk war also noch nicht einmal für halbausgerüstete Eigenstaatlichkeit reif. So blieb, seinem historischen Gesetz entsprechend, nichts anders übrig, als es oWeh und Schande! vom letzten Rest selbständiger Gemeinschaftsmacht zu entlasten. Dasbedeutete völlige Schchino-Ferneund damit totales Goluß und Innuj.
Der Jude in Jruscholajim (anders als der in Alexandrien und Rom) hatte sich durch Geldesliebe und niedere Gehässigkeit nicht nur gegen göttliches Gesetz vergangen, sondern direkt am lebendigen Gottesstaat versündigt.Denn was er an Kraft und Mitteln für seine Habsucht verwandte, das entzog er, der Bürger, seinem Staat; er mißbrauchte in jedem Fall gottesstaatliche Energie.
Nicht so der ausländische Jude der Gaulo.
Jedenfalls die Innuj-Schule setzt wieder ein. Da wird mehr sein als nur Entsagung. Jißroeil wird als Gast nicht nur scharf beobachtet (wie erzieherisch kann das allein schonwirken!), sondern soll selber ein scharfer Beobachter sein. Gegen eigene Fehler waren sie blind. Jetzt werden sie die Folgen von Autonomismus, von Verirdischung, von Verfall in Habsucht und Sinnlichkeit und Rechthaberei ständig vor sich sehen und am eignen Leib zu spüren bekommen. Dann werden sie hoffentlich auf ihre eigene Geschichte צידוק הדיןsprechen.
25.Bewährungsaufgabe des Goluss.
Goluß war nie nur Innuj und ist es auch jetzt nicht. Tauroh einmal offenbart, bleibt für ewig Erbgut der Gemeinde Jaakauws und fordert Bewährung, von jeder Generation, zu jeder Zeit , an jedem Ort.
Nicht, daß nun etwa eigenmächtige Wiederherstellung des territorialen Staates die Aufgabe des Goluß sei. Denn dieser Staat könnte nicht ohne Macht sein und politische Machtlosigkeit ist heute unser Schicksal.
Gottesstaatsvolk zu sein, ist die höchste und wahrste jüdische Lebensform überhaupt und als solche nicht nur die Wehmut unserer Vergangenheit und die Hoffnung unserer Zukunft, sondern für jede Gegenwart bleibendes Erziehungsziel und unabänderliche Bewährungsaufgabe.
Also heißt denn die gottesvolkliche Aufgabe dieses Goluß und nur das macht die Trauer um den zerstörten Staat sinnvoll : uns und unseren Kindern bereitwillig die Befähigung zur einstigen Gottesvolkstaatlichkeit zu erwerben und erhalten. In unermüdlicher Selbsterziehung und durch treue Gemeinschaft der Jreim sind Rechthaberei und Sinnlichkeit und Habsucht zu überwinden, um das leibliche Dasein nach den in Anwendung verbliebenen Chukkim und Mischpotim erfolgreich zu gestalten; und Aniwuß und Prischuß und Chassiduß zu pflegen, um der Gott suchende den Ausblick und Anstieg zur Jiro und Kduscho und Ruach hakkaudesch zu ermöglichen. Jißroeil in diesem Goluß ist eine Erziehungs- und Bewährungsgemeinschaft für den dritten Gottesstaat.
Es freut uns in Beilagen drei weitere Skizzen (S. 41 bis 46) aus dieses rabbinische Meisterwerk vollständig zu liefern:
Rabbiner Dr. Raphael BREUER: Die Autorität der Rabbinen
Rabbiner Dr. Raphael BREUER
(1881-1932)
Die Autorität der Rabbinen
InJüdische Monatshefte Jahrgang 1/Heft 12 Tewes 5674 Dezember 1914
Mit dem Aufhören der rabbinischen Civilgerichtsbarkeit hat die Autorität der Rabbinen einen gewaltigen Stoss bekommen. Man unterschätzt gewöhnlich die Wirkung, die das Beschränken der rabbinischen Autorität auf rein religiöse Dinge auf das Urteil der Massen in Bezug auf die Stellung der autoritativen Gewalt im Judentum ausgeübt haben musste. Sicherlich kam das abschätzige Wort Zeremonialgesetz imselben Augenblicke auf, wo über Koscher und Trefa nicht mehr vom selben Richter wie über Mein und Dein entschieden wurde. Umso mehr sollte aber die Orthodoxie dafür sorgen, daß dem Begriff des Rabbiners nichts genommen werde, was nun einmal im Sinne des Religionsgesetzes zu seinen Merkmalen gehört.
Die Aufstellung von religiösen Behörden (דיינים) die in allen Fragen von privaten oder כלל-Interesse zu entscheiden haben, was religiös rechtens ist, unterliegt nicht der subjektiven Willkür eines religiösen Bedürfnisses, sondern ist eine מצות עשה מן התורה, die im 5 B.M. Kap. 16 V.18 vorgeschrieben ist. Die Kompetenz einer religiösen Behörde umfasst naturgemäß alle Gebiete, die in den Bereich des Religiösen fallen. Da nun die jüdische Religion in alle Interessen, Wünsche und Bedürfnisse ihrer Bekenner hineinspricht, so geht es auch nicht an, die Zuständigkeit derjenigen Behörden, die im Namen der jüdischen Religion Recht zu sprechen haben, enger zu umgrenzen, als es dem Aufgabenkreis der jüdischen Religion entspricht. Kurz der Rabbiner darf nicht weniger zu sagen haben, als die jüdische Religion zu sagen hat.
Hierbei ist nun ein naheliegender Einwand zu entkräften. Geschworene Gegner jedweder Hierarchie könnten auf das 242. Kapitel im Schulchan Aruch Jorea Dea hinweisen, wo die Zuständigkeitder heutigen Rabbinen im Gegensatz zur ehemalige Semicha-Approbation als eine bloße נטילת רשות, lediglich als זכר לסמיכה bezeichnet werde. Die Autorität unserer heutigen Rabbinen wäre demnach bloß ein historischer Überrest aus der Vergangenheit besseren Tagen, zu nichts anderes bestimmt, als die Erinnerung an die Macht des Sanhedrin in einem verkümmerten letzten Stümpfchen festzuhalten, ähnlich wie auf dem Sedertische Knochen und Ei als זכר למקדש ihr melancholisches Dasein fristen. Solche gefahrlose Ruinen der Hierarchie ließe sich der Geschmack unserer Modernen schon gefallen. Nur Schade, daß die rabbinische Autorität in der Gegenwart zu jenem armseligen Reste, den der moderne Geschmack verträgt, nicht auch religionsgesetzlich zusammengeschrumpft ist. Das Religionsgesetz hat auch hier, wie auf so vielen anderen Gebieten, eine andere Meinung, als diejenigen haben, die es nur dort gelten lassen wollen, wo es mit ihren von auswärts importierten Ansichten harmoniert. Denn im Sinne des Religionsgesetzes sind mit dem Aufhören der Semicha alle Rechte und Pflichten, die auf ihr beruhen, durchaus nicht verschwunden, vielmehr steht auch in der Gegenwart das Prinzip einer autoritativen Gewalt im Judentum nach wie vor in Kraft. Die Weisen haben die rabbinische Autorität auch in die Exilszeit hinübergerettet und zwar aus doppeltem Grunde: 1) מפני תקון העולם weil das Schwinden der Autorität im Judentum das soziale Fundament der jüdischen Gemeinschaft erschüttern würde und 2) mit Rücksicht auf חזוק הדת, weil die jüdische Religion, der Jissroéls Staatgeschick die äußeren politischen Machtmittel entriss, zu ihrer Erhaltung umso mehr auf den Schutz der geistigen Autorität hingewiesen ist.
Konsequenterweise hätte mit dem Schwinden der Semicha jede richterliche Befugnis der Rabbinen aufhören müssen. Das ist aber nun bekanntlich nicht der Fall. Abgesehen davon, daß die Rabbinerkollegien des Ostens noch heute Funktionen regelrechter Gerichtsbehörden ausüben, und auch in den westlichen Ländern nur die Emanzipation die rabbinischen Kompetenzen einengte, können sich ja auch heute noch überall die Rabbiner selbst innerhalb ihres begrenzten Zuständigkeitsbereichs nicht in dem ganzen Ausmaß ihrer religionsgesetzlich normierten Autorität betätigen, wenn mit der Einrichtung der Semicha auch die durch sie begründete rabbinische Autorität vollends geschwunden wäre. Gewiss ist im allgemeinen die richterliche Kompetenz der Rabbinen aufדבר המצוי und Dinge, bei welchen חסרון כיס zu gewärtigen ist, also auf solche Anliegen beschränkt, die aus dem Begriff תקון העולם fließen; beweist jedoch z.B. die Möglichkeit der Proselytenaufnahme (קבלת גרים), wozu von rechtswegen סמיכה erforderlich ist, nicht, daß heute שליחותייהו דקמאי קעבדינו (vgl.תוס' Jebamoth 46b בד"ה משפט) daß in Wirklichkeit die Autorität des Rabbinen niemals eine Unterbrechung erlitt? Und wenn auf ehegesetzlichem Gebiet מפני תקנת בנות ישראל den religiösen Behörden selbst das Recht des Zwanges zusteht; wenn, obgleich im allgemeinen der Grundsatz gilt: אין דנים דיני קנסות בזה"ז dennoch גדולי אחרונים entschieden haben, daß בכל מיני גזילות dieser Grundsatz מפני תקון העולםdurchbrochen werden muss; wenn dieser Grundsatz dann zumal außer Geltung kommt, wenn es gilt, für חזוק הדת תורתנו הקדושה zu sorgen (vgl. ח"מ סי' ב'): wird da noch Jemand behaupten wollen, daß im Augenblick, wo die Semicha schwand, zugleich auch die Macht de rabbinischen Autorität vollends zertrümmert wurde?
Die mangelhafte Kenntnis von der ungebrochenen Kraft der religiösen Autorität im Judentum: sie vor allem trägt die Schuld, wenn in den westlichen Massen von altjüdischer כבוד התורה fast keine Spur mehr vorhanden ist. Man begnügt sich mit der angenehmen Vorstellung, daß es im Judentum keine Zwangsjacken und Folterkammern gibt, um daraus das Recht zur Abweisung aller bindenden Autorität, im Falle sie lästig wird, zu folgern. Natürlich kennt das Judentum angeblich auch keinen Personenkultus. Über die peinliche Tatsache, daß das jüdische Religionsgesetz einen besonderen Ehrenkodex für Thoraweise kennt, hilft man sich mit dem tröstlichen Gedanken hinweg, daß die Formen des Anstandes, wie alles konventionell Bedingte, dem Wandel der Zeit unterliegen. Man vergisst, daß die Ehre der Thora von der ihrer Träger nicht zu trennen ist; und man ermisst nicht, was das heißt, eine Seelenstimmung überwunden zu haben, die den Schimpf der Rabbinen als Beleidigung der Thoramajestät empfand.
Mit dem Schwinden der כבוד התורה hängt die moderne Vorstellung vom Wesen und den Aufgaben des Rabbiners zusammen. Daß der Rabbiner seiner religionsgesetzlichen Bestimmung nach vor allem ein Mann des Wissens und Verstehens, des Erkennens und Forschens ist, daß zum Lehramt in Jissroél nur אנשים חכמים ונבונים, nur מופלגים בחכמת התורה, nur בעלי דיעה מרובה, nur Männer von untadeliger יחוס-Deszendenz befähigt sind, das lässt man heute im besten Falle als eine ideale Forderung der Thora gelten, ohne daraus für die Bewertung des heutigen Rabbinertums irgendwelche Lehre zu ziehen. Den meisten jüdischen Gemeinden Deutschlands ist der Rabbiner in der Hauptsache ein Funktionär für Trauungs- und Leichenreden. Diesen Gemeinden mitsamt ihren Rabbinern sollten sich einmal in den Bericht des Talmuds (Sanhedrin 7b) vertiefen: רב הונא כי הוה נפיק לדינא אמר אפיקו לי מאני חנותא מקל ורצועה ושופרא וסנדלא Wenn R. Huna seine Amtstätigkeit begann, sagte er: Holet mir mein Handwerksgerät: Stab und Riemen, Schofar und Schuh! Das Kasualgerät des Chaliza-Schuhes erbat er sich zuletzt? Zuvörderst und zuhöchst standen ihm die Instrumenten der Strafe, des Bannes, der תוכחה, der Autorität.
Gelegentlich des ersten großen Frankfurter Vereintages der erweiterten Freien Vereinigung für die Interessen des orthodoxen Judentums riskierte einer der offiziellen Redner den von beträchtlichem Bekennermut zeugenden Satz: die deutschen Rabbiner seien im Unterschied von den deutschen Lehrern eigentlich nur Luxusartikel. In einer Zentrale der östlichen Orthodoxie wäre dieses Wort nicht unwidersprochen geblieben.Bei uns im Westen nahmen es die Hörer schmunzelnd hin. Mein Gott, warum denn auch nicht. Es gibt ja keine Semicha mehr.
Rabbiner Dr. Leo BRESLAUER: Ein judisch-geschichtlicher Wegweiser(8)
Rabbiner Dr. Leo BRESLAUER
(1894-1983)
ובקשו
Einjüdisch-geschichtlicher Wegweiser vonLeo BRESLAUER. Frankfurt am Main5695/1935
20.Im Druck.
Tatsächlich steht am Beginn dieser zweiten Epoche die einzigartige Stiftung der wesentlich auf Gottes Namenund Königtum gegründeten Brochauß. Und Brochauß lehren Chasiduß, lehren Habe in Segen Gottes, eigennützigen Habe-Eifer in Habe-Eifer für Gottkönig, in Khunno wandeln und auch bei Mitzwo-Tun über die nackte Rechtslinie hinaussehen . Sie stehen gewiß nicht umsonst an der Spitze der mündlichen Tauro. Und die Mischnosammlung Owauß, die wahre Hochschule des Chasiduß und des Khunno-Geistes überhaupt, spricht sich geradezu als die Fortsetzung der bis an die Schwelle dieser Epoche tradierten Tauro aus.
So begreift sich auch die erstaunliche Antipathie gegen dien Am-hoorez der (trotz Tauglichkeit zum Gauj-Kodausch durch mögliche Sündenscheu) wegen seiner absoluten Unzugänglichkeit für Chassiduß als Brutstätte der urzwieträchtigen Habsucht und damit als das wahre Unglück des Staates erkannt wird. Es war die Epoche der ihrem Gottkönig so unsagbar innig zugewandten Chaßidim, auf deren Arbeit und Brot aber ebenso innig der Segen des himmlischen Vaters ruhte. Und begreift sich nicht vielleicht auch das rätselhafte Essäertum als ein ganz und gar zeitgemäßer (wenn auch schließlich an seiner taurofremden Einseitigkeit scheiternder ) eklatanter Protest gegen die chronische Gefahr des habesüchtigen Triebes?
21.Entweder oder.
Auf scharfer Messerschneid schwankt das Entweder oder.
Entweder die Habsucht zähmen und bei halber Ausstattung sich in Treue als Gottkönigs Staatsvolk bewähren; sie werden nicht nur durch rückhaltlose Hingabe an Chukkim und Mischpotim dem Torso ihres leiblichen Volkstums neues fruchtbares Gauj-kodausch-Leben einflößen, sondern darüber hinaus als seelengroße, gottesgewaltige Kauhanim inmitten einer noch kritiklos-metagläubig in Abgötterei versunkenen Welt die ganze Schärfe und Schürfkraft ihrer Ratio in Gottkönigs Dienst stellen und alle Macht und Habe ihres Triebes der Mehrung der Ehre seines Reiches weihen; dann wird unter ihren Händen und dem Segen des himmlischen Vaters der Staat erstarken und genesen, mit der anziehenden Gewalt mächtig kreisender Lebensströmung die Gaulo an sich reißen, zurückgewinnen, heimbringen und sich am Ende in alter innigster Schchino-Nähe als Gottes Reich vollenden.
Oder das alles wird nicht sein. Habsucht wird den Rest der verbliebenen Ausstattung vollends vernichten. Im gleichen Maß wird das halbe Goluß wachsen, furchtbar und unentrinnbar, hin über das ganze Volk, und am Ende wird wieder sein, was am Andang war,Innuj .
22.Habsucht und Staat.
Bösrede, die schon mit den Habsuchts-Sünden der ersten Menschen und der Jaakauws-Kinder und der Kundschafter gepaart war, schießt auch hier mächtig ins Kraut; in der Pestluft niederer Gehässigkeit wuchert das Ränkespiel herrschsüchtiger, machtlüsterner Parteien; interessanter und realpolitischer als Gottkönig erscheinen griechisches Königtum und römisches Kaisertum, sei es, mit ihnen sich zu messen, oder um ihre Gunst zu buhlen.
Rom ist blutigrotes Gold.Rom ist brutal-intrigante Macht.Aus Rom winkt Erfüllung der geheimsten Habsuchts-Träume. Im Strahl der Sonne die stumm aufgeht über den räuchenden Trümmer vonGottkönigs Residenz, gleißen die rohen goldenen Adler der Legionen. .
Es freut uns in Beilagen drei weitere Skizzen (S. 35 bis 41) aus dieses rabbinische Meisterwerk zu liefern:
Rabbiner Dr. Raphael BREUER 'S.R. HIRSCH und der Chassam Sofer'
Rabbiner Dr. Raphael BREUER
(1881-1932)
Auszug aus seinem Aufsatz Das orthodoxe Judentum in Mitteleuropa
Es bedarf nur ein flüchtiges Einblicks in unsere eigene Geschichte, um zu erkennen, wie innig seit je der Konnex zwischen uns und der orthodoxen Judenheit der österreichisch-ungarischen Monarchie gewesen ist. Wir wollen nur ein paar Tatsachen zusammenstellen.
Der Stolz der ungarischen Orthodoxie, der Chassam Soferזצ"ל war uns zu einer Zeit bekannt, als wir von den russischen Größen kaum mehr als den Namen wussten. Ungarn lag uns näher als Russland. Der Chassam Sofer selbst fühlte sich sein ganzes Leben hindurch mit Frankfurt und Führt auf das innigste verknüpft. Lebte er heute, dann würde die gesamte deutsche Orthodoxie eine Agudas Jisroel ohne Ungarn als eine unmögliche Rumpf-Aguda empfinden. Selbst S.R. Hirsch, der vielleicht unter allen seinen Zeitgenossen, das feinste kritische Empfinden für die Unzulänglichkeiten einer Zeit besaß, die mit wohlfeiler Connivenz lauter גאונים, lauter Eminenzen, lauter große Leuchten, lauter Wunder der Zeit, lauter מופלגים ומופלאים, lauter anzustaunende Wissensgrößen schafft (Ges. Schr. IV,353), beugte sich voll Bewunderung und Ehrfurcht vor der ragenden Größe des Chassam Sofer, des Größten unter allen im zeitgenössischen Andenken lebenden Größen, des Mannes mit dem hellen Auge, mit dem milden Sinn, mit dem scharfen Geist, mit dem umfassendsten Wissen, mit dem geradesten Urteil, des Mannes, vor dessen Namen alle lebenden Rabbinen tief und willig ihr Haupt neigen den wahrlich nicht als Floskel die jüdische Welt: רבן של כל בני הגולה, den Lehrer der ganzen Judenheit nennt! (das. S.401). Als zu Beginn des vorigen Jahrhunderts die Errichtung des Reformtempels in Hamburgjene berühmte Gutachtensammlung veranlasste, das ס' דברי הברית, worin die größten rabbinischen Autoritäten der damaligen Zeit jede liturgische Reform als einen Bruch mit den Grundlagen der Religion erklärten, da war es der Chassam Sofer, der sich in einen Gutachten mit besonderer Ausführlichkeit und mit einer Energie aussprach, die sich nur aus der nahen Beziehung erklärt, die schon damals zwischen der deutschen und ungarischen Orthodoxie bestand. Wir hatten eben hüben und drüben ungefähr gleichzeitig die gleichen Erlebnisse. Die Arader Reform des Aron Chorin, den der Chassam Sofer אחר nannte eine ironische Bezeichnung, welche die Anfangsbuchstaben des Namens und die Ähnlichkeit mit Elischa ben Abuja nahelegten war so gut wie die Hamburger ein deutsches Gewächs.
Diese nahen Beziehungen innerhalb der mitteleuropäischen Orthodoxie sind auch in der Folgezeit niemals unterbrochen worden. Es war sicherlich kein Zufall, daß S.R. Hirsch von Emden nach Nikolsburg kam. Noch heute dürfte eine ähnliche Berufung in eine jüdische Gemeinde Russlands auf große Schwierigkeiten stoßen. In Mähren dagegen fühlte man sich schon damals der deutschen Orthodoxie nahe genug, um auf den schwierigen und verantwortungsvollen Posten des Landesrabbiners eine Persönlichkeit zu berufen, von der man sich gerade auf Grund ihrer bisherigen Wirksamkeit in deutschen Gemeinden die Erfüllung weitgehendster Zukunftshoffnungen versprach. Wenn es nun aber auch S.R. Hirsch, nur zum Teil gelang,die großen Erwartungen, die man in Mähren auf ihn setzte, zu verwirklichen, wenn auch heute gesagt werden muss, daß die Lebensbasis der mitteleuropäischen Orthodoxie in Nikolsburg so wenig zu finden ist, wie in Oldenburg und Emden, so dürfen uns doch die faktischen Widerstände, weil sie nicht allen Blütenbäume reifen ließen, nicht ganz dazu verleiten, die symptomatische Bedeutung jener Berufung an und für sich zu unterschätzen. Es steht eben doch fest, daß die spezielle Vorzüge, die einen Mann S.R. Hirsch zierten, auch in Mähren Beachtung und Verständnis fanden, auch wenn es dort manche Kreise gab, die in wehmütiger Rückerinnerung an Gestalten wie R. Mordechai Baneth u.a., die Hirschs Vorgänger auf dem Nikolsburger Rabbinat waren, den Wandel der Zeit nichttief und laut genug beklagen konnten.
Diese Kreise fanden sich in Hirsch nicht zurecht. Sie stießen sich an Äußerlichkeiten und wussten mit der originellen Art, wie der neue Landrow die Thora lernte und lehrte nichts rechtes anzufangen. Sehr bezeichnend hierfür ist eine Reminiszenz meines Vaters über den Eindruck, den S.R. Hirsch auf meinem Urgroßvater ז"ל machte, als dieser gelegentlich eines Besuches auf dem קבר seines Lehrers R. Mordechai Baneth ז"ל einer Predigt Hirschs an einem שבת חיי שרה zuhörte. Nach langen Jahre noch pflegte mein Urgroßvater, der zu den hervorragendsten רבנים Ungarns zählte, kopfschüttelnd von dieser דרשה des Nikolsburger Landrow zu erzählen, in der von nichts anderem die Rede war als von Sara und nochmals Sara Wir haben es heute leicht, über solche Eindrücke zu lächeln, wir sollten sie aber niemals außer Berechnung setzen, wenn wir bei der Schaffung des Riesenwerkes einer Weltorganisationder orthodoxen Judenheit auf das einzig sichere Fundament der inneren Gemeinschaft nicht verzichten zu wollen.
Mit der Hilfe des Allmächtigen hoffen wir eines Tages der ganzer Aufsatz hier zu publizieren.
Quelle: דרש טוב לעמוJüdische Monatshefte Jahrgang 3 Heft 6 Siwan 5676 Juni 1916S. 166-169
Rabbiner Samson Raphael HIRSCH: Kommentar Segenspruch der dem Hahne Verstand gegeben zu unterscheiden....
Rabbiner Samson Raphael HIRSCH
Kommentar Segenspruch der dem Hahne Verstand gegeben zu unterscheiden zwischen Tag und Nacht.
ברוך Nachdem nach unserm Erwachen unsere Gedanken zuerst auf unsern Körper mit seinem wundervollen Bau und unsere Seele mitihrer göttlichen Reinheit und Bestimmung geschenkt undwir durch beides zu erneutemTreues Gelöbnis (ברוך)unserm Gotte veranlaßt waren, wird uns noch eine Reihe anderer, besonderer Momente vorgeführt, der sich unserm erwachtenBewußtseindarstellen und zu wiederholtem ברוך : Gelöbnis laden. Die Tages- und Nachtscheidung zuerst, mit welcher der Schöpfer unser ganzes hieniediges Sein in zwei Hälften geschieden, deren Eine der Wiedersammlung von Kräften und die Andere dem täthigen Lebensdienste angehört. Zugleich wird unsere Aufmerksamkeit auf die eigenartige Begabung des Vogels gelenkt, den der Schöpfer mit der Fähigkeit ausgestattet, den Anbruch des kommenden Tages zu wittern und durch lauten Ruf den Schläfern anzukündigen. Es hat Gott ein jedes seiner Geschöpfe mit besondere Begabung fürbesondere Bestimmung ausgestattet,und so auch uns, wie dies sofort die folgende ברכות zu erwägen geben, für eine ganz eigenartige Bestimmung inmitten der Völker ausgerüstet und ausgesandt. Als noch die Nacht des Irrtums die Völker deckte, ward schon das jüdische Volk als Wecker der Morgenröte ausgesandt und wandert noch als Herold des kommenden Menschheitsmorgens unter den Völkern.
Jisraels Gebete übersetzt und erläutert von Samson Raphael HIRSCH, 2. Auflage, 1906 S. 5-6
We zijn hier gekomen om u te tonen dat niet heel de Joodse gemeenschappen achter de zionistische agressie tegen de Palestijnen staan. Inderdaad, ook al hebben de meeste antizionistische Joden niet de traditie om openbaar te betogen, zijn de zionistische aanvallen tegen het Palestijnse volk voor ons onaanvaardbaar, vooral dat de zionisten acteren in naam van de Joden. Niet met ons !
We hebben met het zionistische beleid niets te doen, integendeel, we keuren hun ketterij af, we stellen hun bestaan en aanwezigheid in Palestina in vraag.
Het zionisme is een ultranationalistische etnische politieke beweging die zich bedient van Joodse symbolen. De zionisten vertegenwoordigen zeker niet alle Joden.
Het Joodse Volk is sinds de vernietiging van de 2de Tempel in ballingschap en verspreiding. Op decreet van de heilige Schepper zijn we tot nu toe:
1)Verboden om zich in massa en met geweld in het Heilig Land te vestigen,
2)alsook de andere volkeren te bestrijden
3)we moeten loyale burgers zijn van de landen waar we ons bevinden.
We zijn uiteraard tegen de bezettingspolitiek en het apartheidsbeleid van de zionistische entiteit. We zijn solidair met het Palestijnse verzet en met het regionale verzet tegen het zionistische militarisme.
De Palestijnen hebben het recht om alles te doen om hun volk, land en eigendom te verdedigen.
Wereldwijd, moeten wij de Palestijnen helpen:
·met het boycotten van zionistische producten
·maar ook door geen relaties te onderhouden met het criminele zionistisch regime niet zoals de Europese Unie die maar een paar centjes stuurt en tegelijkertijd volledig die criminelen steunt !
We zijn voor een Palestina zonder zionisme, voor Palestijnse soevereiniteit over heel historisch Palestina. Het is ook een absoluut vereiste voorwaarde opdat de Messias kan komen, ten bate van heel de mensheid.
Mijn tijd is op. Dank U. Shoekraan wama'a salamah!
Rabbiner Dr. Leo BRESLAUER: Ein judisch-geschichtlicher Wegweiser(4)
Rabbiner Dr. Leo BRESLAUER
(1894-1983)
ובקשו
Einjüdisch-geschichtlicher Wegweiser vonLeo BRESLAUER. Frankfurt am Main5695/1935
Seiten 13-15 (in Beilagen)
1.Eine Frage
2.Die Ahnen
Sieghafte Lebenskraft und einheitlich-organischer Zusammenhalt so ersteht, biologisch echt, das Staatsvolk Gottkönigs. In den Vätern das Energieprinzip des Kiddusch ha-scheim, in den Müttern das Formprinzip der Hawdolo.
3.Trieblichkeit in der Frühgeschichte
Der eigentümliche Dreiklang der urtrieblichen Geschichtskräfte töntvom frühesten Anfang an durch die Zeiten. Rechthaberei und Habsucht und Sinnlichkeit, aber alle von außergewöhnlicher Art. Undurchdringliche Geheimnisse der Spannungsformel verschleiern die Rätsel der Gotteswaltung.
4.Mizrajim
Als Gott, unser Vater, sah, daß das Innuj schmerzvollster Widerstandslosigkeit das Jisroeil zugedachte Zuchtmaß erreicht hatte, da schlug ihnen die Stunde der Befreiung zur Bewährung. Unauslöslich tief ist das Erlebnis vom Innuj Mizrajims in die Seele des Volkes gebrannt, Jahr für Jahr wird es in der Peßach-Nacht vom Neuen angefacht, vom Geschlechtzu Geschlecht. Die Erinnerung daran wird sie immer wieder stark machen zu selbstlosem Königsdienst, wird ihnen zum festen Anker der Treue werden. So hoffte Gottkönig.
5.Das Staatsvolk
Am Gottesberg erfüllte sich, was dem Führer als Höhepunkt seiner Sendung worden war. Hier traten die aus Menschenknechtschaft Befreiten in den Dienst Gottes, wurden sie seine Untertanen, das Volk seines Staates. Die Erziehung zum Gottesreichpatriotismus ist der uns offenbarte Sinn der jÏudischen Geschichte.
Rabbiner Dr. Leo BRESLAUER: Ein judisch-geschichtlicher Wegweiser(3)
Rabbiner Dr. Leo BRESLAUER
(1894-1983)
ובקשו
Einjüdisch-geschichtlicher Wegweiser vonLeo BRESLAUER. Frankfurt am Main5695/1935
In diese Folge gibt es die ersten vier Skizzen (S. 8-11) in Beilagen. Dazu einleitend einige wortwörtliche Zitaten:
1.Das historische Gesetz:
Die Geschichte geschieht zwischen Gottkönig und der in Staatsvölkern gegliederten Menschheit Gottkönigsherrschaft befreit das Volk leiblich vom Jochder Wirtschaft und seelisch aus den Fesseln der Autonomie und der blinden Erdgebundenheit Die Geschichte des Gottesreiches ist die Geschichte der ganzen Menschheit. Die Geschichte des Gottesstaates beginnt mit Avrohom, dem ersten Herold des Gottesreiches und ist zugleich die Geschichte des jüdischen Volkes auf seinem Weg um Gottesstaatsvolkstum.
Dieses Weges Ziel ist nur zu erreichen bei striktem Verzicht auf Autonomie und durch Entwicklungder volkstümlichen Kräfte zu restloser Hingabe. Jenes ist der Hauptgegenstand der Erziehung des Volkes, dieses ist Bewährungsaufgabe seiner Erprobung.
In Erziehung und Bewährungsprobe offenbart sich das historische Gesetz des Gottesstaatsvolkes:
2.Erziehungsweise
Die Erziehung des Volkes zum Verzicht auf Autonomie erfolgt in der Heimatlosigkeit des Goluß. Dessen wesentlichstes Merkmal ist Innuj, drückende Verunselbständigung .Das soll Jißroeil empfänglichmachen für die Wahrheit, daß sein Dasein nicht auf autonomer Wirtschaftspolitik ruht, sondernauf der ihm jeweils von Gottes Mund gestellten Aufgabe. Durch diese tief in die Seele, ja in Fleisch und Blut gebrannte Lehre des Innuj soll das Volk, wenn ihm Besitzund Macht anvertraut wird imstande sein jeden eigentümlichen und eigennützigen Anspruch auf sie willig zu unterdrücken und sie vorbehaltlos ganz nach Gotteskönigs Willen zu verwalten, als Volkswirtschaft des Gottesstaates, als sein angemessenes leibliches Volkstum Gauj-kodausch; und auf dieser Basis soll sich die blühende Entfaltung des seelischen Volkstums für die Ehre Gottkönigs und seines Reiches zu gründen - Mamlecheß -kauhanim
3.Einzelschicksal
Die Schule des Goluß will dasVolk erziehen und zur hieniedigen Bewährung ertüchtigen. Das Schicksal des Einzelnen vollendet sich nicht in dieser Welt. Darum ist auch der Grad der Schmerzhaftigkeit der Innuj-Erziehung (wiewohl jedes einzelne betroffene Volksglied für sich den Schmerz erleidet) nicht nur von der individuellen Würdigkeit oder Unwürdigkeit jedes leidenden Gliedes bestimmt, sondern auch von dem, was nach Gottes Weisheit zum besten Erziehungserfolg des Volksganzen (und letztlich wohl der ganzen Menschheit) nottut. Geschichte ist Bewährungserziehung der Völker.
4.Die Spannungsformel
Autonomismus ist Drang zur Selbstbestimmung. Er treibt aus den innerlichen Ich dem Wurzelstock der Selbsterhaltung in den drei urtrieblichen Zweigen autonomen Strebens: Urtriebe gegen Gottkönig - das ist die einfachste und dabei zutreffendste Formel der Geschichte seit dem Gan-Eiden beherrschenden Spannungen.. Überwindung der Spannungen durch Unterordnung der Urtriebe der Habsucht, der Sinnlichkeit und der Rechthaberei unter Gottkönigs Willen ist das Fundament des Gottesstaates. Nicht das Haben, Genießen und Gelten als normale individuelle Funktionen aufhören sollen; dann müßten Menschen überhaupt aufhören, Menschen zu sein. Sondern unterordnen sollen sie sich; sonst wehe!...
Rabbiner Dr. Leo BRESLAUER: Ein judisch-geschichtlicher Wegweiser
Rabbiner Dr. Leo BRESLAUER
(1894-1983)
ובקשו
Einjüdisch-geschichtlicher Wegweiser vonLeo BRESLAUER. Frankfurt am Main5695/1935
Ergänzungen und Berichtigungen:
Zur Zeit des Originaldruckes wurde der Text handmäßig gesetzt.Daher die folgende Listen mit Ergänzungen und Berichtigungen (in Beilage). Wir empfehlen diese gesondert als Merkzettel zu drücken zur Begleitung der Lektüre der jeweiligenAbschnitte.
Jeremias 2,2 und Sprüchlein zur Wochenabschnitt Bemidbar
במדבר
כה אמר יי זכרתי לך חסד נעוריך אהבת כלולתיך לכתך אחרי במדבר בארץ לא זרועה:
Gehe hin und verkünde in den Ohren Jeruschalaims: so spricht Gott, ich gedenke dir die Liebe deiner Jugend, die liebende Hingebung deiner Bräutlichkeit, da du mir in die Wüste folgtest, in ein nicht besätes Land.
Jeremias2,2 ÜbersetzungDr. Josef BREUER
1.
In ödem, unfruchtbarem Lande,
In Wüsten, wo die Otter zischt,
Wo alles lechzt im Sonnebrande
Nach einer Quelle, die erfrischt.
2.
Dort fand an jedem neuen Morgen.
Das Gottesvolk sein Brot und Trank
Und lebt, in Gottes Schutz geborgen,
Im Lager vierzig Jahre lang.
Quelle: Bibel- und Talmudschatz Ein Buch für die jüdische Familie von J.H. Kohn, 13 Auflage Hamburg 5691-1931 Verlag von George Kramer S. 291
Die allerbeste Anschrift zur Bestellung von antiquarische Judaica
Allerdings, wir gestehen es gerne zu, ein Auftrieb fehlt uns die treibende Kraft des Aufbaus. In diesem Dämmerzustand haben wir so etwas wie eine dumpfe Erinnerung an die Zeit, da die ganze Gola im Rahmen ihrer Möglichkeiten für das Heilige Land Sorge trug. Es gab allerdings auch eine Periode, in der das Umgekehrte der Fall war, in der die Palästinenser für die Golabrüder dachten, zur Zeit des Exilarchen, der Mesifta und der Gaonen. Das trug allerdings eine mehr konfessionelle Färbung.
Nun ist es anders geworden. Palästina verlangt nicht nur, daβ die Gola dem Aufbau materiell zur Seite steht; Palästina fordert vielmehr auch, daβ die Gola gewisse Ideale, die ihr ob mit Recht oder Unrecht, bleibe zunächst einmal dahingestellt nun einmal heilig geworden, für sich behält und auf eine schematische Verpflanzung nach Palästina verzichtet.
Was sich die Gola in schweren, schwersten inneren Kämpfen abgerungen hatte, das war das Primat der Thora, schlieβlich und endlich gipfelnd in der Gründung der Agudas Jisroëil; Die wurde seinerzeit als Krönung des Werkes von S.R. HIRSCH ז"ל angesprochen, und unter dieser Flagge zog sie in Palästina ein, allerdings es zu leugnen, wäre unhistorisch mit vorwiegender Betonung des Konfessionellen, in Polen sogar unter direkter Kampfstellung gegen die von zionistischer Seite in voller Konsequenz angestrebte Nationalisierung der jüdischen Belange. Das war der voraussichtlich letzte Erfolg dieser Auffassung vom Primat der Thora in der Gola. Schon damals regte sich Widerspruch auch in orthodoxen Kreisen. Diejenige Mentalität der Gola, welche die Thora und ihrer Befolgung das einzige Lebenselement und die einzige Lebensbetätigung eines bis zu den messianischen Zeiten latenten Nationalismus erblickte, stand vor ihrer Überwindung. Sie erfüllte die Jugend nicht mehr, welche in einer Sehnsucht nach Erfüllung der durch die Friedensschlüsse betonten Rechte der Minoritäten durch Palästina als Plattform kühnster Träume auf andere Träume ganz andere Bahnen zog. Dem sollte man klar ins Auge sehen; denn es ist wahrlich seltsam. Das Umlernen wird gleichfalls im Namen des Primats der Thora verlangt. Auch das sollte man klar erkennen.
Die reinliche Scheidung, welche die Orthodoxie in der zweiten Hälfte des Jahrhundertszu vollziehen suchte, hatte zwei Etappen, die der Selbsterhaltung und die Erziehung, beide in doppelten Sinn, gegenüber dem Ansturm der Reform und dem der Kultur der Umwelt. Die Reform hatte aus der Emanzipation die ganz klare Folge gezogen, welche in Samuel I, VIII, 20 gekennzeichnet ist. Denn auchdie Aufklärungsperiode hatte eigentlich die Religion nur bekämpft, soweit sie Richtlinie zu sein beanspruchte, und zwar weniger im individuellen Leben als in den sozialen Beziehungen der Menschheit. Im Engeren, das heiβt hier im Leben der Judenheit, war der Ausdruck der sozialen Beziehungen die Gemeinde, und diese zu entgelten, muβte das Bestreben der Reform sein. In diesem Sinne war der Austritt eine soziale Tat, die sich wohl hütete, sich individuell färben zu lassen; man vergleiche Hirschs Scheidung zwischen Minuth und Minim.
Wir gestehen gerne zu, daβ wir nun wieder einmal am Anfang stehen; auf den Schein der individuellen Emanzipation folgte den Schein der nationalen Emanzipation. Nicht Religion, sondern Konfession wurde Privatsache. Die Ahnen hatten es leichter, denn die Reform der Gemeinde hatte sichtbaren Ausdruck, der Vorstoβ gegen die Thora war klar. Unterscheidungen in weltanschaulicher Sphäre sind schwerer zu erfassen. Es ist also nicht so leicht zu sagen, hier ist das Primat der Thora geleugnet, hier ist eine Scheidewand. Das bittere, sehr bittere Problem ist hier nur, daβ allem Anschein nach wir die kommende Generation nicht so zu erziehen vermochten, daβ wir ihr zumuten dürften, ein Nebeneinander von Thoramotiven und anderen abzulehnen.
Aber an uns dumme Golamenschen ergeht die Notwendigkeit, daβ wir aufs neue zu scheiden lernen zwischen dem durch Gemeindeeinrichtungen oder durch Weltanschauungen alterierten Primat der Thora.
Manche, die höchstbegabten, werden vielleicht dazu imstande sein. Dem gröβeren Rest der weniger Begabten, bleibt nichts anders übrig, als warnend den Finger zu erheben. Nicht etwa um später zu sagen, ich habe es ja gleich gesagt, obwohl auch der Prophet Jeremia das öfters wiederholte, nur um die Gola zu retten, indem wir an ihre Bescheidenheit glauben.
Pinchos KOHN
NACHALASS ZWI Eine Monatsschrift für Judentum in Lehre und Tat, herausgegeben vom Vorstand der Rabbiner-Hirsch-GesellschaftVII.Jahrgang S.21,22
War bereits Bestandteil des Jeschurun Lehrganges Frühling und Sommer 5769/2009
Rabbiner Dr. Leo BRESLAUER: Ein judisch-geschichtlicher Wegweiser
Rabbiner Dr. Leo BRESLAUER
(1894-1983)
ובקשו
Einjüdisch-geschichtlicher Wegweiser vonLeo BRESLAUER. Frankfurt am Main5695/1935
EINLEITUNG
Seiten 5-8
Die gottesstaatliche Betrachtungsweise der Geschichte ist unbezweifelbar die klassische jüdische. Aber sie versteht sich heute nicht mehr von selbst. Das rechtfertigt den vorliegenden Versuch. Einst war sie die natürliche geistige Atmosphäre jüdischen Gemeinschaftslebens, selbst noch in Zerstreuung und Machtlosigkeit. Sie war es solange als dem Juden die gottesvolkliche Lehre Lehre des Lebens war und damit gottesstaatliches Denken das selbstverständliche Orientierungsmittel in allen Lagen war. Wer das eingebüßt hat, dem wird das Judesein ein dorniges Problem, ein qualvolles Rätsel. Die Schar dieser problematischen Juden reicht von der äußersten Peripherie bis tief hinein in die Reihen der Orthodoxie und erstreckt sich über fast alle Länder. Fürwahr ein unermeßliches Notstandsgebiet! Die Zeit schreit nach Hilfe, sie sei groß oder klein. Da dürfte diese weltanschauliche Orientierungsskizze aus einunddreißig knappen Strichen vielleicht manchem willkommen sein, ihm die ersten Fingerzeige zu geben zum historischen Sichwiederfinden und zur politischen Gesundung. Ihr Verständnis setzt noch einiges Grundsätzliches voraus.
Die Lehrsätze jüdischer Geschichtsweisheit, welche jede Epoche nach ihre Eigentümlichkeit deuten und charakterisieren, liegen nicht im Zusammenhang geordnet vor. Sie sind zudem knapp, fast karg. Wer sie nicht für Wert hält, sich meditierend in sie zu versenken, dem muß gottesstaatliche Geschichte verschlossen bleiben. Jüdische Studierregel fordert völlig unabgelenkte Hingabe an autoritative Geschichtslehre. Der Jude, der jüdische Geschichte treibt, setzt sich zu Füßen seiner Ahnen. Respekt!!
Gebrochene Strahlen täuschen graden Verlauf vor. Nur plastisches, bewegliches Sehen kann die Täuschung durchschauen und die Beugungsstelle entdecken. Reformieren bedeutet ablegen. Das religiöse Reformjudentum brachte den religiösen Individualismus, die nationalistische Reform des Zionismus erweiterte den Abfall bis zur Gleichgültigkeit, Gottlosentum vervollständigt ihn bis zum Nihilismus, 180°. Die vollständige Zurückverfolgung der Winkelspanne, Ergänzung der Defekte, führt ohne weiteres auf die alte Richtung. Nihilismus Gleichgültigkeit Individualismus. Also war zuvor Wirklichkeit Autorität Allgemeinverbindlichkeit. Aber eine wirkliche allgemeinverbindliche Autorität konstituiert sofort einen Staat, und wenn sie religiös, also göttlich gesetzt ist, einen Gottesstaat. Hier liegt majestätisch die historische Linie: wir sind ein Staatsvolk, das Gottesstaatsvolk, nichts anderes. Unsere Geschichte ist gottesstaatlich oder gar nicht. Wie jammerschade, wenn Suchende halben Weges stecken bleiben.
Die fundamentale Bedeutung der Trieblichkeit für die gottesstaatliche Geschichtsauffassung ist unbestreitbar. Sie begreift sich auch ohne weiteres aus der Erwägung, daß sinnvolle Geschichtskunde erziehen will, aber Erziehungsobjekt allemal der Mensch mit seiner Trieblichkeit ist. Drum überragt ja gottesstaatliche Geschichtsschreibung alle anderen auch durch getreue Zeichnung und Aufbewahrung der Schattenseiten des eigenen Volkes und seiner Großen. Denn sie enthüllt dort, wo die zünftige (zwischen den vermeintlichen Spannungsbogen Mensch Mensch oder Mensch Natur pendelnde) Geschichtsschreibung nur Sünde oder Frömmigkeit sieht, die furchtbarsten Kämpfe, die gewaltigen Heldentaten der Weltgeschichte.Nur Blinden können leugnen, daß auf diesen Schlachtfeldern das Schicksal der Menschheit entschieden wird. Trieblichkeit ist kein theologisch-erbauliches, sondern ein hochpolitisches Thema.
Die prominente Stellung der drei Triebe, Sinnlichkeit, Habsucht und Rechthaberei in der historischen Energetik ist psychologisch einleuchtend. Ihre periodische Aufeinanderfolge hinsichtlich pragmatischer Vorherrschaft wird durch die entscheidenden Stellen deutlich genug ausgesprochen und zudem mit zunehmender Einsicht in den Ablauf jeder Epoche mehr und mehr erhärtet.
Die Behandlung der Trieblichkeit richtet den Seelenacker her. Erziehung will aber auch das Saatgut streuen. Sie findet kein besseres als die Normen, welche sich aus gottesstaatlicher Geschichtskunde, die rücksichtslos nur Gottkönig zuliebe und seinen Feinden zuleide ist, ergeben. So wie die Edelfrüchte des alten Gottesstaatsboden als allgemein gültige Maße zu gelten haben, so auch die Tugenden der Edlen des Gottesstaatsvolkes als sittlichen Denkens und Handelns.
Ehrliche totale gottesstaatliche Geschichtsschau offenbart eines unvergleichlichen Volkes einzigartigen Weg durch die Zeiten zum beglückendsten aller Ziele den Nichtjuden zu beharrlichem Aufmerken reizend, den fernstehenden Juden zu grundsätzlicher Stellungnahme zwingend, aber den zu seinem Volk sich bekennenden Juden erschütternd und begeisternd, ihm seines Daseins Sinn und Ziel so unsagbar groß vor Augen stellend, so trostreich, so herrlich, so lebenswert, so sterbenswert!
Solche Schau muß erarbeitet werden. Dazu möchte dieses Buch anregen und behilflich sein. (Ursprünglich als historisch-politisches Vademecum für meine Kinder und den kleinen Kreis der Schüler niedergeschrieben, verdankt es manches Wertvolle dem freundlichen Rat kundigerBeurteiler Die Nachweise in den Anmerkungen erheben keinerleiAnspruch aufVollständigkeit). Unwesentlich ist, ob man die Darstellung in allen Einzelheiten billigt, wesentlich aber ist das vorbehaltlose Bekenntnis zum Gottesstaat.
Die vollständige Wiedergabe des Originals erfolgt wie gehabt in Beilagen.
Rabbiner Dr. Leo BRESLAUER Ein jüdisch-geschichtlicher Wegweiser
Rabbiner Dr. Leo BRESLAUER
(1894-1983)
ובקשו
Einjüdisch-geschichtlicher Wegweiser vonLeo BRESLAUER. Frankfurt am Main5695/1935
Das Buch wird vorangegangen mit eine poetische Darstellung von der Beziehung zwischen Gott und Klal Jissroèl in Exil. Siehe Beilage. Voran stehen Wörter aus der Possuk (Vers) aus dem Propheten Hoschea 3,5 Nachdem werden Jisraels Söhne zurückkehren und werden Gott, ihren Gott, suchen, und ihren König David, und werden hineilen zu Gott und zu seinem Gute am Ziele der Tage. ( deutsche Übersetzung Dr. Mendel HIRSCH).
Wir beabsichtigen das Buch in Abschnitte vollständig zu reproduzieren (in Beilagen) und hoffen daß die Nachkommen oder befähigte Anhänger von Rabbiner Leo Breslauer dadurch angeregt sein werden für eine neue Auflage und, wer weiß, gar eine Übersetzung auf Englisch, zu sorgen.
Ein jüdisch-geschichtlicher Wegweiser von Leo BRESLAUER (1935)
Rabbiner Dr. Leo BRESLAUER
(1894-1983)
ובקשו
Einjüdisch-geschichtlicher Wegweiser vonLeo BRESLAUER. Frankfurt am Main5695/1935
Diese rabbinische Studie, die wir aus der Vergessenheit herausholen, hat viele Vorzüge: Sie verurteilt die Häresien der Reform und des Zionismus. Rabbiner BRESLAUER legt glänzend die welthistorische Rolle von Klal Jisroel dar, als "Gauj Kodausch" (Heiliges Volk) und "Mamleches Kauhanim" (Königreich der Priester), im göttlichen Plan, das Reich Gottes auf Erden zu errichten, für die Erlösung der Menschheit.
Die erste Bedingung war die Verwirklichung derInnuj", schmerzvolle totale Machtlosigkeit, der absolute Mangel an Autonomie während des Exils. Die erste Lernerfahrung dessen in Mizraim (dem alten Ägypten) folgten die Erfahrungen der Prüfung im Heiligen Land, von denen wir wieder durch göttlichen Erlaß verbannt wurden. Der Innuj ist in den biblischen Versen angedeutet: 1. Mose 15,13; 2. Mose 1,12; Deuteronomium 8.2.
Ausführlich gestützt auf Schriftverse und talmudische Quellen, beschreibt Rabbiner Dr. Leo BRESLAUER Sinnlichkeit, Habsucht und Rechthaberei als sowohl individuelle als kollektive, sowohl im Exil als auch in der Zeit des Staatswesens im Heiligen Land. Hindernisse für die Erfüllung des göttlichen Plans der Errichtung seines Reiches auf Erden.
Rabbiner Leo BRESLAUER, eine unbestechliche gradlinige Persönlichkeit, war ein integraler Antizionist. In den Jahren der erzwungenen Einwanderung aus Deutschland zog er nach Washington Hights, New York. Als sich der agudistischer Zionismus, leider auch in der Gemeinschaft Adath Jeschurun, durch Rabbiner Dr. Joseph Breuer (1882-1980) von Frankfurt am Main nach New York übergepflanzt, breitmachte, verließ er diese Gemeinschaft und organisierte eine eigene Synagoge. ErstandRaw Joel TEITELBAUM, Rebbe von Satmar nahe und unterstützte Neturei Karta. Seine letzten Tage verbrachte er in Monsey (Upstate vonNY), wo er Aw-Beth-Din von der Gemeinde "Beis Tefilloh" war. Wir haben noch kein Porträt dieses bedeutenden Rabbiners.
Es hat seine eigene Geschichte, dieses Land Transjordanien. Nicht nur, daß es heute von Palästina losgelöst ist und in der nächsten Zeit wohl kaum Aussicht bietet, Siedlungsland für jüdische Siedler zu werden. Vielmehr ist es vom Anfang an ein Problem gewesen.Was wäre wohl aus diesem Land geworden, wenn Ruben und Gad nicht den Antrag gestellt hätten, daß in diesem Land für ihre Stämme eine Heimstätte bereitet worden wäre? Jüdischer Besitz war Transjordanien doch durch die Besiegung von Sichon und Og geworden.Vielleicht wäre es bei der großen Landverteilung durch Josua an andere Stämme gefallen.So aber ruhte auf diesem Transjordanien das Gepräge von etwas Besonderem, es war sozusagen der erste Riß in der Einheit des Zwölfstammenreiches.
Wenn man die geschichtliche Entwicklungen genau verfolgt, so kann man und das erklärt die heutige eigenartige Stellung Transjordaniens als Glied dieser Entwicklungen feststellen, daß die in Sichon und Ogs Erbe wohnenden Teile zum Teil ein selbständiges, politisches Leben führten. Die Angst vor dieser Möglichkeit trat schon in Erscheinung, als die eigentliche Inbesitznahme Transjordaniens erfolgte. Als es damals den Anschein erweckte, als ob die 2 ½ Stämme durch die Errichtung eines eigenen Altars ein Sonderdasein sich zu schaffen entschlossen wären, da machten ihnen erschreckt die andere 9 ½ Stämme des in seiner Selbstlosigkeit, Brudertreue und tiefster Religiosität auch von den Historikern niemals ganz gewürdigte Angebot, ihnen im eigenen Besitz Lebensraum zu geben. Lieber Landnot als Gottesferne, lieber in engem Zusammenleben mit den Brüdern bei Landnot dem Glauben treu bleiben, als der Unreinheit des Landes (Josua XXII, 29) zu erliegen.(Es ist übrigens diese Stelle ein erneuter Hinweis auf die Lehre der Bibel vom geheimnisvollsten Zusammenhang zwischen Boden und Menschen, von Beeinflussung der Menschen durch Erdstrahlungen: vgl. den Artikel: Reinheit und Unreinheit in Heft 7/8).
Gewiß hatten die Erbauer dieses Altars die beste Absicht: Einheitszeuge sollte er sein.Bald aber setzte die befürchtete Entwicklung ein.Transjordanien war interesselos gegenüber dem jüdischen Schicksale geworden, vergebens sandte Debora ihren Ruf um Hilfe, er verhallte unerhört in Transjordanien.Und wenn auch ein Jaïr aus Transjordanien kurze Zeit Führer des ganzen Volkes sein konnte, so gibt es doch sehr zu denken, daß schon sein Nachfolger Jiphtach das Wort ami gebrauchen, also davon sprechen konnte, daß Transjordanien seine eigene Wege, teils mit Glück sogar, wie in der Eroberung des Landes der Hagarener, schließlich aber verschwanden seine Bewohnerklanglos aus der jüdische Geschichte. Es waren die ersten, die dem Ansturme Assyriens erlagen, und es ist bezeichnend, daß in Cisjordanien keine Hand für sie sich regte.
Mehr als 2 ½ Jahrtausende sind seitdem vergangen, und aufs neue erhebt sich eine transjordanische Frage. Die weisen Grenzpfahlbestimmer vom Völkerbund haben dieses Ländchen von Palästina gelöst, teils gehört es Rabbath Amon, teils zu Syrien.Und wenn Transjordaniens König und Volk etwa, vielleicht aus rein wirtschaftlichen Interessen, sich einer jüdischen Einwanderung nicht verschließen würden, es wäre wieder ein Teil der jüdischen Gesamtheit, der nicht eines Pfeilsschusses Breite von Palästina entfernt, unter ganz anderen Verhältnissen wohnen und leben würde.
Aber der Versuch wäre der Mühe wert.Es wäre einerseits eine Probe aufs Exempel, wie sich das Verhältnis zwischen Arabern und Juden stellt, wenn sie nicht unter dem Zeichen der Balfour-Deklaration gemeinsam leben.Aber freilich, eines müßte Voraussetzung sein, was wir und andere schon so oft betont haben. In der Alternative Europa oder Orient müßte man dort klipp und klar für den Orient votieren, insbesondere in Bezug auf die Bedürfnislosigkeit der Lebenshaltung. Die Annäherung an die Zivilisation Europas dürfte nur schrittweise von Arabern und Juden gemeinsam unternommen werden.Ein zweites Tel-Aviv bei Rabbath Amon wäre undenkbar.Die heutige Entwicklung Transjordaniens ist, wie man es nennt, primitiver, sie hat einen starken religiösen Grundzug.Jüdische Menschen, welche Landnot in dieses Gebiet führen würde,müßten Gottesferne meiden.Hier wäre ein Punkt, an dem Aguda und Misrachi gemeinsam arbeiten könnten.Es will ja in diesem Land, das nicht den Normen der Balfour-Deklaration unterworfen ist, weniger besagen, was die zionistische Organisation will, es wäre ein Siedlungsland wie Amerika oder Brasilien.Aber diese beiden Organisationen müßten in der Auswahl der Menschen vorsichtig sein. Ist Palästinas jüdische Siedlung leider mehr oder weniger unter das Fach der linksgerichteten Histadruth hoawodah gezwungen, so müßte dort eine vollkommen religiös orientierte Siedlung in die Wege geleitet werden. Wenn man ferner in Transjordanien die Stelle sieht, von welcher aus die Befriedigung zwischen Arabern und Juden ausgehen könnte, so erhebt sich der Zweifel, was besser ist, geschlossene Siedlung, wie in Palästina, oder das Anstreben gemischter Bevölkerung.Man könnte darauf hinweisen, daß im Irakgebiete das letztere System sich von jeher bewährt hat.
Wer weiß, ob nicht der Zeitpunkt gekommen ist, an dem dieses in der jüdischen Geschichte so problematische Land Transjordanien vor der Erfüllung der Prophezeiung steht, welche alte Kunde, im Targum Jeruschalmi zu N. XXXII, 3 wiedergegeben, an dieses Land knüpft. Dort heißt es Königskrone und Königsgewand. Jenseits des Jordan wurde einst unmittelbar nach Eroberung des Landes durch Moses der Thorabund erneuert.Es könnte sein, daß wieder einmal die jüdische Geschichte vor der Tatsache steht, daß jenseits des Jordan Thorageist jüdische Kinder die Lebensbahn weisen wird, und daß von dort aus Ruhe und Frieden über den Jordan getragen wird, ins heilige Land.
Jesajas 58,5 und Sprüchlein zur Wochenabschnitt Acharei Mauss
אחרי מות
הכזה יהיה צום אבחרהו, יום ענות אדם נפשו:
Darf
so das Fasten sein, wenn ich es erwählen soll der Tag, an dem der Mensch
seine Seele darben zu lassen hat? Etwa daß er wie ein Schilfrohr sein Haupt
beuge und in Sack und Asche sich hülle? Solches willst du Fasten nennen und ein
Tag des Wohlgefallens, einen gottgeweihten?!
Rabbiner Dr. Salomon BREUER: Belehrung und Mahnung Wochenabschnitt Tazria
Rabbiner Dr. Salomon BREUER
(1850 1926)
תזריע
Belehrung und Mahnungzur Wochenabschnitt
TAZRIA (Auszug)
Mit
der Mila wurde Abraham Jude. Er vollzog sie im Zeichen des denkbar größten
Kidusch Haschem. Denn Jude sein heißt, den Mut zum Kidusch Haschem zu besitzen,
die Forderungen des jüdischen Pflichtlebens ונקדשתי בתוך בני ישראל in
lautester Öffentlichkeit zu verwirklichen, auf den Beifall und die Zustimmung
der Menge verzichten, auch den Hohn und die Verlästerung nicht zu scheuen,die dem Juden in öffentlichen Leben gar oft
begegnen. Solche מקדש שם שמים- Juden haben wir leider nicht
viele, dafür gottlob noch recht viele, die freilich בשתיקה,
wenn sie vor fremden Augen sich sicher wissen, ihren jüdischen Pflichten
nachkommen. Und doch hat es unser Stammvater uns anders gelehrt, als er den
Orden der Mila aus Gottes Hand für sich und seine späteste Kinder empfing. Wohl
wußte er, daß dieser Akt, der ihn und sein Haus fortan in den entschiedensten
Gegensatz zu den Anschauungen einer großen Welt setzte, bei ihr nur Spott und
Gelächter auslösen mußte. Er aber vollzog die Mila nicht im Schutz der Nacht בעצם היום הזה und
wenn die Mila nach Gottes Willen auch am Tage vollzogen werden mußte, was hätte
Abraham gehindert, wenn er die Vornahme dieses Aufsehen erregenden Aktes bei
seinen Hausgenossen auf eine Reihe von Tage verteilt hätte, um so weit wie
möglich peinliches Aufsehen zu vermeiden er aber vollzog die Mila seines
ganzes Hauses; zu dem 318 Genossen zählten, an einem Tag, scheut den mächtigen
Orloh-Hügel nicht, der vor den Augen einer großen Welt sich türmt und auf den
die Sonne scheint Gott aber bleibt dieser große, stolze Akt unvergessen,
mit dem unser Stammvater unter den Augen einer lautesten Öffentlichkeit Jude
wurde und von dem noch späte Enkel sich die Mahnung holen mögen, wozu die Mila
d.h. die Zugehörigkeit zum Gottesbund sie verpflichtet.
Aus dem Geiste des בעצם היום הזה ist
es zu verstehen, daß für die Weisen Abraham bei der Ausführung der Mila nicht
nur die Öffentlichkeit nicht scheute, sie nicht mit dieser Tat überraschte,
sondern ihr vorher Mitteilung machte und, wie sie es so sinnig darstellen,
seine Freunde zu einer Mila-Konferenz einlud.Die Ansichten aber, die er da äußern hörte, sind ungemein bezeichnend;
sie begegnen uns bis auf den heutigen Tag und erklären vielfach unser Verfahren
gegenüber den Forderungen der jüdischen Pflicht.
Oner verweist auf Abrahams Alter zu hundert
Jahren eine solch tief eischneidende
Maßnahme! Das ist die Sprache der Gewohnheit. Und in der Tat wohnt in der
Gewohnheit eine ungeheure Macht inne, sie beherrscht den Verstand, und die
beste Überzeugung muß sich gar oft ihr beugen. Wen die Schritte, statt ins Bethamidrasch,
täglich ins Kaffeehaus lenken, wird von dieser Gewohnheit auch am Schabbos
nicht lassen, wiewohl den Verstand ihn vor der עברות warnt, die dort auf ihn
lauern; wer jahraus, jahrein gewohnt ist, während אנעים זמירות sein טלית
abzulegen und aus dem בית הכנסת zu laufen, wird nur Schwer davon
lassen, auch wenn Verstand und Nachdenklichkeit ihm das Unstatthafte seines
Verhaltens nahelegen; und wem es einmal zur Gewohnheit geworden ist, die laute שמנה עשרה oder
קריאת
התורה für den geeigneten Augenblick zu halten, um den Nachbar zu
begrüßen und mit ihm in שיחת חולין, in Geschwätz sich zu ergehen,
der wird von dieser traurigen Unsitte nur schwer lassen, auch wenn sein
Verstand das entschiedene Verbot längst begriffen und natürliches
Anstandsgefühl sich gegen dieses die Heiligkeit unserer Andachtsstätte
schändende Verhaltenvon selber kehrt!
Und doch hegen wir die zuversichtliche Erwartung, daß es der eindringlichen
Mahnung des דין doch schließlich gelingen wird, seine Forderung Anerkennung zu
verschaffen. Hat unser sabbatlicher מי שברך an diese unfaßbare
Unsitte gedacht, wenn er den Segen herabfleht auf die מי שמיחדים בתי כנסיות
לתפלה ומי שבאים בתוכם להתפלל? Sollte man doch meinen, daß,
wenn Synagogen erbaut werden, sie selbstverständlich für die תפלה
bestimmt sind, und wenn man hineingeht, man sie aufsucht, um dort zu beten. Und
doch erfleht unser מי שברך den Segen bedeutsam und mit
unverkennbaren Nachdruck auf das Haupt derer, die das בית הכנסתfür die תפלה bestimmen und nicht für
müßige Unterhaltung, und die hineingehen להתפלל, um ihre תפלהzu verrichten und nicht die geweihte Stätte
durch שיחת חולין zu entweihen! Wer aber unter uns möchte nicht des Segens
teilhaftig werden, daß Gottes Segen komme über unsere Frauen, über unsere Söhne
und unsere Töchter הוא יברך את כל הקהל הקדוש הזה הם ונשיהם ובניהם ובנותיהם!
In Oner hat die Macht der Gewohnheit ihren
trefflichen Anwalt gefunden: zu hundert Jahren geht man nicht neue Wege. Von
besonderer Bedeutung schien den Weisen Eschkols Verhalten. Sahen sie sich doch
zu folgendemAusspruch veranlaßt: מגיד מראשית אחרים
שהכל צפוי היה לפני הקב"ה, אשכל אוהבו של אברהם היה ונקרא אשכל על אודות
האשכול שעתידין ישראל לכרות ממקומו Gott kündet Künftiges von Anfang
an: Eschkol hieß der Freund Abrahams, er hieß so nach der Traube (אשכול),
die einst die Kundschafter im Tale schneiden sollen.
Irren wir nicht, so wollen sie uns damit sagen:
Das Verhalten der Kundschafter gegenüber dem Gotteswillen hat schon in Abrahams
Tage Vertreter gefunden, nur daß Abraham solchen Einflüssen gegenüber stark
geblieben, keinen Augenblickim Zweifel
war, was die Pflicht von ihm forderte. Denn Eshkol erinnert an die Feindschaft,
die sich Abraham durch Vornahme der Mila zuziehen müsse, die ihn von seiner
Umwelt fortan scheide und wenn Abraham die Mila vorzunehmen durchaus gewillt
war, so wird Eschkol wohl für eine Vornahme in aller Stille plädiert haben, um
nach Möglichkeit jedes Aufsehen zu vermeiden. Das ist dieselbe feige,
erbärmliche Gesinnung, die die Kundschafter erfüllte, die sich trotz des
Gottesschutzes einer feindlich gesinnten Welt gegenüber ohnmächtig fühlt und
die Kraft nicht kennt, mit der das Bewußtsein, dem Gotteswillen zu entsprechen,
die jüdische Seele zu erfüllen hat mit dieser Gesinnung haben sie die Traube
in Eschkols Tal gepflückt.
Von allen Freunde stimmte nur Mamre dem
Vorhaben Abrahams zu. Doch nicht das Für und Wider der öffentliche Meinung hat
auf Abrahams Entschluß Einfluß ausgeübt; er war viel mehr von Anfang an
entschlossen, in vollem Bewußtsein der herrschenden Meinungen, mit denen die
große Welt seinen Schritt begleitete, und in lautester Öffentlichkeit sich und
sein Hausdem göttlichen Lebensbund zu
weihen.
Wie aber die Mila von ihren Trägern Kidusch
haschem fordert, weil sie von ihnen in keinem Augenblick des Lebens verleugnet
werden darf, so begleitet sie den Juden bei jedem Schritt seines Lebens, will
jede Gedankenregung und jeden Willensvorsatz unter dieHerrschaft des Gotteswillens stellen und
seinem Leben durch innige Vermählung mit Gottes Nähe zur höchsten Vollendung
verhelfen. Das sollte Abraham erfahren, als er, mit dem frischen Bundeszeichen
am Leibe nach Wanderern ausspähend, an dessen er Gastfreundschaft ausüben
könne, der Schechinanähe Gottes teilhaftig wurde. Er will sich vor der
Schechina erheben und wird veranlaßt, sich in seiner Liebesbetätigung an
Menschen nicht zu stören denn Gott weilt dort, wo Menschen Seinen Willen
betätigen. Und wenn Jissroél in seinen Bet- und Lehrhäusern sitzend weilt,
weilt Gottes Schechina über ihnen, denn keine größere Huldigung kennt Gott, als
wenn das Leben des Menschen zu einer Offenbarung des Gotteswillens sichgestaltet. Das aber ist der Fall, wenn
göttliches Milazeichen uns mahnend dazu bringt, vor Gott zu wandeln und nach
Vollendung zu ringen. Vollendung aber winkt dem Leben, wenn es in keinem
Augenblick die Mila verleugnet.
וביום השמיני ימול
בשר ערלתו Die Mila weiht ihre Träger dem Schabbos, denn Gottes
Herrschaftswille soll in ihm einen rüstigen, treuen Vollstrecker finden. Dieser
Gotteswille umfaßt aber nicht nur das Einzelleben, er will auch das
Gemeinschaftsleben im Zeichen des Rechts und der Liebe aufbauen. Vor seiner
Nähr sollen Haß, Bösrede und Verleumdung, sollen die unheimlichen Mächte
weichen, die das soziale Leben vergiften und ihm die Segnungen des Friedens
rauben.
Wer die Mila in Wahrheit trägt, den braucht der
Gottesfinger nicht strafend mit Negaim zu berühren, mit denen Gott den zu
treffen weiß, der die sozialen Forderungen des jüdischen Lebens verleugnet.
Er muß die Mila als stolzer Enkel unseres
Stammvaters tragen, der die Mila in lautester Öffentlichkeit vollzogen und im
Anblick einer großen Welt bei jedem Schritt seines von Gottesrecht und
Gottesliebe erfüllten Lebens verwirklicht hat.
Mit Recht ruft daher der Weise aus: Wie groß
ist doch die Mila, sie vermag Negaimzu
verdrängen!
Quelle: Rabbiner Dr. Salomon BREUERBelehrung und Mahnung dritter Teil Leviticus J.Kaufmann Verlag Frankfurt am Main 1935 S.
20-26
Rabbiner Dr. Mendel Hirsch Aus seinem Komm. zur Haftoro Schemini
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH
(1833 1900)
הפטרת פרשת שמיני
Aus dem Kommentar zur Haftoro des Wochenabschnittes Schemini
Samuel II, Kap. 6, Vers 1 und folgende
Die Geschichte der Einweihung des Zusammenkunftsbestimmungszeltes unter der sichtbaren Bekundung der Gottesnähe in Jissroél fügt das Prophetenwort der Haftora die Erzählung des ersten Einzuges der Bundeslade Gottes in Jerusalem an. Ein Moment der einen tiefen Einblick und einen weiten Ausblick in die jüdische Geschichte eröffnet. Das Zelt, das an jenem achten Tage zum achten Male von Moses errichtet worden war, befand sich noch in Gibeon. Ein von David in der Davidstadt provisorisch errichtetes Zelt harrte vor der Bundeslade. Siegreich war aus dem Philistäerlande die nunmehr in Jerusalem einziehende Bundeslade heimgekehrt, nachdem sie von Schiloh aus, da Jissroél sich des Gottesschutzes unwürdig gezeigt hatte, in Feindes Hand gefallen war. In den Trümmern des Götzen und in den Heimsuchungen der Feinde hatte sich die Hoheit des von ihr umschlossenen Wortes und die Allmacht der Gotteshand den zitternden Philistäern offenbart. Der Freiheit wiedergegeben, hatte sie ohne Menschen-Zutun ihren Weg zurückgenommen in das jüdische Land. Nach vorübergehendem Weilen in Beth-Schemesch hatte sie Stätte gefunden in dem mit dem hier genannten Baale Jehuda identischen Kirjath Jearim (Sam.I. 6,20 f. 7,1). Die Wirkenszeit des hehren Samuel, die Regierung Sauls lagen zurück, die auf seinen Tod folgenden Erschütterungen hatten ihre Ende erreicht, und nach außen herrschte tiefste Ruhe: Gott hatte die Furcht vor ihm auf alle Völker gegeben (Chron. I. 14,17), als David den Entschluß fasste, die Bundeslade in der Davidstadt zu überführen, wo er für sie ein Zelt aufgeschlagen hatte. Doch nicht ohne ernste Mahnung an die Hoheit des Gesetzes sollte die Überführung nach Jerusalem erfolgen. So wie der Tod der beiden Priesterjünglinge am ersten Einweihungstage die ewige Mahnung sein sollte, daß nur Gehorsam und kein Priesterwillkür, auch nicht in bester, Gott dienender Absicht, so vergegenwärtigte die selbige Hoheit die Leiche Usas, der in einem Augenblick der Selbstvergessenheit gewähnt hatte, die Lade halten zu müssen, und, wenn auch in guter Absicht, die Ehrfurcht vor Dem verletzt hatte, dessen Wort die Lade barg. Sein Tod hatte das בקרובי אקדש(3 B.M. 9,3) David in furchtbarer Eindringlichkeit in die Seele gerufen. Niemand war weiter als er von jeglicher Selbstüberschätzung entfernt. Erzagte, er zweifelte an seiner Würdigkeit. Er hatte um so mehr Grund zu zagen, als ja der Entschluß, die Bundeslade in die Davidstadt zu bringen, seiner eigenen Initiative entsprungen und nicht etwa die Ausführung eines ihm gewordenen göttlichen Auftrages. Erst der in dem Gedeihen Obed Edoms sich zeigenden Gottessegen beruhigte ihn. Hatte er ja doch auch schon durch sein vorhergehendes Zagen es an den Tag gelegt, wie sehr er von dem Gefühle der Verantwortung durchdrungen sei, die die Nähe der Bundeslade ihrer Umgebung bringe. Dieses Bewußstein, daß er nur erster und verantwortlicher Diener dieses Gesetzes sein daß er seine Königsmacht nur für dessen Verwirklichung einzusetzen und seine Würde nur in der Erfüllung dieser Aufgabe zu finden habe, tritt in seiner ganzen Haltung bei der Überführung hervor.Gerade was Michal, der stolzen Königstochter, mißfiel, gerade das gab ihm das Gepräge des jüdischen Königs nach dem Idealbilde des Königsgesetzes (5 B.M. 17,14 ff.) In diesem Sinne hatte er das kleine Ephod angelegt, als Wehr und Waffen des jüdischen Königs, es war die Rüstung für die Verwirklichung des Gottesgesetzes, es war das Gelöbnis, alle seine Kräfte in den Dienst dieser Aufgabe zu stellen. Dasselbe Gelöbnis sprach die ganze Reihe der nach jeder Zurücklegung von sechs Schritten auf dem ganzen Wege sich wiederholenden Opfer aus, die Weihe der Tatkraft (שור) und die vertrauensvolle Geschickeshingebung an die Gottesführung (מריא). Auch daß diese Gelübde gerade nachjeder Sechszahl von Schritten im Thatsymbol ausgesprochen wurde, ist nicht bedeutungslos. (Vergl. Über die Bedeutung der Sechs- und Siebenzahl in der Symbolsprache des Gottesgesetzes: Grundlinien einer jüdischen Symbolik, Jeschurun: V. S.18ff.)
Derselbe tiefe Ernst spricht auch in dem Unterschiede aus, der den Zug von dem Hause Obed Edoms nach Jerusalem von demjenigen aus Kirjiath Jearim bis nach Perez Usa charakteristisch scheidet. An die Stelle des משחקים (V.5) war תרועה, an die Stelle der Pauken und Schellen (V.5) war der Schofar, der den ernsten Gottesruf an Jissroél zur ewigen Sinaihöhe seiner Jissroélbestimmung vergegenwärtigende Schofarruf getreten. Nur auf den Boden dieses Ernstes und dieser tiefen gottesfürchtigen Erregung quoll jenes beglückenden Hochgefühl und jene Freude, die in dem von David ausgesagten מפזז ומכרכר ihren Ausdruck fand. Aus dem ausführlicheren Bericht in Chron. I, 15 11-16 tritt der Unterschied noch mehr hervor. Die Stammeshäupter der Priester und Leviten werden von David berufen, ויתקדשו, heiß es daselbst, sie hatten sich auf dem großen Moment vorzubereiten. Dann erst trugen die Söhne der Leviten die Lade Gottes, so wie es Moses nach dem Worte Gottes geboten hatte, auf ihrer Schulter an den Stangen, die auf ihnen ruhten. Nachdem sodann die ganze Ordnung des Zuges beschrieben, die in ihre Ordnungen als Sänger, Musiker und Wächter eingeteilten Levitenfamilien und unter diesen auch der Levite Obed-Edom an der ihm gebührende Stelle, und die Priester mit den Posaunen voranschreitend, heißt es am Schlusse V.28, da die innige Beteiligung des ganzen Volkes hervorgehoben und die Klänge des Festjubels nach den Instrumenten zusammenfassend geschildert werden, zuerst und vor allem: Ganz Jissroél führte die Lade des Gottesbundes בתרועה ובקול שופר in tiefer Erregung und Schofartöne hinauf, und dann wird der Posaunen und der anderen Instrumenten gedacht.
Den weiteren Ausblick in die ferne Zukunft eröffnet sodann die David in Veranlassung des von ihm beabsichtigten Tempelbaus gegebene Zusicherung der bis in die Ewigkeit reichenden Erhaltung und Bedeutung seines Hauses.
(Die Haftoroth übersetzt und erläutert, Frankfurt am Main 1896: S. 196 -197Kommentar zu Samuel II Kap. 6 V.1 )
Rabbiner Dr. Salomon BREUER zur Wochenabschnitt Schemini (Auszüge)
Rabbiner Dr. Salomon BREUER
(1850 1926)
שמיני
Belehrung und Mahnungzur Wochenabschnitt Schemini (Auszüge)*
*Ansprache, gehalten am Abend des 12. Nisan 5650 bei der Amtseinführung als Frankfurter Raw.
Mehr als Aharon weigerte Mosche sich, Führer in Jissroél zu werden. Sieben Tage kämpfte er mit sich, ehe er endlich auf Gottes Geheiß sich dazu verstand. Umso befremdender muss es erscheinen, daß später Jehoschua die Nachfolge ohne weitere Bedenken antrat. Es genügte die göttliche Aufforderung קח לך את יהושע, und Jehoschua trat sein Amt an. Und doch war der Abstand zwischen Mosche und Jehoschua trat sein Amt an. Und doch war der Abstand zwischen Mosche und Jehoschua ein solch gewaltiger, daß זקנים שבאותו הדור אמרו פני משה כפני חמה פני יהושע כפני לבנה die Ältesten jener Zeit keinen Abstand nahmen, Mosche mit der Sonne und Jehoschua mit dem Mond zu vergleichen! Mosche aber, so meinen die Weisen, העמידו מן הארץ והושיבו בין ברכיו hob Johoschua auf sein Knie, und Johoschua trat sein Amt mit den Worten: ברוך ה' אשר נתן תורה לישראל ע"י משה רבינו, Gesegnet sei Gott, der Jissroél durch unseren Lehrer Mosche die Thora gegeben!
Offenbar liegt der Grund für Jehoschuas Verhalten in der Verschiedenheit der Aufgaben, vor die sich diese Führer gestellt sahen. Mosche fiel die denkbar schwierigste Aufgabe zu: die Thora seinem Volke zu überbringen, d.h. in Mizraim unter den Fesseln der geistigen und sittlichen Knechtschaft zermürbte jüdische Volksgemeinschaft zum Gottesvolke zu erheben und unter den Fesseln der gewaltigsten Schwierigkeiten den Boden für das Gottesgesetz zu erkämpfen. Jehoschua fiel die ungleich leichtere Aufgabe zu: die Errungenschaften seines großen Lehrers und Meisters unter wesentlich günstigeren Verhältnissen weiter zu pflegen, das teure Erbe zu erhalten und einer gedeihlichen Fortentwicklung entgegenzuführen. Mit gehobenen Empfindungen konnte er daher seine Antrittsworte in den Segenspruch kleiden: ברוך ה' אשר נתן וגו' Das Schwierigste ist vollbracht, die Thora hat bereits durch Mosche im Herzen des Volkes ihre Stätte gefunden!
Jehoschua durfte aber auch mit Zuversicht darauf rechnen, daß Jissroél gerade mit Hinblick auf die unerreichbare Größe seines Vorgängers ihm die herzlichste Zuneigung und wärmste Sympathie entgegenbringen werde. וישמעו אליו בני ישראל וגו' ולא קם נביא עוד כמשה heißt es in den Schlusssätzen unserer Thora: Und Jissroéls Söhne gehorchten ihm und taten, wie Gott Mosche geboten!
Mochten die Zeitgenossen an Mosche Rabenu denken, so musste sich ihnen der Vergleich zwischen Sonne und Mond aufdrängen; doch gerade dieser weite Abstand, der Jehoschua von Mosche schied, sicherte ihm die ungeteilte Hingabe seines Volkes. Wäre Mosche eine von seinem Nachfolger erreichbarer Größe gewesen, dann freilich wäre Jissroél berechtigt gewesen, auch an Jehoschua dieselben Erwartungen und Anforderungen zu stellen, die sie an Mosche zu stellen gewohnt waren Doch dem war nicht so. ולא קם נביא עוד בישראל כמשה Einen zweiten Mosche gab es nicht mehr. Mosche stand zu hoch, zu groß da, als daß ein Vergleich zwischen ihm und sein Nachfolger, wer immer es auch sein mochte, zulässig gewesen wäre. Großtaten, wie sie Mosche vollbracht hatten konnten von keinem andern erwartet werden. Andererseits aber schaute das Volk zu Jehoschua mit Vertrauen empor, der durch seine innige Beziehung zu Mosche die Bürgschaft bot, daß er die Errungenschaften seines großen Lehrers und Meisters in seinem Geiste und in seinem Sinne zu erhalten und zu pflegen als seine heiligste Aufgabe betrachten werde.
Meine Brüder und Schwestern! Gleich Jehoschua spreche ich auch mit dankerfülltem Herzen die ברכה:ברוך שנתן תורה לעמו ישראל ע"י רבינו . Das Schwierigste ist vollbracht! Mein unvergesslicher großer Vorgänger זצ"ל hat die denkbar schwerste Aufgabe gelöst: er hat seine Gemeinde, seinem Volke aufs neue die alte unverfälschte תורה überbracht. Mit unvergleichbarer Genialität und nie erlahmender Tatkraft hat er seine Gemeinde zu einer wahrhaften Gottesgemeinde herangebildet und unter Beseitigung unsäglicher Hindernisse den Boden für die Thora mit seinem Herzblut erkämpft. Meinen schwachen Kräfte fällt nunmehr die ungleich leichtere Aufgabe zu: die Errungenschaften unseres großen Lehrers und Meisters in ihrer ganzen Integrität in w.G. ungestörter, friedlicher Wirksamkeit weiter zu erhalten und wenn möglich einer gedeihlichen Fortentwicklung entgegenzuführen. In zuversichtlicher Erwartung rechne ich auf Ihre tatkräftige Unterstützung und Mitarbeit, rechne ich auf Ihre gütige Nachsicht, daß Sie von meinen geringen Fähigkeiten nicht solche Grosstaten erwarten werden, wie Sie sie unter der Führung meines großen Vorgängers זצ"ל zu erleben von der göttlichen Vorsehung gewürdigt waren. Einen zweiten Rabbiner HIRSCH gibt es in unserer Zeit nicht mehr! Das haben Sie sich, als dieser große Führer die Augen schloss, sagen müssen.
Feierlichts aber gelobe ich und wahrlich, meine innigen verwandtschaftlichen Beziehungen zu unserem großen Rabbiner זצ"ל und vielleicht auch meine Vergangenheit bürgen für die Treue dieses Gelöbnisses: die Heiligtümer seines Lebens in seinem Geiste und in seinem Sinne mit jeder Regung meines Herzens, mit jedem Splitter meiner Kraft in immer wachsender Hingebung zu wahren und zu pflegen. Und wenn wir in dieser Stunde das נר תמיד zu seinem Andenken entzünden, so mahne es und, nicht zu ruhen und nicht zu rasten, bis das Thoralicht, das er in unserer Mitte entzünden hat, zu einem wahrhaften נר תמיד erstarkt ist שתהא שלהבת עולה מאליה und durch die Pflege, die es im weitesten Kreisen findet, auch ohne unsere Hilfe von selbst fortleuchtet.
חזק ואמץ Sei fest und stark! rief Mosche seinem Nachfolger zu: חזק בתורה ואמץ במעשים טובים fügen unsere Weisen erklärend hinzu. Sei fest in der Erkenntnis deiner Aufgabe im Dienste der תורה und sei stark in der Überwindung aller Hindernisse bei deren Lösung.
Fest im Prinzip und stark in der Ausführung, das waren die ernsten Anforderungen, die Mosche an seinen Nachfolger stellte.
Fest im Prinzip und stark in derAusführung, das sei die Devise auch für meine Wirksamkeit, und so Sie, meine Brüder und Schwestern, חזקו ואמצו in gleichem Sinne mir Ihre Mitarbeit nicht versagen, wird Gottes Segen auf dem Mühen unserer Hände ruhen: ויהי נעם ה' אלקינו עלינו ומעשה ידינו כוננה עלינו ומעשה ידינו כוננהו.
Quelle: Rabbiner Dr. Salomon BREUERBelehrung und Mahnung dritter Teil Leviticus J.Kaufmann Verlag Frankfurt am Main 1935 S. 13 - 19
Paper $27.00ISBN: 9780745335810 Published July 2016 For Sale in All Americas and the Caribbean except Canada
Cloth $90.00ISBN: 9780745335827 Published July 2016 For Sale in All Americas and the Caribbean except Canada
Usually, we think of the state of modern Israel, as well as the late nineteenth-century Zionist movement that led to its founding, as a response to anti-Semitism which grew out of cultural and religious Judaism. In What Is Modern Israel?, however, Yakov M. Rabkin turns this understanding on Read More
Usually, we think of the state of modern Israel, as well as the late nineteenth-century Zionist movement that led to its founding, as a response to anti-Semitism which grew out of cultural and religious Judaism. In What Is Modern Israel?, however, Yakov M. Rabkin turns this understanding on its head, arguing convincingly that Zionism, far from being a natural development of Judaism, in fact has its historical and theological roots in Protestant Christianity. While most Jewish people viewed Zionism as marginal or even heretical, Christian enthusiasm for the Restoration of the Jews to the Promised Land transformed the traditional Judaic yearning for Returna spiritual concept with a very different meaninginto a political project.
Drawing on many overlooked pages of history, and using on a uniquely broad range of sources in English, French, Hebrew, and Russian, Rabkin shows that Zionism was conceived as a sharp break with Judaism and Jewish continuity. Rabkin argues that Israels past and present must be understood in the context of European ethnic nationalism, colonial expansion, and geopolitical interests rather thanas is all too often the casean incarnation of Biblical prophecies or a culmination of Jewish history. Read more:
Raphael BREUER: Die Orthodoxie am Scheidewege (1918)
Rabbiner Dr. Raphael BREUER
(1881-1932)
Die Orthodoxie am Scheidewege
Jüdische Monatshefte Jahrgang5 Heft 5 S. 153-160
Unter obigem Titel erschien im Frankfurter Familienblatt ein Artikel von J.H. der nicht unwidersprochen bleiben darf. Seine Ausführungen lassen sich auf folgende Leitsätze reduzieren:
1.Es ist so gut wie sicher, dass in Palästina ein jüdisches Gemeinwesen größeren Umfangs geschaffen werden wird, wenn die Judenheit selbst, einheitlich den ernsten Willen dazu hat.
2.Es ist so gut wie sicher daß die orthodoxen Judenheit die Verwirklichung ihres Jahrhundertalten Traumes nicht wiederum hintertrieben sehen will, denn selbst die früheren Gegner der Besiedlung Palästinas willen es jetzt. Die Saulussen sind zu Paulussen geworden. Nur wenige orthodoxe Juden werden sich heute weigern, das Baseler Programm mit ganzem Herzen zu unterschreiben. Die orthodoxen Juden sind heute allesamt im weitesten Sinne des Wortes, Zionisten
3.Die Orthodoxie steht am Scheidewege, weil sie sich entscheiden muss, auf welchem Wege sie die Verwirklichung ihres Jahrhundertes alten Traumes erreichen will: durch die Gründung einer eigenen Organisation zur Besiedlung Erez Jisroels oder durch die Anschluss an die zionistische Organisation bzw. der Misrachi.
Herr J.H. ist der Meinung daß die Orthodoxie in ihrem eigenem Interesse sich dem Zionismus anschließen muss und zwar aus folgenden Gründen: [vier Gründen - in Beilage zu lesen]
Herr J.H. unterläßt auch nicht, genau anzugeben, was alles die Orthodoxie tun muss um den Zionismus zu kaschern. [vier Mittel in Beilage zu lesen]
Herr J.H. ist überzeugt daß es der Orthodoxie bei Anwendung dieser vier Arzneimittel auch gelingen wird, mit der für ihren Kampf um die Geltung der Thauro wichtigsten Gruppe den religiös Gestimmten und nach religiöse Vertiefung sich Sehnenden vgl; die Zeitschrift Der Jude zu einem Ausgleich und nützlicher Zusammenarbeit zu kommen.
Zum Schluß seines Artikels setzt Herr J.H. auseinander daß nur dann die Orthodoxie eine begeisterte, überzeugte, schwungvolle Jugend mit lebendigen Lebenskräfte ihr eigenen nennen wird,wenn sie sich dem Zionismus anschließt Nicht zuletzt werden diese Kräfte auch dem Thora Studium zu Gute kommen; mit freierem und frischerem Sinne werden sich unsere Jungen diesem Jüdischtem aller Jüdischen widmen.
Wir haben zu diesen Ausführungen folgendes zu bemerken: ZU LESEN IN DIE BEILAGEN!
Rabbiner Dr. Raphael BREUERs ausführliche Widerlegung der irrige Meinungen und irreführende Sophismen der religiösen Nachschleppern des Zionismus hat nichts an Gültigkeit verloren für uns, späte Generationen, im Gegenteil. Es ist heiliger Pflicht diese aus der Vergessenheit hervor zu holen und die praktische Lehren und Konsequenzen für unsere Gegenwart daraus zu ziehen.
Kap. 6, V5: Das Feuer aber soll für den Altar auf ihm angezündet werden, soll nicht ausgehen; es legt darauf der Priester am frühen Morgen Hölzer zum Brennen, ordnet darauf das Emporopfer und läβt auf diesem die Fetteile der Friedensopfer aufdampfen.
Kap. 6 V. 5 Es gibt nur ein Opfer, das dem Schlussopfer des Tages nachzufolgen hat, das Pessach (Pessachim 59a), jenes Opfer, mit welchem alljährlich die Nation wieder in die angstvoll des Ausgangs harrende Geburtsstunde ihres nationalen Daseins zurücktritt, und mit der von allen ihren Gliedern vereint zu vollziehenden Pessachhingebung der Nacht entgegen zu gehen hat, in welcher Tod und Knechtschaft oder Leben und Freiheit sich über ihren Häuptern entschied und der ewig neu zu weckenden Hingebung harrend entscheidet.
V.15: Der Priester, der an seine Stelle von seinen Söhnen gesalbt wird, soll es vollbringen. Als ein ewiger Tribut soll es Gott ganz dem Aufdampfen übergeben werden.
V. 15 חק עולם ...: Die Form חק kommt vorzugsweise nicht als Gesetz, sondern als das als Gebühr zu Leistende vor. So: 1 B.M. 47,22; 2 B.M. 10, 13 u. 14; Prov. 30,8 Wir glauben es daher auch hier in diesem Sinne auffassen zu müssen. Die שירי מנחות ישראל, sowie alle anderenמתנות כהונה sind dem Aharonstamme als חק überwiesen. Imמנחת כהן המשיח gelangen dieselben im huldigenden Ausdruck Gott wieder zurück.
חק עולם, auch לחם הפנים wird Kap 24,9 חק עולם genannt, und hält Menachoth 76a die Halacha an dieser Gleichstellung der Bestimmung fest, daß auch הביתי כה"ג wie das =לחם הפניםBrot auf dem nationalen Wohlstand unter Gottes Angesicht stellenden Tisch in zwölf Broten dargestellt worden. Mit dieser Zwölfzahl der חביתים-Brote ist diesen daher einer dm לחם הפנים ähnliche nationale Beziehung gegeben. Wohl dürfte dieses alles dem Priester fortwährend den Gedanken zur Beherzigung und Betätigung nahe legen solle, daß er seines Amtes nicht ein der damit verbunden materiellen Vorteile willen warten, sondern den Genuss dieser Vorteile selbst als eine nur für seine Existenz nicht zu umgehende Notwendigkeit, ganz in die göttlichen Zwecke seines Amtes aufgehen lassen solle. Wardoch dem jüdischen Priester sein Dienst der einzige Boden seiner Existenz; gleichwohl sollte er nicht seinen Dienst in seine Existenz, sondern seine Existenz in seinen Dienst aufgehen lassen. כל מנחת כהן כליל תהיה לא תאכל! Jeder im Volke hat sein ganzes materielles Gut Gott zu Füssen zu legen und dem Heiligtum seines Gesetzes den vollen Herausgriff nach göttlicher Bestimmung zur Nahrung des Göttlichen auf Erden zu gestatten, und eben diese Mitverwendung seiner Hebe auch für das Gottesheiligtum macht den Mann zum jüdischen Mann, stellt auch seine materielle Existenz unter göttliche Gedächtnisobhut und lässt auch seine Freude am Dasein in das göttliche Wohlgefallen an ihm aufgehen. Allein des Priesters ganze Existenz, auch mit der ganzen materiellen Seite seines Daseins und Wohlseins geht auf in den Dienst des Göttlichen auf Erden; er soll, durch die Mustergültigkeit seines ganzen Wandels auch außer dem Heiligtum wie dies noch ganz besonders in den besonderen Gesetzen für den Priesterwandel (Kap.21) hervorleuchtet dem Heiligen eine Stätte bereiten im Leben des Volkes, wie sein Name Kohen aussagt; es soll nichts an ihm unpriesterlich sein; und wenn er daher den Ausdruck seiner Nahrung, seines Wohlstandes und seines Wohlbehagens mit dem Mincha ins Heiligtum trägt, so kommt davon nicht nur ein Gedenkteil auf Gottes Altar, es geht ganz auf in das Feuer des Göttlichen auf Erden.
Es ist die Nation, die ihren Hohenpriester veranlasst, seine חביתין in so reicher Bereitung darzustellen, wie ja auch in Wirklichkeit der Nation anempfohlen ist: גדלהו משל אחיו (Kap. 21,10), ihren Hohepriester auch in den äußeren Erscheinung, seiner Existenz der Nation würdig hervortreten zu lassen. Wenn, wie die Blätter unserer Geschicke uns lehren, aller Verfall von jeher durch die Entartung der höheren Schichten der Gesellschaft hervorgerufen wurde, und wenn, wie die ganze Stellung desjüdischen Priesters und des jüdischen Hohenpriesters, der ja ein Weib haben und ein Haus milden musste, insbesondere beweist, Priester und Hohepriester durch die Mustergültigkeit ihrer Häuslichkeit einen sittigenden und veredelnden Einfluss auf die Nation üben und darum mitten im Verkehr des Volkes leben sollten; so begreifen wir, wie es die Absicht des Gesetzes sein konnte, daß sein Hohepriester durch eine ihm zu schaffende begüterte Existenz mit seiner Häuslichkeit, der Erziehung und Bildung seiner Kinder, mit dem ganzen Tenor seiner bürgerlichen Lebens sich den begüterten Kreisen der Volksgesellschaft anschließen und den stillen und doch so mächtigen Einfluss eines mustergültigen Beispiels da üben möge, wo der Schwerpunkt des nationalen Sittenlebens zu liegen pflegt. Eine Absicht, an deren Erfüllung ihn sehr wohl sein reiches חביתין-Mincho morgens und abends mahnen mochte. .
Kap. 7V.18 Und wenn von dem Fleische seines Friedensopfermahls am dritten Tage gegessen werden soll, so wird darin nicht ein Entsprechen des göttlichen Willens für den, der es nahebringt, erklärt, es wird ihm nicht gedacht, ein Verworfenes soll es sein; die Person, welche davon iβt, wird ihre Sünde tragen.
Kap. 7 V. 18 So ist der Abfall vom Judentum, der dem Gesetzesheiligtum den Rücken kehrt, nicht das Verderblichste für das jüdische Heiligtum; da erst droht dem Heiligtum Verderben, wenn man den Abfall im Heiligtum trägt, die Willkür im Bereich des Heiligtums selber sanktioniert, trotz Umwandlung des Heiligtums in sein Gegenteil doch auf den Boden des Heiligtums zu verharren vorgibt, und das Heiligtum selber die Sanktionierung seines Gegenteils vollziehen lassen will. Das ist פגול, und darum ist es auch nur dann פגול wenn קרב המתיר כמצותו, wenn alles sonst normal geblieben, wenn keine sonstige Abnormalität schon das Opfer als verfehlt, als פסול erscheinen läβt, und so das Zerreißen des Opferheiligtums in seinem lebenbedingendsten Momenten in ganz normalen Vorgange sanktioniert erscheinen würde.
Der Zionismus, seine Theorien, Aussichten und Wirkungen 24. Folge
Schriften zur Aufklärung über den Zionismus
N° 2 Der Zionismus, seine Theorien, Aussichten und Wirkungen
Herausgegeben vom Antizionistischen Komitee Berlin 1913
IV. DIE WIRKUNGEN DES ZIONISMUS
g)Schluß
Was für eine Phase bedeutet nunder Zionismus in der Geschichte, wenn man ihn von der höheren Warte der Psychologie der jüdischen Lebenserscheinungen betrachtet? Von dort aus gesehen ist er nichts wie der Ausdruckeiner Regung, die Gott sei Dank in der jüdischen Seele sich sonst selten breit gemacht hat,nämlich der zagen Feigheit! Und mögen auch die jungen Herren sich noch so ungebärdig benehmen,mögen sie noch so viel Kraft und Tapferkeitzu entwickeln suchen,alles ist nur Maske, die die Wahrheit nicht bedecken kann. Tapfer ist der Zionismus nur , wenn er den eigenen jüdischen Bruder vernichten kann.Sonst aber im Verhältnis zur Welt ist der Zionismus im letzten Grunde Feigheit, schimpfliche, resignierte Feigheit, en zages und banges Zurückweichen aus dem Kampfefür die größten Menschheitsgüter, für Freiheit, Recht und Gerechtigkeit.. Gegen uns kämpften und kämpfen alle Mächte des Hasses und des Bösen,der Niedrigkeit und des Rückschrittes im innigem zähen Verein, gegen die Wahrheit des Lichtes erhebt sich die lügnerische Macht der Finsternis!
Und wenn der Zionismus dem Standpunkt unserer Gegner Rechnung trägt, ihm anerkennendesVerständnis entgegen bringt, so ist das stumpfe und feige Resignation, die der eignen Kraft der alten jüdischen Ideale nichts mehr zutraut. Zionismus ist schmählicher Verzicht auf den Sieg des Rechts,Zionismus ist feige Fahnenflucht aus dem Heere jener, die darum begeistert für den Sieg des Judentumsstreiten weil sein Sieg ein Sieg der Kultur ist!
Wir wollen den jüdischen Körper nicht aufpeitschen lassen, durch den Geist des Nationalismus , an dem er mit Sicherheit zu Grunde gehen wird. Wir wollen, und das sei die beste Bekämpfung des Zionismus , ihm die gesunde, nahrhafte Kost reichen, und nicht ermatten, wenn auch die Schwierigkeiten groß sind und der Aufstieg zur Höhe nurlangsam geht.
Positive religiöse Werte geben, das wird am sichersten den Zionismus vernichten, der eine Gefahr darstellt,eine unendliche Gefahr für das jüdische Leben, für die jüdische Gleichberechtigung,für die jüdische Einheit, für die jüdische Religion und damit für das Judentum selber und dem Fortschritt der Weltkultur!
Erschien bereits in Jeschurun Judentum gegen Zionismus in Folgen, als Teil unseres StudienprogrammsJahrgang 5770/5771
Mit Dank an Frau Manja BURGERS, Antiquarische Buchhandlung Spinoza in Amsterdam
Anzeige in der Wochenzeitung Jüdische Presse , Wien 1927, 4 für die Weltberühmte Palästina- Mazzoth hergestellt unter streng ritueller Aufsicht des ehrw. Orth. Rabbinates sehr ehrwürdigen Herrn Oberrabbiner Josef Chaim Sonnenfeld Präses der Agudas Jisroel in Erez Jisroel.
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH Kommentar zur Wochenabschnitt WAJIKRO
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH
(1833 1900)
הפטרת פרשת ויקרא
Aus dem Kommentar zur Haftoro des Wochenabschnittes Wajikro
Jesaja, Kap. 43, Vers 21 und folgende
Dieses Volk habe ich mir gestaltet, auf daβ sie mein Tatenlob verkünden sollen.
Der Wochenabschnitt des Gotteswortes enthält die Grundzüge der groβen symbolischen Weihehandlungen, die, im rechten Sinne volzogen und begriffen, den jüdische Menschenkreis bei der Lösung seiner Lebensaufgabe, durch stete Vergegenwärtung seiner idealen Ziele in dem Werke der Selbstheiligung unterstützen und ihn immer mehr der beseligenden Gottesnähe schon auf Erden teilhaftig machen sollen. Darum heiβen diese Handlungen: Korban, von קרוב, nahe sein.Das Prophetenwort zeigt, wie Jissroél das Korban verkannt und in echt heidnischem Sinne, als Gott zu dessen Abfindung dargebrachtes Opfer, in sein Gegenteil verkehrt hatte. Was sittigend wirken sollte, wurde so zu einem Momente der Entsittlichung, (Kap. 43,21-25). Der Tempel muβte deshalb zeitweilig fallen, Jissroéls harrte die Leidenserziehung im Exil. Es muβ erst wieder Jakob werden, das in Abhängigkeit duldende, um einst wieder Jissroél zu werden. Erhebung ist das Ziel seines Sturzes, Wiedergewinnung, nicht Verwerfung, die Bedeutung seines Exils. Beseelung mit dem Gottesgeiste hat die innere und dann auch die äuβere Erstarkung zur Folge. (Kap. 44, 1-5) Da es heidnische Vorstellungen waren, die die traurige Trübung der reinen Opferidee bewirkt hatten, und heidnische Umgebungen, in die Jissroél hinausgewiesen wurde, so folgt zu seiner Warnung die schärfste, eindringlichste, wahrhaft drastische Kennzeichnung der Absurdität des heidnischen Götzenwahnes, dem die Wahrheit und Erhabenheit des allmächtigen Gottes gegenüber gestellt wird. (V. 6 - 20). Das Prophetenwort schlieβt mit dem Ausblick auf die einstigen Läuterung und die daran sich unmittelbar anschlieβende Erlösung. Bei beiden aber wird wiederholt die menschheitspriesterliche Bestimmung Jissroéls als eigentliches Motiv dieser ihm zugewandten besonderen Gottesführung hervorgehoben. (Kap. 43,21 und Kap. 44,23)
(Die Haftoroth übersetzt und erläutert, Frankfurt am Main 1896: S. 179- 189Kommentar zu Jesja Kap 43 V.21 )
61. Das Überschreitungsfest oder Fest der ungesäuerten Brote.
(פסח, חג המצות)
1.Geschichtliche Bedeutung. Das Überschreitungsfest ist als Denkmal eingesetzt, das uns an dieBefreiung Jissroéls aus Ägypten erinnern soll; darum nennen wir dieses Fest im Gebete זמן חרותנו, die Zeit unserer Befreiung. Mit dem Augenblicke dieser Befreiung trat Jissroél in die Reihe der selbständigen Völker ein, mit ihr beginnt unsere viel mehr als dreitausendjährige Geschichte. Darum ist dieses Fest das Geburtsfest Jissroéls als Volk. Der Namen, פסח, Überschreitungsfest erinnert uns daran, daβ Jissroél verschont blieb vor den Strafen, welche Gott über die Ägypter verhängte, weil sie Jissroél nicht freigeben wollten, insbesondere daβ der Tod über Jissroéls Häuser hinwegschritt; (פסח, hinwegschreiten), als die Erstgeborenen der Ägypter starben.
Die Bennenung חג המצות, Festder ungesäuerten Brote, hat ihren Grund darin, daβ uns der Genuß gesäuerten Brotes an diesem Feste verboten, der Genuβ ungesäuertes Brotes aber an den beiden ersten Abenden geboten ist (siehe unten 3). Diese Vorschriften sollen uns daran erinnern, daβ die Befreiung so rasch eintrat, daβ es unseren Vätern nicht möglich war, das zur Wegzehrung bestimmte Brot säuern zu lassen, weshalb sie es ungesäuert backen muβten. Auch soll dieses Brot uns das karge und geringe Sklavenbrot vergegenwärtigen, das unsren Vätern in Ägypten gereicht wurde. Nach der Überlieferung war es der siebenten Tag nach dem Auszuge, an welchem Jissroél trocknen Fußes durchs Meer ging; an dieses größte aller Wunder erinnert uns daher der siebenten Tag des Festes. Beim Gottesdienste erhält dieses Erinnerung Ausdruck durch die Thoravorlesung (II. Mos. 13,17 bis 15,26) und Festgesänge.
2.Jahreszeitliche Bedeutung. Die Thora gebietetn daß das Pesachfest zur Anfangszeit des Früihlings, אביב, gefeiert werden soll. Das Frühlingsfest des israelitischen Volkes soll zusammenfallen mit dem Frühlinge der Natur. Denn wie dieser nach dem Winter neu erwachte, so erwachte Jissroél in Ägypten, so wird es dereinst wieder erwachen aus Druck und Leiden. Im Tempel erhielt diese jahreszeitliche Bedeutung Ausdruck durch Opferung der ersten Gerstengarbe des Jahres (עומר). Bei unsrem heutigen Gottesdienste besteht die Frühlingsfeier darin, daß wir vom Mußafgebetes des ersten Festtags an die Bitte um günstige Winterwitterung (משיב הרוח) auslassen und um günstige Sommerwitterung, insbesonder um Tau ([טל) bitten.
3.*...
עמודי הגולה Die Vorschriften der Thora welche Jissroél in der Zerstreuung zu beobachten hat. Ein Lehrbuch der Religion für Schule und Familie von Ludwig Stern, Direktor der israelitischen Schule in Würzburg. Zweite vermehrte und verbesserte Auflage (S.155 - 157) Frankfurt a.M. Verlag von J. Kaufmann 1886
Der Zionismus, seine Theorien, Aussichten und Wirkungen 23. Folge
Schriften zur Aufklärung über den Zionismus
N° 2 Der Zionismus, seine Theorien, Aussichten und Wirkungen
Herausgegeben vom Antizionistischen Komitee Berlin 1913
IV. DIE WIRKUNGEN DES ZIONISMUS
f) Zionismus und jüdisches Leben
Die größte Gefahr droht von Seiten des Zionismus der Jugend, die in ihrem Kraftbewußtsein weniger ihrem Verstandeals ihrem Gefühle folgt,sich leicht von hohlen Phrasen berauschen läßt und immer zu Extremen neigt. Wir wollen und sollen unsere Jugend zunächst zu Juden erziehen, und falls sie sich durchaus Parteien anschließen wollen, so bleibe das einem reiferen Alter überlassen. Der Zionismus will es anders, ihm ist das Judentum nichts, die Partei alles, und er drängt sich an die Jugend früh heran, in einem Alter, da wir anderen es für vornehmer und nützlicher halten, nur zu erziehen, nur eine allgemeine, jüdische Grundlagezu geben. Der Zionismus füttert unreife Tertianer und Sekundaner mit verhetzenden und demagogischen Phrasen, nicht nur, für die Partei einzufangen, sondern um sie gegen alle Autoritäten aufsässig zu machen, die einen jungen Menschen vorbildlich sein müssen. Er erfüllt die Knaben mit Verachtung gegen alles Deutsche, das er sie als etwas Fremdes und Aufgezwungenes betrachten lehrt: er schürt den Haß gegen die jüdische Religion und dessen Vertreter, den Religionslehrer, weil dieser doch einen religiösen Standpunkt vertrittund Kraft seines Amtes und deren Aufgaben der Schüler in demselben Sinne beeinflussen muß.Es ist nicht zu verwundern,wenn Teile der jüdischen Jugend mit Scheuklappen vor den Augen durch das Leben gehen, wenn sie nichts sehen wie ihre nationaljüdische Partei und für allgemein jüdische Auffassungen weder Lust noch Interesse noch Verständnishaben! So ist es nicht erstaunlich, wenn jüdische junge Leute ohne Autoritätsgefühl heranwachsen,wenn sie später überhaupt nicht fähig sind, sich mit einem Ganzen als arbeitendes Glied einzuordnen wenn sie statt Selbstbewußtsein nur arrogantehohle Anmaßungbesitzen, die den jüdischen Namen verächtlich macht,das Judentum schädigt.
Ja,der Zionismus züchtet in seinen Anhängern eine geradezu erstaunliche Unbescheidenheit und Anmaßung . Der Nationaljude glaubt der einzige, aufrechte, wahre Jude zu sein. Was ein nichtzionistischer Jude sagt oder tut, ist ihm in milderen Fälle Unsinn, meist aber glatt Verrat. So scheut er sich auch gar nicht, auch nichtjüdischen Kreisen gegenüber seine gegensätzliche Stellung zu den anderen Teilen des Judentums so stark zu betonen, daß man wohl sagen kann, er rufe die Hilfe der Andersgläubigen gegen seine eigenen Brüder zu Hilfe, und daß er bei innere Streitigkeiten je gegen seine jüdische Gegner aufzuhetzen sucht, dürfte der Verlauf der jüngsten Aussprache im Kunstwartjedem gezeigt haben, der sehen will. Der Zionismus ist, wie er sich auch drehen und wenden wolle, das Element, das die innere Gegensätze im Judentum eifrig verschärft und vertieft, das die verbindenden Momente nicht gelten lassen will.
Braucht man nach alle diesen Dingen noch auf die Mittel hinzuweisen, mit denen der Zionismus seine Kämpfe führt? Es entspricht nur seinem Wesen,wenn er, wie jede Nummer einer zionistischen Zeitung es beweist,so sich im Streite benimmt, wie er es bei seinem großen Vorbild, der Antisemitismus gelernt hat. Nie kämpft er sachlich, sondern stets persönlich. Seine stärkste Argumente sind Beschimpfungdes Gegners, Verdächtigung seiner Motive, das Aufwühlen seiner intimsten Verhältnisse, und wenn alles nicht zieht, muß Einschüchterung und Drohung die Wucht sachlicher Gründe ersetzen. Jeder Kampf beweist aufs neue, daß der Zionismus darum eine ernste Gefahrdarstellt, weil er statt nach altjüdischer Art mit der ritterliche Waffe des Geistes zu kämpfen, sich lieber einer anderen, weit wirksameren, bedient: der Terrorismus!
(wird fortgesetzt)
Erschien bereits in Jeschurun Judentum gegen Zionismus in Folgen, als Teil unseres StudienprogrammsJahrgang 5770/5771
Mit Dank an Frau Manja BURGERS, Antiquarische Buchhandlung Spinoza in Amsterdam
Der Zionismus, seine Theorien, Aussichten und Wirkungen 22. Folge
Schriften zur Aufklärung über den Zionismus
N° 2 Der Zionismus, seine Theorien, Aussichten und Wirkungen
Herausgegeben vom Antizionistischen Komitee Berlin 1913
IV. DIE WIRKUNGEN DES ZIONISMUS
f) Zionismus und jüdisches Leben
Das Endziel des Zionismus ist eine gefährliche Utopie, wohingegen die Bewegung, die Agitation, die Verhetzung, das wichtigste darstellt. Die Einsichtigen unter den Zionisten wissen natürlich, daß die Zukunftshoffnungen unerfüllbar sind, ja viele von ihnen haben vor ihnen eine geheime Angst, weil ihnen doch davor bangt, das kostbare, ewige Besitztum, die jüdische Religion, zu zerschmettern. Da nun die Agitation, die Bewegung, eine so überragende Rolle spielt, hat der Zionismus in dem verhältnismäßig kurzer Zeitraum seines Bestehensdie unangenehmsten und bedauerlichsten Wirkungen für das jüdische Leben der Gegenwart gehabt.
Es ist schon kurz erwähnt worden, daß er in den jüdischen Massen Rußlands Hoffnungen erweckt hat, die nicht zu realisieren sind, und das im Augenblick, da die Unmöglichkeit sich erweist, als Reaktion eine unaussprechliche Entmutigung eintreten wird, die aber die ernstesten Folgen fürden Bestand des Judentums haben muß. Wenn es gelingt, auch nur einem erheblichen Teil der russischen Jugend einzureden, daß Judentum nicht Religion sondern Nation ist, so hat er dort das Judentum zerstört. Denn es kann keinen Zweifel unterliegen, daß unsere Zeit des Rassenstandpunktes vorübergehen wird und daß ein Zeitalter einst folgen muß, indem man über Menschenwert und Kultur vernünftiger denkt.
Was dann?Wenn der Massen den Sinn für die Religion fehlt und das nationale Idealpraktisch sich als unausführbar, theoretisch als wertlos erwiesen hat? Dann löst sich das Judentum logischerweise auf,und dieses Zukunftsbild erweist zugleich, daß der Zionismus, so sehr er mit seinem angeblichpositiven Judentum prunkt, doch im Grunde nichts ist, was unabhängig wäre von den Strömungen der Welt.
Eine weitere praktische Folge des Zionismus ist, daß er viel jüdische Arbeit einfach verhindert. Der Nichteingeweihte geht von dem falschen Standpunkte aus, daß hinter dem großen Geschrei etwas stecke, und die Laue und Zagen lauen sich in ein behagliches Philisterbewußtsein ein, in den Gedanken, daß ja der Zionismus arbeite!Zudem hatnatürlich der Gedanke daß Wohltätigkeitsjudentum ein überwundenerStandpunkt sei, daß er sogar die Seele des jüdischen Volkes schaden müsse, wenigstens bei denen recht angenehme Gefühle ausgelöst, die nicht gerne geben und zum Geben gezwungen werden müssen. Wenn sie auch wenig spenden für das einzig wahre und unverfälscht echte Zukunftsjudentum , so beginnen sie inzwischen wenigstens insofern gesinnungstüchtig zu sein, als sie allmählich in der Opferwilligkeit für Aufgaben der Wohltätigkeit nachlassen. Die Tatsache daß die Anhänger des Zionismus gewiß persönlich opferfähig und -willig sind kann diesen Schaden nicht aufwiegen. Dazu ist ihre Zahl zu gering, unddas Geld kommt nicht Zwecke zu Gute, die für das Wohlergehen des Judentums irgendwie Bedeutung haben.
Schädlich hat der Zionismus auch insofern gewirkt, als in jüdische Gemeinden und Vereine eine kurzsichtige politische Kampfesweise mit all ihren Schäden und Mängel n getragen worden ist. Religiöse Angelegenheiten-- und alle Dinge, die jüdische Gemeinschaftenbeschäftigen stehen in engerer oder loserer Verbindung mit der Religion besitzeneine gewisse Erhabenheitund dürfennicht mit den selben Mitteln behandelt werden wie etwa wirtschaftliche Fragen. Religion und Politik sind Gegensätze undmüssen Gegensätze bleiben!
Der Zionismus hat naturgemäßreligiöse Streitfragen zu politische Zänkereien herabgewürdigt, er hat alle Mittel der Politik, Intrigen, Lügen und Hetzereien in seinem Waffenarsenal mitgebracht, und der Mittelpunkt des Judentums ist für ihn nicht die Synagoge, sondern die rauchende und Bier trinkende Radauvolksversammlung,deren geistige Argumente je nach Gegend, das Niederschreien des Gegners oder der Maßkrug sind, die für ernste Fragen weder Interesse noch Urteil hat, sonderndem zujubelt der mit möglichster Lungenkraft, mit möglichst witziger Form, in möglichstvielen glatten Phrasen möglichst viel Gift verspritzen kann!Fügt man noch hinzu, daß, wie bei der wirklichen Staatspolitik, auch beim Zionismus so manchem nur das Mittel ist, um sich Namen und Berühmtheit zu schaffen,so hat man die Hauptzüge der Verflachungund Verrohung beisammen, dieunter dem Einfluß dieser Bewegung das jüdische Leben in Deutschlandangenommen hat.
Eine solche Bewegung, der die Partei über alles, das Judentum nichts ist, die politisch und nur politisch sein will, muß sich im jüdischen Leben als Element der Zwietrachtund Zersetzung bewähren. Nicht nur, daß ihre eigene positive Arbeit gering und wertlos ist, war den Zionisten auch das emsige, erfolgreiche Schaffen anderer jüdischer Kreise stets ein Dorn im Auge, und eifrig suchen sie zu zerstören, was zerstört werden kann. Den Deutsch-Israelitischen Gemeindebund , eine ungemeinsegensreich wirkende Organisation, haben sie beinahe gesprengt;sie haben den Willen bekundet, tausenden vondeutschen Juden die Mittel zur religiösen Belehrung und Erhebung zu entziehen, weil der Gemeindebund nicht zulassen wollte, daß seine Tagungen Gelegenheiten wurden,an denen sich jüngere, strebsame Zionistenim Haltendemagogischer Agitationsreden übten.Der Gemeindebund wurde in seinen Grundvesten erschüttert, weil der Zionismus keine deutschfühlende und starke, positiv arbeitende Organisation verträgt.Ein anderes Beispiel ist die Alliance israélite universelle.Der blühende Zweig dieser Organisationist aufs schwerste gefährdet wordendurch die Quertreibereien und Wühlereien der Zionisten, und dort wie überall wird es erst dann gelingen, etwas Brauchbares zu schaffen,wenn man sie und ihren Einfluß energisch hinausgeschafft.
(wird fortgesetzt)
Erschien bereitst in Jeschurun Judentum gegen Zionismus in Folgen, als Teil unseres StudienprogrammsJahrgang 5770/5771
Mit Dank an Frau Manja BURGERS, Antiquarische Buchhandlung Spinoza in Amsterdam
Psalm 76,2 und Sprüchlein zur Wochenabschnitt Wajakehél
ויקהל- פקודי
נדרו ושלמו ליי אלקיכם כל סביביו יבילו שילמורא:
Ihr aber gelobet und erfüllet; was ihr gelobet Gott, eurem Gotte, während alle; die ihn umgeben, alsGegenstand der Furcht im Huldigungsgabe bringet.
(Psalm 76,12 Übersetzung Samson Raphael Hirsch)
1.
Rührendist es, wenn die Frommen,
Einend sich zur heilger Schar,
Freudig opfern am Altar.
2.
Wohl ists nicht die große Spende,
Die der Herr von dir begehrt,
Wahrhaft guten Willen sende,
Und du hast Ihn wohlgeehrt.
Aus: Erbauungsbuch Bibel- und
Talmudschatz J.H. Kohn S. 22413.Auflage Hamburg 5691 1931
Der Zionismus, seine Theorien, Aussichten und Wirkungen 21.Folge
Schriften zur Aufklärung über den Zionismus
N° 2 Der Zionismus, seine Theorien, Aussichten und Wirkungen
Herausgegeben vom Antizionistischen Komitee Berlin 1913
IV. DIE WIRKUNGEN DES ZIONISMUS
d) Zionismus und Gleichberechtigung:
Der Zionismus geht auf sein Ziel unbeirrt los, und darum verunglimpft er auch den Kampf ,den wir um unsere Gleichberechtigung führen.Denn er weiß daß dieses Kampfes Endziel uns nur noch fester mit dem deutschen Vaterlande verknüpft. Überall dasselbe Bild. Die Organisationen dieser Art werden verspottetund verhöhnt, ihre Anhänger, als Juden minderen Charaktersund minderer Geisteskraft bemitleidet und beschimpft.Im studentischen Lebenweiß der K.C. , der Verband der auf deutsch-vaterländischer Grundlage stehenden Studentenverbände davon ein Liedchen mit zu singen, wie die zionistischen Elemente sich als die Vertreter des wahren Judentums darstellen und das Deutschtum der jüdischen Studenten entweder als Spielerei belachenoder es als Heuchelei bei den Rassenantisemiten bezeichnen. Dem Zentralvereindeutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens , der in der bürgerlichen Welt seit1893 dieselben Tendenzen verfolgtwie der K.C. bereits seit der Mitten der achtziger Jahre in der studentischen, legt der Zionismus auf Schritt und Tritt die ernstesten Hindernisse in den Weg weil er die unerläßliche Grundlage der Gleichberechtigung erkannt hat und vom deutschen Juden ein freies, offenes und freudiges Bekenntnis zum Deutschtum verlangt, gleichviel ob er sonst im Leben konservative , liberale oder sozialdemokratischeGesinnung im Herzen trägt, gleichviel, auf welchem Wege er das Glück des deutschen Vaterlandes gesichert glaubt.
Der Zionisten sind nur wenige, im Vergleich zu der Masse der deutschen Juden undin der Zahl von etwa 7000 Schekelzähler stecken noch, wie jeder aus den Verhältnissen seiner engen Lokalorganisationgenau weiß, etwa 60% Mitläufer, oft noch mehr, die der Bewegung sympathisch gegenüber stehen, die es aber weit von sich weisen würden, jene politische Ziele, die die Vaterlandsliebe und Gleichberechtigung untergraben, zu fördern,wenn sie sie klar durchschauten. Der ganze Zionismus wird von ein paar Dutzend berufsmäßigeSchreier gemacht, aber das Gefährlichste besteht darin, daß diese sich dort Gehör zu verschaffen verstehen, wo sie gehört sein wollen, nämlich bei den Judenfeinden aller Schattierungen, und das man dort gerne, sehr gerne ihnen lauscht und in ihnen aus begreiflichen Gründen die Wortführer und Vertreter des gesamten Judentum erblicken möchten. Wer darum das Recht liebt, wer Gleichberechtigung erreichen will, muß helfen, ihr ernstestes Hindernisniederzuringen: den Zionismus!
(wird fortgesetzt)
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Der Zionismus, seine Theorien, Aussichten und Wirkungen 20. Folge
Schriften zur Aufklärung über den Zionismus
N° 2 Der Zionismus, seine Theorien, Aussichten und Wirkungen
Herausgegeben vom Antizionistischen Komitee Berlin 1913
IV. DIE WIRKUNGEN DES ZIONISMUS
d) Zionismus und Gleichberechtigung:
Ja, das ist der letzte Wunsch des gesamten Antisemitismus : die Gleichberechtigung soll aufgehoben werden! Und wenn er in dem zähen Ringen um diese Errungenschaft den Zionismus lobt und streichelt, wenn er ihn als einzige berechtigte Form des Judentums, so beweist er seine Klugheit und Folgerichtigkeit. Denn der Zionismus macht sich ganz gewiß unbewußt und wider Willen zumwillkommenen Handlanger aller jener Mächte der gehässigen Reaktion, die dem Juden zum verachteten Paria herabdrücken wollen.
Worauf beruht die Gleichberechtigung im Staate, welches ist ihr ethischer Hintergrund? Sie beruht einzig und allein auf der Erfüllung gleicher Pflichten durch alle Bürger! Aber in diesen knappen Formelist ihr Wesen nicht erschöpft,denn Gleichberechtigung ist ein Aequivalent nur für freudig erfüllte Pflichten. Man muß unterscheiden zwischen allgemeinen Menschenrechten und besonderen Rechten und Vergünstigungen des betreffenden Staates für seinen treuen Bürger. Erstere genießt auch der Ausländer, der kühn und geschäftsmäßig seine Steuern bezahlt, und sich den Gesetzen fügt. Auf letztere hat aber entschieden nur jener einen Anspruch, dersich selber als einen Teil des Staates fühlt und in freudiger Hingebungseinen Pflichten nachkommt , nicht indem er sie als eine Last empfindet, sondern im Bewußtsein der Verantwortung , die jeder Bürger trägt.
Es wird uns nun, wie bereits erwähnt, besonders in unserem deutschen Vaterlande, diese freudige Pflichterfüllung nicht leicht gemacht. Die Verseuchung, die der Judenhaß, in weite Kreise der Bevölkerung getragen hat, bewirkt, daß wir für unser treues Streben viel Undank ernten;jeden Augenblick merken wir, daß dieStaatsbehörden ein fast traditionell gewordenes Übelwollen und Mißtrauen gegen alles, was jüdisch heißt, erfüllt. Zudem Mißtrauen gesellt sich ganz offene Verachtung, indem der Staat als freiwilliger Missionar, die Rechte die sich aus der garantierten Gleichberechtigung ergeben,nicht selten davon abhängig macht, daß der Jude feige seinen Glauben abschwört. Aber es geht hier wie so oft im Leben! Nicht dadurch kommen wir weiter, daß wir uns mit dem Unrecht abfindenund es sanktionieren, sondern nur dadurch,daß wir einerseits uns in der freudigen Befolgungunsere Pflichten nicht beirren lassen, anderseits aberdas Unrecht nach Kräfte bekämpfen. Uns bleibt kein anderer Weg!Die Mächte des Hasses und des Unrechts sollen uns nicht den Blick trüben, dahin führen, das wir mutlos und angewidert mechanisch unsere Pflichten erfüllen, ohne Lust und Liebe, weil wir es eben müssen.Das ist den Augenblick worauf den Antisemitismus wartet!
Der Zionismus aber, und darin besteht seine größte Gefahr, vernichtet systematisch in seinen Anhängern, die Freude am Vaterlande und die Lust zu freudiger Pflichterfüllung. Unsere Mitbürger betrachtet erals Wirtsvölker, uns als geduldete Gäste,und so stellt er sich außerhalb des Ganzen,raubt das innerliche Interesse und untergrabt langsam, aber mit tödlicher Sicherheit die Grundlagen unserer Gleichberechtigung. Noch einige Jahrzehnte zionistischer Erfolge in der jüdischen Jugend, und die Regierungen werden mit Recht darauf hinweisen können, daß die Juden keine innerliche Beziehungen zu dem Gedeihen des Vaterlandes haben, daß sie fremd fühlen und denken, fremde Interessen haben,und dann wird man mit vollem Recht die Gleichberechtigung solcher Bürger antasten dürfen. Warum soll man auch dem Juden, der sich außerhalb des Deutschtums gestellt hat, mehr Rechte und Freiheiten gewähren als einem Franzose oder Chinesen, der sich hier fremd fühlt? Der Jubel des Antisemitismus, seine Anerkennung für den Zionismus ist auch in dieser Hinsicht begreiflich und selbstverständlich , denn auch hier arbeitet er im glatt in die Hände. Nur ein guter Deutscher hat Anrecht auf Gleichberechtigung im deutschen Vaterlande. Ist der Jude kein Deutscher vom ganzen Herzen und mit voller Begeisterung, sohat er sein Anrecht verwirkt!
(wird fortgesetzt)
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Der Zionismus, seine Theorien, Aussichten und Wirkungen 19. Folge
Schriften zur Aufklärung über den Zionismus
N° 2 Der Zionismus, seine Theorien, Aussichten und Wirkungen
Herausgegeben vom Antizionistischen Komitee Berlin 1913
IV. DIE WIRKUNGEN DES ZIONISMUS
d) Zionismus und Vaterlandsliebe
Die Zionisten sind, sobald es sich um die äußerliche Betonung ihres Verhältnis zum Deutschtum handelt, durchaus keine Revolutionäre. Sie verlangen im Gegenteil strengste und gewissenhafteste Erfüllung der staatsbürgerlichen Pflichten, und das scharfe Betonen ihrer durchaus korrekte staatsbürgerliche Haltung , die Hervorhebung ihrer Bereitwilligkeit, alle Lasten,die das Vaterland auferlegt, willig auf sich zu nehmen, schützt sie nach ihrer Meinung, vor jeden Vorwurf, das man ihnen aus ihrer Grundanschauung machen könnte. Denn diese besagt ja an sich, daß sie sich in ihrem Niederlassungslande,nur vorläufig einrichten,bis ein günstigeres Geschick, ihnen gestattet, ihre Herzenskraft ihrem eigentlichen Vaterlande, dem heiligen Boden Palästinas, zu weihen.
Ist nun das Verhältnis zum Vaterlande wirklich mit dem Verlangen der Zionisten erschöpft?Ist wirklich nichts erforderlich wie eine tadellose, ebenso korrekte wie kühle Erfüllung der staatsbürgerliche Vorschriften? Das Vaterland kann und muß mehr verlangen , es darf Liebe, begeisterte Liebe, fordern, innige, innerliche Hingabe an seine Kultur und alle ihre Aufgaben.
Nur wer sich eine seelische Verbindung geschaffen hat, nur wem seine vaterländische Gesinnung ein Teil seines innersten Ichs,und nicht der schlechteste Teil ist, hat das rechte Verhältnis gefunden, in welchem er zum Vaterland stehen muß.
Die echte Vaterlandsliebe sitzt tief im Herzen.Sie hat nichts zu tun mit äußerlichem Hurrapatriotismus, nichts mit überflüssigen, laut ausposaunten Loyalitätskundgebungen, die nicht nur bei Juden lächerlich wirken. Wir Juden wissen ganz genau, daß wir diese meiden, daß wir uns vor jeder übertriebenen Kriegsvereintheatralik sehr wohl hüten müssen. Nicht nur weil sie unecht und phrasenhaft ist, sondern weil vor unserer Seite zu solchen Lobeserhebungengar keinen Grund vorliegt. Wir sind uns dessen sehr wohl bewußt, daß uns unser Vaterland nicht so behandelt, wie es uns versprochen ward, wie die Gesetze der Ehrlichkeit es verlangen! Wir schreien nicht in Demut ersterbend Hurrah, sondern wir klagen an und klagen laut und wuchtig! Aber aus unseren Anklagen klingt ja die Liebe zu unserem Vaterlande heraus, spricht ja die Trauer, daß es nicht vollkommen ist, und wir führen den Kampf um unser Recht wie im unseren eigenen Interesse so auch aus Liebe zu unserem Lande!
Das Unrecht, das uns geschieht, darf uns nicht schwankend machen. Unser deutsches Vaterland hat noch andere Kinder, die es nicht nach Verdienst behandelt. Wie wir es bei ihnen als Verrat brandmarken würden, wenn sie statt um ihrRecht zu kämpfen, ihr inneres Verhältnis lösten und nur kühl und gezwungen Pflichten erfüllten, so steht es auch um uns Juden. Unrecht darf uns nicht schwankend machen,das Land und die Kultur zu lieben, die wir gefördert haben und die uns fördert. Und da der Zionismus diese innere Verknüpfung nicht verlangt, ja sogar verwirft, ist er es selber, der sich außerhalb des Vaterlandes stellt.
Auchhier zeigt sich eben wieder die Erscheinung, daß ihm der Rassenantisemitismus unanfechtbare Autorität ist. Deutschtum ist eben Deutschtum im Sinne unserer Rassenchauvinisten. Jede Forderung und Anschauung der alldeutschen Clique über Vaterlandsliebe ist dem Zionismus ein Evangelium. Daß nurder christliche, rassenreine Arier das Recht hat, deutsch zu fühlen, sich deutsch zu betätigen, sich deutsch zu nennen, ist ihm ganz selbstverständlich.Wenn der alldeutschen Rassenwahn den Juden einen Fremdling nennt und ihm die Berechtigungabspricht, an deutscher Kultur mitzuarbeiten, dann klatsch er entzückt Beifall. Jede Äußerung, die den Gegensatz zwischen Deutschtum und Judentum betont, wird jubelnd begrüßt und registriert, und die Aussprache, die sich vor kurzer Zeit im Kunstwart an einen Aufsatz Moritz Goldsteins knüpfte, spricht nach dieser Richtung hin Bände.
Mit welch giftigem Hohne überschüttet doch der Zionismus jede vaterländische Regung und Tateines deutschen Juden! Mit welchem Spotte versucht er ihm jede Betätigung seines deutschen Gefühls, jede Beteiligung anpatriotischen Kundgebungen zu verekeln! Mit welche Anmaßungversuchen russische und galizische Jünglinge, die noch fast auf die Schulbank gehören, erfahrenen alten deutschen Juden,die in der Arbeit für Judentum und Deutschtumergraut sind, Vorschriften über ihre deutschen Gefühle zu machen! Auf den Gedanken, daß die Anschauung eines Rassenantisemiten auch mal falschsein könne, kommt der rechtschaffene Zionist überhaupt nicht. Jeder von jenen ungerechte und gehässigen Fanatikern, ist für ihn ein Engel, der ehrlich arbeitendenund strebenden Glaubensgenossendagegen , der nicht nationaljüdischdenkt, ein verräterischer Schurke!
Wenn jüngst die Zionisten in Posen einen Beschluß gefaßt haben daßjeder Gesinnungsgenosse sich Interessen in Palästina schaffen solle, so mag man über solchen hohlen Demonstrationen lächeln; aber es steckt ein ernster Kern, nicht nur in den Spott, der sich über unsere deutsche vaterländische Gesinnung ergießt, sondern auch indem Jubel mit dem man die antisemitische Fremdentheorie begrüßt, die das Ziel der Zionisten, das Schwergewicht der Zionisten allmählich nach Palästina zu verlegen, nur fördern kann.Denn alles geht auf eine systematische Entfremdungvom deutschen Vaterlande aus,die Zionisten schüren das Gefühl der Fremdheit und damit das der Gleichgültigkeit, sie schaffen künstlich den Spalt, den der Antisemitismus so gerne haben möchte und den er darum als gegeben voraussetzt.
Man braucht ja auf die Außenwelt nicht zu achten. Aber doch etwas bedenklich stimmt es doch,wenn die Judenfeinde aller Schattierungen vom vornehmen Salonantisemiten derTäglichen Rundschau bis hinab zu Leute vom Schlage der Wahrheit den Zionismus freundlich begrüßen und in Nationaljuden die einzigen anständigen Juden erblicken. Ihre Gründe sind klar und logisch, sie wittern Morgenluft!Der Zionismus arbeitet, gewiß ohne Absicht, ihnen in die Hände und ebnet ihnen,indem er die Kluft zwischen Juden und Christen immer mehr vertieft, den Weg zu einem fernen lockenden Ziel. Und dieses Endziel heißt: Aufhebung der Emanzipation, Aufhebung der Gleichberechtigung der Juden!
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Der Zionismus, seine Theorien, Aussichten und Wirkungen 18. Folge
Schriften zur Aufklärung über den Zionismus
N° 2 Der Zionismus, seine Theorien, Aussichten und Wirkungen
Herausgegeben vom Antizionistischen Komitee Berlin 1913
IV. DIE WIRKUNGEN DES ZIONISMUS
c) Zionismus und Assimilation.
Die Zionisten fabrizieren also jüdische Werte. Das Hebräische soll wieder Volkssprache werden, ein Bestreben, daß zwar in Palästina keinen schlechten Ersatz für die heutige Vielsprachigkeit der Judender Juden ergäbe, im Übrigen aber überall dort, wo es mehr oder anderes erzielen als das Verständnis der Gebete und der Bibel, über der Rahmen einer zwecklosen Spielerei kaum je hinauskommen kann und hinausgekommen ist. Die sichtbaren Produkte dieserfieberhaft betriebenen Kulturwertfabrikation sinddie Leute die mit den Judentum imprägniert sind, die begeistert Hedadrufen, sich mit Schalom begrüßen, sich mit Mogen Dowids riesigster Façon beladen, und sich einreden, mit solchen Kinkerlitzchen das Judentum zu erlösen. Daß sie sich unter ihr Judentum durch solches Gebahrenlächerlich machen, kommt ihn leider nicht zu Bewußtsein
Das krampfhafte Bekämpfen der angeblich verderbliche Assimilation durch Leute, die selber bis auf die Knochen assimiliert sind, hat aber auch eine sehr bedenkliche Seite. Denn bei der heftigen Jagd auf jüdischen Eigenwerte, gerätman aus Mangel an wirklichem Edelwild auf eine höchste bedenkliche Gattung von Kultureigentümlichkeiten. Man stößt nämlich aufdie Besonderheiten die sich bei einzelnen Juden finden, die aber nicht die Zeichen von Kultur sind, sondern vom Gegenteil, indem sie nichts mehr und nichts weniger darstellen als Überreste des Ghettos. Das sind jene Eigentümlichkeiten in der Denkweise, in äußeren Benehmen, die der Antisemitismus jüdisch nennt, die aberin Wahrheit knechtisch heißen müssen,da sie uns in der langen Ghettohaft anerzogen und aufgezwungen worden sind. Wir glaubten bisher immer , es sei ein Verdienst diese Seltsamkeiten abzustreifen, damit wir nicht unangenehm gegen unsere Umgebung abstechen. Wir hielten es für nützliche Aufgabe, das Judentum von diesen anhafteten Eierschalendes Ghettos zu befreien.
Der Zionismus will es anders haben!Was sein großer Herr, Vater und Lehrmeister, der Antisemitismus einmal als jüdisch bezeichnet hat, damit heilig, das ist empfehlenswert, das ist wahre Kultur, die unbedingt erhalten werden muß. Denn wollten wir es ablegen, so würden wir ja den Antisemitismus kränken. Und so kommt es, daß man den Blick verloren hat und den schon als Assimilanten schlimmster Grad zu brandmarken sucht, der eine bekämpfenswerte Äußerlichkeit ablegen will. Auf diesem Wege werden Ungezogenheiten und sonstige Ghettoeigentümlichkeiten risum teneatis zum Range jüdischer Kulturwerten erhoben, und ihre Überwindung gilt als Verrat. Auch jene Eigenschaft, die wir Chutzpe nennen, ist auf diesem Weg zu einem starkgepflegten hervorstechenden Kulturmerkmaljüngerer zionistischer Kreise geworden.
Hinter diese Kleinigkeiten steckt aber mehr, als sie auf den ersten Blick verraten. Vielleicht hält der Zionismus im Grunde seines Herzens nicht für echt jüdisches Gut, aber eine Eigenschaft besitzen sie jedenfalls: sie sind fremdartig. Undgerade paßt in die Ziele und Zwecke des Zionismus vollkommen hinein. Denn das Fremdartige bevorzugt er sehr. Wie der Antisemitismus macht ja auch er die Scheidung zwischen jüdisch und deutsch, und wie jener zieht auch er eine reinliche Scheidung einem verständnisvollen Zusammenarbeit vor.Kann es nicht echt nationales Gefühl sein, das dies bewirkt, soll es wenigstens das der Rassenverhetzung und der gegenseitigen Verbitterung sein. Das so hofft er führt vielleicht einmal zum Nationalgefühle,und das muß gepflegt werden, indem die Mauer immer höher aufgerichtet und jede Verständigung unmöglich gemacht, indem jede Brücke zwischen Juden und Christen abgebrochen wird. Als Unterlage für den künftigen Nationalstaat sucht der Zionismus langsam aber folgerichtig ein geistiges Ghetto zu errichten, und die bewußte Umdeutung von tadelnswerten Ghettoeigentümlichkeiten in jüdische Kulturwerte ist eine Stufe auf dem Wege zu dieser Tiefe. Hier bewährt sich wieder die Verwandtschaft mit den Rassenantisemitismus , denn ihn zieht er als Eideshelfer heran, wenn er beweisen will, daß zwischen Christen und Juden, zwischen Ariern und Semiten keine, auch keine Verbindung möglich sei.
Diese Assimilantenhetze des Zionismus ist demnach durchaus nicht so harmlos, wie man anfangs meint. Sie stellt einen Ausfluß jener systematischen Versuche dar,die darauf zielen , denJuden langsam aus dem Zusammenhange mit der Weltkultur zu entfernen, ihn gegen den Andersgläubigen und diesen gegen ihn zu verhetzen.Die Vortäuschung von jüdischer Eigenkultur hat dem Zweck dem Juden die Freude an der Kultur seines Vaterlandes zu rauben, mit der ihn und seine Vorfahrenlangjährige Arbeit verbindet,für die er gewaltige Opfer an Gut und Blut gebracht hat. Was gibt der Zionismus uns dafür?Nichts, und wieder nichts. Im bestem Falle etwas Ghettokultur,Sklavensinn, derwir schon lange überwunden zu haben glaubten.
Der Antisemitismus behaupte wir seien keine Deutsche, wir seien Fremde, wir hätten kein Verständnis für deutsche Kultur, keinen Anteil an ihr! Der Zionismus gibt im freudig recht. Uns anderen bedeutet die Tatsache, daß der haßerfüllte Rassenantisemitismusdies verkündet, nur den Beweis, daß jene verletzende und frivole Meinung falsch ist. Wir werden uns nicht beirren lassenin unserem Wege weder durch den Haß der Judenfeinde noch den Hohn unserer zionistischen Brüder. Wir werden nicht ermatten , weder im Kampfe um unsere Anerkennung alsDeutsche, noch in dem Bestreben, uns der deutschen Kultur in allem was nicht Religion ist, völlig anzupassen. Das wollen wir freudig tun, selbst auf der Gefahr hin, daß der zionistischer Sprachschatzein noch schlimmeres Schimpfwort gebiert, als es in seinen Augen der Ausdruck Assimilant bereits ist.
(wird fortgesetzt)
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Der Zionismus, seine Theorien, Aussichten und Wirkungen 17.Folge
Schriften zur Aufklärung über den Zionismus
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IV. DIE WIRKUNGEN DES ZIONISMUS
c) Zionismus und Assimilation.
In der Phraseologie des Zionismus prangt an erster Stelle das Wort Assimilation. Sie ist von vornherein in seine Augen etwas Schlechtes und Verräterisches, und der Zionist kennt kein schlimmeres Schimpfwort, als wenn er den nichtzionistischen Juden einen Assimilanten nennt.
Wenn Assimilation ein Vorwurf sein soll, so setzt dies voraus, daß man einen eigenen Wert, einen kulturellen oder sonstigen, und aus irgendwelchen verwerflichen äußeren Gründen sich einer fremden Sphäre mit ihren Bräuchen anpaßt.
Hat nun das Judentum solche Eigenwerte die es erhalten muß? Ganz gewiß sind die vorhanden, in unserer Religion nämlichund in ihren kostbaren Schatze von Ideen, und wer uns in Bezug auf unsere Religion sagen könnte, wir gäben um der schönen Augen der Welt willen oder aus anderen Gründen ewige und heilige Werte auf, der würde uns einen berechtigten Vorwurf machen,und diese Beschuldigung der Assimilation müßten wir schwer empfinden.
Aber sonst? Es gibt keine sonstigenspezifisch jüdischen Kulturwerte, das Judentum hat sich stets assimiliert, und was man heute auf zionistischer Seite so hoch schätzt und preist, sind weiter nichts als Assimiliationsprodukte längst vergangener Zeiten!
Ob sich das Judentum religiös assimiliert oder nicht, ob es dort eine Assimilation bis zur Selbstentmannung treibt (sofern es sich nicht um bloße Äußerlichkeiten handelt) ist es dem Zionismus gleichgiltig, muß es bei dem Fehlenreligiöser Interessen auch gleichgiltig sein. Dafür treibt er einen lächerlichen Unfug, indem er jüdische Kulturwerte außerhalb der Sphäre des Religiösen künstlich konstruiert und jenen, die diesen phantastischenTruggebilde nicht anerkennen wollen und sie nicht als irgendwie verbindlich erachten, dann mit den Brusttone der Überzeugung den Vorwurf macht, sie seien Assimilanten, Verbrecher am Judentum.
Was sind nun im einzelnen die vielgepriesenen jüdischenKulturwerte die unsere Nationaljudenim Alltagsleben der Ostjuden aufzwingen und uns aufzwingen wollen?Unsere Vorfahren hatten einst eine eigene Kultur in Palästina, seit der Zerstörung des Tempels aber waren sie Assimilanten und haben sich außer der Religion und allem, was damit zusammenhängt der Kultur der Wirtsvölker ohne jedes Bedenken hingegeben. Speziell das Kulturmilieu daß unsere Zionisten uns als so originell jüdisch vorführen, ist ein fast rein deutsches! Die Kultur ihrer Umgebung nahmen die Juden aus Deutschland mit, als sie im vierzehnten Jahrhundert der schwarzen Todmit den anschließenden entsetzlichen Folgen nach Polen jagte, und sie bewahrten sich die Bräuche dieses deutschen Milieu, statt sich der neuen polnischen Umgebung zu assimilieren, weil es diesen gegenüber die höhere Kulturstufe darstellte. Jenes Geschlecht war eben ganz und gar assimiliert, selbst auf die Kleidung und die Sprache erstreckte sich die Anpassung. Und wenn auch die Abtrennung und Isolierung von der ursprüngliche deutsche Kultur stattgefunden hat, so will das nichts besagen. Denn da die Wurzel und der Stamm nicht jüdisch sind, können es die Blätter auch nicht sein. Das Jidische, jene Sprache die heute fast als spezifische jüdische Eigenart gilt und angestaunt wird, kann nicht verleugnen, daß esnichts ist als das leicht veränderte mittelalterliche Idiom dem die Juden sich assimiliert hatten.
Einen jüdischen Kulturwert stellt die jüdisch-religiösen Vorstellung dar, in gewissen Grenzen noch der religiöse Brauch, obwohl auch hier von den ältesten Zeiten bis auf diesenTag viel, viel fremdes Gut hineingekommen ist, und ebenso unjüdischwie die Orgel, auch die Seelenfeier und das Jahrzeitlämpchen sind,. Für diesenKulturwerte hat der Zionist keinen Sinn, und nun setzt eine ergötzliche Jagd nach solchen weltlicher Natur ein.Es wird aus dem Nichts eine jüdische Kunst, eine jüdische Musik, eine jüdische Literatur konstruiert. Nur schade daß sie nicht existieren, nicht existieren können, weil der Boden fehlt, aus dem sie sprießen. Das Sujet macht die Kunst noch nicht zu einer jüdischen denn dann wäre auch Rembrandt ein Vertreter jüdischer Kunst.Das Leidensmoment, daß sich vor allem durch die Literatur hindurch zieht, ist gewiß jüdisch,aber man wird es doch unmöglich als positiven Kulturwert von Bedeutung ansprechen können. Jüdische Kunst und Literatur lassen sich restlos in ihre Teile zerlegen, jüdisch ist an ihnen nur der Gegenstand der Darstellung, allenfalls noch die traurigen Ergebnisse tausendjährigen Leidens, der Hang zur Satire, zur bitteren Selbstironie, die Resignation, Züge die ganz gewiß keine Kulturwerte darstellen, aufdie man stolz sein könnte. Sie sind Erzeugnisse der Denk- und Lebensweise des Ghettos. Der Nachweis, daß es eine im Judentum wurzelnde jüdische Musik nicht gibt, ist noch leichter zu führen.
JeneJünglinge, die am weitesten den Mund aufreißen und nach Erhaltung der jüdischen Kultur schreien und toben, die am tapfersten jeden Andersdenkenden als verruchte Assimilanten beschimpfen, sind ja im Wahrheit am meisten assimiliert, nicht nur in Sprache und äußerliche Kultur, sondern auch in ihrer Anschauungsweise. Denn sie haben nicht einmal die jüdische Denkart bewahren können und haben sich den herrschenden Rassenwahn der anderen bedingungslos assimiliert. Sie haben ihre religiöse Eigenkultur schmählich aufgegeben, und statt den alten schlichten jüdischen Glauben in seiner Reinheit unbeirrt zu bewahren, haben sie sich dem Materialismus und Monismusder anderen bedingungslos angepaßt. Sie sind die Assimilanten, nicht wir! Sie sind die gefährlichsten Assimilanten, weil sie des Judentums Wesen umgestalten und vernichten wollen, um das Wohlgefallen der Vertreter der herrschenden nationalen und materialistischen Modeanschauungenzu erringen!
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IV. DIE WIRKUNGEN DES ZIONISMUS
b) Zionismus und Religion.
Es ist bereits auseinandergesetzt worden, daß Zionismus und Religion Gegensätze sind. Praktisch wird das nun dadurch gefährlich, daß auf diese Weise der Typus des religionslosen Judenentstanden. Wer sich früher jüdisch betätigen wollte, müßte irgendeine Stellung zur Religioneinnehmen. Heute ist das nicht nötig.Heute kann man als Nationaljude erklären, daß man gar nichts glaube, daß man die Religion nicht für einen wesentlichen Teil des Judentums halte, und man wird trotzdemals Jude anerkannt,wird trotzdem zu den höchsten Stellungen berufen, die das Judentum vergeben kann, und erhält Einfluß auf seine Geschicke.Der Zionismus sanktioniert unbewußt den Atheismus, dem ein großer Teil unserer Jugend verfallen ist, und er züchtet Gegnerschaft gegen den Glauben und die, welche ihm anhängen. In Österreich ist diese Erscheinung so stark aufgetreten, daß viele jüdische Elemente sich von diesen national-jüdischen Ausschreitungen angewidert fühlten und sich energisch von der Bewegung zurückzogen. Der Zionismus hat natürlich diese Meute, die ihm durch die Ehrlichkeit das Geschäft verdarb, zurückgepfiffen;aber das war nur Formsache, der Geist ist der alten geblieben, weil es der Natur des Nationalismus entspricht.
Da nun der Zionismus das Judentum als nicht mit dem Begriffe Religion unzertrennbar verknüpft ansieht macht er jede nachhaltige Bekämpfung der Taufe unwirksam. Er kann sie nur unter demSchlagwort bekämpfen, sie bedeute unter den heutigen Verhältnisse eine feige Fahnenflucht. Wir anderen aber haben das weit wertvollere, weil positive und dauernde Argument,daß sie die Taufe ein Verleugnen und Verlassender Religion der Zukunft und damitein Verrat an ewigen Gütern ist. Dem Zionisten, der den Abfall bekämpft , kann der Täufling leicht sagen, daß er trotz seine Taufe im Herzen ein guter Jude, ein nationaler Jude bleibt. Mit uns aberist das Banddurch den Übertritt auf ewig zerrissen. Im Orient, in Österreich sind einzelne solcher Fälle zu verzeichnen und zu belegen; In Rußland aber sind sie sehr häufig. Dort hat sich ein immerhin nicht geringer Teil der jüdischen Jugend unter dem Druck taufen lassen und hat kein Empfinden für das Schmachvolle ihrer Handlungsweise und nennt sich noch stolz national-jüdisch!Das sind die Folgen des Zionismus, die jedem die Augen öffnen müssen. Wie lange wird es noch dauern , und dieser schamlose Unfug entsetz uns auch In Deutschland!Auch uns werden die Waffen aus der Hand geschlagen sein, da jeder Täufling uns hohnlächelndsagen wird, er sei zwar getauft, aber dennoch Jude, sogar ein besserer als wir, denn uns sei das Judentum nur Religion, nur abergläubischer Firlefanz, ihm aber sei es mehr, ihm, den echten Juden, sei es Nation!
Der Zionismus fördert auch die religiöse Heuchelei. Er ist ein Todfeind des Liberalismus, indem er instinktiv einenGegner erkennt,der ihn durchschaut hat. Nun steht es fest daß- mit Ausnahme der orthodoxen Misrachisten jene Zionisten, die noch religiöse Interessen haben, durchaus auf liberalem Boden stehen und es ergibt sich daraus eine doppelte Heuchelei. Zunächst bekämpft der liberale Zionist aus taktischen Gründen, seinen eigenen religiösen Gesinnungsgenossen, und dann unterstützt er die Orthodoxie, die ihm wesensfremd ist und mit der ihn nichts eint wie der glühenden Haß gegen den Liberalismus. So entsteht das widerliche Schauspiel, daß der atheistische oderliberale Zionist sich zum Verfechter orthodoxer religiösen Forderungen macht, überdie im Herzen lacht, die ihm zum mindesten gleichgiltig sind, daß er die Religion zum Kampfmittel macht, zum politischen Tauschobjekt herabwürdigt. Wenn auf diese Weise in das religiöse Leben die Politik mit ihren unangenehmen Nebenerscheinungen der Unehrlichkeit und Heuchelei getragen worden ist, so ist das eine derdeutlichsten Wirkungen, die der Zionismus ausgeübt hat.
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Erschien bereits in Jeschurun Judentum gegen Zionismus in Folgen, als Teil unseres StudienprogrammsJahrgang 5770/5771
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Psalm 106,9 und Sprüchlein zur Wochenabschnitt Beschalach
בשלח
שבת שירה:
Dieser Sabbat wird שבת שירה (Sabbat des Lobgesanges) genannt, weil an ihm der Lobgesang der Jisraeliten bei ihrem Zug durch das rote Meer aus der Thora vorgelesen wird.
ויגער בים-סוף ויחרב, ויוליכם בתהמות כמדבר:
Er herrschte das Schilfmeer an,und es ward trocken, und durch Fluten führte er sie wie durch Wüste
Psalm 106, 9Übersetzung Samson Raphael Hirsch .
1.
Sie singen dankend Jubellieder,
Befreit von schwerem Sklavenband,
Und von den Höhen hallt es wieder:
Erlösung hat der Herr gesandt.
2.
Vergebens stürmen Feindesscharen,
Vergebens tobt ihr Mordgewehr;
Denn Gott, in Dessen Schutz sie waren,
Versenkt den Feind ins tiefe Meer.
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IV. DIE WIRKUNGEN DES ZIONISMUS
b) Zionismus und Religion.
Man hat oft behauptet daß die Religion durch den Zionismus eine Förderungerfahre, man hat die undankbaren Rabbiner nicht begreifen können, die so entschieden undmannhaft gegen ihn Stellung nahmen, man hat sogar die fünf Prorestrabbiner( von denen zur Zerstörung einer immer wieder auftauchendenLüge ausdrücklich hervorgehoben sei daß nur einer( Maybaum Berlin . Von den anderen ist Werner-München undGutmann ausdrücklich konservativ, Horowitz-Frankfurt a.M. und Auerbach-Halberstadt orthodox) liberal ist) als Verräter am Judentum brandmarken wollen, manhat kühnlich behauptet, daß ein Rabbiner derden Zionismus bekämpft, den Ast absäge, aufdem er sitze, und die Jugend dem Judentum entfremde.
Und doch haben, und dafür ist das Judentum ihnen dankbar, die Rabbiner scharf und recht gesehen, als sie im Zionismus instinktiv eine Gefahr für die Religion erblickten, und es ist kein Zufall , wenn unter mehr als zweihundertfünfzigdeutschen Rabbiner nsich kaum ein halbes Dutzend Zionisten befindet,wenn ferner viele vonden Nationaljudenin der heranwachsenden Rabbinergenerationder allergrößten Teil sich frühzeitig anderen Berufen zugewendet. Der Zwiespalt zwischen Nationalismus und Religion muß empfunden werden, und es ist kaum möglich, daß ein Religionsdiener eine Bewegung angehört, die ihnen mit Schmutz bewirft und beschimpft. Was der Zionismus von Religion und Rabbinern hält,das zeigt nachstehendeKundgebungdes offiziellen österreichischen Zionistenorgans, die wert ist, der Vergessenheit entrissen zu werden:
Man darf sie (die Rabbiner) nicht beim Volke suchen, man findet sie nie am Krankenlager des Armen, aber immer an der Tafel des Reichen und hinter seinem Sarge. Sie besitzen sehr viel Gemüt , aber es arbeitet nur gegen Barzahlung.Das leise, rührende Beben der Stimme, wenn sie das Andenken des Verstorbenen preisen, die würdevolle Trauer am Grabe des Wucherers, der herzerquickenden Trost, den sie lachenden Erben spenden, all das liefern sie prompt gegen fixen Preis. Auf besonderes Verlangen erglänzen sogar Tränen in ihren Augenwinkeln.Wenn Leiden das Volk bedrohen, in der Not des Tages tauchen sie nicht auf,weder als Berater, noch als Tröster, aber an höchsten und allerhöchsten Geburtstagen, bei Empfängen sind sie alleweil dabei,im Namen des Judentums,lassen den Himmel scheffelweise Segen regnen, im Namen des Judentums, und wegen die Zunge und krümmen des Rückens und kriegen Orden, im Namen des Judentums. Der Alltag sieht sie nicht, aber an hohen Feiertage ergötzen und amüsieren als Wortjongleure und Meister süßlicher Reden das bessersituierte Publikum im Tempel. Ein winziges Bibelverschen balancieren sie kunstvoll au der Spitze der Zunge, dann ziehen sie es lang und kneten, es breit, tun moralische Tendenzen hinein, süß, runzelig wie Rosinen, gießen Worte darüber, linde wie laues Seifenwasser, und der Festtagskuchen ist fertig.Alles ist entzückt und erbaut und rennt nach Hause und läßtdie Kinder taufen. Die Kultursteuerträger sind voll des Lebens unserer Großrabbinen, die in den mächtigen Hauptstädten den Verkehrmit den Himmel besorgen. Umgekehrt sind diese aber auch sorglich bemüht, den goldwolligen Schafen ihrer Herde das Leben bequem zu gestaltenund alles Störende fernzuhalten. Der Zionismus ist für reiche Juden keine Annehmlichkeit.Flugs taten sich alle bedeutenden Rabbiner zusammen, erklärtenihn für sündigen Wahnwitz, tolles Auflehnen gegen die göttliche Ordnung, und warnten die Regierungen und Behörden vor diesen Landesverrätern,Unruhestiftern, von diesen frechen Zionisten. (Nach dem Generalanzeiger für die gesamt. Interessen des Judentums, N° 34 v. 23.August 1908) .
Es ist überflüssig, dieser schamlose,gemeingefährliche Hetze gegen die Vertretern der Religion auch nur ein Wort hinzuzufügen. Der Rabbiner, der sich den Zionismus anschließt, weiß, wie er bewertet wird.
(wird fortgesetzt)
Erschien bereits in Jeschurun Judentum gegen Zionismus in Folgen, als Teil unseres StudienprogrammsJahrgang 5770/5771
Mit Dank an Frau Manja BURGERS, Antiquarische Buchhandlung Spinoza in Amsterdam
Der Zionismus, seine Theorien, Aussichten und Wirkungen 14. Folge
Schriften zur Aufklärung über den Zionismus
N° 2 Der Zionismus, seine Theorien, Aussichten und Wirkungen
Herausgegeben vom Antizionistischen Komitee Berlin 1913
IV.DIE WIRKUNGEN DES ZIONISMUS
a)Sein positiver Einfluss
Der offizielle Zionismus ist erst fünfzehn Jahre alt, im Bewußtsein der Zeitgenossen eine große Spanne Zeit, vor der Geschichte und ihren Zeiträumen ein armseliges Nichts.Es wäre natürlich verfehlt, schon heute nach seinen praktischen Leistungen ein völlig abschließendes Urteil über die in der Bewegung schlummernde Kraft zu fällen. Wir trauen zwar dem Arbeitsplane nicht viel zu, schon darum, weil er trotz der Einhelligkeit des Endziels doch eine sehr starke Zersplitterung zeigt und soviel Anfänge und Ansätze aufweist daß kaum etwas davon durchgeführt werden kann. Das durch die falsche Theorie bedingte, endlich giltige wirkliche Scheitern kann sich jedoch erstnach Menschenaltern klar herausstellen.
Durchaus nicht spurlos dagegen ist seine politische Seite am jüdischen Leben vorübergegangen, und in den hier deutlich verspürbaren Wirkungen ist die Möglichkeit einer Probe auf das Exempel gegeben. Eine der Ideen nach schlechten Bewegung kann sich auf die Dauer nie in günstigen Einflüssen äußern, und das jüdische Leben von heute muß man studieren, um den Wert der Ideen, des sittlichen Kerns und der Berechtigung des Zionismus zu erfassen.An der Frucht erkennt manden Baum!
Eins sei vorausgeschickt: daß der Zionismus auf das jüdische Leben eine sehr anregende Wirkung gehabt hat,wird nicht bestritten werden können. Daß er viele Gleichgiltige zur aktiven Arbeit herangezogen hat, daß er auch Gegner zur Vertiefung seines Standpunktes zwang, muß ihn der ehrliche Beurteiler ohne weiteres zustehen. Wenn aber der Zionismus sich auf diese Tatsache so ungeheuer viel zu Gute tut, wenn er es sogar so darstellt, als ob er das Treibende Moment der gesamten modernen jüdischen Bewegung wäre, so liegt darin eine so arge Uerbertreibung, daß eine Zurückweisung sich erübrigt. Die gesamte jüdische Renaissanceunserer Tage stammt das Wort selber ausgenommen von Nichtzionisten her. Weder verdankt man den Zionisten die großartige, wissenschaftliche Arbeit, die von ihnen nicht beeinflußt, nicht gefördert, nicht gepflegt wird, noch haben sie an den Wohltätigkeitsinstitutionen etwas geschaffen. Höchstens versuchen sie, wie das Beispiel der deutschen Alliancegmeinschaft es beweist, das von anderen errichtete zu zerstören. Die Selbstbewußtseinsbewegung ist vor dem Auftreten des Zionismus gegründet worden und sie findet sogar auf Schritt und Tritt seine erbitterte Feindschaft. Die Erziehungsorganisationen, vor allem den Orden Bne Brith, haben noch niemals mit dem Zionismus zu tun gehabt und blühen trotzdem zum Segen für das deutsche Judentum. Überall ist seine positive Arbeit gering, ja oft bremst sie den wirklichen Fortschritt, wovon auch die aufblühende neutrale Jugendbewegungein Lied zu singen weiß. Mann läßt sich aber durch den unendlichen Wortschwallleicht täuschen, mit dem die Zionisten ihre Unternehmungen einleiten und begleiten.Da sie nun über eine unendliche Menge von redegewandten Agitatoren verfügen,sind ihre rednerische Leistungen gewiß glänzend, und es ist im Interesse des Judentumsnurerfreulich daß Reden keine Taten sind.Hier liegt auch ihr wichtigster positiven Einfluß, denn vielleicht die nachhaltigste Einwirkung hat die zionistische Phraseologie gehabt. Die Bewegung hat einen eigenen Schatzvon Schlagwörter geschaffen, die sich nach etwas anhören, und die dann leider, leider unbesehen auchvon den Gegnern selbst dort übernommenworden sind, wo sie halbe Phrase sind und bleiben. Wer in künftiger Zeit geschichtlichdie Einflüße des Zionismus auf das Judentum des zwanzigsten Jahrhundertsuntersuchen will, wird sie hautsächlich unterden Rubriken Rhetorik und Sprachschatz aufzusuchen haben.
(wird fortgesetzt)
Erscheint bereits in Jeschurun Judentum gegen Zionismus in Folgen, als Teil unseres StudienprogrammsJahrgang 5770/5771
Mit Dank an Frau Manja BURGERS, Antiquarische Buchhandlung Spinoza in Amsterdam
Heute, am 27. Tewess ist der Jahrzeit von Rabbiner S.R. HIRSCH. Aus diesem Anlaß bringenwir in deutsche Übersetzung die Wertschätzungdes großen Rabbiners durch eines seiner hervorragende Zeitgenossen. Reb Salmen Spitzer, der würdige Schwiegersohn des Chassam Saufer, war der Begründer der Wiener Orthodoxie und wirkte ganz im Geiste des Chassam Saufer. Wenn er trotzdem in seinem in seinem Tikun Schlaumo über Hirsch in so warmen Wörter spricht, darf man auch von den jungen Menschen der Gegenwart zumindest ein klein wenig Achtung und ein gemäßigteren Ton verlangen schrieb die Redaktion des Wiener Wochenblattes Jüdische Presse in ihre Ausgabe 24, 1929 hier in Beilage zu lesen nach eine etwas zu hitzige Polemik über Hirsch.
Es sei nur vorweg genommen daß Reb Salmen Spitzer über den Zadik von Frankfort, Raw und Zadik Schamschon Hirsch urteilt : Genau wie der Chassam Saufer für die Erhaltung der Tauroh bis Moschiachs Zeiten durch seine Tausende von Schülern gesorgt hatte, ebenso hat er für die Emunoh in Deutschlandfür alle Zeiten gewirkt , aber er hat nicht allein für seine Stadt und für sein Land gelebt sondern auch durch seine Werke für die Welt.
Der Zionismus, seine Theorien, Aussichten und Wirkungen 13. Folge
Schriften zur Aufklärung über den Zionismus
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Herausgegeben vom Antizionistischen Komitee Berlin 1913
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III. DIE AUSSICHTEN DES ZIONISMUS
Ein religiöses, autonomes Staatswesen ist nach den heutigen staatsrechtliche Anschauungen undenkbar. Einer Zeit, die aus derzwingenden Richtigkeit dieses Satzes heraus dem Kirchenstaate den Untergang bereiten mußte, dem autonomen Staat des starken Katholizismus, der dann doch über ganz andereäußere Machtmittel verfügt als das Judentum, wird auch bei diesem ein solches Gebiet nicht entstehen lassen! Und es wäre für jene Zionisten, die lernen wollen, unendlich heilsam, wenn sie sich in die Geschichte des Kirchenstaates versenkten und aus ihr ersähen, zu welchen Zuständen ein solcher prähistorisch anmutender Religionsstaat führt.
Innere theoretische Gründe machen den Judenstaat unmöglich. Daneben aber türmen sich Bergen von praktische Schwierigkeiten, die der Verwirklichung zionistischer Ideen gerade in Palästina für ewige Zeiten, soweit es Menschengeist voraussagen kann, unbedingt ausschließen.
Die oft besprochene Raumfrage braucht man nicht tragisch zu nehmen; sie kann man mit Humor behandeln. Der Zionismus will allen, die sich nicht assimilieren wollen und können, eine rechtlich gesicherte Heimat vorbereiten.Da aber diese nach zionistische Maßstäbe mindestens an die Zahl von neun Millionen heranreichen und das heilige Land an Größe der Provinz Polen vergleichbar höchstens zwei Millionen fassen kann, sohat man dem Zionismus eingewendet, daß auch er bestenfalls eine Teillösung bedeute. Er hat geantwortet, daß man eben auch die Nachbarländer dazu besiedeln wolle, undmit dieser Antwort kann man sich zufrieden geben. Es kommt wirklich nicht darauf an, wenn man schon einmal beim annektieren ist, ob man noch etwas hinzunimmt, und das ganze Judenproblem wäre ja selbst für die Nörgler gelöst, wenn man sein Augenmerk aufPersien und Ägypten richtete. Besonders Ägypten wäre ja sehr geeignet, und man darf eben nur nicht zimperlich sein!
Im Ernste ist es aber ein sehr gefährliches und gewagtes Beginnen, bei den schwankenden politischen und wirtschaftlichen Verhältnissen in der Türkei so erhebliche Werte ohne irgendeine Sicherheit dort zu investieren. Heute wissen wir es mehr denn je, wie wenig man im Osmanenreiche vor Überraschungen sicher ist. Die zionistische Politik, die ja die geringsten Schwankungen dort ängstlich beobachtet und oft genug zum Frontwechsel gezwungen ist, hat durch diese Vertiefung in Krähwinkeleien völlig den Blick für die großen bestimmenden Züge türkischer Staatsverhältnisse verloren. Sie übersieht, daß ein Tag des Sturmes imstande ist, Millionen an Kapital und die Arbeit von Jahrzehnten gänzlich zu vernichten. Im Verlauf der gesamten jüdischen Geschichte ist nie eine Konzentration aller Energien an einem Punkte eingetreten oder begünstigt worden, sondern stets sind die Kräfte verteilt gewesen, und nur so hat das Judentum Schläge wie den Untergang Jerusalems und die Vertreibung aus Spanien überstehen können. Alles Interesse, alle Arbeit auf Palästina vereinigen zu wollen, ist ein va banque-Spiel und wer nur etwas politische Einsicht mit einem bescheidenem Maß von Verantwortungsgefühl verbindet, wird wissen, wie besonders gefährlich das blinde Vertrauen auf die Zukunft der Türkei wirken muß.
Selbst wenn man aber mit dem Eintreten stabiler Verhältnisse in der Türkei rechnet was freilich einstweilen ausgeschlossen scheint so ist es ein Zeichen ganz besonderer Kurzsichtigkeit, zu glauben, daß dieser Staat das Anwachseneines neuen jüdischen Gemeinwesen in seiner Mitte irgendwie zu unterstützen oder auch nur zu zulassen, Veranlassung hätte. Daß die Türkei das jüdische Kapital und die jüdische Arbeitskraft in Palästina freudig begrüßt, ist selbstverständlich; denn es kommt einen verödeten und stark vernachlässigten Gebiete zu Gute. Aber schon heute weiß der Eingeweihte, daß man am Goldenen Horn sehr sorgfältig den Sättigungsgradfür Judenaufnahme zu ermitteln sucht, der den Interessen des heiligen Landes und denen der Türkei gerade entspricht; daß es mit ihren Wünschen wirklich nicht übereinstimmt, sich noch einen nationalen Herd, der jeden Augenblick mit Autonomiegelüste hervortreten kann, mitten im Staatsgebiete künstlich zu schaffen, kann zwar der zionistischer Agitator leugnen, nicht aber der auch nur oberflächlich volkswirtschaftlich und geschichtlich Geschulte. Das Bestreben der Türkei, daß sie gewiß nicht ungeschickt hinter nichtssagenden halben Versprechungenund Zusagen zu verbergen versteht, geht einfach dahin, die Juden wirtschaftlich nach Möglichkeit auszunutzen und sie politisch nie erstarken zu lassen, daß sie an Autonomie denken.In allen Wogen und Schwanken der gesamten türkischen Judenpolitik ist das der einzige erkennbare feste Grundsatz; der einzige jedenfalls, nach dem praktisch gehandelt wird.
Und außer der Türkei haben noch andere Mächte ein gewichtiges Wort mitzureden! Dabei sollen die politischen Momente, die ja ständig wechseln, nicht einmal als die schwerwiegendsten betrachtet werden. Die ließen sich vielleicht leichter überwinden als die religiösen! Palästina ist auch das Ursprungsland des Christentums. Für jeden gläubigen Christen knüpfen sich an zahllose seiner Stätten die heiligsten ErinnerungenGlaubt man nun wirklich, die christlichen Mächten würden dulden, daß das Grab Christi in einem jüdischen Gemeindewesen liege?Schon die Vorstellung davon ist absurd; dieser eine Punkt, so unwesentlich und gleichgiltig er zu sein scheint, wäre im Ernstfalle ganz allein imstande, das Nationalprojekt selbst dann noch zu Falle zu bringen, wenn alle anderen Hindernisse aus dem Wege geräumt werden. Wenn der Zionismus, der diese Schwierigkeit nicht unterschätzt, als Lösung empfiehlt, diesen heiligen christlichen Stätten für exterritorial zu erklären und sie unter Schutz der Großmächte zu stellen, so erschiene diesem Vorschlag gegenüber der Weg noch verhältnismäßig einfach, sie alle abzubrechen und in Rom wiederaufzubauen.
Trotz der Kürze unserer Ausführungenwird man erkannt haben,daß das Palästinaideal eine phantastische Utopie ist,daß ein jüdisches autonomes Gemeinwesen innerlich eine logische und staatsrechtliche Unmöglichkeit, äußerlich eine Gründung darstellt, die weder die Türkei noch die Großmächte je gestatten würden.Und darin daß das zionistische Endziel unerreichbar ist, bestehteine ganz besondere Gefährlichkeit der Bewegung.
Denn wenn das Endziel fortfällt, was bleibt vom ganzen Zionismus?
Nichts und wieder nichts als die gefährliche nationale Verhetzung!Es wird noch weiterhin Gelegenheit sein, auf die ungeheuren schädlichen Folgen dieser Tatsache einzugehen. Hier sei nur hervorgehoben, daßdurch Vortäuschung der Erreichbarkeit des Zieles in die jüdische Massen, die dem Zionismus verfallen sollten,Hoffnungen erweckt werden,die sich nachher nicht realisieren lassen, und denen naturgemäß eine Zeit der tiefsten Enttäuschung und Hoffnungslosigkeit folgen muß, sobald sich die Unmöglichkeit der Verwirklichung klar herausgestellt hat. In Verbindung damit, daß der Zionismus nicht zur Religion erzieht, ja sie sogar gefährdet und untergräbt, ist dies das schlimmste! Der Zionismus raubt das Judentum seine große Vergangenheit; er kann ihm keine Zukunft geben.Ohne daß man darin seine Anhänger guten Glauben und ehrlichen Willen den Judentum, wie sie es verstehen, zu dienen, anzuzweifeln darf, ist des Zionismus praktischer Endergebnis die Zerstörung des Judentums.
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Der Zionismus, seine Theorien, Aussichten und Wirkungen 12.Folge
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III.DIE AUSSICHTEN DES ZIONISMUS
Freilich arbeitet der Zionismus auch unter den Juden des Ostens, indem er ihnen Nationalgefühl predigt und sie auf die Aufgaben der Zukunft vorbereitet. In praxi kommt das daraufhinaus, daß die Verhetzung gegen alle Autoritäten, vor allem die Religion, gezüchtet wird, und die in den Zukunftstaumel hineingerissene junge Juden die Fähigkeit verlieren, an den realen Aufgaben der Gegenwart nützlich mitzuarbeiten.
Darin besteht der erste Nachteil der Verlegung der gesamten jüdische Arbeit nach Palästina wobei natürlich nochmals hervorgehoben sei daß kein Nichtzionist daran denkt die Arbeit in Palästina innerhalb des Gesamtrahmens gering zu schätzen , daß über den Wert der wirklich ernsten Tätigkeit, falsche, hämische Anschauungen verbreitet und ihr wackere Mitstreiter entzogen werden. Der Zionismus sucht sein herostatisches Vorgehen damit zu entschuldigen, daß er auf die Erfolglosigkeit unserer Bestrebungen hinweist. Aber auch das ist wieder nur ein Beweis dafür, daß er das Judenproblem aus dem engen Gesichtswinkels des Kindes betrachtet, das gleich sehen will, wofür es seine Leistung aufgewendet hat. Auch unter dieser Voraussetzung ist die Behauptung noch falsch; die Erfolge sind schon vorhanden, jedenfalls in dem Maße,daß sie die Richtigkeit unseres Weges beweisen. Hätte sich die Welt nur an solche Dinge wagen dürfen, die auf bequemen Wege sofortigen sichtbaren Erfolg versprechen, so könnte man das Wort Idealismus aus ihren Sprachenschatze streichen!
Ist also der zionistischen Lösungsversuch schon deshalb aussichtslos, weil er in seinen großen Zügen außerhalb jeder logischen Möglichkeit und jeder historischen Erfahrungstatsache stellt, so wird das Utopistische, das gefährlich Utopistische uns zur Gewißheit, wenn wir die speziellen Schwierigkeiten aufmarschieren lassen.
Die Unmöglichkeiten liegen zuerst in inneren Verhältnissen. Der edle Herzl hatte einst ein Judenstaat gefordert. Das war ein berauschendes Wort, dessen Hohlheit man bald darlegen konnte; es war aber wenigstens aus ehrlichem Herzen gesprochen. Die Führer von heute haben die Wegen Herzls verlassen, es gilt als unmodern, in so offener und ehrlicher Weise die logischen Folgen des nationalen Gedankens zu ziehen, und die kluge Diplomaten haben sich auf die Formel einer autonomen Heimstätte unter dem Schutze der Türkei oder der Garantie der Großmächte geeinigt.
Diese Spiegelfechterei kann aber die inneren Schwierigkeiten nicht beheben. Die Frage der Eignung und Fähigkeit, sich selber zu regieren, die gewiß eine Rolle spielt, mag zurücktreten, obwohl der Verlauf der jüdischen Geschichte deutlich erweist, daß gerade in Zeiten nationaler Selbständigkeit die Zwietracht und der Haß geradezu entsetzliche Orgien gefeiert haben und daß die innere Unfähigkeit, sich selber zu regieren, eine der gewichtigsten Untergangsursachen gewesen ist. Ein so stolzes Kapitel des Kampfes um Jerusalem ist, wenn man auf die heldenmütige Hingabe des gemeinen Mannes schaut, ein so schmachtvolles ist es, wenn man daran denkt, daß Kraft, Gut und Blut des Volkes in so schimpflicher Weise von ehrgeizigen, uneinigen und kurzsichtigen Führern gemißbraucht wurden.
Die wirkliche große Schwierigkeit für jedes jüdische autonome Staatswesen liegt in der Stellung zur Religion. Unsere Zionisten, die eine ferne Vergangenheit neu erstehen lassen wollen, bedenken nicht, daß in der Neuzeit alle staatsrechtliche Anschauungen sich von Grund auf geändert haben. Im Altertum war die Nationalreligion oder die Religionsnation etwas selbstverständliches! Ein Volk, ein König, ein Gott!Aber es dürfte nicht das geringste Verdienst des Judentums sein, hier ein Wandel hervorgerufen haben, und unter den ethischen Schöpfungen des Judentums ist die erhebendste mit der Begriff der Gewissenfreiheit. Früher hieß es wörtlich: cujus regio, eius religio! Das istdurch das Judentum anders geworden.Der Staat ist zwar eine Zwangsorganisation, der man angehören muß, deren Pflichten man zu erfüllen hat, ob man will oder nicht. Der religiösen Gemeinschaft aber leistet man freiwillig Gefolgschaft, solange man auf ihrem Standpunkt steht, nie und nimmer jedoch darf sie einen Zwang ausüben, um sich ein Mitglied zu erhalten.
So ist auch das Judentum die Zusammenfassung derer, sich gern und freundlich zur jüdischen Religion bekennen. Was könnte nun in einem autonomen Staatswesen geschehen? Zweierlei ist denkbar. Entweder wird das Judentum Staatsreligion, oder Gewissensfreiheit wird proklamiert. Das erstere ist einfach undenkbar! Davon, daß man alle Bürgern das Bekenntnis zum Judentum abnötigte, kann natürlich überhaupt keine Rede sein; aber selbst wenn es nur Staatsreligion in dem Sinne wäre, daßdas Judentum die Rechte einer bevorzugten Religion hätte, so würde das angesichts der Tatsache, daß wir im Namen der Gerechtigkeit und Gleichberechtigung gegen eines christlichen Staates erbittert und nachhaltig Widerspruch erheben, einer Verleumdung unserer gesamten sittlichen Grundsätzen bedeuten. Jeder Versuch nach dieser Richtung hin würde die selbe sittliche Fäulnis verursachen, wie wir heute im Begriffe des Taufjudentums, der widerlichsten Ausdrucksform des Strebertums und der Heuchelei haben. Ein solches autonomes Staatswesen würde mit all den sittlichen Mängeln behaftet sein, die wir den anderen Staaten mit Entrüstung vorwerfen, und ein Verein jüdischer Staatsbürger nichtjüdischen Glaubensmüßte mit größter Berechtigung in seiner Entstehungsstunde gegründet werden.
Was aber wenndie autonome Gemeinschaft Gewissensfreiheit proklamiert? Dann brauchte man nicht jüdischer Religion zu sein. Wir wollen die Eventualität christlicher oder buddhistischer Juden weniger in den Kreis der Erörterungen ziehen, aber Atheisten gäbe es sicherlich! Denen müßte doch unbedingt der Zugangzu leitenden Stellen gewährleistet werden! Und was hätte die große Masse der Juden, die jahrtausendelang wegen ihres Glaubens gelitten haben, für ein Interesse daran, als Kristallisationspunkt ihrer gesamten Freiheitsbewegung ein Gemeinwesen zu haben, in denen sich die Religionsfeindschaft breitmachen darf, in dem man sich ohne jede Scheu zu jenen Religionen bekennen darf, die das Judentum so entsetzlich gequält, verfolgt und gehaßt haben, und trotzdem von Rechts wegen die Geschicke einer jüdischen Religionsgemeinschaft mitbestimmt. Ein jüdischer Staat also, in welchen vielleicht Atheisten das große Wort führen, ein jüdischer Staat als Grab der jüdischen Religion. Diesem Ideal auch nur einen Pfennig an Geld, eine Atembewegung an Kraft zu opfern, würde für die Judenheit fast Selbstmord bedeuten.
(wird fortgesetzt)
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III.DIE AUSSICHTEN DES ZIONISMUS
In der Weltgeschichte wie in der des Judentums haben häufig Bewegungen in ihren ersten Anfängen ganz andere Wirkungen hervorgerufen als später, da ihr wahres Wesen erkannt worden war. So manche messianische Erhebung, die schließlich logisch zum Christentum führte oder das religiöse Empfinden durch Mystik und Aberglauben vergiftete, begann damit, daß sie anscheinend einen frischen Zug in das religiöse Leben ihrer Anhänger brachte. Und wenn das beim Zionismus sicherlich und zuweilen der Fall war und ist, so soll es weder abgeleugnetnoch überschätzt werden, denn auch diese Tatsache kann über seinem wahren Charakter und sein Endziel nicht hinwegtäuschen.
Theoretisch können wir keine Interesse an eine Partei haben, die im Widerspruche zu unserer jüdischen Religion steht und damit unser kostbarstes Gut zerstört. Und trotz mancher entschieden vorhanden Anregungen, die der Zionismus die jüdische Religion gebracht hat, ist er auch von diesen praktischen Gesichtspunkten aus bekämpfenswert, weil er auf den jüdischen Körper dem aufreizenden Gift gleich wirkt, das zwar die Nerven aufpeitscht und den Schein frisches Leben erweckt, dem aber die völlige Erschlaffung, ja der Tot mit absoluter Sicherheit folgt. Wen aber selbst diese Erwägung nicht davon bringen kann der Bewegung durch wohlwollende Neutralität und finanzielle Unterstützung die Wege zu ebnen, den möge ein Blick zunächst auf die Aussichten und dann aufdie sichtbare Wirkungen des Zionismus nachdenklich werden.
Man hat sich daran gewöhnt, seine praktischen Aussichten mit dem Wort Utopie abzutun. Freilich bedarfein so wegwerfendes Urteil , selbst wenn es von dem größten Teil der deutschen Judenheit ausgesprochen wird, einer ernsten Begründung. Es läßt sich aber sehr leicht nachweisen, daßdie Endaussichten der Bewegung deshalb sehr trübe sein müssen, weil die ganze Wirkung der Arbeit verfehlt ist. Das gilt negativ und positiv. Negativ, indem den eigentlichen Tätigkeitsgebiete viel zu wenig Aufmerksamkeit zugewendet und viel zu viel Kraft entzogen wird , positiv, indem die Bemühungen sich auf ein aussichtsloses Beginnen konzentrieren und Kraft und Gutnutzlos vergeuden, ohne daß auch nur die Aussicht auf die Gegenwert ergibt.
Das nichtzionistisches Hilfswerk in Westeuropa hatte das Problem der wirtschaftlichen Judennot richtig erfaßt. In den Hauptländern Rußland, Galizien und Rumänien sitzt eine Masse von fast sieben Millionen Juden, und die Judenfrage wurde schon frühzeitig dahin präzisiert, daß durch die politische, wirtschaftliche und Bildungsarbeit daß Problem im Niederlassungslande seiner Lösung näher geführt werden müsse, daß aber Auswanderung nur ein Notbehelf der Zeit sein könnte.
Allein in der Auswanderungdesjenigen Teiles des Judentums, der sich nicht assimilieren will und kann und das ist nach seiner Auffassung der allergrößte nach eine rechtlich gesicherten Heimatstätte sieht der Zionismus die Erlösung aus der Judennot. Logisch ist es unmöglich, einem so großen Volke durch dieses Mittel eine nur teilweise Befreiung aus der Schwierigkeit zu schaffen, denn Volksmassen sind keine Schachfiguren. Historisch ist auch kein Beispiel vorhanden, daß auf diesem Wege größere Massen als die französischen und österreichische Protestanten es waren, sich Rat geschafft hätten, denn die Zeit der Völkerwanderung ist aus mannigfachen Gründe kein Vergleichsobjekt. Man mag zwar einwenden, daß das zionistische Projekt den Vorzug der Großzügigkeit genießt. Aber diese Eigenschaft besitzt eine jede Wahnidee, ja, die zur Unvernunft gesteigerte Großzügigkeit ist ein charakteristisches Kennzeichen für Pläne die sich vom Boden der Wirklichkeit und des Verständigen entfernen.
An dem Hilfswerk, an der Arbeit, die wir Nichtzionisten zur Besserung der wirtschaftlichen Lage unserer Glaubensgenossen im Niederlassungslande leisten, beteiligt sich der Zionismus kaum, weil er weiß daß jeder erfolgreiche Schritt auf dem Wege zur Lösung der Judenfrageihm etwas von seiner Bedeutungund Agitationsfähigkeit raubt. Nur aus der schrillen Dissonanz des Elends schöpft er seine Kraft, und es ist Selbsterhaltungstrieb wenn er offen dokumentiert, daß er an einer Besserung der jüdischen Lage in den Niederlassungsländernkeine Interesse zeigt.
Vier Aufgaben ergeben sich für die Arbeit im Osten, es muß versucht werden, die Juden geistig zu heben, um ihre Kräfte für wirtschaftlich lohnendere Gebiet zu machen. Den so vorbereiteten Massen müssen Erwerbsmöglichkeiten neuer Art erschlossen werden, was teilweise eng mit der dritten Aufgabe, der Erringung politischer Freiheit, zusammenhängt. Hand in Hand mit dieser positiven Arbeit geht natürlich die Hilfe für den Augenblick, die Wohltätigkeitsaktionen, die auch dem Jude von heute, der die Freiheit der Zukunft nicht erleben wird, ein etwas menschwürdiges Los bereiten wollen. Der Zionismus beteiligt sich nur zögernd und schwach an diesen ernsten wichtigen Arbeit! Er lebt nur in die Zukunft, sieht mit einer gewissen mitleidigen Verachtung auf alles herab, was die Westjuden an emsiger Arbeit für die Judenheit geleistet haben, und es ist natürlich viel, viel leichterüber Rachmonusjudentum seicht zu witzeln als durch Arbeit und Geld zu helfen. Die geistige, wirtschaftliche und politische Hebung im Niederlassungslande ist für den Zionismus überflüssig und bloße Kraftvergeudung, und er, der bombastisch vorgibt, die Erlösung für die ganze Judenheit, für das ganze jüdische Volk zu bringen, kümmert sich um die realen Existenzmöglichkeiten dieses Volkes nicht, sondern wendet seine konzentrierte Fürsorge den wenigen, ach so wenige zu, die sich von dem Schicksal ihrer Brüder trennen und sich in Palästina eine neue Heimat schaffen können. Wer aber dasselbe zu Hause oder sonstwo auf dem weiten Erdenrunde zu erreichen versucht, ist in den Augen der Zionisten ein materiell denkender Verräter an die Sache des jüdischen Volkes. Der Zionismus hat große Geldmittel aufgehäuft. Mehr als sieben Millionen Mark nennt er sein eigen, sieben Millionen, die zum Teile aus den Pfennige der Armen und der Ärmsten im Osten gesammelt sind. Aber selbst in den Zeiten der entsetzlichsten Verfolgungen hat sich der Zionismus nicht veranlaßt gesehen, seinen Nationalfonds denen und dem zuzuwenden, wofür es notwendig war, und das Motiv: Laß sie betteln gehn wenn sie hungrig sind , erscheint nicht mehr als eine Verirrung, weltfremder, idealistischer Zukunftsschwärmer, sondern als eine raffinierte, ausgeklügelte Grausamkeit.
(wird fortgesetzt)
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Schriften zur Aufklärung über den Zionismus
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II.DAS WESEN DES ZIONISMUS
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Ist es nicht geradezu ein verbrecherischer Wahnsinn, sich über den Universalismus und den Weltengott, über die Mission des Judentums mit dem billigen Spott der Beschränkung lustig zu machen, diese erhabene Lehre zu verwerfen, weil unsere Zeit ihnen nicht günstig ist, weil wir sichtbare Erfolge unserer Weltanschauung zahlenmäßig nicht feststellen können? Ist der Erfolg überhaupt ein Maßstab für die Richtigkeit einer Idee? Bleiben unsere Propheten nicht doch, was sie sind, behalten ihre Lehren nicht ihren Wert, wenn auch ihre Zeit sie mit Schmutz und Hohn bewarf, wie es heute der Zionismus mit jedem andersdenkenden tut? War darum die gewaltige Kraftihrer Begeisterung geringer an Wert, waren darum ihre Grundsätze schlecht, weil sie kein Gehör fanden, und viele von ihnen, vom Volke verachtet und verfolgt, verdarben und starben? Nein, der äußere Erfolg ist noch niemals der Maßstab für den inneren Wert einer Sache gewesen, und damit kommen wir zum wichtigsten religiösen Gute, das der Zionismus zerstört. Der Glaube an den gerechten und liebenden Weltengott und das Streben, diesen Glauben zu verbreiten, gipfeln in den Gedanken an das messianische Reich, an jene Zeit, da auf Erden wirkliche Harmonie, wirklichen Frieden, echte Kultur herrschen werden,und alle Welt da die enge Schranken der Konfessionen und Nationen,die an allen Krieg und Streit die Schuld tragen, gefallen sein werden den einen einzigen Gott anbetet. Dieser Glaube war es allein, der dem Judentum zu allen Zeiten, Kraft und Ausdauer gab;ihn zerstören und leugnen heißt das Judentum selber zerstören. In ihm stimmen auch alle Richtungen des Judentums sachlich überein, wenn sie auch in Einzelheiten eine verschiedene Auffassung haben. Und was macht der Zionismus aus diesen Grundglaubensatze der Religion? Sein Messianismus ist ein rein nationaler, er träumt von einem jüdischen Reiche,das nicht etwa, wie die Verheißungen der Propheten und die innigen Wünsche unserer Gebeten es zum Ausdruck bringen dann sich erheben wird, wenn alle Völker sich dem einzigen Weltengotte zugewandt haben werden, sondern sein Ideal ist ein Staat, der sich mitten unter der Unruhe und dem Hasse der Welt aufbaut,dessen Zukunftsehen die eigene Wohlfahrt, die eigene Sicherheit ist, der aber im übrigen sein Schicksal getrennthat von dem der Welt. Dieses kleinliche und beschränkte Messiasideal ist dem Judentum wesensfremd, dessen wahren Zukunftshoffnungen Vereinigung und Liebe, nicht Haßund Absonderung verkünden. Nur das Wort hat der Zionismus behalten, aber der Inhalt ist verfälscht, und die messianische Vorstellung des Nationalismus ist verderbliche, verwirrende Phrase!
Zionismus und jüdische Religion, ein beschränkter Nationalismus und der Glaube an einen Weltengott sind unvereinbare Gegensätze.Wer das Judentum kennt und liebt, wer seine wertvollen Güter behalten will, muß den Nationalismus ablehnen. In diesem Punkte sind Orthodoxe und Liberalen sich einig, einig in dem Wunsche, die religiöse Kraft des Judentums zu stärken, einig in dem Bewußtsein daßder Zionismus theoretisch mit der jüdischen Religion unvereinbar ist!
Wie sieht es nun in der Praxis aus? Praktisch erklärt ja der Zionismus Religion als Privatsache. Man darf sich nicht etwa durch den Einwand , den man häufig hört, täuschen lassen, daßdies nur auf die speziellen Probleme der Religionbeziehe, und daß der Zionismus dieselbe Stellung wie andere jüdische Organisationen einnehme. Wenn diese erklären, religiöse Fragen nichtin den Kreis ihrer Betrachtungen ziehen zu wollen, handelt es sich um Einzelheiten strittiger Natur. Selbstverständlich können der Zentralverein, die Großloge, der Hilfsverein und alle anderen sich nicht darüber äußern, ob in der Synagoge eine Orgel zufällig ist, ob jede Gemeinde ein rituelles Tauchbad haben müßte. Solche Betrachtungen würden Streit hervorrufen und die äußeren zusammenfassendenAbwehraufgaben hindern. Aber alle jüdischen Organisationen stehen ohne weiteres auf dem Boden der grundsätzliche Anerkennung der jüdischen Religion als obersten und einzigen einheitlichen Faktors des jüdischen Lebens und ungeschriebenes Staut ist bei allen, daß nur diejenigen Mitglieder werden können, die sich zur jüdischen Religion bekennen, wobei man sich natürlich das Prinzip der Gewissensfreiheit entsprechend mit dem Bekenntnis begnügt das freiwillig abgelegt wird, und nicht näher zu forschen vermag, zu welchen praktischen Folgen es im Leben führt.
Der Zionismus erklärt daß die Religion Privatsache sei, daß jeder sich sein Verhältnis zur Religion gestalten könne, wie es ihm paße, und daß eine positive Stellung der Religion für den Begriff Jude nicht erforderlich sei.
Statistische Feststellungen über die Anzahl der religionslosen Zionisten lassen sich nun nicht machen, weil der Staat nur als Juden betrachtet, der sich zur jüdischen Religion bezeichnet, aber jeder Kenner der Verhältnisse weiß, wie gleichgiltig man in führenden zionistischen Kreisen innerlich der Religion gegenübersteht. Wie könnte es auch anders in eine Bewegung sein, nach deren Grundsätzen man zu gleicher Zeit ein Atheist und ein guter Jude sein kann, in deren Kreisen man den Centralverein es als ein Makel anheftet und ihn meidet, weil er sich eine Vereinigung deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens nennt.
Die offizielle Stellung der Juden, die offiziell als Glaubensvereinigung gelten und nur in dieser Gestalt dem Staate gegenüber eine Gemeinschaft darstellen, bringt es mit sich, daß im allgemeinen der deutsche Zionist als zur jüdischen Religion gehörig gilt. Aber die logischen und folgerichtigen Theoretiker gehen weiter und verlangen nicht einmal dieses äußerlichen Bekenntnis zum jüdischen Glauben. Daß man theoretisch ebenso wie Atheist auch Christ oder Mohammedaner und trotzdem ein guter Nationaljude sein könne, ist noch niemals bestritten worden, aber die ehrlichen Theoretiker, denen taktische Fragen gleichgiltig sind, finden auch nichts dabei, wenn diese Anschauung in die Praxis umgesetzt wird.Dr. Jeremias erklärt in der jüdischen Rundschau vom 31. März 1911, daß man es als Geschmacks- und nicht als Prinzipiensache ansehen müsse, ob man den Schekel nur von Angehörigen des jüdischen Glaubens nehmen wolle und solle. Dr. Joseph erklärt mit aller Seelenruhe, wie er selbst sagt, daß man ein guter Nationaljude und dabei ein guter Christ oder überzeugungstreuer Atheist sein könne (Liberales Judentum, Jahrgang 1911, Seite 47). Die deutsche zionistische Parteileitung hat zwar Joseph energisch von ihren Rockschößen abgeschüttelt, aber das ist sehr undankbar gewesen, undankbar gegen einen ehrlichen, folgerichtig denkenden Menschen, der schlicht die Wahrheit sagte und auf die Finessen zionistischer Diplomatie noch nicht geaicht war. Er hat nur das ausgesprochen, was anderen aus taktischen Gründe verschweigen. Im Zentralorgan derdeutschen Zionisten stand um noch ein Beispiel aus vielen herauszugreifen am 19. April 1912 zu lesen, daß er zionistische Atheist im Interesse der Bewegung sich nicht scheuen solle; seinen Atheismus offen zu bekennen, und wenn auch in diesem Wunsche eine anerkennenswerteGegnerschaft gegen religiöse Heuchelei zu Tage tritt, die Sache wird dadurch nur unterstrichen,daß man als nationaler Jude kein religiöses Interesse zu haben braucht. Vom Ausland soll hier garnicht die Rede sein, denn daß z.B. in Rußland der Nationaljude christlicher Konfession nicht nur in Ausnahmen vorkommt, wie deroft genannten Herzenstein es noch war, sondern etwas Alltägliches zu werden beginnt, das geben sogar zionistische Blätter ganz offen zu (Frankfurter Israelitisches Familienblatt vom 2.Februar 1912 (Seite 1 und 2). Es kann hier unsere Aufgabe nicht sein, uns in Einzelheiten zu ergehen, es mag genügen auf die allgemein bekannte Tatsache daß einem großen Teil der russischen Jugend der Nationalismus nur ein Vorwand ist, der die Taufe deckt und ihn vor dem Vorwurfe bewahrt, feigen Verrat begangen zu haben.
Jedenfalls ist es ganz unbestreitbar, daß das Judentum, welches der Zionismus stützt und aufbaut, mit wahrem Judentum auch praktisch nichts zu tun hat, und daß er auch praktisch auf die jüdische Religion zerstörend wirkt. Die Anschauungsweise der Zionisten, ähnelt der der Antisemiten. Zwar gibt es zwischen beiden, dem verschiedenen Milieu entsprechend, indem sie wirken, manche Unterschiede äußerlicher Natur. Doch ebenso wie der Antisemitismus äußertsich der Zionismus in Unfrieden, in scharfer Intoleranz, in Ungerechtigkeit und Verständnislosigkeit gegen Gegner. Was diese täglich zu beobachtenden Erscheinungen praktisch bedeuten, wird Gegenstand späterer Betrachtung sein, uns interessiert hier vornehmlich ihre theoretische Grundlage. Es ist falsch zu glauben, daß die bloße Auswüchse der politischen Kämpfe seien oder der Stellung, die andere Richtungen im Judentum zum Zionismus einnehmen. Die Übereinstimmung mit dem Wesen des Antisemitismus, daß sich uns Juden gegenüber in den schändlichen Anschläge gegen Gut, Freiheit und Ehre der Juden offenbart, würde noch weit schärfer hervortreten, wenn der Zionismus eine so herrschende Machtstellung einnähme wie jener. Jeder Vorwurf aber, den man dem einen Teile macht, gilt gleicherweise für den anderen, und viele schwache Charaktere, die in den Zionismus hineingezogen worden sind, haben sich ganz und gar die Denkweise des Antisemitismus angewöhnt, haben zu ihrem Teile zu dem Beweise beigetragen, daß der Zionismus ebenso wie sein Zwillingsbruder, der Antisemitismus, nicht nur zur jüdischen, sondern zu jeder Religion, die ethische Grundsätze hat, in schärfstem Gegensatze steht.
(wird fortgesetzt)
Mit Dank an Frau Manja BURGERS, Antiquarische Buchhandlung Spinoza in Amsterdam
Begebenheit: Des Macedonischen Alexanders zusammenerobertes Reich ward mit seinem raschen Tode Beute seiner Feldherrn, und Länder und Völker seufzten unter der Geisel des Krieges, den die, um die Teilung entzweiten, Herren entzündeten. Jissroél, dessen scheinbare Wiederherstellung durch Kauresch ja überall nie wahre Wiederherstellung war, das immer, wenn gleich in seinem Innern selbständig, nach außen hin nur begünstigte Provinz persischer Herrscher blieb, a Jissroél ward endlich, vielfach von jenen Kämpfen verwundet, syrische Provinz der Seleuciden.
Unter Antiochus Epiphanes, einem Fürsten Syriens, sollte nun Jissroél zum ersten Male die Waffen der Gewalt, nicht auf ihre Habe, nicht auf ihr Leben, nicht auf ihre Freiheit gerichtet sehen, sondern auf das, was ihnen mehr noch ist als ihre Habe und Gut, als Land und Leben und Freiheit, gerichtet sehen auf Vernichtung ihrer Lebenslehre, auf Erlöschung ihres Wissensgeistes, auf Ertötung ihrer Lebensreinheit, auf Vertilgung ihres Jissroélswandels. Mizrajim knechtete Jissroéls Leib, Bowél, und später Rom, waren Landeseroberer, Persien war selbst mild gegen überkommen Provinz, alle waren Macht gegen Schwächere, und meinten wiederum nur Macht und Gut. Dem Antiochus war das, eines Rasenden, wie die Folgezeit ihn nannte, würdige Beginn vorbehalten, Despotengewalt gegen den Geist zu kehren, und Jissroél vertraut zu machen mit den Prüfungen, die ihrer so viele Jahrhunderte hindurch warteten, zwischen geistigem oder körperlichem Tod zu wählen. Wie rasend ward gewütet; Beachtungder Jissroéls Leben tragenden Stützen: Thauroh, Schabboss, Briß, mit dem Tode gebüßt; gebüßt mit dem Tode jede Erfüllung der Pflicht; durch Wollust der Satrapen Keuschheit der Häuser gezwungen ertötet; den Tempel entheiligt, Götzen in ihm errichtet; und dem alleinigen Gott zu entsagen und Göttern zu opfern sollte mit Schrecken des Todes erzwungen werden; da fielen die ersten Leichen für der Thauroh Bestand.
Da als gefallen waren die Treuen als schon schwankten die Schwachen und verlassen sich sah Jissroéls Sache erhob sich Mattissjohu, Sohn Jauchonons, der Priester, mit seinen Söhnen, zählte nicht die Zahl der ihm Gleichgesinnten, vertraute auf den Geist und auf Gott, der dem Geist verleihet über rohe Gewalt, erhub sich zum Kampfe gegen solche Raserei, und Gott ließ siegen, vollkommen siegen seiner Treuen Schwäche über der übermutigen Gewalt.
Und wie so Gott über die Erhaltung des Jissroélgeistes gegen Wüten der Gewalt gewacht, und an dem Geisteslicht, das in eines Mannes Brust rein noch leuchtete, Jissroéls Licht neu sich entzünden ließ; also sprach Er es auch durch sichtliches Zeihen aus: daß Er auch in Zeitenwüste über Erhaltung des Jissroélgeistes wache. Denn, als nun verscheucht waren die Tyrannen, gesäubert das Land, gereinigt der Tempel von Götzengreuel war, und nun der Tempelleuchter, der Jissroéls Geisteslicht, als von Gott ausströmend darstellte, (siehe Abschn. VI.) wieder angezündet werden sollte, fand sich nur ein noch unentweihtes Krügchen Öl, für eines Tages Dauer hinreichend. Aber sieh! Der über Jissroéls Geisteslicht wacht, ließ es ausreichen für volle acht Tage bis neues bereitet wurde. Das Zeichen ergriffen die Väter und erhuben es zur sinnvollen Feier der Gedächtnistage, die dieser Begebenheit gestiftet wurden.
Alljährlich, wenn wiederkehrt die Chanukozeit, werden in jedem Jissroélhause, ja, von jedem Jissroélsohn, Lichter angezündet, und jener Tage Begebenheit in Wort und in gottanschauenden Gesängen gefeiert; auf daß es Jissroél durchleuchte das Wort seine dunklen Gänge: daß Jissroéls Geisteslicht nimmer erlösche. Und wenn auch rings um dich alles entweiht wäre im Drange der Zeiten, wenn auch nur in eines Hauses Kreise, ja nur in eines Mannes Brust rein bleibt das Licht lebet nur heiter mitten in der Verirrung, sterbet selbst heiter unter eines Rasenden Wut Jissroéls Geistesleben bleibt gerettet Gott wacht darüber, und, auch nur an eines Mannes Licht entzündet er es neu.
Nicht mit Heeresmacht, nicht mit Körperkraft, sondern
mit meinem Geiste, spricht Haschém Zwoauß!
Samson Raphael HIRSCH : Chauréw, Versuche über Jissroéls Pflichten in der Zerstreuung, zunächstfür Jissroéls denkende Jünglinge und Jungfrauen. Vierte Auflage Frankfurta.M. Verlag J. Kaufmann 1909
Der Zionismus, seine Theorien, Aussichten und Wirkungen 9.Folge
Schriften zur Aufklärung über den Zionismus
N° 2 Der Zionismus, seine Theorien, Aussichten und Wirkungen
Herausgegeben vom Antizionistischen Komitee Berlin 1913
II. DAS WESEN DES ZIONISMUS
Ist es nicht geradezu ein verbrecherischer Wahnsinn, sich über den Universalismus und den Weltengott, über die Mission des Judentums mit dem billigen Spott der Beschränkung lustig zu machen, diese erhabene Lehre zu verwerfen, weil unsere Zeit ihnen nicht günstig ist, weil wir sichtbare Erfolge unserer Weltanschauung zahlenmäßig nicht feststellen können? Ist der Erfolg überhaupt ein Maßstab für die Richtigkeit einer Idee? Bleiben unsere Propheten nicht doch, was sie sind, behalten ihre Lehren nicht ihren Wert, wenn auch ihre Zeit sie mit Schmutz und Hohn bewarf, wie es heute der Zionismus mit jedem andersdenkenden tut? War darum die gewaltige Kraft ihrer Begeisterung geringer an Wert, waren darum ihre Grundsätze schlecht, weil sie kein Gehör fanden, und viele von ihnen, vom Volke verachtet und verfolgt, verdarben und starben? Nein, der äußere Erfolg ist noch niemals der Maßstab für den inneren Wert einer Sache gewesen, und damit kommen wir zum wichtigsten religiösen Gute, das der Zionismus zerstört. Der Glaube an den gerechten und liebenden Weltengott und das Streben, diesen Glauben zu verbreiten, gipfeln in den Gedanken an das messianische Reich, an jene Zeit, da auf Erden wirkliche Harmonie, wirklichen Frieden, echte Kultur herrschen werden,und alle Welt da die enge Schranken der Konfessionen und Nationen,die an allen Krieg und Streit die Schuld tragen, gefallen sein werden den einen einzigen Gott anbetet. Dieser Glaube war es allein, der dem Judentum zu allen Zeiten, Kraft und Ausdauer gab;ihn zerstören und leugnen heißt das Judentum selber zerstören. In ihm stimmen auch alle Richtungen des Judentums sachlich überein, wenn sie auch in Einzelheiten eine verschiedene Auffassung haben. Und was macht der Zionismus aus diesen Grundglaubensatze der Religion? Sein Messianismus ist ein rein nationaler, er träumt von einem jüdischen Reiche, das nicht etwa, wie die Verheißungen der Propheten und die innigen Wünsche unserer Gebeten es zum Ausdruck bringen dann sich erheben wird, wenn alle Völker sich dem einzigen Weltengotte zugewandt haben werden, sondern sein Ideal ist ein Staat, der sich mitten unter der Unruhe und dem Hasse der Welt aufbaut,dessen Zukunftsehen die eigene Wohlfahrt, die eigene Sicherheit ist, der aber im übrigen sein Schicksal getrennt hat von dem der Welt. Dieses kleinliche und beschränkte Messiasideal ist dem Judentum wesensfremd, dessen wahren Zukunftshoffnungen Vereinigung und Liebe, nicht Haßund Absonderung verkünden. Nur das Wort hat der Zionismus behalten, aber der Inhalt ist verfälscht, und die messianische Vorstellung des Nationalismus ist verderbliche, verwirrende Phrase!
Zionismus und jüdische Religion, ein beschränkter Nationalismus und der Glaube an einen Weltengott sind unvereinbare Gegensätze. Wer das Judentum kennt und liebt, wer seine wertvollen Güter behalten will, muß den Nationalismus ablehnen. In diesem Punkte sind Orthodoxe und Liberalen sich einig, einig in dem Wunsche, die religiöse Kraft des Judentums zu stärken, einig in dem Bewußtsein daßder Zionismus theoretisch mit der jüdischen Religion unvereinbar ist!
(wird fortgesetzt)
Mit Dank an Frau Manja BURGERS, Antiquarische Buchhandlung Spinoza in Amsterdam
Der Zionismus, seine Theorien, Aussichten und Wirkungen 8.Folge
Schriften zur Aufklärung über den Zionismus
N° 2 Der Zionismus, seine Theorien, Aussichten und Wirkungen
Herausgegeben vom Antizionistischen Komitee Berlin 1913
II.DAS WESEN DES ZIONISMUS
... .Das Judentum war und ist eine Religion! Nur darum ist es ewig und unzerstörbar. Der ewige Charakter des Judentums ist ein universeller, Welten umspannender und Menschen verbindender. Der Nationalismus aber reißt das Judentum aus dieser Stellung in der Weltgeschichte heraus und macht es zu einer kleinen Nation mit relativen Wert, genau denselben denn die Tausenden entstehenden und vergehenden Nationen auchhaben.Diesem nationalenGedanken ordnet der Zionismus auch das religiöse unter.Da nun die jüdische Religion in einem ausgesprochener Gegensatz zu allem beschränktem Nationalen steht, kann man ermessen, welche Umwandlung sie sich dabei gefallen lassen muß. Alles, was im Lehrinhalte des Judentums groß und ewig ist, weil es eine Überwindung der engherzigen nationalen Begriffe darstellt, wird darum vom Zionismus abgelehnt und seine Richtigkeit bestritten, und wo diese Mittel nicht verfangen, wird es mit Schmutz und Hohn beworfen.Unter der Bearbeitung des Nationalismus wird die jüdische Religion zu eine Karikatur ihres eigentlichen Wesens. Aus der universellen Weltreligion mit ihrem erhabenem Flugewird der bescheidene Kultus eines kleinen Volksstammes. Nicht mehr ist der Maßstab für gut und bösen, in ewigen göttlichen Gesetzen zu finden, sondern in nationalen Eigentümlichkeiten des Volkes dessen Fehler, Schwächen und typischen Laster zum Range von Tugenden erhoben werden müssen. Da nun einmal nicht alle jüdischen Rasseneigenschaften gut sind, und auch diese schlechten Berücksichtigung und Pflege finden, gefährdet der Zionismus die allgemeinverbindliche Ethik, an deren Stelle er einen jüdischen Rassensittenkodexsetzt, der aber wahre Ethik nicht mehr darstellt.
Der Zionismus spottet über alles was in derjüdischen Religion groß und erhaben ist. Er höhnt wenn die nicht nationale Judenheit trotz aller Enttäuschungen, die sie in der Welt erfährt,das Wesen Gottes in der Liebe und Gerechtigkeit erblickt, und an ihren Sieg mit aller Kraft der Seele glaubt. Der Zionismus verspottet und verhöhnt den Universalismus in derjüdischen Religion überhaupt und leugnet damit zugleich den Glauben an den einen Gott, der aller Menschen Vater ist und die Geschicke der ganzen Menschheit lenkt. Der Zionismus leugnet die Mission des Judentums und beschimpft die Rabbiner, welche, den alten prophetischen Verheißungen und Hoffnungen getreu diesen Stein als einer der herrlichsten in der goldenen Krone der jüdischen Lehre ansehen. Damit nimmt er aber einen der stärksten Antriebe zum sittlichen Handel, das Gefühl der Verantwortung, das jeder einzelne von uns wie unsere jüdische Gesamtheit der Menschheit gegenüber trägt.
Und warum dies alles? Warum leugnet und verhöhnt der Zionismus diese größten und erhabensten Gedanken unseres Glaubens? Nur weil er ein Kind der Zeit ist, das nicht historisch denken undblicken kann und kein anderes Gesichtsblick kennt als den ganzen engen der heutigen Zustände! Und da diese trübe sind , da unsere Zeit uns noch nicht anhören will, da sie noch kein Verständnis hat für die Größe und Erhabenheit des universalistischen, reinen Gottesglaubens, erklärt der Zionismus die religiöse Güterfürwertlos und wirft sie leichtfertig von sich. Ohne den geringsten Sinn für seine Verantwortung gegen die Geschichte zerstört der Zionismus die jüdische Religion!
(wird fortgesetzt)
Mit Dank an Frau Manja BURGERS, Antiquarische Buchhandlung Spinoza in Amsterdam
Der Zionismus, seine Theorien, Aussichten und Wirkungen 7.Folge
Schriften zur Aufklärung über den Zionismus
N° 2 Der Zionismus, seine Theorien, Aussichten und Wirkungen
Herausgegeben vom Antizionistischen Komitee Berlin 1913
II.DAS WESEN DES ZIONISMUS
. Das Judentum ist eine Religion! Es berührt geradezu merkwürdig, daß man geschichtliche Tatsachen, die mit solcher Wut in die Menschheitsgeschichte eingegriffen haben, daß sie Selbstverständlichkeiten, darstellen, noch erheben muß. Das Judentum ist seit der Zerstörung des Tempels nie etwas anderes gewesen, und überall, wo es auf die Geschichte der Welt eingewirkt hat, kam nur das religiöse Moment in Frage. Der Zionismus will es anders!Er erblickt im Judentum in erster Reihe eine Nation und zieht daraus seine Folgerungen, er wandelt den Charakterunserer Gemeinschaft in das Gegenteil um.
Nun läßt sich nicht bestreiten, daß das Judentum einstmals eine Nation war, als eben noch der Tempel sich erhob. Aber das war in Zeiten,als man die Unterschiede zwischen nationaler und religiöser Einheit noch nicht so faßte wie heute und der Gedanke an eine Religion, die über die Grenze der Nation hinausgriff erstdunkel in den Köpfen aufzudämmern begann. Gerade in unserem Judentum entstand eben zum erste Male der Begriff einer Ewigkeitsreligion, und das warder Grund daß diese Gemeinschaft als allererste ihre nationale Zertrümmerung überleben und als bloße Religion fortbestehen konnte, obgleich der Römer sich die größte Mühe gegeben hatte der jüdischer Staat mit eiserner Hand für immer aus der Reihe der Nationen zu vertilgen. Wäre das Judentum anderen Nationen wesensgleich gewesen, so wäre es untergangen, genauso wie Hellas und das gewiß mächtige Rom. Es war aber mehr, es hatte Ewigkeitswerte, und indem es sie betonte, erhielt es sich. Seit der Zerstörung des Tempels ist das nationale, vergängliche Moment zurückgetreten, während das religiöse immer mehr betont worden ist, und nur darum erhielt sich das Judentum, weil es Träger von Ideen war,die stärker sind als Völker und Nationen. Die engen Fesseln nationaler Beschränkung waren gesprengt und die universale Weltreligion sowie der Glaube an des Judentums Aufgabe,durch treues Festhalten an diese Religion, die Welt für den reinen Gottesglauben zu erobern, waren ein Inhalt, wie er erhabener und größer nicht gedacht werden konnte.Zu allen Zeiten ist die gewaltige Größe dieser Ideen in Jissroél empfunden und erkannt worden.
(wird fortgesetzt)
Mit Dank an Frau Manja BURGERS, Antiquarische Buchhandlung Spinoza in Amsterdam
Der Zionismus, seine Theorien, Aussichten und Wirkungen 6.Folge
Der Zionismus, seine Theorien, Aussichten und Wirkungen 6.Folge
Schriften zur Aufklärung über den Zionismus
N° 2 Der Zionismus, seine Theorien, Aussichten und Wirkungen
Herausgegeben vom Antizionistischen Komitee Berlin 1913
II. DAS WESEN DES ZIONISMUS
Was neu ist im Zionismus, ist unjüdisch, ist ein Assimilationsprodukt, eine Anlehnung an die Anschauungen, die die Außenwelt beherrschen. Der Zionismus hat aber auch Züge aufzuweisen, welche wirklich jüdisches Gut darstellen. Aus dieser beabsichtigten Aufnahme mancher alten echt jüdischen Tendenz, aus wohlüberlegten Mischung vom Altem mit jenem Neue, das bedingungslos schlecht und verwerflich ist, wird es erklärlich daß unbefangene Juden im Zionismus auch Anerkennenswertes und Gutes zu loben finden. Der Zionismus hat in unverkennbarer Absicht mit seinem unjüdischen nationalen Chauvinismus alte gut jüdischen Forderungen verknüpft und je nach der Gelegenheit, versteht er es auch, die eine oder die andere Richtung wirksam auszuspielen. Einmal ist der Zionismus der politische Faktor mit nationaler absondernder Verhetzung, das andere Mal aber die humanitäre Vereinigung, die den leidenden Glaubensbrüdern Brot und eine Heimstätte schaffen will! Und mit ein unleugbarem Geschick versteht er dabei, im Fernstehenden den Eindruck zu erwecken, als ob die humanitäre Seite etwas spezifisch Zionistisches sei, ein Gebiet, dem die anders denkende Judenheit sich nicht mit gleicher Liebe und Begeisterung hingebe. Gerade in unseren Tage betont ja die Bewegung das kolonisatorische Moment und die rein wirtschaftliche Hilfsaktion in einem so starkem Maße, daß tatsächlich für den Uneingeweihten eine gewisse Verwirrung entsteht und er nicht merkt, daß im Zionismus das Neue nicht gut, und das Gute nicht neu ist.
Der humanitären Seite des Zionismus seien einige Worte gewidmet, nachdem festgestellt worden ist, daß sich hierin nichts spezifisch Nationales offenbart, und daß von Nichtzionisten, von Orthodoxen wie von Liberalen, diese Arbeit weit intensiver und besser geleistet wird. Der einzige Unterschied besteht darin, daß diese letzteren wirkliche Arbeit emsig und geräuschlos verrichteten, während jene Bewegung auch Scheinarbeit mit einen unendlichen Geschrei begleitet und dadurch die Welt zu einer unendliche Überschätzung ihres Wertes und Umfangs verleitet.Das gilt auch von der Tätigkeit im heiligen Lande. Auch wir wissen wohl daß Palästina nicht ein beliebiges Reich ist wie andere auch. Es ist uns heilig als die Stätte, an der unsere Religion entstand,als der Boden auf dem der Tempel sich erhob,wo die Propheten gewirkt haben. Heilig ist uns die Erde, die unserer Väter Herzblut getränkt hat; durch tausende von erhebende Erinnerungen mit Palästinas Gauen verknüpft,werden wir immer uns in Stolz gen Osten wenden und der Gedanken an Zion wird in unserem Herzen nicht verlöschen. Das heilige Land ist unser Vaterhaus, das Vaterhaus derer, die weit in aller Welt zerstreut für des Gottesnamens Ehre wirken, und wie jeder von uns mag er noch so sehr von ihm entfernt sein, seines wirkliches Vaterhauses nicht nur in Liebe gedenkt, sondern bestrebt ist, es in Stand zu halten, um seines Glanzes sich freuen zu können, freuen wir uns wenn es in Blüte ist, so ist es mit Palästina auch. Ohne das wir dort wohnen wollen, freuen wir uns, wenn es in Blüte steht, und jede Bemühung die seinem Wohle gewidmet ist, darf unsere Unterstützung sicher sein. Darum ist schon vor dem Entstehen des Zionismus wie auch seit jener Zeit unbeirrtdurch seine Tätigkeit eifrig kolonisiertworden, und die Hauptarbeit wurde und wird von Männer geleistet die sich dem Zionismus fernhalten, ja sogar ihm feindlich gegenüber stehen. Und wenn vielleicht in manchen Punkten die zionistische Kolonisation in Palästina intensiver zu sein scheint, so liegt das einerseits daran, daß sie später begann als die der anderen und daß demgemäß deren Erfahrungen ihr zu Gute kamen; andererseits aber liegt ihr Vorteil in der Konzentration auf den einen leicht übersehbaren Fleck, wo hingegenunserer Arbeit sich auf alle Welt erstreckt und an vielen Orten den Juden eine Heimstätte mit Freiheit, Ruhe und sicherem Brote zu verschaffen sucht. Will man das spezifische Kennzeichen zionistischer Hilfsarbeit feststellen, so kann es nur in der Enge des Gesichtspunkts bestehen,in der Beschränkung auf den Boden der Väter. Das Wirken aller anderen Organisationen ist umfassender und erfolgreicher, ihre Leistungen sind weit größere, auch wenn sie nicht so viel Aufsehens davon machen.
Selbst wenn aber die humanitäre Seite des Zionismus wirklich Bedeutung besäße, dürfte sie nicht das wahre Wesen der Bewegung verdecken, und das diesem keinerlei Wert beizumessen ist, ergibt sich deutlich, wenn mandas Wesen des Zionismus mi dem des Judentums vergleicht.
(wird fortgesetzt)
Erscheint in Jeschurun Judentum gegen Zionismus in Folgen, war bereits Teil unseres StudienprogrammsJahrgang 5770/5771
Mit Dank an Frau Manja BURGERS, Antiquarische Buchhandlung Spinoza in Amsterdam
Der Zionismus, seine Theorien, Aussichten und Wirkungen 5..Folge
Der Zionismus, seine Theorien, Aussichten und Wirkungen 5..Folge
Schriften zur Aufklärung über den Zionismus
N° 2 Der Zionismus, seine Theorien, Aussichten und Wirkungen
Herausgegeben vom Antizionistischen Komitee Berlin 1913
I.Die Entstehung des Zionismus
Auf jüdischem Boden warder neue Messias nicht groß geworden, aber trotzdemliegt sein Ursprung vor aller Augen offen zu Tage. Das diese neuen Judenrettungsaktion eine spezifisch nationale Färbung annehmen mußte, liegt einfach daran, daß sie ein Kind des nationalistischen neunzehnten Jahrhunderts ist. Hier spielt eben dieseltsame Richtung, die die geistige Entwicklungunserer Zeit aufweist,in die innere Geschichte des Judentums hinein. In dem merkwürdigen Buche von H.St. Chamberlain über Die Grundlagen des neunzehnten Jahrhunderts, einem Hohenliede der dilettantenhaften Oberflächlichkeit und der hohlsten Selbstüberhebung spiegelt sich, sowohl was die Form wie die materielle Seite betrifft, am deutlichsten jene bequeme Weltanschauung wieder, die unsere Zeit beherrscht. Sie verachtet die individuellen Arbeit an sich selber und die persönliche Tüchtigkeit , sie erwartet alles Heil nuraus der Rassenveranlagung, die wie ein unabänderliches Fatumdes Menschen Denken und Handeln leitet und beherrscht. Es gibt hervorragendeund inferiore Rassen. Unterjenen soll die germanische die erste, unter diesen die jüdische die letzte sein.Jene sei der Inbegriff aller Erhabenheit , Großzügigkeit und Tugend sein, diese dagegen der Tummelplatz aller Laster und jeder Tüchtigkeit.Das Glied der germanische Rasse das nichts leiste, sei immer noch erheblich besser als der hervorragendste Semit. Wir können und wollen dieser Geistesrichtung nicht in ihre Einzelheiten verfolgen, uns nicht die Mühe geben, ihre offenbaren Fehler aufzudecken.Aber es ist klar, daß dieser Rassenwahn, die künstlich gezüchtete Rassenüberhebung der Betrachtung der Judenfrage neue Wege ebnete und dem Judenhasse eine ganz neue Richtung gab.
Der Antisemitismus war vorwiegend man braucht andere Momente die mehr oder weniger bewußt mitklingen, nicht zu verkennen oder abzuleugnen Religionshaß; die Emanzipation und das Eindringen der Juden in das Wirtschaftsleben ließ auch die wirtschaftliche Seite des Judenhasses weit stärker hervortretenDer Antisemitismus unserer Tage ist aber Rassenhaß! Und das bedeutet eine völlige Umwertungund eine gewaltige Vertiefung. Religiöse und wirtschaftliche Judenfeindschaft sind mehr äußerlicher Natur; sie gelten der Natur und die Anschauung und dem Wirken, nicht aber der Person. Der Rassenantisemitismus jedoch zielt auf den Menschen persönlich. Er hat aus einer Gegnerschaft , bei der beide Seiten sich durch Argumenten zu überzeugen suchten, einen Antisemitismus gemacht, der Verachtung des minderwertigen Juden und völlige Trennung von ihm auf allen Gebiete der Kultur und des gesellschaftlichen Lebens eindringlich predigt. Mit welchem Erfolg ist bekannt! Wenn das völkische Moment eine Bedeutung erlangt hat, der gegenüber alles andere, Verdienste, Tugenden, Strebung und Gesinnung nichts gelten, wenn der Jude geächtet wird, wenn man ihn zu eine Pariastellung herabdrücken will, so ist das ein Erfolg der die nationale Weltanschauung, der chauvinistischen Rassenwahn unserer Tage, in emsiger Arbeit errungen hat.
Und dieser chauvinistische, nationale Rassenwahn, ist die theoretische Grundlage, der geistige Nährboden des Zionismus! Im hat er die spezifische Züge seines Wesens und seiner Wirksamkeit entlehnt! Schon das Aussprechen dieser unbestreitbaren und unbestrittene Tatsache enthält die vernichtendste Kritik dieser pseudomessianischen Bewegung. Mit aller Deutlichkeit muß man es sich in den letzten Konsequenzen ausmalen, was es für das Wesen und die Erscheinungsformen des Zionismus erscheinen muß, daß er auf demselben Sumpfboden erwachsen ist wie der Rassenantisemitismus, diese Geisel, unter der wir Juden so entsetzlich leiden.Und es ist immer dasselbe Wasser, mag es nun arisch-antisemitisch, mag es nun jüdisch-national gefärbt sein, daß aus einem Giftbrunnen stammt, und daß keine Färbung der Welt zu einem gesunden Trank machen kann.
Wer sich auf dem Standpunkt stellt, daß die nationale Verhetzung und der Rassenantisemitismus ein Verbrechen an der Kultur sind und wer täte das nicht der muß auch dem Bruder in jüdischen Gewande, den nationalen Zionismus, verdammen, weil er ebenso verderblich wirken muß wie jene.
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(wird fortgesetzt)
Mit Dank an Frau Manja BURGERS, Antiquarische Buchhandlung Spinoza in Amsterdam
Die beste Anschrift für antiquarische Judaica: Antiquarische
Buchhandlung Spinoza in Amsterdam Inhaberin:
Frau Manja BURGERS http://www.spinozabooks.com
Der Zionismus, seine Theorien, Aussichten und Wirkungen 4..Folge
Der Zionismus, seine Theorien, Aussichten und Wirkungen 4..Folge
Schriften zur Aufklärung über den Zionismus
N° 2 Der Zionismus, seine Theorien, Aussichten und Wirkungen
Herausgegeben vom Antizionistischen Komitee Berlin 1913
I.Die Entstehung des Zionismus
Aber noch immer hat er seinen begeisterten Anhängern den Boden der Wirklichkeit entzogen sie fanatisiert, und dann wenn ihre Fantasien sich als Trug- und Luggebilde erwiesen und im Nichts zerfallen waren, nur noch tiefer in das Elend hinabgestoßen. Noch nie ist eine pseudomessianische Bewegung zerronnen, ohne das sie dem Judentum schwere, schwere Wunden zugefügt, ohne daß sie Tausende zum Abfall verleitet hätte!
In solchen Zeiten ersteht ein Pseudomessias, in jedem Zeitalter in einem anderen Gewande.In ganz moderner Gestalt erhob er sich am Ende des neunzehnten Jahrhundertsmit verführender und fanatisierender Kraft. Der Pseudomessias nannte sich damals Zionismus!
Als angebliche Rettung aus aller Gefahr trat eine Bewegung auf dem Plan,welche für die so vielfach verzweigte Judennot ein einheitliches Entstehungsprinzip gefunden zu haben sich rühmte und kündete, alles Elend komme daher, daß die Judenheit sich national auflöse. Sie behauptete, das Judentum sei stets eine Nation gewesen, sei es heute noch, und die Assimilation an die Kultur der anderen Nationen sei eine Verschwendung und Vernichtung der besten Kräfte, stelle einen schmählichen Verrat an demWesen und der Zukunft des Judentums dar, habe zudemnie etwas anders gezeitigt als Unglück und Verfall. Das ganze Unglück rühre daher, daß die Nation ein Mittelpunkt, ein territorialer und territorialer Mittelpunkt fehle, und diesen gelte es darum zu schaffen. Nur dann werde die Judenheit ein erträgliches Los haben, wenn das nationale Moment in den Vordergrund gestellt werde und sich Geltung verschaffe, wenn alle nationalen Kräfte zusammengeführt würden, und auf dem geheiligten Boden der Väter eine Zuflucht geschaffen sei, die einerseits dem gehetzten Judenvolke eine rechtlich gesicherte Heimstätte gewähre, wo er seine Individualitätgemäß leben und sich betätigen könne, von der andererseits eine geistige Belebung aller jüdischen Werte ausgehen werde. Einen Judenstaat verlangte der edle Theodor Herzl in seinem Buche das den gleichen Titel trägt und seinem dichterischen Können ebenso Ehre macht wie seinem Idealismus. Dieser Mann, der ein warmes Herz hatte für das Leiden seiner Brüder, der ein ehrlicher und ehrenhafter Idealist von reiner Gesinnung war, ist es, der der neuen Bewegung einen idealen Impuls hat. Er hatte aber das tragische Schicksal gehabt, das sich an seinen Namen eine pseudomessianische Bewegung häßlichster Natur knüpft und das mit seinem Namen geschäftsmäßige Schreier, gewissenlose Demagogen und unwissende Phantasten ihre wenig ideale Motive undZiele decken.
Wie wares nun gekommen, daß eine pseudomessianische Aktion gerade ein solches Gesicht annahm, daß sie sich auf einen Gedanken aufbaute, derdem Judentum absolut fremd war und einer zweitausendjährige Entwicklung, die nur Religion und wieder gefordert und gefördert hatte. Hat dieser nationale Gedanke vielleicht doch irgend eine Grundlage in jüdischer Anschauungen, gibt es irgend ein Analogon oder einen Vorläufer in der jüdischen Geschichte?Es ist das nie und nirgends der Fall gewesen! Gewiß kann man oft genug auf Bewegungen hinweisen, die der Rückkehr nach dem heiligen Lande ersehnten, aber noch niemals war man vom prophetischen Wege abgewichen, nie hatte man etwas anders erträumt als in erster Reihe die Wiedererrichtung des Tempels und den Sieg der Religion! Im Zionismus war etwas völlig Neues, etwas ganz Fremdes aufgetreten. Nicht an religiösen Gefühle appellierte er, nicht handelte es sich um die Errichtung des Tempels und die Herbeiführung des Gottesstaates, sondern um den Aufbau eines nationalen Staatswesens, wie andere es auch waren, ohne das von de m Siege der Religion auch nur die Rede war! Hier war nicht das ideale religiöse Moment in die Waagschale geworfen, denn um Glaubensfragen handelte es sich nicht, an sie dachte keiner. Es war die Judenfrage zu einem einfachem politischen und wirtschaftlichen Problem degradiert, ein völliges Novum, für jeden der die jüdische Geschichte nicht mit Schlagworte abtat,sondern sie studierte.
(wird fortgesetzt)
Erscheint in Jeschurun Judentum gegen Zionismus in Folgen, war schon mal Teil unseres StudienprogrammsJahrgang 5770/5771
Mit besonderen Dank an Frau Manja BURGERS, Antiquarische Buchhandlung Spinoza in Amsterdam
Der Zionismus, seine Theorien, Aussichten und Wirkungen 3.Folge
Der Zionismus, seine Theorien, Aussichten und Wirkungen 3.Folge
Schriften zur Aufklärung über den Zionismus
N° 2 Der Zionismus, seine Theorien, Aussichten und Wirkungen
Herausgegeben vom Antizionistischen Komitee Berlin 1913
I. DIE ENTSTEHUNG DES ZIONISMUS
Im Osten und im Westen also eine sehr bedenkliche äußere Lage!Und war es denn im Innern anders?Bot ein kräftig pulsierendes inneres religiösen Lebens einen Ersatz? Ein tieferer Einblick in dieser Richtung hin gab zu nicht minder verzweifelten Betrachtungen Anlaß. Denn die belebende Frische eines aktiven religiösen Lebens, die das Gefühl der Stärke und Begeisterung erweckt, suchte man in demmüden dahinschleichenden Judentum der Zeit vergebens, und was vorhanden war hatte durchaus nicht die Kraft, Ideale zu erwecken und sie in den Seelen der heranwachsenden Jugend fest zu verankern. Im Osten der alten Hochburg des frischen und kräftigen religiösen Lebens, war an seine Stelle die ceremonielle Lebensführung getreten, und was an Sehnsucht nach der innerlichen und echten Religion des Herzens vorhanden war, hatte teils im Chassidismus, dem Wechselbalg, dessen Vaterchristlicher Mystizismus und dessen Mutterdie geistige Rückständigkeiteiner arg gedrückten Volksmasse ist, teils in sonstigem öden Aberglauben und totem Formalismus dieunerfreulichste Blüten getrieben, die nur giftige Früchte ergeben konnten. Im Westen aber herrschte unter den Juden der Materialismus noch stärker als in den anderen Schichten der Bevölkerung, die ihm an Bildung undLebenshaltung etwa gleichwertig waren.
Das Interesse an religiöse Problemen hatte in weite Kreisen abgenommen, und es machtesich sogar das Bestreben bemerkbar, Religionslosigkeit, ja sogar Religionsfeindschaft als einen Kulturfortschritt zu betrachten, und der offene Hohn, mit dem in diesen Kreisen der fromm Gläubige bedacht wurde, wirkte auf andere verführerisch. Fast schien es, als ob diese Welle seichter Aufklärung alles religiöse Gefühl aus dem Kreis der Bildung fortgeschwemmte hätte und einen Indifferentismus bemächtigte sich weitere Schichten, von dem man befürchten konnte,daß er das Weltjudentum in kurzer Zeit vernichten würde. Dazu trat noch der Wille und die Kraft, Mission zu treiben, bei den Staaten, - besonders dem preußischen stark und kraß hervor. Die staatliche Gesetzgebung hatte den Zusammenhang zwischen den jüdischen Gemeinden nach Möglichkeit zu lockern versucht,und sie begünstigte auf diese Weise Zersplitterung und Streit. Was aber durch die Zerstörungstätigkeit nicht erreicht wurde , mußte die persönliche Mission ersetzen, indem man durch verlockende Versprechungen und reichliche Belohnungen die religiös geschwächte und indifferente Oberschicht, dessen Moralbegriffe durch das Schwinden religiöser Anschauungsweise naturgemäß gelitten hatten, zum feigen Abfall und meineidigen Übertritt verleitete.
Unerfreulich war so die Lage des Judentums, und für den Beobachter, dem geschichtlichen Blick und Kenntnisse fehlte,stellte sie sich noch verzweifelter dar, als es in Wahrheit der Fall war. Denn weder wußte er, daß das Judentum sich schon oft genug in Entwicklungsstadien befunden hatte, die noch weit mehr den Stempel der Auflösung an den Stirn trugen,noch war ihm bekannt daß unsere Gemeinschaft noch jedesmal vermöge der inneren Kraft ihrer ewigen Ideen Niedergangsperioden dieser Art siegreich überwunden hat. Die Masse der Intellektuellen, die ehrlich dachten und jüdisches Gefühl besaßen, die nicht abfallen und verschwinden wollten fühlte aber merklich das Unbehagen und Beschämende der Lage mit jedem Tage aufs neue.Tausende von phantastischen Gedanken traten ans Tageslicht, jeder zweiter Glaubensgenosse empfand die Judenfrage in ihrer vollen Schwere und fühlte sich verpflichtet seine Meinung dazu zu äußern! Und da den meisten das feste Fundament der Kenntnisse sowie die Fähigkeit zur geschichtlicher Betrachtung fehlte, schlossen wohlgemeinte und schlecht geratene Judenbefreiungsversuche wie das Unkraut in die Höhe. Freilich warenes Pflanzen, die nur phantastische Blüten trieben, die keinen festen Wurzelboden hatten und keine Früchte trugen.
Eine nervöse und überreizte Zeit war es, wie sie freilich im Judentum schon oft da gewesen, aber immer wieder überwunden worden ist durch den gesunden Instinkt der Gemeinschaft, die dann zu den alten Boden der ewigen Religionswahrheiten zurückkehrte und aus ihm neue, kräftige Nahrung zog. Aber in solchen nervösen, überreizte Zeitenerstehen die Pseudomessiasse.
Noch immer hat sich in solchen Tage ein Pseudomessias erhoben, noch immer hat er irgend eine gleißende Lehre entwickelt, noch immer hat er die leidende Menschheit die Befreiung von jeglichem Leid und Elend versprochen,noch immer ihr der Zukunft in den herrlichsten Farben gemalt, noch immer hat er Gläubige gefunden.
(wird fortgesetzt)
Erscheint in Jeschurun Judentum gegen Zionismus in Folgen, als Teil unseres Studienprogramms
Mit Dank an Frau Manja BURGERS, Antiquarische Buchhandlung Spinoza in Amsterdam
Jesajas 52,1 und Sprüchlein zur Wochenabschnitt Lech Lecho
לך-לך
הביטו אל אברהם אביכם ואל שרה תחוללכם כי אחד קראתיו ואברכהו וארבהו:
Schauet hin auf Abraham, euren Vater, und auf Sara, die euch gebären sollte! Denn als Einzelnen berief ich ihn, aber ich segnete ihn und werde ihn vervielfältigen.
(Jesaja 51,2 Übersetzung Reb Julius HIRSCH)
1.
Aus edlem Keim bist du hervorgegangen,
Vergiß es nie, Volk Jissroél,
Dir wird es niemals vor der Zukunft bangen,
Bleibst du nur rein und ohne Fehl.
2.
Gleich Abraham bewahr die Treue,
Den Gott erwählt zu Seinem Knecht,
Gleich Sara stets die Sünde scheue,
So wahrt du Adels Pflicht und Recht.
Aus: Erbauungsbuch Bibel- und Talmudschatz J.H. Kohn S. 3913.Auflage Hamburg 5691 1931
Der Zionismus, seine Theorien, Aussichten und Wirkungen 2.Folge
Der Zionismus, seine Theorien, Aussichten und Wirkungen 2.Folge
Schriften zur Aufklärung über den Zionismus
N° 2 Der Zionismus, seine Theorien, Aussichten und Wirkungen
Herausgegeben vom Antizionistischen Komitee Berlin 1913
I.Die Entstehung des Zionismus
Das Judentum stellt nur ein Glied der allgemeinen Kultur- und Menschheitsgeschichte dar. Mag es oft mehr als andere Gebilde in seiner ausgeprägt selbständigen Innenentwicklung als ein streng gegen die Außenwelt abgeschlossenes kleines Ganzes erschienen sein, so schlagen doch in seine Kreisen die Wellen der großen Welt hinein und beeinflussen seinen äußeren Entwicklungsgang. Zu dieser selbstverständlichen Tatsache gestellt sich aber noch eine von größere Tragweite. Denn in den geistigen Bewegungen, von denen das Judentum erfüllt ist, spiegelt sich die äußereLage ganz getreulich wieder. Nicht etwa, als ob eine Besserung der äußeren Verhältnisse stets Hand in Hand ginge mit einer gesteigerten Intensivität des geistigen Lebens und einer optimistischen Auffassung der Lebensprobleme. Das Gegenteil ist oft der Fall. Eine Regel läßt sich über diese Zusammenhänge überhaupt nicht aufstellen, aber sie sind vorhanden, stets konkret nachzuweisen, und daran muß man denken, wenn man jene Bewegung kritisch betrachten will die an den alten heiligen Namen sich klammernd Zionismus nennt. Nur aus den geistigen Strömungen die am Ende des neunzehnten Jahrhunderts die allgemeine Geschichtsbetrachtung beeinflußten, verbunden mit der wirtschaftlichen und politischen Lage der verschiedenen Glieder der Judenheit, ist der Zionismus ein Versuch zur Lösung der Judenfrage, seinem Wesen und seinen Zielen nach zu verstehen.
Das allgemeine Schicksal des Judentums am Ende des verflossenem Jahrhunderts unterscheidet sich wenigstens was die Massen betrifft nur sehr unwesentlich von den finstersten Zeiten des Mittelalters. Jener wesentliche Teil, der die russische Judenheit mit ihren rumänischen und galizischen Anhängsel darstellt, saß und sitzt in unendlicher wirtschaftlicher und geistiger Not. Ein Netz von Staatsgesetzen, das tagtäglich dichter wird, raubt ihm eine wirtschaftliche Existenzmöglichkeit nach der andere, in schweren Lebenskämpfe ist das geistige Interesse fast erlahmt, und seine letzten Reste verzehren sich in Aberglauben und Mystik. Die ewige Furcht vor blutgierigen Verfolgern hat das Aufrechte und Selbstbewußte des Charakters verloren gehen lassen, und besonders für Rußland wo man sich in die schlimmsten Zeiten eines erbarmungslosen Mittelalters zurückversetzt fühlt, kann man, ohne ein Prophet zu sein, voraussagen daß sich trotz des heutigen gewiß vorhandenen geistigen Lebens eine wirtschaftliche, geistige und moralische Katastrophe vorbereitet, die das Judentum in seiner Grundvesten erschüttern muß, wenn nicht eine Wendung eintritt. Ein anderes kam dazu, um die Lage noch verzweifelter zu machen. Die entwickelten Verkehrsverhältnisse einer neuen Zeit, die der Volksmassen Beweglichkeiterhöhen, schien anfänglich auch den Juden zugute zu kommen, und in der Auswanderung meinte man ein Mittel gefunden zu haben, das den in den Fremde ziehende Teile völlige Freiheit, Sicherheit und Brot, den Zurückbleibenden Luft und etwas Bewegungsmöglichkeit verschafft.Aber abgesehen davon, daß Auswanderungnie das Problem für eine so große kompakte Masse lösen konnte, begann sich das gelobte Land der Freiheit, Nordamerika und mit ihm die alte Hochburg der Toleranz, England, gegen den Zuzug der Ostjuden energisch zu wehren und machte es die Niederlassungserlaubnis von Bedingungen abhängig, denen nur ein geringer Teil der Auswanderer genügen konnte.So wurde auch dieser Rettungsweg, sofern er überhaupt einer war, erschwert und versperrt.
Um dieselbe Zeit, im letzten Viertel des vergangenen Jahrhunderts, hatten sich auch in den westlichen Ländern höherer Kultur bedenkliche Erscheinungen gezeigt. Der politische Liberalismus, der seit der Mitte des neunzehnten Jahrhunderts, besonders in Deutschland, herrschend und tonangebend gewesen war, hatte den Juden politische Gleichberechtigung erkämpft, und sie herrliche Zukunftsbilder von völliger Kulturassimilation schauen lassen. Um so härter, traf darum den deutschen Juden der Rückschlag, der an die Stelle des Liberalismus die Herrschaft der Klerikalen undreaktionär-konservativen Kräfte setzte. Ohne das verfassungsmäßig gewährte Recht irgendwiein der Theorie anzutasten, bemühte sich nun die Verwaltungspraxis den Juden wieder in seiner Pariastellung im Staate zurückzudrängen.Freiheiten, die er sich kaum errungen, wurden eingeschränkt, Stellungen, die er mit Eifer aus ausgefüllt hatte, entzog ihm, um Mommsens unsterblich gewordenen Ausdruck zu gebrauchen die Verwaltungsprellerei! Tausend Demütigungen wurden den Westjuden zugefügt, die er um so drückender empfinden mußte, als er an den positiven Blühen und Erstarken der Westkultur nicht unwesentlich beteiligt war, andererseits auch in seinem Denken und Fühlen durch die Vermählung mit ihr weit empfindsamer geworden war als früher. Es traf ihm wie ein Peitschenhieb, daß er nicht mehr würdig sein sollte, seinem Kaiser als Offizier zu dienen, er, der sich deutsch fühlte, der sich bewährt hatte, der in schwerer Kriegszeit begeistert mehr als seine Pflicht getan hatte.Genauso entsetzlich, traf es ihn, daß freche antisemitische Agitatoren ihrHaupt frei erheben durften, und das Verhöhnung und Beschimpfung der Judenin gewissen Kreisen zum guten Tonzu gehören schienen. Und wenn der deutsche Jude in seine VerzweiflungUmschau hielt, sah er,daß es anderswo auch nicht besser war. In Frankreich hatte die Dreyfußaffäre geradezu erschreckendeBlicke in die Tiefe antisemitischer Vorurteile tun lassen. In Österreich waren die beiden wichtigsten streitenden Parteien, die Chrislichsozialen und die Deutschnationalen, nur dann einig, wenn es gegen die verhaßten Juden ging. In jeder Seele, die nocheine Spur von Feinfühligkeit und Stolz bewahrt hatte, tauchte die verzweifelte Frage auf, ob es denn überhaupt einen Nichtjuden gebe, der nicht Antisemit war,und wer persönlich als Fühlender und als Schauender diese Zeiten mitgemacht hat, wird für die unendliche Übertreibung, die in dieser Anschauung steckt,ein verstehendes und verzeihendes Mitgefühl haben.
(wird fortgesetzt)
Erscheint in Jeschurun Judentum gegen Zionismus in Folgen, als Teil unseres Studienprogramms
Mit Dank an Frau Manja BURGERS, Antiquarische Buchhandlung Spinoza in Amsterdam
Rabbiner Dr. Raphael BREUER: Zur Charakteristik der ungarischen Orthodoxie (3)
Rabbiner Dr. Raphael BREUER (1881-1932)
Zur Charakteristik der ungarischen Orthodoxie (3. Abschnitt)
Warum sollte man nicht auch in der Politik בטחון haben müssen? In der religiösen Sphäre bleibt ein Tatendrang, der sich auf Kosten der Prinzipientreue auslebt, verwerflich, auch dann wenn er mehr erreicht, als die deutsche Orthodoxie erreichte. Ich möchte die Ungarn nicht über Gebühr in den Himmel heben. Sie haben auch Fehler. Diese Fehler liegen aber nicht auf der Grenzscheide von Prinzipientreue und Tatendurst. Mangel an Prinzipientreue hat bisher niemand den Ungarn vorgeworfen; eher sucht man sie des Gegenteils wegen in Verruf zu bringen.
Schon das bisher Vorgebrachte zeigt, wie ähnlich die Hemmungen sind, die Ungarn und Deutsche innerlich zu überwinden haben. Auf andere Dinge werden wir noch zu reden kommen. Jetzt aber schon entsteht die Frage: wie kommt es, daß Ungarn und Deutsche so mangelhaft sich verstehen? Welcher Kobold drängt sich zwischen die beiden? Gleiche Schicksale pflegen doch sonst Menschen einander zu nähern!
Die Verschiedenheiten sind mannigfacher Art. Zunächst fällt ein Unterschied in Temperament auf und, was damit zusammenhängt, in der Form des Kampfes gegen die Neologie. Der Satz: Fortiter in re suaviter in modo stammt nicht aus dem Ungarischen. Dafür ist aber auch der Ungar mehr als der Deutsche vor der Gefahr geschützt, aus lauter Angst sich fortiter in modo zu zeigen, suaviter in re zu sein. Dieses ängstliche Bedachtsein auf eine vornehme Kampfesweise hat auch eine bedenkliche Seite. Von einem bekannten Frankfurter Arzte, der sich nebenbei auch fürs Judentum interessiert, hörte ich einmal folgender Erklärung des Mischnasatzes: טוב שברופאים לגהינם: der Arzt muß auch grausam sein können; ein gutmütiger Arzt, der seinem Patienten die schmerzen einer notwendigen Operation erspart, kommt ins Gehinnom. Das gleiche gilt aber auch für die jüdische Religion. Auch hier ist Grausamkeit am Platz, wenn die vornehme Form leicht mißdeutet werden könnte. Wir wollen uns das an einem Beispiel klar zu machen suchen. Wenn mich Jemand öffentlich einen Lügner, dann ist es viel vornehmer, ihn einfach zu ignorieren, statt mit heftiger Energie sich die Beleidigung zu verbitten. Man kommt aber durch Schaustellung einer kalten vornehmen Ruhe gar leicht in Verdacht, ein ehrloser Schwächling zu sein. Wer sich mit seiner Religion so identifiziert, daß er jeden Affront, den man ihr antut, wie eine persönliche Beleidigung empfindet, kommt sehr leicht in Versuchung, auch fortiter in modo zu sein, ist aber von der bedenklichen Gefahr geschützt, das Dogma von der Gleichberechtigung der Richtungen im Munde zu führen, was auch ein wenig nach ehrloser Schwächlichkeit schmeckt.
Übrigens ist die Form des Kampfes mehr oder weniger eine Bildungsfrage, über die wir noch zu sprechen haben werden. In erster Linie ist aber die heftigere Art, mit welcher die Ungarn Religionspolitik treiben, aus ihren wirklich traurigen Erlebnissen in der Vergangenheit zu erklären. Diese Erlebnisse es wäre sehr wünschenswert, wenn sie uns einmal von berufener Seite ausführlich und aktenmäßig geschildert würden haben sie ängstlich gemacht und sie immer inniger mit ihren Errungenschaften sich verwachsen lassen. So würden sie von dem Worte orthodox sich um keinen Preis jemals trennen wollen. Das hat sich auch in Kattowitz gezeigt. Auf deutscher Seite wird dieses Hängen am Wort als politischer Fetischismus empfunden. Ein Beweis, wie wenig man in Deutschland die ungarische Psyche kennt und würdigt.
Rabbiner Dr. Raphael BREUER: Zur Charakteristik der ungarischen Orthodoxie (2)
Rabbiner Dr. Raphael BREUER
(1881-1932)
Zur Charakteristik der ungarischen Orthodoxie (2. Abschnitt)
Wenn nicht alle Zeichen trügen, machen die Ungarn jetzt eine ähnliche Entwicklung durch, wie die Deutschen Ende der siebziger Jahre. Damals wurde unter dem Eindruck des wieder auftauchenden antisemitischen Gespenstes ein Waffenstillstand mit der Neologie geschlossen. Die inneren Kämpfe wurden zurückgestellt, um desto energischer den Kampf mit dem äußeren Feind aufzunehmen. Den Profit davon hat nur die Neologie gehabt. Das sieht man bei uns erst heute nach dreißig unerquicklichen Jahren ein. Zur Zeit tritt an die Ungarn eine ähnliche Versuchung wie damals an die Deutschen heran. Auch dort wird in manchen Kreisen der Gedanke eines Waffenstillstandes ventiliert. Auch dort bietet sich der Kampf gegen den Antisemitismus als die gemeinsamePlattform dar. Wir wollen abwarten, was die Ungarn machen werden, welchen Antisemitismus sie für gefährlicher halten: die nichtjüdische Feindschaft gegen das Thoravolk oder die jüdische Feindschaft gegen die Thorareligion. Ich glaube, die Wahl wird ihnen nicht schwer fallen. Sie werden sagen: Kämpfen wir gegen die Neologie, dann steht Gott sicher auf unserer Seite;ob aber Gott auch dann auf unserer Seite steht, wenn wir gegen den Antisemitismus kämpfen, erscheint doch sehr gefährlich; wer weiß, ob nicht Gott den Antisemitismus braucht, um den Neologen zu ärgern? Die Ungarn werden ihren Gegnern nicht auf dem Leim gehen.
Auch in der Pensions- und Reliktenfrage nicht. Die Ungarn könnten grosse materielle Vorteile haben, wenn sie einen Waffenstillstand mit der Neologie einzuwilligen sich entschließen könnten. Denn die ungarische Neologie ist reich und die ungarische Orthodoxie ist arm. Letztere brauchte nur ein wenig umzulernen, sich ein wenig von ihrer Vergangenheit loszulösen, dann wäre wohl auch sie soweit und so reif, um das Judentum als eine Geldfrage zu begreifen. Die Deutschen sind bessere Geschäftsleute als die Ungarn. In wirklichen und im bildlichen Sinne. Der eine Sinn ist von dem andern nicht zu trennen. Ein guter Geschäftsmann ist leicht geneigt, Kategorien des kaufmännischen Denkens auch in die religiöse Sphäre hineinzutragen. Sombart hat ein dickes Buch geschrieben über den Einfluß der jüdischen Religion auf das jüdische Wirtschaftsleben geschrieben. Man könnte ebenso ein Buch über den Einfluß des jüdischen Wirtschaftslebens auf die jüdische Religion schreiben. Vielleicht würde dieses zweite Buch noch dicker ausfallen als das erste. Der Verfasser könnte aber nur ein Deutscher sein. In Ungarn hat sich das jüdisch-politische Denken der Orthodoxie von wirtschaftlichen Erwägungen ziemlich frei gehalten. Das kann vielleicht ein Fehler sein, ist aber sicherlich auch ein Vorzug.
Warum sollte man nicht auch in der Politik בטחון haben müssen? In der religiösen Sphäre bleibt ein Tatendrang, der sich auf Kosten der Prinzipientreue auslebt, verwerflich, auch dann wenn er mehr erreicht, als die deutsche Orthodoxie erreichte. Ich möchte die Ungarn nicht über Gebühr in den Himmel heben. Sie haben auch Fehler. Diese Fehler liegen aber nicht auf der Grenzscheide von Prinzipientreue und Tatendurst. Mangel an Prinzipientreue hat bisher niemand den Ungarn vorgeworfen; eher sucht man sie des Gegenteils wegen in Verruf zu bringen.
Rabbiner Dr. Raphael BREUER 'Zur Charakteristik der ungarischen Orthodoxie' (1)
Rabbiner Dr. Raphael BREUER
(1881-1932)
Zur Charakteristik der ungarischen Orthodoxie (1. Abschnitt)
Die ungarische Forderung in der Agudas Jisroel-Sache hat das politische Programm unserer ungarischen Gesinnungsgenossen in weiten Kreisen der Orthodoxie zu einem Gegenstande lebhafter Erörterungen gemacht. Schon in Kattowitz trat ein übel vermerkter Gegensatz zwischen deutscher und ungarischer Art zutage. Dieser Gegensatz hat mittlerweile von seiner Schärfe nichts verloren, ja es besteht die Gefahr, daß er sich, falls die ungarische Forderung nicht bald angenommen wird, auf absehbare Zeit noch vertiefen und befestigen werde. Die Folgen einer solchen Entwicklung wären unberechenbar. Eine Kluft würde sich auftun, die bisher solange sie ihrer weite Kreise nicht bewußt waren ignoriert, zumindest diskret verhüllt werden konnte. Die Möglichkeiteiner solchen Entwicklung muß unseres Erachtens verhütet werden. Ein dauernder Zwiespalt kann aber nur dann vermieden werden, wenn Deutsche und Ungarn sich gegenseitig zu verstehen suchen. Nicht begreifen wollen wir die Ungarn, wir wollen sie begreifen.
Es ist schwer, das Wesen des Einzelnen, schwerer, das Wesen einer ganzen Gemeinschaft zu begreifen; zumal das Wesen der jüdischen Gemeinschaft eines fremden Landes. Die Tatsache, daß die ungarische Orthodoxie sich zur selben Thora bekennt wie die deutsche, schließtdie Möglichkeit gegenseitiger schwere Mißverständnisse nicht aus. Da helfen auch die modernen Verkehrsmittel nicht viel. Man muß in Ungarn gelebt haben, um zu wissen, daß die Einheit der Orthodoxie unter den bestehenden Verhältnissen von einer Weltorganisation nicht vorausgesetzt werden kann, sondern erst geschaffen werden muß. Was ist aber geschehen oder fragen wir besser: was müßte geschehen; damit das, was zur Zeit vorausgesetzt wird, auch tatsächlich vorausgesetzt werden kann?
Zunächst müßte man aufhören, mit Schlagwörtern zu operieren. An und für sich ist das Wort von den gemeinsamen Glauben an das Dogma von תורה מן השמים nichts anderes als eine Phrase, die jeder Interpretationswillkür freien Spielraum läßt. Die Ungarn wußten, warum sie vor fünfzig Jahren, als sie die Trennung vollzogen, nicht die Thora, sondern der Schulchan Aruch als magna charta des überlieferten Judentums erklärten. Thora: dieses Wort war damals schon auf seiner langen Wanderung von Hand zu Hand zu einer abgegriffenen Scheidemünze geworden; das Wort Schulchan Aruch dagegen hatte sich noch die Schärfe seiner ursprünglichen Prägung bewährt. Damit kommen wir aber schon auf das politische Programm der ungarischen Orthodoxie zu sprechen; und wir wollten doch zuerst etliches zur Charakteristik ihres Wesens sagen.
Um gleich das wichtigste vorwegzunehmen: Wenn es irgendwo in der Welt jemanden gibt, der von der Geschichte und der Vorsehung geradezu prädestiniert erscheint, um Schulter an Schulter mit uns den Kampf für das überlieferte Erbgut aufzunehmen, in treuer Kameradschaft mit uns das Thorajudentum den kommenden Geschlechtern zu vererben, dann ist es die ungarische Orthodoxie. Unsere äußeren und inneren Schicksale ähneln einander. Beinahe um dieselbe Zeit sind Ungarn und Deutsche in den Kampf der Reform, Emanzipation und in all die inneren Krisen, die mit diesem Kampfe zusammenhängen, hineingezogen worden. Den Sturm und Drang hineingezogen worden. Den Sturm und Drang, der zur Zeit das russische Judentum erschüttert, die Kinderkrankheiten der Reform haben die Ungarn längst hinter sich. Wie bei uns, so ist auch dort die Neologie seit langem schon über ihre Pubertätszeit hinausgewachsen. Das muß natürlich auf die Stimmung der Orthodoxie zurückwirken. Der Ungar kann sich eine Orthodoxie ohne Frontstellung gegen die Reform gar nicht mehr denken. Es wird in diesen Gegensatz hineingeboren. Er ist sich stets bewußt, daß man auch anders sein kann als orthodox, und dieses Bewußtsein weitet seinen Blick und raubt ihm die Naivität. Der Russe ist viel naiver als der Ungar.
Mit diesem Fehlen der Naivität hängt es zusammen, daß der Ungarn sehr mißtrauisch ist. Es gehört sehr viel Geschick dazu, um sein Vertrauen zu erwerben. Eine glänzende Außenseite imponiert ihm nicht. Ob sie nicht ein morsches Inneren verdeckt? Das ist sein erster Gedanke. Er ist in der Beurteilung ausländischer Frömmigkeit ein großer Pessimist. Er hat viele Enttäuschungen erlebt. Er kennt das Martyrium der Thora und er kennt die Lockungen der Welt. Er weiß, wie schwer es ist, das erstere zu tragen, dem letzteren zu widerstehen; und er weiß, daß im Leben Feigheit und schmähliches Versagen häufigeranzutreffen ist, als heroischer Kampf und Sieg.
Wären die Ungarn optimistischer veranlagt, sie wären der Aguda längst beigetreten. Der Optimismus ist aber nicht immer eine gute Eigenschaft. Das sollten die Deutschen aus ihrer eigenen Geschichte wissen.
Der Zionismus, seine Theorien, Aussichten und Wirkungen 1.Folge
Der Zionismus, seine Theorien, Aussichten und Wirkungen 1.Folge
Schriften zur Aufklärung über den Zionismus
N° 2 Der Zionismus, seine Theorien, Aussichten und Wirkungen
Herausgegeben vom Antizionistischen Komitee Berlin 1913
Inhalt:
I.Die Entstehung des Zionismus
II.Das Wesen des Zionismus
III.Die Aussichten des Zionismus
IV.Die Wirkungen des Zionismus
a)Sein positiver Einfluß
b)Zionismus und Religion
c)Zionismus und Assimilation
d)Zionismus und Vaterlandsliebe
e)Zionismus und Gleichberechtigung
f)Zionismus und jüdisches Leben
g)Schluß
VORWORT
Nahestehende Ausführungen sind eine Zusammenstellung der wichtigsten Punkte, die die Gefahr des Zionismus für das Judentum beleuchten. Sie stützen sich außer auf zahlreiche Artikel zionistischer und gegnerischer Zeitschriften auf die ausführliche Darstellungen von H. Vogelstein (Gegen den Zionismus und Der Zionismus eine Gefahr für die gedeihliche Entwicklung des Judentums), F. Goldmann ( Zionismus oder Liberalismus, Atheismus oder Religion), Breuer (Nationaljudentum ein Wahnjudentum) und M. Güdemann (Nationaljudentum)
Erscheint in Jeschurun Judentum gegen Zionismus in Folgen, als Teil unseres Studienprogramms
Mit Dank an Frau Manja BURGERS, Antiquarische Buchhandlung Spinoza in Amsterdam
Ursprünglicher Bericht über die Gründung der Jeschiwo Ez Chaim in Heide bei Antwerpen erschienen in der wiener Wochenzeitschrift Jüdische Presse 1931, Nr. 44. Zu lesen in Beilage:
Rabbiner Simon SCHWAB Heimkehr ins Judentum (1934) Auszüge
Selected essays, CIS publishers, 1994; includes "These and Those" and translated selections from "Heimkehr ins Judentum"; On request, we bring the lacking ANTI-ZIONIST, purposely omitted selections in German original (annexes). We hope to translate these in English.
Nicht lange dauerte König Husseins von HedschasKalifenherrlichkeit. Der Marsch der kleinen Wahabitenarmeee unter Führung Ibn Sauds, des Sultans von Nedsch, gegen Mekka zwang Hussein, auf alle seine Würden zu verzichten. So endet vorläufig die Laufbahn des ehrgeizigen, vom Glück und Zufall begünstigten Königs Hussein.
.
König Hussein wurde im Kampf gegen die Wahabiten im Stich gelassen. Die englische Regierung betrachtet den Krieg als einen Religionskrieg und eine interne Angelegenheit der Araber und erklärte sich neutral.
.
All diese Umstände sowie die ziemlich starke, denn von Glaubenseifer getragene Kampfeslust der Wahabiten, die heute tatsächlich die Macht besitzen, lenken die Aufmerksamkeitder betroffenen Faktoren auf sich und werden bald eine entscheidende Stellungnahme erfordern. Es handelt sich in erster Linie doch um den Landweg nach Indien, der für England von größter Bedeutung ist.
Inwiefern diese Geschehnisse auf Palästina Einfluss nehmen werden, kann natürlich nicht vorausgesehen werden. Jedenfalls steht man vielleicht am Beginn einer Neuordnung der arabischen Staaten, einen Aufflackern der panarabischen Bewegung, die auch auf Palästina übergreifen könne.
Selbstverständlich würde dann auch hier eine Änderung der Politik eintretenmüssen.
Redaktion: Die Geburtsstunde des saudischen Regimes, heutzutage Verbündeter der zionistischen Entität. Sonst gibt es nichts Neues unter der Sonne!
All necessary measures shall be taken to encourage and stimulate immigration of Jews into Palestine on a large scale, and as quickly as possible to settle Jewish immigrants upon the land through closer settlement and intensive cultivation of the soil. In taking such measures the Arab peasant and tenant farmers shall be protected in their rights and shall be assisted in forwarding their economic development.
Contributed by a Ehrlicher Yid fun Brooklyn
Editor: What makes it clear that the Jewish opposition to Zionism is older than the Arab!
Schon bei den Propheten lassen sich die Spuren der Alternative nachweisen, ob Galuth eine Schule für Jissroél oder auch eine Schule für die gesamte Menschheit ist.Der ernste Forscher wird ferner bei sorgfältiger Beobachtung erkennen, daß von dieser Alternative auch die Stellungnahme zu dem Begriff der Erlösung, zum Messianismus, zum Messias selbst bedingt is. Die dritte Auffassung, als wäre Galuth eine in sich sinnlose, zwecklose, lediglich durch die Dynamik geschichtlichen Geschehens geborene Erscheinung, hat in der wirklich jüdischen auf Thauro und Propheten eingestellten Anschauung keinen Raum.Folglich auch nicht die Auffassung von der Erlösung welche des messianisch beinhalteten Gedankenkomplexes enträt, die Auffassung also, welche die Erlösung lediglich als eine Begleiterscheinung allgemeiner geschichtlicher Vorgänge, als eine Resultante derselben darstellt. Das ist eigentlich der Kern des Widerstandes der Orthodoxie gegen den Zionismus.Alle anderen ins Feld geführten Momente sind im besten Falle Derivate diese Grundgedankens, und es hätte wirklich zur vollständigen Entgiftung beigetragen, wenn die Galuthfrage im obigen Sinn zur Diskussion gestellt worden wäre. Dann hätte man alle Nebenerscheinungen besser begriffen, man hätte die Gottesferne so vieler Äußerungen der Rebellion gegen Galuth verstanden als zwingende logische Folge der Grundeinstellung. Misrachi hätte begriffen, daß seine Bestrebungen im besten Falle eine Orthopraxie erzeugen können, daß aber die Disparität, die Unvereinbarkeit mit jüdischer Grundanschauung niemals überwunden werden kann.Und selbst zionismusfremde Kreise der Orthodoxie hätten besser als bisher die Erkenntnis der geschichtlichen Bedeutung ihrer Eigenschaft als Träger sowohl des Galuth-, als des Messiasgedankens erfaßt und bewahrt.Aus der immerhin nicht erfreulichen, sicherlich aber nicht beliebten reinen Defensive wäre in der Aguda geeinte Orthodoxie zu einer großen Konzeption gelangt und hätte mit zwingendem Erfolg ihre Forderungen an die Jugend stellen könne, an die Jugend, die mit üblem Nachgeschmack die Worte Getthojude und Galuthjude vernimmt und verwechselt.
Die jüdische Welt ist galuthmüde geworden und hat deshalb auch zu der Dreiwoche zwischen 17. Tammus und 9. Av keine Beziehung mehr. Gewiß auch der Prophet mischt merkwürdigerweise in die Elegien dieser Zeit einen Festaccord; für ihn ist die Erlösung, also Galuthende, dann gekommen, wenn Galuth seine Doppelmission als Schule Jissroéls und als Schule der Welt erfüllt hat.
חטא wörtlich falsche Zielsetzung seines nationalen Inhaltes das bekennen wir betend als Grundmotiv von Galuth, dräuend furchtbar erhob sich die Hand es Feindes gegen das Heiligtum, weil dieses schon längst aufgehört hatten dem Volke den Inhalt seines nationalen Seins und Wollens zu bilden. Und nun sollte Jissroél, in seinen Volksbestand and und für sich um fast 5/6 reduzierten fast ganz aus jedem politischen Kalkül ausgeschaltet, ohne Stimme im Konzert der Völker, sogar in seinen einzelnen Volksteilen fast ohne Zusammenhang, landlos so sollte es lernen, sich als Volk sui generis zu begreifen.Wenn rabbi Jochanan ben Sackai an dieser Galuthschwelle den Versuch machte, die Torah zum Nationalinhalte Jissroéls zu machen, so war es nichts Neues, war es nur der weg zum Heiligtum, der Weg zu dem Endziel, die Hand des Feindes vom Heiligtum zu lösen.Teils lockend, teils peinigend trat Galuth nun fast zwei Jahrtausende immer wieder mit der Frage an Jissroél, ob es nunmehrmit der umfassenden Kenntnis der Welt in ihren Höhen und Tiefen gewillt und bereit sei, ein Beth Hamikdosch zur weithin sichtbaren Zentrale seiner Kultur und seines nationalen Wollens zu machen.Bisweilen versagten die Glücklichen, bisweil die Unglücklichen.
Es war also durchaus nicht Zufall, wenn der Neo-nationalismus fast explosiv mit einer Abkehr vom Beth Hamikdosch, mit einer Absage an den Nationalismus von R. Jochanan b. Sackai begann. Es war der sehr niederschmetternde Beweis, daß 2000 Galuthjare erfolglos geblieben waren bei einem großen Teil der jüdischen Gesamtheit.Genau so war es nicht ästhetisches Gruseln, welches die Reform seinerzeit veranlaßte, dem Beith Hamikdosch und den Korbonoss den Krieg zu erklären. Und doch obwaltet ein gewaltiger Unterschied; die Reform verzichtete bewußt auf jeden jüdischen Kulturmittelpunkt, der Neo-nationalismus aber sollte die schwerste Frage beantworten, die Galuthfrage überhaupt je an Israel gestellt hat.Wie wäre es denn nun, wenn Jissroél plötzlich wieder in den politischen Kalkül des Weltgeschehens einbezogen würde, zunächst wenigstens von ihm im Konzert der Völker, von ihm als Gesamtheit die Rede wäre? Und siehe da, vom Beth Hamikdosch keine Rede, keine Rede von Thauro als Weg hierzu. Die Frage konnte als אתחלתא דגאלה bewertet werden, als Erlösungsbeginn, die Antwort aber in ihrer negativen Art mußte sein und war eine Verschärfung von Galuth.Man darf sich deshalb nicht wundern, wenn auf zionistischen Kongressen von Gott und Thauro so wenig verlautet.Deshalb auch die Vergeblichkeit der Bemühungen des Misrachi. Beantwortet man grundsätzlich die schwere Galuthfrage im Sinne des Nur-Nationalismus, anerkennt man die Möglichkeit eines anderen Weges als den der Thauro zu dem um den Mittelpunkt des Beth Hamikdosch geeinten Volkstum, so bedeutet dies nationalen Unreife, ergo Galuthnotwendigkeit.
Eine einzige Weltmacht gab es, welche das Galuth auch als Frage der Menschheit auffaßte.Da war fast in alle Volkschaften durchs Galuth ein heterogenes Element eingesprengt geworden. Dieses Element war schwach, schutzlos, fremd. Und so war Galuth eine bittende Frage der Schwachen an die Starken geworden.Es war immer ein charakteristisches Kulturniveau auf dem Gebiete der ethischen Kultur, wie sich der Starke gegen den Schwachen benimmt. Ob das Faustrecht mit dem Schwerte oder den allen Bills ausgeübt wird, bleibt einerlei. Die Judenfrage, wie man sie nennt, ist eine Schule der ethischen Kultur für die Starken. Das ABCdieser Schule leitet aber seinen Ursprung nicht aus sogenannten historischen Ansprüche, sondern aus der Thauro ab.Wenn deshalb Juden über Nacht in das Getriebe politischer Gestaltungen gestellt wurden, so hätten sie in Galuthreife an eine reife Menschheit Forderungen für Schwache als sittliche Forderungen vortragen müssen.Das haben die jüdischen Zeitgenossen von Cyrus begriffen, das hat Cyrus selbst begriffen, wenn Cyrus sprach: Im Galuth Jissroéls hat Gott anmich die Frage gestellt, ob ich nicht zum Bau des Beth Hamikdosch sein Volk entsenden möchte, und also geschah es. Seitdem ist eine solche Stimme nicht mehr gehört worden.
Es kam Galuth zum dritten Male. Man hätte meinen sollen, daß es der Welt viel leichter gewordenwäre, die Fragen der Galuth-Schule zu beantworten. War sie doch im Grunde genommen von Weltanschauungen beherrscht, welche den Übermut der Starken zügeln sollte. Tatsächlich gab es erleuchtete Persönlichkeiten im Abendlande des Christentums und im Orient des Islams, welche den Grundton der Galuthfrage verstanden haben. Hätte die Judenheit damals, als es galt, eine Erklärung zu formulieren, eine Antwort gefunden, welche einen Abschluß der Galuthschulen sowohl für Jissroél als auch für die Menschheit bedeutet hätte, so wären sittliche Momente die Grundlage der Friedensverträge geworden. Nicht historische Ansprüche durften die Grundlage bilden, sondern der Verzicht der Starken gegenüber den Schwachen. So aber, ohne Thauro, ohne Beth Hamikdosch auch die Balfour-Deklaration ein Ball im freien Spiel entfesselter Kräfte werdenund so viele Starken fügten zu der Faust den Haß.
Wo aber sind diejenigen, die den Mut aufbringen, der aufhorchenden Welt und sie wird aufhorchen zu erklären daß eine ganz neue Interpretation der Balfour-Deklaration geschaffen werden müßte, eine Art Cyrus- Interpretation, welche den Weg aus Galuth als den Weg der Tauroh auffaßt, und so der Politik sittliche Grundmotive aufzwingen?
Das wäre der Anfang des Tages, an dem Stärke und Schwache sich finden zum Wege zu Gott. Daß diese Frage nicht gestellt wird, daß diese Erklärung nicht gegeben wird, das ist Galuth-Elend für Jissroél und die Menschheit.
Wenn aber, so dachte einst Jirmijahu, der Weg der Völker zu Jissroél der Weg Gottes ist, dann werden die Völker in meinem Volke sich ihr Glück zimmern. Diesen Weg zu zeigen ist Jissroéls Galuthaufgabe.Das ist unsere Stimme in der Debatte um das Ziel des jüdischen Wollens.
Wir beehren uns in Beilage einen Beitrag zur Würdigung von Rabbiner Josef Chaim Sonnenfeld (1848-1934) zu bringen daß im Jahre 1924 in der Wiener Wochenzeitung Jüdische Presse Nr. 41-42 erschien. Der Leser erfährt ungeahnte Standpunkte und Einzelheiten von der historischen Agudas Jisroel !
"... Die zionistische "Wiener Morgenzeitung" selbst behauptete, daß der Mord von einem Zionisten verübt werden konnte. Die "Jüdische Presse" und die agudistische Zeitungen haben offen erklärt daß sie weder die zionistische Organisation noch die Zionisten des Mordes beschuldigen." (!!!) "Die Agudaorgane haben sich begnügt, darauf hinzuweisen, daß die gehässige Pressekampagne gegen Professor de Haan einen allzu geeigneten Boden für eine so scheußliche Tat geschaffen hat." Die "gehässige persönliche Hetze" hat aber bis auf den heutigen Tag nicht nachgelassen, weder gegen der Zaddik de Haan, noch gegen diejenige Juden die es wagen das Nationaljudentum anzuprangern. Schlimmer noch solche gehässige persönliche Hetze wird heutzutage, fast wörtlich, auch und bevorzugt von agudistisch-zionistische Funktionäre betrieben. Weiter besagt dieser Beitrag "Auch in diesem Streite gegen de Haanwollen wir nicht die Richter spielen. Steht er doch vor dem himmlischen Gericht" (!!!)
Wiener Wochenzeitung "Jüdische Presse" 1924 Nr. 35
JPW 1924, 30 Pressestimmen zur Ermordung de Haans
Pressestimmen zur Ermordung de Haans
Aus der Wiener Wochenzeitschrift Jüdische Presse Jahrgang 1924 Nr. 30 bringen wir jetzt der Beitrag Pressestimmen zur Ermordung de Haan's Zu lesen in Beilage
Rabbiner Dr. Moses Auerbach Professor de Haan als Mensch
Rabbiner Dr. Moses Auerbach Professor de Haan als Mensch
Aus der Wiener Wochenzeitschrift Jüdische Presse Jahrgang 1924 Nr. 29 bringen wir jetzt der warmherzige Aufsatz Prof. De Haan als Mensch vonRabbiner Dr. Moses Auerbach in Berlin. Zu lesen in Beilage
Aus der Wiener Wochenzeitschrift Jüdische Presse Jahrgang 1924 Nr. 28 bringen wir jetzt der Beitrag Zur Ermordung Prof. Dr. de Haans. Der Artikel bezieht sich unter anderem auf einen Beitrag in der Jüdischen Presse vom 3. März 1923 in Wirklichkeit 1922. Der Irrtum könnte gewollt sein. Wir bringen dann auch anschließend (erscheint auch gesondert) der erwähnter Artikel Die Orthodoxie löst die Araberfrage (!). Der Leser wird sich selbst überzeugen können.
Empfang der palästinensischen Agudas Jisroel bei König Hussein
Sonntag den 18. Adar I (24. Februar) wurde in Shumma eine Delegation der Agudas Jisroel und des Waad Hoir Hoaschkenasi unter Führung von Rabbi Chaim Sonnenfeld von König Hussein in Audienz empfangen. König Hussein nahm die Delegation unter großen Ehren auf. Rabbi Chaim Sonnenfeld begrüßte den König mit den üblichen Segenspruch, der durch den Großvisier verdolmetscht wurde. Hiernach hieß König Hussein die Mitglieder der Delegation sich setzen. Rabbi Chaim Sonnenfeld wies er einen Platz neben sich an. Nach einer herzlichen Aussprache wurde dem König eine Adresse übergeben die von Sheik Fuad Alkasip zur Verlesung gebracht wurde. König Hussein antwortete auf die Adresse, daß ihm die herzlichen Beziehungen, die zwischen der religiösen Judenheit und den Arabern von jeher vorhanden waren, bekannt sind; er versicherte daß diese herzlichen Beziehungen auch in der Zukunft keine Trübung erfahren werden. Er werde in allen jüdischen Fragen mit der Organisation der Agudas Jisroel rechnen und stets bestrebt sein, den Wünschen der Agudas Jisroel nachzukommen. Nach der Audienz begab sich die Delegation zum Sohn des Königs, Emir Abdula. Auch hier wurde die Delegation mit großen Ehren empfangen. Von Emir Abdula wurde die Delegation zu der Hoftafel des Königs abgeholt. Bei dieser Gelegenheit überreichte Emir Abdula im Auftrag seines Vaters Rabbi Chaim Sonnenfeld den Orden Istaklal erster Klasse. Emir Abdula hat dem Wunsche Ausdruck gegeben , Rabbi Sonnenfeld bei nächster Gelegenheit in Jerusalem aufzusuchen. Nachdem die Delegation beim König eine Abschiedsaudienz nahm, kehrte sie nach Jerusalem zurück.
Nachfolgend der wörtliche Inhalt der Adresse:
Seine Majestät König Hussein, Sohn Ali den Ersten, dem Regenten von Hedjas
Majestät!
Im Namen des Ewigen, des höchsten G-ttes, der Himmel und Erden geschaffen hat. Wir beehren uns als Abgesandte der thoratreuen Weltorganisation Agudas Jisroel und der thoratreuen Gemeinde der heiligen Stadt Jerusalem, die uter den Namen Waad Hoir Hoaschkenasi organisiert ist, die mit den Bestrebungen der Weltorganisation Agudas Jisroel sich eins fühlt, vor Eurer königlichen Hoheit zu erscheinen. Im Namen dieser Weltorganisation beehren wir uns das Erscheinen Eurer königlichen Majestät im heiligen Lande mit den heißesten Segenswünschen zu begrüßen.Der König aller Könige möge den Thron Eurer Majestät erhöhen und befestigen. Mögen in den Tagen Eurer Majestät Gerechtigkeit blühen zum Glück aller Untertanen Eurer Majestät.
Agudas Jisroel, die Organisation der thoratreuen Juden, die in der ganzen Welt ungefähr eine Million Mitglieder hat, die aber die Gefühlen einer weit größeren Anzahl von Juden zum Ausdruck bringt, die alle das Bestrebenhaben, die alte Verfassung des jüdischen Volkes, seine heilige Lehre und Tradition in ihrer Reinheit zu erhalten und alle Fragen im Geiste der Thora und ihrer Gesetze zu lösen. Die Agudas Jisroel ist eine unabhängige jüdische Weltorganisation. Die jüngste große Versammlung (Kenessio Gedaulo), die im verflossenem Monate in der Stadt Wien stattfand,und an welche die gewählte Vertreter der thoratreuen Judenheit, die Größen der Thora und die Führer des jüdischen Volkes aus allen Weltteilen anwesend waren, hat feierlichst erklärt, daß sie keine andere Organisation autorisiert hat, im Namen des ganzen jüdischen Volkes zu sprechen. Wir hoffen, daß zu jener Zeit, da Eure Majestät, mit Angelegenheiten die das ganze jüdische Volk betreffen, sich befassen wird, auch den Vertretern von Agudas Jisroel das Recht einräumen wird, im Namen der thoratreuen Juden zu sprechen.
Wir versichern Eure Majestät, daß die Juden Gefühle der Liebe und Brüderlichkeit ihren Nachbarn und den Einwohnern der Länder gegenüber hegen, überall, wo sie in der Zerstreuung leben. Dies gilt auch von dem heiligen Lande, für dessen Frieden, Gedeihen und Aufbau wir dreimal des Tages beten. Diese Beziehungen brüderlicher Liebe wollen wir auch in Hinkunft pflegen und gemeinsam mit allen seinen Einwohnern zum Aufbau, zur Besiedlung und zum Aufblühen dieses Landes des Mittelpunktes des sehnsuchtsvollen Strebens der Juden beitragen, zum Segen und zum Frieden mit der verschiedenen Volksstämme, die es bewohnen. Wir erlauben uns unsere zuversichtliche Hoffnung Ausdruck zu geben daß Eure königliche Majestät überall ihren Einfluß zugunsten der in den arabischen Länder wohnenden Juden geltend machen wird.
Der Herr der Welt segne Eure Majestät und ihre erlauchte Söhne und Nachkommen. Es möge Eurer Majestät vergönnt sein, das glückliche Gedeihen ihrer Völker zu sehen. In Ihren und unsere Tagemöge Juda erlöst werden und Jisroel in Sicherheit wohnen.
Aus der vorstehenden Darstellung ergibt sich ohne weiteres, wie sich auch der Jerusalemer Vertreter der Ita, der ein Interview mit den Führern der Aguda hatte, wobei ihm eine Kopie des dem König Hussein überreichten Memorandum gezeigt wurde, bestätigt daß die Angriffe des Herrn Sokolow in der jüngsten Sitzung des zionistischen Aktionskomitees in London ungerechtfertigt sind. Die zionistische Organisation die ihrerseits entgegen dem Wortlaut und Geiste des Mandates über die Köpfe den Kopf der großen Massen sich anschickt, zusammen mit einigen Größen der amerikanischen Finanzwelt die Vertreter des jüdischen Volkes zu spielen, steht am wenigsten das Recht zu, über ein selbständiges Vorgehen der organisierten Orthodoxie gegenüber den Mächten der Erde Beschwerde zu führen. Die Kenessio Gedaulo als legitime Vertretung der gesamten unabhängigen Orthodoxiehat es klar und deutlich ausgesprochen, daß es keiner Organisation zusteht, das jüdische Volk in seiner Gesamtheit zu vertreten. Das jüdische Volk wird zu urteilen wissen, an wem die Schuld liegt, daß gegenüber die Mächte der Erde eine einheitliche Vertretung des jüdischen Volkes bis zum heutigen Tage nicht besteht und wird der Orthodoxie das Recht zugestehen, unter den obwaltenden Umständen ihre Interessenten selbständig zu vertreten.
Quelle: Wiener Wochenzeitschrift Jüdische Presse 1924,12
Würdigung des von zionistischen Terroristen ermordeter Prof. Dr. J.I. DE HAAN
Würdigung des von zionistischen Terroristen ermordeter Prof. Dr. J.I. DE HAAN
Die Zeitdokumente entnehmen wir der Wiener Wochenzeitung Jüdische Presse
-Eine J.T.A.-Erklärung : König Husseins Forderung nach der Unabhängigkeit Palästinas (JPW 1924 Nr. 5).
-Ein Bericht über die Intervention der Führer der palästinensische-jüdische Orthodoxiebei König Hussein zugunsten der jemenitischen Juden (und die günstige Antwort des Königs) ebenda
-Eine Stellungnahme Der politische Mord von Rabbiner Dr. Pinchos Kohn und erste Berichterstattung über den zionistischen politischen Mord auf Dr. I.J. De Haan (JPW 1924 Nr.27)
-Eine weitere Stellungnahme des Rabbiners Dr. Pinchos Kohn Märtyrerblut(JPW 1924 Nr.28)
Rabbiner Dr. Pinchos KOHN: Eine Freudenbotschaft der drei Wochen
Rabbiner Dr. Pinchos KOHN
(1867 1942)
Eine Freudenbotschaft der drei
Wochen
Man sorgt heutzutage so viel um Ziel der Erziehung jüdischer Kinderseelen.
Mit Recht; dennoch ist nicht geklärt was man ihnen als Inhalt der jüdischen
Kultur bieten soll. Die Eindeutigkeit dieses Begriffes, welche früher
selbstverständlich war, ist im Strome der Emanzipationszeit verloren gegangen,
wie es scheint, unwiederbringlich. Wir wollen gar nicht von alle den Surrogaten
sprechen, welche auf rein jüdisch-nationalistischer Grundlage versucht werden,
und wir wollen gerne zugestehen, daß auch diese der zarten Kinderseele manches
zu bieten haben. Beherrschung der Sprache, noch dazu in der romantischen
sephardischen Aussprache, verlieht dem Kinde Selbstbewußtsein, frohes Singen
gewährt ihm Freude und befreit es von der Zweckhaftigkeit.
Allein auch im Lager der Orthodoxie ringt man, selbst im heiligen Lande. Da
strömt es im Herzen und in den Augen der Kinder, Europas und des Orients
Traditionen prallen aufeinander, Berufsvorbereitung und Thoraeinseitigkeit ( im
besten Sinne) verursachen Gegensätzlichkeiten.
Das Ziel müßte natürlich sein, daß man sich für alle Lebensprobleme, für
alle Weltanschauungsdinge an der Thora orientieren kann. Die jüdische Seele
verlangt danach, das ist ihr Glückstraum für sich und die Welt. Wohl kann er
verschüttet werden,verschwinden wird er
nie. Das ist der wunderbare Optimismus des sonst so ernsten Propheten Jirmejahu,
wenn er (II. 13) davon spricht, wie doch die jüdische Seele immer wieder zu
anderen Brunnen pilgert, aber keinen findet, der alles aus ihr Strömende
erfassen könnte. So gewaltig wirkt die Sehnsucht in ihr.
Wiederum sollte es die einzige Aufgabe der jüdischen Schule sein, diese
Sehnsucht im Kinde zu wecke. Allerdings ein eigenartiges Thema für die Zeit der
drei Wochen. Denn in dieser Zeit sollte das jüdische Kind Ferien haben. Ein
eigentümlicher Gedanke liegt diesem Gebrauch zu Grunde. Bekanntlich befindet
sich die Lehrpersönlichkeit immer ein doppeltes Heiligtum gegenüber, dem
Heiligtum des Kindes und dem des Buches. Dem Buche das Kind und dem Kinde das
Buch zu bringen, das ist Programm der jüdischen Schule. Und nun fürchtete man,
daß die Lehrpersönlichkeit, von der Trauer um Zijaun in diesen Zeiten besonders
stark beherrscht, diesem Heiligtum nicht ganz gerecht werden möchte, er möchte,
so sorgte man, das heilige Lächeln vom Antlitz des Kindes bannen und ihm durch
allzu große Strenge den Weg zum Buche verbauen. Er möchte vergessen, so glaubte
man, daß ein jüdisches Kind selbst am Nachmittage des 9.Av spielen soll. Denn
die Empfindung, mit der ein Thorakind an alle Erscheinungen des Lebens
herantreten soll, ist Freude, angefangen von seinem Verhältnis zu seinem
Schöpfer (vgl. Psalm100,2) über alle
Erscheinungen der Natur, des Daseins hinweg bis zu seinem eigenen Selbst.
Jüdischer Kultur ist eine Kultur der Freude, das ist die merkwürdige Lehre der
drei Wochen mit ihrer Ferienordnung.
Es liegt die Gefahr nahe, daß die Zeitumstände dem jüdischen Kinde die
Freude am Judentum verderben. Sehen wir doch oft, wie im besten Falle der
Geusenstolz eines Enterbten sich geltend macht. Es gäbe ein Gegenmittel, wenn
die Schulleitungen, insbesondere die der orthodox geleiteten Schulen sich an
der oben genannten Ferienordnung dem Geiste nach orientieren möchte. Es kommt
gerade heutzutage alles darauf an, die Freude am Judentum zu steigern. Das gilt
selbst für die Juden der Länder, in denen ein trunkenes Eintauchen in die
Kultur der Umwelt ein vollgerüttelt Maß von Befriedigung gewährt, das gilt doppelt
von Palästina, heranwachsen. Es läßt sich denken und begreifen, daß die
verschiedensten Schulwerke dort an der Arbeit sind, um ihren Zöglingen Wissen
in denkbar größtem Umfange zu vermitteln; die Darbietung dies Wissen von
jüdischen Lehrpersönlichkeiten im Gewande des Iwrith, macht dieselben noch
nicht zu Stätten jüdischer Kultur. Es wäre sogar denkbar, daß sich auch in
diese Schulsäle ein gefährlicher Rest der alten Angleichungssucht verirrt.
Täuschen wir uns nicht; als Samson Raphael Hirsch s.A. seine Erziehungsstätten
schuf und sie mit einem lapidaren Geleitwort eröffnete, da galt es, den durch
tausenden Verlockungen der jüdischen Kultur entfremdeten Geist wiederzugewinnen;
für das Gemüt sorgte in den meisten Fälle die Häuslichkeit und die Teilnahme am
synagogalen Leben völlig ausreichend. Das äußere Leben war damals voll
Hoffnung, heute ist es den äußeren Dingen nach voll Entsagung. Heute gilt es dieser Erscheinung gegenüber ein Gegengewicht im Innenleben zu
erstellen und zu gewinnen. Ein sicherer, nie versagender Quell der inneren
Freude ist das Schöpferische. In Profanfächer ist es die Mathematik mit ihrem
Ausflug in das Gebiet des Transzendentalen, in den Fächern des sogenannten
Religionsunterrichtes der Talmud, das realste und, als Kommentar zur Bibel
angesprochen, gleichzeitig die Bahn zum Metaphysischen. Es gibt unserer
Erfahrung nach keine größere Freude für jugendlichen Talmudzöglinge, als sie
die Partei eines alten Lehrers ergreifen zu lassen und seine Gedankengänge in
Zwiesprache mit dem Vertreter der gegenseitigen Meinung aufs neue zu erleben
und zu formen. So kann das scheinbar Nüchternste, rein Geistige zu einem
Erlebnis des Gemütes werden und unendliche Freuden vermitteln.
Will man Leben in die jüdische Schule bringen, so muß man schon etwas sich
an das Cheder anlehnen. Wahrhaftig, es mag entsetzlich unmethodisch und
unsystematisch sein, aber noch ist ja eine brauchbare Methodik für die jüdische
Kulturschule gar nicht geschaffen, namentlich eine solche nicht, die das
Schwergewicht auf Gemütsvertiefung legt. Denn mit der Fabel muß endlich
gebrochen werden, daß Talmudforschung lediglich Geistesbildung bedeute und
erziele. All die Heroen des Gemütes sind aus den Talmudschulen hervorgegangen,
und unseres Erachtens war es schon ein Zeichen der Entartung, als man in die
Lehrstätten eigene Mußarkurse einführen mußte. Wobei zu bemerken wäre, daß der
Mußar, wie es in den Lehrstätten des Ostens getrieben wird, bei näherem Besehen
füglich nichts anderes ist als die halachisch-ethische Auswertung der
agadischenStellen des Talmud, als eine
Übertragung der Methodik, mit der man sonst an die Erforschung der halachischen
Stellen herangeht, auf die Agada. Bei der Halacha forscht man mit den Weisen,
bei der Agada, also auch bei Mußar erforscht man die Weisen selbst und findet
mit ihnen den Weg zum Sinai zurück. Will man, und das ist ja wohl das Endziel,
die Bibel mi den Augen unserer alten Weisen s.A. erschauen, so muß man sie
kennen lernen, muß man sie erleben.
Wir wollen hier zu dem Schulproblem im Schatten der Westmauer nicht
Stellung nehmen. Aber es wäre gut, wenn zunächst einmal die Berufsvorbereitung,
so unentbehrlich sie an und für sich ist, etwas in den Hintergrund träte. Man
möge doch in all den Aufbausorgen einmal auch den Versuch machen, zweckbefreite
jüdisch freudige Kulturmenschen aufzubauen.
Es könnte dort und in der Gola unsere Jugend jetzt ein ver sacrum,
ein heiliger Frühling werden.
Will man aber zu irgend einem Zeitpunkt wissen, obdas
Experiment gelungen ist, so wäre dazu folgendes zu sagen. Bekanntlich ist am
9.Av das Lernen, das forschende Lernen der Thora verboten. Dem Menschen, ob
erwachsen oder Kind, welcher diese Vorschrift versteht und sie als ein
wirkliches Zeichen der Trauer empfindet, der hat die Quelle der wahren Freude entdeckt.
Quelle: Nachalath Zwi Eine Monatsschrift für
Judentum in Lehre und TatJahrgang VI.
5696 1935/1936 S.274-277
Widerstand gegen den Zionismus ist nicht antisemitisch
Nur wenige Menschen sind sich darüber im Klaren, dass die meisten Juden, ob religiös oder nicht, den Zionismus ablehnten, als er gegen Ende des 19. Jahrhunderts auftauchte. Diese Ablehnung ist bis zum heutigen Tag nicht verschwunden. Dieses Buch erklärt und interpretiert ein wichtiges, aber oft verdunkeltes Kapitel der Geschichte des modernen Israels, das ein anderes Licht auf den nun ein Jahrhundert währenden Konflikt im Heiligen Land wirft. Die Schrift des emeritierten Professors Yakov M. Rabkin wurde bis heute in vierzehn Sprachen übersetzt darunter auch Arabisch und Hebräisch und mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet.
Ein extrem interessantes und wertvolles Buch. Noam Chomsky
Ein Werk von tadelloser Wissenschaftlichkeit, das die Auswirkungen von Nationalismus und staatlicher Ideologie auf die jüdische Selbstwahrnehmung akribisch dokumentiert. Im Namen der Thora ist eine essenzielle und bahnbrechende Ergänzung zur Lehre des Zionismus. Gil Anidjar, Professor der Theologie, Columbia University, New York
Diejenigen die glauben, dass Zionismus eine Erweiterung des Judentums sei, würden gut daran tun dieses Buch zu lesen; aber diejenigen, die den Staat Israel mit einem jüdischen Staat verwechseln, müssen es lesen. Shlomo Sand, Professor für Geschichte, Tel-Aviv University
Ein brillantes Werk. Liberazione, Rom
Dieses Buch muss gelesen werden. Es ist gründlich und vor allem fair. Revue Esprit, Paris
Eine nützliche Erinnerung in einer Zeit, in der es beinahe so scheint, als hätte sich das Judentum zum Zionismus entwickelt. The Nation, New York
Rabkin packt den Stier bei den Hörnern. Dieses Buch sollte überall auf der Welt gelesen werden, nicht nur in Israel. Shaa tova, Tel Aviv
Der Autor
Yakov M. Rabkin ist Professor Emeritus für Geschichte an der Universität von Montreal. Von der Wissenschaftsgeschichte bis hin zur jüdischen und israelischen Geschichte hat er auf verschiedenen Gebieten gewirkt. Als Berater hat er für unterschiedliche internationale Organisationen gearbeitet, darunter auch für die UNESCO und die OECD. Seine Arbeiten und Kommentare werden international rezipiert und veröffentlicht unter anderem in der FAZ und Süddeutschen Zeitung .
Jacob Israel DE HAAN Bei König Feisul und Emir Abdullah
Jacob Israel DE HAAN
(1881-1924)
Bei König Feisul und Emir Abdullah
Herr Professor de Haan, Jerusalem, hatte als Korrespondent der Algemeen Handelsblad in Amsterdam ein Interview mit König Feisul von Mesopotamien, der einige Tage zum Besuche seines Bruders Abdullah in Transjordanien weilte. Wir geben den Bericht über die Unterredungen in Auszug wieder.
Quelle: Wiener Wochenzeitung Jüdische Presse 42, 1923
Rabbiner Dr. Raphael BREUER: ZUR GESCHICHTE DER THORAVORLESUNG (3. Folge)
Rabbiner Dr. Raphael BREUER
(1881-1932)
ZUR GESCHICHTE DER THORAVORLESUNG (3.Teil)
An welchen Sabbathdie erste Haftoroh gesagt wurde, ist unbekannt. Über Zeit und Motiv der Einführung der Haftoros ist ein dunkler Schleier gebreitet. Nur auf Vermutungen sind wir angewiesen. Die gewöhnliche Annahme, daß zur Zeit der (makkabäischen?) Religionsverfolgung, als es bei Todesstrafe verboten war, aus der Thora vorzulesen, als Ersatz hierfür der Vortrag eines Prophetenabschnittes eingeführt worden sei, wäre durchaus einleuchtend, wenn ersichtlich wäre, warum die Gewalt, der die Thoravorlesung weichen musste, das Prophetenwortverschont haben soll. Jedenfalls sprechendie verschiedenen Vorschriften über die Handhabungdes Haftorolesens dafür, daß die Absicht der Schaffung eines nicht ganz gleichwertigen Ersatzes für die verdrängte Thoravorlesung bei der Einführung der Haftoros bestanden haben muss und daß dieser Ersatzcharakter des Prophetenwortes für immer im Bewußtsein der Lesenden und Hörenden lebendig bleiben soll. Wer die Haftoro liest, muss erst im Thoraworte selbst einen Abschnitt gelesen haben. Er darf nicht anfangen, die Haftoroh zu lesen, bevor nicht die Thorarolle zugerollt ist. Auch Minderjährige dürfen die Haftoroh vortragen. Die erste Vorbrocho אשר בחר בנביאים טובים וגו' bildet mit der zweiten הבוחר בתורה ובמשה עבדו וגו' eine unzertrenniche Einheit, sodaß Amen erst nach der zweiten Vorbrocho gesprochen werden daf. Die Absicht dieser Vorschriften ist klar. Sie wollen den ursprünglichen Primat der Thora betonen und zugleich der Entstehung jenes verhängnisvollen Gegensatzes zwischen Mosaismus und Prophetismus vorbeugen, den auch der moderne Liberalismus mit Vorliebe konstruiert, um das prophetische Judentum als das reinere, reifere dem mosaischen überzuordnen. Das darf nicht geschehen. Es darf Niemand Haftoroh sagen, bevor er nicht den Mosaismus seine Reverenz erwiesen hat. Prophetismus und Mosaismus gehören zusammen. Der Gott, der die Propheten erwählte (אשר בחר בנביאים טובים), ist derselbe Gott, der die Thora und seinen Diener Mosche erwählte (הבוחר בתורה ובמשה עבדו). Beides muss zusammen ausgesprochen und durch ein gemeinsames Amen bekräftigt werden.
Zum Schlußnoch ein kurzes Wort über eine Einrichtung beim Leinen, für die sich der Amhaarez lebhafter zu interessieren pflegt, als für den Inhalt des vorgetragenen Gotteswortes, über das sogenannte Mischeberachmachen. Wäre der ursprüngliche Brauch, daß jeder Aufgerufene seinen Thoraabschnitt selber vorträgt, noch heute im Schwang, ein Brauch, der erst mit der Abnahme der Thorakenntnis in Vergessenheit geriet berichtet doch Josephus von den jüdischen Kindern seiner Zeit, daß sie die Thora geläufiger hersagen konnten als ihre Namen so würde die überragende Bedeutung, die in vielen Gemeinden,, zumal auf dem Lande, dem Mischeberachmachen zuerkannt wird, überall als das erkannt, was sie ist, eine unberechtigte Bevorzugung des טפל vor dem עיקר, der Nebensache vor der Hauptsache, und die Aufmerksamkeit der Synagogenbesucher gälte mehr dem Gotteswort als der Frage, für wen Herr X? Mischeberach machen lassen und wie viel er schnodern wird.Gleichwohl steckt auch in diesem Schodern und Mischeberachmachen ein gutes Stück jüdischer Geschichte. Er läßt uns an die Zeiten zurückdenken, als die jüdischen Gemeinden dringender noch als heute auf die finanzielle Leistungsfähigkeit und willigkeit hingewiesen waren, an die Zeiten des Leibzolles und der Kopfsteuern als die geschnoderten Mischeberachgelder ein wichtiges Fundament des jüdischen Gemeindelebens waren. Sie sind es heute noch zum Teil, deshalb solltensie aber niemals den Sinn und Zweck des Leinens überwuchern und bei den Aufgerufenen das Bewußtsein nicht verdrängen, daß der göttliche Segen auf das Haupt des Aufgerufenen nur deshalb und nur dann herabgerufen wird, בעבור שעלה לכבוד המקום ולכבוד התורה wie es in der Mischeberachformel heißt, weil und wenn er hinaufgegangen ist zum Leinen zu Ehren Gottes und zu Ehren der Thora.
R.B.
Erschienen in דרש טוב לעמוJüdische MonatshefteJahrgang 6 Heft 5 u. 6 1919, 5699 S. 122-128
Rabbiner Dr. Raphael BREUER: ZUR GESCHICHTE DER THORAVORLESUNG (2. Folge)
Rabbiner Dr. Raphael BREUER
(1881-1932)
ZUR GESCHICHTE DER THORAVORLESUNG (2.Teil)
Seit jeher sind die zur Thora Aufgerufenen mit ihrem hebräischen Namen aufgerufen worden.
Auch hier hat die Reform ihre Willkür an die Stelle der Tradition gesetzt, indem sie in vielen Gemeinden das für den Vorbeter bequemere Verfahren einbürgerte, die Aufzurufenden mit einer Nummer (יעמוד שני שלישי usw.) zu belegen, ein Verfahren, das lebhaft an das in Gefängnissen Übliche erinnert. In dieser gedankenlosen Verdrängung der hebräischen Namen aus der Thoravorlesung und aus dem Bewußtsein und Gedächtnis ihrer Besitzer ist wohl die traurige Erscheinung nicht zuletzt begründet, daß es bei uns so viele gibt, die ihre hebräischen Namen nicht kennen und die Antwort schuldig bleiben, wenn man sie bei rituellen Anlässen (Trauungen usw.) nach ihrem ehrlichen hebräischen Namen fragt. Hier wäre für unsere Nationalisten und Hebraisten Gelegenheit propagandistische Kleiarbeit zur Beseitigung eines Mißstandes zu leisten, dessen verhältnismäßige Nebensächlichkeit über seinen Zusammenhang mit dem gesamten Assimilationsprozess der deutschen Judenheit nicht hinwegtäuschen darf.
Zuerst wird der Kauhen aufgerufen, dannder Lewi, dann der Jissroél.Aus der Mischna in Gittin geht hervor, daß ursprünglich, d.h. von thorawegen (מן התורה) der Kauhen berechtigt ist, seine Mizwa in freier Ausübung seines Verfügungsrechtes einem beliebigen Andern abzutreten und erst rabbinische Anordnung, מפני דרכי, um unliebsame Streitigkeiten zu vermeiden, die seit je übliche Unabtretbarkeit des dem Kauhengebührenden Vorrechtes,als erster zur Thora gerufen zu werde, ausgesprochen hat. Auch der Brauch, daß jeder Aufgerufene über die Thora eine Vor- und Nachbrocho spricht geht auf eine spätere rabbinische Verfügung zurück, die im Gegensatz zur früheren Übung, wonach nur der die Thoravorlesung eröffnenden die Vor- und der sie beschließende die Nachbrocho sprach,(vgl. Mischna Megilla), auch dem nach der ersten Vorbrocho zur Synagoge Kommenden und vor der letzten Nachbrocho sie Verlassenden Gelegenheit geben will, die beiden Segenssprüche zu hören Streitigkeiten, verursacht durch das Aufrufen des Einen und nicht des Andern, vorzeitiges Weggehen vom, nachzeitiges Kommen zum Gottesdienst : hatten wir nicht Recht, als wir oben sagten, daß auch im jüdischen Leben nur die Bühne wechselt, während die agierenden Menschen in den Grundzügen ihres Wesens und den Neigungen ihres Tuns und Lassens noch heute die gleichen sind wie vor Jahrtausenden? Daher auch die Regie der alten Rabbinen heute noch so unverbraucht und zeitgemäß ist wie am ersten Tag.
Wenn heute der Raw als erster Jissroél aufgerufen wird, so war das schon nachweisbar in der Zeit der babylonischen Hochschulen üblich, als man dem Resch Gelutha zu שלישי die Thorarollezum Sitz hinbrachte (מוב ילין אורייתא לבי ריש גלותא). Überhaupt lebt die Erinnerung an die Glanzzeit der jüdischen Geschichte auch gegenwärtig bei den Gebeten, die sich an die sabbathliche Thoravorlesung anschließen, fort in den Herzen Aller die das Gebet יקום פורקן richtig verstehen.Wir geben die Hoffnung nicht auf, daß solche Glanzeit der Thoralehre und desThorawissens wiederkehren werden und halten darum an der beglückenden Vorstellung fest, die uns die Häupterder Jeschiboth und die Richter des Tores mitsamt ihren Schülern und den Schülern ihrer Schüler im Bilde der Unsterblichkeit zeigt, als unsere Zeitgenossen uns sehen und fürsie beten läßt.. In erster Linie wird freilich im יקום פורקן nicht für das Heil der babylonischen Häupter, sondern für die מרנן ורבנן gebetet, für die um ihrerGesetzeskunde und Gesetzestreue willen als leitende Autorität zu achtenden Männer, die an der Hand der nicht minder göttlichen mündlich überlieferten Gesetzeserläuterungen das Verständnis der Gottesgesetze und Lehren in unserer Mitte lehren und pflegen. (Komm. Gebete S.344).
Nicht immer und überall mit der nötigen Andacht. Sonst wüssten unsere Gemeinden, daß in den Worten ומזוני רויחי, ebenso wie in den Worten ומזונא רויחא des קדיש דרבנן, die Gemeindepflicht einer den Zeitverhältnissen entsprechenden Besoldung der Rabbiner angedeutet ist.
(wird fortgesetzt).
Erschienen in דרש טוב לעמוJüdische MonatshefteJahrgang 6 Heft 5 u. 6 1919, 5699 S. 122-128
Rabbiner Dr. Raphael BREUER: ZUR GESCHICHTE DER THORAVORLESUNG (1. Folge)
Rabbiner Dr. Raphael BREUER
(1881-1932)
ZUR GESCHICHTE DER THORAVORLESUNG (1.Teil)
Auch das Leinen hat wie alles im Judentum seine Geschichte. Wenn Mauscheh Rabbenu heute zum Leben erwachte und einer Thoravorlesung anwohnte, dann wäre er wohl einerseits erfreut angesichts der Tatsache, daß eine Einrichtung, deren Urheber er ist, durch all die Jahrtausende sich erhalten hat und die von ihm beabsichtigte Wirkung ungeschmälert ausübt bis auf den heutigen Tag, andererseits würde er aber doch in manchen Einzelheiten der praktischen Handhabung des Leinens den Niederschlag einer Entwicklung erkennen, vor der auch die Orthodoxie mag der Liberalismus darüber jubeln so höhnisch wie er will niemals die Augen verschlossen hat. Denn gerade die Orthodoxie kann mit größerem Fug von einer Entwicklung des Judentums reden als der Liberalismus, weil sie die Macht und das Recht der Rabbinen, durch allerhand Verordnungen, Ausführungsbestimmungen ja selbst Eingriffe in den fest umrissenen Bestand des göttlichen Thorawortes die Lehre nur umso tiefer und fester im Leben zu verankern, anerkennt, während der Liberalismus den Begriff der Autorität durch den des zufälligen Bedürfnisses, die Tendenz der Verankerung der Lehre im Leben durch die Aussöhnung der Lehre mit dem Leben verdrängt. Nur die Orthodoxie darf sagen, daß sich das Judentum entwickelt. Der Liberalismus läßt das Judentum nicht sich selbst entwickeln.Er stellt sich über das Judentum und wickelt so lange am Judentum herum, bis es völlig ausgewickelt ist.
Diese Respektlosigkeit vor der Tradition und ihren Trägern gilt es vor allem abzulegen, wenn man die Geschichte der Thoravorlesung richtig würdigen will. Wenn Esra auchfür den Nachmittag des Sabbats eine Thoravorlesung eingerichtet hat, so ist deshalb ein heutiger Rabbiner keineswegs befugt, willkürlich sein Beispiel nachzuahmen und eine selbständige Anordnungdes Leinens zu treffen, die im Religionsgesetz nicht begründet ist. Wir haben kein Religionsgesetz zu schaffen wir haben das vorliegende, fertig abgeschlossene zu erfüllen. Nur insofern als diese Religionsgesetzauch in Gegenwart und Zukunft der Maßstab ist, an welchen die Frage, Erscheinungen, Zustände einer jeden Zeit gemessen und durch welchen sie gelöst, begriffen, geregelt werden, kann gesagt werden, daß das Judentum noch immer im Fluß ist.
Esra hat das Leinen beim Sabbatnachmittagsgottesdienst משום יושבי קרנות zum Wohle derjenigen angeordnet, die an den Werktage durch allzu tiefes Untertauchen in die Sorgen und Mühen des gesellschaftlichen Lebens nur wenig Thora hören und infolge dieser mangelhaften geistigen Übung auch am Sabbat genötigt sein werden, nach Art der Eckensteher die kostbaren Sabbathstunden zu vertrödeln.Noch heute ist es viel leichtern in würdiger Art geschäftlichtätig zu sein als das Geschäft ruhen zu lassen. Gerade die fleißigsten Geschäftsleute wissen oft nicht, was sie mit ihrer Sabbathzeit anfangen solle. Sie essen und trinken, lesen ihre Zeitung, machen Besuche, können sich aber nicht dazu bringen, weil sies von den Werktagen her nicht anders gewohnt sind, ein paar Stunden sich geistig zu betätigen. Auch an die יושבי קרנות der Gegenwart hat Esra gedacht. In den Grundzügen ihres Wesens sind die Menschen heute nicht anders als sie in Esras Tagen waren. Nur die Bühne wechselt, die Akteure sind die gleichen. Daher schwebten den Großen Jissroéls die Geschlechter der spätesten Zukunft vor Augen, als sie durch feste Normen das jüdische Leben regelten.
Wenn die Vorlesung der Thora immer am Schluß eines jeden Jahres beendet wird, so beruht diese Übung auf einem uralten Minhag, von dem der Rambam sagt, daß er פשוט בכל ישראל in ganz Jissroél verbreitet sei, während im heiligen Lande auch einmal der Minhag, die Thora in einem dreijährigen Cyclus vorzulesen, bestand, ein Minhag, das sich aber niemals allgemein eingebürgert hatte. Die Reform des 19. Jahrhunderts hat diesen speziellen Minhag aufgegriffen, um von ihm ihrer Berechtigung, das Leinen abzukürzen, herzuleiten. Wir haben hier ein ungemein charakteristisches Beispiel vor uns, wie schnellfertig der jüdische Liberalismus mit seinen halachischen Entscheidungen ist. Weil es den Reformsynagogenbesuchern zu langweilig ist, jeden Sabbath eine ganze Sidraanzuhören, wird irgend eine von der allgemeinenNorm abweichende Überlieferung benutzt, um eine aus den unheiligsten Motive entsprungene Auflehnung gegen den traditionellen Brauch zu sanktionieren.Vor fünfzig Jahren hat man sich überdiese und ähnliche Ausflüge der Reform in die Gefilde der Halacha noch sehr intensiv aufgeregt. Heute lächelt man darüber. Man hat heute andere Sorgen. Zionismus, Nationalismus, Weltkrieg, jüdische Autonomie, Palästinafrage haben diese verstaubten liturgische Angelegenheiten verdrängt. Mich dünkt aber, als ob das Herausgreifen der Palästinasache aus dem Gedankenbereich des Judentums und ihre Vorschiebungin den Mittelpunkt des jüdischen Denkens für die ideelle Willkür des Zionismus nicht minder charakteristisch ist, wie es einst die Begründung des dreijährigen Reformthoracyklus zu den Minhag des heiligen Landes für den jüdischen Liberalismus war.
(wird fortgesetzt)
Erschienen in דרש טוב לעמוJüdische MonatshefteJahrgang 6 Heft 5 u. 6 1919, 5699 S. 122-128
Editorial der Jüdische MonatshefteJahrgang 5 Heft 9
Wir beehren uns dieseswichtiges Dokument in Beilage vorzulegen.
Kurzer Inhalt:
Nach dem Zusammenbruch des Balkanfronts (Sept. 1918)war spürbar daß auch im Heiligen Lande, bisher Provinz des Osmanischen Reiches, große Veränderungen bevorstanden.
Die Zionisten der westlichen Länder hattenschamlos die Farben Zions an den Flaggen der Entente geheftet ohne der Lehre Zion auch nur mit einem Hauchzu erwähnen.
Ähnlichesprobten die Zionisten Deutschlands bei den türkischen Autoritäten. Sie bekamen Zusagen die teilweise fast wörtlich übereinkommen mit diesen der Balfour Erklärung.
Es hatten aber auch die berufene Vertreter des historischen Gesamtjudentums in Konstantinopel vorgesprochen. Wortführer und Direktorder Delegation war Leopold Perlmutter. Mitglieder waren ferner: Dr. Moses Auerbach, Köln a.Rh. Dr. Isaac Breuer, Frankfurt a. M. , Rabbiner Horowitz, Jerusalem , Jakob Rosenheim. Resultat: Die türkische Autoritäten sprachen ihre Sympathie aus für die Schaffung eines jüdischen religiösen Zentrumstatteinen zionistischen nationalen Zentrums. In der diplomatischen Erklärung hieß es Mit besonderer Befriedigung werde die Delegationerfahren, daß die Spezialkommission den Befehl erhalte, in kürzester Frist ein detailliertes Projekt auszuarbeiten, welches geeignet sei, die jüdischen Wünsche zu befriedigen, die unter türkischer Staatshoheit, im Rahmen des türkischen Reiches, durchaus vereinbar mit den Interessen des türkischen Staates und den Rechten der arabischen Bevölkerung, wohl realisierbar seien
Die Zionisten waren eingeschnappt und versuchten diese Erklärung tot zu schweigen. Beim Empfang sämtlicher Vertreter drückte der Großvisier seine Sympathie aus für die Thora-treuen Delegierten, auf jede unterschiedlich deutend Voici les Orthodoxes! Voici les Sionistes!
Es folgt dann eine Widerlegung des wirres Zeug von Dr. Wohlgemuth in seinem Jeschurun(1);
Das Ganze war die Probe aufs Exempelvon der Richtigkeitdes von Frankfurt vertretene Prinzip der völligen Selbständigkeit der Orthodoxie in organisatorischer Hinsicht. Dieses erfolgreiche Vorgehen in Konstantinopelwar auch dank sei Rabbiner Dr. S. Breuer rechtzeitig den Eintritt der orthodoxen Organisationen im Verein jüdischer Organisationen Deutschland (Viod) verhindert hatte.
Warnende Schlußzeilen: Es wird bei den künftigen Verhandlungen alles darauf ankommen, den Machthabern klar zu machen, daß dem Zionismus die Aktivlegitimation zur Vertretung der jüdischen Nation ganz und gar abgeht. Nur wenn die Orthodoxie auch äußerlich weithin sichtbar dadurch sichtbar zum Ausdruck bringt, daß sie in vollendeter organisatorischer Selbständigkeit auftritt, nur dann wird sie das Ohr der kommenden Machthaber gewinnenden, nur dann wird sie den Zionismus zur Rücksicht nötigen. Verworrenheit verträgt der furchtbare Ernst der Stunde nicht mehr. Klarheit verlangt er gebieterisch. Die Wohlgemutschen Aufsätze sind, kaum erschienen, längst überholt.Wir sind verloren, wenn es bei den kommenden Verhandlungen nicht, wie in Konstantinopelheißt:
Voici les Orthodoxes!
Voici les Sionistes !
(1)Sogenannte neue Folge der Monatsschrift Jeschurun,wurde zwischen 1914 und 1930 herausgegeben von Dr. Josef WOHLGEMUTH.Nur der Titel nach Jeschurun strotzte diese Zeitschrift von Unaufrichtigkeit und war, gleich die späteren Folgen des Israelit, ein trojanisches Pferd des Zionismus in die Reihen der deutschen Thoratreuen Reihen war Archiv http://www.bloggen.be/jesjoeroen/archief.php?ID=254573
Samson Raphael HIRSCH: Kommentar zu Sprüche der Väter Kap.3, 1 u.2
Samson Raphael HIRSCH
Aus seinem Kommentar zurSprüche der Väter Pirkéi Owauss
Kap. 3, 1: Akabja, Sohn Mahalalels, sagt: Betrachte drei Dinge, so kommst du nicht in die Hand der Sünde: wisse, woher du gekommen, wohin du gehst und vor wem du einst Rechenschaft und Rechnung zu geben haben wirst. Woher du gekommen? Von einem der Fäulnis verfallenden Keim. Wohin du gehst? Zu einem Ort des Staubes, des Moders und des Gewürmes. Vor wem du einst Rechenschaft und Rechnung zu geben haben wirst? Vor dem König der Könige von Königen, dem Heiligen, gesegnet sei er.
2. Rabbi Chanina, der Assistent der Priester, sagt: Bete für das Wohl der Regierung; denn wäre nicht Furcht vor ihr, sie würden einer den andren lebend verschlingen.
1. Unsere meisten Versündigungen entspringen aus einer Überschätzung unseres leiblichen Wesens und seiner Anforderungen, sowie aus einer Nichtachtung, wenigstens Minderachtung unseres geistig sittlichen Wesens und dessen Bestimmung, über deren Lösung oder Nichtlösung es einst Rechenschaft zu geben haben wird. Wir werden daher erinnert, uns immer gegenwärtig zu halten, daß unsere ganze sinnliche Leiblichkeit von vornhinein etwas der Verwesung Verfallendes ist, und nur das sittlich Geistige in uns, das ein über sich selbst entscheidendes und sich selbst richtendes Bewußtsein von seiner Bestimmung hat, die die Verwesung des sinnlich Leiblichen überdauert und in die Ewigkeit eingeht, um dort Rechenschaft zu geben, wie von ihm seine Aufgabe hienieden gelöst worden oder unerfüllt geblieben, und Rechnung darüber zu legen, wie es mit den ihm zur Lösung dieser Aufgaben verliehenen Kräften und Mitteln hausgehalten, und zwar Rechenschaft und Rechnung vor dem, der die absolute Herrschaft über alles und alle hat und sich den endlichen Gehorsam vonallem und allen zu sichern weiß.
2. Die in der vorigen Mischna enthaltenen drei Erwägungen sollten allerdings genügen, um jede Ausschreitung zum Unrechte hintanzuhalten, ohne daß es des Einschreitens einer menschlichen Macht bedürfte, und dem reinen Menschen genügen sie auch vollkommen. Allein in dem Zustand sittlicher Unvollkommenheit, in welcher sich die menschliche Gesellschaft annoch befindet, und in der die kleinste sichtbare menschliche Machthoheit mehr gefürchtet wird, als die unsichtbare Allmacht des Königs aller Könige, da beruht allerdings die ruhige ungestörte Entwicklung zum berechtigten Menschenheil auf der ungebrochenen Macht menschlicher Hoheit. Darum, wo du bist, da achte die örtliche und Landes-Obrigeit und bete für ihr Wohl, wie es dem Juden (Jerem. 29,7) bei seiner Hinauswanderung in die verschiedensten Länder und Staaten zur Pflicht gemacht wurde, nicht nur לדרוש, nicht nur alles zu tun, was die Wohlfahrt der Staaten und Länder zu fördern geeignet ist, sondern auch להתפלל, vor Gott, mit den nur von Gott geschauten und von Gott vernommenen Gesinnungen ein treuer Untertan zu sein und für das Wohl der Obrigkeit zu beten. Denn ohne die Machthoheit der Obrigkeit würde sich die Gesellschaft in eine Krieg aller gegen alle auflösen.
Heute, der 5. Iyar, ist den bitteren Tag worauf es den Amalekim in 1948 gelungen ist ihren sogenannt jüdischen Staat in Palästina, das Heilige Land, zu gründen.
Die Zionisten nennen diesen Tag YOM HAATZMAUT (in ihre unreine Sprache « Iwrit ») , Tag der Unabhängigkeit.
Im Gegensatz dazu, wird dieser « Feiertag » von den Torahtreuen Juden als Bitterer Tag, Yom haMâr bezeichnet wie auch
« Jaum Hatsumauss » : der Tag der Gebeine sowie « Yom haShmutz » der Tag der Unreinheit.
Schon ein wahrhaft jüdischer Staat, entsprechend alle Vorschriften der Thora, wäre einen Aufstand gegen den Allmächtigen. Vorerst muβ der Messias, angekündigt vom Propheten Elijah gekommen sein.
Um so mehr : diese teilweise areligiöse, teilweise religiös-zionistische Entität ist ein Unrecht gegen den Nichtjüdischen Einwohnern Palästinas und vor allem dient es um Juden zu verwandeln in Heidenjuden von der argsten Sorte.
An diesem Tag, verbrennen viele antizionistische Juden symbolisch die zionistische Fahne. Einige fasten sogar an diesen bitteren Tag. Alle beten täglich für den schnellsten Abbau der zionistischen Entität, dieses Thorafeindliche Ungeheuer.
Als Mensch Jissroél mit Thora im Derech Erez gegen den Zionismus
Rabbiner Samson Raphael HIRSCH
KARMEL UND SINAI.
Vor uns liegt ein Blatt, dessen Inhalt das ganze Interesse unserer Lehrer beanspruchen darf. Nach der Schrift zu urteilen, stammt es aus der Frühzeit Rabbiner Hirschs זצ"ל: es enthält den Plan einer von ihm zu gründenden Zeitschrift. Die Überschrift des Blattes lautet:
KARMEL
eine Zeitschrift für das Leben und Wissenschaft im Judentum, in zwangslosen Heften.
_________
Wie lange hinkt ihr noch auf beide Seiten?
Ist der Ewige Gott, so wandelt Ihm nach,
Und ist es Baal, so wandelt ihm nach!
_________
Da sprachen sie:
Der Ewige, Er allein ist Gott!
Der Ewige, Er allein ist Gott!(Kön. I, 18)
__________
Im Zeichen dieses Mottos sollte die Zeitschrift stehen. Im Zeichen dieses Mottos hat die ganze Lebensarbeit dieses Gotteskämpfers gestanden: es galt ihm, seine Zeit von Fluch der Halbheit zu befreien und ihr damit den Weg zur Erlösung zu bahnen.
Es folgt auf dem Blatte ein erster Artikel, den wir hiermit wiedergeben. _______
KARMEL UND SINAI.
Kennst du das Wort, das vom Sinai schallte? Ich, der Ewige, sei Dein Gott! Habe nicht andere Götter neben meinem Angesicht!
Es schallte von Sinai und wies für alle Folgezeit Jissroél den leuchtenden Richtpunkt für sein Leben und Wissen, für seine Gedanken und Gefühle, für seine Worte und Taten und für sein Ansicht über Gedanke und Gefühl und über Wort und Tat. Alles ist mit diesem einen Maßstab zu messen, alles diesem Einen zu unterordnen, und nimmer zu feilschen mit anderen Gütern und Rücksichten, die als lebenleitenden Götter nicht bestehen vor dem Alleinen. Mag um dich, Jissroél, alles auf anderes sich gründen, alles sich anders gestalten, alles andere Zwecke erstreben, du hast nur einen Grund, dir gilt nur eine Gestaltung, dir winkt nur ein Zweck: der Alleine, und des Alleinen Wort, der dazu aus Ägypten dich führte. In Jissroél nichts Wohlfahrt, das vor dem Alleinen errötet, in Israel nichts Klugheit, das des Alleinen Wort verdammt, in Jissroél nichts Friede, das mit des Alleinen Wort entzweit. Nicht soll es buhlen mit den Göttern der Erde! So schallte esvom Sinai.
Jahrhunderte schwanken, Jahrhunderte der Freude und der Trauer, Jahrhunderte der Kraft und der Ohnmacht, Jahrhunderte der Prüfung und Läuterung,- denn es waren Jahrhunderte der Treue und Untreue gegen das Sinaiwort und immer schwächer tönte es fort in Jissroéls Brust, und immer unwilliger fand es Ohr, und immer mehr drängten sich andere Güter und andere Rücksichtenals Götter zwischen Jissroél und den Alleinen, und der Alleinen war nicht allein mehr Gott in Jissroél. Es fühlte sich krank: aber statt die Krankheit nur in der Entzweiung mit jenem Sinaiwort und Heilung nur in der Wiedervereinigung mit ihm zu erblicken, wähnte es die Krankheit nur im Mangel an Gestaltung, die es ausser Israel erblickte, und wähnte die Heilung im Hinüberziehen des Nichtisraeltischen in Jissroél zu finden und so ward ihm die Heilung nur Krankheit zu Krankheit.
So kam eine Zeit, wo Staatsklugheit selbst höher gestellt wurde als jenes Sinaiwort, wo man das Leben gründen und leiten, sichern und verschönen zu können vermeinte ohne jenes Sinaiwort gegen jenes Wort von Sinai da prangte, dem einen Tempel des Alleinen zum Hohn, an Israels Grenzen das Zeichen seiner Gesunkenheit: das Götzenkalb, da erhoben sich Altäre dem Baal da war es Nacht in Jissroél.
Da als gar Männer des Geistes, des Geistes, der gerade in solcher Nacht der Erstorbenheit wecken und wecken, furchtlos und rücksichtslos wecken und mahnen sollte zum Lichte und zum Leben, mit eingingen in die Lüge der Nacht, Propheten des Baals wurden und im Namen des Alleinen beschönigten und priesen die Werke des Baal und von Isabels Henkerhand geschlachtet oder vertrieben waren die mutigtreuen Geistesmänner des Alleinen und es so Nacht geworden war geworden in der Nacht, - da blitzte vom Karmel es auf, das Feuerwort: Wie lange hinkt ihr auf beide Seiten? Ist der Ewige Gott, so wandelt ihm nach, ists aber der Baal, so wandelt nach ihm!
Es war Elias Feuergeist, der leuchtete in der Nacht. Und wieder wach ward das Sinaiwort in Jissroéls Brust, und es sank hin das Volk und sprach: Der Ewige allein ist Gott, allein der Ewige ist Gott!
Aber auch, es war nur ein Blitz in der Nacht, de rasch trifft und schwindet , und die Nacht ward dauern nicht zum Tage, und in die Wüste, zum Sinai musste Elias flüchten und klagen: Ich habe geeifert für den Ewigen, Gott Zebaoth, denn es haben dein Bündnis Jissroéls Söhne verlassen, haben deine Propheten niedergeschlagen, und ich allein bin übrig geblieben, und auch mich wollten sie töten; es ist genug jetzt, o Gott, nimm hin meine Seele, denn ich bin nicht besser als meine Väter
Moses starb. Glücklicher Moses! Moses konnte sterben: denn seine Sinaisendung war vollbracht. Elias starb nicht, Elias konnte nicht sterben: denn unvollendet war seine Karmelsendung.
Elias lebt. Sein Geist lebt fort im Munde der Propheten, die nach ihm kamen und weckten und weckten, furchtlos und rücksichtslos weckten und mahnten zum Licht und zum Leben.
Elias lebt. Als das Wort, das er am Karmel sprach, zertrümmert hatte Jissroéls Glücksgebäude, das sie auf Baal und nicht auf Gott aufführen wollten, als da im Unglück wieder aufgewacht, zum dauernd ragenden Licht wieder aufgewacht war das Sinaiwort in Jissroéls Brust, und Jissroéls Führer, die Rabbinen, treue lebend in diesem Sinai-Karmel-Geist dem Alleinen seinen Tempel, nicht von Stein und Holz, der in Trümmern lag, sondern in der Brust und dem Leben des Volkes, des nicht zu zertrümmernden, aufzurichteten und seiner warteten, und sammelten alle Licht- und Feuerlaute vom Sinai-Karmel her, und sie als Wolk- und Feuersäule für die Wanderung durch die Exilesnacht Jissroéls Geschlechtern für Jahrtausende hinab treu übergaben, da kehrte versöhnt und milde Elias Feuergeist ein bei den Rabbinen und freute sich ihres Bemühens und ihres Werkes.
Elias lebt. Sein Geist war Zeuge der tausendfältigen Tode, mit denen Jissroél Jahrtausende herab seine Treue gegen das Sinaiwort besiegelte. Sein Geist ist Zeuge jeder göttlichen Menschenworts, jedes göttliches Menschengedankens in Jissroél, jeder Handlung, jedes Wort, jedes Gedankens, in denen Einer von Jissroéls Söhnen seine Treue gegen den Alleinen und sein Sinaiwort bekundet, und zeichnet sie ein in das Buch der Ewigkeit. (Midr. Ruth Raba)Elias lebt. Sein Geist ist Zeuge jedem Neugeborenen in Jissroél, wenn ihm das heilige Schmerzenssiegel aufgedrückt wird seinem Fleische, daß er dem Abrahamsbündnis angehöre. Sein Karmelwort tönt heute noch in Jissroéls Chören auf den Ruf, der aus versöhnter Vergangenheit zu neuen, wahrhaft neuen Zukunft soll geleiten: Der Ewige, er allein ist Gott!
Elias lebt. Wenn wieder je in Jissroél verlöschen sollte, das Sinaiwort, aufgekündigt würde die Treue dem Gesetz, das Moses am Chauréw für Jissroél empfing, wenn wieder je in Jissroél nicht weiterbauen wollten die Enkel an dem Bau, den je die Väter gebaut, einen neuen Grund legen wollten, den die Väter nicht gekannt, und in vermessenem Wahn sprengen wollten das Band, das die Gegenwart an die Vergangenheit knüpft und es wieder Nacht würde in Jissroél auch dann wird Elias mit seinem Feuergeist wieder erstehen und wieder knüpfen das Band der Väter mit den Kindern und das Band der Kinder mit den Väter, ehe die Welt in Trümmer geht (Maleachi 3,23).
Quelle: NACHALATH ZWIEine Monatsschrift für Judentum in Lehre und Tat herausgegeben vom Vorstand der Rabbiner-Hirsch-Gesellschaft Zweiter Jahrgang 5692/ 1931/32 Ff/M S.257-260
Diese Schrift war schon Bestandteil unseres Studienprogramms für die Saison Frühling und Sommer 5768 /2008
Kommentar zur Wochenabschnitt Tazria von Rabbiner J.H. KOHN
Kommentar zur Wochenabschnitt Tazria von Rabbiner J.H. KOHN
תזריע
Ein großer Teil
der Satzungen des gegenwärtigen Wochenabschnittes handelt vom Aussatze am
Körper und an Kleidungsstoffen, es ist darunter eine Unreinheit zu verstehen,
deren eigentlichen Wesen uns nicht bekannt ist. Die Thora bezeichnet die
verschiedenartigen Merkmale dieser Erscheinung, wie sich dieselben am Menschen
oder an den Wänden eines Hauses oder verschiedenen Kleiderstoffen zeigen
können, ferner enthält unser Gottesgesetz die besondere Vorschriften und
Bestimmungen, die der Priester zu beobachten hatte, um nach göttlichem Auftrage
für unrein oder rein zu erklären. Von diesen Satzungen sagt selbst der große
Maimonides, sie seien für unseren beschränkten Verstand ein uneindringliches
Geheimnis, Gesetze, deren Gründe zu erfassen wir nicht im Stande sind. Da es
aber die Aufgabe eines jeden denkenden Menschen ist, in den Geboten des Herrn,
so weit seine Kräfte reichen, zu forschen, so auch hier werden wir uns nicht
umsonst abmühen, auch hier wird unsere Ernte an herrlichen, erzieherischen
Gedanken eine reiche und lohnende sein. Ein solches Forschen widerspricht nicht
der Tatsache, daß alle die צרעת-Gesetze חקים-
Satzungen sind, deren letzte Ursache uns verschlossen bleiben, so viel uns auch
von diesen Gründen verborgen bleibt, das Wenige, das wir davon verstehen, ist
auch des Schweißes der Edelsten wert. Dieses Forschen wird unsere Liebe zu dem
Worte Gottes erhöhen, das wir dasselbe nicht mechanisch, sondern jederzeit mit
Hingebung und innerer Freude zu erfüllen bestrebt sind. Schon bei einigem Nachdenken
finden wir in den צרעת-Gesetzen folgenden
Wahrheiten.
Unsere heilige
Thora, welche unsere zeitliche und ewige Glückseligkeit im Auge hat, bekundet
dies auch deutlich in diesen Satzungen.
Von den
Grundsatze ausgehend, daß der Körper die Hülle und gleichsam das Kleid der
Seele ist, welches nicht durch Unreinheit entwürdigt werden darf, gibt sie uns
die Vorschrift, jeden Aussätzigen oder
sonst Unreinen bis zu seiner Wiederherstellungaus der Mitte des gottgeweihten Volkes zu entfernen. Vor das Lager
hinaus sollt ihr sie schicken, damit sie Jissroéls Lager nichtverunreinigen, in welchem Ich wohne, spricht
der Herr.
Die Entfernung
jedes Krankheitsstoffes aus Jissroéls Mitte und die Beseitigung aller
bösartigen Keime aus dem Lager Jissroéls bekunden, daß es unsere Thora auch
darum zu tun ist, die körperliche Kräftigung und das physische Aufblühen des
Volkes zu fördern, um so den Geist in seinem Aufschwunge zu Gott kräftig zu
unterstützen, da, wie bekannt, durch eine Erschlaffung des Körpers auch die
Schwungkraft der Seele geschwächt werden kann. Es ist darum eine sehr
wohltuende, gemeinnützige Verordnung des heiligen Gesetzes, daß die Heilkunde
auch im Tempel der Religion gepflegt werden soll; der Priester, der Lehrer und
Arzt des Volkes, soll auch ein Arzt für die Gebrechen des Leibes sein. Körper
und Seele, die in ihren Verrichtungen in so enger Verbindungmit einander stehen, sollen nicht getrennt
behandelt werden, ihr Zusammenhang verlangt eine zusammenhängende Pflege.
Trefflich heißt
es daher in unserem Wochenabschnitte: Wenn sich der Schaden des Aussatzes an
einem Menschen zeigt, so soll er vor den Priester gebracht werden! Von einem
Wundarzte, der die krankhafte Stelle erst untersuchen soll, ist nicht die Rede,
dem Priester allein ist vielmehr von der Thora die Verurteilung der vielen
Merkmale anvertraut worden, nach deren Erscheinung er den Aussatz für rein oder
unrein erklären soll.
Wie weit mußte er
also in das Geheimnis dieser Gesetze eingedrungen sein, um alle diese Fälle
richtig zu erkennen und richtig zu erkennen und gehörig beurteilen zu können!
Lesen wir weiter in der Schrift, so werden wir die Vorsichtsmaßregeln des
Gesetzes bewundern, das zur Pflicht macht, schädliche Stellen an Wohnhäusern
und Kleidungsstoffen dem Priester zu zeigen; dieser mußte nach den Bestimmungen
des göttlichen Gesetzes solche Häuser zuweilen zuschließen lassen, nachdem man
die Geräte aus denselben entfernt hatte, und auch ganze Mauern niederreißen und
die Steine aus dem Lager fortschaffen lassen, wer dieselben berührte, wurde
unrein und mußte sich untertauchen.
Ein solches
Religionsgesetz, das gleichzeitig die körperliche wie die geistige Wohlfahrt
seiner Bekenner im Auge hat, die Reinheit in Sitte und Lebensauffassung zur
Grundlage des Familienlebens macht und unsern Leib wie unsere Wohnstätten als
heilige Tempel der Gottesverehrung betrachtet, ist würdig, daß wir für dasselbe
leben und sterben, daß wir, stolz auf den Namen Jissroél, denselben als
heiligstes Gut im Herzen bewahren. Und so soll auch unsere heilige Thora unser
Trost im Leiden, unsere stete Zuversicht im Unglücke und unser unzertrennlicher
Begleiter von der Wiege bis zum Grabe auch in den heiteren Tagen des Glückes
sein.
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH aus dem Kommentar zur Haftoro 2. Tag Péßach
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH
(1833 1900)
הפטרה ליום שני של פסח
Aus dem Kommentar zur Haftoro des 2.Tag Péssachs
Könige, Kap. 23, Vers 1 und folgende
Am zweiten Tag des Péßachfestes, demjenigen Tage, an welche wir anfangen zu zählen und durch dieses Zählen uns immer aufs Neue mit dem Bewusstsein durchringen sollen, daß alle Güter, an deren Erlangung uns dieser Tag erinnert: Freiheit, Selbständigkeit, Bodenbesitz und Ernte, uns nur verliehen wurde und nur verliehen werden, um sich nach dem Willen und in dem Dienste dessen zu verwenden, der sich uns an dem Tag offenbarte, auf den wir sieben mal sieben Tage hinzähle, und der seinen Willen in der Thora niedergelegt hat : an diesen Tage erschließt das Prophetenwort unseren Augen den Blick in eine Zeit, in der die selbe Thora der Kenntnis der höchsten Kreise der Nation gänzlich entschwunden war, entschwunden auch de großen Mehrzahl des Volkes, jener Menge, die zu allen Zeiten dem Einflusse und dem Beispiel der oberen Zehntausend blind folgte, treu bewahrt nur in den Herzen einer politisch und sozial völlig einflusslosen Minderzahl. Zweiundfünfzig Jahre hatte die fluchwürdige Missregierung Menasches, dieses unwürdigsten Sohnes des herrlichsten Vaters, gedauert. Alle Schändlichkeiten, vor deren Beseitigung das Wort der Haftoro berichtet, stammten noch von ihm her. Was Jeroboam für Israël, das war er für Juda gewesen. Mit Baalsaltären hatte er das Land erfüllt, selbst in den Vorhöfen des Gesetzesheiligtums Gottes hatte er gewagt, neben dem Gottesaltare dem Baal und dem ganzen Heere des Himmels geweihte Opferstätten zu errichten, seinen Sohn hatte er durchs Feuer geführt, alles sittliche Bewusstsein der Nation war abgestumpft, die Erkenntnis des unversöhnlichen Gegensatzes zwischen dem reinen, freimachenden, das höchste Menschentum erzeugenden Gesetze des lebendigen Gottes und dem entsittlichenden Götzenwahn war ihnen bis auf die letzte Ahnung entschwunden. Manglaubte allen Ernstes Gott genug getan zu haben mit der exakten Ausführung des Opferdienstes und daneben auch ganz ruhig dem Baal und all den anderen Ausgeburten heidnischen Götterwahnes dienen zu können. An derselben Stelle, wo Chiskijahu des Tempeldienstes waltete, hatten noch während der ersten zehn Regierungsjahre Joschiahus feile Buben ihre Schandstätte und webten fromme Damen Zelte für die Achera. Der Zutritt zu dem jugendlichen Könige, dem Sohn des seinem Vater Menascheh gleichenden Amon, war dem treugebliebenen Kern der Nation von Seiten der entarteten Kamarilla hermetisch verschlossen.
Da trat durch eine wahrhaft providentielle Vereinigung von Umständen ein plötzlicher Umschlag ein. Das von Mosches Hand geschriebene Thora-Exemplar, das vor dem Wüten eines fanatischen jüdischen Königs verborgen war, wurde von dem Hohepriester Chilkijahu im Heiligtum wieder aufgefunden. Da benutzte er die Gelegenheit, daß der König einen seiner Großwürdenträger, Schafan, modern würden wir ihn als Staatssekretär bezeichnen, mit einem Auftrage zu ihm schickte, um in ganz unauffälliger Weise dieses von ihm aufgefundene Buch der Thora in die Hände des Königs gelangen zu lassen, der von den besten Absichte beseelt, jedoch in Unkenntnis des Gotteswortes herangewachsen war. Ein Buch hat mir der Priester Chilkijahu gegeben so schloss Schafan seinen Bericht über die Ausführung seines Auftrages und las dem Könige das Buch der Thora vor. Jetzt waren ihm die Augen geöffnet, er sah den Abgrund, an dessen Rand sein Vater und sein Großvater Jissroél geführt hatten. Sofort bekundete er den festen Entschluss, das Wort Gottes in Jissroél zur Wahrheit zu machen. Und wenn er auch durch Huldas, der Prophetin, Wort nicht darüber im Unklaren gelassen wurde, daß das Verderbnis schon zu tief eingerissen sei, als daß im die Abwendung des Verhängnisses gelingen könne, so ließ er sich dadurch nicht beirren. Als starker jüdischer Held tat er fest und ruhig das Seine, den Erfolg Gott überlassen. Er versammelte die Ältesten von Juda und Jissroél, ging hinauf in das Haus Gottes und, ohne berufen zu sein, schloss sich das ganze Volk von Klein bis Groß von selbst ihm an. Mit der Schilderung dieses großen Augenblicks beginnt die Haftora.
Und wahrlich, ein erhebender Moment war es, da nach mehr als sechzig Jahre des Abfalls das Volk mit seinem König in begeisterten Hingebung an die, für den letzteren wiedergefundene, Thora zu seinem Gotte wieder zurückkehrte und von neuem eintrat in den alten Gottesbund. Es war auch ein Péßach, in des Festes tiefster Bedeutung, es war ein Übergang aus der Knechtschaft heidnischen Götzenwahns in die Freiheit des erlösenden Gotteswortes. Und deshalb begreifen wir sehr wohl, wie nun, nachdem der König das große Reinigungswerk im Lande vollbracht hatte und nun das ganze Volk nach Jerusalem berief, um das Péßachopfer zu vollziehen, trotz der guten Zeiten unter David, Salomo und Chiskijahu, es gerade von diesem Péßach heißt, daß ein solches nicht vollzogen worden sei, seit den Zeiten der Richter und aller Könige von Jissroél und von Juda. Denn keiner Erhebung des Volkes war je ein so tiefer Abfall, eine so allgemeine Entfremdung vorangegangen.
(Die Haftoroth übersetzt und erläutert, Frankfurt am Main 1896: S. 471- 478Kommentar zu Könige Kap. 23 V.1 )
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH aus dem Kommentar zur Haftoro des 1. Tag Pessachs
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH
(1833 1900)
הפטרה ליום ראשון של פסח
Aus dem Kommentar zur Haftoro des 1.Tag Péssachs
Josua, Kap. 3, Vers 5 und folgende
Kap. 5, V. 2. An dem Gedächtnistage des ersten Péßach, des Auszuges aus Ägypten, werden uns aus dem Prophetenworte die Umstände vergegenwärtigt, unter denen das erste Pessachopfer im Lande unserer Bestimmung dargebracht, und das erste Péßach im Lande unserer Bestimmung gefeiert wurde.
בעת ההיא וגו' zu jener Zeit, da bei den emoritischen und kaanitischen Königen unter dem Eindrucke des wunderbaren Durchzuges Jissroéls durch den Jordan tiefe Entmutigung Platz gegriffen, wie dies im vorhergehenden Verse berichtet war, zu diese Zeit, die wie keine andere zum raschen Angriffe reizen musste, wenn es sich um eine Eroberung durch Menschenkriegskunst handelte, ward dem jüdischen Führer der Auftrag, sein ganzes Heer zeitweilig kampfunfähig, bis zur vollendeten Wehrlosigkeit kampfunfähig zu machen! Kann es unter solchen Umständen einen befremdlicheren Auftrag geben? War es nicht geradezu ein Akt des Selbstmordes, der ihnen durch diesen seltsamen Befehl angesonnen wurde, brachten sie nicht ihre Frauen und Kinder in äußerste Gefahr? Wie rasch musste sich die Kunde von ihrer selbstbereiteten Hilflosigkeit unter die Bevölkerung verbreiten, in deren unmittelbaren Nähe sie lagerten, und die Mutlosigkeit schlug in wildeste Kampflust um, die den Wehrlosen gegenüber auch den Feigsten zum Helden macht und das Schicksal der dem Racheschwerte zweier Männer erlegenen bedauernswerten einstigen Bewohner Sichems war unabwendbar auch das ihrige!! Es war eine Großtat unbedingter Hingebung an Gott als seinen einzigen Führer, die mit diesem Befehle vom Jissroél gefordert wurde, es war die leuchtendste Großtatunbedingten Gehorsams, mit der Jissroél in Erfüllung dieses Befehles sein unbegrenztes Gottesvertrauen besiegelte. Wie einst die Vätervor dem ersten Péßach in Ägypten durch die Tat desGrossen Sabbaths, der zehnten Nisson, durch die in Erfüllung des Gottesgebotes vollzogene kühneHerausforderung des Zornes ihrer mächtigen Zwingherrn ihre Würdigkeit zu erweisen hatten: ganz ebenso ward ein solcher Beweis vor dem ersten Péßach im Lande ihrer Bestimmung von den Söhnen gefordert und von ihnen in nationaler Ruhmestat vollbracht. So hat die göttliche Erziehung durch die vierzigjährige Wüstenwanderung einen glänzenden Triumph gefeiert. Jissroéls Söhne zeigten, daß sie von dem Schicksale ihrer in den Wüstengräbern ruhenden Väter gelernt hatten, an die nicht umsonst V. 6 erinnert wird. Sie zeigten, daß sie auch die Bedeutung des Zurückweichens der Fluten des Jordans vor der Gesetzeslade ihres Gottes in ihrer ganzen Tiefe begriffen hatten, die sie durch ihre eigene Tat nunmehr alle Folgegeschlechtern zu bekunden hatten, die sie durch nicht der Strategie des jüdischen Feldherrn, nicht der Schärfe des jüdischen Schwertes, wir nur in der Selbstüberwindung und unbedingtem Gehorsam bewiesenen Treue gegen das göttliche Gesetz allein die Besitznahme de jüdischen Landes zu verdanken sei. In dieser Beleuchtung gewinnt auch der Ausdruck חרבות צורים, scharfe Schwerter, für die Mila-Messer seine volle charakteristische Bedeutung. Und dieser eigenes Heer kampfunfähig macht, und dieses Heer von Kriegern, das dem Schmerze und der Feindesgefahr sich ruhig preis gibt, sie bieten ein Bild erhabener Heldengröße, dem die Geschichte nichts Ähnliches zur Seite zu stellen hat. Es ist der Gottesodem in der Geschichte des jüdischen Volkes, der uns auf diesem Blatte unserer Geschichte entgegenweht.
(Die Haftoroth übersetzt und erläutert, Frankfurt am Main 1896: S. 457- 466Kommentar zu Josua Kap. 3 V.5 )
Psalm 76,12 und Sprüchlein zum Wochenabschnitt Wajakehél
ויקהל
נדרו ושלמו ליי אלקיכם כל סביביו יבילו שילמורא:
Ihr aber gelobet und erfüllet; was ihr gelobet Gott, eurem Gotte, während alle; die ihn umgeben, alsGegenstand der Furcht im Huldigungsgabe bringet.
(Psalm 76,12 Übersetzung Samson Raphael Hirsch)
1.
Rührendist es, wenn die Frommen,
Einend sich zur heilger Schar,
Freudig opfern am Altar.
2.
Wohl ists nicht die große Spende,
Die der Herr von dir begehrt,
Wahrhaft guten Willen sende,
Und du hast Ihn wohlgeehrt.
***
Quelle: Bibel- und Talmudschatz Ein Buch für die jüdische Familie von J.H. Kohn, 13 Auflage Hamburg 5691-1931 Verlag von George Kramer S. 224
Die allerbeste Anschrift zur Bestellung von antiquarische Judaica
Hoschea 3,5: Nachdem werden Jisraels Söhne zurückkehren und werden Gott, ihren Gott, suchen, und ihren König David, und werden hineilen zu Gott und zu seinem Gute am Ziele der Tage.
In Beilage die kommentierte Übersetzung dieser Vers. Quelle: Die Zwölf Propheten, übersetzt und erläutert von Dr. Mendel HIRSCH Vorwort von Dr. BONDI, Frankfurt am Main 1900. Das Wort ובקשו ist der Titel und das erste Wort des Werkes Einjüdisch-geschichtlicher Wegweiser vonLeo BRESLAUER. Frankfurt am Main5695/1935
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH : HUMANISM and JUDAISM (12)
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH
(1833 1900)
HUMANISM AND JUDAISM (12)
By Dr. MENDEL HIRSCH Principal of the Israelite Religious Community Schools, Frankfort-on-Main.
Translated by J. GILBERT
Thus, according to the Rabbis teaching, no prayers, even when said at home, in the morning, afternoon or evening, are aptly concluded without expressing the idea of looking forward in prayer to that great dawn, when all men shall gather around God; to whose domination all of them shall willingly submit in united allegiance, on the day when they shall acknowledge that He is one and the same God for all.In public service, however, that is to say where ever ten Jews join in prayer, special expression is given to this thought, at the end of each sub-division of the service in the Kaddish-prayer.Public lectures on Torah or Talmud are likewise not concluded without the reminder, by the Kaddish-prayer, of Yisroéls call to act as priests of mankind, which constitutes the very purpose of the study of the Torah. And at the departure of the Israelite, his friends, as their last mark of affection, at the side of the graven unite in the same prayer with the same purpose in their minds. Thus the son, during the year of mourning and on the anniversary of a parents death, in remembrance of the mission received by his people, and his desire to honour and bless his parents memory, steps forward and recites in front of the community this same prayer of Kaddish.
A specially characteristic feature of the service of the great Jewish National Festivals, that should be mentioned here, is that in an apparently casual manner the importance of fostering the remembrance of all humanity in our prayers on national holidays is spontaneously and clearly expressed.
On the Passover Festival, in commemoration of Ysroels birth and his liberation from Egyptian slavery this thought is expressed in an apparently quite indirect way in the ritual. On all festivals of joyous character, the cheerful frame of mind is manifested in the singing of the Hallel (Psalms CXIII-CXVIII.5), a song that for this reason may properly be described as national hymn. But the ritual for the Passover, the foundation of all other Festivals, prescribes (Shulchan-Aruch, Orach-Chayim, CLXXXVII,5): that on the concluding days, and hence also on the intermediate half holidays, the Hallel son his chanted with the omission of two psalms. Why? The seventh day recalls the memory of the crossing of the Red Sea. The miraculous escape was, however, associated with the entire destruction of a whole nations young manhood. It is true that they were persecutors and tormentors of Ysroél. It is true that they were on the point of committing the crime of re-enslaving a people that had just regained its liberty, and that only death had stopped them; nevertheless: The works of mine hand are drowned in the sea, and you should, Ysroél, rejoice? sentiments uttered (according to the Rabbis) on that occasion by the Father of mankind. Could his song of songs, proclaiming all men to be Gods children, be sung with finer feeling and greater impressiveness? Could a loftier poetic strain be imagined? Is this not the sentiment of the true cosmopolitan, the true priest of all mankind, which is expressed in this simple ritual stipulation, at the celebration ofYsroéls national birth?
On the Pentecost Festival, the anniversary of the revelation on Sinai, whereby Ysroél was made the bearer of the so-called segregating Law, and became the alleged haughty chosen people, the ritual brings before the Jewish eye the sublime magnificent figure of a woman, a picture radiating with magnanimous humanity. Who are these women that wander over the fields? One of them, prematurely worn with age and grief, and another, young and vigorous, despite the soreness of sorrow experienced, and looking cheerfully and high-spiritedly into the future. Both are widows, mother-in-law and daughter-in-law. Three graves enshrine all that was dear in life to the older- husband and children. She leaves behind the strange country, and wanders back to her old home, once blessed with riches, now desperately impoverished. The young woman leaves father and mother, family and home, and wanders with the poor old mother of her dead husband towards a country foreign to her. Leave me, says the matron to her, who once in happiness and prosperity had entered into her family-circle, go and return to thy people, for the hand of the Lord has been heavy on me. Do not press me to leave thee, replies the other, for wither thou goest, I will go, thy resting-place shall be mine, thy people shall be my people, and thy God my God. Where thou diest I will die, and there I will be buried, so help me God if aught but death part thee and me!And this stalwart unselfish woman for Moab, grand in the trust and love of God, sheltering under the wings of the God of Israel, became, as the Bible-story continues, the mother of Obed, the father of Jesse and Jesse was the father of David.
Behold, and would that these words could find their way to all men on earth! We have none in whom the spirit of Jewish divine and humane teachings has become so vivid, and produced such blossoms of lyrical composition, as in David. We have none whose innermost thought have been revealed to us so deeply as in the case of David, whose soul and mind lie open before us and give us insight into his striving and struggling. We follow him throughout his whole rich life, full of changes, we witness his inner and outer struggles, his victories and his defeats. Good fortune does not make him conceited, ill-luck does not make him downhearted; neither will base ingratitude or the black treason of those nearest to him embitter him over much. Instructive in victory, still more instructive when succumbing to human frailty, when, with a guilty conscience, full of shame and sorrow, yet trusting in the grace of his and mankinds God, he soars aloft from darkness to light, from afar to the sunny presence of God; thus we see him serene in sufferings, victorious and strong in his feebleness. To the present day his laments and his rejoicings alike reverberate in the hearts of men; even to-day they bring comfort and hope to the distressed, support to the falling, courage and strength to the erring, to find their words that elevate mens minds to God, even the minds of those who have long ago become strangers to the Synagogue and Church. They form the bond that, unconsciously, still unites them with the God whom their lips deny. In their prayers, be it the wan denizen of the slums, or the proud lady in her palace, it is with Davids words that mortals beg for protection, for blessings upon thesuckling in the cradle, for protection on behalf of the husband amid the perils of life. And when the hour of departure from life arrives, whose words but his are spoken as the weary pilgrims soul, beggars or kings, is consigned to eternity? Into Thy hands do I commit my soul, Thou hast redeemed me, O merciful Almighty God of Truth.
And every Pentecost-Festival the genealogy of this David whose immortality, and whose importance for all humanity, have not been equalled by any other mortal, and on whom all hopes for redemption are centred is presented to the Jew, and it is avowed that Non-Jewish, nay even Moabitic, blood flows in the veins of this David! This thought must undoubtedly have preserved in Ysroél that absolute absence of prejudice and that broadmindedness which can only smile charitably at prejudices which would look upon the mere possibility of the presence of Jewish blood in the veins of ones family as downright outrage, against which they could not too strongly protest. David could not trace his line of descent to his great-grandmother without discovering foreign blood, and for no consideration would we miss from his lineage, Ruth the woman from Moab.
We come now to the Rosh-Hashanah, the Jewish New Years Festival, which, for the Jew, is a day of grave meditation, searching retrospect, and rousing himself to moral regeneration. And what is his foremost thought? For whom is the Jews first wish in the festive prayer for the day? At the turn ofthe year, the threshold of the new year, when a man approaches his Creator with a heart full of desires, full of cares and apprehensions, and full of hopes, the first thought, the first wish, and the first prayer, is not for his own welfare, or that of his house and immediate surroundings. His glance is directed far beyond the circle of his family, his community, of his coreligionists and tribal relations; for it is for the whole human race that his first prayer is uttered, viz., that they should all be united, as men, around the common Father, in a league of eternal peace. This is the first prayer. Oh, fill their hearts with the fear of God, all whom Thou hast created, so that they all should look upon Thee in reverence and prostrate themselves before Thee, and form a united band to do Thy will.
Then we come to Yom Kippurim, the Day of Atonement, or, literally translated, day of expiation, which is foremost in solemnity and beatitude for the Jew. It comes to bestow upon him the supreme gift of grace, protection from the outer and inner consequences of his past failings. It is to redeem him from the bonds of passion, and restore purity to a tarnished past. One condition, however, is attached to this regeneration: It is a serious and weighty, but indispensable condition. The condition of self-recognition, repentance, firm resolve to reformation, but, first and foremost of all, amends for any offences towards man, restoration of what has been unlawfully withheld and of the honour that has been attacked, leaving nothing undone to obtain the pardon of any fellow-creature whom the penitent may have hurt, humbled or otherwise injured.
The greater part of the day has already passed. Fasting and praying, they have stood before their God, have confessed their sins and fervently pleaded with the God of love and mercy, the gracious, forbearing and forgiving God, but who will call to account for every transgression. The World of the Law and the promise of their God have been read to them, also the grave and thrilling words of monition on the substance and shadow of Yom Kippur. In the Mussaph-Prayer they had, as it were, in spirit, once again assembled in the Temple on Moriah, and before their inner eye the solemn services of sacred symbolic rites has passed.
The sun has declined and the Mincha-prayer is about to begin. But first the Torah is taken once more from the Holy Ark, and after reference to Egyptian and Canaanitic degeneration and the importance of morality as the basis of individual and universal salvation, one touching and instructive sentence from the rich treasury of the Prophets is brought into prominence before the congregation. For this day, which is to bring to the Jew peace with his God, peace within his own heart, peace with his surroundings, the wise ordainers of the Liturgy knew no nobler message than the reading of Jonah.
As an example to the voluntarily reading upward striving of man and Jew, the heathenish citizens of Nineveh are brought forward; their return is shown as an incentive for mans own return, their earnestness as an example for his own earnestness! The Rabbis teach: It does not state, that God saw their sack-cloth and fasting, but God saw that they had returned from their evil ways.
Finally, we come to the Festival of Tabernacles once, in Jerusalem, the climax of national rejoicing. Even to-day gladness forms its key-note. For this festival, which is to bring the pure joy of life before God (Leviticus xxiii, 40), the preceding solemn days of Rosh-Hashanah and Yom-Kippur are to pave the way. With regard to the sacrifices which were offered on that national High-Festival of all festivals referred in the Talmud simply as the Festival and to which allusion is made in the Festival prayers, let us listen to that great and profound expounder of the religious philosophy which constitutes Judaism. He was the first to make Judaism, in the totality of its laws, as contained in the Torah and Talmud, the basis of religious philosophical studies. He arrives at this conclusion: that the Idea underlying these sacrifices was the far-reaching proclamation of Israels relationship to the whole human race ; that is to say, that all times one and the same Shepherd of Life rules the fate of Israel and the nations.
Furthermore, in subjecting every action to the Divine will, the contrasts or diversity in the worship of God will gradually disappear! And in the end Israel and the whole human race by the fulfilment of the Law given them for the discharge of their tasks, the Sinaitic for Israel and general human law for all mankind, will become one in the worship of God, by their fulfilment of his will on earth. (S.R. Hirsch, Pentateuch, Numeri, page 440, etc.).
Are these not the rays of the morning dawn, the great dawn of humanity which shine upon us through the gloomy clouds, as in the views expressed above? Do they not show to the present age, in which the cultured classes are, at an ever-increasing pace, running the risk of losing their God altogether, that a safe foundation may be found for pure and unfettered humanity in the firm soil of revelation?
End of the Exposé.
(Humanism and Judaism by Dr Mendel HIRSCH, pp. 48 59)
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH : HUMANISM and JUDAISM (11)
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH
(1833 1900)
HUMANISM AND JUDAISM (11)
By Dr. MENDEL HIRSCH Principal of the Israelite Religious Community Schools, Frankfort-on-Main.
Translated by J. GILBERT Bedlock 1928
Thus, according to the Rabbisteaching, no prayers, even when said at home, in the morning, afternoon or evening, are aptly concluded without expressing the idea of looking forward in prayer to that great dawn, when all men shall gather around God; to whose domination all of them shall willingly submit in united allegiance, on the day when they shall acknowledge that He is one and the same God for all.In public service, however, that is to say where ever ten Jews join in prayer, special expression is given to this thought, at the end of each sub-division of the service in the Kaddish-prayer.Public lectures on Torah or Talmud are likewise not concluded without the reminder, by the Kaddish-prayer, of Yisroéls call to act as priests of mankind, which constitutes the very purpose of the study of the Torah. And at the departure of the Israelite, his friends, as their last mark of affection, at the side of the graven unite in the same prayer with the same purpose in their minds. Thus the son, during the year of mourning and on the anniversary of a parents death, in remembrance of the mission received by his people, and his desire to honour and bless his parents memory, steps forward and recites in front of the community this same prayer of Kaddish.
A specially characteristic feature of the service of the great Jewish National Festivals, that should be mentioned here, is that in an apparently casual manner the importance of fostering the remembrance of all humanity in our prayers on national holidays is spontaneously and clearly expressed.
On the Passover Festival, in commemoration of Ysroels birth and his liberation from Egyptian slavery this thought is expressed in an apparently quite indirect way in the ritual. On all festivals of joyous character, the cheerful frame of mind is manifested in the singing of the Hallel (Psalms CXIII-CXVIII.5), a song that for this reason may properly be described as national hymn. But the ritual for the Passover, the foundation of all other Festivals, prescribes (Shulchan-Aruch, Orach-Chayim, CLXXXVII,5): that on the concluding days, and hence also on the intermediate half holidays, the Hallel son his chanted with the omission of two psalms. Why? The seventh day recalls the memory of the crossing of the Red Sea. The miraculous escape was, however, associated with the entire destruction of a whole nations young manhood. It is true that they were persecutors and tormentors of Ysroél. It is true that they were on the point of committing the crime of re-enslaving a people that had just regained its liberty, and that only death had stopped them; nevertheless: The works of mine hand are drowned in the sea, and you should, Ysroél, rejoice? sentiments uttered (according to the Rabbis) on that occasion by the Father of mankind. Could his song of songs, proclaiming all men to be Gods children, be sung with finer feeling and greater impressiveness? Could a loftier poetic strain be imagined? Is this not the sentiment of the true cosmopolitan, the true priest of all mankind, which is expressed in this simple ritual stipulation, at the celebration ofYsroéls national birth?
On the Pentecost Festival, the anniversary of the revelation on Sinai, whereby Ysroél was made the bearer of the so-called segregating Law, and became the alleged haughty chosen people, the ritual brings before the Jewish eye the sublime magnificent figure of a woman, a picture radiating with magnanimous humanity. Who are these women that wander over the fields? One of them, prematurely worn with age and grief, and another, young and vigorous, despite the soreness of sorrow experienced, and looking cheerfully and high-spiritedly into the future. Both are widows, mother-in-law and daughter-in-law. Three graves enshrine all that was dear in life to the older- husband and children. She leaves behind the strange country, and wanders back to her old home, once blessed with riches, now desperately impoverished. The young woman leaves father and mother, family and home, and wanders with the poor old mother of her dead husband towards a country foreign to her. Leave me, says the matron to her, who once in happiness and prosperity had entered into her family-circle, go and return to thy people, for the hand of the Lord has been heavy on me. Do not press me to leave thee, replies the other, for wither thou goest, I will go, thy resting-place shall be mine, thy people shall be my people, and thy God my God. Where thou diest I will die, and there I will be buried, so help me God if aught but death part thee and me!And this stalwart unselfish woman for Moab, grand in the trust and love of God, sheltering under the wings of the God of Israel, became, as the Bible-story continues, the mother of Obed, the father of Jesse and Jesse was the father of David.
Behold, and would that these words could find their way to all men on earth! We have none in whom the spirit of Jewish divine and humane teachings has become so vivid, and produced such blossoms of lyrical composition, as in David. We have none whose innermost thought have been revealed to us so deeply as in the case of David, whose soul and mind lie open before us and give us insight into his striving and struggling. We follow him throughout his whole rich life, full of changes, we witness his inner and outer struggles, his victories and his defeats. Good fortune does not make him conceited, ill-luck does not make him downhearted; neither will base ingratitude or the black treason of those nearest to him embitter him over much. Instructive in victory, still more instructive when succumbing to human frailty, when, with a guilty conscience, full of shame and sorrow, yet trusting in the grace of his and mankinds God, he soars aloft from darkness to light, from afar to the sunny presence of God; thus we see him serene in sufferings, victorious and strong in his feebleness. To the present day his laments and his rejoicings alike reverberate in the hearts of men; even to-day they bring comfort and hope to the distressed, support to the falling, courage and strength to the erring, to find their words that elevate mens minds to God, even the minds of those who have long ago become strangers to the Synagogue and Church. They form the bond that, unconsciously, still unites them with the God whom their lips deny. In their prayers, be it the wan denizen of the slums, or the proud lady in her palace, it is with Davids words that mortals beg for protection, for blessings upon thesuckling in the cradle, for protection on behalf of the husband amid the perils of life. And when the hour of departure from life arrives, whose words but his are spoken as the weary pilgrims soul, beggars or kings, is consigned to eternity? Into Thy hands do I commit my soul, Thou hast redeemed me, O merciful Almighty God of Truth.
And every Pentecost-Festival the genealogy of this David whose immortality, and whose importance for all humanity, have not been equalled by any other mortal, and on whom all hopes for redemption are centred is presented to the Jew, and it is avowed that Non-Jewish, nay even Moabitic, blood flows in the veins of this David! This thought must undoubtedly have preserved in Ysroél that absolute absence of prejudice and that broadmindedness which can only smile charitably at prejudices which would look upon the mere possibility of the presence of Jewish blood in the veins of ones family as downright outrage, against which they could not too strongly protest. David could not trace his line of descent to his great-grandmother without discovering foreign blood, and for no consideration would we miss from his lineage, Ruth the woman from Moab.
(Humanism and Judaism by Dr Mendel HIRSCH, pp. 44 48 to be continued next Sunday)
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH : HUMANISM and JUDAISM (10)
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH
(1833 1900)
HUMANISM AND JUDAISM (10)
By Dr. MENDEL HIRSCH Principal of the Israelite Religious Community Schools, Frankfort-on-Main.
Translated by J. GILBERT
Sympathy with the hereditary enemy, Babylon, merited though its fate was, is so discernible in the Prophet that according to modern views he might easily be charged with a lack of patriotism. But the eye of the Jewish Prophet sees in the defeated and powerless foe nothing but a disarmed, pitiful man. A grievous vision is shown to me the treacherous (Babylon) continues this treacherous work, and the spoiler continues to spoil. Go Forward, Elam! On with the attack Media! All sighing over the vanishing (Babylon) have I made to cease. Therefore, all my loins are trembling; pains have taken hold of me as a woman that travaileth, I was bowed down of what I heard; I was dismayed at what I saw. My senses leave me, dreadful terror affrightens me. The dusk of my pleasure has turned it into trembling (Isaiah xxi., 2, etc.).
Still more characteristic is the judgment of God on Moab, visualized by the Prophet Amos because it had defiled the bones of the king of Edom. It had burnt them to chalk! Yet Edom was the actual sworn enemy of Judah, since it had always pursued its brother people with the sword and kept its wrath for ever (Amos i, II, etc.).Thus we see that the Bible looks upon the defilement of the bones of a idolatrous enemy as an insult to the dignity of man, which arouses the avenging ire of Him, whom the bold tongues of blasphemers have dared to designate as the Jewish Tribal God.
The extreme loftiness of the Jewish conception of the filial relationship between man and God, and the possibility for everybody at all times to regain the Divine grace by his moral effort, are brought home to us by one passage in the Prophets, which will render it necessary to refer to numerous other similar utterances. These are the words of Jonah pronounced upon the inhabitants of Nineveh. They were heathens. God had proclaimed, through Jonah, the fall of the city. The men of Nineveh believed in the message of God, a mighty upheaval overtook them, and they proclaimed a general fast and put on sack-cloth. The movement also reached, and the king arose and commanded a fast in true heathen fashion even for the animals and ordered prayers and bade his people to turn everyone from his evil ways and from evil possessions in his hands. And they achieved it, and God saw that they had abandoned their evil ways, and God suspended their punishment. The unconditional form of their doom had, from the very outset, appeared to the Prophet unfortunate, and he dared to insist on it in his prayer to God: that was his reason for shirking his mission, and for his flight to Tarshish. For I know that Thou art a gracious, merciful God, slow to anger, and full of kindness, and ready to withhold Thy doom of (threatened) evil! These words of Jonah with regard to heathens correspond exactly with the revelation to Moses on Sinai of the divine ways of ruling mankind (Exodus xxxiv.,5). And by what means had the people of Nineveh secured for themselves Gods pardon? Had they been converted to Judaism after the prophetic message from Jonah? Not at all. They had only rid themselves from the wrong among them and turned from their evil ways. In a word, they had become better men.
How admirably our wise men, the truly sage compilers of the Jewish Liturgy, understood how to preserve amongst their own people, and to foster in thought and deed, the spirit of profound esteem and recognition of humanity, as the very quintessence of the brotherhood of man!
It is true that in our prayers full expression is given to the lofty mission of the Jews to act as a nation of priests unto humanity. For, in the first place, its purport is to keep alive the consciousness of individual responsibility, which teaches us to conceive every misdeed committed by a Jew, as a desecration of the Divine name, and the knowledge, therefore, that the most conscientious self-training becomes a sacred duty for every Jew. In the second place, it must be realized that this recognition of the high importance of the task is absolutely indispensable for the faithful and joyful fulfilment of the special duties which, from a worldly point of view, mean deprivation, resignation and uniform readiness to sacrifice material advantages for the attainment of the ideal, spiritual and moral objects. Only too often was the loftiness of this sentiment above all others the means of protecting the Jew, trodden down like a pariah, from feeling himself degenerating into a pariah in reality. It had to save him from mental serfdom and loss of self-esteem, but it had to protect him also against embitterment, to educate him for that nobility of mind, so often shown by him, and to teach him not to hate his oppressor and persecutor, but rather to pity them, thus providing the truth of the lofty word of the Prophet (Isaiah LIII., ii. Etc.). that he, my righteous servant, sent out to many, who has to suffer from the delusions of so many, would not pay hatred with hatred, nor scorn with scorn, but would pray for the transgressors.
Equal stress was laid upon the precaution to guard the Jew against overweening self-assertion on particularistic grounds, to preserve in him that broad principle of looking upon all men as his brethren and on his own people as but one of the large family of nations.
(Humanism and Judaism by Dr Mendel HIRSCH, pp. 44 48 to be continued next Monday)
In respect to theft and robbery I always insist that there is no difference with regards to theft and robbery if it concerns property of a Jew or a stranger. Both are prohibited by [the commandment] you shall not steal. [...] Since it is prohibited to steal or rob a stranger, it applies so much more to the nations of our times in the midst of whom we reside, since they believe in the fundamental principles of religion. They believe in the creation of the world, they believe in prophecy of the [biblical] prophets and in all the miracles described in Torah and in the books of Prophets. Therefore it is obvious and apparent that we are obliged to honour them and hold them in high esteem.
[...] I did not declare this only with regard to my present book but with regard to all the passages in any [Jewish] writing where anything derogatory is [written] about idolaters or nations [...]. It would be an error to apply those [terms] to the nations of our times. [...] Those texts were aimed at the nations of the past who believed in stars and planets.42
The substance of the idea, acquiring polite manners, learning the grammar of the vernacular [lit.: language of the nations] even I praise it strongly!
How high stands the government which decided to accustom our people to speak clearly! [...] Dont dare to think that you can actually speak the German language! You can say you know the language only if you know its grammar. [...] Therefore the emperor, may his fame grow, did a great thing when he ordered us to learn the language properly and grammatically.
Whit big thanks to our friend and correspondent in Borough Park Reb Dovid G.
Aus seinem Kommentar zur Wochenabschnitt Wajigasch
Kap. 44, V.18 Da trat Jehuda zu ihm hin und sprach: O, mein Herr, lasse deinen Diener doch ein Wort in die Ohren meines Herrn sprechen, und deinen Zorn nicht wider deinen Diener rege werden; denn du bist dem Pharao gleich.
באזני אדני, ein schöner Ausdruck, wenn man dem andern etwas sehr zu erwägen geben will. Ich will nicht an dein Gefühl appellieren, sondern an deinen Geist und deinen Verstand mich richten.
Kap. 45, V,2 Er ließ seiner Stimme freien Lauf im Weinen; Mizrajim hörte es, und es hörte es das Haus Pharaos
ויתן את קלי, gab sie frei, hielt sie nicht mehr zurück. Es hörte es Egypten, es hörte es das Königshaus! Es ist dies an sich ein Zeichen seiner hohen Stellung, das ganze Land, der ganze Hof nimmt teil an einen Vorgang, von dem man noch nichts weiter weiß, als daß er in lautes Weinen ausgebrochen. Überhaupt aber tritt in der ganzen Erzählung das Weinen häufig hervor. Wohl kann man auch Tränen heucheln; aber so ein rechtes Weinen, נתן קול, das ist ein Siegel des Gemütes, ein Siegel der Aufrichtigkeit.
V.11 Ich will dich dort ganz versorgen, denn noch kommen fünf Jahre Hungersnot, du könntest sonst und dein Haus und alles Deinige verarmen.
...Wiederholt wiest Josef die Brüder darauf hin, wie diese ganze Kette von Ereignissen offenbar als Gottesfügung darstellt und in der Tat führt uns wohl kaum eine andere Geschichte in gleichem Maße die Weise der göttlichen Providenz vor Augen. Sie ist der lebendigste Kommentar jenes großartigen Spruches salomonischer Weisheit: רב מחולל כל ושוכר כסיל ושוכר עוברים (Prov. 26,9). Der große Weltenmeister erzeugt aus dem kleinsten Anfang alles; wie physisch, so auch sozial, lässt er alles aus den kleinsten Keimen werden. Es ist es, der alles zu kreißender Geburt führt und hat als solcher Thoren, und hat als solcher Verbrecher in seinem Dienste. Ohne es zu wissen und zu wollen, dient Ihm auch die Torheit und die Sünde. In dieser Geschichte liegen die Fäden offen, in anderen nicht; aber an dieser lernen wir die Gänge Gottes. An den zwei Loth Seide, wie die Weisen es ausdrücken, die Jakob an Josefs Rockverbrämung spendete, ging der ברית בין הבתרים in Erfüllung. In Kanaan wäre die Jakobsfamilie schwerlich ein Volk geworden. Wie sie heranwuchs, hätte sie sich unter die Bevölkerung zerstreut. Um zum Volke zu werden, ohne sich zu vermischen dazu musste sie in die Mitte einer Nation kommen, der das ganze jüdische Wesen national widerstand, und dies war Mizraïm. So war später der Fanatismus, der die Ghetti baute, das wirksamste Mittel in Gottes Hand, um uns von aller Unkultur des Mittelalters fern zu halten und im engen Umkreis Familiensinn und Familienglück und Gemeindesinn bei uns zu pflegen. Um uns in Mizraïm eine gesonderte Provinz zum Boden der Entwicklung zu sichern, musste ein Sprössling voran und Vater des Pharao und Gebieter des Landes werden; und damit kein Egypter dem Iwri vorwerfen könnte, ihr gehört nicht hierher, ihr seid nicht hier geboren, mussten alle Egypter die Scholle, wo ihre Wiege gestanden, verlassen und selber Fremdlinge auf den Boden werde, den sie fortan bebauten.
So hatte auch bereits die wunderbare, ohnehin so folgenreiche Strömung der Völkerwanderung Europa fast überall mit Fremdlingen bevölkert, als der Jakobsstamm seine große Wanderung in die Zerstreuung unter die europäische Menschheit antrat, und del Verweisungsdekrete germanischer Unduldsamkeit: Ihr gehört nach Palästina hin! stellt die Geschichte unerbittlich die Gegenfrage entgegen: Hat denn deines Urahns Wiege hier gestanden?
Und endlich war das erste wie das letzte Galuth aus קנאה undשנאת חנם entsprungen, und durch sie der harte Schicksalstiegel motiviert, in dem sie alle geschmolzen und in der Schule des herbsten Unglückes zum Gefühle der Gleichheit und Brüderlichkeit die geläutert wurden.
V. 17 Pharao sprach zu Josef: Sage deinen Brüdern, thuet dies: Beladet eure Tiere und gehet, kommet zum Lande Kenaan.
בעיר .בעירכם , Tier, von בער das zugleich brennen, Tier und den Thoren bedeutet. Wir haben für Weisheit kaum so viele Namen als für Torheit, vielleicht, weil die Narrheit mannigfaltiger und buntscheckiger ist: סכל, פתי, כסיל, בער. Unter den verschiedenen Bedeutungen des בער ist wohl jedenfalls Brennen die ursprüngliche. Denn lautverwandt damit heißt באר: aus der Dunkelheit ans Licht treten, daher באר: der lebendige Brunnen, Wasser aus der Tiefe, und באר: klar machen, בהר: leuchten, gesteigert בער brennen. Jemanden, zum Glanz, zur Auszeichnung hervorheben: בחר erwählen.
In welcher Beziehung heißt das Tier= בעיר? חיה heißt es, insofern es das Leben repräsentiert im Gegensatz zur Pflanzenwelt. בהמה bezeichnet die dem Menschen sich als במה (rad.בום:בהם ) als Piedestal seiner Menschengröße unterordnende Tierart (vergl. auch die Verwandtschaft von בהםmit פעם, auf etwas anschlagen, auftreten, stoßen; Schritt und Amboß). בעיר heißt das Tier nach seinem instinktiven Charakter. Wir haben die Betrachtung des Begriffes חטא, dessen Verwandtschaft mit חתה, und demgemäß חטא als ein absichtsloses Hinausfallen aus dem göttlichen Feuer, sowie כפרה als ein Wiederhingeben an das אשדת als לחם אשה ד' zu erkennen geglaubt. (Siehe zu Kap. 39,9). Ist dies kein Traum, so würde die im Menschen waltende göttliche Kraft, der der Mensch sich frei hingeben soll und sich ihr daher auch muss entziehen können, sich als Feuer darstellen. Es gibt aber auch lebendige Wesen, die sich dem göttlichen Willen nicht entziehen können, in welche jede Regung und jede Tätigkeit ein willenloses Produkt des in sie gehauchten göttlichen Feuers ist, deren Lebenstätigkeit somit ein Brennen ist. Solange diese Feuerkraft in ihnen lebt, können sie sich ihr nicht entziehen, und בעיר wäre somit die prägnanteste Bezeichnung des Tieres nach seiner unfreien, instinktiven Natur. So wird 2 B.M.22,4 jede naturgemäße, das fremde Eigentum gefährdende Tätigkeit des Tieres, שן ורגל hinsichtlich deren es מועד מתחלתי ist, für deren Leitung und Wahrung daher die Intelligenz des Eigentümers volle Verantwortung trägt, charakteristisch durch בער und das Tier als בעיר bezeichnet.
Unter der bunten Charakteren der Torheit bezeichnet פתי (von פתה offen stehen) den Arglosen, Unerfahrenen, den äußeren Einflüssen und Vorspiegelungen Preisgegebenen; אויל(אול wovonאולי, verwandt mit אבל,אפל , Verdunkelung des physischen oder geistigen Lichtes) denjenigen, der gar keine feste Ansicht hat, alles unklar anschaut und immer zwischen Zweifeln hin- und herschwankt; כסיל, verwandt mit גזל, der eine unberechtigteAnsicht sich gewaltsam bildet und mit Gewalt behauptet. Es ist der Lendennarr (כסלים) der sich wie ein Athlet auf seine Lenden steift und stämmt, der eine Ansicht, in der er sich einmal festgerannt hat, festhält und keiner Belehrung zugänglich ist.
Eigentümlich ist סכל, offenbar ja verwandt mit שכל, seinem scheinbaren Gegensatz. Beiden liegt der Begriff סגל, die innigste Anregung, zu Grunde. שכל ist jene geistige Kraft, durch welche der Mensch sich die Welt geistig aneignet, die Anschauungen in Begriffe und Urteile umwandelt und festhält; sie ist das Subjektive, das die objektive Welt in sich aufnimmt, eine Tätigkeit, die דעת bezeichnet. Der סכלhat diese subjektive Kraft: allein er bleibt bei ihr stehen, er bildet subjektive Vorstellungen, Begriffe und Urteile, ohne ihnen die objektive Wirklichkeit zu Grunde zu legen, und ohne sie an der Wirklichkeit zu berichtigen. סכל ist somit die missbräuchliche Anwendung des שכל. (Ähnlich wie סבא das missbräuchliche שבע). בער endlich ist derjenige; dem es wirklich an der Anlage fehlt, der ein instinktives Leben lebt und kaum sich über das Tier erhebt.
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH : HUMANISM and JUDAISM (9)
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH
(1833 1900)
HUMANISM AND JUDAISM (9)
By Dr. MENDEL HIRSCH Principal of the Israelite Religious Community Schools, Frankfort-on-Main.
Translated by J. GILBERT
The foregoing examples will no doubt suffice to illustrate the comprehensiveness of universal love according to the interpretation of the Torah. In a incomparably higher degree than in acts of charity, emanating from pity, the recognition and esteem of human character manifest themselves in the loyal ungrudging regard for justice towards a brother happy and possessed of means. For it is far easier for the average man sad experience of recent times demonstrates this only too impressively to follow the impulse of compassion for the sufferings of the unhappy stranger than to overcome the wretched sensations of envy for the happy and prosperous man. This is why, for the purpose of enjoining the most painstaking conscientiousness in the dealing out of justice to the non-Jewish alien, the Torah constructs a case that teaches the lesson most eloquently. It introduces to us the instance of a non-Jew, grown rich in the Jewish land. And it is written in Leviticus xxv, 47, etc.) a stranger, who has become a sojourner with thee, becomes possessed of riches, whilst thy brother that dwelleth near him becomespoor, so that he sell himself to the sojourner or even to the head of a strangers family
Evidently this is a case which would make bad blood, and irritate national sensitiveness. The stranger becomes wealthy, the Jew poor. More than that, the Jew drifts into drudgery under the non-Jew. Still further the stranger turned sojourner had at least renounced idolatry but the law goes one step further, in assuming that the impoverished Jew has sold himself to an idol-worshipping heathen, or, as it is more accurately defined in the Talmud (Tractate Kiddushin, fol. 20a) to do mean drudgery in a heathen temple, such as hewing word and drawing water. In fact no worse cause could be imagined for the bitterest vexation. In addition to all this, there would hardly be any possibility for the Jew to observe a great part of his Jewish duties in the house of his non-Jewish master, and his own and his familys religious future would be gravely endangered by this serfdom in heathenish bondage. In such conditions the danger does not appear remote that a powerful national body would intervene and exercise direct or indirect pressure on the isolated stranger to secure liberation of the destitute Jew from his non-Jewish master. But the laws steps in and decrees: since the bargain, tho itcannot be approved, has been struck, it is binding in law, and only by doing full justice to the legal rights of the Non-Jewish master may the liberation of the Jewbe brought about Since he has sold himself, he should be redeemed, be it by a relative or by himself (should any money come to him), but he shall reckon with is buyer from the year that he sold himself to him, to the Jubilee-year, and the price of sale shall be according to the number of years, at the wage of a hired servant, he shall be with him. And it is decreed, that only the actual time served, and money earned by him, is to be deducted from the total amount. If for the lack of means he be not redeemed, then he shall not be released before the Jubilee-year, he and his children with him (Leviticus xxv, 54)
Thus, in dealings with non-Jews, or even with idolatrous heathens, the most painstaking scruple is laid down as a holy duty. Just in a case of a popular wish to liberate one of their brethren, which might have led to a disregard of justice, is it driven home with sharp emphasis that one must respect in man, even if he is a heathen, the inviolability of personal rights. But in the additional clause it goes even further than that, in making the Jew liable to serve along with his children to the end of the contracted period, and clearly ordaining even the disregarding of the legitimate and holy consideration of saving a whole family from imminent alienation, just because of the still holier consideration of respect for the majesty of justice, even in the person of the idolatrous heathen. According to this doctrine, even the most pious of purposes (and what more pious incentive than the preservation and salvation of a whole family?) does not justify the slightest denial of justice.
In this connection a very remarkable Talmudic annotation should not be overlooked, which clearly proclaims that this duty of inflexible respect for justice must also be strictly observed, not only in our dealings with ordinary heathens, but even to those connected with pagan temples. In face of such an authoritative statement it is obvious that all those frivolous slanders with regard to the moral teaching of the Talmud which is said to discountenance the right of the non-Jews are miserable fabrications.
The seed of this law, to respect humanity in the person of every human being, produced a golden harvest in the predictions of the Prophets with regard to history and destiny. They disclose to our sight the higher pragmatism in history, and show us the hand of God at work in the rise and fall of nations. By no means it is only the tears and the blood of the Jew, or the oppression and stunting of the Jewish life, that provoke the fulminating wrath of God to hurl destruction upon the oppressor. The prophetic eye of Isaiah saw not only Jewish corpses around the heroic body of the glorified Nebuchadnezzar (Isaiah xiv., 12). It was not only Jewish provinces that the all-conquering Nineveh had sacked and crushed in its progress to perdition. (Nahum II,8) Nineveh, from the days of old, was like an artificial pool of water. The life-hood of all conquered lands had been cleverly carried into the centre of the brilliant metropolis. Fear alone stifled all resistance. From the moment that the nimbus was lifted by the victorious Nebuchadnezzar the last hold was gone and now they flee! Stand up, face them, their dethroned Mistress shouts after them but no one can induce them to stand and rally.
(Humanism and Judaism by Dr Mendel HIRSCH, pp. 40 44 to be continued next Sunday)
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH : HUMANISM and JUDAISM (8)
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH
(1833 1900)
HUMANISM AND JUDAISM (8)
By Dr. MENDEL HIRSCH Principal of the Israelite Religious Community Schools, Frankfort-on-Main.
Translated by J. GILBERT
The same characteristic of universality is also clearly expressed in rabbinical commentaries upon certain passages in the Bible concerning the just and good, which are decidedly against the idea of national exclusiveness. Thus on Isaiah, xxvi, 2: Open ye the gates not that Priests, Levites an Israel, but that a righteous, faithful people may enter. And on Psalms cxviii., 20: This is the gate to God does not refer to Priests, Levites and Israel but it says the righteous shall enter. Again in Psalms xxxiii,1 : Rejoice not Priests, Levites and Israel, but Rejoice in God, ye righteous and lastly, on Psalms cxxv.,4 : Do good not unto the Priests, Levites and Israel, but Do good, oh God, unto those that be good (Torath Cohanim on Leviticus xviii.,5)
Theses passages need no further comment.
If the foregoing represents the point of view of Judaism on the human subject, we have still to consider the practical effect which this teaching had in Mosaic Law and in the Prophets, as well as its continuance in the rabbinical compilation of the ritual.
Justice and universal love are the fundamental principles upon which the Old Testament bases all its laws regulating the intercourse between man and man. What then is the measure of legal protection for the non-Jew, what claim upon charity does the Bible grant him, on the basis of the Divine Law?
The instruction of the Torah has a peculiar method of establishing and explaining general principles by means of concrete examples, purposely choosing cases where one would least look for practical proof of the underlying principle, and thus allowing the generalising conclusion to envolve itself automatically. When, for example, the duty of gratitude is taught, the Torah chooses as example an Egyptian, and commands Do not hate the Egyptian. For whatever unspeakable arm they may have inflicted on thee later on, at first they granted thee a hospitable reception. When it intends to teach the duty of kind consideration and refining of human feeling the example chosen is a thief sentenced to enter into temporary service, so as to atone for this theft. His master is not only obliged to take care of the wife and children of his servant, but warned to exercise the greatest mercy and consideration in this treatment of the culprit himself. When establishing the principles of matrimonial law and the respect and maintenance due to a wife, the Torah chooses as an example the little daughter of a begger that under humble conditions, entered the house of a patrician, and was taken to wife by the son.
In considering first the extent to which charity for a non-Jewish brother must be shown, and practically demonstrated, we find that the Divine Law establishes its doctrine by stating the following case: A man who, according to international law then obtaining was outlaw, helpless, friendless, destitute and in despair, had become the slave of an alien Jew, had broken the law to the detriment of the Jewish master, and had fled from the foreign country into Jewish territory. Poor wretch: Out of the frying pan into the fire. Many of our modern highly civilized sates would not have hesitated to expel such a vagabond and undesirable foreigner, who, without proof of identity and means of support, was bound to become a burden on the country, and he might consider himself lucky if he escaped being flung over the border, into the very land which he had most reason to fear. But, in spite of its alleged lack of charity, the Biblical Law ordains differently.
It prescribes (Deuteronomy, xxiii. , 16, etc,): You shall not deliver unto his master a slave who has escaped form his master unto you. He shall dwell with you, even among you, in that place which he may choose in one of your gates, wherever he prefers:ye shall not hurt his feelings.
If that be the measure of love and philanthropic care which, on the basis of the Divine Law, the complete stranger was entitled to expect, just because he was a human being and totally helpless, it is but logic to infer that the law which enjoins the Jew to care for his non-Jewish brother, who hast but renounced idolatry a sojourner living with thee does not mean to restrict his directions of charitable help to the already fallen brother.On the contrary, it requires him to care also for a brother reduced in fortune, who may still hold his own by thy side, and need not yet look up to his fellow Jew, as his generous patron and noblehearted benefactor. For it is noble to raise the fallen, but it is divine to prevent them from falling. And with this conviction, it is highly characteristic that just in this law the Torah inserts the idea of care for the maintenance of the non-Jewish sojourner, And when we read in Leviticus, xxv., 35 thy brother is becoming reduced in fortune and he totters by thy side then support him, even though he be but an alien who has becomea sojourner, so that he may livewith thee.
(Humanism and Judaism by Dr Mendel HIRSCH, pp. 36 40 to be continued next Sunday)
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH : HUMANISM and JUDAISM (7)
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH
(1833 1900)
HUMANISM AND JUDAISM (7)
By Dr. MENDEL HIRSCH Principal of the Israelite Religious Community Schools Frankfort-on-Main
Translated by J. GILBERT
The following few examples, selected from the rich material at our disposal, will serve to corroborate what has been said above.
At the sight of the star-lit firmament it is not the importance of the Jew but of mortal man which dawns upon the Psalmist as he sings: When I behold Thy heavens, the work of Thy fingers, the moon and the stars which Thou hast ordained, what is man excited by passion (Enosh)[ that Thou art mindful of him, and how great the son of purely human (Ben Adam) to whom You hast given his destiny and made him but little short of divine, to crown him with honour and glory! Thou madest him to have dominion over the works of Thy hands. Thou hast put all things under his feet. Sheep and cattle, and the beasts of the field; the fowl of the air, and the fish of the sea! (S.R. HIRSCH, Psalms viii., 4-9).
Not only the Jew, but every human being, devoting himself to God, experiences in his inner and outer life the influence of the direct educating nearness of God.
Hail unto him who is proof against crime and guarded against transgression. Hail also to the man to whom God need not impute iniquity, and in whose spirit there is no guile.
Therefore, at times of visitation, let him who is devoted to Thee in love seek self-recognition in praying to Thee; then those mighty overflowing waters will not come nigh to him(Psalms xxxii, 1,2,6]
For sin cometh not forth from the dust, neither does trouble springs out of the ground, so that man should (involuntarily be born unto trouble, as the sparks fly up in the air. But I seek for God (in the fate of ma, and unto the God of justice would I commit my cause, who does greet things, unfathomably, and marvels without number! Behold, happily progressing is the falling man (Enosh) , whom God correcteth; therefore, despise not thou the educating instruction if the Almighty. For if He maketh sore, H e also bindeth up, if He woundeth, His hands also bring healing. In six troubles He will have delivered thee, then, in the seventh, disaster will no longer touch thee (Job v 6 etc., 17, etc).
For the heartless and unintelligent man shall be endowed with heart and intelligence, and the unmanageable wild animal shall be born anew as man (Job xi, 12)
How excellent is Thy loving kindness which Thou exercisest as Judging God! Therefore the children of man find their trust under the shadow of Thy wings. In the abundance of Thy house they find ample satisfaction, and from the river of Thy bliss Thou givest them to drink (S.R. HIRSCHs Psalms; xxxvi, 8 etc)
Blessed in eternal progress ) is the man whose power of resistance is in Thee, whose heart elevateht him to Thee; even when passing through the valley oftears, they turn the tear to a well of blessing, even to blessings wrapped up with rain.For God is a sun and shield, God grants grace and glory, no good will be withheld from them that walk in moral integrity. God Zebaoth, eternal blessing unto the man that trusteth in Thee (Psalms LXXXIV, 6, etc)
Further examples need scarcely be cited. Only one statement might be quoted, which in the most noble form describes the relation, not of the Jew but of man to his Creator. In it, in terms of deepest intimacy, the soul of every pure man susceptible to the faintest sensation that disturbs conscience, is described as a lamp of God, with which He examineth the most secret folds of the human heart. The soul is the lamp of God, which scrutinizes all the inward parts of his body (Proverbs xx. 27).
Just one more utterance might be quoted in this connection. It refers to the immortality of man not of the Jew and is the finest and tenderest expression concerning death and immortality in human language.
And he, as a putrid thing, is consumed, like a garment eaten by moths: Man that is born of woman is of a few days; and full of trouble. He cometh forth like a flower, and is cut down. He fleeth like a shadow, and continueth not. And dost Thou bring even me into judgement with Thee? For who can bring forth anything clean from that which is unclean; if it be not the Only One? Be he ever so advanced in years, the number of its month it is for Thee to determine. Thou hast set a limit to his life, and he cannot pass beyond it. Oh, turn from he, that he may rest, like the labourer after his days toil.For there is still hope for the tree that is felled, that it will sprout again and its roots will not perish. Tough its roots may decay in the earth and its stock may die in the ground, yet through the scent of the water it will bud again and will bring forth fruit like a newly-planted sapling: And should man die and waste away, and when man has breathed his last should there be an end of him, as if the waters of the sea must vanish, to make for ever dry a river that for once has ceased to flow? And man who lays himself down to sleep, should he never rise again? Until the heavens be no more, should he never bestir himself again, nor ever be awakened from his slumber? Oh, if Thou wouldst but hide me in the grave, and keep me in seclusion, until Thy wrath is past! That Thou wouldst set me a time and remember me. If a man die shall he live again? Yes, all the days of my earthly service, I will wait till my change come, my revival, when Thou wilt call me, and I will answer Thy call, because Thou wilt desire the work of Thine hands (Job vii. And xiii.,28 and xiv., 1-15).
All that man has achieved in his earthly campaign, the battles he has fought, the only under the rays of he has won; only under the rays of divine mercy has he accomplished it, done what he has done, and attained what he has attained; his purification, his moral achievement, is the work of the divine education. And when God finds that man has reached the goal set to him, the He longs for His child, the work of His hands. And this longing of the Father is for the child like a call to come home, and cheerfully it is obeyed for this call, men term it death announces to him the return to his Father, the entry into eternal life.
For Thou wilt not leaves my soul in the grave, neither wilt Thou perish who is devouted to Thee in filial love: Thou teachest me the way of life, fullness of joy is in Thy presence; eternal bliss at Thy right hand (Psalms, xvi, 10, etc).
These words of the Psalmist are based upon the Old Testament teaching, and represent therefore, the innermost feelings of every pure man.
(Humanism and Judaism by Dr Mendel HIRSCH, pp. 31-36 to be continued next Sunday)
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH : HUMANISM and JUDAISM (6)
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH
(1833 1900)
HUMANISM AND JUDAISM (6)
By Dr. MENDEL HIRSCH Principal of the Israelite Religious Community Schools, Frankfort-on-Main.
Translated by J. GILBERT
The following few examples, selected from the rich material at our disposal, will serve to corroborate what has been said above.
At the sight of the star-lit firmament it is not the importance of the Jew but of mortal man which dawns upon the Psalmist as he sings: When I behold Thy heavens, the work of Thy fingers, the moon and the stars which Thou hast ordained, what is man excited by passion (Enosh)[ that Thou art mindful of him, and how great the son of purely human (Ben Adam) to whom You hast given his destiny and made him but little short of divine, to crown him with honour and glory! Thou madest him to have dominion over the works of Thy hands. Thou hast put all things under his feet. Sheep and cattle, and the beasts of the field; the fowl of the air, and the fish of the sea! (S.R. HIRSCH, Psalms viii., 4-9).
Not only the Jew, but every human being, devoting himself to God, experiences in his inner and outer life the influence of the direct educating nearness of God.
Hail unto him who is proof against crime and guarded against transgression. Hail also to the man to whom God need not impute iniquity, and in whose spirit there is no guile.
Therefore, at times of visitation, let him who is devoted to Thee in love seek self-recognition in praying to Thee; then those mighty overflowing waters will not come nigh to him(Psalms xxxii, 1,2,6]
For sin cometh not forth from the dust, neither does trouble springs out of the ground, so that man should (involuntarily be born unto trouble, as the sparks fly up in the air. But I seek for God (in the fate of ma, and unto the God of justice would I commit my cause, who does greet things, unfathomably, and marvels without number! Behold, happily progressing is the falling man (Enosh) , whom God correcteth; therefore, despise not thou the educating instruction if the Almighty. For if He maketh sore, H e also bindeth up, if He woundeth, His hands also bring healing. In six troubles He will have delivered thee, then, in the seventh, disaster will no longer touch thee (Job v 6 etc., 17, etc).
For the heartless and unintelligent man shall be endowed with heart and intelligence, and the unmanageable wild animal shall be born anew as man (Job xi, 12)
How excellent is Thy loving kindness which Thou exercisest as Judging God! Therefore the children of man find their trust under the shadow of Thy wings. In the abundance of Thy house they find ample satisfaction, and from the river of Thy bliss Thou givest them to drink (S.R. HIRSCHs Psalms; xxxvi, 8 etc)
Blessed in eternal progress ) is the man whose power of resistance is in Thee, whose heart elevateht him to Thee; even when passing through the valley oftears, they turn the tear to a well of blessing, even to blessings wrapped up with rain.For God is a sun and shield, God grants grace and glory, no good will be withheld from them that walk in moral integrity. God Zebaoth, eternal blessing unto the man that trusteth in Thee (Psalms LXXXIV, 6, etc)
(Humanism and Judaism by Dr Mendel HIRSCH, pp. 31 33 to be continued next Monday)
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH : HUMANISM and JUDAISM (5)
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH
(1833 1900)
HUMANISM AND JUDAISM (5)
By Dr. MENDEL HIRSCH Principal of the Israelite Religious Community Schools, Frankfort-on-Main
Translated by J. GILBERT
For this reason, when Abraham was chosen, the mission entrusted to him and his children was at once epitomised in the words: whilst all others yearn to be blessed, be thou a blessing; through thee all families of the earth shall be blessed (ibid.: xii, 2 and 3). That same injunction or teaching was also contained in the words which Moses was to approach the Egyptian Ruler, to plead for the liberation of his brethren and to declare to him, in the name of God: The Hebrew pariah, despised by thee, and cast into bondage by thee, is My son, My first-born son! For the Hebrew term for firstborn, Bechor, etymologically denotes liberator (S.R. Hirschs comment), one trough whom the hitherto restrained springs of motherhood are released. Not for himself, but for what follows, is he called Bechor.When therefore, God speaks of Ysroél as Beni Bechori, My son, my firstborn, the underlying meaning is that: through the generating powers of humanity are opened: through Ysroél the march is started in which all nations shall step for as My sons. In thine own name and the names of all mankind I therefore come to thee, Pharaoh; Ysroél is my first, but not my only one. I demand liberty for Ysroél, just as I will claim it for every nation that follows Me as My son. Not in rank, but in time Ysroél is the first!
But above all, at Sinai, when Ysroél was to be prepared for the revelation, the conception of all men as subservient to Gods purpose and their high significance as such, was emphasized in particularly clear and precise terms: Mine is the whole earth (Exodus xix, 5,6). You however, shall belong to me, more exclusively even than all peoples, because you shall be unto me a kingdom of priests and a holy nation. By this declaration, the laws which follow are characterised as those which establish Ysroéls consecration to the priesthood of mankind, just as again, within the House of Ysroél, special duties are imposed upon the priest. Any misconception with regard of Ysroéls position is, however, obviated by the emphatic declaration: All the earth is mine, and by the reminder that just this very call to priesthood involved for Ysroél an accentuated acknowledgment of the subservience to God, even under many conditions which otherwise are left to the free choice of men. By the comparative expression: more exclusively, the intimate relationship between God and all men is expressed without any ambiguity. That the word Segula does not imply a treasure representing the whole of the owners possessions, but rather indicates the exclusive ownership of the position by this owner, can conclusively be deducted from the succeeding sentence: for all the earth is Mine. Yet, the incorrect interpretation of this expression has been used in support of a whole tissue of falsehoods about the alleged restriction of the relationship of the Father of all humanity to the small Jewish community.
In the introduction of the sacrificial laws (Leviticus I, 2), we find again certain directions addressed to Man as the Adam. These prescriptions for those symbolic acts, by means of which the selfless devotion of all human forces and means to the furtherance of the highest ethical aims of justice, love of mankind and morality are to be expressed instructively and solemnly as the nurture of the divine fire on earth, are given, not exclusively to the Jew, but also to Adam, Man.What other purpose could this have but to express the principle that, in accordance with Jewish tradition, all men are bidden to the house of God, and that on the altar of the Jewish sanctuary the offering of the non-Jew is ready accepted as an equally acceptable avow of submission to the Divine will
Thus it is universality, with its broad outlook on the whole humanity, and the ideal of the loftiness of human destiny which forms the basis as well as the starting point of the Old Testament in its views of the world. The warm breath of all-embracing love for humanity as it comes to us from the Prophets, from the Psalms, and the rest of the Hagiographa, can therefore not be looked upon as something elevating or transcending the Mosaic view, but as loyally carrying forward and preserving that same life-breath which the teaching of Moses was intended, and still labours, to instil into its children, as well as into all men who receive it with an open mind and heart. These conceptions, some of which we have indicated in faint outline, were the premises of the Prophets and the Psalmists teachings. And we may further state at once, that they also characterize the spirit of the Rabbis of the Talmud, whose instruction has helped to organise the later Jewish cult, and it is the same spirit which survives to the present day in the Synagogue as well as in the humble dwelling in which the soul of the lonely Jew soars in prayer to his God
(Humanism and Judaism by Dr Mendel HIRSCH, pp.27-31 to be continued next Monday)
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH : HUMANISM and JUDAISM (4)
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH
(1833 1900)
HUMANISM AND JUDAISM (4)
By Dr. MENDEL HIRSCH Principal of the Israelite Religious Community Schools, Frankfort-on-the Main.
Translated by J. GILBERT
By these same doctrines all Jewish proselytism is shown to be inconsistent with Jewish teaching. The Old Testament never looks upon men outside the Jewish faith as men doomed to damnation, and whose only hope of salvation would be their conversion to Judaism. All that is necessary for them to become pure men, not Jews their inherent human nature fully qualifies them for that and by the faithful observance of general human duties they will as his children, earn their share of the grace of their and our God. Jewish history knows but one example in which this principle was violated under a dreadful delusion, and not out of religious but out of political considerations. Never has outrage more severely been avenged. It was the conversion of the Idumeans. The accursed reign of the bloodthirsty Herod was the outcome.
There are two other weighty passages bearing upon our theme in the biblical records of the pre-Abrahamic period: the one a prophecy sentence, which opens up for us a perspective of the greatest interest, and the other a divine law given to the human race, which is of immeasurable significance.
The prophetic sentence reads: As to Japhet God opens his feelings (i.e. gives them free play) (Gen. IX, 27). The most important section of the Japhetite tribe, from the point of view of the progress of human culture, is the one called Javan, the Greek (ibid., 2) In the light of this biblical sentence the ennobling Hellenic art and poetry whose charms never ceased to free the feelings and to form the foundation of all aesthetic education possessed by cultured races would appear to serve the hightest purposes of Providence. According to this prophetic sentence, this aesthetic ennoblement certainly forms only the preliminary step to moral ennoblement, which latter is to achieved for humanity by the realisation of this message of divine truth through the culturally most important section of the Semitic race. (Vide S.R. HIRSCH ad.loc. and Hellenism and Judaism, Gesammelte Schriften II., page 26 and subs).
The Law referred to, however, is the statement made, a propos of the permission of animal food, with regard to the supreme value of human life. This sentence proclaims man to be the most exalted and inviolably sacred treasure of man, and God, to be the Protector man, who would call him to account for the blood of man, spilt by the hand of his brother, thus appointing man to become the responsible guardian of man.
Surely it is not without deliberate intent that the Bible records all these facts and teachings, in which the high status and importance of man are so conspicuously stressed, before it comes to the narrative of the call addressed to Abraham. Having been told how mankind sank lower and lower; how men, individually, became slaves to their sensual appetites, and, collectively, slaves to cunning and hypocritical tyranny; how, with their distribution over the earth, the history of the word and the education of mankind began; how along with the education by experience, education by the word of divine truth had to come; and how, as the bearer of this truth had and for the salvation and deliverance of mankind a specific nation had to be trained under Gods immediate control, it was obviously necessary, for the proper understanding of its historic mission, that this people should be enlightened, at the outset, as to the position and the task of fellow-men. Only thus could it be protected against the overrating of its own nationality, and prevented from regarding itself, with overweening presumption, as the purpose, or from seeing its own elevation and moral perfection the ultimate aim, of the revelation of which it was called upon to the bearer. The experience of all times had amply shown how easily even nations which rank high in the spiritual sense succumb, in consequence of success, to the danger of looking contemptuously upon everything alien. And how great this peril was for a nation deemed worthy of Gods direct guidance, delivered under miraculous and visible active Divine Omnipotence, and raised to a national entity, after having seen the world-power of its dreaded oppressors bite in the dust! Thus we can easily understand why it is that the wisdom of the Bible keeps anxiously reminding this people, at each stage of its development, that all men are Gods children, and that Yisroél was called upon to lead the ways towards the tree of life, or rather to preserve and transmit to men, in the divine teachings, the fruit of the tree of life.
(Humanism and Judaism by Dr Mendel HIRSCH, pp.23-27 to be continued next Monday)
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH : HUMANISM and JUDAISM (3)
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH
(1833 1900)
HUMANISM AND JUDAISM (3)
By Dr. MENDEL HIRSCH Principal of the Israelite Religious Community Schools, Frankfort-on-Main.
Translated by J. GILBERT
This also applies to the Divine blessing (Gen. I, 28) pronounced not upon the Jew, but upon man in the words: Be fruitful and multiply and replenish the earth and subdue it, by which the foundations were laid for the whole social development of human race, and by which marriage, family, society and property were declared by the Creator to be institutions purposely designed and rendered sacred by Him, as indispensable to the attainment of humanitys aims. The Bible emphatically refutes all mistaken representations of these institutions as results of arbitrary arrangements, as conventions among men and controlled by men, or, as in the case of property, as self seeking depravity.
These blessings bestowed upon man, his lofty destiny and the freedom of action conferred upon him by his character as a descendent of Adam, have remained the inalienable heritage of humanity. The Old Testament knows nothing of any curse laid upon man after eating of the forbidden fruit, or of his nature having become sinful. Not upon Adam but upon Adamah, the earth as the soil of man, a curse, i.e., a check, was imposed (ibid: III, 17). This was done for his sake, that is to say, for his benefit, so that in the school of self-denial he should grow to the full and free attainment of human destiny. The Bible shows us man created outside Paradise, and then placed within Paradise, in order to make him appreciate the need for an education of tests and trials, so that he could regain Paradise. The eye enlightened by the Bible will therefore not look upon labour, hardship, renunciation and struggle as curses, but as the ways and means to earn this blessing. The Bible, in the first chapters in the first chapters of history, introduces us to a Paradise and Gods intimate proximity to earth, and again points out to us a Paradise on earth as the goal of history, when the restraint laid upon man for the purpose of his education will be lifted, because it will be needed no longer. This Paradise on earth destined for all mankind is described by the Prophet as the new Heavens and the new Earth, which I will create, and the whole history of nations, under the rule of God, is the road to the goal (Isaiah, LXVI, 22).
Yet mans nature and moral freedom, his mission, and his capacity to do justice to it at all times, have by no means changed by the alteration of his environment. Take the words of the prayer, which the Jewish child lisps every morning, and which the man grey with years still murmurs at the close of life, preparing to render account of himself to his God and Father the words of the Jewish faith:
My God, the soul which Thou hast given me, is pure. Thou hast created it. Thou hast breathed it within me and Thou preservest it within me. Thou wilt take it away from me some day, and restore it to me in time to come. While the soul is within me I will devote all my power to Thee, Ruler of all time, Master of all souls Blessed be Thou, oh God, Who wilt restore the souls to the bodies of the dead.
These words, according to the Jewish teachings, all men may pronounce: The glorification and elevation of earthly life to divine standards by means of the moral force that was given to very man as his inalienable heritage that is the essence of the divine book and the divine rule. (S.R. HIRSCHs comment to Jissroéls prayers. Page 85) when human nature nevertheless was,
As further confirmation of the fact that the Old Testament knows nothing of mans nature having been doomed to depravity, it may be mentioned that the words: Thou shalt rule over sin, were pronounced after the eating of the forbidden fruit; that, furthermore, after the doors of Paradise have been closed, and the restraint had been laid upon Adamah the soil of man the godlike qualities of Adam are once more emphasised, and we are given to understand that this had also passed over to his children (Gen. V. 1-3). In the same way, it is also said of the man not the Jew Noah the second ancestor of the human race, that he was righteous and morally pure man, and that he walked with God. And again, when the earth was given afresh to Noah, the same was pronounced upon him and his sons (Gen. IX, 1) and marriage, family, property and society were established anew as divine institutions.
These Biblical teachings of the inherent purity and moral freedom of all men, are of the greatest significance. The Old Testament thus refutes all rationalistic arguments concerning the extraordinary character of the divine justice, which imposed upon human beings duties which they could not possibly fulfil by reason of their sinful nature, and inflicted upon them punishments for sins which they could not help committing, or concerning the purpose of the flood, when human nature nevertheless was, and remained, hopelessly depraved.
(Humanism and Judaism by Dr Mendel HIRSCH, pp.20-23 to be continued next Monday)
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH : HUMANISM and JUDAISM (2)
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH
(1833 1900)
HUMANISM AND JUDAISM (2)
By Dr. MENDEL HIRSCH Principal of the Israelite Religious Community Schools, Frankfort-on-Main.
Translated by J. GILBERT
In view of the prevalent notions about the Jewish religion, most people will probably take it for granted, that there is only one opinion possible, and may express surprise that such a point is raised at all, assuming the reply to be obvious. For how could Judaism segregating its adherents as carefully as it does, and hold them apart, as the poet says, even down to bite and sup, do aught but utterly rejects the principle of universality? However, in times like the present, which bluntly accentuate all that divides men, a survey of those ideals which consciously or unconsciously are regarded by all men in common as lofty and Sacred, would appear to be most opportune. A careful examination of the position taken up by Judaism on this subject will therefore be found of great interest. For no religion is so little understood, and so much misunderstood, as the Jewish.
Let us define the question more precisely. Does Judaism recognize this principle of pure humanism? Does it admit its justification and reality? How does it look upon the Gentile, not in any way converted to Judaism but who believes in God and who faithfully fulfils all the dictates of justice, humanity and morality? Does Judaism regard him as one of Gods children; can such a man, in the light of Jewish faith hope, for salvation?
A reference to the Bible will prove that it is precisely Judaism, precisely the Old Testament, which supplies the very origin and basics of the conception of pure humanism in its fullest realization and its most positive assertion.
The Old Testament, that earliest record of the human race, that fountain-head of all knowledge of God and mankind, that book which the Jews, despite unparalleled martyrdom, have cherished through thousand of years as their highest treasure and the key to their own and all humanitys redemption, that Old Testament does not preface its teaching with a declaration such as this: Prior to the revelation on Sinai or to Abraham, all men were doomed and incapable of attaining salvation. On the contrary, it begins with the elevating doctrine that All Men are in the image of God (Gen. I, 26). For it is not the Jew but man, who is represented as the coping stone and the highest aim of creation (Gen. I, 26); and it is not the Jew but man on whom the Adam-character is conferred. Yet in this doctrine the whole destiny of the human race is stated. For Adam does not mean clod of earth. Etymologically the wordAdam is not derived from Adamah, earth, but Adamah is obviously derived from Adam the earth being designated as the soil of man, the domicile and the bearer of man. Quite apart from this, it would not be consistent to call man earthborn, because of the earthly part of his origin, seeing that the dominant characteristic of man, emphasized by the Bible, is that his earthy body became man only through Gods breath, and therefore by his origin does not entirely belong to the earth.According to the researches of profound Biblicists and philologists Adam represents man in his highest dignity, as the trustee of the divine glory on earth, as the seal of God on the creation, as Gods representative on earth. All this, implied by the word, Adam, is not said (ibid: 15,7) God breathed into his nostrils the breath of life, and man became a living personality
Thus the biblical anthropology, which only know one ancestor for all races, bestows a twofold superiority on all men, through their descent from Adam; namely, the possession of a soul, which is not made from the dust of the earth, and a body, whose formation, in spite of its analogy with the animal organism, the Creator meant to be specifically different from that of the animal body, rendering it fit for its higher destiny, and intending it to be, during life, a proper frame for, and instrument of, the divine breath that lives within it.
This point is of fundamental importance. The teaching of the Bible thereby confers upon man the power of self-control. If, therefore, for the performance of general human duties, every man is called upon and, for that of specific Jewish duties, every Jew is called upon to subordinate his sensual instincts and appetites to the dictates of the moral law, no superhuman or unnatural exertion is demanded, but only that which is consistent with his real nature. This means moral freedom, whose prerogative is thus granted to all human beings. Such moral freedom is explicitly proclaimed in the words: (ibid: IV.,7)Unto thee is its (sins) desire, and thou shalt rule over it. These words, addressed to Cain, the first offender, admit the power of sin over man, when man yields to it, nut describe it as a longing to be ruled by him. God has permitted sin to enticing, not that it should rule over thee, but that you shouldst govern and control it not crush or deaden, but master it. That is its design and purpose. (S.R. HIRSCHs comment).
(Humanism and Judaism by Dr Mendel HIRSCH, pp.14-19 to be continued next Monday)
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH : HUMANISM and JUDAISM (1)
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH
(1833 1900)
HUMANISM AND JUDAISM (first part)
By Dr. MENDEL HIRSCH Principal of the Israelite Religious Community Schools, at Frankfort-on-Main
Translated by J. GILBERT
AUTHORS PREFACE
The matter discussed in the following pages has been the subject of several lectures delivered by the author to the Society Ben-Usiel, which devotes itself to the task of cultivating and disseminating the proper understanding of Judaism.
Having regard to the variety of confused and altogether erroneous conceptions of the Jewish faith, and the allegations which are made against it as one of narrow-minded exclusiveness and rabid particularism, it may not be inopportune to afford a somewhat wider circulation to the views elaborated in these lectures. They are meant to be accepted in an explanatory, as well as in a conciliatory sense, and should help to induce an age, which is all too prone to emphasize the things that divide men, to remember the loftiness and sacredness of the high ethical principles, in the recognition of which all, however wide apart, are united. Perhaps a closer contact will then be established between those who are marching along different roads to the same goal, and who are strangers only because they do not understand one another. The Author will be happy if, by this treatise on this subject, he can contribute a modest mite towards such an understanding.
Frankfort-on-the-Main. 15th January, 1893.
HUMANISM AND JUDAISM
By Dr. MENDEL HIRSCH
Towards the end of the 18th and the begin of the 19th century, rationalism was rampant, and absolute indifference to everything religious had become the essential characteristic of the majority of persons of culture. If, at that period, anybody had hazarded the prediction that in a hundred years time the contrasts in religion and the profession of faith would be as sharply accentuated as they are to-day in the last decade of our passing century, an angry outcry of indignation would have been raised against so blind a seer. His pessimism, revealed in his refusal to admit the progress of history; would have been unanimously condemned. The offender against human reason might even have suffered social excommunication! But perhaps this is a mistaken conclusion. The mere suggestion of such a possibility would have impressed people as so utterly absurd, that such delirious raving or imbecile chatter would probably have been dismissed as unworthy of notice.
And yet, what then appeared altogether unthinkable, has become a sad reality. Just as internationally our leaders cast hostile glances across the frontiers, constantly prating of peace, yet ready at any moment to strike, and ever on the alert to ward off or anticipate so-called defensive attacks by offensive resistance, so, at home, opinions are arrayed in opposing ranks, and in perhaps even sharper contrast. Side by side witty political disputes, the expressions of religions and sectarian differences seem to assert themselves with unexampled ferocity.
In trying to obtain a comprehensive survey of these conditions, two currents emerge between which, owing to the extremity of their divergence, no reconciliation appears possible. Inflexible fanaticism is opposed by the equally rigid materialism of worldly conceptions. This contrast is in itself as old as the hills, but while, in the past, it was only discussed in narrow circles of the learned, as illustrating the various doctrines of differing philosophical schools, it has now become the common property of the wider classes of the people, who owe allegiance to nothing but the unmitigated dogmas of materialism. The fanaticism of affirmation is opposed by the much more baneful fanaticism of negation, which abhors the conception of God in every form of immanence, and which brands all belief in a detached, extra-mundane God with the stigma of complete denial of science.
Thank Heaven the weapons used in the past have now become less formidable, and in spite of everything, the irresistible progress of civilization has asserted itself. Yet, in unscrupulous dexterity of purpose, the Torquemadas of faith are equally matched by the Arbuez of unbelief. Between those extremes an infinited range of opinions may be observed, in which faith and knowledge, in ever changing combinations and commutations of orthodox and heterodox are commingled into a very elixir of life.
In the midst of these swaying currents, and equidistant from both extremes, there sprang into life, and still exists, a quiet community of men, which counts its members among all cultured nations, and whose adherents have never, by any means; been men of inferior merit. Without any distinctive marks, badges or passwords of recognition, even without personal contact they are linked in a close spiritual comradeship which lifts them above all political and religious boundaries, and beyond all secular or temporal limitations. They work together in cordial agreement, each in his own modest sphere; some in the arts and sciences, others in the pubic service or in society; or they strive for the ennoblement of their own character; but all are bent on the glorious and sacred task of the elevation of man and the advancement of human welfare. These are the people who hold belief that, without tying themselves to a definitive confession of faith, it is quite sufficient to have the consciousness of God in ones heart, to lead an honest, upright life, and to do ones duty by faithfully and loyally furthering the interests of the country or circle to which they belong. This they consider sufficient to give life its full zest, and to create that peace of mind which only the satisfaction of having honestly done ones duty can impart, an which permits man to face the end of his days with the serenity of the wise-hearted and the virtuous.
This we call the standpoint of Pure Humanism. What attitude the adherents of strict religious exclusiveness may take with regard to this principle, seeing that they believe salvation to be possible only through the acceptation of their own particular creed, is a subject that must remain outside the scope of the present discussion, which is only concerned with the principle in so far as it affects Judaism.
(Humanism and Judaism by Dr Mendel HIRSCH, pp.11-14 to be continued next Monday)
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH : HUMANISM and JUDAISM (A)
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH
(1833 1900)
HUMANISM AND JUDAISM
By Dr. MENDEL HIRSCH Principal of the Israelite Religious Community Schools, Frankfort-on-Main.
Translated by J. GILBERT Bedlock 1928
TRANSLATORS PREFACE
The first English translation of one of the most interesting essays by the late Dr. Mendel HIRSCH, is dedicated, as a small token of undying affection, to the memory of the eminent author. Following most minutely, as he did, the example of his father, Rabbi Samson Raphael HIRSCH, in his brilliantly intellectual and classically worded presentation of Traditional Judaism, in harmony with modern culture and science, and in his fearlessly uncompromising defence of all its institutions and ordinances, he had to be prepared for opposition from various quarters.
One wing of Judaism of Judaism decried such redoubtable opponents as HIRSCH and his followers as orthodox obscurantists, whilst, on the other hand, the Old-Talmudists and diehards of Jewish exclusiveness, in their fanatical opposition to modernisation of any description, looked upon S.R. HIRSCH and his adherents as disguised reformers! It was certainly no easy matter to ward of such cross-fire attacks of which they had become the constant targets.
Mendel HIRSCH who, in 1877, succeeded his father as Principal of the schools founded by him under the now famous, but then not generally appreciated motto: Yofeh Talmud Torah im Derech-Eretz (Beautiful is the study of the Torah in combination with the worldly civil, social and commercial pursuits), has made it the task of his life to imbue his pupils with the loftiness of that ideal. In his noble endeavour, he was guided entirely by the educational methods of his father. His manner of expounding the spirit of specifically Jewish duties, and demonstrating the intrinsic beauty and merits of the many symbolic teachings, was very fascinating. But, like his father, to whose Biblical exegesis he constantly referred not only in his lectures, but also in striking commentaries on the Haftoroths, the Twelve Prophets, etc. he never neglected to emphasise the duty of man to man, and the love of, and wholehearted regard for, the welfare of all human beings without distinction of race or creed. Special stress was always laid upon the duty of Jew to Gentile; and the importance of universal love, justice and integrity in all social activities, commercial or other dealings, was shown as expressing the very heart and core of Judaism.
Like his father, Mendel HIRSCH generally became very attached to his pupils, and even when their school-days were over was always anxious to keep in touch with them as far as possible. For this purpose the Mekor-Hayim- and Ben Usiel-Societies were formed, at whose gatherings, his lectures on various topics gave him ample opportunity for continuing the education of his sons and daughters as useful citizens of their towns and country and a credit to Judaism.
Generous and indefatigable in all his undertakings, he would not tolerate any narrow-minded apathy in the matters of the common welfare, or any indifference to important social and political movements. As a regular contributor to the monthly magazine Jeschurun he wrote a number of very interesting essays on various subjects. One of his most powerful political articles appeared in the 11th number of the issue 5619 (1859) under the heading Villafranca and Kremsier, a contribution to Jewish contemporaneous history. In this he exposed Austrias scrap-of-paper policy with such vehemence, that one cannot help admiring the pluck of this young Jewish schoolmaster who, 69 years ago dared, in a Jewish magazine, to accuse the Austrian Government of having deliberately broken the pledges given to Moravian Jews in 1848 !!!
The treatise on Das reine Menschentum im Lichte des Judentums must undoubtedly have been provoked by the ravings of that atavistic revival of medieval Jew-hatred which began, towards the end of the 19th century under the quasi-scientific name of Anti-Semitism. This treatise had naturally to be written and carefully, as the great Iron Chancellor of those days had allowed his son to proclaim him the spiritual father of Anti-Semitism and to close anti-Semitic students meetings with Hochs for Bismark! Whatever this powerful politician may have found it opportune to declare on other occasions, no Court Chaplain Stoecker or Ahltwardt, could have dared to denounce the Jews as a danger to the country, no priestly deputy could have recommended the Bavarian Diet to enact the simple law: Every Handelsjude must be shot or hanged, if the agitation had not been favoured by the German Government. And the movement with his terrible pogroms, blood accusations, etc. spread to Austria, Hungary, Rumania, Russia and France, where the Affaire Dreyfuss stupefied and terrorised the Jewish population for a number of years. Even America was affected to such an extent, that special Anti Defamation Societies had to created.
Hirschs idealism did not carry him straight into the camp of the Choveve Zion or to the Zionist movement, but as a true Jewish citizen he was anxious by this treatise to add, however modestly, one stone to the barricades of reason and truth which alone stood between Jewry and the bigots of Anti-Semitism.
It is true that conditions have greatly improved in many directions since the times when this treatise was written, yet our newspapers never seem to cease to report fresh acts of inhuman vexations and brutal oppressions in various countries, among others one in which one would have least expected. Admitting even that the recent incident at the Wailing Wall ended without any serious consequences for the poor worshippers, it was sufficiently hurtful and humiliating to arouse very outspoken universal indignation.
In face of such still too frequent occurrences and constant defamations of Judaism and its adherents, every fair-mined citizen should make himself familiar with some of the great truths and facts set out in this treatise, so far almost unknown to Gentiles and even to Jews alike, and Anti-Semitic or other prejudice will no longer be possible in any branch of the human race.
Literal translation into another tongue is always difficult; and with the peculiar conciseness ofstyle and forceful expression of an author whose train of thought was not of the commonplace order, the difficulties were very great. Without the valuable and kind assistance of so eminent a Hebrew and theological savant and English scholar, as Rabbi Professor sir Hermann GOLLANCZ, M.A., D.Lit., and the help of my very obliging and generous friend, Mr S. GILBERT, B.A. ex-President of the First Lodge of England of the I.O.B.B. to both of whom I gladly take this opportunity of expressing my sincere thanks for their untiring services this translation would never have seen the light of day. Nevertheless, I cannot refrain from soliciting the readers kind indulgence for any imperfections that may still have escaped attention.
(Humanism and Judaism by Dr Mendel HIRSCH, pp.5-10)
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH aus dem Kommentar zur Haftoro Schabbos Chaul haMoèd Suckauss
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH
(1833 1900)
הפטרה לשבת חול המועד של סכות
Aus dem Kommentar zur Haftoro vom Schabbos Chaul haMoèd des Laubhüttenfestes
Ezechiel, Kap. 38, V.18
Wie für den ersten Tag des Festes, so ist auch für den Sabbath der Mittelfesttage ein Prophetenwort gewählt, das auf den letzten Entscheidungskampf hinschaut, dessen Ende den Sieg des Guten auf Erden, den endlichen Anbruch des dauernden Menschenheiles bezeichnet. Secharja bezeichnet dort als Ausdruck dieses Sieges; daß die Gesamtmenschheit alljährlich ihre Gotteshuldigung in Jerusalem durch die Feier des Suckauß-Festes bekunden werde. Der Prophet Ezechiel lüftet in diese Haftora, den Schleier von einem frühen Stadium dieser Heileszukunft. Er schaut den letzten Ansturm der Völker gegen die auf Zijaun verkündete Wahrheit unter einem Haupte, das Gog genannt wird. Es liegt nicht fern, so heißt es im Kommentare zu 4 B.M.29,13 ff. über die Festopfer über unsere Stelle, in diesem גוג den Begriff des Dachbildens, von גג, und damit sofort den Gegensatz zu סוכה, dem unfesten, kunst- und machtlosen Laubdache zu erkennen. In der Tat läßt sich der Inhalt der ganzen Menschengeschichte in diesem Gegensatz begreifen. Ein Wahn führt die Menschheit irre. Wie es ihnen gelungen ist, ihre דפנות, ihre Wände, ihr Bereich den geschöpflichen Mitweltgenossen gegenüber durch ihre mit Kunst verbundene Macht abzugrenzen und sicher zu stellen: so wähnen sie, sei es auch die Aufgabe ihrer Macht, sich nach oben, Gott und den Einflüssen Seiner Waltungsmacht gegenüber sicher zu stellen, sich nur unter den Schutz der eigenen Macht zu begeben, ihr Geschick in die eigene Hand zu nehmen und den Ausbau der Menschengrößedurch das die Unabhängigkeit von Gott sicher stellende Giebeldach zu krönen. Es ist der Kampf des גג gegen סוכה, des Gag gegen die Suckoh, der Kampf des die Menschen nicht zur Ruhe gelangen lassenden Giebelwahns der Menschengröße gegen das heitere Vertrauen der sich Gottes Schutz unterstellenden Hüttenwahrheit. Die Weltgeschichte beginnt mit dem himmelstürmenden Turmbau der sich selbst vergötternden Menschenmacht und endet mit dem Gott huldigenden Hüttenbau des heiteren Menschendaseins auf Erden.
(Die Haftoroth übersetzt und erläutert, Frankfurt am Main 1896: S. 558 - 563 Kommentar zuEzechiel . Kap.38 V.18 )
Am Ssuckaußfeste, das der körperlichen Erhaltung Jissroéls durch Gott geweiht ist, in der Zeit, wenn fast vollendet ist des Jahres Ernte, und nun entweder dir gefüllt ist Scheuer und Haus, du nicht mehr sorglich aufblickst zum Himmel und Segen, sondern ihn schon aufgespeichert hast den Segen, und selbstzufrieden, auf deinen Vorrat bauend, ruhigen Gemütes dem Winter entgegensiehst; oder für dich spärlich ausgefallen ist die Ernte des Jahres, und auf deinen Mangel und deine Armut blickend, du verzagst mit Weib und Kind, und verzweiflungsvoll ausblickst in die bedürfnisvolle Zukunft; sollst du verlassen dein festes Haus, unter die Laubdecke ziehen, und bedenken: daß Haschém, dein Gott, vierzig Jahre in Wüstenei deine Väter in Hütten wohnen ließ, und in Hütten erhielt, als Er aus Mizrajim sie führte, und sich da als erhaltende Vorsehung offenbarte.
§ 217.
Nur daß, bist du reich, du inne werdest: daß nicht Reichtum, nicht Besitz, überhaupt nicht stolze Menschenkünstlichkeit des Lebens sichernder Gott sei, daß Gott es sei, der auch in Hütten zu erhalten weiß die, die nur verstrauensvoll ihm sich hingeben; dabei bedenkest, daß ja auch deinen Reichtum, deine Größe, deine Schätze, du nur Gott verdankest, und nur so lange haben werdest, als es Gottes Wille ist;bedenkest, daß ja wandelnd sei alles äußere Geschick und deinen eigenen, das reichen Enkels, Väter einst vierzig Jahre lang in Wüstenei in Hütten wohnten; gemahnt werdest, darum dich nicht fesseln zu lassen durch deinen Reichtum und abführen von Gott unter seinem Schutz dich eben so sicher zu halten in Laubhütte wie unterm steinernen festen Dache; Gesinnungen fassest, die dich leicht los sagen lassen von aller Bequemlichkeit und den süßen Banden des Reichtums um ihm nachzufolgen, gings auch durch Öde und Wüstenei; und endlich, auf daß du auch in deinem reichen Hause nicht auf dieses Hauses Reichtum und Wohlstand bauest, sondern auf Gott, der auch durchs Steindach in deine Behausung blickt, und dessen Gnaden allein es ist, nicht nur daß du es erhieltest, sondern auch daß du behaltest was du hast und so lernest: trotzt Reichtum und Fülle nur auf Gott vertrauen, den Allein-Erhalter alles Lebens.
§ 218.
Und bist du arm,Jissroél bist arm, und verzweifelt, o, so zieh unters Laubdach! Verlasse selbst noch dein wetterschützendes Dach, mache dich freiwillig noch ärmer, und gedenke: daß in Hütten Gott deine Väter in Wüstenei erhielt, derselbe Gott auch noch lebt, auch dein Gott ist, und wie der Sterne Schimmer durch die Laubdecke fällt, also mild sein Auge auch auf dich blickt; siehet dein Leiden, siehet deine Tränen, höret deine Seufzer, kennet deine Sorgen und verlässt dich nicht wie Er die Väter nicht verlassen. Du verzweifelst, weil du arm bist an Gütern, worauf Menschen ihr Leben bauen? Wahrlich! deine mongespeistesten Väter lernten es in ihre Hütten, daß nicht auf künstlichen Menschenmitteln der Mensch sein Leben, sondern auf jedem Ausspruch Haschéms leben könne der Mensch und du wolltest es nicht mit ihm erlernt haben für deinen Zug durch deines Lebens Wüste? Gehe in der Ssuckoh, Armer! Und lerne stark sein und heiter in Leiden, und Gott vertrauen, der auch in Hütten und Wüsten erhält.
§219.
Was ists, das uns im Leben Gott entfremdet? Übermütig oder verzweifelnd uns macht und über alle Sorge für unser eigentliches Wohl keinen Raum mehr lässt? Es ist der Wahn, mit dem wir an den Besitz uns anklammern und ihn zu unseres Lebens Gott erheben; es ist der Wahn, mit dem wir jeder uns unsren Babelbau erbauen, und nur unter eigenem erkünstelten Schutz uns sicher glauben. Von den Wahn soll uns Ssuckoh befreien; von Besitz- und Menschenkünstlichkeits-Vergötterung soll uns Ssuckoh befreien; von Besitz- und Menschenkünstlichkeits-Vergötterung soll uns Ssuckoh entfesseln und dafür Gott in user Leben als alleinigen Grund einführen; sie soll uns auf Gott vertrauen lehren und nur auf Gott vertrauen = Emunoh אמונה!
§220.
Aber nicht nur mit deinem Einzelgeschick und als einzelner sollst du in die Suckoh ziehen und für dein Einzelleben Emunoh gewinnen als Jissroéls Sohn, und mit deines Volkes Geschick Emunoh. O, wenn Jissroél, als es noch glücklich auf Gottes Boden vereinigt lebte, wenn es da im Ssuckohsinne gezogen wäre nimmer, nimmer wäre seiner Städte Zahl seine Götter geworden nimmer hätte Prophetenstimme: in die Wüste wieder! gesprochen. Du aber, wieder in die Wüste zerstreutes Jissroél, ziehe in die Ssuckoh und erkenne, daß Gott deine Väter in ihrer ersten Wüstenwanderung erhielt Er ist auch mit dir in dieser Wüstenwanderung. Siehe zurück auf die Jahrhunderte des Leidens, des Drucks, und der Hohnung und der Nacht hat dir gefehlt schützendes Allmachtgewölk wandelte keine leuchtende Feuersäule dir? hat dich dein Gott nicht erhalten, armes, jedes künstliche Menschenschutzes beraubtes Jissroél, wars nicht Gott, der dich erhielt? Und nun! Wenn, wie zur Prüfung ob du, du in Leiden treu gebliebenes Jissroél, auch erstarkt seiest, im Glück treu zu bleiben, einen Geist der Menschlichkeit und der Milde Gott Fürsten und Völker einhaucht daß sie selber zu lüften beginnen die Fessel, die sie selber so straff gezogen, selber zu heilen beginnen die Wunden, die sie selber im Wahne geschlagen und nun Jissroél! dein jüngeres Geschlecht in dieser Milde die Errettung, in dieser Entjochung die Erlösung erblickend ihre Erringung, die Erringung freigegebenen Selbstbaues des eignen künstlichen Lebens, als ganzes Ziel der Jissroélaufgabe verehrt, als ob Jissroél nur deshalb herausgegriffen ward aus der Völkermitte zu so eigenem Gang durch Völkergeschichte um so in Besitz vergötternder Zeit Besitz vergötternd wieder unterzugehen in Völkerzahl zieh in die Suckoh, mit Jissroélgesit erfüllter Jüngling sage dich los vom Wahne deiner Zeit, als müsse sich auch Jissroél menschlich erkünstelte Lebensgründung zum Lebensgott erkiesen klammere an Gott dich fest der auch durch diese Prüfung auf Adlersflügeln trägt .
§ 221.
Ja, als Menschheitsbürger ziehe in die Suckoh, Jissroéljüngling! Wenn einst also enthüllt der Propheten und Weisen Wort den Blick in die Zukunft wenn einst die Menschheit, vor ihrer eigenen Geschichte belehrt, die Nichtigkeit ihres, mit Bowél begonnen Strebens ihr Erdenleben auf Erdbesitzohne Gott zu gründen, erfahren in die Ssuckoh zieht dann umschließt ein Bruderband die Allmenschheit, unter einem Gott, allbrüderlich vereint - losgesagt von den Banden des vergötterten Besitzes nimmt sie der alleinige Gott, unter eine Friedensdecke, allväterlich auf und wie alleinig Haschém, also Er als der Alleine, allein verehrt auf Erden.
Aus: ChauréwVersuche über Jissroéls Pflichten in der Zerstreuung, zunächst für Jissroéls denkende Jünglinge und JungfrauenFrankfurt a.M. 1909 S.111-113
Aus dem politischen Testament Rabbiner Hirschs (7)
Aus dem politischen Testament Rabbiner Hirschs זצ"ל
Dieses nötigenfalls Alleinstehen für die Sache, die man die Seine nennt, dürfte sich als die nächste, allgemeinste und weitgreifendste Rettung unserer Sache bewähren.
Ges. Schr. 5,104
Das Gottesgesetz zählt seine Anhänger nicht.
Ges. Schr. 4,33
Sind wir fest und stark, unerschütterlich und unbestechlich, mutig und kühn, ohne Schwanken und Wanken, ohne Rücksicht und unnachgiebig wo es gilt für die Sache der Wahrheit einzutreten?
Ges. Schr. 5, 126
Es gibt keine größere Prüfung und Läuterung, als mit seinen Überzeugungen einsam und allein zu bleiben.
Ges. Schr. 4,40
(Fortsetzung folgt)
Jüdische Monatshefte Januar 1914 Tewes 5674 S. 60-63
Die beste Anschrift für antiquarische Judaica: Antiquarische
Buchhandlung Spinoza in Amsterdam Inhaberin:
Frau Manja BURGERS http://www.spinozabooks.com
Aus dem politischen Testament Rabbiner Hirschs (6)
Aus dem politischen Testament Rabbiner Hirschs זצ"ל
Zur Rettung der Wahrheit ist der Kampf und der Streit, und gälte er der ganzen Welt gegenüber, nicht zu scheuen.
Ges. Schr. 5,122
Es ist ein Glück, ein nicht zu berechnendes Glück für die Sache der Wahrheit, wenn nicht nur die Gesamtheit ihrer Träger, wenn jeder einzelne derselben der schärfsten Kritik der Gegner ausgesetzt ist.
Ges. Schr. 4,42
Was nützt der Widerspruch weniger einzelnen, was nützt gar der Widerspruch eines einzelnen die Majorität geht ihre Wege!
Das.
Wer von der Wahrheit und Richtigkeit seiner Meinung entschieden überzeugt ist, der spreche sie aus unausgesetzt und bei jeder Gelegenheit mit der Entschiedenheit seiner Überzeugung aus, und kümmere sich nicht darum, wie viele Genossen und Gegner er in dieser Überzeugung hat.
Ges. Schr. 5, 290
(Fortsetzung folgt)
Jüdische Monatshefte Januar 1914Tewes 5674 S. 60-63
Aus dem politischen Testament Rabbiner Hirschs (5)
Aus dem politischen Testament Rabbiner Hirschs זצ"ל
Klugheit ist die Weisheit, die die Gemeinden von ihren Lehrern verlangen.
Ges. Schr. 5,124
Die Besten .hat Verzagtheit und Schwäche, menschliche Schwäche beschlichen, die von Temperieren, Nachgiebigkeit, Vermittlung, und wie die friedlichen justemilieu-Proben alle heißen, die Rettung der Gottessache erhoffen.
Ges. Schr. 5,137
Sind alle Kämpfe, die für die Wahrheit und im Namen der Wahrheit geführt werden, in Wahrheit Kämpfe um der Wahrheit willen, daß nirgends persönliche Interessen bewußt und unbewußt die eigentlich bewegenden Triebfedern bilden?
Ges. Schr. 5,126
Sind alle Hände rein, die die Standarte der Wahrheit erheben
Das.
(Fortsetzung folgt)
Jüdische Monatshefte Januar 1914Tewes 5674 S. 60-63
Aus dem politischen Testament Rabbiner Hirschs (4)
Aus dem politischen Testament Rabbiner Hirschs זצ"ל
Der Lehrer der Gemeinde muss über den Parteien stehen d.h. ihm muss die Wahrheit gar nichts gelten, es muss ihm alles recht sein.
Ges. Schr. 5,125
Der Lehrer der Gemeinde muss für alles, für Rechts und Links, für Alt und Neu, für Wahr und Falsch seine Sprüchlein der Weihe und der Billigung bereit haben (!)
Ges. Schr. 5,125
Der Lehrer der Gemeinde muss es verstanden haben, die Wahrheit auf dem Siebe des Friedens zu sichten.
Ges. Schr. 5,125
(Fortsetzung folgt)
Jüdische Monatshefte Januar 1914Tewes 5674 S. 60-63
Aus dem 'politischen Testament' Rabbiner Hirsch's (1. Auszug)
Aus dem politischen Testament Rabbiner Hirschs זצ"ל
Aus diplomatischer Verschlagenheit blühet nirgends Heil
Ges. Schr. 4,45
Mann bekannte sich zur Wahrheit und verleugnete sie nach politischen Rücksichten.
Ges. Schr. 5, 123
Wo man die Propaganda sich unerlaubter Mittel bedient, wo ein Unrecht und ein Gewalt im Gebiete der jüdisch-politischen Angelegenheiten geschieht, da darf der letzte Jude nicht schweigen.
Ges. Schr. 5,106
Unserer Zeit gilt so oft Beredtsein als Probe eines ganzen Mannes
Exod. 4,15
חכמה und Beredsamkeit finden sich nur selten in gleichem Maße beisammen.
Das.
(Fortsetzung folgt)
Jüdische Monatshefte Januar 1914Tewes 5674 S. 60-63
Rabbiner Dr. Mendel Hirsch Übersetzung u. Komm. Zephanjo 3,20
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH
(1833 1900)
צפניה
Kommentar zu Zephanjo 3,20
V.20In jener Zeit bringe ich euch heim, und in der Zeit [wird es liegen] daß ich euch sammle! Denn ich gebe euch dahin zum Namen und zum Tatenlob unter alle Völker der Erde. Wenn ich eure Gefangenen zurückführe, wird euch das klar vor Augen sein, spricht Gott.
V.20 Dieser letzte Vers gibt dem Prophetenworte Zephanjas den ergänzenden und, wie wir meinen, in höchst bedeutsame Weise vollendenden Abschluß. Er spricht zunächst es aus daß בָעֵת in der Zeit liegen werde die Heimbringung und in der Zeit liegen werde die Sammlung. Die letztere geht offenbar der ersteren voraus, oder sie vollziehen sich gleichzeitig. Doch das bleibt dahin gestellt. Der Hauptton liegt auf dem בָעֵת, auf dem deshalb auch in der Wiederholung ein trennender, und damit hervorhebender Accent steht. Es wird damit ausgesprochen, die Erlösung werde nicht rasch kommen, die ganze Zeitentwicklung arbeite an ihr und führe zur Erreichung dieses Zieles, an das ja auch die Erlösung der Menschheit geknüpft ist. Damit ist zugleich auf die Möglichkeit gewiesen, daß wenn die Zeiten sich erfüllt haben, d.h. Jissroél sich der Erlösung würdig gemacht haben werde, dieselbe scheinbar ganz natürlich, von den Zeitläufen selbst herbeigeführt, sich vollziehen werde. Wir haben nur an uns zu arbeiten. Und sollte auch die Zerstreuung selbst immer mehr zunehmen, so sollen wir stets eingedenk bleiben, daß eben diese Zerstreuung im Dienste diesesletzten, höchsten Heileszieles steht: denn ich gebe euch לְשֵם וְלִתְהִלָה unter alle Völker der Erde! מַמְלֶכֶת כהֲנִים ein Reich von Priestern zu sein, so lautet die Bestimmung, die uns am Sinai wurde; was wir im Lande unserer Bestimmung und in der Selbständigkeit der Volkesstellung nicht erreichten, das haben wir in der Zerstreuung zu vollbringen, nämlich uns zu einem גוֹי קָדוֹש zu einem heiligen, d.i. kampflos Seinem Dienste bereiten Volke zu gestalten, so daß unser Gott sich, wie es wörtlich heißt, unserer Gefangenschaft, unseren Verbannten wieder zuwenden, zu ihnen zurückkehren kann, wie wir zu Ihm zurückkehren. Alles andere sollen wir Gott anheimstellen. Und auch nicht in eschatologische Grübeleien verlieren, die doch nichts als unfruchtbare Spekulationen wären. Wir halten fest an der Verheißung. Das Wie ihrer einstigen Verwirklichung überlassen wir Gott. Das ist, wie wir meinen der Sinn der Worte des Propheten: Wenn ich euch Gefangenen zurückführe dann wird euch das klar vor Augen stehen dann wird auch das ganze unmittelbar zuvor ausgesprochene menschheitspriesterliche Ziel der Hinaussendung des selbst noch der Erziehung bedürftigen Priestervolkes, also der ganzen Gottesplan und das Gotteswerk, die bis dahin in ihren Mitteln und Wegen euch und der übrigen Menschheit so unendlich viel des Rätselhaften boten, vor eure Augen in unverhüllter Klarheit offen liegen.
(Die zwölf Propheten übersetzt und erläutet von Dr. Mendel Hirsch, Direktor der Realschule der Synagogengemeinde Jisrael., Religionsgesellschaft zu Frankfurt am Main Frankfurt a.M. Verlag von A.J. Hoffmann1900: S. 366)
----Diese Vers wird täglich im Morgengebet gesprochen im Abschnitt Du Gott, unser Gott,
Siehe Übersetzung und Kommentar von Samson Raphael Hirsch Komm. Gebete S.17 demnächst auch in Jeschurun Judentum gegen Zionismus.
Verkiezingen: nog een voorwendsel voor zionistische propaganda
Gemaskerde zionistische propaganda
Ter attentie van onze Joodse broeders en zusters
Verkiezingen: nog een voorwendsel voor zionistische propaganda
Binnen enkele dagen vinden de verkiezingen voor het Europees Parlement plaats. In België worden de kiezers tevens opgeroepen om te stemmen voor de Kamer en het Parlement.
Voor de zionisten is het de gelegenheid om hun propaganda te maken; ze presenteren kandidaten van hun ideologische strekking die wij Joden niet herkennen als de onze. Met de hulp enkele verantwoordelijken in de Joodse Gemeenschappen in Antwerpen kregen ze de lijst van leden van de Gemeenschappen om Joodse stemmen te winnen voor hun zionistische kandidaten. Een "Bericht aan onze Joodse vrienden" van de N-VA werd ons in gefrankeerde omslag, zonder vermelding van afzender , toegestuurd.
De Zionisten nemen Joden echt voor de gek! Ze wijzen in hun post aan hoe en voor wie het nodig is om te stemmen !!! Het spreekt voor zich dat zij de Joden beloven ze te verdedigen, te zorgen voor de veiligheid van hun instellingen (Gebedshuizen, scholen, Talmoed Thora), het antisemitisme (dat zij zelf aanwakkeren) te bestrijden, voor sociale bijstand op te komen, enz. Wat ze niet vermelden is dat dezelfde partij even strijdlustig is in het verbieden van rituele slachting en in het storen van de onderwijsprogramma's van de chassidische scholen.
Deze mensen vertegenwoordigen ons niet, ze trachten een legitimiteit van vertegenwoordigers van de Joden te krijgen in de ogen van Belgische politici en de bevolking die al twijfels had geuit. De onbeschaamdheid bezielt ook de zionisten in Europa, niet alleen degenen die zich in Palestina of in de Verenigde Staten bevinden; ook hier zijn er zionistische lobby's, zoals het Forum der Joodse Organisaties, de CCOJB, in dienst van de zionistische anti-Thora entiteit. Deze willen ons naar hun כפירה (ketterij) slepen.
Beste Joodse broeders en zusters, laten ons niet misleiden door hun propaganda, stem niet voor de zionisten, zij zijn onze vijanden! Stem niet voor ons ongeluk en het verval van Joodse Gemeenschappen!
Het is ook voor ons de gelegenheid om te herinneren dat we zich moeten los maken van deze schadelijke elementen voor het Joodse volk, zoals onze Rabbijnen die de naam waardig zijn en die allen antizionisten waren, het volstaat om Rabbiner Dr. Leo BRESLAUER זצ"לen Rabbi Joel TEITELBAUM זי"ע te vernoemen, ons waarschuwden.
Als Vlaamse, Belgische en Europese burgers, bidden voor onze autoriteiten en voor het welzijn van het land. (Jeremias 29,7) België is een koninkrijk van vreedzaamheid waar we tot nu toe vrijelijk ons geloof kunnen uitoefenen. De Belgische autoriteiten zorgen voor onze veiligheid, het zijn de zionisten die zich aan de autoriteiten opdringen, die willen dicteren wat ze moeten doen, dit is onaanvaardbaar en tegen de Thora!
Laten we bewust en verantwoordelijk zijn bij het uitbrengen van onze stem!
Rabbiner Dr. GUGENHEIMER Auszüge aus seinem Deutscher Kommentar zur Hagadah schel Pesach (2)
Rabbiner Dr. R.GUGENHEIMER
Auszüge aus seinem Deutscher Kommentar zur Hagadah
schel Pesach (2)
שהחינוHat man einen Freund dreißig Tage nicht
gesehen, so spreche man bei seinem Anblicke: Gepriesen seist du, Ewiger, unser
Gott, König der Welt, der uns hat leben und bestehen und uns hat erreichen
lassen diese Zeit. So sprechen wir auch beim Empfange eines jeden Festes. Und
gibt es wohl ein schöneres Fest, einen besseren, einen trauteren Freund als das
Pesachfest. Ein Volk, das einen solchen Freund besitzt, dem ist das Leben
nicht, wie jener bekannte Pessimist lehrt, ein Geschäft, das nicht die Kosten
deckt. Es trinkt ihn aus den Trank der Labe und vergißt den großen Schmerz. Und
wenn auch noch so groß der Schmerz den ihm seine Feinde zugefügt, nie rächt es
sich, es wäscht seine Hand in Unschuld ורחץ, nie fehlt ihm das Kräutlein der Geduld כרפס, stets teilt es sein Brot mit seinen Feinden יחץ. Darum sagen wir nicht:
Hausierenund Betteln ist hier
verboten, sondern dankbar aufwärts und freudig rückwärts schauend denken wir
zurück an unsere Armut und מגיד,
sprechen:
הא לחמא עניאDas ist das Brot der Armut, das
unsere Väter in Mizraim gegessen. Liebend seitwärts, im Sinne von R. Huna und
im Gegensatzzu den Ägyptern, die nie
mit Fremden speisten, fügen wir hinzu: Wer hungrig ist, komme und esse mit,
wer bedürftig ist, komme und feiere das Pesachfest. So können wir uns reich
fühlen in dem Bewußtsein, dem ältesten und bedeutendsten Volke anzugehören, das
nicht auf das goldene Zeitalter, auf die s.g. gute, alte Zeit sehnsuchtsvoll
zurück schaut, sondern mutig vorwärts blickt. In diesem Jahre hier,
im nächsten, in einem nachkommenden Jahre im Lande Jissroéls in dem
Lande, das nicht wie Ägypten nur ausgezeichnet ist durch die großenseine große Fruchtbarkeit, das vielmehr auch
ausgezeichnet ist durch die großen Gotteskämpfer, durch die Propheten und
Psalmisten, die großen Könige, die heldenmütigen Makkabäer, die hervorragenden
Gesetzeslehrer, in diesem Jahre hier, im nächsten Jahre im Lande Jissroéls.
Es kommt eine Zeit, in der man nicht mehr wie in Ägypten sagen wird, wir seien
Fremde in dem Lande, das wir bewohnen, in der man vielmehr zu der Überzeugung
gelangen wird, daß wenn auch die Liebe zu dem gelobten Lande nimmer erkalten
wird in unserem Herzen, dennoch das Land, dessen Wohl wir fördern, nicht
obgleich wir Juden, sondern weil wir Juden sind, und das wir mit unserem Blute
verteidigt haben, ebenso wie früher das Land Jissroél auch uns gehört wie den
anderen Bewohnern. Es kommt eine Zeit, in der man abstreifen wird die Fesseln
des ägyptischen Rassen- und Klassenhasses, in der man sich frei machen wird von
allen Vorurteile, dann wird auch dem jüdischen Volke die Stunde der Freiheit
schlagen.
Deutscher Kommentar zur Hagadah schel Pesach
Von Dr. R. Gugenheimer, Rabbiner der Israelitischen Kultusgemeinde in
Kolin.
Verlag von Sänger & Friedberg Frankfurt am Main 1912-5672
Die allerbeste
Anschrift zur Bestellung von antiquarische Judaica
Rabbiner Dr. GUGENHEIMER Auszüge aus seinem Deutscher Kommentar zur Hagadah schel Pesach (1)
Rabbiner Dr. R.GUGENHEIMER
Auszüge aus seinem Deutscher Kommentar zur Hagadah schel Pesach
S.1
Die Ägypter waren nach Stand und Beschäftigung in mehrere Klassen
eingeteilt. Die vornehmste und angesehenste Klasse bildeten die Priester. Doch
das jüdische Volk kennt kein Kastenwesen. Es wird ein Priestervolk genannt und
jeder Jude versieht am Sederabend an seinem Tisch an der Hand der Hagadah den
Priesterdienst, den Gottesdienst. Wie diese Hagadah aus drei Teilen besteht und
der erste, die eigentliche Hagadah, von מה נשתנה bis גאל ישראל
nebst den darauf folgenden Hallelpsalmen und dem Nischmathgebete der
talmudischen Epoche (etwa vom 2. bis 6.Jahrhundert), der zweite vonהאל בתעצומות bis ואמרתם זבח
פסח der gäonisch-rabbinischen Zeit (vom
7. Bbs 12. Jahrhundert) und der dritte Teil von כי לו נאה bis zum Schlusse dem 14. Und 15. Jahrhundert angehört, so gaben
alle Zeiten dem Juden zu denken und Veranlassung für seine Erhaltung dem Lenker
der Geschichte zu danken.
קדש, Heiligung
lautet das erste Stichwort der Hagadah, doch die jüdische Religion, die
jüdische Heiligkeit besteht nicht im Weltschmerz und Weltverachtung, vielmehr
entspricht es ganz der jüdischen Lebensanschauung, dem frommen jüdischen
Frohsinn, auch das Pesachfest mit dem Pokale in der Hand zu begrüßen. Gepriesen
seist du Ewiger, unser Gott, König der Welt, der uns auserwählt hat aus allen
Völkern sprechen wir auch im Kidusch. Und wahrlich, Ägypten hat in alten
Zeiten Wissenschaft gefördert, Babylonien Pomp und Vergnügen, Athen die schöne
Künste, Tyrus und Karthago den Handel, Rom den Krieg, England gegenwärtig den
Welthandel, die Schweizer rühmen sich der politischen Freiheit, die Amerikaner
ihr Nützlichkeitsgesetzes, Jissroél aber hütet das Gottesgesetz. In diesem
Sinne preisen wir Gott dafür, daß er uns auserwählt hat vor allen Völkern, daß
er wie ihnen so auch uns eine besondere Mission angewiesen, אשר בחר בנו daß er uns stets von neuem mit die
Kraft eines בחור, eines
Jünglings erfüllt hat, sodaß wir uns bis heute unseren Jugendmut und unsere
Jugendstärke bewahrt haben. Und er hat uns erhoben über alle Zungen. Die
heilige Sprache, in der die heilige Schrift in der die heilige Schrift
niedergelegt ist, erhebt uns über alle Zungen, über alle Völker. Darum preisen
wir Gott, daß er uns geheiligt hat durch seine Gesetze, durch seine
belebenden, erfreuenden und beglückenden Satzungen, die vernunft- und
naturgemäß sind, gleich der Institutiondes an jeden siebenten Tage wiederkehrenden Sabbat, der mit der
Zeitrechnung des Mondmonats, mit der natürlichen Verteilung desselben
zusammenhängt und gleich den Festzeiten des Jahres, die nicht nur Nationalfeste
sind, sondern auch der Natur ganz entsprechen. Du hast gegeben in Liebe
Feiertage zur Freude, Feste und Festeszeiten zur Wonne, die nicht in Saus und
Braus, bei wüsten Trinkgelagen verbracht, sondern als מקרא
קדשals einen Aufruf zur Heiligung,
zur Selbstvervollkommnung betrachtet werden sollen.
Deutscher Kommentar zur Hagadah schel Pesach
Von Dr. R. Gugenheimer, Rabbiner der Israelitischen Kultusgemeinde in
Kolin.
Verlag von Sänger & Friedberg Frankfurt am Main 1912-5672
Die allerbeste
Anschrift zur Bestellung von antiquarische Judaica
(Aus Chauréw Kap.26 Genuss- und Besitz-Verbot und Wegräumungs- Gebot des Choméz)
Und sie backten den Teig; den sie mitnahmen aus Mizrajim, zu ungesäuerten Kuchen, denn er war nicht gesäuert.
Denn getrieben wurden sie aus Mizrajim
und konnten sich nicht aufhalten
und nicht einmal Mundvorrat hatten sie sich bereitet!(II. 12,38)
§ 200.
Alljährlich darum, wenn sie wiederkehrt die Denkmalzeit für die Errettung aus Mizrajim, soll alle Geschlechter Jissroéls hindurch nichts gesäuertes von ihnen genossen, ja besessen werden, ja, alles Gesäuerte mit eigener Hand aus dem Besitztum weggeschafft sein, von der Stunde des Erlösungsanfangs, dem 14ten Nisson mittags, bis zum letzten Tage des Festes, der Erlösungsvollendung durch die Begebenheit am Schilfmeer. Tatausspruch für alle Zeit: daß unsere Väter nichts zu ihrer Befreiung beigetragen, wir uns davon nicht das geringste zuschreiben können, sondern die Freiheit, und mit ihr unsern ganzen Jissroélberuf, als reines Gottesgeschenk tragen. Wer darum von Jissroéls Söhne und Töchtern am Péßach Choméz isset, der spricht damit aus: daß er den Grund leugne, auf dem seines Volkes Bestimmung ruht, nicht anerkenne, daß es auch nach seinem volkstümlichen Dasein ganz allein Gottes Geschöpf, Gottes Eigentum sei, und darum Gottes Diener sein solle er verschwinde aus der Gemeinde Ja-akauws!
§ 204.
..
Wenn du so in den Tage des Péßachfestes jedes Gesäuerte fern hälst aus dem ganzen Kreise deiner Persönlichkeit, aus deinem Genuss, aus deinem Nutzen, aus deinem Besitz, ja es mit eigener Hand und eigenem Wort aus fortschaffest aus deiner Persönlichkeit Kreis, so tue dies nicht ohne den Sinn dieser göttlichen Anordnung zu beherzigen. In jedem Teilchen Choméz, das du forträumst, von dem du dich fernhältst, sage dich los von allem Selbstdünkenden in deinem ganze, Jissroélgeschicke; siehe dich deinem Jissroélberufe nach ganz, ganz allein Gottes Geschöpf, von ihm, dem Alleinen, ohne dein Zutun, herausgegriffen aus Mizrajims Kerker, auf daß Er allein die Gott sei und ihm allein du Diener seist, und trage bescheiden und ernst solches Geschick und solche Pflicht.
(Aus Chauréw Kap.26 Genuss- und Besitz-Verbot und Wegräumungs- Gebot des Choméz)
Bewahre den Frühlingsmonat
und mache Péßach
Haschém, deinem Gotte;
denn im Frühlingsmonate
führte dich Haschém, dein Gott, aus Mizrajim, nachts.
Und schlachtest Péßach Haschém, deinem Gotte, Schaf und Rind,
am Orte den erwählen wird Haschém,
Stätte zu geben seinem Namen daselbst.
Nicht sollst du dabei gesäuertes essen,
sieben Tage danach nur Mazzauß essen, Brot der Armut.
Denn in getriebener Eile
zogst du aus Mizrajims Land,
damit du gedenkst
den Tag deines Ausziehens aus Mizrajims Land
die Tage deines Lebens.
Darum werde dir nicht gesehen Sauerteig in all deinem Besitzkreis sieben Tage (V. 16,1)
§ 199.
Nicht gesäuert war das Brot, das Jissroéls Zwingherren ihnen, den Sklaven reichten; und somit ist ungesäuertes Brot schon an sich jener Knechtschaft Denkmal. Als solches trat es schon in der Stunde der Erlösung auf. Als mit dem Mittag des vierzehnten Nisson die Zeit der Erlösung nahete, und Jissroél nicht erringen sich sollte die Freiheit durften sie ja nicht einmal ihre Häuser verlassen, sondern mussten zur Wanderschaft gerüstet, harren allmächtigen Rufs, der sie zur Freiheit rufen werde vielmehr durch gänzliche Hingebung in Gottes Hand verdienen sollten sie die Freiheit, und diese Hingebung durchs Péßachopfer ausdrücken, mussten sie das Opfer selbst mit ungesäuertem Brot, dem Brote der Knechtschaft, und bitteren Kräutern genießen, dadurch in der großen Stunde der Befreiung zu beherzigen: wie sie nichts zur Befreiung beitrügen, wie sie selbst noch in der Stunde der Befreiung Sklaven seien, das Brot der Knechtschaft äßen, bis Gottes Wort die von den Menschen geraubten Freiheit wieder schaffen werde. Und als sie nun geschlagen hatte, die große Stunde der Freiheit, und Jissroél nicht ging, sondern getrieben wurde von seinem Zwingherrn, auf dem Gottes Hand schwer lag, also getrieben, daß nicht einmal Zeit zur Brotbereitung ihnen gelassen wurde, und sie so ungesäuert den Teig mit hinaustragen und ihnen ungesäuert backen müssten : da wurde ungesäuertes Brot für späteste Enkel Denkmal für das ausschließlich Göttliche ihrer Befreiung aus Mizrajim. Denn wahrlich, das Volk hat sich nicht selber die Freiheit erkämpft, dem sein Auszug so wenig in eigener Macht stand, daß sie selbst mit dem allernötigsten, mit Brot für so große Wanderung, sich nicht vorbereiten konnten!
(Aus Chauréw Kap.26 Genuss- und Besitz-Verbot und Wegräumungs- Gebot des Choméz)
Es bleibe euch dieser Tag zum Andenken
und feiert ihn Haschém zum Feste
für eure Geschlechter,
eingesetzt für alle Zeit
feiert ihn.
Sieben Tage sollt Mazzauß essen,
nur am allerersten Tag
müsst ihr aufhören lassen Sauerteig aus euren Häusern.
Denn wer Choméz isst
Der Mensch wird vernichtet aus Jissroél,
also vom ersten Tag bis zum sieben Tage.
Sieben Tage
soll Sauerteig
nicht gefunden werden in euren Häusern,
denn wer säuerhaltiges isst,
der Mensch wird vernichtet aus Jissroéls Gemeine,
seis Aufgenommener oder Eingeborener des Landes,
nichts Säuerungshaltiges sollt ihr essen,
in allen euren Wohnstätten sollt ihr Mazzauß essen. (II, 12, 14, 19)
§ 198.
Daß sie ersteres war, und daß Jissroéls Enkel ewig wahr und ewig neue sie als solche beherzigen, daß du nicht etwa wähnest, ein neuer Geist habe sich der Väter nach langer Sklaverei bemeistert, sie haben sich erhoben und in menschlichem Kampfe gekämpft und sich selbst errungen die Freiheit im Sieg über ihre Zwingherren; sondern es beherzigest: Gottes Wort allein wars, der Jissroéls Kerker sprengte, und sie, die in Sklaverei Versunkenen, aller Kraft und äußerer Selbständigkeit beraubten, gingen frei aus, von diesem Gotteswort getragen, und darum, wie alle Menschen mit Geschöpfesdasein, für alle Zeitenentwicklung Gott an, dazuspricht die Thauroh: Sei eingedenk deines Errettungstages, daß Haschém, dein Gott nicht du dich mit seiner Allmacht führte aus deiner Sklavenheimat, und bezeuge dies für dich und andere dadurch, daß in den Tage deines Errettungsfestes du kein Gesäuertes in deinem Besitz habest, ja es selber vor dem Festeaus deinem Besitze fortgeschafft habest.
(Aus Chauréw Kap.26 Genuss- und Besitz-Verbot und Wegräumungs- Gebot des Choméz)
Es sprach Mauschéh zum Volke:
Erwäge diesen Tag, an dem ihr gezogen seiet aus Mizrajim, aus dem Hause der Sklaven,
daß mit Gewalt seiner Almacht
Haschém euch führte von hier,
darum werde Choméz nicht gegessen.
Es sei dann, wenn euch bringen wird Haschém zum Lande des Knaani und des Chitti und des Emauri und Chiwi und Jwussi,
welches Er geschworen deinen Vätern dir zu geben,
dann dienest du diesen Dienst in diesem Monat.
Sieben Tage sollst du Mazzauß essen
und am siebenten Tage ist Haschém ein geweihetes Fest.
Mazzauß werden gegessen die sieben Tage;
und dir werde nicht gesehen Choméz,
und dir werde nicht gesehen Sauerteig in all deinem Besitzkreise(II, 13, 3)
§ 197.
Die ganze Gott offenbarende, Jissroél gründende Begebenheit der Errettung aus Mizrajim, mit allem, was sie gründet, mit allem, was sie lehrt, steht und fällt damit, ob, wie sie es wirklich war, sie dir Tatoffenbarung Gottes, gleichsam zweites Schöpfer-Werde! ist, in die Menschengeschichte hineingerufen, oder sie dir Begebenheit ist wie so manche Begebenheit der Geschichte, wo sichtbar handelnd du nur den Menschen siehest und unsichtbar lenkend und zulassend Gott du höchstens ahnest. War sie das erste, so ist sie selber Bürgschaft für Gott und seine Waltung und sein Dasein selbst im Völkerleben; so stehest Du da Jissroél, da mit deinem ganzen unscheinbaren Wesen, in deiner Winzigkeit und Schwäche, doch Gottes Eigentum, zu hohem, geistigstarken, Welt geistig überwindendem Zwecke berufen bist du Jissroél. War sie letzteres so fehlt diese alles und du, Jissroél, gehe klagen über deinen Traum und deinen tausendjährigen Jammer.
Werden diese Gebeine wieder aufleben? (Jecheskel K.37,3)
Die materialistische Weltanschauung und Jeziath- Mizrajim
(2. Folge)
Siehe, es ist da, das Péssachfest! Und wie aus des Propheten Mund einst ruft es über die weite Erde hin:
מארבע רוחות באי הרוח ופחי בהרוגים האלה ויחיו! Von Ost und West, von Süd und Nord komme Geist! Hauche diese Erstorbenen an daß sie aufleben!
77- Lasset uns daher dem Geiste dieses Festes lauschen, und was dieser für unsere Erstorbenen und Ersterbenden spricht in einigen schwachen, allgemeinen Zügen aufzuzeichnen versuchen!
Wie heißen die Gespenster, die unter uns umgehen und mit dem Nachthauch des Grabes alles lebendige, warme, frische, freie, heiter aufsprießende Leben bei uns ertöten? Wie heissen die Vampyre, die zu den Wiegen unserer Säuglinge, zu den Zimmern unserer Jünglinge und Jungfrauen, zu den Sorgekissen unserer Männer und Frauen mit unheimlichem Flattern sich hineinstehlen und ihnen das warme, allem Guten und Schönen glühend entgegenschlagende Herzblut rauben und sie gegen Frühlingshauch der Verjüngung, gegen jeden Lichtstrahl einer höhern Welt mit der Eisesrinde der Unempfänglichkeit panzern?
Egoismus und Naturalismus nennen sich die Grabesdämonen der Zeit. Du hast keinen Andern, als dich selbst flüstert der eine. Du bist nur soviel, als du hast flüstert der andere, und lehren früh die aufkeimenden Menschengemüter nur in dem Kraftbereich ihres eigenen Selbst die Stütze und in dem Heil des eigenen Selbst das Ziel ihrer Bestrebungen und in dem ewig wachsenden Besitz den Inhalt dieses Heiles zu finden, und stellen den größtmöglichen Erwerb nicht nur als den höchsten, sondern als den alleinigen Gott des Menschen hin, dem unter den Namen Beruf die Altäre der Weihe zu erbauen wäre.
Und zu welch stolzem Begriff hat man dieses Ich nicht ausgebaut, und welch eine allmächtige Göttergewalt nicht in diese materielle Güterwelt hineingelegt! Da zeigt man dem Kinde den europäischen Menschen im ganzen Glanze seiner naturbewältigenden Hoheit; wie er Blitze zu seinen Boten und Gewölk zu seinen Rossen macht; wie er die Geheimnisse des Himmels und der Erde erspähet und den Geist im Leibe des Menschen entlarvt; wie er mit Erfindung und Fleiss die ganze Welt sich dienstbar macht, und spricht zum Kinde: siehe, alles dies bist du, strenge dich an, so findest du dies alles in dir selbst; und erwirbst du Geld, so steht die ganze europäische Menschheit mit allen ihren Erfindungen dir zu Gebote, die eine vergnügte Stunde zu bereiten und mit einem Reiz der Bequemlichkeit den Genuss deinesDaseins zu erhöhen!
Und indem man den Menschen mit dem Gedanken seiner Herrschsucht über die stoffliche Natur erfüllt, wie versucht man zugleich das Welt-All in diese stoffliche Natur zu legen Gott und Geist, Seele und Leben, Liebe und Freiheit, Recht und Wahrheit, Erkenntnis und Wille, Gewissen und Reue, Tugend und Unsterblichkeit, Vorsehung und Weltgeschichte, alles an sich nichts, alles leere Abstraktionen von Erscheinungen und Geschehnissen innerhalb dieser stofflichen Natur! Also daß wenn es erst gelingt, der Natur , dieser stofflichen Welt, alle ihre Geheimnisse abzulauschen; wenn es erst gelingt, durch Erkenntnis all ihre Gesetze und durch Berechnung all ihre Veränderungen sich zur vollendeten Beherrschung derselben emporzuschwingen, und es ebenso gelingt, die bunte Entwicklung des Menschen mit all seinem mannigfachen unstäten Wechsel von Kraft und Schwäche, von Gesundheit und Siechtum, von Verstand und Beschränktheit, von Aufopferungsfähigkeit und Selbstsucht, von Begierde und Selbstbeherrschung, mit allen Erscheinungen der Liebe und der Ehe, der Familie und Gemeinde, der Nationalität und Humanität, in allen Stufen der Blüte und des Elends, des Gedeihens und der Verkümmerung rein aus seiner stofflichen Natur heraus auf dasselbe bestimmte Ziffermaß der Berechung und der Notwendigkeit zu bringen dann der Mensch, und wenigstens die Menschengesellschaft ich ihrer großen Vereinigung, in vollendetem Besitz ihrer Schicksals sich befinden werde und mit wenigen Gedankenzeichen sich nach gegebenem, unfehlbarem Schema all ihr Wohl und Weh nach selbsteigenem Belieben zu konstruieren im Stande sein werde! Freilich fühlt man sich noch etwas ferne von der ganzen Höhe eines solches Calculs. Allein die bereits gemachten Errungenschaften stempeln einen jeden Zweifel zu einer Versündigung an der unbegrenzten Hoheit des menschlichen Geistes! Und während man mit Chemie und Physik, mit Physiologie und Pathologie, mit Statistik und Nationalökonomie, mit nationaler und internationaler Politik, mit allen Anstrengungen auf dieses glänzende Ziel aller menschlichen Bestrebungen hinarbeitet, antizipiert man den Erfolg bereits als eine über allem erhabene Tatsache und lächelt mitleidig der Einfalt, die sich nicht zur Höhe des Jahrhunderts zu erheben vermag und vermeint, sich nicht entschlagen zu können, das Heil des Menschen und der Menschheit noch immer in andern Potenzen suchen zu müssen. Mehr als man meint, hält bewusst und unbewusst, in größerer und geringerer Schärfe diese Anschauung der Welt und des Menschen die Gemüter der Zeit befangen, und egoistisch materialistische Voraussetzungen bilden die Hauptfaktoren des Calculs, mit welchem der Jüngling seinen Lebenslauf und Kabinette und Kammern das Gemeinwohl der Völker berechnen.
Und nun, mitten in dieser Welt, in welcher die Selbstsucht alles entschuldigt, und dieses Selbst nur Materielles sucht; in welcher Gott und Göttliches wenig bedeutet, weder etwas ist, was zu fürchten, noch etwas ist, dem Vertrauen zu schenken wäre; in welcher nichts gilt, nichts zählt, was sich nicht in arithmetische oder mathematische Formel gefasst darstellen lässt, tritt das Péßach-Fest mit seiner Jeziath-Mizrai-jim-Tatsache in unsern Kreis und spricht seinen lauten, Welten erschütternden Protest:
אני ד'!
Fort mit der Selbstsucht, fort mit der Vergötterung des menschlichen Ich! Es gibt nur Einen, der Ich sagen kann und das ist der der seine Hand über die Himmel reicht und spricht: Ich lebe ewig! Ich allen bin Ich, Ich töte und belebe, Ich schlage und Ich heile und meiner Hand entzieht man nichts!!
Fort mit dem Materialismus, fort mit der Vergötterung der stofflichen Welt! Und hättet ihr diese ganze Welt mit allen ihren Stoffen und Kräften in allen ihren Gesetzen und Erscheinungen begriffen und verstündet, sie von diesen ihren Gesetzen aus meisterlich zu handhaben, ihr vermöchtet doch nicht für den nächsten Augenblick einzustehen, auch nicht einmal der nächste Augenblick wäre euer. Denn alle eure Berechnungen, alle eure Konsequenzen macht das Eine zu Schanden, daß: אני ד'daß ich ד', daß ich nicht nur den Gott der Vergangenheit, nicht nur der Gott der Gegenwart, daß vor allem der Gott der Zukunft Ich bin und über jeden kommenden Moment, frei ihn gestaltend, gebiete! Ich bin nicht nur der sein wird, ich bin wie mein Name euch sagt der, der den kommenden Moment gestaltet!
Mein Werk ist die Welt mit ihren Stoffen und Kräften und Gesetzen, die ihr berechnet. Allein ich stehe frei über meinem Werk und seinen Gesetzen, die ich geschaffen. Eure Berechnungen sind richtig, so lange ich die Gesetze walten lasse, die ich gesetzt, und in den Verhältnissen, für welche ich sie walten lasse. Eure Berechnungen sind falsch, sobald und wo ich zum Heile eines Menschen, zum Heile eines Volkes, zum Heile der Gesamtmenschheit, die ich in ihrer freien Entwicklung erziehe, eingreife in diese Welt und ihre Gesetze ändere und ihre Konsequenzen hemme und Neues im Himmel und auf Erden und in der Brust des Sterblichen bilde und einen neuen Himmel und eine neue Erde und einen neuen Geist und ein neues Herz im Menschen schaffe, wie es mein freier, allmächtiger Wille nach meiner Barmherzigkeit und Liebe für das von mir zur freien Göttlichkeit erzogen werdende Menschengeschlecht in jedem Augenblick beschließt. Was Ich euch bereits dahingestellt, das könnt ihr notdürftig zusammenkonstruieren; aber die Zukunft entzieht sich eurer Berechnung und eurer Gewalt. Nachzuschauen vermöget ihr mir, aber ins Angesicht dringt mir kein sterblicher Blick! (wird fortgesezt)
Werden diese Gebeine wieder aufleben? (Jecheskel K.37,3)
Die materialistische Weltanschauung und Jeziath- Mizrajim
Kaum gibts heutzutage einen Kreis menschlicher Bestrebungen auf Erden, in welchem nicht der Schmerz getäuschter Erwartungen der von Unmut erfüllten Brust den Seufzer des Zweifelns ja der Verzweiflung entringt: Werden sie wieder aufleben, diese dürren Gebeine? Mit welchen Hoffnungen ward nicht das Jahrhundert begonnen! Wie glaubte man nicht, im Sturmschritt die Burg des Aberglaubens und der Dummheit, die Burg der Gewalt und des Unrechts zu erstürmen; welche Zeiten des Lichts und der Erkenntnis, der Wohlfahrt und des Friedens sah man nicht heraufziehen an dem Tageshimmel der Nationen! Und jetzt, wo das Jahrhundert bereits seine Hälfte überschritten[1] und sich seinem Ende wie alle seine vorangegangenen Brüder zuneigt welche bittere Enttäuschung lagert sich über alle Gemüter, welche Trostlosigkeit bemächtigt sich aller Herzen, die aufrichtig dem Wohle der Menschheit ihrer Wünsche entgegen tragen !
Als עצמות יבשות, als dürre Gebeine erblickt man fast alles das, den man das Prognostikon des frischesten Lebens gestellt, ja als dürres Gebein das, was man selbst als den Hebel der Auferstehung, als den göttlichen Tau der Verjüngung, als den Quell des erneuten reinsten Lebens gefeiert!
התחיינה העצמות היבשות Werden sie wieder aufleben, die dürren Gebeine? Werden sich die Hoffnungen der Völker dennoch endlich erfüllen, wird man endlich die Formel finden, die die Liebe mit dem Rechte, die Freiheit mit dem Gesetze brüderlich auf Erden zusammen wohnen, die missbrauchte Freiheit nicht immer wieder das Joch der Gewalt und den Missbrauch der Gewalt nicht immer wieder den Sturm zur Freiheit selber herauf beschwören, nicht immer wieder die Freiheit als Retter von der Gewalt und die Gewalt als Retter von der Freiheit herbeirufen lassen und endlich das Ideal der Jugendträume der Menschheit zur Verwirklichung bringen wird, daß der Wolf neben dem Schaf und der Leopard neben dem Lamm friedlich leben werde, und der Friede und die Freiheit, das Recht und die Menschlichkeit nicht auf den Spitzen der Bajonette und in den Feuerschlünden der Kanonen ihr verkümmertes Dasein zu fristen verurteilt sein wird?
התחיינה העצמות היבשות Werden sich die Erfindungen und Künste endlich wirklich als die nährenden Mütter der Völker bewähren, werden sie dem Hunger und dem Elende steuern, werden sie beitragen, den Schweiß von der Stirne zu trocknen, den Nacken aufzurichten und dem Menschenwürdigeren im Menschen Raum zu schaffen? Oder werden sie nur immer noch weiter ausbauen das Reich des Menschenelends, immer mehr die nackte Armut dem prächtigen Luxus zum Nachbar geben, immer mehr den Sinn des Menschen in das Joch der Sinnlichkeit schmieden, immer mehr die Nährungsverhältnisse des Menschen zu einem so rätselhaften, künstlichen Knäuel verwirren, daß alle Weisheit der Menschen zusammengenommen sich außer Stande fühlt, auch nur für den nächsten Augenblick Rede zu stehen, und die reichste Füllen in welche die Vorsehung die Äcker der Menschheit kleiden möchte, nicht im Stande sein würde, das Elend in den Hütten der Menschen zuvermindern?
התחיינה העצמות היבשות Werden die Wissenschaft und die Kunst sich endlich wirklich als die bildende Erzieher der Nationen bewähren, werden Licht und Wahrheit endlich wirkliche Siege erstreiten? Oder werden Wissenschaft und Kunst sich immer mehr selber zu Handlangern der Sinnlichkeit und der Entgeistung erniedrigen, dem Menschen einerseits alles was ihm heilig und teuer sein soll, alles was ihn zu seiner höheren Bestimmung erhübe, seinen Geist und seine Freiheit,, seine Heiligung und seine Unsterblichkeit zum Gelächter machen, andererseits wieder die ganze Nacht des alten Wahns und der Verdummung, des alten Vorurteils und der alten Lüge heraufbeschwören?
התחיינה Werden sie wieder, werden sie endlich zum Leben erstehen, werden doch nein, wie shr auch unsere besondere Wünsche und Bestrebungen von diesem allgemeinen Strome derDinge unberührt werden, wie sehr auch eben die jüdische Anschauung der Welt aufs innigste das Banner der Erlösungshoffnungallem menschlichen, Jammer voranträgt, so sind es doch nicht eben diese allgemeinen menschlichen Anliegen, die uns hier die Seufzerfrage nach der Hoffnung der dürren Gebeine in den Mund führen, so sind es doch ganz eigentlich der jüdische Kreis und die jüdischen Bestrebungen und die jüdische Hoffnungen, zu deren Betrachtung der Nissan uns ladet und wie könnten wir da auf unser selber hinschauen ohne bangend, fürchtend, zweifelnd mancher wird sagen verzweifelnd zu dem Lenker der Zeiten, zu dem Gotte Jissroéls aufzuseufzen: התחיינה העצמות האלה, werden diese dürren Gebeine wieder zum Leben erstehen?!
התחיינה Wird wieder Leben kommen in diesen Gebeine? Siehe, mehr als je liegen sie רבות מאוד על פני הבקעה weithin zerstreut über die Fläche der Erde, immer weiter, immer vereinzelter wird die Zerstreuung. Das alte Band, die alte Innigkeit, die die Zerstreuten in aller Zerstreuung noch im Ganzen zusammenhielt, wird immer loser. Der alte Druck, der sie gewaltsam zusammenpferchte, ist hin; der alte Jammer, der sie an einen Seil des Leides gekettet hielt, schwindet immer mehr und mehr. Weit über den Ozean hin reicht jetzt der Blick des ghettogeborenen Judenknaben, die ganze Welt ist sein, muss sein sein. Während der Großvater und der Ahn in dem engen Umkreis seiner Bannmeile sein und der Seinigen Brot suchte und fand, wird der Jude jetzt für den Welthandel erzogen. Weit in aller Welt streut jetzt der Drang der Zeiten und des Berufs die Glieder der Familien und die, die zusammen unter einem Herzen geruht, deren Wiege in einer Kammer gestanden, werden vom Geschick um Antipodenfernen von einander geschleudert und finden ihre Gräber diesseits und jenseits des Weltozeans; werden diese zerstreuten Glieder wieder zu lebendigen Einheit erstehen, wird wie vom Propheten geschaut auch wieder: [] ein entgegengesetzter Sturm kommen, der euch, zerstreute, verlorene Glieder, wieder Glied zu seinen Gliede führen wird und fügen?
התחיינה Ach, mehr noch als die räumliche Trennung macht der innere Abfall, der sich immer mehr und mehr in den Gemütern der Söhne und Töchter Jissroéls zu vollziehen scheint, unsere Zerstreuung zu einer wirklichen Zerfällung und unsere losgetrennten Glieder zu wirklich dürren, hoffnungsarme Gebeinen!
Und wären alle Erd- und Himmelsfernen zwischen uns, aber fern und nah trügen sie alle diezerstreuten Glieder des Hauses Jissroél noch den einen, g zu einer wir alten jüdischen Geist in sich, sie lebten alle einem Berufe, dienten alle einem Gotte, folgten alle einem Gesetze, eine Seele, ein Geist, eine Hoffnung, eine Regung belebte und bewegte sie alle wie räumlich getrennt auch immer, sie stünden dennoch alle auf einem geistigen Boden verwirklichten dennoch alle eine Gegenwart, arbeiteten alle an einer Zukunft. Ein geistiger Mittelpunkt wäre dennoch das lebendige Herz für alle, und die größte Zerstreuung wäre eben der größte Triumph, die größte Verherrlichung ihres göttlichen großen Einsseins!
Das aber die Glieder des Hauses Jissroéls immer mehr und mehr die Zuversicht zu ihrem Berufe, die Zuversicht /zu ihrem Gotte, zu seinem Gesetzen, zu seinen Verheißungen verlieren; daß sie immer mehr und mehr aufhören, als Söhne und Töchter des Hauses Jissroéls zu leben; daß sie das sinaitische Gottesgesetz, das ihre Seele sein sollte, von dem es heißt: es ist dein Leben und die Unsterblichkeit deiner Tage daß sie dieses Gesetz immer mehr und mehr als abgestorben erklären, als abgestorben behandeln, das macht sie selber zu Abgestorbenen, abgestorben ihrem Gotte, abgestorben ihrem Volke, abgestorben ihrem ganzen heiligen, welthistorischen Berufe, abgestorben alle Regungen, die für das Gesamt menschheitsheildas Haus Jissroéls im Schosse trägt! Und das zieht die große Kluft zwischen dem Hause Jissroéls Entstammenden heute, das macht die unter einem Dach Vereinten um Himmelsfernen von einander zerklüftet, das macht unsere Zerstreuung zu einer wirklichen Zerstreuung und zeigt die trostlose Zukunft in nicht weiter Ferne, wo die vom geistigen Lebensbande Jissroéls Losgetrennten immer mehr und mehr in die Masse der umflutenden nichtjüdische Welt untergehen und mit Kind und Kindeskindern haltlos, rettungslos für das Haus Jissroéls verloren sein werden.
התחיינה Werden sie je wieder zur Bewusstsein und Leben kommen, je wieder zum freudigen jüdischen, je wieder zum freudigen jüdischen Dasein erwachen, wenn sie den Quell gar nicht mehr kennen, aus welchem das jüdische Bewusstsein zu schöpfen, den Born nicht mehr kennen, aus welchem das jüdische Leben zu trinken wäre, wenn ihnen חזות הכל, wenn ihnen die Anschauung des Ganzen wie ein mit sieben Siegeln verschlossenes Buch unbekannt bleibt, und reichte man ihnen das Buch der Bücher und spräche: Leset doch selber, was für euch geschrieben ist, so sprächen sie: לא ידעתי ספר ich bin ja kein Gelehrter! (Jesajas, K. 29. V. 11,12).
התחיינהWerden sie wieder erwachen, wenn diejenigen, die sie für sich zum Brunnen des ewigen Lebens senden, wenn ihre Gelehrten ihnen den Trunk, den sie ihnen schöpfen, verfälschen, mit umgekehrten Mosis- und Elischa-Wundern den süßen Gottesquell zum Bitterwasser und den Born des lebendigen Wassers zum Todestrunk umwandeln.
התחיינה Werden sie wieder erwachen, wenn ihre Geistlichen ihnen voranwandeln den Weg des Todes, ihnen ihre Gräber übertünchen, ihnen ihre Kirchhöfe bekränzen, ihnen ihren Todesschlaf mit Träumen umgaukeln, ihnen ihren Schlaftrunk mit süß mundendem Tollkraut kredenzen und das, was wie Posaunenruf an ihre Gräber dringen würde, ihnen zum Bedlamsgelächter machen und was noch das letzte Band sein würde sie und ihre Kinder mit der ewigen Bestimmung der Abrahamsverheißung zu verknüpfen, ihnen und ihren Kindern entreißen und ihnen dafür einen Mummenschanz ihrer Mache darreichen Werden sie erwachen, wenn ihre Geistlichen mit dem Roscho-Spruch der Hagodo die göttlichen Gebote in ihrem Kreise verfolgen; wenn sie das, was der Jude mit begeisterten Rufe emporhebt: בעבור זה עשה ד' לי darum hat Gott für mich gewaltet! zum lauten Gegenstand ihrer Harlequinspossen in Mitte ihrer jüdischen Gemeinde machen; sie über Kindern die Gott aus seinem Bunde weist, mit gotteslästerlichem Munde die Weihe sprechen: Ich nehme dich doch auf in den Gottesbund
O, wenn es eine Zeit gibt, in welcher dem Hause Jissroéls; der Seufzer nahe liegen dürfte: יבשו עצמותינו ואבדה תקותנו נגזרנו לנו, dürr sind unsere Gebeine, verloren unsere Hoffnung, uns selbst sind wir überlassen! unsere Zeit wäre eine solche.
Wenn es daher eine Zeit gibt, in welcher es gälte, überall wo noch ein Funke jüdischen Bewusstseins glimmt, diesen Funken zu helfen Flammen anzufachen, das Bewusstsein zu stärken, das Bewusstsein zu vervollständigen, Ermutigung, Hoffnung, Begeisterung für unsere große, durch die trostlosesten Grabeszeiten mit energievoller Heiterkeit durchzutragende Gottessache zu bringen, unserer Zeit wäre eine solche Aufgabe gestellt.
Wenn es aber eine göttliche Institution gibt, die so ganz eigentlich von Gott gestiftet worden, immer das jüdische Bewusstsein aus seinem Schlummer zu wecken; zu jeder Gemeinde, jedem Hause, jedem Kinde Jissroéls wie der Ruf der Auferstehung zu dringen, alle, alle zur ganzen lichtigen Höhe des jüdischen Lebensentschlusses emporzuführen und mit eine durch nichts zu trübenden hoffnungsreichen Begeisterung zu rüsten: die Institution, das Fest, das mit dem Nissan bei uns einzieht, das ist eine solche.
Siehe, es ist da, das Péssachfest! Und wie aus des Propheten Mund einst ruft es über die weite Erde hin: מארבע רוחות באי הרוח ופחי בהרוגים האלה ויחיו! Von Ost und West, von Süd und Nord komme Geist! Hauche diese Erstorbenen an daß sie aufleben!
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH aus dem Kommentar zur Haftoro vom Wochenabschnitt HaChaudesch
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH
(1833 1900)
הפטרת פרשת החדש
Aus dem Kommentar zur Haftoro des Wochenabschnittes HaChaudesch
Ezechiel, Kap. 45, Vers 16 und folgende
Der Nissan bringt uns das Fest unserer Nationalgeburt. Dieselbe begann, wie dies der Paraschah dieses Sabbaths (2 B.M. 12,3) lehrt, mit der Gründung und Weihe der jüdischen Häuser. Das ewige Vorbild des nach Gottes Willen und zu dessen Verwirklichung sich erbauenden jüdischen Hauses ist aber das Ohél Moëd, das Zusammenkunftbestimmungszelt. Ein erster Nissan wars, der die vollendende Weihe dieses Zeltes schaute, das Zeichen der segnenden Gottesnähe und die huldigende Hingebung Jissroéls an seinen Gott. Ach, es war nur ein flüchtig vorübereilender Moment. Es war nur der grundlegende Anfang. Es war nur ein Frühlingsaugenblick in der großen Reihe erhebender Frühlingsmomente in der jüdischen Geschichte, in denen alles Edle und Herrliche in der Volksseele zur Herrschaft, ach nur zu kurzen Herrschaft gelangte. Der Bau, zu dem an jenem ersten Nissan des zweiten Jahres nach der Erlösung aus Egypten mit der Einweihung des ersten Gotteshauses damals in der Wüste der Grund gelegt wurde erst am Ziele der Tage winkt seine Vollendung. Die ganze jüdische Geschichte ist die Erziehung zu diesem Ziele.
Und wieder wird es ein erster Nissan sein, so enthüllt uns hier das Prophetenwort, an dem die Weihe des dann für die Ewigkeit erstehenden Heiligtums, des בית שלשי, des Bau, dem keine Zerstörung mehr folgen wird. Das wird eine Weihe sein, der keine Entweihung, Bau, dem keine Zerstörung mehr folgen wird. Erinnert uns Paraschass HaChaudesch alljährlich an den Anfang, so lässt das Prophetenwort, das die Weisheit unserer Altvordern für diesen Sabbath zur Haftora bestimmt hat, von dem fernen Ziele aus dem Dämmer der Jahrhunderte oder Jahrtausende, die uns von ihm noch trennen mögen, einige Scharf umgrenzte Umrisse vor unseren Blicken auftauchen. So hatte einst Jeremias, da das jüdische Land bereits erobert war und der Feind vor Jerusalems Thoren stand, zur Befestigung des Vertrauens auf die Rückkehr aus dem babylonischen Exil mit allen Formalitäten einen Kaufakt über ein in der Nacht des Feindes befindliches Feld abzuschließen. Ebenso sind in einer ganzen Reihevon Kapiteln des Propheten Ezechiel die genauesten göttlichen Bestimmungen niedergelegt über Bau und Größenverhältnisse, Einrichtung und Dienst des einstigen, dritten, ewigen Heiligtums, die jeden Zweifel an der einstigen Verwirklichung bannen und unser Vertrauen in die absolut feststehende, von dem allmächtigen Lenker der Geschichte herbeizuführende Erreichung dieses Zieles zu einem felsenfesten machen sollen.
Deshalb ist es eine tiefe sinnige, weitschauende Anordnung, die uns alljährlich am Sabbath vor dem ersten Nissan, oder an diesem selbst, wenn er auf den Sabbath fällt, jenes Prophetenwort in die Hand gibt, welches auf den dereinstigen ersten Nissan der Zukunft hinschaut und für den Dienst des an ihm zu weihenden Heiligtums die göttlichen Anordnungen entspricht. Mag immerhin Vieles in diesen Worten sich unserem Verständnisse entziehen und nach dem Worte mehrerer Weisen erst einst durch Elijahu seine Erläuterung finden: die Tatsache dieses Gotteswortes ist für uns das Wichtigste, diese Tatsache ist an sich von mächtiger Lehrkraft. Der Gedanke an sie soll unseren Mut stets neu beleben, uns in allem Guten stärken und das Streben immer mächtiger in uns werden lassen, das Unsrige zu tun, ein jeder seines Ortes, bis daß diese Ferne immer näher und das geistig Geschaute endlich zur äußeren Verwirklichung komme.
(Die Haftoroth übersetzt und erläutert, Frankfurt am Main 1896: S. 446- 456Kommentar zu Ezechiel Kap 45 V.16 )
Rabbiner Dr. Salomon BREUER zur Wochenabschnitt HaChaudesch
Rabbiner Dr. Salomon BREUER
(1850 1926)
לפ' החודש
ולכפרת פשע
Belehrung und Mahnungzur Wochenabschnitt HaChaudesch
Jeder Rausch Chaudesch, an dem der Mond am nächtlichem Dunkel zu neuem Lichte sich emporringt, gestaltet sich uns zum Weckruf unserer eigenen Erneuerung und sittlichen Verjüngung. Es bringt uns, wie wir dies in תפלת מוסף aussprechen, die Botschaft von מחילת חטא וסליחת עון, von göttlicher Vergebung und Verzeihung. Im Schaltjahr fügen wir noch hinzu ולכפרת פשע. Das Schaltjahr scheint daher geeignet, in uns das Bewusstsein gesteigerter Sühnebedürftigkeit zu wecken.
Mit Recht. Jissroél hat sein Jahr nach dem Monde zu zählen: דרך ארץ הוא שיהא הגדול מונה לגדול והקטן מונה לקטן (ב"ר) Nicht mehr als billig, meinen die Weisen, daß der Größere nach dem großen, der Kleinere nach dem kleineren Lichte zähle. Möge Esau nur sein Jahr nach der Sonne zählen, Jissroél aber wende dem Mond sich zu. Doch achte es auch auf den Kreislauf der Sonne שמור את חדש האביב ועשית פסח damit sein Frühlingsfest mit dem Frühling des Sonnenjahres zusammenfalle.
Nicht darf, was Esau leuchtet, in Jissroéls Leben bestimmenden Einfluss haben. Jissroéls Leben stehe unter dem Zeichen des zur ewigen Verjüngung ladenden Mondlichtes; von ihm gemahnt, finde es stets von neuem den Weg zu seinem göttlichen Thoralicht.
Der Mond hätte, nach dem Worte der Weisen (Chulin 60), der Sonne an Strahlengröße nicht nachstehen sollen; er glaubte aber nicht leuchten zu können, wo die Sonne leuchtet, und bleibt seitdem hinter der Sonne zurück.
Wie viele im jüdischen Volke glauben, nur im Zeichen der Sonne den Frühling ihres Lebens begehen zu können, verlassen das Mondeslicht ihrer Thora und wenden dem Sonnelicht sich zu. Und doch genügte die rückhaltlose Hingabe an die Führung durch das Mondeslicht, um die Erfahrung zu machen, daß der Frühling auch dem jüdischen Volk zur selben Zeit wie den nach der Sonne ihr Leben Zählenden lächeln kann.
Gesteigerte Sühnebedürftigkeit bringt aber daher das Schaltjahr mit seinem Schaltmonat, כפרת פשע für alle, die dem irdischen Lebensfrühling die Mondeszählung ihrer Thora preisgegeben haben.
Mögen sie erkennen, daßman auch im Zeichen der Thora des Frühlings teilhaftig werden könne!
Quelle: Rabbiner Dr. Salomon BREUERBelehrung und Mahnung zweiter Teil Exodus J.Kaufmann Verlag Frankfurt am Main 1935 S. 87
Samson Raphael HIRSCH: Aus dem Kommentar zur Wochenabschnitt Pikudéij
פקודי
Aus dem Kommentar von Rabbiner Samson Raphael HIRSCH zur Wochenabschnitt Pikudéij
Kap. 40 V.17 הוקם המשכן war die Wohnung aufgerichtet. Wie nach Kap. 29,30 u.37 sieben Tage die Einweihung der Priester zu vollziehen war, und jeden Tag dieser sieben Tage die Einweihungsstätte und die Einweihungsopfer durch Moses zu vollbringen waren: also lehrt ספרי zu 4 B.M.7,1, daß an jedem dieser sieben Tagen, somit siebenmal das משכן durch Moses aufgerichtet, gesalbt und wieder auseinander genommen worden, ehe es am ersten Tage, den ersten Nissan, zur bleibenden Weihe aufgerichtet wurde. Daher הוקם המשכן die Errichtung am ersten Nissan war endlich die definitive, bleibend weihende. War dies auch für das Heiligtum ein vorbedeutender Wink, daß es siebenmal erbaut, und siebenmal, teils die Stätte zu wechseln, teils zerstört zu werden bestimmt sei, bis es endlich zur ewig bleibenden Stätte der Gottesherrlichkeit auf Erden geworden sein werde, zur Mittelpunkthöhe der Menschheit, zu der hinauf die Völker wallen und die Huldigung des Schwertes mit der Huldigung des von Zion ausgehenden Gottesgesetzes vertauschen werden? Wir wagen dies nur fragend zu äußern, und darauf hinzuweisen, daß בית שני, בית ראשון, גבעון, נוב, שילה, גלגל, במדברsich historisch als sieben solche Bauvorgänge darstellen, den allen wieder חורבן gefolgt, bis באחרית הימים, dem wir entgegenharren, der achte Bau endlich als der dastehen wird, von dem es verheißen ist: נכון יהיה הר בית ד' בראש ההרים ונשא מגבעות ונהרו אליו כל הגוים והלכו עמים רבים וגו' כי מציון תצא תורה ודבר ד' מירושלים ושפט וגו' וכתתו וגו' לא ישא גוי אל גוי חרב ולא ילמדו עוד מלחמה (Jes. 2, 1-4)
V.18ff. Mit dieser Aufnahme des göttlichen Gesetzes in Jissroéls Mitte als sich für die Ewigkeit bezeugendes Höheziel der jüdischen der jüdischen Bestimmung, und mit dem sichtbaren Einziehender Gottesherrlichkeit in die von Jissroél diesem Gesetze bereitete Stätte, schließt das Buch der Erlösung aus Egypten. Es war das Ziel, das Gott selbst als Zweck seines Erlösungswerkes Kap.6, 6 u.7 ausgesprochen: והוצאתי אתכם וגו' והצלתי אתכם וגו' וגאלתי אתכם וגו' ולקחתי אתכם לי לעם וגו', mit diesem Heiligtum seines Gesetzes begründet, die Wohnungsaufnahme dieses Gesetzes und die Altarhingebung an dies Gesetz machten das Volk zum Gottesvolk, und die Gegenwart der Gotteswolke über der Wohnung dieses Gesetzes am Tage und sein darin leuchtendes Feuer in den Nächten vor den Augen des ganzen Hauses Jissroél auf allen ihren Zügen ließen das ganze Haus Jissroél, ließen jung und alt in Jissroél erkenne, daß, wenn Tisch, Leuchter, Altar und Cherubimteppiche in dieser Gesetzeswohnung verkünden, daß, wo Gottes Gesetz mit ewig fortschreitender Frische und goldreine Festigkeit aufgenommen, und leibliches und geistiges Heil nur aus den Händen dieses Gesetzes empfangen und der Verwirklichung dieses Gesetzes geweiht werden, da auch sichtbar und unsichtbar die Cherubim des göttlichen Waltens schützend und segnend herniedersteigen, dies nicht ein zum Trost des irdischen Daseins mitleidsvoll erfundener Glaube, sondern ein Wissen, eine durch Gott gesprochen, כי אני ד' אלקיכם המוציא אתכם מתחת סבלות מצרים, ihr werdet es erfahren, dasz, wenn ich euch mir zum Volke genommen, ich euch nicht nur jetzt und einmal aus der Last der egyptischen Bürden hinausführe, sondern in gleicher führender, schützender und segnender Nähe euer Gott für immer bleibe.
Zwei große Lichter durchleuchten die irdischen Himmelsräume. Beide von ihrem Schöpfergroß genannt. Doch jedes verschieden in eigener Größe.
Es leuchtet die Sonne. Im Glanze nie schwindender Lichtfülle glüht sie am Himmelsgewölbe und wecket den Tag und den Tanz der Jahreszeiten auf Erden, weckt die schlummernden Keime der Pflanzen, weckt die schlummernden Kräfte in Menschen und Tieren, wird Erzeugerin des Lebens in allem Lebendigen auf Erden und kleidet ihre Kinder in die Farbenpracht ihres Lichtgewandes. Ihre Strahlenkrone ist immer voll, und sie blendet das Auge des Sterblichen, das sich erkühnt, in die Majestät ihres Feuerdiadems aufzuschauen. Doch nur der Tag ist ihr Reich. Die Nacht steigt herauf und vor dem dunklen Schatten der Nacht entweicht der Strahl der Sonne.
Es leuchtet der Mond. Mild strahlt sein silbernes Licht. Eines Säuglings Auge erträgt sein Strahl und spielend greift eines Säuglings Hand nach dem freundlichen Licht. Mild dämmernd hält er Wacht über die schlafende Erde und gesellt sich als freundlichen Führer zu dem Wanderer in der Nacht. Bescheiden entzieht sich dem Forscherblick sein stilles Wirken in dem Triebe der Kräfte, in der schwellenden Woge, in den Schwingungen der Nerven, und nicht immer und nicht in stets gleicher Fülle grüsst uns sein Licht. In stetem Wechsel steigt und fällt seine lichtige Größen wächst aus völligem Dunkel zur ganzen Lichtfülle empor und ringt sich durch diePhase gänzlichen Verschwindens immer wieder zu neuem Wachsen heran. Sein Reich ist die Nacht. Doch weicht er auch nicht vor dem Tagesstrahl der Sonne. Vom Sonnenglanze verdunkelt, vollbringt er gleichwohl mitten unter Tagesherrschaft der Sonne, still und bescheiden die eigene Bahn. Ist bald ein stiller Begleiter der Sonne, undsteigt bald herauf, wenn die Sonne gesunken.
Und diesen beiden mächtigen Trägern und Vermittlern des Lichtes und des Lebens, diesen beiden großen, und in ihrer Größe so verschiedenen Lichtern des Himmels gab ihr Schöpfer zugleich für den Menschen auf Erden die Bestimmung tief in sein geistiges Leben einzugreifen und והיו לאותות ולמועדים ולימים ושנים (1 B.M. K. 1 V. 14) Symbole und Feste, Tage und Jahre zu schaffen.
והיו לאותות Symbole sollten sie werden, Gedanken ausdrückende Zeichen, Ansprachen Gottes an den Menschen, Gottesschrift, ihn an die Wahrheit und die Bestimmung seines Lebens zu mahnen;
ולמועדים und sollten den einförmigen Strom der Zeit in verschiedene, gekennzeichnete, regelmäßig wiederkehrende Momente zerlegen, auf welche der Mensch die verschiedenen Seiten seiner Tätigkeit verteilen, und von denen einzelne ihm zu Merkstäben für seine Zusammenkunft mit Gott und seine Zusammenkunft mit Menschen dienen sollten;
ולימים und sollten die Tage in kleine Kreise, ושנים und diese Kreise in den größeren Umlauf abschließend sammeln, innerhalb dessen sich die Gestaltungen des irdischen Lebens periodisch wiederholen.
והיו לאותות! Sie seinen Symbole! Die Leuchten des Himmels, deren Wechsel und Umkreis die Zeit des irdischen Lebens dem Menschen in Jahren und Monden und Wochen, in Tagen und Stunden, ja in Minuten und Augenblicken zerlegt; die dem Menschen die Messschnur und Richtschnur und den Faden gereicht, an welchen er die einzelnen Momente seiner Tätigkeit aufreiht; die Leuchten des Himmels, auf welches jedes verrinnende Zeitteilchen den Menschen in jedem Augenblicke seines Strebens und Tuns hinweist: והיו לאותות sie seien nicht nur das äußere Maß, den Umfang und die Dauer seiner Tätigkeit zu messen, sie seien ihm zugleich Warnzeichen und Wahrzeichen, das innere Maß, die innere Größe, den inneren Wert seines Strebens und Tun zu schätzen.
Zwei Größen zeigt ihm der Himmel. Die eine, die, wenn sie da ist, da ist in ihrer ewig gleichen Kraft und Mächtigkeit und mit strahlender Macht und Wirksamkeit offen in allen Gestaltungen der sinnlichen Entfaltung der Wesen zu Tage tritt; deren Herrschaft aber nur die eine Hälfte der irdischen Lebenszeit zufällt und die zurücktritt, ganz zurücktritt, sobald das Reich der andern Größe beginnt. Es ist die strahlende Tagesgröße der Sonne.
Die andere; selten vollstrahlend in lichtiger Vollkraft, in stetem Wechsel begriffen, stets nur ringend nach Licht; aber in diesem Ringen unermüdlich groß; Bescheiden zwar und milde, nicht blendend und sengend, still ihre Sendung vollbringend; aber nicht weichend vor der Herrschaft der andern, mächtige Größe. Unerkannt, zurückstehend, solange der mächtige Strahl der anderen Größe leuchtet, aber ihre Zeit abwartend, die der mächtige Strahl der anderen gesunken, und dann hervortretend in ihrer freundlichen Milde, die Nächte des irdischen Daseins erhellend. Es ist die wechselnde Nacht- und Tagesgröße des Mondes.
Seht da eure Vorbilder, spricht das Wort unserer Weisen. Zwei Größen kann der Sterbliche nicht erstreben. Er kann die materielle Macht und Füllen er kann die irdische Gewalt und Hoheit erstreben, die solange sie dauert, kein Schwanken kennt, unfehlbar und sicher das erzeugt und das bewirkt, was in den Umfang ihrer Kraft und Mächtigkeit gelegt; die, was sie ist, durch sich selber ist, und, so lange sie dauert, angestaunt wird in ihren Wirkungen, verehrt wird in ihrem Glanze, gefürchtet wird in ihrer Macht, deren Herrschaft aber ein Ziel gesetzt ist, bei welchem angelangt, sie völligschwindet am Horizont der Zeiten.
Er kann die geistig-sittliche Größe erstreben, die er selten ganz erreicht, und wenn erreicht, stets in Begriff ist wieder zu verlieren; deren Kraft nicht im erreichten Ziel, sondern im ewigen Streben nach dem hohen Ziel besteht und deren Grösse eben in diesem Ringen leuchtet; die bescheiden und still sich ihrer Unvollkommenheit stets bewusst bleibt; deren segensreiche Wirkungen mehr geahnt werden vermögen; die oft verkannt, verachtet, verlassen, zurückstehen muss vor dem blendenden Strahl materieller Macht und Glorie, die aber dann in ihrer vollen Hoheit und Größe gewürdigt wird, wann der Tag der irdischen Hoheit abgelaufen und das geistig-sittlich Großeallein sich als das Überdauernde, Ewige bewährt.
Zwei Größen kann ein Volk erstreben. Es kann das Schwert der Eroberung, es kann das Scepter der Gewalt im Kreise der Völker führen, es kann mit der Hoheit seiner Macht alles überwältigen es kann sich der Thron seiner Herrschaft, die Türme seines Ruhmes himmelhoch erbauen, und alles beugt sich seiner Größe, alles zittert vor seiner Macht bis der Tag seines Untergangs gekommen, das Schwert entsinkt , das Scepter bricht, zusammenstürzt der Thron,in Trümmer, geschwunden ist das Reich, und nur wie den gestrigen Tag trägt die Geschichte seinen Namen als gewesen ein in das Buch der Zeiten.
Es kann die Erkenntnis der Wahrheit, die Veredelung des Menschen, es kann die geistig-sittliche Größe zu seinem Panier erheben, es kann nur in der geistig-sittlichen Selbstvollendung seine Macht und sein Ruhm erkennen, es kann in diesem Anstreben des geistig-sittlichen Idealsseine ganze Bestimmung erblicken Dann wird es keine Reiche stiften und keine Welten erobernnicht auf gebrochene Herzen und zertrümmerte Hütten den Thron seines Ruhms erbauen; dann wird es nicht gefürchtet wandeln auf Erden; dann wird es steigen und fallen, und fallen und steigen, je nachdem es sein geistig-sittliches Ideal in sich vollendet oder verscherzt; dann wird es zu leiden haben unter der Huftritt der Gewalt, wir den Speichelwurf und den Hohn der seiner materiellen Schwäche spottenden Größen zu erdulden haben aber es wird sie doch alle überdauern, alle diese spottenden Größen. Sein Untergang kommt nie, alle Tage sieht es kommen, alle schwinden, als das ewige Volk benennt es die Geschichte, und wenn einst die Tage der materiellen Größe alle gezählt, dann wird man es erkennen in seiner ewigen Größe und sich von seinem Lichte das Licht für die heraufgezogene Nacht erbitten.
Einst trat der Mond klagend vor seines Schöpfers Thron Du hast mich groß genannt wie die Sonne; können wir beide eine Herrschaft teilen? Wohlan, so gehe und ziehe bescheiden zurück! Weil ich die bessere Einsicht hatte, soll ich zurücktreten? Dafür herrscht du auch am Tage und bei Nacht Was nützt es! Der Fackel achtet keiner am hellen Mittag. Gehe nur, Jissroél wird nach dir seine Tage und Jahren zählen. Können sie doch nicht umhin, auch nach der Sonne ihre Zählung zu richten! Gehe nur, alle Frommen werden dich zum Vorbild nehmen und nach dir sich nennen: Jakob der Kleine, Samuel der Kleine, David der Kleine, volle Genugtuungaber finde, wenn mit jedem Neumond Jissroél im Sühnopfer sich mondgleich rüstet zum Ringen nach Licht, und in diesem Sühnopfer sich mondgleich rüstet zum Ringen nach ewig vollem Lichte seine ganze Bestimmung erkennen und sich ihrer vor Gott froh bewusst werden wird
Seitdem lässt Jissroél Esau, den Völkergenius zu dem gesprochen worden: mit deinem Schwerte wirst du leben! seine Jahre nach dem großen Lichte der Sonne zählen; Jakob aber, das Kleinere, zählt seine Jahre und sein Geschick nach dem kleinen Licht des Mondes. Esaus Sonne herrscht nur am Tage, aber nicht wenn es Nacht geworden; Esaus Schwerterglanz leuchtet nur in dieser Welt, aber nicht ins Finsternis hinüber. Jakobs kleineres Licht waltet am Tage und bei Nacht; Jakobs Genius leuchtet in dieser Welt und ins Jenseits hinüber. So lange das Licht des Größeren durch die Welten strahlt, wird das Licht des Kleineren nicht kund; ist aber das Licht des Größeren untergegangen, tritt das Licht des kleineren hervor. So lange Esaus Licht die Welt strahlend erfüllt, wird Jakobs Licht nicht erkannt. Ist Esaus Licht untergegangen, tritt Jakobs Licht leuchtend hervor; dann heißt es:
Stehe auf und leuchte, denn dein Licht ist gekommen
Und die Herrlichkeit Gottes geht über dir auf!
Denn siehe, Finsternis bedeckt die Erde,
Und Dunkel umhüllt die Nationen,
Über dir aber strahlet Gott
Und seine Herrlichkeit zeigt sich über dir!
Völker gehen in deinem Lichte,
Könige bei dem Glanz deines Aufgangs,
Sieh dich um und schau! Sie alle vereinigt kommen sie dir!
Sind deine Söhne, die aus der Ferne kommen,
Sind deine Töchter, die dir still zur Seite erzogen wurden.
Du siehst es und leuchtest dann, und es wird ängstlich und es wird weit dein Herz
Denn es wendet sich dir die Fülle des Westens zu,
Die Schar der Völker kommet dir (Jesaias Kap 60 V 1 5)
Dann ist der Gegensatz der verschiedenen Größen gesühnt, dann wird die ewige Größe des ringenden Lichtes erkannt und gewürdigt und erst durch diese Erkenntnis und Würdigung der geistig-sittlichen Größe erhält auch das materielle irdische Licht seinen wahren Glanz und auch seine göttliche, ewige Bedeutung:
Es wird das Licht des Mondes wie das Licht der Sonne,
Und das Licht der Sonne wird dann siebenfach, wie das Licht der sieben Tage,
Wenn Gott den Bruch seines Volks verbindet
Und die Wunde seines Schlages heilt. (Jesaias, K. 30, V.26)
So zählt Jissroél nicht nach irdischen Ernten, sondern nach Vollendung seines geistig-sittlichen Aufschwungs seine Mondesjahre. Gleichwohl hat es auf den irdischen Kreislauf zu achten. Denn eben und endlich das Licht seiner geistig-sittlichen Sendung mit den unter der Sonne reifenden irdischen Leben zu vermählen, ward es gesendet. Wohl bleibt es zeitweilig mit der Zählung seiner Jahre gegen den Kreislauf der irdischen Sonne zurück. Aber es holt alles wieder nach, und endlich fällt sein Frühling mit dem Frühling der irdischen Sonnenwelt um es zusammen.
Darum schaltet es von Zeit zu Zeit seinen Schaltmonat Weadar ein.
Quelle: S.R. HIRSCH Gesammelte Schriften IIS. 59-64 Verlag von Kauffmann Frankfurt am Main 1904
Jeschurun, Judentum gegen Zionismus plant der zweite Teil dieses Exposés Die vier Lichtgedanken der ringenden Größe (Arba Parschiauss) demnächst in Ablieferungen bringen.
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH aus dem Kommentar zur Haftoro des Wochenabschnittes Schekalim
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH
(1833 1900)
הפטרת פרשת שקלים
Aus dem Kommentar zur Haftoro des Wochenabschnittes Schekalim (Auszug)
V.5 כסף עובר, dies scheint sich zunächst auf die 2 B.M. 30,14 f. angeordnete jährliche Halbschekelspende zu beziehen. Da jedoch deren Bestimmung das. durch לכפר על נפשותיכם dahin ausgesprochen ist, daß mit ihnen die jährliche Gesamtheitsopfer bestritten werden sollten, in den jeder jüdische Mann somit gleichmässig vertreten sein so können diese hier nicht gemeint sein, wo diese von den Priestern in Empfang zu nehmenden Spenden ja zur Instandhaltung des Hauses verwendet werden, also eine בדק הבית-Casse bilden sollten. Dieses כסף עובר dürfte sich deshalb auf den Chron. II 24,5 berichteten Aufruf Joachs an das ganze Volk beziehen, nach welchem die Priester und Leviten alljährlich Spenden erheben sollten, um den unter der Frevlerin Athaljah verwahrlosten und von ihren Söhnen vielfach beschädigten Tempel wieder neu herzustellen, לחדש את הבית, das. Vers 4. Im Anklang an die ersten freiwilligen Spenden zur Errichtung des Stifzeltes werden diese Beiträge des Volkes, die später nach der veränderte Anordnung von den Spendern direkt in die dazu bestimmte Laden geworfen wurden, das. V.9 : משאות משה עבד האלהים על ישראל במדבר genannt, die von Mosche, dem Diener Gottes, Jissroél in die Wüste aufgelegten Heben. Zu עובר ist hier offenbar על הפקודים zu ergänzen und hätte damit den Spendern die hohe Bedeutung ihrer Spende zum vielleicht auch zugleich anspornenden Bewußtsein gebracht werden sollen.
(Die Haftoroth übersetzt und erläutert, Frankfurt am Main 1896: S. 425- 431Kommentar zu Könige II Kap 12,6
Psalm 76,12 und Sprüchlein zum Wochenabschnitt PIKUDEJ
פקודי
נדרו ושלמו ליי אלקיכם כל סביביו יבילו שילמורא:
Ihr aber gelobet und erfüllet; was ihr gelobet Gott, eurem Gotte, während alle; die ihn umgeben, alsGegenstand der Furcht im Huldigungsgabe bringet.
(Psalm 76,12 Übersetzung Samson Raphael Hirsch)
1.
Rührendist es, wenn die Frommen,
Einend sich zur heilger Schar,
Freudig opfern am Altar.
2.
Wohl ists nicht die große Spende,
Die der Herr von dir begehrt,
Wahrhaft guten Willen sende,
Und du hast Ihn wohlgeehrt.
Mit Dank an Frau Manja BURGERS, Antiquarische Buchhandlung Spinoza in Amsterdam
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH aus dem Kommentar zur Wochenabschnitt Ki Sisso
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH
(1833 1900)
הפטרת כי תשא
Aus dem Kommentar zur Haftoro des Wochenabschnittes KI SISSO
Könige 1, Kap. 18, Vers 1 und folgende
Die Sidra zeigte uns das dem goldenen Kalbe zujauchzende Volk. Das Prophetenwort zeigt uns sechs Jahrhunderte später dieses selbe Volk noch schwankend zwischen Gott und dem Baal. Gibt es etwas Niederschlagerendes als diese einfache Zusammenstellung? Es ist überhaupt ein unsäglich trübe Zeit, in die uns dieses Kapitel aus dem Buche der Könige einen Einblick eröffnet.
Im Hintergrund ein König, Achab, dem die Verbrechen des ersten Jeroboam, fluchbeladenen Andenkens, noch zu gering waren (Könige I. 16,31). Sodann eine phönizische Königstochter auf dem Königsthrone Jissroéls, die mit fanatischer Wut die Gottespropheten und ihre Jünger verfolgt und erbarmungslos Jeden mordet, der sich nicht vor den Augen ihrer Schergen verbergen kann. Also zu Hochverrat, zu todeswürdigen Verbrechen wars in Jissroél geworden, den Mund zu öffnen für die heilige Sache des Gottesgesetzes, diese Vertreter waren eben die Propheten und ihre Jünger und die Organe der Staatsgewalt fahndeten auf Jeden, der nicht seine Überzeugung von der Wahrheit des Gotteswortes vorsichtig im Herzen verschloss! Ein Baalstempel und Baalsaltäre in der Residenz Schomron, und der König selbst der eifrigste Diener des Baal (das. V.32 f.). Und ein Volk, stumpf und in Unwissenheit gehalten, das, man weiß nicht, ists Stupidität oder Verschüchterung durch das Wüten Isabels, hin- und her herschwankt zwischen Gott und dem Baal Für es gab keine Erlösung aus Ägypten, keine Allmachtsoffenbarung am Meere, keine Offenbarung am Sinai, keine vierzigjährige täglich sich wiederholende Gottesoffenbarung in der Mannaspeisung der Wüste : für es hing die Entscheidung ob für Gott, ob für den Baal, eben nur davon ab, welches Opfer jetzt hier am Karmel vom Feuer verzehrt würde! Die Sidrahatte dem goldenen Kalbe zujauchzende Volk gezeigt, und dieses hatte doch dem Volke selbst in dessen Verblendung nicht Gott, sondern nur den vermeintlich gestorbenen Führer Moses ersetzen sollen!und nun hier, sechs Jahrhunderte später, bot Jissroél dieses Bild! Welcher denkende Betrachter der Geschichte hätte nicht damals urteilen müssen: Wenn das der Fortschritt ist, den ein Volk, den eine Sache innerhalb eines solchen Zeitraums gemacht hat, so hat dieses Volk und die Sache keine Zukunft, verloren, unrettbar sind Volk und Sache.
Gerade darin aber liegt das Erhebende des Rückblicks auf diese unsagbar traurige Zeit.
Denn von diesem düsteren Hintergrunde hebt sich in ihrer lichtigen Größe ab die hehre Gestalt Elijahus. Er steht allein, wehrlos den grimmerfüllten Königen gegenüber. Wie tief muss doch trotz allem und allem das Gottesbewusstsein in den Herzen des Volkes Wurzel geschlagen haben! Es konnte unterdrückt, seine Äußerungen durch lähmende Furcht niedergehalten werden. Allein die Jahre des Regenmangels, die der Verkündigung des Propheten gefolgt waren, waren nicht spurlos vorübergegangen an den Gemütern des Volkes und an dem des Königs. Überall hatte er den Propheten suchen lassen, hatte überall seine Auslieferung verlangt: und jetzt, da er ihn sich plötzlich gegenüber sieht, wagt er nicht, ihn anzutasten, nimmt vielmehr die niederschmetternde Anklage, die Elijahu ihm auf seinen Vorwurf ins Gesicht schleudert, demütig hin und kommt dem Verlangen des Propheten nach, eine große Volksversammlung zum Karmel zu berufen. Und nun stehen sie einander gegenüber der eine Gottesprophet und die achthundertundfünfzig Götzenpropheten. Mit vornehmer Courtoisie und seiner Ironie lässt Elijahu ihnen in allem den Vortritt Ihr seid ja die Mehrzahl! Und nun mühen sie sich ab, es war ihnen sicher nicht wohl dabei, aber es gab kein Zurückweichen. Die geistlichen Günstlinge und Tafelgenossen der Königin mussten schon aus der veränderten unschlüssigen Haltung des ihnen bisher so gefügigen Volkes erkennen, daß die Tage ihrer unbestrittenen Herschafft gezählt seien. Es war eine Stunde, in der den Götzenspuck gezwungen wurde, ins helle Tageslicht hinaus der Gottesallmacht gegenüberzutreten, um sich in seiner Nichtigkeit entlarven zu lassen.
Doch nicht in der hehren Erscheinung Elijahus, nicht in den ergreifenden Worten seines Gebetes, nicht in der Bekundung der Gottesallmacht, auch nicht in dem gotthuldigenden Aufschrei des bis ins tiefste Innere erschütterten Volkes liegt für uns das Erhebende dies Rückblicks. Auch jene Huldigung war ja nur eine flüchtige Episode, jenes Bekenntnis nur ein vorübergehendes Aufraffen aus der Betörtheit, in die das Volk so rasch wieder zurücksank. Aber daß die Worte von Karmel gleichwohlnoch nach den Jahrtausenden, die inzwischenverflossen, in der Brust der über die ganze Erde zerstreuten Sproßen dieses Volkes leben; daß sie der Ruf sind, mit dem in der seligste Stunde des Jahres, in der stunde der Neïla, jeder Sohn und Tochter dieses Volkes noch jetzt sich ihrem Gotte hingibt und den Treuschwur erneut, den Schwur der Treue bis in den Tod; daß diese Worte des nach einem Jahrtausend der Erziehung damals noch schwankenden Volkes gleichwohl nach den inzwischen verflossenen Jahrtausenden noch das letzte Bekenntnis und der Scheidegruß sind, mit dem die heimkehrende Seele jedes Sprossen dieses Volkes hinübergeht in die Ewigkeit : das ist das Erhebende dieses Rückblicks, das gewährt die felsenfeste Zuversicht in die Ewigkeit dieses Wortes, in den endlichen Sieg seiner Wahrheit. Diese Tatsache, daß die Worte, die der Feuereifer Elijahus damals der Brust des schwankenden Volkes entströmen ließ, nach Jahrtausenden noch den begeisterten Weckruf und jenes Bekenntnis bilden,das Jissroél hindurchgetragen hat durch alle Wetterstürme der Geschicke, sie selbst ist der nimmer versiegende Quell jenes heiteren Vertrauens, das über das Trübe jenes Tages leuchten sieht, an dem Gott, wie er durch Maleachi es verkündet, Elijahu wieder sendet, und er dann zurückführt das Herz der Väter zu den Kindern und der Kinder zu ihren Vätern
(Die Haftoroth übersetzt und erläutert, Frankfurt am Main 1896: S. 159- 165Kommentar zu Könige 1. Kap 18 )
Rabbiner Dr. Salomon BREUER zur Wochenabschnitt MISCHPOTIM
Rabbiner Dr. Salomon BREUER
(1850 1926)
משפטים
Belehrung und Mahnungzur Wochenabschnitt Mischpotim (Auszug)
משפט וצדקה ביעקב אתה עשית Wie aber im gotterfüllten jüdischen Lebenjedes משפט als צדקה empfunden wird, so wird auch jede צדקה als משפט geübt. Pflichttat ists, auf die der Bedürftige im Namen Gottes Anspruch erheben darf, die der Gebende zu leisten hat, wenn er vor Gottes Auge gerecht dastehen will. Denn auch sie ist eine köstliche Frucht, die nur auf dem gottgewiesenen Lebensweg ihren Nährboden findet.
Und doch gibt es wohl kaum eine Mitzwa, die so mißverstanden und traurig missbraucht wird wie gerade מצות צדקה. Nicht allein, daß sie vielfach als Sühnemittel für die mit Bewusstsein geübte Vergehen herhalten muss glaubt man doch sogar die Einheit der Gemeinde in der neben den Institutionen der Gesetzestreue die Institutionen des vollendetsten Abfalls von Gott und seinem Gesetze in völliger Gleichberechtigung bestehen, damit rechtfertigen zu können, daß dadurch die Möglichkeit gegeben sei, צדקה in umfassenderem Masse zu üben.
Ruft uns nicht auch in diesem Sinne das Gotteswort zu: ושמרו דרך ה' לעשות צדקה ומשפט daß wir auch kein Schritt außerhalb des von Gott gewiesenen Weges setzen, wenn wir gewillt sind, gottgewollte צדקה zu üben?Jede צדקה aber, die durch Preisgabe auch nur einer göttlichen Forderung oder göttliche Wahrheit erkauft wird, versündigt sich an dem דרך ה', zu dessen Wahrung wir in erster Reihe verpflichtet sind. Wir haben das Unsrige voll und ganz zu leisten; aber Gott, der uns den דרך ה' gewiesen, weist uns Grenzen, die wir nicht überschreiten dürfen.
Meine Brüder und Schwestern! Es dürfte wohl kaum jemand in den Sinn kommen, mit Mitgliedern eines fremden Bekenntnisses in irgendeine religiöse Gemeinschaft zu treten, um mit deren Hilfe die Aufrechterhaltung jüdischer Institutionen zu sichern und צדקה in größerem Umfang üben zu können schon deshalb nicht, weil jede andere Konfession ein solch lächerliches Bündnis von vornherein ablehnen würde. Ist es aber nicht weit schlimmer, freiwillig einer sogenannten jüdischen Gemeinde anzugehören, die jüdisch nur insofern noch ist, als sie die Verpflichtung hätte, jüdisch zu sein, deren Institutionen jedoch den traurigsten Hohn auf alles Göttliche im Judentum darstellen und deren geistige Führer nicht vor dem Verbrechen zurückschrecken, unserem Judentum seine göttliche Seele, unsere תורה zu rauben und an ihre Stelle in der jüdischen Geschichte beispiellos dastehendes Machwerk subjektiver Willkür zu setzen!!
ושמרו דרך ה' לעשות צדקה ומשפט lautet das große Vermächtnis unseres Stammvaters an seine späten Enkel es ist auch das Vermächtnis unseres großen Rabbiners זצ"ל an seine קהלה!
גדולים צדיקים במיתתן יותר מבחייהן Die Größe der צדיקים wird oft erst nach ihrem Ableben ganz erkannt חכם עדיף מנביא Sein weises Auge hat diese Zeit, die wir erleben müssen, vorausgeschaut.
Zeigen wir unseren Kindern, zeigen wir unserer Jugend, daß man zum mindesten auf die Worte des heimgegangen רב zu hören hat.
Wenn unsere Kinder an uns nicht irre werden sollen, wenn unsere Jugend lernen soll, daß sie vor allem lernen müsse, gründlich, fleißig Thora lernen müsse und die selbständige Beschäftigung mit כלל- Angelegenheiten bescheiden, wie es seit מתן תורה im jüdischen Leben als selbstverständlich galt, den זקני הדור, den in תורה und יראת שמים ergrauten Führern überlasse, selber statt dessen lerne, lerne, aber auch darum lerne, um einst als gereifte Männer, als wahrhafte בני תורה den פסק ihres רב zu verstehen und nicht in erbärmlicher Unwissenheit zu korrigieren , dann lasst uns ihnen zeigen, daß für uns das heilige Vermächtnisunseres großen Rabbiners זצ"ל unverbrüchliche Geltung besitzt, daß uns der אמת und nur der אמת hoch über allem steht und daß wir nur unter gewissenhafter Wahrung des דרך ה' gottgewolltes משפט und צדקה zu üben imstande sind!
Dann aber dürfen wir hoffen, daß die göttlichen Segensverheißungen, die an jenes abrahamitische Vermächtnis geknüpft sind, sich auch an uns verwirklichen werden, so daß unsere קהלה imstande sein wird, in immer größerem Umfange ihren jüdischen Aufgaben gerecht zu werden.
הקב"ה, der bisher unserer קהלה so sichtlich beigestanden, wird auch in der Folge seinen mächtigen Beistand nicht versagen אל יעזבנו ואל יטשנו לנצח.
Quelle: Rabbiner Dr. Salomon BREUERBelehrung und Mahnung zweiter Teil Exodus J.Kaufmann Verlag Frankfurt am Main 1931 S.31-36
It isnt only the fact that people like the Chazon Ish were opposed to this idiotic custom (there is no shortage of idiotic customs of course), but the way the frumme have it is all mixed up.
Traditionally they observed Nittel on the historical date of the old calendar when the date was January 7. Now they have switched it back to December 25, which is according to the western calendar.
But what is it that they are worried about? And why is Nittel more of an issue than the Christian holiday of Easter, which is their date for the belief of the resurrection of Yoyzel???!!
Either way its illogical.
1) Neither holiday was enacted symbolically by the Church until the 4th or 5th century, such that even Christians werent observing it until then.
2) There is no proof whatsoever for the existence of any Yoyzel anyway in the 1st century, and even more importantly, there is no proof that Christianity even existed PRIOR to the creation of the new Byzantine Empire under Constantine in the 4th century!
So what is all this noise about Nittel? Its all based on ignorance and idiocy. Plain and simple. The same as throwing bread in the water on Rosh Hashanah and swirling a chicken around the head before Yom Kippur.
D. G.
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H. B. reacts:
What are you worried about! People, Jews as non-Jews, do not question what is set on the calendar, neither the calendars nor the veracity of the existence of the idol "yoske"! Today, Jews react to what notsrim hold, and since there are at least two groups, the Romans and the Orthodox, they react in relation to both, to mark the difference. It would be more understandable for Jews who have suffered from these religions to score a point against them.
Historische Dokumentation: 80. Geburtstag von Rabbi Sonnenfeld
Historische Dokumentation
80. Geburtstag von Rabbi Sonnenfeld
Rabbi Chaim Josef Sonnenfeld שליט"א, Oberrabiner des Waad hoir haask[en]asi und Führer der Agudas Jisroel,beging am 18. November in strenger Zurückgezogenheit seinen 80. Geburststag. Er ist allen Versuchen ihm aus disen Anlaß zu huldigen, aus dem Wege gegangen und hat bei seiner Gemeinde durchgesetzt, daß der aus Anlaß seines Geburtstages geplant gewesene großen Empfang unterbleibe .
Im Hause Rabbi Sonnenfelds erschienen am 19. November der Distriktskommisarvon Jerusalem mit den Distriktsbeambten, der Vizebürgrermeister von Jerusalem, der tschechoslowakischer Konsul (Rabbi Sonnenfeld ist tschechoslowakischer Staatsbürger)und viele andere prominente Persönlichkeiten Palästinas um den angesehenen Rabbi zu seinem 80. Geburtstag zu gratulieren.
Rabbi Sonnenfeld, der in der ganzen Welt bekannte Gelehrte, lebt seit 50 Jahre in Palästina als Führer der orthodoxen Juden ErezJisroels. Er ist ein scharfer Gegner des Zionismus und bekämpft auch die im Mirachi vereinigten orthodoxen Zionisten.Wegen seiner Gelehrtheit und absoluten Aufrichtigkeit genießt er persönlich auch unter seinen entschiedensten Gegnern unbegrenzten Achtung. Er hat wiederholt Einladungen zur Uebernahme bedeutender rabbinischer Posten zurückgewiesen und zieht es vor in Jerusalem in Armut zu leben.
So schrieb das agudistische Organ Jüdische Presse aus Wien in ihre Ausgabe Nr. 46, 1928. Weiter lesen in Beilage!
In ein weiterer Beitrag, selbe Ausgabe, wird hervorgehoben das Rabbiner Sonnenfeld sich zu den sephardischen Juden wandte in temperamentvoller Weise und in einem glänzenden Hebräisch mit sephardischer Aussprache
De lastercampagne van Joods Actueel en N-VA wordt steeds interessanter. In hun aanval op de vakbond (en om de aandacht af te leiden van de misdaden begaan door de staat Israël) zouden ikzelf en mijn familie allemaal fascisten zijn. De tactiek is doorzichtig. Een toelichting.
Deze blog werd geschreven door een van onze lezers. Wil je zelf ook beginnen bloggen in onze community, ga dan meteen aan de slag. Eerst was er Joods Actueel die de vakbondssecretaris van ACOD Cultuur ten onrechte van antisemitisme beschuldigde. Dat gebeurde op basis van een tekst van een paar maand geleden, niet toevallig nadat we als cultuurvakbond begin deze maand een solidariteitscampagne ondertekenden: samen met 20 andere Europese vakbonden roepen we het Europese parlement op om het lobbywerk te weerstaan dat de definitie van antisemitisme wil uitbreiden zodat de kritiek op de staat Israël er ook onder valt. (meer info vind je hier). Slechts één dag later springt André Gantman (N-VA), tevens voorzitter van de raad van bestuur van Opera en Ballet Vlaanderen toch het grootste en het meest prestigieuze cultuurhuis van Vlaanderen op de kar. Hij noemt mij net geen nazi. Nadat Joods Actueel beseft dat Gantman zich met deze eerroof in de nesten heeft gewerkt, disten ze gisteren een familie-epos op en schiet partijgenoot Ludo Van Campenhout een van de Schild & Vrienden zoals Bart De Wever het grappend noemde op de verkiezingsavond hem ter hulp. Ik zou simpelweg een onversneden fascist zijn en mij diep moeten schamen. Door N-VA als extreemrechts weggezet worden vanwege een collaboratieverleden in de familie, dat is trolsurrealisme troef. Zelfs Vlaams Belang maakt het zo bont niet. Wie biedt er meer?
Tactiek
Als afleidingsmanoeuvre is het erg leerrijk. De maskers van N-VA en Joods Actueel vallen af. Wat is de tactiek?
1 Door iemand te beledigen hoopt men op verwijtende reacties die dan zouden bewijzen dat de persoon in kwestie Israël zou haten.
2 Door deze moddercatch wil men mensen bang maken zodat ze de sociale strijd en de BDS-campagne niet zouden steunen. Blijven wegkijken, dat is de boodschap.
3 De aanval op de vakbond met alle middelen verder zetten. Door in te zetten op imagoschade de socialistische vakbond zou vol fascisten zitten hoopt men dat andere leidinggevenden ACOD cultuur eventueel onder druk zouden zetten om gas terug te nemen in hun internationale solidariteit met de Palestijnse werkende mensen. Zo proberen ze ook andere vakbonden af te schrikken. (Nochtans weten de collegas natuurlijk ook wel dat internationale solidariteit, naast al ons syndicaal werk, evengoed een onderdeel is van de sociale strijd die we voeren. De aanvallen van Joods Actueel kennen we al.)
4 De aandacht afleiden van de misdaden begaan door de staat Israël die de Palestijnen elke dag moeten ondergaan. Gantman en Van Campenhout praten deze schendingen van de mensenrechten goed. De dader zou volgens hun retoriek nu een slachtoffer zijn van antisemieten. (Er stinkt iets in Vlaanderen, riep Gantman uit in een toespraak op een evenement van de vrienden van Israël in Antwerpen. Hij had het niet over Schild & Vrienden. Tenzij ik volgens hem nu ook bij die club zou behoren. Ik omschrijf mezelf nochtans als een marxist, je weet wel, dat zijn dan weer die mensen die babys opeten.)
5 Door Van Campenhout naar voor te schuiven probeert N-VA hun fractieleider Gantman uit de wind te zetten nu dat zijn mandaat als voorzitter door deze eerroof in het gedrang komt. Door deze lastercampagne hoopt men dat ik aan dit conflict verder niet te veel aandacht zou willen geven. Helaas, pindakaas. Het is wel een opluchting dat wijlen mijn ouders deze laster niet meer moeten meemaken.
Dank u wel
Niettegenstaande wil ik Joods Actueel bedanken. Niet zozeer omdat ze me promoveerden tot een professor aan de VUB of omdat ze me willen toevoegen aan de eregalerij van activisten, academici en kunstenaars Ken Loach! Lucas Catherine! die vanwege hun verzet tegen onrecht valselijk beschuldigd zijn van antisemitisme. Maar wel omdat er door hun vuile praktijken heel wat maskers afvallen. Laten we niet vergeten dat Gantman als voorzitter van de raad van bestuur van Opera en Ballet Vlaanderen ook de werkgever is. Het was te verwachten dat hij inzake Israël vroeg of laat een rel zou beginnen tegen de zelfverklaarde progressieve elite die volgens hem de kunstensector in een greep heeft. Dat hij die oorlog nu al tegen de vakbond voert, eerder dan tegen kunstenaars die plots de volle laag krijgen omdat ze kritisch werk maken of zich als burger engageren, en die daardoor hun job of subsidies kunnen verliezen, dat is een goeie zaak. Hopelijk beseft de kunstwereld nu heel goed wat de stijl kan zijn van de N-VA-mandatarissen die vorige legislatuur neerdaalden in hun raden van bestuur, en waar ze zich aan kunnen verwachten mocht N-VA na een volgende verkiezingen de cultuurminister opeisen. Kortom, ook al was ik een blauwe smurf, de misdaden die Israël elke dag blijft begaan, zijn daarom niet minder pijnlijk en waar. Wegkijken is schuldig verzuim. Deze lastercampagne tegen de vakbond is natuurlijk niets in vergelijking met het onrecht dat de Palestijnen elke dag moeten ondergaan. Tot slot herhaal ik nog even de oproep aan kunstenaars en culturele organisaties om de boycotactie Eurosong 2019 mee te ondersteunen. Er kwamen al heel wat nieuwe namen bij, met dank aan Freilich & co. Robrecht Vanderbeeken, recent ook ontvoerd door een Ufo, aldus N-VA.
Updated - Includes Final 2 Programs- Must Watch - Video
How Israel and its lobbyists spy on, smear and intimidate US citizens who support Palestinian human rights.
November 02, 2018 "Information Clearing House" - The Electronic Intifada has obtained a complete copy of The Lobby USA, a four-part undercover investigation by Al Jazeera into Israels covert influence campaign in the United States. It is today publishing the first two episodes. The Paris-based Orient XXI has published the same episodes with French subtitles. The film was made by Al Jazeera during 2016 and was completed in October 2017. But it was censored after Qatar, the gas-rich Gulf emirate that funds Al Jazeera, came under intense Israel lobby pressure not to air the film. Although Al Jazeeras director-general claimed last month that there were outstanding legal issues with the film, his assertions have been flatly contradicted by his own journalists. In March, The Electronic Intifada was the first to report on any of the films specific content. We followed this in August by publishing the first extract of the film, and shortly after Max Blumenthal at the Grayzone Project released others. Since then, The Electronic Intifada has released three other extracts, and several other journalists have watched the entire film and written about it including Alain Gresh and Antony Loewenstein. Now The Electronic Intifada can reveal for the first time that it has obtained all four parts of the film.
You can watch the all 4 parts in the video embeds below.
To get unprecedented access to the Israel lobbys inner workings, undercover reporter Tony posed as a pro-Israel volunteer in Washington. The resulting film exposes the efforts of Israel and its lobbyists to spy on, smear and intimidate US citizens who support Palestinian human rights, especially BDS the boycott, divestment and sanctions movement. It shows that Israels semi-covert black-ops government agency, the Ministry of Strategic Affairs, is operating this effort in collusion with an extensive network of US-based organizations. These include the Israel on Campus Coalition, The Israel Project and the Foundation for Defense of Democracies.
The film was suppressed after the government of Qatar came under intense pressure not to release it ironically from the very same lobby whose influence and antics the film exposes. Clayton Swisher, Al Jazeeras head of investigations, revealed in an article for The Forward in March that Al Jazeera had sent more than 70 letters to individuals and organizations who appear in or are discussed in the film, providing them with an opportunity to respond. Only three did so. Instead, pro-Israel groups have endeavored to suppress the film that exposes the lobbys activities. In April, Al Jazeeras management was forced to deny a claim by the hard-right Zionist Organization of America that the film had been canceled altogether. In June, The Electronic Intifada learned that a high level source in Doha had said the films indefinite delay was due to national security concerns of the Qatari government.
As revealed in a clip published by The Electronic Intifada earlier this week, the film shows Julia Reifkind then an Israeli embassy employee describing her typical work day as mainly gathering intel, reporting back to Israel to report back to the Ministry of Foreign Affairs, the Ministry of Strategic Affairs. She discusses the Israeli government giving our support to front groups in that behind-the-scenes way. Reifkind also admits to using fake Facebook profiles to infiltrate the circles of Palestine solidarity activists on campus. The film also reveals that US-based groups coordinate their efforts directly with the Israeli government, particularly its Ministry of Strategic Affairs. Run by a former military intelligence officer, the ministry is in charge of Israels global campaign of covert sabotage targeting the BDS movement. The film shows footage of the very same ex-military intelligence officer, Sima Vaknin-Gil, claiming to have mapped Palestinian rights activism globally. Not just the United States, not just campuses, but campuses and intersectionality and labor unions and churches. She promises to use this data for offense activity against Palestine activists. Jacob Baime, executive director of the Israel on Campus Coalition, claims in the undercover footage that his organization uses corporate level, enterprise-grade social media intelligence software to gather lists of Palestine-related student events on campus, generally within about 30 seconds or less of them being posted online. Baime also admits on hidden camera that his group coordinates with the Israeli Ministry of Strategic Affairs. Baime states that his researchers issue early warning alerts to our partners including Israeli ministries. Baimes colleague Ian Hersh admits in the film to adding Israels Ministry of Strategic Affairs to our operations and intelligence brief.
Baime describes how his group has used anonymous websites to target activists. With the anti-Israel people, whats most effective, what weve found at least in the last year, is you do the opposition research, put up some anonymous website, and then put up targeted Facebook ads, Baime explains in part three of the film. Canary Mission is a good example, he states. Its psychological warfare. The film names, for the first time, convicted tax evaderAdam Milstein as the multimillionaire funder and mastermind of Canary Mission an anonymous smear site targeting student activists. The Electronic Intifada revealed this in a clip in August. Eric Gallagher, then fundraising director for The Israel Project, is seen in the undercover footage admitting that Adam Milstein, hes the guy who funds Canary Mission. Milstein also funds The Israel Project, Gallagher states. Gallagher says that when he was working for AIPAC, Washingtons most powerful Israel lobby group, I was literally emailing back and forth with [Adam Milstein] while he was in jail. Despite not replying to Al Jazeeras request for comment, Milstein denied that he and his family foundation are funders of Canary Mission on the same day The Electronic Intifada published the clip. Since then, Josh Nathan-Kazis of The Forward has identified several other groups in the US who fund Canary Mission.
Suppressed film
In March, The Electronic Intifada published the first details of what is in the film. We reported that it showed Sima Vaknin-Gil claiming to have leading neoconservative think tank the Foundation for Defense of Democracies working for her ministry. The undercover footage shows Vaknin-Gil claiming that We have FDD. We have others working on projects including data gathering, information analysis, working on activist organizations, money trail. This is something that only a country, with its resources, can do the best. As noted in part one of the documentary, the existence of the film and the identity of the undercover reporter became known after footage he had shot for it was used in Al Jazeeras The Lobby about Israels covert influence campaign in the UK aired in early 2017. Since then, Israel lobbyists have heavily pressured Qatar to prevent the US film from airing.
Foreign agent
Clayton Swisher, Al Jazeeras head of investigations, first confirmed in October 2017 that the network had run an undercover reporter in the US Israel lobby at the same time as in the UK. Swisher promised the film would be released very soon, but it never came out. Multiple Israel lobby sources told Israels Haaretz newspaper in February that they had received assurances from Qatari leaders late last year that the documentary would not be aired. Qatar denied this, but the paper stood by its story. Swishers op-ed in The Forward was his first public comment on the matter since he had announced the documentary. In it, he refutes Israel lobby allegations about the film and expresses frustration that Al Jazeera had not aired it, apparently due to outside pressure. Several pro-Israel lawmakers in Washington have piled on more pressure by pushing the Department of Justice to force Al Jazeera to register as a foreign agent under a counterespionage law dating from the 1930s.
The Israel lobby goes to Doha
While the film was delayed, a wave of prominent pro-Israel figures visited Qatar at the invitation of its ruler, Emir Tamim bin Hamad Al Thani. They have included some of the most right-wing and extreme figures among Israels defenders in the US, such as Harvard law professor Alan Dershowitz and Morton Klein, the head of the Zionist Organization of America. Swisher wrote in The Forward that he ran into Dershowitz at a Doha restaurant during one of these visits, and invited the professor to a private viewing of the film. I have no problem with any of the secret filming, Swisher says Dershowitz told him afterwards. And I can even see this being broadcast on PBS the US public broadcaster. Yet it appears that Israel lobby efforts to quash the film were successful until now.
By Dr. MENDEL HIRSCH Principal of the Israelite Religious Community Schools, Frankfort-on-Main.
Translated by J. GILBERT Bedlock 1928
Translator's preface
The first English translation of one of the most interesting essays by the late Dr. Mendel HIRSCH, is dedicated, as a small token of undying affection, to the memory of the eminent author. Following most minutely, as he did, the example of his father, Rabbi Samson Raphael HIRSCH, in his brilliantly intellectual and classically worded presentation of Traditional Judaism, in harmony with modern culture and science, and in his fearlessly uncompromising defence of all its institutions and ordinances, he had to be prepared for opposition from various quarters.
One wing of Judaism decried such redoubtable opponents as HIRSCH and his followers as orthodox obscurantists, whilst, on the other hand, the Old-Talmudists and diehards of Jewish exclusiveness, in their fanatical opposition to modernisation of any description, looked upon S.R. HIRSCH and his adherents as disguised reformers! It was certainly no easy matter to ward of such cross-fire attacks of which they had become the constant targets.
Mendel HIRSCH who, in 1877, succeeded his father as Principal of the schools founded by him under the now famous, but then not generally appreciated motto: Yofeh Talmud Torah im Derech-Eretz (Beautiful is the study of the Torah in combination with the worldly civil, social and commercial pursuits), has made it the task of his life to imbue his pupils with the loftiness of that ideal. In his noble endeavour, he was guided entirely by the educational methods of his father. His manner of expounding the spirit of specifically Jewish duties, and demonstrating the intrinsic beauty and merits of the many symbolic teachings, was very fascinating. But, like his father, to whose Biblical exegesis he constantly referred not only in his lectures, but also in striking commentaries on the Haftoroth, the Twelve Prophets, etc. he never neglected to emphasise the duty of man to man, and the love of, and wholehearted regard for, the welfare of all human beings without distinction of race or creed. Special stress was always laid upon the duty of Jew to Gentile; and the importance of universal love, justice and integrity in all social activities, commercial or other dealings, was shown as expressing the very heart and core of Judaism.
Like his father, Mendel HIRSCH generally became very attached to his pupils, and even when their school-days were over was always anxious to keep in touch with them as far as possible. For this purpose the Mekor-Hayim- and Ben Usiel-Societies were formed, at whose gatherings, his lectures on various topics gave him ample opportunity for continuing the education of his sons and daughters as useful citizens of their towns and country and a credit to Judaism.
Generous and indefatigable in all his undertakings, he would not tolerate any narrow-minded apathy in the matters of the common welfare, or any indifference to important social and political movements. As a regular contributor to the monthly magazine Jeschurun he wrote a number of very interesting essays on various subjects. One of his most powerful political articles appeared in the 11th number of the issue 5619 (1859) under the heading Villafranca and Kremsier, a contribution to Jewish contemporaneous history. In this he exposed Austrias scrap-of-paper policy with such vehemence, that one cannot help admiring the pluck of this young Jewish schoolmaster who, 69 years ago dared, in a Jewish magazine, to accuse the Austrian Government of having deliberately broken the pledges given to Moravian Jews in 1848 !!!
The treatise on Das reine Menschentum im Lichte des Judentums must undoubtedly have been provoked by the ravings of that atavistic revival of medieval Jew-hatred which began, towards the end of the 19th century under the quasi-scientific name of Anti-Semitism. This treatise had naturally to be written and carefully, as the great Iron Chancellor of those days had allowed his son to proclaim him the spiritual father of Anti-Semitism and to close anti-Semitic students meetings with Hochs for Bismarck! Whatever this powerful politician may have found it opportune to declare on other occasions, no Court Chaplain Stoecker or Ahltwardt, could have dared to denounce the Jews as a danger to the country, no priestly deputy could have recommended the Bavarian Diet to enact the simple law: very Handelsjude must be shot or hanged, if the agitation had not been favoured by the German Government. And the movement with his terrible pogroms, blood accusations, etc. spread to Austria, Hungary, Rumania, Russia and France, where the Affaire Dreyfuss stupefied andterrorised the Jewish population for a number of years. Even America was affected to such an extent, that special Anti Defamation Societies had to created.
Hirschs idealism did not carry him straight into the camp of the Choveve Zion or to the Zionist movement, but as a true Jewish citizen he was anxious by this treatise to add, however modestly, one stone to the barricades of reason and truth which alone stood between Jewry and the bigots of Anti-Semitism.
It is true that conditions have greatly improved in many directions since the times when this treatise was written, yet our newspapers never seem to cease to report fresh acts of inhuman vexations and brutal oppressions in various countries, among others one in which one would have least expected. Admitting even that the recent incident at the Wailing Wall ended without any serious consequences for the poor worshippers, it was sufficiently hurtful and humiliating to arouse very outspoken universal indignation.
In face of such still too frequent occurrences and constant defamations of Judaism and its adherents, every fair-mined citizen should make himself familiar with some of the great truths and facts set out in this treatise, so far almost unknown to Gentiles and even to Jews alike, and Anti-Semitic or other prejudice will no longer be possible in any branch of the human race.
Literal translation into another tongue is always difficult; and with the peculiar conciseness ofstyle and forceful expression of an author whose train of thought was not of the commonplace order, the difficulties were very great. Without the valuable and kind assistance of so eminent a Hebrew and theological savant and English scholar, as Rabbi Professor sir Hermann GOLLANCZ, M.A., D.Lit., and the help of my very obliging and generous friend, Mr S. GILBERT, B.A. ex-President of the First Lodge of England of the I.O.B.B. to both of whom I gladly take this opportunity of expressing my sincere thanks for their untiring services this translation would never have seen the light of day. Nevertheless, I cannot refrain from soliciting the readers kind indulgence for any imperfections that may still have escaped attention.
(Humanism and Judaism by Dr Mendel HIRSCH, pp.5-10 to be continued next Monday)
Das verflossene Jahr hat die geschichtliche Katastrophe heranreifen sehen, deren Größe von keiner Katastrophe der Vergangenheit übertroffen wird. Wie wir in unsere Jugend mit fassungslosem Staunen vor dem Sturz der Weltreiche,vor desKorsen Untergang standen, so wird es unserer Nachfahren ergehen, wenn die ungeheure Kunde an ihr Ohr dringt; daß das Deutsche Volk nach Siegen ohnegleichen, nach Erfolgen die wie ein Märchen klingen, schließlich bis zur vollendeten Machtlosigkeit zusammengebrochen ist und den harten Friedensspruch argwöhnischer Gegner über sich hat entscheiden lassen müssen.
Unter der Wucht dieser Katastrophe ist der stolze Bau des deutschen Kaiserreichs geborsten. Mühsam kämpft der neue deutsche Freistaat um sein Dasein und niemand kennt das Schicksal seiner nächsten Zukunft.
Friede ist wieder eingekehrt. Aber in den Gemütern ist nicht Frieden. Der Weltkrieg ist durch keinen Frieden wirklich abzuschließen. Gleich einer finsteren Wolke wird er die nächsten Jahrzehnte noch beschatten, und vielleicht wird die künftige Generation erst in der Lage sein, Soll und Haben des Weltkrieges endgültig zu buchen.
Die Welt ist aus den Fügen. Gottes Schofar hallt noch immer in den Lüften. Wer kann wissen, wohin das Antlitz des Gottes der Geschichte schaut.
Groß wie das Meer ist nicht nur der Bruch des deutschen Volks. Zitternd steht auch das jüdische Volk vor einem jähen Abgrund.
Solche Zeiten waren dem jüdischen Volk noch nicht gewesen, seit Rom ihm seinen Staat zerbrach.
Wo ist heute das Band, von dem man sagen könnte, daß es ein zukunftsfrohes jüdisches Leben größeren Umfangs aufweist!
Der Weltkrieg hat das Ostjudentum in den geschichtlichen Strudel hineingerissen. Die Lehrstätten sind verweist, die großen Rabbiner versprengt, und Mord und Totschlag bedroht tagtäglich das nackte Leben von Tausenden.
Das ungarische Judentum, auf das wir voll Stolz und Zuversicht zu schauen gewohnt waren, das uns das sicherste Bollwerk prinzipienhafter Gesetzestreue schien, ist völlig auseinander gerissen. Rumänien, der traditionelle Judenfeind, die Tschecho-Slowakei vielleicht auch Deutsch-Österreich, teilen sich in die Beute. Wer wagt die Folgen der politischen Umwälzung heute schon abzumessen!
Soll die Hilfe von Palästina kommen?
Die Hoffnungen, mit denen der Zionismus leichtfertig unsere Brüder im Osten erfüllt hat, scheinen sich nicht zu erfüllen. Einstweilen beschränken sich die zionistischen Herren, ihre Macht in Palästina die Juden spüren zu lassen. Trübe Nachrichten sind aus Palästina an uns gelangt. Schreie um Hilfe gegen die zionistischen Brüder.
Uns kann Gott nur helfen.
Möge Gott in diesen Schicksalszeiten seinem Volke die Führer erhalten, Jissroéls Thoraweisen vor allem, daß sie uns den Weg zeigen, den uns die Thora gebietet.
Denn nur die Thora verbürgt noch heute das Leben unseres Volkes.
Möge Gott seinem Volke die Kraft geben, mitten im tobenden Haß der Völker die Liebe Gottes zu pflegen. Denn nur in die Liebe Gottes findet unser armes Volk den Frieden.
Arm wie noch nie steht unser Volk am Ende des Jahres vor Gott.
Prof Yakov M RABKIN: GAP AMONG JEWS WIDENS ON QUESTION OF ZIONISM
Opinion op/ed
Gap among Jews widens on question of Zionism
By Yakov M. Rabkin
Originally published March 8, 2007
A profound division has developed between Zionist advocates of Isra-l and Jews, secular and religious, who reject or question Zionism and actions taken by the state of Isra-l.
Public debate about Isra-l's place in Jewish continuity has become open and candid.
Advertisement Many Jews try to come to terms with the contradictions between the Judaism they profess to adhere to and the Zionist ideology that has taken hold of them. This coincides with serious concerns expressed across Israel's political and religious spectrum about the future of Isra-l.
Quite a few Jews now publicly ask whether the chronically besieged ethnic nation-state in the Middle East is "good for the Jews." Many continue to be concerned that militant Zionism destroys Jewish moral values and endangers Jews in Israel and elsewhere. This debate has entered pop culture as well: The recent film Munich by Steven Spielberg sharply focuses on the moral cost of Isra-l's chronic reliance on force.
The Israel lobby in the United States, aligned with the nationalist right in Isra-l, viciously attacked the Jewish director and his film even before it was released. It also lashed out at several books published over the past few years - Prophets Outcast, Wrestling With Zion, The Question of Zion, The Myths of Zionism - all authored by Jews who are concerned about the same essential conflict between Zionism and Jewish values.
A few weeks ago, the Isra-l lobby (through its constituent American Jewish Committee) issued a report alleging that Jews who criticize Isra-l endanger its "right to exist" and foment anti-Semitism. This provoked a number of prominent Jews in Britain, Canada and the United States to speak out, moving candid debate about Isra-l into mainstream, even conservative, publications. In January, the eminently pro-establishment Economist published a survey of "the state of the Jews" and an editorial that called on rank-and-file Diaspora Jews to move away from the "my country, right or wrong" attitude adopted by many Jewish organizations.
Making a stand for Jewish emancipation from the state of Isra-l and its policies has bridged some old divides and created new ones. Thus, an ultra-Orthodox critic of Israel, usually antagonistic to Reform Judaism, commended a Reform rabbi for saying that "when Isra-l's Jewish supporters abroad don't speak out against disastrous policies that neither guarantee safety for her citizens nor produce the right climate in which to try and reach a just peace with the Palestinians ... they are betraying millennial Jewish values and acting against Israel's own long-term interests."
Their relationship with the state of Isra-l and with Zionism has polarized the Jews. The axis along which this polarization has taken shape does not correspond to any of the habitual divisions: Ashkenazi/Sephardic, observant/nonobservant, Orthodox/non-Orthodox. In each of these categories are Jews for whom national pride, even arrogance (chutzpah), is a positive value, and who give their enthusiastic support to the state that incarnates what they identify as a life force, a triumph of the will and a guarantee of Jewish survival.
But each of these categories also includes Jews who believe that the very idea of a Jewish state, and the human and moral price that it demands, undermines all that Judaism teaches, particularly the core values of humility, compassion and kindness. They, along with Isra-l's staunchest supporters, point up the paradox that has seen Isra-l, often presented as an ultimate haven, become one of the most precarious places for Jews. Israeli media report unprecedented levels of concern not only for the future of the state but also for the physical survival of its inhabitants.
Some attempt to redefine "Isra-l's national purpose" as a means to revitalize Isra-l's largely demoralized society.
Divisions about Isra-l and Zionism are so acute that they may split Jews as irremediably as did the advent of Christianity two millennia ago. Christianity, which embodies a Greek reading of the Torah, eventually broke away from Judaism. Like Christianity, Zionism, reflecting a nationalist, romantic reading of the Torah and Jewish history, has come to fascinate many Jews.
It remains to be seen whether the fracture between those who hold fast to Jewish moral tradition and the converts to Jewish nationalism may one day be mended. However fateful for Jews and Judaism, this fracture may not necessarily affect Isra-l, which nowadays counts many more evangelical Christians than Jews among its unconditional supporters.
Yakov M. Rabkin, author of "A Threat From Within: A Century of Jewish Opposition to Zionism," is professor of history and associate of the Centre for International Studies at the University of Montreal. His e-mail yakov.rabkin@umontreal.ca.
The following advertisement was published on Friday, June 29, 2018, in the Arabic newspaper Al Ittihad by the ultra-Orthodox Jewish community of the Holy Land. It explains the struggle of the Orthodox community against the military draft, and ends with a brotherly plea to their Arab neighbors.
With G-d's help:
A message from heart to heart, to our longtime neighbors in East Jerusalem and in all parts of Palestine
We, the Ultra-Orthodox Jewish residents of Jerusalem, the Haredim, people of the Old Yishuv [old settlement], have lived side by side with you as good neighbors for hundreds of years.
For many years, we lived together side by side, without the need for any separation walls and watchtowers.
The neighborly relations between your grandparents and ours were a symbol and a model of peaceful coexistence, as they coped with the difficulties of life and the challenges posed by the events of time.
According to the instructions of our community rabbis, we are prohibited from occupying any piece of land and establishing a Jewish state.
We have been in exile for 2,000 years and we are commanded by our religion to live humbly under the rule of the nations of the world. We are forbidden to take up arms and to participate in the army and the state. The state that was established between the Jordan River and the sea and claims to bear the name "Israel" was established contrary to the will of our leaders and to our dismay.
Since the Zionist leaders came to power in the land, they have been trying to force us to be part of their state, by forcing our sons and daughters to serve in their army. We categorically refuse to comply with this. This is strictly forbidden for us and falls under the category of the most severe sins, which we must be ready to sacrifice our lives rather than commit.
As a result, at any given time many of our children are in military prison, just because they want to refrain from enlisting in the IDF and being part of this army that keeps the state in existence, which, as stated above, is strictly forbidden.
We long for the day when this heretical state will be dismantled and we will return to live side by side in peace and security.
In the coming days, the Zionist government is trying to pass a modified version of the Defense Service Law, which aims to force our children into the army and to establish recruitment quotas for the Ultra-Orthodox community. The desire for forced conscription among the leaders of Zionism is insatiable. They are looking greedily at all the people of the country, Jews and Arabs, men and women. The danger of enlistment into the army and to the Zionist project is hovering above us all equally. We approached the representatives of the Palestinian minority, with a heartfelt request: Please add your voices to those opposing this law. We ask for your united vote against the government's attempt to enlist us to serve its shameful occupation of the land, against our will. Do not allow, even indirectly, this terrible decree to pass. On this fateful and urgent issue, abstention and looking the other way are not enough; it must be openly opposed.
We ask of you to help us that our children should not become, G-d forbid, part of the heretical army. Do not, G-d forbid, lead our children to take up arms against our neighbors with whom we have lived for so many years in peace and harmony. Please help us to restore peace between us and do not cause violent incidents between us.
We hope that our request will find a listening ear and indeed the Arab representatives will help us to continue in our traditional path, until G-d helps and this terrible conflict, with all its casualties on both sides, comes to an end.
This letter to Muslim and Arab neighbours is a great Qiddush HaShem !
This is a first step. Palestinian Jews should also offer their help to the Palestinian Resistance or at least express their solidarity with the native Palestinian residents who are as much the victims of Zionism as the anti-Zionist Jews.
Dieser Brief ist eine Aktualisierungdes antizionistisches Herangehens durch die besten Kräfte in der historischen Agudass Jisroel.
Rabbiner Dr. Raphael BREUER : Religionsgesellschaft und Richtliniengemeinde (Teil 4)
Rabbiner Dr. Raphael BREUER
(1881-1932)
Religionsgesellschaft und Richtliniengemeinde (Teil 4)
Aus einem Cyclus von Vorträgen über das Wesen der jüdischen Gemeinde, die auf Wunsch des Vereins zur Förderung der Interessen der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt a. M. (אמת ושלום) dem Druck übergeben werden.
Wie aber nun, wenn eine Richtliniengemeinde nebenbei auch für die Bedürfnisse ihrer orthodoxen Mitglieder sorgt? Ist auch in diesem Falle der Austritt aus der Richtliniengemeinde unbedingte Pflicht? Das führt zur Frage des religiösen Dualismus, des religiösen Zwittersystems im jüdischenGemeindeleben.
Wir werden noch Gelegenheit haben, alle Momente anzuführen, welche die religiöse Ungesetzlichkeit, den logischen Widersinn eines solchen Systems zu beweisen. Zunächst sei bloß ein Moment das in diesem Zusammenhangwichtigste erwähnt.
Wie kommt es,was ist der Grund, daß eine so wunderschöne Idee, wie die jüdische Zwittergemeinde, erst im neunzehnten Jahrhundert das Licht der Welt erblickte? War man zur Zeit der Karäer nicht so friedliebend wie heute? Warum kam das Judentum nicht schon damals auf die Idee, jüdische Gemeinden zu schaffen, in denen auf der einen Seite das Prinzip der Thora und auf der anderen Seite der Prinzip der Thoraleugnung in gleich liebevoller Weise seine Pflege fand? Wir dürfen ja nicht vergessen, daß ein derartiges Kompromiß, wie es hier in Frankfurt und auch anderswo geschaffen wurde, damals zur Zeit der Karäer ebenso gut, ja vielleicht sogar noch besser hätte bewerkstelligt werden können, weil ja eben der Gegensatz zwischen Karäertum und Rabbanismsus lange nicht so durchgreifend ist wie der Gegensatz zwischen Richtliniengemeinde und Religionsgesellschaft! Wie kam es aber nun doch, daß damals Niemand auf diesen so nahe liegenden Ausweg verfiel?
Auf diese Frage gibt es nur eine Antwort. Wenn damals zur Zeit der Karäer die Idee der jüdischen Zwittergemeinde nicht aufkam, wenn diese Idee erst unserer Zeit vorbehalten blieb, so hat das folgenden Grund. Die Karäer hatten einen Vorzug, um welchen sie die Richtlinienmänner beneiden dürfen: sie haben sich selber und ihr System ernst genommen. Es ist eine historische Tatsache, daß die Trennung sowohl auf Seiten der Rabbaniten, als auch auf Seiten der Karäer mit gleicher Energie betrieben wurde. Den Karäern ist es niemals im Traum eingefallen, ihren Kultusbeamten zu verbieten, das Karäertum, das sie theoretisch vertraten, in die Praxis umzusetzen. Zu einer solch rührenden Selbstentäußerunghätten sich die Karäerniemals verstanden. Sie haben sich selber ernst genommen; sie wußten, daß zwischen dem System der Treue und dem System der Leugnung ein Kompromiß nicht möglich ist und darum trennten sie sich von den Rabbaniten, wie sich die Rabbaniten von ihnen trennten.
Anders gehen in unseren Tagen die Richtlinienmänner vor. Da ist vor kurzem hier in Frankfurt eine Resolution der Richtliniengemeinde erschienen, die in der Hauptsache folgendes besagt: Wegen der Beobachtung der rituellen Ehegesetze hat sich der Vorstand der israelitischen Gemeinde bei den liberalen der israelitischen Gemeinde versichert, daß deren Stellungnahme zu den eherechtlichenFragen in praxi, die bisher zu Beanstandungen keinen Anlaß gegeben habe, durch die Richtlinien eine Änderung nicht erfahren hat und nicht erfahren wird; hinsichtlich des Religionsunterrichts stellt der Vorstand der israelitischen Gemeinde fest, daß dieser Unterricht durch die Richtlinien nicht erfahren hat und erfahren wird; die Rabbiner und Religionslehrer der israelitischen Gemeinde, ebenso die an den von den israelitischen Gemeinde unterstützten Unterrichtsanstalten tätigen Lehrer werden nach wie vor in keiner Weise die Unverbindlichkeit des jüdischen Gesetzes lehren und werden ihren Religionsunterricht nach wie vor nicht auf Grund der Richtlinien erteilen.
Die historische Bedeutung dieses Kompromisses kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. In schlagender, unübertrefflicher Weise wird durch diese Resolution dokumentiert, wie das System des jüdischen Gemeindedualismus mit innerer Notwendigkeit zu einer völligen Ertötung der religiösen Wahrhaftigkeit führt. Die israelitischen Gemeinde zu Frankfurt a. M. fürchtet seit dem Erscheinen der Richtlinien für den unversehrten Bestand ihrer Einheit: dem Austrittsgedanken winkt die Möglichkeit einer ungeahnten Erstarkung. Die Gemeinde ist daher zu jedem Opfer bereit, selbst zu dem Opfer religiöser Wahrhaftigkeit. Sie gewinnt es über sich, ihren Rabbinern und Lehrern zu befehlen: Steckt eure Überzeugung einstweilen in die Tasche und hebt sie für bessere Zeiten auf! Das bisschen Heucheleimüßt ihr in den Kauf nehmen, wenn dafür die Einheit der Gemeinde aufrecht erhalten wird Und nicht genug damit: die Gemeinde hat den Mut, sich dieses Befehles als einer Heldentat zu rühmen und auf Grund dieses Befehles ihren orthodoxen Mitgliedern die Zumutung zu stellen, nun auch ihrerseits die gleiche Toleranz zu üben! Warum denn auch nicht! Wenn das Richtlinienjudentum das Thorajudentum in seiner Mitte duldet, dann muß auch umgekehrt das Thorajudentum das Richtlinienjudentum anerkennen. Eine Hand wäscht die andere auch im jüdischen Gemeindeleben.
Eine Resolution, die keinen Anstand nimmt, ein Prinzip religiöser Unklarheit als eine gleichberechtigte und gleichwertige Richtung neben die תורה zu stellen, richtet sich selbst. Sie offenbart mit einer krassen Deutlichkeit, die nicht mehr überboten werden kann, zu welchen Konsequenzen es früher oder später führen muß, wenn in einer Zeit, die nach religiöser Wahrheit und Klarheit ringt, die Einheit der Gemeinde durch einen religiösen Tauschhandel krampfhaft aufrechterhalten werden soll. Man mag sagen, was man will:eine krampfhaft aufrechterhaltene Judentumseinheit führt in unseren Tagen konsequenterweise zum Zionismus.
Von einer religiösen Einheit des deutschen Judentums des deutschen Judentums kann doch wahrlich seit dem Erscheinen der Richtlinien keine Rede mehr sein. Soll aber trotzdem die Einheit im jeden Preis aufrechterhalten werden, dann muß man Zionist werden. Nur der Zionismus bringt es fertig, über eine so tiefe Kluft, wie sie zwischen Richtliniengemeinde und Religionsgemeinschaft besteht, hinwegzuschauen. Schaut er ja noch über ganz andere Klüfte hinweg. Wer möchte es leugnen: Unter allen jüdischen Organisationen der Gegenwart hat der Zionismus den besten Magen. Er schluckt alles hinunter, was immer die Gegenwart ihm reicht: Atheismus, Monismus und sonstiges Freidenkertum aller Art. Ja, wer das fertig bringt, wer eine solche bunte Fülle von מינות und אפיקורסות in sich aufnehmen und vertragen kann, der kann auch die Richtlinien verdauen. Im Heerbann der zionistischen Organisation können auch Richtlinienmänner Unterkunft finden, weil ja der Zionismus die religiösen Anschauungen seiner Führer und Bekenner vollkommen ignoriert, indem er das religiöse Moment durch das nationale verdrängt. Er allein vermag die Frage der Judentumseinheit auf eine zwanglose, natürliche Art zu lösen. Dürfte man Zionist sein und warum sollte man es nicht dürfen, wenn man über den Gegensatz zwischen Richtliniengemeinde und Religionsgesellschaft hinwegsieht ja, dann steht doch nichts im Wege, um es auch tatsächlich zu sein. Nun kann aber doch darüber kein Zweifel sein,daß man es nicht sein darf, solange Judentum und jüdische Religionidentische Begriffe sind. Daraus ergibt aber zugleich folgendes: Soll in unserer zerrissenen Zeit das Dogma der Judentumseinheit überhaupt ernst genommen werden können, dann muß vor allen Dingen der bündige Nachweis erbracht werden, daß auch die jüdische Religion in der Lage ist, antireligiösen Prinzipien gegenüber dieselbe weitherzige Toleranz zu üben wie der Zionismus. Solange jedoch dieser Nachweis nicht erbracht ist und er wird niemals erbracht werden können, solange neben dem שלוםauch der אמת seine Geltung hat solange wird jenes Wort seine Bedeutung nicht verlieren, mit welchem einst S.R. Hirsch seinen פסק דין über den Austritt seiner Gemeinde hinausgab:
Für den aufrichtigen, seiner Pflicht bewussten gesetzestreuen Juden gibt es nur Einen von Issur freien Weg: den Austritt aus der Gemeinde nach dem Gesetze vom 28. Juli 1876. Wer seine gesetzestreuen Brüder zu etwas anderem beredet, der ist Schogeh Umaschgeh, der geht irre undführt irre.
על אלו המחפים מעשי רשע ומשקרים בענין הגזירות על הדת בארץ ישראל
Über diejenigen, die schlechte Taten vertuschen und über das Thema der Religionsdekrete in Erez-Jisroel lügen
ידוע שברור כשמש שמי שמכריז ברבים שאין גזירת גיוס הוא ממש שותף לגזירות השמד
Es ist glasklar, dass derjenige, der öffentlich verkündet, daß es kein Rekrutierungsdekret gäbe, dass dieser wirklich ein Partner in den Dekreten von Schmad ist
In Beilage (Bijlagen) noch 2 Erklärungen von Rabbinern der sephardische orthodoxe Gemeinden.
Widerstand zur Zwangseinberufung erweitern zum Krieg gegen die Herrschaft des Zionismus überhaupt!
"Die Lage ist höllisch, wir wissen, daß ihre Armee Götzenverehrung, Unzucht und Blutvergießen ist. Wer in ihr hineinfällt, kann nicht beim Aussehen eines Yids bleiben. Die Ketzer schreiben ausdrücklich, daß sie die Chareidim fangen werden. Man will das zum verschweigen bringen! Die Zionisten zerbrechen sich den Kopf, um das zu organisieren, und darüber sollten wir schweigen! "
Das sagt der Text auf dem Bild. Dies ist ein Auszug aus einer Rede, die vollständig beigefügt ist (Bijlagen). Es ist ein echtes Dokument jüdischer Antizionisten, die an Ort und Stelle leben und tagtäglich unter den zionistischen Misshandlungen leiden. Die Themen dieses Dokuments: die Grundlage der zionistischen Unreinheit und die gewaltige Verpflichtung, im Krieg gegen die Dekrete des Reiches des Bösen im Heiligen Land immer standhaft zu bleiben, diejenigen zu ermutigen, die kämpfen und sehr vorsichtig sein müssen nicht nachgeschleppt zu werden von den fremden Geistern die vom Kampf ablenken wollen;
Die in der zionistischen Entität lebenden charedische Juden klagen über das Dekret des zionistischen Regimes, sich in der zionistischen Armee zu registrieren. Nach der Thora ist diese Weigerung Militärdienst zu leisten, gerechtfertigt, aber damit ist das wesentliche Problem nicht gelöst, d.h. der des Zionismus selbst.
Heutzutage suchen die Zionisten nach einer Gelegenheit, zu ihrem früheren Plan zurückzukehren, d.h. dieMilitärdienstpflicht für die dienstfähigen Bürger, ob sie religiös seien oder nicht.. Es sei daran erinnert : den 22. Oktober, 52, begab sich Ben Gurion ימ"ש, zu dem Chason Isch ז"ל Rabbiner Karelitz, Experte in הלכה und damals höchste Autorität des Judentums im Lande, in Sache die umstrittene Einberufung von fromme Mädchen in die Armee. Das Gespräch ergab einen Status quo, der Kompromiss über den Stand des jüdischen Gesetzes im öffentlichen Leben, woran Ben-Gurion bereits erhebliche Zugeständnisse gemacht - einschließlich die nicht-Einberufung von ישיבות Studenten ,und die Schließung von Unternehmen während שבת. Keine Seite, niemand dachte, vorsah daß dieser Kompromiss in Sache Chareidim geschichtlich werden und so lange andauern würde! Schon der demographischen Entwicklung wegen.
Der Zionismus verändert die Taktik, da sich die Zeit und die sich verändernden Situationen auf der ganzen Welt verändern, aber das Ziel der Zionisten bleibt dasselbe: die Juden von der Thora und dem Judentum zu entfremden. Obwohl grotesk, tun sich die Zionisten heute entgegenkommend vor, mit einer falscher Frömmigkeit, mit der sie versuchen Juden anzuziehen. Geld, Ehre und Machtpositionen sind vergiftete Angebote zur Abdankung. Wir sehen heute, was ihre Häresie gebracht hat; Juden machten sie zu Heidenjuden, verlorenen Seelen! Wer in der Gefolgschaft der Zionisten gerät, wird angesteckt , denkt anders und schließlich tut er was sie verlangen. Während dessen werden Verweigern im Gefängnis gesteckt!Wie recht hatten unsere Rabbinern die unsdavor gewarnt haben Beziehungen zu den Zionisten zu unterhalten;
Das Unglück mit der Verstärkung des religiösen Zionismus ist, daß sogar fromme Juden in der Ketzerei (Häresie) mitgeschleppt werden und den Kompromiss anpassen wollen, indem sie sagen, daß es nicht so ernst, nicht so schlimm sei. Die Versuchung, mit den Meisten gut sein und in Ruhe leben zu wollen, verhindert, dass man sich den Bösewichte widersetzt. Dies verlängert das Exil und verzögert die Ankunft von Moschiach !!! Wenn fromme und antizionistische Juden, sogar Chassidim von Satmar oder Neturei Karta -Signatur fallen, was wird erst mit der Vielzahl anderer unbewusster oder schwacher Juden geschehen?
Jetzt mit den Jahren erkennen zunehmend viele Juden die Falle der zionistischen כפירה. Was zu tun ist? Wir müssen es nur bekämpfen! Wir müssen gegen diese מסיתים ומדיחים Krieg führen, damit wir nicht mehr nach ihnen nachgeschleppt werden und dass wir keine Zweifel an unserer אמונה haben. Wir müssen fortfahren zu enthüllen und anzuprangern, was die Zionisten mit den Juden vorhaben.
Wir müssen für den Abbau und das Verschwinden dieser anti-Thora-zionistischen Entität mit ihrer ממשלת זדון (Herrschaft des Bösen) beten Als extreme und expansionistische nationalistische Bewegung ist es ihr Ziel das historische Palästina, daß sie das Große Israel" nennen, anzueignen und zu beherrschen, und das ohne Rücksicht auf Völkerrecht und straffrei aus Mangel an ein unabhängiges internationales Gericht.. Die Existenz dieser zionistischen Entität ist eine echte Blasphemie, die Zionisten denken nur daran, das Land der anderen zu stehlen. und die palästinensische Bevölkerung (aller Konfessionen) im Heiligen Land und sonst wo unglücklich zu machen im Namen der Juden!
Wir dürfen nicht vergessen, dass wir in גגות sind. Die Frage des Militärdienstes ist in der Tat störend für solche Juden, die nachdrücklich darauf beharren, unter der zionistischen Herrschaft mit ihren "Vorteilen" zu bleiben, statt dieses zionistische Dekret al Mahnung daran zu nehmen, daß wir uns im Exil und in der Zerstreuung befinden, sich von den Zionisten abzugrenzen wie unsere authentischen Rabbiner uns gewarnt haben.
Wenn Brüder und Schwestern meinen, dass ihr Platz während des Exils im Heiligen Land liegt, das von den Zionisten besetzt und beherrscht wird, geschieht dies auf eigene Verantwortlichkeit. Der Vorzug des Kampfes gegen die zionistische is כפירה ist, dass der Zionismus und seine Anhänger vor der ganzen Welt angeprangert werden ..., ein sehr teureres Vorteil. Abertausende von unsere Brüder und Schwestern sind wörtlich Geiseln in der zionistische Entität. Familien mit zehn und mehr Kinder haben weder die Mitteln noch ein gesicherten Ort wohin zu gehen, falls sie die Entität verlassen möchten. Unseres Erachtens ist das die Verantwortlichkeit der Rabbinern. Sie müßten eine Esra eine Thoramäßige Hilfsorganisation einrichten damit ehrliche Juden die es wollen sich in der Gola entfernen könnten von der zionistischen amalekische Unreinheit.
70 Senior Rabbis to Protest Parade to Celebrate Israel at 70
70 Senior Rabbis to Protest Parade to Celebrate Israel at 70
May 31, 2018 New York City
On Sunday, June 3, 2018, a distinguished group of 70 senior anti-Zionist Rabbis, including Holocaust survivors, representing Orthodox Jewish communities of New York, will be protesting the annual Celebrate Israel Parade in New York City, on its side lines on 71st St. between 5th and Madison Avenues, at 3:00 PM. The number 70 symbolizes the mourning of authentic Jews worldwide for the 70 years of the states existence
There is nothing to celebrate, said Rabbi Aron Jacobowitz, a spokesman for the group. The state is a catastrophe for Jews and for Judaism. The Zionist movement came to execute a transformation of Judaism from a religion to nationalism. The recent forced military draft, as well as the cruel oppression of protesters, is another stage in their attempt to force the remaining authentic Jews to take part in their actions, which are totally contradictory to the laws of Judaism.
Jews are forbidden to create a sovereign state or wage wars against other nations. Authentic Jewry never recognized the State of Israel and therefore cannot recognize Jerusalem as its capital.
The Zionist states claim to be a Jewish state is the worst kind of identity theft. The State of Israel is not Jewish at all, and its ongoing actions do not represent world Jewry. The ongoing crimes committed by the state against the Orthodox community prove once again that they dont represent the religious Jews living in the Holy Land, let alone those around the world.
All that our communities in the Holy Land want is to live in peace with their non-Jewish neighbours and practice and preserve the Jewish religion, as we did prior to the establishment of this political State of Israel. We do not desire power or domination.
The brutal suppression of public demonstrations is a violation of universal freedom of speech, and forcing Jews to join an army which is forbidden according to their beliefs, is a violation of freedom of religion.
The main banner of the event will read, Jews worldwide mourn 70 years existence of "Israel", a rebellion against the Almighty and a disaster for humanity and a number of respectable rabbis will address the gathering.
Rabbiner Dr. Raphael BREUER : Zwei Leuchten in Jisrael (1918)
Rabbiner Dr. Raphael BREUER
1881-1932
Zwei Leuchten in Jisrael
Anläßlich den fast gleichzeitigen Tod von Reb Chajim SOLOWEITZIK, Brisker Rav (1853-1918) und Rabbiner Dr. Moritz GÜDEMANN, Wien (1835-1918) publizierte die von Rabbiner HILDESHEIMER gegründete Zeitschrift Jüdische Presse, Berlin, eine Nekrologie (Hesped) worin beide Männer gleichermaßen alsLeuchten in Israel gepriesen würden. Eine lächerliche Geschmacklosigkeit wogegen Rabbiner Dr. Raphael BREUER protestiert.
Der Übel besteht darin daß Din undreformistisch-konservative wissenschaftliche Forschung wovon die Schlußforderungen grundverschieden waren als Kilaim in eine orthodoxe Zeitschrift erschien!
Dokument aus Jüdische Monatshefte Jahrgang 5, Heft 11 Seiten 318-321 in Beilage.
GÜDEMANN, Moritz - (1835-1918): Aus Deutschland stammender Gelehrter, ausgebildet am reformistischen Seminar in Breslau, der ab 1891 konservativer Rabbiner in Wien war. Er publizierte 1897 eine erste antizionistische Broschüre mit dem Titel "Nationaljudenthum", die den Gegensatz des Judentums als Weltreligion zum Nationalismus darlegte. Er wurde von Dr. Theodor HERZL und Dr. Max NORDAU in Wort und Schrift wiederholt scharf kritisiert.
Rabbiner Dr. Raphael BREUER: Religionsgesellschaft und Richtliniengemeinde (Teil 3)
Rabbiner Dr. Raphael BREUER
(1881-1932)
Religionsgesellschaft und Richtliniengemeinde (Teil 3)
Aus einem Cyclus von Vorträgen über das Wesen der jüdischen Gemeinde, die auf Wunsch des Vereins zur Förderung der Interessen der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt a. M. (אמת ושלום) dem Druck übergeben werden.
Den beiden Vorurteilen, die wir soeben behandelt haben, reiht sich nun ein drittes Vorurteil an, das noch viel schädlicher ist, als die beiden anderen, und zwar aus dem Grunde, weil bei diesem Vorurteil die Wissenschaft, die Geschichte als Kronzeugin des Irrtums herhalten muß. Dieses Vorurteil sucht den Austrittgedanken damit zu diskreditieren, daß es ihn seiner ganzen Vergangenheit beraubt, indem es das historische Datum seinerEntstehung kurzer Hand in die Mitte des19. Jahrhunderts verlegt. Samson Raphael Hirsch habe in den fünfziger Jahren des vorigen Jahrhunderts den Austritt erfunden, um mit seiner Hilfe die Zukunft seiner Gemeinde sicherzustellen. Nun ist es ja ohne weiteres zugegeben, daß in Deutschland erst seit dem Auftreten Hirschs die moderne Austrittsbewegung in Fluß gekommen ist, daß ferner Hirsch selbst, solange er in Oldenburg, Emden und Nikolsburg war, das Schwergewicht seiner rabbinischen Werk keineswegs auf die Propagierung des Austritts verlegte. Das beweist aber noch lange nicht, daß der Austrittgedanke so jung sei wie die Austrittsbewegung und berechtigt uns keineswegs, den Inaugurator der Austrittsbewegung zugleich als Schöpfer des Austrittsgedankens anzusprechen. Die Austrittsbewegung mag ein Kind des 19. Jahrhunderts sein. Der Austrittsgedanke ist so alt wie das Judentum. Es dürfte nicht schwer fallen, für die Richtigkeit dieser Behauptung den wissenschaftlichen Nachweis zu erbringen.
Im Schulchan-Aruch Jore-Dea steht ein Kapitel,dessen eingehendes Studium im Zeitalter der Richtlinien Jedermann angelegentlichst empfohlen werden müßte. Es ist der סי' של"ד הלכות נדוי וחרם Kap. 344 Vorschriften über den Bann. Gleich zu Beginn dieses Kapitel tritt uns eine Fußnote entgegen, die folgendes besagt: כל הדינים שבסמן זה אינן נוהגין כעת ונאסרו ע"פ חכמי התורה בזמננו מכח דינא דמלכותא ועי' בט"ז סוף סימן זה. Alle Vorschriften dieses Kapitels werden zur Zeit nicht praktisch angewendet, weil dies in unserer Zeit durch Thoragrößen untergesagt wurde auf Grund eines Verbots der staatlichen Behörde; vgl. Ture Sahab am Ende dieses Kapitels. Natürlich liegt es nicht in der Absicht dieser Randbemerkung, die Idee des Bannes als eine überwundene Sache hinzustellen; sie hat es bloß mit der praktischen Handhabung dieser Vorschriftin der Gegenwart zu tun; ihre theoretische Bedeutung wird dadurch nicht im geringsten beeinträchtigt. (Wir haben vielleicht später einmal Gelegenheit, darüber zu sprechen, was die psychologische Ursache ist, dasz wir uns unbehaglich fühlen, wenn von solch gruseligen Dingen, wie Bann, Exkommunikation u.dgl. die Rede ist. Es sei aber heute schon nachdrücklichst betont, daß die Unmöglichkeit der praktischen Ausführung eines Religionsgesetztes seine theoretische Bedeutung nicht im geringsten beeinträchtigt, daß in diesem Sinne auch die Vorschriften über den Bann nach wie vor in voller theoretischer Geltung stehen, ja bis auf den heutigen Tag die religiöse Praxis von כלל ישראלbeeinflussen und daß daher ein Gefühl der Indignation über das ewige Fortbestehen des Bannes nur als ein dringender Anlaß begriffen werden müßte, durch seelische Selbstzucht dem unserer תורהinnerlich näher zu bekommen.)
Worin besteht aber die ewige Bedeutung, welche diesen הלכות נדוי וחרם für alle Zeiten innewohnt? Um es mit einem Worte zu sagen: Sie sind ein ehernes Denkmal der autoritativen Gewalt, mit welcher das jüdische Religionsgesetz die Einheit des Judentums und die Einheit der Gemeinde gegen Verrat und Leichtsinn schützt. Unsere תורה ist nämlich gar nicht so tolerant, wie es diejenigen, die an dem Bestehen einer solchen Toleranz ein persönliches Interesse hätten, ihr andichten wollen. Im Gegenteil: das Judentum hat es von jeher, fern von jeder unberechtigten Toleranz, meisterhaft verstanden, seine Forderungen nicht bloß energisch zu verkünden,sondern ebenso energisch durchzusetzen. Welche Machtmittel standen aber unserer תורה zur Verfügung, um den Abfall vom Gesetz, wo immer er sich im eigenen Kreise zeigte, niederzukämpfen und damit die Einheit des Judentums und die Einheit aufrechtzuhalten? Zu diesen Machtmitteln gehörte vor allem der jüdischen Staat; Solange der jüdische Staat ein durch und durch religiöses Gebilde war, in welchem religiöse Verbrechen wie die Entweihung des Sabbaths u.dgl. ebenso abgeurteilt und geahndet wurden wie Diebstahl und Mord, konnte auch die Einheit des Judentums durch den religiösen Abfall der Einzelnen ebenso wenig aufgehoben werden, wie etwa einzelne Diebe und Mörder die Einheit des Menschentums alterieren. Erst von dem Augenblick ab, wo der jüdische Staat sich anschickte, ein dem Untergang geweihter Judenstaat zu werden, in welchen nach einem Worte Theodor Herzls die Geistlichen ebenso in ihren Tempeln festgehalten werden, wie das Berufsheer in den Kasernen festgehalten wird, wars auch mit der Einheit des Judentums vorbei: da rissen Spaltungen ein und griffen Sektenbildungen Platz und es kam der historische Augenblick, wo der Austrittgedanke das Licht der Welt erblickte. Denn nun nachdem die Machtmitteldes Staates verschwunden waren galt es Vorsorge zu treffen, daß die religiöse Integrität von כלל ישראל nicht angetastet werde durch das freie Spiel der Kräfte, in welchem fürderhin die Willkür, die Untreue, der Verrat des Einzelnen sich ausleben konnte. Der mächtige Schutzwall aber, der seit dem Untergang des jüdischen Staates die Einheit und was dasselbe ist die Reinheit des Judentums sicher stellte, das war der Bann. Hüten wir uns, die Idee des jüdischen Bannes wie etwas Abgelebtesin das Raritätenkabinett der jüdischen Geschichte zu verweisen! Denken wir an die unzähligen inneren Gefahren, die das Judentum in all den Jahrhunderten seit Aufhören des jüdischen Staates bedrohten: Gefahren, denen nur durch Anwendung der חרם-Institutionbegegnet werden konnte; denken wir an den großen Einfluß, den der Bann bis heute auf das religiöse Leben ausübt: an den חרם von רבינו גרשום, an den חרם von רבינו תם usw. und überlegen wir uns, ob man berechtigt ist, eine solche Einrichtung als eine vom Geiste der Neuzeit überholte, längst überwundene Sache zu bezeichnen! Wo wären wir heute, was hätten wir noch von unserer alten תורה in Händen, wenn die Weisen des Judentums, die Führer Jissroéls, dem Dogma einer falsch verstandenen Judentumseinheit die Idee des Judentumsreinheit geopfert hätten
Und heute? Welches Mittel haben wir in der Hand, um die Reinheit des Judentums zu schützen? Kein anderes als der Austritt. Muß sich das Judentum heute mit einem Male alles gefallen lassen? Die Gemeinden der Karäer, die nur die Göttlichkeit der mündlichen Lehre leugneten, wurden in Acht und Bann getan. Und wir wollten heute die Gemeinden der Richtlinienmänner, die auch die Göttlichkeit der schriftlichen Lehre leugnen, als jüdische Gemeinden anerkennen? Nein! Es wäre ein frivoles Spiel mit der jüdischen Wahrheit, Richtliniengemeinden den Charakter einer jüdischen קהלה zu belassen. Da ist nur energischer, flammender Protest am Platz. Jedoch kein Protest mit Worten! Mit Erklärungen, Resolutionen u. dgl. Ist blutwenig getan. Auch unsere Vorfahren haben sich den Karäern gegenüber nicht mit Resolutionen begnügt. Sie haben sich zu einer Tat aufgerafft, für die ihnen die spätesten Zeiten dankbar sind: sie haben sich getrennt. Was aber den Gemeinden der Karäer gegenüber geboten war, das ist heute gegenüber umso dringender geboten, je radikaler der Abfall der Richtlinien im Vergleich zum Abfall des Karäertums ist! .
Rabbiner Dr. Raphael BREUER: Religionsgesellschaft und Richtliniengemeinde (Teil 2)
Rabbiner Dr. Raphael BREUER
(1881-1932)
Religionsgesellschaft und Richtliniengemeinde (Teil 2)
Aus einem Cyclus von Vorträgen über das Wesen der jüdischen Gemeinde, die auf Wunsch des Vereins zur Förderung der Interessen der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt a. M. (אמת ושלום) dem Druck übergeben werden.
Für unser Thema ergibt sich daraus folgendes: Eine Richtliniengemeinde hört nicht auf, eine unjüdische Gemeinde zu sein selbst dann, wenn sich unter ihrer Mitgliedern eine Anzahl צדיקים befinden; und eine Religionsgesellschaft hört nicht auf, eine jüdische Gemeinde zu sein selbst dann, wenn sich unter ihren Mitgliedern eine Anzahl פושעים befinden. Der Charakter einer Gemeinde muß eben, wie gesagt, lediglich nach dem Prinzip beurteilt werden, das in ihrer Verfassung zum Ausdruck kommt. Wie sich die Einzelnen zum Judentum stellen, diese Frage scheidet bei der Beurteilung des Wesens einer jüdischen Gemeinde vollkommen aus.
Haben wir uns einmal diesem Unterschied zwischen Gemeinde und Gemeindemitgliedern gründlich klar gemacht, dann werden wir nicht mehr in Zweifel darüber sein, wie sich die Religionsgesellschaft und die Richtliniegemeinde zueinander zu verhalten haben. Gleichwohl rollen wir die Frage auf: War es nötig, die tiefe Kluft zu schaffen, wie sie zwischen Religionsgesellschaft und Richtliniengemeinde besteht? Hätte man die Einheit der Gemeinde nicht doch unter allen Umständen irgendwie aufrecht erhalten sollen? Diese Frage leitet zum Problem des Austritts über.
Wer über die Bedeutung des Austrittes sprechen will, darf an seine Aufgabe nicht herantreten, ohne sich vorher die Schwierigkeiten dieser Aufgabe klar gemacht zu haben. Zunächst gilt es einmal, mit einer Reihe von Vorurteilen aufzuräumen, die seit Jahr und Tag eine sachliche Auseinandersetzung erschweren, oft sogar verhindern.
Was in erster Linie die Behandlung unseres Themas erschwert, das ist ich möchte sagen ein Grundübel der menschlichen Natur, nämlich die Verquickung von Person und Sache, die vielleicht nirgendwo so viel Schaden anzustiften vermag, wie auf dem Gebiet des jüdischen Gemeindelebens. Daher kommt es, daß zartbesaitete Gemüter selbst vor der harmlosesten Besprechung des Austritts einen förmlichen Horror zu empfinden pflegen und zwar aus keinem anderen Gründe als nur deshalb, weil sie der Meinung sind, man könne unmöglich über den Austritt reden, ohne sofort persönlich zu werden. Nun ist es ja wahr: das jüdische Gemeindewesen ist ein Gebiet, auf welchem es wie es in ersten Band von Hirschs Gesammelte Schriften auf S.212 heißt gar oft auch dem besten, reinsten Willen, schwer, ja unmöglich wird, eine Aufgabe zu lösen, ohne die eine oder andere Persönlichkeit unsanft zu berühren. Sind es ja überall Menschen, welche die zu besprechenden Zustände tragen, und mittelbar oder unmittelbar fällt ein jedes Urteil über diese auch notwendig auf jene zurück. Damit ist aber auch zugleich eine scharfe Grenze gezogen zwischen eine Gefahr des Persönlichwerdens, die vermieden werden kann, und eine Gefahr des Persönlichwerdens die nicht vermieden werden kann, auch beim besten Willen nicht. Denn schließlich ist ja auch die Austrittfrage kein Rechenexempel, sondern eine Gesinnungsfrage. Überall aber, wo die Gesinnung und Handlungsweisen eines Menschen, also etwas rein Persönliches, in Frage steht, da wird auch der beste und reinste Wille Person und Sache insofern verquicken müssen, als hier das Sachliche identisch ist mit dem Persönlichen. Hätte man sich diesen Sachverhalt in dieser Frage auseinander gehaltenes wäre sicherlich viel böses Blut vermieden worden.
Nun hat sich aber aus der Schwierigkeit, Persönliches und Sachliches in dieser Frage auseinanderzuhalten, noch ein weiterer Irrtum ergeben, nämlich die Herabdrückung der Austrittsache zu einer Frankfurter Lokalangelegenheit, zu einer nebensächlichen, untergeordneten Aufgabe des Judentums, die den Kern, das Wesen des Ganzen nicht berühre. Es konnte nämlich nicht ausbleiben, denn es war vorauszusehen, daß je gründlicher in Wort und Schrift der Frankfurter Gemeindezwiespalt ausgetragen wurde und je weniger dabei die Erzeugung einer an und für sich überflüssigen, also naturgemäßen Kampfesgesinnung vermieden werden konnte, desto rascher ein Gefühl der Müdigkeit, die Sehnsucht nach Ruhe, nach Aufhören der Gegnerschaft sich einstellen werde. Wie aber könnte diese leidige Sache rascher erledigt und aus der Welt geschafft werden, als durch Ausgabe einer Parolen welche die Bedeutung des Austritts verkleinert, indem sie ihn aus der Zentrale jüdischer Gesamtheitsaufgaben in die Gemeindestube der Frankfurter Religionsgesellschaft verbannt!
Es ist nicht schwer, im einzelnen nachzuweisen, welch umfassende Bedeutung dem Austrittsgedanken für כלל ישראל zukommt. Heute wollen wir uns damit begnügen, festzustellen, daß der klassischer Vertreter dieses Gedankens, Rabbiner Hirsch ז"ל, in der aufrüttelnden, reinigenden Wirkung dieses Gedankens die ganze Zukunft des deutschen Judentums beschlossen sah. Gibt es doch auch in der Tat heißt an einer Stelle seiner Schriften (Ges. Schr. IV, 323) auch für unsere Zeit und für die seit mehr als einem halben Jahrhundert die deutsche Judenheit erfüllenden Krankheitszustände nach meiner tiefsten und ernstesten Überzeugung Heilung nur durch eine solche Scheidung, wie sie nun gottlob durch das Gesetz vom 28. Juli 1876 angebahnt sind. Wer es überhaupt mit der religiösen Wahrheit ehrlich meint, wem nicht alles Religiöse nur ein nichtsbedeutendes, beliebig durcheinander zu quirlendes Formenspiel ist, der mußeiner solchen Scheidung das Wort reden. Werden Austritt aufhält der ist מעכב unsere geistige גאולה. Mit welcher Berechtigung der Austrittgedanke als eine geistige גאולה für die gesamte deutsche Judenheit bezeichnet werden kann, dieses näher darzulegen, fällt, wie gesagt, nicht im Rahmen unserer heutigen Aufgabe. Es galt uns heute nur festzustellen, daß eine Betrachtungsweise, die im Austrittsgedanken so etwas wie eine Kinderkrankheit der Frankfurter Religionsgesellschaft sieht, über welche sie bei zunehmendem Alter allmählich hinauswachsen wird, der Gedankenwelt Samson Raphael Hirschs schnurstracks zuwiderläuft.
Rabbiner Dr. Raphael BREUER: Religionsgesellschaft und Richtliniengemeinde (Teil 1)
Rabbiner Dr. Raphael BREUER
(1881-1932)
Religionsgesellschaft und Richtliniengemeinde (Teil 1)
Aus einem Cyclus von Vorträgen über das Wesen der jüdischen Gemeinde, die auf Wunsch des Vereins zur Förderung der Interessen der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt a. M. (אמת ושלום) dem Druck übergeben werden.
Wir haben das letzte Malvon der Idee der jüdischen Gemeinde gesprochen. Wir haben gesehen, daß die jüdische Gemeinde nichts anderes ist, als ein verkleinertes Abbild der jüdischen Gesamtheit, von כלל ישראל. Daraus ergibt sich aber nun folgendes: Ebenso wie כלל ישראל mit seiner תורה steht und fällt, ebenso wird auch nur die Gemeinde als eine jüdische angesehen werden können,die sich mit ihrer Verfassung unzweideutig auf den Boden der תורה stellt. Nun kann aber sehr leicht folgender Einwand erhoben werden: Wo sind denn eigentlich die jüdischen Gemeinden, die solch hohen Anforderungen entsprechen? Seit wann wird denn die Welt von blutlosen Ideen beherrscht? Wie weit kommt man den im Leben, wenn man Zustände und Tatsachen anders nimmt und beurteilt als so, wie sie in Wirklichkeit sind? So vernünftig dieser Einwand klingt, so leicht kann er widerlegt werden.
Schauen wir uns einmal um unter den jüdischen Gemeinden, beschränken wir uns bei dieser Umschau auf die jüdische Gemeinen Deutschlands und fragen wir uns, welche von diesen Gemeinden in ihrer Verfassung die Idee der jüdischen Gemeinde verkörpern! Da begegnen uns in der Hauptsache vier Arten, vier Typen von Gemeinden.
Wir sehen da eine ganze Reihe vonGemeinden, die mit dem überlieferten Judentum mehr oder weniger gebrochen haben. Die Einrichtung der Gemeinde: Gottesdienst, Kanzel, Schule usw. haben den Boden der תורה verlassen. In der Synagoge steht eine Orgel. Das Gebetbuch ist nach modernen Bedürfnissen zurechtgestutzt. Auf der Kanzel predigt ein Rabbiner, der die Richtlinien unterschrieben hat oder sie hätte unterschreiben können. Man kann nämlich auch ein Richtlinienrabbiner sein, ohne die Richtlinien unterschrieben zu haben. Eine solche Gemeinde, die in den wesentlichen Merkmalen ihrer Verfassung mit der תורה gebrochen hat, kann selbstredend nicht mehr als jüdische Gemeinde bezeichnet werden. Sie ist gewissermaßen eine Judengemeinde, aber keine jüdische Gemeinde.
Wohl zu unterscheiden von diesen Reform- oder wie man heute sagen kann, Richtlinien-Gemeinden sind solche, in deren wohl von Zeit zu Zeit Reformbestrebungen sich geltend machen, jedoch ohne daß es diese Bestrebungen gelingt, die Verfassung der Gemeinde wesentlich zu beeinflussen. Diese Klasse von Gemeinden wird man ohne weiteres als jüdische zu betrachten haben, solange es eben den Reformbestrebungen in ihrer Mitte nicht gelingt, sich durchzusetzen und offiziell anerkannt zu werden.
Schauen wir uns weiter um in der deutschen Judenheit, so bemerken wir als dritten Typus eine beträchtliche Anzahl von Gemeinden, die so glücklich sind, religiöse Kämpfe in ihrer Mitte fast niemals, jedenfalls nicht in nennenswerter Weise erlebt zu haben. Das sind eigentlich die glücklichsten, gesündesten Gemeinden. Der Zusammenhang mit der Vergangenheit ist hier niemals unterbrochen worden. Die einzelnen Familien leben friedlich miteinander, Kampf und Hader ist ihnen erspart geblieben. Gewiß ist auch in solchen Gemeinden der religiösen Leichtsinn zuhause. Aber dieser Leichtsinn hat es niemals gewagt, auf die Gestaltung, auf die Verfassung der Gemeinde Einfluß zu üben. Er blieb auf das Privatleben der Einzelnen beschränkt; und so lange das der Fall ist, kann auch die Einheit der Gemeinde aufrecht erhalten werden.
Erst dann, wenn der Abfall von der Thora aus dem Privatleben der Einzelnen in die Gemeindestube hinübergreift, erst dann, wenn die Reform auch den Gemeindenorganismus, auch die Gemeindeverfassung infiziert, ist es mit der Einheit und dem Frieden der Gemeinde vorbei und es bildet sich mit innerer Notwendigkeit ein vierter Gemeindetypus heraus: die Religionsgesellschaft.
Bevor wir nun weitergehen zur Betrachtung des gegenseitigen Verhältnisses zwischen Richtlinien-Gemeinde und Religionsgesellschaft, müssen wir zunächst einem Mißverständnis vorbeugen, das wir soeben bei der Charakteristik des dritten Gemeindetypus bereits kurz gestreift haben, einen Mißverständnis, das in weiten Kreisen eingenistet ist und eine richtige Beurteilung jüdischer Gemeindeverhältnisse sehr zu beeinträchtigen pflegt. Man pflegt nämlich sehr mit Unrecht den Charakter einer Gemeinde allzu einseitig nach dem Charakter ihrer einzelnen Mitglieder zu beurteilen. Schuld an diesem verkehrten Urteil ist, so paradox es klingt, niemand anders als der vierte Gemeindetypus: die Religionsgesellschaft. Die Religionsgemeinschaft ist eine Protestgemeinde: sie protestiert schon mit der bloßen Tatsache ihrer Existenz gegen die Prinzipien des Abfalls. An diesem Protest werden aber in der Regel nur solche teilnehmen, die auch in ihrer privaten Lebensführung den Vorschriften der Thora zu entsprechen suchen. Es liegt nun auf Grund dieser Tatsache sehr nahe, den Begriff einer jüdischen Gemeinde so zu definieren, daß man sagt: eine Gemeinde ist dann eine wahrhaft jüdische Gemeinde, wenn alle ihre Mitglieder fromme Juden sind. Daßeine solche Definition nicht richtig ist, leuchtet doch wohl ohne weiteres ein, wenn man bedenkt, daß eine Gemeinde die aus lauter צדיקים besteht, noch niemals existiert hat, und, solange es schwache, zweifelnde, irrende Menschen gibt, wohl auch niemals existieren wird. Hüten wir uns darum, die Gemeinde mit ihren einzelnen Mitgliedern zu verwechseln! Gewiß, die Zukunft einer Gemeinde, ihre Lebensfähigkeit : die ist in erster Linie abhängig von dem religiösen Verhalten jedes einzelnen ihrer Mitglieder. Eine jüdische קהלה hat nur dann eine Zukunft, nur dann ist sie in Wahrheit lebenskräftig und lebensfähig, wenn sie es versteht, den Forderungen des Judentums auch in den Häusern der einzelnen Familien Geltung zu verschaffen. So gewiß aber auch das Schicksal einer Gemeinde auf dem religiösen Verhalten jedes einzelnen ihrer Mitglieder beruht, so gewiß trägt die Gemeinde die Merkmale ihres Wesens in sich selbst. Das künftige Schicksal einer Gemeinde hängt von ihren Mitglieder ab, jedoch ihr Charakter, ihr Wesen in der Gegenwart wird lediglich durch das Prinzip bestimmt, das in den Grundlagen, im Aufbau, mit einem Worte in der Verfassung der Gemeinde zum Ausdruck kommt. [Red. Bemerkung: Wir behalten uns vor, über dieses Verhältnis (Individuum und Gemeinde) eine gesonderte Darstellung zu geben, ebenso über die Konsequenzen des Austrittgedankens las Doppelkonfessionalisierung des Judentums]
דארף
דער מענטש זיך אליין בודק חמץ זיין, אויסרוימען, פארניכטן און פארטרייבן פון זיך
דעם אייגענעם יצר הרע, און זיך צוגרייטן, אז ער זאל קענען מקבל זיין די קדושה
פונעם יום טוב פסח.
עבודת
ישראל לשבת הגדול
א
רמז אויף דעם וואס מען דארף בודק זיין די טאשן, אז מען דארף זיך בודק צו זיין און
נאכקוקן דאס געלד וואס מען לייגט אריין אין די טאשן, צי דאס איז נישט ח"ו פון
גניבה אדער דורך א שווינדל. ווייל אויף דעם העלפט נישט קיין תשובה נאר אויב מען גיט
דאס צוריק צום אייגנטימער.
Dieser Sabbat, der den Monat Nissan einleitet, ist unter dem Namen פרשת החדש (Neumondsabschnitt) bekannt. Die Bedeutung dieser Benennung ist folgende: Da im Monate Nissan das heilige פסח-gefeiert wird und dieses ob seiner besonderen, heiligen Gebote großer Vorbereitungen bedarf, so besteht von jeher die Verordnung in Jissroél, beim Beginne dieses Monats den Abschnitt, in welchen die Satzungen und Vorschriften des Überschreitungssfestes vorkommen, dem Volke vorzulesen, dadurch werden alle auf die Wichtigkeit dieser Feier aufmerksam gemacht und an die notwendigen Vorbereitungen erinnert.
Aus: Erbauungsbuch Bibel- und Talmudschatz J.H. Kohn S. 23513.Auflage Hamburg 5691 1931
Zionistische propagandastunt in de kiem gesmoord in Antwerpen
Zionistische propagandastunt in de kiem gesmoord in Antwerpen
De zionisten gebruiken alles en wat dan ook voor hun propaganda, om in de media te verschijnen als beschermers van de "Joodse gemeenschap" en vooral om de staatsautoriteiten te dicteren wat ze moeten doen!
Nog afgelopen vrijdag in de stad Antwerpen, de dag voor Sjabbes, werd er vandalisme gepleegd door een jonge man, een moslimimmigrant die bij de politie bekend was vanwege het vandalisme.
Rondzwervend rukte hij een paar [1]מזוזותaf van de deuren van sommige huizen van Orthodoxe Joden en van Joodse leer- en gebedshuizen. Volgens een camera sloeg deze persoon ook een shtreimel af van het hoofd van een Jood. Volgens een zionistische site zou hij ook Joodse voorbijgangers hebben geduwd en bedreigd.
Jesjoeroen - Jodendom tegen zionisme veroordeelt deze daad van vandalisme, het schenden van die heilige rituele voorwerpen en verwerpt met kracht de tussenkomst van zionistische groepen bij de autoriteiten, net als hun privémilities op straat die eerder onzekerheid zaaien.
Inderdaad, daarna haastten zich de Zionisten via een van hun vertegenwoordigers (zij vertegenwoordigen niet de Joodse Gemeenschappen wiens leiding er goed zou aan doen om zich van hen te ontdoen) om in te grijpen bij de politie. De politie reageerde echter door te zeggen dat zij op de hoogte is van vandalisme en de situatie volgt, maar dat ze geen pvs hebben over bedreigingen en afslaan van hoofddeksels. De politie benadrukte ook dat het feit dat de man na 12 uur werd vrijgelaten, niet wil zeggen dat het dossier geen gevolg krijgt. Zie bijlage: http://www.gva.be/cnt/dmf20180211_03350826/vluchteling-viseert-joodse-wijk-interne-veiligheidsdienst-in-opperste-staat-van-paraatheid.
Als antizionistische Joden verwachten we van de politie en justitie dat ze hun werk goed doen en zich niet associëren met deze zionistische 'pissers', Mossad-agenten die voor onze gebedshuizen staan.
De vraag is waarom is dit gebeurd?
1)In alles wat ons overkomt, is het goed om de vraag te stellen waarom dit gebeurd is aan ons, Orthodoxe Joden, die zich niet bemoeien met de zionistische politiek. Vaak is het antwoord niet ver te vinden, we moeten eerst op zoek gaan naar het kwaad in ons, in ons kamp. Waarom in Antwerpen? Hoewel er in deze stad veel niet-zionistische Joden, zelfs antizionistische Joden wonen, is deze stad helaas ook een bastion van religieus zionisme. Het is vanwege de relatie die sommige Joden van ons hebben met de zionisten van Antwerpen of van de zionistische entiteit. Ons Volk had al last van deze slechte verbinding tijdens de Tweede Wereldoorlog
2)Dit feit is een van de gevolgen van de illegale zionistische bezetting in het bezette Palestina. De zionisten provoceren de Palestijnse inheemse bevolking die alleen haar rechten verdedigt. De zionisten verplaatsen het zionistisch - Palestijnse conflict over de hele wereld waar zich ze bevinden. Ze gebruiken veel de media, reisbureaus en "aliahkantoren, maar sommige regeringen in Europa, besmet door het virus van het zionisme, zijn handlangers van het zionistische regime en collaboreren met hem. Ze veroorzaken chaos in een land, beschuldigen de Joden bij de autoriteiten van dit land, en zo zetten ze druk op hen, net als de Mossad deed in Marokko, direct na de oprichting van de zionistische entiteit.
Waarom deze zionistische agitatie? Eén doel is om angst en onzekerheid in Joodse gemeenschappen te creëren om de aanwezigheid van de zionistische privémilitie genaamd "Shmira" te rechtvaardigen, wat eerder een bron van onzekerheid en ongezonde nieuwsgierigheid opwekt.
Het andere doel is om een groot aantal Joden naar de zionistische entiteit te sturen, waartoe het zionistische regime herhaaldelijk oproept; het demografische en desertieprobleem van het zionistische leger vereisen het.
Als we trouw zijn aan HaShem en Zijn Thora, zal HaShem Zijn staf niet sturen om ons te slaan, en kan de hond Amolek ons niets doen! Dus, laten ons zich afwenden van de zionisten die onrecht begaan tegen de Palestijnen met wie we vreedzaam leefden voor de komst van het zionisme!
[1]Kleine kokertjes met een perkament met verzen van de Thora die aan de bovendorpel van Joodse huisdeuren zijn opgehangen. Het is een gebod van de Thora. (Deuteronomium 6: 4-9: 11: 13-21)
Jüdische Monatshefte: Die Fluch der bösen Tat (1918)
Jüdische Monatshefte
JahrgangV, Heft 11
Die Fluch der bösen Tat
Dieser Aufsatz (Namen und Anschrift von der Redaktion gedeckt) mit als Titel einen Aphorismus von SCHILLER in Wallenstein verdeutlicht noch was im Aufsatz Der Israelit und die neue Zeit stand.
Die Kritik an das Wesen der Gemeindeorthodoxie ist eindeutig scharf:Zur Orthodoxie gehört eine Kampfstimmung, die der heutigen Generation abhanden gekommen ist. Siehe in Beilagen.
In der S.R. HIRSCH Biographie von KLUGMAN (S. 262-264) wird übrigens in Sache das Berliner Rabbinerseminars betont und überbetont wie viel und welche der bekannten deutschen orthodoxen Rabbiner dort ihre Ausbildung bekamen, bis die Anstalt von den Nazis geschlossen wurde, nahelegend daß deswegen jede Kritik mindestens unangebracht sei.
Wir erachten es als unsere heilige Pflicht, als Mizwa, die rabbinischen Texte von Jüdische Monatshefte allen zur Kenntnis zu bringen, zugänglich zu machen.
Jüdische Monatshefte : Der Israelit und die neue Zeit (1918)
Jüdische Monatshefte
Jahrgang V, Heft 11
Der Israelit und die neue Zeit
Dieser redaktioneller Aufsatz, sowie auch der nächster im selben Heft (der wir morgen veröffentlichen) Der Fluch der bösen Tat hat die falsch verstandene Einheit des Judentums als Gegenstand.
Auch ist es eine berechtigte Kritik sowohl an der viel abonnierte Zeitung Der Israelit sowie der organisatorische Gemeindeorthodoxie.
Isaac HEINEMANN (1876-1957), der liberaler Rabbiner worüber Der Israelit sich empört, migrierte 1939 nach Palästina und nahm dort eine Anstellung an der Hebräische Universität von Jerusalem an.
Der genannter Rabbinerseminar in Berlin, begründet durch Rabbiner Esriel HILDESHEIMER (1820-1899) und weitergeführt, vom konservativer Rabbiner David HOFFMANN (Hauptwerk Leviticus) galt, im Gegensatz zur liberalen Rabbinerseminar in Breslau in orthodoxe Kreisen als musterhaft.
Die Redaktion von Jüdische Monatshefte wies abermals daraufhin wohin es führt wenn man sich nicht entschließen kann, entscheiden will, das Trennungsprinzip Rabbiners Samson Raphael HIRSCH anzuwenden.
Der Israelit war zu jener Zeit schon durchdrungen von frommem Zionismus.
Heutzutage hat man leider die Bescherung, es herrscht der orthopraxer Zionismus. Wie ich mal belehrt wurde durch Rabbiner H. aus Aachen: Heute haben wir in Deutschland nicht mehr die Trennungsgemeinde von Raw HIRSCH, sondern die Einheitsgemeinde. Die Liberalen wollen auch Koscher essen, ihre Tawe ist zusammen zu beten mit ihre Frauen. Nachdem ich ihm gefragt habe wie es auszieht mit dem Zionismus, hat er das Gespräch abrupt abgebrochen.
Rabbiner Dr. Raphael BREUER: Das Hebräische (2.Teil)
Rabbiner Dr. Raphael BREUER
(1881-1932)
Das Hebräische (2.Teil)
Das Hebräische ist vor allem ein wichtiger Faktor der jüdischen Erziehung. Wir denken hierbei nicht bloß an das hebräische Sprachgewand der jüdischen Bekenntnisschriften, deren gründliches Verständnis genaue Kenntnis des Hebräischen voraussetzt, sondern auch an den Einfluß, den das Vertrautsein mit hebräischen Lauten, mit dem Geiste der hebräischen Sprache, auf die jüdischen Seelen ausübt. Ist ja die Sprache nicht bloß ein praktisches Werkzeug der Verständigung, sondern das wichtigste geistige Bildungsmittel, wodurch der Mensch erst zu einer geistigen Persönlichkeit wird. Unsere Sprachphilosophen sind uneinig darüber, ob die Sprache eine Erfindung des Menschen, eine göttliche Eingebung oder eine natürliche, unwillkürliche Entfaltung des menschlichen Wesens sei. Auch hier fand jüdische Weisheit das erlösende Wort: Den Vers Gen. 2,7 ויהי האדם לנפש חיה übersetzt der Targum mit והות באדם לרוח ממללא, es ward der Mensch ein redendes Wesen. Die edelste, vornehmste Manifestation des Menschentums ist die Sprache. Deren Pflege muß daher im Erziehungsprogramm an vorderster Stelle stehen; nicht als Selbstzweck sondern als Erziehungsmittel. Welche Stellung dem Hebräischen in der jüdischen Erziehung zugewiesen werden soll,kann deshalb nur davon abhängen, welches Ziel die jüdische Erziehung selbst verfolgt.Hier gerade nun gehen die Anschauungen auseinander.
Für die Orthodoxie wird immerdar der Ausspruch des ספרי zu Deut. 11,19 maßgebend sein: כשהתינוק מתחיל לדבר אביו מדבר עמו לשון הקודש ומלמדו תורה ואם אין מדבר עמו לשון הקודש ואינו מלמדו תורה ראוי לו כאלו קוברו שנאמר ולמדתם אותם את בניכם לדבר בם. Wenn das Kind anfängt zu reden, dann rede sein Vater mit ihm in heiliger Sprache und lehreihm Thora; redet er nicht mit ihm in heiliger Sprache und lehrt er ihm nicht Thora, dann ist es als ob er es begräbe, denn es heißt: lehrt sie eure Kinder, um davon zu reden. Beides soll also Hand in Hand geben: Kenntnis des Hebräischen und Kenntnis der Thora. Wer das eine vom anderen trennt, legt sein lebendes Kind in das Grab. Wenn das Wort des Sifri das Hebräische der Thora voransetzt, so liegt dem nur die unbestreitbare Notwendigkeit zugrunde, Kenntnis des Hebräischen zu vermitteln, damit ein gründlicher Thoraunerricht selbst ermöglicht werde. Nicht aber soll damit der hebräischen Sprache selbst, abgelöst von ihrem Zweck, irgendwelche Vorzugsstellung eingeräumt werden. Steht ja auch in dem erläuterten Verse die Pflicht des Thoralernens obenan. Ebenso Nehemia 13,24 f. Wenn hier gegeißelt wird, daß jüdische Kinder in fremder Sprache reden, ואינם מכירים לדבר יהודית, so wird das nur als Folgeerscheinung der jüdischen Mischehen getadelt. Und wenn in Jeruschalmi Sabbath 1,3 am Schluß dem ein Anteil an der künftigen Welt zugesichert wird, der im heiligen Lande Profanes in Reinheit genießt, in heiliger Sprache spricht und das Schma ließt morgens und abends, so geht auch aus dieser Stelle hervor, daß die hebräische Sprache nur dann ihren erzieherischen Zweck erreicht, wenn sie als ein Faktor unter vielen anderen dem religiösen Erziehungsprogramm des Thoravolkes sich einordnet. Von einer Hegemonie des Hebräischen in der jüdischen Pädagogik kann im Sinne der Thora keine Rede sein. Das sollten sich die Misrachisten und ihre orthodoxen Nachbeter merken.
Erzieherischen Zweck hat im Judentum auch der Gottesdienst. Auch bei ihm ist die sprachliche Form das Hebräische. Wie aber beim Thoralernen Kenntnis des Hebräischen nur als Mittel zum Zweck gefordert wird, so auch beim Gottesdienst. Auch hier soll die heilige Sprache nur ein Mittel zum Zweck, nur der Führer sein, die Gedankenwelt der Thora, aus welcher das jüdische Gebet quillt, in das Herz des Betenden geleitet.Jede andere Sprache läuft Gefahr, fremde Ideen in das Gebet zu mengen, besonders dann, wenn sie dem Betenden vertrauter ist als das Hebräische. Im Exil ist das Vertrautsein mit der fremden Sprache nicht zu meiden. Daraus ergibt sich die unsäglich schwere Pflicht, dem Ansturm des Fremden wirksam zu begegnen. Das hat schon der Talmud gesagt, wenn er Pessachim 87b bemerkt: לא הגלה הקב"ה את ישראל לבבל אלא ... מפני שקרוב לשונם ללשון תורה, Gott hat Jissroél nur deshalb nach Babel vertrieben, weil die Landessprache daselbst der Thorasprache nahe ist; ולא תשתכח תורה מהן מהר (Raschi), damit die Thora nicht rasch in Vergessenheit gerate. Es wird also vorausgesetzt, daß seine Berührung mit dem Geiste fremder Sprachen im Exil unvermeidbar ist und eben darum die Pflicht besteht, vor den Folgen dieser Berührung auf der Hut zu sein. Diese Abwehrpflicht ist schwer, aber möglich zu erfüllen. Das geht gerade aus der Stellung des Hebräischen im Gottesdienst hervor. Gegenüber dem hebräischen Taumel der Gegenwart muß nämlich mit allen Nachdruck betont werden, daß bei allem Wert, der das Judentum auf das Hebräische als die normale Sprachform des Gottesdienstes legt, unter gewissen Voraussetzungen und bei gewissen Abschnitten des Gottesdienstes auch fremden Sprachen den Anspruch auf subsidiarische Gleichwertigkeit erheben können. Vergessen wir nicht, dasz u.a. auch folgenden Sätze maßgebend sind:
אלו נאמרין בכל לשון פרשת סוטה וודוי מאשר קריאת שמע ותפלה וברכת המזון ושבועת העדות ושבועת הפקדון (Mischna Sota 32a)
יכול לקרותה בכל לשון ויזהר מדברי שיבוש שבאותו לשון וידקדק בו כמו בלשון הקודש. ( 62,2 א"ח)
יכול להתפלל בכל לשון שירצה וה"מ בצבור אבל ביחיד לא יתפלל אלא בלשון הקודש וי"א דה"מ כששואל צרכיו כגון שהתפלל על חולה או על שום צער שיש לו בביתו אבל תפלה הקבועה לצבור אפילו יחיד יכול לאומרה בכל לשון ויש אומרים דאף יחיד כששואל צרכיו יכול לשאול בכל לשון שירצה חוץ מלשון ארמי. ( 101,4 א"ח)
ברכת המזון נאמרה בכל לשון. (185,1 א"ח)
Ebensowenig wie die Reform berechtigt ist, aus diesen Sätzen irgendwelche Befugnis zur Verdrängung des Hebräischen aus dem Gottesdienste herzuleiten (vgl. im Horeb das Kapitel Sprache), ebenso wenig kann sich der hebräische Fanatismus der Gegenwart bei dem Götzendienst, den er mit der heiligen Sprache treibt, auf das jüdische Religionsgesetz berufen. Denn von jener absoluten Alleinherrschaft des Hebräischen, der z.B. selbst der Jugendunterricht in profanen Dingen unterworden werden soll, findet sich im jüdischen Religionsgesetz keine Spur. Gelänge es, aus der fremden Sprache den betrübenden Einfluß des Fremden derart zu bannen, daß jüdische Gedanken gefahrlos in ihre Form gekleidet werden könnten, dann wäre die Rücksicht auf bloß nationale Werte nicht stark genug, um der der fremden Sprache den Eintritt in das religiöse Heiligtum zu wehren. Das beweist die große Sympathie, die das Aramäische im Judentum genießt אל יהא לשון סורסי קל בעיניך שהרי בתורה הוא אמור ומאי ניהו יגר שהדותא.
Mag aber auch dieser Wunsch einer durchgängigen Hebräisierung des jüdischen Lebens hier und da von religiösen Absichten getragen sein, so dürfte man doch hierbei ein wichtiges Moment nicht übersehen. Heute ist das Hebräische zumeist noch die Sprache unserer Feierstunden. Beim Beten, beim Lernen, immer wenn unser Gedanken- und Gefühlsleben in dem Bereich des Heiligtums gehoben wird, drängt sich das hebräische Wort auf unsere Lippen. Nun sollten wir uns freilich immer im Kreise des Heiligtums bewegen. Hinter der idealen bleibt aber die konkrete Wirklichkeit in nicht geringem Abstande zurück. Soll nun trotzdem das Hebräische die Norm und jede andere Sprache Fremdsprache sein, so würde dieser Zustand unter den gegebenen Verhältnissen nichts anderes als eine voreilige Antizipierung eines idealen Zukunftsziels bedeuten. All das Falsche, Lügenhafte, Verdrehte und Verwirrte, das unser wirkliches Leben durchsetzt und vergiftet, würde mit einem Male in einem in einem unverdienten Glorienschein erstrahlen: das hebräische Sprachgewand, in das wir fortan unsere Gedanken und Gefühle kleideten, würde uns sachte über den meilenfernen Abstand hinwegtäuschen, der unser wirkliches Leben von seinem Idealbilde trennt. So vieles kommt ja über unsere Lippen, was mehr der Sprache Goethes, als der unseres Gottes entspricht.
Das Hebräische wird in unserer verwirrten Zeit immer mehr oder weniger eine täuschende Maske sein. Es verhält sichganz ähnlich wie es sich mit der altjüdischen Tracht verhält. Noch immer vermutet der jüdische Volksinstinkt hinter wallenden Schläfenlocken ein von Gedanken der Thora erfülltes Haupt; und er ist arg enttäuscht, wenn sich ihm das Gegenteil als wahr erweist. Das Gleiche gilt auch für die hebräische Sprache. Eine gute Eigenschaft haben die liberale Richtlinien: sie sind in deutscher Sprache erschienen. Auch in ihrer sprachlichen Form gleichen sie dem Geist, den sie begreifen, dem sie entstammen. Wie eine diabolische Maske stände ihnen das Hebräische zum Gesicht. Nun sie sich geben wie sie sind, erleichtern sie dem Volksinstinkte die Kritik.
Über die neuhebräischen Verzerrungen, die sich die heilige Sprache gefallen lassen muß unter dem Vorwand, dadurch zu einer in lebendiger Entwicklung begriffenen Sprache galvanisiert zu werden wäre in einem besonderen Aufsatz zu reden. Hier sei heute nur so viel gesagt, daß ein wirklich religiöses Gemüt, dem der Begriff לשון הקודש keine leere Floskel ist, in dieser Modernisierung des Hebräischen nur einen Beweis mehr für das Abflauen des religiösen Geistes auch im Kreise derjenigen erblickten wird, die sich dem Judentum innerlich sehr nahe fühlen, ohne zu merken, wie sie in ihrem dunklen Drange nach Erneuerung, Renaissance und wie all diese schönen Dinge heißen auf die seltsamsten Abwege geraten. Welchen Vorteil hat unsere Religion davon, wenn man z.B. das jüdisch-deutsche טעלעפאן durch das klassisch-hebräische תיליפוןverdrängt? Bloß Geschmackssache ist so etwas wirklich nicht.
R.B.
In: Jüdische Monatshefte Heft 6 S. 211- 217Ijar 5674 Mai 1914
Rabbiner Dr. Raphael BREUER: Das Hebräische (1.Teil)
Rabbiner Dr. Raphael BREUER
(1881-1932)
Das Hebräische (1.Teil)
Während die Reform das Hebräische aus ihrem Erziehungsplane zu verdrängen oder doch zumindest dorthin zu schieben sucht, wo es die Assimilation nicht zu hindern vermag, nimmt der Zionismus den entgegengesetzten Standpunkt ein: von ihm wird das Hebräische ganz nach vorn geschoben, dorthin, wo das Herz des jüdischen Volkes schlägt, wo der Puls des von Jissroéls nationaler Sehnsucht hämmert und nach langen, öden, lichtlos dunklen Zeiten, nach tausendjährigem ungestilltem Harren das jüdische Heimweh die nahe, herrlich schöne Erfüllung ahnt.
Dieser Gegensatz gibt zu denken. Er legt die Wurzelnder jüdischen Tageskämpfe bloß.Er führt in das Innere der Werkstatt hinein, wo sich geschäftige Hände mühen, den heiligsten Begriffen unseres alten Judentums den Glanz moderner, grell aufgetragener Farben anzutäuschen, die heiligsten Vorstellungen unseres jüdischen Bewußtseins umzuformen, abzuschleifen, zu vernichten.
Tausende von Juden sind zur Zeit von einem förmlichen Taumel des Hebräischen erfaßt. Anfangs war die zionistische Liebe zum Hebräischen eine zionistische Mode, mit der man sich auch sonst in die historischen Überbleibsel der jüdischen Antike vergrub. Man lernte Hebräisch, wie man jüdische Geschichte trieb, wie man mit der jüdischen Religion, ihrer Heroen und ihrer Märtyrern kokketierte. Heute ist das Hebräische turmhoch über alle sonstigen Elemente der jüdischen Kultur gestellt, heute ist es zu einem gellenden Feldgeschrei geworden, mit welchen kundige Strategen eine bunte Menge fanatisierter Schekelzahler zu wildem Kampfe wider die Hochburgen der Assimilation verlocken. Einst konnte das Hebräische von optimistischen Sehern für eine wirksames Mittel zur Auffrischung der religiösen Treue im zionistischen Heerbann gehalten werden, heute ist diese Hoffnung längst geschwunden; heute ist die heilige Sprache ein vulgäres Parteischiboleth geworden, welches die Gemüter erhitzt, die Leidenschaft zu wilden Entschlüssen aufpeitscht. Statt dem Zionismus zu ihrer Höhe emporzuheben, sinkt die heilige Sprache immer tiefer und tiefer zu seinen Niederungen herab. Es ist nun klar: das große Gewicht, das der Zionismus auf das Hebräische legt, ist nichts anderes als eines der zahlreichen Symptome, durch die er seinen Hang zur Assimilation bekundet. Auch die Zionisten sind Assimilanten. Das beweisen sie durch die Rolle, welche sie das Hebräische im nationalen Kampf Kulturprogramm des Zionismus spielen lassen. Diese Rolle haben sie der europäischen Kultur entlehnt. Der Sprachenkampf in Palästina war nichts anderes als eine hebräische Übersetzung des Sprachenkampfes der Czechen, Ungarn, Polen, Dänen. Niemals ist es dem Zionismus eingefallen, sich einmal nach der historischen Stellung umzusehen, die das Hebräische im Judentum inne hat. Nur an der europäischen Geschichte hat er sich orientiert, als er den Kampf um die heilige Sprache begann.
Umsomehr ist aber die Orthodoxie verpflichtet, nach der historischen Stellung des Hebräischen im Judentum zu fragen, und dafür zu sorgen, daß dieser hebräischen Taumel, dieser nationale Sprachfanatismus nicht auch ihre Reihen erfaßt. Das würde zu einer gefährlichen Infektion von unabsehbaren Folgen führen.
Von einem nationalen Sprachfanatismus kann im Judentum schon deshalb keine Rede sein, weil der Thora der Begriff des Nationalen im modernen Sinne durchaus fremd ist. Die Thora will die Menschen unter einem ewigen Gedanken einen, und nicht eher hat sie ihren Zweck auf Erden erfüllt, bis den Völkern wieder eine Sprache, geläutert von allen Schlacken des Irrtums, den Weg zum Namen Gottes weist, ihm mit einer Schulter zu dienen: כי אז אהפוך אל עמים שפה ברורה לקרא כלם בשם ד' לעבדו שכם אחד (Zephania 3,9). Jenes scharfe Herausarbeiten nationaler Eigenwerte, worin sich die nationale Kultur chauvinistisch betätigt, kann darum im Judentum unmöglich das Letzte, der Endzweck, der Sinn der Geschichte sein. Das gleiche gilt aber auch für die Sprache. Je mehr sie im Dienste nationaler Zwecke steht, desto eifriger arbeitet sie mit, die Menschen zu entzweien, die nationalen Schranken zu verstärken, die nationalen Grenzen zu verewigen. Nun soll auch das Hebräische der nationalen Idee in Sold gegeben werden. Gegen diesen Frohndienst muß sie sich auflehnen, wenn sie noch die Sprache des Judentums, die heilige Sprache des heiligen Volkes ist. Sie hat an der Verwirrung der menschlichen Sprachen keinen Teil. Daß einer nicht mehr die Sprache des anderen verstehe, ist ihr kein Segen, sondern ein Fluch des strafenden Gottes, der dem Aufruhr sündiger Menschen durch Zerreißen der sprachlichen Einheit rächt. Wäre auch sie gezwungen worden, sich in den Wirrwarr der Sprachen zu mischen, so wäre längst die heilige geläuterte Sprache nicht mehr, in deren göttlichen Lauten, als Gott die Sprachen verwirrte, die ewige Wahrheit ihre einzige Zuflucht fand.
So überflüssig es ist, die unvergleichliche Hoheit des Hebräischen ausführlich nachzuweisen, zu zeigen, wie das Judentum in seiner Sprache keine Ausdrucksform des nationalen Lebens sondern ebenso wie im Inhalt der Thora, so auch in ihrer sprachlichen Form ein heiliges Vermächtnis des heiligen Gottes verehrt (vgl. רמב"ן zu Ep. 30,13), so wichtig scheint uns ein Hinweis auf die Rolle zu sein, welches die hebräische Sprache im alltäglichen Leben des jüdischen Volkes selbst spielt, oder besser, zu spielen berufen ist.
In: Jüdische Monatshefte Heft 6 S. 211- 217Ijar 5674 Mai 1914
Rabbi Samson Raphael Hirsch Architect of Torah Judaism for the Modern World
By Rabbi Eliyahu Meir Klugman
I
n 1851, Rabbi Samson Raphael Hirsch left the chief rabbinate of Moravia, where over 50000 Jews where under his jurisdiction, to assume the spiritual leadership of the fledgling independent kehillah of Frankfurt-am-Main, which could then boast of no more than one hundred families. That move was to have dramatic consequences not only for the Jews of Frankfurt, but for all Western Jewry down to our day.
Armed only with the forces of his personality and the eloquence of his pen, Rabbi Hirsch almost single-handedly arrested fifty years of unbroken ascendancy of Reform in Germany. To young German Jews convinced that their Judaism was nothing more than an obstacle to the fruits of gentile society, now available to them for the first time, Rabbi Hirsch offered a vision of traditional Judaism of unsurpassed beauty and power. His philosophy of Torah Im Derech Eretz is an insistence that the Torah continues to provide the guide to every aspect of life, even after the fall of the ghetto walls.
The world of Rabbi Hirsch remains the world of most of us today: a world without the protective insularity of the ghetto, a world in which every Jew simultaneously lives in a broader gentile society. It was in the Germany of Rabbi Hirschs day that authentic Jewry first confronted the challenge of modernity. Rabbi Hirsch not only showed the way for his contemporaries, but remains the guide for us as well. His writings remain not only the first word but the last on a variety of issues that are still pertinent. Reform; Wissenschaft des Judentums, the precursor of the conservative movement; the attitude of Orthodoxy towards institutionalized heresy (the Austritt principle). He articulated a trenchant philosophy on the place of secular knowledge in a Torah life. It is impossible to read his prescient words without amazement that they were not penned today. They have lost none of their force with the passage of time, a fact attested to by the new editions of his works that continue to appear a hundred years after his passing.
Now, for the first time, a comprehensive biography covering every aspect of Rabbi Hirschs lifes work and struggles has appeared. Written by a direct descendant of Rabbi Hirsch, it will remain the authoritative biography for decades to come.
ArtScroll History Series 1996, illustrated 427 pages
Tens of Thousands of Jews do not accept Jerusalem as Capital of the Zionist entity
Tens of Thousands of Jews do not accept Jerusalem as Capital of the Zionist entity
From our Fraternal Organisation Israelversus Judaism
Tens of Thousands of Jews do not accept Jerusalem as Capital of State of Israel
January 3, 2018
On Saturday night, December 9, 2017, the Satmar Hasidic community, the largest Hasidic community in the world, celebrated the 73rd anniversary of the rescue of their founder, Rabbi Joel Teitelbaum, from the clutches of the Nazis. The day was marked with two separate massive events: the Brooklyn branch, under the leadership of Rabbi Zalman Leib Teitelbaum, gathered at Pier 36 in Manhattan, while the upstate New York branch, under the leadership of Rabbi Aaron Teitelbaum, gathered at the New York Expo Center in the Bronx. Each event drew a crowd of more than 20,000.
Rabbi Joel Teitelbaum was a major rabbinic leader in pre-WWII Hungary, and when he stepped onto Swiss soil on December 6, 1944 it gave his followers new hope of rebuilding their lives and their all-but-destroyed world. The rabbi was one of 1,684 Jews who were spared the gas chambers thanks to hefty bribes given by the Jewish community to top S.S. officers in Hungary.
He and his followers soon made Williamsburg, Brooklyn their new home and set to work founding schools, synagogues and other institutions of Hasidic life. From mere a handful in the late forties, the Satmar community has grown to a movement of approximately 150,000 families today, with major centers in Williamsburg and Kiryas Joel, NY, as well as branches in Montreal, London and Jerusalem.
The annual celebration of Rabbi Joel Teitelbaum's rescue has, over the years, become something like an annual convention for the sect at which members gather to hear speeches about their founding principles. The gathering also serves as a fundraiser for Satmar's system of private schools, which are attended by about 20,000 children in Brooklyn alone, and 200,000 worldwide.
Both current leaders delivered keynote addresses in which they declared that religious Jews do not recognize Jerusalem as the capital of the State of Israel, just as they do not recognize the entire State of Israel as a Jewish state.
Text of speech by Rabbi Zalman Leib Teitelbaum Leader of Satmars Brooklyn Branch
Everyone has been following the news about Jerusalem and, unfortunately, there are Jews who are happy over this desecration of the most holy place, When the Kings Palace is being used as a symbol of the heretical state. With words of blasphemy and heresy they rejoice with this rebellion against G-d, which has been going on already for 70 years.
We have to remind ourselves of the Rebbes powerful weeping at the time of the Zionist war of independence, When he was in Boro Park (Brooklyn) And they told him that the United Nations passed the resolution for the [Zionist] state, a shuddering seized him he couldnt come to himself he couldnt believe That G-d would put the Jewish people to such a test. Now they are making it bigger by taking Jerusalem, the Holy City.
We pray on every festival Because of our sins, we have been exiled from our land. The Temple was destroyed and we were forbidden to ascend the Temple site. We pray every day: Build Jerusalem, the Holy City, soon in our days. They are taking that Jerusalem and making it a symbol of rebellion against G-d - and Jews can rejoice over that???!!! Have pleasure from that? and feel grateful towards those who recognize Jerusalem as the capital of the [Zionist] state something which everyone agrees can lead to bloodshed, may G-d protect us all. This is a terrible rebellion against the non-Jews, which is forbidden by the Torah. But at the same time, they know that this can bring heavy consequences, yet they still feel grateful for to the one who recognized it.
Here we see the result of those who integrated themselves into the state, those who accept their funding and take part in everything they do. Once one is under the influence of their bribes, He doesnt hear anymore, he doesnt see anymore how they are bringing down the entire Jewish people. He is so sold out to them that at the same time as he sees them bringing about danger he expresses his gratitude for recognizing Jerusalem as the capital.
Text of speech by Rabbi Aaron Teitelbaum Leader of Satmars Upstate Branch
Everyone knows what happened this week in the political world regarding Jerusalem, the Holy City.
The name Jerusalem means fearing G-d. Zionism means the opposite: uprooting the Holy Torah and uprooting the fear of G-d. Jerusalem and Zionism are a total contradiction.
We proclaim today to the whole world, in the name of the entire religious Jewry: Jerusalem is holy. Jerusalem is the Holy City. It is not the capital of the Zionist state! It makes no difference to us what anyone proclaims, even if he is the President of America. We know that the President of America, seventy years ago, the President at that time, in 1948, recognized the State of Israel as a Jewish state, but religious Jewry didnt accept his recognition. It didnt interest us what the American President did for his political reasons. It didnt make any impression on us when the American President in 1948 recognized the State of Israel, and it doesnt make any impression on us, when the American President in 2017, 70 years later, makes an announcement about Jerusalem the Holy City. We dont recognize the State of Israel, nor do we recognize that Jerusalem should be the capital of the State of Israel. Even if all the nations of the world were to say, that Jerusalem has something to do with the State of Israel, that doesnt change the Torah one iota.
For Jews who walk in the light of the Torah, it makes no difference whatsoever, what the American President says about Jerusalem. For Jews who follow the Torah, Nothing has changed, because of the words of the leader of one country, or the leader of any other country. We have only the words of Torah.
We are waiting for the true redemption, when Jews will be redeemed from this exile by G-d Himself, when He sends the messiah, and not through our own physical power. Only a redemption by G-d Himself.
We proclaim to the whole world: the Zionist state is a Satanic power, and whoever increases its honor, is increasing the honor of the Satan. That means: that last week there was unfortunately an increase in the honor of the Satan. That should hurt for every religious Jew every religious Jew who wants to see the uplifting of G-ds honor, who hopes for the honor of G-d to be increased in His world. If anyone feels happiness or pleasure from the announcement last week, it is a sign that he has Zionist leanings and he has anti-Torah views, G-d forbid. It is clear that whoever is happy with the success of Zionism, will not be privileged to rejoice in the true joy when the messiah comes.
An erlikher Jew of Brooklyn criticizes the view of Rabbi SHAPIRO of Natruna concerning Jerusalem
This presentation is a vast improvement over the usual Brooklyn Hassidic ways of discussing these issues. On the other hand, he made a few technical mistakes and contradictions that the average listener probably did not even notice. And of course he forgot to emphasize that nothing of the Holy Land has anything to do with the establishment of the Zionist state, whether Jerusalem, Tel Aviv or Haifa.
Finally, I am terribly disappointed that Shapiro and others seems to intentionally exclude condemnation of the RELIGIOUS Zionists and their wicked fake rabbis and religious stooges, whose adherence to Zionism has a much worse and more toxic effect, and are much more reactionary than the secular Zionists.
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The same Jew criticizes also the orthodox Jews in Jerusalem who are struck, arrested because they won't serve in the army!
We Will Not Serve in Your Army! Orthodox Jews in Jerusalem beaten, Arrested for Refusing Draft
This second link aggravates me to no end. The phony orientation of these so-called anti-Zionist Jews is to exclude their OWN PARTICULAR community from military service while continuing to calmly live and prosper under Zionism. There is no such rational view to advocate that this sector of Jews are too holy to contribute to the Zionist army while other Jews who are equally not allowed to serve in the Zionist army are excluded because they arent as holy.
There is no such Jewish belief, and no such rationale to claim that hundreds of thousands of orthodox Jews (whose claim to represent all Orthodox is not true) can live in the Zionist state and benefit from all its services, expecting the Zionist regime to surrender to them, and to constantly provide them with all benefits at no cost at all!!
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A second anti-Zionist Jew, Dovid FELDMAN of Neturei-Karta, said the following regarding Jerusalem.
Rabbi Dovid Feldman against the Trump declaration on Jerusalem, Dec. 10, 2017
Jewish people opposed the occupation of Palestine from the very beginning. It was in ten 1930s, before the creation of the State of Israel.
When the politics began, when the Zionists came into the region, Rabbi SONNENFELD at the time, wrote an article in one of the Arabic newspapers, it was called, Peace and Truth, in which he wrote he was the chief Rabbi of Palestine clarifying that the Jewish people have no demand over any place holy and sacred by the Muslims.
In 1947, a year before the creation of the State of Israel, Rabbi Dushinsky, the chief Rabbi at that time, wrote a written testimony to the United Nations meeting in Jerusalem, and I quote, We furthermore wish to express our definitive opposition to a Jewish State in any part of Palestine. He was ignored by the United States at the time.
Several months later, Rabbi Dushinsky sent a telegram to the United Nations, and laid success that at least leave Jerusalem free, and that request was respected. This is how Jerusalem was kept for decades. Jewish leaders, the Jewish communities worldwide, opposed the creation of the state and still do.
The philosophy of Zionism is not only causing a catastrophe for the Palestinian people, it is a true disaster for the Jewish people as well. What it has done to our people it attempts to transform Judaism from a religion into nationalism, uprooting all sacred holiness of our religion. Shame!
The concept of creating a sovereign homeland for Jews happens to be totally forbidden according to Judaism, since according to our belief, we are in Exile and we are forbidden to end Exile by any physical means. But on top of all, all these crimes against the Palestinian people, all this bloodshed, expulsion of its people and oppression of those people still remaining, its totally criminal, not just in International Law, but in Jewish Law itself.
We are standing here after hearing this news regarding Jerusalem, we plaid with the President of the United States of America: please, rethink this policy, because this is not only escalating violence, this continuing this terrible occupation which is not in favour of anyone involved in the conflict.
We are witnessing bloodshed, rivers of bloodshed from all sides of the conflict. Why? Just for this political movement, that is criminal and anti-religious, and anti-Jewish.
We pray for that beautiful peace that did take place in Palestine, prior to this political conflict, that beautiful peace should be an example for us all, and we pray to the Almighty God, to spare us all, and to have that peace once again in the Holy Land in Palestine and in Jerusalem.
Ultimately, we pray for the glory of the Almighty to be revealed throughout the universe, all mankind together will serve the One God in peace and harmony.
Natruna Kritik an Presseerklärung der amerikanische Agudath Israel
Natruna Kritik an Presseerklärung der amerikanische Agudath Israel
NATRUNA kritisiert Presseerklärung der Amerikanische Sektion der Aguda welche die Trump-Entscheidung über Jerusalem bejubelt.
NATRUNA erinnert daran daß der Satmarer Raw in Wa Joèl Mausche erklärte daß wenn man anfängt mit Götzendiener auf guten Fuß umzugehen es auf die Dauer kein Unterschied mehr gibt in der Zustimmung. Leider bewahrheitet es sich.
Der Chillul HaShem ist riesig groß, wenn es verübt würd von fromm gekleidete Thoratreue Juden.
Aus seinem Kommentar zur Wochenabschnitt Wajechi (2)
Kap.49 V 1-2 Jaakob berief seine Söhne und sprach: Sammelt euch alle in einem! Ich möchte euch sagen, was euch in der Hinterlassenschaft der Tage treffen wird. 2. Haltet zusammen und höret, Söhne Jaakobs! Und höret auf euren Vater Jissroél!
Kap. 49, V 1-2 הקבצו ושמעו! Diese beiden Worte des sterbenden Vaters tragen die ganze jüdische Geschichte bis zum אחרית הימים. Materiell seid ihr בני יעקב, eine machtlose Minorität. Weil ihr aber eine so machtlose Minderheit seid, הקבצו, haltet zusammen, wachset ineinander, lasset euch nicht zerfallen, im קבוץ, in der Eintracht liegt eure Stärke; und שמעו בני יעקב; nur durch eins kann die materiell schwächste Minderzahl der stärksten Majorität den Sieg abgewinnen, es ist der Geist, es ist שמעו, es ist die Hingebung an Geistiges darum: שמעו בני יעקב! Habet ein Ohr, habet Sinn fürs Geistige, durstet nach Geistigem, wie das Wort in seiner Tiefe heißt (שמע ist das geistige צמא), schöpfet, drinket gerne Geist! Dies ist das Testament unseres Vaters Jakob. Eintracht und Geist, darin erkennt er Stärke und Leben seiner Kinder, und wenn der Durst nach Geist in euch wach wird, so habet keinen anderen Durst als nach den Überlieferungen eures Vaters Jissroél ושמעו אל ישראל אביכם,! Der Trunk aus dem jüdischen Born des Geistes und einträchtiges Zusammenhalten, dahin lautet das älteste Vermächtnis unseres sterbenden Vaters und das ruft uns noch das späteste Prophetenwort zu: והאמת והשלום אהב (Secharja 8,19).
V. 7 Fluch darum ihrem Zorne, denn er ist zu stark, und ihrer Ausschreitung, denn sie war zu hart. Verteilen will ich sie in Jaakob und zerteilen in Jissroél.
V.7 Es ist von tiefster Wichtigkeit, daß hier sofort, bei der Grundlegung des jüdischen Volkes, jede, wäre es selbst im Gesamtinteresse, das Sittengesetze und das Recht vermehrende Ausschreitung mit Fluch belegt wird. Alle anderen Staaten und Völker vindizierten sich das Prinzip, daß das Gesamtinteresse alles heiligt, List und Gewalt, die im Privatleben mit Verachtung und Galgen bestraft würden, für vermeintliches Staatswohl geübt, mit Bürgerkronen und Lorbeer zu belohnen seien, das Sittengesetz nur fürs Privatleben gelte, Politik und Diplomatie aber nur den Kodex des Interesses kennen dürfen. Das Grundvermächtnis des jüdischen Volkes belegt hier selbst für das gerechteste Ziel im Gesamtinteresse geübte List und Gewalt mit Fluch und verewigt die Lehre, daß selbst im Gesamtleben und für die Gesamtheit nicht nur die Ziele, sondern auch die Mittel und Wege rein sein müssen.
Es wird jedoch nur ihr אף und ihre עברה mit ארור belegt. Der Fluch trifft weder sie noch ihr Streben an sich.
אחלקם ביעקב ואפיצם בישראל.חלק : teilen, nicht in der Absicht, ein bisheriges Ganzes zu schwächen, vielmehr: verteilen eines Wertvollen, damit so viele als möglich Anteil daran erhalten.
הפיץ , פוץ hingegen: ein Zerteilen in möglichst kleine Teile, damit ein bisheriges Ganze nicht mehr als solches beisammen sei.
יעקב: die Galutherscheinung des jüdischen Volkes, gedrückt, verfolgt.
ישראל: die durch Gott gewonnene siegreiche Erscheinung des jüdischen Volkes.
Demnach: die Gefahr für das Gesamtwohl durch Schimeons und Lewis übergroße Heftigkeit ist nur in der Blütezeit des Volkes vorhanden, wo es eine mächtige Gesamtheit bildet, die leicht durch den Einfluss zweier solcher, von glühendem Kraft- und Gesamtgefühl erfüllter, kompakter Stämme hingerissen werden könnte. Darum in ישראל:אפיצם , im blühenden jüdischen Staat sollen sie zerteilt werden. Wie auch geschehen. Lewi erhielt gar keinen Anteil am Lande, und seine Existenz war durch מעשר lediglich auf das freie Wohlwollen jedes einzelnen hingewiesen. Es war ja der jüdische Zehnte, im Gegensatz zu dem späteren und heutigen Zehnten der Kirche und der Gutsherrschaft, durchaus ממון שאין לו תובעים eine Abgabe, zu welcher der Bodenbesitzer allerdings verpflichtet war, auf welche aber kein Lewite einen direkten Anspruch hatte. Der Verpflichtete konnte den Zehnten jedem aus dem Stamme Lewi geben, der ihm beliebte, und keiner konnte von ihm fordern. Schimeons Gebiet war ganz eine Enklave von Juda und lachte ihn völlig von diesem mächtigen Stamme abhängig. Somit war für die Zeit der Blüte Schimeons und Lewis politischer Einfluss völlig paralysiert. Allein im Galuth, wo die Wucht des Geschickes alles niederbeugt, und die Nation selbst auseinander gerissen ist, da liegt die Gefahr, daß alles Selbstgefühl verloren gehe und der Druck jede geistige Kraft ertöte. Auf daß selbst der als Hausierer vagierende Jude auf den europäischen Gassenbuben mit stolzer Selbstgefühl hinab blicke, und er, zu Boden gedrückt und über die Erde hingestreut, das Selbst- und Gesamtgefühl sich bewahre, dazu אחלקם ביעקב, dazu war es höchste Wohltat, daß die Zerteilung der Stämme Schimeon und Lewi im jüdischen Staate die natürliche Folge hatte, daß als der Staat in Trümmer ging und die Nation nach allen Gegenden hinzerstreut wurde, in dieser Zerstreuung überall sich auch Söhne Schimeons und Lewis befanden, die die Kraft und den Mut, das Feuer und den edlen jüdischen Stolz durch die Pflege des den Staat überlebenden jüdischen Geistes wach und lebendig erhielten. Zu dem Kern der jüdischen Lehrer der Jugend und der Wissenschaft, kommentiert ein alte Überlieferung, stellen jederzeit die Stämme Schimeon und Lewis das bedeutendste Kontingent. משמעון סופרים ומשנים בבתי כנסיות ומשבט לוי בתי מדרשות שהיו עוסקין .בתורה Lehrer der Schrift und der Mischna in den Synagogen von Schimon, und von Levi Lehrhäuser, wo das Studium der Thorawissenschaft gepflegt wird (ב"ר צ"ח).
V.10 Nicht wird weichen Herrscherstab von Jehuda und Gesetzeschreibgriffel zwischen seinen Füssen hinweg, bis daß sein scheinbar letzter, schwacher Sprössling kommt, und ihm dann, dem männlich starken, altersschwach die Völker zufallen.
V. 10 Es kommt also die Zeit, wo der jüdische Geist an seinem Ende scheint, und dem gegenüber die Menschheit alt und stumpf geworden ist, hat alles durchgelebt, fühlt, es muss ein neuer, regenerierender Geist kommen, und den wird der letzte Spross aus Juda bringen.
V. 11 Er bindet an den Weinstock sein Füllen, an die edle Rebe seiner Eselin Sohn; er hat in Wein sein Gewand gebadet, im Traubenblut seinen Mantel;
V. 11 Jakob sieht als משיח und wie sieht er ihn? Er sieht den Menschheitsretter, den Völkerüberwinderer, nicht zu Ross, sondern auf jungem Esel. Esel ist überall, als Lasttier, Repräsentant, des friedlichen Wohlstandes, der friedlichen nationalen Größe, während Rosse die kriegerische Macht repräsentieren. So wird unter allen unreinen Tieren nur der Esel herausgegriffen, und durch פטר חמור die Weihe des ganzen beweglichen Besitzes auszudrücken. Es ist dasjenige Tier, das ruhigen Schrittes den Menschen und seine Güter trägt. So sollte die jüdische Königsmacht nicht in Rossen ihren Ausdruck finden. Dem jüdischen König war verboten להרבות סוס. Sollte derjüdische König ja auch erstלאחר ירושה וישיבה, nach völliger Eroberung und gesicherter Besitznahme des Landes, also ausdrücklich nicht zunächst zu kriegerischen Zwecken, erwählt werden und dürfte eben darin die Versündigung des Volkes zu Samuels Zeiten gelegen haben, daß sie einen König zur Landesverteidigung gefordert, wie Samuel ihnen Kap. 12, vorwirft: ותראו כי נחש מלך בני עמון בא עליכם ותאמרו לי לא כי מלך ימלוך עלינו וד' אלקיכם מלככם!
Darum erscheint hier der einstige wirkliche, wahrhaftige, Jissroél und der Menschheit erlösende König auf בני אתונו, עירו. Zwei hervorstehende Züge treten hier im Bilde der zu erwartenden kommenden Zeit hervor. Der König der Menschheit reitet nicht auf einem Rosse sondern auf einem Esel: es kommt also als König des Friedens; und er bindet sein Tier an Weinstöcke. Wenn man das Tier, und noch dazu עיר, das geweckte, mutige Füllen, an Weinstöcke bindet, so ist das ein Zeichen von einer unendlich gesteigerten Entwicklungspotenz der Natur (die Weinstöcke stämmig wie unsere Bäume) von übergroßem Wohlstand und Überflüsse. Überfluss in unendlich gesteigertem Segen der Natur, und Friede in der Menschenwelt, das sind ja die beiden Merkzeichen, die überall im Munde der Propheten diese endliche Zeit charakterisieren. Solange das friedliche Tier nicht in seine Würde eingesetzt ist, die Führer der Menschheit vielmehr auf kriegerischen Rossen erscheinen, und solange man die Tiere nicht an Weinstöcke bindet, so lange sind wir noch sehr fern von der zu erwartenden Regenerierung der Natur und Menschenwelt. (Vergl. über den jüdische König und משיח Jeschurun VI, 127 ff.).
Einen Beweis für die Richtigkeit unserer Auffassung dürfte die Stelle Secharja 9, 9 liefern: freue dich sehr und jauchze; denn siehe, dein König kommt dir, er ist ein צדיק und einנושע : er ist kein מושיע; משיח kommt nicht, um zu helfen, sondern in seinem Beispiel uns zu lehren, wie uns geholfen würde; er ist ein Mensch dessen Größe darin besteht, daß er in so eminenter Weise gerecht ist daß ihm um seiner Gerechtigkeit willen Gott hilft, Gott ihm zum Siege verhilft. Er ist ferner עני, erscheint ohne Zivilliste, und endlich nicht als Kriegsheld, sondern רוכב על חמור, als Bringer des Friedens und des Wohlstandes, das bezeichnet חמור und speziell wiederholt: auf einem Füllen, Sohn von Eselinnen. Es ist dies sehr eigentümlich. Es scheint: er ist רוכב על חמור, aber nicht aus Armut, sondern der חמור ist עיר בן אתונות. Er hat, während andere Könige ein Marstall voller Rosse haben,אתונות, ein Zucht von Tieren friedlicher Beschäftigung; das Tier, das ihn trägt, ist ein aus seinem Friedensreichtum erzogenes Tier. So auch hier: בני אתונו ,עירה. Das letzte schwache Ende (שילה) stellt sich plötzlich (ולו)männlich da, und ihm gegenüber erklären sich die Völker bankrott.
כבס וגו'. Er sieht diesen letzten Sprössling Judas sein Kleid ist rot, aber nicht von Menschenblut, Traubenblut hat es gefärbt
V. 15 Er hat eingesehen, daß Muße das Gute sei, und daß dafür den Boden entsprechend; darum hat er seine Schulter zum Tragen geneigt und sich zum Tribut des Ackerbaues hingegeben.
V.15 Die Bezeichnung eines Idioten durch עם הארץ datiert aus einer späteren Zeit, in welcher längst der ruhige, Müsse gewährende Bodenbesitz für den Juden bereits verloren war, in welcher die Wissenschaft und die Geisteskultur sich in den Städten konzentrierte, der Jude auf dem Lande sporadisch wohnte und fern von den Herden der Bildung, unter der Last seiner Arbeit geistig und sehr häufig auch sittlich verkümmerte. In תנ"ך ist עם הארץstets die Volksgemeine in edler Bedeutung.
V.27 Binjamin wird den Wolf zerreißen, am Morgen schon zehrt er ein Stücken aber am Abend wir er ihn als Beute verteilen.
V.27 Es hätte etwas Herbes, wenn hier den jüngsten Sohn, mit dem er scheidet, nur als einen reißenden Wolf zu schildern gewusst. Wenn Jakob aber hier zuletzt an einem Wolf denkt, so ist es ja der letzte Blick, den er auf seine Herde wirft. Er hat ja zwanzig Jahre lang den konkreten Wolf für seine konkrete Herde zu fürchten gehabt und sieht nun jetzt seine Kinder, hat sie gesegnet, hat sie in ihrer Eigentümlichkeit für den ganzen Lauf der Zeiten erkannt und gezeichnet, und sein letzter Blick hat so eben auf dem Ende der Zeiten, auf der Überwindung der letzten Weltmacht מלכות רביעית geruht; er sieht das Galuth und die Galuthmacht, gegen welche seine Kinder den Kampf zu bestehen haben werden, und spricht: der Allerkleinste, der Allerjüngste, der wird es sein der den Wolf (das ewige Amalek) von der Jakobsherde scheucht; schon am frühen Morgen, am Anfange der Nationalgeschichte wird er dem Wolf schon ein Tüchtiges versetzen, am Abend der Zeiten aber wird er ihn vollständig vernichten. Ist es ja Überlieferung, מסורת אגדה, daß der Erzfeind, Amalek, nicht durch Juda, sondern durch die schwächste Macht der Söhne Rachels überwunden werden wird. אם לא יסרבום צעירי הצאן (Jirm. 49,20) die Jüngsten der Erde werden sie als Beute dahinschleifen. עד von עדד verwandt mit חתת, zerbrechen, ein abgerissenes Stück, ein abgerissenes Stück
Kap. 50 V 2 Josef befahl seinen Dienern, den Ärzten, seinen Vater einzubalsamieren, und die Ärzte balsamierten Jissroél ein.
Kap 50 V.2 Dem Juden bleibt die Seele, der Körper wandert; er hat, sobald die Seele in den Kreis der Ihrigen heimgegangen, mit dem Individuum nichts mehr zu tun. Vielmehr ist es מצות, ihn sofort in möglichst nahe Berührung mit der auflösenden Erde zu bringen. Er wird wieder Erde und mag dann alle möglichen Wandelungen irdischer Körper durchmachen. Der Egypter glaubt an Seelenwanderung und sucht den Körper vor möglicher Wanderung zu schützen. Der Jude glaubt an eine ewige persönliche Existenz der Seele und gibt den Körper der irdischen Wandelung hin.
Die Ärzte balsamierten Jissroél: standesgemäß! Einem ächtjüdischen Begräbnis kann man gottlob nicht ansehen, ob ein Reicher oder Armer zur Erde bestattet wird, wohl aber, ob er נפטר בשם טוב, oder schon בחייו קרוי מת gewesen.
Kleines antizionistisches Vademecum aus seinem Kommentar zu ובנחה
השיבנו : Hilf uns, daß wir im gewöhnlichen Leben zu Dir in wahrerתשובה zurück
kehren, dann werden wir auch die Rückkehr zur nationalen Selbständigkeit im
Lande der Väter wiederfinden, eine Rückkehr, die wir aber ausschließlich aus
Gottes Händen zu erwarten haben, der ja auch der alleinige Schöpfer unseres
einstigen nationalen Geschickes war.
Jissroéls Gebete übersetzt und erläutert von Samson Raphael HIRSCH 2. Auflage Verlag Kaufmann Ff/M. 1906 S. 195
Die rabbinische Zeitschrift Jüdische Monatshefte Rabbiner Dr. P. KOHN analysiert in Heft 9 ihres 7. Jahrganges im Geleitwort die Lage infolge der Geschehnisse in 1919-1920, für die historische Agudas Jißroel.
Wir haben das Goluß in wechselvollsten Erscheinungen erlebt. Wir wissen vom Goluß Mizrajim und vom Goluß Bowel, wir wissen unendlich viel vom Goluß Edaum zu erzählen. Zu den Leiden der Geula scheint es zu gehören, daß wir nun auch das Goluß unserer eigenen Brüder, daß wir das zionistische Goluß zu schmecken bekommen. Und es ist seelisch schlimmer als alle anderen.
Die jüdische Nation im Antichambre des Zionismus, um für Thauroh und Awaudoh Licht und Luft zu erbetteln: es ist wirklich Zeit, daß Moschiach kommt.
[ ] Die jüdische Nation zieht das Goluß Edaum immer noch dem jüdischen Goluß vor.
[ ] Rücksichtslose Bekämpfung des Misrachi als gefährlichsten Gegners der in der Thora souveränen jüdischen Nation.
[ ] Schon in Kattowitz hatte Rabbiner BREUER נ"י in seiner berühmten Eröffnungsansprache als einer der Aufgaben von Agudas Jißroel die Bekämpfung des Zionismus westlicher wie östlicher Prägung verkündet. Es stünde vieles besser um Agudas Jißroel hatte man damals schon die in dieser Ansprache gewiesenen bahnen mutig und folgerichtig betreten. Keinen Augenblick früher wird der Zionismus den legitimen Ansprüchen der organisierten Orthodoxie Beachtung schenken, als er Anlaß hat, die organisierte Orthodoxie zu fürchten. Das verlorene Liebeswerben um Misrachi hat der Orthodoxie schwersten Abbruch getan. Möge im neuen Jahr Agudas Jißroel sich auf den Boden der Tatsachen stellen: um die Seele der jüdischen Nation ringen heute Agudas Jißroel und Zionismus. Dieser Kampf muß ausgefochten werden. Biegt Agudas Jißroel diesem Kampf aus, grabt sie sich selber das Grab. - -
De aankondiging door de president van de Verenigde Staten van Amerika over de erkenning van Jeruzalem als hoofdstad van de zionistische entiteiten verhuis van de Amerikaanse ambassade aldaar lokt heel wat reacties uit.
De heer Trump, een gewiekst zakenman maar dilettant politicus, voert de opdracht uit waartoe de AIPAC en de Saudi-Arabische Lobby in de VS hem verplicht.
Voor Thoratrouwe Joden verandert er niets ten gronde:De zionistische heerschappij over Palestina,het heilig Land, is een zware overtreding tegen de goddelijke decreten inzake Ballingschapen schending van het internationale Recht. Voor ons is en blijft Jeruzalem de heilige stad en is de Trump-beslissingtotaal nietig.
Ongewild is deze geëigend om illusies over vrede en onderhandelingen teniet te doen en de Weerstand tegen het zionisme te versterken.
Kiddusch HaShem wahre Einheit des Torahtreuen Judentums
Kiddusch HaShem wahre Einheit des Torahtreuen Judentums
De litwische Lernanstalt Tiféress Jaakow in Jeruscholoim wendet sich in Gola an Satmarer chassidische Gemeinschaften für budgetäre Hilfe nachdem sie eingesehen hat wie schädlich es ist zionistische Subventionen zu beanspruchen.
Nach seiner Rückkehr aus den Vereinigten Staaten wartete die zionazistische Polizei der Vertreter von Tiféress Yaakow bei der Landung auf. Gleich beim aussteigen aus dem Flugzeug wurde er als sei er ein Terrorist in Ketten gelegt und anschließend ein brutales Verhör und schweres Einschüchterungsversuch unterzogen.
Siehe in Beilage das Faksimile der Bitte um Hilfe die gerichtet an die Antwerpener Juden.
Aller Anfang ist schwer aber dieses leuchtende Zeugnis zeigt, mit Gottes Hilfe, das Teschuvah durch schrittweise Abkehr von der Kollaboration mit die zionistische Instanzen möglich ist. Wir beten HaShem daß dieses Beispiel Vorbildwirkung haben möge in weiterem jüdischem Kreis.
Rabbiner Dr. Raphael BREUER ז"ל: Der talmudische Zionismus
Aus Jüdische Monatshefte Jahrgang 5 Heft 12
Zu lesen als Beilagen
Wir beabsichtigen, in Wochenabschnitte verteilt, die Schrift Das Nationaljudenthum ein Wahnjudenthum (1903) von Rabbiner Dr. Raphael BREUER zu veröffentlichen.
Der einzelne ist schwach und sterblich, schon
hienieden unsterblich und stark ist nach dem Ausdruck des Talmuds nur die
Gesamtheit[1], darum sind die höchste
geistigen und sittlichen Güter nicht dem einzelnen, sondern der Gesamtheit zu
tragen und zu vertreten übergegeben, jeder ist verpflichtet, sichdem Gemeinwesen seines Wohnortes
anzuschließen und dessen Obliegenheiten und Aufgaben nach besten Kräften mit
Vermögen und Tätigkeit gründen, erhalten und fördern zu helfen[2]. Insbesondere gehört die
Gründung und Unterhaltung aller zur Erfüllung der religiösen Pflichten, des
Unterrichts und der Wohltätigkeit erforderlichen Anstalten zu den ersten
Obliegenheiten eines jeden jüdischen Gemeinwesens[3], und eine umsichtige,
uneigennützige, gewissenhaften tätige Beschäftigung mit den Angelegenheiten der
Gemeinde zählt zu den höchsten jüdischen Pflichten. Alle, die sich mit dem
Gemeinwesen beschäftigen, sollen es in reinster, uneigennützigster Weise zur
Erfüllung göttlichen Willens tun, dann steht ihnen dasVerdienst der Vorderen bei und ihr eigenes
gerechtes Wirken bleibt für ewig[4].
Derselbe Geist aber, der die
jüdische Gesamtheit eines Ortes zu einem religiösen Gemeinwesen gestaltet, das
die Aufgaben und Zwecke der Lehre, des Gottesdienstes und der Wohltätigkeit[5] mit vereinigten Kräfte
anstrebt, hat auch in größeren Gemeinden innerhalb des größeren Verbandes zu
kleineren, freien Vereinigungen, Chebroth, geführt, welche dem größeren
Gemeinwesen in seine Leistungen für religiöse und humane Zwecke vertretend und
ergänzend zur Seite stehen.Dieses
Streben der Vereinigung für religiöse und humane Zwecke ist im talmudischen
Judentum uralt und hat von je die hingebendste Pflege gefunden[6]. So gab und gibt es
Talmud-Thoravereine für den religiösen Unterricht der Kinder der Unbemittelten
oder für die gemeinschaftliche Selbstpflege des Thorastudiums,Zedaka- und Gemiluthchassodim Vereine für
die mannigfaltigsten Zwecke der Wohltätigkeit, der Krankenpflege, der
Leichenbestattung, u.a.w.In größeren
Gemeinde hatten oft die verschiedenen Arbeiter und Gewerbsklassen ihre
besonderen Vereinigungen zur gemeinschaftlichen Pflege des Gottesdienstes, der
Lehre und der gegenseitigen Unterstützung, Vereinigungen, die nach vollendeter
Tagesarbeit statt des Wirtshausbesuches Gelegenheit zum Gottesdienst undzu moralischer und religiöser Belehrung
boten, und haben alle diese, mit opferfreudiger Hingebung, lediglich religiösen
und humanen Zwecken zugewandten Vereinigungen die jüdische Kreise unter den
traurigsten Zeitverhältnissen vor der Verkommenheit eines Proletariats bewahrt
und bis in die unterste Schichten den Sinn für geistiges und sittlichen
Interesse wach gehalten.
_______________
Wir glauben, uns auf die hier
gegebenen Auszüge, die sich leicht verzehnfachen ließen, beschränken zu dürfen,
wir halten sie für jeden unbefangenen, einsichtsvollen Leser für genügend, um
sich ein richtiges, vorurteilsfreies Urteil über Geist und Tendenz der
talmudischen Lehren bilden zu können. Wir glauben in der Annahme nicht zu
irren, daß ei jedes staatliches Gemeinwesen sich glücklich schätzen dürfte,
wenn seine Angehörigen ihr Einzel-Familien- und Gesamtleben, sowie ihre
Beziehungen zu Fürst und Obrigkeit von den, dem Geiste dieser talmudischen
Lehren entsprechenden Grundsätzen durchbringen und leiten lassen, und das
Bekenntnis zu den Lehren und Grundsätzen des Talmuds nicht eben das wertloseste
Angebinde sei, welches von den Söhnen des Judentums jedem Gemeinwesen
mitgebracht werde, das ihnen die Pforte zum Eintritten in sein Gesamtleben
öffnet.Das allgemeinste Interesse der
öffentliche Wohlfahrteines jeden
Gemeinwesens kann nur dadurch gewinnen, wenn seine jüdische Angehörigen
fortfahren, ihre religiösen Überzeugungen, sowie ihr privates und bürgerliches
Leven von dem Geiste der talmudischen Überlieferungen tragen und bestimmen zu
lassen, und bedeutet es wahrlich keinen Fortschritt, wenn in so manchen
jüdischen Kreisen der Gegenwart das Band der Anhänglichkeitan das talmudisch überlieferte Judentum
gelockert erscheint, und eine Vertrautheit mit dem Talmud und seinen Lehren
nicht mehr in dem Unterrichts- und Erziehungsplan der Jugend und in dem
Geistesleben der Alten die ihr gebührende Stelle findet.
Gewiß hat das jüdische Volk noch
nicht das Ideal sittlicher Pflichttreue in allen seinen Angehörigen, so wenig
ausnahmslos wie irgend ein anderes Bekenntnis in seinen Angehörigen, erreicht,
gewiß gibt es auch gewissenlose, unrechtschaffene Juden.Allein deren Gewissenlosigkeit und
Unrechtschaffenheit ist nicht eine Folge der talmudisch-jüdischen
Bekenntnisses, sondern ein schreiender Widerspruch gegen dasselbe, und auf den
Charakter des jüdischen Bekenntnislehren schließen wollte, ginge ebenso fehl
wie der, welcher die haarsträubenden Verbrechen im Christentum geborenen
Menschen gegen Leben, Sittlichkeit und Eigentum, von den fast jedes Blatt der
allerneuesten Zeitgeschichte zum Entsetzen aller Zeitgenossen zu berichten
weiß, auf Rechnung der christlichen Glaubenslehre zu schreiben sich zu erkühnen
wagte.
Anerkannte christliche Gelehrte,
die zu den wenigen gehörten denen ein wirkliches Verständnis des Talmuds zur
Seite stand, sind daher sowohl in alter als neuer Zeit für den Talmud gegen
dessen Verlästerer mit dem Nachweis eingetreten, wie deren vermeintliche
Anklage nur entweder auf bewußter Entstellung oder auf kläglicher Unkenntnis
beruhten, eine Unkenntnis, welcher das immer gravierendem Vorwurf bleibt, ohne
genügende Kenntnis den Stab über ein Werk zu brechen, dessen Verurteilung
zugleich über Leben und Wohlfahrt hunderttausender mitlebender Zeitgenossen den
Stab brechen heißt.Aus älterer Zeit
leuchtet namentlich Reuchlin hervor, der im Anfange des sechzehnten
Jahrhunderts durch seine überzeugungswarmen Darlegungen den Talmud vor
Vernichtung rettete, welche ihm die, wie Melanchton sagte, nur auf das Lösegeld
der Juden spekulierenden Machinationen des Apostaten Pfefferkorn angedroht
hatten.Aus neuester Zeit sei der
Professor Dr. Franz Delitsch genannt, welcher die Anklagen des Talmudfeindes
Rohling in ihrer vollendeten Nichtigkeit nachwies, und ebenso eine von dem
langjährigen Zensor, Revisor und Translator in hebraicis, Carl Fischer in Prag
hinterlassene, in Wien 1883 erschienene Gutmeinung über den Talmud, in
welcher der Verfasser sein eigenes, für die Reinheit, hohe Nützlichkeit und
Bedeutsamkeit des Talmuds eintretendes Urteil mit zustimmenden Auszügen aus den
Schriften einer großen Reihe anerkannter christlicher Gelehrten belegte. Als
besonders bemerkenswert heben wir aus seine Nachweisen nur das eine hervor, daß
die talmudischen Schriften einstens in der katholischen Kirche in einem so
großen Ansehen standen, daß Papst Clemens V verordnete, dieselben den
Christenvorzulesen.
Vielleicht gelingt es auch uns,
mit diesen Auszügen aus den talmudischen Schriften zur Zerstörung der noch
immer herrschenden Vorurteile gegen den Talmud und gegen die Bekenner des auf
den talmudischen Überlieferungen stehenden Judentums einigen Beitrag zu liefern
und eine gerechte Würdigung des Talmuds und seine Bekenner anzubahnen.
fgihh
Quelle: S.R. HIRSCH: Gesammelte Schriften Band VI
Frankfurt am Main 1912
(Erschien als Broschüre im
Jahre 1884
[1] Themura 15b. Jalkut Amos 9.Sebachim 88b und sonst.
Wenn es etwas gibt, worüber ein klägliches Vorurteil verbreitet ist, so ist es die Stellung der Frauen im jüdischen Altertum. Die herabwürdigende Meinung, die man sich von der Stellung der Frau unter den Völkern des Orients gebildet hatte, übertrug man ohne weiteres auch aufGerechtigkeit widerfährt, in welchem dasSchriften des talmudischen Altertums. Wir verzeichnen auch hierüber einige Sätze.
Das weibliche Geschlecht hat Gott mit einer größeren geistigen Begabung bedacht, darum erlangt es seine geistige Reife früher als das männliche[1].Bei nationalen Kalamitäten, wie während der ägyptischen Sklaverei, waren es die Frauen, die Mut und Besonnenheit nicht verloren, tröstend uns aufrichtend den Männern zur Seite standen und durch ihren Verdienst die endliche Erlösung herbeiführten[2].Ebenso bei den größten nationalen Versündigungen, bei dem goldenem Kalbe und den Kundschaftern (2 B.M. K.32 4 B.M. K. 13), waren es die Frauen, die sich nicht mit in die Verirrungen der Männer hineinreissen ließen, die, wie der Ausdruck lautet, aufrecht hielten, was die Männer niederrissen[3].Das den Frauen von Gott Zugesicherte ist daher noch größer als das den Männern Verheißene, und zwar wegen ihres erzieherischen Einflusses auf die geistig-sittliche Heranbildung der Kinder und Fortbildung der Männer[4]. Das Haus, das ist die Frau[5]. Reich ist, wer eine wackere Frau hat[6].Wer keine Frau hat, dem fehlt alles[7], er hat keine Freude, kein Segen, nichts Gutes, keine Wissenschaft, kein Behagen, keinen Frieden[8]. Wer keine Frau hat, ist kein ganzer Mensch[9].Wem seine Frau stirbt, dem wird die Welt dunkel, dessen Schritte werden kürzer (es fehlt ihm die Freundin, aus deren Billigung und Beifall er Zuversicht in seinen Unternehmungen schöpfte), dessen Vorhaben werden hinfällig (es fehlt ihm die Beraterin, die ihn mit ihrer Einsicht unterstützte[10]. Keinem stirbt ein Mann so ab wie der Frau, und keinem stirbt eine Frau so ab wie dem Manne[11].
Diesen Anschauungen gemäß ist denn auch die Behandlung und die Stellung, die die talmudische Lehre für die Frauen in Anspruch nimmt. Wer seine Frau liebt wie sich selbst und sie ehrt mehr als sich, seine Söhne und Töchter im rechten Wege erzieht und sie jung verheiratet, von dem sagt die Schrift (Hiob K.5, V.24): du weißt, daß deinem Zelte Frieden ist[12]. Jeder schone die Ehre seiner Frau, denn nur durch die Frau wohnt Segen im Hause.Ehret eure Frauen, dann werdet ihr zu Wohlstand kommen. Ist deine Frau klein, so beuge dich nieder und höre, was sie dir sagt. Sei nie schroff gegen deine Frau und mußt du ihr einmal entgegentreten, so nähere immer die Rechte an während die Linke zurückweist. Hüte dich vor Kränkung deiner Frau, ihre Träne ist leichtgeweckt und ihrer Kränkung nahe[13].Nie sei der Mann ein gefürchteter Tyrann in seinem Hause, wer sich übermäßig gefürchtet macht, veranlaßt leicht große Verbrechen.Was du deinen Hausleuten zu sagen hast, sage ihnen in Ruhe[14]. Wie aber die talmudische Lehre den Mann gegen die Frau verpflichtet, so spricht sie auch die Pflicht der Frau dem Manne gegenüber aus[15].Liebe, Verschwisterung, Friede und Freundschaft sollen nach dem vom Talmud in unsern Hochzeitssegnungen niedergelegten Ausspruch zwischen Mann und Frau in der Ehe walten[16]. Sind Mann und Frau das, was sie sein sollen, so wie sie sein sollen, so wohnt Gott bei ihnen[17].
Das talmudische Eherecht ist von der tiefsten Weisheit, von der stärksten Einsicht in die menschliche Natur im allgemeinen, in die Eigentümlichkeiten der Geschlechter, in die mannigfachen Verhältnisse des Ehe- und Familienlebens, wie von der umsichtigsten und vorsichtigsten Erwägung alles dessen getragen, was einem glücklichen Gatten- und Familienleben förderlich oder hinderlich sein könnte, und spricht dies namentlich in den rabbinischen, d.i. von den Rabbinern getroffenen Rechtssatzungen aus.Auch in diesem Eherecht bekundet sich die zarteste Rücksicht für Frau und Tochter. Wir heben beispielsweise nur zwei Bestimmungen hervor. Die eine lautet: die Frau steigt mit dem Manne hinauf, aber nicht hinab[18], d.h. wo die rechtlichen Ansprüche der Frau hinsichtlich ihrer Lebensgewöhnungen und Leistungen zur Entscheidung stehen da sind - wenn nicht von vornherein darauf verzichtet worden- wenn die Gewohnheiten ihres elterlichen Hauses und Familienkreises die höheren sind, diese, wenn aber, die Gewohnheiten des Mannes die höheren sind, diese maßgebend. Und ferner, beispielsweise, wenn das vom Vater nachgelassene Vermögen nicht ausreicht, um Söhne und Töchter zu versorgen, so hat man die Töchter zu ernähren, die Söhne aber der anzusprechenden Mildtätigkeit zu überweisen[19].Überhaupt aber geht bei allen Unterstützungsfragen, z.B. aus Wohltätigkeitskassen, das weibliche Geschlecht dem männlichen vor, immer gilt der Grundsatz, daß das weibliche mehr vor etwa beschämender Erniedrigung zu schützen sei[20], und gehört die Ausstattung unbemittelter Mädchen zu den gepriesensten Zwecken jüdischer Wohltätigkeit[21].
Das Gebot: ehre Vater und Mutter findet in der talmudischen Lehre die eingehendste Erläuterung und einen weitreichenden Inhalt.Wir verzeichnen auch hier nur einige wenige Sätze.Nicht auf die Pflicht der Dankbarkeit gründet sich dieses Gebot, daß die Pflicht der Kinder etwa durch das Maß dessen bedingt wären was die Eltern etwa aus Unvermögen wenig oder gar nichts für die Kinder getan, oder wenn schließlich die Kinder so glücklich waren, die Wohltäter der Eltern zu werden. Nicht die Pflicht der Dankbarkeit, das Gebot Gottes ist der Boden der Elternehre, Gottes, der für Eltern eine Ihm zu zollende nahekommende Ehrerbietung und Ehrfurcht fordert, und in der den Eltern zugewandten Ehre seine Verehrung erblicken will[22]. Den unverbrüchlichsten Gehorsam fordert diese Pflicht, der nur seine Grenze an dem Gott schuldigenden Gehorsam findet, wenn etwas Eltern etwas von Kindern forderten, was dem göttlichen Gebote zu wieder wäre[23], und das ehrfurchtvollste Benehmen, das nie widerspricht, unaufgefordert nicht einmal bestätigt, überhaupt nichts darein spricht, wenn die Eltern reden, das sich nie ein unehrerbietiges Wort gegen Eltern oder über Eltern erlaubt, das sich zu beherrschen weiß, wenn selbst die Eltern dem Kinde das größte Unrecht, den größten Schaden, die größte Schaden, die größte unverdiente öffentliche Beschimpfung zufügten u.a.w. Einer der talmudischen Weisen brachte bei Versprechung dieser Pflicht im Lehrhause sich zum Beispiel, daß er seiner alten Mutter bei deren ins Bettsteigen und Aufstehen immer mit seinem Rücken als Fußschemel diene.Hat sie dir, erwiderten seine Kollegen, schon einmal einen vollen Geldbeutel in deiner Gegenwart ins Wasser geworfen, und du hast ehrerbietig geschwiegen?![24] Und diese den Eltern schuldige Pflicht des Gehorsams, der Ehrfurcht und Ehrerbietung ist nicht auf die Zeit der Kindheit, der Jugend beschränkt, selbst dem Manne, dem Greifen bleibt diese Pflicht unverändert und wird selbst dem Manne, dem Greise bleibt diese Pflicht unverändert und wir selbst durch den Eltern Tod nicht aufgehoben[25].Anderseits werden Eltern erinnert, den Kindern die Erfüllung dieser Pflicht nicht zu erschweren und namentlich erwachsene Kinder nicht zur Versündigung zu reizen[26].Auch für die ältere Brüder, Stiefeltern und Schwiegereltern wird im Anschluß an die Pflicht der Elternehre ein ehrerbietiges Benehmen in Anspruch genommen[27].
Dem Vater liegt die Pflicht ob, seine Kinder durch die Erziehung und Unterricht die für ihr religiöses und bürgerliches Leben erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten erwerben zu lassen, und ihnen nach Kräften zu einer eigenen selbständigen Hausesgründung zu verhelfen[28]. Mit ernster Warnung werden Eltern erinnert, keinen Unterschied zwischen ihren Kindern zu machen und keinem der Vorzug zuzuwenden und werden auf die verhängnisvollen Folgen hingewiesen, welche die geringe seidene Verbrämung an Josefs Gewand hatte, mit welcher der Vater ihn vor seinen Brüdern auszeichnete[29]. Und nie sollen Eltern schroff gegen ihre Kinder sein, auch dem Kinde gegenüber soll die Rechte immer annähern, wenn sie die Linke genötigt zurückzuweisen[30]
(Fortsetzung folgt)
Quelle: S.R. HIRSCH: Gesammelte Schriften Band VI Frankfurt am Main 1912
Mass rally against the Balfour Declaration Day in London
November 2, 2017
Several hundred rabbinical leaders and their followers from the UK with some of them coming from the United States, Israel and Europe held an anti-Zionist rally today November 2, during Israeli Prime Minister Benjamin Netanyahus visit to London to mark the 100th anniversary of the Balfour Declaration.
London - Balfour Day
Text of speech delivered by Rabbi Avigdor Galandauer at at the mass anti-Zionist rally in front of 10 Downing St. In London during the visit of Israeli Prime Minister, to celebrate the 100th Anniversary of the Balfour Declaration.
Why have we all come here today, people from near and far took the efforts to make their way here, they have given away precious time in the middle of the day, must there must be something very important which is pushing our fellow Jews to come out and demonstrate.
Today is a day, which is being celebrated by the Zionists, because 100 years ago was the Balfour declaration, which eventually led to the creation of the State of Israel.
But what has this to do with us? Did we come here to join the celebration? Does anybody think we came out to join the celebration! We are orthodox Jews; orthodox Jews have nothing to with the state of Israel. And today is the most appropriate time to declare that Zionism and its State with their spokesmen do not represent neither the Jewish people not Jewish interests.
But our orthodox brothers in Israel have to do with the state of Israel they are suffering non-stop from the state of Israel. The state is desecrating the Jewish religion, daily new laws are coming out, gradually trying to eradicate the whole Torah. Contrary to common belief, the Zionists only founded the Israeli state for the purpose of eradicating religious practices and to transform the whole Jewish people from a spiritual religion to an atheistic political nation. This agenda they are pursuing with full vigour up until this present day. The Zionists and their State of Israel are true & bitter enemies of the Jews, one of the worst Jews have ever encountered.
Just to mention a few of the numerous examples, they have legislated against the fundamental Jewish laws of Sabbath observance, the have just a couple of weeks ago passed a law undermining the Jewish dietary laws, and whats more from The Israeli government passed the law of gradually forcing all ultra-orthodox Jews into their army imposing collective penalties if annual quotas for ultra-Orthodox draftees were not met. This includes brutal harassment and imprisonment for those who are refusing to be drafted because it is against basic Jewish principles and morals. Israeli army generals have freely admitted that they have no need and do not even know how to deal with a large influx of religious soldiers but the Israeli authorities have a different agenda, the army is the best way for them how to eradicate Jewish observance and faith from orthodox Jews.
Our brothers are suffering bitterly from the Zionist regime; presently there is a constant turnover of around 50 orthodox Jews in the Israeli prison just for refusing to surrender to give up their religion.
We feel that today, when a lot of Zionist politicians come to the UK, is the right opportunity to bring all this to the awareness of the authorities here in London. The truth has to be said; in fact, Zionism has brought no liberty to the Jewish nation. In contrast the popular belief, the place of the highest rate of misery and suffering and religious persecution of the Jewish people is no other place than the Zionist occupied land of Israel, the majority of which comes from the Zionist so called Jewish controllers themselves.
In fact, all the trouble to Jewish citizens in the holy land in and just before the time of the Balfour declaration has only been a direct consequence of Zionist provocation against the local native who had been living in peace and harmony with their Jewish religious neighbours
The British government has a long history of having a role in helping human rights of all nations, and have always been sympathetic to the Jewish people in Britain and in the whole empire and worldwide. The Balfour declaration was a well-intended act to help us. However these deceiving and dishonest Zionists had known how to make the most of, and betray, the British kindness, by playing the role as the Jewish saviours!! And in fact misused it to do the opposite of the intention of the Balfour Declaration which clearly states a condition that: It being clearly understood that nothing shall be done which may prejudice the civil and religious rights of existing non-Jewish communities in Palestine, or the rights and political status enjoyed by Jews in any other country.
We wish to publicly declare that the Zionists, their state of Israel, their mentality, their statements, and all their policies, do not represent the authentic Jewish people.
We conclude with a prayer that G-d bring about the time of which our prophets spoke when nation shall not lift up sword against nation, and the world will be filled with peace.
Natruna.eu und den 100. Jahrestag der Balfour Erklärung
Natruna.eu und den 100. Jahrestag der Balfour Erklärung
In ihrem wöchentliche Bulletin leistete, herausgegeben zur Parsha Wajéro leistete Natruna.eu ganze Arbeit. Das Bulletin (siehe Beilage) erscheint in jiddischer Sprache und ist bestimmt für die Chassidim welche sich der Zugang zum Internet entsagen.
Leider aber erschien nichts zum Thema auf Englisch oder eine andere europäische Sprache.
Bedauerlicherweise ist die kostspielige Luxus Seite ist nicht mehr up to date seit Monate.
Bekanntlich erklärten die führende britische Regierungspolitiker, Theresa May und Boris Johnson, ihren Stolz Nachfolger von Balfour zu sein und die zionistische Entität vollauf zu stützen. Der britische Imperialismus verleugnet seine böswillige Esaw-Natur nicht.
Es ist darum desto bedauerlich daß Natruna.eu, die zwar nicht die radikalste aber doch mehrheitliche Gruppierung de Antizionismus in Namen der Thora ist, leider ihre Aufgabe nicht erfüllte.
In their weekly bulletin, edited at Parsha Wajéro, Natruna.eu did a great job. The Bulletin (see attachment) appears in Yiddish language and is intended for the Hasidim who renounce access to the Internet.
Unfortunately, nothing appeared on the topic in English or any other European language.
Regrettably, the expensive luxury site is no longer up to date for months.
As you know, the leading British government politicians, Theresa May and Boris Johnson, declared that they are the "proud" successors of Balfour and fully support the Zionist entity. British imperialism does not deny its malicious Esaw nature.
It is therefore all the more regrettable that Natruna.eu, which is not the most radical but nevertheless majority grouping of anti-Zionism in the name of the Torah, unfortunately did not fulfill its task.
Der Zornwütige steht
unter der Herrschaft einer Macht, die dem Menscheninnern fremd bleiben sollte,
von der es heißt: du sollst keinen fremden Gott in deinem Innern haben[1].Ärgere dich nicht, so sündigst du nicht, ganz
so wie du dich nicht berauschen darfst, damit du nickt zur Sünde kommst[2].
Im Zorn ist der Mensch allen zum Gehinnom führenden Übeln ausgesetzt, achtet
selbst Gottes nicht, vergißt was er gelernt hat und wird unverständig[3].
Nutzen schafft der Ärger gar nicht.Der
Ärgerliche hat nichts als seinen Ärger[4],
und sein Leben ist kein Leben[5].Den liebt Gott: wer nicht im Zorn gerät, wer
sich nicht berauscht, und wer nicht auf sein Recht besteht[6].Die sich kränken lassen und nicht wieder
kränken, die Beleidigung hören und nicht erwidern, aus Liebe zu Gott alles üben
und sich dessen freuen, was sie zu dulden haben, von ihnen heißt es: die Ihn
lieben sind wie die aus Wolken in ihrer Kraft hervortretende Sonne[7].Sei schwer zu erzürnen und leicht zu
besänftigen[8].Wer über das gegen ihn geübte Unrecht
hinübergeht, dem geht man über das von ihm geübte Unrecht hinüber. Dem verzeiht
Gott, der selber verzeiht[9].Ziehe dir erst selber die Stoppelfasern vom
Kleide ehe du sie von deines Nächsten aufliesest.Erst mache dich selber sauber ehe du den
Nächsten säuberst[10].
Hüte dich, daß, wenn du zum Nächsten spricht: nimm dir den Spahn aus dem Auge,
er dir nicht sagen könnte, nimm du den Balken aus dem deinigen[11].
Sei nachgiebig wie das Rohr undnicht
ungefügig wie die Zeder.Der Sturm, der
die Zeder bricht, verschont das Rohr, weil es nachgegeben[12].
Streit gleicht einem Deich durchbrechenden Strom, hemmt man ihn nicht sogleich
am Anfang, so eilt er unaufhaltsam weiter. Heil dem, der nicht antwortet,
hundert Übeln entgeht er[13].
Willst du wissen, woran man den sittlichen Adel eines Menschen erkennt? Daran
daß er der Erste ist, der im Streite schweigt[14].
Beurteile einen jeden
Menschen nach der guten Seite[15].
Urteile über keinen Menschen bis du dich einmal in gleicher Lage befunden[16].
Nicht gleichgültig sei dir das Urteil deiner Mitmenschen.Wie der Mensch vor Gott rein dastehen sollte,
so soll er auch seine Handlungsweise vor Menschengerechtfertigt erscheinen lassen und keinen
falschen Schein auf sich laden[17].
Habe kein böses Auge,
das dem Nächsten Gutes mißgönnt, vielmehr habe ein gutes Auge, das freundlich
auf das Aufblühendeines Nächsten blickt
und sich freut mit seiner Freude[18].Neid, Gelüste und Ehrfurcht bringen den
Menschen um seine Welt[19].Sei nicht neidisch, den Namen, der dir
zukommt, erhältst du, die Stellung, die dir gebührt, wird dir, und kein Mensch
rührt an das, was dem anderen bestimmt ist[20].Sei zufrieden mit dem dir beschiedenen Teil,
der Zufriedene ist reich[21],
und nicht jedem wird der Sitz an zwei Tischen zuteil (dem materiellen und
geistigen, dem diesseitigen und jenseitigen[22].)
Wünsche dir keinen Schuh, der für deinen Fuß zu groß ist[23].
Nicht Betrübnis und
nicht Lustigkeit ist die Stimmung, in der du gedeihst und vor deinem Gott zu
stehen vermagst, wohl aber die Heiterkeit, der heiterer Sinn, der durch treue
Pflichterfüllung gewonnen wird[24].
Seufzen bricht die halbe, ja die ganze Kraft des Menschen[25].Scherzhaftigkeitund Leichtsinn bahnen den Weg zur Sünde[26].
Wer nicht schuldbewußt ist, fürchtet nicht.Furcht zieht das Leid erben.Immer halte der Mensch daran fest: Alles was Gott tut, ist zum Guten[27].Das aber ist ein lächerlicher Trost, dem
Trauernden zu sagen, was kann man dagegen machen?![28]Deine Pflicht tue und grüble nicht, in Gottes
Geheimnis kannst du nicht eindringen[29].
Siehst du Leiden über dich kommen, prüfe deine Handlungen.Findest du bei solcher Prüfung nichts, so
schöpfe erst noch einmal genaue Kenntnis deiner Aufgabe aus der göttlichen
Pflichtenlehre. Findest du auch dann keine Schuld, magst du sie als Leiden
betrachten, die die väterlich erziehende Liebe Gottes über den Mensch verhängt,
um ihm durch Prüfung und Läuterung zuimmer größerer Vollendung zu führen[30].
Immer tue der Mensch das Seine und verlasse sich nicht auf ein Wunder[31].
Nimmer aber gebe er die Hoffnung auf, und fühlte er selbst schon ein scharfes
Schwert an seinem Halse liegen, unterlasse er nicht zu Gott zu beten[32].
_______________
Die höchste
Versündigung, welche die Lehre des Talmuds kennt, bezeichnet sie als
Entweihung des göttlichen Namens. Sie begreift darunter eine solche
Handlungsweise, die nicht nur selbst das Pflichtgebot außer Augen läßt, sondern
dadurch Veranlassung gibt, das auch bei andern die über alles hoch und heilig
zu haltende, durch eine gewissenhafte Erfüllung seiner Pflichtgebote zu
bezeugende Verehrung Gottes herabgesetzt wird, und der Name Gottes bei ihnen
seine Kraft verliert.Nach talmudischer
Lehre hat jeder Mensch nicht nur für sich das göttliche Gesetz gewissenhaft zu
erfüllen, sondern auch die gottesfürchtige Gewissenhaftigkeit seiner Brüder gehört
mit zu seiner Obliegenheit, er hat, wie und wo er kann, durch Wort und Beispiel
seine mitlebenden Genossen von Sünden zurückzuhalten und zur Pflichttreue zu
bewegen, er trägt schwere Verantwortung, wo er ein Unrecht hat verhüten können
und es aus Gleichgültigkeit nicht getan, die schwerste aber wenn er selbst
durch sein Beispiel beigetragen, daß seine mitlebenden Genossen, die Gott
schuldige Pflichttreue hinter den Rücken geworfen[33].
Wenn,lautet die talmudische Lehre, wenn
gesagt ist: du sollst den Herrn deinen Gott lieben, so ist darin zugleich die
Forderung begriffen, daß den Namen Gottes durch dich im Menschenkreise Liebe
gewonnen werde. Wenn einer das schriftliche und mündliche Gesetz lernt, im
lebendigen Umgang mit Weisen sic bildet und dann anständig ist in seinem Reden
mit Menschen, sein Nehmen und Geben schön im Verkehr, sein Handel und Wandel
rechtschaffen, was sagen dann die Menschen von ihm? Heil dem, der das Gesetz
gelernt, Heil dessen Vater, der ihn das Gesetz gelehrt, Heil dessen Lehre, der
Ihn das Gesetzgelehrt.Wehe den Menschen, die das Gesetz nicht
lernen, seht den, der das Gesetz gelernt, wie schön sind seine Wegen, wie
richtig seine Handlungen, von ihm heißt es (Jesaias K. 49, V.3): mein Knecht
bist du , Jisroel, dessen ich mich rühme. Wenn aber ein Mensch das schriftliche
und mündliche Gesetz lernt, aber sein Reden mit Menschen ist nicht anständig,
sein Geben und Nehmen im Verkehr nicht schön, sein Handel und Wandel nicht
rechtschaffen, was sagen dann die Menschen von ihm: Wehe dem, der das Gesetz
gelernt, wehe dem Vater, der ihn das Gesetz gelehrt, wehe dem Lehrer, der ihn
das Gesetz gelernt, dieser Mensch, der das Gesetz gelernt, wie häßlich sind
seine Handlungen, wie verkehrt seine Wege! Von ihm sagt die Schrift (Ezechiel
K.36,V.20): man sagt von ihnen: Gottes Volk sind sie, und seinen Boden haben
sie verlassen[34].
Der Begriff dieser
Versündigung aber ist relativ, je höher einer in der Achtung seiner Mitmenschen
steht, je mehr seine Handlungsweise zum Muster für die andere sein soll, um so
strenger ist die Anforderung and die Sittenreinheit seines Wandels, um so
leichter kann er zu dieser schwersten Versündigung kommen, um so mehr muß er
selbst jeden Schein von Unrecht meiden und darf sich selbst nicht erlauben, was
einem anderen gestattet wäre.So wird an
das jüdische Volk, das nun einmal erwählt ist, um die Lehre von Gott und der
Menschenpflicht gegen Gott durch die Welt zu tragen, eine höhere Anforderung
gestellt, als an die übrige Menschheit, an die Priester eine höhere als an das
Volk, an die Lehrer, an jeden, bei welchem Vertrautheit mit der Lehre, somit
Kenntnis dessen vorausgesetzt wird, was nach göttlichem Willen Recht und
Unrecht ist, eine höhere als an die anderen Glieder des Volkes[35].Immer ist es bei solcher Beurteilung stehende
Formel: ein geachteter und beachteter Mann ist etwas anderes[36].
Insbesondere wird das
jüdische Volk wiederholt an die seine besondere Verpflichtung im Verkehr mit
Nichtjuden gemahnt und erinnert, Nichtjuden gegenüber sich noch aus höherem
Grunde der strengsten Rechtschaffenheit zu befleißigen.Ein Unrecht gegen einen jüdischen Genossen
verübt, sein Übertretung eines einfachen Verbots. Einem Nichtjuden gegenüber
sei es zugleich die höchste Versündigung der Entweihung des göttlichen
Namens, dessen Heiligung vielmehr Bestimmung Jisroels sei und Mitzweck seiner
Zerstreuung inmitten der Völker[37].
(Fortsetzung folgt)
Quelle: S.R. HIRSCH: Gesammelte Schriften Band VI Frankfurt am Main 1912
Der Talmud lehrt die
Pflicht, weise mit dem Seinen hauszuhalten, indem niemand berechtigt ist, das
Seine zwecklos zu vergeuden; gleichzeitig lehrt er aber die Pflicht, jederzeit
mit offener Hand zur Unterstützung wohltätiger und humaner Zwecke bereit zu
sein.Wer, lehrt derselbe, auch nur zu
viel Öl unnützerweise verbrennt, übertritt das 5 B.M. K. 20, V.20
ausgesprochene Verbot: vernichte nichts!, indem das Verbot, einen Fruchtbaum zu
fällen, auf Vernichtung und zwecklose Verwendung alles Nutzbare auszudehnen ist[1].Ebenso aber auch lehrt er, ein Zehntel eines
jeden jährlichen Gewinstes zur
Verwendung für wohltätige Zwecke auszuscheiden und bereit zu halten, eine
Bestimmung, deren gewissenhafte Erfüllung das werktätige Wohltun in einer so
segensreichen Weise im jüdischen Kreise zur Übung gebracht hat, so sehr, daß
man sich veranlaßt sah, die Freigebigkeit auf höchstens ein Fünftel des
jährlichen Gewinstes zu beschränken, damit keiner sich in die Lage bringe,
selbst der Unterstützung zu bedürfen[2].Unerschöpflich sind die Weisen in Belehrungen
über die Pflicht der Wohltätigkeit, geben die eingehendsten Lehren über die
richtige Art und Weise des Wohltuns in privater wie in Gemeindewohltätigkeit[3],
und warnen mit dem ernstesten Vorstellungen jeden, der sich der gewissenhaften
Erfüllung dieser Pflicht entziehen wollte[4].Von anderer Seite lehren sie, sich die
äußersten Beschränkungenaufzulegen, um
nur der Unterstützung nicht zu bedürfen. Diese Enthaltung aber bis zur
Gefährdung seiner und der Seinigen Gesundheit zu führen, heißt sich
versündigen. Wer hingegen der Unterstützung nicht bedarf und sie doch annimmt,
der geht nicht aus der Welt, ohne wirklich unterstützungsbedürftig zu
werden.Wer jedoch Unterstützung nehmen
dürfte und sie nicht annimmt, der wird in seinem Alter nicht die Welt
verlassen, ohne selbst Wohltäter geworden zu sein[5].
Höher als Almosenspende
stellt aber der Talmud der Verarmung durch Geschenke, Darlehen und
Geschäfts-Unterstützung vorzubeugen[6],
höher als die wohltätigen Geldspenden die hilfsreiche Liebestat, die dem
hilfsbedürftigen Armen, Kranken, Leidenden, Verlassenen helfend, pflegend,
tröstend, aufrichtend, stützend, ratend, leitend, tatkräftig beispringt[7]
und auch andere zum Wohltun veranlaßt[8].
Vor allem aber wird aufs eindringlichste ans Herz geredet, den Armen und
Unglücklichen freundlich mit teilnehmender Liebe zu begegnen, ihn es fühlen zu
lassen, daß man ihn ihm nicht verachtet, daß man ihm bemitleidet, daß man in
ihm das Gotteskind, den Bruder nicht verkennt, daß man es aufrichtig bedauert,
ihm nicht in größerem Maßstabe helfen zu können. Wer dem Armen sein Brot bricht,
wird mit dem Jesajas K.58, V. 7-9 ausgesprochenen Segnungen gesegnet. Wer ihn
aber zugleich mit Worten tröstet, ihm, wie es dort heißt, nicht nur Brot,
sondern seine Seele, sein Inneres mit hinausgibt, der erwirbt auch noch die
dort ferner V. 10-12 ausgesprochene elf Segnungen[9].
Gibst du dem Armen mit unfreundlichem Gesichte, so nimmt deine Miene, was deine
Hand gibt[10].
Überhaupt wird uns ein
besonders rücksichtsvolles, liebreiches Benehmen gegen Unglückliche, Fremde,
Witwen und Waisen, insbesondere Frauen ans Herz gelegt, wir werden erinnert,
wie empfindlich ihr Gemüt für jede rauhe Behandlung, für jedes rauhes Wort, wie
leicht sie sich gekränkt fühlen, werden an das Gotteswort erinnert: wenn er zu
mir aufschreit, so höre ich sicher sein Geschrei (2. B.M. K.22, V.22) Wenn alle
Himmelspforten geschlossen sind, die Träne aber, die ein gekränktes Gemüt
weint, findet immer Eingang[11].
Aber nicht nur im Umgang
mit Unglücklichen, vor Beleidigung, Kränkung, Beschimpfung und Beschämung eines
jeden Menschen warnen sie wiederholt mit ernstestem Nachdruck. Schwerer ist die
Kränkung mit Worten, als die Kränkung an Vermögen. Dieses läßt sich wieder gut
machen, jenes nicht.Wer, sagen sie
unter anderem, seinen Nächsten öffentlich beschämt, wer ihn mit herabwürdigendem
Beinamen nennt, hat es schwer im jenseitigen Leb zu büßen[12].
Mit den schwärzesten
Farben schildern sie, mit der schwersten Verantwortung vor Gott bedrohen sie
das Verbrechen der Bösrede, darunter begreifen sie jedes das Heil, den
Frieden, die Ehre des Nächsten schädigende Wort, selbst wenn es auf Wahrheit
beruht, geschweige denn die auf Lügen beruhende Verleumdung. Geheimnis
ausplaudern, die privaten Angelegenheiten des Nächsten herumtragendes Geschwätz
rechnen sie ebenfalls hierher und warnen davor, selbst Gutes von dem Nächsten
in solcher Gesellschaft zu erzählen, wo zu befürchten steht, ein anderer werde
Veranlassung nehmen, zur Ausgleichung Schlechtesvon ihm mitzuteilen[13].
Die Ehre deines Nächsten sei dir so teuer, wie die deinige. Wer, heißt es, seine
Ehre in der Herabwürdigung des Nächsten sucht, verscherzt seinen Anteil am
künftigen Leben[14].
Unablässig aber ist die
talmudische Lehre bemüht, uns die Aneignung und Pflege derjenigenCharaktertugenden und Gesinnungen
anzuempfehlen, die die Erfüllung der sozialen Pflichten erleichtern und
erzeugen, sowie mit nachdrücklichstem Ernst vor dem Aneignen und Hegen der
entgegengesetzte Charakter- und Gesinnungseigentümlichkeitenzu warnen, welche ein pflichtgemäßes soziales
Verhalten erschweren und untergraben.
Stolz, Zorn,Streitsucht, Heftigkeit, Rechthaberei,
Keckheit, Widerspenstigkeit, Hartnäckigkeit, Frechheit, Schmeichelei,
Lügenhaftigkeit, Argwohn, Ehrfurcht, Habsucht, Begierde, Geiz, Neid,
Unversöhnlichkeit, Groll, Undankbarkeit, Schadenfreude, Trübsinn, Leichtsinn,
Hass, Ungeselligkeit, u.a.w. sind Charakterfehler und Untugenden, vor denen die
talmudische Sittenlehre ihren ernstesten Warnruf erhebt. Wogegen sie
Bescheidenheit und Demut, Gelassenheit, Geduld und Langmut, Versöhnlichkeit,
Friedfertigkeit, Nachgiebigkeit, Anständigkeit, Freundlichkeit und
Leutseligkeit, Wahrhaftigkeit und Geradheit, Milde, Genügsamkeit und
Enthaltsamkeit, Selbstbeherrschung, Freigebigkeit, Zufriedenheit, Dankbarkeit,
Mitfreude, Heiterkeit, Ernst, Verschwiegenheit, Liebe, Wahrheit und Treue,
Gemütsruhe u.a.w. mit eindringlichen Vorstellungen anpreist und empfiehlt.
Wir verzeichneneinige Sätze ihrer Sittenlehre, um die
Artund Weise ihrer Belehrungen zu
veranschaulichen. Wie Götzendienst ist Hochmut von Gott verabscheut und ist
Gottesleugnung gleich. Vom Hochmütigen spricht Gott, wir beide können nicht
zusammen in der Welt wohnen. Wer mit hochmütig gerecktem Halse einhergeht, der
verdrängt gleichsam die Gottesgegenwart von der Erde in ihre Höhe zurück.Als Gott sich offenbaren wollte, ließ er die
hohen Berge und die hohen Bäume und stieg zum bescheiden Sinaigipfel und zum
Dornstrauch hernieder. So entfernt sich Gott von den Hochmütigen und weilt bei
dem Bescheidenen[15].
. (Fortsetzung folgt)
Quelle: S.R. HIRSCH: Gesammelte Schriften Band VI Frankfurt am Main 1912
Tausende von Juden sind zur Zeit von einem förmlichen Taumel des Hebräischen erfasst. Anfangs war die zionistische Liebe zum Hebräischen eine zionistische Mode, der man sich mit jener zärtlichen Hingabe verschrieb, mit der man sich auch sonst in die historische Überbleibsel der jüdischen Antike vergrub. Man lernte Hebräisch, wie man jüdische Geschichte trieb, wie man mit der jüdischen Religion, ihren Heroen und ihre Märtyrern kokettierte. Heute ist das Hebräische turmhoch über allen sonstigen Elemente der jüdischen Kultur gestellt, heute ist es zu einem gellenden Feldgeschrei geworden, mit welchem kundige Strategen eine bunte Menge fanatisierter Schekelzahler zu wildem Kampfe wider die Hochburgen der Assimilation verlocken.
Es ist nun klar: das große Gewicht, daß der Zionismus auf das Hebräische legt, ist nichts anders als eines der zahlreichen Symptome, durch die er seinen Hang zur Assimilation bekundet. Auch die Zionisten sind Assimilaten. Nur an die europäische Geschichte hat er sich orientiert, als er den Kampf für die heilige Sprache begann.
Umsomehr ist aber die Orthodoxie verpflichtet, nach der historischen Stellung des Hebräischen im Judentum zu fragen, und dafür zu sorgen, daß dieser hebräische Taumel, dieser nationale Sprachfanatismus nicht auch ihre Reihen erfasst. Das würde zu einer gefährlichen Infektion von unabsehbaren Folgen führen.
Aufsatz erschienen in Jüdische Monatshefte Jahrgang 1 (1914) Heft 6 und hier die vollständige in Beilage:
Wir glauben, durch die
vorstehenden wortgetreuen Auszüge aus den talmudischen Schriften den Urgrund
der von manchen gehegten Meinung von gemeinschädlichen Einfluß des Talmuds auf
das soziale Verhalten und das Verkehrsleben der Juden dargetan, und vielmehr
gezeigt zu haben, welche in hohem Grade die allgemeine Wohlfahrt fördernden
Grundsätze der Rechtschaffenheit, der Betriebsamkeit und der Loyalität der
Talmud auf dem Boden religiöser Gewissenhaftigkeit in der Brust seiner Bekenner
zu pflegen versteht.
Wir haben dem
vorangehend die Erklärung geäußert, daß auch überhaupt die selbst von seinen
Gegnern zugestandenen löblichen Eigentümlichkeitendes jüdischen Nationalcharakters durch und
durch als ein Erzeugnis der talmudischen Lehren und der unter ihrem Einfluß
sich vollziehenden Erziehung und Bildung zu betrachten sind.
Wir möchten auch dies
durch einige Auszüge aus dem talmudischen Schriften belegen und damit den
Beurteiler das Bild von der talmudischen Lehre einigermaßenvervollständigen, beschränken uns aber auf
nur wenige Sätze aus dem reichen Schatz der talmudischen Weisheit von der
Bildung des Charakters, der Gesinnung und der Lebensgrundsätze der
Einzelpersönlichkeit, der Ehe und des Familienlebens, der Wohltätigkeit und der
Menschenliebe und des Gemeindelebens.
GEISTES- UND CHARAKTERBILDUNG, GESINNUNG UND LEBENSANSCHAUUNG
In höchsten Ehren steht
den Weisen des Talmuds de Bildung des Geistes. Die durch Schrift und
Überlieferung gegebene Wissenschaft ist ihnen nicht das Vorrecht eines
besonderen Standes, sondern die Nationalwissenschaft, zu deren Aneignung und
Pflege jeder ihrer Söhne, welchem sonstigen Beruf er auch obliegen mag, berufen
ist. Und weil diese Wissenschaft nicht das übersinnliche Jenseitige, sondern
die reale diesseitige Welt mit ihren geschichtlichen Entwicklungen in der
Vergangenheit, ihren religiösen, sittlichen und sozialen Aufgaben in derGegenwart des Einzel- und Gesamtlebens und
ihren Zielen in der Zukunft zum Gegenstande hat, so ist sie einerseits eine
tüchtige Schule für logische Auffassung und Beurteilung der Dinge, Zustände und
Verhältnisse, und ist anderseits so universaler Natur, daß sie sich gerne mit
allen anderen Wissenschaften befreundet, welche die Erkenntnis der realen
Zustände und Verhältnisse in Natur und Geschichte anstreben. Daß der Knabe zur
Kenntnis dieser Wissenschaft, zu selbständiger Hausesgründung und zu
tugendhaften Werke heranblühen möge, das ist der Wunsch, den Freunde und
Genossen einem Vater bei der Geburt eines Sohnes ausdrücken, und wenn nach dem
bereits zitierten Ausspruch des Talmuds bei unserem einstigen jenseitigen
Erscheinen vor Gottes Richterstuhl, die Frage nach der von uns gepflegten
Rechtschaffenheitin Handel und Wandel
die erste sein wird, so wird nach der Talmud die zweite sein: Bist du nicht
ganz und gar ins Geschäftsleben aufgegangen und hast du dir täglich eine bestimmte
Zeit für deine geistige Fortbildung in der Wissenschaft offengehalten[1]?Die Bitte um Erkenntnis, Einsicht und
Verständigkeit bildet das erste Anliegen in den dreimal täglichen Gebete der
jüdischen Liturgie[2].Wer es verabsäumt; sich die richtige
Erkenntnis zu erwerben, macht sich fast des Anspruchs auf Erbarmen
verlustig.Ein Mensch aber, der die
rechte Erkenntnis und Einsicht besitzt, ist ein Baustein zum Heiligtum[3].Wem es an rechter Kenntnis und Ansicht fehlt,
der ist der wahre Arme[4].
Sie schützen aber nur eine gerade Geistesrichtung, keine, die, wie sie sich
ausdrücken einen Elefanten durch einen Nadelöhr zwingen will, und zählen eine
ganze Reihe verkehrter Geistesbildungsarten auf, die sie ernstlich tadeln[5].
Allein alles Wissen,
alle Wissenschaft haben nur Wert, wenn sie im Dienst eines gottesfürchtigen
Lebens verwertet werden sollen. Gottesfurcht ist der wahre Bau des Lebens,
Wissenschaft nur die Pforte dazu. Wehe dem, der kein Haus hat und sich eine
Türe zum Hause zimmert! Ja, Gottesfurcht ist der, den rechten Eingang zur Wissenschaft
bedingende Schlüssel. Wer aber Wissenschaft ohne Gottesfurcht hat, gleicht dem
der wohl die inneren Schlüssel, aber nicht den äußeren hat, wie will der hinein[6].
Gottesfürchtig wird aber
ein Mensch nur durch sich selbst. Wenn ein Mensch ins Dasein treten soll, tritt
sein Engel vor Gottes Thron mit der Frage: dieser Menschenkeim, was soll ihm
werden, soll er stark oder schwach, klug oder einfältig, reich oder arm werden,
ob er aber gut oder schlecht werden soll, fragt er nicht; denn alles stammt aus
Gottes Händen, nur nicht die Gottesfurcht[7].Unablässig achte auf deinen Charakter und
wäge jeden Schritt ab, den du tutst[8].
Bessere dich einen Tag vor deinem Tode, und da du nicht weißt, wann dieser
eintritt, so denke, jeder Tag sei vielleicht dein letzter, und dein ganzes
Leben sei ein Leben fortschreitender Besserung[9].Jederzeit halte deine Gewänder rein und hüte
dich vor dem kleinsten Flecken, denn du weißt nicht, wie bald du vor deinen
Schöpfer geladen wirst[10].
Diese Welt gleicht dem Vorzimmer zur jenseitigen.Bereite dich im Vorzimmer, das du würdig zur
Audienz erscheinest[11].
Dein Vorbild aber sei Dein Schöpfer, wie Er barmherzig und gnädig, langmütig,
reich an Liebe und Wahrheit ist, wie er Nackte kleidet, Kranke pflegt,
Trauerndetröstet, so strebe du Ihm nach
in gleichen Tugenden und gleichem Liebeswirken; denn es ist dir gesagt, wandle
Ihm nach, wandle in seinen Wegen, werde ihm ähnlich[12].
Ist doch deine Seele, ihrem Wesen nach, Gottes Ebenbild, ist rein, sehend und
unsichtbar wie Gott, füllt den Körper, ihre Welt, so aus, wie Gott die ganze
Welt erfüllt und ist dabei so unfindbar wie Gott, trägt und überdauert den
Körper wie Gott seine Welt, ist einzig im Körper wie Gott einzig in seiner Welt[13].
Der angeerbte Grundzug
des jüdischen Charakters ist: Barmherzigkeit. Der Jude, der nicht barmherzig
ist gegen alles, was Gott geschaffen, der ist kein echter Jude[14].Wer sich seiner Mitgeschöpfe erbarmt, des
erbarmt man sich vom Himmel, wer aber sich seiner Mitgeschöpfe nicht erbarmt,
der hat auf kein Erbarmen von oben zu rechnen[15].
Von dem gefeiertesten
Meister der Lehre, dem Verfasser der Mischna, erzählt der Talmud, ein Kalb, das
zum Schlachten geführt werden sollte, flüchtete sich einst zu ihm und barg den
Kopf weinend in seinen Mantel. Geh, sagte er, dazu bist du geschaffen.
Darauf sagte man oben: weil er kein Erbarmen gezeigt, seien lange anhaltende
Schmerzen über ihn verhängt.Eines Tages
wollte seine Magd junge Wiesel, die sie im Hause zusammengefegt hatte, ertränken.
Laßt sie, sagte er, sein Erbarmen erstreckt sich auf alle seine Werke,
heißt es von Gott. Darauf sagte man oben, weil er Erbarmen gezeigt, werde ihm
Erbarmen erwiesen, und die Schmerzen hörten auf[16].
(Fortsetzung folgt)
Quelle: S.R. HIRSCH: Gesammelte Schriften Band VI Frankfurt am Main 1912
NOTIZEN von 'Jüdische Monatshefte' 1919 Heft 5. u. 6
NOTIZEN
1.
In N° 3-4 des Jeschurun finden wir den Versuch einer Exegese des Psalms 81,
in welchem auch die Stellung des חז"ל einer Kritik unterzogen wird. Die N° kam erst kurz nach
Redaktionsschluß; wir werden בל"נ diese Gelegenheit benutzen, um einmal das Verhältnis der Kritik
zu מאמרי חז"ל zuerörtern. Für heute begnügen wir uns mit der
Bemerkung, daß wir die Exegese des Herrn Dr. Eppenstein in
religionsgesetzlicher Hinsicht für höchtsbedenklich, in ästhetischer Hinsicht
für äußerst geschmackslos halten, und daß wir unsere Leser bitten, nach wie vor
davon überzeugt zu sein, daß der Vers תקעו בחדש
שופר, sich nicht, wie Eppenstein lehrt,
auf פסחsondern auf ראש השנה bezieht.
2.
Wie lange noch will das Provisorische Comité der Agudass Jissroél unser Geduld
missbrauchen? Wie lange noch will es
dulden, daß Herr Dr. J. Heinemann, Dozent des neologen Breslauer Seminars, in
seinem Schoße weilt? Erhebt sich keine Stimme im Comité, den unerhörten Skandal
ein Ende zu bereiten? Wartet das Comité vielleicht, bi Herr Dr. Heinemann
freiwillig geht? Monate sind vergangen, seit Heinemann die Stelle am Breslauer
Seminar angenommen hat. Die Mühle des Comités mahlt langsam. Wir hoffen, daß
der Delegiertentag der Agudass Jissroélan seine Pflicht erinnern wird.
Quelle:דרש טוב לעמוJüdische Monatshefte, herausgegeben von Rabbiner Dr. P.
Kohn, Ansbach, unter Mitwirkung von Rabbiner Dr. Salomon Breuer, Frankfurt a.M.
Jahrgang 6 Heft 1 u. 2 S. 144
N.B.: Die obengenannte
Zeitschrift Jeschurun war ein Machwerk des Dr.Wohlgemuth!
Siehe in unser
Archiv Geschichte der Zeitschrift Jeschurun
Haus Jakobs! Gehet voran, wir möchten im Lichte Gottes mitwandeln! Jesajas 2,5
בית יעקב לכו ונלכה באור ה'
Haus Jakobs! Gehet voran, wir möchten im Lichte Gottes mitwandeln!
Jesaja 2,5
Kommentar von Reb Julius HIRSCH:
V.5 bringt die Aufforderung zum Ausdruck, welche die Völker bei ihrem Hinaufgehen zum Berge Gottes an Jissroél richten, die Bitte um Führung und Belehrung über ihre Pflichten. Sie wollen gerne Jissroél folgen (S. weiter Kap. 49,23 zu ועפר רגליך וגו' bemerkte.
Das BUCH JESAJA, nach dem Forschungssystem Rabbiner Samson Raphael HIRSCH übersetzt und erläutert von Julius HIRSCH Kaufmann Verlag Ffm. 1911
Julius (Jehuda) HIRSCH: (1842-1909) Sohn von Rav Samson Raphael HIRSCH, Beruf: Geschäftsmann.
Dieser Vers ist eine der durch den Zionisten meist mißbrauchten, meist gefälschten. Unter Weglassung bzw. Mißbrauch des Gottesnamens, gilt der Akronym ביל"ו (lies Bilu) als Aufforderung Palästina zu kolonisieren. Laut den widerlichen religiöszionistischen Fälschern genügt es den Göttlichen Namen zuzulegen um den gottes- und menschenfeindlichen Zionismus zu koschern.
The Jewish Guardian was an English-language anti-Zionist periodical that appeared during the 70s and 80s. It contained a rich treasury of articles by famous rabbis as well as historians and activists, detailing the Torah view on the issues of the time as well as analyses of the history of Zionism. It was mailed out to subscribers and reached a wide variety of Jews from all communities - fulfilling a similar function to True Torah Jews and Yeshurun Judaism against Zionism in the pre-internet age. We thank Hashem that this archive of Torah thought has now become available in PDF format, and True Torah Jews Natruna has made it accessible here.
Mit drei Eiden sandte
Gott Jissroél ins Exil, heißt es im Talmud, er ließ Jissroél schwören, daß sie
nie eigenmächtig die Rückkehr zum gelobten Lande zu erzwingen versuchen, sondern
geduldig ausharren sollten, bis Gott sie wieder zurückführen werde. Er ließ
Jisroel schwören, daß sie sich nie gegen den Staaten, die sie aufgenommen,
empören sollten. Und er beschwor die Völker, daß sie Jissroél nicht über die
Masse drücken sollte[1].Seinen beiden Eiden ist das jüdische Volk in
all den Jahrhunderten seines langen Exils gerecht geworden, nie hat es einen
gewaltsamen Versuch zur Rückkehr gemacht, und nie und nirgends hat es sich
gegen die Regierungen empört, in deren Land es Aufnahme gefunden. Derselbe
Talmud, der die Zuversicht auf die einstige Wiederkehr in das Land der Väter,
der Wiederbau des Tempels und die dann vollkommene Erfüllung des göttlichen
Gesetzes auf dem diesem Gesetze ureigenen Boden des gelobten Landes, Hand in
Hand mit dem Anbruch des den ewigen Frieden bringenden Gottesreiches auf Erden
durch Sammlung aller Menschen zur Erkenntnis Gottes, des Einzig Einen, und zur
Verehrung desselben durch ein Leben der Pflichttreue in Gerechtigkeit und
Liebe, derselbe Talmud, der diese Zuversicht und diese Hoffnungen als
wesentlichen Bestandteil der jüdischen Überzeugungen in unser tägliches Gebet
einfügte, derselbe Talmud macht jeden eigenmächtigen Versuch zur Erlangung
dieser Rückkehr zum verbrecherischen Auflehnen gegen den göttlichen Willen,
verpflichtet vielmehr seine Bekenner, den Eintritt dieser Verheißungen
ausschließlich dem von Gott zu ergehenden Ruf unserer Wiederversammlung zu
überlassen, bis dahingeduldig
auszuharren im Lande ihrer Verweisung, es wie ihr Vaterland zu lieben, sein
Wohl zu fördern, und Fürst, Obrigkeit und Mitbewohnern gegenüber alle Pflichten
treuer Untertanen und Bürger zu erfüllen, wie dies Jeremias K. 29, V.1-7 dem
babylonischen Staate gegenüber ausgesprochen ist. Infolgedessen haben denn auch
die Juden sich überall und immer als die treuesten und gehorsamsten Untertanen
bewährt. Das Recht der Regierung ist Recht lautet der kurzer Satz, den der
Talmud für unser Verhalten als Norm aussprach, d.h. was eine Regierung für ihr
Land als geltendes Recht bestimmt, das hat für uns unverbrüchliche Geltung und
muß gewissenhaft von uns beobachtet werden[2].Nach diesem Grundsatz lehrt, wie wir bereits
bemerkt, der Talmud, daß staatsseitig geforderte Zölle und Steuern umgehen
durchaus als Diebstahl zu betrachten ist, und ausdrücklich wird dabei im
Rechtskodex Ch.M. 369,6 bemerkt, daß diese selbst hinsichtlich solcher Steuern
der Fall ist, die der Staat nur von Juden fordert. Das Land, wird dieser
Grundsatz von R. Nissim (Nedarim 28a) erläutert, ist Eigentum des Landesherrn,
und ist dem Juden die Erlaubnis zur Niederlassung im Lande nur unter der
Bedingung erteilt, daß von ihm die Landesgesetze beobachtet werden.Nie lasse die der Regierung schuldige
Ehrfurcht außer Augen[3].Es gibt nichts Machtherrlicheres auf Erden
als einen König[4].Ein vom König beauftragter Diener ist wie der
König[5].Eine Regierung macht ihr Wort zur Tat; sagt
sie, sie wolle Berge von der Stelle rücken, so tut sie es und nimmt ihr Wort
nicht zurück[6].Bete für das Wohl der Regierung, denn
wärenicht ihre gefürchtete Macht, es
würde sich die Gesellschaft in einen Krieg aller gegen alle auflösen[7].Jede Obrigkeit, auch den einfachsten Beamten,
hast du als vom Himmel gefügt zu achten, denn er hat in dem ihm angewiesenen
Kreis das Recht und die Ordnung zu handhaben[8].
So ist denn auch in
unserer synagogalen Liturgie das Gebet für Fürst und Obrigkeit enthalten, und
beim Anblick eines Königs lehrt der Talmud die Benediktion sprechen: gebenedeit
sei Gott, der sterblichen Menschen von seiner Herrlichkeit mitgeteilt[9].
Wir haben schon unter
dem Titel Rechtschaffenheit gezeigt, wie nach der ausdrücklichen Lehre des
Talmuds die Pflichten der Rechtschaffenheit gegen jeden Menschen ausnahmslos,
auch gegen Heiden und Götzendiener geboten sind und jedes Abweichen vom
Rechten, jedes gegen irgend welchen Menschen geübte Unrecht im Kauf und
Verkauf, jeder Betrug und jede Täuschung im Messen, Wägen, Rechnen, Zählen,
usw. von Gott verabscheut wird. Aber nicht nur alle Pflichten der
Gerechtigkeit, auch aus dem sozialen Zusammenlebenfließende Menschlichkeit lehrt der Talmud
selbst gegen Heiden und Götzendiener üben, lehrt ihre Arme unterstützen, ihre
Kranke pflegen, ihre Leichen bestatten[10],
ihren Greisen mit ehrerbietiger Hilfe entgegenkommen[11],
ihren in menschlicher Wissenschaft hervorragenden Weisenmit der zu Gott aufblickenden Benediktion
begegnen, der von seiner Weisheit sterbliche Menschen gegeben[12].
Alles dies selbst gegen Heiden und Götzendienern zählende Menschen.Nichtjüdische Menschen aber, die den von der
Bibel gelehrten Gott des Himmels und der Erde erkennen und sich zur Erfüllung
aller allgemeinen menschlichen Pflichten, wie des Verbotes des Mordes, des
Diebstahls, der Unkeuschheit usw. verpflichtet, bekennen,die stehen nach der Lehre des Talmuds hinsichtlich
der Pflichten von Mensch zu Mensch dem Juden völlig gleich und haben den
Anspruch nicht nur auf alle Pflichten der Gerechtigkeit, sondern auch auf den
Erweis tätiger Menschenliebe[13].Überhaupt sind wohl die Weisen des Talmuds
die einzigen Lehrer einer Religion, die nicht sagen: außer unserem Bekenntnis
kein Heil! Sie vielmehr lehren: die Gerechten aller Völker haben Anteil an der
ewigen Seligkeit[14]. Die
mosaischen Gesetzen sind dem Talmud zufolge nur Jissroél zur ewigen
Verpflichtung erteilt, alle übrigen Menschen aber sind vollkommene Gerechte vor
Gott, wenn sie nur die allgemeinen, sogenannten sieben mosaischen
[noachidischen] Pflichten gewissenhaft beobachten. Daher zu 3. B.M. K. 18, V. 5
die talmudischen Sätze: Selbst ein Nichtjude, der das ihm erteilte göttliche
Gesetz erfüllt, steht dem Hohenpriester gleich, denn es heißt: welche der
Mensch erfüllt und Leben durch sie gewinnt. Ebenso (Jesajas K.26, V.2): Öffnest
die Pforten, daß Priester und Jissroél eingehen, heißt es nicht sondern: daß
ein gerechtes, die Treue bewahrendes Volk eingehe.Ferner (Psalm 118, V.20): Dies ist die Pforte
zu Gott, Priester, Leviten und Jissroél heißt es nicht, sondern: Gerechte gehen
in sie ein.So auch (Psalm 133, V.1):
Jauchzet, Priester, Leviten und Jissroél, heißt es nicht, sondern: Jauchzet
Gerechte in Gott. Endlich (Psalm 125, V.4): Tue Gutes, Gott, den Priestern,
Leviten und Jisroel heißt es nicht, sondern: Tue Gutes, Gott, den Guten! Aus
allem diesem folgt, das selbst ein Nichtjude, der das ihm erteilte Gesetz erfüllt,
dem Hohenpriester gleich steht[15].Diese Sätze gewährleisten Leben, Gottesnähe,
Glückseligkeit und Heil jedem Menschen, der die ihm obliegenden Pflichten in
treuer Gewissenhaftigkeit vor Gott erfüllt.Spricht doch ein talmudischer Weiser geradezu: Himmel und Erde rufe ich
zu Zeugen, es sei Nichtjude, Mann oder Frau, Knecht oder Magd, je nach seinen
Werken ruht heiliger Geist auf ihm[16].
AufGrund und im Geiste dieser talmudischen
Lehren haben denn auch die Gesetzlehrer aller Zeiten ihre Brüder das Verhalten
gelehrt, das ihre jüdische Pflicht von ihnen in Beziehung zu den Regierungen
und Bevölkerungen fordert, unter deren Schutz und in deren Mitten sie leben,
wie sie auch sonst von den jüdischen Anschauungen und Lebensweisen sich
unterscheiden mögen, doch auch die jüdische Bibel des alten Testaments als ein
Buch göttlicher Offenbarung verehren und in ihrer Glaubens- und Pflichtenlehre
den von der Bibel gelehrten Gott des Himmels und der Erde und seine in diesem
und jenem Leben waltende Vorsehung bekennen, der sie zur Erfüllung der
allgemeinen menschlichen Pflichten verpflichtet, sie daher von den heidnischen
und götzendienenden Völkern der talmudische Zeit, hinsichtlich deren der Talmud
wohl alle Rechtspflichten, die Erfüllung tätiger Menschenliebe aber nur im
beschränktem Masse gebietet, sich völlig unterscheiden, vielmehr zu denen
nichtjüdischen Menschen zählen, die auch hinsichtlich des Erweises tätiger
Menschenliebe der Talmud dem Juden völlig gleichstellt. Sie weisen mit Ernst
und Nachdruck darauf hin, wie uns noch ganz besonders die Pflicht der
Dankbarkeit gegen die Fürsten und Völker obliegt, die uns Aufnahme und Schutz
gewähren, da doch selbst vom Egypter (5. B.M. K.23, V.8) gebietet: hege keine
Unfreundlichkeit gegen den Egypter, denn Aufenthalt fandest du in seinem
Lande.In einer unserer Gegenwart nahen
Zeit, Ende des vorigen Jahrhunderts, haben namentlich hochgefeierte Rabbinen
wie R. Jecheskeel Landau, R. Eleasar Fleckeles und R. Jakob Emden in
verschiedenen Schriften diese Thema eingehend behandelt. Dieser letztere in
seinem Kommentar zu Aboth IV. 13 hob ganz besonders hervor, wie Christen und
Mohammedaner von uns als ein Mittel zur einstigen, Verwirklichung der
allgemeinen Gotteserkenntnis auf Erden zu betrachten sind.Während die Völker vor ihren Götzen dienten,
Gottes Dasein leugneten, also weder Gottes Macht noch einer Vergeltung
anerkannten, diente das Bestehen der Christen und Mohammedaner dazu, unter den
Völkern das Gottesbewußtsein zu verbreiten und in den fernsten Ländern der
Erkenntnis Eingang zu verschaffen, daß einen Gott gibt, der die Welt
beherrscht, der belohnt und bestraft, und an Menschen seine Offenbarungen
ergehen ließ.Einsichtsvolle christliche
Gelehrte haben aber nicht bloß der schriftlichen Offenbar im Kreise der Völker
Anerkennung verschafft, sondern auch der der Mündlichkeit übergebenen
Gottesoffenbarung zum Schutze gedient.Dennals ruchlose, dem
Gottesgesetze feindliche Personen aus unserer Mitte die Absicht hatten, den
Talmud zu abrogieren und zu vertilgen, haben sich aus ihrer Mitte Fürsprecher
zur Abwehr dieser Bestrebungen erhoben usw.
Daß das jüdische Volk diese Verpflichtung des
Talmuds auf Treue und Gehorsam für Obrigkeit, auf Gerechtigkeit und
Menschenliebe für alle Mitbevölkerungen um großen ganzen gewissenhaft und
freudig erfüllt hat, kann nur eine die Wahrheit geflissentlich verkennende
Feindseligkeit in Abrede stellen. (Fortsetzung folgt)
Quelle: S.R. HIRSCH: Gesammelte Schriften Band VI Frankfurt am Main 1912
Ein hoher Wert legt der
Talmud auf eine selbständige Existenz die keiner mildtätigen Unterstützung
bedarf, und lehrt mit Nachdruck, dieses Ziel auf jede mögliche redliche Weise
anzustreben und sich zu dessen Erreichung keiner Arbeit und keiner Leistung zu
schämen, lieber sich die größten Entbehrungen aufzulegen, um nur der
Menschenhilfe entbehren zu können.Hoch
in Ehren stand im talmudischen Kreise die Arbeit. Sein Grundsatz war: Groß ist
die Arbeit, denn sie ehrt dem Mann[1].
Einem gefallenen Tiere, heißt es, ziehe auf der Strasse das Fell ab und
verdiene dir etwas, und sage nicht, ich bin ein Priester, bin ein großer Mann,
es schickt sich nicht für mich[2]
! Lebe am Sabbat wie am Werktage, nur brauche nicht Menschenhilfe anzusprechen[3].Verdinge dich selbst zu einer dir sonst
widerstehenden Arbeit und bleibe unabhängig von Menschenhilfe[4].
Die Weisen des Talmuds
achteten ihre Wissenschaft zu hoch, um sie, wie sich ausdrückten, zu einem
Spaten zu machen, um damit zu graben[5],
sie lehren ihre Wissenschaft unentgeltlich und ernährten sich größtenteils von
Arbeit, Handwerk, Ackerbau, oder einfachem Handel. Wie wir diese Nahrungsweise
unter ihnen selbst vertreten finden, so lehrten sie auch allgemein[6]:
Wie der Vater verpflichtet ist, seinen Sohn im religiösen Gesetze zu
unterrichten, so ist er auch verpflichtet, ihn ein Handwerk lernen zu lassen.
Nach einer Auffassung wäre jeder ordentliche Erwerb dem Handwerk gleich, nach
anderer wäre jedenfalls auch ein Handwerk zu erlernen, selbst wenn der Sohn ein
anderes Geschäft treiben sollte; denn nur ein Handwerkgewähre immer eine Existenz[7].
Immer lehre man seinen Sohn ein solches Gewerbe, das möglichst rein vom
Versuchung zum Unrecht ist und ihm auch noch irgend welche Masse läßt, auch
seiner geistigen Bildung zu leben[8].
Er lehre ihn auch nicht ein solches Gewerbe das ihn in Berührung mit
Frauenzimmern bringt.Insbesondere wird
das Handwerk geschätzt.Alle Handwerke
bleiben in der Welt, glücklich, wem ein gutes Handwerk zu teil geworden[9].Sieben Jahre mag Hungersnot sein, die Türe
eines Handwerkers weiß sie nicht zu finden[10].Liebe die Arbeit und wolle nicht hoch
gestellt sein[11].Der Gottesfürchtiger, der von seiner Arbeit
lebt, hat es doppelt gut, er ist glücklich in diesem und in jenem Leben[12].
In hoher Achtung stand
auch der Ackerbau. Wohl zog mancher das Geschäft vor, und einer der Rabbiner
ging an einem Ackerfeld vorüber, dessen volle Ähren wie grüßend und winkend die
Köpfe bewegten, und sagte er scherzend: winket nur immer, mit einem Geschäft
sich befassen ist doch besser als mit euch[13].
Aber das allgemeine Urteil lautet doch anders.Jeder Mensch, wird gelehrt, der keinen Acker hat, ist kein Mensch, denn
es heißt: die Erde hat er den Menschenkindern gegeben. Säe dir selbst deine
Frucht und kaufe sie nicht, kommen dir auch beide gleich teuer, das
Selbstgesäete ist gesegneter[14].Wenn es in der Strafverkündung (5. B.M. K.
28, V.66 heißt: Dein Leben wird dir in unsicherer Ferne schweben, so gilt das
von dem, der sich seinen Kornbedarf von Jahr zu Jahr kauft, du wirst Tags und
Nachts in Sorge sein, gilt von dem, der seinen Kornbedarf von Woche zu Woche
kauft, endlich: du wirst keinen Glauben an dein Leben haben, das ist der, der
sich auf den Brotverkäufer verläßt[15].
Wer seinen Acker bestellt, wörtlich: wer seinem Acker dient, heißt es (Prov.
K. 12, V.11), wird des Brotes satt, nur wenn der Mensch sich wie ein Knecht mit
seinem Acker beschäftigt, wird er sich an Brot sättigen, sonst nicht[16].Aus allen diesen Sätzen leuchtet hervor, wie
sehr es im Talmud gewünscht und empfohlen wird, daß jeder seinen eigenen Acker
besitze und bestelle und sich seinen Fruchtbedarf in eigener Landwirtschaft
erziele, und wird es nach den damaligen Bodenverhältnissen als ein gesegneter
Besitzstand bezeichnet, der zu je einem Drittel aus Getreide-, Öl- und Weinbau
besteht[17].
Als, heißt es in M.Rabba
zu 1. B.M. K.12, V.1, Gott den Abraham zur Wanderschaft nach einem Lande
berief, das ihm und seinen Nachkommen zu eigen werden sollte, und er in
Mesopotamien die Menschen essen und trinken und müßige Kurzweil treiben sah,
sagte er: gebe Gott, das in diesem Lande nicht mein Anteil werde. Als er aber
zu der tyrischen Aufgängen an der Grenze von Palästina kam und sah dort die
Menschen mit jäten beschäftigt zur Zeit des Jätens und mit ackern zur Zeit des
Ackerns, sagte er: gebe Gott, daß in diesem Lande mein Anteil werde. Darauf
sprach Gott: deinen Nachkommen gebe ich dieses Land. Wie sich in diesen Worten
die Erkenntnis ausspricht, daß auch für die sittliche Entwicklung der eine
regelmäßigeTätigkeit beanspruchende
Ackerbau am vorteilhaftesten ist, so setzt ja auch das ganze jüdische
Religionsgesetz in allererste Linie die den Ackerbau voraus, wie ja auch alle
jüdischen Feste in Zusammenhang mit der Feldarbeit und den Ackerbau stehen. Der
wegen seiner geistigen Bildung gefeierteste Stamm Issachar war Ackerbauer, und
jeder unter seinem Weinstock und Feigenbaum ist[18],das jüdische Ideal glücklicher
Nationalwohlfahrt.Und dies blieb auch
nachdem das jüdische Volk aus dem eigenen Lande vertrieben in fremden Lande
wohnte. Ein Blick in den umfangreichen Traktat Seraim, der von den
religionsgesetzlichen Vorschriften hinsichtlich des Ackerbaues handelt, sowie
in die dem Zivilrecht angehörigen Traktate Baba Kama, Mezia und Bathra, welche
gelegentlich Angelegenheiten der Landwirtschaft bespreche, zeigt, welche
umfassende Detailkenntnis von der eigentümlichen Beschaffenheit und Lage des
Bodens usw., überhaupt welche eingehende Kenntnis von den Erfordernissen einer
rationellen Feld- und Baumkultur die Weisen des Talmuds hatten, ein Kenntnis,
die sich nur im ernsten Selbstbetrieb der Landwirtschaft erwerben läßt, und
beweist, wie sie die oben mitgeteilten Äußerungen über den Wert des Ackerbaues
auch in eigener Praxis betätigten. Waren sie doch so sehr für ihre Ernährung
auf die Landwirtschaft hingewiesen, daß ein Meister der rabbinische Lehre sich
veranlaßt sah, seine zahlreiche Hörer zu bitten, in Frühjahrs- und Herbstzeit
nicht seinen Hörsaal zu besuchen, damit sie sich während dieser Zeit
ausschließlich mit ihrer Landwirtschaft beschäftigen möchten, um nicht das
ganze Jahr von Nahrungssorgen gequält zu werden[19].Wohl wurde in talmudischer Zeit auch Handel
und Industrie gepflegt, sind doch beide ebenso wie der Ackerbau unentbehrlich,
und ein Bauer selbst bedarf namentlich des Handels.Wo soll er mit seinen Früchten bleiben, wenn
der Kaufmann ihm nicht die Produkte seiner Arbeit abnimmt, um sie anderwärts zu
verwerten, eine Zusammengehörigkeit, die schon das Bibelwort in der
brüderlichen, sich gegenseitig ergänzenden Verbindung des ackerbauenden und bildungsfreundlichen
Stammes Jissochor und des Handelsstammes Sebulun[20]
vergegenwärtigt.Jedoch waren die Weisen
des Talmuds einem zu weitläufigen Handelsgeschäfte und einer zu großen
Hingebung an den Handel nicht hold.An
dem überseeisch eingehenden Groschen, meinten sie, sei kein Segen[21].Und während der Ackerbau nach beendigtem
Tagewerk und in der Winterzeit auch einige Muße zur Weiterbildung gewährt,
sprachen sie aus derErfahrung aus,
daß bei der Geschäfts- und Handelsleuten die Weiterbildung meistens zum
Stillstand kommt[22],
daß, wer zu viel Geschäftsmann ist, kein Weiser wird[23],mahnten daher: beschränke dich im Geschäft
und gewinne Zeit fürgeistige
Weiterbildung[24], nur
bei beschränktem Geschäftsbetrieb läßt sich auch Wissenschaft erwerben[25].Wir haben schon bemerkt, daß sie ihre
Wissenschaft nicht als Erwerbsquelle gebrauchten, und jeder daher noch eine
Nahrungszweig pflegen mußte, sie daher auch erinnerten: Schön istGesetzstudium mit Pflege eines
Nahrungszweige, Gesetzstudium, das mit keiner Arbeit verbunden ist, hat keine
Dauer[26].
Die bisherigen
Mitteilungen aus dem Talmud, die noch leicht, wenn es sein müßte, vermehrt
werden könnten, zeigen wohl zur Genüge, wie irrig die Meinung ist, als sei der
Talmud ein Feind der Arbeit, insbesondere abhold dem Ackerbau. Wenn der Jude in
den späterenJahrhunderten seines
Aufenthaltes in den europäischen Landen dem Ackerbau entfremdet wurde und sich
mehr mit Handel beschäftigte, so ist daran nicht der Talmud, auch nicht etwa
der Unlust oder Ungeschick des Juden zum Ackerbau, sondern lediglich die
Ungunst derStaaten und Völker schuld,
die ihm ja den Erwerb von Grund und Boden nicht gestatteten oder mit
unendlichen Beschränkungen erschwerten. Und auch ohnehin, so lange der Jude
sich nicht der entschiedenen Rechtsgleichheit und des gleichen Rechtsschutzes
wie allen anderen Staatsgenossen erfreuten, so lange er gewärtig sein mußte,
durch Beamtenwillkür oder entfesselte Leidenschaft fanatisierter Bevölkerungen
von Haus und Hof vertrieben zu werden, konnte er sich nicht dem Landbau widmen,
der wie kein anderer Nahrungszweig sonst ein völlig gesicherten Rechtstandes
bedarf, mußte er sich nach dem Erwerb solcher Güter und solcher Fähigkeiten
umsehen, die er überall mit hinflüchten und überall für seinen und der Seinigen
Unterhalt verwerten konnte. Man mache den Juden frei und gleich und gebe ihm
Zeit, sich in einen Beruf hineinzuleben, mit dem man wenn uns nicht alles
täuscht- eigentlich von Jugend in Gewöhnung und Übungvertraut sein muß, und es wird der Jude in
angestammter Liebe zu einem Nahrungszweig zurückkehren, der in seiner
ursprünglichen Bestimmung mitbegriffen war. (Fortsetzung folgt).
Quelle: S.R. HIRSCH: Gesammelte Schriften Band VI Frankfurt am Main 1912
Wenn du, lehrt der
Talmud, einst jenseits vor Gott zur Rechenschaft gezogen werden wirst, wird die
erste an dich gerichtete Frage sein: warst du gewissenhaft im Handel und
Wandel?[1]
Dein Ja sei Ja, dein Nein sei Nein. Nie sei das, was du denkst, im Widerspruch
zu dem, was du sprichst. Wäre selbst ein Geschäft deinerseits noch nicht
juridisch perfekt geworden, so wisse, daß, der einst das Geschlecht der
Sündflut und das Geschlecht des Turmbaues mit Strafe traf, der wird auch den
mit Strafe treffen, der bei seinem Worte nicht bleibt. Auch vom bloß
gesprochenen Worte abweichen, ist ein Mangel an Gewissenhaftigkeit[2].
Ja, gelobt wird, wer auch seinem bloßen Gedanken treu bleibt, wie einer der
Weisen des Talmuds, dem ein Käufer ein Angebot aufeinen Verkaufsgegenstand machte, während
er,der Verkäufer mit anderem
beschäftigt, ihm nichts erwidern konnte, der Käufer daher in der Meinung, er
habe ihm zu wenig geboten, sein Angebot erhöhte, nachdem er seine Beschäftigung
beendigt hatte, dem Käufer die Sache für das erste, niedrigere Angebot ließ,
weil, wie er sagte, er schon im Gedanken sein erstes Angebot anzunehmen
entschlossen gewesen war[3].
Verboten ist es,
irgendein Menschen, gleichgiltig ob Jude oder Nichtjude beim Kauf oder Verkauf
zu betrügen, ihm auch nur mit Worten zu täuschen, oder ihm einen an den
Verkaufsgegenstand bewußten Fehler zu verschweigen. Ebenso darf man der Ware
kein täuschendes Ansehen geben oder deren Wert durch Mischung verringern[4].
Jeder, auch der kleinste
Diebstahl, Raub, oder Vorenthalten dessen, was dem anderen gebührt, ist
verboten, gleichgiltig, ob dies einen Juden oder Nichtjuden oder einem Götzen
dienenden Heiden betrifft. Man darf auch nichts zum Scherzoder in der Absicht, es wieder zu geben, oder
es wieder zu erstatten, stehlen. Auch die bloß zeitweilige Benutzung eines
Gegenstandes ohne Wissen des Eigentümers ist Raub[5].
Man darf nichts kaufen, was voraussichtlich gestohlen ist, und darf von keinen
Menschen etwas kaufen, der in begründeten Verdacht des Diebstahls steht[6].
Sind jemandem beim Gastmahl oder im Trauerhause Kleider vertäuscht worden, so
darf er die ihm gewordenen nicht gebrauchen[7].
Staatsseitig geforderte Steuern und Zölle hintergehen ist nicht weniger als
Raub[8].
Selbst ein Stücken Stroh von einem Strohbündel, ein Zweigstückchen von einer
Hecke zum Zahnstocher abzubrechen wird nicht gebilligt; denn, wird hinzugefügt,
würde jeder das tun, Würde bald der eine seines Bündels, der andere seiner
Hecke verlustig gehen[9].
Manches, was an sich
nicht unter den Begriff des Diebstahls und Raubes fiele, untersagen rabbinische
Anordnungen, um, nach ihrem Grundsatze, alles zu meiden, was dem Unrecht
ähnlich ist oder zu ihm führen könnte, ein Grundsatz, den sie über das ganze
Gebiet des religiösen Gesetzes durchgeführt und durch den Satz veranschaulicht:
dem Nasiräer, der sich den Genuß des Weines und der Trauben abgelobt hat, ruft
man zu, mache einen Umweg und meide selbst die Nähe von Weinbergen[10]
Solche vom Unrecht fernhaltende Anordnungen hießen daher Gesetzumzäunungen. Aus
diesem Grunde habe sie mehrere Arten von Spielen und Wetten untersagt, (den
professionsfähigen Spieler erklärten sie unfähig zum Zeugen), lehrten, Tauben
nicht in solcher Nähe zu anderen auffliegen zu lassen, daß dadurch fremde
Tauben in seinem Schlag gebracht werden könnten u.s.w.[11]
Der Talmud kennt auch
nicht nur einen Güterdiebstahl, sondern auch einen Meinungs- und
Gesinnungsdiebstahl[12],
daß nämlich einer den anderen veranlaßt, ihm eine bessere Meinung und Gesinnung
zuzuwenden, als er in Wahrheit durch sein Verfahren verdient, selbst wenn dem
anderen dadurch gar kein Nachteil erwächst.Ausdrücklich heißt es da auch: man darf keines Menschen Meinung und
Gesinnung stehlen, sei es auch eines Nichtjuden, und wird dabei als Beispiel
darauf hingewiesen, wie einer der Lehrer des Talmuds seinem Diener einen
ernsten Verweis erteilte, weil dieser dem Fährmann, einem Nichtjuden, eine
terefa, d. für den Juden religionsgesetzlich durch ein Fehler unbrauchbar
gewordenes Huhn, als ein koscheres, d. auch für den Juden brauchbar, gegeben
hatte, obgleich der Fehler für den nichtjüdischen Fährmann ganz gleichgiltig
und das Huhn für ihm völlig brauchbar war. Dahin gehört denn auch jede
unverdiente captatio benevolentiae, z.B. zudringliche Einladungen, oder
Überhäufung mit Geschenken, wo man weiß, daß sie doch nicht angenommen werden,
u.s.w.
Ganz besonderer
Nachdruck wird auf die gewissenhafte Erfüllung der 3. B.M. K.19, V.35, 36 und
5. B.M. K.25 V. 14-16 gebotene Gerechtigkeit in Gewicht und Maß gelegt, und
werden[13]
die eingehendsten und ausführlichten Vorschriften erteilt, die man die
jederzeitige Richtigkeit der Gewichte und Masse zu erhalten und wie man jedem
Irrtum im Wägen und Messen und Rechnen vorzubeugen habe. Schwerer, warnt das
talmudische Wort[14], ist
die Straffälligkeit bei Maß- und Gewichtsversündigungen als die Straffälligkeit
bei geschlechtlichen Sünden; diese sind Versündigungen gegen Gott allein, jene
aber auch gegen den Nebenmenschen; diese können durch aufrichtige Busse gesühnt
werden,bei jenen aber ist vollkommene
Busse in der Regel unmöglich, da diese eine Zurückgabe des mit Unrecht
Gewonnenen erfordern würde, man aber in der Regel gar nicht weiß, wen und wie
viel man durch unrichtiges Wägen und Messen verkürzt hat. Ausdrücklich heißt es
auch hier wiederholt[15]:es ist gleichgültig, ob man es mit einem
Juden oder einem götzendienenden Nichtjuden zu tun hat, wer den anderen in
Messen und Wägen verkürzt, übertritt ein Verbot und hat es zu ersetzen, und
ebenso darf er auch im Rechnen einen Nichtjuden nicht täuschen, wer dergleichen
tut, von dem heißt es (5. B.M. K.25,V.16): von Gott deinem Gotte ist
verabscheut, wer dergleichen verübt, wer nur irgend ein Unrecht begeht.
Sehr ausführlich ist der
Talmud über die gewissenhafte Erfüllung eingegangener Verpflichtungen als
Schuldner, Hüter, Lohnarbeiter u.s.w. und heben wir auch aus diesem reichen
Material ein paar charakteristische Sätze hervor. Das Bezahlen eingegangener
Schulden ist nicht nur eine Rechtsschuld, sondern eine religiöse Pflicht[16],
und wird Unpünktlichkeit bei vorhandener Zahlungsfähigkeit ernst getadelt[17].
Wer hundert Gulden geborgt und zahlt sie guldenweise, Zahlung ist es, aber
ungehalten darf sein Gläubiger sein[18].
Angeliehenes Geld hat man vorsichtig und in einer Weise zu verwenden, daß damit
die Schuld dem Gläubiger nicht verloren gehe. Das deinem Nächsten zu erhaltende
Vermögen soll dir so teuer sein wie das deine[19].
Anvertrautes Gut darf
auch nicht vorübergehend in Gebrauch genommen werden, ist es geschehen, so hat
es Konsequenzen wie Raub[20].
Unter Umständen hat er solche Folgen schon bei nur begonnener und nicht
ausgeführter Benutzung[21].
Ebenso wie der
Dienstherr den bei ihm Arbeitenden in nichts verkürzen darf, so muß auch ein
Lohnarbeiter seine volle Kraft und Zeit im Dienst des Arbeitgebers verwenden.
Er darf nicht nachts arbeiten und sich Tags verdingen, auch nicht sich die
nötige Nahrung entziehen und sie seinen Kindern zukommen lassen, weil er sich
damit die dem Arbeitgeber vermietete Kraft schwächt und seine Leistung
verringert. Er muß auch die von seinem Dienstherrn gemietete Zeit voll
ausnutzen und sie nicht durch wiederholtes Müssigbleiben vergeuden[22],
ja, er darf nicht einmal seine Arbeit unterbrechen, um vor einem
Vorübergehenden aufzustehen, dem er sonstEhrerbietungsbezeugung schuldig ist[23].
(Fortsetzung
folgt)
Quelle: S.R. HIRSCH: Gesammelte Schriften Band VI Frankfurt am Main 1912
Es gibt wohl kaum ein anderes
Schriftwerk, das die geistige, sittliche und soziale Entwicklung einer ganzen
Nation von den frühesten Zeit ihres geschichtlichen Daseins bis hinein in die
lebendige Gegenwart Jahrhunderte lang also gestalte und getragen, wie der
Talmud. Lange vor dem gegen den Anfang des dritten Jahrhunderts der üblichen
Zeitrechnung fallenden Beginn seiner schriftlichen Abfassung war sein Inhalt
als mündlicher Überlieferung und Lehre in den Geistern und Gemütern der Nation
wirksam, wie dies noch die Schriften eines Josephus und Philo, ja auch die
christlichen Bekenntnisschriften bekunden. Es ist nämlich der Talmud nichts als
die protokollarische Aufnahme der in der Nation durch Überlieferung
vorhandenenErklärungen, Erläuterungen,
Präzisierungen und Ausführungen des in den schriftlichen Wort der Bibel in
prägnanter Kürze gegebenen Gesetzes. Der Kern dieser Überlieferungen reicht bis
auf Moses hinauf, der sie mit dem schriftlich fixierten Gottesworte zugleich,
als gleich göttlichen Ursprungs für die Ausführung der Gotteslehre seinem Volke
übergab und sie in den vierzig Jahren der Wanderschaft durch die Wüste seiner
Erkenntnis einprägte. Diese mündlichen Erläuterungen waren von vornherein bei
der schriftlichen Abfassung des Gotteswortes vorausgesetzt, das zu seiner
Ausführungunumgänglich der näheren
Erläuterung bedarf, ja, einem aufmerksamen Leser der Bibel zeigtdie Tatsache, daß alle Gesetze zuerst
mündlich gelehrt und das ganze Gesetz somit bereits dem Volke ausführlich
bekannt war, als ihm Moses dasselbe vor seinem Scheiden in schriftlicher Abfassung
übergab. Bedarf doch schon das einfache Lesen der Bibel in ihre Urschrift der
mündlichen Überlieferung. Noch heute sind unsere Thorarollen ohne Vokale,
Akzente und Versabteilungen, die alle die erweislich aus viel späteren Zeit
stammen, und ebenfalls nur die mündliche überlieferte Leseweise durch
Schriftzeichen festzuhalten bestimmt wurden. Das einfache Lesen der
Bibelschrift beruht daher auf die Überlieferung, Überlieferung derselben
Geschlechter und Männer, die auch die im Talmud enthaltene Erläuterungen
überlieferten, und wenn die christliche Kirche in all ihren Konfessionen auch
die jüdische Bibel des alten Testamentes als Glaubensurkunde verehrt, so steht
sie schon mit ihrem einfachen Bibelwort auf Grund talmudischer Überlieferung.
Eine Tatsache, auf welche schon Hillel einen Heiden, der von ihm die Aufnahme
in die jüdische Gemeinschaft durch Anerkennung des schriftlichen, aber mit
Ausschluß des mündlichen Überlieferungvertrauen müßte. Bedarf doch auch das schriftliche Bibelwort für die
praktische Ausführung des darin niedergelegten göttlichen Gesetzes so sehr
einer mündlichen Erläuterung und setzt dieselbe so sehr voraus, daß selbst im
Laufe der Zeiten entstandene jüdische Sekten, die die Überlieferung des Talmuds
verwarfen, sich genötigt sahen, sich eine eigene Überlieferung zu schaffen.
Alle diese Sekten, wie sie im Laufe der Zeiten entstanden, sind, bis auf den
kleinen Bruchteil der noch vorhandenen Karaiten, wieder von der Bildfläche
verschwunden. Das einzige welthistorischen Judentum, das seinen gottgewiesenen
Gang in der Mitte der Völker, alle Jahrhunderte der Geschichte hindurch bis in
die lebendige Gegenwart vollbracht und vollbringt, ist das talmudische, das von
den Überlieferungendes Talmuds getragene,
gepflegte und erhaltene Judentum. Außer diesen noch bis zu Moses
hinaufreichenden Überlieferungen enthält der Talmud noch urteilende und
belehrende Aussprüche, Entscheidungen und Darstellungen späterer Gesetzlehrer
und Weisen, die als Folgerungen, Anwendungen oder Erläuterungen aus jenen Überlieferungen
fließen und ihnen sich anschließen und gleich ihnen mit Verpflichtungskraft
bekleidet sind, den sogenannten halachischen Teil, oder es sind individuelle
Ansichten, Sprüche, Parabeln etc., die eine solche bindende Autorität nicht
beanspruchen, der sogenannte agadische Teil. Es besteht aber der Talmud aus
zwei Werken. Das ältere, die Mischna, enthält die mündlich vorhandenen
Überlieferungen in Sätzen von prägnant gefaßter Kürze, deren Erläuterungen
ebenfalls nur mündlich verblieben. Etwa 250 Jahre später wurden auch diese
schriftlich in einem Werke niedergelegt das die Gemoroh heißt. Diese Gemoroh,
ein bändenreiches Werk, ist in seiner Form wohl ein Unikum in der Literatur. Es
sind die fast stenographisch aufgenommenen Diskussionen, wie sie in den
Lehrhäusern verhandelt wurden. Sie enthalten daher auch entgegengesetzte
Meinungen, aus welchen für die Praxis nur die sich schließlich ergebenden
Resultate Geltung haben, wie sie in den Codices systematisch zusammengestellt
sind.
Aus diesen
flüchtigen Skizzen läßt sich wohl schon erkennen, wie der Talmud nicht etwa
eine dem Judentum hinzugefügte Beigabe ist, die man entfernen könnte, ohne das
Wesen des Judentums zu berühren, vielmehr der Talmud die einzige Quelle ist,
aus welcher das Judentum geflossen, der Grund ist, auf welchem das Judentum
besteht und die Lebensseele ist, welche das Judentum gestaltet und erhält. In
der Tat, das Judentum, wie es in der welthistorischen Erscheinung des jüdischen
Volkes verkörpert ist, und wie es in geistigen und sittlichen Fähigkeiten und
Tugenden zutage tritt, die ihm selbst seine Feinde nicht abzustreiten wagen,
ist durch und durch ein Produkt der talmudischen Lehre und er von ihr
geleiteten Erziehung und Bildung. Das bewußtvoll Wandeln durch allen Wechsel
der Zeiten und der Geschicke, das geduldige und vertrauensmutige Ausharren in
den herbsten, prüfungsvollsten Leiden, die opferfreudige Kraft der
Überzeugungstreue, die sich wohl niederwerfen, aber nicht brechen, beugen aber
nicht knicken, hinschlachten, aber nicht zum Abfall verleiten läßt; das
Pflichtgefühl, das Gehorsam und Treue für Fürst und Obrigkeit, Wohlwollen und
Wohltun für Mitbevölkerungen bereit hält und betätigt, ohne Rücksicht auf das
größere oder geringere Maß von Wohlwollen, Gerechtigkeit und Menschlichkeit
oder deren Gegenteil, dessen er sichselber im Mitten der Bevölkerungen zu
erfreuen hat, also, daß das jüdische Volk von Mißhandlungen und Ausschreitungen
erduldet, ohne sich selber zur rächenden Ausschreitungen hinreißen zu lassen,
und bei allen Staaten erschütternden Ereignissen immer mit Festigkeit und Treue
auf Seite der Obrigkeit gestanden; das geistige Interesse und die geistige
Begabung, die von je die Glieder des jüdischen Volkes kennzeichneten, und ohne
Anteil an staatlicher Fürsorge, ja unter nichtachtender staatlicher
Verkümmerung, im eigenen Kreise und aus eigener Mitte eine solche hingebende
Pflegen und Nahrung gefunden, daß, als ihmaus der aufgezwungenen Zurückgezogenheit, unter der Gunst der Neuzeit in
das Licht der Öffentlichkeit hinzutreten vergönnt war, es unerwartetin vollendeter geistiger Ebenbürtigkeit den
anderen Staatsgenossen zur Seite stand; die persönlichen Tugenden der
Mäßigkeit, des Fleißes, der Wohltätigkeit, der Sparsamkeit und gleichzeitig der
Freigebigkeit, wo es zu Zwecken der Humanität, der öffentlichen Wohlfahrt und
Bildung gilt; die Tugenden der Sittlichkeit, die denn doch noch heute in der
Liste der groben Verbrechen gegen Leben, Keuschheit und Eigentum jüdische Namen
zu den Seltenheiten zählen läßt; die Tugenden des Familienlebens, das
glückliche Verhältnis der Ehe, der Eltern zu den Kindern; des Gemeindeleben,
das immer auf bereitwillige Opferfreudigkeit seiner Glieder wie auf
uneigennützige Hingebungstreue seiner Verwalten rechnen konnte; alle diese
Durchschnitts-Eigentümlichkeiten des jüdischen Charakters, die demselben gewiß
nicht zu Unehre gereichen, und die so sehr zutage treten, daß selbst Feinde der
jüdischen Nation nicht umhin können, sie ihr zuzugestehen, hat lediglich der
Talmud geschaffen, so sehr, daß seit die Neuzeit sich mehr und minder dem
Talmud entfremdet hat, dies auch bereits in der Abnahme einiger dieser
Eigentümlichkeiten zu bemerken ist. Ist es ja auch der Talmud, der durch seine
liturgische Schöpfungen und Gewöhnungen das ganze gewöhnliche Leben des Juden
zu einer fortgesetzten Mahnung und Erziehung zur Gottesfurcht zu machen
verstanden hat, und bei jedem Genusse, bei jedem wahrgenommenen Naturvorgang,
bei jedem heiteren oder trüben Erlebnis den Juden zu Gott aufblicken läßt,
dessen Walten er in der Natur- und Geschickesleben zu sehen und zu verehren
gewöhnt worden. Ja, die ganze Lehre von der Unkörperlichkeit und
Unsterblichkeit der Seele, die Lehre von dem jenseitigen Leben und der
einstigen gerechten Vergeltung des hienieden pflichttreu oder pflichtvergessen
vollendeten Lebens, Lehren, die eine so wesentliche Stütze der religiösen
Gewissenhaftigkeit und der ausharrenden Pflichttreue bilden, sind in dem
schriftlichen Bibelwort nur angedeutet und waren der mündlichen Überlieferung
des Talmuds vorbehalten.
Und wenn nun
demgegenüber von Feinden der Judenheit und von Gegner des Judentums die
Behauptung von der Gemeinschädlichkeit des Talmuds verbreitet wird und selbst
bei Wohlwollenden Eingang findet, die nicht in der Lage sind, sich eine
Überzeugung von der Wahrheit oder Unwahrheit solcher Behauptungen zu schaffen,
wenn namentlich behauptet wird, es leiste der Talmud der List und
Verschlagenheit Vorschub, gestatte Betrug, Beraubung und Unrechtfertigkeit
jeder Art im Verkehr mit Nichtjuden, mache den Juden arbeitsscheu, sei ein
Feind der Arbeit, des Handwerks, der Landwirtschaft, und sei schuld daran, daß
der Jude so überwiegend vom Handel lebt: so ist doch von allem diesen
nachweisbar- nur das gerade Gegenteil die volle Wahrheit, und alle diese Behauptungen
sind in ihrem Ursprunge nichts als Ausgeburten des Hasses, des Wahnes, der
Unkenntnis, des unbewußten Mißverständnisses oder der absichtsvolle
Entstellung.
In einer
Zeit, in welcher die sogenannte Judenfrage vielerorts wieder in den Vordergrund
der Besprechungen getreten, kann, bei der unleugbar innigen Verbindung, in
welcher das ganze geistige und sittliche Einzel- und Verkehrsleben des Juden zu
dem Talmud steht, gewiß nicht gleichgiltig sein, welche Meinung vom Talmud in
den Anschauungen aller derjenigen vorwaltet, die durch Intelligenz und Stellung
berufen sind, auf die in den Bevölkerungen zu pflegenden Gesinnungen für
Wahrheit und Recht und die dadurch so sehr bedingten Geschicke des Bekenner des
Judentums Einfluß zu üben, dürfte es mindestens wünschenswert erscheinen, den
vorangeschickten Hinweis auf die hohe Nützlichkeit des Talmuds als alleinige
Quelle der wirklichen wahrhaftigen Judentums, sowie im Gegensatz zu der
behaupteten Gemeinschädlichkeit des Talmuds, vielmehr dessen, die allgemeine Wohlfahrt
und das Wohlverhalten der Juden um hohen Grade fördernden und sichernden Lehren
durch getreue Auszüge aus dem Talmud und den auf denselben sich gründenden, die
Praxis entscheidenden Codices zu belegen.
Wir beginnen
aber mit dem zuletzt Erwähnten, mit Widerlegung der falschen Beschuldigungen
des Talmuds und dem Nachweis des faktischen Gegenteils derselben.
(Fortsetzung
folgt)
Quelle: S.R. HIRSCH: Gesammelte Schriften Band VI Frankfurt am Main 1912
Von befreundeter Seite
bin ich um eine kurze, gemeinfassliche Darstellung der Beziehung des Talmuds
zum Judentum und zu der sozialen Stellung seiner Bekenner ersucht worden. Das
Jahrhundert, dem man gewöhnt war, die Palme erleuchteter Humanität und allgemeinerRechtsachtung zureichen, scheint leider nicht zur Rüste gehen
zu wollen, ohne dem aufrichtigen Menschenfreund den bitteren Schmerz
gründlicher Enttäuschung gebracht zu haben. Wahrheiten, die man längst in das
Geistesinventar der Menschheit eingebürgert glaubte, sind wieder in Frage
gestellt, und begraben geglaubte Vorurteilen feiern mit Schrecken erregenden
Folgen ihre Auferstehung.Vor allem
leiden die Juden unter diesem Rückschritt der Erkenntnis und Gesittung. Die,
wie man meinte, längst gelöste, sogenannte Judenfrage, suchen judenfeindliche
Bemühungen noch erst wieder Regierungen und Räten als Gegenstand von Erwägungen
und Beschließungen zu empfehlen, und die Gestattung, die auch den Juden
zukommende Ägide unantastbarer Rechtsgleichheitwieder in Zweifel zu stellen, lassen die niedrigen Leidenschaften
unheilvollen Hasses und feindseliger Mißgunst in der Brust von Bevölkerungen
wieder Nahrung gewinnen, die längst gewöhnt waren, in dem Juden einen
gleichberechtigten Mitbürger zu achten, dessen redlicher Fleiß und
gemeinnützige Arbeitsamkeit, sowie immer zu spenden bereite menschenfreundliche
Wohltätigkeit ihm von selbst Anerkennung und Wohlwollen seiner Landesgenossen
erworben hatten.
Von je aber war der
Talmud der Leidensgefährte des Juden, und das Vorurteil, dem der Jude erlag,
traf immer auch in erster Linie den Talmud, ja kenntnislose Voreingenommenheit
war immer vorschnell bereit, die angebliche Gemeinschädlichkeit, deren man das
Verhalten des Juden anklagen zu können vermeinte, auf den Talmud, als dessen
Urheber zurückzuführen, so daß selbst sonst wohlwollende Kreise, denen eine
Berichtigung ihrer Ansichten auf einem ihnen fern liegenden Gebiete nicht
zugänglich war, und die in dem Talmud nur eine nicht urwüchsige Beifügung zum
Judentum erblickten, der Meinung Raum geben konnten, eine Lossagung vom Talmud
wäre sowohl im Interesse der Judenheit, als der übrigen Staatsgenossen, in
deren Mitte die Juden leben, allen Ernstes zu wünschen, und die allmähliche
Entfremdung jüdischer Zeitgenossen vom Talmud als ein wirklicher Fortschritt
der Gegenwart beifällig zu begrüßen.
Diese, vom den
Erfahrungen der jüngsten Zeit getragenen Erwägungen gaben zu dem mir
zugekommenen Ersuchen Veranlassung, in gemeinschaftlicher Darstellung die
Beziehung des Talmuds zum Judentum und zu der sozialen Stellung der Juden
darzulegen und durch möglichst wortgetreue Auszüge aus den talmudischen
Schriften auch jedem nichtjüdischen unbefangenen Leser die Bildung eines
richtigen Selbsturteils über den Einflusses des Talmuds auf seine Bekenner zu
ermöglichen.
Ich hab mich der Lösung
dieser Aufgabe gerne unterzogen und hoffe, mit den folgenden Blättern dem
Zwecke nach besten Kräften entsprochen zu haben. Wo sich mir die Gelegenheit
darbot habe ich mit Vorliebe solche Sätze ausgezogen, die mit ihrem Wortlaut in
dem jüdischen Volksbewußtsein heimisch geworden und dadurch den unmittelbarsten
Einfluß auf die Gestaltung jüdischer Gesinnung und Grundsätze geübt haben.
So mögen denn diese
anspruchslosen Blätter allen den sich als Quelle besserer Erkenntnis darbieten,
die gerne Vorurteil gegen Wahrheit austauschen, mögen sie insbesondere von
allen denen einer Einsicht und Kenntnisnahme gewürdigt werden, die vermöge
ihrer Stellung und Wirksamkeit berufen sind, auf die Geschicke jüdischer Staatsgenossen
einen Einfluß zu üben, und möge die Zeit nicht allzuferne liegen, die in allen
Anliegen menschengesellschaftlicher Verhältnisse, durch Erkenntnis des Wahren
und Huldigung des Rechten, die Wünsche allgemeinster Wohlfahrt zu
hoffnungsreicher Erfüllung bringen wird.
____________________________
(Fortsetzung folgt)
Quelle: S.R. HIRSCH: Gesammelte Schriften Band VI Frankfurt
am Main 1912
I.Das Jerusalem der
Zukunft und dieWeltgeschichte Die
einstige politische WiedererhebungJissroéls (Jes. K.33) 5. Folge
Das
sind die Prinzipien des individuellen und Gesamtheils der Menschen und Völker,
die Jissroél durch seine ganze
Geschichte zu veranschaulichen gesandt ist. Diese Prinzipien, diese
eigentümlichen Seile des jüdischen Zeltes sind es aber, die von der nichtjüdischen
Welt völlig verlassen worden נטשו חבליך und darum kommt man dort nie über den Anfang hinaus. Wenn man
einst in Zijaun bereits in den Hafen eingelaufen, dort die Fülle der
Errungenschaften bereits zur Verteilung gekommen und unkriegerische, Lahme
Gescholtene bereits Trophäen errungen haben. אז חלק עד שלל מרבה פסחים בזזו בז- steht die übrige Menschheit da und bemüht
sich vergebens noch erst den Mastbaum zu befestigen, und ist noch nicht einmal
dazu gekommen eine Wimpel zu entfalten בל יחזקו כן
תרנם בל פרשו נס !!
Gleichwohl spreche die anwohnende Menschheit nicht: ich bin also dem
Siechtum verfallen! Das Volk selbst, das dort wohnt, war nicht immer eines
solchen Loses fähig und würdig, und ist nicht ein solches Los fähig und würdig
geworden. Eine ganze verirrungsreiche Vergangenheit liegt auch hinter seinem
Rücken, auch das Volk, das dort wohnt, steht auf Sündenvergebung, und der
gleiche Weg verspricht auch der Gesamtmenschheit Gesundung und Heil
וכל
יאמר שכן חליתי
העם
הישב בה נשא עון -
Im Original befindet sich noch eine zweite Abhandlung über Thamus II. שמעו דבר ד',
mit Gottes Hilfe bringen wir es hier nächstes Jahr.
Gesammelte Schriften Sechster Band Frankfurt a.M. 1912 Betrachtungen
zum jüdischen Kalenderjahr S.112-
I.Das Jerusalem der
Zukunft und dieWeltgeschichte Die
einstige politische WiedererhebungJissroéls (Jes. K.33) 4. Folge
Und
auch die verheißene, dann zur Verwirklichung kommende Wiederherstellung und
Wiedererhebung Zijauns wird nichts anderes sein, als die Glorifizierung dieses
sittlichen Moments. Was das Feuer verzehrt hat, hat es für ewig verzehrt.
Faßt dich einmal die Sehnsucht nach dieser verheißene glorreichen jüdischen
Zukunft es möchten deine Augen den jüdischen König in seiner Glorie und das
so fern liegende jüdische Nationalland schauen, und ängstlich vermissest du
alle Vorbedingungen zur Rekonstruierung eines jüdischen Staates wo ist der
Zähler, wo ist der Wäger, wo ist der Zähler der Festungstürme? sprichst du mit
lächelndem Seufzer der Wehmut, so ruft dir das Wort zu: Nicht ein
machtstolzes Volk sollst du sehen nicht ein Volk zu tiefer Lippe fürs Verständnis,
zungengehöhnt, einsichtversagt, und sagt dir mit diesem einen Zunge, was die
nichtjüdischen Staaten sind und was der jüdischer Staat dereinst nicht sein
soll.
Und wie charakterisiert das Begriff und Wesen malende Worte unsere
Gottessprache mit diesem einzigen Zuge Macht und Politik nichtjüdischer Staaten
bis auf den heutigen Tag!
עם נועז: nicht עם נועז ,עם עזnennt es die Staatenmacht der
Völker. Nicht selbständig in sich die Bedingungen der Festigkeit und Dauer, der
Widerstandsfähigkeitund
Unvergänglichkeit habend, nicht עז,
sondern נועז: künftig zu
dieser Festigkeit und Widerstandsfähigkeitgebracht, passiv in ihrer Macht,
abhängig in ihrer Macht und durch ihre Macht, so lange eben diese Macht
nur auf äußere Bedingungen gestützt und durch diese äußeren Stützen bedingt
ist. Jedes Individuum, sei es Mensch oder Staat, das nicht seinen äußeren
Machtkries trägt, sondern von ihm getragen wird, das Reichtum und Schätze, oder
Kanonen und Ländergebiet zu seinem Dasein und seiner Größe bedarf, ist das
schwächste, hilfloseste Wesen unddas
Gebiet der äußeren Macht ist, die ihn trägt; denn es ist נועז, abhängig von allen Wechselfällen, denen alles Äußere, also
auch diese Mittel und dieses Machtgebiet unterliegen, und um so abhängiger, je
mehr Berührungspunkte es eben durch seine größereMachtstellung dem Wechsel des Wechselvollen
bietet. Das ist die Staatenmacht, der eine staatliche Faktor, auf den du nicht
schauen sollst, wenn deine Gedanken einmal vorgreifend die Rekonstruierung
Zijauns entwerfen, möchten.
Und der zweite Faktor, der den Staatenbau charakterisiert, auf den du nicht
schauen sollst, heißt Politik. עמקי שפה משמוע zu tiefer Lippe um verstanden zu werden!. Das Man spricht
nicht um verstanden zu werden, sondern um nicht verstanden zu werden. Das Wort
wird zum Panzer der Gedanken ist das nicht jene Kunst des Altmeisters der
Diplomatie, dem Gott die Sprache verliehen nicht zur Mitteilung der Gedanken,
sondern um die Gedanken zu verhüllen? Und nun siehe, wie diese den Menschen in
dem tiefsten Nerv seiner Sittlichkeit tötendediplomatische Lüge nach dem Worte der Gottessprache sich rächt. Die
Diplomatie ist עמקי שפה משמוע,
spricht so tiefer Lippe, daß sie nicht verstanden werden kannund findet dadurch ihre rächende Strafe, daß
sie nun נלעג לשון אין בינה,
von der Zunge des andern gehört wird, sie meint ihn zu verstehen, und wird eben
dadurch getäuscht, sie versteht was die Lippe der äußere Ausdruck
spricht,aber nicht was die Zunge
(Vergl. Job K.27,V2. Ps 52 V.4. Jes. K. 59, V.3 usw.)- die innere Meinung birgt, sie hat שמיעה, Verständnis, aber nicht בינה, vermag nicht zwischen den Zeilen
zu lesen, d, diese eigentliche wahrhafte בינה. Der diplomatische Stümper spricht unklar; der Hörer weiß, daß
er ihn nicht versteht. Der diplomatischeMeister spricht klar, und täuscht eben durch diese Klarheit.
Das ist der zweite Faktor einesStaatenbaues, der beider Rekonstruierung Zijauns nicht zum Muster dienen
soll.
Vielmehr: Schau Zijaun die Metropole unsrer Bestimmung, da sehen deine
Augen Jerusalem als sicher ruhende Stätte, als ein Zelt, das nicht selber
gesteckt hat und darum auch nicht immer wieder ausreißt seine Pflöcke, und
dessen Seile alle darum auch nimmer reißen!
Warum kommen die Staaten der Weltgeschichte nimmer zur Ruhe? Weil sie
Zelten sind, die ihre Pflöcke selbst erst
gesteckt haben und sie darum immer wieder ausreißen! Weil die Prinzipienund Gesetze, die sie tragen sollen, nicht
ihnen unantastbar gegeben, sondern von ihnen erst selber erzeugt und gesetzt
darum aber auch immer von ihnen selbst aufs neue gelockert und umgestoßen
werden. So langedie Staaten ihre
Zeltpflöcke , ihre Prinzipien und Satzungen selber legislatorisch immer erst
zu setzen haben, so lange werden sie mit diesem ersten Gesetzgebungsgeschäft
nie fertig werden. Es sind nimmer die über allen menschlichen Interessen und
Meinungen stehenden ewigen unantastbaren Mächte: Wahrheit und Recht, es sind
immer nur die bewußt und unbewußt von zeitlichen Interessen zeitlich
erzeugten, menschlichen Anschauungen von Wahrheit und Recht, auf welchem
darum immer nur jeweilig die Staaten ruhen, alle Prinzipien werden nur durch
die Staaten geschaffen und gehalten es fehlt das Prinzip das sie selber
schaffe und halte.
So nicht Jeruschalaim-Zijaun!Zijaun, diese geistige Kernhöhe, umschließt als Burg die ewigen
unantastbaren, göttlich gegebenen Gesetze, unserer Bestimmung קרית מועדני und daran lagert sich
Jeruschalaim die staatliche Verwirklichung dieses Gesetzes als
erschütterungslose ruhige Stätte, als ein Zelt, das von seinen Pflöcken und
Seilen gehalten wird, das nicht selber erst diese Pfeile und Pflöcke zu halten
hat.
Denn wenn dort Gott uns Majestät sein wird werden wir weder in Handelsgröße
noch im Kriegsmacht unsern Stolz suchen so sehr auch die natürliche Lage
beides begünstigt sondern indem Gott unser Richter, Gott unser Gesetzgeber
ist, d.i. indem Er und Er allein unser sozialesund sittliches Leben regelt שופטנו
ומחקקנו wird Er zugleich unser König
sein, wird unser äußeres und inneres Geschick lenken und leiten, הוא יושיענו , das wird uns Heil schaffen.
* * *
(Fortsetzung folgt)
Gesammelte Schriften Sechster Band Frankfurt a.M. 1912 Betrachtungen
zum jüdischen Kalenderjahr S.112-
I.Das Jerusalem der
Zukunft und dieWeltgeschichte Die
einstige politische WiedererhebungJissroéls (Jes. K.33) 3. Folge
Empfanget
ihr Stoppeln, gebärt ihr Stroh,
Eure eigener Geist ists, der euch als Feuer verzehrt!
Das ist das schmerzlich große Resultat der Weltgeschichte von dem Nimrodsbau
des Staatenruhms bis zu diesem Ende der Tage. Das Prinzipium, daß die Menschen
im ganzen und einzelnen in sich aufnehmen und dem sie ihr ganzes Wesen mit
allen Kräften und Mitteln zur Zeitigung hingeben, ist von vornherein kein
lebensfähiger Kern, ist von vorneherein nicht das, wofür Gott die Welt und in
der Welt die Menschen geschaffen, ist nur das Untergeordnete , Äußere, zum
Mittel, nicht zum Zweck Bestimmte,
verhält sich zur Bestimmung des Menschen, wie das Stroh zur Ähre, ja, noch
nicht einmal wie das noch frische Ähre mindestens versprechende Stroh, ist die
schon abgelebte, abgenutzte blasierte Stoppel woher soll der Mensch die
fröhliche Ernte kommen? Sie war geschwängert mit Stoppeln und konnte es daher
nie weiter als höchstens bis zum Stroh
bringen, und es gehört die ganze schmerzensreiche Erfahrung vergeblicher
Jahrtausende dazu, sie zum Bewußtsein zu bringen, daß nicht Sonnenschein und
Regen, nicht Wind und Wetter der Geschicke, daß von innen heraus, daß ihr
eigner Geist, daß das verkehrte Prinzip, die verkehrte Richtung es ist, an dem
wie am Feuer, die Stroh- und Stoppelideale des Menschenbeginnes zu Schanden werden. Ganze
Völker, die im Glorienscheine mit klingende Spiele über die Bühne der Zeiten
gewandelt, sinken, untergehend zur Bedeutung des Kalks für den künftigen
Gottesbau aus dem Wege zu räumen sind das ist die Bedeutung der Ereignisse um
das Ende der Zeiten, wenn Gott aufsteht.
* * *
Mitten in die Gänge der Zeiten, ja mitten in das Getriebe der Völker
hineingestreut, leben seit Jahrhunderte Söhne eines Volkes, deren nationaler
Menschentraum längst schon vor dem Finger des göttlichen Verhängnisses
geschwunden, deren Menschenmacht und Menschengröße sich am früheste als Stroh
und Stoppeln vor dem zehrenden Feuer der göttlichen Allmacht erwiesen, die eben
darum hätten vorbereit sein sollen für diesen Ausgang aller weltgeschichtlichen
Herrlichkeit gottentfremdeter Völkergrößen, die darum, wenn sich die Endereignisse vollziehen während die
Gottfernen hören was Gott getan als die Gottesnahen zu verstehen berufen
sind die ganze Tragweite der Entfaltung der Gottesallmacht.
Während der ganzen prüfungsreichen Zeit der Galuth-Vergangenheit, wo die Söhne Zijauns
die Völker alle in dem ganzen Prunke ihrer nationalen Größe auf den Thronen der
Weltherrschaft erblicken, an deren Stufensie selbst, die Söhne Zijauns, als die Bettler unter den Nationen im die
Brosamen der menschlichen Existenz zu betteln hatten, während dieserganzen Trümmer- und Trauerzeit Zijauns waren
es in Zijaun doch nur Sünder und Heuchler, denen es um Zijauns Gegenwart und Zukunft bangen
konnte, die zur
Selbstentschuldigungals Sünder oder
zur Beschönigung anderer als Heuchler unterBangen und Zittern sprachen: Wer kann auch uns bleiben bei diesem
zehrender Feuer, wer uns bleiben auf dieser ewigen Brandstätte! waren es doch
nur Sünder und Heuchler, die in zitternder Angst die jüdische Armut mit der
Völker Reichtum,die jüdische Schmach
mit der Völker Macht, die jüdische Helotengestalt mit heroischen Erscheinung nationaler Machtentfaltung ringsum verglichen
und zagend seufzend: Wer kann es uns, wem können wir es verdenken, wenn man
sich von uns wendet, wenn die jüdische Reihen immer lichter und lichter werden,
wenn immer mehr und mehr es an Mut gebricht, unter solchen Auspizien Jude zu
bleiben! Hat uns doch daszehrende
Sinai- Feuer weggebrannt all, was anMenschenmacht die Menschenexistenz bedingt! Ist doch die nationale
Geschichte der Juden sei Jahrhunderten nichts als ein ewig lodernder
Scheiterhaufen!!Es waren doch nur Sünder und Heuchler, denen
als Juden das jüdische Geschick, trotz alles Herben, , also erschienen; es
waren in Zijaun doch nur Sünder und Heuchler die also sprachen. Wer in
Sitte, Wort und Tat pflichtgetreu, wahr und redlich ist, wer nicht nur nichts
Böses tut, sondern Abscheu und Ekel hat vor allem Unrechten und Gemeinen und
mitten in einer Welt, in welcher Macht und Leidenschaft vor nichts
zurückschrecken, in welcher Gewalt dominiert und Leidenschaft gesucht wird,
Verbrechen und sinnlich Schlechtes selbst in Vorstellung und Anschauung flieht
der vermißt das nicht, was das zehrende Feuer auf der jüdischen Brandstätte
an äußerer Machtentfaltung und Hoheit weggebrannt, der steht eben durch diese
innere, Gott zugewandte und von Gott getragene und geschützte sittliche Kraft
gehoben über allen Wechsel, den die Erde bietet, der schreitet über die
Brandstätten irdischer Gewalt und Hoheit gehoben und sicher, des Brot ist
immer gegeben, des Trunk nimmer versiegend und eben die Dokumentierungdieser allem obliegenden, selbständig
genügenden Macht des sittlichen Momentes im Menschen, das ist die Bedeutung des
jüdischen Galuth bis zum Ende der Tage hin wo Gott aufsteht
(Fortsetzung folgt)
* * *
Gesammelte Schriften Sechster Band Frankfurt a.M. 1912 Betrachtungen
zum jüdischen Kalenderjahr S.112-
I.Das Jerusalem der Zukunft und
dieWeltgeschichte Die einstige
politische WiedererhebungJissroéls
(Jes. K.33) 2. Folge
In welch trostarme Zeit versetzt uns der Eingang dieses Prophetenwortes!
Nicht im Menschenkreise mehr, aus dem Menschenkreise hinaus haben die Engel des
Friedens ihren Sehnsuchtsruf, Gott zu schauen gerufen, und sitzen nun nieder und
weinen! Sie haben darauf verzichtet, im Menschenkreis nach Gott zu schauen. Wo
Gott wohnt, wohnt die Freude, und im Menschenkreis wohnt der Jammer. Wo Gott
wohnt, wohnt der Friede, und im Menschenkreise wohnt der Streit. Wo Gott wohnt,
wohnt das Heil und das Leben, wohnt die Blüte und der Segen, und im
Menschenkreise wohnt das Elend und der Tod, wohnt die Verkümmerung und die
Verödung. Sie sind von Gott gesendet um das Werk des Friedens zu bringen, aber
die Menschenerde ist keine Stätte mehr für ihre Sendung. Das mit so vielem Geist
und so vieler Kraft angestrebte Ziel des gesteigerten Verkehrs, der
allseitigsten Verbindung, des lebendigsten Austausches der Güter und Leistungen
und des bis zur höchsten Blüte ausgebeuteten Reichtums der Natur ist
gescheitert. Die Verkehrsbahnen liegen öde, einer kommt nicht mehr zum andern,
Städte liegen in Verfall, und die Natur, die den Menschen zum tragende und
nährende, die mit so vieler Einsicht und Umsicht, mit so vielem Fleiß und so
vieler Kraft im Dienste des Menschen angestrengten Erde, bis in ihre
entferntesten Winkel liegt sie zerknickt, versagt sie den Dienst, hat sie Kraft
zur Blüte und zum Segen eingebüßt.
Und woher dieses alles? Ist die Welt gealtert? Steht sie im Stadium ihrer
Grabeslegung? Ist überhaupt der Fluch von außen gekommen, daß eine feindliche,
äußere, dämonische Macht, die das Lachen und die Freude haßt und sich nur an
dem Jammer und der Träne weidet, sich dem Gedeihen und der Blüte der Menschen
entgegenstemmt, welcher vergebens der Mensch mit allen seine Erfindungen und
Anstrengungen entgegenarbeitet und die so erträumte Herrlichkeit des Menschen
zum trostlosen Gelächter macht? Ist es das? Es ist es nicht! Es ist der Mensch,
der das Bündnis mit dem Menschenheil und dem Natursegen zerrissen, es ist der
Mensch, der sein eigenes Städteglück verworfen, es ist der Mensch, der, indem
er sittlich gesunken, indem er Enosch wurde, sich gedankenlos dies
alles verscherzt. Er meinte sein Glück zu sichern indem er die Welt eroberte
und vergaß, daß er sein Glück preisgibt indem er sich selbst verliert. Er
vergaß, daß nicht von außen herein, daß nur von innen heraus das Menschenheil
begründet wird und daß sittlichsein nicht ein luxuriöses Letztes, sondern das
Erste, Unerläßliche, Unersetzliche sei. Er vergaß, das keine physische, mechanische,
daß eine sittliche Ordnung die Welt, des Menschen Welt regiere und daß vielmehr
die Blüte der Menschheit nicht ein Produkt der Natur, daß vielmehr die Blüte
der Natur ein Produkt der Blüte der Menschheit sei. Er vergaß, daß, wie das
Prophetenwort es ausspricht, wenn er trauert, die Erde zerknickt ist und bis in
die Entblätterung des Libanongipfels hinauf seine Gesunkenheit gefühlt wird;
oder, wie diese, die Verkehrtheiten niedergelegt ist, daß Adam nicht von Adama
sondern Adama von Adam stammt, und die Erdwelt die dem Menschen angetraute, mit
ihm steigende und fallende Gattin für immer ist.
Was aber die gesandten Gottesboten nicht sehen, sieht der sie sendenden
Gott. Wo die Erde ihre Hoffnungen verliert beginnt das austoben, sein Traum der
absolutenbevor Menschenherrlichkeit
durchgeträumt werden bevor auch nur ein Strahl aufdämmerden
Wahrheitsbewußtseins seine Stätte findet. So lange der Mensch auch nur an einen
Spinnefaden den Traum weiter anknüpfen konnte, als vermöge er - ohne sittliche Unterordnung seines ganzen
Wesens und Strebens unter Gott sich auf eigene materielle Füße zu stellen,
als sei seine Hoheit die absolute, höchste über die Erde, und als habe er nicht
nur Lehnsträger und Diener eines Höheren zu sein so lange mögen die Engel des
Friedens weinen auf dieser ganzen, von dem sich selbst vergötternden
Traumist kein Raum für die Herrlichkeit
des Alleinen und sein Reich.
Allein wenn erst das Traumschloß seiner Herrlichkeit vor dem Menschen in
Trümmern liegt, wenn die ohne Gott gesuchte Bezwingung der Natur und
Konstituierung des Menschenglückes auf die Bezwingung der Natur in soziale
Verödung, Isolierung und Zertrümmerung und in physische und kosmische
Verkümmerung geendet, wenn
Der Saron wie die öde geworden
Und Basan und Karmel sich entblättert
Jetzt stehe ich auf, spricht dann Gott, jetzt zeige ich mich in der Höhe,
jetzt werde ich hochgetragen jetzt ist Raum da, daß ich die Leitung der
Verhältnisse ergreife, jetzt ist der Mensch vorbereitet meiner Erhabenheit inne
zu werden und sich wie zum Träger meiner Herrschaft zu bieten
Gesammelte Schriften Sechster Band Frankfurt a.M. 1912 Betrachtungen zum
jüdischen Kalenderjahr S.112-
I.Das Jerusalem der
Zukunft und dieWeltgeschichte Die
einstige politische WiedererhebungJissroéls (Jes. K.33)
Unter den Gedenktagen unseres Churban stehen der 17. Thamus und der 9. Aw
im Vordergrund. Am 17. Thamus הובקעה העיר, ward die Stadt eingenommen, am 9. Aw נשרף ההיכל
ward der Tempel verbrannt; Somit ist der 17. Thamus der Gedenktag des
Untergangs unserer politischen Größe, der 9. Aw der Zerstörung unseres
religiösen Heiligtums.
Wenn wir nun auch von Jahr zu Jahr den Gedenktag des Untergangs unseren
politischen Fallesbegehen und nun schon
fast zweitausend Jahre bis zur ersten Thamuskatastrophe zurückblicken können,
wenn wir somit jedenfalls bereits bald um ein paar tausend Jahre der
politischen Sühne unseres politischen Falls, der einstigen auch politischen
Restauration Jeruscholoim-Zijaun näher gekommen so dürften wir wohl einmal diese
unsere politische Zukunft ins Auge fassen, dürften wohl einmal einer der vielen
prophetischen Schilderlungen derselben lauschen, um am Gedenktage unseres
politischen Falls vielleicht auch diesem Bilde dessen was wir sein werden, das
zu erkennen was wir nicht gewesen und daraus die Bedeutung des langen, langen,
jahrtausend langen Weges zu erkennen, der uns zu dieser Zukunft geleiten soll.
Nun sind aber wohl einige prophetische Schilderungen dieser Zukunft
bedeutsamer als das Wort, das hierüber Jesajas Kap. 33 gesprochen, und dieses
Wort ist um so inhaltsschwerer, weil es diesen Ausspruch dessen, was die
Zukunft sein wird, damit einleitet, uns zu sagen was diese Zukunft nicht sein
wird, und zugleich das sozial-politische Gemälde der Zeit skizziert, in welcher
diese Zukunft ihren gottsendeten Anbruch feiert. Es ist somit ein Wort, das
nach allen Seiten hin seine aufhellenden Strahlen wirft, und dieses Wort so
weit wir es verstehen und im schwwchem Nachhall wiederzugeben vermögen lautet
also:
Siehe! Ihr Ich möchte Gott schauen! haben sie hinausgeschrieen
Und weinen nun bitter, die Engel des Friedens.
Es feiert, der sonst die Straße zog.
Zerstört hat den Bund, Städte verworfen,
Hat nicht nachgedacht der sittlich gesunkene Mensch.
Sobald er trauerte war zerknickt die Erde,
Hatte er den Libanon gebleicht,
Hatte ihn gewaltsam entfruchtet;
War der Saron wie die Wüste schon
Und es entblättert sich Basan und Karmel
Jetzt steheich
auf, spricht Gott,
Jetzt zeige ich mich auf der Höhe,
Jetzt, ich mich erhoben!
Empfanget ihr Stoppeln, gebärt ihr Stroh!
Euer eigener Geist
Verzehrt euch als Feuer
Und es werden Völker Kalkbrandstätten,
Gefällte Dörner, in Feuer verbrannt.
Höret, Ferne, was ich getan,
Erkennt aber, Nahe, meine Stärke!
Sünder mochten in Zion fürchten,
Heuchler mochte Zittern ergreifen ;
Wer wirduns
bleiben bei dem verzehrenden Feuer,
Wer uns bleiben auf den ewigen Brandstätten!
Wer durch seinen Wandel wohltut,
Durch sein Wort das Gerade fördert,
Verschmäht Gewinst und Bedrückungen,
Schüttelt seine Hände Bestechung nicht zu fassen,
Sperrt sein Ohr Blutschuld nicht zu hören,
Und schließt seine Augen auf nichts Böses hinzusehen,
Der wird immer in Höhen sicher ruhen.
Felsenburgen sind seine Feste,
Dessen Brot ist immer gegeben,
Dessen Trunk nimmer versiegend!
Den König in seiner Schöne möchten deine Augen schauen,
Möchten sehen das in Fernen liegende Land;
Da sinnt denn ängstlich dein Herz:
Wo ist der Zähler, wo der Wäger,
Wo der Zähler der Festungstürm - ?
Auf ein machtstolzes Volk sieh nicht aus,
Nicht auf ein Volk zu tiefer Lippe fürs Verständnis,
Zungengehöhnt, einsichtversagt
Zijaun schau, die Burg unserer Bestimmung,
Da sehen deine Augen Jeruscholoim, eine sicher ruhende
Stätte,
Ein Zelt, das sie nicht gesteckt hat [יצען = יצע אותן]
Nicht immer selbst wieder ausreißt seine Pflöcke;
Und von dessen Seiten keines reißt.
Denn wenn dort Gott Majestät uns ist,
Dort, ein Flußgebiet weitgeuferter Ströme,
Wird doch kein Streiffschiff es befahren,
Kein Stolz Gefährte es durchkreuzen,
Denn Gott unser Richtern Gott unser Gesetzgeber,
Gott unser König, der wird uns helfen!
Denn Seile hat man freilich verlassen
Darum werden sie auch nimmer ihren Mastbaum festigen,
Haben noch nicht einmal Wimpel ausgebreitet
Während dann schon unendlicher Gewinn verteilt worden,
Und Lahme die Beute erbeutet
Und gleichwohlspreche der Nachbar nicht: Ich bin also dem Siechtum verfallen,
Das Volk selbst, das dort wohnt, ist von Sündenvergebung getragen
.
(Fortsetzung folgt)
Gesammelte
Schriften Sechster Band Frankfurt a.M. 1912 Betrachtungen zum jüdischen
Kalenderjahr S.112-
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH aus dem Kommentar zur Haftoro 2. Tag Schowuauss
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH
(1833 1900)
הפטר ליום שני של שבועות
Aus dem Kommentar zur Haftoro des 2.Tages Schowuauß
Habakuk, Kap. 2, Vers 20 und folgende
Der Ausblick auf den durch alle Gänge der Geschichte zum Heile der Menschheit herbeigeführten Sieg des in dem auf den Sinai offenbarten Gottesworte enthaltenen ewigen Menschenideales, der Hinblick auf alle die weltgeschichtlichen Kämpfe und Erschütterungen, durch welche die Erziehungsgänge zu diesem Ziele führen, der Gedanke, daß die einstige Offenbarung am Sinai, mit der Gott in Jissroéls Kreis trat, ihre Vollendung in derGeschichtsoffenbarung an die Menschheit und in dem einstigen Eintritt Gottes in die Gesamtmenschheit finden werde (V.3 f.); daß es ferner dieselbe Vaterhuld und dasselbe Vatererbarmen des Gottes der sinaitischen Offenbarung sei, die auch in demZorneshauche der scheinbar nur Verderben und Zerstörung bringenden geschichtlichen Verhältnisse das ewige Ziel anstrebend walten: das sind die Gesichtspunkte, die gerade dieses Prophetenwort für das Fest der Offenbarung wählen ließen. Noch inniger wird diese Beziehung durch die herrlichen Verse, die den Träger dies Gotteswortes, Jissroél, aller Güter beraubt, die sonst dem Leben Schöne und Reiz verleihen, nur um dieses Wortes willen und durch dieses Wort, nicht nur als das unsterbliche, alles überdauernde, sondern auch als das in Armut und trotz seiner Armut heiterglücklichste Volk alle alle diese Zeiten durchdauernd zeigen, das nicht mit der Märtyrermiene des Dulders, sondern von seinem Gott getragen mit dem Jauchzen des Siegers dem ewigen Ziele heiterglücklich entgegenzieht.
Kap. 3, V.1 :תפלה .על שגיונות Selbstbeurteilung, sich vor Gott zurechtfinden wegen der Irrtümer ist die Überschrift dieses Kapitels. Damit wird unmittelbar auf die beiden vorhergehenden Kapitel des Prophetenwortes zurückgewiesen. Habakuk hatte (Kap.1) die aufblühende babylonische Macht geschaut, die Zerstörerin des assyrischen Weltreiches. Ihre Siege waren, so hatte es der Prophet Nachum zuvor verkündet, die Vollstreckung des Gottesgerichtes an der ihre Herrschergewalt zur Aussaugung der unterworfenen Länder missbrauchenden, in Üppigkeit versunkenen Ninive. Und nun schaut Habakuk dieses siegreiche Babylon ganz in demselben Machtmissbrauch schwelgend! Kriegerischer Ruhm sein einziges Ideal, Eroberungsgier die einzige Triebfeder, und die unglücklichen Bewohner der eroberten Länder, zahllos und wertlos wie der Sand des Leeres gefangen fortgeschleppte. Bei diesem Anblick hatte sich der Brust des Propheten die bange Frage entrungen, warum denn Gott den Sieg der Gewalt zulassen und dem Triumphe der Frevler und der Unterdrückung der Braven ruhig zuschaue. Dadurch müsse das Rechtsbewusstsein der Menschen getrübt und der Glaube an die göttliche Weltregierung erschüttert werden. Darauf war ihm in den großen zweiten Kapitel, das die Grundzüge der ganzen Philosophie der Geschichte, die beruhigende Antwort geworden, die sich in dem Satz zusammenfasst: die Weltgeschichte ist das Weltgericht. Jeder Sieg der List und Gewalt sei nur ein vorübergehender, je nicht auf Recht und Sittlichkeit gegründete Größe werde durch ihr Geschick selbst das weltgeschichtliche Wehe! verkündigen, das jedes Unrecht unrettbar sich selbst bereitet.
Auf diese von dem ewigen Lenker der Geschichte selbst erteilte Antwort bezieht sich nun das in unserem Kapitel enthaltene Gebet, richtiger: die Zurechtfindung; die gewonnene Berichtigung seiner Beurteilung der Geschichte, die der Prophet hier im Rückblick auf seinen früheren Irrtümer ausspricht.
V.3. אלוה מתימן יבוא Der Vers bildet offenbar eine Parallele zu ה' מסיני בא 5 B.M. 33,2, das sich auf die Offenbarung am Sinai bezieht, und das Futurum יבוא hier steht in entschieden betontem Gegensatz zu dem dortigen Präteritum בא.בא , von Gott gebraucht, bezeichnet stets sein Eintreten in den irdischen Kreis. Was mit der Offenbarung am Sinai begonnen, dessen Verwirklichung gehört noch der Zukunft an. Nicht der Vergangenheit gehört das Gotteswort und das Gotteswerk, vielmehr die Zukunft gehört diesem Worte und diesem Werke. Wenn die Offenbarung am Sinai den Eintritt Gottes in Jissroél bezeichnete, so wird hier auf den Eintritt Gottes in die Gesamtmenschheit hingeblickt. Gott wird von Theman kommen. Freilich Vorbedingung ist die sittliche Erhebung der Menschheit, denn es ist der Heilige, d.i. der von den Menschen Selbstheiligung Fordernde, der einziehen will in ihren Kreis. כסה שמים הודו: für die wiedergewonnene Menschheit ist die ganze Schöpfung die Offenbarung seiner Herrlichkeit geworden, aus der Herrlichkeit des Meisters und deshalb erfüllt sein Tatenlob die ganze Erde
V.4. ונוגה וגו' In der Gegenüberstellung mit אור ist נוגה Schein, Glanz, Schimmer. Was jetzt nur ein schwacher Schimmer ist, die Gotteserkenntnis, die jetzt nur als dunkles Ahnen, die Gotteshuldigung, die jetzt nur als stilles Sehnen in der Menschen Herzen lebt, wird dann zum hellen Sonnentage, was jetzt nur ein schwacher Schein, wird zum weltdurchstrahlenden Lichte werden. קרנים וגו': diese siegreiche Strahlenkraft קרן, strahlen קֶרֶן, Horn zugleich Symbol der Kraft) wird diesem Schimmer von Seiner, von Gottes Hand verliehen, ושם: und dort, darin, in diesem Siege der Wahrheit über den Wahn, des Lichtes über das Dunkel, des Göttlichen im Menschen über die jochende Macht der Leidenschaften, in diesem sich im Gange der Ereignisse vollziehenden Siege liegt: חביון עזו, die Hülle der siegenden Gottesallmacht. Das ה des Khetib bezeichnet den Schein der Schwäche.
(Die Haftoroth übersetzt und erläutert, Frankfurt am Main 1896: S. 498-505Kommentar zu Habakuk Kap 2 V.20 )
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH aus dem Kommentar zur Haftoro des 1.Tages Schowuauss
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH
(1833 1900)
הפטר ליום ראשון של שבועות
Aus dem Kommentar zur Haftoro des 1.Tages Schowuauss
Ezechiel, Kap. 1, Vers 1 und folgende
Das in der Haftora mitgeteilte große prophetische Gesicht Ezechiels enthält die tiefste und erhabenste Anschauung des Gotteswaltens in Natur und Geschichte, zu dessen Verständnis die von der Thora gelehrte Gotteserkenntnis und der Sprachgebrauch des Gotteswortes der Schlüssel bietet. Das Kapitel eignet sich jedoch nach den Worten der Weisen wegen seiner Tiefe nicht zur öffentlichen Erläuterung. Wir haben deshalb auch auf eine Übersetzung verzichtet, die ohne Erklärung nutzlos wäre und nur zu Missdeutungen führen würde. Wir beschränken uns deshalb auf zwei Bemerkungen.
Tief sinnig ist zunächst schon wegen des ersten Verses die Wahl dieses Kapitels für das Fest der Gesetzgebung. Dieser Vers ruft uns die Tatsache ins Bewußtsein: Kaum dreißig Jahre waren nach der großen Bundeserneuerung unter Joschijahu verstrichen, und schon befand sich der Prophet inmitten der in die Verbannung Geführten, im Exile. Denn von jenem Ereignisse sind diese dreißig Jahre gezählt. Damit werden wir am Feste der Thora daran erinnert, daß der Abfall schon einmal so groß gewesen ist in Jissroél, daß die Thora bei den herrschenden Kreisen selbst in Juda in dem Grade in Vergessenheit geraten war, daß sie für dieselben von dem hohen Priester Chiskijahu wieder gefunden werden konnte. Siehe oben S. 471 f. Werden ferner daran erinnert, daß auch jene Erhebung unter Joschijahu nicht nachhaltig gewesen, daß sie nicht vermocht hatte, die Katastrophe, abzuwenden. Diese hatte vielmehr bereits begonnen. Die Elite des Volkes war bereits, nach Kön. II, 24,16 und mit dem hier V.2 genannten Könige Joachin in die Verbannung geführt worden. So hatten sich bereits die dunklen Schatten des Nachtgeschickes über Jissroél herabgesenkt. Um so mächtiger ergreift uns da die Verkündung, um so gewaltiger tönt sie, Mut belebend, Hoffnung stärkend, aus dem Dunkel: נפתהו השמים ואראה מראות אלהים, wie auch im Exile, fern von heimischen Boden, an dem fremden Strome, über des Propheten Haut sich die Himmel öffneten und er die Erscheinung der Gottesherrlichkeit schaute. Wie also Gott überall nahe sei, und wir mit der Erfüllung der Thora uns seiner segnenden Nähe überall teilhaftig machen können und auch durch die trübsten Erscheinungen des Abfalls uns nicht beirren und nicht entmutigen lassen sollen, das ist der Gedanke, der mit diesen Worten uns grüsst, die gleichfalls noch immer fern vom Lande unserer Bestimmung Weilenden, nachdem wir uns im Geiste wieder am Sinai versammelt und am Feste der Gesetzgebung das große Kapitel der Gottesoffenbarung am Sinai aus der Thora gelesen haben.
Sodann aber enthält der Satz Kap.3, V.3, der als Schlußvers unserer Haftora angefügt ist; das große Ergebnis des im ersten Kapitel mitgeteilten Gesichtes. Die Worte: ותשאני רוח ואשמע אחרי וגו' enthalten den tiefsten und kühnsten Gedanken einer Theodicee, den je ein sterblicher Mund ausgesprochen. כבוד ה' ist die Offenbarung der Herrlichkeit Gottes. ברוך spricht aus, daß sie immer mehr gefördert, ihre Verwirklichung in den irdischen, insbesondere in den Verhältnissen der Menschen immer mehr vollendet werde. Dem menschlichen Blicke erscheint die außerirdischen Welt, das Reich der ewigen Gesetzmäßigkeit, als das Reich der Verwirklichung des göttlichen Willens. Die Erde, insbesondere die menschlichen Verhältnisse, als das Reich der Leidenschaften und der frevelnden Gewalt. Dort das Gesetz Gottes, hier die ewige Dissonanz. Für das Gottesreich des Friedens ist, so glauben wir, bis zu der Zeiten fernsten Ziele auf Erden keine Stätte. Demgegenüber lehrt uns hier der Prophet: Vermöchten wir uns über die Erde zu erheben so wie er vom Gottesgeiste emporgehoben wurde, so würden wir nicht aus Himmelshöhen, sondern hinter uns her, aus der Erdentiefe, aus allem Sturm und Kampfesbraus der Erden den Ruf vernehmen: ברוך כבוד ה' ממקומו! Gefördert wird die Offenbarung der Gottesherrlichkeit überall! Unser Blick schaut nur Bruchteile. Wer das Ganze überschaute, der würde sehen, wie aller Bruch zum Ganzen ringt, alle Dissonanzen zur Harmonie streben, alles Schlechte nur am eigenen Untergange und alle Kämpfe an der Herbeiführung des ewigen Friedens arbeiten. Gewiss ist es der kühnste Optimismus, der aus dieser Weltanschauung spricht. Allein er wurzelt in dem felsenfestesten Vertrauen in die göttliche Weltlenkung, das allein aus der Thora gewonnen wird. Auf der Höhe dieser Anschauung erhält, was sonst als schöner Traum erschiene, die Gewissheit höchster Wirklichkeit.
Wir verehren tief die Weisheit, die am Feste der Offenbarung uns diesen Satz aus dem Prophetenworte darreicht. Einen erhabenen, inhaltsreicheren und für die richtige Heileszukunft verheißungsvolleren hätte sie uns nicht bieten können. Es ist der Sieg der Thora, den er kündet.
(Die Haftoroth übersetzt und erläutert, Frankfurt am Main 1896: S. 495-498Kommentar zu Ezechiel Kap 1 V.1 )
Bringet zum Jauchzen, Völker, sein Volk! Die Geschichte im Lichte des
Abschiedssanges Mosis. (Schirath Haasinu)
Denn wenn euch endlichdie
Wahrheit des Einen Einzigen in seiner ungetrübten Wahrhaftigkeit aufgegangen
sein wird, dann werdet ihr erkennen, daß Er so gerecht als liebevoll ist und so
liebevoll als gerecht dann werdet ihr euch sagen, daß Er der rächende
Vertretersei jedes unschuldig
vergossenen Blutes, jedes unschuldig gekränktes Gemüts, jedes unschuldig
gebrochenen Herzens, jedes um sein Lebensglück gebrachten Menschen, dann wird
das einem ganzen Volke in allen seiner Generationen, dann wird das ungeheure an
seinem Volke verübte Unrecht wie eine schwere Schuld auf euch lasten, und ihr
werdet dann um an seine Liebe appellieren zu können dort die Sühne suchen
wo ihr Unrecht vollbracht. Da stehen die Enkel derer, deren Leiber ihr
gemordet, deren Herzen ihr gebrochen, derer Nacken ihr gebeugt, deren Hüten ihr
geplündert, die ihr gehöhnt, und gejagt und eingepfercht wie man das Raubtier
einpfercht, daß es in die Wohnungen des Menschen nicht komme sie haben keine
Rache im Herzen, nicht einmal ihre gemordeten Väter hatten sie. Eben weil sie
wußten, daß דם עבדיו יקום,
daß das Blut der Gemoderten er räche, daß לי נקם ושלם, daß Gott sich die Rache und die Vergeltung vorbehalten, eben
darum blieb ihr Herz milde und menschlich, duldeten und kannten die Rache
nicht. Eben weil sie es wußten, daß sie עבדיו, um seines Dienstes willen litten, daß ihre Verfolger zugleich צריו zugleich die Widersacher Seines
Reiches auf Erden waren, hielten sie aus ihrem Dienste, gaben sie ihre Rache in
die Hand dessen hin, der ihren Erlösungsmorgen mit den Morgen Seines Reiches
auf Erden für ewig verknüpft, und stellten es Ihm anheim wann Er für beides die
Nacht werde vorüber sein lassen wollen. Und sahen sie denn nicht die Hand des
allgerechten, das Unrecht mit sich selbstbestrafenden Gottes schon jetzt in dem Geschicke ihrer Verfolger walten?
Sahen sie denn nicht die Rache zurückkehren auf Seine Feinde, nicht die Hand,
die ihre Fesseln schmieden, ihrer Kerker bauen, ihre Scheiterhaufen zünden
half, die ihnen den gelben Fleck an das menschliche Ehrenkleid heftete, damit
zugleich die Bande legalisieren, die sie selber von ihren Zwingherrn um Hand
und Füße trugen, die Joche weihen, unter die sie selberden Nacken beugten, die Henkerlust nähren,
die sich an der Verrenkung ihrer eigenen Glieder weidete, den Hochmut
rechtfertigen, der auch ihnen, dem Bürger und dem Bauer, den Speichelwurf des
Hohns ins freie Menschenantlitz schleuderte? Sahen sie nicht den Geist, der die
Judengesetze diktierte, das ganze Prinzip des Rechts und der Menschlichkeit aus
dem Systeme bannen, das nach dem Maßstab der Gewalt und der Interessen, nach
den Diktate des Wahns und des Unrechts die Verhältnisse der Völker, ihr Glück
und ihre Erleuchtung, ihre Freiheit und Gesittung untergrabend, in ewige
Klammern schmiedete, und sich Gerechtigkeit und Gottesordnung nannte? Sahen
sie da nicht, hörten sie da nicht, wie es der Prophet nennt, קול שאון מעיר קול מהיכל קול ד' משלם גמול לאויביו
den Unheilsruf aus den Städten, den Unheilsruf aus den Tempeln, den Ruf Gottes
der seinen Feinden Vergeltung zahlte? (Jes. K.66, V.6) Waren sie denn nicht
trotz allem, in den engen Gebieten, indem man sie einpferchte, eben durch
diese, sie von dem Genius der Menschheit wahrlich nicht beneidenswerten Verhältnissen
ihrer Verfolger absondernde Einpferschung, waren sie nicht in dieser und durch
dieselbe, vermittelst aller der großen und heiligen, von Gott gewährten und mit
seinem Gnadenfittich geschirmten Güter, die man ihnen wider Willen lassen
mußte, an die die Hand ihrer Henker nicht hinan reichte und auch in
verachtenden Blödsinn nicht hinanreichen wollte, waren sie nicht in dieser
weisen Umschränkung trotz allem freier und glücklicher als ihre Dränger,
vielleicht mitten in allem Jammer das einzige freie und glückliche Volk auf
Erden? Sie hatten in ihren innern Verhältnissen und Angelegenheiten schon
längst die Güter alle und genossen ihren Segen, um welche unter Wehen und
Kämpfen, noch heute die endlich wachwerdende Menschheit zur Heilung ihrer eiternden
Wunden ringt. Eine völlige Gleichheit und Brüderlichkeit, in welcher der Armste
dem Reichsten ebenbürtig zur Seite trat und keinen Adel,aber auch keine Leibeigenschaft kannte,
eine Autonomie der Gemeinden, die alle Autorität aus dem Schoße der Gemeinde
hervorgehen und die freie Gemeinde nur unter das, allen Reich, gebietende
Gesetz stellen ließ, eine Association freier Wohltätigkeitsvereine die der
Kommunalwohltätigkeit subsidiarisch zur Seite trat und, das Werk der
Menschenliebe mit freier Hingebung vollendend, kein Proletariat in den
Judengassen aufkommen ließ, eine Gerichtsbarkeit so lange man ihnen das Din
Thora ließ die nichts wußte von endlosen, die Parteien ihren Vermögen
verschlingenden Prozessen, die vielmehr das Recht allen gleich zugänglich
machte und die größten Rechtshändel fast kostenlos rasch und gerecht entschied,
und dazu nun ein Familienleben, das mit seiner Innigkeit den Menschen durch
den Menschen beglückte, und eine Literatur, die den Geist wissenschaftlichen
Strebens zum Gemeingut aller machte, das waren die Genien, die schon in den
Ghettis walteten, als noch alles ringsum der Unfreiheit und der Gewalt; der
Barbarei und dem Blödsinn der Verkommenheit verfiel und die Freiheit und das
Licht nur als Vorrecht weniger Auserwählten erscheinen ließ. Und da hätten die
Söhne der Ghettis nicht gottergeben ausharren, da hätte ihnen nicht die Nacht
selbst, die ihre Dränger begrub, Bürge dafür sein sollen: diese Nacht dauert nicht ewig, in ihr bestraft
sich das Unrecht selbst, das irgendwo das Licht des Rechts und der Humanität
verlöscht, das irgendwo das Recht des Rechts und der Humanität verleugnet, das
irgendwo Gewalt und Unmenschlichkeit zum Gesetz erhebt. Es ist die Stimme
Gottes, die im sozialen, die Stimme Gottes, die im kirchlichen Leben der Völker
Seine Vergeltung übende Hand fühlen läßt, und diese Stimme wird endlich gehört
werden, wird immer lauter und lauter sich Gehör schaffen, wird endlich zu ihrer
eigenen Erlösung die Völker dem Geiste des Rechts und der Humanität unter der
Herrschaft des Einen Einzigen das Szepter ausnahmslos in die Hand gehen lassen,
dem Geiste des Rechts und der Humanität, der dann alle und somit auch die
Fesseln der Ghettiskinder bricht Gottes wird die Erde wieder
וכפר אדמתו עמו
und das frei gewordene Gottesvolk wird die Gotteserde
sühnen.
Quelle: Betrachtungen
zum jüdischen Kalenderjahr:in Gesammelte Schriften von Rabbiner
Samson Raphael HIRSCH, herausgegeben von Justizrat Dr. Naphtali HIRCH Sechster
BandFrankfurt a.M. Verlag J. Kauffmann
1912 S.88-98
Bringet zum Jauchzen, Völker, sein Volk! Die Geschichte im Lichte des
Abschiedssanges Mosis. (Schirath Haasinu)
Diese stille Mission der jüdischen Tatsache hat schon unendliche Früchte
getragen und seitdem nun jenes alte jüdische Gottesvermächtnis in der Sprache
der Völker Gemeingut dieser Völker geworden und mit seinen Anschauungen und
Begriffsbildungen in diese Sprache selbst, diese Wurzel alles Geistes- und
Gemütslebens, gedrungen; seitdem die edelsten,
und mit ihren geistigen Schöpfungen den wichtigsten Einfluß übenden Geister der
Völker bewußt und unbewußt, an den Gedanken und Bildern, Lehren und Wahrheiten
diese Vermächtnisses ihren Geist und ihr Gemüt genährtund so Japhet und Sem wie der uralte Seher
gesprochen das Reinmenschliche auf Gräciens,und das Gottmenschliche auf Judäas Gefilden gezeigt, in brüderlicher
Einigung das Gesamtwerk der Bildung und Sittigung der Völker vollbringen; seitdem endlich in bedeutsamer Parallele, wie
einst als den ersten Sturz des Heidentums durch die Allmacht des Gottes in den
Hütten Sems galt, wieder vom jüdischen Gesetz Abgefallene und darum zum
größeren Eingehen und Aufgehen in das Völkerleben Geeignete wie die
bewußtlosen Blütenstaubträger im Haushalte der Blütenbefruchtung das
allgemein Menschliche des jüdischen Geistes in allen Bahnen und Richtungen des
Völkerlebens zur immer größeren Geltung emporbringen, und auch ohnehin jüdische
Geister in der Sprache der Völker jüdische Gedanken und Empfindungen, jüdische
Grundsätze und Anschauungen in Wissenschaft und Kunst und in den
lebensgestaltenden Bahnen der ringenden Tat als ihren Beitrag in das allgemeine
geistige Symposion der Völker spenden; seitdem darf ein dem Menschenheil
sehnsüchtig entgegenblickender Gedanke den Kampf der heidnischen und jüdischen
Gegensätze im Völkerbewußtsein in seinen letzten Stadien, und den Anfang jener
Entwicklung ahnen, auf welche das Ende unseres Liedes Gott verheißend
hinblickt.
!הרנינו גוים עמו'
Machet Völker, sein Volk Gott schauend jauchzen! ruft die Mahnung unseres
Liedes in die Zeitenreihen der Völker. Wie die Väter jauchzend hinstürzten als
sie die Gottesherrlichkeit auf Erden wiederkehren und sein Feuer das Opfer der
Erde hinnehmen schauten 3. B.M. K. 9, V.24 , wie die ganze NaturGott entgegenjauchzt wenn er kommt, wenn er
kommt zu richten die Erde Ps. 96, V.12 wie die Wächter Jissroéls
gleichzeitig allesamt aufjauchzen wenn sie sehen, wie Gott zu Zion wiederkehrt
Jes. K.52, V.8 , und wie Job K.29, V.13 spricht: das Herz der Witwe
mache ich jauchzen: so machet, Völker, sein Volk jauchzen! Lasset endlich den
Gedanken des Einen Einzigen Gottes rein wie ihr in aus dem jüdischen Zeugnis
von Jahrtausenden kennt, ohne Zusatz, ohne Vermittlung in seiner ganzen, alles
überwältigendenHöhe und in seiner
ganzen, alles sich und sich allem verbindenden Nähe, euch und alles Eurige
überwältigen und leitend gestalten, daß der Gedanke der Gott dienenden
Pflicht eure, und durch die eurige, aller eurer Geknechteten freimachende
wirkliche und wahrhaftige Erlösung vollbringe. Lasset endlich unsern Hort in
Wahrheit und Wahrhaftigkeit eueren Hort und Sein Wort der Heiligung,
Gerechtigkeit und Liebe euer Richter werden, daß der Wahn der Seligmachung des
Glaubens sinke und beweiset eure Erlösung, beweiset die Echtheit und Kraft des
in euch endlich lebendig geworden Gedankens Gottes und seines Rechts zu
allererst durch Freimachung aller eurer Gedrückten! Lasset endlich Sein Volk,
Seine Hoheit bei euch einziehen und seine Herrlichkeit aus eurem umwandelten
Leben und auch aus eurem umwandelten Verhalten ihm gegenüber widerstrahlend
erblicken, daß es Gottes Einkehr auf Erden schaue und anbetend jauchze: הנה אלדינו וגו' Seht das ist unser Gott!
Das ist Der, dessen wir hofften, daß er uns helfe. Das ist ד'!Wie haben wir Seiner gehofft! Nun sind wir fröhlich und freuen uns
Seiner Hilfe. Daß es den Morgen, den Anbruch Seines Reiches auf Erden erleben
auf den es so lange geharrt und dessen Verheißungen es geleitet, getröstet und
aufrecht gehalten in allen dunklen Gängen seiner Geschichtsnächte
כי
דם עבדיו יקום ונקם ישיב לצריו
וכפר
אדמתו עמו
Denn Er rächt das Blut
Seiner Diener
Und
gibt die Rache zurück seinen Feinden,
Auf
denn, daß Sühne sein Volk seine Erde!
(Fortsetzung folgt)
Quelle: Betrachtungen
zum jüdischen Kalenderjahr:in Gesammelte Schriften von Rabbiner
Samson Raphael HIRSCH, herausgegeben von Justizrat Dr. Naphtali HIRCH
Sechster BandFrankfurt a.M. Verlag J.
Kauffmann 1912 S.88-98
Bringet zum Jauchzen, Völker, sein Volk! Die Geschichte im Lichte des
Abschiedssanges Mosis. (Schirath Haasinu)
Wie einst zum Prüfsteinder üppigen
Jordansstätte Gott seine Boten als obdachlose Fremdlinge sandte, so ließ er die zerstreuten und heimatlos
gewordene Söhne seines Volkes überall einkehren und Schutz suchen unterden Völker der Erde und um vier Ellen bitten,
die Wiege ihrer Kinder zu stellen und die Gräber für ihre Eltern zu bauen, und
auf nichts, als auf ihr Anteil am Menschenrecht und an der Menschenwürde
gestützt, und auf den einen gemeinsamen Vater im Himmel hinweisend,
beanspruchen das gastliche Recht: auf der Gotteserde Menschunter Menschen zu sein! Und sie durften doch
aus mehr als einem Grunde wohl aufErhörung hoffen. Waren doch die meisten Völker, unter denen sie
wanderten, selbst Fremdlinge auf dem Boden aufdem sie ungastlich und unmenschlich dem Juden
das Dasein versagten! War doch die eigentliche jüdische Wanderung in Zeiten
gefallen, in welchen die alten Reiche sich gelöst und den Juden gleich aus
Osten Völkermassen auf Massen gewälzt, überall diealten Bewohner der Abendländer aus ihren
Sitzen verdrängt und sich anihre Stelle
angesiedelt hatten und die Juden waren höchstens nur zu spät gekommen und
standen darin freilich im Nachteil, daß sie nicht mit dem Schwerte der Gewalt
und in furchtbaren Massen, sondern als heimatlose Menschen im Namen der
Menschlichkeit um Einlaß baten und ein Plätzchen auf einer Erde begehrten, die
ja auch die Großväter ihrer jetzigen Herrn nicht kannte. Und sie waren doch
geistig nirgends Fremde! Durch die seltsamste Fügung war ja eben der göttlichen
Boden der jüdischen Vergangenheit der Boden des Heils und der Hoffnung aller
der Kulturvölker geworden, in deren Mitte der müde Fuß des wanderden Jakobstammes
eine Ruhestätte suchte. Im Namen Abrahams; Jisaaks und Jakobs durften sie doch
um Einlaß bitten und sicher sein von der letzten Hüttedes Landmanns bis zum Palaste der Herrscher Namen
zu nennen, zu welche der Bauer und der Fürst mit den ersten, kindlichen
Gefühlen der Ehrfurcht aufblicken gelernt. Und es hattedoch die ganze Kultur, die auf den Trümmern
des römischen und griechischen Heidentums sich mühsam aufzubauen begonnen,
keinen andern Ausgangspunkt als Gedanken und Anschauungen, Empfindungen und
Gefühle, die freilich in mehr und minder vielfacher Trübung mit Bewußtsein
einer Gottesoffenbarung entlehnt waren, deren Depositäre freilich in Bettlergestalt
an der Türe der Völker um Einlaß harrten. Und es hatte doch endlich diese
Kultur aus dem reichen Gedankenschatze des jüdischen Gottesvermächtnisses
gerade das Wort der Liebe als ihres Glaubens höchste Parole gewählt und damit
ein Panier aufgesteckt, in welchen gerade die verlassensten, elendsten
Unglücklichendie Verheißung mindestens
der Menschlichkeit zu erblicken sich berechtigt glauben durften und
gleichwohl, welche bittere Enttäuschung war das tausendjährige Los der Juden
inmitten der Völker und welch einen traurigen Kommentar bildet sein Geschick zu
dem Zeichen der Liebe, das die Völker die ihm dies Geschick diktierten, auf
ihrem Paniere prangend zur Schau trugen!
Und warum? Warum? !כי לא כצורנו צורם ואויבינו פלילים
Weil unser Hort doch nicht rein ihres Glaubens Hort geworden und sie den
Maßstab ihres getrübten Glaubens richtend an unsere reine Wahrheit legten! Wohl
war von einem Funken des sinaitischen
Feuers die heidnische Götterwelt in Nacht gesunken und es gibt vielleicht
keinen größern griechischen Gedanken als den: die von den siegreichen römischen
Legionen im Triumph aufgeführten, gefesselten jüdischen Gefangenen als Besieger
des kapitolinischen Gottes zu denken! Aber nur überwunden nicht vernichtet
war das Heidentum. Der jüdische Gedanke war heidnisch getrübt dieses
beigemischte Heidentum umnachtete die Geister, fanatisierte die Herzen, warf
das aufblühende Menschliche im Menschen in die Bande eines langen Winterschlafs
und machte die besiegte und siegreiche heidnische Welt fort und fort zu
bittersten Feinden ihrer gefesselten Sieger, die trotz ihrer Fesseln und unter der
Last eines auf sie von aller Welt geworfenen höhnenden Drucks, fortfuhren, siegreich
und immer größere Siege verkündend, die Standarte des Einen Einzigen und
seines, keines Mittlers und keiner Vermittlung bedürfenden Menschheitbundes in
ihrer gefesselten Händen aufrecht zu halten
Die Zeiten rollen ab das Heidnische und Jüdische in dem Glauben der
Völker hat einen langen Kampf zu bestehen und der Wetzstein diese Kampfes, an
welchem durch und durch welchen dieser Gegensatz sich immer wieder aufs neue
schärft bis die eine Seite desselben völlig überwunden, ist doch das seit Jahrhunderten
inmitten der Völker sein Dasein und Leben entfaltende jüdische Volk! Seine
unter den härtesten Prüfungen ausdauernde Gegenwart hat doch von Jahrhundert zu
Jahrhundert still duldend, aber um so lauter redend einen Protest eingelegt
gegen die heidnische Hefe in dem zur Klarheit sich gährenden Wein der
Überzeugungen der Menschen. Die stille, aber doch weit über das Gewicht seiner
numerischen oder materiellen Größe überall auffallende und anstoßende Gegenwart
des Juden hub doch immer mehr und mehr zu größern Schärfe das Bewußtsein
hervor, daß es doch jenseits der von der Hierarchen der Völker präkonisierten
Lehren noch ein Feld der Überzeugung gebe; das sich still aber entschieden
verneinend verhält gegen alles, was in dieser Lehren der Hierarchenaus demüberwundenen Heidentum zur Trübung des aus jüdischen Hände empfangenen
alten göttlichen Vermächtnisses mit hinübergenommen, ein Feld, in dem der
Mensch frei und allein steht mit seinem Gott uns zwischen sich und seinem Gott
keine Lücke bietet, in welche der Wahn und der Ehrgeiz und das Interesse das
Rest ihrer Herrschaft hineinzubauen vermöchten, und das von diesem Gotte aus
ein Geistes- und Gemütsleben und ein Leben der Kraft und der Tat zu entwickeln
versteht, das in das Sehfeld seiner Erkenntnis den Himmel und die Erde und in
das Gebiet seines Strebens alles Menschliche mit der menschlichsten
Begeisterungumschließt, ein Feld von Überzeugungen, das, ausschließlich
von jenen alten ungetrübten Gottesvermächtnis getragen, seinem Bekenner den
kühnen Mut verleiht, wenn es sein muß, Verzicht zu leisten auf alle anderen
geistigen und materiellen Hebel des Glückes und des Heiles um, allein mit Gott
und seinem ausgesprochenen Willen, ein an Erkenntnis, Tugenden und glorreicher
Menschentat reiches Leben anzustreben und im großen Ganzen auch zu
erreichen, das trotz Kerker und Scheiterhaufen, trotz Speichelwurfs und
Druckeshohns einer ganzen Welt, diese Welt um ihr stolzes Glück zu beneiden
keine Neigung spürt
(Fortsetzung folgt)
Quelle: Betrachtungen
zum jüdischen Kalenderjahr:in Gesammelte Schriften von Rabbiner
Samson Raphael HIRSCH, herausgegeben von Justizrat Dr. Naphtali HIRCH
Sechster BandFrankfurt a.M. Verlag J.
Kauffmann 1912 S.88-98
Bringet zum Jauchzen, Völker, sein Volk! Die Geschichte im Lichte des
Abschiedssanges Mosis. (Schirath Haasinu)
Allein er sieht an ihnen, diesen Feinde Jissroéls, je geschichtliche
Erfahrung verloren sie haben keinen Sinn für den unsichtbaren Hebel der
Ereignisse in dem Untergang Jissroéls sähen sie nur die Übermacht ihrer
Gewalt darum muß Jissroél bleiben mitten unter ihnen bleiben trotz ihrer
bleiben damit aus der Vergeblichkeit ihrer Vernichtungsversuche ihnen eine
Ahnung des in Jissroéls Geschick sich offenbarenden Göttlichen aufdämmere
denn Recht und Menschlichkeit ist bei ihnen nicht zu finden auf Sodom und
Amoras, der Bodenstolzen, Fremdfeindlichen, Boden steht ihre Blüte ihre
Frucht Bitterkeit und Weh Drachenwut ihre Begeisterung, wie Otterngalle
grausam
Darum sieht es den Tag der Vergeltung kommen, die Zeit wo ihr stolzer Fuß
wankt und die Zukunft sie ereilt wo Gott als Richter für sein Volk auftritt
und mit erneute Gesinnungen sich zu seinen Dienern wendet wenn erst deren
Macht völlig geschwunden, sie nichts mehr haben, nichts, was der Mensch
bewahrt, nichts, was er verläßt, nichts von allem, was sie früher vergöttert
und dem sie ihre Erhaltung bis auf diesen Tag zuschreiben könnten. Dann was
nicht die Blüte und die Fülle beherzigen gelehrt die Jahrtausende ihrer
Leidensgeschichte predigen es ihnen endlich ans Herz:
Seht es jetzt ein, daß Ich, Ich es bin
Und kein Gott neben mir!
Ich töte und belebe wieder,
Ich habe geschlagen und Ich heile wieder
Und meiner Hand entreißt man nichts!
Denn ich hebe zum Himmel meine Hand
Und spreche: Ich lebe ewig (Das. V. 39-43).
Und zu den Völkern spricht dann Gott: Lasset es nicht dahin kommen daß ich
Vergeltung üben muß! Muß ich den Blitz meines Schwertes schärfen, muß meine
Hand das Recht handhaben, muß ich Rache zurückgeben meinen Feinden und meinen
Hassern vergelten, dann müßte ich meine Pfeile tränken mit Blut der
Erschlagenen und Gefangenen, vom haarumwallten Haupte des Feindes, denn das
wäre Maß für Maß darum:
Bringet zum Jauchzen, Völker, sein Volk,
Denn das Blut seiner Diener rächet Er
Und gibt Rache zurück seinen Feinden,
Damit sein Volk seine Erde sühne! (Das. V. 43)
Wie begreift sich unter diesen Gottesworten die tränenreiche Vergangenheit,
die mit jeder Sefira-Monat neu in unsere Erinnerung tritt und die lichtreiche
Zukunft, welcher die Söhne des jüdischen Volkes in immer heller werdender
Tagesbahn inmitten der Völker entgegen geht?Um des Erziehungszweckes der Völker willen mußte das aus seiner
Adlerhöhe herabgestürzte Gottesvolk in seinen zerstreuten Gliedern all dem Hohn
und Jammer, all der Mißhandlung und Barbarei preisgegeben werden, mußte als
nackter Bettler unter die Nationen treten, auf das an ihm sich das Gott
achtende Rechts- und Menschlichkeitsgefühl der Völker prüfe und übe an seiner
siegreichen Ausdauer das Gott ahnende Bewußtsein der Menschen sich nähre und
kläre. אמרתי אפאיהם, in einem
dem geschichtlichen Bewußtsein der Menschen entlegenen Winkel hätte Gott die
Trümmer seines Volkes wie die 5/6 seiner Stämme geborgen bis sie und die
Menschheit für die gemeinschaftliche Erlösungszukunft gereift, wenn diese
Menschheit bei Jissroéls Sturz bereits so reif gewesen, aus dem Untergange des
Gottesstaates die richtende Gotteshand fürchten, und unter dem Eindruck dieser
Furcht den reinen und bescheidenen Ausbaus des eigenen Lebens zu lernen. Allein
in ihrerkurzsichtigen Beschränktheit hätten
sie nur den Sieg ihrer Götter erblickt, wären nur noch tiefer gesunken in
Vergötterung der menschlichen Hoheit und Macht und das ganze große Ziel der die
Menschheit segnende Erlösung, die mit der geschichtlichen Schöpfung des
Gottesvolkes hatte eingeleitet werden sollen, wäre verloren gegangen.
So mußte Jissroél hinausgestreut werden, mußte seine eigene Erziehung
inmitte der ihm feindlichst entgegenstehenden Völkermenge vollenden, zugleich
aber Prüfstein und Wecker und ausdauerndstes, aber siegreiches,
Erziehungsmittel der Völker werden.
(Fortsetzung folgt)
Quelle: Betrachtungen
zum jüdischen Kalenderjahr:in Gesammelte Schriften von Rabbiner
Samson Raphael HIRSCH, herausgegeben von Justizrat Dr. Naphtali HIRCH
Sechster BandFrankfurt a.M. Verlag J.
Kauffmann 1912 S.88-98
Bringet zum Jauchzen, Völker, sein Volk! Die Geschichte im Lichte des
Abschiedssanges Mosis. (Schirath Haasinu)
Der
Wunder-Monat der Erlösung ist zu Ende, der Monat der Gesetzgebung noch zu
erwarten und der Licht und Glanz-Monat der sein Namen von dem Blütenglanz
der sonnig strahlenden Natur trägt (זו, I. Kön. K.6 V.1)
hält unser Gemüt mit seiner Sefira-Erinnerungen gefangen und führt unsere
Gedanken mitten aus dem frischen Leben einer lachenden Gegenwart ein Weg der
Erinnerungen zurück, der, rückwärts immer dunkler und dunkler werden, über
rauchenden Judengassen, gemordete Judenleiber, gebrochene Judenherzen, zu der
Grabstätte einer mehr als tausendjährigen Volksgeschichte leitet, aus deren Hintergrund
dem Blick des oberflächigen Beschauer nichts als die Lohe der Scheiterhaufen
und die Flamme der Brandfackel leuchtet.
Und wenn wir,
glückliche Enkel einer solchen Vergangenheit, nun bereits Dank dem ewigen
Lenker der Zeiten auchunsere Gedanken
den entgegengesetzten Weg führen und die Bahn des aufgehenden Lichtes verfolgen
können, den ganzen Abstand des Einst und Jetzt, den ganzen ungeheuren
Fortschritt, den doch die Menschheit seit Jahrhunderten in Huldigung der
Menschlichkeit und des Rechts und in Beachtung der inneren Gottesstimme das
Gewissen bereits gemacht, an dem Resultate zu ermessen vermögen, das eine
Vergleichung jener Zeiten bietet in welchen, wie unsere Sefira-Seufzer klagen:
Gutes hofften
wir
Und es ist Nacht
geworden
Und Todesgestalten
schrecken umher.
Zusammen berieten
sie, Völker harten Angesichts,
Und da stürzten
über uns hin
Die Fluten
entfesselter Wut.
Mit zürnendem
Grimm haben sie uns lebendig verschlungen,
Haben Kinder und
Frauen wie Schafe zum Schlachtbank geschleppt,
Haben Knaben
draußen, Jünglinge von unseren Gassen gemordet,
Haben der
Priester Antlitz nicht geachtet, Greise nicht verschont,
Und dieses
lästernde Toben und diese Feindschaft und Rache
Sollte von dir
uns trennen,
Sollte zum
Verlassen deiner Pfade uns führen
(Aus dem Piut)
und unsere Zeit,
in welcher der fanatische Raub eines Judenknaben ganz Europa empört und zum
Anwalt des Rechts und der Menschlichkeit adelt: wie sollten wir da nicht immer
wieder und wieder den Enthüllungen lauschen, die Gott in das geistige
Vermächtnis niederlegt, das er seinem Volke als den einzigen Stab und die
einzige Leuchte mit hinausgab, als er dessen Söhne für diesen Schicksalsgang
sondergleichen in die Wüste der Völker hinausstieß und ihr hieniediges Leben und
Sterben auf Jahrtausende hin von den Resultaten der nur nach Jahrhunderten
zählenden sittlichen Erziehung der Völker abhängig machte?
Schon das
schauende Lied, mit welchem er seinen Diener Moses von seinem Volke Abschied
nehmen ließ, das ewig vor uns der als Gotteszeuge reden und nimmer von uns
vergessen werden soll, es singt unsere gottnahe Bestimmung, wie:
Gottes Teil sein
Volk,
Jacob das ihm
zugefallene Erbe.
Es findet Ihn in
Wüstenland,
In der Öde, wo
die Leere klagt,
Er umgibt es, er
belehrt es,
Er bewahrt es wie
sein Augapfel
Wie ein Adler weckt sein Nest,
Über seinen
Jungen schwebt,
Ausbreitet seine
Flügel es aufzunehmen,
Es dann hoch auf
seinen Schwingen trägt:
So will Gott es
leiten
Und neben ihm
kein fremder Gott!
(5 B.M. K.32 V.
9-12) wir somit nicht blind und willenlos, sondern nur mit wachem Auge und
freier Hingebung uns der kühne Adlerflug auf den Gottesschwingen über alle
Nebel und Klippen der Tiefe eröffnet ist.
Aber auch unseren
tiefen, tiefen Fall aus dieser Höhe besingt es, wenn wir zu schwach befunden
werden für diesen isolierten und isolierenden Adlerflug über die Phasen der
Zeiten auf den alleinigen Fittichen Gottes, des Einzigen wenn wir in der
Fülle Gott von uns gewiesen und der sinnliche Überfluß uns stumpf und gottvergessen
gemacht und wir den Fels unseres Heils als etwas Überflüssiges und Wertloses
betrachten gelernt, es sieht uns von Gottes Pfeilen getroffen von Hunger
verzehrt von Brand verspeist vom bitteren Tod von Tieres Zahn -draußen das Schwert drinnen die Angst
Jüngling und Jungfrau, Säugling gemordet und Greis entfernt hätte sie Gott
von der Schaubühne der Geschichte, hätte ihr Andenken aus dem Kreise der
Menschen schwinden lassen, wenn ihre Feinde verständiger gewesen, wenn sie aus
diesem Untergange Jissroéls Gott fürchten und nicht vielmehr ihre Macht
vergöttern gelernt!
(Fortsetzung
folgt)
Quelle: Betrachtungen
zum jüdischen Kalenderjahr:in Gesammelte Schriften von Rabbiner
Samson Raphael HIRSCH, herausgegeben von Justizrat Dr. Naphtali HIRCH
Sechster BandFrankfurt a.M. Verlag J.
Kauffmann 1912 S.88-98
Samson Raphael HIRSCH: Die vier Lichtgedanken der ringenden Größe (4)
Rabbiner Samson Raphael HIRSCH
Und dieser Talisman, der vierte Gedanke der ringenden Größe, heißt:
HaChaudesch,
heißt: Verjüngung, Erneuung, Neubelebung.
Selig sind die Glücklichen, denen wechsellos die Sonne des Glückes leuchtet, deren Himmel kein Wölkchen trübt und die die sich sonnig und wonnig im heiteren Mittagstrahl des Lichtes baden. Aber noch seliger sind die Erlösten, die das kommende Licht begrüßen, die der Morgenröte von der Erlösung entgegenjauchzen, die die Verlassenheit der Nacht empfunden und die jeder Lichtstrahl als Bote der göttlichen Gnade mitseligem Entzücken erfüllt.
Selig sind die Engel, die ohne Fehl und ohne Sünde, in ewiger Reinheit und Klarheit ihren Dienstum Gottes Thron vollenden. Aber noch seliger sind die Menschen, die aus Fehl und Sünde zu Licht und Reinheit neu erstehen, die gekämpft haben und das Licht, die gerungen haben nach Reinheit, die besiegt haben die Macht der Finsternis und der Sünde, die ihren Vater im Himmel verloren hatten, aber eben in der Ferne und in dem Kampfe sich ihrer ewigen Kindschaft zu ihm und zu seiner ewigen, unverlierbaren Liebe und Gnade bewusst geworden sind und nun wieder getragen fühlen vom Gotte ihres Lebens.
Und dieses Bewusstsein des ewig kommenden Lichtes und dieses Seligkeit der ewig neu zu findenden Gottesgnade, sie sind das Erbteil des jüdischen Volkes geworden. החדש הזה לכם diese Erneuung, diese Verjüngung ist euer, sprach Gott, und ließ sein Kind hinausziehen in die mondgleich wechselvollen Phasen seines künftiges Geschickes.
Und wie ist Israel diese Gnade der Verjüngung und der Neubelebung verbrieft und besiegelt! In den Banden des Todes und der Sünde lag Jissroél in Mizrajim am Boden, und sein Gott küsste es und sprach: stehe auf und lebe! Und dieser selbe Gott ist ihm noch zu jeder Zeit und Stunde mit der Allmacht seiner belebenden Gnade nahe. Sein Retter, sein Sühner ist von ihm immer zu finden, im Schlachtgewühl, in Kerkernächten, in der Kammer der Sorgen, auf der Rennbahn des Lebens. Es kennt keine Mittler, es braucht keine Priester, ohne Altar und ohne Opfer, wo es Gott zu finden weiß, da findet es Rettung und Sühne. Nicht vor einem Gnadenbild kniet der Jude, nicht ein Menschenideal winkt ihm Leben, nicht in ein gleich ihm sündige Brust schüttet er sein Bekenntnis, nicht von einer gleich ihm sündige Hand erwartet er Ablaß und Sühne. Er hat nicht den Priester zu suchen, wenn er Sühne und Reinheit, wenn er neues Leben und Gnade sucht der Gott, der zum Monde spricht: leuchte und wandle, der Gott, der den Frühling weckt auf der erstorbenen Flur, spricht auch zu ihm: leuchte und wandle, weckt auch in seiner erstorbenen Brust den verjüngenden Lenz des neues Lebens, החדש הזה לכם, neues Licht und neues Leben bleibt für euch immer zu finden, דרשוני וחיו suchet mich und lebet, mich findet ihr stets!
Samson Raphael HIRSCH: Die vier Lichtgedanken der ringenden Größe (3)
TOHORO
Reinigung, Reinheit; ist der dritte Lichtgedanke der ringenden Größe.
Wie du für den äußeren Kampf nur gerüstet bist, wenn du die Macht der materiellen Größen nicht überschätzest und neben und über materiellen Größen die Gottesmacht in der Geschichte schaut, also der materiellen Kräfte in dir nicht überschätzest und neben ihnen und über sie die freie priesterliche Gewalt des Göttlichen in dir schauest. Siehe den Priester! Zum Eingang in das Gottes-Heiligtum ist sein Blick gewandt, das nirgends sonst gebändigte materielle Tier wird ihn zugeführt, und keine Priesterhand überwindet es, keine Priesterhand bezwingt es und weist den Lebenstropfen, der eben noch nur für das Materielle pulst, den Weg der Weihe in das Gottesheiligtum. Das ist dein Vorbild. Das ist der Gedanke deiner Tohoro. Laß ihnen in dir lebendig werden! Mögen andere an die unbezwingbare Macht ihrer materiell-sinnlichen Natur glauben; mögen andere das ganze Bewusstsein ihrer sinnlichen Natur und mit derselben glauben; mögen andere das ganze Bewusstsein des auch in ihren zur freien priesterlichen Waltung neben ihre ihrer sinnlichen Natur und mit derselben und über sie berufenen göttlichen Wesens zu Grabe gehen; mögen andere nicht das Tier und der Priester in sich erblicken, sondern nur das Tier, und jeden priesterlichen Gedanken vom freien Menschen verlachen, jeder Jude sei ein lebendiger Protest gegen eine solche Lüge von der in sich geschlossenen, lebenstrotzenden, unwiderstehlichen sinnlichen Natur des Menschen, jeder Jude ein lebendiges Dokument des göttlich freien priesterlichen Menschengeistes, jeder Jude ein Protest gegen die Lüge der am Stoff haftenden Kraft des göttlichen Geistes, jeder Jude ein Priester und Herold des von dem göttlichen Menschengeist frei beherrschten und geleiteten und geweihten sinnlichen Lebens.
Nicht am Tode lehrt das Judentum das Leben, nicht an der Leiche lehrt es den Menschen sich begreifen. Kehrbild des Lebens ist ihm der Tod. Gegensatz des Menschen ist ihm die Leiche. Die Leiche verwest, der Mensch lebt ewig. Die Leiche ist gebunden, der Mensch ist frei. Die Leiche ist טמא, der Mensch ist rein! Die Kräfte, die noch in der Leiche wirken, mögen an den verwesenden Stoffen haften. Aber der Gedanke, der nicht mehr in der Leiche weht, die Empfindung, die nicht mehr in der Leiche lebt, der Wille, der nicht mehr in der Leiche strebt, alle die Kräfte, die nur im Leben wirken, haften an dem ewigen Gottesgeist, den das Messer des Anatomen nicht trifft, den die Lupe des Physiologen nicht schaut, der längst entflohen, wenn der betörte Weise nach Leben in der Leiche tastet.Das Leichenhirn, das Leichenauge, das Leichenherz, die Leichenhand, der Leichenfuß, sie mögen dem im Reich der Stoffe blind waltenden, mechanischen, elektrischen, chemischen Mächte widerstandslos verfallen. Sie haben schon längst aufgehört, Hirn und Auge, Herz und Hand und Fuss zu sein. Aber das Hirn des lebendigen Menschen, das Auge des lebendigen Menschen gehören den denkenden, schauenden, wollenden, wirkenden und strebenden Kräfte des ewigen, unsterblichen, freien Gottesgeistes an, den der freie, allmächtige, ewige Schöpfer als sein Ebenbild und seinen freien Diener zur Erde gehaucht und ihm für seine Wallfahrt und seinen Dienst auf Erden den Leib mit seinen Organen als Werkzeug und Diener, als Bote und Herold unter geben.
O, wer den Fluch gewahrt, den die von Leiche abstrahierte, vermeintliche Wissenschaft des Lebens der göttlichfreien Sittlichkeit des Menschen zu bringen droht, der mag es begreifen, warum das jüdische Gottesheiligtum Tod und Leiche aus dem priesterlichen Kreis des Lebens bannt, und seine Söhne nach jedem Kontakt mit Tod und Leiche immer wiederholt auf den Priester hinweist, der mit dem Eingang ins Gottesheiligtum zugewandten Blick das überall sonst ungebändigte Tier mit freier Herrscherhand meistert und den überwältigenden Lebenstropfen siebenmal dem Eingang des Gottesheiligtums entgegenwirft, der mag es begreifen, warum, selbst nachdem Tempel und Heiligtum äußerlich geschwunden, diese Lehre dem Juden alljährlich wieder neu vor die Seele geführt wird.
Lasset uns fest bleiben, wenn auch alles ringsum schwankend und irrend an sich wird; lasset uns dem Leben uns erhalten, wenn auch alles ringsum der Verwesung zueilt; lasset uns zur Freiheit, zur Reinheit, zur Gottähnlichkeit emporstreben, wenn auch der Leichenduft der Moderweisheit alles in die Grabesbande des sittlichen Todes herabzuziehen droht. Lasset uns nicht rasten und ruhen, lasset uns kämpfen und ringen, bis wir als würdige Priester und Herolde der Gotteslehre des Lebens, der Freiheit und Reinheit dastehen.
Nicht dem Schlamme sittlicher Verwesung, sondern den Gottesheiligtum zu, wo die Gotteslehre unter Cherubim-Fittichen ruhet, dem Wege zu, der zu Gott und der von Ihm gelehrten Lebensvollendung führt, dem Ziele zu, das nicht Tod und Fessel, das nur Leben und Freiheit und Reinheit kennt, bleibe unser Blick zugewandt. Dieser Blick gibt uns die Kraft, mit göttlicher Energie Triebe und Kräfte zu meistern und jeden von Gott verliehenen Blutstropfen unseres Lebens immer wieder und wieder, siebenmal, dem Heiligen und Reinen, dem Wahren und Göttlichen zuzuwenden, bis unser ganzes Leben schon hienieden aufgeht in den Quell des ewigen Lebens.
Laß dann dem Staube verfallen, was an uns des Staubes ist
כי לא תעזוב נפשי לשאולNicht meine Seele lässest du dem Grab verfallen,
לא תתן חסידיך לראות שחתNicht die Dir sich weihen Verwesung schauen,
תודיעני אורח חייםLehret mich den Weg des Lebens:
שובע שמחות את פניךDie Freude-Fülle vor deinem Angesichte,
נעימות בימינך נצחDie ewige Heiterkeit in deiner Rechten stets.
(Psalm 16 V. 10 u. 11)
So erscheint als Kampf äußerer, innerer Kampf, die Bestimmung der ringenden Größe. Nur das kämpfende Israel kennt die Geschichte, nur den ringenden Juden denkt sich die Zeit. Aber keiner kennt die Freuden des jüdischen Volkes, keiner die Seligkeit dieser ringenden Menschen, keiner ahnt den Talisman, der diese ringenden Kämpfer still im Busen tragen und der Balsam gießt in ihre Wunden, und Stärkung gießt in ihr Gebein, und sie aufrichtet und aufrecht erhält mitten im ringenden Kampfe, und sie immer wieder erhebt, und sie immer frisch mit neuem Mute stählt, und ihnen immer wieder neue Siegesgewissheit bringt , und sie dennoch trotz ihres Kämpfens und Ringens, ja, eben durch ihren ringenden Kampf zu den heitersten, glücklichsten, seligsten Menschen unter allen Wallern auf Erden gestaltet.
Samson Raphael HIRSCH: Die vier Lichtgedanken der ringenden Größe (2)
Aber der zweite Lichtgedanke der ringenden Größe heißt:
זכור
heißt: richtige, wahre Würdigung der gegenüberstehenden materiellen Größen und Mächte. Bestimmt, das ewige Geschichtsvolk auf Erden zu sein, als der ewige Jude zu wandern auf Erden; an der Wiege und an dem Grabe aller Völker zu stehen; alle Evolutionen und Revolutionen der Geschichtemit durchzumachen; an allen Katastrophen der Nationen Teil zu nehmen und doch trotz unsere materiellen Winzigkeit uns nicht mitbegraben zu lassen von dem Schutte der Zeiten, vielmehr das ewige geistige Erbe der künftigen Menschheit aus dem Schiffbruch aller Vergangenheiten siegreich zu retten, ward uns gleich bei unsrem ersten Eintritt in die Geschichte ein Panier zur Warnung aufgesteckt, daß wir uns von vornherein nie blenden lassen sollen, wie mächtig glänzend auch meteorgleich eine materielle Macht am Geschichtshimmel der Nationen aufsteigen möge; daß uns nicht bangen sollen wenn schwergegürtete Mächte das Szepter der Gewalt über niedergetretene Nationen schwingen würden; daß wir keine materielle Macht fürchten sollen, die sich nicht mit den Genien des Geistes und der Sittlichkeit vermählt; daß wir es wissen sollen, die Tage einer jeden Macht seien gezählt, die nicht selber die Herrschaft des Geistes und der Sittlichkeit anerkennt und sich nicht freiwillig und aufrichtig von der Hoheit dieser Mächte beugt, denen allein die Zukunft der Menschheit angehört.
Laß sie banquettieren, die übermütige materielle Macht. Hinter den sorglos Zechenden schreibt die unsichtbare Hand an die blasse Wand ihres Luftpalastes: du wirst gezählt und gezählt, wirst gewogen und gebrochen! Denn alle materielle Macht wird zu leicht gefunden auf der Gotteswage, auf welcher nur Licht und Wahrheit, Recht und Liebe wiegt.
Laß Amalek das Esau-Schwert schwingen in der gewaltigen Faust;laß ihn die Schwachen, die Matten, die Marodeure der Völkerzüge, die ihm ohnmächtig gegenüber stehen, wenn sie die geistige Kraft nicht in sich lebendig gehalten und zeitweilig aus dem Schutz der göttlichen Leitung gefallen, niedermetzeln und hohnlachend dem Himmel die Bundesspolienseiner geschlachteten Söhne entgegenschleudern, ולא ירא אלדים und Gott nicht fürchten: die zu Gott im Gebet gehobene Mosishand ist doch stärker als das Esau-Schwert und die Amaleksfaust, und solange sie gehoben bleibt, ist Amalek doch geschlagen. Auf Gottes Thron liegt das Szepter der Weltenmacht, Gott kämpft den Kampf aus mit der materiellen, Seiner vergessenden Gewalt, מדור דור, alle Zeiten, alle Generationen hindurch.
Die ganze Weltgeschichte ist nichts, als dieser Gotteskampf gegen diesen Amalek-Materialismus, und wo Gott das Heer der Zeiten führt, da ist der Sieg gewiss. Darum baue nur ruhig deine Altäre, winzigstes, ohnmächtiges Jakob-Volk. Eben in deiner Winzigkeit bist du der ewige Herold dieses Gotteskampfes. Schreibe Gott auf deine Fahnen! Mit diesem Panier bist du der Amalek-Besieger in der Geschichte. Mit diesem Panier wirst du einst die letzte Spur des Amalek-Ruhmes aus dem Andenken der Menschen tilgen. Sachor! Das gedenke und wandle furchtlos die Bahnen, die dein Gott dich führt.
Doch diesem Kampf nach außen führt dein Gott. Zu einem andern Kampfe bist du berufen, und du bestehest jenen äußeren Kampf nur, wenn du in diesem Kampfe Sieger bist. Es ist der Kampf mit dir selber, es ist dem Kampf mit dem Materialismus in deinem Innern. Der Kampf heißt Tahoro:
On call of the Central Rabbinical Congress of the United States and Canada, the mass gathered here today, upon arrival of Benjamin Netanyahu to meet with our honored President Donald Trump.
We are here to raise the voice of the world Jewry, we declare that Netanyahu does not and cannot speak in the name of the Jewish people. At the same time we are here to protest the constant persecution of Jewish religion by the so-called Israeli government.
There no country in the world that oppresses our Jewish Brothers and Sisters , as in the Zionist state. Their hostility reached its climax recently, as the Israeli government ordered forced conscription into the immoral Israeli Defense Forces. The Orthodox Jewish community, consciously object serving in the Zionist armed forces, due to the basic tenets of the Jewish Faith.
Since Divine Decree has placed us in Exile, we are under Divine Oath, to accept the yoke of the Diaspora and live in peace and harmony amongst the nations, where Divine Destiny has placed us.
Jews are forbidden to create a state of their own, to rebel against any nation, to shed blood or to wage any war.
Therefore, we will never serve in the army of the State of Israel.
A State that is in contradiction of Torah values, a contradiction of Jewish Law and Belief.
We oppose the Israeli governments provocations against other nations. We lived in peace for decades with our Arab neighbors, until the Zionist movement, with their nationalistic aspirations, instigated war and instability, in the Middle East. We will not participate in actions that violate Judaism. For decades, the Zionist government has attempted by all means to change the views and destroy the values of Torah True Jews.
Their leaders cannot stand to see vibrant, G-d-fearing Jewish communities, generation after generation following the path of our sages. Therefore they are trying to influence and indoctrinate our youth by forcing them to serve in their immoral army.
When the Orthodox Jewish Communities in the Holy Land express their concerns by Freedom of Speech, they are man-handled with brass knuckles; with outmost brutality, dragged out people in the middle of the night from their homes, incarcerating them with extreme barbaric treatment; Men and women are thrown into prison, just for practicing their religion. Peaceful worshippers are being beaten in midst of pray services. Peaceful protestors are being brutally arrested (Just look at the pictures. It speaks more than 1000 words). All being done by no one else, only the Zionist government, of the so-called
State of Israel.
So we are here today to cry out to the world loud and clear: Benjamin Netanyahu and the Zionist establishment, does not represent the Jewish Nation.
Netanyahu and his ilk represent Evil. They represent the wicked. The Israeli government represents brutality, aggression and bloodshed. It represents the worst international security threat to human society.
Let the voice of World Jewry be heard loud and clear:
Stop the Spiritual genocide in the State of Israel. Let our brothers and sisters practice Judaism freely.
Stop drafting them in the army.
We demand here today that that Netanyahu frees those who are incarcerated for Freedom of Speech. Let the Orthodox Jewish Communities live in peace; for all they want is to serve the Creator of the World, worship the Almighty, follow the path of our sages and sanctify the name of the Almighty.
Let our voices be heard today loud and clear. We will not change!
We will not enlist in your forces! We will never join you! Judaism and Zionism will never be united! We will never recognize the State of Israel! We will not be overpowered!
As King David quotes in Psalms המה כרעו ונפלו, ואנחנו קמנו ונתעודד. They will bow and fall. We will stay steadfast.
In conclusion we take the opportunity today to proclaim the State of Israel can not nor will ever talk in the name of Torah True Jews.
Truth will prevail.
The views expressed in this article are solely those of the author and dont necessarily reflect the opinions of YESHURUN.
Orthodox Community Protests in Washington as Netanyahu Meets President Trump
Orthodox Community Protests in Washington as Netanyahu Meets President Trump
February 16, 2017 Washington DC
Over 1000 religious Jews, including leading rabbis, scholars and rabbinical students held a protest outside the White House this Wednesday, Feb. 15, 2017 as Israeli Prime Minister Netanyahu arrived to meet with President Trump.
The protestors hailed from many American cities, primarily from New York State. Their purpose was to send the President and the American people a clear message that Netanyahu and his country dont represent them, and that in fact, the State of Israel is currently persecuting religious Jews for their refusal to serve in its army.
Numerous Orthodox Jewish boys and girls are currently serving time in Israeli prisons for their religious principled refusal to enlist in the Israeli Defense Force, said Rabbi Aron Jacobowitz, spokesman for the group. Our rabbis taught that it is absolutely forbidden to fight in the Israeli army.
Religious Jews lived peacefully amongst their non-Jewish neighbors in the Holy Land for hundreds of years. Unfortunately, approximately 100 years ago the Zionist movement came with the goal of creating their own state, in violation of the Torah. According to the Jewish religion, Jews are forbidden to create a state of their own or to fight any wars; therefore the State of Israel is in total violation of Judaism. We oppose the Israeli governments provocations against its neighbors, of which army actions are a major part.We will never serve in the army of a state that we do not recognize, and we will not participate in actions that violate Judaism.
Furthermore, the new draft law is a deliberate attempt by the Israeli government to secularize the young generation of Orthodox Jews. They have stated openly that they dont really need these boys in the army, and their purpose is only to assimilate them into their culture. And the vast majority of them end up forsaking their religion.
Religious Jews who stand up for their beliefs are being brutalized. The police break into peoples houses in the middle of the night, drag them out and throw them into prison for months and even years. Those who protest peacefully against the arrest of these youths are beaten murderously. This is a violation of international law! The United Nations has passed resolutions affirming the rights of conscientious objectors.
Rabbi Jacobowitz gave the keynote speech at the demonstration, in which he made the above points and then summarized the latest Israeli police brutality. Only last Friday night, he said, one thousand religious Jews came out to recite their prayers in the street in front of the Prison Compound in Jerusalem, where several conscientious objectors are being held. The police attacked the peaceful demonstrators, arresting 112 people and injuring countless others. They beat them brutally with clubs and brass knuckles, and then trampled on them mercilessly. 28 people had to be hospitalized, some with eye injuries and others with broken arms and legs. Knowing that no Orthodox Jew would be filming the attack on Friday night, the police they let out all their anger on the worshippers.
Several others speeches were given in Yiddish, including one by Rabbi Alter Kaufman, a member of the Jerusalem Orthodox community. Throughout the demonstration, a large video screen displayed clips of recent violence by Israeli police against peaceful protestors.
The protest culminated with a march around White House grounds, passing Blair House, the presidential guest quarters where Netanyahu was staying. It ended at 17th Street, where buses were lined up to take the protestors home.
Following is a Drop Box link to footage of the protest, which may be used free of charge for news reporting
Wees erbij voor de uitspraak, maar er wordt niet meer gepleit.
115
[Proces is uitgesteld op vraag van advocaat van Forum voor Joodse Organisaties voor opstellen besluiten]
Pro-Palestijnse manifestanten gedagvaard voor aansporen tot racisme
Drie manifestanten die in 2014 in Antwerpen protesteerden tegen de bombardementen in Gaza zijn gedagvaard wegens aanzetten tot racisme tegen Antwerpse Joden. Niet op basis van vaststellingen van de politie, wel omwille van een klacht van verdedigers van Israel! Op basis van een bijzonder dun dossier vervolgt het openbaar ministerie, gevolgd door het Centrum voor Racismebestrijding.
> De context
Op 8 juli 2014 ontketent het Israëlisch regime de zoveelste aanval op Palestijnen. Gedurende bijna twee maanden wordt Gaza gebombardeerd, 2100 Gazanen werden gedood waarvan 70% burgers, 551 kinderen en 250 vrouwen, 11000 werden gewond, 44300 huizen werden beschadigd, 18000 huizen, scholen, ziekenhuizen en de enige energiecentrale werden verwoest. De afschuw in Europa is groot, overal wordt twee maanden lang betoogd, zo ook in Brussel en Antwerpen.
> De feiten, waarover gaat de klacht?
Op 12 juli manifesteren een 800-tal mensen op het Sint-Jansplein in Antwerpen. De manifestatie verloopt erg emotioneel, de sprekers, waaronder drie gemeenteraadsleden van sp.a, PvdA en Groen, worden voortdurend onderbroken door slogans vanuit de aanwezigen. Ondanks de verontwaardiging eindigt de manifestatie zonder incidenten, wat door de aanwezige politie bevestigd wordt. VRT Nieuws titelt: "Betogers in Antwerpen tegen geweld in Gaza."
Maar dat is zonder Michael Freilich van Joods Actueel gerekend. Die zit met een vergrootglas naar de beelden van de manifestatie te kijken, en hoort ergens de slogan "Khaibar, Khaibar, ya yahud" gedurende enkele seconden roepen. Hij schrijft de dag nadien "De gescandeerde leuze refereert specifiek naar de Joodse gemeenschap en niet naar Israël". Hij schrijft met geen woord over de talloze vlaggen, leuzes en slogans tijdens de manifestaties, duidelijk en uitsluitend gericht tegen Israël, hij pikt er een slogan van enkele seconden uit, waaraan hij zijn eigen betekenis geeft. Hij vermeldt tevens dat het Forum van Joodse Organisaties klacht zal neerleggen, wat drie dagen nadien gebeurt door Pinkas Kornfeld die de organisatoren aanklaagt.
> Zionisten misbruiken bewust de termen "anti-semitisch" en "anti-Joods"
Zionisten, verdedigers van de Israëlische Staat, moeten met lede ogen aanzien hoe de verontwaardiging over Israël, toen in 2014 en later met de succesvolle boycotacties, steeds meer mensen mobiliseert. Hun tactiek is bekend: stel kritiek op het Israëlisch regime gelijk aan "antisemitisch", aan "anti-Joods". Bij de Europese bevolking, getraumatiseerd door de verschrikkingen van de holocaust, liggen deze termen heel gevoelig. De gruwel van Israël wordt voortdurend internationaal aangeklaagd, maar de zionistische propagandamachine blijft hameren op "antisemitisch" en "anti-Joods".
> "Zionist" versus "Jood"
Het is de Israëlische regering, gevolgd door zionistische sympathisanten wereldwijd, die de bezetting van Palestina voorstellen als een strijd tussen Joden en moslims. Als iemand voor de rechtbank gedagvaard moet worden wegens aanzetten tot racisme, dan zijn het wel de verdedigers van Israël! Pro-Palestijnse activisten zijn voortdurend verplicht om deze grote leugen te ontkrachten en de kern van het conflict aan te duiden: een zuivere bezetting, kolonisatie, gekenmerkt door een niet aflatende agressie jegens het Palestijnse volk. Terreur kent geen godsdienst. Bezetting kent evenmin een godsdienst. Godsdienst wordt misbruikt om te mobiliseren, dit geldt evenzeer voor de "Islamitische Staat" als voor de "Joodse staat".
> Joden tegen het zionisme
Wie zich verzet tegen het zionisme is immers niet anti-Joods, dat bewijst overduidelijk de antizionistische Joden die voor een rechtvaardige vrede opkomen in Palestina. Zij nemen deel aan pro-Palestina betogingen, waarom zouden die manifestaties dan tegen het Joodse volk, tegen het Joodse geloof, gericht zijn? Tijdens de manifestatie is door niemand opgeroepen tot geweld tegen Antwerpse Joden, dit maken Freilich en Kornfeld er van.
> Pro-Palestijnse manifestaties en boycot ontmoedigen
Het gaat niet over drie individuen, maar over de hele solidariteitsbeweging. De volgende stappen zijn immers pogingen om de groeiende succesvolle oproep tot boycot van Israel te verbieden, pogingen die we vandaag ook in het buitenland zien. De gedagvaarden zijn als organisator aangesproken, en het is duidelijk dat de zionisten organisatoren van pro-Palestijnse manifestaties willen intimideren en ontmoedigen.
> Maar het Openbaar Ministerie en Centrum voor Racismebestrijding volgen...
Dat de zionisten hun beproefde demagogische tactiek toepassen, is geen verrassing. Vanuit Israël worden ze daarbij gesteund door officiële programma's als Hasbara. Het onrustwekkende van de huidige dagvaarding is dat het Openbaar Ministerie de klacht overneemt, en dat het Centrum voor Racismebestrijding zich als benadeelde partij opstelt. De wereld op zijn kop. OM en Unia die de kant kiezen van de echte racisten tegen degenen die opkomen tegen racisme en kolonisatie! Het belang hiervan kan moeilijk onderschat worden.
> Hoe steunen?
* Steun de gedagvaarden vooreerst door het delen en duiden van deze aanval van zionisten op de Palestijnse solidariteitsbeweging. * De gedagvaarden hebben recht op een sterke verdediging. Stort een bijdrage op BE74 0010 1920 8807 met vermelding "Advocaat 12juli14". * Ben je vrij dinsdag 22 november om 9u, je bent welkom in het Antwerps gerechtshof (tram 12 en 8). Doen!
Vrijspraak voor pro-Palestijnse manifestanten!
Vrijmeningsuiting, recht op kritiek op het Israëlisch regime!
Kritiek op Israel is kritiek op een regime en de zionistische ideologie, niet op de Joodse religie of volk.
Joods Actueel en forum Joodse organisaties zijn niet de vertegenwoordigers van het Joodse Volk.
Protesters in Antwerp facing trial for organizing Palestine demonstration
YESHURUN NEWS
If you are free, be there for the verdict!
Protesters in Antwerp facing trial for organizing Palestine demonstration
January 26, 2017
Solidarity with Antwerp activists for Palestine facing prosecution: translated from French; originally published at pourlapalestine.be, the site of Plate-Forme Charleroi-Palestine.
Three demonstrators who participated in a 2014 protest in Antwerp, Belgium against the attack on the Gaza Strip were called before the court in Antwerp on 24 January. They are charged with incitement to racism against the Jewish community in Antwerp, not based on independent findings by the police, but instead on a complaint filed by supporters of Israel. Based on a very thin file, the public prosecutor began a prosecution against the three, joined by the Centre Against Racism. The prosecution is seeking heavy penalties against the defendants: six months in prison for two of the three defendants, identified as the organizers, and 60 days of community service for a Palestinian from Gaza.
The ruling in the case will take place on 21 February.
Below is the statement previously circulated by the event organizers:
The Context
On 8 July 2014, the Israeli regime launched another attack on Palestinians. For nearly two months, the Gaza Strip is bombed. 2,100 people were killed 70% of them civilians including 551 children and 250 women. 11,000 were injured, 44,300 homes damaged and 18,000 homes, schools, hospitals and power plants destroyed. The horror and outrage in Europe is widespread and for two months, demonstrations were held everywhere, including in Brussels and Antwerp.
Facts: What is the complaint?
On 12 July, around 800 people demonstrated at Sint-Jansplein in the center of Antwerp. The event took place in a highly emotional context and the speakers, including three municipal councillors from the SP.a, Workers Party of Belgium and the Greens were interrupted continuously by chants from the crowd. Despite the high levels of feeling in the crowd, the demonstration ended without incident as was confirmed by the police at the time. The Flemish channel VRT ran a news story, entitled: Protesters in Antwerp against the violence in Gaza.
However, Michael Freilich of Joods Actueel began to scrutinize photos of the event and claimed that he heard some screaming for a few seconds, Khaibar, Khaibar ya Yahud. The next day, he wrote that The slogan chanted specifically refers to the Jewish community and not to Israel. There was no mention of countless flags and slogans and official chants during the demonstration, clearly and exclusively directed against Israel. Instead, this issue focuses on a single chant in the crowd for seconds and a specific interpretation. The FJO, Forum of Jewish Organizations in Antwerp, announced it would file a complaint, and Pinkas Kornfeld did so three days later, denouncing the organizers of the rally.
Zionists constantly and deliberately abuse the terms anti-Semitic and anti-Jewish
The Zionists, the supporters of the state of Israel, must see painfully clearly that the outrage over the conduct of the state of Israel mobilizes more and more people. This was the case in 2014 and increasingly so with successful boycott actions. The tactic is well-known: the slightest criticism of the Israeli regime is labeled as tantamount to an anti-Semitic or anti-Jewish act. Among the European population, traumatized by the horrors of the Holocaust, these terms are extremely sensitive. The atrocities committed by the Israeli regime are constantly denounced internationally, yet Zionist propaganda continues to abuse the terms anti-Semitic and anti-Jewish.
Zionist vs. Jewish
The Israeli regime, supported by Zionists worldwide, presents the occupation of Palestine as a conflict between Jews and Muslims. If someone were to be summoned before a court of law due to incitement to racism, it would be rather logical in this case that it would be defenders of Israel. Pro-Palestinian activists are constantly obliged to denounce this lie and to draw attention to the real problem: occupation and colonization characterized by constant aggression against the Palestinian people. Terror has no religion, and neither does occupation. Religion is used as a pretext for the sole purpose of mobilization. This is the case for the Islamic State and this is the case for the Jewish State.
Jews against Zionism
Those who resist Zionism are not anti-Jewish; this is evidenced by the anti-Zionist Jews who defend a just and righteous peace in Palestine. They participate in the pro-Palestinian demonstrations. Why, then, would these same demonstrations target the Jewish people or the Jewish religion? At the event in Antwerp, nobody incited violence against the Jewish community in Antwerp. It is Freilich and Kornfeld who made a faulty conclusion.
Discouragement of the pro-Palestinian demonstrations and the boycott
It is not a question of three individuals but of an entire solidarity movement. The next step is obviously an attempt to silence the growing calls for the boycott of Israel, an attempt we already see taking place elsewhere. The people summoned are being arrested for being protest organizers, and it is clear that the goal is to intimidate and discourage the organizers of protest demonstrations.
That the Zionist movement continues to apply these tried and tested tactics is no surprise. From Israel, it is supported by official programs and hasbara.
What is alarming in the present case is that the Antwerp Prosecutor accepted the complaint and that the Center Against Racism has joined as an injured party. It is a world turned upside down! The prosection and UNIA who defend the true racists against those who stand against racism and colonization. The importance of this cannot be underestimated. (*)
* The current attitude of UNIA, the Federal Center for Combating Racism, is unclear. They were not present at the trial, but the lawyer did not receive any information that they are withdrawing.
Support the pro-Palestinian demonstrators!
Freedom of expression and the right to criticize the Israeli regime!
Criticism of Israel is criticism of Zionist regime and ideology, not of Jewish religion or Jewish people!
Joods Actueel and the Forum of Jewish Organizations in Antwerp are not the representatives of all Jewish people.
How to support the protesters
·Support the people accused first by sharing this information and explaining the Zionist attack against the Palestine solidarity movement.
·The summoned persons are entitled to a legal defense. Help to support their defense by contributing to bank account BE74 0010 1920 8807 with the note, Advocate 12 July 14
Rabbiner Pinchos KOHN : Die süddeutsche Orthodoxie
Rabbiner Pinchos KOHN
(1867-1942)
Die süddeutsche Orthodoxie
Bei jeder Betrachtung über S.R. HIRSCHזצ"ל tritt naturgemäß seine Kampfesstellung gegen die Reform in den Vordergrund. Diese erfüllte ja sein Leben und sein Wesen. Allein es ist den Eingeweihten nicht unbekannt, daß bei aller Bewunderung für die Größe des Menschen, für die Tiefe seiner Schriften, für den Mut seines Bekenntnisses, für die Ehrlichkeit seiner Überzeugung es Kreise auch im Südmainland gab, welche den inneren Anschluß an ihn nicht fanden.
Man könnte nun die feinen Nuancen, welche ihn von der namentlich in Süddeutschland vorherrschenden Altorthodoxie trennten, im Einzelnen genau zeichnen. Allein man erreicht dasselbe Ziel, wenn man seine Zeit schildert und die Wesensart der Zeitgenossen.
Es ist nicht an dem, daß die so wuchtig einsetzende Reform etwa eine ganze Generation kampfunfähig und unvorbereitet traf. Nur gibt es eben im Kampfe gegen die Reform zwei grundverschiedene Wege zu demselben Ziele, einen optimistisch kategorischer und einen polemisch werbenden. Den erste ging die alte Zeit. Lange ehe man in den großen Massen die Gefahren der Mendelssohnperiode erkannt hatte, traten die alten Kämpen auf dem Plan. Sie erachteten allezeit ihre Aufgabe darin, kraft ihres Amtes als Lehrer ihrer Welt darzulegen, daß eine Erscheinung im Gegensatz zu einer codifizierten Norm des Judentums stehe. Es wird für den Historiker Grund ernstester Erwägung sein, zu untersuchen, wie es kam, daß schließlich der Kampf gegen die Mendelssohnsche Bibelübersetzung in Fürth lokalisiert wurde. Man überlegte es sehr ernst, on man wirklich eine Erscheinung auf dem Gebiet des Geisteslebens als unvereinbar mit dem Judentum bezeichnen müsse; man war sich wohl bewußt, daß es da eine Art דין נפשות war und wappnete sich mit der ganzen Objektivität, welche ein solches Verfahren voraussetzt. Hatte man sich aber zu der Erkenntnis durchgerungen, daß ein Verstoß gegen Schrift und Tradition vorlag, dann gab es keine irgendwie geartete Rücksicht auf Zeitströmung, auch die Rücksicht gab es nicht, ob man nicht etwa zaghafte Gemüter die nicht wußten zwischen rechts und links, abstoße. Man fühlte es vielmehr als heilige Pflicht, es urbi et orbi zu verkünden, daß hier ein Bruch mit dem Alten und Vererbten vorlag, und zwar in der Form zu verkünden, welche gleichfalls das Religionsgesetz für solche Fälle an die Hand gibt. Aber dabei war man zu der optimistischen Annahme berechtigt, dass die Zeitgenossen folgen würden. Und darin liegt die Signatur der süddeutschen Orthodoxie, auch wenn sie heute noch in nur sehrwenigen fossilen Exemplaren vorhanden ist. Ihr war die Autorität alles, nicht etwa infolge geistiger Beschränktheit und Unwissenheit, sondern gleichfalls in strikter Befolgung des Religionsgesetzes. Den größten, seit einem Jahrhundert fast nun den letzten Sieg hat diese Methode in der Orgelfrage errungen. Das Wort der Autoritäten, fließend aus der Anwendung religionsgesetzlicher Normen, genügte.
Diese wenigen Darlegungen genügten, um auch dem mit der Materie nicht vertrauten Leser zu zeigen, daß diese Methode eine unerlässliche Voraussetzung hat eben die Autorität der Autoritäten. Und diese Voraussetzung war zu S.R. Hirschs Zeiten fast nicht mehr gegeben (die letzte Zufluchtsstätte dieses Idylls, die süddeutschen Staaten, wird ja auch allmählich durch geschickte Faiseure expropriiert). Man darf eben nicht vergessen, daß die Reform ein Kind der Revolution war und daβ der missverstandene Begriff der Freiheit nicht bloß in den staatlichen Organisationen seine Orgien feiern wollte. Die Betonung der Persönlichkeit, die Zusammenfassung gleichgestimmter Persönlichkeiten zur kompakten Majorität wollte den Grundgedanken des Konstitutionellen in das Gebiet des religiösen hineintragen und die Autorität im besten Falle des Präsidenten eines Parlamentes belassen. Täuschen wir uns darüber nicht; auch wenn die alten Rabbiner mit dem vollen Rüstzeug der Kultur ihrer Zeit ausgerüstet gewesen wären, hätten sie diesem autoritätsfeindlichen Beginnen nicht wirksam entgegentreten können. Denn es war nicht eine Frage des Wissens, es war eine Sache des Willens und nur pastorkluge Führer, welche um Scheinautorität zu wahren, die Autorität untergraben halfen, wurden vom Beifall der Menge getragen. Nun suchten diese alten Rabbiner, gegen die S.R. Hirsch זצ"ל die denkbar größte Ehrfurcht hegte, schon den richtigen Weg, auch diesen stürmenden Wellen auf dem Wege des Wissens zu begegnen, indem sie lernten und das Lernen lehrten in altererbter Weise. Es liegt eine wunderbare Kraft des Vertrauens in dem Glauben, daß nur das Beth-Hamidrasch die Stätte des alten Lernens der Boden sei, auf dem eine jüdische Seele den Kampf gegen individualistische Neigungen mit Aussicht auf Erfolg beginnen könne. Es war nicht das Bestreben jener Zeit, das Lernen möglichst leicht zu gestalten, denn nur im geistigen Mühen, so glaubte man, könne der Sünde Widerstand geleistet werden. Aber natürlich, als man es durchgesetzt hatte, daß ein solches Beth-Hamidrasch nach dem anderen von Staatswegen entvölkert oder geschlossen wurde, da war jene Stunde gekommen, in welcher die Unwissenheit der Massen die Regel wurde, in welcher man auf deutschen Boden das alte Lernen zu Grabe trug.
Ihm eine Auferstehung zu bereiten, das war so recht eigentlich der Kern des Zieles, das sich S.R. Hirsch זצ"ל setzte. Wenn wir heute konstatierten, daß dies noch nicht erreicht ist, so wollen wir damit besagen, daßauf dem Wege des Meisters so viel Schönes sich bot, daß Zeitgenossen und Epigonen daran sich begnügen zu dürfen glaubten.Die Befürchtung dies eintreten könnte, trennte einen Teil der alten rabbinischen Welt von ihm. Hirsch זצ"ל trat werbend zu seinem Volke. Er wollte einer thoraentfremdeten Zeit die Unhaltbarkeit der Reform zeigen, die in ihr selbst liegt, in ihrer Halbheit, in ihrer Unwisseschaftlichkeit. Er kleidete zunächst das alte Lernen in die Sprache seiner Tage, welcher er selbst eine aus dem alten Lernen stammende Stilart schuf. Er wollte das Denken der Jugend zur logischen Erfassung des religiösen Pflichtbewusstseins zwingen und als Krönung des Ganzen die alte Autorität wieder in ihre Rechte einsetzen. Doch sein Ideal, daß die Lehre im Judentum der Boden sein muss, auf dem das Geistesleben erblüht, teilten alle freudig mit ihm, ach die scheinbar weltfremdesten. Wenn erst einmal irgendwo eine Synthese sich ergibt, in welcher die Polemik gegen das Fremde kategorisch die Forderung nach altem, autoritativsfrohen Lernen erhebt und sie werbend durchsetzt, dann ist das achtzehnte und neunzehnte Jahrhundert in allen seinen Kämpfen zum Siege geführt.
Noch ein Zweites müssten wir breit ausführen, das ist die Stellung der süddeutschen Orthodoxie des Tranzendentalen, , des Übersinnlichen. Auch in diesem Bereiche blieb zwischen den alten Rabbinern und S.R. Hirsch זצ"ל latent. Allein wir behalten diese Materie einer gesonderten Darstellung bevor, in welcher an der Hand der Quelle nachgewiesen werden soll, was auf diesem Gebiete im Reich der Orthodoxie rechtens ist. Es ist ein ernstes Memento unserer Zeit. Auch hier ist eine Synthese das Ziel; die sogenannte Mystik der Alten und die Symbolik Hirschs זצ"ל sind Zweige an einem Baum.
From early Zionist leader Nachman Syrkin, yimach shmo (1868-1924), writing in 1898, when Zionism was just being born. The rotten seed that produced the rotten fruit that stinks up the whole world today...
The new, Zionist Judaism stands in complete contrast to the Judaism of exile Zionism uproots religious Judaism in a stronger way than Reform or assimilation, by creating new standards of 'Judaism' which will constitute a new ideology that can be elevated to the status of a religion.
WORTE DES STOLINER REBBE DIE NICHTS AN AKTUALITÄT EINGEBÜßT HABEN
WORTE DES STOLINER REBBE DIE NICHTS AN AKTUALITÄT EINGEBÜßT HABEN
(Wiedergabe des Originaltextes in der Abbildung bitte anklicken zum vergrößern)
Der Stoliner Rebbe ז"ל
Er drückte sich folgendermaßen aus: In Warschau lebt ein Jid, ein guter Jid, der ganzer Tag ist er in Taliss und Tefilin geschmückt tätig mit Thora und Gebeten, jedoch wird er nie vom tiefsten Gehinom herauskommen, denn er ist ein Zionist.
Seit viele Jahre hat sich die Führung der chassidische Gruppe Karlin-Stolin in Jerusalem, im Heiligem Lande, dem frommen militanten Zionismus verschrieben Neulich, anläßlich die tragische Ereignisse in eine Schul von Har Nof (erbaut auf den Ruinen des palästinensischen Dorfes Deir Jassin), hat ihren heutigen Rebbe sich selbst überboten in Brandstifterreden. Dazu erhielt er den Beifall der fromme (agudistische) zionistische Presse. Daher die Wichtigkeit zu erinnern an obenstehenden heilige Worte.
Letter by Rabbi Josef Chaim Sonnenfeld, Chief Rabbi of Jerusalem in 1931
Dec. 6, 1931 - Jerusalem...
To the honorable Muslim Congress of Jerusalem,
Orthodox Jewry in Palestine, under the auspices of the worldwide Orthodox organization Agudas Yisroel, is honored to greet the Muslim Congress in the Holy City of Jerusalem. May it be G-ds will that this gathering of Muslim leaders bring blessing to the city and the land chosen by G-d, and help to bring about peace among all its inhabitants.
The Congress will deal with the question of the Islamic holy sites in the Holy Land. In regard to this, it is important to us to declare before all those gathered, and before all of the Muslim world, that Jews have no intention to challenge the rights of Muslims to their holy sites, or even to demand any rights to these places, just as we do not want others to challenge our rights to sites holy to us.
We completely deny any suspicion that we want to demand rights to your holy site that is called the Al-Aqsa Mosque and the other holy sites located on the Temple Mount compound.
As far as the Western Wall, the place from which the Divine Presence never departed, our only wish is that we be allowed the same privilege as was allowed our grandfathers to pour out our hearts in prayer respectfully, without disturbance, before G-d who dwells in this place.
We hope that a spirit of peace will envelop the Congress, helping to remove the suspicions harbored in the hearts of each segment of the population against the other. May the Holy One, blessed is He, spread His canopy of peace over all the inhabitants of the land, giving success to its building and flowering for the good of all.
The Center of Agudas Yisroel in the Holy Land, Jerusalem
Photo, Rabbi Yosef Chaim Sonnenfeld (center) welcomed by King Abdullah I of Jordan (second from left)
Upon request by the Jerusalem chief rabbi and his rabbinical court, a major ad campaign will commence in Arabic media stating the prohibition for Jews to ascend the Temple Mount, and to emphasize the wholehearted intention of True Torah Jews to live in peace with all!
Since a majority of the latest violence has been in regard to the Temple Mount, the Jerusalem rabbis feel that clarifying the prohibition on ascending the Mount, and the wish to live in peace, should - with G-Ds help - hopefully calm the situation.
Binyomin Sherber Everyone knows that the only thing that will calm the situation is the dismantlement of the Zionist State, not merely the issue of the Al Aqsa. Besides, by asserting that a certain segment of the population are not involved in the Al Aqsas provocations would suggest that OTHER segments of the Jewish population are the real "bad guys" who DO approve of going up to the Al Aqsa, and this would give a misimpression that the rabbis suggest the uprising target other Jews instead of the black hat ones. And since the article in the Al Quds newspaper does not include the signatures of the rabbis involved, there is no way of knowing who authorized it and whether Palestinians are expected to distinguish between Agudist Jews and Eyda Charedis Jews, or whether the article speaks on behalf of both segments. Plus if the article condemns settlers, the Palestinians already know that major settlements include "ultra-Orthodox" Jews who do not go to Al Aqsa, so what happens then? Especially since this implies that the Eyda Charedis recognizes the idea of a two state solution implicitly.
Binyomin Sherber There will never be a calming of the situation as long as there is a Zionist state that continues to oppress, steal, expel, dehumanize and mistreat millions of Palestinians, including millions of refugees who are denied the right to return to their homeland of Palestine.
Below: see attached that the notorious article of a Zionist newspaper which is addressed to Arabs.
Whoever wrote this has decided that "Haredi" Jews are valuable...meaning that the rest of the Jews are hefker...this is absolute kefira... ["nachnu al-harediin......"]
Another interesting comment from MYZ
To say that Chareidim are not Zionists is the NKI/Natruna nonsense. It isnt true that these Haredim are non-Zionists or anti-Zionists. Who are reading Mishpacha, if not Chareidi Zionists? Moreover:
1- These Haredim are as much Zionists as the Zionists they are accusing
2- These Haredim who published the article do not claim to be non-Zionists, just that contrary to the non-Haredi Zionists, they dont ascend the Har HaBayis. According to them, the intifada of knives we are seeing now was caused by Jews ascending the Har HaBayis. So, they believe because Charedim dont ascend the Har HaBayis, the Arabs shouldn't stab them, which is complete nonsense, because ascending the Har HaBayis isnt the only issue and because Haredim, as any other Zionists, are contributing to the colonization of Palestine. So, why shouldnt they be attack by the Arabs? Which right do they have for asking such thing, seeing that they are as much Zionists as any other Zionist?
3- To claim that Chareidim dont ascend the Har HaBayis is a complete lie. Who are the guys on the Har HaBayis? They are Haredim!
Rabbi Ahron Leib Cohen: Refutation of 'Talmud and double standards'
Rabbi Ahron Leib Cohen שליט"א
Manchester, Great Britain
The Talmud and double standards
Mr Michael Jones
and the Talmud
Talmud embodies
a whole G-dly, totally benign philosophy and way of life reaching right back to
Divine Revelation. It is not possible for Talmud to be studied and appreciated
as a 'stand alone' academic field of knowledge. Knowledge of Talmud requires
faith, holiness, self discipline and years of diligent study.
Michael Jones'
article is based on false concepts, out-of-context excerpts, distortions and
untrue statistics, disseminated by christian critics of Judaism or
intellectuals of Jewish extraction seeking (either consciously or sub-consciously)
freedom of material indulgence and release from religious restriction, who in
many instances have quoted talmudic and scriptual sources falsely, or
distorted.
Mr Jones draws
on evidence from a small group of dissident 'apikoirus' Jews and ignores the
fact of a thriving core of generations going back thousands of years, of many
many thousands may be millions of Jews of all ages of high moral and religious
calibre spread around the world (including vast numbers of Polish Jews!)
behaving with humility, integrity, contented family lives and just compassion
and consideration for all people whether Jewish or non-Jewish. All this based
on the Torah as taught in the Talmud.
The Torah and
the Talmud are the means by which the Jewish People have retained their
identity through two thousand years of exile with no coercion but willing and
loving acceptance.
Vice President
Rahimi
Mr Rahimi,
although not speaking about the Jewish People as such, does sadly speak
disparagingly about the Talmud. His references to the Talmud are presumably
based on similar unsound sources to those of Michael Jones. In todays age the
nefarious activities of the Zionists (who are still frequently perceived as
being representative of Jews as a whole) and the illegitimate 'State of Israex'
only go to encourage views such as those expressed by Mr Rahimi. Particularly,
the activities of the 'Religious Zionists' who claim a connection with the
Talmud. Whereas it is quite clear to authentic Orthodox Jews that the views of
the Religious Zionists are incompatible with the age old Jewish teachings. They
have 'bolted on' the nationalistic ideals of Zionism to Judaism, fallaciously
citing sources to support their ideas.
Double
Standards?
It is, I
suppose, logical for the world at large to react differently to disparaging
comments against Jewish religious sources when made by people of Jewish
extraction as opposed to those same kind of comments when made by non-Jewish
parties. The former would not be considered to be anti-Semitism, after all the
comments have been made by Jews!, hence no criticism from the world at large
Whereas the latter could easily be treated as a manifestation of anti-Semitism,
hence the criticism.
The sad fact is,
however, that the criticism of the disparaging remarks includes criticism of
remarks made against the Zionist State of 'Israex'. The latter being entirely
justified and should not be confused with anti-Semitism.
In diesem Buche
ist der geschichtliche Teil vorwiegend, besonders sind es hier Schwächen und
Vergehungen Jissroéls in der Wüste, die uns als warnendes Beispiel berichtet
werden.
So lesen wir
von ihrem übermutigen Murren über das treffliche Man, dem falschen Bericht der
Kundschafter über das gelobte Land, die Auflehnung Korachs und seiner bösen
Rotte gegen Moses und Aharon; ferner die Haderwasser, die Segensprüche Bileams,
den Eifer des Priesters Pinchos für seinen Gott und den siegreichen Kampf der Israeliten
mit Sichon und Og.
Das vierte Buch
schließt mit der Aufzählung der Lagerstätten und der Ortschaften, die Jissroél
bei seiner Wanderung berührt hatte.
Die Satzungen
jedes Abschnittes wurden teilweise an Ort und Stelle besprochen.
Lehrreich für
jeden Menschen ist die Wanderung Jissroéls in der Wüste, bedeutet doch auch das
menschliche Leben eine Wanderung oft durch unwirkliche, rauhe Landschaften. Eine Wüste ist es schon gar oft gewesen, durch
welche der Fuß des Erdenpilgers dahinschritt, trostlose Einöde, erfüllt von
Schrecken und Gefahren, Mangel und Elend sich bergend. Doch Gott verläßt in
keiner Stunde nicht diejenigen, die Ihn anrufen in Wahrheit. Der da voll
Zuversicht zu Ihm emporblickt und sich bestrebt nach Gottes heiligem Willen
sein Leben einzurichten, dem schickt der Allgütige auf wunderbare Weise, wie
einst Jissroél n der Wüste, köstliches Brot vomHimmel, aus hartem Gestein läßt er ihm hervorrieseln erquickendes Born und der
Wüste Sand verwandelt Er ihm in blühende Flur.
Aus: Erbauungsbuch Bibel- und
Talmudschatz J.H. Kohn S. 374-37513.Auflage Hamburg 5691 1931
Why is it so serious to enlist in the Zionist army?
Why is it so serious to enlist in the Zionist army?
The statement in the appendix ("Bijlagen» = annexes), written in Yiddish to the attention of pious Jews who live in Occupied Palestine, now exposed to the risk of being recruited into the Zionist army, develops the Rabbinical view of the seriousness of this issue. The statement contains very judicious arguments and denouncing the "Rabbis" Zionists collaborating with the Zionist regime to do deny the אמונה to the Jews.
פארוואס איז עס אזוי ערנסט צו זיך פארשרייבן אין דער ציוניסטישע ארמיי?
די דערקלערונג אין דעם אַפּפּענדיקס ("Bijlagen" = אַננעקסעס), געשריבן אין אידיש פאר די פרומע עהרליכע אידןוואס לעבן אין ארץ ישראלאוןוואסריזיקירן צו זייןרעקרוטירט איןדי ציוניסטישע ארמיי, ברענגט די מיינונג פון רבניםבנוגע די ערנסקייט פון דעםענין.די דערקלערונג אנטהאלטפאקטן און זייער קלוגעארגומענטן, זיי פאַרדאמען די ציוניסטישע "רבונים"וואס ארבעטן מיט דעם ציוניסטישער רעזשים צו טאן לייקענען די אידן פון זייער אמונה, ח"ו !
Paper $27.00ISBN: 9780745335810 Published July 2016 For Sale in All Americas and the Caribbean except Canada
Cloth $90.00ISBN: 9780745335827 Published July 2016 For Sale in All Americas and the Caribbean except Canada
Usually, we think of the state of modern Israel, as well as the late nineteenth-century Zionist movement that led to its founding, as a response to anti-Semitism which grew out of cultural and religious Judaism. In What Is Modern Israel?, however, Yakov M. Rabkin turns this understanding on its head, arguing convincingly that Zionism, far from being a natural development of Judaism, in fact has its historical and theological roots in Protestant Christianity. While most Jewish people viewed Zionism as marginal or even heretical, Christian enthusiasm for the Restoration of the Jews to the Promised Land transformed the traditional Judaic yearning for Returna spiritual concept with a very different meaninginto a political project.
Drawing on many overlooked pages of history, and using on a uniquely broad range of sources in English, French, Hebrew, and Russian, Rabkin shows that Zionism was conceived as a sharp break with Judaism and Jewish continuity. Rabkin argues that Israels past and present must be understood in the context of European ethnic nationalism, colonial expansion, and geopolitical interests rather thanas is all too often the casean incarnation of Biblical prophecies or a culmination of Jewish history.
In Britain, thousands have marched in the annual Quds rally in solidarity with Palestinians facing Israeli aggression. This years demonstration was held despite pressure by pro-Zionist groups who sought to cancel the event by drawing a link between the Quds rally and the Daesh terrorist group.
The idea that Zionism and the State of "Israel" is the protector of Jews is probably the greatest hoax ever perpetrated on the Jewish People. Indeed, where else since 1945 have Jews been in such physical danger as in the Zionist state?!
The Transfer Agreement: The Dramatic Story of the Pact Between the Third Reich and Jewish Palestine is a book written by author Edwin Black, documenting the agreement between Zionist Jews and Adolf Hitler to help create a Jewish state in Palestine, in return for an end of a global boycott of Nazi Germany that had threatened to bring it down in its first days of power.
Video -Posted November 05, 2012
1933: Zionists sign a deal with Hitler - The Transfer Agreement
Rabbiner Dr. Salomon BREUER zur Wochenabschnitt Zaw
Rabbiner Dr. Salomon BREUER
(1850 1926)
צו
Belehrung und Mahnungzur Wochenabschnitt Zaw (Auszüge)
זאת תורת העלה היא העלה Dies ist die Lehre des Emporopfers es ist das Emporopfer .
היא העלה, שהקריבו בני נח (מ"ר) Mit dieser wiederholten Aufnahme des Wortes היא העלה will nach Meinung der Weisen unser Vers darauf hinweisen, daß Emporopfer nicht erst von Jissroél, sondern היא העלה viel früher, bereits von Noachiden Gott nahe gebracht wurden.
Wenn daher die gesetzliche Bestimmung Emporopfer auch von Nachiden entgegennimmt (s. Sebachim 116a) wendet sich doch die bedeutsame Überschrift unseres Gottesbuches אדם כי יקריב בכם an alle, die sich ihrer Adambestimmung bewusst sind so haben uns doch die Weisen in einem Ausspruch, wenn wir ihn recht verstehen, die hohen Anforderungen niedergelegt, die ein עולה an uns stellt und zu denen auch der Noachide sich emporringen muss, wenn sein עולה der ihm innewohnenden Bedeutung entsprechen soll.
צפונה לפני ה' lautet die gesetzliche Vorschrift (1,1): das Emporopfer werde nordwärts, nach der mitternächtlichen Seite vor Gott geschlachtet. Und die Weisen lassen Gott sprechen: מעידני עלי את השמים ואת הארץ בין גוי בין ישראל בין איש בין אשה בין עבד בין אמה קורין את המקרא הזה צפונה לפני ה' זוכר הקב"ה עקידת יצחק (מ"ר ויקרא ב') Himmel und Erde rufe ich zur Zeugen auf: ob Jude oder Nichtjude, Mann oder Frau, Knecht oder Magd, sobald sie sprechen צפונה לפני ה' nordwärts vor Gott, gedenke ich ihnen die Akeda Jizchaks.
Mit צפונה לפני ה' ruft das Emporopfer uns und mit uns eine große nichtjüdische Welt zur Höhe der Akeda.
Abraham und Jizchak gehen den Weg zur Morijahöhe צפונה den Weg in der mitternächtlichen Richtung, - sie aber gehen in לפני ה' und schauen in allem nächtlichen Geschick, das der Gotteswillen ihnen aufzuerlegen gewillt ist, Gott in seiner ewig liebenden, Heil spendenden Waltung.
צפונה לפני ה' In diesen drei Worten ist die ganze Größe der Akedagesinnung niedergelegt. Wer sie, meinen daher die Weisen, sich vergegenwärtigt, sie sich zu eigen macht und gewillt ist, danach sein Leben zu gestalten, gewillt ist, auch wenn Gott ihm den mitternächtlichen Weg führt לפני ה', von Gottes ewiger Lieve geleitet, am Ziel den Berg zu schauen הר נאה ומשובח, den schönen, den herrlichen זוכר הקב"ה עקדת יצחק dem gedenkt Gott die Akeda der Väter.
זאת תורת העולהDas ist die Lehre des עולה, das ist die grosse, hehre Forderung, die das Emporopfer an uns richtet.
היא העולה Wohl können auch Noachiden Gott das Emporopfer bringen und haben es auch gebracht dann aber mögen sie beherzigen, ass das Emporopfer nur dann in Wahrheit von ihnen gebracht wird, wenn es mit seinem Aufruf תפונה לפני ה' auch sie zur Höhe der Akeda lädt.
Denn Abraham winkt von der Morijahöhe nicht nur seinen Kindern. Himmel und Erde, spricht Gott, rufe ich zu Zeugen auf: ob Jude oder Nichtjude, Mann oder Frau, Knecht oder Magd, sobald sie sprechen: תפונה לפני ה' nordwärts vor Gott, gedenke ich ihnen die Akeda Jizchaks.
Quelle: Rabbiner Dr. Salomon BREUERBelehrung und Mahnung dritter Teil Leviticus J.Kaufmann Verlag Frankfurt am Main 1935 S. 7 -12
Hamans ethnographische Schilderung der Juden. Jakobs Stimme und Esaus Schwert.
. Was wäre aber aus der Menschheit geworden, wenn es dem persischen oder einem späteren Haman gelungen wäre, dieses Volk aus der Liste der Menschheit zu streichen, wenn, wie dies seine Weisen so tief erkannt, der barmherzige Vater der Menschheit nicht eben diese Zerstreuung zum wirksamsten Mittel ihrer Erhaltung gemach, indem nun nirgends blutwütiger Wahn sich über ihre Gesamtheit zu entladen vermochte wenn der Allmächtige nicht eben die Erhaltung seinerzerstreuten Herde inmitten der Wölfe und Löwen sich zum leuchtenden Denkmal seiner allmächtigen, überall gegenwärtigen Waltung erkoren?
Oder was wäre aus der Menschheit geworden, wenn dieses zerstreuten Häuflein schwach genug gewesen wäre, in die Masse der es umgebenden Welt unterzugehen, wenn es nicht die moralische Kraft bewahrt hätte, Widerspruch und Feindschaft einer ganzen Welt zu dulden und in seinem Schoße geborgen Wahrheiten für die einstige Erhaltung und Erlösung eben der Welt zu retten, die in ihrer Blindheit es nicht rasch genug von der Erde vertilgen zu können vermeinte!
ולמלך אין שוה להניחם, es frommt uns nicht, sie zu dulden!Was würde der Mund, der zuerst diese wegwerfende Worte sprach, sagen, wenn er heute, nach mehr als zweitausend Jahren diese Zerstreuten erst recht zerstreut und noch in ihrer Sonderung mit ihren absonderlichen Gesetze und zugleich die Welt um sie erblickte,und erschaute, was seitdem diese zerstreuten Sonderlinge dieser Welt gefrommt! Sein stolzes Perserreich ist dahin und der griechische Held, der es in Trümmer warf, beugte sich vor der priesterlichen Hoheit dieser Zerstreuten!
Und als auch dessen Reiche vor dem Schwerte der Römer schwanden, und dieses Schwert auch diese Söhne dieser Zerstreuten, die der römische Übermut den wilden Tieren zur Kurzweil vorwarf oder aus dem Sklavenmarkt verkaufte, mit dem an Wolfsbrust genährten römischen Genius einen Riesenkampf, der von Triumph zu Triumph bis zur heutigen Tag herab geführt.
קול יעקב und ידי עשו, Jakobs Stimme und Esaus Schwert, das sind seitdem die Potenzen, die um den Thron der Weltherrschaft ringen. Nur einige Laute von dem Worte, das Jakob der Welt zu bringen hat, sind bis jetzt, und noch dazu in mancherlei Trübung, Gemeingut der Menschheit geworden. Und welch eine mächtige Umwandlung haben schon diese wenigen Jakobslaute gebracht! Die von den römischen Adlern beschützten Götter hat das Echo von dem Jakobsworte von dem Throne gestützt, und welcher Gedanke seitdem in den Gemütern und Geistern welterlösend gearbeitet, auf dem Boden des von diesen Zerstreuten und Gesonderten getragenen Gotteswortes hat er gekeimt und seinen Ursprung genommen. Da ist seit zweitausend Jahren keine Wahrheit, die das Rohe in den Gemütern überwunden, die den Wahn aus den Geistern gescheut, die den Menschen Trost und Frieden, Erkenntnis und Weihe gebracht, keine Wahrheit, die dem Menschen eine Ahnung seiner Würde, seines unsterblichen Wertes, seines Gott nachstrebendes Berufes, seiner in Gott zu findenden Wahrheit und Seligkeit zuführen, da hat seit zweitausend Jahren das Edle und Gute, das Wahre und Göttliche, die Wahrheit und das Recht und die Milde, keinen Sieg in Wissenschaft, Gesittung und Gesetzgebung der Menschheit gefeiert, an welchen nicht der erste und größte Anteil der קול יעקב, der aus dem Gotteswort in die Brust der Völker gedrungenen Stimme gebührt. Was wäre der Menschheit verloren gegangen, wenn es einen Haman gelungen wäre להשמיד להרוג ולאבד את כל היהודים מנער ועד זקן טף ונשים ביום אחד!
Wahrlich, wenn Haman heute aufstände und sähe, welch einen bedeutenden Bestandteil der Welt beherrschenden und immermehr und mehr an der Erlösung der Welt arbeitenden Grundsätze und Wahrheiten jüdischer Geist, jüdische Wahrheiten, jüdische Grundsätze und Anschauungen, Blüten des Buches jener Lehre und jenes Gesetz bilden, die er in seiner Zeit als so absonderlich fremd, und als das Vernichtungsurteil seiner Bekenner motivierend erkannte, so würde er sich sagen: wohl wird die Absonderung dieser Zerstreuten nicht ewig dauern, sie wird einmal enden; aber nicht dadurch wird sie enden, daß diese Zerstreuten in den Geist und die Lebensrichtung der Völker aufgehen werden, sondern dadurch wird sie enden,daß einst die Völker voll und ganz aufgehen werden in den Geist und die Lebensrichtung dieser Zerstreuten.
Als Haman lebte, waren alle die jüdische Wahrheiten ein Spott und Gelächter der heidnischen Welt. Sie haben seitdem den Weg zum Herzen der Menschheit gebahnt und sind ihr Stab und ihre Leuchte, ihr Trost und ihre Hoffnung geworden.
Nur ein Echo vom Jakobswort hat bis jetzt die Menschheit erkannt. Das jüdische Volk trägt noch vieles, trägt noch sein ganzes Gesetz unerkannt in seinem Schoße, das noch heute ein Spott und Gelächter der Welt ist und seine dauernde Absonderung bildet.
Es kommt die Zeit, wo auch was heute noch zum Spott und Gelächter der Welt ist, als Rettung und Erlösung der Menschheit aufgehen wird, wo sie erkennen wird, daß nicht in der Lehre, sondern im Gesetze das volle Heil der Menschheit bewahrt sei. Dann wird der Heilesruf die Reihen der Völker durchtönen: Kommt hinauf zum Berge Gottes, zum Hause des Gottes Jakobs, daß es uns lehre von seinen Wege, damit auch wir in seinen Pfaden wandeln! und wenn dann das jüdische Volk die Gedächtnistage aller seiner Rettungswunder feiert, dann wird es nicht allein, dann werden die Söhne und Enkel aller Hamane mit ihm vereinigt jubeln, daß: ליהודים היתה אורה ושמחה וששון ויקר, daß den Juden, ihre Wonne und ihre Würde geblieben, daß sie nie aufgehört, ihr Licht in ihrem Gesetze, ihr Freude in ihren Festen, ihre Wonne im alten Abrahamsbunde, ihre Würde im täglichen Dienste ihres Gottes zu finden אורה זו תורה, שמחה זו יום טוב, ששון זו מילה, ויקר אלו תפלין ,weil nunmehr ihr Licht der Menschheit Licht, ihre Freude der Menschheit Freude geworden, weil nunmehr ihr Bund der Gesamtmenschheit umschlingt, und auch die Menschheit keine andere Würde kennt, als den in aller freudigen Hingebung zu lösenden Dienst des Einzigen, wie ihn das Buch und die Geschichte dieser Zerstreuten und Gesonderten gelehrt.
Gesammelte Schriften Band III113 128
Rabbiner Samson Raphael HIRSCH Gesammelte Schriften Dritter Band, zweite Auflage Frankfurt am Main, 1921. S. 113-128
Mit Dank an Frau Manja BURGERS, Antiquarische Buchhandlung Spinoza in Amsterdam
Hamans ethnographische Schilderung der Juden. Jakobs Stimme und Esaus Schwert.
. Wir schweigen von ihrer Betriebsamkeit und Emsigkeit, von ihrer Bedeutung als Handelsvolk. Obgleich in einer Zeit, die immer mehr zum Bewußtsein erwacht, welche Bedeutung der Handelsverkehr für die ganze Entwicklung der Staaten und Völker hat, es wohl einmal an der Zeit sein dürfte auch einmal die Rechnung aufzumachenund zu zeigen, welch ein bedeutsames Anteil die Bestrebungen des jüdischen Volkes an der gedeihlichen Entwicklungdes kleinen und großes Verkehr, des inneres und des Welthandels habe. Ists ja auch zur Genüge erkannt, daß wenn sie in andren Zweigen der Gewerbetätigkeit weniger geleistet, dies nicht an ihrem Willen oder an ihrer Befähigung, sondern an der Unduldsamkeit und Gewalttätigkeit gelegen, die sie von den meisten anderen Zweigen, von Ackerbau, Kunst und Gewerbe, von den meisten Karrieren wissenschaftlicher praktischer Tätigkeit und des Beamtentums ausgeschlossen. Hat man sie doch ohnehin von allen diesen nicht ausgeschlossen, weil man befürchtete, sie würden zu wenig, sondern weil man befürchtete, sie würden zu Tüchtiges in allem diesen leisten und andere Staatsgenossen mit ihrer Tüchtigkeit überflügeln. Wir schweigen auch von dem, was sie in der Tat in all den gemeinnützigen Fächern geleistet, zu welchen ihnen irgend nur der Zutritt möglich geworden. Obgleich es sich in der Tat er Mühe lohnen würde, einmal auch hier die Rechnung aufzumachen und zu zeigen, wie bedeutend der Anteil jüdischer Bestrebungen auch im Gebiete der Kunst und der Wissenschaft zu zählen habe. Eine Liste der von Juden Geborenen und Erzogenen, die auch nur im gegenwärtigen Augenblick im Felde der Kunst, Literatur, Wissenschaft, sei es lehrend oder ausübend glänzen, würden die Augen der Zeitgenossen in Erstaunen setzen. Wir schweigen von allem dem, so sehr das auch die Berechnung staatlicher Wohlfahrt in die Wagschale zu fallen hat, weil bei allen diesen Bestrebungen die allgemeine Wohlfahrt doch nur mittelbar gefördert wird. Von dem geringsten Industriellen bis zum höchsten Beamtewäre es Täuschung, zu sagen, daß die Förderung der allgemeine Wohlfahrtdas Motiv der Tätigkeit des Einzelnen wäre. Die eigene Wohlfahrt ist überall der nächste Zweck und das eigentliche Motiv, das zu der Tätigkeit leitet, und es ist ein Glück der menschlichen Gesellschaft, daß kaum irgendwie die eigene Wohlfahrt gefördert werden kann, ohne zugleich zum Wohle des Ganzen beizutragen, ja daß in den allermeisten Fällen die Nützlichkeit fürs Allgemeine zugleich den Wert einer Tätigkeit für das eigene Interesse bedingt und erhöht.
Wohl aber wollen wir von solchen Bestrebungen reden, bei welchen das Selbstinteresse ganz im Hintergrund tritt, und bei welchen die Wohlfahrt des Nächsten im engeren und allgemeinen Kreise in Wahrheit der leitende Gedanke ist, von Taten der Barmherzigkeit und Milde, von Unterstützung gemeinnütziger Anstalten, von Förderung der Humanitäts- und Wohltätigkeitszwecke aller Art wo ist die Bevölkerungsschaft, die hier, auf dem Felde der reinsten Humanität, mit der jüdischen zu wetteifern vermöchte? Wo ist der Judenfeind, der hier nicht, wenngleich mit unwilligen Händen, von der Wahrheit überwältigt, dem Juden derwohlverdienten Kranz der Verherrlichung flicht? Wie arg das Vorurteil auch sonst, wo es gilt, der Armut und dem Elend beizuspringen, da weiß das Unglück, oder wissen in dessen Namen seine Vertreter und Annehmer sehr wohl den Weg zur jüdischen Mildtätigkeit, und die Archiven der Wohltätigkeitsvereine und anstalten, die Chronik nichtjüdischer Familien des Elends, die Armen, die Unglücklichen an den Türen der Juden, legen ein Zeugnis für den Wert einer jüdischen Bevölkerung ab, das kein Haman zu widerlegen imstande ist, zeigen wie einst diese Zerstreuten und Gesonderten die Weisung ihres Gottes verstanden, die Wohlfahrt der Stadt zu fördern, wohin Er sie verwiesen, und wie tiefdieser Grundsatz allweitester Humanität ihnen eingeprägt worden, das selbst die schmählichste Mißhandlungen der Barbarei sie bei ihnen nicht zu verwischen imstande gewesen. Die Annalen der Menschheit haben vielleicht kein interessanteres Bild aufzuweisen, als die Diskussionen kleinerer und größerer Hamane in Versammlungen von Ständen über die Gemeinschädlichkeit und die obligate Beschränkung der Juden und gleichzeitig jede Not und jedes Elend zu den Häusern und Herzen eben dieser Juden pilgernd, um Abhilfe für private und öffentliche Kalamitäten zu empfangen! Es ist dies eine der glänzendsten Seiten der jüdischen Weltsendung die der Jude nicht mit Unrecht in den Gedanken : קידוש השם, Verherrlichung des göttlichen Namens zusammenfaßt.
Und sollten wir für nichts die helleuchtende Seite hehrer Sittlichkeit rechnen, die das durch eben die absonderlichen Gesetze getragene Familienleben dieser Zerstreuten dem Allvereine der Menschheit zum Angebinde bringt? Für nichts das Beispiel einer Aufopferungsfähigkeit sondergleichen, eine Hingebung für höhere Interessen, einer Aufopferung für die höchsten Güter der Menschheit, einer beispiellosen Beharrlichkeit in dem einmal erkannten Guten, und einer todesmutigen Festigkeit, die selbst aus dem Widerstand hervorleuchten, um dessentwillen die Hamane aller Zeiten dem jüdischen Volke das Vernichtungsurteil unterzeichnen wollten?
Freilich die nivellierende Despotie, der jeder Widerstand, jede freie Selbständigkeit, jede Unbeugsamkeit charakterfester Grundsätze ein Greuel, mußte von jeheran der Kühnheit dieses zerstreuten, gesonderten Häufleins Anstoß nehmen, das in seiner unscheinbaren Minorität den Mut hatte, seine eigenen Wege zu gehen und durch sein ganzes Dasein und Leben einen lauten Protest gegen die breite Heerstraße zu anzulegen, die von der Maße betreten wird, das wie ihm sein geistiger Sänger in den Mund legt, trotz seiner fluchtartigen Wanderung über die Schaubühne der Welt, es gewagt, die ganze Welt der Täuschung und des Irrtums zu zeihen אני אמרתי בחפזי כל האדם כוזב und die Despotie jeglicher Regierungsform hat von jeher gesprochen: ולמלך אין שוה להניחם, es ist nicht gut, das zu dulden!
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(wird fortgesetzt)
Rabbiner Samson Raphael HIRSCH Gesammelte Schriften Dritter Band, zweite Auflage Frankfurt am Main, 1921. S. 113-128
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Hamans ethnographische Schilderung der Juden. Jakobs Stimme und Esaus Schwert.
. So haben Daniel, Chananja, Mischael und Asarja, so hat Mardochai, so haben Papus und Julianus, so haben alle die hunderttausende jüdische Männer, Frauen und Kinder, die ihrem glänzenden Beispiele folgend ihre Gesetztreue mit dem Tode besiegelten, so hat das jüdische Volk nimmer seine jüdische Pflicht verstanden. So loyal, gehorsam und treu, ja so hinopfernd es sich in allem ihm Erlaubten jederzeit den Staaten und Fürsten gegenüber bewiesen, so hat es doch keinerlei Götzentum je mit irdischen Majestät getrieben, es blieb aufrecht vor jeder Hoheit irdischer Mächte, und wies auf die Majestät des Einzigen hin, wenn man von ihm im Namen irdischer Majestäten irgend ein Abfall von seinem Einzigen verlangte.
Versuchs doch nur einmal zehn Tage mit deinen Dienern , sprachen die jüdischen Jünglinge im babylonischen Königsalumnat zu ihrem Aufseher, und blieben bei ihren זרועים ומים, bei ihren Hülsenfrüchten und Wasser, ihrem Vorsatze treu אשר לא יתגאל בפתבג המלך וביין משתיו, sich nicht an der königlichen Kost und dem von der königlichen Tafel gelieferten Weine zu versündigen. (Daniel K. 1, V.8)
Und das waren dieselben Jünglinge, die dann später als Männer, als königliche Beamte, dem bei Todesstrafe verkündeten Königsgebote gegenüber aufrecht blieben, während alle Großen und Völker des babylonischen Reiches vor der Göttersäule des Königs niederfielen . Wohlan, seiet bereit, sofort wie ihr den Schall der Hörner und Trompeten vernehmet, werdet ihr euch hinwerfen und euch vor dem Bilde, das ich errichtet beugen! Beugt ihr euch nicht, so werdet ihr sofort in den glühenden Ofen geworfen, und wo ist ein Gott, der euch aus meinen Händen retten könnte!.Wir stehen nicht an, , dir auf dieses Wort zu erwidern. Wohl gibts einen solchen! Unser Gott dem wir dienen, kann uns retten. Aus glühendem Feuerofen und aus deiner Hand, o König, rettet Er! Aber wenn auch nicht, kund sei es dir, König, deinem Gott dienenwir nicht, und dem goldenen Bilde, das du errichtet hast, beugen wir uns nicht!
Und unter diesen Jünglingen war derselbe Daniel, auf dessen Gesetzestreue dann später die neidischen persischenGroßen spekulierten, um ihn, den ersten im Reiche, zu verderben. Ewig lebe der König Darius! Die Fürsten und Großen des Reiches haben beraten, als königliches Gesetz und starke Verpflichtung zu bestimmen, daß wer innerhalb dreißig Tagen an irgend einen Gott oder Menschen, außer an dich, o König, ein Gebet richtet, in die Löwengrube geworfen werde. Und nun, o König, bestätige dieses Verbot, und lasse es niederschreiben, daß es nicht geändert werden könne, wie die Gesetze des Reiches, die unveränderlichen! Und Daniel, sobald er erfuhr, daß das Gesetz verzeichnet war, ging er nach Hause, und Fenster waren ihm dort in seinem Obergemach gegen Jerusalem geöffnet, und dreimal im Tage kniete er auf seine Kniee und betete und bekannte vor seinem Gott, ganz so, wie er es getan hatte von jeher.
מדוע אתה עובר את מצות המלך ?, warum übertrittst du, Mardochai, das Gebot des Königs und kniest nicht vor Haman, wie es der König geboten? Weil ich Jude bin! כי הגיד להם אשר הוא יהודי!
Wenn ihr vom Volke Chananjas, Mischaels und Asarjas seiet, so komme euer Gott und rette euch aus meinen Händen, wie er Chananja, Mischael und Asarja aus Nebuchadnezars Hand gerettet, sprach der römische Machthaber zu den gefangenen Papus und Julianus in Laodikea. Chananja, Mischael und Asarja erwiderten sie, waren fromme Männer und Nebuchadnezar war ein achtbarer König, würdig, daß durch ihn ein Wunder geschehe. Du aber bist ein nichtswürdiger König, nimmer wert, daß durch dich ein Wunder geschehe, und wir mögen den Tod verdient haben, tötest du uns nicht, so hat Gott viele andere Todeswerkzeuge, die uns treffen können. Tötest du uns aber, so wird Gott einst unser Blut von deiner Hand fordern!
Das waren die Vorbilder, die Jahrhunderte der Nacht hindurch Jissroéls Männer und Frauen, Jünglingen und Jungfrauen, Jissroéls Kinder vorangeleuchtet, und sie zur aushaltenden Treue bei Gottes Gesetz gegen jegliches Machtgebot inmitten aller Kränkungen und Beschränkungen, inmitten aller Qualen und Martern der Barbarei und des Unverstandes bis in den Tod begeisterten. Und der persische Haman hatte recht, wenn er behauptet, daß dieses zerstreute und gesonderte Volk an seinen דתיהם שונות מכל עם, an seinen von allem Volk so abweichenden Gesetzen so hartnäckig hänge, daß es um ihrer willen selbst דתי המלך אינם עושים, selbst Königs Befehlen Gehorsam verweigere; hat er darum auch in seinem Urteil Recht, das er aus diesen Tatsachen folgert, daß ולמלך אין שוה להניחם, daß es dem Könige nicht fromme, sie zu dulden?!
Wie ihren duldenden Gehorsam und ihre Gefügigkeit in allem ihnen Erlaubten, so haben wahrlich diese Zerstreuten und Gesonderten ihre heilbringende Nützlichkeit im Reiche der Völker bereits Jahrhunderte herab bewährt. Nicht umsonst ward ihnen bei Antritt ihrer Wanderungen zugleich die Weisung: ודרשו את שלום העיר אשר הגליתי אתכם שמה Fördert das Wohl der Stadt, wohin ich euch verwiesen habe! Eben ihre absonderlichen und sie sondernden Gesetze lehrten sie zugleich mit allem Ernste, aller Entschiedenheit, aller Hingebung und Innigkeit, nicht nur vor Menschen, sondern auch vor Gott die Wohlfahrt der ihnen so fremde Gesamtheit als die ihrige zu betrachten und mit aller Hingebung und Freudigkeit sich allem anzuschließen und alles zu fördern, was nur zum Gedeihen und der Blüte dieser Gesamtheit beizutragen irgend im Stande wäre.
(wird fortgesetzt)
Rabbiner Samson Raphael HIRSCH Gesammelte Schriften Dritter Band, zweite Auflage Frankfurt am Main, 1921. S. 113-128
Mit Dank an Frau Manja BURGERS, Antiquarische Buchhandlung Spinoza in Amsterdam
Hamans ethnographische Schilderung der Juden. Jakobs Stimme und Esaus Schwert.
. Diese דתיהם שונות בכל עם diese seine absonderlichen Gesetze nicht seine synagogalen Andachtsstunden sind es ja auchendlich, durch welche der Jude das leuchtende Beispiel einer Hingebung an Gott sondergleichen gibt, durch welche er vor den Augen aller Welt zu zeigen hat,was es heißt Gott zu verehren, was es heißt Gott zu gehorchen, welcher Ernst in dem Gedanken der Pflicht liegt, wie es nicht genügt, Gott als Schöpfer und Erhalter des Daseins zu verehren, sondern Gott Gesetzgeber des Lebens sein will, ihm jeder Gedanke und jedes Gefühl, jede Empfindung und Regung, jedes Wort und jede Tat heilig sein soll, wie Gottes Herrlichkeit nur dann segnend bei uns einkehrt,wenn wir ihm alle unsere Hütten und unsere ganze Lebenshütte erbauen und uns sein Wohlgefallen, sei Wille mehr gilt, als Lob und Tadel der Menschen, als das Beifallslächeln der Sterblichen, und wir bereit sind um seinetwillen, um der Erfüllung seines Gesetzes, um der Heiligung seines Namens willen, uns im Gegensatz zur ganzen Welt zu setzen und alles, was dem Menschen teuer ist, Bequemlichkeit und Familienglück zu seiner Verherrlichung aufzuopfern und wenn es sein muß, auch ואת דתי המלך אינם עושים, dem Fürstenwillenentgegenzutreten.
Durch seine jahrhundertelange Wanderung inmitten der verschiedensten Völker und Länder hat wohl das jüdische Volk hinlänglich bekundet, wie heilig ihm die staatliche Einrichtungen und Gesetze der Länder und Staaten sind, in die seine Zerstreuung es führt. Es erhielt bei dem Antritt seiner Wanderung nicht umsonst die Weisung שלא ימרדו במלכות, daß es sich nirgends gegen die Obrigkeit empören, daß von ihm דינא דמלכותא דינא, von ihm jede von der gesetzlichen Herrschaft zum Staatszweck getragene Satzung als zu Recht bestehend, und selbst dann geachtet werden soll wenn diese Satzung sich speziell feindlich ihm entgegen kehren und durch Beschränkungen und Lasten ihm die drückendste Ausnahmestellung bereiten würde. Es hat durch die geduldigste Ertragung aller Beschränkungen und die gefügigsteLeistung aller Lasten gezeigt, wie es auch diese Pflicht unter Hinopferung seiner teuersten Interessen und Verkümmerung seiner natürlichen Rechte zu erfüllen weiß. Es hat den Fürsten und Völkern sein Gut und Blut, alle seine Habe, sein ganzes irdisches Glück nur nicht seine Religion zu Gebote gestellt. Die Treue gegen Gott und sein heiliges Gesetz war allerdings die Grenze seines staatlichen Gehorsams.Wenn die Machthaber und Völker ihre Gewalt über die ohnmächtigen Zerstreuten dahin mißbrauchen wollten, von ihnen einen Treubruch mit Gott und einem seiner heiligen Gesetze zu fordern, da hat im großen und ganzen das jüdische Volk sich stets unerschütterlich gezeigt, da waren sie in der Tat die halsstarrige Juden, דתי המלך אינם עושים, die die Befehle der Könige nicht erfüllten,die der staunenden Welt zeigten, daß ihr sonstiger geduldig gefügiger Gehorsam nicht Feigheit, nicht Schwäche, nicht kriechender Vergötterung menschlicher Gewalthaber, sondern Stärke verharrenden Gehorsam gegenjenen Höheren sei, dessen Wort sie aber auch ebenso zum standhaften Märtyrertod zu begeistern wisse, sobald das Leben nur durch Ungehorsam gegen seinen Willen zu erkaufen wäre. Einem jüdischen Haman unserer Tage war es vorbehalten, unserem Volke diese treue aufopferungsvolle Beharrlichkeit bei Gott und seinen heiligen Gesetzen in der Zerstreuung zum Verbrechen, und sie vermittelt des Satzes: דינא דמלכותא דינא , nicht nur mit ihrem Gut und Blut, sondern auch mit ihrem Gewissen dem Machtgebot ihrer jeweiligen Herrschern zu sagen, sie hätte nur mit einem Federzug im Namen des Staates und der königlichen Majestät von ihren Juden die Übertretung der göttlichen Gesetze zu fordern, so wäre es nicht nur erlaubt, sondern so wäre es geradezu dem gewissenhaften Juden eben aus Gewissenhaftigkeit Pflicht, dem göttlichenGesetze um des Menschengebotes willen ungehorsam zu werden, da vermöge דינא דמלכותא דינא dem Juden jedes Machtgebot staatlicher Herrscher zur religiösen Gesetzpflicht erwachse!!
(wird fortgesetzt)
Rabbiner Samson Raphael HIRSCH Gesammelte Schriften Dritter Band, zweite Auflage Frankfurt am Main, 1921. S. 113-128
Mit Dank an Frau Manja BURGERS, Antiquarische Buchhandlung Spinoza in Amsterdam
Hamans ethnographische Schilderung der Juden. Jakobs Stimme und Esaus Schwert.
. Wäre das jüdische Gesetz so eine Tempel und Kirchen-Religion wie alle anderen Religionen der Erde, wäre sie wesentlich synagogal, ging ihr Wesen in der Synagoge auf, wie es die getäuschten und täuschenden Söhne des modernen Abfalls nennen und lehren, dann wäre freilich die Absonderlichkeit dieses zerstreuten Volkes kaum vorhanden, kein Mensch nähme Anstand an ihm, es wäre allen gerecht; warum sollte man denn nicht auch die Synagoge neben Moschee und Kirche dulden, findet man sie doch im Cabaret und an der Table dHôte gemütlich zusammen! Denn nicht die Religion, die nur Synagogen fordert, das Gesetz auch den Tisch und die Ehen erfaßt, hat dieses zerstreute Volk zum Gesonderten gemacht. Wäre aber das Judentum eine Religion der Synagoge und nichts als das, längst wären seine Bekenner untergegangen in die Massen der Völker, nimmer wäre der Jude zu einer solchen Selbständigkeit sondergleichen erstarkt, die ihn befähigte Herold des Alleinigen zu werden. Bedürfte seine Religion wesentlich der Priester und Tempel, wäre auch ihm Kirchengottesdienst Gipfel und Kern seiner Religion, wo wäre die Religion den Vereinzelten, und wo wären die Vereinzelten ihrer Religion verblieben, die am Meeresstrand, in Gebirgstälern, oder in der Unduldsamkeit der Residenzen und Bevölkerungen nur vereinzelt ihre Hütten bauen konnten, ohne Kirchen, ohne Geistlichkeit, ja ohne Gemeinsamkeit der Gemeine? Aber תורת ד' תמימה, die das ganze Leben als Gesetz erfassende Gotteslehre, die das ganze Leben zum Gottesdienst erhebt, so das Leben erst den wirklichen, wahrhaftigen Gottesdienst sein läßt, den Tempeln nur die Wurzeln, Blüten und Frucht aber dem Leben außer den Tempeln (S.119) überweist בחצרות אלדינו יפריחו שתולים בבית ד' nur diese Lehre, dieses Gesetz, diese von allem Volk so absonderlichen Gesetze, vermochten das ganze jüdische Leben zu einer Gott verherrlichenden Hymne zu gestalten, vermochten den Juden zum Priester, seine Hütte zum Tempel, seinen Tisch zum Altar zu gestalten, seinem ganzen Leben die Opferweihe aufzudrücken und auch zu dem Vereinzelten zu sprechen; בכל המקום אשר אזכיר את שמי אבות אליך וברכיך, überall, wo ich Dich kräftige meines Namens zu gedenken, da komme ich auch zu dir und gebe dir Segen!
Eben diese דתיהם שונות בכל עם, diese absonderlichen jüdischen Gesetze sind es auch allein, in welchen der Jude, dieses Wunder der Geschichte, dieses Rätsel unter allen geschichtlichen Erscheinungen, seine Lösung und Erklärung findet. Sie allein machten es möglich, daß der Jude Land und Boden, Staat und Macht verlieren, und doch alle Staaten und Mächte in seiner Eigentümlichkeit überdauern, und in jedem Land und auf jedem Boden seine Eigentümlichkeit fortentwickeln konnte. Sie sind ja eben der geistigen Boden, den der Jude unverlierbar überall mit sich hintrug, aus denen er seinen Geist und seine Kraft, seine Heiterkeit und seine Mut, seine Beseligung und Begeisterung schöpft, und die, wenn er sie übt, sein ganzes Lebenalso mit dem Gottesgedanken erfüllen, daß dieser Gottesgedanken erfüllen, daß dieser Gottesgedanke sein Schild und Panzer, sein Schwert und Speer, sein Wanderstab und der Paradiesbaum seines Lebens wird.
(wird fortgesetzt)
Rabbiner Samson Raphael HIRSCH Gesammelte Schriften Dritter Band, zweite Auflage Frankfurt am Main, 1921. S. 113-128
Rabbiner Samson Raphael HIRSCH Komm. Wochenabschnitt Ki Sisso
Rabbiner Samson Raphael HIRSCH
(1808-1888)
כי תשא
Auszüge aus dem Kommentar zur Wochenabschnitt Ki Sisso
Kap.31 V.13Diese sollen sie geben, jeder, der hinübergeht hin zu den Gezählten: die Hälfte eines Schekels im Gewichte des Heiligtums; zwanzig Gera der Schekel, die Hälfte eine solchen Schekels Gott als Hebe.
Kap. 31 V. 13 Als Gott Jissroél zum Werkzeug seines Reiches, d.i. zum Werkzeug seiner Huldigung als Schöpfer und Gebieter im Menschenkreise, das ist ja eben nichts anderes als zur Verwirklichung des Sabbats erwählte, gab er dem Sabbat im Jissroél das konkrete Symbol im Werkverbot, und es ward der Gottessabbatzum Menschensabbat. Fortan ist die Sabbat Feier das Symbolum der Beziehung Gottes zu Jissorél und Jissroéls zu Gott, das Erziehungszeichen, aß Gott uns sich geheiligt und heiligt.
Kap. 32, V.13 Gedenke Abrahams, Jizchaks und Jissroél, deiner Diener, denen du bei dir geschworen und zu denen du gesprochen hast: ich werde eure Nachkommen wie die Sterne des Himmels vermehren, und dieses ganze Land, von dem ich gesagt, daß ich es euren Nachkommen geben werden das sollen sie für immer als Eigentum behalten.
Kap. 32, V.13 Diese Erinnerung an die Erzväter und an die ihnen gegebene eidliche Zusicherung dürfte wohl nicht in dem Sinne zu verstehen sein, als ob diese Zusicherung der beabsichtigten Vernichtung des Volkes entgegenstehe. Denn durch die zugleich angedeutete Neubildung eines großen Volkes aus Moses Nachkommenschaft würde ja gleichwohl diese Zusicherung sich erfüllen. Moses Nachkommen sind doch auch Abrahams, Isaaks und Jakobs Nachkommen. Vielmehr scheint diese Erinnerung in tieferem Zusammenhange mit Moses ganzer bisheriger Betrachtung und der darauf gegründeten Bitte zu stehen und folgt daher als Schlussunterstützung diese Bitte nach. Zuerst wird durch Nennung Abrahams, Isaaks und Jakobis an den edlen Kern erinnert, aus dem dennoch diese ganze jetzt hartnäckige Volk entsprossen, der doch von so urkräftigem, sittlichem Adel gewesen sein muss, daß dem Abraham ein gleich edler Isaak und dem Isaak ein gleich edler Jakob gefolgt, und der daher gewiss in dem ihm entsprossenen Volke nicht ganz verloren sein kann, somit sicher im Laufe der Zeit sich durcharbeiten und ihrem Ursprunge ähnliche Menschen erzeugen wird. Ferner wird durch die Erinnerung an den Eid hervorgehoben, daß doch die Gewissheit eben dieser unverlierbaren Fähigkeit würdig zu werden, bei dem Eide vorgeschwebt haben müsse, sonst würde eben nicht eidlich haben zugesichert werden können, daß die Nachkommen ein ewiges Anrecht auf das Land haben sollen. Wie, wenn sie nun alle entarten, und nicht einmal ein Moses sich unter ihnen fände? Dieser Eid selbst setzt voraus, daß Abrahams Nachkommen in ihrer Gesamtheit nie so entarten können, daß sie nicht durch eine erziehende Gottesführung zum Bessern gebracht zu werden vermöchten, und eben an diese, bei der ganzen Erwählung Jissroéls vorauszusetzende Erziehung zum Besseren, an diese notwendigerweise mögliche Zukunft appelliert Moses, um die augenblickliche Vernichtung abzuwenden.
V. 29 Nachdem sie die Gesetz rettende Tat vollbracht hatten, sprach Moses zu ihnen: Bleibet, was ihr heute begonnen! Setzet euch selber ein zu Eiferern und Vertreter des göttlichen Gesetzes. Keiner besonderen Bestellung, keiner besonderen Berufung bedürft ihr dazu. Wo das Gesetz im Volke gehöhnt wird, da ist jeder zum Vertreter und Retter des Gesetzes berufen, die Pflicht und die Verantwortlichkeit, die auf jedem ruht, stellt ihm den Bestallungsbrief aus, und je weniger Amt und Bestallung sein Tun zum amtlichen Thun stempelt, um so bedeutsamer und wirksamer ist seine rettende Tat, um so tiefer sagt sie jedem, welcher Geist in allen lebendig sein sollte.
Kap.34 V.8 Da eilte Mosche, neigte sein Haupt zur Erde und warf sich hin,
V 9. und sprach: Wenn ich denn Gewährungswürdigkeit in deinen Augen erreicht habe, mein Herr in unserer Mitte; weil es ein hartnäckiges Volk ist, wirst du unsere Krümme und uns so zu deinem bleibenden Eigentum gewinnen!
Kap. 34 VV. 8,9 Wie die politische Schwäche und preisgegebene Hilflosigkeit es gerade ist, die Jissroél als das geeignetste Volk zur Offenbarung der Gottesmacht in der Geschichte erscheinen ließ, so läβt eben seine natürliche Hartnäckigkeit es als das geeignetste erscheinen, die Göttlichkeit des vermittelst seiner der Menschheit zu überbringenden Gesetzes und alle Wundermacht der göttlichen Erziehungswaltung zu offenbaren. Eben weil es ein hartnäckiges Volk ist, eben darum möge Gott, dessen Diener an das Volk ja Moses ist, in seiner Mitte wandeln, an ihm, an diesem härtesten Volke alle die erziehende Wundermacht seines Gesetzes und seiner Waltung zeigen, und so lange verzeihen und immer wieder verzeihen jede Verzeihung jetzt einen Schritt zur Besserung voraus bis das Erziehungswunder an Jissroél vollendet und dieses härteste Volk für immer Gottes Eigentum geworden sein werde.
V.10 Darauf sprach er: Siehe, ich errichte einen Bund: in Gegenwart deines ganzen Volkes werde ich Wunder vollbringen, die auf der ganzen Erde und unter allen Völkern nicht geschaffen worden; es soll das ganze Volk, in deren Mitte du bist, das Werk Gottes sehen, wie es zu fürchten es ist, was ich mit dir vollbringe.
V.10 Es wird somit die Sendung Mosis als Unikum im Raum und Zeit dastehe, und dadurch die Einzigkeit und Unantastbarkeit (נורא ) des durch ihn gebrachten Gottesgesetzes für alle Zeiten bewahrheitet sein.Eine Dokumentierung, die zunächst für Jissroél verwertet werden soll. Indem nämlich mit dieser Erwiderung Moses V.9 ausgesprochener Bitte willfahrt werden soll, in welcher die ganze Zukunft des Volkes bei der Wiederanknüpfung der Gegenwart mit in Berechnung gezogen, und eine Geschlechter hindurch dauernde Erziehung des Volkes zu der ganzen Höhe des göttlichen Gesetzes in Aussicht und vom Gott vertretenen Unantastbarkeit dahin gestellt und dem Volke für alle Zeiten zum Bewusstsein gebracht sein, daß die Sendung Mosis als בריאה, als Gottesschöpfung im Mitte der Menschengeschichte dastehe, als solche aber sich von allen anderen ihrem ganzen Wesen nach völlig unterscheide und mit nichts in Vergleich zu bringen sei, was sonst auf Erden unter Völkern als Religion, Gesetz u.s.w. entstanden ist und entstehen wird. Diese Sendung Mosis tritt zunächst jetzt an Jissroél hinan und hat die göttliche Absolutheit ihrer siegenden Kraft in der Gewinnung diese harten Volkes zu erproben.
V.15.Würdest du den Bewohner des Landes einen Bund errichten, so würden sie ihren Göttern nach abweichen, würden sie ihren Göttern opfern, und es ladet dich einer ein und du iβest von seinem Mahle,
V.16 und nimmst von seinen Töchtern für deine Söhne, es weichen dann seine Töchter ihren Göttern nach ab und bringen auch deine Söhne zum Ab- und Hinfall an ihre Götter.
V.15,16 Indem auch der Götterdienst der anderen Völker durch זנה ausgedrückt wird, ist damit auch das Verhältnis, in welchem Gott zu allen anderen Menschen stehen will und in welchem alle anderen Menschen zu ihm stehen sollen, unter dem Bilde derselben Innigkeit gedacht, wie dies bei Jissroél unter dem Begriffe der Ehe gefasst wird. Auch ihr Wesen sollte mit Gott in ewiger Treue vermählt sein, und auch ihr Heidentum ist ein Treubruch gegen Gott.
V.24 Wenn ich Völker vor dir austreibe und dein Gebiet ein weites sein lasse, so wird doch niemand dein Land lüstern antasten, wenn du hinaufziehst, unmittelbar vor dem Angesicht Gottes, deines Gottes, dich zu sehen dreimal im Jahre!
V.24 כי אוריש וגו' wird die jährlich dreimal sich wiederholende Tatsache sein, die unmittelbare Beziehung Gottes zu Jissroél, und den mächtigen, einzig durch Jissroéls Hingebung an Gottes Gesetz erzielten Erfolg in der offenkundigsten Weise vor Augen legen soll: כל זכורך wie es im vorigen Verse heißt, alles Mann- und Wehrhafte in Jissroél wird im Mittelpunkte, in Jerusalem, um das Heiligtum des göttlichen Gesetzes versammelt sein und kein lüsterner Feind wird es wagen, das reiche offen liegende Land zu betreten. Jissroéls Land wird nicht durch eine Armee an den Grenzen, sondern durch Gotteshuldigung vom Mittelpunkt aus geschützt ולא יחמד: siehe zu Kap. 20,14
Hamans ethnographische Schilderung der Juden. Jakobs Stimme und Esaus Schwert.
. Wer kann dieses עם מפוזר ומפורד, dieses zerstreute und gesonderte Volk betrachten, ohne sich nach der Seele umzusehen, die es allein über den Gräbern der Zeiten lebendig erhalten, nach dem Talisman, der es geschützt, nach der Quelle seiner Kraft und seines Mutes, nach dem ewigen Born, aus welchem es immer neu sein frisches Dasein getrunken, und aus ihm der Geist der es sondernden Eigentümlichkeit quillt! Wer kann dieses עם מפוזר ומפורד betrachten, ohne mit Haman דתיהם שונות מכל עם, ihrer von allen Völkern abweichenden Gesetze, und damit zugleich des Bodens zu denken, der sie in der Zerstreuung trägt und ihre Sonderung erzeugt!
Ja wohl, דתיהם שונות מכל עם, ja wohl sind ihre Gesetze verschieden von jedem anderen Volke! Und eben diese Grundverschiedenheit seines Gesetzes, und nicht die Verschiedenheit seiner Nationalität und Abstammung sondert dieses Volk von den Völkern, Nationalität und Volk standen überall sonst nicht immer hindernd im Wege, daß sich nicht verschiedensten Völkerstämme zu einer Nation verschmolzen. Sein Gesetz ist es, das dieses Volk sondert.
Nicht, daß die übrigen Nationen sich einer Gleichheit bürgerlicher und religiöser Gesetze erfreuen. Vielmehr sehen wir ja gerade in diesen Punkten die größte Verschiedenheit unter ihnen herrschen. So verschieden der Boden, der sie trägt, der Himmel, der sie deckt, das Klima, das sie umfängt, so verschieden sind sie an Gesetzen und Gebräuchen des sozialen und religiösen Lebens. Jedes Volk erzeugt sich seine Gesetze und seine Götter aus dem tiefen Fond seinerEigentümlichkeit und Bedürfnisse und wechselt dieselben, so wie es sich selbst im Laufe der Zeiten verändert.Aber eben in dieser Verschiedenheit liegt ihre Gleichheit, in diesemWechsel ihrer Übereinstimmung. In Ursprung und Wesen, in Zweck und Bedeutungsind sich aller Völker gleich. Und gerade in seinem Ursprung und Wesen, in seinem Zwecke und seiner Bedeutung ist das jüdische Volk allen anderen bis zum völligen Gegensatz verschieden. Überall entspringt das Gesetzaus dem Volke, hier aber entsprangdas Volk aus dem Gesetz. Überall ist das Gesetz für das Volk, hier aber ist das Volk für das Gesetz. Gesetz und Religion sind überall Mittel für die Entfaltung des Einzel- und Gesamtlebens, hier aberfinden der Einzelne und die Gesamtheit nur ihren Zweck in der Erfüllung des Gesetzes. Gesetz und Religion haben sich überall den sozialen religiösen Bedürfnissen der Menschen und Völker anzubequemen, hier aber haben der Einzelne und die Gesamtheit ihre Regungen, Bestrebungen und Wünschedem Gesetze zum Opfer zu bringen. Gesetz und Religion, soziales und religiöses Leben sind überall zwei verschiedene Elemente, es hat das religiöse sein Gebiet, seine Zeiten und Räume, wo der Mensch seinem religiösen Bedürfnisgenügt, das ganze außerkirchliche Leben verdankt hingegen anderen Elementen seine BewegungEntwicklung; hier aber fälltGesetz und Religion zusammen, es gibt nur ein Element des Lebens, alle Seiten des Daseins und der Entwicklung des Menschen sind von einem und demselben Gottesgedanken getragen und gestaltet, und gerade die Momente des außerkirchlichen Lebens, in welchem das Religiöse seine Gestaltung gewinnt, sind das wesentlich Religiöse, sind die eigentliche Religion, die die sich darum auch Gesetz nennt. Überall ist wie Gesetz so auch Religion ein Erzeugnis der jedesmaligen Bildungsstufe der Völker, sie hat darum wie diese einen Anfang, einen Fortschritt, eine Entwicklung; eine Geschichte, sie ist ein integrierender Teil der Kulturgeschichte der Nationen. Sie entwickelt sich mit der Zeit. Sie kann auch von der Zeit überholt werden, sie darf daher nicht hinter der Zeit zurückbleiben, sie muß Schritt halten mit dem Bildungsgange der Zeit. Hier aber ist sie das Absolute, in sich Vollendetgegebene, ist das hochaufgesteckteZiel, zu welchem alle Geschlechter in allen Zeiten sich emporzuringen berufen sind, ist das Ideal, zu welchem, und die Seelen durch welche sich das Volk entwickeln soll, sie ist aber nicht ein Keim, der erst durchs Volk zur Entwicklung käme. Sie ist die Erzieherin der Zeiten, sie ist aber nichts, das erst von den Zeiten in Erziehung zu nehmen wäre. Sie ist allen Zeiten voran; denn sie ist das Muster eines nach dem Willen des Welten- und Menschheit-Vaters vollendeten Einzel- und Gesamtlebens, zu dessen voller Erfüllung Jissroél und mit ihm die Gesamtmenschheit pilgert. Sie ist die einzige Höhe und das einzige Ziel. Jeder Weg zu ihr ist Fortschritt und jede Entfernung von ihr mit welchem Glanze sie sich auch sonst umgeben möge ist Gesunkenheit und Rückschritt.
Alle anderen Religionen sind ein Erzeugnis des Menschen; sie allein ist von Gott. Alle andern Religionen fordern nur einen Bruchteil des Menschen; sie allein fordert den ganzen Menschen, das ganze Dasein und das ganze Leben. Und weil sie dieses fordert und nur weil sie dieses fordert, weil sie nicht mit en paar Andachtsregungen in dem Dämmerdunkel eines Tempels begnügt, sondern ihre Anforderungen im ganzen häuslichen und sozialen, privaten und öffentlichen Leben zur Geltung bringt, eben darum fallen freilich ihre Bekenner so auf, nimmt alle Welt Anstoß an ihnen, erscheinen ihre Gesetze so absonderlich von allem Volke, דתיהם שונות מכל עם; aber eben darum, und darum allein ging sie ihrem Volke nicht und ihr Volk ihr nicht verloren in dem Drange aller dieser Jahrhunderte, war sie imstande, ihr Volk hinzustreuen über die weite, weite Erde, und in jedem ihrer Söhne einen Herold ihres Reiches zu erwarten.
(wird fortgesetzt)
Rabbiner Samson Raphael HIRSCH Gesammelte Schriften Dritter Band, zweite Auflage Frankfurt am Main, 1921. S. 113-128
Hamans ethnographische Schilderung der Juden. Jakobs Stimme und Esaus Schwert.
Es gibt ein Volk,
Zerstreut und gesondert unter den Völkern
In allen Länder deines Reichs?
Ihre Gesetze sind verschieden von allen Völkern,
Und Gesetze des Königs erfüllen sie nicht;
Darum frommt es nicht dem Könige, sie zu dulden.
Haman.
Es sieht nichts scharfer als der Neid, es zeichnet nichts wahrer als der Haß und es urteilt nichts falscher als alle beide. Die Tatsache erfaßt das vom Haß geschärfte Auge, das Urteil fällt die blinde Leidenschaft.
Die Schilderung, die vor mehr als zweitausend Jahren Haman vor seinem Könige von den Juden gemacht, ist sie nicht noch nach zweitausend Jahren richtig und wahr, und hat sie nicht von Jahrhundert zu Jahrhundert an Wahrheit gewonnen?
Ja wohl, es gibt ein Volk, zerstreut und gesondert unter den Völkern zerstreut und doch gesondert,מפוזרund dochמפורד; zerstreut bis in die vereinzelten Atome, und doch überall gesondert, und doch nirgends in die Masse aufgehend; zerstreut und ungeachtet der Winzigkeit der Erscheinung doch nirgends verschwindend, doch überall auffallend, Anstoß gebend, den Blick der Betrachtung auf sich ziehend; zerstreut und doch, ungeachtet der Vereinzelung, mitten unter den fremdartigsten, in aller Fülle der Macht und in aller Überwältigung des Glanzes sich entfaltenden Elementen, ihre Eigentümlichkeit bewahrend und von Geschlecht zu Geschlecht vererbend;מפוזרund doch מפורד, zerstreut und doch gesondert, die Eigentümlichkeit drängt sich zuerst dem Betrachter des jüdischen Volkes in seiner geschichtlichen Erscheinung auf. Während überall, wie es der jüdische Weise ausrückt, יתרון ארץ בכל הוא מלך לשדה נעבד, in der Vereinigung aller, in dem Ganzen, in der Gesamtheit die Kraft und die Bedeutung eines Landes liegt und selbst der König dem Boden untertan ist, sind überall die zerstreuten Juden die Einzigen, die nicht in die Gesamtheit aufgehen, die ihre Wesenheit und Bedeutung nicht von dem Lande erhalten, in dem sie leben, nicht von dem Bodenbeherrscht erscheinen, der ihre Wiege trägt,au dem Acker ihrer Nahrung blüht, in dem ihre Gebeine Staub zu Staube werden. מפוזר und doch מפורד!
Sofort bietet sich aber auch der andere Gedanke dar. מפורד und doch מפוזר, gesondert und doch zerstreut, überall fremd und doch nicht vereinigt, nirgends da vollständig hingehörend wo sie sind, und doch in der Zerstreuung verharrend, und doch nicht die Vereinigung findend, ja nicht einmal die Vereinigung suchend, die ihnen so natürlich wäre. מפורד, gesondert, weder in dem Lande, das sie trägt, noch in den menschengesellschaftlichen Verhältnissen, die sie umgeben, den ihrer Eigentümlichkeit voll entsprechenden Boden ihrer Entwicklung findend, stiefmütterlich, fremd, unberücksichtigt und zurückgewiesen, keinen Teil habend an den Tau, der die Felder netzt, an der Blüte, die die Gesellschaft anstrebt, nirgends zur vollen, dauernden, segensreichen Entfaltung ihres eigenen Wesens gelangend und מפוזר, und doch hineingestreut in diese fremdartigen Verhältnisse, Jahrtausende lang in fremdartigen Verhältnisse hingewiesen, und es als ihre Bestimmung betrachtend, ihre eigentümliche Aufgaben mitten in einer solchen Zerstreuung zu lösen.
Diese Isolierung ungeachtet der Zerstreuung,diese Zerstreuung ungeachtet der Isolierung, dieser Widerspruch sondergleichen zieht zuerst den Blick des Denkers in der geschichtlichen Erscheinung des jüdischen Volkes auf sich, und macht das jüdische Volk zum großen Ausrufungszeichen in dem von Gott geschriebenen Buche der Geschichte, das den Denker eben so sehr zum Eingehen in das innerste Wesen dieses sonderbaren Volkes ladet, als es ihn zugleich auf den Einzigen hinführt, der dieses Volk eben mit dieser so durchaus einzigen geschichtlichen Stellung zum Herold Seines Reiches im Kreise der Völker ausstattete.
Wer kann das Isolierte dieser Zerstreuten sehen, ohne sich zu sagen, sie müssen eine große Vergangenheit haben, in welcher sie vereinigt gewesen und dieses tiefe unverlöschliche Gepräge der Eigentümlichkeit zusammen empfangen haben, so tief, so unverlöschlich, daß alle Strömungen der Zeiten und alle Feuerproben des Unglücks nichts daran zu verwischen vermochten.
Wer kann die Zerstreuung dieser Isolierten sehen, ohne nach den Verirrungen zu fragen, die sie der Vereinigung und des Bodens ihrer eigentümlichen Entfaltung beraubt, zugleich aber auch nach der großen Absicht und den Zweck zu forschen, denen diese Zerstreuten auch in den Jahrtausenden ihrer gegenwärtigen Zerstreuung in den Händen der Vorsehung dienen.
Wer kann endlich an die Isolierung dieser Zerstreuten in ihrer gegenwärtigen Zerstreuung denken, ohne eine Zukunft zu ahnen, für welche sie noch aufbewahrt wären, und in welcher die eigentümliche Aufgabe, die sie nun seit Jahrtausenden tragen und die in ihrer Zerstreuung nur eine so unvollkommene, verkümmerte Verwirklichung finden kann, auch wieder den eigentümlichen Boden zu endlicher, voller Entfaltung finden wird.
Wer kann dieses עם מפוזר ומפורד sehen, ohne sogleich an die Geschichte ihrer Vergangenheit, an die Bedeutung ihrer Gegenwart, an die Verheißung ihrer Zukunft erinnert zu werden! Wer aber kann diese ganze einzige, geschichtliche Erscheinung erwägen, ohne zugleich und vor allem auf den Einzigen hingewiesen zu werden, der קורא הדורות מראש, dieses einzige ewige Volk durch die Reihe der vergänglichen Volksgeschlechter gesendet und sendet, auf daß es seinen Namen verkünde,auf das es Führer und Völker auf den Einzigen hinweise, der allein seine Handdurch die Himmelsräume streckt und spricht: חי אנכי לעולם!
Ich allein bin der ewig Lebendige für immer, und der nicht nu die Sphären des Himmels und die Entwicklungsphasen der Pflanzen und Tierkeime geordnet, der auch die Schichten der Völker und die Entwicklungsgänge der Menschheit regiert, vor dem die Höhen der Zeiten schwinden, weil sein sind die Gänge der Zeiten, שחו גבעות עולם הליכות עולם לו (Habakuk K.3.V.6)
Dieses עם מפוזר ומפורד, dieses zerstreute und gesonderte Volk, es ist doch das einzige, das von Anfang an mit Bewußtsein die Bühne der Geschichte betrat, das überall, wohin es kam, sein Kreditiv von dem Gebiet der Zeiten und Völker abgab, dessen Geschichte nun niedergelegt ist in alle Archiven der Staaten,in allen Paläste der Könige, in allen Häusern und Hütten der Menschen, dessen Feinde und Gegner selbst daran arbeiten, das Diplom seines Adels, das Zeugnis seines Berufs, das Vermächtnis seiner Ahnen, die Geschichte seiner Vergangenheit, die Verheißung seiner Zukunft, die Verklärung seiner Sendung bis in die Wälder der Huronen und in die Renntierzelte der Lappen zu tragen. Jissro-ël nannte sein Gott es, als er den ersten Stein seiner Gründung legte, und sein Ahn die weltüberwindende Macht seiner Sendung hatte inne werden lassen: Gott ist Herrscher; Jissro-ël: Gott streut die Saat, nannte er es, da er es hinausstreute unter die Völker und sprach: וזרעתיה לי בארץ, Ich säe es mir hin in die Erde! (Hoseas K.2.V.25)
Aber nicht nur ein Saat der Gotteserkenntnis hat es zu tragen und zu verbreiten, eine Erkenntnis des Menschenberufs, der Menschenpflicht und der Menschenbestimmung überallhin zu streuen ist der nächste Zweck seiner Sendung.
(wird fortgesetzt)
Rabbiner Samson Raphael HIRSCH Gesammelte Schriften Dritter Band, zweite Auflage Frankfurt am Main, 1921. S. 113-128
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How great isourresponsibility asantiZionist movement, as Satmar, EidahChareidiss, Neturei Karta, and other movements! We must be carefulwith whomwe associateto presentanti-Zionismof the Torahto our Jewish brothers andsistersas well as ournon-Jewishcompatriots.
Today, Zionism being dressed in Jewish piety and using external Jewish appearance, it becomes more difficult for ordinary mortals to distinguish between true Judaism and religious Zionism. The fact that our generations become spiritually weaker and that heresy is increasing in the world isnt a reason not to apply to follow the teachings of our traditional Jewish Authorities, and who all were opposed to Zionism since its conception.
In practice, this means not having relations with the Zionists, especially the "religious" or "pious" Zionists such as Agoudists etc., as listed in this document, because it amounts to support Zionism we are supposed fight ח"ו.
Kommentar zum Psalm 82 (wird am Dienstag gesprochen, nach dem Beenden des Gebetes).
PS.82 מזמור לאסף Aus dem Schluβ dieses Psalms ist ersichtlich, daβ Asaf darin nicht zunächst den jüdischen Kreis im Auge hat, sondern für das Heil der gesamten Menschengesellschaft eintritt, deren Wohlfahrt in allererster Linie durch Handhabung des Rechts bedingt ist. Wenn es etwas giebt, worin der unverkünstelt denkenden Menschen Gott als Gründer und Erhalter der Menschengesellschaft zur Erkenntnis kommt, so ist es das Rechtsbewuβtsein, daβ dem Geist und dem Gewissen des Menschen eingeschaffen ist, und das durch den Spruch der Richter zur richtigen, d.i. zur rechtgemäβen Ordnung der Beziehungen der Menschen zu einander, sowie des Einzelnen zur Gesamtheit und der Gesamtheit zum Einzelnen zur Geltung kommen soll.
Jissroéls Gebete übersetzt und erläutert von Samson Raphael HIRSCH2. Auflage Ffm. 1906 S. 213 215
Aus seinem Kommentar zur Wochenabschnitt Schmauss (2.Teil)
Kap.4 V.1 Mosche erwiderte und sprach: Und siehe, sie werden mir nicht glauben und nicht auf meine Stimme hören; denn sie werden sagen: dir ist Gott nicht sichtbar geworden!
Kap.4, V.1 Daß wir in unsere Ohnmacht mit der Thora im Arme einen solchen welthistorischen Gang durch die Zeiten vollbringen konnten, das ist de ewige vollgültige Beweis für die Göttlichkeit der Thora und die Wahrhaftigkeit der Sendung Moses. Allein hier, im Anfange, wo der Erfolg noch fehlt, ja, wo von vornherein wiederholte Erfolglosigkeit angekündigt war, da war ein Zweifel an Moses Sendung sehr wohl begründet, und Moses sehr wohl berechtigt, einen solchen Zweifel beim Volk vorauszusetzen.
V.31Das Volk vertraute; sie hörten, daß Gott Jissroéls Söhne bedacht hatte und daß er ihr Elend geschaut; sie neigten sich und warfen sich in.
V. 31 ויאמינו, das Wort Glauben entspricht nicht dem Worte אמונה. Glauben setzt immer einen Mangel an Überzeugung voraus. Für das, was man nur glaubt, setzt man nicht Gut und Blut ein. האמין ist mehr,האמין ist: das was uns gesagt worden, als אמן, als dessen Punkt anerkennen, auf den wir uns stützen und an dem wir uns halten, der uns אומן sein, uns erziehen und leiten soll. Das Göttliche, dem Jissroél seine אמונה zuwendet, ist ihm der über allen Zweifel hinaus feststehende Ausgangspunkt für alles andere; es glaubt d.h. es hält alles an den für wahr, wenn und insofern es mit diesem einen Maßstabe der Wahrheit übereinstimmt.
Kap.5 V.4 Da sprach der König von Mizrajim zu ihnen: Warum, Mosche und Aharon, wollt ihr das Volk von seiner Tätigkeit lösen; geht zu euren Berufslasten!
Kap. 5 V.4 Bis jetzt hat Pharao gesprochen, jetzt spricht er als König und tritt ganz persönlich an Moses und Aaron hinan. Ihr seid ja mir wohlbekannte Greise! Feste feiern, Gotteserscheinung, ihr wisst ja sehr wohl, daß ich weiß, und ich weiß, daß ihr wisst, wie das alles ja nur fürs Volk gesprochen ist; zwischen Männer wie ihr und ich, ist ja Religion und Gottesverehrung nur Politik. Ihr wisst ja sehr wohl, daß ich weiß, wie das alles nur gefordert wird. להפריע וגו' das Volk von dem Bande seiner Tätigkeit zu lösen. Bis jetzt weiß das Volk nichts anders, als daß es unter dem Bande des Gesetzes steht, daß Arbeiten sein natürlicher, angeborner Beruf ist; warum wollt ihr ihm die Idee beibringen, aß man auch einmal nicht arbeiten dürfe? Es ist das eurer, solcher bejährter Männer, eines Moses und Aaron nicht würdig. Pharao wählte sehr seine Worte. Hinsichtlich des Volkes hütet er sich wohl, von סבלות zu sprechen. Während Moses und Aaron, die Vornehmen, Eximierten, ihre Berufslasten haben während ebenso wie wir weiter unten sehen werden, die Egypter die Berufslasten haben, sind die Sklavenarbeiten, unter denen die Ebräer keuchen, nur מעש die ihnen gebührende angemessene Beschäftigung. לכו לסבלתיכם; geht zu dem, was eures ernsten Berufes ist. Diese Aufwiegelung eines Volkes ist eurer unwürdig und steht euch nicht zu.
V.5 Pharao sagte endlich: Seht, die Bevölkerung des Landes ist jetzt gestiegen, und ihr werdet sie zum Feiern von ihren Berufslasten bringen!
V.5 Pharao sagt: seht die Population Egyptens ist jetzt so gestiegen, daß nur durch unablässige und angestrengte Berufstätigkeit eines jeden der Staat bestehen kann; auf dieser egytischen Bevölkerung ruht der eigentliche Schwerpunkt des Landes, gegen deren geistige und industrielle Anstrengung sind die mechanischen Ebräerarbeiten nur Spiel. Nun denkt euch, wie unpolitisch und staatsgefährlich eure Forderung ist. Ihr fordert eine ganze Feierwoche für die Ebräer! Das wird bei der so zahlreich und belastet gewordene egyptischen Bevölkerung den natürlichen Wunsch rege machen, auch ihre Sabbatwoche und vielleicht gar Sabbatwochen zu haben. Das würde ja einen ganzen Stillstand und Untergang des Staates herbeiführen: Das geht ja nie und nimmer! הן, daran habt ihr gar nicht gedacht.
V.9 Schwer muss der Dienst auf den Männern lasten, daß sie ihm Tätigkeit finden und sich nicht mit nichtigen Dingen herumbewegen.
V.9 תכבד וגו' Ich tue das nicht aus Barbarei, auch nicht meinem Interesse: müsse die Juden kultivieren, heranziehen, es muss schwer der Dienst auf den Männern liegen, in dieser Arbeit müssen sie ihre natürliche Tätigkeit finden, müssen schaffen lernen, produktiv, praktisch sein. ויעשו בה, nicht mehr spekulieren, denken, träumen, ואל יעשו, sollen sich nicht hin- und her wenden in unpraktischen leeren Dingen: Geist, Gott, Religion, Furcht vor Gott, lauter unpraktische Dinge, die den Juden unnütz für den Staat machen.
V.21 und sprachen zu ihnen: Möge Gott auf euch herabschauen und richten, die ihr unser Geruch faul gemacht habet in Pharaos und seiner Diener Augen, ihnen ein Schwert in die Hand zu geben, um uns umbringen!
V.21 Diesen Männern, die die für ihre Brüder bestimmten Streiche mit ihren Nacken auffingen und damit das Prototyp der Edlen aller künftigen Galuthjahrhunderte wurden, die als Juden-Ältesten der jüdischen Gemeinden für ihre gequälten Brüder ins Feuer gingen, ihnen darf man es nicht verargen, daß sie nach solchen Erfolgen an Moses und Aarons Sendung irre wurden. באשdie Empfindung, welche durch Fäulnis erregt wird. Gott hat dem Menschen also die Freude am Leben und Lebendigen gegeben, daß ihm ein natürlicher Widerwille gegen alles Tote und Abgestorbene, Faulende, innewohnt. Daher באש im allgemeinen Ausdruck für Widerwillen erregen. Ist man sich eines Unrechts gegen den anderen bewusst, so fühlt man, daß der andere uns für sittlich faul halten muss und wir ihm widerwärtig, נבאש geworden. Verwandt damit ist בוש (wie ראם und רום) sich schämen, d.i. dieses Gefühl sittlicher Fäulnis in Beziehung auf sich selbst empfinden. Es ist der von Gott uns eingepflanzte Widerwillen gegen unsere eigene Fäulnis, der uns nicht Ruhe gönnen soll, bis wir uns von ihr befreit haben. Nun hier: הבאשתם, siehe zu 1. B.M. 8,21. Ihr habt die Vorstellung von unserem Dasein faul gemacht in Pharaos und seiner Diener Augen, d.h. Pharao uns seine Diener beurteilen uns fortan als Menschen, die man meiden muss, die sittlich, sozial und praktisch faul geworden sind. Bis jetzt hat man uns misshandelt, aber man hat Dank des Nutzens, den man aus dieser Misshandlung zog wie alle späteren Pharaonen unsere Existenz im Staatsinteresse gehalten. Jetzt aber, dadurch, daß ihr bei uns die Ideen der Befreiung rege gemacht, erscheinen wir ihnen als Menschen, die für den Staat, nichts taugen, sich ihrer Pflicht entziehen, feiern wollen, ihr habt ihnen damit Motive in die Hand gegeben, unsere Vernichtung herbeizuführen.
Jewish Antizionist Leaflet made in the Holy Land, Palestine
Our prayer is that the Zionist entity is completely cancelled soon in our days because HaShem's Name is not complete, and His Throne is not complete until the Zionists are gone from the earth
DIE GREUEL SEDOMS: aus Bibel- und Talmudschatz
DIE GREUEL SEDOMS
Noch grausamer verfuhren sie mit Notleidenden, die hilfesuchend
ihr Gebiet betraten. Keiner durfte einem Armen eine Wohltat erweisen, denn sie erklärten Armut für das größte Verbrechen
und jeden Dürftigen für einen todeswürdigen Frevler. Der Reiche in Sedom konnte
nichtsündigen, für jede Freveltat die
er beging, gab es eine Entschuldigung, für den Armen dagegen gab es keinen
Anwalt, seine Tugendhaftigkeit galt für Heuchelei und wer ihm weh tat, den
lobte man. Das Sefer hajoschor erzählt, daß man auf die grausamste Art
eine Frau und ein Mädchen zu Tode quälte, die, von Mitleid ergriffen,
schmachtende Bettler gelabt hatten. Das war die Schuld Sedoms: Das Gefühl der
Sättigung und ungefährdeter Sicherheit herrschte in Sedom und seine Töchterstädten.
Da unterstützten sie Arme und Dürftige nicht und wurden hochmütig und verübten Greuel vor dem Ewigen (Jecheskeel
16,49).
Aus: Erbauungsbuch Bibel- und Talmudschatz J.H.
Kohn S. 5313.Auflage Hamburg 5691
1931
Rabbiner Dr. Raphael BREUER: Vorwort zu 'Die Gedankenwelt der Halacha'
Rabbiner Dr. Rafael BREUER
(1881-1932)
חקר הלכה
DIE GEDANKENWELT DER HALACHA
Vorwort:
Im Vorworte meines Kommentars zum Buch Ruth bezeichnete ich die Wiederbelebung jener unvergleichlichen Andacht, mit der unsere Alten in der Bibel lasen, als die vornehmste Aufgabe der jüdischen Apologetik. In einer Anmerkung hieß es dann:
Nicht minder wichtig, nur mit größeren Schwierigkeiten verknüpft, ist das Werk dieser Neubelebung auf speciell talmudischen Gebiet.Hier gälte es, den Geist der talmudischen Dialektik in seiner großartigen Urwüchsigkeit mit Naturfrische, zunächst auf dem propädeutischen Wege einer populären Darstellung talmudischer Probleme, weiteren Kreisen zugänglich zu machen. Ich beabsichtige, eine Arbeit herauszugeben, die sich an der Lösung dieser Aufgabe versucht.
Diese Arbeit soll nun in einer Folge von Heften erscheinen. Das erste dieser Hefte soll aber nicht herauskommen, ohne sich selbst mit einem kurzen Worte über seine und seiner Nachfolger Absichten und Grundsätze anzusprechen.
Da ist es vor allem die Frage, für wen sie denn geschrieben seien, welche diese Hefte zu gewärtigen haben. Für den עם הארץ? Der werde sich bei all ihrem Bestreben nach Volkstümlichkeit nicht verstehen. Für den בן תורה? Der werde darin nichts finden, was ihm nicht längst bekannt sei. Und doch, glaube ich, dürften diese Hefte gerade vom בן תורה mit Interesse gelesen werden. Nur er kann die Riesenmühe ermessen,deren es bedarf, um auf den steilen Felsen der Halacha das Edelweiß ihrer ethischen Hochgedanken zu brechen; nur er aber auch den lohnenden Erfolg dieser Mühe und wenn er literarischen Feingeschmack besitzt den ästhetischen Reiz ermessen, den jeder Versuch, einen Gedankengang der Halacha auf die schienen moderner Denkformen hinüberzuleiten, in ebenso seltener wie seltsamer Fülle gewährt. Den עם הארץ aber hoffen diese Hefte, auch wenn er sie nur halb versteht, von jenem Wahn zu heilen, als sei die Halacha ein Komplex wunderlicher Lebensnormen, mit welchem die jüdische Religion warmblütige, lichthungrige Menschen zu ewigen Aufenthalte in einem juristischen Paragraphenkrieg verdammt. Er wird einsehen lernen, daß eine Gedankenwelt, die unser Leben und die Länge unserer Tage ist, auch dort wo sie im schweren Rüstzeug dialektischer Begriffsabwandlungen erscheint, den heißen Sehnsuchtsschlägen unseres Herzens ebenso nah, wie den kalten Erkenntnissen unseres Verstandes ist.
Auf einen anderen Vorwurf noch machen sich diese Hefte gefasst: ob es denn angängig und geraten sei, talmudische Probleme gleichsam ihrer heimatlichen Scholle zu entreißen, um sie als Zierpflanzen in einer modernen Blumenvase darzubieten. Ich bin der Letzte, der jene antike בית המדרש-Atmosphäre missen möchte, in welcher, so naturwüchsig wie eine tropische Pflanze in den Tropen, das lebendige Lernen der Thora gedeiht. Aber es scheint mir eine Schicksalsfrage des westeuropäischen Judentums zu sein, ob es den Generationen nach S.R. HIRSCH זצ"ל in immer steigendem Maße gelingen wird, den Ausgleich zwischen Ost und West zunächst in ihrem eigenen Innern restlos zu vollenden, ob hinter dem idealen Wunsche nach einer Verschmelzung des antiken und des modernen Geistes unser wirkliches Können auf die Dauer zurückbleiben wird oder nicht. Wir werden diesem Ausgleich und dieser Verschmelzung nach wie vor uns nicht entziehen können. Die Entwicklung unseres geistigen Lebens bewegt sich auf den bisherigen Bahnen weiter. An ein Zurückbremsen ist nicht zu denken. Nach wie vor werden darum die Gedankengänge der Halacha sich gefallen lassen müssen, aus dem heimischen Erdreich ihres natürlichen Wachstums in ein Milieu hineingestellt zu werden, in welchem die von Zeit und Ort unabhängige Größe der göttlichen Lehre erst sinnfällig in unser Bewußtsein tritt. Darin gerade gipfelt ja der Sinn der Lebensarbeit Hirschs: die Angst vor dem Hineinstellen der Halacha in den Kulturzusammenhang als grundlosen Kleinmut erkannt zu haben, der die obsiegende Gewalt eines göttlichen Gedankens unterschätzt. Daher können diese Hefte, insofern sie nämlich die Gedankenwelt der Halacha nach allgemeineren Gesichtspunkten, als sie von den einzelnen gesetzlichen Bestimmungen unmittelbar gegeben sind, zu verstehen suchen, zugleich als Beiträge zum Ausbau der Gedankenwelt S.R. Hirschs begriffen werden.
Das Material dieser Hefte ist so tief und umfassend wie die Welt, die sich im Talmud spiegelt, wie das Leben, das er in seine Geleise zwingt. Viel zu einseitig wird ja seit jeher in den philosophischen Darstellungen des Judentums der Baum der jüdischen Ethik aus dem Erdreich der Agada gespeist. An der Halacha streifen unsere Philosophen mit überlegenem Naserümpfen vorbei. Mit welchem Recht? Hat nicht gerade sie die Halacha immerdar als die eigentliche Erzieherin des jüdischen Volkes gegolten und sich bewährt? Es ist darum ebenso ungerecht wie unwissenschaftlich, die Nährmutter des jüdischen Lebens aus dem Quellenbereich der jüdischen Philosophie auszuschalten. Nur die Vernachlässigung der Halacha als eine Quelle von eminent philosophischer Bedeutung lässt uns die Ursache jener beschämenden Impotenz begreifen, mit welcher die modernen Theoretiker des Judentums immerfort nur an der Peripherie der jüdischen Wissenschaft sich ergehen, ohne den centralen Kern des Ganzen auch nur zu schauen, geschweige denn zu erfassen. Unter allen ist S.R. HIRSCH der einzige, der die zentrale Bedeutung der Halacha für die Philosophie des Judentums erkannte. Doch seine Lebensarbeit ist Fragment geblieben; mußte Bruchstück bleiben, weil der Anlauf, den sein Genius nahm, ein viel zu gewaltiger war, um nicht in den weiten Bogen über die natürliche Grenzen der irdischen Lebensspanne hinauszufallen. Noch sind weitläufige Vorarbeiten zu leisten, bevor an eine systematische Bewältigung seines geistigen Erbes gedacht werden kann. Ist erst einmal die Bearbeitung des halachischen Materials soweit gediehen, daß eine Zusammenfassung des Ganzen als eine Philosophie der Halacha sich darbieten kann, ohne den Vorwurf fragmentarischer Halbheit und Willkür befürchten zu müssen, dann erst wird dem Wunsche nach einer systematischen Darstellung der Wissenschaft des Judentums im Geiste S.R. HIRSCHS auf Grund dieser Vorarbeiten entsprochen werden können. Zunächst aber gilt es noch, brach liegende Felder urbar zu machen; Saaten auszustreuen und alles keimkräftige an das Licht zu bringen. Dann erst, wenn alles lebensfähige zu dichten Halmen aufgegangen ist, wird geerntete werden können.
Zum Schluß noch die Bemerkung, daß die Herausgabe dieser Hefte das Erscheinen der Kommentare zu den biblischen Büchern nicht verzögern möchte. In der nächsten Zeit schon hoffe ich eine Erläuterung des Buches Josua vorlegen zu können, dem sich dann in möglichst rascher Folge zunächst die übrigen נביאים ראשנים anreihen sollen.
Aschaffenburg, im Januar 1913
Der Verfasser
Quelle: Dr. Raphael BREUERDie Gedankenwelt der Halacha Frankfurt a. M. Verlag von Sänger & Friedberg 1913
By Sam Kriss (Redaktion: Autor uns unbekannt, pflichten nicht jede Behauptung bei, jedoch interessantes Nachdenkmaterial! Mit Dank an EIBI)
Nearly one year ago, the Israeli soldier Hadar Goldin was captured by Hamas fighters in Rafah, in the south of the Gaza Strip, in the middle of Operation Protective Edge. He was taken a few minutes into a ceasefire declared unilaterally by Israel, without any participation from any Palestinian groups: under the terms Israel had negotiated with itself, its soldiers were still permitted to search for so-called terror tunnels during the ceasefire, and this is what Goldin had been doing. His capture triggered something called the Hannibal Directive': a secret policy that requires Israeli forces to do anything possible to prevent its soldiers being captured (and then becoming the object of a media crusade, to be released in a costly prisoner swap), even if it means putting the soldiers life at risk. The IDF insists that this does not mean it will intentionally try to kill captured soldiers, but the world learned exactly what the Hannibal Directive looks like in Rafah. Almost immediately, the town was blanketed in indiscriminate air and artillery strikes. A brigade commander on the ground was recorded yelling into his field radio: Stop the shooting! Youre shooting like retards! Youll kill one another! He didnt seem to understand that that was the point. Hadar Goldins body was never found, but its assumed that he died in the bombardment. So did 190 Palestinians.
The Israeli army claims that it operates on a principle of the utmost respect for human life, and does everything possible to avoid Palestinian civilian casualties. If, for the sake of argument, we take them at their word here, the picture it reveals is horrifying: Israel loves and cherishes the Palestinians, it will do anything to protect them, but at the same time its willing to sacrifice hundreds of Palestinian lives in the hopes of killing just one Jew.
Imagine if any other country operated like this. Theres a word for this kind of behaviour: its Anti-Semitism.
This isnt a facetious point: theres something very strange about the way the official mouthpieces of the Zionist project behave towards the figure of the Jew as such. Theres a constantly repeated line, that anti-Zionism is just a veiled form of Anti-Semitism but if you look at it closely, it becomes something highly unpleasant: if an insult to Israel is an insult to all Jews, then it follows that were all united, borg-like, behind the Jewish state, and that were all complicit in whatever it does. If this position were articulated by a Gentile, wed rightfully accuse them of Anti-Semitism. But this is how Israel expects us to behave. Why do they get away with it? Netanyahu describes himself as the leader of the Jewish people, empowered to speak on my behalf. The Jewish people have been around far longer than Benjamin Netanyahu, or the State of Israel for that matter. I never asked for him. Whenever Jews are attacked somewhere else in the world, some Israeli minister commands us all to flee to historic Palestine and shelter under his nuclear umbrella: the dream of state Zionism is of a Europe without any Jews. Did they dream it themselves?
What does it mean to be a Jew? Over the centuries, Jews in every corner of the world have led any number of different modes of life; theres very little to unite the Jewish experience beyond the Tanakh (some Jewish communities split before the composition of the Talmud) and the fact of being in exile. From Sinai to Babylon to Persia to Brooklyn, weve spent far more of our history pining after the Land of Israel than actually living in it. Throughout, this loss has been felt as a critical gap between how things are and how things ought to be, a recognition that things have gone wrong; this is why Jewish thought has always tended towards the Utopian. This is why Jews practice circumcision: theres something missing. This is why the Torah begins with the second letter of the Hebrew alphabet, beit, a square missing one of its sides. This is why Kabbalah envisages a God that isnt almighty and all-powerful, but fractured, broken and weak, a God that must be repaired. This is why Jews are commanded to dedicate themselves to tikkum olam, the healing of the earth. Throughout Jewish history, theres been the vision of a better world, a Messianic return to Zion: its what animated JC, Baruch Spinoza, and Karl Marx. For almost all of this period, the idea that the Messianic gap could be closed by simply sending thousands of armed men to the Levant to boot out the existing inhabitants and set up a Jewish state would have not just been premature, but ridiculous.
At the same time, Jewish thought in Europe at least has consistently veered towards universalism: the resolution of differences and the global confraternity of all humankind. (Again, see C, Spinoza, and Marx.) In the Tanakh, the Jews are forever backsliding; theyre perversely eager to worship any old object as long as its not the God of their forefathers. The idea of a separate Jewish identity in Europe has always been more of a European fixation than a Jewish one. For Europe, its Jews were a constitutive other; C-dom could define itself (and unite itself) as that which was not Saracen, not Indian, and not Jewish. (The situation was slightly different in the United States, in which the role of the internal other was largely imposed on the Black population.) European Jews served an important sacrificial function, acting as a collective pharmakos: in times of crisis, they would be exiled or massacred, a mass catharsis restoring the metaphysical separation between within and without. This is why, despite the fervent Cristian hope for a grand conversion of the Jews, actual Jewish converts were treated with such suspicion: Conversos and their descendants were a primary target of the Spanish Inquisition; secular, integrated Jews were often the first to be slaughtered in the Nazi genocides. Behind the violence theres a desperate thirst for identity: the Anti-Semite needs to Jew to constitute himself; Europe is not Europe without its Jews.
Jews have lived on every continent, for hundreds of years, but Zionism arose in 19th-century Europe. This is because Zionism is not, in terms of its ideological content, a particularly Jewish project, but a European one. This was a period when national groups within the great multi-ethnic empires Russia, Austria-Hungary, the Ottoman caliphate were increasingly agitating for self-determination along strict ethnic lines, while at the same time other European states were brutally capturing and colonising areas of land elsewhere on the globe. Early Zionism, with its demand for a Jewish national homeland outside of Europe, wasnt much more than a combination of these two tendencies. Zionism was simultaneously a hypostatisation of Jewish difference, and assimilation by other means. The Jews would finally become just like any other respectable European people: we would colonise like them, ethnically cleanse like them, and set up a perfect imitation of the despotic European ethnic state in the Middle East. This is how we got to where we are today, with Jews messing around with tank battalions, repressive state infrastructures, the systematic dispossession of a colonised population, and other such fundamentally goyische inventions.
This dangerous shift in Jewish identity would not be possible without some kind of violence. Early Zionism was fixated on the idea of a New Jew': while Jews in the Diaspora were sedentary, spiritual, intellectual, and the objects of state violence, the New Jew would be an active, tanned, muscular agricultural fascist, the subject of state violence, a creature virtually indistinguishable from the porcine Gentile peasants who had so brutally suppressed the Jews over the centuries. The birth of this figure required the erasure of all Jewish history up until its creation. The past would be prologue, a brief coda between the Kingdom and the State of Israel, expressible only as that period in which the Jews allowed themselves to suffer. Diaspora could only ever mean suffering; the Jew in exile in other words, the Jew as such became an object of near-pathological loathing. Every anti-Semitic slander was repeated: the Jews really were weak, ugly, etiolated, usurious; the goal of Zionism was to put a spade in one hand, a rifle in the other, and turn them into something else. With bullets and bloodshed they would get rid of the cringing Jews of the past: it was an article of faith among those Zionist pioneers that, before long, all Jews would become the New Jew.
Of course, this was impossible. The problem was that, alone among the European settler-colonial projects, the Jewish state was a colony without a metropole. Unlike any other imperialist outpost of the 19th century, it didnt have any mother country to support its wars against the natives. And when the Zionist project first emerged, the attitude of a great many Jewish populations especially those Jews already living in Palestine was one of total hostility. Zionism had to effect a dual colonialism: it had to seize, with violence, the land of Palestine, while also seizing the Jewish Diaspora. It goes without saying that there can be no equivalence between the two: the Palestinians have suffered immensely, from bombs and missiles to house demolitions to the everyday indignities of living under occupation, while the Diaspora Jews have been given free holidays. But the colonisation of the Diaspora Jews has been total. Despite the fact that many Jews outside Israel are deeply ambivalent about the entire project, every major mainstream Jewish body is explicitly Zionist. In Britain, every Jewish youth movement tries to instil Zionist values, every Jewish newspaper assumes a Zionist readership, every university Jsoc agitates against the boycott movement. The Board of Deputies of British Jews coughs up the Israeli line on any given issue, the synagogues plant JNF pine trees to poison the soil of Palestinian farmers to mark barmitzvahs. The idea that any facet of organised Jewish life might be entirely indifferent to the State of Israel is now absurd. Israel spends millions providing young Jews from around the world with subsidised Birthright tours of the country, to emphasise the deep and organic connection between the Jewish people and the Holy Land. But if this connection really were so deep and so organic, why would this vast ideological operation even be necessary?
The Israeli state doesnt regard Diaspora Jewry as its progenitor, or as a community in which it is embedded; it sees us as a colonised population under its command. Our leaders are its hostages. Our institutions are its instruments. It imposes its taxes: we have to give to the JNF, volunteer in its army or on its kibbutzim, sign its petitions, share its propaganda. We have to dive gleefully into the supermarkets and fill our trolleys with houmous to break the boycott. We have to suffer, out here in the desert, trapped with a strange people, so that it can have its reason to exist. We are unable to speak, and so the state of Israel will speak for us: it knows what we want better than we do ourselves, and what we want is war. Jews in the English-speaking world are commanded to buy holiday homes in Eilat; Jews in Continental Europe are commanded to pack up their belongings, abandon their homes and identities, and become Israelis. (The Hebrew word for migration to Israel, aliyah, has echoes of the German Aufheben: to go up, but also to cancel out.) When Jews refuse to submit, when we break ranks to speak out against Israeli atrocities or the mad, antiquated idea of Zionism, theres the terror of a slave revolt; the fury that rises against an anti-Zionist Jew is far more terrible than that which faces any ordinary Gentile anti-Semite. Israel barfs the history and diversity of the Jewish people in the face of the world, all sparkles and tapestries, but when were alone together it grabs us close by the lapels and hisses through bloodstained teeth: know your place.
If being a Jew isnt just about kvetching and chicken soup, if it means living with the ambivalence of otherness and the hope for Utopian justice, then Israel is not a Jewish state. The idea of a Jewish state is, once stated, already contradictory and meaningless. In practice, its a monster. A state that tries to erase Jewish history, Jewish subjectivity, and Jewish life is not something that has anything to do with any Judaism I recognise. Theres a word for this kind of behaviour. Its Anti-Semitism.
As several Jewish groups are mobilizing opposition to the Iran deal, at least one organization representing the view of many Orthodox Jews, has voiced its concern of American Jewry standing out as opposing the deal reached with Iran on Tuesday.
We express our sorrow and pain at the fact that the politically extremist mindset of certain Orthodox groups has caused the Torah and Orthodox Jews to be seen in a negative light as militant and inflexible, True Torah Jews, a non-profit Orthodox Jewish organization against Zionism, declared in an emailed statement to JP. These voices against the agreement have been shown in the past to be unproductive, and even they admit that they it is doubtful whether they will accomplish what they seek, but they will definitely succeed in portraying American Jews as those who stand in the way of peace.
The group, representing a view widely shared among the tens of thousands followers of the late Satmar Rebbe, Rabbi Joel Teitelbaum, recited the phase of Proverbs 21:1, The heart of a king is like streams of water in the hand of G-d; He directs it wherever He wants it, as a reason to remain on the sidelines in the battle of minds, just praying that the outcome of the agreement be the best for Americas wellbeing, peace in the Middle East and security for all of mankind.
On Wednesday, in a joint statement issued by the Orthodox Union and the Rabbinical Council of America, the Orthodox Jewish umbrella organization and its rabbinic membership announced they will be mobilizing opposition among rabbis and synagogues across the United States, in an effort to pressure Democratic House representatives and Senators who are deliberatingtheir support to vote against the agreement.
Our assessment of the agreement, and of the presentations by government officials and analysts, is driven by one fundamental question: Will the proposed agreement protect the security of the United States, Israel and our other allies? By this standard, we have found the deal with Iran seriously wanting and will mobilize our member rabbis and synagogues throughout the nation to urge Congress to fulfill their mandate and disapprove the agreement, the OU statement read. The Orthodox Union and Rabbinical Council of Americathrough the OU Advocacy Centerwill work in the coming weeks to mobilize our rabbis and synagogues across the United States to ensure our elected representatives hear our concerns and fulfill their solemn responsibility to protect and defend our vital national security interests.
J Street, a liberal pro-Israel advocacy organization, on the other side, announced it is launching a multimillion dollar national campaign to make the administrations case on the nuclear agreement. The campaign will launch with a 30-second advertisement highlighting the unprecedented inspections and monitoring of Irans nuclear and military sites under the agreement, according to J Street. The group also plans to bring US and Israeli security and political experts to brief U.S. lawmakers, influential political actors and journalists in Washington, DC and in key states about why this is a good agreement that advances US and Israeli national security interests, as well as activate its 180,000 supporters to register their support for the Iran deal with legislators during the Congressional review period.
Our Sages say, The entire Torah is peace, as the verse says: Its ways are ways of sweetness, and all its paths are peace. If a man comes home from a trip, one asks after his peace. In the morning and evening, one greets another with the word peace. In our prayers we say that G-d spreads out His canopy of peace. Our silent prayers end with the word peace, and the Priestly Blessing ends with the word peace.
Rabbiner Dr. Joseph BREUER : 'Jüdische Lebensweihe'(12)
Als Mensch Jissroél mit Thora im Dérech Erez gegen den Zionismus
Rabbiner Dr. Joseph BREUER
(1882-1980)
Jüdische Lebensweihe" (12 .Folge)
In schlichter Darstellung und zwangsloser Folgen möchte der Autor den Nachweis bringen, welche unschätzbare Bereicherung unsere jüdische Lebensanschauung durch Auswertung der in den Werken Rabbiner Hirschs זצ"לniedergelegten Fundamentalwahrheiten erfährt. Daß Geist und Seele einer heranwachsenden Jugend sich ihnen empfänglich erschließt und ersehnte Lebensnahrung in ihnen findet, hat langjährige Erfahrung mir stets neu gezeigt.
Gottes ist die Erde und was sie füllt und auch die Menschenwelt und ihre Bewohner (Ps. 24) mit dieser grundlegenden Erkenntnis rechnet dein göttliches Lebensbuch, sie in dir zu wecken, führt es dich durch Natur und Geschichte, daß sie mit ihren ewigen Rätseln und Wundern deine Seele erfüllen, die sie erdrücken würden, wenn Gott nicht die unerträgliche Last von ihr nähme: weil sie von Gott als Gotteswelt dir gedeutet wird, erschließt sich dir einzige Lebensmöglichkeit, fällt unendliches Licht in die Nacht deines Lebens. Hat sich dir, weil vom Atem göttlichen Schöpfungswillen umweht, Natur in einen einzig großen heiligen Berg gewandelt, erahnest du, wo Menschengeschlechter ihre dunklen Wege ziehen, Spuren göttlichen Willens; dann wird dieses Gottesbuch ruhig des Augenblickes harren dürfen, da du mit verzehrender Sehnsucht weitere Erkenntnis aus ihm zu schlürfen begehrst.
Wer darf ersteigen diesen Gottesberg, wer bestehen auf seiner heiligen Stätte? Das ist die große Frage, die dann alsbald Antwort heischend dich ganz erfüllt. Über Gottes Eigentum schwebt für immer Gottes alleiniger Willen, und nur vermessener Wahnwitz könnte sich erkühnen, mit Nichtachtung dieses Willens in Gottes Welt sich zu ergehen und an Gottes Gut sich eigenwillig zu vergreifen.
Und horchst du hin auf die reine, unverfälschte Stimme deiner ihrer Gotteskindschaft bewußten Seele, dann sagt dir dein, man nennts gemeinlich so, dein religiöses Gefühl, daß fortan rein bleiben müssen deine Hände, lauter dein Herz, nimmer dem Nichtigen nachjagen dürfe dein Leben, noch sich hingeben dem Trügerischen (das.) Im selben Augenblick aber erfaßt dich jüdische Wahrheit mit wuchtigem Einfall und zerreißt den Nebelschleier unheilvollerSelbsttäuschung: wer gibt dem Menschen Gewißheit, daß seine Hände rein und sein Herz lauter in seinen Bestrebungen sich erhalten und Leben nicht trügerischem Schein oder täuschender Lüge sich vermähle und damit dem Gotteswillen für immer sich entfremde? Nicht Gefühle, und wären sie noch so echt und tief empfunden, retten vor Täuschung und vermöchten den Gotteswillen ahnend zu erfinden. Ihn kann nur Gott allein dir reichen. Dann aber musst du den Weg gehen, den dein Volk dir weist, mußt den Gotteswillen dort suchen, wo er allein zu finden ist: in Gottes dir geoffenbarter Thauro.
(Quelle: Nachalass Zwi 1930/1931 S.19-24 - war schon Teil unseres Studienprogramms Winter 5769, wird jeden Montag ein Abschnitt gebracht)
Rabbiner Dr. Joseph BREUER : 'Jüdische Lebensweihe'(11)
Als Mensch Jissroél mit Thora im Dérech Erez gegen den Zionismus
Rabbiner Dr. Joseph BREUER
(1882-1980)
Jüdische Lebensweihe" (11 .Folge)
In schlichter Darstellung und zwangsloser Folgen möchte der Autor den Nachweis bringen, welche unschätzbare Bereicherung unsere jüdische Lebensanschauung durch Auswertung der in den Werken Rabbiner Hirschs זצ"לniedergelegten Fundamentalwahrheiten erfährt. Daß Geist und Seele einer heranwachsenden Jugend sich ihnen empfänglich erschließt und ersehnte Lebensnahrung in ihnen findet, hat langjährige Erfahrung mir stets neu gezeigt.
Jüdisches Bewußtsein kann Gott nicht denken, ohne alsbald seinen Willen zu ersehnen. Denn was wäre Gott, wenn Ihn nicht sein uns offenbarter Wille bezeugte: das Gottesbuch ist Gottes Zeugnis (עדות), denn aus seinen Willen allein spricht Gott zu uns, aus seinem Leben gestaltenden Willen, mit dem Gott dem Menschenleben Sinn und Berechtigung, von Gottesweihe, von Gottesführung sprechen zu dürfen, die sich unserer Ratlosigkeit annimmt, uns zu führen bereit ist, wo wir rettungslos uns verirren müßten, und unsere Seele den Einflüssen entziehen will, denen sie sonst haltlos preisgegeben wären. Mit der kindlichen Sehnsucht nach sicherer Geborgenheit ergreift sie in süßer Innigkeit die Gottesrechte, um sich von ihr durch die Rätselwelt des Lebens geleiten zu lassen. Das heißt der Gottesführung אמונה rückhaltloses Vertrauen entgegenzubringen. Dem verarmten jüdischen Gedanken schrumpft dieses Glutwort zum armseligen Glauben zusammen. Dann aber wundere man sich nicht, wenn diese wurzellose Blume dem losen Anhauch des ersten Gassenbuben zum Opfer fällt.
(Quelle: Nachalass Zwi 1930/1931 S.19-24 - Teil unseres Studienprogramms Winter 5769, wird jeden Sonntag ein Abschnitt gebracht)
Rabbiner Dr. Joseph BREUER : 'Jüdische Lebensweihe'(10)
Als Mensch Jissroél mit Thora im Dérech Erez gegen den Zionismus
Rabbiner Dr. Joseph BREUER
(1882-1980)
Jüdische Lebensweihe" (10 .Folge)
In schlichter Darstellung und zwangsloser Folgen möchte der Autor den Nachweis bringen, welche unschätzbare Bereicherung unsere jüdische Lebensanschauung durch Auswertung der in den Werken Rabbiner Hirschs זצ"לniedergelegten Fundamentalwahrheiten erfährt. Daß Geist und Seele einer heranwachsenden Jugend sich ihnen empfänglich erschließt und ersehnte Lebensnahrung in ihnen findet, hat langjährige Erfahrung mir stets neu gezeigt.
Gott wäre nicht Gott, und nimmer eignete ihm Gerechtigkeit und Liebe, spricht jüdische Erkenntnis, wenn jedes Geschöpf das dem Gotteswillen offenbarende Gesetz seines Lebens in sich trüge und nur der Mensch hinausgestoßen wäre in Nacht und Zweifel und jeden Augenblick Gefahr laufen müßte, sein Leben hoffnungslos zu verlieren! Von tausendmal tausend Fragen gepeinigt, schreit die in trostlose Nacht versinkende Seele zu Gott empor, daß Er sich ihrer erbarme und das Leben ihr deute und mit jedem Wort, das aus göttlichem Lebensbuch tönt, senkt Gott Lebenskeime (תורה: הרהund ירה zugleich) in sie, daß aus ihnen Leben erblühe. Weil dieses Lebensbuch Leben deuten, Antwort geben will der fragenden Seele, ist es allumfassend, keine Erscheinung des Lebens, die von ihm nicht göttliche Prägung erhielte wäre es sonst Thauro, Wissenschaft des Lebens?
Gottes Thauro allumfassend, sie will Antwort geben der fragenden Seele (Ps.19). Von diesem Jubelhymnus hat die von Genuß und Besitzerraffung befriedigte und damit freilich verschüttete jüdische Seele keine Ahnung und vernimmt sie ihn, dann schleicht sich ihr vielleicht gar frivol und erbärmlich jenes unheimlich lästernde Wort auf die Lippen: Sind doch nur Satzungen für Satzungen, Richtschnur für Richtschnur, Kleinigkeit hier, Kleinigkeit dort, daß man durch sie im Leben strauchle, gebrochen, verstrickt und gefangen werde (Jes.28)
(Quelle: Nachalass Zwi 1930/1931 S.19-24 - war schon Teil unseres Studienprogramms Winter 5769, wird jeden Montag ein Abschnitt gebracht)
Rabbiner Dr. Joseph BREUER : 'Jüdische Lebensweihe'(9)
Als Mensch Jissroél mit Thora im Derech Erez gegen den Zionismus
Rabbiner Dr. Joseph BREUER
(1882-1980)
Jüdische Lebensweihe" (9 .Folge)
In schlichter Darstellung und zwangsloser Folgen möchte der Autor den Nachweis bringen, welche unschätzbare Bereicherung unsere jüdische Lebensanschauung durch Auswertung der in den Werken Rabbiner Hirschs זצ"לniedergelegten Fundamentalwahrheiten erfährt. Daß Geist und Seele einer heranwachsenden Jugend sich ihnen empfänglich erschließt und ersehnte Lebensnahrung in ihnen findet, hat langjährige Erfahrung mir stets neu gezeigt.
Wessen Seele sich den geheimnisvollen Rätseln erschlossen hat, die Natur und Geschichte und das eigene Leben in allen seinen Erscheinungen offenbaren, wer die überwältigenden Wunder der Natur mit heiligen Schauern erlebt und mit König David (Ps.19) tief aufhorchend die allmächtige Sprache der schöpferischen, und zielsetzenden Gottheit vernommen hat, wird auch sich als G Glied dieser Gottesschöpfung begreifen und die Deutung seines gottgewollten Lebens von der liebenden Vaterstimme Gottes ersehnen.
(Quelle: Nachalass Zwi 1930/1931 S.19-24 - war schon Teil unseres Studienprogramms Winter 5769, wird jeden Montag ein Abschnitt gebracht)
Rabbiner Dr. Joseph BREUER : 'Jüdische Lebensweihe'(8)
Als Mensch Jissroél mit Thora im Derech Erez gegen den Zionismus
Rabbiner Dr. Joseph BREUER
(1882-1980)
Jüdische Lebensweihe" (8.Folge)
In schlichter Darstellung und zwangsloser Folgen möchte der Autor den Nachweis bringen, welche unschätzbare Bereicherung unsere jüdische Lebensanschauung durch Auswertung der in den Werken Rabbiner Hirschs זצ"לniedergelegten Fundamentalwahrheiten erfährt. Daß Geist und Seele einer heranwachsenden Jugend sich ihnen empfänglich erschließt und ersehnte Lebensnahrung in ihnen findet, hat langjährige Erfahrung mir stets neu gezeigt.
Man wundere sich nicht, daß so viele in den entscheidenden Jahren ihres Lebens der Thauro den Rücken kehren. Dieses Gottesbuch rechnet mit einer seelischer Einstellung, die sorgfältig gepflegt werden will, da sie die unerläßliche Vorbedingung darstellt, unter der Thauro freudige und sehnsuchtsvolle Aufnahme findet. Man reiche dem Satte die köstlichste Nahrung, er wird unangeregt an ihr vorübergehen. Nur der Durstige wird nach dem Wasser sich sehnen und es qualvoll missen. Mit diesem Hunger, mit diesem Durst rechnet unser göttliches Lebensbuch. Ihn gilts zu wecken. Hier liegt das Geheimnis aller erfolgreichen Einwirkung auf die jugendliche jüdische Seele. Ist erst das gelungen, dann mag man ruhig der Kraft des Gotteswortes vertrauen, daß es seine jugendlichen Träger fürs Leben sich vermähle.
Rabbiner Dr. Joseph BREUER : 'Jüdische Lebensweihe'(7)
Als Mensch Jissroél mit Thora im Derech Erez gegen den Zionismus
Rabbiner Dr. Joseph BREUER
(1882-1980)
Jüdische Lebensweihe" (7.Folge)
In schlichter Darstellung und zwangsloser Folgen möchte der Autor den Nachweis bringen, welche unschätzbare Bereicherung unsere jüdische Lebensanschauung durch Auswertung der in den Werken Rabbiner Hirschs זצ"לniedergelegten Fundamentalwahrheiten erfährt. Daß Geist und Seele einer heranwachsenden Jugend sich ihnen empfänglich erschließt und ersehnte Lebensnahrung in ihnen findet, hat langjährige Erfahrung mir stets neu gezeigt.
Nicht Gewöhnung, nicht pietätvolle Erinnerung soll die heranwachsende Jugend an ihre jüdische Lebensbestimmung binden. Es stünde traurig um unsere Zukunft, wenn jedes junge Geschlecht, statt mit freudigem Stolz die sturmerprobte Fahne der jüdischen Lebenswahrheit aufzugreifen, um in ihrem Zeichen die Palme des Lebenssieges sich zu erringen, mit geknicktem Willen und erloschenem Seelenfeuer, nur umweht von Vergißmeinnichtduft verklungener Kindheitstage, den überkommenen jüdischen Lebenspflichten schwächlichen Gehorsam zollte.
(Quelle: Nachalass Zwi 1930/1931 S.19-24 - war schon Teil unseres Studienprogramms Winter 5769, wird jeden Montag ein Abschnitt gebracht)
Rabbiner Dr. Joseph BREUER : 'Jüdische Lebensweihe'(6)
Als Mensch Jissroél mit Thora im Derech Erez gegen den Zionismus
Rabbiner Dr. Joseph BREUER
(1882-1980)
Jüdische Lebensweihe (6.Folge)
In schlichter Darstellung und zwangsloser Folgen möchte der Autor den Nachweis bringen, welche unschätzbare Bereicherung unsere jüdische Lebensanschauung durch Auswertung der in den Werken Rabbiner Hirschs זצ"לniedergelegten Fundamentalwahrheiten erfährt. Daß Geist und Seele einer heranwachsenden Jugend sich ihnen empfänglich erschließt und ersehnte Lebensnahrung in ihnen findet, hat langjährige Erfahrung mir stets neu gezeigt.
Welchen Weg nimmt eine gesunde jüdische Lebensentwicklung? Wer so glücklich ist, Eltern zu besitzen, die sich ihrer jüdischen Lebensaufgabe bewußt sind, sieht sich von frühester Kindheit mit beiden Füssen in das jüdische Leben hineingestellt: er erlebt zumeist Judentum, er wird nicht lange gefragt, mit gebieterischem Ernst heißen göttliche Forderungen seinen Gehorsam. Mit erwachendem Bewußtsein wird das warum, das wozu auf kindlichen Lippen sich regen. Eltern werden solche Fragen freudig begrüßen, werden in ihnen Zeichen nachdenklicher Besinnlichkeit erblicken, und wo sie sich nicht von selber einstellen, werden sie ihr Bestes daransetzen, sie bei jeder Gelegenheit zu wecken. Denn so selbstverständlich es ist, daß das gesunde Kind allen Erscheinungen seiner Umwelt staunend und fragend gegenübersteht, so muß auch das jüdische Leben seine geistigen und seelischen Kräfte aufs tiefste bewegen.
(Quelle: Nachalass Zwi 1930/1931 S.19-24 - war schon Teil unseres Studienprogramms Winter 5769)
Rabbiner Dr. Joseph BREUER : 'Jüdische Lebensweihe'(5)
Als Mensch Jissroél mit Thora im Derech Erez gegen den Zionismus
Rabbiner Dr. Joseph BREUER
(1882-1980)
Jüdische Lebensweihe ( 5.Folge)
In schlichter Darstellung und zwangsloser Folgen möchte der Autor den Nachweis bringen, welche unschätzbare Bereicherung unsere jüdische Lebensanschauung durch Auswertung der in den Werken Rabbiner Hirschs זצ"לniedergelegten Fundamentalwahrheiten erfährt. Daß Geist und Seele einer heranwachsenden Jugend sich ihnen empfänglich erschließt und ersehnte Lebensnahrung in ihnen findet, hat langjährige Erfahrung mir stets neu gezeigt.
Der Abschnitt von Kaurach bildet einen bedeutsamen Teil unseres göttlichen Lebensbuches: von Anfang an hat der Gotteswille damit gerechnet, das jüdische Menschen auch den Mut finden werden, Gott und seinen Willen zu verleugnen und ihm den kecken Hohn vermessener Auflehnung entgegenzusetzen.
(Quelle: Nachalass Zwi 1930/1931 S.19-24 - war Teil unseres Studienprogramms Winter 5769)
Rabbiner Dr. Joseph BREUER : 'Jüdische Lebensweihe'(4)
Als Mensch Jissroél mit Thora im Derech Erez gegen den Zionismus
Rabbiner Dr. Joseph BREUER
(1882-1980)
Jüdische Lebensweihe ( 4.Folge)
In schlichter Darstellung und zwangsloser Folgen möchte der Autor den Nachweis bringen, welche unschätzbare Bereicherung unsere jüdische Lebensanschauung durch Auswertung der in den Werken Rabbiner Hirschs זצ"לniedergelegten Fundamentalwahrheiten erfährt. Daß Geist und Seele einer heranwachsenden Jugend sich ihnen empfänglich erschließt und ersehnte Lebensnahrung in ihnen findet, hat langjährige Erfahrung mir stets neu gezeigt.
Der Weg zum Sinai erschließt sich dem denkenden Juden nicht mit mathematischer Notwendigkeit. Denn dann wäre Judesein keine sittliche Aufgabe. Alle Sittlichkeit rechnet mit der Möglichkeit des Andersseins. Seitdem Gott den Menschen als Menschen in seiner Schöpfung hineingesetzt hat, hat Gott mit dieser Tatsache gerechnet.
(Quelle: Nachalass Zwi 1930/1931 S.19-24 - war schon Teil unseres Studienprogramms Winter 5769)
Rabbiner Dr. Joseph BREUER : 'Jüdische Lebensweihe'(3)
Als Mensch Jissroél mit Thora im Derech Erez gegen den Zionismus
Rabbiner Dr. Joseph BREUER
(1882-1980)
Jüdische Lebensweihe" (3.Folge)
In schlichter Darstellung und zwangsloser Folgen möchte der Autor den Nachweis bringen, welche unschätzbare Bereicherung unsere jüdische Lebensanschauung durch Auswertung der in den Werken Rabbiner Hirschs זצ"לniedergelegten Fundamentalwahrheiten erfährt. Daß Geist und Seele einer heranwachsenden Jugend sich ihnen empfänglich erschließt und ersehnte Lebensnahrung in ihnen findet, hat langjährige Erfahrung mir stets neu gezeigt.
Wenn an unserem Auge, das in die Geschichte unseres Volkes hineintaucht, der stolze Zug gefeierter Geistesfürsten vorüberzieht, die den jüdischen Namen verherrlicht und der jüdischen Lebensbestimmung ihre ganze Lebenskraft geweiht haben, dann laßt uns keinen Augenblick vergessen: keiner, der als bewußter Jude geboren, keiner, der den Weg zum Sinai sich nicht hat erkämpfen müssen, um schließlich in der innigen Aufnahme des göttlichen Lebenswillens und seiner restlosen Verwirklichung des Lebens einzige Erfüllung zu erblicken.
Rabbiner Dr. Joseph BREUER : 'Jüdische Lebensweihe'(2)
Als Mensch Jissroél mit Thora im Derech Erez gegen den Zionismus
Rabbiner Dr. Joseph BREUER
(1882-1980)
Jüdische Lebensweihe 2.Folge)
In schlichter Darstellung und zwangsloser Folgen möchte der Autor den Nachweis bringen, welche unschätzbare Bereicherung unsere jüdische Lebensanschauung durch Auswertung der in den Werken Rabbiner Hirschs זצ"לniedergelegten Fundamentalwahrheiten erfährt. Daß Geist und Seele einer heranwachsenden Jugend sich ihnen empfänglich erschließt und ersehnte Lebensnahrung in ihnen findet, hat langjährige Erfahrung mir stets neu gezeigt.
Wir alle, die eine jüdische Mutter geboren, sind mit unserer Geburt Juden und müssen doch alle erst Juden werden, d.h. wir müssen bewußter in unsere jüdische Lebensbestimmung hineinwachsen.
(Quelle: Nachalass Zwi 1930/1931 S.19-24 - Teil unseres Studienprogramms Winter 5769, wird jeden Sonntag ein Abschnitt gebracht)
Rabbiner Dr. Joseph BREUER Jüdische Lebensweihe (1.Folge)
Als Mensch Jissroél mit Thora im Derech Erez
gegen den Zionismus
Rabbiner
Dr. Joseph BREUER
(1882-1980)
Jüdische Lebensweihe
(1.Folge)
In schlichter Darstellung und
zwangsloser Folgen möchte der Autor den Nachweis bringen, welche unschätzbare
Bereicherung unsere jüdische Lebensanschauung durch Auswertung der in den
Werken Rabbiner Hirschs זצ"לniedergelegten
Fundamentalwahrheiten erfährt. Daß Geist und Seele einer heranwachsenden Jugend
sich ihnen empfänglich erschließt und ersehnte Lebensnahrung in ihnen findet,
hat langjährige Erfahrung mir stets neu gezeigt.
Auch dem
oberflächlichen Beobachter entgeht es nicht, welch ungewöhnliche Weihe über
jüdisches Leben ausgebreitet liegt und allen Momenten des Lebens das Gepräge
verleiht.
Und die
Entfremdeten, die im tollen Rausch der Stunde dies Leben von sich gewiesen
haben, wären sie der Besinnung zugänglich ach, die wenigsten sind es, wären
sie ehrlich mit sich selber, zögen sie es nicht zumeist vor, sich selber zu
belügen, sich so lange wie nur möglich im Zustand des Rausches und der
Selbsttäuschung zu erhalten, sie würden mit jähem Schrecken erkennen, wie
weihelos und inhaltlos das Leben ist, das sie ergriffen, wie erbärmlich oft die
Ziele, für die sie mit dem Einsatz ihres Lebens kämpfen.
Wie kommt es, daß
dem jüdischen Leben diese ungewöhnliche Weihe innenwohnt und ihm solange
bewahrt bleibt, als nicht gedankenlose Gewissenlosigkeit dieses Leben zu einem
Hohn auf jüdisches Leben verzerrt?
Weil jüdisches
Leben jeden Augenblick des Daseins unter einem höheren Gedanken begreift, weil
es ein höchstes Lebensziel, eine große, heilige Lebensaufgabe ist, dem jeder
Pulsschlag des Herzens, jede Regung der Seele, jeder Splitter der Habe vom
ersten bis zum letzten Atemzuge dient.
Das Leben jedoch,
das draußen sich abwickelt und jeden in seine Wirbel reißt, ist eben nur zu
sehr geeignet, die Weihe des jüdischen Lebens zu morden.
Und es ist nicht
allein das Fremde, unjüdische Leben, das uns mit seinen Einflüssen umdrängt. In
uns selber lauern die Feinde des jüdischen Lebens, gegen die sich zu wappnen
Selbsterhaltung gebieterisch fordert, so wir nicht Gefahr laufen wollen, unser
Köstlichstes schmählich zu verlieren: und es ist die Gedankenlosigkeit und die
Bequemlichkeit, die Schwäche und das Streben, es anderen gleich zu tun, die an dem
stolzen jüdischen Lebensraum nagen, oder gar die entsetzliche Gier und der
unstillbare Machthunger, unter deren Herrschaft der letzte Hauch jüdischer
Lebensweihe erstirbt!
Dazu darf es nicht
kommen! Jüdisches Leben nimmt den Kampf auf mit seinen grimmigen Feinden und
ruht nicht, bis es seine Bahn zu vollenden vermag. Deshalb ruft es uns in jedem
Augenblick auf, die Weihe unseres Lebens zu erneuern: aus der immer wieder
erneuten Lebensweihe fließen uns die Kräfte, den Kampf mit den Feinden des
jüdischen Lebens aufzunehmen und siegreich zu bestehen. Dann aber gilt es vor
allem das Fundament auf seiner Festigkeit zu prüfen, au dem unser jüdischer
Lebensbau sich erhebt.
Rabbiner Dr. Raphael BREUER: Das ostjüdische Rätsel (5.)
Rabbiner Dr. Raphael BREUER
(1881-1932)
Das ostjüdische Rätsel (5. Folge)
Zum Schluß noch einige Worte über den Artikel des Geh.-Justizrats Dr. Eugen Fuchs über die Jüdische Organisationen in Deutschland. Man wüsste nicht, was dieser Artikel in einem Hefte zu suchen hat, welches das ostjüdische Rätsel dem nichtjüdischen Deutschland löse möchte, wenn sich der Verfasser hierüber nicht zur Beginn seines Aufsatzes deutlich ausgesprochen hätte: Niemand hat an der Regelung der ostjüdischen Frage ein stärkeres Interesse alsdie deutsche Judenheit: und niemand ist daher berufener und befugter, an der Regelung dieser Frage, soweit sie von Deutschland abhängt, mitzuwirken als sie. Die deutsche Judenheit aber bildet wohl innerlich, nicht aber in ihrem äußeren politischen Auftreten und Wirken eine Einheit. In ihrem Namen können darum nur die großen jüdischen Organisationen handeln, und es ist somit für all jene, die der Ostjudenfrage Interesse entgegenbringen, wichtig, einen Überblick über die wichtigsten und bedeutenden jüdischen Organisationen Deutschlands zu haben. Nun folgt eine ziemlich vollständige Aufzählung der jüdischen Organisationen Deutschlands, und zwar werden sie in römisch I und II. gegliedert. Unter römisch I werden die Einzelverbände (Deutsch-israelitischer Gemeindebund, Zentralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, Freie Vereinigung für die Interessen des orthodoxen Judentums, Agudas Jisroel, Vereinigung für das liberale Judentum, Freie jüdische Vereinigung, Hilfsverein der deutschen Juden, Jüdische Vereinigung für Deutschland, Freie Organisation der Alliance Israélite Universelle, Grossloge für Deutschland) aufgezählt, unter römisch II paradiert in einsam stolzer Größe der Verband der deutschen Juden. Herr Justizrat Fuchs ist 2. Vorsitzenden des Zentralvereines deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens und Mitglied des Ausschusses des Verbandes der deutschen Juden. Man muß schon mit der Geschichte dieser Organisationen, insbesondere der letzteren, vertraut sein, um die vielsagende Placierung des Verbandes der deutschen Juden auf der Isolierschemel einer eigens für ihn geschaffene Rubrikrichtig zu würdigen. Man muss wissen, wie schmerzlich seit Jahr und Tag in den Kreisen des Herrn Justizrats Fuchs das Fehlen einer staatlichen Gesamtorganisation der deutschen Juden empfunden wird, um diese charakteristische Klassifizierung der jüdischen Organisationen und noch manches Andere in dem Fuchschen Artikel zu verstehen. Denn wird da bei der Kennzeichnung der Einzelverbände gesagt, daß im Gegensatz zu den Evangelischen, die in Preußen ihre Landeskirchen und im Könige als summus episcopus eine gemeinsame Spitze haben, und zu den Katholiken, die sogar eine zwischenstaatliche Einheit bilden, die Judenschaft in den meisten deutschen Bundesstaaten in selbständige zusammenhanglose Gemeinden zersplittert ist, so wird die Feststellung dieser Tatsache nur auf den in die inneren Kämpfe der deutschen Judenheit eingeweihte Leser den Eindruck eines schmerzlichen Stossseufzers machen,der diesen Kämpfe fernstehenden jedoch wird an diesem Satz achtlos vorüberlesen. Der uneingeweihteLeser wird auch hier nicht wissen, welch ein Widerspruch darin liegt, wenn vom Deutsch-israelitischen Gemeindebundauf der einen Seite gesagt wird, daß die Behandlung religiöser Fragen von seiner Kompetenz ausgeschlossen ist, daß er aber auf der anderen Seite gleichwohl u.a. die Förderung der Erziehungsangelegenheiten der jüdischen Gemeinden Deutschlands bezweckt, als ob im Sinne des überlieferten Judentumsdie Gründung israelitischer Fürsorgeerziehungsanstalten, wie sie vom Gemeindebund für Knaben in Repzin und für Mädchen in Köpenick behandelt werden, nicht eine eminent religiöse Angelegenheit ist. Der uneingeweihte Leser wird ferner nicht wissen, daß der Satz, worin Herr Justizrat Fuchs von der Freien Vereinigung für die Interessen des orthodoxen Judentums behauptet, die Mitgliederzahl der Vereinigung ist nicht bekannt, wohl aber auf unter 10 000 vertretene Einzelpersonen zu schätzen, erst dadurch richtig kommentiert und illustriert werden kann, wenn man sich erinnert, wie vor Jahren einmal der Verband der deutschen Juden einer deutschen Staatsregierung das orthodoxe Judentum in Deutschland als eine abgesplitterte Sekte zu ignorieren empfahl und mit dieser Empfehlung zweifellos Glück gehabt hätte, wenn sichs die Orthodoxie hätte gefallen lassen und nicht energisch verkündet und nachgewiesen hätte, daß nicht sie, sondern Herr Fuchs und seine Gesinnungsgenossen als eine von der jüdischen Religion abgesplitterten Sekte zu begreifen seien. Der uneingeweihte Leser wird schließlich nicht wissen, daß der andere Satz in dem Artikel des Herrn Justizrats Fuchs: In dem Verband der deutschen Juden ist die Zentralorganisation geschaffen, die die verschiedenen jüdischen Organisationen zu gemeinsamer Tätigkeit vereinigt von der Wahrheit ebenso entfernt ist, wie die bereits zitierte Meinung des Verfassers, daß die deutsche Judenheit innerlich eine Einheit bilde. Das alles ist nicht wahr, so wenig wahr, daß wir dem Verlag der Süddeutschen Monatshefte dringend empfohlen hätten, ihren Lesen erst das westjüdische Rätsel zu lösen, bevor sie an das ostjüdische sich heranwagte. Denn nicht bloß jenseits, sondern auch diesseits der deutschen Ostgrenze gibt es so etwas, wovon unsere christlichen Mitbürger keine Ahnung haben.
Rabbiner Dr. Raphael BREUER: Das ostjüdische Rätsel (4.)
Rabbiner Dr. Raphael BREUER
(1881-1932)
Das ostjüdische Rätsel (4. Folge)
In dem lesenswerten Aufsatz, in welchen Franz Oppenheimer nationale Autonomie für die Ostjuden fordert, interessiert uns hier vornehmlich die Stelle, die einen geringschätzenden Seitenblick auf das orthodoxe Judentum in Westeuropa wirft. Oppenheimer sucht nachzuweisen, daß die Juden wohl in Polen als eine besondere Nation anzusehen sind, nicht aber in Westeuropa. In allen Ländern Westeuropas, auch in Westösterreich, leben die Juden als winzige Minderheit, sprechen die Sprache des Landes, unterliegen den Einflüssen seiner besondern Kultur, haben die Tracht, die gesellschaftlichen Gewohnheiten, die Sitten und Anschauungen ihrer christlichen Umgebung angenommen. Mögen sie auch in einzelnen Fällen die immer seltener werden noch der allerstrengsten religiösen Observanz angehören; und mögen sie zum Teil berechtigter Auflehnung gegen den Druck, der auf sie lastet, ihre nationale Eigenart mit so großem Nachdruck betonen: sie sind dennoch zum großen Teil völlig, zum kleinen Teil viel weiter und tiefgreifender assimiliert als sie es sich selbst und anderen gestehen wollen. Was sie zusammenhält ist in der Tatkaum mehr als das Band der Religion Die orthodoxen Juden werden in Westeuropa immer seltener. Schade daß es keine Statistik des religiösen Lebens gibt, vielleicht würden wir staunen, wie mächtig das orthodoxe Judentum auch in solchen Seelen fortwirkt, die sich gewaltsam von ihm losgerissen haben.Denn darüber müssen wir uns klar sein und sollte sich auch ein so guter Kopf wie Franz Oppenheimer klar sein, daß die Aufstellung von Kategorien auf dem Gebiete der religiösen Treue zumindest ein sehr gewagtes Unternehmen ist. Juden von strenger strengster allerstrengster Observanz? Was sollen wir mit dieser Staffelung anfangen? Immerhin steht es fest, daß das jüdische Religionsgesetz, welches sehr wohl nach bestimmten Normen die Grenzen der jüdischen Bekenntnisgemeinschaft absteckt, nur eine Minderheit der westeuropäischen Juden als Juden in seinem Sinne anerkennen würde. Dann muß aber doch von jedem ernsthaften Forscher gründlich erwogen werden, ob es dem historischen Wesen dieser Bekenntnisgemeinschaft entspricht, just die Religion, von der sich die Majorität der westeuropäischen Juden losgesagt hat, als das einzig verbindende Moment in dieser Judenheit zu erklären. Wie nun, wenn die Entwicklung weitergeht und die heute schon seltenen Exemplare der Juden strenger Observanz einmal, was ja nach Oppenheimer durchaus möglich ist, völlig aussterben werden? Was wird diese Eiszeit des westeuropäischen Juden noch zusammenhalten? Das liberale Judentum? Die Orgel? Der Damenchor? Die Richtlinien? Liegt es nicht in der Tendenz des liberalen Judentums, die Judenheit auch als religiöse Gemeinschaft zu zersetzen und allmählich aufzulösen? Steht es fest, und wer möchte es leugnen, daß auch die westeuropäischen Juden soweit sie sich als Juden fühlen, ihre Gemeinschaft als eine weit über leere Kirchenzeremonien hinausgehende empfinden, ist es letzthin doch eine besondere Art des Denkens, Fühlens und Wollens, die auch in Westeuropa das Judesein ausmacht und ist es darum auch einfach falsch, wenn Oppenheimer sagt, daß die Mehrheit aller europäischen Juden neben der Tracht und den gesellschaftlichen Gewohnheiten ihrer christlichen Umgebung auch deren Sitten und Anschauungen angenommen haben denn was bleibt denn um des Himmels willen von einer religiösen Gemeinschaft übrig, wenn sie nicht einmal eine besondere Art der Sitten und Anschauungen verbürgt -dann müssen Männer wie Oppenheimer von ihrem Standpunkte, der ein allmähliches Verschwinden der überlieferten Religion voraussetzt, sich doch etwas ernsthafter mit der zionistischen Theorie auseinandersetzen, die auch für Westeuropa eine Gemeinschaft der Juden nur auf dem Boden des Nationalismus für möglich und erklärlich hält.
Nicht viel Neues erfährt man aus dem Aufsatz Nachum Goldmanns zur Psychologie der Ostjuden. Ein interessanter Widerspruch ist uns darin aufgefallen. Da heißt es am Anfang: Woher sollte man in Deutschland bis jetzt die Möglichkeit haben, den Ostjuden zu verstehen? Die geistig-seelische Welt, in der er lebt, ist von der europäischen abgrundtief verschieden; seine Tradition, seine Lebensformen, die tiefsten Wurzeln seiner Wesensart stammen aus Sphären, die mit dem europäischen Kulturkreis nur wenig Gemeinschaft haben. Es ist das derselbe Nachum Goldmann, der in seiner Broschüre von der weltkulturellen Bedeutung und Aufgabe des Judentums die Theorie verficht: Die Grundlage unserer heutigen Kultur ist viel weniger das antike Griechentum als das alte Judentum. Man macht oft ganz niedliche Entdeckungen, wenn man unseren philosophischen und kulturhistorischen Journalisten etwas genauer auf die Finger sieht. Irgend ein oberflächliche Eindruck verdichtet sich da gar leicht und bald zu einem festen Axiom. Dieses ständige Operieren mit halben Wahrheiten, dieses unbedenkliche Aufeinandertürmen von gewagten Hypothesen, dieses behagliche Nachsprechen von Gemeinplätzen und Schlagwörter ist harmlos, solange der Zweck der Übung in der Unterhaltung des Lesers sich erschöpft, es kann sich aber zu einer Gefahr auswachsen, wenn daraus Stimmungen entstehen, die für dieganze Zukunft eines Volkes entscheidend sein können. Welcher Segen kann unseren ostjüdischen Glaubensgenossen daraus erwachsen, wenn unsere nichtjüdischen Mitbürger in Deutschland über das Wesen des Ostjudentums von Autoren belehrt werden, die über die Beziehungen des alten Judentums zur heutigen Kultur zwei sich widersprechende Meinungen auf Lager haben?
Rabbiner Dr. Raphael BREUER Das ostjüdische Rätsel (3.)
Rabbiner Dr. Raphael BREUER
(1881-1932)
Das ostjüdische Rätsel (3. Folge)
Über den Chassidismus wird das Publikum der Süddeutschen Monatshefte durch Alexander Eliasberg orientiert. Ob es ihm gelungen ist, durch eineLebensskizze des Becht, durch Aufstellung von 7 Thesen der chassidischen Lehre, durch eine kurze Schilderung des Lebens und Treibens rings um den Chassidimrabbi sein Ziel zu erreichen? Wir bezweifeln sehr. Vom Chassidismus wissen auch die deutschen Juden nicht viel, obwohl sehr vielen von ihnen der Inhalt des Aufsatzes von Eliasberg nichts Neues ist. Die Meisten verbinden mit den Begriff des Chassidismus recht vage, angeflogene, phantastische Vorstellungen, die sich sicherlich preisgeben würden, falls sie Gelegenheit hätten, den Chassidismus auch innerlich zu erleben und ihn nicht bloß äußerlich zu verstehen sich bescheideten. Wenn so viel Lüge ist in der Welt, so haben daran nicht zuletzt die schnell fertigen Urteile schuld, die in der Welt umherflattern und Jedermann in den Stand setzen, über alles und noch einiges mehr seine wirklich ganz unmaßgebliche Meinung kundzugeben. Das Streben nach Popularisierung des Wissens hat viel Unheil gestiftet. Wer nur von den fertigen Resultaten irgend eines Wissenszweiges erfährt, läuft Gefahr, den dornenvollen Weg zu unterschätzen, der zu diesen Resultaten führt und sich überhaupt von den Wert und der Tragweite dieser Resultate ein ganz falsches Bild zu machen. Was von der Revolution gilt, das gilt auch von der Wissenschaft. Die Religion darf niemals zu ihren Bekennern hinuntersteigen, wenn sie die Zügel in der Hand behalten will, es müssen umgekehrt ihre Bekenner an ihr sich emporranken, ihr sich annähern, assimilieren, um schließlich eins mit ihr zu werden. Das müßte auch bei der Wissenschaft so sein. Auch sie sollte warten dürfen, bis wir uns ihr näher bringen, bis wir den Weg zu ihr finden, und nicht immer verpflichtet sein , zu den Niederungen unserer Alltagserkenntnisse und Bedürfnisse herabzusteigen, auch sie sollte ein esoterisches Heiligtum bleiben, statt, popularisiert und verflacht, allmählich eine esoterische Banalität zu werden. Was bleibt vom Chassidismus übrig, wenn ein wohlmeinender Vermittler zwischen Ost und West ihn so darstellen sich bemüht, daß wir ihn wirklich zu verstehen glauben? Statt sich zu sagen, es wird mir ewig fremd bleiben, so lange ich ihn nicht wirklich erlebe, so lange seine heiße Temperatur nicht auch in meinen Adern überströmt, sich einzubilden, aus literarischen Surrogaten ihn erkennen und verstehen zu können, ist schnöder Selbstbetrug.
Sehr instruktiv weiß Heinrich Loewe in Berlin über die jüdisch-deutsche Sprache der Ostjuden zu reden. Was uns aber von jeher an diesen Versuchen, dem nichtjüdischen Publikum die ostjüdische Mundart sympathischer zu machen dadurch, daß man nachweist, daß man im Mittelalter auch in außerjüdischen Kreisen so geredet hat, wie heute die Juden in Polen reden, problematisch, ja zwecklos erschien, das ist die unleugbare Tatsache, daß die Antipathie gegen die Sprache der Ostjuden nicht auf mangelhafter Einsicht in den historischen Ursprung des polnischen Jargons zurückzuführen ist. Diese Antipathie wäre nicht geringer, selbst wenn der Nachweis gelänge, dasz auch Goethe und Schiller Jargon gesprochen haben, weil die Verspottung des Jargons nicht auf ihn selbst, sondern lediglich auf seine Sprecher zielt. Das Jargon schlägt man, seine Sprecher meint man,und das wird nicht anders werden, auch wenn der lange Rock der polnischen Juden noch so modern in der Zeit der Meistersinger war und dawwenen von devorere und chappen von capere kommt. Volksinstinkte setzen sichnicht aus wissenschaftlichen Erkenntnissen zusammen. Zudem wird der Jargon von den heutigen Jargonsprechern nicht aus Pietät vor der Zeit der Meistersinger beibehalten. Dieser Jüdischdeutsch ist ein mächtiger Schutzwall für die Erhaltung des Judentums. Wir wissen sehr wohl, daß es heute eine große Jargonliteratur gibt, die an Feindseligkeit gegen Thora und Mizwoth gegen ihre westliche Schwesterliteratur nicht zurücksteht. Immerhin ist eine völlige Entfremdung der breiten jüdischen Volksmassen vom alten Judentum nicht zu befürchten, so lange sie Jargon sprechen. Die jüdischdeutsche Sprache der Ostjuden ist mit dem altjüdischen Leben der Ostjuden zu innig verwachsen, als daß ein Untergang des alten Judentums dort zu befürchten wäre, wo der Jargon den Zusammenhang der jungen mit der alten Generation wenigstens äußerlich aufrecht erhält. Solange sich Eltern und Kinder sprachlich verständigen können, wird der Riss zwischen ihnen niemals auf das Ganze gehen. Die letzten dünnen Fäden werden bleiben. Und so glauben wir im Jargon mit Recht eine Bremse zu erkennen, die den religiösen Niedergang vor dem Sturz in die Tiefe, aus der es kein Heraufkommen mehr gibt, zum Stehen bringt. Insofern nun die Eigenart des jüdischen Stammes im Jargon sichausprägt, insofern der Wille des jüdischen Volkes, seine religiösen Überlieferungen in allem Sturm und Drang der Zeiten als Protest des ewigen Geistes gegen den Wahn vergänglicher Menschen durchzutragen, in einer jüdischdeutschen Sprachen ungleich schärfer zum Ausdruck kommt, als wenn das Hebräische die Umgangssprache der polnischen Juden wäre, erscheint es durchaus erklärlich, wenn der Volksinstinkt im Jüdischdeutschen nicht bloß ein zufälliges Produkt des jüdischen Exils erkennt, sondern geradezu den Niederschlag des jüdischen Volksgeistes wittert und in ihm zugleich die Überheblichkeit des auserwählten Volkes verspottet. Ob freilich die Erzeugnisse der Jargon-Literatur den wahren jüdischen Vo1ksgeist, wie er sich unter dem Einfluß der Thora darstellt, immer getreu widerspiegeln erscheint uns doch sehr fraglich, wenn wir unbeirrt durch den Schwung der Phantasie und die Tiefe des Gemüts, Eigenschaften, die man den wertvollen Erscheinungen der jüdischdeutschen Poesie nicht absprechen darf, auf den Grund sehen. Das Gedicht Mein Jingele, das aus Morris Rosenfelds gesammelten Liedern in das Ostjudenheft hinübergenommen ward, ist gewiß sehr gemütvoll, sehr rührend, sehr tief empfunden. Es leidet aber doch wie alles, was uns von Rosenfeld bekannt ist, an einer, wie sollen wir sagen, Hypertrophie des Gefühls. Das wirkliche jüdische Gefühl ist gar nicht so wehleidig wie uns die Jargonpoesie glauben machen will. Nüchternheit, aufrechte Würde auch im tiefsten Schmerz, Standhaftigkeit des Denkens gegenüber dem Ansturm und Überschwang des Gefühls scheint uns ein wichtigeres Kennzeichen der jüdischen Seele, als ein schwelgerisches Sichverlieren in Thränen und Seufzern zu sein. In dieser Jargonpoesie steckt viel ungewollte Assimilation, sowohl was ihr Gühlen und Träumen, als auch was den Rhythmus ihres Singens und Sagens betrifft.
Rabbiner Dr. Raphael BREUER Das ostjüdische Rätsel (2.)
Rabbiner Dr. Raphael BREUER
(1881-1932)
Das ostjüdische Rätsel (2.Folge)
Sehen wir gleich den ersten Aufsatz: Die Bedeutung des Ostjuden für Deutschland von Adolf Friedemann. Wenn es da heißt: Die große Menge aber hat sich zu den Heiligtümern des altjüdischen Schrifttums geflüchtet, das neben den rein religiösen Abhandlungen die überlieferte Weisheit langer Reihen von Geschlechtern in sich schloß. So ist eine seltsame Kulturmischung entstanden. Das Gehirn des östlichen Juden beherbergt neben den philosophischen Traktaten des Maimonides, talmudisch-juristischen Fragen und religiösen Vorschriften ohne Zahl stets deutsche Kulturelemente, oft deutscher Klassiker, marxistische Gedanken, eklektisch aufgenommene Kulturbrocken aller Art. Diese aber vermittelt durch das Deutschtum glaubt da der Verfasser wirklich, seinen nichtjüdischen Lesern einen deutlichen Einblick in die Heiligtümer des altjüdischen Schrifttums und in das Gehirn des östlichen Juden verschafft zu haben? Was der Talmud den Ostjuden ist, wird kein Nichtjude jemals verstehen, wenn er nichts anderes erfährt, als was in diesem Aufsatze enthalten ist. Schon die Unterscheidungzwischen rein religiösen Abhandlungen und der überlieferten Weisheit langer Reihe von Geschlechtern gibt ein falsches Bild, denn in den Heiligtümern des altjüdischen Schrifttums ist alles rein religiös. Und was soll die Rubrizierung des jüdischen Gehirninhaltes in philosophische Traktate, talmudisch-juristische Fragen, religiöse Vorschriften usw.?Muss der Nichtjude nicht glauben, daß jeder Ostjude eine verschütte Bsomimbüchse ist? Daß seiner Geistesbildung die innere Einheitlichkeit fehlt? Daß jene Harmonie im Wissen, Denken, Fühlen, die aus dem Erdreiche aller wahren Bildung sprießt, auf altjüdischem Kulturboden niemals zu gewinnen ist? In dieser lächelnden, halb anklagenden, halb verzeihenden Bewertung des alten Talmudjudentums liegt viel Geringschätzung und Feindschaft, die nichts weniger als geeignet ist, nichtjüdische Kreise mit Respekt vor dem Talmud als Bildner und Erzieher zu erfüllen.
Auch der ostjüdische Rabbiner, den Lazar Abramson der nichtjüdischen Welt in dem genannten Hefte vorstellt, wird ihr nicht als das erscheinen, was er wirklich ist. Sie wird ihn für eine phantastische Mischung von Auskunftsbüro, Schlachthofkontrolleur, Rechtskonsulent und Dorfrichter halten, obwohl oder vielleicht gerade deshalb, weil sich der Verfasser alle Mühe gibt, die originellen Seiten des ostjüdischen Rabbiners scharf hervorzuheben. Wir finden, daß dieser Aufsatz vornehmlich und deutschen Juden mancherlei Beachtliches sagt. So, wenn es da u.a. heißt: Row kann man nur nach langem, außerordentlich schwerem Studium werden. Staatlich anerkannte Rabbinerseminare, wie etwa in Deutschland, gibt es in Russland nicht. Die aus privaten jüdischen Mitteln unterhaltenen Lehrstätten der talmudischen Wissenschaften, Jeschiwos, sind auch keine Seminare oder Hochschulen im europäischen Sinne und haben gar nicht den Zweck, Rabbiner auszubilden. Was die Jeschiwo von jeder anderen Schule unterscheidet, ist daß es an ihr überhaupt keinen Begriff des Absolvierens gibt. Ebenso wie es nach der herrschenden Tendenz keinen Abschluß der Thora- und Talmudforschung gibt, so gibt es auch keinen Abschluß des Studiums an der Jeschiwo; die einschlägige Literatur nimmt niemals ein Ende, denn nach einem Ausspruch des Talmuds ist das gesamte Schaffen eines jeden echten Gelehrten als eine göttliche Offenbarung zu betrachten. Das sind sehr beachtenswerte Sätze. Nicht zuletzt für uns deutsche Juden. Das Studium an den Rabbinerseminaren ist weder lang noch außerordentlich schwer. An ihnen werden Rabbiner ausgebildet. Der Wert dieser Ausbildung erhellt uns aus der Tatsache, daß seit Jahr und Tag, sooft in einer größeren Gemeinde die Stelle eines Rabbiners zu besetzen war, die Rabbinerseminaristen fast regelmäßig übergangen und ostjüdischen Kandidaten bevorzugt wurden. In ganz Deutschland gibt es nur eine Rabbinerbildungsanstalt, die nicht als Rabbinerseminar auftritt, sondern nach dem Vorbild der ostjüdischen Jeschiwos organisiert ist: die Thora-Lehranstalt (Jeshiba), in Frankfurt a.M. Fragt man nach den Gründen, wie es kommt, daß wir uns in Deutschland in der Art und Weise der Rabbinerausbildung vom Osten wesentlich unterscheiden, so wird man über die tiefgreifenden Einflüsse der politischen Lage des Westjudentums auf die seelische Verfassung der Westjuden nicht hinwegkommen. Ich hatte neulich mit einem intelligenten Ostjuden ein Gespräch über dieses Thema. Er fragte mich, seit wann die deutschen Rabbiner im Gegensatz zu den östlichen sich vornehmlich als Redner betätigen müssen. Ich sagte, hier sei vor allem eine Wandlung des Geschmackes zu berücksichtigen, die ihrerseits wieder auf eine Veränderung unserer politischen Lage zurück zuführen sei. Der Rabbiner kann hier nicht so reden, wie er im Osten redet. Und er muss of reden, weil das, was er redet, vielfach die einzige Thora ist, die seine Zuhörer hören. Zu eigenem tiefer eindringendem Studium fehlen den deutschen Juden Zeit und Laune. Sie wollen daher, wenn sie in die Synagoge gehen, nicht bloß beten, sondern auch hören, nicht bloß andächtig sein, sondern auch geistig angeregt werden. Und sie wollen aus einer Predigt immer so etwas wie den Extrakt des Judentums, eine ganze Weltanschauung mit nachhause nehmen. Die deutschen Juden streben alle nach einer Weltanschauung. Die Ostjuden kennen so etwas gar nicht. Ihre höchste geistige Anregung besteht in der Befriedigungüber eine gute biblische oder talmudische Textinterpretation, jeder Gedanken auch der höchste und tiefste erscheint ihnen schal und reizlos, wenn er sie nicht als Pschat verkleidet. Der deutsche Jude dagegen ist froh, wenn er den einfachen Wortsinn einer Bibel- oder Talmudstelle versteht, aus ihr Perlen des Scharfsinns umständlich herauszuholen, das entspricht weder seinem auf Bequemlichkeit und Vereinfachung gerichteten kaufmännischen Sinn, noch seinem an außerjüdischen Kunst und Wissenschaft gebildeten Geschmack. Über einen deutschen Prediger mit seiner Salbung und seinen Pathos, mit seinen schmalzigen Tiraden und gekünstelten Sentimentalitäten lächelt der Ostjude, wenn er sich unbeobachtet weiß und nicht in Gegenwart anderer durch Unkenntnis des deutschen Wesens einen Bildungsmanko zu verraten fürchtet. Das konnte man so recht vor vier Jahren (ist es wirklich schon so lang) in Kattowitz bei der konstituierenden Versammlung der Agudas Jisroel gewahren. Die deutschen Herren sprachen damals wirklich gut. Doch gezündet haben sie nicht. Der Beifall, den ihre warmen Worte fanden, war konventionell. Es wäre auch grausam gewesen, sie nach einer vielstündigen Reise, nach soviel Strapazen und Geldopfern unapplaudiert nach Hause zu schicken. Wirklich aus dem Herzen kam der Beifall nicht. Erst als ein ostjüdische Redner das Wort ergriff, hörte man im Publikum das charakteristische Wort: Der redet wenigstens Wörter. Wörter, die sie verstanden und die ihnen wie Heimatglocken klangen. Hüten wir uns, den Milieugegensatz zwischen Ost und West zu unterschätzen. Der ist so groß, daß der Rabbiner noch geboren werden müsste, der dem Westen und Osten gleich warm und innig aus dem Herzen redet. Wie lief denn die Bekanntschaft der Hirsch und Hildesheimer mit dem Osten ab? Sie fühlten sich in Frankfurt und Berlin heimischer als in Nikolsburg und Eisenstadt.
Rabbiner Dr. Raphael BREUER Das ostjüdische Rätsel (1.)
Rabbiner Dr. Raphael BREUER
(1881-1932)
Das ostjüdische Rätsel (1.Folge)
Nichtjüdischen Kreisen einen klaren Begriff vom Judentum zu verschaffen, ist eine so dankenswerte aber auch so schwierige Aufgabe, daß nur Jemand, der wirklich beides, die Seele des Nichtjuden und das Wesen des Judentums, gründlich kennt und über die nötige Darstellungskraft verfügt, um das jüdische Wesen in die nichtjüdische Seele hineinzuprojizieren, an der Lösung dieser Aufgabe sich versuchen sollte. Stehen sich ja auch sonst einander nahe Menschen in vielen Dinge wie Fremde gegenüber. Auf der ganzen Erde gibt es keine zwei Menschen, die sich gegenseitig restlos verstehen. Auch unseren intimsten Freunden gegenüber halten wir immer etwas zurück. Nicht einmal Ehegenossen schauen sich einander ganz auf den Grund. Wie viele, die ein ganzes Menschenalter miteinander verbunden waren, entdecken plötzlich, sie wissen selbst nicht wie, in der Seele des andern eine geheime Furche, die ihnen jahrzehntelang verschleiert war: überrascht, erschreckt schauen sie einander an, und es ist ihnen als ob sie erst jetzt Bekanntschaft schlößen. Dem deutschen Christen ist selbst der deutsche Jude unbekannt. Was sollte er vom polnischen Juden wissen?
Wir deutschen Juden bilden uns ein, daß unser Wesen, die Art unseres Denkens und Fühlens, unsere Mentalität unseren nichtjüdischen Mitbürgern kein Geheimnis sei. Gewiss sind wir in unserer Assimilation weiter vorgeschritten als die Vertreter des jüdischen Nationalismus es wahr haben wollen. Es hieße aber doch der Einfluß der Religion auf die Mentalität unterschätzen, wollte man aus der Tatsache, daß bei der Mehrheit der deutschen Juden der Wille zur völligen Untertauchen in die nichtjüdischen Umwelt besteht, die Assimilation als ein abgeschlossenes Faktum folgern. So leicht lässt sich die Religion nicht todtschlagen. Wäre es nicht gerade die jüdische Religion selbst, die uns deutschen Juden zur Pflicht macht, gute Deutsche zu sein, wären Thora und Deutschtum unversöhnliche Gegensätze, so reichte der Wille zum Deutschtum noch lange nicht aus, um die Konkurrenz der Thora auszuschalten. Was wissen aber unsere nichtjüdischen Mitbürger von der Thora? Was können sie von ihr wissen? Der jüdische Gottesdienst ist ihnen ein Rätsel. Das Anlegen des Tallis, das Umwinden der Tefillin, das Aufrufen zur Thora, das Leienen, das Duchenen, wo ist der Künstler, der der nichtjüdischen Kreisen das Rätsel klären könnte, warum im Judentum Geborene und Erzogene mit diesen seltsamen Formen gar oft einer stillseligen Rührung und schämigen Ergriffenheit sich nicht erwehren können? Wenn wir in der Zeit vor Pessach jedes Krümchen Chomez aus den letzten Winkeln unserer Häusern bannen, wenn wir bei nur einmaligen Vergessen des Omerzählens ein fast physisches Unbehagen empfinden, wenn wir in der Schewuoth-Nacht die abgelegensten Mischnajoth mit einer Andacht rezitieren, als ob wir wirklich jeder Einzelne unter uns auch nur dem bloßen Wortsinn nach verstände, was dieser Auszug aus der mündlichen Lehre enthält, wenn wir in den drei Wochen das Haarschneiden unterlassen und am Rausch-Haschonoh den Klängen des Schofars wie einer heiligen Offenbarung lauschen, die unvergleichliche Würde des Versöhnungstages, die besonderen Stimmungen des Suckothfestes, Chanuckah-Licht und Purimrolle : glaubt man wirklich, daß es je gelingen könnte, nichtjüdischen Kreisen einen mehr als oberflächlichen Einblick in unsere durch Religion und Tradition, durch tausendjährigen Brauch und tiefgewurzelte Sitte so unendlich originell geformte Psyche zu verschaffen?
Der naheliegende Einwand, daß wir deutschen Juden auch die Seele des deutschen Christen nicht restlos verstehen und deshalb die Fremdheit des Christen unserem religiösen Erbgut und den Einflüssen desselben auf unsere Mentalität gegenüber nichts weiter erstaunliches sei, ist ebenso naheliegend wie unhaltbar. Über den Unterschied zwischen christlicher und jüdischer Frömmigkeit kommt kein ehrlicher Denker und Psychologe hinaus. Der fromme Christ kann um gleich auf das hier Entscheidende einzugehen Christentum und Judentum ohne Zwang vermählen, auch wenn er sich des Christentums als einer überragenden Lebensmacht bewußt ist.Denn so fromm er auch sein mag, so ist er doch innerlich froh, daß der Anspruch der Religion auf Alleinherrschaftim Leben des Einzelnen und des Staates zugunsten des Weltlichen, des Staatlichen, des Nationalen um Laufeder Zeiten sich bescheiden mußte. Wenn wir Juden darum auch die intimsten Emotionen und letzten Motivationen des christlichen Abendmahls, der Weihnachtsfeier usw. auch niemals restlos verstehen werden, so kann doch der deutsche Christ nicht deshalb als ein verschlossenes Buch vorkommen, weil uns seine Religion fremd ist, denn diese Religion verzehrt sein Innenleben nicht ganz, das deutschen Christen und deutschen Juden Gemeinsame tritt uns aus der Seele des Christen nicht als etwas mit Anderem Ausgeglichenes, nicht als Mischprodukt, sondern als Original entgegen. Auch in seiner Konfessionsschule lernt der Christ seine Konfession nur als eine Macht neben anderen Mächten kennen. In der jüdischen Konfessionsschule wird die Konfession auf den Thron der Alleinherrschaft erhoben, die jede andere Macht in tributpflichtige Abhängigkeit jocht, vorausgesetzt, daß es der Schule möglich ist, sich nach Maßgabe der pädagogischen Normen ihrer Konfession zu organisieren.
Für den deutschen Christen ist es so schwer, die Seele des deutschen Juden zu ergründen, daß man wirklich neugierig sein kann, wie die bisherige Versuche, dem deutschen Christen die Seele des polnischen Juden dem ostjüdischen Wesen wie einem Rätsel gegenüber.
Für die einen sind die Ostjuden von Natur aus Engel, die durch die russische Unterdrückung einige unerfreuliche Eigenschaften angenommen haben und nur in die richtigen Verhältnisse gebracht werden müssen, um so zu strahlen, daß alle Nichtjuden in ihrem Glanze herumlaufen können; für andere sind sie ein Gegenstand des Abscheus, den man sich möglichst weit vom Leibe halten muss Wer aber unbefangen an das Studium der Ostjuden herantritt, dem tut sich eine Welt auf, so eigenartig und seltsam, wie keine in Europa und wenige in anderen Erdteilen. Wir hatten keine Ahnung, daß es dicht vor unserer Tür so etwas gibt
In diesen Einführungsworte, mit welchen die Redaktion der Süddeutschen Monatshefte ihr bekanntes Ostjudenheft herausgab, kommt das ganze naive Erstaunen der dem ostjüdischen Rätsel gänzlich fernstehenden Kreise zum klaren Ausdruck. Bisher verstand man die Ostjuden bloß nicht, man kannte sie nicht einmal. Man hatte keine Ahnung, daß es dicht vor unserer Tür so etwas gibt Es ist aber freilich nicht so leicht, dieses so etwas, dieses bunte Gemisch von heimelig anziehendem und schroff abstoßendem richtig zu verstehen, und man kann nicht gerade behaupten, daß es dem genannten Ostjuden-Heft durchweg gelungen sei, die Erwartungen, mit welchen man an seine Lektüre herantritt, zu erfüllen. Ja, es ist noch sehr die Frage, ob dieses Heft von der richtigen Seite aus die Lösung des ostjüdischen Rätsels versuchte, ob es die richtigen Männer waren, die der nichtjüdischen Welt das Ostjudentum zu erschließen sich unterfingen, und ob der Schaden, der aus den Unzulänglichkeiten des Heftes erwachsen kann, den Nutzen, den das Zugängliche in ihm vielleicht stiften könnte, nicht überwiegt.
Fear of wisdom is one of the notable characteristics of the Palestinian Solidarity Movement. I often find myself flabbergasted by the indignation solidarity enthusiasts direct against creative minds, scholars, thinkers and wisdom in general. But the solidarity movement is consistent, coherent and determined on at least one front- it is united in its battle against anti-Semitism. Not surprising, given that the movement has long been dominated by Jewish progressive organisations and funded by liberal Zionists such as George Soros and his Open Society Institute.
As many of us learn to accept that the solidarity movement has been largely reduced into a controlled opposition apparatus, it is reassuring to find out that Palestinians in general and Hamas in particular are more determined than ever to fight Israel and bring their on going plight to an end. In fact, the Palestinians are not alone. More and more solidarity supporters are awakening to the covert transformation in the movement. Increasingly, voices of dissent grasp that the solidarity discourse has taken an unfortunate turn. They detect the problematic Judeo-centrism embedded in Jewish progressive politics. In fact, especially since the Israeli elections, many of us have noticed that while Benjamin Netanyahu and his allies speak openly about the reality of the Jewish state, our imaginary friends at Mondoweiss, JVP and the PSC still prohibit any attempt to discuss the Jewish culture that drives the Jewish state. I hope that one day this clan of peace advocates will come to their senses, but I wont hold my breath.
For a while I have been arguing that unlike the duplicitous Jewish progressive discourse, it is Jewish orthodoxys opposition to Zionism that presents the only Jewish principled, ethical collective stand against Zionism and Israeli evil.
A week ago I met the inspiring Rabbi Yaakov Shapiro in a kosher deli in Manhattan. The meeting was arranged by my dear friend and New York radio host Tom Kiely who joined us. (Please note that a kosher restaurant wasnt my choice. For almost 20 years Ive been keeping a very strict diet I basically, eat everything except kosher. This time I had to compromise on Brooklyn pickled cucumbers, and Israeli style instant humus. For the sake of peace, I was willing to compromise my most precious culinary rules.
I was thrilled to find out that Rabbi Shapiro was familiar with my thoughts. He has read The Wandering Who. He was fully aware of my criticism of Jewishness. Our thoughts on the situation were pretty much in line. His scholarship was thorough and sincere, his arguments astute and his terminology transparent. This combination is rarely encountered within the institutional solidarity discourse.
Rabbi Shapiro is not happy with Zionism and not just because of the crimes that are committed in his name by those who call themselves Jews. He rightly sees himself and his community as victims of identity theft. At a certain stage in recent Jewish history, a group of people (secular assimilated Jews) rebranded themselves as the Jews at the expense of those who have been Jews and recognised as such throughout their long history (Torah Jews).
Rabbi Shapiro is an opponent of Zionism. But unlike the banal Diaspora Jewish left that as Jews condemn Netanyahu or Israeli policy while overlooking the fact that such disapproval actually affirms Israels legitimacy as the Jewish State[1], Rabbi Shapiro protests against Israels self-proclaimed mandate to represent the Jews. Instead of falling into the usual secular Jewish ethno-centric exceptionalist trap that is symptomatic to Zionists as well as their so-called anti, Rabbi Shapiro defines himself as an American citizen who follows the Jewish faith. He doesnt claim any privilege when it comes to Israel or any other state. Quite the opposite, he claims no special privileges whatsoever. He opposes Israel not just because it has been plundering Palestine for decades but also because it has robbed the Jews of their true historic home, the Torah.
I pointed out to Rabbi Shapiro that Zionism wasnt alone. At about the same time that Zionism was trying to uproot the Jew; the Bolsheviks were making final plans to transform the Russian people into a socialist collective and in Turkey, the Ottoman Empire was taken over by a new ideology determined to uproot its culture and heritage in the cause of secularist, nationalist westernisation. As Zionism became more popular amongst Jews in Europe and the West, The Frankfurt School was forging its post Marxist global uprooting doctrine and Wilhelm Reich decided that a sexual revolution could save the working class from their mass reactionary conservatism.
By the end of the millennium not much was left of the Western Athenian heritage. Suppressed and abused by the tyranny of political correctness policed by identity politics merchants, the Western citizen was reduced into a voiceless subservient consumer. Bolshevism, The Frankfurt School and Wilhelm Reich are considered by a growing number of scholars as ideologies associated with Jewish secular thoughts. Interestingly, a growing numbers of Turkish Scholars are now convinced that the Young Turks and even Kamal Ataturk, were in fact Jewish converts and followers of the false Jewish messiah Rabbi Sabbatai Zevi. Rabbi Shapiro wasnt surprised by my thoughts. He was fully aware of the history and philosophy I expressed. He wasnt annoyed by my suggestion that the Zionist assault on Torah followers was just one symptom of a far greater Jewish secular ideological transformation. A true scholar, Rabbi Shapiro referred me to some academic comparative studies of the Turkish revolution and the birth of Zionism. My take home message was clear-unlike the Jewish left that is determined to divert any attention from Jewishness, my new favourite fearless Rabbi is thrilled by the topic and is willing to engage in any attempt to review Jewish culture, ideology and history.
Unlike the Zionist and anti who seem devastated by me turning my back on the Jews and Judaism, Rabbi Shapiro didnt show any remorse from my drift away. For him, Judaism is a God oriented affair. The Torah and the bond it requires with God are demanding tasks. If you are not willing to believe in The Shem and take on all the commitments involved, dont be bothered - set yourself free. And in practice, the freest Jew, the one brave enough to look in the mirror, to reflect and criticise, is apparently the most pious one-an orthodox Rabbi. I am relieved, but somehow I knew it all along.
[1] If X is entitled to criticize the Jewish state only because X is Jewish, then Xs criticism itself affirms Israel as the Jewish State.
Wednesday May 6th 7:30 pm Theatre 80 80 St. Marks Place, New York, NY
Two prominent thinkers, the ultra orthodox Rabbi Yaakov Shapiro, and philosopher, Jazz artist and ex-Jew Gilad Atzmon, meet to discuss hard questions about Judaism, Jewish politics and the meaning of Jewishness. This unique gathering, the first of its kind, promises to help you unravel the tangled web of secular Jewish politics, right and left.
After the discussion there will be a live Jazz jam session featuring some of New York Citys preeminent musical artists.
Rabbiner Dr. GUGENHEIMER Auszüge aus seinem Deutscher Kommentar zur Hagadah schel Pesach (5)
Rabbiner Dr. R.GUGENHEIMER
Auszüge aus seinem Deutscher Kommentar zur Hagadah
schel Pesach (5)
מעדה ברבי אליעזר Zum
Preise und zum Lobe Gottes und seiner Taten in Ägypten versammelten sich auch
fünf der größten Männer Jissroéls.
Während in Ägypten die Priester den Gelehrtenstand bildeten, war in
Jissroél der Gelehrtenstand jedem offen, nicht nur dem als Letzten angeführten,
einer geachteten Priesterfamilie entstammenden R. Tarfon, sondern auch dem
Schmiede R. Elieser, dem Kohlenbrenner oder Nabelschmiede R. Josua, dem reichen
R. Eleasar ben Asarja, der das Gelöbnis der Armut nicht abgelegt und worin
sich der Gegensatz zu dem ägyptischen Fremdenhasse und zu dem die Hirten von
der Teilnahme am Unterricht vollständig ausschließenden Kastengeiste der
Ägypter zeigt dem Sohne eines zum Judentum übergetretenen Heiden, dem
früheren Hirten R. Akiba.
Diese Männer lebten nicht still und zurückgezogen in ihrer Klause,
vielmehr, um für ihr Volk bei der römischen Regierung einzutreten, sollen sie
eine Seereise unternommen haben und am Rüsttage des Pessachfestes gelandet
sein, weshalb sie an diesem Tage fern von der Heimat waren. Nicht Weltflucht
war ihre Devise und auch nicht jene heuchelnde Demut, mit der die ägyptischen Oberpriester die angeblichen
Tugenden des Königs bei dessen täglichen Opfern rühmte. Sie erzählten nicht von
der Größe eines irdischen Königs, sie erzählten von der Größe des Königs der
Könige, umschwebt, מסובין von
den Seraphimglühender Andacht, בבני ברק versenkten sie sich nicht in
nutzlose Grübeleien über metaphysische Problemen, oder über ägyptische
Totengerichte, sondern מספרים,
zeigten sie sich als Sofrim, als echte Schriftgelehrte und indem sie auf die
Geschichte hinwiesen, wie Gott Jissroél aus Ägypten herausgeführt, machten sie
diese Nacht gleichsam zu einem Buche der Belehrung, zu einem ספר, zu einem Manifeste, daß Jissroél
auch in Zukunft aus seinen מצרים,
aus seinen Leiden siegreich hervorgehen und eine יציאת מצרים, feiern werden.
Es kennzeichnet den Charakter des jüdischen Volkes, daß ein Gedanke sich
seiner derart bemächtigt, daß er Jahrtausende überdauert. Und vielleicht giebt
es kein Volk auf Erden, das seine Feste in so erhebender Weise zu feiern
versteht, wie das jüdische, so daß wir uns nicht wundern dürfen, daß die
genannte Gesetzeslehrer die ganze Nacht
damit verbrachten, von dem Auszuge aus Ägypten zu erzählen, bis die Nacht der
Sorge um das Schicksal ihres Volkes dem hellen Morgen froher Hoffnung und
Zuversicht gewichen und ihre Schüler zu ihnen kamen und sprachen: Unsere
Lehrer, es ist Zeit, dasשמע zu lesen, שאו
מרום עיניכם erhebet eure Augen vertrauensvoll
zu Gott, dem שדי מלך עליון.
Und diese Gesetzeslehrer, sie sitzen gleichsam noch heute aufKathedern und Lehrstühlen der Hochschulen, wo
zum Teile ihre Lehren Wahrheit und des Rechts verkündet werden, bis dereinst
die ganze Menschheit zu ihren Füßen sitzen und sprechen wird: Unsere Lehrer es
ist die Zeit gekommen, das Schma zu verrichten, das Schma des Völkermorgens,
es ist Zeit, sich zu bekennen zu den Lehren der Wahrheit, des Rechts und
sittlichen Fortschrittes. Doch es dauert lange, bis die Wahrheit erkannt wird
und zur Geltung gelangt.
אמר רבי אלעזר
Bemerkt doch R. Eleasar ben Asarja, er sei wie ein Mann von siebzig Jahren, der
nach Berachoth 28a in einer Nacht ergraut war, wie auch tatsächlich das
plötzliche Ergrauen der Haare infolge von heftige seelischen Erregungen noch
heute als möglich zugegeben wird, und, trotz der im Gegensatz zu den Ägyptern
demokratischen Gesinnung des jüdischen Volkes, das die Gleichheit aller Bürger
anerkannte und daher keinen Adel hatte, sondern das Alter und die Weisheit
ehrte, gelang es ihm doch nicht zu beweisen, daß entgegen den im Talmud Megilla
20a,b, Sanhedrin 32, Jebamoth 122, Rosch Hasch. 25b angeführten Gesetzen die, weil das Judentum eine
Religion des frisch pulsierenden Lebens ist, nur am Tage und nicht in der Nacht
zur Ausführung gelangen des Auszuges aus Ägypten auch in der Nacht gedacht
werden müsse, bis es Ben Soma erklärt: Damit du des Auszuges aus Ägypten
gedenkest alle Tage deines Lebens. Die Tage deines Lebens bedeuten die Tage
die ganze Tage deines Lebens auch die Nächte. In Ägypten legte man den
Träumen, den nächtlichen Gesichten die größte Wichtigkeit bei, in Jissroél, dem
Studentenvolke, den nächtlichen Beschäftigungen mit der Thora. Die anderen
Gesetzeslehrer hingegen bemerken: Die Tage deines Lebens bedeuten das
gegenwärtige Zeitalter, die Worte, alle Tage deines Lebens legen uns die
Pflicht auf, des Auszuges aus Ägypten zu gedenken, auch wenn der Messias
erschienen sein wird, der, so lange die Mehrzahl der Erdbewohner Heiden sind,
so lange es Kriege giebt und die Völker in Waffen starren, unmöglich erschienen
sein kann. Wankelmut war nach den biblischen Berichten ein hervorstechender
Charakterzug des Ägypters, der nur im Unglück, aber nicht im Glücke seiner
Pflicht eingedenk ist. Dem gegenüber haben wir die Pflicht, auch in den
spätesten Zeiten des höchsten nationalen Glückes des Auszuges aus Ägypten und
der daraus resultierenden Aufgaben eingedenk zu bleiben. Denn das ist der
Vorzug des Judentums, daß es nicht etwa wie die national-ägyptischen Kultur von
irgend einer Zeit überholt werden kann. Vielmehr, wenn es der Wille des Lenkers
der Geschichte sein wird, להביא לימות המשיחdie Messiaszeit, die Zeit der Menschenverbrüderung, des höchsten Fortschrittes
herbeizuführen, dann wird man keine neue Religion verkünden, dann wird man
zurückkehren zu den Lehren des Judentums, dann werden sich die Worte des
nichtjüdischen Denkers (E. Renan, Judentum und Christentum) bewähren: Die
reine Religion, die wir als die einstige, die ganze Menschheit zusammenhaltende
Bahn ahnen, wird die Verwirklichung der Religion des Jesaja sein, dann werden
alle Völker der Erde sprechen:
ברוך המקום Gepriesen
sei der Allgegenwärtige, gepriesen sei Er, der die Thora seinem Volke Jissroél
gegeben hat,gepriesen sei Er!
(wird fortgesetzt)
Deutscher Kommentar zur Hagadah schel Pesach
Von Dr. R. Gugenheimer, Rabbiner der Israelitischen Kultusgemeinde in
Kolin.
Verlag von Sänger & Friedberg Frankfurt am Main 1912-5672
Die allerbeste
Anschrift zur Bestellung von antiquarische Judaica
Rabbiner Dr. GUGENHEIMER Auszüge aus seinem Deutscher Kommentar zur Hagadah schel Pesach (4)
Rabbiner Dr. R.GUGENHEIMER
Auszüge aus seinem Deutscher Kommentar zur Hagadah
schel Pesach (4)
Hätte uns Gott nicht aus Ägypten herausgeführt, führt der Verfasser der
Hagadah fort, so wären wir, unsere Kinder und Kindeskinder dienstbar geblieben
dem Pharao wir wären Sklaven der Gesinnung Pharaos geworden und geblieben.
In Ägypten waren Erziehung, Unterricht durch die Scheidung der Bevölkerung in
Kasten, Priester, Krieger, Kaufleute und Gewerbetreibende, Ackerbauer und Hirten
bedingt, je tiefer die Kaste, desto spärlicher der Anteil am Unterricht. Der
Jude am Sederabend spricht: Wenn wir auch alle weise, verständig, erfahren und
schriftkundig wären, wären wir doch dazu verpflichtet, vom Auszuge aus Ägypten
zu erzählen. Istdoch dem jüdischen
Volke der Unterschied zwischen Geistlichen und Laien, denen die Bibel ein mit
sieben Siegeln verschlossenes Buch ist, unbekannt. Wir alle ohne Unterschied
des Standes haben Ursache, von dem Auszug aus Ägypten zu erzählen, und uns
der Volkswerkdung Jissroéls, seine Heranbildung zum Gottesvolke zu freuen, von
diesem Ereignisse als einem der wichtigsten in der Geschichte der Menschheit zu
erzählen. Man versuche es doch einmal und streiche dieses Volk aus der
Weltgeschichte. Man könnte es nicht, ohne sich selbst zu vernichten. Raphael
und Michelangelo, Leibniz und Kant, selbst der antisemitische Richard Wagner,
alle bahnbrechende Geister der Vor- und
Jetztzeit ohne Judentum nicht denkbar.
Daher je mehr man von dem Auszuge aus Mizraijm erzählt, desto lobenswerter
ist es. Je mehr man, gleich dem Himmel der nach des Psalmisten Wort die
Herrlichkeit Gottes erzählt שמים מספרים כבוד ד', je mehr man nicht nur durch Worte, sondern auch durch Taten
der Wahrheit, Liebe und Gerechtigkeit es weithin verkündet, daß man nicht mehr
Sklave der Gesinnung Pharaos ist, um so lobenswerter ist es, um so mehr hat
man dadurch das Lob und die Verherrlichung Gottes, dem Ruhm des Judentums
gefördert.
Deutscher Kommentar zur Hagadah schel Pesach
Von Dr. R. Gugenheimer, Rabbiner der Israelitischen Kultusgemeinde in
Kolin.
Verlag von Sänger & Friedberg Frankfurt am Main 1912-5672
Die allerbeste
Anschrift zur Bestellung von antiquarische Judaica
Rabbiner Dr. GUGENHEIMER Auszüge aus seinem Deutscher Kommentar zur Hagadah schel Pesach (3)
Rabbiner Dr. R.GUGENHEIMER
Auszüge aus seinem Deutscher Kommentar zur Hagadah
schel Pesach (3)
מה נשתנה Wollen wir
aber ein freies Volk sein und bleiben, so müssen wir durch Fragen und Forschen
uns im Gegensatz zu den Ägyptern die Freiheit des Geistes zu erringen suchen,
denn das Judentum lehrt nicht selig sind die am Geiste Armen, es hat die freie
Forschung nicht zu fürchten. Der kritische Geist des Juden, wie er in der von
R. Meier verfaßten Manischtaneh zum Ausdruck kommt, hat ihnen vor
Leichtgläubigkeit bewahrt, und ihn kritisch denken gelehrt. Als ob dem
Verfasser der Mischnah die große Bedeutung des ohne Sauerteig oder Hefe
hergestellten Brotes für gewisse Fälle bekannt gewesen wäre legt er dem
Fragesteller die Worte in den Mund: In allen anderen Nächten essen wir Chomez
und Mazzoh, in dieser Nacht nur Mazzoh. Auch die zweite Frage: An allen anderen
Abenden essen wir verschiedene Kräuter u.s.w. lehrt uns daß, was heute auch
anerkannt ist, man zur Verhütung einer Überhäufung des Organismus mit
Nährstoffen und der damit verbunden Gefahren bei der Ernährung pflanzliche
Kohlenhydrate berücksichtigen muß. Die dritte, seit dem Aufhören der Opfer
allerdings nicht mehr zu stellende Frage: An allen anderen Abenden essen wir
gebratenes, gesottenes und gekochtes Fleisch, in dieser Nacht nur gebratenes
Fleisch, erinnert uns an Talmud Joma 75b, wo auf Grund von 2. B.M. 16,8 Wenn
Gott euch Abends Fleisch zu essen giebt, empfohlen wird, die Hauptmahlzeit
Abends abzuhalten, wie dies noch heute in Italien, Frankreich, England und
Amerika geschieht, während man in Deutschland etwa vor tausend Jahren davon
abwich und auf Befehl Karl des Großen, der es nicht verschmähte, sich um das
Kleinste zu bekümmern, die Mittagsmahlzeit einführte und zwar zum Nachteile der
Tagesarbeit, da es den Tag in zwei Hälfte teilt, dessen zweite Hälfte der
ersten in jeder Beziehung nachsteht und eine geraume, der Magenarbeit gewidmete
Zeit verloren gehen läßt. Und wäre die in den Vereinigten Staaten von Amerika
so häufigen Magenleiden zum Teil auf das hastige Essen der Amerikaner
zurückzuführen sind, heißt es in der Manischtaneh: An allen anderen Abenden
essen wir sowohl freisitzend, als auch angelehnt, also wohl ohne Hast und
Eile.
Manischtaneh. Warum ist so unterschieden diese Nacht von allen anderen
Nächten diese Frage legt der Verfasser der Hagadah dem Sohne in den Mund.
Während die Ältesten, die mit Moses zu Pharao hätten gehen sollen, um die
Freiheit für ihr Volk zu verlangen, ihn nur zum Königsschlosse begleiteten und
ihn dann verließen, so daß Moses und Aaron allein vor Pharao hintreten mußten,
läßt der Verfasser der Hagadah zunächst die Jugend Manischtaneh fragen, auf das
sie nicht nur spreche: Wie ist doch ausgezeichnet diese Nacht vor allen
anderen Nächten, sondern auch, wie ist doch auch das Buch der Bücher vor allen
anderen Gesetzesbüchern, wie ist doch ausgezeichnet das Volk Jissroél vor allen
Völkern, wenn sich uns auch oft die Frage aufdrängen mag, warum gerade dieses
Volk, dem die Kultur so viel verdankt, noch heute oftdas Brot der Armut und Zurücksetzung, das
bittere Kraut des Judenhasses in Tränen essen muß. Eine Nacht jedoch, die wie
die Sedernacht uns für Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit und
Gesetzmäßigkeit, für die hohen Ideale des Judentums begeistern soll, sie wird
nicht, wie zu erwarten gewesen wäre הלילה הזאת, sondernmännlich הלילה הזה genannt, weil sie uns mit
männlichen Mute, mit männlicher Stärke und mit männlicher Tatkraft im Dienste
Gottes, im Dienste seines Gesetzes und seines Volkes ausrüsten will. Wie ist
doch ausgezeichnet הלילה הזה,
diese זה, Gott
geweihte Nacht, dem Gotte, von dem es heißt זה אלי
ואנוהו, dies ist mein Gott, ihn preise
ich. Auf die verschiedenen, in der Manischtaneh aufgeworfene Fragen kommt nun
die Antwort: (S.5)
עבדים היינו Sklaven
waren wir dem Pharao. Darum essen wir zunächst ungesäuerte Brote. Wie sehr
dieselben geeignet sind, uns an unseren Aufenthalt in Ägypten zu erinnern,
beweisen die Fellachen, die in Karo noch heute dieselben flachen Brote essen
welche den ungesäuerten Broten der Kinder Jissroéls als Muster gedient haben
mögen. Sklaven waren wir dem Pharao in Ägypten, darum essen wir in dieser Nacht
bittere Kräuter und tauchen zweimal ein, in das an den Lehm erinnernden
Charoßes, wie es heißt:2 B.M. 1,14, die Ägypter verbitterten ihnen- unseren Vorfahren das Leben durch harte
Arbeit mit Lehm, Ziegeln und allerlei Feldarbeiten. Lehmziegel waren in der Tat
in Ägypten das gewöhnliche Baumaterial und zwar wurde ihnen, ganz wie die Thora
berichtet, in kleine Stücke geschnittenes Stroh beigemischt, um ihre Festigkeit
zu erhöhen.Die Verwendung von
Nichtägyptern zur Ziegelanfertigung wird veranschaulicht durch eine in den
Ruinen von Theben aufgefundenes und in den ägyptischen Werken von Rosellini und
Wilkinson abgebildetes Grabgemälde, auf welchem Arbeiter mit unverkennbar
semitischen Zügen mit Ziegelstreichen beschäftigt sind und dabei zwei Ägypter
mit Stöcken als Aufseher dargestellt erscheinen.
Für uns Juden sind die in der Thora erzählten Begebenheiten Wahrheiten, die
nicht erst des Beweises bedürfen, die Tatsache aber, daß unsere Väter in
ÄgyptenSklaven gewesen, wäre ein Beweis
mehr, um die Zweiflerzu überzeugen von
der Göttlichkeit des Buches der Bücher, das so überaus weise Gesetze enthält,
daß eine Ziegelbrennerhorde dieselben unmöglich aus sich selbst geschöpft haben
könnten. Gott hat uns von dort herausgeführt. Die Inschriften auf den Gräbern
der Ägypter und in ihren Tempel enthalten nur das Lob der Toten und
aufgeblasene Berichte über kriegerische Unternehmungen. Jissroéls Schrifttum
hingegen verkündet das Lob des lebendigen Gottes, des obersten Kriegsherrn und
sucht auch nicht wie die alten Germanen durch die Erzählungen des von der Jagd
oder aus dem Kriege heimkehrenden Vaters, sondern durch die Berichte von der
Hilfe und dem Beistand Gottes bei der Jugend die Liebe zur Freiheit zu
erwecken. Die Worte Gott hat uns von dort herausgeführt, sie haben uns vor
jenem Größenwahn bewahrt, dem Griechenland, Rom, Spanien und so viele andere
Völker zum Opfer fielen.
Deutscher Kommentar zur Hagadah schel Pesach
Von Dr. R. Gugenheimer, Rabbiner der Israelitischen Kultusgemeinde in
Kolin.
Verlag von Sänger & Friedberg Frankfurt am Main 1912-5672
Die allerbeste
Anschrift zur Bestellung von antiquarische Judaica
Zionistsprivate militiasturn onterror andpost themselvesas guardians. In the appendix,a denunciation of this"Shmira" which is composed of'Jews' who desecratethe HolyShabbessand that evenRabbiswelcomethese'guardians'.
Itmust be added tothis statement that theZionist lobbyinAntwerpis strong;without embarrassment, the Zionistsdictatetocity authoritieswhat to dowithitspolice andstatetroops andmany other things!
Ifwe arentunfairvis-à-vis the others, we havenothingto fearfrom them.
That's how PK gets rid of the Chomets!Very confused the old man!
(Zie bijlagen)
The more he behaves like this the greater the Gan Eden for the Borremans, and the greater his own Gehennom.
If he knew what a favor/toyva he was doing the Borremans with all this, and the negative effects on himself he would beg on his hands and knees for Mechila.....
Many people must wonder why the Zionists, who arm and fund their PA stooges, always act as if the PA are their "enemy." The answer is actually quite simple. It serves as a distraction from what everyone really knows, to forget about the fact that the PA works for the Zionists.
So it benefits both the PA and the Zionists. They both think they are making the world think they are adversaries to give the illusion of some symmetry in their relationship and to try to disguise the fact that the PA are the employees of the Mossad.
Plus this gives the illusion that anyone associating with the PA is therefore associating with the "enemy" of the Zionists.
And the fact that the leaders in Hamas always talk about "reconciliation" with the PA is actually very helpful to the Zionists, because it also gives the impression that the PA is an "adversary" of the Zionists who "collaborate" with extremists/terrorists etc. So at least indirectly Hamas is working for the Zionists as well.
Jews, Muslims in London neighbourhood build trust by working together
Jews, Muslims in London neighbourhood build trust by working together
In one London neighbourhood, a sense of shared destiny has given rise to a positive outcome rather than pushing them apart, recent hate crimes have brought Jews and Muslims closer together.
British police increased patrols in areas with large Jewish communities such as London's Stamford Hill area in response to the Charlie hebdo attacks. Now Muslims and Jews are co-operating in their vigilance against hate crimes in the neighbourhood.
By:Graham Lanktree Special to the Star, Published on Thu Mar 19 2015
LONDONHate crimes against both Jews and Muslims surged in the U.K. last year, marked by dozens of violent assaults in London alone.
The brutal murder of British soldier Lee Rigby in 2013, as well as the recent synagogue shooting in Copenhagen and the attack on Charlie Hebdo in Paris, have further inflamed relations between the groups.
But in at least one north London neighbourhood, that sense of shared destiny has given rise to a positive outcome rather than pushing them apart, the attacks have brought the two religions in Stamford Hill closer together.
Among other things, the neighbourhood is renowned for the Shomrim community patrol, a sophisticated neighbourhood watch of 70 to 80 Jewish volunteers who protect Stamford Hill for both Jew and Muslim alike.
Now the Muslim community is prepared to return the favour if a protest organized by an anti-Semitic right-wing group goes ahead this weekend.
Our community will all be joined together hand in hand, says Eusoof Amerat, one of the founders of the North London Mosque.
He and his fellow Muslims intend to rally against the Liberate Stamford Hill protest planned for Sunday. The organizer of the protest is Joshua Bonehill, an ultra-nationalist who aspires to end the Jewification of Stamford Hill.
Following the extremist-inspired hacking death of Rigby in Greenwich, the backlash against the Muslim community was swift and vicious.
Pigs heads and blood were thrown at the doors of several mosques. A north London Somali Muslim centre was burned to the ground a crime police suspect was tied to the nationalist English Defence League and a Muslim student was fatally stabbed in what Essex police believe may have been a hate crime.
In 2013 Londons Metropolitan Police tallied 549 Islamophobic offences in the city, a number that rose to 611 last year. Anti-Semitism is also on the rise. Last year the police tracked 400 anti-Semitic offences in London, up from 169 a year earlier.
Concerned about the violent anti-Islam attacks, members of the North London Mosque reached out to their 30,000 Hasidic Jewish neighbours for help. Rather than have them think there are radicalized people in the mosque, said Amerat, we said, OK brother, lets work together.
Trust can only be built by working together.
The call prompted the long-established Shomrim neighbourhood watch to keep a close eye out for the safety of the mosque and their Muslim neighbours.
The boroughs police commander praised the effort as one everybody else around the world could probably take something from.
Across the road from the mosque is a Jewish primary school. On the street young Haredi and Muslim children on scooters shout excitedly and weave between women in niqabs and hijabs as they cross paths with Hasidic women pushing prams.
Rabbi Elhanan Beck, who has lived in Stamford Hill for 28 years, says its wonderful how the two communities live together peacefully and in harmony.
One of the reasons the two communities flourish here is the commonalities in Orthodox Judaism and Islam, said Beck, who moved from a Hasidic community near Montreal.
Since 2000, the two groups have collaborated on advocacy around issues as varied as circumcision, coroners practices, and Halal and Kosher foods. Theyve even honed the ballet of cars arriving and leaving during each groups prayer times to reduce traffic tension.
Its been like this as long as I can remember. There are no problems at all, said Ikram Malji, 27, who has lived in the community his whole life.
People from outside the community will come and try to break us, said Amerat, but we will be there supporting each other.
Antwerpen: Paracommandos bewaken de Joodse wijk
Een chassidische Jood formuleerde het kort en bondig Dit is een zionistisch propagandastunt.
De (blijvende) aanwezigheid van deze brave soldaten in de straten waarin vele Joden wonen inspireerde een chassidische dame om onderstaande (in bijlage) ballade te schrijven.We ontvingen het פורים in een שלח מנות.
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH aus dem Kommentar zur Wochenabschnitt POROH
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH
(1833 1900)
הפטרת פרשת פרה
Aus dem Kommentar zur Haftoro des Wochenabschnittes Poroh
Ezechiel, Kap. 36, Vers 16 und folgende
Vorwurf und Verheißung in diesem herrlichen Prophetenworte enthalten die lauteste Verkündigung der sittlichen Freiheit. Sie lehren, daß eine Erhebung möglich ist auch aus der tiefsten Gesunkenheit zur lauteren Höhe reinen Menschentums und sie verkünden als Ziel der ganzen göttlichen Leidenserziehung Jissroéls, daß diese Möglichkeit zur Wirklichkeit werde. Jedoch nicht in partikularistischen Umschränkung, etwa nur zu Jissroéls Heile, sondern als mächtiges weltgeschichtliches Lehrmittel zur Erleuchtung und Erhebung der Gesamtmenschheit. Denn dies und nichts anderes ist die Bedeutung der kaum irgendwo sonst so scharf hervorgehobenen Rücksicht auf den Namen Gottes, das ist ja dasjenige, was den Menschen von Gott und von ihrem Verhältnisse zu Ihm zur Erkenntnis undnur Anerkennung kommt. Nirgends ist scharfer als hier ausgesprochen, wie das unter die Völker zerstreute Menschheitspriestervolk durch sein wenig priesterliches Leben zum Verräter wurde an seinem Priesterberufe. Das Banner, das es hoch halten und zu Ehren bringen sollte, trat es in dem Staub; die Lehre vom Menschenideale, für die es Geist und Herz der Menschen gewinnen sollte, verdunkelten nur zu oft die eigene Söhne durch ihre wenig geläuterte Persönlichkeit den Augen und der Erkenntnis des Menschen. Denn zu allen Zeiten verwechselten die Menschen die konkrete Judenheit mit dem Judentum. Nicht als ob die Juden irgend einer Zeit und irgend eines Landes jemals unter dem geistig-sittlichen Niveau ihrer nichtjüdischen Zeit- und Landesgenossen gestanden hätten. Allein die ihnen unverlierbar, auch in den Augen der Völker unverlöschbar aufgeprägte menschheitspriesterliche Bestimmung, die freilich in den Augen der Völker zur Anmaßung wird, bewirkte es, daß an die Schwächen und Gebrechen der Juden ein strengerer Maßstab angelegt wird. Was sie bei sich als natürliche Schwäche mild beurteilen und entschuldigen, das haben unsere nichtjüdischen Brüder zu allen Zeiten bei den Juden zum Verbrechen gestempelt. Vor Vorzügen und edlen hervorragenden Eigenschaften der Juden hat man zu allen Zeiten die Augen beharrlich geschlossen, sittliche Mängel des einzelnen Juden jedoch stets hervorgehoben und generalisiert. Ja, dieselben Persönlichkeiten, deren moralische Defekte sich als gänzliche Verleugnung des Judentums darstellen und gerade als Produkte des Judentums, als Tat gewordenes Judentum bezeichnet, wie dies schon vor Jahrhunderten das auch unsere Gegenwart beleuchtende Prophetenwort ausgesprochen hat: Man spricht von ihnen: Diese sind das Gottesvolk und aus Seinem Lande sind sie hervorgegangen! (V.20). Absichtlich und unabsichtlich identifizierten und identifizieren sie Judentum und Judenheit. Daraus erwächst allerdings für den Juden die Verantwortlichkeit für jedes Verschulden zu ernsterer und verhängnisvollster Schwere. Andererseits aber ergibt sich daraus das göttliche Erbarmen mit Seinem heiligen, durch Jissroél zu Unehren kommenden Namen (V.21) und die weltgeschichtliche, d.h. aus dem in der Thora uns enthüllten Geschichtsplan Gottes entspringenden- Notwendigkeit, Jissroél nicht in seiner Unreinheit zu belassen, sondern es durch die Ereignisse zu erziehen, bis Er ihm an die Stelle des steinernen Herzens ein für alles Edle und Gute empfängliches, fleischernes Herz anerschaffen und es zur reinen Menschheitshöhe emporgeläutert habe. Auf dieseshöchstes Menschheitsideal wird durch das in den Schlussversen 36 und 37 wiederholte Adam ausdrücklich hingewiesen.
Kap.36, 37: בן אדם: Sicher nicht ohne tiefen Grund und nicht ohne innigen Zusammenhang mit dem eben Bemerkten wird Ezechiel durchweg Sohn Adams genannt. Derjenige Prophet, der, als einer der letzten, nach der bereits erfolgten nationalen Katastrophe den Blick nur auf die Zukunft zu lenken, deren Ziel u enthüllen und den zu diesem Ziele durch Sündennacht und Menschheitswüste führenden Weg zu erhellen hatte, wird dadurch in unmittelbare Beziehung zu dem ersten Anfang aller Menschheitsgeschichte gebracht.
Der ganzen Geschichte der Menschheit, so wird uns damit gelehrt, liegt ein großer Gottesgedanke zu Grunde. Sie ist nichts als die Ausladung des Adam-Begriffes. Die Erziehung zu dessen Verwirklichung bezweckt nichts anderes als die Erreichung derjenigen Bestimmung, die dem als Adam, als Stellvertreter Gottes erschaffenen Menschen im Kreise der Schöpfung angewiesen ward. (Siehe zu 1 B.M. 1,26) Im Dienste diese Zieles steht die Berufung Abrahams, die Schöpfung Jissroéls, dafür hat Gott sich auf dem Sinai offenbart, dafür Jissroél sein Gesetz gegeben; für die Erreichung dieses Zieles hat der erste wie der letzte Prophet im Namen Gottes gewirkt, im Dienste der Erreichung dieses Zieles haben die hohen und hehren Männer aller Zeiten in Jissroél gelebt und gelehrt, gekämpft und geduldet, im Dienste der Erreichung dieses Menschheitszieles steht und wirkt der unscheinbarste jüdische Mensch, der seines Gottes Gesetz in seinem Leben und in seinem bescheidensten Kreise zu verwirklichen strebt, und der Ausblick auf die Erreichung diese Zieles bildet den Schlussgedanken aller unserer Gebete.
יושבים על אדמתם: verkürzter Partizipialsatz, der Konstruktion und Apposition zu בית ישראל, wird sodann grammatisch durch den Plural Subjekt des Satzes. Zuerst als בית ישראל, nach Abstammung und Bestimmung als Einheit angeschaut, wird Jissroél sodann in der Mannigfaltigkeit seiner Glieder als konkrete Vielheit erblickt, um sodann:
V.20 ויבוא אל הגוים, durch den Singular höchst charakteristisch wieder als Einheit bezeichnet zu werden. Denn dieser Vers spricht von der durch die sittliche Mangelhaftigkeit der einzelnen Sprossen des Israelhauses bewirkten Entweihung des göttlichen Namens. Da verkündet dieser Singular nun, zumal in der Verbindung mit dem Plural גוים, die solidarische Haftbarkeit, mit welcher Gesamt-Jissroél im Galuth für jeden Makel eines jeden seiner einzelnen Glieder werde verantwortlich gemacht werden. Und das hat sich erfüllt bis auf den heutigen Tag. In den Augen der Völker bilden wir eine Einheit. Wie verschieden auch die Heimat, gleichviel ob in Deutschland, England, Frankreich oder Amerika, - wie verschieden auch die äußere Stellung, gleichviel ob es sich um einen armen, von Land zu Land, von Kontinent zu Kontinent gehetzten jüdische Paria, oder um eine Finanzgröße handelt, möge dieselben auch noch dazu bis zur letzten Faser schon seit Generationen dem Judentum entfremdet sein das ändert alles nichts: für das Vergehen, für die Schwäche auch des entferntesten und entfremdestenvereinzelten Gliedes wir die jüdische Gesamtheit und, was noch schmerzlicher, wird das Judentum verantwortlich gemacht. So ungerecht, so perfid diese Generalisierung, diese Übertragung auch ist, wir müssen sie tragen. Das gehört mit zu dem Ernste unserer Aufgabe, zu dem Ernste unseres Geschickes. Um so sorgsamer hat jeder Einzelne über sich zu wachen. Es ist das die ernste Mahnung, die der Prophet Jesajas mit den Worten aussprach הברו נושאי כלי ה'; Haltet euch rein, ihr seid Träger göttlichen Werkzeugs! (S.o. S.348).
(Die Haftoroth übersetzt und erläutert, Frankfurt am Main 1896: S. 439- 445Kommentar zu Ezechiel Kap 36 V.16 )
תנו רבנן, נעמן גר תושב היה נבוזראדן, גר צדק היה מבני בניו של סיסרא למדו תורה בירושלים, מבני בניו של סנחריב לימדו תורה ברבים, ומאן נינהו שמעיה ואבטליון, מבני בניו של המן למדו תורה בבני ברק[1]
ווער איז עמלק היינט?
די ציונים זענען די ריכטיגע עמלקים. אזוי ווי רבינו הקדוש בעל ויואל משה זי"ע אין קונטרס חידושי תורה ברענגט ער דעם אור החמה וואס זאגט אז עמלקים זענען געבוירן ביי אידן אבער די נשמות זענען פון די עמלקים. אויך זרע המן למדו תורה בבני ברק, די נשמות זענען מגולגל געווארן אין זרע ישראל. עס איז דא נשמות וואס ווערען אויסגעלייטערט, זיי קומען נאכאמאל אראפ, און עס איז דא נשמות וואס זיי לערנען תורה בבני ברק ברבים און זיי זענען טאקע עמלקים, מען ליידט פון זיי זייער אסאך אזוי שטייט אין זוה"ק.
החותמים בשמחה ובששון למען כבוד התורה ואהבת הגר אשר יש לנו ב"ה הזכיה להתפלל ביחד כבר יותר מעשרים שנה עם הגרי צדק ולחזק אותם ולקיים כל פעם פעמיים 36 מצות. ושנזכה לזה עם ביאת גואל צדק בב"א.
און צו מרדכי ואסתר רופן מיר ארויס " חזקו ואמצו ! "
י"ב אדר תשע"ה לפ"ק
נ.ב. ע"כ בבקשה מכל אחד ואחד בכל מקום שנמצא, לקיים ואהבת את הגר ולחזק אותם פנים אל פנים
ווער איז געווען המן ?ער איז געווען דער מיניסטער פון קעניג אחשוורוש.ער האט צוזאמעןגערעדטלשון הרע און מלשינותאויףדיאידן. ער האטגעוואלטטויטןאלעאידןוואס האבען געלעבט אין די פערסישע אימפעריע. אסתר און מרדכי האבן צושטערט זיין פלאן, און אנשטאט מרדכי האט מען המן אויפגעהאנגן.
בקום עלינו אדם רשע ושמו - פנחס קארנפעלד - דמה בנפשו ללכוד ונלכד בקש להשמיד ונשמד מהרה - ועורר שנאת אחים לבנים - זמם רשע להכרית צדיק - טמן בלבו מחשבות ערומיו, ויתמכר לעשות רעה -, ידו שלח בקדושי א-ל, -צדיק נחלץ מיד רשע -, תשועתם היית לנצח ותקותם בכל דור ודור, - ברוך מרדכי היהודי, ברוכה אסתר - ארורים כל הרשעים ברוכים כל הצדיקים!
ווער איז המן היינט?
ציוניסטן זענען המן, זיי האסן טיף די עהרליכע אידןוואס זענעןגעטרייצודערתורהאוןצו דיהייליגע חכמים ז"ל. זיי צעשפרייטן די ציוניסטישע אפיקורסות און אנטיסעמיטיסם דורך די "האלאקאסט"-אינדוסטריע. זיי נוצן דאס געלד פון די אידישע קרבנות פון די צווייטע וועלט מלחמה פאר זייער ציוניסטישער "מדינה". אזוי ווי המןלויפן זיי נאך מאכט. זייזיצןאיןדערפירונגפוןפילעאינסטיטוציעס אויךאיןאידישעקהילותאון זיי שטעלן זיך פאר אזוי ווי פארשטייערס פון די אידן צו די אויטאריטעטן.
אזוי ווי מיר וויסן, די ציוניסטן זענען א פאליטיש באוועגונג געגרינדעט דורך דער פארשאלטן ט. הרצל ימשו"ז, און זענען בכלל נישט דאס אידישע פאלק.דאס מוז בלייבן קלאר, נישט אריין צו פאלן אין אן צעמישונג צווישן אידישקייט און להבדיל ציונות, וואס זענען צוויי פארקערטע זאכן. די ציעניסטישע פראפאגאנדע האט ליידער מצליח געווען ווייל מיר האבן נישט צוגעהערט צו די ערלעכע רבנים. אלע ערלעכע גדולים זענען אלע געווען קעגן ציונות.אויב מיר ווילן זיין געבענטשט פון אונזער באשעפער מוזן מיר זיך אין גאנצן אפשיידן פון די רשעים. נאר דעמאלט קענען מיר זיין א אידיש עדות אין דער שטאט און אין דער וועלט.
איך ציטיר דא די ווערטער פון דעם קארלין-סטאלין רבי ז"ל אין וועלכע עס וואלט זיין גוט צו קלערן:
אמר בזה הלשון: א איוד ארב אין וורשא, און אגוטער יוד, און זיצט א גאנצין טאג אין טלית ותפילין על התורה ועל העבודה , און וועט קיין מאל פון גיהנם נישט ארויס גיין ... דהיינו א ציוני,...קל וחומר איינער וואס איז אן אפענער ציוני אפילו ער האט פונף מאל געלערנט ש"ס מיט א חברותא.אויב נאכדעם וואס דער האט געלערנט אזוי פיל תורה ווייסט ער נאך נישט ווי אזוי א איד דארף זיך צו אויפפירן, דעמאלט ווייזט ער ארויס אז ער קומט פון א שלעכטן שורש אדער איז ער א טיפש אדער א נאר.
די מדרש זאגט אז די ביימער (כלל ישראל) האבן נישט געדארפט מורא האבן ביז דעם טאג ווען די שלעכטע צווייגן (רעליגיעזע ציוניסטן) האבן פארבינדן מיט די אייזן (ציוניסטן) צו פארמירן העק.
אידן מאמינים בשם ותורתו,מירזענעןביידיזעלבעצייטאיןאן אנדערןמלחמה, דימלחמהקעגןעמלק!דער הונט בילט נאך היינט!
Der thematischer Sammelband ist eine Kurzfassung der antizionistische Schriften Va-Joel Mausche und Al ha-Geula ve-al ha-Temuro vom Satmarer Rebbe, Rabbiner Joel Teitelbaumזצ"ל , übersetzt in der Jiddische Sprache.
What if a Jew swims against the stream of Zionism?
What if a Jew swims against the stream of Zionism?
ÖZGE ÖZÇELIK
ISTANBUL
Picture :
Many Jews around the world maintain a critical stance against Zionism. As one of those people, Professor Yakov M. Rabkin, expressed his views to Daily Sabah about the issues of anti-Semitism, coexistence in the Middle East and Jewish perspectives on the state of Israel.
On March 2, 2014, hundreds of thousands of Haredi (ultra-orthodox) Jews came together in Jerusalem. They protested against an amendment to the Israeli conscription law that would no longer exempt students of the Torah from compulsory military service. The new law puts in doubt an entire system of agreements made between David Ben-Gurion, the first Prime Minister of Israel, and non-Zionist Haredi rabbis in 1948. Ben-Gurion, convinced that Judaism would die out, was buying time and trying to calm down the rabbis' opposition to the Zionist state. Ben-Gurion's prediction has proven wrong. More than a million Israelis now consider themselves Haredim, and they remain aloof from the country's secular majority. The demonstration last March was not the first such confrontation between Haredi Jews and the State of Israel.
Yakov M. Rabkin, a Soviet-born Jew who has taught at the University of Montreal in Canada for over forty years, has critically analysed the relations between Zionism and Judaism, and between Jews and the State of Israel. In his academic work, he dispels confusions about Zionism and Judaism, and investigates relations between Zionism and anti-Semitism. While teaching contemporary Jewish history he has studied Judaism with rabbis in Montreal, Paris and Jerusalem. He has also carried out academic studies on the history of science and technology, Jewish history, and has been active in interfaith dialogue.
His 2004 book, "A Threat from Within: A Century of Jewish Opposition to Zionism," grabbed worldwide attention and has been translated into a dozen of languages, including Hebrew and Turkish. In the book he sheds light on the rejection of Zionism on the part of most prominent rabbis of the past one hundred and fifty years.
A brief history of Zionism
It is crucial to know what Zionism really is in order to comprehend all debates for and against it. That is why Rabkin begins by defining Zionism: "Zionism is an attempt to gather Jews in the Holy Land by political, physical means." And shortly after, he outlines the birth of Zionism as a political ideology. Secularization and nationalism in Europe, particularly in Eastern Europe, enabled thousands of European Jews to embrace Zionism, leaving behind their commitment to Torah and its commandments. It is these "secular Jews" who unilaterally declared the independence of Israel in 1948, and have largely governed the country ever since.
It was Theodor Herzl, a Budapest-born Jew profoundly estranged from Judaism, who is considered the father of modern political Zionism. He formed the World Zionist Organization and promoted Jewish migration to Palestine with the purpose of forming a Jewish state. Rabkin emphasizes the Eastern European, particularly Russian, influence on Zionism. "This Eastern European influence is still very strong in Israel. All the prime ministers of Israel without exception were either born in the Russian Empire or come from parents who were born in the Russian Empire. They all come from little towns, none of them come from big cosmopolitan cities like Paris, Saint-Petersburg or Istanbul. No wonder they recreated a ghetto in the Holy Land."
The original idea of physical, material gathering Jews in Palestine is of Protestant Christian origin. After two centuries of rather marginal existence, this idea gathered momentum in mid-19th century. While still unknown to the Jews, it penetrated the corridors of power in London as it dovetailed with British imperial policies, looking for a reliable foothold in the Middle East. And it was only 50 years later, by the end of the 19th century, that Zionism acquired first adepts among some Jews in Eastern Europe. It is this small minority of Jews that became the pioneers of a new state in the Middle East. This secular minority had no use for Judaism and its moral values, it was determined to act. Rabkin says: "Jews, including myself, pray three or four times a day for the return to the Holy Land. But praying for something and actually taking it from its owner are two different things."
All Jews hold different opinions
Quite a few people believe that all Jews are Zionists. This is a cardinal belief of the Zionists, who claim to be "the vanguard of the Jewish people". This confusion between Jews and Zionists is a political misconception and a source of danger. Some Muslim and other media blame local Jews for the way Israel treats Palestinians. This is not only unfair because local Jews have zero influence on Israel's policies. It is also ironic because those very media that claim to be opposed to Zionism have in fact become purveyors of the Zionist ideology that conflates Jews and Zionists, local Jewish communities and the State of Israel.
"Israel calls itself a Jewish state and claims to belong to all the Jews of the world. But most of the Jews of the world prefer to live outside of Israel. And apparently, about a million Israelis also live outside of Israel."
Are those who oppose Zionism anti-Semitic?
Criticism of Israel is often confused with anti-Semitism. Indeed, quite a few anti-Semites criticize Israel. But the protagonists of Rabkin's book are most prominent rabbis of the last century, and nobody would call them anti-Semites. This is why the book has attracted so much attention around the world. Some people are unhappy that the book sheds light on the fundamental differences between Zionism and Judaism. They would rather silence this whole issue. But Rabkin believes that intellectuals must explore such issues even if they go against the current. "Let me tell you an old Jewish story. When one does not know if the fish one has bought is dead or alive, one must put it in a stream. If it swims against the current, this shows it is alive".
European nationalism: Parallelism between Turkey and Israel
The emergence of nationalism in Europe in the 19th century transformed many countries on the continent and rebuilt them with new secular, national identities. According to Rabkin, such a historic transformation constitutes a common ground for Turkey and Israel in terms of building new secular identities, language reform and regional issues.
He points out that "Ottoman identity was not a national identity just like Jewish identity is not a national identity." Another parallel between Turkey and Israel, Rabkin adds, is the stance of their first leaders, Mustafa Kemal Atatürk and David Ben-Gurion, respectively. "The perception of Atatürk and the perception of Ben-Gurion was nearly the same. For them, religion is a thing of the past. For Ben-Gurion, religion was to die away within a generation or two. However, it did not happen this way, and the numbers of religious Jews keep growing. Turkey also has known a movement back to Islam."
Old Yishuv: Coexistence in the Middle East
Jews have lived as a minority for millennia. In Christian lands they experienced a lot more persecution than under Islam. In the Ottoman Empire, including the Holy Land, Jews, Muslims and Christians lived together in relative harmony. For Jews, Istanbul was the most peaceful corner of Europe for many centuries. This coexistence must continue.
Zionism aimed at and succeeded in building up a Jewish majority in Israel/Palestine, which engendered the century-old conflict. But Rabkin is quite hopeful about prospects for peace: "I am an optimist, even though peace will require tremendous efforts. I believe that there can be no peace without justice. Economically and politically, the Palestinians today are much weaker than the Israelis. Stability demands balance. Many Palestinians lost their houses, their lands since 1947, and they ought to be compensated for lost property. For instance there was a Palestinian village where the campus of Tel Aviv University stands today. Nobody suggests to rebuild that village, but its former residents and their heirs must be compensated."
Rabkin also published a book this year, "Comprendre l'Etat d'Israël" (Understanding the State of Israel), which offers a new perspective on the Israel-Palestine conflict. And always as a swimmer against the current, his new book should bring a new breath to our understanding of Israel.
Rabbiner Samson Raphael Hirsch: Kommentar zu Zefanjo 3,20
Rabbiner Samson Raphael HIRSCH
(1808 1888)
צפניה
Kommentar zu Zephanjo 3,20
V.20In jener Zeit bringe ich euch heim, und in der Zeit vollzieht sich meine Sammlung an euch; denn ich gebe euch zum Namen und zum Ruhm unter allen Völker der Erde. indem ich eure Exile zurückführe, vor Augen sein, spricht Gott.
אתה הואAn die vorgehend gedachte einstige allgemeine Anerkennung der Gottesherrschaft und die inzwischen uns werdende freiere Stellung mit unserm Bekenntnisse knüpft sich noch die Hoffnung und Bitte um unserer Sammlung aus der Zerstreuung und unsere Rückkehr zu dem Lande der Verheißung. Gott ist ja völlig unabhängig in der Vollbringung des von ihm Gewollten und Verheißenen und er hat ja diese unsere Sammlung und Rückkehr zur Urheimat unzweideutig verheißen. Verstehen wir diesen Satz aus Zefanja recht, so heißt ובָעת קבצי וגו': eure Sammlung geschieht durch mich in der Zeit, d.h. nicht plötzlich, sondern ich lasse Ereignisse eintreten, welche sie vorbereiten und zu ihr führen. Dann erklärt sich auch das: בשובי וגו' לעיניכם. Es kann dies ja nicht heißen, daß die Rückkehr vor den Augen der Rückkehrenden geschieht, das verstände sich ja von selbst. Vielmehr dürfte es sagen: Gott vollzieht unsere Rückkehr nach dieselbe vorbereitenden und zu ihr führenden Ereignissen, die Er uns erleben läßt, und schon diese vorbereitenden Ereignisse das jüdische Volk zum Denkmal und Zeugnis der Gotteswaltung unter allen Völker der Erde.
----Diese Vers wird täglich im Morgengebet gesprochen im Abschnitt אתה הוא Du Gott, unser Gott,
Siehe Übersetzung und Kommentar von Samson Raphael Hirsch Komm. Gebete S.17 Vgl. auch in Jeschurun Judentum gegen Zionismus der Kommentar auf denselben Vers von Rabbiner Dr. Mendel Hirsch
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH aus dem Kommentar zur Haftoro Rausch HaSchauno 2.Tag
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH
(1833 1900)
הפטרה ליום שני של ראש השנה
Aus dem Kommentar zur Haftoro des zweiten Tages von Rausch haSchauno
Jeremias Kap.31 V.1
Trost und Ermutigung tönt dem ins Exil gewiesenen Jissroél aus dem Prophetenworte der Haftorah entgegen. Wie einst in der Wüste, dem Feindesschwerte kaum entronnen, es gewährungswürdig in Gottes Augen wurde und dem Augenblick seiner höchsten Beseligung am Sinai entgegenging: so vernehmen wir, in die Wüste der Völker verwiesen, aus der Ferne das Verheißungswort unseres Gottes, daß der niedergerissen einst wieder aufbauen werde, ass alle Zeiten hindurch er mit ewiger Liebe uns umfange, und jedes Wort seines Gesetzes ein mächtiges Band der Liebe sei, uns mit ihm zu verbinden. Wenn erst aus der Ferne und durch die trüben Erfahrungen der Gottesferne uns Gott in seiner Herrlichkeit aufgegangen ist, und wir sein Gesetz als dieses Liebesband begriffen und anerkannt haben, dann ist die Prüfungszeit und die Leidensschule zu Ende und die Stunde beglückender Heimkehr hat geschlagen.
Doch das sind Gedanken, die auch in so vielen anderen Aussprüche der Propheten zum Ausdruck kommen. Der Grund, weshalb gerade dieses Kapitel zur Haftorah von Rausch haSchauno gewählt worden, liegt tiefer. Die Wahl ist von einer unendlich zarten Rücksicht, vom tiefsten Brudergefühl bestimmt worden. Die wir am Rausch Haschauno als Glieder des Jakobshauses vor unserem Vater versammelt sind, ja alle, die wir seit zwei Jahrtausenden als unsere jüdischen Brüder kennen, die Träger der Überlieferung, die Lehrer unseres Volkes, die Ordner unserer Gebete, wir alle entstammen den Exilierten des Reiches Juda. Die zehn Bruderstämme, die schon früh das Band des Gesetzes lösten, eigentlich nie von ihm innig umschlungen waren, sie haben schon früh das Vaterhaus verlassen, verschollen sind sie seit Jahrtausenden. Als die zuerst vom Gottesgesetze Abgefallenen, zuerst von Zijaun Losgelösten, in die Nacht des Götzendienstes Zurückgesunkenen, aber auch zuerst von dem selbst heraufbeschworenen Geschicke Ereilten leben sie in unserer Erinnerung. Ist es da nunnicht ein Zug von ergreifender Innigkeit, daß die weisen Ordner unseres Gottesdienstes Sorge getragen haben, daß die am Rausch Haschauno vor ihrem Gott versammelten Söhne Judas, nachdem vor ihrem inneren Auge die Gestalten der großen Ahnen Abraham und Jizchak auf Moriahs Höhe als die ewig leuchtenden Vorbilder aufgestiegen sind, nunmehr auch ihrer verschollenen Brüder in Liebe gedenken? Dazu wählten sie das Prophetenwort, das wie kein zweites gerade die einstige Rückkehr auch dieser so lang entfremdeten Kinder des Jakobshauses verkündet, das sie schaut, wie sie vom Berge Schomron achabitischen Andenkens ! hinaufziehen nach Zijaun, zu Gott, unserem Gotte! Das uns Ephraim, von dem der Abfall ausgegangen, als Gottes Erstgeborenen zeigt und Jissroél als in das Kindschaftsverhältnis zu Gott zurückgetretene; das uns unsere Mutter Rahel zeigt; die um ihre Kinder weint ach gerade die von ihr stammenden Josephstämme waren ja die ersten im Abfall! Jedoch die unserem Blicke entzogenen, dem von Himmel niederschauenden Mutterauge sind sie nicht verborgen, sie schaut ihre Kinder, aber die Mutter vermißt den Vater, sie vermißt Gott im Hause, im Leben, in den Herzen ihrer Kinder deshalb weint sie bitterlich und deshalb weigert sie sich, Trost anzunehmen
Rahel ist auch unsere Mutter, ihre Kinder sind auch unsere Brüder, am Rausch Haschauno gedenken wir ihrer und sehnen die Zeit der Wiedervereinigung herbei. Aber einer Vereinigung, wie Gott sie verheißen. Nicht etwa, daß wir dem Abfalle Ephraims entgegenkämen. Vielmehr an dem Tage, da wir uns vor Gott prüfen und ernst an uns arbeiten, immer mehr in Wahrheit Söhne und Töchter Zijauns zu werden, blicken wir auf die Zeit hin, wo auch sie: ושבו בנים לגבולם, als Kinder zu ihrer ureigenen Heimat, auf den Boden des Gottesgesetzes zurückkehren.
Das ist der Einigungs-, das der Friedensgedanke, der an jedem Jahresanfang die treugebliebenen und und an ihrer Befestigung in der Treue arbeitenden Söhne Judas die Zeit ihrer Vereinigung mit allen ihren Brüdern vom Hause Jissroél erhoffen und im Gebete vor Gott herbeisehnen läßt.
Kap.32, V.3 עוד תעדי תפיך וגו' Im Gegensatze zu den Leiden des Exils, im Gegensatze auch zu jener unjüdischen Anschauung, die in Kasteiung und Askese das besonders Gott Wohlgefällige erblickt, sind es Momente heiterer Lebensfreude, die uns hier aus dem Zukunftsbilde Jissroéls vom Propheten nach Gottes Wort gezeichnet werde. Es ist das jene Gesinnung, die in dem וחללו des folgenden Verses ihren charakteristischen Ausdruck findet. חיללו ist die Auslösung der Früchte des vierten Jahres nach der Pflanzung, die entweder selbst oder in ihrem Auslösungswerte nach Jerusalem hinaufgebracht und im Umkreis Gesetzesheiligtum genossen werden mußten. Dieses Hinaufbringen, sowie der Akt ihrer Auslösung, bevor sie zu Hause genossen werden durften, ist die lauteste Anerkennung, daß die Frucht von Gott gewährt undnur zum Gott dienenden Genusse gewährt sei. So wird der heitere Genuß, statt dem Menschen seiner hohen Lebensaufgabe zu entfremden, selbst zur sittlichen, Gott dienenden Tat erhoben. Wir verweisen des Näheren auf dem Commentar zu 3 B.M. 19,24. Die Weinberge der Vergangenheit, die einst die Pflanzer gepflanzt, mußtest du verlieren, denn Besitz und Genuß entfremdeten dich deinem Gotte. Es kommt aber die Zeit, wo du wieder Weinberge pflanzen wirst auf den Bergen Schomrons, schon einst hatten Pflanzer sie gepflanzt, jetzt aber werden sie sie auslösen! In der Bekenntnistat dieses Chillul, das in Wirklichkeit zu einem Hillul wird, קודש הללים לך ה', siehe das., spricht sich der ganze Gegensatz aus zwischen dem Jissroél der Vergangenheit und dem jener Zukunft, auf die hier hingewiesen wird. Der Prophet konnte diesen Gedanken in der prägnanten Kürze aussprechen, weil er dem Kerne der Nation bereits geläufig war. Jesaias 62,9 ist er mit anderen Worten und ausführlicher, jedoch der Gegensatz zwischen Zukunft und Vergangenheit gleichfalls durch einfache Hinzufügung des Neuen ausgedrückt, ohne den Gegensatz in dem Mangel des Früheren besonders hervorzuheben. Bei dem Lapidarstil des Prophetenwortes kommt es auf die Betonung mehr als anderswo an. Es ist nicht umsonst seinem Ursprung nach ein gesprochenes Wort. Es heißt dort: Die [das Getreide] ernten, werden es auch essen, [aber:] sie werden Gottes Tatenlob verkünden, והללו את ה', und die [den Most] einbringen ihn auch trinken [aber:] in den Umhöfen meines Heiligtums. Wo sie sich auch befinden, überall wird das Gesetzesheiligtum Gottes den alles beherrschenden Mittelpunkt ihres Lebens bilden.
V.13 Und wie das Volk,so werden auch die Priester, im Gegensatz zu der Vergangenheit, die ideale Höhe ihrer Bestimmung erreicht haben. Das Heiligtum ist ihnen keine Pfründe, und sie, die Besitzlosen, verkaufen nicht mehr die Wahrheit, um den Irrtümern und Leidenschaften der Besitzenden aus Berechnung zu schmeicheln. Sie sind in Wahrheit Kauhanim, die Richtung Gebenden geworden. Ich werde ihre Seele mit Herrlichem überreich tränken und als mein Kreis, als die inmitten des Volkes meinem Dienste noch besonders Nahestehenden, werden sie an dem von mir gebotenen Gute sich sättigen.
(Die Haftoroth übersetzt und erläutert, Frankfurt am Main 1896: S. 515 522 Kommentar zu Jeremias Kap. 31 V.1 )
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH aus dem Kommentar zur Haftoro Rausch Haschauno 1.Tag
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH
(1833 1900)
הפטרה ליום ראשון של ראש השנה
Aus dem Kommentar zur Haftoro des ersten Tages von Rausch haSchauno
Samuel I. Kap.1 V.1
Kaum ein anderes Wort aus dem reichen Schatze der heiligen Schrift hätte sich also wie dieses zur Haftorah für Rausch haSchauno geeignet. Ist es doch der Jahresanfang, ist doch der יום הזכרון , der Tag der Prüfung vor Gottes Auge, der כרון תרועה, zu einem Rückblick, zu einer Selbstprüfung mahnet, die Theruah: Erschütterung, Verlassen und Beseitigung alles unserem Gotte Mißfälligen erzeugen will! Und mit einem Herzen zugleich voller Wünsche für die Zukunft und voll Wehmut in dem Gedanken an so manche Hoffnungen, die sich bisher nicht erfüllten, stehen wir an des neuen Jahres Schwelle vor unserem ewigen Vater. Da tritt uns Channas hehre Gestalt entgegen und lehrt uns Gottes השגחה פרטית, seine jedem einzelnen seiner Menschenkinder zugewandte Vorsehung, wie er auch in die kleinen Verhältnisse des Einzellebens hineinschaut und jeden stillen Wunsch kennt und auch dem jahrelang gehegten Erfüllung bringt, wenn seine Liebe es für recht erachtet. Und ist so durch den Hinblick auf Channa Vertrauen und Beruhigung in unser Herz gezogen, so lehrt sie uns ferner, wie wir betend uns vor Gott zu begreifen und lehrt uns, was wir von Gott zu erbitten haben.
So erscheint das Bild der duldenden, wünschenden, hoffenden, vertrauenden, sich vor Gott prüfenden, betenden Channa am Rausch haSchauno vor unserem inneren Auge und will uns aus den Irrgängen unseres Lebens dahin führen, wo auch uns die Ruhe und der Frieden winkt. Mahnend tönt deshalb ihr Wort, wie Gott die Gesinnungen prüfe (Kap. 2,3) und spricht in dem Hinweis, wie jede einzelne Tat Ihm zugezählt werde zugleich Bedeutung und Verantwortlichkeit jedes Menschen aus, weist sodann (V.3) auf die Wandelbarkeit des äußeren Menschengeschickes hin und spricht es aus, wie es stets dieselbe Gottesliebe sei, die sich in jeder Geschickeslage offenbare, die je nach des Menschen Erziehungsbedürfnis Reichtum wie Armut, Erniedrigung wie Erhebung, die Leben sendet wie den Tod, die hinabführt ins Grab und auch emporführt aus dem Grabe. Und von der Betrachtung der Gotteswaltung in den Einzelgeschicken (V. 3 5) erweitert und erhebt sich sodann der Blick zu einem Ausblick auf die Verwirklichung der letzten Heilesziele für Jissroél und die Gesamtmenschheit (V.10) ה' ידין אפסי ארץ וגו'.
Kap.2, V.2 אין קדוש וגו' In gottbegeistertem Hochblick wird die jüdische Mutter zur Seherin uhres Volkes. Sie kündet zunächst in tiefem Wahrspruch die Einzigkeit Gottes, der der Urquell alles Seins ist, in Wahrheit der einzig Seiende, denn alles empfängt und behält Sein und Dauer nur so lange als es seinem Willen entspricht. Allein nicht nur der Seiende ist Gott, etwa in dem heidnischen Sinne: als der tatenlos hoch über dem Reiche der Welt thronende, oder in dem pantheistischen Gott*) sondern: אין צור, keinen gestaltenden Hort gibt es gleich unserem Gotte. אלהינו in eigentlichem Sinne: der Gesetzgeber, der, wie er jedem seiner Geschöpfe, so auch dem Menschen, und im Menschenkreise dem jüdischen Menschen die Bedingungen vorgezeichnet hat, durch die sie sich zum Volldasein zu entfalten haben, und der die Menschen zur endlichen Einhaltung dieser Bedingungen erzieht. Als solcher ist er, wie die Weisen es nennen, der צייר, der einzige nur sich selbst zu vergleichenden Gestalter und Bildner. Der einzige, freie, persönliche Gott, der zur sittlichen Freiheit geborene Mensch und die Vaterliebe waltende, jeden Einzelnen Kennende und ihm fürsorgende und seinem Erziehungsbedürfnisse entsprechend sein Geschick gestaltende göttliche Vorsehung sind Tatsachen, deren jeden Zweifel ausschließende Erkenntnis nur auf dem Boden der Offenbarung genommen wird.
*) Darum haben, wie wir in Parenthese bemerken, alle Vorstellungen und die von diesen abgezogenen Begriffe, die Menschen sich bilden von dem was sie Gott nennt, keine Anwendung auf Ihn, der in Wahrheit Gott ist. Denn des Menschen Geist reicht nur hin, das Geschöpfliche zum Gegenstand seines Erkennens und Forschens zu machen. Die in dieser Weise gewonnenen Begriffe lassen sich nur bildlich, im übertragenden Sinne auf Gott anwenden. Alles, was die antike und moderne philosophische Spekulation, die ja nur mit diesen Begriffen operiert, in ihrer Anwendung auf Gott zu beweisen glaubt, ist eben deshalb inhaltlos und nichtig, weil diese Einzigkeit Gottes übersehen oder geleugnet ist.
(Die Haftoroth übersetzt und erläutert, Frankfurt am Main 1896: S. 505 515 Kommentar zu Samuel Kap. 1 V.1 )
I wrote this to a Palestinian who likes Judaism...
During this morning's prayers I asked Hashem why he allows the wicked, especially the accursed Zionists, to have so much power and to hurt the innocent.
Then I asked why he won't destroy the Zionists without bloodshed.
Then I said, well, if you are showing us it has to be done with bloodshed, then why don't you do it quickly and get it over with?
Beautiful questions I guess that have no human answer. But here are verses from psalms that are in our daily prayers and which King David certainly knew applied to the Zionists when he wrote them (I found them in Arabic too):
1) Psalm 145 يحفظ الرب كل محبيه ويهلك جميع الاشرار.
2) Psalm 146 الرب يحفظ الغرباء. يعضد اليتيم والارملة. اما طريق الاشرار فيعوجه.
3) Psalm 147 عظيم هو ربنا وعظيم القوة. لفهمه لا احصاء.
In the standing prayer we recite 3 times a day, called 18 Blessings (Shemona Esreh) the twelfth blessing is:
"May there be no hope for the slanderers, and may the heretics perish in an instant. May all your enemies be cut down speedily. May you quickly uproot, smash and cast down the intentional sinners - destroy them, cast them down, humble them, speedily in our days. Blessed are you, Hashem, who breaks the enemies and humbles intentional sinners."
Since the one-page attached letter written by R. Yaakov Shapiro sent by email address eislaasois@gmail.com ended up in my email in box, I assume the writer or the sender is interested in input from those who read that letter. Let me do so point by point:
1) Notice that the first paragraph refers to attacks against Jews worldwide, NOT to the reason for these attacks, namely the barbaric racist and sinful behavior of the wicked Zionist regime against the Palestinian people, whereby they are murdering at every opportunity from the comfort of their F16 war jets and attack tanks. Nowhere does the letter emphasize that MOST JEWS support Zionism, including most religious Jews.
2) The writer assumes that non-Jews are interested in what they would consider to be violations of very obscure religious doctrines as the only wicked behavior of the Zionists (violating the shalosh shvuas) and not murder, theft, destruction, brutality and other evils. In other words, the writer assumes the Torah Hakedosha doesn't care that the Zionist regime murders and destroys without any Torah authority. The writer also assumes the victims of the Zionist war are invisible, since nowhere is the word "Palestinian" even mentioned. Is it taboo?
3) Why shouldn't the non-Jews assume the State of Israel represents the Jews when most Jews support the Zionist state? Besides, how can anyone claim the Zionists do not represent the Jewish people? Who vote in Zionist elections if not the Jews? The Japanese? The Italians? The Cambodians?
4) Repeating the claims about how wonderful the Jews are makes no impression on the non-Jews when not only do they see most Jews supporting the Zionists, but all kinds of "rabbis" support the Zionists actively or passively in their project of destroying the Palestinians.
5) How does the writer want to act? Does he propose to condemn all Zionist Jewish sects and their leaders for the wicked charlatans that they are in supporting the evil secular Zionist barbarians? Nowhere does he mention any of this. Sadly, this letter with good intentions is utterly useless.
Furthermore, the last I looked we live neither under the McCarthy Witch Hunt Era or under a Thought Police regime that coerces through social ostracism anyone who does not follow in lock step with the official party doctrine of Zionism.
WHO specifically determines what is mainstream among Jews? The Reform? The Reconstructionist? The Conservative? The Gay lobby? The secular? Any particular chassidic rebbe? WHO? What exactly is the alleged crime for some Jews who happen to be chassidic to be against Zionism?
After all, it doesn't take a rocket scientist to recognize the State of Israel is an ethnocentric, racist regime established for a certain group through mass immigration and colonization. There ARE requirements of international law, aren't there? Despite all remonstrations to the contrary, the Zionist state is NOT exempt from the laws of nations.
Finally, as an Orthodox Jew myself, I can add that there is no hope for the Zionist state. It is totally opposed to the principles of Judaism as found in untold sources, and all of the bribed rabbis of the "haredi" community know it.
Zionists are always looking over their shoulder to see if anyone has noticed what latest misdeed they have committed. They might as well start looking to the heavens, because a person would have to be an idiot not to see that the regime is collapsing in the 21st century, far from the idiotic ideas of Theodor Herzl, Avraham Kook, or even Menachem Schneersohn.
For 70 years, Zionist Jews murder us. For 70 years, Zionist Jews, or fundamental Jews displace us, kill us; destroy our families, murder our children, destroyed our homes, change the names of our villages, and spread terror in Palestine and the whole region. For 70 years you have tried all your best backed by the black forces in the U.S. and Europe, to kill us physically, culturally, morally and by all means.
You have brought with you all the culture of oppression from the around100 countries you came from, and used it against us... And the latest method was to burn us alive. You have not left one single murderous method, and have not used it against an innocent people who did no wrong towards you, and lived-in peace before you imposed your selves on us, by force and terror And then gathered the most advanced and destructive arms exist and brought it to Palestine.
In these years you have proven that you lack the minimum feeling towards other humans. And your brutality is felt by every single Palestinian, and has become known to the whole world. . In fact, you have hardened our heart towards you to the maximum. And your brutality has led that mountains of hate has been built towards you.
The result of the humiliation and murder of three Palestinian generations led to no way.
You are stronger militarily, but we still resist, you are stronger in the media and capable to make the black, white, but our voice is getting through, and get louder and louder .You do all this terror as if you will have the upper hand all the time. But this is illusion; your fate will be like all colonial powers.
We have said to you many times, live and let others live, but you insist that you live and we die. And we have shown you that despite all your barbarism a political compromise is possible, to live together with equal rights without wars.
But you are sick with power and unable to understand that power is not permanent. And you are unable as well to understand that might does not make right. Therefore you must be hundred percent sure the more you kill ,the more you deprive us to live free ,the more you are hated, and plant the seed of the next resistance and war.
Times are changing. The technology of the destructive arms will be most likely in the hands of any small country and even group within 30 years time. Then how you face that generation whom you made their heart stone towards you. A generation you murdered their friends and humiliated and killed their parents and grandparents in front of their eyes. A generation brought up under the Zionist slogan that the good Palestinian is the dead Palestinian. Times are changing, The US and Europe will be fed of you sooner or later, and one can see the signs from now!
Your arrogance, racism, narrow mindedness and blindness have hindered you to see the simple truth that the road to peace must go through justice. And it is possible if you have good will to live all in harmony in the holy land of Palestine, but you block all possibilities.
This mentality lead only to more wars and more pain and suffering and the shadow of war and destruction will be always roaming over Palestine and the region.
I have no doubt that the Gaza slaughter which you are committing now will open a new chapter toward more destructive wars in Palestine. And if about 10 wars have not taught you that Might Right policy is wrong, you have decided the nature of the next wars. In these wars you will face a tougher resistance of generation of victims, homeless and orphans whom you created!
Dr. Salim Nazzal, a Palestinian-Norwegian historian on the Middle East, He has written extensively on social and political issues in the region.
I hope that among us Jews there are who recognize that they are guilty!
DG
This kind of letter should be very very widely distributed. It sums up so much of what the Zionists have done AND how they have successfully remade and portrayed the Jewish People to the world, rachmono litzlan...Gevalt...
Kap.31 V 3 Da sprach Mausche zum Volke: Ziehet aus in Auswahl aus eurer Mitte Männer zum Heere, sie seien über Midjans Gotte Vergeltung zu bringen.
Kap.31 V. 3 Nicht wer Jissroéls materiellen Untergang, wer seinen geistigen und sittlichen Tod herbeiführt, ist sein eigentlicher Feind
V.10 Alle ihre Städte in ihren Wohnsitzen und alle ihre Burgen verbrannten sie im Feuer.
V.10: את כל עריהם במושבתם Habakuk 3,7 heißt es: ירגזון יריעות ארץ מדין woraus zu schließen wäre, daß die Midjaniten nach Nomadenart unter Zeltteppichen wohnten. Ein ähnliches scheint sich aus Richter 6,5 zu ergeben, allerdings mit Anschluss anderer Völkern mit Ihren Zelten, Herden und Kamelen, das jüdische Land überzogen. Vergl. auch daselbst 7,12; 8,21 u. 24 wo sie als ישמעאלים charakterisiert werden, worunter doch wohl Nomadenvölker zu verstehen sind. Wenn demnach hier von ihren Städten und Burgen gesprochen wird, so müssen sie wohl, obgleich überwiegend als Nomaden lebend, doch auch in Städten sesshaft gewesen sein, und erklärte sich damit die Beifügung במושבתם : zu עריהם, die Städte waren da, wo sie, obgleich sonst Nomaden, doch auch feste Wohnsitze hatten, wohin sie sich zu Zeiten zurückgezogen. ואת כל טירתם (siehe 1 B.M. 25,16). Zugleich sehen wir auch dort, daß die ישמעאלים doch auch feste Plätze hatten.
V.19 Ihr lagert außerhalb des Lagers sieben Tage. Jeder, der einen Menschen getötet, und alles, was einen Erschlagenen berührt hat, habt ihr euch zu entsündigen, am dritten und am siebten Tage, ihr und eure Gefangenen.
V.19: ואתם וגו' (siehe Kap. 5,2 u. 3 und 19,11 f.) אתם ושביכם. Als נכריות konnten die Gefangenen nicht מקבל טומאה sein. טומאה beginnt erst mit der Beziehung des Menschen zum jüdischen Gesetzesheiligtum, zu מקדש וקדשיו. שביכם, die Gefangenen wurden daher erst טומאה-empfänglich לאחר שנתגיירו, ein Akt, der bei vielen sofort geschehen sein konnte. Da ferner כלי מתכות nach einer Auffassung sogar alle כלים mit Ausschluss von כלי חרס, durch Berührung eine Leiche אבי אבות werden und den Menschen, der sie berührt, zum הזיה- bedürftigen אב הטומאה machen, so konnten שביכם, nachdem sie גרים geworden waren, durch Berührung eines solchen כליderהזיהbedürftig geworden sein.
V.23 alles, was durch Feuer eingezogen ist, bringt ihr durch Feuer wieder hinaus, und dann kann es rein werden, jedoch hat es sich durch Entfernungswasser zu entsündigen; und alles, was nicht durch Feuer eingezogen ist, bringt ihr durch Wasser hinaus.
V.23 Die für metallene Speisegeräte bei ihrem Übergang aus nichtjüdischen Besitz angeordnete טבילה, selbst wenn dieselben von jeder טומאה und jedem איסור frei sind, kann nur der קדושה, der sittlichen Heiligung angehören, in deren Bereich dem Juden auch sein sinnlicher Speisegenuss gehoben sein soll. Die Beschränkung auf metallene Speisegeräte dürfte aber dem durch die טבילה zum Bewusstsein zu bringenden Gedanken noch einen besonderen Gehalt erteilen. Ein metallenes Gerät ist der sprechendste Ausdruck der geistigen Herrschaft des Menschen über die Erde und ihre Stoffe. Nicht nur seine Form, schon sein Stoff verkündigt sie. Speise ist aber gerade diejenige Tätigkeit, die zunächst ganz im Dienste der physisch-sinnlichen Natur des Menschen steht und ein metallenes Gerät zum Speisezweck vergegenwärtigt an sich die geistigste Seite des Menschenwesens im Dienste seiner sinnlichen Natur. Unter dem Regime des göttlichen Gesetzes ist aber auch das ganze sinnliche Leben des Menschen dem Kreise der physischer Unfreiheit enthoben und dem Bereiche sittlich freier Gott dienender Tätigkeit insbesondere für den Eintritt metallener Speisegeräte die Entsündigungsweihe durch טבילה statuiert, und warum eben diese טבילה auch התחטא Sichentsündigen heißt; soll doch eben auch sie das Bewusstsein sittlicher Freiheit, das ist ja der Fähigkeit, sich der Sünde zu enthalten, beleben und stärken. So auch ירושלמי Aboda Sara V,15. לפי שיצאו מטומאת הנכרי ונכנסו לקדושת ישראל. Gläserne Gefäße haben ihrem ebenfalls durch künstliche Feuerbeherrschung geschaffenen und wie die Metalle schmelzbare Stoffe nach, Ähnlichkeit mit Metallen und fordern daher gläserne und glasierte Speisegeräte טבילה מדרבנן (Aboda Sara daselbst).
Kap. 32 V.42Nobach ging und eroberte Kenath und dessen Tocherstädte und nannte es Nobach nach seinem Namen.
Kap 32 V.42 לא ,ויקרא לה ohne Mappik. Dazu im מדרש רבות (zu Ruth 2,14) die Bemerkung: מלמד שלא עמד לא אותו השם. Das Personalsuffixum sei ohne lautbarmachendes Mappik geschrieben, um anzudeuten, daß der Stadt und ihrem Gebiete der Name nicht geblieben, somit Nobachs Absicht, sich dadurch zu verewigen, nicht erreicht wurde. Soll damit vielleicht überhaupt ein leiser Tadel über ein solches Verfahren ausgesprochen werden, sich durch Holz und Stein ein Denkmal der Verewigung zu gründen, einer irdischen Verewigung, die der wahre Jude nurdurch Grosstaten des Geistes und der sittlichen Pflichttreue und durch den Gesamtinhalt eines edel vollbrachten Lebens suchen und finden soll?
Guest Comment: Neturei Karta visiting Abu Khdeir family
Neturei Karta visiting Abu Khdeir family
B''H
Neturei Karta visiting Abu Khdeir family, whose son Mohamed was murdered by NaZionists.
What are their opinion about Mahmoud Abba's collaboration with the Zionist regime and his condemnation of the kidnapping of the three murdered Zionists?
What do they think about Mahmoud Abbas considering the whole Zionist state as being legitimate, and that Palestinians only deserve the West Bank and Gaza?
What do they think about Mahmoud Abbas assisting the Zionist regime against the Hamas and other resistance movements?
Would they favor a Palestinian Intifada, or their peaceful and submissive President Abbas?
With whom do they stand?
NK game is far from being clear!
In politics, when you want to please everyone, every body is displeased with you, because they all understand that you are nothing but a weather vane and an untrustworthy people.
A lot of non-Jews with whom I'm in contact no longer trust NK members because of this. Some are even asking: is it possible to trust you once we know that according to your theology, when the Messiah will come, you will conquer the whole Palestine?
You either avoid discussing some theology matters in public, or explain it with clear words.
1) IF THE BOYS HAD BEEN ABDUCTED FROM BNAI BRAK OR HAIFA, WOULD HE HAVE ALSO BLAMED THEIR PARENTS FOR LETTING THEM "STUDY TORAH AND LIVING" AMONG THE "MURDERERS"??
2) WHICH "MURDERERS" DID THE BOYS LIVE AMONG IN THE YESHIVA IN GUSH ETZION? THE ZIONIST MURDERERS? THERE WERE NO ARABS LIVING NEAR THAT YESHIVA.
3) IF THEY WERE IN A YESHIVA IN JERUSALEM, WOULD THEY STILL BE IN THE MIDDLE OF "ARAB MURDERERS" OR DOES THE DANGER OF BEING UNDER THE ZIONISTS ONLY EXIST IN THE WEST BANK?
4) WHY ARE THE ARAB PEOPLE MURDERERS? WHY DID HE NOT CALL THE ZIONISTS MURDERERS? DO THE ZIONISTS HAVE THEIR HOMES DEMOLISHED, LAND STOLEN, PARNASA DESTROYED, FAMILIES EXPELLED?? AND IF THE ARABS ARE NOYKEM (TAKE REVENGE) FOR WHAT THE ZIONISTS DO TO THEM, WHY ARE THEY "DEN OF MURDERERS"??
5) DO THE ISSURIM OF THE SHALOSH SHVUAS ONLY APPLY IN THE WEST BANK??
AND ARE JEWS ONLY IN DANGER IN THE WEST BANK??
6) WHY DOESN'T ARON TEITELBAUM TELL THE TRUTH, THAT THE SUFFERING OF JEWS (ANI MATIR ES BESARCHEM.......) IS BECAUSE OF THE FORBIDDEN MURDEROUS ZIONIST STATE THAT MUST BE DISMANTLED?
DG
Aron Teitelbaum is a filthy Zionist and a left-wing ZIONIST...........
By the way, loyal "Satmarers" like to say that they only follow what the Satmar Rov said, and not new things. Well.....then how could Satmarers use cell phones nowadays since the Satmar Rov never talked about any kind of cell phones.????
HB
הלוואי that the Chassidim Satmar Rebbe, Yoel Teitelbaum זי"ע, follow their Rebbe! We wouldnt have fallen so low to the point of needing their money for our Moïsdes. Its been so long he's gone, but he left us his writings that only a few of his Chassidim read and apply. Its true that there has been an evolution of the Zionist side, but not in the background. At the time, the Rebbe did with the people he had. I'm not sure he always received the correct and objective information. It was perhaps sometimes Zionist news interpretations. Its like with a Dayan, his Psaq depends on how questions are asked, and what elements of the situation are brought. His Zionism in his time could have been more consistent... but even his Chassidim didnt always understand him.
Such words bring disgrace to god, ultra-Orthodox Rabbi and MK Dov Lipman said, adding that Satmar can choose the path of hatred and bringing disgrace to God while the rest of the Jewish people choose unity, love and bringing sanctity and glory to Gods name.
There is nothing new in the position of Satmar that the State of Israel poses a danger to the spiritual well-being and to the security of the Jewish people.
What deserves attention is the fact that the Satmar Rebbe implies that living within the boundaries of the Green Line is safe. This subtle change might signal that one day they will recognize the Jewish state as well, but it might take them another 60 years, Rabbi Pinchas Goldschmidt, head of the Conference of European Rabbis, quipped.
Zionism in the name of Breslov
מוהרא"ש בהילולת הרבי מחב"ד: "הנרצחים זכו שאיחדו את ישראל" ג' תמוז תשע"ד, 01/07/2014 במהלך הילולת הרבי מליובאוויטש שנערכה ביבנאל, הספיד מנהיג ברסלב את שלושת הנערים החטופים שנרצחו בדם קר ואמר כי "בזכות שלושת הקדושים כל עם ישראל בכל העולם כולו התאחדו יחד"
בזמן הלוויתם המצמררת של שלושת הנערים החטופים שנרצחו באכזריות - נפתלי פרנקל, אייל יפרח וגיל-עד שער, השם יקום דמם - נערכה ביבנאל עיר ברסלב התוועדות חסידית לכבוד הילולת הרבי מחב"ד זי"ע ששולבה עם הספד מר על הירצחם של השלושה.
בדברים שנשא במעמד כבוד קדושת מוהרא"ש שליט"א מנהיגם של חסידי ברסלב, אמר כי "בזכות שלושת הקדושים - יעקב נפתלי בן אברהם, גיל-עד מיכאל בן אופיר ואייל בן אוריאל - ראינו עכשיו דבר שלא ראינו הרבה דורות, כל עם ישראל בכל העולם כולו התאחדו יחד. אין דבר כזה חילונים, דתיים, ספרדים, אשכנזים, זה הכל הגלות, אלו שמות של הגלות", אמר הצדיק מיבנאל.
עוד הוסיף: "כולנו בני אברהם יצחק ויעקב, כולם-כולם. הם איחדו את כלל נשמות ישראל, לב מי לא דאב? מי לא אמר תפילה? מי לא שפך את ליבו 'ריבונו של עולם שנראה אותם, שנמצא אותם'? כולם התאחדו יחד, הזכות הזו שתגן עלינו. הקידוש השם שהם קידשו שם שמיים, זה יקרב לנו את הגאולה שנגאל כבר".
קודם לכן הזכיר את דברי הרבי מליובאוויטש בנוגע להחזרת שטחים לערבים אשר יש החושבים שבכך יירגע המצב ויהיה שלום. "אדרבה, זה מגלה את החולשה שלנו", הסביר מוהרא"ש.
On May 6, 2014 a group of Canadian anti-Zionist Jews of Neturei Karta International protested the Israeli Day Rally in downtown Montreal (French subtitled)
HOW "SHOCKING," EVERYBODY.........AS IF WE ALL DIDN'T KNOW..................
Israeli spying shocking
Jerusalems intelligence gathering activity in the America is unrivaled by any other ally, Newsweek reports
Israels aggressive and widespread espionage activity in the US is increasingly angering American government officials and has crossed red lines, Newsweek reported Tuesday.
The report anonymously quotes senior intelligence officials and congressional staffers who have been privy to information on Israeli spying activities. Staffers called the extent of Israeli espionage sobering and shocking, far exceeding similar activities by any other close US allies.
Some of the spying was allegedly industrial in nature, conducted by Israeli companies or individuals. But a significant amount appeared to be state-sanctioned reconnaissance gathering, according to the report.
There are no other countries taking advantage of our security relationship the way the Israelis are for espionage purposes, one former aide who attended a classified briefing on the issue told Newsweek. It is quite shocking. I mean, it shouldnt be lost on anyone that after all the hand-wringing over [Jonathan] Pollard, its still going on.
Pollard, a US-born navy intelligence analyst, is serving a life sentence in a North Carolina prison for spying for Israel. He was captured in 1985.
Now the issue of Israels spying activities appears to be holding it back from achieving its goal of joining the US visa waiver program, which would allow Israeli citizens to travel to the US with much greater ease.
The requirements to get into the waiver program are already tough. According to a statement by the Department of Homeland Security quoted by Newsweek, these include enhanced law enforcement and security-related data sharing with the United States; timely reporting of lost and stolen passports; and the maintenance of high counterterrorism, law enforcement, border control, aviation and document security standards.
Two obstacles are said to be a relatively high rate of visa refusal caused by an increase in young Israelis seeking to enter America as tourists and then work illegally and Israels alleged discrimination against Arab-Americans.
But while Israeli diplomats maintain that Jerusalem is taking concrete steps to meet the required standards, the former aide disagreed. They think that their friends in Congress can get them in, and thats not the case, he said. The Israelis havent done s**t to get themselves into the visa waiver program.
Even if they did did, the magazine said, US officials fear allowing Israel into the program would make it much easier for the Jewish state to spy on its ally.
Theyre incredibly aggressive. Theyre aggressive in all aspects of their relationship with the United States, the aide said. If we give them free rein to send people over here, how are we going to stop that?
Samson Raphael HIRSCH: Aus dem Kommentar zur Wochenabschnitt Kedauschim
קדושים
Aus dem Kommentar von Rabbiner Samson Raphael HIRSCH zur Wochenabschnitt Kedauschim
III, Kap. 19, V.10 und deinem Weinberg die unfertigen Trauben nicht entnehmen und den Beerenabfall deines Weinberges nicht auflesen; dem Armen und dem Fremden sollst du sie lassen; Ich, Gott, euer Gott.
III, Kap. 19, V.10 Mit den Fundamentalsätzen der Familie und des Individuums, mit כבוד אב ואם und שבת beginnt diese Grundlegung des zur Lebensheiligung, und der Fundamentalsatz der sozialen Gesellschaft, der jüdische צדקה-Begriff, das Liebesrecht und die Liebespflicht ist der Schlussstein dieses Grundes. Bedeutsam ist dieses soziale Fundament in einer Gruppe mit dem gottesdienstlichen שלמים- und פגול-Gesetze verwoben. Auf den Boden des von Gott getragenen jüdischen Lebens sind das sogenannte Religiöse und das Soziale keine Gegensätze, sind nicht einmal verschiedene nebeneinander geordnete Teile eines höheren Ganzen, gehören vielmehr in wesentlicher, organischer Einheit zusammen, wie Wurzel und Baum, wie Blüte und Frucht. אוהב את המקום אוהב את הבריות spricht die jüdische Wahrheit, in dem Zuge zu Gott ist der Zug Seiner Menschheit mit eingeschlossen, auf demselben Fundament, in welchem die reine שלמים-Freude des von Gott gewährten Glückes wurzelt, wurzelt auch die Recht- und Liebespflicht für das Glück des Nächsten.
11. Nichtsollt ihr stehlen, und ihr sollt nicht leugnen und ihr sollt nicht lügen einer wider den anderen.
12. Und ihr sollt nicht schwören bei meinem Namen zur Lüge; du würdest den Namen deines Gottes entweihen, ich Gott
VV. 11 u. 12 Im Anschluss an die in dem vorigen Verse gegebene soziale Grundlegung folgen nun einige Sätze aus dem sozialen Katechismus des Gott heiligen Volkes. לא תגנבו, לא תכחשו, לא תשקרו, לא תשבעו sind im Gegensatz zu dem folgenden לא תעשוק u.s.w. in der Mehrheitsanrede gefasst und charakterisiert sich eben darin der Begriff ihrer Bedeutung. לא תגנוב , לא תכחש, לא תשקר, לא תשבע בשם ד' לשקר wäre wie im Dekalog an den einzelnen gerichtet und spräche von Verbrechen des Diebstahls, der Lüge und des Meineides, dessen Unterlassung sicherlich nicht erst in das Kapitel der קדושה, in das Kapitel sozialer Heiligung gehörte. Man ist noch sehr wenig von einem קדוש, wenn man nur kein Dieb und kein Meineidiger ist. Allein an die Pluralität der nationalen Gesamtheit gerichtet, kann es auch gar diese groben Verbrechen im Auge haben, die ja nie, nicht nur von allen, nicht einmal von einer großen Mehrheit einer Nation geübt werden, ja geübt werden können, die in jeder Volksgesellschaft nur vereinzelte Erscheinungen bilden, zu deren Unterdrückung von selbst sich die Gesamtheit als Staat wappnet. Vielmehr ist hier von solcher גנבה, solchem שקר, solcher שבועת שקר, von solcher Unrechtlichkeit, Unaufrichtigkeit und Schwurgeläufigkeit die Rede, die allerdings den ganzen Geschäfts- und Gesellschaftsverkehr einer Nation so durchdringen, ja so zum herrschenden Nationalcharakter werden können, daß sie, weil allgemein geübt, das Brandmal entehrender Schlechtigkeit verlieren, ja zu einer preis- und ruhmwürdigen Kunst erhoben werden und doch vor Gott ebenso wie der gemeine Diebstahl, die gemeine Lüge, der gemeine Meineid verworfen bleiben. Vor ihnen warnt hier das sein Volk heiligende Gotteswort. In seinem Geschäfts- und Gesellschaftsverkehr:
לא תגנבו, soll unrechtmäßigen Vorteil erhaschende Schlauheit nicht die Parole sein denn das ist der Begriff von גניבה in weiterem Sinne. Verwandt mit כנף: verhüllen, sind Heimlichkeit und Rechtswidrigkeit ihre wesentlichen Merkmale. Wo daher Schlauheit, dem anderen unbewusst, einen ihm zukommenden Wert auch nur eine Peruta, etwa eines Hellers, entzieht und sich zuwendet, da ist vor Gott ein Diebstahl geschehen und sein לא תגנבו gebrochen. Ja, es erläutert das Wort der Weisen z.St. in ת"כ: לא תגנבו על מנת למקט לא תגנבו על מנת לשלם כפל ולא על מנת לשלם ד' וה' בן בג בג אומר לא תגנוב את שלך מאחר הגנב שלא תראה גונב, d.i. selbst nicht zum Scherz, aus Neckerei, sollen wir uns eine Entwendung erlauben, selbst nicht, um den Bestohlenen dadurch den doppelten, vier- und fünffachen Ersatzvorteil zukommen zu lassen, sollen selbst nicht unser eigenes und entwendete Eigentum durch heimliche Entwendung wieder an uns bringen, um auch den Schein einer גניבה zu meiden, oder wie es in Beziehung auf Scherz- und Neckereidiebstahl im ח"מ heißt: הכל אסור כדי שלא ירגיל עצמו בכך, der rechtschaffene Jude übt sich nicht in Diebesschlauheit.
Und wie aus dem Geschäftsverkehr, so bannt Gottes Wort: לא תגנבו auch aus dem Gesellschaftsverkehr jede Schlauheit, jede auf גניבת דעת, auf Meinungs- und Gesinnungsdiebstahl berechnete Täuschung. Der rechtschaffene Jude erwirbt sich das Herz und die gute Gesinnung seiner Mitmenschen, aber er stiehlt sie ihnen nicht. Jede Handlung, jede Äußerung, durch welche wir andere in einem höheren Grade als wir in Wirklichkeit verdienen uns geneigt und dankbar machen, ist als גניבת דעת verwerflich. (Chulin 94).
ולא תכחשו ולא תשקרו איש בעמיתו. כַחֵש ist das Leugnen einer uns gegenüber behaupteten Wahrheit. Verwandt mit כעס,כעש , dem Empörtwerden über ein wahrgenommenes Unrecht, heißt כחש im Piel eben ein solches Empörtwerden bei dem andern durch Leugnen hervorrufen. Auch לא תכחשו regelt ebenso sehr unsere Aufrichtigkeit im Geschäfts- wie im Gesellschaftsverkehr. Nicht durch Rücksicht auf unser Interesse sollen hier wie dort unsere Äußerungen geleitet werden. Im Geschäft wie in der Gesellschaft soll jeder uns zur Steuer der Wahrheit aufrufen können und des Zugeständnisses des Wahren selbst zu unserem eigenen Nachteil im voraus sicher sein.
שקֵר Lügen, umfasst nun das ganze große Gebiet der Lüge, die aus dem Geschäfts- und dem Gesellschaftsverkehr die Wahrheit, die Erkenntnis der Dinge und Verhältnisse wie sie sind, diese Grundbasis alles Wohles und aller Pflichttreue verscheucht und das Wort, dieses Unterpfand der göttlichen Menschenwürde, der göttlichen Menschenbestimmung, das Zaubermittel alles sozialen Heileswirkens, in sein Gegenteil, in ein Werkzeug des Unheils und des Verbrechens verkehrt. כחש ist der Wahrheitsraub, שַקֵר der Wahrheitsdiebstahl, und so gewiss wie die Erkenntnis der Wahrheit für die sittliche Aufgabe und das Heil eines jeden ein unvergleichlich höhere und folgenreichere Bedeutung hat als der Wert, der sich an den Besitz eines materiellen Gutes knüpft, so gewiss ist der Wahrheitsdiebstahl ein noch weit verderblicheres Verbrechen als der Sachendiebstahl. Schmeichler, die dem Nächsten die wichtigste Wahrheit, die Wahrheit der Selbsterkenntnis stehlen, Heuchler, die ihr ganzes Selbst zu einer großen Lüge falschmünzen, gehören zu den verwerflichsten Kategorien der durch לא תשקרו aus dem jüdischen Gesellschaftsverkehr gebannt sein sollenden Charaktere. Wie ferner אמת nicht nur die logische, sondern auch die praktische Wahrheit: die Treue bedeutet, so heißt auch שקר die Untreue, die Nichterfüllung eines gegebenen Wortes, בנים לא ישקרו (Jes. 63,8) und sonst, und לא תשקרו איש בעמיתו umfasst auch die Warnung: täuscht nicht durch leere Versprechungen, haltet Wort einer dem anderen.
Endlich ולא תשבעו בשמי לשקר: missbraucht nicht die Berufung auf meine zwischen Mensch und Mensch richtende Gegenwart zur Bestätigung der Lüge alle diese Verbote sind implizite zugleich die אזהרות, die warnende Verbote der bereits anderweitig in ihren Straffolgen besprochenen gemeinen Verbrechen des Diebstahls, des Ableugnens und des Meineides. Allein sie sind in der Pluralanrede an die Gesamtnation in allen Gliedern gerichtet, um auch diejenige Unredlichkeit, Unwahrhaftigkeit, Unwahrheit, Unzuverlässigkeit, und so auch denjenigen Schwurmissbrauch in das warnende Verbot mitzufassen, die, weit über die Einzelerscheinungen gemeinverbrecherischer Handlung hinausgehend, so Sitte und Übung einer nationalen Gesamtheit werden können, daß mit ihrer allgemeinen Verbreitung das Bewusstsein ihres den heiligen Menschencharakter schändenden Unrechts schwindet darum schliessen diese Sätze, die bis dahin an die Volksgemeinde als עם, als Gesellschaft in allen ihren Gliedern nach innen gerichtet waren, indem sie nun die Volksgemeinschaft als גוי, als Einheit nach außen zusammenfasst, und zu dem jüdischen Volk unter Völkern spricht: וחללת את שם אלהיך, als Träger Seines Namens hat dich Gott in die Mitte der Völker gesendet, als Sein, als Gottesvolk sollst du den Völkern das Muster einer von Gott auf Recht und Wahrheit und Treue gebauten Gemeinschaft vor Augen führen. Wenn du dich mit Unredlichkeit, Unwahrheit, Unzuverlässigkeit und meineindigem Schwurleichtsinn befleckest, so entweihst du den Namen, den du trägst, so tötest du die Gottesanerkennung, deren Herold undTatenpriester du sein sollst.
Rabbiner Samson Raphael HIRSCH Komm. SF'IRO (aus Chaurew Kap 29)
Samson Raphael HIRSCH
SFVIRO(ספירה)
(Aus Chauréw Kap. 29.)
§ 214.
Wiedu mit dem Tage nach Schabboss die Tage nach dem Schabbosszu zählen beginnst, 1ster, 2ter, 3ter nach Schabboss u.s.w. damit auszudrücken, das erst im Leben der Woche die am Schabboss empfangene Weihe, und somit der Schabboss selbst, seine Vollendung finde, indem der Schabboss zur Weihe für die Woche gesetzt sei (§196), - also fängt mit dem Tage nach dem 1sten des Péßachsfestes, also mit dem 16ten Nisson, du an, Tage nach dem Péssachtag zu zählen, also 1ster, 2ter, 3ter u.s.w. im Aumer, d.i. nach Péßachtag (§ 303), immer 7 zur Woche schlagend, und stellt so den Péßach gleichsam dem Schabboss da (wie er auch immer für Jissroél ist, was Schabboss ursprünglich für Menschheit) bis du solche 7 Péßachsschabbossauss gezählt, und den Tag nach dem 7ten Tag Péßachschabboss machst du Schowuauss, auszudrücken, festzuhalten und fürs Leben zu beherzigen: daß Péßach seine Vollendung nur in Schowuauss finde, d.h. Freiheit und aller Segen, der in ihr liegt (und auch der damit verbundene Bodenbesitz) nur erst Wert, Wirklichkeit und Bedeutung durchs Gesetz der Thauroh erhalte; wie denn nur, um Diener der Thauroh zu werden, Jissroél aus dem Dienste Mizrajims befreit wurde; wie ja auch gleich im ersten Befreiungsauftrage an Mauscheh dieses geistige Ziel der körperlichen Befreiung ausgesprochen wurde: wenn Du hinausgeführt hast das Volk aus Mizrajim werdet ihr Diener Gottes an diesem Berge (II, 3, 12) (Vgl. § 167.) Aus (§ 301-304) ergibt sich leicht, warum diese Zählung am Aumerdarbringung geknüpft ist.
Mit dem Abend auf den 2ten Tag beginnst du zu zählen, immer 7 Tage zu einer Woche schlagend, bis du 49, das sind 7 Wochen zählest, und am 50. Tag machst Du Schowuauss. Es werden ausdrücklich Tage und Wochen gezählt, z.B. am 8ten Tage, d.i. 1 Woche und 1 Tag im Aumer u.s.w. Man zähle im Anfang der Nacht.(Siehe א"ח489.)
§ 215.
In dieser, der Wertschätzung der Thauroh über alles geweiheten, Zeit von Péßach bis Schawuauss, starben einst fast alle Träger der Thauroh des Zeitalters, allesamt Schüler des R.Akiwo weil, wie es (יבמות סב' ב') heißt; sie sich nicht gegenseitig geehrt, oder nach (ב"ר ס"א) sie neidischen Auges aufeinander gewesen also selber die Thauroh in ihren Trägern nicht geachtet und geliebt hätten und öde lag die Zeit an Säulen der Thauroh bis zum zweiten Male R. Akiwo durch neue Schüler neu die Lehre stützte.
Und ein Jahrtausend nachher in denselben der Thauroschätzung geweihten Tage, zeigten vor allem in Deutschlands schönsten Gauen, Jissroéls Söhne und Töchter, daß sie wohl in Tat zu verwirklichen verstünden die Bedeutung dieser Sfvirozeit, zeigten tausende von Jissroéls Sprösslingen, daß ihnen das Leben und alle seine Güter wertlos seien, wenn nur Lossagen von Thauroh sie erhalten könne und bluteten um Thauroh standhaft unter den Streichen verblendeten Wahnes von Kreuzzüglern (.ד, ת'ת'נ'ו 1096 vorzüglich).
Durch beides erhielt fortan diese Zeit einen Anstrich öffentlicher Trauer, alle Geschlechter Jissroéls hinab zu mahnen, die Träger der Thauroh: nur von dem Wert des Guts erfüllt zu sein, dessen Träger sie sind, zu achten und zu lieben jeden, der gleich hohem Berufe lebt, sich zu freuen der Zahl der Mitgenossen und ihrer Ehre und den eigenen Wert nicht zu kennen;zu mahnen jeden Sohn und jede Tochter Jissroéls: den Tod solcher Vordern in Leben zuumwandeln, und fortzutragen, als höchstes Gut treu fortzutragen das Gut, um das jene gestorben.
Diese öffentliche Trauer findet ihren Ausdruck darin, daß keine Hochzeiten in ihr statthaben, die äußere Persönlichkeit wie bei Leidtragenden (§ 316) durch Barttragen vernachlässigt wird; siehe (493).
Rabbiner Ludwig STERN: VORLESUNG am SCHABBOS SCH'KALIM
Rabbiner Ludwig STERN
(1812-1890)
72. Die vier Sabbate für besondere Thoravorlesungen
Zeitlich, teils auch ursächlich hängen mit Purim folgende vier Sabbate zusammen, an welchen je aus einer zweiten Thorarolle ein besonderer Abschnitt vorgelesen wird; man faßt sie unter der Bezeichnung ארבע פרשיות zusammen.
1.Am Sabbat vor dem Neumond Ador, oder am Neumondstage, wenn dieser auf Sabbat fällt, liest man II. Mose 30, 11-16 (פרשת שקלים). Zu Tempelzeiten galt dies als Aufforderung, die dort vorgeschriebene Tempelsteuer vor Nisson abzuliefern. Bei uns ist es allgemeiner Brauch, dass zum Andenken hieran jeder Mann vom 20.Jahre an am Purim 3.Münzen als מחצית השקל zu einem guten Zwecke spendet.
עמודי הגולה Die Vorschriften der Thora welche Jissroél in der Zerstreuung zu beobachten hat. Ein Lehrbuch der Religion für Schule und Familie von Ludwig Stern, Direktor der israelitischen Schule in Würzburg. Zweite vermehrte und verbesserte Auflage S.154 Frankfurt a.M. Verlag von J. Kaufmann 1886
The video of group of Hasidim burning an Israeli flag in Williamsburg during a raucous Purim celebration on Sunday has made it to the news and drew condemnation from across the board, especially the Satmar community in Williamsburg.
Some members of the Satmar sect told The Brooklyn Paper they oppose Israel because a Jewish state does not jibe with their strict interpretation of the Torah, but that the flag-burnings, which have been happening for years, reflect poorly on the larger Satmar community.
We are against Zionism, but we do not believe that this is a tactic that should be done, Community Board 1 member and Satmar activist Shimon Weiser told the Brooklyn Paper. The people who do this are a fringe of extremist, and they make us all look bad.
There has never been a Satmar rabbi who has permitted or endorsed this action, he said.
What do you expect? The whole nature of "Satmar" is to be sheyne yidden in the eyes of all the Zionist frummelach whereby anti-Zionism is merely a theoretical doctrine and nothing more.........
Redaction: Quite right! Public Zionist Flag burning should, instead on Purim when people are shiker,better be done on Yaum HaSchmutz (5.Iyar) and Lag BaAumer
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH aus dem Kommentar zur Wochenabschnitt ZAW
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH
(1833 1900)
הפטרת פרשת צו
Aus dem Kommentar zur Haftoro des Wochenabschnittes Zaw
Jeremias, Kap. 7, Vers 21 und folgende
Ganz wie der vorigen wird auch in dieser Sidra, die die Fortsetzung der Gesetze über den Opferdienst und die Priester enthält, ein Prophetenwort als Haftora angeschlossen, das in eindringlicher Schärfe vor Verkennung der Bedeutung der Opfer warnen soll. Die weisen Ordner unseres Gottesdienstes haben eben sehr wohl die Gefahren erkannt, die aus einer solchen falschen Auffassung der wahren, aufrichtigen, von Gott gewollte Frömmigkeit erwachsen könnte. Denn das Prophetenwort weist darauf hin, wie zu jenen entarteten Kreisen, deren ganzer Gottesdienst nur noch in Tempelbesuch und in Opfern bestand, die durch ihren Gegensatz zu ihrer sonstigen Entartung das Gotteshaus aufs schwerste kompromittierten, derselbe Gott, der die Opfer eingesetzt, gesprochen habe: Nehmet lieber eure Emporopfer und legt sie zu euren Mahlopfern und verzehrt sie selbst als Fleischkost! Es ist das dieselbe Verkennung des Tempeldienstes und des Gotteshausbesuches, deren Verurteilung der Prophet am Eingang dieses Kapitels im Namen Gottes also auszusprechen gehabt hatte: Hört das Wort Gottes, ihr Männer von Juda, die durch diese Thore eingehen, sich vor Gott zu beugen. So hat Gott der Schöpfungsscharen, Jissroéls Gott, gesprochen: Bessert euren Wandel und eure Taten, so lasse ich euch gerne an diesem Ort weilen. Trauet doch nicht den Worten der Lüge, die sprechen: Tempel Gottes! Tempel Gottes! Sollen doch sie selbst der Gottestempel sein. Und hatte sodann in mächtig aufloderndem Zorne (V. 6 und 10) denen, die draußen vor Diebstahl, Mord, Ehebruch, Meineid, Götzendienst nicht zurückschrecken, dann aber regelmäßig kommen, sich fromm vor Gott hinstellen und sich nun gerettet glauben, um nun draußen Schandtaten weiter fortzusetzen, das Flammenwort: entgegengeschleudert: Ist denn dieses Haus, über das mein Name ausgesprochen, in euren Augen eine Höhle für Schandbuben geworden??
Kap.7, V.21 Empor- und Mahlopfer, ihre Bestimmung nach gelobender Ausdruck der Weihe des Taten- und Genusseslebens. In der eben gezeichneten frivolen Gesinnung dargebracht, stellen sie sich als eine Gotteshöhnung dar und wirken außerdem dadurch gerade entsittlichend, daß sie den Darbringenden in der Wahnvorstellung erhalten, er habe dem göttlichen Willen jetzt Genüge geleistet und könne nunmehr beruhigt weiter freveln. Demgegenüber wäre es besser, wenn die Tiere, statt zu Opfern, für Küchenzwecke verwendet würden.
V.22 und 23 שמעו בקולי Gehorsam, unbedingter Gehorsam gegenüber der aus dem Gesetzesworte uns entgegentönenden Gottesstimme, לי לעם, daß allen Beziehungen des gesamten bürgerlichen Lebens das Gepräge der Gotteshörigkeit und Liebe ausgedrückt sei, והלכתם בכל הדרך, der Charakter der Sittenreinheit, der jedes Einzelleben als das von Gott gestaltete kennzeichnet das bildet den Inhalt des ganzen großen unverbrüchlichen Gottesgesetzes, auf das Gott uns verpflichtet und zu dessen Erfüllung er uns zum Volke erschaffen hat.
V.24 ויהיו לאחור ולא לפנים Zu allen Zeiten vollzog sich der Abfall vom Gesetze unter der Devise des vermeintlichen Fortschritts. Im Lichte der höchsten Kulturziele der Menschheit jedoch war zu allen Zeiten die Geschichte des Abfalls in Wahrheit eine Geschichte des Rückschritts.
(Die Haftoroth übersetzt und erläutert, Frankfurt am Main 1896: S. 189- 195Kommentar zu Jeremias Kap 7 V.21 )
How absolutely and utterly idiotic..............that these people are told by their "rabbis" that certain classes of Jews are supposed to get special privileges in the Zionist state while others do their dirty work for them...when was the last time the Frummelach protested the existence of the shmad and all other aveyras of Zionism of the last 65 years??
They don't care as long as it doesn't touch their own selfish agenda to have a medinah al pi HaTorah and that the freie Zionists should bow down to them and declare "you are soooo holy, we will go out and die for you, since our bris mila isn't as holy as yours..."
KEFIRA!! KEFIRA!! MINOOS AND APIKORSUS FROM THESE "RABBONIM" OF THE EREV RAV!!
צפו 150 אלף איש הכריזו במנהטן: "לא ניתן לקחת אף חרדילצבא"
Who is to decide who is "Haredi" and who is not?
Who gets to decide who should live in yeshivas and who should die in the army of Amalek??
Since when are some Jews expendable for Zionism and others are to be protected? Which religion teaches this?! The religion of the erev rav!!
According to which Halacha of the Torah are the yeshiva frummelach supposed to get a privileged status in the Zionist state while other Yidden can sacrifice themselves on the Mizbeach of Amalek to protect the Yeshivaleyt?!!!
Why Steinman worse than the others??
Can anyone explain to me why they consider Shteinman worse than all the others: Kanyevsky, Auerbach, Sternbuch, Tuvia Weiss, the Teitelbaums, etc.???!! They call him the "most impure" but why?? Why are the other ones less "impure" than him??!!
At New York Rally, Hareidi Extremists Call for Israel Boycott
Radical protesters at US anti-draft rally also attack leading hareidi figure Rabbi Shteinman, call for an end to the State of Israel.
Rabbi Shteinman leads the Degel HaTorah faction of the hareidi UTJ party in Israel's Knesset, in opposition to radical hareidi anti-Zionists who oppose participation in the Israeli political system. Moreover, despite the ongoing storm over the drafting of hareidi men into the IDF, Rabbi Shteinman once issued a ruling calling on hareidi men who are not engaged in full-time Torah study to enlist - making him Neturei Karta's public enemy number one.
The new draft law ending the universal exemption of hareidim from military service has been a point of contention in Israel, particularly because of the approval of criminal sanctions against hareidim who evade army service.
Hareidi leaders have expressed strong opposition to criminal sanctions for yeshiva students, and pro-enlistment leaders have warned that strong sanctions could create a backlash that would mean fewer hareidi men in the army, not more.
I have never understood why journalists and politicians never elucidate the meaning of Israel as a "Jewish state." Does this mean a guarantee that the population of the State of Israel will always have a certain majority of Jews, i.e. 60% or 80%, so that if growth in the Arab population reduces the Jewish percentage, the State of Israel will have the "right" to expel or to exterminate a certain number of non-Jews to re-attain the guaranteed percentage of Jews in the "Jewish" state?
Secondly, with a large minority of non-Jews, how could our government or any other democratic government propose applying an ethnocratic identity which would be an anathema to any of them? For instance, we would never tolerate identifying the US as a Christian state or White State, nor would Germany be an Aryan State, or Britain an Anglo-Saxon State, or India a Hindu State, so where do our leaders come off proposing something as ridiculous as a guaranteed "Jewish State"? And why do journalists never address these issues?
And yes, I am a Jewish American, an Orthodox Jew, who opposes the madness of Zionism.
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH aus dem Kommentar zur Haftoro WAJAKeHél
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH
(1833 1900)
Aus dem Kommentar zur Haftoro des Wochenabschnittes WAJAKEHéL
Könige 1, Kap. 17, Vers 13 und folgende
Der Inhalt der Haftora bildet die Beschreibung der beiden Säulen Jachin und Boas und des Meeres. Eine nähere Betrachtung erfordern die beiden ersteren, die schon durch die auffällige Benennung als besonders bedeutsam gekennzeichnet werden. Die beiden Säulen befanden sich in der Halle vor dem Hechal, der Machtstätte, am Eingange zu ihr.
Hier nur noch ein Wort über den Totaleindruck, den diese beiden mächtigen Säulen am Eingange zum Heiligtum machen mussten und sollten. Denn daß es ein lebensweckender, auf Bedeutung und Zweck des Heiligtumshinweisender Gedanke war, den sich Jedem entgegenrufen sollten,der diesem Heiligtum sich nahte, das geht mit Evidenz aus den beiden Namen hervor, die der Weiseste der Sterblichen ihnen gab, vor dessen innerem Auge die Lichtworte der Symbolsprache des Heiligtums in ihrer ganzen Herrlichkeit aufgestrahlt sind, wie sie erst nach Jahrtausenden vor dem Geistesauge eines gottbegnadeten Forschers aufleuchten sollten, der sie in jenen Werke niedergelegt, deren allgemeinerem Verständnis erst die kommenden Geschlechter entgegenreifen. Wenn Salomo diese Säule Jachin und Boas nannte, so weisen beide auf das Gotteswort hin, das allein diesem Heiligtume Inhalt und Bedeutung verleihe. Die, vom Heiligtum geschaut, rechts, südlich, auf der Menorah-Seite stehende, verkündet mit ihrem Namen: Jachin, daß das hier thronende Gottesgesetz allein Ysroel und die Menschheit die Richtung und damit die feste Begründung zu geben habe, und die links, nördlich, an der Schulchan-Seite; stehende Säule kündet mit ihrem Namen: Bo-as, daß in diesem Gottesgesetze und in der Hingebung an dieses Gottesgesetz allein die unüberwindliche, allem obsiegende Kraft zu gewinnen sei. Die Forderung dieser Hingebung, die der Prophet Hosea später im Namen Gottes in die Worte kleidete: Ich will ja gern wie Tau sein für Israel, es muss sich jedoch diesem Tau öffnen wie die Lilie! (Hosea 14,6) Und wie vom unteren Teile des Kapitäles herunter grüssenden Granatäpfel? Was lehren sie anders als die Granatäpfel am Saume des Hohenpriester-Gewandes, daß nämlich im Heiligtum gehegten und von den Menschen dort zu gewinnenden Güter eine unendliche Fülle von Heilessaaten sind, die nur darauf harren, in die Erde gestreut und von der Erde empfangen zu werden, , um in der Gestaltung der irdischen Verhältnisse nach dem göttlichen Gesetze das Paradiesheil auf Erden aufblühen und schon auf Erden das ewige Leben gewinnen zu lassen.So künden die Granatäpfel an den Kapitälen die Wahrheit, die derselbe Salomo Prov. 3,18 mit den Worten ausgesprochen: Das in diesem Heiligtum bewahrte Gottesgesetz ist der Baum des Leben, wer an ihn festhält, der ist beglückt wörtlich: der wird zu ewigem Heilesfortschritt und in ewigen Fortschreiten gefördert.Vergessen wir in Ergänzung dieses Ausspruches nicht, daß, wenn hier in der Vorhalle sich uns die Früchte des עץ החיים, des Baumes des Lebens darstellen, im Heiligtume selbst im דביר, an der Stätte des göttlichen Wortes auch die Cherubim, sowohl in den von Salomo gefertigten Gestalten, als auch vor allem in dem von Gott gebotenen Cherubim-Deckel vorhanden sind, als die Paradieswächter, Beschützer und Bewahrer des Weges zum Baume des Lebens.
Jachin und Boas und dasMeer und die ganze übrige Ausstattung des Tempels, von den unsere Haftora und die ihr vorangehenden und nachfolgenden Abschnitte des Buches der Könige berichten, sind längst dahingeschwunden. Sie haben den Bestand des Reiches nicht überdauert. Sie wurden nach Jer. a..a. O. in Stücke geschlagen und als Metall nach Babel transportiert, sind dort umgeschmolzen und vielleicht zur Erhöhung des Prunkes des Bel verwendet worden. Auch Babylon und die ganze Herrlichkeit des Bel deckt der Moder der Jahrtausende. Die Wahrheiten aber, die sie lehren sollten leben und harren noch immer ihrer Verwirklichung. Und auch wir, die berufenen Träger dieser Wahrheiten, wir leben, und alle von Gott gefügten Wandlungen unsrer Geschicke haben keinen anderen Zweck, als uns zu wahren Trägern dieser Wahrheiten zu erziehen, bis daß einst ein jeder Jude in seines Lebens gesamter Richtung, Festigkeit und Vollendung alsJachin und durch die Kraft, die ihn aus allen Lebenskämpfen siegreich hervorgehen lässt, als Boas dastehn wird in seines Menschheitspriestertums Vollendung.
(Die Haftoroth übersetzt und erläutert, Frankfurt am Main 1896: S. 167- 175Kommentar zu Könige 1. Kap 17 )
PILPUL 10 Questions to Neturei Karta International
Pilpul by a ehrlicher Yid fun Brooklyn
10 Questions to Neturei Karta International
Here are some questions requiring clear answers!!!!!!!
1) The Zionists are not ne'eman in anything - for eydus, their wine is yayin nesach, their bread is pas akum. So why are the Zionists 100% ne'eman about anything that happened in World War II??!!
2) Why does NKI meet only with ONE Hungarian party that is relatively small, and ignore the entire government of Hungary, giving the idiotic impression that anti-Zionist Jews are allied ONLY with one particular party?!
3) When NKI say that "authentic Jews" are against Zionism, how are non-Jews supposed to determine who are authentic and who are not?? Are they supposed to check their Tsitsis or their Bris Mila of every Jew?
4) If a party such as Jobbik decides they like "authentic Jews," what are they supposed to do politically about all the "NON-AUTHENTIC ZIONIST JEWS" who control so much??!! Ignore all the crimes of the "non-authentic Jews" in their policies and politics??
5) Why does NKI spend more time teaching non-Jews about the shalosh shvuas than Jews?
6) Why does NKI mechanef to the Zionists by repeating over and over the issue of the "Holocaust" (a ZIONIST WORD) to be mashpil the German people about their ancestors? This is hisgarus ba-umos.
7) Why should non-Jews believe that the Zionists "don't represent Jews" when the Zionists are ELECTED by millions of Jews compared to a minyan of "anti-Zionist Jews"?? Are they supposed to accept NKI as the true Judaism simply be'emuna shleyma?
8) Why do Feldman and R. MB Beck refer to "liberated Auschwitz" by the Russians even lefi shitaso?!!
9) WHY shouldn't the non-Jews accept the medina?? AFTER ALL, if the Jews lost 33% of their entire people, what is wrong with a shtikel land as compensation for such a terrible event lefi shitasam?! Are non-Jews supposed to accept NKI or even Vayoel Moshe against millions of Jews who received the compensation from the Europeans of a Medina (and money of course)??
Twelve times Hertzel is in the sofe tevos of pesukim, but always backwards. And all the pesukim talk about the land of Israel, because Herzel backwards is "latzara". Only once is his name written straight, in the sofe tevos, in the book of shmuel, "it wasn't good", the advice which achitovel advised.
The unfortunate truth is that the Zionist policy during the Holocaust was that only Jewish bloodshed on a massive scale could help them achieve their state after the war. They provoked anti-Semitism and sabotaged rescue efforts, all for their political goals. They pursue the same tactic to this day: they cause the blood of Jews and non-Jews to be spilled, and they benefit politically.
How do NKI know that all the "six million" were Yidden Lehalacha?? Did they check their birth certificates Lefi Shitasam?? Or do they just take the word of the Zionists? http://www.nkusa.org/activities/demonstrations/20140127.cfm Once again, the Zionists are using the Holocaust to justify and gain support for their state. The blood of the six million cries out to us from the earth, and we are outraged. Who gave the Zionists the right to use our grandparents' blood for their political purposes?
It is very very sad that today's askanus of "Neturei Karta" is itself infected by Zionism through the back door for years...with even very close to Chilul Hashem and hisgargus ba'umos with narishkeit and shtusim, not to mention waste of money...
From Jerusalem to London to New York...a million times (or perhaps six million times) gevalt, gevalt, gevalt, gevalt!!!
The NKI are now on a maaracha against the Zionists (supposedly) in Poland by using the Holy Cause propaganda to convince goyim that the Jews should NOT have a medina!! So what are the Germans and other non-Jews supposed to say: "Oh.......you mean you lost ONE THIRD of your people but you shouldn't get any compensation from the nations? Why not? What's wrong with that?!" Especially when Jews who support Zionism outnumber anti-Zionist Jews 1000 to 1!!
This situation is to be me'orer the emotions of the goyim against Jews in general about Word War II and ITSELF IS HISGARUS BA'UMOS, TO BE MASHPIL THE GERMANS IN REVERSE: THAT ALL THE RISHUS OF THE GERMANS SHOULD NOT RESULT IN ANY COMPENSATION.
THIS IS HISGARUS BA'UMOS BY NETUREI KARTA AND PLAIN ORDINARY STUPIDITY. PERIOD.
Ukraine and Uman
These "Breslovers" amaze me. They run to the Zionist regime to help against Ukraine's decision to charge $100 per visitor to Uman. This is what "Breslov" has become today. Gevalt.........AND WHY DON'T THESE SAME BRESLOVERS EVER COMPLAIN WHEN THE BRESLOV VAAD CHARGES VISITORS TO UMAN MONEY FOR UPKEEP OF THE KLOYZ AND THE TZIYON? What makes the Breslov Vaad better in Ukraine than the Ukrainian government itself??!!
At the Davos Economic Forum the Zionist scum met with some of their loyal associates who run GOOGLE, YAHOO and MICROSOFT. Here below is the chief scum meeting the head of Microsoft, Bill Gates. The chairman of Davos poured love and praise on the medinah.......
Mayor Bill de Blasio gave an unannounced speech at a Manhattan gala of the American Israxl Public Affairs Committee, the leading pro-Israxl lobbying group, assuring its members that part of my job description is to be a defender of Israxl. Mr. de Blasio assured AIPAC members that City Hall will always be open to AIPAC, adding, When you need me to stand by you in Washington or anywhere, I will answer the call, and I will answer it happily, because thats my job.
B'Avud Reshaim Rina!!! When the Wicked Die We Celebrate!!!
A ehrlicher Yid in Brooklyn:
B'Avud Reshaim Rina!!! When the Wicked Die We Celebrate!!!
Not only to thank Hashem from removing this filthy klippa from the world, Sharon, yimah shmo, even though he was actually dead in a coma for 8 years, but we anxiously await more such cases, and the end of the filthy Zionist State. Amen.
BSD
Omayn!!!
Thiscarrionhas come tothe Gehinomdirectlyand thoselike himwill experiencethe same fate.
Thiscarrionmay haveescaped from theInternational Justice, but not from the Divine Justice. This iswhat will happento allthe Zionists whohave reached a pointof no returnalreadyin their lifetimeandwhose conscienceis rotten.
Woe tothe man who dieswithout being judgedorbeing ableto repent! This is the worstthing that canhappen to a manor a woman.
He is the #2 now to Janet Yellin, the newest "Jewish" Zionist running the Federal Reserve. She follows Sholom Ber Bernanke who followed Avrohom Greenspan...why shouldn't non-Jews believe the protocols of the Elders of Zion??!!
1) Obama nominates former Bank of IsraXl chief Stanley Fischer as Fed vice chairman Fischer served as Israexs top banker for eight years; Obama: Stanley Fischer is widely acknowledged as one of the world's leading economic policy minds.
2) Senate confirms Janet Yellen as next chair of the Federal Reserve6 Jan 2014: Rand Paul among Republicans voting against but Yellen is confirmed as first woman to head US central bank
Fischer was born into a Jewish family in Mazabuka, Northern Rhodesia (now Zambia). When he was 13, his family moved to Southern Rhodesia (now Zimbabwe), where he became active in the Habonim Zionist youth movement. In 1960, he visited Israxl as part of a winter program for youth leaders, and studied Hebrew at kibbutz Ma'agan Michael. He had originally planned to study at the Hebrew University of Jerusalem, but went to the United Kingdom to study after receiving a scholarship from the London School of Economics, and obtained his B.Sc. and M.Sc. in economics from 19621966. Fischer then moved to the United States to study at MIT, and earned a Ph.D. in economics in 1969 with thesis titled Essays on assets and contingent commodities. In the early 1970s, Fischer worked as an associate professor at the University of Chicago. He became an American citizen in 1976.
Fischer is married to Rhoda Fischer (née Keet), who had met during his days in Habonim. The couple have three children. When they moved to Israel, Rhoda became honorary president of Aleh Negev, a rehabilitation village for the disabled. Members of FED: It can be seen that 25% of the officials are from 1% of the population..........
Members: Ben S. Bernanke, Board of Governors, Chairman William C. Dudley, New York, Vice Chairman Elizabeth A. Duke, Board of Governors Charles L. Evans, Chicago Richard W. Fisher, Dallas Narayana Kocherlakota, Minneapolis Charles I. Plosser, Philadelphia Sarah Bloom Raskin, Board of Governors Daniel K. Tarullo, Board of Governors Janet L. Yellen, Board of Governors Alternate Members Jeffrey M. Lacker, Richmond Dennis P. Lockhart, Atlanta Sandra Pianalto, Cleveland John C. Williams, San Francisco Christine M. Cumming, First Vice President, New York
Bank of Israxl[edit]Fischer was appointed Governor of the Bank of Israxl in January 2005 by theIsraeli cabinet, after being recommended by Prime Minister Ariel Sharon and Finance Minister Benjamin Netanyahu. He took the position on May 1, 2005, replacing David Klein, who ended his term on January 16, 2005. Fischer became an Israeli citizen but did not have to renounce his American citizenship, despite previous concerns that such a step was a prerequisite for the appointment. [5][6][7] He had been involved in the past with the Bank of Israxl, having served as an American government adviser to Israxl's economic stabilization program in 1985. On May 2, 2010, Fischer was sworn in for a second term.[8]
Under his management, in 2010, the Bank of Israxl was ranked first among central banks for its efficient functioning, according to IMD's World Competitiveness Yearbook.[9] Fischer has earned plaudits across the board for his handling of the Israeli economy in the aftermath of the global financial crisis. In September 2009, the Bank of Israxl was the first bank in the developed world to raise its interest rates.[10] In 2009, 2010, 2011 and 2012 Fischer received an "A" rating on the Central Banker Report Card published by Global Finance magazine.[11][12] In June 2011, Fischer applied for the post of IMF managing director to replace Dominique Strauss-Kahn, but was barred as the IMF stipulates that a new managing director must be no older than 65, and he was 67 at the time.[13] There is some discussion that his nationality may have influenced this decision.[14] On January 29, 2013, Fischer announced he would be stepping down as governor of the Bank of Israxl on June 30 midway through his second term.[15]
Sadly Rabbi Weiss did not directly reply to the question of the Iranian interviewer. Furthermore, he promotes the idea that somehow only a certain segment of the Jewish People have to be worried about not to go into the Zionist army, which is completely and utterly false.
NO JEW is allowed to go into the army whether or not he is hassidic or like Rabbi Weiss. NO JEW. How would Rabbi Weiss determine who is "anti-Zionist" and who is not? Many of the leaders of the orthodox Jews are dedicated Zionists, but want OTHER PEOPLE to do their dirty work for them and keep their own constituencies from army service. Sadly, very sadly, Rabbi Weiss does not address this entire issue adequately at all, and did not even reply to the question posed by the interviewer.
Satmarlach Protest in NY
Anti Israxl March at Israeli Consulate NYC
Anti-Zionist Haredi Jews march in front of Israeli consulate in New York City, to protest recent forced draft in to the Israeli Defense Force [IDF], December 24 2013
Non-Jews are utterly amazed just to see the presence of self-identified Jews ostensibly protesting against the State of Israxl. However, it must be understood that the organizers of these activities do not claim to appeal for the boycott of the Zionist State or the dissolution of the Zionist State. They typically merely set up protests AGAINST SPECIFIC POLICIES of the State itself. This must be understood clearly.
They have not established any movement for the emigration of their brethren away from the Zionist State. They have this fantasy that their brethren can remain living under the wicked Zionist regime and that the Zionists will obediently leave them alone, never requiring anything from them, but allowing them all allowances and benefits by living there. This is totally ridiculous. IF the Zionist state is as evil as the organizers believe, then why to they remain content with such protests that do not get to the heart of the problem anyway?!
Rabbiner Dr. Rafael BREUER: 'Unter seinem Banner - Ein Stimmungsbild (1908)
Rabbiner Dr. Raphael BREUER
(1881-1932)
EPIGONENBRIEFE
SIEBENUNDZWANZIGSTER BRIEF
EIN STIMMUNGSBILD
24. Dez.19.. abends.
Es dämmert die Weihnachtsglocken tönen durch die christliche Welt. Es sind die einzigen Signale des christlichen Kultus, die auch in jüdische Häuser dringen. Denn in der Nitlnacht ruht das Studium des Gesetzes. Für ein paar Abendstunden vergegenwärtigt sich das jüdische Volk, wie arm es ohne Thora wäre. Wie bettelarm und hilflos, wenn jene Anschauung im Rechte wäre, die im Christentum die Überwindung der jüdischen Gesetzlehre sieht und nicht die fragmentarische Weltansicht einer tausend-jährigen Übergangszeit, die auf Umwegen langsam aber sicher an den Fuß des Moriaberges führt. Darum wenn die Weihnachtsglocken tönen horcht Jissroél nachdenklich auf legt sein Kostbarstes bei Seite und wartet, bis sie ausgeklungen. Gäbe es Gott, daß sie nicht umsonst über die Erde klingen, und mögen sie mit mächtigem Schall das Gewissen der Völker wecken! Selig sind, die da hungern und dürsten nach Gerechtigkeit, denn sie sollen gesättigt werden. So heißt es in der Bergpredigt.
Das Recht und die Liebe es ist endlich Zeit, das aus den toten Worten, lebendige Taten werden. Was nützt es, wenn für nichtigen Zweck die nationale Ehre geschützt, die nationale Wehrkraft vermehrt, der nationale Wohlstand gefördert wird wenn Millionen ungesättigt nach der Gerechtigkeit hungern und dürsten, wenn das Alphabet jeder Menschengesittung, das Recht und die Liebe, noch immer gelehrt vergeblich gelehrt werden muß. Hat man denn schon vergessen, daß der feierliche Schall der Weihnachtsglocken dem Geburtstag eines jüdischen Kindes gilt! In der Nitlnacht ruht das Studium der Thora. Ausnahmsweise, nach althergebrachtem Brauch. Dieser Brauch ist ein sinniger Brauch. Wenn sich die Enthaltsamkeit vom Lernen nur auf die Stunden einer dieser erstreckt. Jedoch dieser Brauch verliert jeden vernünftigen Grund, wenn die Enthaltsamkeit vom Lernen, bereits in der vorhergehenden Nacht geübt, in der folgenden Nacht fortgesetzt werden sollte wenn auch in den übrigen Nächten des Jahres das Studium des Gesetzes ruht. Zu den Perlen, um die uns die Vernachlässigung der Thora bringt, zählt auch die sinnige Muße der Nitlnacht.
Darum klingen die Weihnachtsglocken vorwurfsvoll in so manches jüdisches Haus. O, daß sie auch uns zur Besinnung brächten!
(Aus Rabbiner Dr. Raphael BREUER Unter seinem Banner (1908) S.186-187
Bevor wir das Buchdes göttlichen Schriftwortes aus der Hand legen, wollen wir noch einmal de heiligen Inhalt desselben überblicken.
Es beginnt, wie wir wissen, mit der Schöpfungsgeschichte, mit dem göttlichen Worte: Es werde!
Viele Geschlechter, erzählt es uns ferner, sind seit jedem Augenblicke entstanden und wieder von der Erde verschwunden. Das fromme Leben der Patriarchen, wie sie für die Verbreitung wahrer Gotteserkenntnis gewirkt und gestrebt, wird uns darin geschildert.
Es schließt mit dem Hinüberschlummern Josefs, der nach so vielen Wechselfällen von Leiden und von Freuden als HerrscherEgyptens zu Grabe ging.
Mögest du, junger Leser, aus diesem ewigen Wechsel die große Lehre mit ins Leben nehmen, daß alle irdische Größe eitel, hinfällig und vergänglich, kein Selbstzweck hat, sondern nur Mittel zur Erreichung eines höheren Zweckes ist, mögest du bei jedem Schritte, bei allen deinen Unternehmungen die Worte des weisen Königs vor Augen haben und beherzigen:
Fürchte Gott, halte seine Gebote, denn das ist des Menschen Ziel und wahre Bestimmung.
1.
Des ersten Buches heilge Lehre
Beende ich, mein Schutz und Hort!
Doch ferner mir die Huld gewähre,
Daß ich versteh Dein göttlich Wort.
2.
O, guter Gott, beleb mein Streben,
Entzieh mir Deine Hilfe nicht!
Nur Dir geweihet sei mein Leben,
Bis einst mein Aug im Tode bricht!
Aus: Erbauungsbuch Bibel- und Talmudschatz J.H. Kohn S. 15513.Auflage Hamburg 5691 1931
1. They ask Aaron Teitelbaum: WHY don't you recognize the Zionist state?
His answer: Because "they don't represent
the Jews" (meaning the all the people who vote for
the Zionists in the Knesset and AIPAC are Chinese, Italians and Greeks......)
2. They ask "Why don't they represent the Jews"? His
answer: "Because they don't" (Another stupid
answer).......
3. They ask: What about the haredi Zionists? His answer: We
have nothing to do with them (Except for Shmuel Auerbach,
the Vizhnitzer, the Belzer, Kanyevsky, etc. etc.)
4. They ask: Do you support the claims of the Palestinians? His
answer: We don't care how many Arabs the Zionists kill or how much hatred this
makes against Jews. We only say there shouldn't be a state. (What a CHILUL HASHEM.......that the TORAH AND HASHEM don't
care about these aveyras. What an absolute idiot.......as if we didn't know!!).
מיליארדרים מוסלמים נפגשו
עם האדמו"ר מסאטמר והציגו בפניו סדרת שאלות על יחסה של החסידות לציונות
השו"ת המלא
Muslimbillionairesmet withthe Satmar Rebbeandpresented hima
series of questionson theattitude
of theadherents
שלמה
גרינברג, בחדרי חרדים 15:19 07/11/2013
מה
הסביר האדמו"ר מסאטמר למוסלמים מיליארדרים מוסלמיםנפגשו
עם האדמו"ר מסאטמר והציגו בפניו סדרת שאלות על יחסה
של החסידות לציונות השו"ת המלא
07/11/2013 15:19 חרדים
בחדרי ,גרינברג שלמ
ביקור
יוצא דופן של מוסלמים בכירים בבית האדמו"ר מסאטמר: האחים למשפחת הני אל
קאסאב, מאיחוד האמירויות, החולשים על חברות ענק בדובאי ובעלי שדות הנפט באיחוד,
ביקרו אצל האדמו"ר.
שני
האחים, שהונם מוערך בעשרות מיליארדים, הגיעו לארה"ב לצורך עסקים והשקעות
משותפות עם אנשי עסקים חרדים.
כפי
שפורסם ב'בחדרי חרדים', האדמו"ר מסאטמר ערך מגבית מיוחדת בשמיני עצרת, למימון
קמפיין בעיתונות האמריקאית, נגד ראש הממשלה בנימין נתניהו, לקראת בואו לנאום בעצרת
האו"ם.
מטרת
הקמפיין הייתה למחות נגד 'גזירות ממשלת ישראל' בנושא גיוס בני הישיבות. 75 אלף
דולר גוייסו מיד למחרת החג. והפרסום יצר תהודה גדולה בציבור האמריקאי ובמדינות
אחרות.
האחים
שנתקלו גם הם במודעה נגד נתניהו, ביקשו לנצל את ההזדמנות, כדי לברר מהי בדיוק
שיטתה של סאטמר.
בעת
ביקורם, נודע להם שאחד מהחרדים השותפים איתם בהשקעה הוא חסיד סאטמר והשניים ביקשו
ללמוד יותר על יחס החסידות למוס
השותף,
לא הצליח לספק את סקרנותם והוא הפנה אותם להרה"ג רבי חיים צבי טייטלבוים,
נכדו של האדמו"ר.
במהלך
השיחה ביקשו השניים להיפגש עם האדמו"ר. האדמו"ר הגיב כי אם מהביקור יצא
קידוש שם שמים, הוא מוכן לכך.
השניים
הגיעו אל האדמו"ר ושהו בחדרו במשך רבע שעה.
מדוע
אתם נגד המדינה?
בפתח
השיחה, גוללו האחים את טיב עסקיהם בפני האדמו"ר וביקשו את ברכתו. בהמשך, ניסו
האורחים להבין, מדוע "סאטמר הם נגד המדינה?".
האדמו"ר
ענה להם בצורה חד משמעית: "הציונים אינם דוברים בשם עם ישראל ואינם באי-כוחם
בכלל. לא הכרנו בהם כמדינה יהודית, וכתוצאה ישירה מכך, אנחנו לא הולכים לכותל
המערבי אפילו שזה המקום הקדוש ביותר לעם היהודי, ולא לשאר מקומות שהמדינה כבשה מהערבים".
"האם למשל סאטמאר משתתפים בבחירות?" חקרו
האורחים.
האדמו"ר:
"בוודאי שלא... אין לנו שום זיקה למדינה שלהם, ואיננו נותנים שום כתף לתמיכה
בשלטון".
- האם יש לכם קשר עם מפלגת ש"ס?
האדמו"ר:
"בדיוק ההיפך. אנחנו נלחמים נגדם ונגד אגודת ישראל, וכל המפלגות שנקראות
חרדיות, כי אין לנו חלק ונחלה בשום דבר שנועד לבסס את המדינה הציונית
ו
- האם הבעיה היא בגלל שמדובר בשלטון חילוני?
האדמו"ר:
"זה לא משנה אם את המדינה מנהל חרדי או חילוני... הבעיה הוא המדינה המכונה
בשם ישראל".
- האם זאת אומרת שסאטמאר אוהדים את הערבים?
האדמו"ר:
"התנגדותנו למדינת ישראל, לא נובעת ממניעים פוליטיים, אלא האיסור על פי התורה
שלנו להקים מדינה בשם ישראל, לפני בוא הגאולה. המדינה מהווה סתירה גדולה לדת
היהודית ותקוותינו האמתית. לכן, גם אם יבוא יום ובין הערבים לישראלים תיכון ברית
שלום, התנגדותנו למדינת ישראל בעינה עומדת".
יש
הבדל בין ציונים ליהודים
האחים
סיפרו כי נולדו בדמשק ומעולם לא גדלו על ברכי השנאה ליהודים. "הטיפו לנו תמיד
רק נגד הציונים ומדינת ישראל. עם שכננו היהודים בדמשק, היו לנו יחסים טובים".
האדמו"ר:
"נכון. הציונות היא בסך ארגון פוליטי וצריכים להסביר לכולם, מה ההבדל בין
יהודים לבין ציונים".
בתום
השיחה, שנערכה באווירה חיובית, נפרדו האישים מהאדמו"ר בלבביות.
בסאטמר
מציינים, כי עילה נוספת לקיום הביקור, נובעת מדברי אביגדור ליברמן, כי
"פוגרום נגד היהודים בדרום אפריקה הוא רק עניין של זמן", וקרא לכל
היהודים במדינה לעלות לישראל בהקדם.
הדברים
שהגיעו לאוזניו של האדמו"ר מסאטמר, קוממו אותו. "הרי זו הטקטיקה הישנה
של הציונות ושליחיה. קודם, הם מתסיסים את התושבים נגד היהודים וכאשר האחרונים
סובלים מהתנכלויות בעקבות זאת, הם עוזבים את ביתם ורכושם ובורחים למדינת ישראל. כה
עשו בעבר וכך הם מעוניינים גם לעשות כעת. רבבות יהודים בדרום אפריקה יושבים בשלווה
, אבל הציונים משסים ושופכים שמן למדורה, כדי לאלץ אותם לעלול לישראל", אמר
האדמו"ר.
שניהם מעולם לא נפגשו, שניהם מנהיגים ברמה
בעלי השקפות קיצוניות זה מזה, אך כשמדובר בהלכה, מצאו מיד את הקשר. הקשר בין מרן
הגר"ע יוסף זצוק"ל לבין כ"ק האדמו"ר מסאטמר שיבדלחט"א.
פגישה אישית בין שני האישים החשובים מעולם לא התקיימה, אך בין מרן הגר"ע
יוסף זצ"ל לבין יבלחט"א האדמו"ר מהר"א מסאטמר שליט"א היה
קשר תורני מופלג. ככל מה שנגע בענין תורני או הלכתי הטיבו לתקשר ביניהם.
היה זה כשהרה"ג רבי דוד יוסף שליט"א שם פעמיו לארה"ב יחד עם
חברי 'בד"ץ בית יוסף', לבחון מקרוב את הליכי השחיטה המוהדרים שבקרית יואל
במונרו. בית החשיטה הקפדני בפיקוחו האישית של האדמו"ר מסאטמר שליט"א.
בשחיטה מחמירים מאוד לפי שיטת הבית יוסף.
עם תום הסיור עלו חברי 'בד"ץ בית יוסף' יחד עם רבי דוד יוסף למעון
האדמו"ר, שקיבלם בחיבה רבה. הרב דוד העניק את הספר 'יביע אומר' חיבור של
מרן זצ"ל, לאדמו"ר.
האדמו"ר התרגש מאוד כשראה בפתח הספר הקדשה אישית של מרן זצ"ל, בו
הוא כתב: "לאדמו"ר כבוד קדושת האדמו"ר בנן של קדושים רבינו אהרן
טייטלבוים שליט"א, מוצש"ק ד' שבט תשע"א, ביקרא דאורייתא",
בתוספת חתימה אישית של מרן.
מיני אז הספר לא נפרד מידי האדמו"ר. הוא נמצא קבע באוצר הספרים הפרטי של
האדמו"ר בבית לימודו.
Several hundred thousand Jews attending the funeral of this Erev Rav
Mesis u Mediach........THEY COMPARE HIM TO MOSHE RABBENU AND YOSEF
HATZADDIK. AFAR LAFUMAM!!! THE RABBI OF "ALL THE JEWISH
PEOPLE!"!! GEVALT!!! THIS IS THE CONDITION THAT THE JEWISH PEOPLE IS
IN!! GEVALT!! EVEN THAT IDIOT ABBAS GAVE CONDOLENCES 3 YEARS AFTER OVADIASHTUNK
CURSED HIM!!
SHEM RESHA'IM YIRKAV!!!
YIMACH SHMO!!!
GEVALT!!!
THE SITRA ACHRA WAS VERY VERY SUCCESSFUL.......HE GOT TOGETHER
SEPHARDIM, CHASSIDIM, LITVAKS, SETTLERS, MIZRACHI, FREI, WITH ALL THE
REBBELACH, RABBONIMLACH, LEADERS OF THE MEDINA, OF THEIR ENTIRE IZREEYALI
PEOPLE THAT IS NOT A PEOPLE. ALL TOGETHER UNDER THE FLAG OF
AMALEK............DISGUSTING. ABSOLUTELY DISGUSTING.............
BARUCH SHE-HIVDILANU MIHEM UME-HAMONEYHEM. AMEN.
Berland: Ovadiah=Moshe Rabbenu (Audio)
THIS BERLAND SHOWS HIMSELF TO BE EVEN CRAZIER THAN EVER. AND HE PRETENDS
TO BE A JEW AND A BRESLOVER!!!!!!! ACTUALLY HE SHOWS HIMSELF TO BE AN AMALEKITE
PRETENDINGTO BE A BRESLOVER.............
MAY HASHEM YISBORACH TAKE CARE OF THIS MADMAN LUNATIC RASHA APIKORUS
SHAYGETZ BERLAND. AMEN!!
הרב אמר כי "מרן הוביל
אותנו, למעלה משמונים שנה, כמו שמשה הוביל את בני ישראל במדבר, בכל מלחמות
ישראל."
HOW MUCH LOWER CAN IT GO --------- CRYING OVER THIS VICIOUS ZIONIST BIG
MOUTH?!!!
WHICH ARE EVEN REAL JEWS AND WHICH ARE SIMPLY EREV RAV???
GEVALT................THE CHARON AFF WILL BE VERY
GREAT...............KLAL YISROEL IS ALMOST TOTALLY LOST..........
Half a million at Rabbi Ovadia Yosefs funeral in Jerusalem. Hundreds of
thousands still en route; police chief implores people to stay away as
masses converge on capital to pay their last respects to the late leader of
Sephardi Jewry in one of the largest funeral processions ever seen in Israel;
Israeli politicians and ambassadors send their condolences
ARABS FROM THE SO-CALLED PALESTINIAN AUTHORITY WHOSE WHOLE LIFE IS TO
CHANFEN (PANDER) TO THE ZIONISTS CAME TO THE FUNERAL OF A MAN WHO CURSED THEM
OUT!!!
IF PALESTINIANS ARE LIKE THIS THEY DESERVE NOTHING BETTER THAN
OCCUPATION BY THEIR ZIONIST MASTERS!!
AND CRACKPOTS LIKE THE "SO-CALLED RABBI" REUVEN ELBAZ OF THE
"YESHIVA PORAT YOSEF" AND OTHERS COMPARE THE EREV RAV ROSH LETZ
OVADIAH TO MOSHE RABBENU!!
Screaming, joking, laughing, cursing, yelling, spitting
Zionism..........This is a "rabbi"...........?? Or a vegetable seller
in a market?
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH aus dem Kommentar zur Wochenabschnitt Beréschiss
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH
(1833 1900)
הפטרת בראשית
Aus dem Kommentar zur Haftoro Beréschiss
Jesaja, Kap. 42, V.5
Weshalb ist wohl aus dem reichen Schatze des Prophetenwortes gerade dieser Abschnitt zur Haftora für die Sidra בראשית bestimmt worden? An den Anfang der uns ewig scheinenden Welt führt uns das Thorawort und zeigt uns Gott als deren Schöpfer. Das Prophetenwort aber spricht: der einst בָרָא, er ist noch der בורֵא, er ist noch der Schöpfer, er ist noch jetzt ebenso der Herr seines Werkes wie damals als er es schuf. Alles was ist in Himmel und auf Erden hat Dasein und bewahrt Dasein, nicht weil Gott es einst geschaffen, sondern weil Er, der noch jetzt sein Schöpfer ist und Herr, noch jetzt will daß es sei. Hörte Er auf, sein Sein zu wollen, derselbe Augenblick wäre der letzte seines Seins.
Das ist ein gewaltiger, unsere ganze Weltanschauung umgestaltender Gedanke. Was als eherne Naturnotwendigkeit erschien, erscheint uns im Licht des בורא-Gedankens als ein fortgesetztes göttliches Wollen, die ewigen Naturgesetze werden zu in jedem Augenblicke sich verwirklichenden Gottesgedanken, alle Wesen, alle Stoffe und die in ihnen wirkenden Kräfte werden zu צבאות ה' werden Glieder des einen großen, in aller Gegensätzlichkeit einheitlichen und trotz aller Gegensätzlichkeit harmonisch zusammenwirkenden Gottesheeres. Denn unweigerlicher Gehorsam bildet den Grundcharakter, der allen Gliedern der unendlichen Wesenschar ausgeprägt ist, von der Keimkraft, die im Samenkorn lebt, bis zu den Gesetzen, denen die Sonnensysteme gehorche,: sie alle לא יסַבו בלכתם, sie kennen kein Schwanken, sie weichen nicht von dem Wege, den ihr Schöpfer und Herr ihnen vorgezeichnet.
Nur einen Wesenkreis gibt es, der hierin eine Ausnahme macht: das ist der Mensch. Er ist in seinem Wollen und Tun nicht der Naturnotwendigkeit unterworfenEr kann abweichen, er kann den Willen seines Schöpfers zuwiderhandeln. Mit dieser Fähigkeit zur Sünde ist ihm aber erst der Weg geöffnet zu der höheren Stufe des Vollbringens des göttlichen Willens: der Weg zur freien Gehorsam. Denn er ist nicht bloß irdischen Ursprungs. Dem der Erde entnommenen und für seine hohe Bestimmung besonders gestalteten Leibe hauchte so lehr uns das Thorwort der Schöpfer Lebensodem ins Angesicht und dadurch erst ward der Mensch zu einem beseelten Wesen. Das Prophetenwort aber hebt hervor, daß derselbe, der ויפח באפיו נשמת חיים, noch jetzt es sein, נתֵן נשמה לעם עליה וגו' der Seele gibt dem Volke auf ihr und Geist den Menschen einer jeden Gegenwart.
Das Thorawort lehrt die hohe Bestimmung des Menschen, die Befähigung auch des gesunkenen Menschen sie zu erreichen und den Anfang der Erziehung zu ihr. Es selbst bildet ja nur die Einleitung zu der Offenbarung des Gesetzes, durch welches Gott sich ein Volk schaffen wollte zur Verwirklichung des צדק, des Rechtideals, zum Werkzeug der Erziehung der Menschheit, zum Träger der ewigen Wahrheiten und zu deren Gottesherold an die Menschen. Das Prophetenwort spricht es aus, wie Gott Jissroél um dieses Zedek-Ideals willen berufen und es nicht sinken und nicht loslassen werde, bis es in eigner Vollendung selbst seine Bestimmung erreicht und alsdann seine menschheitspriesterliche Bestimmung in Erleuchtung und Befreiung des Menschen zur Wahrheit gemacht habe. Zu diesem Behufe werde Gott aus der scheinbaren Zurückgezogenheit hervortreten und sich in dem Beispiele des selbst erst aus langdauernder Verblendung und Verirrung zum Gottesdiener erzogenen Jissroél wird auch die Menschheit ermutigt, nicht an ihrer Erhebungzu verzweifeln. Uns aber wird die Verheißung ausgesprochen, daß um der Verwirklichung des Zedek-Ideales willen die Thora, zu deren Anfang wir eben wieder zurückgekehrt und deren erster Abschnitt an unserem inneren Auge eben vorübergezogen, n ihrer ganzen Größe und Machteinzigkeit erkennen lasse werde.
V.6 קראתיך בצדק: für die Verwirklichung des von mir bestimmten Rechtsideals habe ich dich, Jissroél, berufen, dafür führe ich dich an der Hand, d.h. erziehe dich durch meine Gesetze und durch dein von mir gestaltetes Geschick. לברית עם: zum Bunde der Gesellschaft, erst durch die Erkenntnis und Anerkennung dieses Zedek-Ideals wird der auf anderem Wege nimmer zu erreichende Friede einziehen, nur auf dem Boden dieserdie soziale Frage ihre endliche Lösung finden. לאור גוים: erst durch die Erkenntnis dieses in dem Gottesworte niedergelegten Zedek-Ideals werden die bis dahin einander als geschlossene Volkskörper feindlich gegenüberstehenden Nationen zur wahren Erkenntnis der Wirklichkeit gelangen.
V.7. Erst durch diese Erkenntnis und Anerkennung werden alle die Bande sinken, die die Menschen geistig und leiblich knechten. אסיר: der Gefesselte, die durch Machtmißbrauch Vergewaltigten; יושבי חושך: ein ergreifend anschauliches Bild eines Zustandes, in welchem die Verhältnisse für weite Kreise das ganze Leben zu einem בית כלא gestalten. Befreiung von geistiger und leiblicher, von sittlicher und sozialer Unfreiheit ist das Heilesziel des von Jissroél der Menschheit zu bringenden Gotteswortes.
V.8 Bei demNamen Gott will nur Ich gedacht werden, und ich werde es fügen, daß die Menschen nicht ferner meine Waltungen den nur von ihrer geistigen Blindheit mit Macht und Leben begabten Götzen zuschreiben.
(Die Haftoroth übersetzt und erläutert, Frankfurt am Main 1896: S. 1 - 11 Kommentar zuJesaja. Kap. 42V5 )
Whatever the case may be, there appears to be
another surprising initiative from the Iranian president, for Maariv reports
the American-Iranian Institute based in the United States has invited Rabbi
Yoshiyahu Pinto to meet with Rohani. The report states the two are planning to
meet on September 26, 2013 during the United Nations General Assembly in New
York City. Foreign Minister Javad Zarif is also expected to take part in the
meeting.
Maariv reports that Rav Pinto has not responded
yet, and he will be conferring with a number of state officials in Israel
before announcing his decision. It appears the invitation is the result of
efforts from Italian businessmen who maintain a connection with Rabbi Pinto as
well as with state leaders in Iran
HB
Rohani is not Ahmadinejad!
Of course, the new policy team has yet to prove its anti-Zionism.
Zarif explained his country's differentiation between Zionism and
Judaism with, "Judaism is a divine religion that we respect in accordance
with the teachings of our religion and our country's constitution."
"Zionists are a minority with the Jews," he said. "They are
exploiting the suffering of the Jews to justify their crimes against the Palestinians.
He might say it, but it's not emphasized any more. In fact it's like he
makes it a statement of doctrine and nothing else. Like Satmar is
"against" Zionism.............and then what?!
DG
His idiotic statement about the Zionists. HIS GROUP SHUVU
YISROEL IS WORTH $75 MILLION, AND HE GIVES ADVICE TO BIG BUSINESSMEN
AND ZIONIST LEADERS SUCH AS BINYAMIN BEN ELIEZER, YIMACH SHMO, OF ALL
TYPES WHO ARE NOT EVEN FRUM, AND HE CANNOT EVEN DECIDE WHAT IS THE FATE OF THE
ZIONIST STATE!!!!! AND HE IS SUPPOSEDLY TO MEET THE NEW IRANIAN PRESIDENT!!
http://www.haaretz.com/print-edition/news/a-rabbi-not-afraid-to-deviate-1.265442 And what about the government's policies toward the Palestinians and the
Arab world, the rabbi was asked?
"We were not in the army. My son will not serve in the army," he
answered. "How can I say things and give advice as to whether Israel
should return territory? What moral power do we have to say such a thing?"
HB
U.S.-based rabbi: Edict against renting to Arabs endangers Jews abroad
Influential U.S. Rabbi Yoshiyahu Pinto
says letter signed by dozens of prominent religious leaders might increase
racism against Jews, who 'won't be able to live in New York or anywhere else in
the world.'
From the same article.......this guy doesn't even say a word of how the
medinah endangers Jews everywhere! He knows perfectly well the danger to Jews
provoking the Arabs by going to Hebron......Here it says:
The New York rabbi spent last night praying with thousands of his
followers in the Cave of the Patriarchs in Hebron.
IMAGINE THE IDIOTS WHO
ACCUSE ANTI-ZIONIST JEWS OF PUTTING YIDDEN IN DANGER WHEN THEIR FAVORITE
SHKOTSIM AMONG THE ZIONISTS THINK NOTHING OF BEING MAFKIR JEWISH LIVES FOR
THEIR AVODA ZARAH. JEWISH LIVES TO THESES BEASTS MEANS NOTHING, YIMACH SHMA
ZICHRA.....:
Golda Meir acknowledged
that it would have saved lives but said that, even in the aftermath of the war,
she did not regret her refusal to unleash the air force on the amassing
Egyptian troops on the western side of the Suez Canal. I knew then, and I know
now, too, that its possible, maybe we could even say certain, that boys who are no longer would still be alive, she
acknowledged. But I dont know how many other boys would have fallen due to a
lack of equipment.
Part of the untold story
was discovered in archival reports from the Zionists and the British describing
the cooperation and collaboration of Palestinians with the Zionists long ago.
These two books show this information that most people don't know about. Also
the fact that the Arab countries did not want to help the Palestinians in
1948!! This starts to show that in a strange way Arabs/Palestinians
contributed to the Naqba of 1948 by having helped the Zionists to begin with!!
And things have not changed so much in our time either..........
Army of Shadows: Palestinian Collaboration with Zionism, 1917-1948 [Hardcover]
Good Arabs: The Isræli
Security Agencies and the Isræli Arabs, 1948-1967 Hardcover
History of the Zionists
In this video they describe
the result of the Zionist conquest on the Palestinian refugees in 1948 and
thereafter with interviews and videos. Including the murder of Count
Bernadotte in Jerusalem by the beasts of the Stern Gang...It is also
interesting to see how Zionists then spoke EXACTLY the way they do today, with
the same chutzpa and lies, yimach shmam vezichram.
NO REAL JEW SEEING
AND HEARING WHAT THE ZIONISTS DID IN THE NAME OF THE JEWISH PEOPLE AGAINST THE
PALESTINIANS THEN OR NOW COULD TOLERATE THE EXTENT OF THE CHILUL HASHEM FROM
THESE SINS OF THE ZIONISTS, YIMACH SHMAM VEZICHRAM. SUCH CRUELTY, SUCH EVIL,
SUCH CHUTZPA AGAINST ALL THE TORAH...TURNING THE JEWISH PEOPLE INTO REAL
BARBARIANS!!!
The Izreeyal-first media in
Harper's Izreeyal--Asper-Canada condemns the Indians along with the
Palestinians!! Who ever heard of such a thing??! The colonialists went in and
drove the Indians off their lands, sold them whiskey and stole their
lands. And now they are constantly criticized for standing up............
IT IS INTERESTING THAT THE NKI NEVER PUT OUT A SIMILAR STATEMENT ABOUT
MOSHE ARYE FRIEDMAN......!!!!! DESPITE CLEARLY WILD BEHAVIOR...... WHY NOW ON
THIS GUY??????!!!!!!
EVEN HIRSCH HAS EXPRESSED RACHMONOS ON THE ARRESTED MAN WHEREAS THESE
STATEMENTS OF NKI APPEAR TO BE MAFKIR THE GUY WITH NO RACHMONOS WHOSE CHILDREN
WERE ACCEPTED INTO THE NK TORAH VEYIRAH YESHIVA...
HB
What had done
NKP with Elchonon in prison on suspicion of graffiti on the walls of the
Zionist temple Yad Vashem?
DG
AND WHY DID NKI
ON THEIR WEBSITE ALSO NOT ISSUE A DISCLAIMER FOR "NETUREI
KARTA" ABOUT THE GRAFFITI MADE BY ESTEROVICH LAST YEAR??????
Neturei
Karta's Statement on the Current Zionist Slander
August 1, 2013 - New York City
With the help of the Almighty.
In light of the current accusations that a member of Neturei Karta spied on the
State of Israel, we want to reassure the world that Neturei Karta is a
non-violent, non-militant movement that never engages in spying or political
maneuvering. It is a movement that is an open book for the world to see.
We go around the world with the goal of building bridges, removing hate,
educating people and broadcasting to the world that the Zionist State of Israel
has hijacked the identity of Judaism. Judaism means subservience to G-d and
upholding the Torah.
Neturei Karta is not a political, national entity or movement like the
State of Israel. We never call for violence or killing; that is the way of
Zionism - how ironic that they accuse others of this. Publicizing the facts
about Judaism and Zionism is all we do. We have been an open book movement for
over 80 years. The world knows it and the Zionist regime knows it. We don't
think for a moment that the Zionists, with all their intelligence, have any misconceptions
about what we do. We don't do anything subversive, or anything that is not open
and public.
When the Zionists came to Palestine, Rabbi Yosef Chaim Sonnenfeld
ob"m, Rabbi Amram Blau ob"m and many other holy men of
blessed memory stood up against them. Neturei Karta is continuing to
spread their message in a non-violent manner. Rabbi Amram Blau always said that
our power is in being hit, not in hitting. (He was most likely murdered by
the Zionists.)
Therefore, we are not going to dignify or respond to the slander of the
Zionists against Neturei Karta. The claim that Neturei Karta spied on the State
of Israel is ridiculous. Neturei Karta has no dealings with the State of Israel
whatsoever. Even when anti-Zionists demonstrate in New York
across from the Israeli consulate, they don't appeal to the Zionists
directly; they appeal publicly to the world to stop the Zionist state and
its atrocities. We don't deal with heretics, murderers and thieves.
We speak to the world because we want the world to see that we have no
conflict with the Arab and Muslim world or their leaders, and that they have
nothing against Judaism. We used to live together in peace, and it's only the
Zionists who have the blood on their hands of all the Jews and non-Jews in this
conflict from the beginning.
It's no surprise to us that the Zionists have resorted to spreading
slander about Neturei Karta; we've expected this kind of slander for years.
It's very possible that they are doing this with the specific intention of
striking fear into the hearts of Jews so that they should stop speaking out
against them. Zionism and the State of Israel is a lie, illegitimate and a
rebellion against the Almighty-Judaism and anti-Zionism is truth and
the will of the Almighty. Truth and the will of the Almighty will never be
silenced and with always prevail in the end.
We pray to the Almighty that the Zionist terror against Jews and
non-Jews should come to an end, and that the Zionist entity should be speedily
and peacefully dismantled, so that there can be peace in the world again.
Ultimately, we hope and pray for the day when the glory of the Almighty will be
revealed throughout the universe, when His kingdom will be accepted by all, and
all humanity will serve Him together in peace and harmony. Amen
2 Aug 2013: New bulletin in regard to the
Zionist slander
In regard to the incident of the young man from Jerusalem who was
arrested and accused of espionage, after reviewing the facts of the case, it
has become clear that the claim that the accused is a member of Neturei Karta
is patently false. He does not participate in or support any Neturei Karta
activities, nor does he attend any Neturei Karta synagogue. He does send his
children to a Neturei Karta school, but that indicates nothing, since this
school takes in many children from various homes. It is clear that the
Zionists, for their convenience, have falsely labeled him as Neturei Karta.
Furthermore, everyone who knows him knows that he is an unstable
individual. The Zionist state has fallen to new low, and found a way of
attacking Neturei Karta by arresting an unfortunate, unbalanced young man with
no ties to our group. With the help of the Almighty we will not be intimidated,
and we will continue speaking up against the State of Israel. We hope and pray
that the state will come to an end soon without any suffering for anyone.
These people think it's no problem living under
the Zionists and doing whatever they want. How ridiculous.... It's all over the
"Jewish" media......
HOW LONG ARE PEOPLE WHO
CONSIDER THEMSELVES ANTI-ZIONIST GOING TO STUBBORNLY REMAIN IN THE MEDINAH AND
PLACE THEMSELVES INTO GREATER DANGER OF INVOLVEMENT WITH THE ZIONISTS AND THEIR
AUTHORITIES, IGNORING THE CONSEQUENCES OF THAT?????? WHAT IS WRONG
WITH THESE TYPES OF PEOPLE??
BY THE WAY, WHY
IS IT THAT THE HIRSCHES NEVER GET ARRESTED?? AND IF THIS EVENT HAPPENED TWO
YEARS AGO, WHO MASSERED THE UNNAMED SUSPECT DAVKA NOW??
PLUS THE HAREDIMLACH MEDIA
GETS THEIR FACTS WRONG TOO......
Israxl: un ultra-orthodoxe
inculpé de tentative despionnage pour lIran
www.jpost.com/.../Haredi-from-anti-Zionist-Naturei-... - Vertaal deze pagina
6 uur geleden - Man allegedly offered Iranian embassy in Berlin intel on Israxl, continued ... Isram Group... A first: Neturei Karta appeals to police over buses ... Last year, Arabic media
reported that members of the sect met with
Hezbollah ...
gulfnews.com/.../israeli-man-charged-with-spying-for... - Vertaal
deze pagina
4 uur geleden - Israeli man charged with spying for Iran. The man belongs to a group that believes a Jewish state should exist only after the
Messiah comes.
Although I am
not British I wanted to congratulate you on your courageous views in your
Parliament that you expressed standing up to the Israxl-First lobby that
has so much influence both here in the USA and in the UK. As an Orthodox Jew
opposed to Zionism, I am heartened when political leaders refuse to grovel and
pander to the interests of "Israe-l above all else", as it were.
To the Point Polemic by a Ehrlicher Yid fun Brooklyn
To the Point Polemic by a Ehrlicher Yid fun Brooklyn
R. Y. Shapiro speech USA. There must be more than this part: http://www.youtube.com/watch?v=I2Am_yS3Z54
He's fantastic and it was worthy to be at this protest in Brussels!
And I am really sick of all this destructive so called "criticism" of
people sitting always in their home doing nothing except criticizing other
people for whatever they are doing. Really sick!!!
And who are these PEOPLE you are referring to?????
And if you heard his drasha to the people about the Satmar Rav,
are you saying there was nothing to be concerned about when he was trying to
bashenner the Satmar Rav to the Agudists and in such a strange way????
The bottom line is that the Zalman Leib and Aron Satmarers/Eyda believe
that only their "own" people should stay out of the army on the basis
of "freedom of religion," and all the other rhetoric of Natruna is
just to cover up the Zionism of Satmar leaders and askanim, or at least their
stupidity.
And the speech on the yahrzeit of the Satmar Rav by Shapiro was
terrible. He was showing how much the "rabbis" of Agudism respected
the Satmar Rav while ignoring everything he taught. It makes a leytsonos on the
Torah and a chilul hashem. Especially considering how in that speech in the US
Shapiro hardly mentioned a single word about the evils of Zionism at all!!
On
anniversary of Satmar Hasidism founder's death, sect publishes list of
questions and answers on how to relate to Zionism
Kobi Nahshoni
08.22.10
In honor of the
31st anniversary of the death of first leader of the Satmar Hasidism
anti-Zionist sect, Rabbi Yoel Teitelbaum, a number of his followers published a
pamphlet in his memory containing sixty questions and their answers regarding
the rabbi's zealous attitude towards the State of Israex.
The pamphlet is
entitled "Ish Milhamot" (Man of Wars). It is intended to act as a
guide for the perplexed Hassid. In its own words, it provides "clear
answers to those seeking the truth to questions and queries over the test of
time so the current generation will know the path it should take."
Members of
the Satmar community
According to
the Satmar rebbe, Zionism is a total violation of the Torah. "If we were
to take all the violations of the generation and the many transgressions
committed around the world and placed them on one side of a scale and the
Zionist state on the other side, it would be overwhelmingly decided that it is
root of all impurity and damage in the entire world and contaminates the entire
world," the rebbe wrote in the pamphlet.
Angel of
Death and the Zionists
In response to
the question "Who is the minister of the Zionists in Heaven?", the
rabbi answered in a response from the previous century, "Obviously the
Angel of Death is their minister. Behold, every country has its governor this
country, which is rooted and based in the forces of impurity and the Other
Side, this certainly is its minister."
The pamphlet
also outlines: Even those who believe that a Jewish state must exist in the
Land of Israex having no other choice
because of pikuach nefesh (saving a life) "violate the holy Torah."
The pamphlet directs readers to the Tractate of Avot, saying that the sentence
"every man is judged favorably" is said about everyone except
Zionists. In addition, it asserts that it is a mitzvah to speak lashon hara
(slander) about Zionists.
"Whoever
has a part in this is delaying redemption at every moment and is delaying the
inspiration of the Divine Presence and is delaying the coming of the Messiah.
Even someone who takes the smallest part, even as slight as the edge of a yod
(the tenth and smallest letter of the Hebrew alphabet) even someone who bends
towards them, even by one hair, must be avoided like a bowshot. Whoever thinks
yes (that Zionism is the correct path) and not just whoever says yes or even
has a thought to this effect, is certainly a heretic."
The rabbi
added, "I do not want to have any association with a Jew who thinks like
this, and I do not want to find anyone who thinks like this even for a moment
in my beit midrash (house of study) In previous generations, if people only
suspected of someone that he has tendencies to think this way in his heart, he
was sent away, not included in prayer, and in this manner was they ride
themselves of such plight."
'Even in
times of war'
The pamphlet's
authors quoted a number of extreme statements made by their rabbi and translate
them into practical halachic instructions. For instance, prayer rallies held by
Religious Zionists or haredim must not be attended, even in a time of war; the
rulings of great Torah scholars who recognize Israex must not be followed,
saying they are the root of all of Israex's troubles.
"Truly, if
it were possible, and even with true devotion, to announce to the nations of
the world that these evil people are not the representatives of Israex and
Torah- and mitzvoth-keeping Jews, who have no connection to them, this would be
one of the biggest mitzvoth that would need to be carried out with
devotion," it was written in the pamphlet.
Zionism,
according to Rebbe Teitelbaum, will not last forever. The following is a
translation from his writings in Yiddish. "The Messiah will not come until
no remnant or survivor remains from this kingship. It must become null and
void. A Jew who believes in the Creator of the Universe cannot be satisfied with
anything otherwise all the buildings built by the heretics and infidels in our
holy land will be burnt and destroyed by the Messiah king."
Is living in
Israex permissible?
In the
meantime, the Satmar pamphlet also stipulated that living in the State of Israex
is forbidden.
In another
section, the pamphlet implied that a rabbi need not be consulted before
carrying out acts against Zionists, based on the model put forth by the
biblical Pinhas who killed Jews who sinned.
Regarding homes
containing an Israeli flag, the pamphlet instructed Satmar followers not to
enter. "Beyond any doubt, a house containing any reference to the flag
must not be entered because it is a bastion of the forces of impurity."
The Satmar
rebbe wrote of the renewal of the Hebrew language is worse than speaking
"languages of the nations" because changing the holy language is
"contemptible, abominable, and impure."
"It is
completely forbidden to speak Hebrew because it is an extension of the actions
of the heretics and infidels who destroy and ruin religion and thus
acknowledges the heretics and infidels and their idol worship and is a
violation of the entire Torah."
Note from a Ehrlicher Yid fun Brooklyn:
Is Zalman
Leib working to get Jews out of the medina every time he travels there to have
a good time and make his fancy weddings,??!!
looks at the idiotic sign "freedom of religion"!!!
The heimishelach in Antwerp
want freedom of religion in the medinah. Meaning anyone in yeshiva is
a special class of Jews better than everyone else, and that the medinah should
bow down and let them do what they want while everyone else goes off to war
against the Arabs and gets killed.
How selfish. How stupid.
Actual kefira and minoos...
And the goyim will laugh
their heads off --- hundreds of thousands of people live in a country but want
to benefit from everything and want to be exempt from obligations because they
are "holier" than everyone else...
If you don't like
living there like everyone else, then get out!!! But they won't get out because
they love it. And they like Jews in other countries protesting for them...
These frummelach
don't care if the Zionists murder and steal. Only that their own kids benefit
from the sins and crimes and remain comfortable!!!
HB
Nowhere the word Zionism or
Zionist entity and even less the word Exile and crimes against the
Palestinian Muslim population! Only Israex, Jewish religion.
This is the reason why we didnt
participate ...to the great displeasure of our anti-Zionist brothers of Satmar.
- Hyper organized!
- ...And together with agudists!
We arent asking to be comfortable with the Zionists, we demand Justice and the
dismantling of the anti-Torah Zionist entity.
Hundreds of Orthodox Jews gathered in front of the
European Commission in Brussels to protest against Israexs treatment of Orthodox
Jewish people.
At euronews we believe in the intelligence of our
viewers and we think that the mission of a news channel is to deliver facts
without any opinion or bias, so that the viewers can form their own opinion on
world events.
We also think that sometimes images need no
explanation or commentary, which is why we created No Comment and now No Comment TV: to show the world
from a different angle
Samson Raphael HIRSCH: FASTTAG 17.TAMMUS aus Chauréw Kap. 33
Samson Raphael HIRSCH
Aus CHAUREW Kap.33
FASTTAGE (תעניות)
A)VORGESCHRIEBENE FASTTAGE
§ 234.
Wie die Thauroh Momente des Aufblühens Jissroél festhält, und ihre Gedächtnistage in den Volksschöpfungs- und Volkserhaltungsfesten zu Zeitheiligtümern über die übrige Tage des Jahres erhebt, auf daß an ihnen Jissroél der Erinnerung und Beherzigung der durch sie dargebotenen Wahrheiten für sein Leben sich hingebe, sich begreifen lerne und zur Erfüllung seines Berufes sich weihe: also stifteten unsere Weisen für die Momente des äußeren Abblühens die sie erlebten, Zeitdenkmäler, die zur Läuterung und gleichfalls zur Lebensweihe rufen und die Lebens-Erziehung vollenden. Denn sie begriffen es tief, die Väter des Volkes, daß jenes Abblühen des Volkes nicht Grabesweg sei, sondern die Bühne nur ändere für Jissroéls Wirksamkeit, zu neuen Pflichten rufe, oder vielmehr zur andern derselben Lebens-Erfüllung, zu der sie im Glücke berufen waren; sahen, wie im GlückJissroél zur bescheidenen Gottesfurcht und zur freudigen Gottesliebe, also es im Unglück zu hohem Muster standhafter Gottestreue und kindlicher Ergebung berufen; sahen, wie die Zeit derZerstreuung, deren kreißende Geburtstunden sie erlebten, väterlich erziehende Züchtigung sein sollte; abzustreifen Genusssucht und Selbstsucht, die beide Jissroéls Glück untergraben; wie diese Zeit, Besserung und Neubelebung zum nächsten Ziele habend, mit fernerem in Förderung der Allmenschheits-Erziehung reiche; erkannten, wie es da der leitenden Erziehung in Warnung und Belehrung und Aufforderung bedürfe; und, vom Geiste der Thauroh belebt, erkannten sie sich in hingebendem Rückblick auf die Vergangenheittreffliches Mittel.
Denn wahrlich! nicht für sich lebt irgend eine Zeit! Geschlechter und fallen, auf daß an ihrer Morgen- und Abendröte, späteste Enkel noch lernen, und ernten ihrer Höhe und ihrer Niedere Frucht, meiden ihre Fehler und fortbauen auf ihrer Tugend: und wie unsere Enkel einst auch an unserer Zeit empor sich richten sollen, also wir an der Väter Geschick, und namentlich an den für die ganze Folgezeit erscheinenden Momenten ihres Lebens. Also ists aller Völker Leben; doch nur die Nachwelt erkennt größtenteils erst der Vorwelt Bedeutung. Jissroél Heil, dem Gottes Wort jegliche Gegenwart erleuchtet und es jeden Zeitaugenblick begreifen lehrt, was er sei für die Gegenwart,welche Bedeutung er trage für das kommende Geschlecht. Also erleuchtet die Väter; und hinsterbend erhuben sie das Hinsterben selber zum Zeitdenkmal, auf daß daran Enkel sich zum Leben erhüben.
§ 235.
Fünf solcher Zeitdenkmäler sinds, deren vier bereits Scharjoh (VIII,19.) gedenkt, nämlich siebzehnter Thammus, neunter Aw, dritter Tischri, zehnter Téwéß, und eines Tha-aniß Esthér (תענית אסתר), das seine Begründung nur der Überlieferung verdankt. Drei von ihnen sind warnende und mahnende Denkmäler für Exilssünden. Zehnter Téwéß (עשרה בטבת), siebzehnter Thammuß (שבעה עשר בתמוז), und neunter Aw (תשעה באב) sind warnende und mahnende Denkmäler des Untergangs; dritter Tischri (צום גדליה) und Tha-aniß Esthér (תענית אסתר) sind warnende Denkmäler von Sünden aus dem Exil.
§ 236.
I. Warnende und Mahnende Denkmäler des Untergangs שבעה עשר בתמוז ,עשרה בטבת und תשעה באב:
Begebenheit: Amzehnter Téwéß begann Jeruscholajims Belagerung durch Nwuchadnezar; anderthalb Jahre darauf, am neunten Thalmus, ward die Stadt eingenommen, durch Hunger endlich bezwungen, und ebenso später während des zweiten Tempels, am siebzehnter Thammus, durch Titus; am neunten und zehnten Aw ward der Tempel eingeäschert, sowohl durch Nwusar-adon, als später der zweite durch Titus.Somit ist עשרה בטבת Untergangsanfang, שבעה עשר בתמוז Jruscholajims Fall, תשעה באב Zijauns Fall.
Ursprung:ganz allein Jissroéls Sünde. Fall des ersten Tempels durch Abgötterei, Unkeuschheit und Mord ע"ז ג"ע ש"ד die Gipfel der Sünden gegen Gott, gegen sich, und gegen den Menschen, wovon, wie unsere Weisen berichten, das mittlere vorherrschte also: Genußsucht. Fall des zweiten Tempels durch grundlosen Bruderhaß (שנאת חנם), also: Selbstsucht. Beide aber werden nur genährt durch Verkennung Gottes, des alleinigen Herrn und Vaters, und durch stolze Aneignung des nur Geliehenen als eigentümlichen Besitz, also durch Güter- und somit Geschöpf-Vergötterung und durch Selbstvergötterung.
ZWECK DES FALLS UND DER ZERSTREEUNG :
1) Nächster Zweck: Heilen von der Gütervergötterung und von der Selbstvergötterung, somit Bannen Genuß- und Selbstsucht, und Erhebung Jissroéls zur Alleinverehrung Gottes. Denn wenn nun hinschwanden die Güter, die ihnen Götter des Lebens waren, und gebrochen wurde alle Selbständigkeit, und hinaus Jissroél mußte in die große Wanderschaft durch die Zeiten- und Nationen-Wüste, ohne jeglich äußeres Gut, ohne Selbständigkeit nur ein Gut: Thauroh, und nur eine Macht: Gott mit hinnehmend durch die Wanderung, und miteinander an eine Kette des Leidens geschmiedet, und doch also und nur also durchdauernd jeden Sturm und jedes Untergang drohende Leiden, dem mächtige und reiche und stolze Völker ringsum erlagen : so sollte das Jissroél zu dem einen Gedanken und zu dem einen Gefühl erziehen: als alleiniges Gut ihres Lebens: Thauroh, als alleinigen Gott ihres Lebens; den alleinigen Gott, als alleinige Aufgabe ihres Lebens: Gottesgehorsam in Erfüllung seiner Thauroh zu betrachten, und sich gegenseitig als Kinder eines Gottes, als Genossen eines Bundes, als Träger eines Geschickes als Brüder zu lieben 2) Fernerer Zweck: Aber eben dadurch, im ganzen und einzeln, durch alle Völker zerstreuet, wenn ringsum Menschenvereine eben auf alles andere ihr Leben gründen wollten, als nur auf Gott, Lebensgüter zu vergöttern, und Reichtum, Macht, Wohlstand, Kunst, Kenntnisse, und die Genüße von allem diesen, so wie die Sicherung desselben, als Ziel und Maß für des einzelnen, wie für der Völker Glück und Streben verehren, und hoch über Menschen- und Völkerleben hinaus Gott setzen, und sich selber als ihres Lebens Götter begründen wollten und so nichts mehr ahnten von dem einzigen Menschenberufe: erster Diener zu sein im großen Kreise der Gottesdiener: soll Jissroél überall hintragen durch Geschick und Leben die Wahrheit: Gott allein des Lebens Gott! Sein Willen allein des Lebens Regel! Jedes Gut nur Mittel zu solchem Leben! und wenn überall Gottes-Erkenntnis und Gerechtigkeit und Sittlichkeit verloren ginge, im eigenen Beispiel die Leuchte werden für Gottes-Erkenntnis, Denkmal für Gottes-Waltung, Zeuge für Menschenwürde und Menschheits hohen Ruf und somit nur auf andere Weise, und vielleicht eben so wirksam die Jissroélaufgabe im Leiden zu vollenden, die ja auch seine Aufgabe im Glück gewesen: heilig Volk im Innern, gegen außen ein Reich von Priestern Träger göttlichen Plans und Werkzeug.
Warnung: Durch die Folgen von der dargestellten Sünden der Väter.
Mahnung: Die Aufgabe des Goluß, in dessen Zweck erkannt, in unsrem eigenen Leben zu verwirklichen, und Beitrag zu werden, daß sie auch in der Brüder Leben Verwirklichungfinde.
. .
§ 240
Zweck aller Tha-anisauß ist daher Thschuwoh (תשובה) Erkennung der Golußaufgabe, Prüfung des Lebens; wie weit diese Aufgabe erfüllt und rüstiger Entschluß sie zu erfüllen. Den Weg zu dieser Thschuwoh bahnen die Anordnungen für diese Zeitdenkmäler: in Gottesdienst; Fasten, Trauer.
1) Im Gottesdienst soll die Tagesbedeutung erfasst, erwogen, beherzigt werden. Darüber siehe (Abschn. VI).
2) Fasten, d.i. Versagung der Nahrung für einen Tag, soll helfen die Herrschaft über das Tier im Menschen zu erringen; Halt machen im Genussesstreben; zeigen, daß fester Wille wohl Sieger zu bleiben vermag; und zur Beherzigung vorlegen, ob denn nicht das, was einen Tag inbezug auf alle Triebbefriedigungen, oder auch die nötigste derselben, möglich war, nicht auch jeden Tagmöglich sein sollte, wo ja nicht alle, sondern nur unlautere und unmäßige und unerlaubte zurückgewiesen werden sollen. Fasten soll also zur Versiegung der einen Sündenquelle, der Genußsucht beitragen.
3) Trauer. Wenn einerseits der Anschluß an Jissroéls Geschick bezeugend, soll Trauer andrerseits die Selbstsucht und alle ihre gehässigen Kinder scheuchen helfen, indem sie im Ruin des glänzendes Volksgebäudes die Hinfälligkeit aller auf sich selbst gründenden Persönlichkeit, und wäre sie die reichste, fühlen läßt. Trauer soll also zur Versiegung er ndern Sündenquelle, der Selbstsucht, beitragen.
§ 241.
Fasten, als sich auf die Grundwurzel des Jissroélsverfalls beziehend (ja, ist nicht auch Selbstsucht eigentlich nur eine andere Art der Genußsucht? Die Sucht allein, und sich selbst zu genießen?) ist auch allen Tha-anijauß gemein. Trauer, als der vorzüglich in zweiten Tempel sich zeigenden Sünde verwandt, nur am neunten Aw, dem Denkmal des Untergangs des ersten und zweiten Tempels und der Ruinvollendung. An ihm ist auch Fasten verstärkt in Entsagung aller Genüsse, und beides mit dem Eintritt des neunten Tages beginnend, also von Abend zu Abend dauernd; ja, selbst schon die Zeit vorher, vom ersten bis neunten Aw und vom siebzehnten Thammus bist 1sten Aw mit in Halbtrauer und Halbfasten hineinziehend; während bei den übrigen das Fasten nur mit Tagesanbruch des Tha-anißtagesbeginnt.
§ 242.
Aus: Samson Raphael HIRSCH : Chauréw, Versuche über Jissroéls Pflichten in der Zerstreuung, zunächstfür Jissroéls denkende Jünglinge und Jungfrauen. Vierte Auflage Frankfurta.M. Verlag J. Kaufmann 1909
No Easy Way
for Observant Dads To Limit Family Size By
Shulem Deen, Jewish Forward March
22, 2013.
As a man, I
will never know what it is like to be a mother. I will certainly never know
what its like to be a Hasidic woman expected to bear children year after year
and withstand the challenges and pressures of motherhood like the ones Judy
Brown described so poignantly in her two most recent articles.
But I do
know what it is like to be a young Hasidic father overwhelmed by the lack of
choice of a different kind.
Judys
articles sparked heated discussion about motherhood and womens roles in the
Haredi world, with other bloggers and commenters adding passionate views of
their own. This is an important and necessary discussion.
But as I
was reading it all, I couldnt help thinking of the flip side of it, a side we
rarely hear about: That of the unprepared Hasidic young man. Barely in his 20s,
already with one or two kids and perhaps another on the way, he realizes with a
jolt that its his responsibility to figure out how to feed, clothe, house, pay
tuition and wedding expenses for a dozen or so offspring. With zero marketable
skills, limited command of English, and Section 8 slots in limited supply, his
is not a burden easily carried.
And birth
control isnt an option for him any more than it is for his wife.
I remember
what it was like for me. I was 21, married for two-and-a-half years, and a
student at the kolel yeshiva for married men in our Hasidic village in
Rockland County, N.Y. Our second child had just arrived, 16 months after our
first. Rent was overdue. Wed maxed out our credit at the supermarket, the fish
market and the butcher. A seemingly endless list of expenses was weighing us
down.
It all
seemed so sudden, and no one had told me that $430 a month the amount of my
monthly kolel stipend would not suffice for a growing family.
I remember
the panic, anxiety and depression that followed for a long time after, as
another and yet another bundle of joy arrived. Each child was a blessing, of
course. But how was I going to provide for so many blessings?
My wife
sympathized, but it wasnt her job to figure out the finances. She made the
babies and cared for them. Paying for it was my job except I had no idea how
it was done.
I remember
speaking to my rabbis and mentors about this. They offered thoughtful advice on
whether it was time to give up full-time study at the kolel and begin my career
as a supermarket cashier, or running deliveries for the fish market.
Some thought there might be openings for schoolteachers at the cheder, and
while I was probably too young for a full-time position, I could do
substituting jobs for several years and if I stuck around long enough, I could
probably have a full time position before the arrival of our sixth child or so.
The one
thing that no one mentioned: birth control. I didnt know the thing even
existed.
Once, back
when my then-wife and I were expecting our first child, I overheard an
acquaintance say that in Boro Park a comparatively liberal Hasidic community
in Brooklyn people had fewer children than in other places. Eight instead of
12, the person said. I was baffled, but too embarrassed to ask the question
burning in my mind: How do they do it?
Eventually
I learned about birth control the way I learned about most of life: on the
Internet.
Even then,
it was still not an option. I quickly learned that yes, birth control existed,
but no, it was not permitted. Or permitted only under special circumstances. Or
permitted only by certain rabbis, and our rabbi was not one of them.
I was ready to disregard the prohibition, to cut out the middleman, as the
saying goes, and use contraceptives without rabbinic permission. My wife,
however, wouldnt hear of it.
We are accustomed
these days to hearing of Hasidic women facing a lack of choices, reproductive
choices being one of the most significant. We have deep reservoirs of cultural
sympathy for such women, as well we should. But we hear less about the lack of
choice available to Hasidic men, which can be similarly devastating not just
to the men themselves, but to their entire families. And in some cases, it
comes with a twist that turns the usual narrative on its head.
After three
children, I decided it was the responsible thing to take a break. My wife
pious, strong-willed, and obedient to the rabbis and tradition to a fault
would not consider any form of birth control without rabbinic permission. Since
our rabbi wouldnt permit it, any rabbi who would was, ipso facto, not a good
enough rabbi.
After our
fourth child I tried again to reason with her, to no avail. She cried that she
would feel naked if she wasnt either pregnant or pushing a baby stroller.
People will look at me funny, she said. I sympathized. Who wants to be looked
at funny?
After our
fifth, I used the nuclear option. We wouldnt have sex unless we settled the
matter.
And so my wife agreed for me to ask a rabbi outside of our own community, who,
I had heard, granted permission easily.
What is the problem? the rabbi wanted to know when I went to see him in the
basement study of his Monsey ranch house. Large photos of Lithuanian sages
graced the walls, as if to remind both rabbi and supplicant who was the real
authority in the room.
The
problem, I told the rabbi, was that I didnt think it sensible to keep having
children without a proper financial plan. I was stressed with the burden of
providing for five. How was I going to provide for six, 12, or 17?
The rabbi tapped his fingers impatiently on his desk. Parnose kumt fun himl,
he said in Litvish-accented Yiddish. Sustenance comes from heaven. Such matters
were not the concern of mortals.
This was
unexpected. I had been told this rabbi was easy. This was easy?
But I
wouldnt leave without a dispensation. And so I lied. I told the rabbi that my
wife couldnt take it any longer, that she was emotionally and physically
spent, and that she needed a break. I told him that she was suffering from
depression and a variety of other ailments.
None of
that was true. But now it was easy.
If your
wife is stressed, thats a different matter, the rabbi said, and he shook his
head with a gravely sympathetic expression. That isnt good for the marriage
and it isnt good for the children. And it isnt good for you either, he added
with a wink and a twinkle in his eye.
He promptly
proceeded to explain whats what. Condoms are never permitted. But she can use
spermicide gel, contraceptive pills, or an IUD. He gave me the rundown on how
they all worked, as if he were a doctor. Then he added the qualifier: She can
use it for a year or two. Then come back and well discuss it further.
I left
almost gleeful. This was easy. All Id had to do was put it on her.
The rabbis
ruling was suspiciously vague, though. Halacha is often concerned with very
precise measurements; times (for prayer and start of Shabbat), distances (for
things like an eruv techumin), size, weight, and volume (for things like a
kiddush cup or an etrog). Rarely does Halacha give the kind of leeway he gave.
A year or two. As if to say: Wink, wink, this ones kinda up to you.
And thats
what I told my still-pious wife when the two years were up and she insisted I
go back to the rabbi. I wasnt going back, I said. Wed now been married more
than a decade, and I had a decent job as a self-taught software developer for a
midtown Manhattan firm. We had a house, and a car and five children who were
not only true blessings but were also reasonably well provided for. I wasnt
prepared to change that.
Unlike Judy
Brown and other Hasidic women who chafe under the intense pressures of
motherhood, my wife wanted more. It was I who didnt. But I sympathized with
her. As Judy writes: After a lifetime of indoctrination it is nearly
impossible for most women to realize that they can be good mothers with the
maternal instincts we all share with three children and no more. The pressure
to keep procreating is enormous, and my wife simply wanted to do as she was
taught and as all the women around her were doing.
But not all
want to do as is expected of them, and, as Judy goes on to say, they have a
right to say, Enough, after less then six pregnancies.
I agree. I
would only add that men too have not only that right, but that responsibility.
And it is time that, too, became part of the discussion.
Shulem Deen is a former Skverer Hasid and the
founding editor of Unpious.com.. His book about losing his faith is forthcoming
from Graywolf Press in 2014.
Tweehonderd manifestanten en Kamerlid Laurent Louis protesteren aan zionistische ambassade
Tweehonderd manifestanten en Kamerlid Laurent
Louis protesteren aan zionistische ambassade
MEDIAWERKGROEP SYRIE 4 juni 2013
Zondag 2 juni 2013 vond er een protestbetoging plaats aan de Israëlische
ambassade in de Brusselse deelgemeente Ukkel tegen de As van het Kwaad (de
rebellen en terroristen van het Vrije Syrische Leger en het al-Nusra front en
het zionisme). Onder de tweehonderd aanwezigen was ook Belgisch parlementslid Laurent Louis. Het Kamerlid blijft verbazen: het ziet er naar uit dat er een
Belgische Hugo Chávez is opgestaan.
Laurent Louis had ook een vraaggesprek met de TV-zender Russia Today:
bekijk het hier.
De manifestatie aan de ambassade verliep net als andere manifestaties
sinds maart 2011 door voorstanders van de Syrische regering zonder enige
incidenten. De aanhangers van de Syrische president laten keer na keer zien dat
zij waardig blijven opkomen voor hun mening en deze van de meerderheid van het
Syrische volk. Symbolisch werden twee speelgoedvliegtuigjes met het logo van de
Israëlische vlag in brand gestoken om aan te tonen dat het Syrische volk totaal
niet onder de indruk is van de zionistische politiek van haat, agressie en
verdeeldheid in het Midden-Oosten. Het Syrische volk wil net als andere
volkeren in vrede en in een stabiel land leven zonder rebellen en buitenlandse
interventies.
Hoopvol
Het Syrische volk is hoopvol nu een belangrijk deel van de militaire
campagne tegen rebellen en terroristen tot een goed einde werd gebracht en het
Syrische nationale leger (SNL) dagelijks terreinwinst boekt tegen ratten, die
hun land willen vernietigen. Er zullen nog duizenden doden vallen onder burgers
en soldaten van het SNL en tienduizenden doden onder de rebellen, maar het is
duidelijk dat er licht is aan het eind van de tunnel. Het is duidelijk dat
rebellen deze oorlog nooit zullen winnen en dat het SNL samen met het Syrische
volk de eindfase heeft ingezet om al-Qusair en nadien Aleppo te bevrijden.
Hoge prijs voor vrijheid tegen terroristen
De prijs voor die vrijheid van het Syrische volk en de onafhankelijke
pan-Arabische seculiere stem in het Midden-Oosten is bijzonder hoog door de
moorddadige politiek van het Westen en de Golfstaten. Maar het Syrische volk en
zijn vrienden zijn vastbesloten om straks met alle krachten het land opnieuw op
te bouwen. Syrië zal mooier, sterker en democratischer worden dan ooit voorheen
en een lichtend voorbeeld voor heel het Midden-Oosten. Het zal de stuwende
kracht van het pan-Arabisme zijn, de krachtige stem die opkomt voor verzet
tegen apartheid en bezetting en met zijn wetenschappers, kunstenaars,
handelaars, werklieden, vrouwen, mannen en studenten het toonbeeld zijn van de
mogelijkheden van een Arabisch land. De vijanden van Damascus zullen totaal het
tegenovergestelde bereikt hebben van hun fata morgana.
Leve Syrië! Leve het Syrische volk!
Afbeelding: Laurent Louis bij de protestactie aan de Israëlische
ambassade met de vlag van de Libanese politieke partij en verzetsbeweging
Hezbollah
Groups that
retreat behind walls to stop the modern world getting in and the women getting
out, to make their own religious belief dominant and the only authority to
which they will submit, are much the same. Fundamentalist Christians, Muslims
and Jews are, paradoxically, a new phenomenon as they react against modernity.
In NY the numbers of very Orthodox Jews are growing not least because of large
families and control over those inside the walls.
Here are three articles from Jewish
Forward, the first by Jay Michaelson on the new phenomenon of Jewish
fundamentalism, the second by Shulem Deen and third by Judy Brown on their
experience of coercion and pressure to have lots of children.
Moderate Hillels Are Losing to Radical
Shammais By Jay
Michaelson, Jewish Forward May 27,
2013
American Jews are actively supporting a
demographic trend that threatens the fabric of American Jewish life: the
unchecked growth of Jewish fundamentalism.
Call them what you will ultra-Orthodox
Jews, fervently Orthodox Jews, Haredim, black hats. They will soon become the
majority of affiliated Jews in the metropolitan New York area, and the
religious majority in Israex. The results will be catastrophic.
Weve read stories recently of Haredim in
Israex comparing Israeli politicians to Hitler and throwing stones at women
praying at the Kotel; of Haredim in New York fighting to restrict the
prosecution of sex abuse claims; of Haredim in Germany threatening the fragile
truce on circumcision by defending the practice of adult men sucking blood
directly from the penises of infants.
And that is just the tip of the
fundamentalist iceberg. In recent months, the Forward has depicted the coercion
and ignorance prevalent in American ultra-Orthodox communities: in brilliant
essays by Judy Brown and Shulem Deen, in exposés of Hasidic money laundering,
and longer ago in its award-winning coverage of the Agriprocessors meat
processing plant. And of course, fervently Orthodox leaders have defended,
justified, covered up and explained away sexual predators in a way that would
make a Vatican official blush.
What has emerged from all this is a
picture of a subculture that looks more like The Sopranos than like Fiddler
on the Roof a world in which a small elite maintains power at the expense of
thousands of serfs.
What weve also learned is that this
entire apparatus of fear, manipulation and power mongering has been supported
by you and by me.
Weve learned, for example, that flagship
institutions of ultra-Orthodox life are basically on the dole. Seventy-six
percent of students at one of the most prominent yeshivas in the country, in
Lakewood, New Jersey, are receiving Pell grants*. Indeed, the top three
institutional recipients of these grants are ultra-Orthodox yeshivas.
The Chabad-affiliated Michigan Jewish
Institute scored $25 million in federal aid meant to go to low-income students,
despite an appalling academic record and due largely to chicanery involving an
online application mill.
And of course, Haredim in Israel put their
American brothers to shame, diverting millions of shekels to schools that dont
provide a basic Western education, rabbinates filled with cronyism and a
welfare system that keeps an entire sector of the population dependent on
government subsidies.
In other words, the entire edifice of
ultra-Orthodox power rests on gaming the system.
Meanwhile, modesty brigades and families
willing to disown anyone who dares to leave patrol the walls of this
contemporary shtetl. Imagine youre an 18-year-old woman in a Hasidic enclave.
Youre married, with two or three kids already, and youve been told that
outside everyone is evil, depraved and miserable. You barely read English.
And you know that when your cousin left, she was destitute, disowned and disgraced.
There is no one to help you if you leave. Youre on your own. So of course you
stay.
We are abandoning thousands of our fellow
Jews to this hierarchy of power and abuse. We are doing nothing to help them.
And pretty soon, the hierarchy will
overwhelm us. Demographers tell us that 49% of New Yorks Jewish children are
Haredi (either Hasidic or yeshivish). Especially in light of non-Orthodox
disaffiliation, New York Jewry, within a generation, will be fundamentalist,
poor, uneducated and reactionary. Non-Orthodox Jews will look like the secular
Persians of Iran: once the complacent majority, now a minority oppressed by
fundamentalists.
The good news is that since we are
propping up this system, we have the power to weaken it.
First, mainstream American Jewish
organizations must stop pretending to have common cause with Jewish
fundamentalists. Just as mainline Christian denominations recognize Christian
fundamentalism to be a threat to their religious values, so the mainstream of
Jewish denominations including Modern Orthodoxy must recognize that this
distortion of Judaism is actively destructive to Judaism itself.
Like Christian fundamentalism, Jewish
fundamentalism is extremely new. It arose in response to modernity, and it
radically changed Jewish values. Formerly, the Jewish mainstream balanced
strictness and leniency: In the battle between the strict Shammai and the
lenient Hillel, Hillel always won.
But the Haredi world is a phalanx of
Shammais. The strictest is always the best. Moses wore a shtreimel, the fur hat
that many married Haredi men wear, at the Red Sea. Scientific knowledge is
evil. These are radically new Jewish ideas presented as radically old ones.
Those of us who do not share them must recognize them as a threat.
And then we can begin to act. Fortunately,
we dont have to fight coercion with coercion. We dont have to compel anyone
to change his or her religious beliefs. We just have to stop artificially
propping up a system that otherwise would not exist.
For example? We can demand an end to all
federal and state subsidies to yeshivas that do not prepare students for
contemporary economic and civic life. We can oppose all Jewish-fundamentalist
efforts to take advantage of government or Jewish communal largesse. We can
support our allies in Israel that are fighting for religious pluralism, for
equal conscription of all Israelis, for civil marriage and for the defunding of
the rabbinate.
And perhaps most important, we can
publicly and financially support those struggling to escape from the oppression
of ultra-Orthodoxy. For example, the organization Footsteps does wonderful work
to help ex-Haredim transition to the modern world. But it is tiny in comparison
with what we need. We need a Giant Footsteps a major federation initiative to
support those who leave and communicate to those trapped outside that there is
vibrant Jewish life beyond the ghetto wall.
We fail to act because, I think, deep in
the hearts of non-Orthodox Jews there lingers the belief that the Haredim are
the real Jews, or the safeguards of our future, or perhaps the sweet, cuddly
Tevyes of our imagined Yiddish roots.
But they are not. Of course, there are
wonderful Haredi Jews out there. But the Haredi system threatens the demographic
and cultural stability of the Jewish community, both in the United States and
in Israex. Jewish fundamentalism is not good for the Jews.
Jay Michaelson is a contributing editor to
the Forward.
A BOCHUR NOT FROM
THE FRUM AND THE HEIMISHE, GOES TO JAIL FOR 6 MONTHS. THAT'S THE LAW IN THE
MEDINA. BUT THE RABBONIMLACH THINK THAT THEIR PEOPLE ARE HOLIER AND DESERVE
A "CERTIFICATE OF HOLY JEW" SO THAT THEY DON'T HAVE TO GO TO
JAIL. THEY ARE TO LIVE IN THE MEDINAH, AND ENJOY THE MEDINAH, AND THE ZIONISTS ARE SUPPOSED TO BOW DOWN, "OH, YOU HEIMISHE ARE
SOOOO HOLY.........OF COURSE WE WON'T SEND YOU TO JAIL. YOU ARE TOO HOLY!"
Thousands of female haredi worshipers heed call of
community leaders to hold a mass prayer at site to upstage arrival of Women of
the Wall; mass brawl erupts. Reform Movement: Haredi leaders 'desecrated
sanctity' of Kotel
The worst part of
it all is the FAKE KANOYOS of the "haredim" whose leaders demonstrate
they can get protesters on the street whenever they want, and AGAINST THE
MEDINAH NEVER NEVER DO IT. WHY ARE THEY MORE WORRIED ABOUT THESE WOMEN AT THE
KOSEL THAN THE FILTH OF ZIONISM IN ALL OF THE LAND AND THE AVEYRAS INVOLVED??
THE HAREDI
ZIONIST LEADERS WHO MISLEAD THE JEWS ARE THE BIGGEST ENEMIES OF THE TORAH. WORSE THAN ALL THESE WOMEN...
1992: Israeli Foreign Minister Shimon Peres tells French TV that
Iran was set to have nuclear warheads by 1999.
1992:
Joseph Alpher, a former official of Israexs Mossad spy agency, says Iran has
to be identified as Enemy No. 1. Irans nascent nuclear program, he told The
New York Times, really gives Israex the jitters.
1992:
Israeli parliamentarian Benjamin Netanyahu tells his colleagues that Iran is 3 to 5
years from being able to produce a nuclear weapon.
1995:
The New York Times reports that US and Israeli officials fear Iran is much
closer to producing nuclear weapons than previously thought less
than five years away. Netanyahu claims the time frame is three
to five years.
1996:
Israeli Prime Minister Shimon Peres claims Iran will have nuclear weapons in four
years.
1998:
Former Secretary of Defense Donald Rumsfeld claims Iran could build an ICBM
capable of reaching the US within five years.
1999:
An Israeli military official claims that Iran will have a nuclear weapon within
five years.
2001:
The Israeli Minister of Defence claims that Iran will be ready to launch a
nuclear weapon in less than four years.
2002:
The CIA warns that the danger of nuclear weapons from Iran is higher than
during the Cold War, because its missile capability has grown more quickly than
expected since 2000 putting it on par with North Korea.
2003:
A high-ranking Israeli military officer tells the Knesset that Iran will have
the bomb by 2005 17 months away.
2006:
A State Department official claims that Iran may be capable of building a
nuclear weapon in 16 days.
2008:
An Israeli general tells the Cabinet that Iran is half-way to enriching
enough uranium to build a nuclear weapon and will have a working weapon no
later than the end of 2010.
2009:
Israeli Defense Minister Ehud Barak estimates that Iran is 6-18
months away from building an operative nuclear weapon.
2010:
Israeli decision-makers believe that Iran is at most 1-3
years away from being able to assemble a nuclear weapon.
2011:
IAEA report indicates that Iran could build a nuclear weapon within
months.
2013:
Israeli intelligence officials claim that Iran could have the bomb by 2015
or 2016.
Nicht beim Gehen, nicht beim Stehen, wenndu dich legen willst und wenn du liegst, hast du zu fürchten. Nur בכסלך unentwegt und unerschütterlich treu musst du bleiben. Selbst wenn es der Umgebung ein lächerlicher Eigensinn und strafbarer Starsinn scheint, lebe die Überzeugung und das Bewusstsein in dir von der Göttlichkeit und damit der Wahrhaftigkeit und Güte der Weisheit und ihres Spenders in deinem Herzen. Du wirst nicht nur sorglos deinen Weg gehen können, sogar, wenn ein Stein des Anstoßes auf ihm liegt wirst du dich nicht verletzen; nicht nur wirst du dich ohne Angst niederlegen dürfen (תשכב-תפחד beides imperf.), auch wenn du dich gelegt hast ושכבת perf., wird dein Schlaf angenehm sein. Deine Ruhe wird sich gewiss nicht Dinge als geschaut תירא vorstellen die überhaupt nicht vorhanden sind und die als wären sie unvermittelt und plötzlich eingetreten nur den leichtsinnig in den Tag hinein lebenden Gesetzlosen verwirren können.
Quelle: Bibliothek des Jüdischen Volksfreundes herausgegeben von Rabb. Dr. Wolf, Cöln
Die Sprüche Salomos Teil I. (Kap 1 9) zweite unveränderte Auflage Cöln 5677.
[1]Der Vers Mischléi 3,25, gefolgt durch die Verse Jesaja 8,10 u. 46,4 sprechen wir dreimal täglich beim Schluß der Gebeten(nach Olénu) Wir sollten beim Beten diesen mit der erforderlichen Andacht durchdenken.
How Islam Saved the Jews - Audio - Professor WASSERSTEIN
How Islam
Saved the Jews - Audio - : Prof. David J. Wasserstein (Vanderbilt University, U.S.A)
Islam conquered the entire Persian Empire and most of the Mediterranean world.
Uniting virtually all the world's Jews in a single state, it gave them legal
and religious respectability, economic and social freedoms, and linguistic and
cultural conditions that made possible a major renaissance of Judaism and the
Jews.
NK Letter to 100 Senators Comment by a ehrlicher Yid fun Brooklyn
NK Letter to 100
Senators
Comment by a ehrlicher Yid
fun Brooklyn
Below is a
letter from the NK website concerning the issue of former Sen. Chuck Hagel for
Secretary of Defense. Note my comments on the CONTENT in red. The English in
the letter is very poor and should have been improved before sending it to 100
senators.
February 4, 2013
The Honorable ____ ____
United States Senate
Washington, DC 20510
Dear Senator:
Last Thursday on Capitol
Hill, hearings were held on whether to confirm the President's choice of Chuck
Hagel as Defense Secretary. Members of our organization were present in the
hearing room; you may have noticed us in our traditional Jewish Hasidic attire.
Our reason for being at the
hearings was to convey our following most crucial message to the members of the
senate.
Ever since Hagel's
nomination, he has been subjected to intense criticism and vilification in the
form of advertisements by private interest groups. This campaign has given rise
to public fear of the senators appointment to this most important position. [what fear? What interest groups?!!!]
We find this campaign, to
us, as religious Jews, particularly disturbing. These certain groups, such as
the Emergency Committee for Israel, have chosen to attack Sen. Hagel for his positions
on the State of Israex. (Although this is not the issue, it so happened that
Sen. Hagel has in fact shown himself to be strongly committed to Israex, but in
the view of his detractors that is not good enough; he must support their
agenda). [WHY does this sentence sound like the NK
are being melamed zechus for a supporter of the Zionist state?!] The anti-Hagel ads imply that unquestioning support for
Israex and whatever positions its government takes, whether good for America or
not, is an indispensable criterion for leadership in America. [American lobbies can say whatever they want under the
First Amendment. The letter STILL does not explain how these demands are so
different from what Hagel says, especially since major Zionists SUPPORT Hagel
in the Senate] This concept as a pivotal
criteria, is a most dangerous position to take.
We strongly
believe that only America's security can be a litmus test for a defense
secretary [The letter does
not address how American security is endangered by supporting the Zionists. Why
doesn't the letter address the issues DIRECTLY?]. The President
of the United States should be free to appoint members of his cabinet in
accordance with what he feels is best for this country; his hands should not be
tied by foreign interest groups [THIS is NOT the
issue, since many interest groups lobby for and against all kinds of
candidates. THIS IS NOT THE ISSUE!]. Likewise, his cabinet and all the other political leaders of our great
country, should be concerned first and foremost with the good of our country. [This letter still DOES NOT SAY A WORD TO EXPLAIN how the lobbies are
going against "our country." Why??]
Groups calling themselves Jewish who do insist on pushing foreign interests,
certainly do not speak for Torah true Jews or Jews in general. [Is Weiss saying that only a small group of NK represent Jews? Any
senator would laugh at such a claim.] And such campaigning is counterproductive for Jews here, as well as
Jews living in the Holy Land.
Throughout the centuries, loyalty to one's country has been a pillar of Jewish
values, as expressed in the words of the prophet Jeremiah 29:7, "Seek the
welfare of the city to which I have exiled you". This is especially true
in America, a country that has given us the freedom to prosper and maintain our
religious principles.
And so we came to Washington to protest against these pro-Israex groups who
have defamed Sen. Chuck Hagel, and to state unequivocally that they do not
speak in our name. [What has
been the issue of defaming him??? That he is NOT genug getrey to the medinah?!
He has already explained how he IS loyal to the medinah!]
We have an additional point to make. We understand that Mr. Hagel and other
American leaders and policymakers have many strategic reasons why they support
the State of Israex. [So then what is
NK worried about concerning Hagel if he is a Zionist? Why is NK trying to
"defend" him?]
But as Jews, we
must clearly state the true Jewish view on this subject.
The State of Israex, from its founding day, has been a catastrophe for the
Jewish people. It has only dragged us into wars and conflicts, and it has
afflicted death and suffering for Jews and non-Jews alike. The State, by its
mere existence, has in one fell swoop,[???] stolen a land
from an entire people while the Torah states that one is forbidden to steal. [But the Zionists do not follow the Torah, and the United States does
not care about the Torah laws]. Ironically,
the existence of this State and the actions that emanate from it, has caused
the ten-fold exacerbation of anti-Semitism around the world. May we take the
time to remember that Jewish communities flourished throughout the Arab world
for centuries, prior to Zionism. Furthermore, the Torah forbids Jews to found
their own state before the coming of the Messiah. [The senators don't care about the "obscure" teaching of the
Shalosh Shvuas].
This was the rock solid [??] Jewish position, held by Jewish leaders around the world, from the
beginning of our existence, two thousand years ago, until the present day. This
is the position shared by Torah True Jews and their communities throughout the
world, from Jerusalem to New York, from the U.K. to Australia and all that lies
between. [NK is doing like
a kelev hachozer al kiyo........The Senators will certainly laugh at that
claim......where are the lobbies of Jews against the Zionists??!!]
As a classic example of this true Jewish position, we present one potent and
critical case example. On July 16, 1947, when the idea of a "Jewish
State" was being considered, one of the greatest leaders the Jewish world,
Rabbi Yosef Tzvi Dushinsky, chief Rabbi of Palestine, wrote in a declaration to
the United Nations special committee on Palestine, as follows: "We
furthermore wish to express our definite opposition to a Jewish state in any
part of Palestine". (http://www.nkusa.org/Historical_Documents/dushinksy.cfm) [But that was
over 60 years ago. What is the difference for now, and WHAT does this have to
do with Senator Hagel?!]
Therefore, we would like to make it absolutely clear that the interests of the
State of Israex are not the interests of the Jewish people.[The goyishe senator is supposed to accept these words mit reine
emunah?!! Says who?]
May the Almighty guide you and your fellow senators in leading our great
country in peace and prosperity.
We pray for the day when the necessity for a Secretary of Defense will be no
more, the day when the Almighty, with His compassion, will reveal His glory
throughout the world and all His creation will serve Him in joyful harmony.
Amen. [If I was a
senator, I would not have the slightest idea of what Rabbi Weiss is trying to
saying with regard to Senator Hagel. What is the connection of theology with
politics?!]
In an interview with Hadassah
Borreman, member of the anti-Zionist Jewish organization in Belgium, she
strongly accused the Zionists of being the most party which violates Judaism,
and the most detrimental to the Jewish people.
The Oneness of God is a key point in Judaism. At the end of the morning
prayer, we recite the thirteen principles of faith of Maimonides (1138-1204).
The first principle says: I believe with perfect faith that the Creator,
blessed be His Name, is the Creator and Lord of all creatures, and that He
alone made, makes and will make all things, she stated.
However, on the spiritual movements within Judaism, and the best way to
worship God, the observant Jewish said there are actually spiritual movements
which adopt books like the Holy Zohar..."
"The non-Jewish origin Zionists have violated one of the 13
principles of Faith..."
"But what God asks of the Jews is to study the Torah in verbal and
writing, along with practicing the Halokhoh (Code of Jewish Law), to behave
just like our Sages have taught us with righteousness, truth, love with every
creature, she added.
Answering a question on the Messiah, how does she prepare for his coming
and whether the Zionist entity has a role to play in this, Borreman believed
that the Jew - faithful to the Torah - expects the Messiah every day.
Three times a day we pray for his coming... The twelfth of thirteen
Principles of Faith (Ani Ma'amin) says: I believe with perfect faith in the
coming of the Messiah, and even if delayed, I await his coming every day. Our
Sages say that whoever rejects one of the thirteen principles, is subtracted
from the Jewish people! she noted.
Moreover Borreman assured that the Jews nowadays live in the worst
ordeal with Zionism and its illegal entity in the Holy Land, because it is
heresy.
It is an attack against our Jewish identity, this satanic
ideology which has lost many souls Jewish in their by denying the Jewish faith
for a nationalist policy, she added.
Zionism is also a Nakba for the Palestinian people who suffered and is
still suffering today the barbarism of expansionist Zionist regime and its
criminal army. The existence of the Zionist entity in Palestine is blasphemy.
It is the source of conflict in Palestine and in the world.
Zionism with its entity and its lobbies around the world (AIPAC, Mossad
... CRIF) delays and prevents the Messiah!
Borreman also pointed out that it is imperative that we recognize that
the Zionist entity should be dismantled and the small groups that revolve
around, and also the ideology of Zionism must be condemned and eradicated from
our land.
"Muslims and Jews must fight Zionism, injustice and immorality
which is a matter of pride in the West, because Zionism - along with its entity
and lobbies across the world - delays the arrival of Messiah," she
stressed.
Regarding the similarities between the Jewish and Islamic spirituality,
Borreman admitted that there are similarities between Jewish spirituality and
Islamic spirituality certainly!
Having read about Islam, discussed, worked alongside Muslims, I can say
that there are many parallels in our respective times, which themselves are
composed of diverse and complementary movements that have their own
traditions, she figured out.
We are moving in the same direction which is Close to the Almighty.
Jews and Muslims, we agree in principle in different areas of life, although
the practical application differs. For example: Faith in the Oneness of God,
prayer, fasting, eating Kosher-Halal, purity / purification, decency in dress
and relationships, separation between men and women .., the observant Jewish
added.
We must accept and dare say that until Messiah of the Jews or the
Mahdi of Muslims arrives, we must learn to live together intelligently, in
accordance with our differences.We must fight the
common enemies: Zionism, injustice and immorality which bring chaos in society
and are a matter of pride in the West. When the Messiah comes, he will reveal everything to everyone, everyone
will see the truth about everything, Borreman concluded.
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH aus dem Kommentar des Wochenabschnittes Trumoh
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH
(1833 1900)
Aus dem Kommentar zur Haftoro des Wochenabschnittes TRUMOH
Könige I, Kap. 5, Vers 26 und folgende Dem bescheiden Zusammenkunftsbestimmungszelte der Sidra stellt die Haftora den stolzen Prachtbau Salomonischer Königsherrlichkeit gegenüber. So stolz und prächtig er auch war, so sehr er auch zur Ehre Gottes errichtet wurde, wir werden doch, schon bei der Geschichte des Baues, seiner nicht froh. Freilich alles großartig. Großartig die Vorbereitungen, großartig der ganze Apparat, ganze Armeekorps von Lastträgern und Steinmetzen, mit weitschauendem Blicke alles überdacht, großartig der Kostenaufwand bloß für die Errichtung von Zedern- und Tannenstämmen für den Bau durch phönizische Arbeiter hatte Salomo den ganzen Hof des befreundeten Königs Hiram jahrelang erhalten und wie von den Ruhmesbauten ägyptischer Herrscher man noch nach Jahrtausenden weiß, wie groß der Zwiebelverbrauch der unglücklichen Arbeiter war, so wird auch einige Verse vor unsere Stelle genau berichtet, welch kolossale Lieferung Salomo so glücklich war, der tyrischen Majestät leisten zu dürfen. Doch nicht dieser Aufwand ist der Punkt, den wir im Auge hatten. Salomo war ja reich genug, und sein Volk entbehrte es ja nicht. Allein sein Volk! das ist es. Welche traurige Stellung nimmt dieses Volk, nimmt Jissroél zu diesem Bau ein. Wo ist die Begeisterung der Männer und Frauen, von der die Sidra zu erzählen weiß? Würde Salomo auch eine solche freiwillige Privatbeteiligung auch nur geduldet haben? Und doch, im Hinblick auf den Ursprung und im Hinblick auf den Zweck, um wie vieles herrlicher und heiliger war die Arbeit der webenden und wirkenden jüdischen Frauen und Mädchen, die Arbeiten der der Kunstfertigkeit so lange entwöhnten jüdischen Männer unter Bezalels kunstsinniger Leitung, als alle die Herrlichkeiten phönizischer Technik und salomonischen Kunstsinns! Eine andere Art von Beteiligung hatte Salomo seinem Volke vorbehalten. Frondienste, pharaonischen Andenkens, hatten sie zu leisten, und auch die Fronvögte fehlten nicht! Das ists, was dem denkenden Leser wie ein Eiseshauch aus dieser Geschichte entgegenweht! Dazu kommt die Überschätzung der Pracht und des äußeren Glanzes überhaupt, die sic hier und in der noch glänzenderen Herstellung seines eignen Königspalastes, ausspricht. Deshalb erging auch noch während des Baues, lange vor seiner Vollendung an Salomo das warnende und mahnende Gotteswort, das den Schluss unserer Haftora bildet. Es warnt ihn vor Überschätzung der äußeren Herstellung dieses Baues, erinnert ihn daran, daß er seine ganze Königsstellung nur der seinem Vater David gewordenen Gottesverheißung zu verdanken habe, und daß die Aufrechthaltung dieser Verheißung für ihn in keiner Weise von Glanz und Machtentfaltung, sondern lediglich davon abhänge und dadurch bedingt sei, daß er gewissenhaft die Gesetze seines Gottes in Wandel und Tat hüte und verwirkliche, erinnert in ferner daran, daß auch bei treuer Erfüllung dieser Bedingung Gott nicht im Tempel auch nicht bei dem gottesfürchtigen mächtigen Könige, sondern in Jissroéls Mitte weilen, in keinem Falle aber Jissroél, mein Volk Jissroél, verlassen werde. So viel die Worte, so viel dem stolzen Selbstgefühl des Königs gewordene ernste Belehrungen.
Warnung vor Verkennung der Bedeutung des Gotteshauses überhaupt, vor allem aber Warnung vor Überschätzung der Bedeutung der Herstellungund des Daseins auch des prächtigsten Gotteshauses, das ist der Inhalt dieser Haftora. Sie enthält damit zugleich den lauten Protest gegen jene Verirrung, die alles Religiöse auch im Judentume in Synagoge und Tempelleben aufgehen lassen möchte. Ist die Zeit schon gekommen, in der dieser Protest gegenstandlos geworden?
(Die Haftoroth übersetzt und erläutert, Frankfurt am Main 1896: S. 147- 148Kommentar zu Könige I. Kap 5 )
Zalman visits Kanievsky and Wozner... by a ehrlicher Yid fun Brooklyn
Zalman visits
Kanievsky and Wozner...
by a ehrlicher Yid fun Brooklyn
How heart-warming. He can
blab on about the elections to the Knesset and then go visit his good friends
the Bnai Bonov Shel Haman in Bnai Brak. He must be laughing all the way to
bank!! And with full coordination with Zionist police services........!!!
בשעות
הערב הגיע הרבי לביקוריםאצל
מרנן ורבנן גדולי ישראל הגר״ש וואזנר בעל שבט הלוי, הגר״ח קנייבסקי האדמו״רמטשרנוביל
הגר״י זילברשטיין וגדולי תורה נוספים. יצב
משנה אלברט אוחיון מפקדמרחב
דן שפיקד על אבטחת מסע האדמו"ר מסאטמר אמר ל'כיכר השבת' כי המשטרה נערכהבכוחות
מתוגברים על מנת שיישמר הסדר ברחובות העיר.
"גייסנו
כוחות יס״מ, שוטריתנועה
ובילוש על מנת שהמסע יעבור בהצלחה ובשלום" אמר אוחיוןבסיפוק.
He says that the haredim
have the "right" not to go to the army!!!
In other words the freie
Zionists have to bow to all the haredim to let them live in the medinah without
obligations...
The interviewer asks him
why the anti-Zionists don't leave the country (ha, ha, ha......) and he says
"the haredim lived here before the Zionist conquest and are waiting for
end of medinah" meaning no problem, "we" have rights and we
don't mind the Zionist regime ...
Zalman Teitelbaum in the Zionist Entity By a ehrlicher Yid fnn Brooklyn
Zalman Teitelbaum in
the Zionist Entity
By a ehrlicher Yid
fun Brooklyn
Why does he call the
Zionists Amalekim and condemn them when he knows that the Haredim support the
Zionists with their parties in the Knesset?
Why does Teitelbaum not
mention how the "heimishe" benefit from the work of the Agudah in the
Knesset to get benefits such as yeshivas, mortgages, houses, health benefits,
etc. Etc.??
Why does Teitelbaum not
condemn the "rabbis" who support the Zionists with whom he is
friendly?
Why does Teitelbaum not
mention what the Zionists do against goyim against Toras Moshe?
Why does Teitelbaum think
that the blood of his people is more red than that of the Agudists who do his
dirty work, or the blood of other Jews who go in the army and get killed?
Why are Teitelbaum and
Tuvia Weiss etc, such big hypocrites?!
Where does he think all the
electricity comes from? In whose airport does he think he landed? Whose roads
is he on? Who provides the apartments in his settlement in Bnai Brak? Which
government gives building permits? Who provides the fire department and
police?? The ones who he comfortably calls "Amalekites"!!!!
How seriously
do you want to take Zalman Leib as he establishes another 200 apartments in a
settlement in Bnai Brak to help his people be more comfortable in the Zionist
state? He's got to work with the architects, the city officials, the Misrad
HaBniya, the Justice Ministry, etc. SO WHAT if he says "the right
thing"? Agudists also say the right thing once in a while, but it doesn't
mean anything lemayse. Talking doesn't do anything. ACTION does. Heck, he even
denies paying people $100 or $50 not to vote!
I think it is
viewed as pure chutzpa to curse out where you are located, using their services,
their airport, and expect them to LEAVE YOU ALONE with no obligations for army
service or other things. It's fantasy. Pure fantasy.
Zionists do not represent Judaism?! By a ehrlicher Yid fun Brooklyn
Zionists do not represent Judaism?!
By a ehrlicher Yid fun Brooklyn
The frummelach are
supporting the most extreme Zionist views except in
relation to the draft to the Zionist army.......simply because their Rebbes and
"Rabbonim" believe that a person in a Yeshiva is more kodesh than
another Jew, and that the issue of going into the Zionist army only applies to
those in Yeshiva, (the "heimishelach.")
If a person is not in
Yeshiva, he has to risk his life because his life and his blood are not worth
as much as the blood and lives of those in Yeshivas...those who have the money
also to bribe the Zionists to stay out of the army!!!
And almost all of
the rabbis support this kefira idea that only yeshiva Jews are real Jews, and
the rest can be killed in war...these kinds of rabbis have a din of roydef!!!
And all those
parties will get thousands and thousands of votes, and some "kanoyim"
will tell the goyim that "they do not represent the Torah"!!!
Lachedik!!
ZALMAN TEITELBAUM IS
EXPANDING HIS SETTLEMENT IN BNAI BRAK.
CAN ANYONE EXPLAIN WHY A PLACE IN THE WEST BANK IS CALLED A "SETTLEMENT"
BUT IN THE 1967 BORDER AREA IS JUST CALLED A
"SHIKUN"???!!
New Satmar
Community in Bnei Brak
(Tuesday, January 8th, 2013)
The Eretz
Yisrael Satmar community is a buzz in anticipation of the upcoming visit of the
Satmar Rebbe of Williamsburg, Rav Zalman Leib Teitlebaum SHlita. This will be
the rebbes first trip since taking over as rebbe, and he will be attending a chasanah
of a grandchild. He will also be laying the cornerstone for the new Satmar
community in the Ramat Elchanan area of Bnei Brak.
The chasenah
is schedule to take place on Tu BShevat, as was reported by YWN-ISRAEL
earlier.
In the first
stage, 600 apartments will be constructed in 20 buildings. The new community
will be called ויואל משה after the late Rebbe ZTL ZYA. The prices are expected to be
extremely attractive, with a four bedroom apartment selling for 650,000 NIS. At
some later date, the community may increase in size by 40%, reaching 1,000
units.
Excerpts from the book Gachalei Esh,by a ehrlicher Yid fun Brooklyn
R' Yoel TEITELBAUM
ztsl
Excerpts from the book
"Gachalei Esh", in English Translation by a ehrlicher Yid fun Brooklyn
All sections of the Agudah go in one direction: To Zionism
And even within the party called Agudah there are a number of known groups, but they all lead to the direction of Zionism, from
whence is the well of evil and bitter waters of sectarianism and heresy...
Zionism with the Approval of the "Council of Torah Sages" And now that the Agudah has joined with the idolators,
the idolators are even more arrogant since they see that everyone is with them.
This is because the Agudah operates with the approval of the 'Council of Torah
Sages' and the rabbis and rebbes and heads of yeshivas make all their actions
kosher.
Walking arm in arm nyone with a brain in his head can see that in recent
years the Agudah has joined the Zionists arm in arm, but just with different
faces.....
All their words (of the Agudah) are empty air It is impossible to go into all their empty claims,
lies, fantasies and falsifications on paper, since there is no limit to their
empty words and lies and phoney fantasies. But anyone concerned with the
word of G-d sees that all their words are vanity, and totally lacking in
content.
They serve the Zionist idolatry with all their hearts
Satan has succeeded in that even some who are called religious have devoted
themselves to serving the Zionists with all their hearts, and help them to
fulfill their aspirations to mislead and deceive. They
totally turn themselves over to idolatry.
They bring Zionism into
Synagogues
The religious Zionists bring the rule of the Zionists into the synagogues,
where they recite Hallel and Shehechayanu and make fund raising appeals for all
the organizations. They know themselves that the money they are collecting,
even on the Eve of Yom Kippur goes into places of heresy and destruction of our
religion.
Anyone helping the Zionists to bring immigrants to the Holy Land, woe
to them and their souls
And all the more so when they come to Eretz Yisrael under the Zionists and fall into their trap, and then pull out of them any faith and
Torah. Woe to them and their souls those aiding this and flattering the Zionists. Their sin is great, and rises to heaven.
The claims of the Agudah that they fight Zionism is ridiculous
And how can they say that they fight the Zionists and that their educational
system is geared to implant pure faith to fight heresy? Who would be foolish
enough to believe that the heretics would give money and weapons to enable
others to fight against them? Their whole purpose is to WEAKEN the struggle
against them and to implant heresy into the educational system.
Joining the Agudah is dangerous physically and spiritually For all those religious people who gives the
Zionists support, and have distorted the teachings of the Torah, they shall be
held responsible in the next world. One has to run away from them
and from joining them as far as is possible. Joining them is a great physical
and spiritual danger.
How can anyone join the Agudah who are one with the Zionists?
With regard to your question about joining the Agudah, I am surprised at the
question, since it is known that they are one with the Zionists who have
destroyed the world and dragged the Jewish people into heresy.
Whoever brings the people to join the heretics, G-d forbid to join him or to
listen to his instructions Whoever praises the heretics and brings the masses over
to the views of the heretics, G-d forbid to join him or to listen to his instructions.
Oproep tot steun tegen Repressie bij boycot TEVA campagne
Oproep tot steun tegen Repressie bij boycot
TEVA campagne
Ingezonden
Bericht - Oproep gekregen tot solidariteit met Dokter Guido Gorissen van GVHV op
woensdag 16 januari om 20h30 Hij moet voor de Orde van Geneesheren verschijnen wegens zijn boycotactie
van de Israëlische geneesmiddelenproducent TEVA
Afspraak voor het gebouw van de Orde Van Eycklei 37, 2018 Antwerpen (aan het
Stadspark)
Torah towards Non-Jews by a ehrlicher Yid fun Brooklyn
Torah towards
Non-Jews by a ehrlicher Yid fun Brooklyn
IT IS IMPORTANT
TO PRESENT THESE SOURCES TO NON-JEWS WHO THINK THE TORAH IS AGAINST NON-JEWS,
ESPECIALLY THE HALACHA AND TALMUD.
16th
Century Rabbi Joseph Caro, Author of Code of Jewish Law, Chapter 348,
Hoshen Mishpat, Section 2
Whoever steals
even a cent violates the prohibition against theft, and is required to repay
it, whether one steals from a Jew or a non-Jew, whether from an adult or a
child.
Yoreh Deah,
Section 367 (a)
One must be careful
to bury a non-Jew and express condolences and the righteous among the Nations
have a portion in the World to Come.
Hoshen Mishpat, Chapter 228, Section 6
It is forbidden
to deceive anyone in business or to fool them ..whether he be a Jew or a non-Jew.
16th
Century Rabbi Chaim Vital, disciple of Rabbi Isaac Luria, author of Shaarei
Kedusha.
Part 1, Section 5
A person should
love all G-ds creatures, both Jew and non-Jew.
18th
Century Rabbi Chaim David Azulai (Chida), author of Milev David, Chapter
16
Theft is a very
serious sin, including theft from non-Jews, as our sages stated in the Talmud
about the sin of the generation of the Flood: that the divine decree was
established on their sin of theft. Whosoever is a thief, his prayers go
unanswered.
Theft from a
non-Jew involves the additional sin of a desecration of G-ds Name.
19th
Century Rabbi Yosef Chaim of Baghdad, author of Ben Ish Chai
Section 1,
Torah Portion Ki Tetseh, paragraph 7:
It is forbidden
to steal from a Jew or from a non-Jew, from an adult or a child, and even if a
non-Jew were to cause suffering to a Jew.
19th
Century Hassidic Rabbi Pinchas of Koretz, author of Imrei Pinchas, Chapter
7, section 89
He recounted
that he quoted a book that said that one must also love non-Jews because they
are G-ds creation, and the rabbi was very pleased with this quotation.
Apparently the quote was from the book, Sefer Habris.
20th
Century Rabbi Ganzfried, author of Abridged Code of Jewish Law
Section 503,
paragraph 182 Laws of Theft, entry #1
It is forbidden
to steal from anyone, whether from a Jew or a non-Jew (see Code of Jewish Law, Hoshen
Mishpat 348, 359)
20th
Century Rabbi Israel Meir Kagan, author of Mishnah Brura
Orach Chaim, Section 347
One must wish
succeed in your endeavors to anyone engaged in his craft, whether Jew or
non-Jew.
(H) Youre right Reb Yid, its very important. Unfortunately there are
many Jews who dont agree in their heart and in practice with the words of our
Holy Torah. It lacks a lot of honesty among many Jews (I mean Chassidim, lifnim
meshurass haDin!) So we would have so much less problems and curses in Klal
Yisroel, our prayers would be heard. Im witness to this Chillul HaShem,
witness and also a victim. But IYH, it will be arranged soon with Dayonim.
(MY) B'HWe need
to publish the words of the Torah and Chazal, but at the same time, we need to
be living examples of what are supposed to stand for as Beney Yisroel, Maaminim
Bney Maaminim! We cannot just tell the non-Jews our Torah tells us that even
non-Jews are worthy of receiving Tzedaka from Jews while at the same we don't
practice it! The problem is that the sad truth is that many among us don't
really believe in the words of Chazal!
S R HIRSCH Kommentar zu den Gebete beim Ausheben der Thorarolle(n)
Rabbiner Dr. Samson Raphael HIRSCH
(1808-1888)
Gesegnet, der das Gesetz seinem Volke Jissroél
in seiner Heiligkeit gegeben
(Kommentar zu den Gebete beim Ausheben der ס"ת aus der heiligen Lade)
ויהי בנסע. Wenn das Gottesgesetz aufbricht um zu seiner Wirksamkeit in unsere Mitte einzuziehen, erinnern wir uns mit Moses beim Aufbruch der Gesetzeslade (4 B.M. 10,35) gesprochenen Worten an die Unwiderstehlichkeit und Unüberwindlichkeit des endlich seine Feinde und seine Hasser siegreich bewältigenden Gotteswortes, auf daß wir, bevor wir es lesen, ihm den Thron in unserem Herzen bereit stellen, von dem aus wir es unser ganzes inneres und äußeres Leben beherrschen lassen. Denn wo dieses Gesetz einzieht, da zieht Gott ein, die Feinde und Hasser dieses Gesetzes sind Gottes Feinde und Gottes Hasser.
כי מציון, denn weit über den jüdischen Kreis hinaus soll von seiner Stätte in unserer Mitte aus dieses Gotteswort in die Gemüter der Gesamtmenschheit einziehen, darum muss es zuerst seine heiligende Wirksamkeit an uns vollbringen. Darum ברוך geloben wir Willenserfüllung Dem, der uns zu seinem Volke erwählt, uns zur Lösung unserer Aufgabe Jissroél, d.i. Herold der Gottesherrschaft zu sein, das Gesetz gegeben, und auf seine Heiligkeit hinweisend zu uns gesprochen: Seid heilig, denn Ich, euer Gott, bin heilig! (3 B.M. 19,1).
גדלו Indem der Vorbeter die Gesetzesrolle nimmt, um sie in die Mitte der Gemeinde zu tragen, fordert er sie auf, Gottes Größe sich zu vergegenwärtigen und Ihm den Tribut seiner Erhabenheit zu zollen. Die Gemeinde spricht in לך וגו' diese Größe, Allmacht, Herrlichkeit und allem obsiegende Majestät Gottes aus, dessen alles, das Ganze und Einzelne im Himmel und auf Erden ist, dessen die Herrschaft ist, und dessen Diener und Werkzeug ist, was nur irgend ein übergeordnete Stellung in Natur und Menschenwelt einnimmt. Als unmittelbare Folge der anerkannte Hoheit und Erhabenheit Gottes über alles ist aber die Forderung: uns, in allererste Linie mit unserm ganzen wesen, mit all unserm Thun und Lassen, Ihm unterordnend hinzugeben. Unsere Hingebung an Gott ist aber nichts als unsere Hingebung an sein Gesetz, dessen Stätte er sein Heiligtum genannt und zum Schemel seiner Füße, d.i. zur Stätte seiner Waltungsgegenwart auf Erde geweiht hat, und das, indem unser ganzes irdisches Sein hinanstrebt, um es, das göttliche Gesetz und sein Heiligtum, auf seinen Gipfel als Höheziel aller Bestrebungen zu tragen, all dies hinanstrebende irdische Sein selbst als Gottesberg an der Weihe seiner Heiligkeit Anteil nehmen lässt. Die unmittelbare Folge aus der Erkenntnis der Hoheit und Erhabenheit Gottes ist daher die Forderung: sich dem Schemel seiner Füße und seinem heiligen Berge, d.i. seinem Gesetze und dem Hinanstreben alles Irdischen zu diesem Gesetze ganz und völlig hinzugeben; denn heilig ist unser Gott und sieht den Tribut seiner Anerkennung nur in der Heiligung unseres ganzen Wesens nach dem in seinem Gesetze bekundeten Wille.
(Israels Gebete übersetzt und erläutert von Samson Raphael HIRSCH S. 181 184)
Wer diesem heiligen Kommentar aufrichtig zu Herzen nimmt ist gefeit gegen jede beliebige Spielart von Zionismus!
I see that the Zionist klippa Olmert
(yimach shmo) supports the UN Vote for Palestine because he (like many other
left-wing Zionists) IS AT LEAST HONEST ENOUGH TO ADMIT THAT THE
TWO-STATE SOLUTION AS THE ONLY WAY TO PRESERVE THEIR APIKORSISHE MEDINA!
AND FOR THIS PURPOSE THEY ALSO HAVE MANY ARABS AND EVEN PALESTINIANS WHO ARE
TALKING ABOUT THE TWO-STATE SOLUTION BECAUSE THEY TOO WANT TO RETAIN THE
ZIONIST KLIPPA !!
Former Israeli Prime Minister Ehud Olmert has broken
ranks with official policy by saying that he sees no reason to oppose the
Palestinian bid for UN recognition. Olmert says that the General Assembly
decision, expected on Thursday, lays the foundation for the idea of a
two-state solution.
'Anti-Zionist Neturei Karta are no friend of the Palestinian national struggle Eldad Levy
Anti-Zionist Neturei Karta are no friend of the Palestinian national
struggle Eldad J.
Levy, director of Seeds of Peace in
Israel and a Masters student in the political sociology department at Haifa
University. The opinions expressed here are his own.
In some
respects I found some of your comments rather patronizing and presumptive both
regarding what and who Palestinians should or should not affiliate with, and
regarding who anti-Zionist Orthodox Jews are which apparently arise simply from
your lack of familiarity with Orthodox Judaism.
Anti-Zionist
Orthodox Jews are opposed to Zionism for a number of reasons, none of which
exclude the issue of Palestinian self-determination. You are correct that
Orthodox Judaism stipulates that only Hashem can redeem the Jewish people, but
this is not the only reason to oppose Zionism from the set of values that
inform an anti-Zionist Jew. After all, every individual who opposes Zionism is
informed by a set of values, and it would be both patronizing and presumptive
to assume that the values of traditional Judaism are precluded, even if one
finds that most Orthodox Jews support Zionism by virtue of decades of
propaganda that have had the effect of overwhelming traditional Jewish values.
These
Jewish values also include the matters of justice and the proper way of
behaving towards both fellow Jews AND non-Jews which are also included in Torah
values, i.e. respect, neighborliness, and all other values that permeated
Jewish relations with non-Jews not only in Arab countries but in Europe as
well. Non-compliance with these values is not evidence that these values do
not exist. Of course such values obviously include the matter of opposing the
denial of the rights of the native Palestinians to their country, homes, land,
and all other aspects of their personal and national rights. The Jewish values
of justice under halacha demand the full restoration of all the rights denied
and usurped by the Zionist movement in the name of the Jewish people. Zionism
is a grave SIN and DESECRATION of the Torah and the holy Name of Hashem, which
of course incur divine punishment.
Finally,
as I suggested, it is rather presumptive to try to determine for the Palestinians
with whom they should associate. An Orthodox anti-Zionist Jew would be opposed
to Zionism for other theological reasons even if the injustices perpetrated by
the Zionists did not exist. Thus, there is a whole set of reasons, and even if
all Arabs were to support Zionism, untainted Judaism would still require us to
oppose Zionism. An anti-Zionist may disapprove of approaches taken by the
Palestinians in dealing with Zionism (i.e. a provisional two-state solution),
and we can oppose them without telling the Palestinians what they should or
should not do.
There
briefly touches on the issues you have raised, and there are probably more, but
times is currently of the essence.
Yakov RABKIN beleuchtet das Verhältnis von Zionismus und Orthodoxie
· "4. Juli 2005 02:03, NZZ Online
Heimatsuche im Geist des Judentums
Yakov Rabkin beleuchtet das Verhältnis von Zionismus und Orthodoxie
Zu den jüdischen Intellektuellen, die der Politik des Staates Israex kritisch gegenüberstehen, gehört auch der in Kanada lehrende Historiker Yakov M.Rabkin. Er beruft sich dabei nicht zuletzt auf jüdisch-orthodoxe Positionen, die er in einer unlängst erschienenen Studie in ihrem geschichtlichen Horizont dargestellt hat. Sabine Matthes führte in München ein Gespräch mit dem Wissenschafter.
In der Debatte um den Nahostkonflikt kommt es öfters zu einer annähernden Gleichsetzung von Judentum, Zionismus und dem Staat Israxl. Dabei wird Kritik an der Politik Israexs auf jüdischer und israelischer Seite häufig als Ausdruck des Antisemitismus verstanden; umgekehrt droht in Europa das orthodoxe Judentum zunehmend mit der Haltung jener militant nationalreligiösen Siedler identifiziert zu werden, die sich in Cisjordanien seit 1967 als Vorposten israelischer Gebietsansprüche niedergelassen haben. Dabei geht vergessen, dass die radikalste Ablehnung Israxls gerade auch von strenggläubigen orthodoxen Juden kommt, die ihren traditionellen Antizionismus mit der Thora begründen. Der kanadische Historiker Yakov M.Rabkin, Professor für jüdische Geschichte an der Universität Montreal, leistet mit seinem jüngsten Buch, «Au nom de la Thorah. Une histoire de l'opposition juive au sionisme» (Quebec 2004), einen wesentlichen Beitrag zur Unterscheidung zwischen den verschiedenen Konzepten Judentum und Zionismus, jüdischer und christlicher Zionismus, jüdischer und christlicher Antizionismus.
Vom orthodoxen Judentum entwirft Rabkin ein wenig bekanntes, faszinierend provokatives Gegenbild. Die streng nach den Geboten der Thora lebenden Mitglieder der Neturei Karta zum Beispiel wünschen die Auflösung des israelischen Staates, um, ebenso wie in anderen Ländern auch, gemeinsam mit den einheimischen Arabern unter palästinensischer Regierung zu leben. Rabkin selbst vertritt die Vision eines gemeinsamen jüdisch-arabischen Staates - mit dem pointierten Argument, dass Israel, einst als sicherer Hafen für die Juden gegründet, heute «der einzige Ort in der Welt ist, wo ein Jude einzig deswegen getötet werden kann, weil er ein Jude ist».
Gegen die Begriffsverwirrung
Was hat Sie motiviert, dieses Buch zu schreiben?
Es gab mehrere Beweggründe. Als Historiker fühle ich, dass das allgemeine Verständnis der Bedeutung von Zionismus in der judaistischen Perspektive fehlt. Als Intellektueller fand ich es unredlich, Juden, Israex und Zionismus in einer großen Verwirrung miteinander zu verschmelzen. Als Mensch letztlich halte ich es für wichtig, entscheidende Unterschiede zwischen Juden und Zionisten zu erklären - zu den Letzteren zählen heutzutage mehr Christen als Juden -, zwischen Judentum und Zionismus, um die Ursachen der antijüdischen Gewalt auszumerzen, die in den letzten Jahren aufkam. Der Konflikt zwischen Israeli und Palästinensern - wie akut und tragisch auch immer er ist - sollte nicht in andere Länder exportiert werden, wo Juden und Muslime in Frieden und Freundschaft leben können. Sie haben letztlich viel mehr Gemeinsamkeiten als trennende Unterschiede.
Wie sind die Reaktionen auf Ihr Buch?
Zum größten Teil waren die Reaktionen enthusiastisch. Ich bin von den großen internationalen Zeitungen interviewt worden, habe öffentliche Vorträge gehalten, und Dutzende Leser dankten mir für die Klärung der Unterschiede zwischen Judentum und Zionismus. Einige Diaspora-Zionisten reagierten mit Feindseligkeit, ohne sich wirklich auf eine Debatte über den Inhalt meines Buchs einzulassen. Umgekehrt sind Israeli viel offener für eine Diskussion - und im Gegensatz zu Diaspora-Zionisten tun sie nicht so, als sei die israelische Gesellschaft geschlossen und einig im Blick auf dieses kontroverse Problem.
Der politische Zionismus entstand aus dem Geiste nationalistischer Ideologien des 19.Jahrhunderts und nachdem Theodor Herzl 1896 «Der Judenstaat» als Reaktion auf den wachsenden europäischen Antisemitismus geschrieben hatte. Wie war die anfängliche jüdische Haltung dazu?
Die ursprüngliche Reaktion judaistischer Gelehrter war fast völlig feindselig. Lassen Sie mich den israelischen Historiker Yosef Salmon zitieren, der die Gründe und die Heftigkeit dieser Feindseligkeit kurz und bündig erklärt: «Es war die zionistische Bedrohung, welche die schwerwiegendste Gefahr darstellte, weil sie danach strebte, die traditionelle Gemeinde ihres eigentlichen Geburtsrechtes zu berauben, sowohl in der Diaspora als auch im Lande Israel, dem Gegenstand ihrer messianischen Erwartungen. Der Zionismus griff alle Aspekte des traditionellen Judentums an: durch sein Vorhaben einer modernen, nationalen, jüdischen Identität; durch die Unterordnung der traditionellen Gesellschaft unter neue Lebensstile; und durch seine Haltung zu den religiösen Auffassungen von Diaspora und Erlösung. Die zionistische Bedrohung erreichte jede jüdische Gemeinde. Sie war unerbittlich und umfassend und stiess deswegen auf entschiedenen Widerstand.»
Der Zionismus provozierte auch Ablehnung unter den emanzipierten Juden in West- und Mitteleuropa, die im Zionismus eine offenkundige Bedrohung ihrer Integration in die sie umgebenden Gesellschaften sahen, als Deutsche mosaischen Glaubens oder les Français israélites. Deswegen protestierten viele deutsche Juden gegen die Pläne der Zionisten, ihren Gründungskongress in München abzuhalten, und der Kongress wurde zuletzt in das gastfreundlichere, neutrale Basel verlegt.
Zionismus oder gemeinsamer Staat?
Was ist der Unterschied zwischen jüdischem und christlichem Zionismus?
Einige Christen hatten mit der Idee einer Wiederherstellung jüdischer Souveränität im Heiligen Land gespielt. Diese Ideen wurden oft von Antisemiten unterstützt, die es gern gesehen hätten, dass Juden ihre Länder Richtung Palästina verließen. Heute gibt es eine Aufwallung eines neuen radikalen Zionismus unter jung entstandenen evangelikalen christlichen Gemeinden in vielen Ländern. Die Christian Coalition of America steht für die totale israelische Besitznahme des ganzen Heiligen Landes, und sie zählt mehr Mitglieder als die gesamte Anzahl der Juden weltweit, die übrigens ziemlich gespalten sind in ihrer Meinung zu Zionismus und Israxl. Umgekehrt sind diese christlichen Zionisten vereint in ihrer glühenden Unterstützung für die radikalen zionistischen Aktivisten.
Kulturelle Zionisten wie Martin Buber und Judah Magnes traten auch nach der Shoah für einen gemeinsamen jüdisch-arabischen Staat in Palästina ein. Sie waren gegen einen «jüdischen Staat», weil sie fürchteten, dass die Trennung von Juden und Arabern zur Vertreibung der einheimischen palästinensischen Araber führen würde und zur Entstehung eines jüdischen «Sparta», welches jüdische Lebensform und Ethik gefährden würde. Ihre Prophezeiung scheint sich leider teilweise erfüllt zu haben. Warum hat ihre Idee gegen Herzls verloren? Ist sie noch am Leben?
Diese deutschen Juden waren echte Idealisten, denen jüdische Werte aufrichtig am Herzen lagen. Ben Gurion war ein Pragmatiker, der die jüdische Tradition verachtet hat und dem nur daran lag, so viel Land wie möglich zu besiedeln. Er organisierte gewaltige politische Unterstützung in den USA und anderen Ländern und gewann ziemlich einfach gegen die noblen Idealisten. Außerdem spielte Ben Gurion sehr klug mit den Schuldgefühlen vieler Europäer und lenkte sie dahin, «die zionistische Lösung für das jüdische Problem» zu unterstützen.
Dennoch, die Idee eines gemeinsamen Staates für Juden und Araber ist noch lebendig und gewinnt langsam an Stärke. Laut Meron Benvenisti, dem früheren stellvertretenden Bürgermeister von Jerusalem, ist Israel seit 1967 ein beiden Bevölkerungsgruppen gemeinsamer Staat, in dem freilich eine Gruppe - die palästinensischen Araber - von den politischen Rechten weitgehend ausgeschlossen ist. Was seiner Meinung nach getan werden muss, ist, ihnen diese Rechte zu geben und zu der sehr viel friedlicheren Koexistenz zurückzukehren, wie sie vor 1948 bestanden hat. Seine Idee ist bekannt; sie wird in Israxl offen diskutiert und von einer Minderheit auch unterstützt. Für viele ist Israxl ein Anachronismus geworden, ein Überbleibsel des ausschliessenden Nationalismus aus dem 19.Jahrhundert. Aber letztlich sind es die Menschen in Israxl und Palästina, die sich werden entscheiden müssen, wie sie ihre Beziehung gestalten. Wir, die ausserhalb dieser Gegend leben, können Ideen entwickeln und vorschlagen, aber nicht aufdrängen.
Stärke statt Glaube
Was ist die zentrale Bedeutung von «Exil» gemäß der Thora?
Gemäß der jüdischen Tradition sind Juden im Exil, um ihre Sünden abzubüssen, ihr bestes moralisches Verhalten zu zeigen (in den Worten der Thora: «ein Königreich von Priestern und eine heilige Nation zu sein») und dafür zu beten, dass Gott sie ins Land Israxl zurückführt. Die zionistische Haltung ist radikal anders: Sie verlässt sich auf «jüdische Stärke», um in das Land zurückzukehren. Wie Salmon richtig bemerkte, negiert der Zionismus das traditionelle Judentum und ist bestrebt, einen «neuen Hebräer» zu erschaffen, mit Werten, die denen des Diaspora- Juden genau entgegengesetzt sind.
Der politische Zionismus möchte mit dem transnationalen Konzept der Juden aufräumen und sie «normalisieren», damit sie eine Nation werden wie die Finnen oder die Polen. Sowohl das Hebräische als auch das Arabische verwenden das Wort «umma» als Bezeichnung für die Juden und die Muslime, wobei jeweils die Gemeinschaft von Gläubigen gemeint ist und nicht Nationen, die innerhalb politischer Grenzen gebunden sind. Der Zionismus und Israxl wurden dann für viele Juden die Basis ihrer jüdischen Identität - etwas, wovor Rabbiner zu Herzls Zeit grosse Angst gehabt haben. Zionisten haben eine schwerwiegende Spaltung unter den Juden verursacht, deren Konsequenzen bis jetzt schwer vorhersagbar sind.
Was ist der Unterschied zwischen säkularem und religiösem jüdischem Antizionismus?
Religiöse Juden, die dem Zionismus ablehnend gegenüberstehen, möchten das Judentum und sein aussergewöhnliches Wertesystem bewahren. Ziemlich viele weniger religiöse Juden sind gegen den Zionismus, weil ihnen an jüdischen Werten etwas liegt, die letztlich auch aus dem Judentum stammen. Während die beiden jüdischen Gruppen sozial getrennt leben, stimmen ihre Ansichten weitgehend überein.
Warum werden antizionistische Juden häufig als «selbsthassende Verräter» gebrandmarkt und dadurch zum Schweigen gebracht?
Politische Zionisten haben sich immer als die Vorhut des jüdischen Volkes geriert, was sie ziemlich intolerant gegenüber jeglicher Opposition zum Zionismus gemacht hat. Diese Intoleranz schlug bereits 1924 in bewaffnete Gewalt um, als Jacob De Haan, ein antizionistischer Jurist in Jerusalem, die Reise einer Delegation von Rabbinern nach London organisierte, um gegen das zu protestieren, was sie als den «zionistischen Angriff» empfunden haben. De Haan wurde von Mitgliedern der Haganah, der zionistischen halbmilitärischen Truppe, des Vorläufers der israelischen Armee, erschossen.
Im Internet gibt es eine Liste mit Tausenden von «selbsthassenden, Israxl bedrohenden Juden»: http://masada2000.org/shit-list.html. Die Liste, die anscheinend von einer Gruppe von Faschisten verfasst wurde, wirft orthodoxe Rabbiner zusammen mit weniger religiösen progressiven Juden, was noch einmal beweist, dass die Ursprünge der Opposition zum Zionismus im Wesentlichen dieselben sind: eine Verpflichtung, jüdische Werte hochzuhalten.
Religiöse antizionistische Juden wie die Neturei Karta scheinen am radikalsten und am leichtesten angreifbar, weil in ihren öffentlichen Erklärungen die Behauptung, der Zionismus verkörpere das Judentum, als Lüge bezeichnet wird. Sie nennen Israxl einen «zionistischen Staat», nicht einen «jüdischen Staat». Was ist die Neturei Karta, und was ist ihr Standpunkt zu einem gerechten Frieden in Israxl/Palästina?
Die Neturei Karta wurde in den 1930er Jahren in Jerusalem gegründet und bedeutet «die Wächter der Stadt». Die Organisation beabsichtigt, die zionistische Struktur des Staates aufzugeben und die ganze politische Kontrolle den palästinensischen Arabern zu übergeben. Was die Bezeichnungen «jüdischer Staat» und «hebräischer Staat» betrifft, muss man kein Mitglied der Neturei Karta sein, um sie für falsch und gefährlich zu halten. Sie sind irreführend, weil sogar Herzl nur einen «Judenstaat» ins Auge gefasst hat, keinen «jüdischen Staat». Sie sind gefährlich, weil sie die Verwechslung von Religion und Politik fortbestehen lassen und alle Juden und das Judentum mit Israxl und seinem Verhalten assoziieren. Das wiederum verursacht antijüdische Gewalt. Meiner Meinung nach sollte kein Journalist diese Begriffe benutzen, außer er oder sie möchte solch eine Gewalt schüren.
Sabine Matthes lebt als Journalistin und Fotografin in München und hat sich in zahlreichen Publikationen mit Israxl und jüdischem Denken befasst."
GOYIM ARE
USING REFERENCES IN TANAKH ABOUT THE KNAANIM TO DESCRIBE THE BRUTALITY OF THE
ACCURSED ZIONISTS, WHICH IS EXACTLY WHAT THE ZIONIST AMALEKIM WANT!! GEVALT!
GEVALT! GEVALT!!!! THE ACCURSED SONS OF SHARON AND OVADIAYIMACH
SHMAM VEZICHRAM ARE ADVOCATING EXTERMINATING THE PALESTINIANS AND THIS
IS DESCRIBED FROM THE TORAH......GEVALT!!
When the LORD your God brings you into the land you are to possess and
casts out the many peoples living there, you shall then slaughter them all and
utterly destroy them You shall make no agreements with them nor show them any
mercy. You shall destroy their altars, break down their images, cut down their
groves and burn their graven images with fire. For you are a holy people unto
the LORD thy God and He has chosen you to be a special people above all others
upon the face of the earth
Book of Deuteronomy, 7:1-8
Turkish Prime Minister
Tayyip Erdogan said on Monday that Israex was carrying out "terrorist
acts" in its bombardment of Gaza:
Those who associate
Islam with terrorism close their eyes in the face of mass killing of Muslims,
turn their heads from the massacre of children in Gaza," Erdogan told a
conference of the Eurasian Islamic Council in Istanbul.
"For
this reason, I say that Israex is a terrorist state, and its acts are terrorist
acts."
THERE
WOULDN'T BE A SINGLE LEADING RABBI ON THE FACE OF THE EARTH WHO WOULD SAY ABOUT
THE ZIONIST STATE WHAT A NORMAL GOY ALREADY KNOWS!!! GEVALT!!!
A
"FRUM" RABBI WITH A BEARD AND HIS WIFE WITH A SHEITEL WAS INTERVIEWED
IN ASHKELON ON A ZIONIST REPORT ABOUT A ROCKET THAT HIT THEIR HOUSE AND IN THE ENTIRE
INTERVIEW HE DID NOT SAY THE WORD "BARUCH HASHEM" EVEN ONE TIME. IN
FACT HE ANNOUNCED THAT HE WASN'T SCARED AND "ANACHNU NENATZE'ACH"!!!
ACHAD-HAAMAm Scheidewege zweiter Band, aus dem Hebräischen von Dr. Harry TORCZYNER. Jüdischer Verlag.
Der vorliegende Band bildet den Abschluß der deutschen Ausgabe von Werken Achad-Haams, dieses tiefsten Denker der jüdischen Wiedergeburt, wie in Martin Buber in seiner Jüdischen Bewegung bezeichnet. Sehr lesenswert in diesem Buche sind die Ausführungen, welche die Unvereinbarkeit des Zionismus mit dem Standpunkte einer ehrlichen und konsequenten Orthodoxie dartun.
A ehrlicher Yid fun Brooklyn 'NK Celebrates Obama Victory??!!'
NK Celebrates Obama Victory??!!
IS THIS TRUE??? HOW
RIDICULOUS......OBAMA IS TOTALLY DEDICATED TO THE ZIONISTS, AND EVEN ZIONIST
LEADERS SAY SO...........AND "NK" CELEBRATES THE VICTORY OF
OBAMA/BIDEN/CLINTON ETC. ETC.??? HATED BY THE PALESTINIANS!!!!
CAN THEY
CELEBRATE THE ELECTION OF SOMEONE WHO SUPPORTS THE ZIONISTS WITH MONEY AND
WEAPONS, AND SOMEONE WHO SUPPORTS ALL SORTS OF OTHER TOEYVAS??!!! A SHAD! A
SHAD!! SHEV VE'AL SAASE ADIF. DID THESE "NK" VOTE FOR OBAMA?!
TOTAL
NARISHKEIT...........A COMEDY AND A CIRCUS OF SHTUSIM..........INFLUENCE OF
ZIONISM ON NETUREI KARTA:
Can somebody start teaching American politics
to silly people who put out posters from "Neturei Karta"??????
Washington - Contrary to the expectations of many of Israxls
American citizens, President Barack Obama will neither punish nor pressure
Israel, five experts on US-Israex relations agreed on Thursday evening. Another
point of consensus was on the issue of bipartisan congressional support for
Israex regardless of which party was in the White House.
Sprüche Salomons 19,3 und Sprüchlein zur Wochenabschnitt Beréschiss
בראשית
ה' בחכמה יסד ארץ כונן שמים בתבונה:
Gott
ist es, der mit Weisheit die Erde gegründet, den Himmeln mit Einsicht ihre
Richtung gegeben. (Sprüche
Salomons - Mischle 3,19 Übersetzung Rabbiner Dr. Willy WOLF)
1. Die Himmel rühmen Deine Ehre, Die Erde kündet Deine Macht. Sie tönt laut im Weltenheere, Sie preist der Tag und auch die Nacht.
2. Von Deiner Weisheit zeugt, was lehrt, Was freudig füllet Meer und Land, Zum Lied sich mein Herz sich auch mein Herz erhebet, Zu loben Deine Meisterhand.
Aus: Erbauungsbuch Bibel- und
Talmudschatz J.H. Kohn S. 1713.Auflage Hamburg 5691 1931
Die beste Anschrift für antiquarische Judaica: Antiquarische
Buchhandlung Spinoza in Amsterdam Inhaberin:
Frau Manja BURGERS http://www.spinozabooks.com
WHY IS IT THAT THE MAMZER SHAYGETZ IS ALLOWED TO POUR PACH AND SHVEBEL
ON THE RELIGION OF IRAN AND THE AYATOLLAHS, AND NOT A SINGLE LEADER DISCUSSED
THE HISTORY OF THE ZIONIST MOVEMENT AND ITS TERRORIST LEADERS??
WHY DOES THIS SHAYGETZ STAND THERE GIVING MUSSER TO THE GOYIM THAT HE IS
WORRIED ABOUT THE WHOLE WORLD, WITHOUT ONE LEADER QUESTIONING HIS LIES?
WHY IS IT THAT HE CAN SAY HOW MUCH THE "JEWS" LOOK TO THE
FUTURE WHEN THE ZIONISTS TALK MOSTLY ABOUT THE "HOLOCAUST" OF 70
YEARS AGO WHEN THEY ARE NOT TALKING ABOUT IRAN?
WHY??????????????????????????????????
AND THAT SHAYGETZ, YIMACH SHMO VEZICHRO CAN STAND THERE BLABBING ABOUT
IRAN'S NUCLEAR ENRICHMENT WITHOUT A SINGLE COUNTRY'S LEADER MENTIONING THAT THE
ZIONISTS HAVE 230 NUCLEAR WARHEADS WITH A MILLION TIMES MORE ENRICHMENT??
Not even Ahmedinajad addresses it, and neither does that new pathetic
president of Egypt in this speech......
AND ABOUT THIS NO MAJOR JEWISH LEADERS CARE BECAUSE THEY ARE THEMSELVES
SUPPORTERS OF ZIONIST FILTH, SELFISH AND NARCISSISTIC, AND PARANOID FILLED WITH
ZIONIST KEFIRA.
קארטל חדש לכל יהודי
לרגל שנה החדשה לחיזוק מלחמת היהדות נגד הקליפה הציוניתוקבלת עול הגלות בארץ
הקודש פאלסטין
WHAT
"'war of Judaism against the Zionist klippa??"
Because goyim see the metsius that the judaism of
the jews supports zionism. It's a joke!!
It is already that way,,,,,,or else they are seeing a small group of
"Good Jews" compared to all the Jews who support Zionism. Do we say
all the emes or should we say only the emes that they can be soyvel?!
Do we tell them that Christianity is idolatry? That's also emes. Do we
tell them that Islam is sheker vekazav? That's also emes. Besides, why tell
them so much sheker about the thousands of Jews who support Neturei Karta but
ONLY the emes on a sign that is confusing to them that "Judaism is against
Zionism" when it only makes the kashes bigger?!!!!!!!!!
Is this a new video???
BUT DO YOU WANT THE GOYIM TO UNDERSTAND OR DO YOU WANT THEM TO LAUGH AT
YOU???
DON'T WE HAVE ENOUGH TSORRES??!!!
WHEN WAS THIS VIDEO MADE??? LISTEN TO THE WAY WEISS TALKS..........ISN'T
IT STRANGE THAT NONE OF THESE VIDEOS EVER APPEAR ON THE
"ANTI-ZIONIST" WEBSITE CALLED NKUSA.ORG????!!!!!!
You have totally missed the point..........THE POINT IS THAT ANY EMES
TOLD TO GOYIM HAS TO BE IN A WAY THAT GOYIM CAN BE SOYVEL!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
I AM NOT TALKING ABOUT "GOOD JEWS PROTESTING" WE WERE
DISCUSSING THE NUSACH OF A SIGN, CORRECT??????? WHY DO YOU THINK GOYIM ARE LIKE
JEWS IN FLATBUSH OR GOLDERS GREEN?
GEVALT.....GEVALT.......DID YOU EVER ASK THEM OR TALK TO THEM???
DO YOU EVER SEE WHAT IS ALL OVER THE INTERNET ABOUT ZIONISM=JUDAISM??
IN THE MEANTIME THIS ZIONIST MANIAC IS YELLING AT THE UN...........MAY
HE GO TO HELL.......
HE'S AGAIN THE "SPOKESMAN" OF KLAL YISROEL, AND NKUSA IS
SAYING THIS GUY DOESN'T REPRESENT ANYONE AS HE DESECRATES OUR HOLY PROPHETS AND
TORAH.....SUPPORTED BY MOST JEWS. AND LISTEN TO THE CLAPPING.......
AND IN THAT NEW VIDEO OF NKI VISITING AHMEDINAJAD FOR 5 MINUTES,
WHY DOESN'T WEISS SAY ONE WORD TO CURSE OUT NETANYAHU WHO IS AT THE UN AND
VISITING THE NY MAYOR???
WHY DO THESE GUYS CONTINUE TO TELL STORIES THAT AHMEDINAJAD HAS HEARD
BEFORE?
WHY DOES WEISS HAVE TO (AGAIN) MENTION THE "HOLOCAUST"???
WHY DOESN'T WEISS SAY ANYTHING SIGNIFICANT ABOUT THE THREATS OF WAR
COMING FROM THE ZIONISTS WHO ARE PUSHING AMERICA TO ATTACK IRAN??
Rabbiner Dr. J. MERZBACH: VERWILDERUNG DER DEUTSCHEN JUDENHEIT?
Rabbiner Dr. J.
MERZBACH, Darmstadt
VERWILDERUNG DER DEUTSCHEN
JUDENHEIT?
Mit Entsetzen findet der jüdische Leser
Deutschlands in den Tageszeitungen der letzten Monate ab und zu Berichte, je
nach Einstellung des Blattes mehr oder weniger ausführlich, über Unrechttaten,
von Juden begangen:
In Paderborn vergeht sich ein Jude an einer
Hausangestellte und schafft auf grässlichste Art den Leichnam der Verstorbenen
hinweg (So nach mildesten Darstellung.)
In Gelsenkirchen erschießt ein Jude einen
anderen, dessen Söhne und zuletzt sich selbst. Als Grund wird Eifersucht
angegeben.
In Heppenheim wird ein Jude wegen
Sittlichkeitsverbrechen verhaftet.
In einer ganzen Reihe von Orten werden auch
Juden der Devisenschiebungen überführt.
Depotunterschlagungen von Juden werden
berichtet.
Es könnte die traurige Chronik noch durch eine
ganze Zahl ähnlicher Fälle erweitert werden.
Mit stärkstem Nachdruck unterstreicht die
judenfeindliche Presse solche Delikte, um an ihnen die Verworfenheit des
Judentums zu demonstrieren: zum Teil führt sie sie sogar auf angeblichen
Geheimlehren des Talmuds und Schulchan Oruch zurück, die jedem Juden selbst
dem, der sich taufen lässt in Fleisch und Blut übergegangen seien und auf
Grund deren er gar nicht mehr anders handeln könne.
***
Wie stellt sich der Jude, wie stellen sich die
jüdischen Zeitungen (auch die orthodoxen) dazu?
Man weist entrüstet darauf hin, daß solche
Vorkommnisse gleichermaßen bei Nichtjuden sich ereignen; daß man von der
Schlechtigkeit einzelner Juden, die eben nur Ausnahmen G.s.D. sind, nicht auf
die Qualität aller Juden schließen dürfe; daß solche Geschehnisse in
schreiendstem Gegensatz zu den Lehren des Talmuds und Schulchan Oruch stehen.
Alle diesen Entgegnungen sind unbedingt
richtig, aber sie genügen nicht. Der Judenfeind sieht nur die Tatsache: so
handelt ein Jude. Und wir selbst, die wir in der Tat nach jüdischen Auffassung
dich in gewissem Grade mitverantwortlich für Taten eines jeden Juden sind,
können und dürfen bei solchen Antworten nicht stehen bleiben. Uns selbst
gegenüber hätten wir unsere Pflicht nicht erfüllt, und der zeitgenössischen
Judenheit würden wir damit nicht zum Führer auf ihrem Golusweg.
***
Wir müssen uns und unsere jüdischen Brüder
fragen: wie war es möglich, daß deutsche Juden derart verwildern können? Hätte
man nicht noch vor einem halben Jahrhundert die Existenz von deutsch-jüdischen
Mördern (Gelsenkirchen, vielleicht auch Paderborn) Sittlichkeitsverbrechen
(Paderborn, Heppenheim) Staatsbetrügern (Devisenschiebung) u.s.w. aufGrund unserer Überzeugung vom sittlichen
Hochstand der deutschen Juden für nahezu unmöglich gehalten. Was hat sich
inzwischen denn Grundlegendes bei den deutschen Juden geändert?
Man wird feststellen müssen, daß vielerorts es
jüdische Kreise gibt, deren sittliches Niveau nicht höher als das der Umwelt
liegt. Das braucht noch längst nicht ebenso wenig wie in der Umwelt zum
Verbrechen führen. Das äußert sich etwa in der Einstellung vieler Juden zum
Gelderwerb, zum Eheleben, in dem Verhältnis der Kinder zu den Eltern, in der
Lektüre, der Beschäftigung in der freien Zeit, der ganzen Denk- und
Lebensweise. Wie kommt es, daß die deutsche Judenheit in vielen Orten und
Kreisen in all diesem gleich niedrig dasteht wie die andersgläubigen
Menschenmassen um sie herum?
***
Man wird ob man es will oder nicht an der
einzigen Antwort, die es für beiden Fragen gibt, nicht vorüberkommen: Die Masse
der deutschen Judenheit ist heute ohne Tauroh, Talmud und Schulchan Oruch
erzogen worden. Nur in der Unterbrechung der Jahrtausende alten jüdischen
Erziehung (ach, welche herrliche Früchte an Gerechtigkeit, Frömmigkeit,
Sittlichkeit hatte sie nicht gerade in Deutschland in der Volksmasse gezeitigt;
es blutet einem das Herz, wenn man daran denkt und die Gegenwart betrachtet),
nur in Abkehr vom das ganze Leben beherrschenden Din konnte der sittliche
Hochstand bei deutschen Juden zusammenbrechen. Wenige Generationen haben
genügt, die anfangs noch in Fleisch und Blut übergegangenen oder indirekt
wirkenden Lehren von Thauroh, Talmud und Schulchon Oruch im Bewußtsein des
deutschen Durchschnittsjuden zu vernichten. Gewiß, so schlimm äußertsich das nur bei einzelnen Juden. Aber auch
deren Zahl ist doch leider gar nicht einmal mehr so furchtbar klein, daß man
sie außer Acht lassen könnte. Und entscheidend ist die Atmosphäre, in der
solche Giftpflanzen überhaupt, auch nur vereinzelt, entstehen können: die durch
kein höheres Zuchtwort geleitete Zügellosigkeit, die
materialistisch-egoistische Lebensauffassung, wie sie dem Judenfeind schon als
typisch für den Juden gilt. Nur weil Generationen ohne die die diesem Geist
doch als Todfeind entgegentretenden Lehre des Judentums erzogen wurden, konnte
er emporkommen. Weil ein absoluter Halt, ein höherer göttlicher Maßstab für das
Niveau des Menschen dem Juden gar nicht mehr bekannt ist. Weil er und sei es
auch nur indirekt, wie das erste und zweite Geschlecht nach dem Abfall sich
am Din nicht mehr orientieren kann.
So sank das Niveau der deutschen Judenheit: so
verwildern einzelne seiner Teile.
***
Und in der Tat: konnte es anders kommen? Wir
haben zu wenig Emunoh gehabt, wenn wir geglaubt haben, es könnte diese
Verwilderung zu vermeiden sein. Haben wir es in der Tat für möglich gehalten,
daß bei der Masse der Juden ohne Tauroh, ohne Talmud, ohne Schulchan Oruch doch
Güte, Sittlichkeit, Gerechtigkeit, Charaktergröße sich auf die Dauer halten
könnten? Wir hielten es für möglich. Wir meinten, daß bei unfrommen Juden das
anständige Menschentum auch bei der Masse auf die Dauer gesichert sei. Wir
waren nicht von vornherein alle fest überzeugt, daß dem Abfall vom, die
geschlossene Persönlichkeit erziehenden und erzielenden, Din auch bald der
katastrophalen Zusammenbruch der menschlichen Werte folgen müsse. Wir hätten
die Verwilderung des deutschen Judentums sonst voraussehen müssen.
Das war unser Fehler. Es wareine Aweroh, daß wir zu wenig Emunoh zur
alleinigen Erziehungsmöglichkeit durch Thauroh hatten.
Und der Liberalismus? Der Zionismus? Die
Einheitsorthodoxie?
Auch ihre Ideen und Ideale gleich uns in
schreiendem Gegensatz zu den angeführten Verwildersungserscheinungen. Auch ihre
Bekenner, gleich uns, wenden sich voller Abscheu von den entarteten Glaubens-
oder Volksbrüdern ab.
* * *
Aber: der Liberalismus
hat die Herrschaft des Din in Deutschland zerbrochen. Er hat der
Masse des deutschen Judentums, die ihren Weg ja ohne liberale Überzeugung
einfach nach ihrem Gutdünken ging bestätigt, daß jeder nach seinem eigenen
Gewissen sich seinen Weg bestimmen dürfe, daß esein Schritt und Tritt des Juden regelndes Gottesgesetz
nicht geben daß jeder sich seinen Schulchan Oruch selber schreiben dürfe. Es
hat dem Empörer gegen die Richtschnur des Din bestätigt, daß er ein guter Jude
und seine Ansicht vom Judentum die rechte sei.
Drei Tage nach dem Tode des Menschen erzählt
der Talmud- spaltet sich sein Leib, der Unrat in seinem Innern kommt zum
Vorschein: hier nimm, was du gegessen hast. Drei Generationen, nachdem durch
den Liberalismus die Herrschaft der Tauroh im deutschen Judentum erstorben ist,
kommt Unrat aus dem Innern der deutschen Judenheit zum Vorschein: hier habt
ihr, was eure Nahrung wurde.
Es lehrte der Liberalismus: Der Din ist nicht
mehr bestimmend. Jeder darf sich aus seiner Religion das heraussuchen was ihm
gefällt, das verwerfen was ihn stört. Nur vor seinem Gewissen ist der Jude verantwortlich.
Was Wunder, daß dann das Gewissen bei Einzelnen angesichts der Leidenschaften,
der Geldgier, des Egoismus ganz verstummt? Was Wunder, daß, wo kein
Gottesgesetz mehr spricht, keinerlei Bindung mehr existiert? Ist Tauroh, Talmud
uns Schulchan Oruch ewiges Gesetz, dann gut; sind sie es nicht dann hört dem
Menschengesetz, das von keiner Staatsautorität gestützt wird, die Gefolgschaft
auf.
Der Liberalismus verwarf den Din, um das
Zeremonialgesetz abzuschütteln. Das Sittengesetz das er retten wollte,
mußte, als Halbes, als freiwillig geübtes Gewissensgesetz in Kürze
zusammenbrechen. Der Liberalismus hat dem sittlichen Hochstand der Juden den
Todesstoß gegeben.
* * *
Eine hochwertige, in sozialer, kultureller, geistiger
und sittlicher Hinsicht vorbildliche Nation will der Zionismus aus dem jüdischen Volk machen. Jedes Unrecht, jedes
Verbrechen seitens eines Volkgliedes ist ihm Unrecht und Verbrechen an der
jüdischen Nation. Er würde den Verbrecher strafen wie jedes andere Volk, weil
er sich an der Gesamtheit versündigt. Aber welchen Weg an sich, vor Gott, in
seinem Innern, der Mensch geht, ist dem Zionismus Privatsache. Die
Volkszugehörigkeit des Einzelnen wird dadurch nicht berührt. Das
Erziehungsziel, das die Nation ihren Gliedern setzt, ist ein von menschlichen
Meinungen bestimmtes, von zeitlicher Auffassung bedingtes.
So teilt der Zionismus das Los des
Liberalismus: Es bestimmt sich jeder seinen Weg nach eigenem Urteil,
bestenfalls nach dem jeweiligen Volksbewusstsein. Und wenn dieses versagt? Dann
muß der Zionismus sagen: So wie es in jedem Volk gute und schlechte Menschen
gibt; so auch bei uns; wir werden das zu ändern nie imstande sein. In dem
Mosaik des Volksganzen gibt es ja auch Gottesgläubige und Gottesleugner;
Sabbathaltende und Sabbatschänder. Warum dann nicht auch Edeldenkende und
Verbrecher? Bedauerlich und den Edlen tief schmerzend; aber bei einer reinen
Nationsauffassung unabänderlich. Auch der Zionismus wird die Judenheit vor
Verwilderung nicht schützen können. Ebenso wenig, wie die jüdische ohne Gott
zur Zeit des Tempels sich vor Verwilderung bewahrte
* * *
Und die Einheitsorthodoxie?
Gleich uns fordert sie die Alleinherrschaft des Din im Leben des Juden. Gleich
uns wird sie den Abfall von der Tauroh als Ursache menschlichen Niedergangs im
Leven des Juden empfinden. Gleich uns kann sie kein anderes Mittel zur
Besserung als Rückkehr zur Thauro und Talmud kennen.
Aber sie hat sich und damit auch die Tauroh
zur Ohnmacht verurteilt. Die Einheit auch mit Tauroh-Verächtern zu wahren,
betrachtet sie als ihre heilige Aufgabe. Ist die Einheit nicht gesprengt, wenn
ein Jude Tauroh und Talmud leugnet und Gott, ist er auch dann noch ein
gleichberechtigtes Glied in der neutralen Gemeinde, weist die Gesamtheit, die
Kehillo oder die Landes- und Weltorganisation ihre Glieder nicht auf die Tauroh
als auf den einzig dem Juden gangbaren weg, und unterstützen wir das dann
wird die jüdische Gesamtheit den Einzelmenschen nicht mehr erziehen können.
Dann muß die Gemeinschaft als solche versagen, dann duldet auch sie, daß sich
jeder inmitten der Gesamtheit seinen Weg sich selber weist, und sei es zum
Verbrechen. Ist einmal die Tauroh-Herrschaft im Leben der Gesamtheit
durchbrochen,dann sind wir machtlos
gegen Verwilderung.
* * *
Es gibt für die deutsche Judenheit keine
andere Rettung als die Rückkehr zum Din, zu Schulchan Oruch, Tauroh und Talmud.
Nur so kann der Materialismus, die Leidenschaft, der Egoismus des Einzelnen
gebändigt werden. Nur die Tauroh ist als Heilmittel gegen den Jezer Hora
geschaffen worden. Ohne sie Verwilderung; mit ihr Aufstieg. Ohne sie
Abschaum; mit ihr Vorbild der Völker.
Das können wir nicht laut und nicht oft genug
betonen: von Mund zu Mund, vom Vortragpult und von der Kanzel, in unserer
Presse.
Die Masse des deutschen Judentums, die sich
voll Abscheu von den Untaten des Einzelnen abwendet, wird dann vielleichtdie ihr selbst drohende Gefahr erkennen und
wird beginnen, sich zu fragen, ob nicht in der Tat der Weg der Tauroh der einzig
richtige und mögliche ist.
Sie wird begreifen, daß die Erziehung des
Einzelmenschen zum hochstehenden Persönlichkeit in der Masse der Judenheit nur
durch das du sollst der Mitzwoh und das du sollst nicht der Aweroh gesichert
ist. Daß die Gesamtheit ihren Gliedern einen von zeitlichen und menschlichen
Meinungen unabhängigen Erziehungsmaßstab geben muss. Daß ein solcher Maßstab
nur in der geschlossenen Tauroh zu finden ist, deren Erziehungsarbeit wir als
Objekte uns hingeben müssen, ohne selbst uns als Richter über ihre Mizwaus
aufzuspielen.
* * *
Es wird die Masse einsehen, daß, wenn nur die
Tauroh Herrscherin in den Gemeinden wäre, wir ein Mittel zur Bekämpfung der
Auswüchse in der Judenheit besäßen. Ein Mittel, das nach innen und nach außen
klar und unwiderlegbar zeigen würde; wie sich das Judentum als solches, wie
sich Tauroh, Talmud und Schulchan Oruch zu diesen Vergehen stellt.Ein Mittel, das früher in Zeiten der Not
stets gebraucht wurde, um die Judenheit innerlich rein und äußerlich unangreifbar
zu machen. Ein furchtbares, grausiges, aber ein wunderbar heilkräftiges Mittel:
den Cherem.
Gesellschaftlicher und geschäftlicher Boykott,
religiöser Ausschluß und Verweigerung jeder religiösen Tat (selbst des Kaddisch
und der Beerdigung), dem Juden, der das Judentum schändet. Entschiedene Abkehr
des Judentums von solchen Elementen; bis sie in vollendeter Rückkehr den Weg zu
Gott und dem von ihm gewiesenen Lebenswandel wieder finden.
Das könnte die Rettung des deutschen Judentums
sein. Das würde selbst unter einer Herrschaft des Nationalsozialismus das
Judentum rein und lauter vor den Augen der Welt und vor allem vor Gott und sich
selbst dastehen lassen. Dann könnten wir alle die in ihrer Zahl weit
übertriebenen, aber doch Vorhandenen jüdischen Geldraffer, Sittenlosen und
Gottlosen von uns abschütteln. Dann könnte die Disziplinierung durch den Din
und durch die mit dem Din gehorchende jüdische Gesamtheit den Einzelnen
zwingen, seine Schlechtigkeit zu überwinden, sich zum Hochstand emporarbeiten.
Es muß wieder einen absoluten jüdischen
Maßstab für Recht und Unrecht, für Sitte und Unsitte, für Glauben und Unglauben
in unserer Mitte geben.
Es gibt keinen anderen als die Lehre Gottes, als
das Gesetz der Tauroh, als das Wort des Talmuds, als den Din des Schulchon
Oruch.
Quelle: NACHALATH
ZWI Eine Monatschrift für
Judentum in Lehre und Tat, herausgegeben vom Vorstand der
Rabbiner-Hirsch-Gesellschaft 2. Jahrgang 5692 1931/32 S.278-284
Words of Rabbi Yoel TEITELBAUM (1887-1979) against Zionist heresy
יארצייט כ"ו אב תשס"ח
Words of Rabbi Yoel Teitelbaum (1887-1979) against Zionist Heresy
The words of Rabbi Joel Teitelbaum זי"ע, author of the VAYOEL MOSHE (in Hebrew, written in 1958, in translation only an abridged translation in Yiddish is available. Contents 3 exposés: The Three Oaths, Who may live in het Holy Land, the Holy Tongue) ring clearly when we view events in Palestina:
"...if we place all the immodesty of the generation and the many sins of the world on one side of the scale, and the Zionist state on the other side of the scale by itself, it would outweigh them all. Zionism is the greatest form of spiritual impurity in the entire world. They are polluting the entire world. They have polluted the Jewish people with their heresy, Heaven help us. It is no surprise why God's anger comes down from heaven. It is necessary to repent and escape from them more than from a lion that is chasing a person to kill him."
"It has been explained that before the coming of the Messiah this regime will come to an end, as Messiah cannot come any other way, since the Zionist state holds up the redemption of the world. We need God's mercies that divine intervention should bring about the end of the state. May God have mercy on us all."
RABBI TEITELBAUM ALSO WROTE:
"It is clear that anyone who believes in G-d has no doubt that they are from the source of the accursed impurity of heresy, Heaven help us. It is horrible that such a thing arose in our day, and how can we be silent when we see such violations of our faith and the principles of our entire Torah? Especially since so many of our religious brethren fail to speak out about the truth! In such circumstances, the entire truth could be forgotten, G-d forbid."
"Everything our blessed rabbis cried out about earlier in the century about the dangers of Zionism has almost been forgotten! Even my own writings go ignored. THEREFORE, SHOULD THE TRUTH AND FOUNDATIONS OF OUR RELIGION BE FORGOTTEN? It is impossible to describe to what extent the world has become sunken in such a falsehood which is destroying the entire Torah. Therefore we are obliged to cry out before anyone against the deep impurity which has spread out in our generation. Let us hope there are increasing numbers who open up their eyes and the teachings of our forefathers should reach their ears to seek truth and faith. Without this, there is no hope...."
More quotes of Rabbi TEITELBAUM in english language in:A Threat from Within : A Century of Jewish Opposition to Zionism by Yakov M Rabkin Palgrave Macmillan/Zed Books, 2006
This book is currently available in more than eight languages
Max Nordau 'Ein Tempelstreit' 1877 Polemik gegen Dr. Moritz Güdemann
Selbstentlarvung des Zionismus: Max NordauEin Tempelstreit (Die Welt N°2, 1877)
Polemik gegen den
Wiener Oberrabinner Moritz Güdemann (1835-1918 schrieb u.a. Nationaljudentum)
Der Zionismus hat nicht das geringste mit der Theologie zu tun. Es ist
keine religiöse Bewegung, sondern eine politische, wirtschaftliche,
sittengeschichtliche und sozialpolitische. Herr Dr. Güdemann macht sich
kleinlicher Wortspiele schuldig, wenn er den äußerlichen Umstand, daß der Name der Bewegung biblische
Erinnerungen wachruft, dazu benützt
oder mißbraucht, um wegen der Bezeichnung Zion mit Thora und Mischna
einzuhaken. Wenn die Juden vom Wünsche entflammt sind, ein neues Zionreich
aufzurichten, so schöpfen sie diese Anregung weder aus der Thora noch aus der
Mischna, sondern aus der Not der Zeit, aus ihren unmittelbaren, lebendigen
Gefühlen, aus ihrem Entschluß, ihren inmitten der Völker bereitete Lage nicht
langer zu ertragen. Der Name Zion hat sich nicht aus religiösen, sondern aus geschichtlichen
Gründe aufgedrängt. Er erzeugt das zionistische Verlangen nicht, er
rechtfertigt es nicht, es erweist ihm nur eine bestimmte Richtung, er füg ihm
durch die Erinnerung, die er erreicht, eine mächtige dynamogene Emotion hinzu.
Dies immer noch eine sehr große Rolle; eine religiöse Rolle ist es nicht.
Ich kann ruhig annehmen zu zugeben brauche ich es vorläufig nicht , daß
Herr Dr. Güdemanns theologische Ausführungen richtig sind. Gesetzt, der
Zionismus lasse sich aus Bibel und Talmud nicht begründen: das würde an der
Bewegung nicht das Geringste ändern, denn es ist für sie vollkommen
unerheblich. (S.5)
Die energischen unter ihnen sehen
das einzige Heil in der Gründung eines Judenstaates; die sentimentalen, die
frommen, die diplomatisch Klugen wollen, daß der geographische Rahmen dieses
Judenstaates Palästina sei; aber das wesentliche Postulat ist Palästina nicht;
sollte die Erwerbung Palästinas sich als durchaus unmöglich erweisen, sollte es
viel leichter sein, ein anderes Land von genügender Ausdehnung und geeigneter
Beschaffenheit des Bodens und Klimas zu finden, so würden wohl die meisten,
vielleicht alle Zionisten ohne Zögern bereit sein, dies anderes Land zu
besiedeln. Von Argentinien steht nichts in Thora und Midrasch. Trotzdem waren Hunderttausende
von streng gesetztreuen, fanatisch an der Überlieferung festhaltenden
russischen und rumänischen Juden gierig
nach Argentinien zu zuwandern, als vor ihre Augen die erste schwache
Hoffnungsschimmer aufdämmerte, daß sie ihr Erdenlos in Argentinien freundlicher
sein würde als in dem Lande ihrer Geburt. Was bedeutet also Herrn Dr. Güdemanns
Argument daß Thora und Midrasch die Rückkehr nach Zion weder vorschreiben noch rechtfertigen?
. (S.6)
Max Nordau (1849-1923), Sekretär Dr. Th. Herzls,
Mitbegründer der Zionistischen Weltorganisation. Zionistische Schriften
herausgegeben vom Zionistischen Aktionskomitee Jüd. Verlag Köln u. Leipzig
1909)
A ehrlicher
Yid fun Brooklyn says: I wonder why......Hirsches never get arrested for such
close friendships with "enemies" of the medinah...maybe because these
friends are funded and armed by the medinah and CIA to serve the Zionists...
The parrot the same idiotic
claims of the Eyda and the Agudah in Jerusalem, as if the Haredim are loyal
anti-Zionists who refuse to be drafted. www.truetorahjews.comThe Eidah Chareidis represents the Old Yishuv, the community of Jews who lived in Jerusalem long before there was a Zionist movement. They know better than anyone that Jews enjoyed good relations with Arabs before Zionism, and that the Israeli state and army has only made life more dangerous for everyone. Furthermore, they believe that Jews must live humbly under non-Jewish governments until the coming of the messiah; a Jewish government such as the State of Israex is forbidden. Their only wish is to continue living their lives peacefully, without any interaction with the state."
What Natruna doesn't
mention is that this shita argues that the blood of some Jews is more red than
the blood of other Jews; that Jews who are not Haredim are allowed to go into
the Amalekite army to protect them all from the "Araber zenen
roytzchim,"; and that all the haredim want is to live under the medinah
and that the medinah should bow down to them and not make them comply with all
the laws because their blood is redder than that of other Jews!! Live in the
medina, take their money for mortgages, use their services, enjoy not being
bothered by Arabs, live undisturbed and the Zionists should obey them......!!!
B'Avud Reshaim Rina!!
THE ZIONIST ZAKEN MIDIAN
ELYOSHTUNK IS FINISHED!! A FEW MORE ARE STILL AROUND...................
When he was 14 years old
his family immigrated to the land of Israex and settled in the Mea Shearim
neighborhood of Jerusalem. The diligent boy studied at the Ohel Sara Beit
Midrash and made an impression on the Jerusalemite rabbinical elite, including
those who had become close to Zionism, headed by the Chief Rabbi of the Land of
Israex Avraham Yitzhak Hacohen Kook, Rabbi Arieh Levin, the prisoners rabbi,
(who later married a daughter of his to Elyashiv) and Rabbi Yitzhak Isaac
Herzog, who was appointed chief rabbi in the mid-1930s.
YIMACH SHMAM ALL OF THE EREV RAV!!! HIS SHVER WAS THE SHEYGETZ ARYEH
LEVIN!! Though Elyashiv never cut
his ties with the fanatical anti-Zionist circles in Mea Shearim, for nearly
30 years he was close to the establishment. Under Rabbi Herzog, he was brought
into the circle of rabbis that also included Rabbi Ovadiah Yosef and Rabbi
Shlomo Zalman Auerbach, a circle that subsequently afforded the three of them
an entry ticket to the stratum of the Gedolim the Greats in the
rabbinical world. For a short time he served as chief rabbi of Ramle and was
then appointed as a rabbinical judge in the rabbinical court system, where he
served until he slammed the door and resigned in 1974.
H
BSD And nowadays the anti-Zionists of Mea
Shearim make friends more and more with these bands of heretical Rabbis! Elchonon would have said that he no
longer wants to make graffiti, what is important for the Zionists. Thus, hes
no more dangerous. Then, why are they watching him?Are NKP, YMH and the 300 members in
Mea Shearim not as dangerous as Elchonon that Zionist police watch?
NKP has become so insipid; they are
just one thing that is part of the decor of Mea Shearim who dont bother the
Zionist regime! And so, the Zionist regime can pride itself on his entity which
is the greatest democracy in Middle-East!
YESHURUN - JUDAISM
AGAINST ZIONISM expresses his
solidarity to our courageous and upright brother Elhanan ESTEROWITCH נ"י, who
is suspected, without evidence, of vandalizing some buildings of the Zionist
idolatry. We denounce the Zionist media who side with the prosecutor, who cant
contradict the prevailing ideology in the Zionist entity.
We also share the pain
of his mother and the anger of his relatives who are still suffering the
consequences while they were not involved. These are mainly accused of
anti-Zionist relations!
In fact, what annoys the
most the Zionists is the anti-Zionism of this young קנאי (zeal) and other (who arent
Neturei Karta, as some Zionist sites put forward), more than the graffiti that he
would have designed.
We also deplore the
cowardice of those who are supposed to defend him and help him despite the
differing opinions as to whether it was good or bad to target the high places
of the Zionist, and why.
We condemn the hypocrisy
of Neturei Karta, Satmar, and the Eidah in Occupied Palestine, not for acting
as they should, to publicly commit, that means to come forward and make a
public statement of support.
We also blame the
silence of Neturei Karta International and the negative and unwarranted
critique of Yirmiyahu Cohen from the website Natruna, published in the
Washington-post, concerning brother Elhanan!
Anyway, this incident
also raises fundamental questions we absolutely must answer. We must back our
track and do Teshuveh, if we want see the fulfilment of the promise of Gd promises
concerning the גאולה (Messianic Redemption).
A serious problem is
that too many Jews delight in the company of the wicked, Zionists idolaters 'frumm'
as secular, while we are in exile and dispersion by Divine Decree. It is a big חילול השם
(desecration of the Divine Name) to violate the oaths we have been adjured to
keep by the Almighty (111-a שיר השירים - כתובות), and moreover, this is
practicing injustice against the Palestinian people, many of whom were killed
and deported because of this satanic ideology which is Zionism.
We call our brothers and
sisters who do not fulfil the very precise conditions to be allowed by the
Torah to reside in the Holy Land in the time of Exile to get out of the ממשלת זדון
(Government of malice), of the forbidden Zionist domination, and to accept the
yoke of exile and to purify themselves so that Gd can send His blessing for
all.
Chief
executives of the search engine, Google, vowed to render full service to the
Mossad spy agency.Chief executives of the search
engine, Google, vowed in a recent meeting with Israeli prime minister to render
full service to the Mossad spy agency.
"Investment in Israex was among
the best decisions ever made by Google, Google chief executive Eric Schmidt
said during the meeting with Netanyahu.
During the meeting, Netanyahu gave
Schmidt a sketch which showed the Israeli flag hoisting above Googles emblem.
Western media reports had also
earlier revealed that Google renders continued and special services to several
spying agencies, including the CIA.
Aus KONGRESSREDE
gehalten in Basel, 28. August 1898
Auchdie Zionisten sind vielleicht
noch eine Minderheit unter den heutigen Juden. Aber aus ihnen heraus wird das
Judentum sich verjüngen, durch sie wird es weiterleben und in eine ferne
Zukunfthinübergerettet werden. Die
jüdische Gegner des Zionismus aber, und wären sie heute noch so zahlreich, sind
bestimmt als Juden zu verschwinden. Wahrscheinlich ist dies ihrer geheimer
Herzenswunsch. Er wirdsicher erfüllt
werden. Darum ist es unzulässig, daß man von einer zionistischen Partei im
Judentum spricht. Wir weisen die Bezeichnung mit Spott und Verachtung zurück.
Die Zionisten sind keine Partei, sie sind das Judentum selbst. Ihr Zahl , ihr
heutiger Zahl, tut nichts zur Sache Alles, was im Judentum lebendig ist, was
ein jüdisches Ideal, was Manneswürde, was Entwicklungsfreudigkeit hat, das ist
zionistisch. Was sich dagegen in der Sklaverei wohlfühlt, was in der Verachtung
suhlt, oder was auf einen nahen natürlichen Tod des Judentums hofft, das steht
gleichgültig beiseite oder kämpft gegenuns. Mit Anknüpfung an einen bekannten Vers des österreichischen
Dichters Grillparzer können die Zionisten rufen: In unserem Lager ist
Israex!Ihr andern seid einzelne
Trümmer.
Chairman
Yisrael Eichler of the United Torah Judaism faction in the Knesset reacted,
Sunday, to the death of former prime minister Yitzchak Shamir by noting,
"Yitzchak Shamir was a commander of the Lech"i [Lochamei Cherut
Yisrael-Fighters for the Freedom of Israex militia -ed.] who fought against the
British government and against Ben-Gurion and the Hagana [militia]. There was a
Jewish group within Lech"i that earned an amount of respect not surpassed
by the Hagana."
Eichler recounted, "Twenty years ago I met with him privately. He said
'The future of the country is the religious and hareidi-religious. Our
young people are disconnected from the idea of Israex and attach themselves to
the left or leave the country or revert to the level of crime. The burden of
defense and nationalism will fall on the shoulders of young religious and
hareidi generation and you need to prepare for this.' I told him it was
the admission by a party who passed [the responsibility of] education of his
children to 'state' schools, that he cut the national wing on which he had
built the state. If we send [the responsibility for] our children tothe secular 'state', there won't remain a
Jewish people, Heaven forbid, and there will not be a Jewish state."
Do our
anti-Zionist Rabbis not see the danger? Is it to me or another posheter Yid to
shout Alert!?
If, chass
vechullileh, a frumme Zionist State would come true, the Chillul HaShem would
be worse!
ALL
ASPECTS OF LIFE ARE CONTROLLED BY ZIONISTS.......EVEN A DUMB INTERNET SEARCH
ENGINE. He certainly loves the wars and brutality besides the Zionist computer
industry:
Google
chairman Eric Schmidt said on Monday that the company's
development centers in Israex are among the company's most efficient and that
Google is constantly expanding them.
Speaking
at a Tel Aviv conference called "Big Tent," Schmidt said that the
quality of Israex's engineers is very high, not least due to the country's
universities and the training acquired in the army. He also praised local
salespeople as among the best in the world, saying they continue to contribute
to the company's profits.
"We love
Israex," Schmidt said, drawing applause from the crowd.
RAMALLAH, West Bank In an odd twist to the decades-old
Israeli-Palestinian saga, a former Israeli soldier has embarked on a new fight:
He wants to renounce his Israeli citizenship and move to a Palestinian refugee
camp in the West Bank.
Andre Pshenichnikov, a 23-year-old Jewish immigrant from Tajikistan, was
recently detained by Israeli police for residing illegally in the Deheishe
Refugee Camp near Bethlehem. There he told police that he wants to break all
ties with Israex, give up his Israeli citizenship and obtain a Palestinian one
instead.
The Palestinian
citizenship was refused thanks to the police FATAH; the Governor of Bethlehem
invokes a pretext (in the last paragraph).
Does NKI agree with
this?
And we anti-Zionist
Jews should work together with NKI ???
D
Fatah
works for the Zionists and is paid by them. The Palestinians seem to be content
with the collaboration and do nothing.
They arrest Hamas people and Hamas does nothing.
Such a bunch of morons and batlanim.
Look at Syria and Egypt. Even Yemen. All helping Zionist interests. Even Iraq.
They aren't worried about the Zionists, they are too busy killing each other!
Palestine can wait!!
M
BS'D
This
time, I agree with D! Fatah is not interested by its own people. They want Zionist
money! That's all!
This
ex-soldier is quite courageous, and I really doubt that NKI really wants to be
part of a Palestinian state. I don't trust them anymore. Everything they say is
just for the show and the media! But they are endangering the position of the
whole tinny anti-Zionist world.
A top Iranian military commander has warned
Europe of al-Qaeda's revival in the southeastern Mediterranean region,
describing the threat to the continent as more serious than a nuclear weapon.
Chairman of the Joint Chiefs of Staff of
Iran's Armed Forces Major General Hassan Firouzabadi cautioned the European
states that a serious strategic threat to the world is taking roots southeast
of the Mediterranean Sea, the Mehr news agency reported on Monday.
The danger of al-Qaeda's revival to Europe is bigger than that of a nuclear
weapon, Major General Firouzabadi pointed out.
He added that the
arrogant powers, who once supported the formation of al-Qaeda as well as the
Taliban groups and later suffered heavy losses from them, have closed their
eyes to the lessons of the past and are trying to revive al-Qaeda in Lebanon
and Syria.
The top Iranian military commander further noted that the United States claims
to have killed Osama bin Laden, the former al-Qaeda chief, and dumped his body
in the sea. Nevertheless, the terrorist group has a new leader who commands its
militants southeast of the Mediterranean Sea.
Major General Firouzabadi also lashed out at American strategists over their
double standards, saying that while the US invaded Afghanistan under the
pretext of the so-called war on terror or the fight against al-Qaeda militants
in Pakistan, it is making attempts to revive al-Qaeda along the southeastern
coast of the Mediterranean Sea.
Iran's top military commander stressed that the latest conspiracy hatched by
the arrogant powers to revive al-Qaeda in Lebanon and Syria will pose dire
threats to Europe, the Muslim nations and the entire world.
The United Nations, the UN Security Council and the Human Rights Council should
take measures to abort the emerging catastrophe, Major General Firouzabadi
said.
Al-Qaeda represents Wahhabism in its austere form. Wahhabis, who
consider the followers of all sects and branches of Islam as infidels and their
killing as religiously permitted, naturally will not spare [the followers of]
Christianity and Judaism.
Quote:""I don't care what the international lawyers say, we are
going to kick some ass." - George W. Bush, September 11, 2001,
quoted in Clarke, Against All Enemies (2004), p. 24
"For the powerful, crimes are those that others commit." - Noam
Chomsky, Imperial Ambitions: Conversations on the Post-9/11 World
Pic:
PALESTINE LIBERATION IS INSEPARABLE FROM FIGHT
AGAINST ARAB REGIMES
By John Grant President Obama is playing
the Precision Myth for all it's worth. As an important adjunct to the Myth of
American Exceptionalism, it allows Americans to feel good about themselves as
they get away with murder. http://www.informationclearinghouse.info/article31503.htm
Police State USA
The Paranoid Style of American Governance
By Prof. James F. Tracy The following pieces of
legislation, programs, and actions-- illustrate the unfortunate yet steady
advance in the paranoid style of American governance that especially since 2001
has placed both the subject and all who come in to contact with it at risk of
serious injury or death. http://www.informationclearinghouse.info/article31499.htm
Norman Finkelstein on Why Obama Doesn't Believe His Own Words on Israex-Palestine
By Justin Raimondo It was supposed to be
another "Benghazi moment" - an incident so horrific that it would
spark Western military intervention in Syria's increasingly violent civil war. http://www.informationclearinghouse.info/article31502.htm
Advanced Homeland Security Training in Israex by Security Solutions
International (SSI): This new
program is designed for seasoned Homeland Security professionals interested in
advanced topics in Homeland Security while at the same time having the
opportunity to visit Haifa, the Northern Border, Tel Aviv, Jerusalem,
Bethlehem, and the Dead Sea. http://uspolitics.einnews.com/247pr/283975
USS Liberty - Dead in the WaterVideo During the Six-Day War,
Israex attacked and nearly sank the USS Liberty belonging to its closest ally,
the USA. Thirty-four American servicemen were killed in the two-hour assault by
Israeli warplanes and torpedo boats. http://www.informationclearinghouse.info/article5073.htm
De hier
afgebeelde Flyer vonden we in onze brievenbus. Wat de Hasbara van de religieuze
zionisten ook moge beweren, zijn we niet de enige antizionistische Joden die in
Antwerpen actief zijn. Verder zo!
But of course we know that
YD Weiss from Neturei Karta 'International' tells the Arabs that all orthodox Jews are anti-Zionist and want to
live in peace with the nations. Oy lador she-kach ala be-yamav that
narshikeit should be said even in the name of Neturei Karta opposition to
Zionism.
Report: Chareidim Attacked Arab Family
According to a Zionist Ynet report,
chareidim that took part in a protest decrying chilul shabbos attacked an
elderly Arab man and an Arab family on motzei shabbos in the Meah Shearim
area.
The report quotes an
eyewitness who described the incident as shocking, adding the witnesses
phoned police, explaining when the patrol car arrived the assailants fled.
Shouting death to
Arabs they struck a woman, children and an elderly male with their belts.
Rabb. Dr. Joseph S. BLOCH: RASSISMUS GEGEN SCHWARZEN ALS BEISPIEL GEPRIESEN!
RASSISMUS GEGEN SCHWARZEN UND APARTHEID ALS BEISPIEL GEPRIESEN!
Rabbiner Dr. Joseph Samuel Bloch (1850-1923) ehemaliges
Mitglied des österreichischen Parlaments
Lehrreich für die deutsche Rassenfexe wäre die Erwägung, wie sich die
Angehörigen verschiedener weißer Völker in Bezug auf den
Geschlechtsverkehrund eheliche
Verbindung mit schwarzen Völker verhalten. Die Deutschen haben in ihren
Kolonien durchweg Geschlechtsverkehr mit schwarzen Frauen gehabt und diese
vielfach geheiratet. Der sonst sehr starker Einfluß der deutschen
Regierungsbeamten und von Vertretern der Wissenschaft; die diesen Verbindungen
sehr ungerne sahen, war hier fast machtlos. Professor D. Meinhof vom
Hamburgischen Kolonialinstitut, der diese Verhältnisse aus eigener Anschauung
kennt, berichtete in seine Vorlesungen, daß die Ehe des Deutschen mit der
Schwarzen diese nicht zu seiner Kultur emporhebe, sondern bewirke, daß die
Haushaltung auf das Niveau der Schwarzen herabgedrückt wird. Daß ein Engländer in den zahlreichen englischen Kolonien, die hierzu
reichlich Gelegenheit bieten, eine Verbindung mit einer Schwarze eingeht, soll
nie vorkommen. In Holländisch-Indien gibt es Orte, in denen jüdische Gemeinden
sowohl von weißen, wie von schwarzen Juden bestehen. Sie haben vollkommen getrennte Synagogen und nie kommt es vor, daß ein
weißer Jude eine schwarze Jüdin heiratet oder umgekehrt. Wenn es an
weißen jüdische Mädchen mangelt, was vorkommt, dann machen Abgesandte der
Gemeindeoder Verwandte die weite Reise
nach Holland und bringen von dort heiratslustige jüdische Töchter heim.
Israel und
die Völker nach
jüdischer LehreS.227 Verlag Benjamin Harz Berlin-Wien 1922
Rabbiner Dr. Rafael BREUER: Vorwort zur Erläuterung der Megillas RUTH
Rabbiner Dr. Raphael BREUER
(1881-1932)
רות
Vorwort zur Erläuterung der
Megillas Ruth: Zurück zur Bibel!
So müsste der aufrüttelnde Weckruf lauten, die Schläfer aus ihrem Schlafe, die Gleichgültigen aus ihrer Gedankenlosigkeit zu reißen. Denn was nützt am Ende alles Reden und Schreiben, was nützen Versammlungen und Vereine, was nützt aller Glanz einer geräuschvollen Repräsentation, was nützen alle Beschwichtigungsmittel apologetischer Vielgeschäftigkeit, solange noch fort und fort vom Gipfel des Horeb es grollt und zürnt: אוי להם לבריות מעלבונה wehe den Menschen ob der kränkenden Verschmähung der Thora! Es ist alles umsonst. Und wenn es uns mit vereinten Kräften meisterhaft gelänge, bis in die letzten Details den unwiderleglichen Nachweis zu führen, daß die verderblichen Einflüsse, die von ringsher auf den jüdischen Menschen der Gegenwart einstürmen, denkwidrig und darum nichtig seien, so wäre damit fürwahr noch nicht ein Tausendstel des apologetischen Segens erreicht, der in jener unvergleichlichen Andacht enthalten ist, mit der unsere Alten in der Bibel lasen. Mehr als je tut darum in unseren Tage dem jüdischen Volke ein Untertauchen in das verjüngende Element wahrer jüdischer Wissenschaft not. Wo dieses Element zu finden ist, kann heute angesichts der niederschlagenden Feststellungen zionistischer Aufklärungsarbeit, umso weniger zweifelhaft sein, je kläglicher von Tag zu Tag sich diejenige Wissenschaft, die sich mit Vorliebe als Wissenschaft des Judentums begreift, für die Aufgaben einer jüdischen Massenerziehung als impotent erweist. Aber auch nationale Selbstbesinnung, dieses populärste Heilmittel für den uns aus tausend Wunden blutenden jüdischen Volkskörper, wird immer ein trügerisches Phantom bleiben, solange sie die Assimilation anders zu besiegen hofft, als durch die Wiederherstellung des Zusammenhanges mit dem Geiste unserer großen Vergangenheit. Diesen Zusammenhang vermögen uns nur Bibel und Talmud zu vermitteln. Nur wenn es gelingt, zum Quell der Reinheit und Verjüngung, aus welchem die Ahnen Kraft und Mut geschöpft, jedem fremdartigen Stoff den Eintritt zu verwehren und im Herzen der Jugend, wenn sie die Bibel liest, jene ursprüngliche Andacht zu erwecken, wie sie die Alten zierte, können wir hoffen, daß sich das alte Judentum in den breiten Volksmassen erhalten und nicht in die einsamen Gelehrtenstuben flüchten werde, wo die letzten Zeugen einer längst versunkenen Zeit in wehmütigem Anachronismus das Vätererbe hüten.
Mit der Bearbeitung der fünf Megilloth, denen sich, wenn Gott Kraft und Muße spendet, die übrigen Teile der Bibel, soweit sie noch nicht eine entsprechende Behandlung erfahren haben, anreihen sollen, möchte ich mithelfen, diese Andacht aufs neue zu beleben [1].
Inhalt, Charakter und Zweck des Buches Ruth ergeben sich aus dem Verfolg der Erzählung selbst[2]. Auch die Fülle der ethischen Gedanken und psychologischen Beobachtungen, die das Buch in seltener Feinheit bietet, vermag nur in Zusammenhang der Erzählung nach Gebühr gewürdigt zu werden und, wie es die Alten taten, nur an der Hand der talmudischen Überlieferung. Nur demjenigen, der sich der kundigen Führung der jüdischen Weisen anvertraut, werden sich die stillen Schönheiten dieses Buches in ihrem ganzen unvergleichlichen Reiz erschließen. Von ihnen geleitet, wird er sich sagen: Wenn Herder vom Buche Ruth mit Worten voll Bewunderung spricht und Goethe es in westöstlichen Divan das lieblichste kleine Ganze, das episch und idyllisch überliefert worden nennt, bis zu welcher Überschwänglichkeit hätten sie erst ihren Lobspruch gesteigert, wäre es ihnen vergönnt gewesen, gleich dem jüdischen Volke dies liebliche Idyll im Lichte der rabbinischen Überlieferung zu schauen.
Wo ohne nähere Angabe des Ortes rabbinische Aussprüche citirt sind, ist Midrasch Rabba zu Ruth, wo vom Commentar die Rede ist, sind die bezüglichen Schriften Rabbiner Samson Raphael HIRSCHs זצ"ל gemeint.
Im Geiste der Alten war ich bestrebt, dieses Buch zu schreiben. Im Geiste der Alten möchte es gelesen werden.
Frankfurt am Main, im Ijar 5668
Raphael BREUER
Die fünf Megilloth übersetzt und erläutert von Rabbiner Dr. Raphael BREUER Zweiter Teil: Ruth Vorwort
Zweite Auflage Frankfurt am Main Verlag vonA.J. HOFFMAN 1908
[1]Nicht minder wichtig, nur mit größeren Schwierigkeiten verknüpft, ist das Werk dieser Neubelebung auf speziell talmudischem Gebiet. Hier gälte es, den Geist der talmudischen Dialektik in seiner großartigen Urwüchsigkeit und Naturfrische, zunächst auf dem propädeutischen Wege einer populären Darstellung talmudischer Probleme, weiteren Kreisen zugänglich zu machen. Ich beabsichtige, eine Arbeit herauszugeben, die sich an der Lösung dieser Aufgabe versucht.
[2]Einzelheiten bietet Baba bathra 14 f. Über die liturgische Verwendung des Buches am Thorafeste vgl. ש"ע א"ח 490,9
Dieser Beitrag erscheint zum bevorstehenden Wochenfest - Schawuauss (vom 26.Mai Abends bis Montag 28. Mai einschl.)
The NKI Party has decided
to remove all droshes on their phone line about the kinnus hakloli of the
Agudists that had been on their line before at 718-444-1117. These droshes said
over by R. Yoel Loeb are now at his new number 1-559-726-1287.
He has recordings there of
speeches of speakers where Rabbi Mattisyahu Solomon saying that the yeshiva
bochurim in "Eretz Yisroel" are the "army" to protect Klal
Yisroel, which means of course that their blood is redder than that of other
Jews. Rachmone litzlan. Such divrei minoos.
R. Yoel Loeb also
recommends that people not davven in the shul of the current Kasho Rav in
Williamsburg because the current Kasho Rav ATTENDED the idiotic kinnus which
was of course also attended by Zalman Teitelbaum.
But what is most important
is that NKI knows when they want to remove material
and to add material to their phone line and website.
The fact that
they keep photos on their website of YM Hirsh knowing that he regularly speaks
Ivrit is no problem. BUT the fact that NKI hides their photos with Ahmedinajad
but show photos with Zionist puppets such as the Emir of Qatar and "Abu
Mazen" is no problem.
Refusing any
criticism of the Haredi Zionists is a problem for NKI!!!!
Don't we see that in fact NKI operates like a party dedicated to
covering up the apikorsus of the Haredi Zionists and showing that they are in
fact infected by Zionism in their askanus????
Israex stirs nuke hype to hide domestic ills: Austria
Israex stirs nuke hype to hide
domestic ills: Austria
ViennaAustrias Defense Minister Norbert Darabos says Israex
seeks to distract attention from its domestic social problems through creating
hype over Irans nuclear energy program. Pointing to
the fact that Irans nuclear energy program is not diverted toward building
nuclear weapons, Darabos described Israexs threats against Iran as
unnecessary. The Austrian defense minister said Tel Aviv is using inflated
claims regarding the Iranian nuclear energy program as well as the Palestinian
issue to distract attention from internal social
problems. He made the remarks in an interview with the Austrian daily Die Presse on Saturday. Darabos warned that an Israeli attack
against Iran would trigger a conflagration in the region that could be
difficult to control. He also described Israeli Foreign Minister Avigdor
Lieberman as unbearable. The United States, Israex and some of their allies
have repeatedly accused Iran of pursuing military objectives in its nuclear
energy program. Washington and Tel Aviv have time and
again threatened Tehran with the option of a military strike against its
civilian nuclear facilities.AP
As an Orthodox Jew opposed to
ethnocratic racist Zionism I salute you for your courage to speak the truth in
a world where so many Western leaders are afraid to say even the slightest
negative thing about the Zionist state.
If anything, I would say your
statement was too mild. Zionism represents a barbaric mutilation of the Jewish
religion and traditions, and has successfully brainwashed millions of Jews and
non-Jews with fear-mongering and incessant neurotic propaganda.
Thank you for speaking out, and may
you and your government continue to do so at every opportunity until the
international community forces the barbaric Zionist state to comply with
international law and restore the Palestinians to their rightful homeland
everywhere in historic Palestine.
De hysterie van de Antwerpse
religieuze zionisten, tengevolge van de vlagverbranding door Satmarer Chassidim,
heeft zoals te verwachten nog een venijnig staartje gekregen.
Het was afwachten wat de heer CORNFLAKES
in zijn kefirehdige Schmutzpapier Lemaan Teda, dat hij per mail stuurt aan abonnees, zou ondernemen.
Tevoren waren er echter nog twee
vermeldenswaardige incidenten:
De Antwerpse politie moest ingrijpen
nadat het hoofd van de zionistische militie Shmira de leerkracht die
de vlag verbrandde, te lijf ging en met de dood bedreigde. Van Naastenliefde
(sic) gesproken. Een hoon! Het zal misschien de Antwerpse politie er toe
brengen om na te denken met wie ze samenwerken om Joden te beschermen tijdens
bepaalde Joodse Feestdagen.
Minder erg, eerder belachelijk, is
het tweede incident: In een niet-Joodse ultrazionistische website verscheen een
haatvolle, hysterische Open brief van de persoon die de
vlagverbranding vanuit zijn balkon fotografeerde. Daarin eiste hij een
veroordeling in de Sjabbat be Sjabbato, het wekelijkse bulletin van de
Israëlitische Orthopraxe Gemeente, en in het Schmutzblatt Lemaan Teda.
Hij kreeg voldoening maar wel onder
een andere vorm. De Mossad is geniepig.
Mister CORNFLAKES schreef in zijn Schmutzblatt eerst een nieuwsbericht
waarin hij zijn grenzeloze vreugde uitdrukt dat zijn geliefde zionistische vlag
op de gevel van het Antwerpse stadhuis prijkte goed zichtbaar, tussen de
andere grote naties van de wereld. Na een resem hasbara-blabla volgde
een verklaring in naam van de Atérèss Avrohom-Feestzaal, diehetgeen verleden week gebeurde betreurt
en verder zal vorsen wat er precies aan de hand was. Dezelfde fakeverklaring
werd ook afgedrukt in Sjabbat be Sjabbato.
Mister CORNFLAKES is niet aan zijn
proefstuk toe in gefabriceerde valse verklaringen, zoals bijvoorbeeld een brief
aan Shmiel Mordche Borreman, waarin het bestuur van het Satmar studie- en
gebedshuis hem verzocht het gebouw niet meer te betreden (Dat is wel al
enkele jaren geleden!)
Het authentieke Bestuur van de
Satmar-jongesschool liet zich niet intimideren. In een wijd verspreide Giluj
Daas en Klarstellung verklaarden ze dat niemand in hun naam te
schrijven heeft, dat ze zich helemaal niet hebben te rechtvaardigen voor het
feit dat de Dégèl haMinuss, de vlag die reeds meer als zestig
jaarketterij en opstand tegen de Hemelse
Koningschap symboliseert, verbrand werd. Integendeel!
Tevens werd daarinLemaan Tedagebrandmerkt als orgaan dat ketterij en haat
zaait tegen Joden.
Het gaat dus, met Gods hulp, de
goede richting uit.
Antwerpen - Antizionistische
Joden verbranden zionistische vlag, hysterisch
woedegeschreeuw van de religieuze zionisten!
In de Gazet van
Antwerpen, die regelmatig de Hasbara (zionistische desinformatie) van
het religieuszionistische riooltijdschrift Joods Actueel overneemt,
kunt U het volgende lezen:
There is a situation that
could lead to a danger for sakanas nefashos mamash that a person who
hangs around the shul of Torah Vetefila in London keeps putting up signs on the
WINDOW IN ENGLISH facing the street announcing that the Jews look to
returning to the Holy Land, the land of the Jews when the Messiah comes.
Mispalelim in that shul
keep removing it, and the meshugener keeps putting it back up. Are we
surprised at how the samech mem finds his agents using the name of Neturei
Karta to do such things to provoke the Muslims and Arabs living in Stamford
Hill???
Will those who call
themselves the public askanim of "Neturei Karta" who resist
condemning any of the haredi Zionists sit back and keep quiet as they have
about YM Hirsch speaking in Ivrit and being so friendly with the
Zionist-supported PA officials???
HB
BSD
The sentence of the Satmar Rebbe is dangerous a Medineh before the
time, before Moshiach.
For some among us, even if its only in their hearts (it's just as dangerous
as the act itself), it would mean that after time we may well have a medineh?
We see the result ... with the Kanoyim This will not be a State!
Is this the way we must do teshouveh and purify ourselves to merit that
Hashem unites us and brings us the Exiles back to the Holy Land?
DG
Yes, but of course we
know that the Satmar Rav wasn't thinking about his writings being transmitted
to the gentiles even though it was at a time when no one was concerned about a
Palestinian state, not even the Arabs. But I have yelled for years that NKI
must stopped talking about "no state before the Messiah" when the
self-determination of the Palestinians in Palestine are so obvious to the whole
world. In the meantime Hashem should stop that nutcase of a man in London
Why doesn't
Natruna tell everyone that Kahanman ordered the Zionist flag to fly on Yom
Hashmutz?
And why doesn't
"Neturei Karta" who knows how much the Satmar Rav was against
speaking in Ivrit, mention that Hirsh was speaking in Ivrit?? WHY THE SILENCE??
WHY?? ARE NATRUNA AND NK SECRET OPERATIVES OF THE ZIONISTS??!
Wat een pietluttige religieuze zionist in zijn rioolblad
ook moge beweren (Islamitische sluier neen, keppel en kruisje ja.-
geciteerd in de Gazet van Antwerpen) is het, net als voor Joodse mannen een
hoed, het volste recht van Moslimvrouwen en -meisjes om een hoofddoek te
dragen in het openbaar, en zo hun godsdienstige identiteit te afficheren. Solidariteit!
Joods-christelijke waarden: Demagogie en zever
in pakskes!
A ehrlicher Yid fun Brooklyn about Natruna and NK websites
A ehrlicher Yid fun
Brooklyn about
Natruna and NK websites
How ironic!!!
The Natruna
"anti-Zionist" website puts up a story about Kahanman of Ponevezh
that he was against Ivrit, but the website doesn't
say that he made the takkana to put the Zionist flag on the building for Yom
Hashmutz until today!!!!
Then you can see all the
photos of YM Hirsh meeting with Muslim leader Raed Salah, and the "Neturei Karta" website doesn't even
mention Hirsh's practice of speaking Zionist Ivrit all the time, in Jerusalem
and even when he went to Qatar!!!
The beloved president of Neturei Karta
sends condolences for death of Netanyahu father who wanted to expel
Palestinians and served jabotinsky yimach shmam!!
Samson Raphael HIRSCH: Kommentar zu Sprüche der Väter 2,2
Samson Raphael HIRSCH
Aus seinem Kommentar zurSprüche der Väter Pirkéi Owauss
פרק שני
Kap. 2, 2: Rabban Gamliel, Sohn des Rabbi Jehuda Hannasssi sagt: Schön ist תורה-Studium mit bürgerlicher Geschäftsthätigkeit, denn die Beschäftigung mit beiden läßt sündige Gedanke nicht aufkommen, und jedes תורה-Lernen, mit welche keine Arbeit verbunden ist, hört endlich auf und führt Sünde herbei. Und alle, die sich mit der Gemeinde beschäftigen, sollen sich mit ihr nur um Gottes willen beschäftigen, denn das Verdienst ihrer Väter steht ihnen bei und auch ihre Pflichttreue besteht für immer, euch aber rechne ich reichen Lohn an, als hättet ihr es geleistet.
2. דרך ארץ umfasst alles, was daraus hervorgeht und dadurch bedingt ist, daß der Mensch sein Dasein, seine Bestimmung und sein Zusammenleben mit anderen auf Erden und durch die von der Erde zu gewährenden Mittel und Verhältnisse zu vollenden hat. Daher bezeichnet es namentlich die Wege der Nahrung und der bürgerlichen Ordnung, auch die durch das Zusammenleben hervorgerufenen Sitten und Rücksichten der Höflichkeit und des Anstandes, sowie alles,was die allgemeine menschliche und bürgerliche Bildung betrifft. Der beigefügte Grund:שיגיעת שניהם וכו' läßt, glauben wir, erkennen, daß hier unter דרך ארץ zunächst die der bürgerlichen Existenz zugewandte Geschäftstätigkeit verstanden ist. Es heißt hier nun nicht: hält fern, schützt vor Sünde, sondern משכחת läßt den Gedanken von Sünde nicht aufkommen. Wir glauben, daß damit gesagt ist, nur einem dem Studium und der selbständigen Ernährung gewidmete Beschäftigung nehme so sehr die ganze Zeit in Anspruch, daß keine unbeschäftigte Müße bleibt, in welcher vom Guten fern liegenden und entfernenden Gedanken nachgehängt werden können. Aber auch geradezu: וכל תורה וכו', wer neben demתורה-Lernen nicht auch eine ernährende Arbeit pflegt, läuft Gefahr aus Mangel das Lernen einstellen zu müssen und sich aus Not und Elend zu unrechtem verleiten zu lassen. Schwer ist es, den Ideengang zu finden, in welchem Zusammenhang des Satzes וכל העוסקים mit dem Vorhergehenden beruht. Wir glauben, nach dem Tode des ר' יהודה הנשיא, des Verfassers der Mischna, in den Zeiten seines Sohnes, begann das Aufblühen der Lehrakademien und des größeren Gemeindelebens in Babylon und damit die immer häufiger werdenden außerpalästinensischen Ansiedlungen. Mit Hinblick auf die bevorstehende neue Zukunft dürfte Rabbenu Jehuda Hannassis Sohn diejenigen Momente zu besonderen Beachtung hervorgehoben haben, auf welchen der Bestand und der Forterhaltung unseres Einzeln und Gesamtlebens beruht. Es sind dies תורה, דרך ארץ und מלאכה für den Einzelnen und die gewissenhafte Pflege der Gemeindeangelegenheiten für die Gesamtheiten. Hinsichtlich der letzteren heißt es nun hier, daß alle, die sich mit Angelegenheiten der Gemeinde beschäftigen, dies לשם שמים tun sollen, ein Begriff der vorzugsweise den jüdischen Anschauungen eigen ist. Es bezeichnet das Handeln aus reinem Pflichtgefühl, ohne Interesse und Nebenrücksichten. Dabei wird auf die hohe ewige Bedeutung der Gemeinde aufmerksam gemacht. Die Gemeinde ist das eigentlich Ewige in der Judenheit.In jeder Gemeindegegenwart lebt das Verdienst, das Gute, das die Vorfahren gewirkt haben, fort und ist der Grundstock, das Hülfskapital, auf welchem und mit welchem sich die Gegenwart erbaut; und ebenso alles Gute, alles Pflichtgetreue, das die Gegenwart stiftet und vollbringt, lebt in allen Folgegeschlechtern der Gemeinde weiter. ואתם, ist aber, die mit reinem, treuem Sinn für die Erledigung der Gemeindeangelegenheiten sorgt und es versteht, die Gemeinde für die Pflege der ihr obliegenden Institutionen zu begeistern und die euren Händen für diesen Zweck anvertrauten Mittel mit ängstlicher Gewissenhaftigkeit für ihre Zwecke zu verwenden, euer wartet nach dem anderen Ausdruck der Weisen: גדול המעשה יותר מן העושה (B.M. 9a), das Gute dessen, der andere zur Erfüllung des Guten und Pflichtgemäßen veranlaßt und verbringt, ein noch viel Höheres als dessen, der dasselbe aus eigenen Mittel bestreitet. Gehört doch dazu eine viel größere Selbstverleugnung und anhaltenden Hingebung und Treue, als zu dem Entschlusse dessen, der die Mittel dazu hat, aus diesen Mitteln das Gute zu schaffen.
Antwerpen Vandaag, de bittere dag 5de Iyar, dag
van de onafhankelijkheid van de zionistische entiteit, vond de traditionele
vlagverbranding plaats.Antizionistische
Joden hebbendevlag van de zionistische ketterij,
aangestoken metde zionistische lokale
riooltijdschriften Lemaan Teda en Joods actueel.
Antwerpen
Heute, am bitteren 5ter Ijar, Tag der Unabhängigkeit der zionistischen
Entität, fand die traditionelle Flaggverbrennung statt. Antizionistische Juden
haben die Fahne der zionistischen Ketzerei angezündet mit lokale zionistische
Schundblätter.
As today is Yom Hashmutz we know that
ultimately everything is in the hands of Hashem.
What mazel the Zionists have had for 64 years!! Without divine intervention
this nightmare of the medinah can continue for another 64 years! Nothing has
changed since 1948 or 1967.
And the Jews love the medinah even more supported by the Esav arrogance of the
West.
HB
The bitter day
of Iyyar 5.
But why arethe Zionists celebrating their Independence Daytoday? Today itis still 4Iyyar.
DG
To
be more specific the Zionists wanted to show their so-called concern for Shabbos
as a Jewish state so they moved their celebrations back to Thursday.
They
push it back one day because of Shabbos!! So the frummelach can
participate!!
HB
It's
been64 yearssince the Zionist entityhas beencreated, the Nakba, a disaster for thenative inhabitants ofPalestine, the Holy Land.However we still needto condemntheZionistapostasywhich isresponsible forthis tragedy. And this
kefireh didnt start in '48 with the Zionist State, but earlier with the
cursed Kook, yimach shemoï! The pious Zionism is worse! Today, there are
hundreds of thousands of Zionists frummaks in the Holy Land who occupy the
place that belongs to the Muslim Palestinians and kosheren the Zionist
anti-Thora entity and the criminal Zionist regime!
We must make us independent of the
Zionism!
AT
Yes that's
right
Moreover, the
heresy of Zionism started in1860's, more than 150 years we suffer them!
CB
May Hashem
burn out the religious filthy Zionists amen!
Rabbiner Dr. GUGENHEIMER Auszüge aus seinem Deutscher Kommentar zur Hagadah schel Pesach (6)
Rabbiner Dr. R.GUGENHEIMER
Auszüge aus seinem Deutscher Kommentar zur Hagadah
schel Pesach (6)
Ein vierfaches Boruch gilt den vier verschiedenen Arten von Menschen, wie
man ja von Alters her vier Hauptarten von Temperament anzunehmen pflegt. Es mag
die Weisheit oder die Bosheit des ägyptischen Tyrannen, die Einfalt oder der
Unverstand ägyptischen Aberglaubens regieren, ברוך, Gottes Wille wird zur Geltung kommen, sein Gesetz wird den Weg
zu den Herzen der Menschen finden.
כנגד ארבעה בנים
Von vier Kindern hat die Thora gesprochen, das eine ist weise, das andere
böse, das dritte einfältig und das vierte versteht nicht zu fragen. Die
Thora hat nicht die Weisheit der Weisen, nicht die Bosheit der Bösen, nicht die
Einfalt des Einfältigen, nicht den Unverstand des Unverständigen zu fürchten?
Gegen alles ist sie gewappnet und gerüstet.
חכם Was sagt
der Weise?
Heil dem Vater, dessen Sohn sich mit der Frage beschäftigt, die die Weisen
Jissroéls, die Sekenim, die Propheten, die Männer der großen Synode, die Lehrer
der Mischnah und des Talmuds, die Tanaiten, die Amoräer, die Saborër, die
Gaonim, die jüdischen Religionsphilosophen und auch die Weisen anderer Völker
beschäftigt hat, die Frage: Was sind diese Zeugnisse, die Gesetze und die
Rechtsvorschriften, die Gott, unser Gott, uns befohlen hat? Darauf lautet die
Antwort: Sie sind das Höchste, das Beglückendste und Beseligendste auf Erden.
Auch du sollst ihm antworten nach den Vorschriften des Peßach und fügen wir
hinzu nach den Vorschriften der Pädagogik, daß das Abstrakte durch Beispiele
aus bekannten Gebieten versinnlicht werde אין מפטירין
אחר הפסח אפיקומן. Dies bedeutet nach einer
halachischen Auffassung, man verlassene nicht einen Kreis, um in einem anderen
Kreise das Peßachopfer zu essen, das gemeinschaftlich dargebracht und verzehrt
wurde. Und wahrlich, wenn wir uns fragen: Was sind die Zeugnisse, die Gesetze
und die Vorschriften, die Gott, unser Gott befohlen hat? So giebt es hierauf nur
eine Antwort: Sie sind so voll des Guten, daß der Jude das Wahre, Gute und
Schöne nicht in Fremden Kreisen, sondern im eigenen Kreise zu suchen hat. אין מפטירין אחר הפסח אפיקומן das heißt
nach einer zweiten Auffassung: man esse nach dem Peßachmale weder Süßigkeiten
noch Früchte. Wahrlich: Was sind diese Zeugnisse, die Gesetze und die
Rechtsvorschriften, die Gott, unser Gott, uns befohlen hat? Sie sind so voll
des Guten und Schönen, daß nichts Süßeres, nichts Beseligenderes gedacht werden
kann und nirgends winken dem Juden kostbarere Früchte alsauf dem Ez Chajim, dem Baume des Lebens, dem
Baume des Judentums, dessen Lehre unverkennbar den Stempel der Göttlichkeit
trägt. Denn wären sie Menschenwerk, wie wäre es zu erklären, daßחכם מה הוא אומר , daß der חכם, der Weise unter den Völkern, der
Grieche, der Römer, der Germane keine Ahnung hatten von den Zeugnissen, den
Gesetzen und Vorschriften, von den einfachsten Satzungen des Rechtes und der
Gesittung, die erst durch den Einfluß des jüdischen Volkes bekannt wurde, das
in sich den Beruf fühlte אף אתה אמר לו כהלכות הפסחzu verbreiten unter den Nationen die Vorschriften des Peßach, des wahren
echten Fortschrittes.
(Fortsetzung folgt)
Deutscher Kommentar zur Hagadah schel Pesach
Von Dr. R. Gugenheimer, Rabbiner der Israelitischen Kultusgemeinde in
Kolin.
Verlag von Sänger & Friedberg Frankfurt am Main 1912-5672
Die allerbeste
Anschrift zur Bestellung von antiquarische Judaica
IRIB-Le président du régime sioniste a rendu hommage au président de
l'Autorité autonome Mahmoud Abbas pour les services qu'il a rendus à ce régime.Mahmoud Abbas est en
parfaite cohérence avec les politiques d' Israëx avec qui, Tel-Aviv
peut tomber d'accord sur plusieurs questions. Les déclarations du président du
régime sioniste interviennent alors que Mahmoud Abbas a fait récemment part de la
poursuite des coopérations sécuritaires avec Israëx. Dans le même
temps le Hamas et le Jihad Islamique tout en critiquant cette coopération, lui
ont demandé de réviser sa décision. Dans le cadre de sa coopération sécuritaire avec le
régime sioniste, l'Autorité autonome garde dans ses prisons des centaines de
membres du Hamas et du Jihad islamique.
Here is the perfect
example. All Askanim of NK know that the PA and Abbas are Zionist stooges
serving Zionism in Palestine. But they don't care. AS LONG AS THERE ARE
PHOTOS, VIDEOS, NEWSPAPER CLIPPINGS AND ARTICLES. As a matter of fact, the
closer an Arab is to the Zionists, the greater the chances that he'll get a
photograph on the front of the NKUSA website, no?!!
[Off the record]
The
reason Hirsch always speaks Ivrit instead of Yiddish with a translator of an
English speaker happened in Qatar as well. It is the way of the Soton. The
Soton basically controls this askanus of "Neturei Karta". An unnamed
spokesman of "NK" in Palestine told a frum Zionist publication that
burning the flag is OK because "it's not against the LAW".
Unfortunately
many NK people in chutz laaretz don't care about the control of the Soton
as long as it produces videos, newspaper clippings and photographs and uses the
name of the Partei "Neturei Karta."Does
anyone believe the Erev Rav don't have influence among NK as well, only every
other segment of the Jews EXCEPT NK???!! Guess what? The Erev Rav has its
representatives even among NK, and very few people care.
Zionist terrorist graffiti against antizionist Jew in London
Antizionist Jew in London:
Zionist terrorist graffiti
found at my door this morning
טמא'נע ציוניסטישע פאן געטראפן
אינדרויסן פון מיין טיר היינט צופרי זעהטאויס די נסיעה קיין לבנון און מעמד קידוש ה'
און קבלת עול הגלות פאלסטיני האטגעשטאכן א מעסער אין רוקן פון פרומער ציונית
Son of deposed Shah begs Zionist Entity to help Iranian opposition
Son of deposed Shah begs Israex to help Iranian opposition
The son of Iran's deposed shah (king), has, in an interview with Israex's
Channel 10 TV, asked Tel Aviv to increase its cooperation with the Iranian
opposition.
The children of Cyrus; the children of Queen Esther need your help, Reza
Pahlavi said.
In addition to negotiation and war, there is also a third way for dealing with
the Iranian establishment, which should be chosen. It is neither negotiation,
nor war, but mobilizing a powerful army which is now ready to topple the
[Islamic] establishment, he added.
A traitor to Iran and the Iranians, Pahlavi noted that if he met face-to-face
with Israeli President Shimon Peres, or Israexs Prime Minister Benjamin
Netanyahu, he would tell them that the Iranian opposition needs the help of
Israex and other democratic nations to topple the Islamic establishment.
Mohammad Reza Pahlavi, the US-UK-installed shah of Iran, was toppled by the
1979 Islamic Revolution in Iran.
A ehrlicher Yid fun Brooklyn says: Son of Shah of
Iran Loves ZionistsWhy doesn't he use his own money?! He
inherited billions of dollars from his Zionist father.
George Galloway explains to a Zionist the immorality of stealing Palestine
George Galloway explains to a Zionist the immorality
of stealing Palestine
Member of UK Parliament tries to explain to a Jewish
gentleman that Britain and the UN did not have the moral or even legal
authority to take the land from the Palestinians and hand it to European Jews.
Those who the Zionists herded to Palestine were not even of Semitic blood or
DNA. Most Jewish people around the world understand that this was not at all
justified and tantamount to another holocaust being perpetrated by secular,
socialist elites for their own purposes against the original owners of the land
whose families had owned for centuries. The Christians of various lands had
persecuted and murdered Jews on orders from the Vatican for centuries but the
Zionist, aided by Lord Balfour and the British government punished Muslims
living in Palestine for crimes they did not commit.
Jews and Muslims were both persecuted in Spain, the Balkans and all over the
continent during the crusades and inquisition after having lived together in
peace there and in Northern Africa and Palestine for centuries. Then seeing an
opportunity in this series of pogroms the Zionist/secular Jews persuaded Lord
Balfour and the UK government to commit another atrocity and did it with money
through the guilt of the world for the holocaust.
I would be more than pleased to debate the issue with anyone who thinks they
have the truth or can justify the "New Holocaust".
I am an anti-Zionist
Orthodox Jew and was amazed at the report above regarding the statement of
Yossi Beilin, who of course I know is described as a "left-wing
Zionist" along with others such as Avraham Burg and others. I was amazed
at the article for two reasons:
a) because I don't think I
have ever before heard a Zionist face the truth about the Oslo-inspired
two-state solution, i.e. that it is hopeless, and that the existence of the PA
is simply as a police-enforcer body for the Zionist state on the Palestinian
people, and
b) because this fact is
what anyone not blinded by Zionist propaganda would have understood at the very
moment Oslo was proposed since it ignores the fundamental national and civil
rights of the Palestinians throughout historic Palestine under all provisions
of international and humanitarian law as well as UN provisions.
The worst part of the Oslo
two-state fiasco is how it created an illusion behind which the Zionist state
could continue its ethnocratic, racist and barbaric madness with the full
support of foreign governments seeking "pragmatism" and
"compromise" while employing the PA as its enforcers and "police."
Now we are all ready to see
the truth emerge clearly, i.e. that if Jews and non-Jews can live together with
equality of civil rights in the United States, London or Russia, they can do so
in a Republic of Palestine without discrimination in fulfillment of the authentic
national aspirations of the Palestinians, including the return of the
Palestinian refugees into a single state in their national homeland where they
are entitled to live more so than Jews from Moscow or New York.
The only question is not IF
this will occur, but WHEN and at WHAT PRICE under the continued mindset of
Zionism it accedes to the dissolution of the Zionist regime, which, despite all
the efforts to bribe Jews, their leaders and rabbis, as well as unceasing
propaganda, is an utter desecration and horrific defamation of the Jewish
faith.
ZIONISME= ONBESCHAAMDHEID, BEDROG, ROOF en TERREUR : WEG ERMEE! JODENDOM = GODDELIJKHEID, MENSELIJKHEID!
PESSACH TEGEN HET ZIONISME
PESSACH 5772: van 6 april s'avonds tot en met 14 april.
Péssach, het Joodse Paasfeest illustreert volkomen het antagonisme, de onverzoenlijke tegenstelling tussen het Thorajodendom en het Zionisme.
Onze voorouders waren slaven in Mitsraïm [Egypte van de Oudheid]. Ze bevrijdden zich niet zelf door een nationale en militaire opstand, maar werden enkel verlost door de goddelijke Voorziening. Ze werden helemaal niet bevrijd van de slavernij om een « volk zoals alle andere volkeren » te worden met een grondgebied, een Staat, een economie, een vlag, een leger, een cultuur Maar ze werden in de Woestijn gevoerd om er de goddelijke Wet, de Thora in ontvangst te nemen. Zonder heiligheid, buiten de toepassing van de Thora, is de Joodse aanwezigheid in het Heilig Land, tegengesteld aan de goddelijke wil. De Thora overtreden in het Heilig Land heeft Ballingschap tot gevolg. Ballingschap en Uittocht uit Egypte liggen aan de basis van de Joodse identiteit. We illustreren dit met de argumentatie van een andere Rabbijnse strekking dan de onze, de Litouwse traditie:
« Rabbi WASSERMAN[1], een leerling van de Hofets Haïm[2], hield vol dat de terugkeer naar het Heilige Land alleen door de goddelijke wil tot stand kan komen. Daarmee herinnerde hij eraan dat het joods nationalisme zeker niet iets nieuws was, maar eerder een imitatie van het model van de Balkan (die rabbi ALKALAÏ[3]die op de Balkan woonde, goed kende) of Duitsland (dat rabbi KALISCHER[4] in Pruisen omringde). Degenen die vertrouwd waren met de Europese geschiedenis, zouden weinig behoefte hebben gehad aan WASSERMANs waarschuwing; ze was bedoeld voor de meerderheid van de Joden, die volgens hem met hun onschuld en Messiaanse geloof best ontvankelijk konden zijn voor de zionistische propaganda, die vaak gebruik maakte van de traditionele terminologie van het Jodendom. Er is niets ongewoons aan zulk gebruik. Het Italiaanse nationalisme haalde zijn inspiratie uit de Romeinse geschiedenis; verwijzingen naar het klassieke Griekenland werden gebruikt om de vorming van de moderne Griekse staat te legitimeren.
In een ander commentaar probeerde WASSERMAN de doelen van het zionisme te verduidelijken. Eerst bracht hij het respect naar voren dat de Thora voor de niet-jood heeft. Hij verwees naar de 36 verzen waarin de Thora de Joden oplegt alle vreemdelingen met respect te behandelen, zelfs de nakomelingen van Haman, dat lugubere personage in het boek Ester. Aan de andere kant is de Thora heel streng voor Joden die zich niet aan zijn geboden houden. Hij is erger dan een hond ( ). Daarom zien we dat iemands afkomst alleen, zonder Thora, waardeloos is, zodat de nationale gedachte niets dan een moderne afgod is ( ). (WASSERMAN 1976, 30). Deze veroordeling van het zionisme, dat slechts een paar jaar voor de Shoah werd geformuleerd, betrof het karakter van de zionistische onderneming.
De strategie voor de terugkeer naar het land die door Hoféts Haim naar voren werd gebracht, volgt onmiskenbaar de contouren die in Ezechiël te vinden zijn:
Ik leid jullie weg bij die volken, ik breng jullie bijeen uit die landen laat je naar je eigen land terugkeren. Ik zal zuiver water over jullie uitgieten om jullie te reinigen van alles wat onrein is, van al jullie afgoden. Ik zal jullie een nieuw hart en een nieuwe geest geven, ik zal je versteende hart uit je lichaam halen en je er een levend hart voor in de plaats geven. Ik zal jullie mijn geest geven en zorgen dat jullie volgens mijn wetten leven en mijn regels in acht nemen. Jullie zullen in het land wonen dat ik aan je voorouders gegeven heb, jullie zullen mijn volk zijn en ik zal jullie God zijn. (Ezechiël 36, 24-28)
Een morele transformatie en een terugkeer naar de nabijheid van God zouden zowel de middelen als het doel van de terugkeer naar het land zijn. In deze termen stelt de klassieke traditie van het Jodendom zich de samenkomst van de Joden in het Heilige Land voor. Hofets Haïm herhaalt deze traditie gewoon door te benadrukken dat de zionistische verlokking een val is die de ballingschap eerder zou verlengen dan beëindigen.
Hofets Haïm illustreerde dit punt door de Péssach Haggada te citeren, die de meeste Joden kennen. Het Péssach-maal eindigt met liedjes die de goddelijke voorzienigheid en Zijn edelmoedigheid prijzen. Het lied Dayénoe » («Het zou genoeg geweest zijn » verklaart : «Als Hij ons alleen de Thora had gegeven en ons niet naar het Land Israël had gebracht, zou dat voor ons genoeg zijn geweest (Shalom Hartman Institute, 103). Hofets Haïm wijst erop dat de Haggada niet zegt « als Hij ons alleen naar het Land Israël had gebracht en ons niet de Thora had gegeven, zou dat voor ons genoeg zijn geweest. Hij concludeert dat, welke inspanningen de zionisten ook zouden leveren, het voor de Joden onmogelijk zou zijn zich daar te vestigen en te handhaven zonder volgens de Thora te leven. Zijn leerlingen hebben opgemerkt dat het hun leraar was die deze fundamentele onmogelijkheid vaststelde, wat het aanhoudende geweld verklaart waardoor de zionistische onnderneming wordt omgeven. Zonder de Thora kunnen we als Joden nog geen decennia blijven bestaan, terwijl we al tweeduizend jaar zonder Eretz Israël bestaan (WASSERMAN 1976, 33). Deze visie op het zionisme als obstakel op de weg naar verlossing ging tientallen jaren vooraf aan het gevoel van impasse dat nu dreigend boven Isra-l hangt. »
(Citaten in het boek van professeur Yakov M. RABKINIn naam van de Thora De geschiedenis van de antizionistische Joden Houtekiet2006pp.117-119
Bespreking van dit werk in onze blog : 08 januari 07 en volgenden zoeken naar: RABKIN)
[1] (1875-1941) woordvoerder van Rabbijn Chofets Chaïm
[2] KAGAN, Israël Meïr (1838-1933), bekend als Choféts Chaïm, Rabbijn legist , auteur van het compendium Michna Broere en van Hofétz Haïm (Hij die het leven liefheeft), werk dat zich keert tegen de kwaadsprekerij.
[3] ALKALAÏ, Yehuda, (1798-1878) als kabbalist genoemd, proto-zionist
[4] KALISCHER, Zwi Hirsch (1795-1874) Rabbijn van Thorn (nu Torùn, Polen) bestrijder van het liberale, het Reform jodendom, proto-zionist
NK problems in Jordan viewed by a ehrlicher Yid fun Brooklyn
NK problems in Jordan viewed by a ehrlicher Yid fun Brooklyn
DS
Feldman admitted on the Mekadesh Shem Shamayim line that there were
"problems" in Jordan of yelling, etc. against them. But for some
reason he felt he has to extensively "apologize" for what happened. For
some strange reason he said that the police said that the same
"individuals" had also tried to cross the Jordan River. But with
all the "hatzlocha" and "siyata deshemaya" why would DS
Feldman care SO MUCH about stories involving these few individuals anyway? Is
he expecting that the ruba deruba 99% percent of the Arabs know the difference
between Zionists and Jews (although Jews themselves don't know that
distinction)??
And WHY
would he say that they were telling the Arabs that the Arabs should not blame
the Jews FOR THE ACTIONS OF A FEW YECHIDIM AGAINST THE PALESTINIANS??? A FEW
YECHIDIM??????????????????? WHAT KIND OF NARISHKEIT IS THAT?? IS THE ZIONIST
ARMY A FEW YECHIDIM?? IS HE TELLING THE GENTILES THAT 99% OF THE JEWS SUPPORT
NETUREI KARTA AND ARE ANTI ZIONIST WHEN THEY KNOW THIS IS A LIE???!!!
AND WHY
WOULD NKI TELL ARABS THAT THE ARABS SHOULD NOT BLAME JEWS FOR WHAT THE ZIONISTS
DO??? WHO WOULD ARABS BLAME?? THE CHINESE?? THE ITALIANS?? THE
AFRICANS??????
A big
question after what happened to them in Jordan that DS Feldman talked about for
several minutes on the phone line is: will the askanim of NK feel they have to
do cheshbon nefesh about what they are doing, their style, strategy and tactics
and purpose (tachlis)? Was it a siman from shamayim?!
The line
separating from koyach ve-otsem yadi is very thin. Don't such askanim have to
stop, sit back, reflect and be misbonen about what they are doing? What
happened in Jordan was not stam mikre
chalila....................................
You can
listen to R. DS Feldman on the Mekadesh Shem Shamayim where he is begging the
tsibbur not to let all the askanus disappear because of choyvos as if it is the
ACHRAYUS of the tsibbur for their private activities!!!
He even
promised to davven at Aharon Hakohen's tsion in Jordan for people who give
money!
He said
that a Muslim leader in Jordan asked to get signatures of ONE MILLION anti
Zionist Jews (since of course they say they represent thousands of Jews!) AND
FELDMAN PROMISED HIM HE WOULD DO IT ........GEVALT! GEVALT! A MILLION TIMES
GEVALT!!!
WHERE DO
THESE DIMYONOS COME FROM YEAR AFTER YEAR AFTER YEAR WITH NO CHESHBON NEFESH OR
RETHINKING OF WHAT THEY ARE DOING??!!
ACCORDING
TO THE DOCTRINE OF NKI THE ZIONIST WAR MACHINE IS ONLY YECHIDIM!!!
When Neturei Karta
does once something right, it must be said too!
The participation
of NK in the Global March to al-Quds in Lebanon has a positive consequence for themselves; they were with the Resistance.
See the Links below.
Let us hope they
wont fall back into the error and meet again with the traitors of the
Palestinian people, as Abbas, and the other Arab tyrants!
Otherwise, the
Kiddush HaShem becomes Chillul HaShem. One must be consistent and in accord with the Torah, which supports
the oppressed people.
תפילה לפסח תשע"ב הבעל"ט by R. Avrohom in Zionist Occupied Palestina
תפילה לפסח תשע"ב הבעל"ט
בס"ד
יהי
רצון מלפניך ה' אלקינו ואלקי אבותינו, הא-ל הגדול הגיבור והנורא,א-ל עליון קונה שמים וארץ,
שלקראת
הפסח הבא עלינו לטובה, תבער את החמץ והשאור הציוני שקנה שביתהבלבבות עמך בית ישראל, ותבער מתוכינו ומקרבנו את
טומאת הציונות,
שהרי
שאור שבעיסה מעכב את גאולתינו ופדות נפשינו, והציונות והשלטוןהכופר הציוני הם חמץ ושאור המעכב את גאולתינו,
והצילנו מטומאתם, וזכנו לביעורםולמחייתם
מן העולם,
וטהר
ליבנו לעובדך באמת, וקרבנו לעבודתך וליראתך, ונהיה מן הזוכיםלהגאל
ולראות בבניין ירושלים עירך בב"א,
"וכל הרשעה כולה כעשן תכלה כי תעביר ממשלת זדון מן
הארץ",
יהיו
לרצון אמרי פי והגיון ליבי לפניך, ה' צורי וגואלי!
Netanyahu Addresses Evangelical Christian Gathering in Jerusalem
Netanyahu as the Messiah?
Netanyahu
Addresses Evangelical Christian Gathering in Jerusalem
By Nir Hasson
American
Evangelical pastor John Hagee - who heads the largest pro-Israex lobby group in
the United States - half jokingly compared Benjamin Netanyahu to the Messiah on
Sunday night, as he waited for the delayed prime minister to arrive at a
Jerusalem hotel to address the crowd.
Katar, Saudi Arabia : Knechte der zionistischen Entität
Egyptian cleric: Qatar, Saudi Arabia Israexs servants
A senior Egyptian cleric has accused Saudi Arabia and Qatar of meddling
in the internal affairs of other Muslim nations, calling the two states Israexs
servants, Press TV reports.
Sheikh Mohammad Alaedin Madhi said the two countries were implementing an
Israeli-US plan in Syria.
"Firstly, is there a democracy in Qatar and Saudi Arabia? I dont think
so. They interfered in Libya. They killed a hundred times more people than
Gaddafi [killed] in Libya. They have nothing to do with Islam," Madhi said
in an exclusive interview with Press TV in the Egyptian capital, Cairo.
"Saudi Arabia buys arms and weapons from the US every year. Who do they
use these weapons against? They use their weapons against the Houthi Muslims,
he said, referring to the north-based Shia minority in Yemen.
They killed Muslims in Bahrain. They threaten Syria, which is a Muslim nation.
Why dont they fight against Israex? Qatar and Saudi Arabia are Israexs servants."
Syria has been experiencing unrest since mid-March 2011. The violence has
claimed the lives of hundreds of people, including many security forces.
Damascus blames outlaws, saboteurs, and armed terrorist groups for the
unrest, asserting that it is being orchestrated from abroad.
The cleric also praised the Lebanese resistance movement of Hezbollah for
standing against Israex.
"Today Lebanons Hezbollah is the only force challenging Israex. Its
natural that Israex seeks to destroy Hezbollah through destroying Syria and disintegrating
the country. Israex wants to have a civil war in Syria to destroy
Hezbollah," Madhi said.
He further criticized Saudi-owned television news channel, Al Arabiya, and the
Qatar-owned broadcaster, Al Jazeera, for "serving Israeli interests."
Riyadh and Doha have already been accused of waging a civil war in Syria by
supporting armed groups in the country.
According to reports, Qatar has created a mercenary force based in Turkey --
with Ankara's full knowledge -- to topple the Syrian government.
Qatar's policiesare
part ofthe interestsof
the Zionist regimeand thoseof
the United Statesandthey seek tofan the flames ofwar in Iraq, Lebanon and Palestine.
When we realize
that, then we should know what should be done!
May G-d forbid! It's unbelievable!
How can this Meir Hirsh call himself an anti-Zionist?! It's not only a huge
mistake; he and his friends from NK are collaborating with the Zionists (the
Shalit Affair) and Abbas, a traitor of the Palestinian people, is THEIR
president!!! It's completely forbidden by the Thora to have ties with the
Zionists and with those who are associated (or those who work) with the
Zionists. Now, you understand why we, and other anti-Zionist Jews, disassociate
from this "anti-Zionist" group which would like that we appear at
their sides.
They are completely acting
against what they're preaching, and they're showing off with the Zionists' best
friends.
Shreklach that NK are impervious to what
is going on. Every Arab knows the emir is a Zionist agent with extensive
economic links with the Zionists.
A ehrlicher Yid fun Brooklyns remarks about NK International
A ehrlicher Yid fun
Brooklyns remarks about NK International
Chaim, does it bother
anyone in the NK Partei that their website NEVER shows the videos and
interviews on the media that are on YouTube, and never shows anything with
Ahmadinejad or other things that they claim are so important to do to
"save Klal Yisroel"???
Here are some Hungarians in
Williamsburg burning a facsimile of the Zionist flag, though not the real flag.
But these are never shown on the NKI website either. Of course no one thinks
that the flag (even a false flag) should not be burned on Purim because it just
looks ridiculous as a party and a comedy to the goyim, and not a serious thing.
Any thoughts, Chaim? Maybe
the Zionist agent Emir of Qatar would like to have a shiur in Vayoel Moshe in
Arabic every Thursday night taught in Ivrit by YM Hirsch...
Your
courage is unwavering and we can only hope that politicians on both sides of
the Atlantic will open their eyes to the insanity of what "Israex"
has wrought and that it is bringing us to the brink of World War III.
I can
never imagine how and why so many politicians have sold themselves to the
Zionists and ignored the suffering and the narrative of the Palestinian people.
Rabbiner Dr. Salomon BREUER zur Abschnitt WAJECHI Sochaur
Rabbiner Dr. Salomon BREUER
(1850 1926)
פ' זכור
Belehrung und Mahnungzur Wochenabschnitt Sochaur ( 1.Teil)
Der heutige שבת steht im Zeichen der פרשת זכור, die an die Pflicht, das Andenken Amaleks, zu vernichten mahnt. Wenn auch diese Pflicht an jedem Tag des Jahres erfüllt werden kann, so lehrt doch der weise Brauch der Väter, diese Pflicht an dem Purim vorangehenden שבת in lautester Öffentlichkeit zu proklamieren, weil mit der wundervollen Geschichte, die dieses heitere Fest verewigt, Amalek, der für Jissroél und die Gesamtmenschheit die größte Gefahr bedeutet, aufs innigste verknüpft ist. Wie zum ersten Male Amalek unsere Väter bei ihrem Auszug aus Mizrajim anfiel und sie mit völliger Vernichtung bedrohte, so fiel auch später Amaleks Enkel, Haman, über unser Volk her, um ihn den Untergang zu bereiten; wie dort Josua, ein Enkel unserer Mutter Rahel, so war hier Mordechai, gleichfalls ein Nachkommen Rahels, das göttliche Werkzeug unserer Rettung und Erlösung.
Dies wären aber nur äußere Analogien zwischen diesen beiden historischen Ereignissen. Der scharfe Blick unserer Weisen greift jedoch ein Wort aus der Megilla heraus und weist an diesem einzigen Wort die inneren Beziehungen nach, die diese bedeutsamen Vorgänge miteinander verknüpfen.
Als die Kunde von Hamans Mordplan zu Esther gelangt war, erzählt die Megilla, ותקרא אסתר להתך וגו' ותצוהו על מרדכי rief Esther Hathach herbei und gab ihm den Auftrag an Mordechai לדעת מה זה ועל מה זה zu erfahren, was dies sei und weshalb dies sei. ויגד לו מרדכי את כל אשר קרהו Und Mordechai erzählte ihm alles, was ihn getroffen.
Hierzu bemerken die Weisen (מ"ר): לדעת מה זה ועל מה זה, אמרה לו לך אמור לו מימיהם של ישראל לא באו לצרה כזאת, שמא כפרו ישראל בזה אלי ואנוהו, שמא כפרו בלוחות דכתיב בהן מזה ומזה הם כתובים Esther ließ Mordechai anfragen: Gehe, sage ihm: Seit Jissroél besteht, ist über Jissroél keine solche Not gekommen; vielleicht haben sie die Wahrheit verleugnet, die in den Worten ausgedrückt ist: זה וגו' dies ist mein Gott, ich will ihm Stätte bereiten (Ex.15); vielleicht haben sie die Gesetzestafeln verleugnet, von denen es heißt: מזה וגו' von hier und von hier sind sie beschrieben (Ex. 32)
Und Mordechai ließ ihr antworten: את כל אשר קרהו, אמר להדך לך אמור לה בן בנו של קרהו בא עליכם, הה"ד אשר קרך בדרך ein Enkel jenes Mannes, der einst unsere Väter getroffen, bedroht auch euch mit völligem Untergang: אשר 'קרך' בדרך heißt es dort (5 B.M. 25,18) hier את אשר 'קרהו'. In diesem einen gemeinsamen Wort ist den Weisen die innige Verknüpfung dieser beiden Ereignisse enthalten.
Tief erschüttert von der Schreckenshunde gab Esther den Auftrag, Mordechai zu fragen: לדעת מה זה ועל מה זה Wie aber hat sich die gesamte jüdische Bevölkerung dieser Schreckensnachricht gegenüber verhalten? Man sollte meinen, daß sie überall unterschiedslos die gleiche Bestürzung und Angst hervorgerufen habe. Lesen wir jedoch die Megilla aufmerksam, so finden wir in der Art, wie die jüdische Bevölkerung reagierte, einen gewaltigen Unterschied. Während es von den Provinzen heißt: ובכל מדינה ומדינה מקום אשר דבר המלך ודתו מגיע אבל גדול ליהודים וצום ובכי ומספד שק ואפר יצע לרבים In jeder einzelnen Provinz, wohin immer das Gebot des Königs und sein Erlaß gelangte, herrschte große Trauer unter den Jehudim, Fasten Weinen und Klage, mit Sack und Asche hatte sich die Menge umhüllt, heißt es von derResidenzstadt kurz: והעיר שושן נבוכה die Stadt Schuschan war so übersetzt man gewöhnlich bestürzt.
Dieser Unterschied in der Kundgebung ihres Schmerzes ist ein solch bedeutsamer, daß er uns zum Nachdenken Anlaß gibt.
לדעת מה זה ועל מה זה, שמא כפרו וכו' Daßim tiefen Grunde nur eine verhängnisvolle Verirrung des jüdischen Volkes diese vom Amaleks Enkel drohende Vernichtung heraufbeschworen habe, war Esther von vornherein klar; sie wollte nur die Art der Verirrung erfahren: שמא כפרו בזה אלי שמא כפרו בלוחות וכו'.
Welcher Art aber dieser Verirrung war, hierüber haben unsere Weisen (Megilla 12a) folgenden Aufschluss gegeben. Auf die Frage, weshalb die jüdische Bevölkerung mit Untergang bedroht wurde, erteilte רשב"י seinen Schülern die Antwort: מפני שהשתחוו לצלם sie hätte, wenn auch nur äußerlich, dem Götzentum sich zugewandt. Die Schüler aber legten der jüdischen Bevölkerung Schuschans als besonders Vergehen zu Last מפני שנהנו מסעודתו של אותו רשע daß sie an den Mahle, das Achaschwerosch der Residenzstadt gab, teilgenommen.
Nun bedarf es aber der Erwägung: dieses Vergehen war doch nicht im entferntesten ein derartiges, daß sie den Untergang verdient hätten; hatten sie doch an dem Mahle nicht freiwillig teilgenommen: והשתיה כדת אין אנס nur zum Trinken bestand keinen Zwang, während sie zur Teilnahme am Mahle durch königlichen Befehl gezwungen worden waren!
Es dürfte jedoch die Ausdrucksweise, mit der dieses Vergehen wiedergegeben wird, die Schwere dieses Vergehens genügend erklären.Es heißtnicht מפני שאכלו sondern מפני שנהנו: sie hatten Vergnügen an dem Mahle, hatten הנאה an diesem טרפה-Mahle, sie freuten sich, zur Teilnahme an diesem Mahle genötigt worden zu sein!
מפני שנהנו Wieviel aber haben uns die Weisen damit nicht gesagt! Man bedenke: Bis dahin waren die Juden Schuschans von jeder Teilnahme am politischen und sozialen Leen ausgeschlossen mit Ausnahme von Daniel und seine Genossen dürfte ihnen wohl jedes öffentliche Amt versagt geblieben sein und nun kam plötzlich der königliche Befehl לכל העם הנמצאים בשושן der alle Bewohner Schuschans von gross bis klein, die Juden nicht ausgenommen, zur königlichen Tafel lud! Wie mögen sich da die jüdischen Bewohner der Residenz mit dieser ihnen aufgenötigten Teilnahme so recht herzlich gefreut, in ihr den 'קדוש השם' und den Anbruch einer neuen Zeit gefeiert haben, die ihnen das Ende der Golus bedeutete wie viele mochten im ersten Jubelausbruch der ,זכיה mit Haman an einer Tafel dinieren zu dürfen, ihre Mizvoth, ihr Talith und ihre Tefillin bei Seite gelegt haben, um dieser Emanzipation sich würdig zu erweisen!
In diesen Taumel fiel die grausige Kunde von dem königlichen Dekret: להשמיד ולהרוג ולאבד את כל היהודים Tod und Vernichtung allen Juden!
Ester vernimmts und alsbald lässt sie erkunden לדעת מה זה ועל מה זה: Haben sie etwa Gott, haben sie den Geist der Gesetzestafeln verleugnet von denen es heißt: מזה ומזה הם כתובים von hier und von hier sind sie beschrieben?
Quelle: Rabbiner Dr. Salomon BREUERBelehrung und Mahnung zweiter Teil Exodus J.Kaufmann Verlag Frankfurt am Main 1931 S. 74 -79
Can anyone answer these
questions about the mysteries of NKI? www.nkusa.org
1) Why do they only put up
photos on their websites of leaders who are friendly to the Zionists such as
the Emir of Qatar, but not a single photo or description of their grand
tour across Iran on the website or their phone line, or photos with
Ahmadinejad, who is an enemy of the Zionists? NKI ask for all kinds of money
but always hide details of their activities in relation to Iran ("hatzalas
nefashos, siyata deshimaya, hatzlocha, etc.").
2) Why do they attend a
"conference" sponsored in Qatar on "the Judaization of
Jerusalem" to give credence to a two-state solution with a Palestinian
capital in East Jerusalem, which is totally different than the issue "Zionization
of PALESTINE".
An official conference on
the "Judaization of Jerusalem" is for the strengthening of the
religion Islam in Jerusalem, not for the de-Zionization of Palestine.The government of Qatar would NEVER advocate the
de-Zionization of Palestine because it is known how they work very closely with
the Zionists.
3) Why does the website
only mention representatives from England, US and Canada, when three members of
the Hirsch family must have used their AMERICAN passports to travel as
"representatives of Palestine" but are not identified as such, and
only Israex Meir Hirsch is mentioned without an identification?
4) Why would NK want to
strengthen identification with the Zionist-supported PA at any conference in
the world when they know that the PA (which attended with Mahmud Abbas) is
financed and supported by the ZIonists and CIA?
5) Why does Hirsch give a speech in the name of Allah blessing
his "beloved two-state solution President Abbas" IN IVRIT with a
translation from R. Aharon Cohen into English instead of in YIDDISH, or by R.
Aharon himself in English, and why does Hirsch teach those Arabs the Shalosh
Shvuas and act as if NO FRUM JEWS support Zionism??
DOES HE EXPECT THE ARABS TO
BELIEVE HIM AND NOT THE TENS OF THOUSANDS OF FRUM JEWS WHO SUPPORT ZIONISM? The
Arabs must have been laughing.......
Qatar Conference in the View of a ehrlicher Yid fun Brooklyn
Qatar Conference in the
View of a ehrlicher Yid fun Brooklyn
Everyone: The NK
is attending a conference in Qatar about Zionist control over Jerusalem. Arab
members of the Knesset are there as well, plus Yisrael Meir Hirsch, his son
Baruch Mordechai, and Mottel Hirsch, where they pronounce loyalty to "the
President Abu Mazen"...
Of course they
could only leave the Zionist state for such a destination with the approval of
the Zionists probably as part of the "delegation" of the PA.
The result of
this will be that millions of Palestinians will see that "NK" is
LOYAL TO THE PA LEADERS WHO ARE FUNDED AND SUPPORTED BY THE ZIONISTS AND THE
CIA. GEVALT! GEVALT! GEVALT!
They are devoted
to the PA who are supported by the Zionists!!!
News doesn't mention: Iran
has no nuclear weapons, but the Zionists have 230
nuclear warheads that can hit everywhere in the Middle East and Europe. This
IS the catastrophe, yimach shmam vezichram.
Wicked Zionist Billionaire Adelson Threats
To give 100 million dollars
to Gingrich or any other republican who are devoted 100% to the Zionist State
because Obama is only devote 98%........
An ehrlicher Yid from Brooklyn about the Natruna Website
An ehrlicher Yid from Brooklyn about the Natruna
Website
Read
this idiotic article from "Natruna" giving eytsos to the Zionist
regime how to make life better for haredim by exempting them thanks to the
efforts of the Aguda in the Knesset. Leider, leider, Natruna
of the Zalonim Satmar Party are going down faster and faster. The
article pretends that haredim are hostages living in the medina and other
idiotic arguments. If haredim love the medina so much, so what's the big deal
to spend a few months in jail? There are many freielach "shiministim"
who go to jail and they don't complain...and why does Natruna Satmar have to
lie (see last sentence) about the haredim and their nachal haredi, hoping that
people are as fooled by Natruna propaganda as much as Natruna is fooled by
their own propaganda???
www.truetorahjews.org ---> Torah Jews around
the world must raise their voices in protest at this new effort to force our
brothers living under the Israeli government into abandoning their religious
principles. Torah Jews consider army service absolutely forbidden, because the
army is the wing of the state that actually carries out the conquering and
maintaining of Jewish control over the Holy Land, which the Torah forbids.
Torah Jews wish to live in
peace with all peoples of the world, and G-d's decree of exile forbids them
from taking any military action. We are waiting for G-d's redemption. We are
conscientious objectors to the Israeli army, and it
is a shame that the Israeli government has never granted us the dignity of
freedom to practice the original Judaism, and be exempt from the army on
principle. Rather, they have, up till
now, forced us to use the subterfuge of yeshiva studies to exempt ourselves,
causing untold impoverishment and suffering to our communities. Now they are
preparing to take away even this exemption, so that Torah Jews may have to
choose between going to prison or sacrificing their principles.
There is no
reason why the Israeli government should not completely exempt Orthodox
anti-Zionist Jews from the army, just as they exempt Arabs and Bedouins.
It should be noted that of
the traditionally Orthodox Jews living in the Holy Land, there are two
divisions. There are some who eschew any connection with the government,
refusing to vote in its elections or accept any of its funds. Others have
adopted the compromise of participation in government to ensure that their
communities' needs are met. True Torah Jews is affiliated with the first
community. But even this second community does not
recognize the state as legitimate and is opposed to its existence. Indeed,
members of both divisions of Orthodoxy uniformly refuse to participate in the
army at all costs.
S R HIRSCH Aus dem Kommentar zur Wochenabschnitt Mischpotim
Rabbiner Samson Raphael Hirsch Auszüge aus dem Kommentar zur Wochenabschnitt Mischpotim
Kap. 21, 2 Wenn Du einen ibrischen Knecht kaufst, soll er sechs Jahre dienen; aber im siebten soll er zur Freiheit unentgeltlich hinausgehen.
Kap. 21, V.2 Es verhält sich die תורה שבכתב zur תורה שבעל פה, wie die kurzen Diktate nach einer vollständig mündlich vorgetragener Disziplin einer Wissenschaft sich zu dem mündlich Vorgetragenen verhalten. Für die Jünger der Wissenschaft, die die mündlichen Vorträge gehört, sind kurze Diktate vollkommen hinreichend, um zu jeder Zeit, an der Hand dieser Diktate, sich die ganze Wissenschaft vollständig gegenwärtig zu halten und immer aufs neue wieder zu vergegenwärtigen. Für sie genügt oft ein Wort, ein beigefügtes Fragezeichen, Ausrufungszeichen, ein Gedankenstrich, ein Punkt, ein Strich unter einem Worte u., um eine ganze Gedankenreihe, eine Bemerkung, Beschränkung u.s.w. wieder ins Leben zu rufen. Für diejenigen, die die mündlichen Vorträge des Meistersnicht gehört, werden solche Diktate völlig unbrauchbar sein. Wollen sie sich lediglich aus ihnen die Wissenschaft konstruieren, so werden sie vielfach irre gehen müssen; Worte, Zeichen, u.s.w. die den durch die mündlichen Vorträge eingeweihten Jüngern als die belehrendsten Leitsterne zur Festhaltung der gelehrten und gelernten Wahrheiten dienen, starren den Uneingeweihten als nichts sagende Sphinxe entgegen, und die Wahrheiten welche die eingeweihten Jünger nur an ihnen reproduzieren, nicht aber aus ihnen produzieren, werden die Uneingeweihten nur als bodenlose Spiele des Witzes und leere Träumereien belächeln.
V.6 so führt in ihn sein Herr zum Gerichte hin, führt ihn hin zu der Thüre oder zu dem Pfosten, es bohrt sein Herr das Ohr ihm mit dem Pfriemen, und er hat ihm dann für immer zu dienen.
V. 6 Freiheitsstrafen, mitaller der Verzweiflung und sittlichen Verschlechterung, die hinter den Kerkermauern wohnen, mit all den Jammer und Elend, die über Weib und Kind des Gefangenen bringen, kennt das göttliche Gesetz nicht. In den Umkreis seines Reiches sind die traurigen Zwingerwohnungen des Verbrechens fremd. Es kennt nur eine Untersuchungshaft, und auch die konnte nach der ganzen vorgeschriebenen Gerichtsprozedur, und namentlich bei der völligen Zurückweisung eines jeden Indizienbeweises, nur von kurzer Dauer sein.
V.7 Wennein Mann seine Tochter zur Magd verkauft, soll sie nicht wie die Knechte ausgehen.
V. 7 Soll doch auch sonst der Vater nicht einmal von der einen Befugnis, seine minderjährige Tochter zu verheiraten Gebrauch machen. Geradezu אסור heißt es: Verboten ist es, seine Tochter als Kind zu verheiraten bis sie großjährig geworden und sage: Den möchte ich gerne zum Manne! und ist damit nicht nur jeder Zwang, sondern selbst das gar nicht selten Überreden einer Tochter zu einer Heirat als sündhaft erklärt (Kidduschin 41a). Ein Bündnis, das die innigste Vereinigung bedingt, kann nur aus völligster Freiwilligkeit wahrhaft gedeihen.
V.14Sinnt aber einer über den andern, ihn mit bewusstvoller Absicht zu töten, von meinem Altare weg sollst du ihn nehmen zu sterben.
V. 14 מעם מזבחי וגו' Der jüdische Altar gewährt dem Verbrecher keinen Schutz. Es sind nicht etwa zwei sich gegenseitig kontrollierende, mildernde und beschränkende Prinzipien, wie etwa Kirche und Staat, Gnade und Recht u.u.; unmittelbar neben dem schwertfeindlichen Altar war die oberste Stätte des Rechts. Es ist ein und dasselbe Prinzip, das am Altar gepflegt und vor dem Sanhedrin zur Verwirklichung kam. Der ganze Begriff des Begnadigungsrechts fehlt im jüdischen Staatskodex. Nicht des Menschen, Gottes ist das Recht und das Gericht.
V. 22 Wenn Männer sich schlagenund treffen eine schwangere Frau, so daß deren Kinder entweichen, es erfolgt aber kein Todesfall, so soll er mit Geld bestraft werden, wenn der Mann der Frau die Auferlegung fordert, und hat sie nach Richterausspruch zu geben.
V.23 Wenn aber ein Todesfall eintritt, so hast du zu geben Leben für Leben.
V.22-23 Die Geldstrafe hat der Schuldige zu geben, sie liegt ihm, soweit sie Ersatz ist, sogar ob, selbst wenn kein Gericht ihn dazu verurteilt. Das Gericht sagt ihm nur, wie viel er zu leisten schuldig sei, die Leistung ist aber seine Aufgabe. Nicht so der Todesschuldige. Er hat nicht sein Leben hinzugeben. Es steht ihm ja gar nicht die Disposition über sein Leben zu. Ein Tod von seiner Hand wäre ja nur ein zweites Verbrechen. Ja, nicht einmal die Herbeiführung wird von ihm erwartet, ja das Gesetz hat sie ihm unmöglich gemacht. Kein Verbrecher kann nach jüdischem Gesetz sich selbst angeben. Sein Geständnis ist für seine Verurteilung völlig irrelevant. Nur vor Vollziehung eines Todesurteils wird der Verbrecher um der eigenen Sühne willen zum Geständnis ermahnt. (Dürfte doch, in Parenthese, für Gesetzgebungen, die auf Selbstgeständnis des Verbrechers den meisten Nachdruck legen, und darauf hin ein Todesurteil fällen und vollziehen, die Frage nicht leicht zu beantworten sein, warum denn die Selbsttötung eines Mörders Selbstmord wäre?) Nur Gott, und in besonderen Fällen der für diese Fälle von ihm delegierten Gesamtheit, steht die Disposition über sein Leben zu. Indem es aber ונתתה und nicht ולקחת heißt, indem die Vollziehung der Todesstrafe als ein Hingeben des Lebens, nicht als ein Nehmen desselben bezeichnet wird; so ist damit allen Versuchen die diese Strafe als ein Rachenehmen an dem Verbrecher, als Abschreckungsmittel, ja auch nur als Vergeltung auffassen möchte, begegnet. In diesem Ausdruck liegt zugleich, daß das Leben des Einzelnen Gott und der Gesamtheit angehöre, und daß mit jedem Tode, auch mitdem des Mörders, die Gesamtheit einen Verlust erleide, der aber von der Pflicht der überwogen wird.
Kap. 23,17 Dreimal im Jahre soll all dein Mannhaftes in Beziehung zu dem Angesichte Gottes, des Herrn, sich zeigen.
Kap 23 V.17 In der Tat sind in das Buch der Zeiten einzuzeichnen: die Erwachsenen, Mannhaften. In der Tat sind auch direkt nur die Erwachsenen, Vollsinnigen, Freien, Gesunden, Jungen, Kräftigen männlichen Geschlechtes zum Erscheinen im Tempel an den drei Wanderfesten verpflichtet; dagegen: Blödsinnige, Unmündige, Frauen, Sklaven, Taube, Stumme, Lahme, Blinde, Kranke, Greise, Verzärtelte, von dieser Pflicht befreit (Chagiga 2a), und scheidet auch diese Bestimmung die jüdischen Tempelversammlungen scharf ab von allem, was in anderen Kreisen dem äußerlich ähnelnd an Wallfahrten u. existiert. Der jüdische Tempel ist kein wundertätigen Gnadenort, zu dem vor allem der Kranke und der Greis, der Blinde und der Lahme, die Schwachen und die Frauen, zu dem überhaupt das geschlagene, leidende, bemitleidenswerteKontingent der Menschheit in diesem Jammertale hinaufgepilgert, um wundertätige Tröstung und Heilung für die mancherlei Gebrechen und Leiden des irdischen Daseins zu suchen; der Tempel des lebendigen Gottes, das Heiligtum seines Gesetzes rangiert nicht in eine Reihe mit den Hospitälern, Siech- und Trosthäusern, des schiffbrüchigen Lebens; die Elite der Nation, die Vollkräftigen, Männlichen, der Kern des Volkes, auf welchem alle Tat der Gegenwart und alle Hoffnung der Zukunft beruht, sie erwartet der lebendige Gott in dem Heiligtum seines Gesetzes
V.19 Das Erste der Erstlinge deines Bodens bringst du in das Haus Gottes, deines Gottes; koche nicht Tierfleisch in der Milch seiner Mutter.
V.19 So erscheint איסור בשר בחלב auch selbst auf diesem allgemeinen Standpunkte der Betrachtung als die eindringlichste und unmittelbar ad hominem redende Mahnung zur Heilighaltung des Gesetzes, als die Erinnerung, daß die Herrschaft des göttlichen Gesetzes nicht erst mit dem Jude beginne, daß die Herrschaft des göttlichen Gesetzes in jeder Faser des organischen Lebens überall gegenwärtig, und die Thora, unser Gesetz, nichts anders als die Präzisierung seines למינו Weltgesetzes für die Art des jüdisch menschlichen Lebens sei. Wir begreifen die Verwebung dies Gattung-Scheidungsgesetzes in den ganzen Kreis unseres häuslichen Genusses, und wenn keines von allen Speisegesetzen also wie die Scheidung von Milch und Fleisch die jüdische Küche und den jüdischen Tisch beherrscht, so hat auch kein anderes also wie dieses die Bestimmung, Gottes Herold zu sein und Gottes Gesetz, jüdische Menschenpflicht und jüdische Menschenwürde uns in jedem Augenblicke gegenwärtig zu halten.
V.20 Siehe, ich sende einen Boten vor dich her, dich auf dem Wege zu hüten und dich der Stätte, die ich vorbereitet habe, hinzubringen.
V.20: In mehrfacher Beziehung steht das Folgende zu dem Vorangehenden. Der letzte Abschnitt der Mischpotim von V.20 des vorigen Kapitels bis zu Ende hat vor allem die Rechtsgleichheit aller und ihre gegenseitigen Pflichten im künftigen Gottesgesetzstaate auf Grund der Gotteshörigkeit des Bodens zum Inhalte, und es waren die Wochen- und Jahressabbate, sowie die dreimaligen Wanderfeste zur Zeit des Frühlings-, Sommer- und Herbstfortschritte des Jahres mit den sich ihnen anreihenden Bestimmungen als Pflegerinnen jenes Bewusstseins der Gotteshörigkeit, sowie des Geistes der Rechtsgleichheit und Brüderlichkeit, aufgeführt.
Hieran schließt sich das Folgende:
1)mit der Tatsache, das Israel den Boden dieses Gottesgesetzstaates nicht der eigenen Tapferkeit verdanken, sondern, daß dieser ihm rein nur infolge gehorsamen sich Unterordnens unter den göttlichen Willen von Gott überantwortet werde;
2)daß dieser treue Gehorsam gegen das göttliche Gesetz auch das alleinige Mittel sein werde, das physische Gedeihen im Lande zu sichern, (wie dies ja eben durch die Hinaufwanderungen im Frühlinge, Sommer und Herbste und das Niederlegen der Erstlinge zu den Füssen dieses Gesetzes zum steten nationalen und individuellen Ausdrucke gelangen soll);
3)daß es daher durch die Berührung mit den bisherigen Bewohnern dieses Landes, das ihm nur nach und nach völlig eingeräumt werden werde, sich nicht zu dem entgegengesetzten heidnischen Wahn betören lassen solle, der das physische Gedeihen unabhängig von der Verwirklichung des Sittengesetzes begreift und in dieser Anschauung physische Naturgewalten selbst als Spenderinnen des physischen Gedeihens vergöttert;
4)daß vielmehr auf dem Boden dieses Gottesgesetzstaates keine Spur jener heidnischen Götterverehrungen geduldet werden, und, wenn die soziale Gesetzgebung auf dem Prinzipe der Rechtsgleichheit aller sich vor allem auch in der Gleichheit des Fremden vor dem Gesetze aussprechen soll, dies an die Bedingung sich knüpft, daß er aufgehört habe, heidnischer Götzendiener zu sein.
הנה אנכי שלח מלאך. Wir haben bereits zu המלאך הגואל (1 B.M.48, 16)bemerkt, wie durch מלאך nicht immer ein individuelles, menschliches oder übermenschliches Wesen verstanden sein muss, sondern auch eine jede von Gott für einen Zweck gesendete Veranstaltung überhaupt darunter verstanden sein kann. Man würde es hier in der Bedeutung Engel oder in jener allgemeinen Bedeutung: Fügung, Sendung, buchstäblich ja: Schickung, verstehen können, wenn nicht V.21 u. 22 von dem diesemמלאך zu leistenden Gehorsam und den durch ihn zu erteilenden Gottesbefehlen die Rede wäre. Wir finden nicht, daß Gott durch einen Engel dem Volke Befehlen erteilen ließ, und müssten daher selbst wenn man es in jener allgemeinen Bedeutung verstehen wollte, doch darunter speziell auch Moses mit inbegriffen, der ja jedenfalls mit in bedeutendem Maße zu den Werkzeugen und Veranstaltungen gehörte, durch welche Gott Israels Geschick vollzogen werden ließ. Mit Beziehung auf die Stelle וישלח מלאך ויוציאנו ממצרים (4 B.M.20) wo unter מלאך speziell Moses verstanden wird (siehe ויקרא רבה,I.,1 wo auch auf Richter 2,1 als auf eine Bezeichnung Pineas als מלאך hingewiesen wird), glauben wir, daß es nicht fern liegen dürfte, unter dem vor Israel hergesandten Gottesboten, hier auch speziell Moses zu verstehen. Jedenfalls ist hier gesagt, daß, so wie ihr Schutz auf der Wanderung durch die Wüste offenbarnur unmittelbares Werk göttlicher Allmacht ist, also auch die Einnahme des verheißenen Landes, אשר הכנתי, das Werk derselben Gottesmacht und nicht eine Errungenschaft menschlichen Schwertes sein soll. מקום hier für das ganze Land als Stätte(מ) des Volkesbestandes (קום). Vergl. zu 1B.M. 18,26 ,הכנתי die dem Lande Palästina verliehene Bodemeigentümlichkeit und klimatische Beschaffenheit entspricht ganz der Bestimmung, daß sich darauf das vom Gottesgesetze und Gottesgeiste getragene Volkleben entwickle. (Vergl. 5 B.M. 11, 10 12) und im Zusammenhange damit: das. 13 ff. Jona 1,3 [ בא מכילתאAnfang] und Aussprüche wie: אוירא דא"י מחכים u.a.m.)
Rabbiner Dr. Salomon BREUER zur Wochenabschnitt JISSRO
Rabbiner Dr. Salomon BREUER
(1850 1926)
יתרו
Belehrung und Mahnungzur Wochenabschnitt Jissro (Auszug)
Nie und nimmer wird es der Menschengesellschaft gelingen, den Forderungen der Menschlichkeit Anerkennung und Verwirklichung zu verschaffen, solange sie nicht im Namen Gottes erhoben werden und die Menschheit nach der Botschaft göttlicher Lebensforderungen sich nicht sehnt. Nicht Aufklärung, noch Fortschritt schützt die Menschheit vor grässlicher Selbstzerfleischung, und die Verbrechen wider das Leben und das Eigentum und die Ehre des Nebenmenschen sind trotz aller Kultur nicht geringer geworden, und als ein kümmerliches, unzulängliches Surrogat hat sich immer der Appell an das Gewissen erwiesen, das doch nichts als ein dämmerndes Ahnen, der Betäubung nur zu leicht zugänglich, ein Spielball unter der Herrschaft der Leidenschaft und übermächtiger Triebe.
Nur das allmächtige וידבר אלקים vermag der Erlösung der Menschheit herbeizuführen: das וידבר אלקים, das den ganzen Menschen erfasst, seine ganze Seele beherrscht und in ihr jenes echte, untrügliche Gewissen erzeugt, das Gottes Stimme ist, als Gottes Gegenwart und Gottes Wort Wache hält vor jedem Gedanken, der die Tat zu gebären sich anschickt, daß er im Anblick der Gottesnähe sich prüfe, ob er dem Gotteswillen entspricht.
Zum Künder dieser Erlösungsbotschaft hat Gott Jissroél am Sinai geweiht. Deshalb hat Gott sein וידבר אלקים an euch gerichtet: לבעבור נסות אתכם um euch zu erproben, ob ihr gewillt seid, in eurem eigenen Leben den Gotteswillen zu verwirklichen, der euch erst zum wahren Menschen adelt und euch dadurch, wie die Weisen so sinnig kommentieren, בשביל לגדל אתכם בין האומות כנס של ספינה gleich einem hoch emporragenden Mastbaum zum weithin sichtbaren Wahrzeichen inmitten einer verirrten und verblendeten Menschheit hinstellt, um ihr mit eurem Leben die Botschaft ihrer einzig möglichen Erlösung zu künden!
Zu solcher lauter Verkündigung ewiger Sinaiwahrheit lasset uns unser Leben gestalten, daß es sich ragend wie ein göttliches Wahrzeichen, Erlösung verheißend, inmitten einer großen Menschheit erhebe. Dann lasset uns voll Vertrauen der Zukunft entgegenharren ויברכנו אלקים Unendlicher Segen wohnt unserem Leben inne Gott lässtunser Leben zur Segensquelle für eine ganze Menschheit werden denn mit uns werden einst die Enden der Erde Gott fürchten: וייראו אתו כל אפסי ארץ.
Quelle: Rabbiner Dr. Salomon BREUERBelehrung und Mahnung zweiter Teil Exodus J.Kaufmann Verlag Frankfurt am Main 1931 S.31-36
The Difference Between Judaism and Zionism By G. NEUBURGER (vierter Teil)
The
Difference Between Judaism and Zionism (Fourth Part)
By G. Neuburger
Zionism Was the Creation of Non-Jewish Imperialists
not Jews
We post this article from
Neturei Karta, an anti-Zionist Hasidic religious group of Jews, not because I
agree with each word of it, but because it is useful for people to rebut the
arguments that Zionism and Judaism are intertwined. When Zionism first arose as a political movement, in the 19th Century, it
sprang from non-Jewish imperialists like Palmerston, Napoleon III and Lord
Shaftesbury. Jews considered it a species of anti-Semitism and when Herzl
proposed that the First Zionist Congress of 1897 be held in Munich, the Jews
there protested and it had to be held in Basel, Switzerland.
Orthodox and Reform Judaism both united to condemn a movement that only
anti-Semites supported. This history has, of course been lost and rewritten but
it is always timely to remind people of the actual history of Zionism.
( ) Rabbi Blau in his last
statement severely condemned the UN for recognizing and accepting as a member
the Zionist state, thus giving the Zionists unprecedented prestige and power.
It is high time that the anti-Zionist nations listen to him, heed his plea, and
undo this great wrong and correct this fatal error. It is well known that no
action was taken concerning the expulsion of the Zionist state because of the
fear that financial support for the UN would be withdrawn. Let those states,
opposed to Zionism, who have become affluent during the past generation, show
that they mean what they say by offering to replace any financial loss the UN
may suffer as a consequence, and let the member states vote their conscience
without fear and regardless of any intimidation.
There has been times before in Jewish history, as related in the Bible, when
the masses were misled and only a minority of Jews clung to the true mission of
the Jewish people. One of the first such of the occasions was the worship of
the golden calf; today we unfortunately see a repetition of this, with the Zionist
state now being the object of worship. Until the appearance and growing
influence of political Zionism, Jewish leaders were chosen on the basis of
their piety, decency, learning, and their love of justice and mercy. Today only
too often so-called Jewish leaders, completely unqualified under Jewish law and
traditional concepts, make pronouncements and decisions in the name and on
behalf of the Jewish people. This is particularly true in the USA where there
is the largest Jewish community in our time. I can never forget the remark of a
woman in Oklahoma: "Isn't today's Judaism wonderful! All you have to do is
give money."
Even at his death Rabbi Blau refuted the Zionists who had often claimed that
the Neturei Karta was nothing but an insignificant sect of a few hundred souls.
Yet when Rabbi Blau died in Jerusalem on a Friday morning two years ago, a few
hours later no fewer than 22,000 men attended his funeral.
At all times in the past, the misleaders of the Jews have sooner or later
fallen by the wayside, and only those who upheld the validity of the Torah and
the Talmud (the written and oral law) and of Halachah, and who resisted the
demagogues, prevailed. The Neturei Karta follow in this tradition. They
continue as a living rebuke to Zionism and speak in our time for the true
Jewish people, those who have not been misled by Zionism.
During the Roman conquest of the Holy Land, there were Jews who on the basis of
nationalism and racial pride were sure that they could not lose a war. They,
like the Zionists of our day, were opposed to any compromise or settlement;
there were determined to fight to the end. At that time, however almost 2,000
years ago, the fore most rabbi, Rabbi Yochanan ben Sakkai, chose a different
way. The military adventurers prevented him from leaving beleaguered Jerusalem
to negotiate with the Romans, so the rabbi had himself carried out in a coffin
by his disciples to the Roman headquarters. He said to the Romans that the Jews
need neither an army nor weapons and asked for permission to establish a
yeshiva, a Jewish religious school, at Yavneh. It was this religious school,
and not the militarists or generals of the time, that helped to perpetuate
Judaism and the identity of the Jewish people.
It must be stated explicitly that while not all Jews are Zionists, not all
Zionists are Jews. The motives of some of these non-Jewish Zionists, e.g. Lord
Balfour and General Smuts, are at least open to question. From the beginning of
the Zionist movement, some of the most articulate and fervent Zionists have
been Christian clergymen, especially "fundamentalists," who hail
Zionism as an important "religious" movement and welcome it as a
fulfillment of prophecy. They also, and significantly, serve the cause of
Zionism.
One of the basic aims of Zionism is aliyah, the immigration to the Zionist
state of Jews from all countries. Nevertheless, during the past few years
hundreds of thousands of Israelis have outgathered themselves from the Zionist
paradise, and American Jews have "voted with their feet" and have
chosen not to be ingathered. These Jews recognize that the Zionist state is in
fact nothing but a giant ghetto.
Instead of being able to render assistance to Jewish communities in other
countries, American Jews have been mobilized to concentrate on helping the
Zionist state, making the USA the real and major source of Zionist power and
influence. The Zionists, true to the nature of their movement, rely on
technical superiority and on a forbidding military deterrent - provided largely
by the USA - for their security.
Nothing could be farther from the true ideals of the Jewish people. The Jewish
people were chosen in the first place "for you are the leas of all
nations." As the Psalm says, "they rely on vehicles and
horsepower, but we invoke the name of the Eternal, our G-d."
One most vital point deserves mention. A former president of the World Zionist
Organization has stated explicitly that a Zionist owes unqualified loyalty to
the Zionist state and that, in the case of a conflict, the first loyalty of a
Zionist must be to the Zionist state. According to Jewish law, however, a Jew
owes allegiance and loyalty to the country of which he is a citizen, and, of
course, no faithful Jews owes any loyalty or allegiance to the Zionist state
which has been condemned by the foremost rabbis of our age.
It is not my purpose to detail how Zionism should be dealt with. Let me state,
however, that isolated or spontaneous acts against individuals or the mere
adoption of resolutions in the UN or elsewhere are not effective means of
bringing an end to Zionism. Let me state also that the battle against Zionism
must be waged first, not on the shores of the Mediterranean, but in Zionism's most
powerful bastion -- the USA.
As an American citizen, I deplore that our government and our politicians have
adopted an attitude that is in complete contradiction to the advice of the
father of our country George Washington. Instead of shying away from foreign
entanglements and permanent alliances with foreign powers, the establishment in
Washington has embraced Zionism so wholeheartedly that in the eyes any
criticism of the Zionist state and any opposition to political Zionism in the
UN by any nation has become a punishable offense. And the docile American media
do not dare to speak out against such an absurdity.
Unfortunately, thus far, each year sees still further gains in influence by
American Zionists. This fact has made possible events and developments that
were unthinkable even ten years ago. It takes a lot of courage to be opposed to
Zionism in the USA today. It also took a lot of courage during the Second World
War to be anti-Fascist in Italy or anti-Nazi in Germany. In the long run
Zionism is nothing but a passing aberration in the long history of the Jewish
people and of the world.
Let us take faith and hope in the certainty that eventually prejudice,
hatred, and injustice will disappear, and that the prophecy will come true that
all nations of the world will participate in the pilgrimage to Jerusalem "for
My house shall be called a house of prayer for all nations."
Parabel zur Wochenabschnitt Jissro:Das Lämmchen vor dem Throne der Gottheit
יתרו
Das Lämmchen vor dem Throne der Gottheit
שה פזורהישראל:
Jissroél gleicht den zerstreuten Lämmern (Jeremia 50,17)
Parabel
Als Moses, nach der göttlichen Offenbarung am Sinai, den Berg verlassen hatte und zu den Kindern Jissroéls wieder zurückgekehrt war, sprach das Volk einstimmig zu ihm: O Herr und Lehrer! Nun hast du uns im Namen Gottes alle die Gebote und Satzungen, die zu unserer geistigen und moralischen Veredlung beitragen, treulich mitgeteilt; du lehrtest uns, Güte, Barmherzigkeit und Wohlwollen gegen unsere Mitmenschen zu üben, lehrtest uns, das Leben, die Ehre und das Eigentum anderer als ein unantastbares Gut zu betrachten; von deinem edlen Beispiele ermuntert, sollen wir, fern von Stolz und Hochmut, in tiefster Bescheidenheit und Demut immer vor Gottwandeln, sollen die ganze Menschheit mit inniger Bruderliebe umfassen, sollen jeden Haß, jeden Groll, jedes niedrige Rachegefühl selbst gegen Todfeinde aus unserem Innern verbannen und so und so unsern hohen Beruf als Israeliten, dem himmlischen Vater in Seinen erhabenen Eigenschaften, nachzuahmen, treulich erfüllen. Ja, diese Satzungen alle, die zu unserem Heile, zu unserer Vervollkommnung beitragen, sind wir wohl ganzer Seele zu üben bereit; wir wollen leben und sterbenin unserem heiligen Gesetze; wollen das teure Kleinod, die Thora, über alle Erdengüter schätzen und lieben und selbst in den traurigsten Tagen der Versuchung aus dieser göttlichen Quelle allein Trost und Hoffnung schöpfen.
Doch sage uns, unser Lehrer Moses, wie werden sich die andern Völker, die nicht die heilige Lehre angenommen, zu uns verhalten? Werden sie uns nicht, da wir uns von ihrem Aberglauben und Götzendienst lossagen, verachten, verfolgen, mit Hohn und Spott überhäufen und dem Elende preisgeben? Und da wir als die Minderzahl nicht hinreichend Waffen besitzen, um ihren übermütigen Misshandlungen mit Mut nennen,mit dem der gemeinste Pöbel nach Willkür zu schalten und zu walten sich berechtigt glauben wird? Ach, welch eine trübe Zukunft erwartet unsda, o Herr und Lehrer! Wie ist diesem Übel abzuhelfen, und auf welche Art und Weise können wir jenem drohenden Unheile am besten entgegenarbeiten?
In ernstes Schweigen versunken, hörte der Gesetzgeber Jissroéls die Klage seines Volkes mit ungeteilter Aufmerksamkeit an, doch um ihr aufgeregtes Gemüt mit einer einleuchtenden Antwort zu beschwichtigen, nahm er zur Parabel seine Zuflucht, indem er folgendes herrliche Bild vor ihren Augen entfaltete:
Der allgütiger Vater saß am Schlusse der sechs Schöpfungstage auf Seinem heiligen Weltenthrone, um die Erhabenheit und Pracht Seines vollendeten Meisterwerkes mit Wohlgefallen zu überblicken; durch Seine unendliche Kraft waren Myriaden Welten mit ihren zahllosen Wesen die sie bewohnen, aus dem Nichts in Dasein gerufen worden; alles Lebende, durch den Odem des Weltschöpfers zur Tätigkeit beseelt, war in geschäftiger Bewegung, jegliches hatte seine eigene Bestimmung; jegliches freute sich seines Daseins, nur ein Wesen war schweigsam traurig und lag vor den Stufen des ewigen Thrones wehmutsvoll hingesunken; nur eines, das sanfte unschuldige Lämmchen, war es, das die allgemeine Freude der neugeschaffenen Welt nicht teilen konnte.
Und der alliebender Vater, Dessen unendliche Barmherzigkeit sich über jedes Seiner Werke erstreckt, bemerkte die Leiden des niedergeschlagenen Lammes, und Er fragte mit väterliche Huld und Liebe: Was fehlt Dir, armes Lämmchen? Warum bistDu so traurig und niedergebeugt, während Meine übrigen Geschöpfe alle so fröhlich und vergnügt mit dankbarem Gemüte lobpreisend zu mir emporschauen?
Ach, mein Gott und Vater! erwidertedas Lämmchen seufzend, wie soll, wie kann ich vergnügt und heitergleich den anderen Geschöpfen mich meines Daseins freuen, wenn ich schwach und hilflos ewig den Mißhandlungen der andern Tiere ausgesetzt bin? Verzeihe, Allmächtiger, wenn ich als das unwürdigste Deiner Geschöpfe zu fragen mich erkühne: Warum bin gerade ich eine Ausnahme unter den Tausenden? Warum gabst Du mir nicht Schild und Waffen zur Verteidigung, wie den übrigen Tieren? Hast doch dieses seine spitzen Hörner, jenes seine scharfen Klauen, dieses sein kräftigen Rüssel, jenes seinen gefährlichen Zahn; während so viele Tiere durch Klettern, Schnelllauf, durch Fliegen in der freien Luft, durch Tauchen in die Tiefe des Gewässers ihrem gefährlichen Feinde zu entkommen imstande sind, stehe ich verlassen, vereinzelt, ohne Schutz und Waffen, ohne Aussicht auf Hilfe in der großen Welt da, und bin der Willkür meiner Feinde völlig preisgegeben.
Und die Gottheit in den Höhen, von Erbarmen und Milde umgeben, hörte die Klagen des hilflosen Lammes wohlwollend an und sprach: Dein Ansuchen sei dir in Gnaden erstattet, und sei dir außerdem noch die Wahl überlassen; verlangst du Krallen, Nägel, scharfe Zähne, einen Rüssel, womit du alles, was dir nahe kommt, zerfleischen, töten und vernichten kannst?
Ach nein, mein Herr und Vater! Fern sei dies von mir, nicht eine wodurch ich einem andern Schaden zufügen oder gefährlich werden könnte; ich liebe den harmlosen Frieden und will mit meiner Umgebung auch nie in Feindschaft geraten; nur bitte ich, mein Gott, um solche Waffen, die mich so manches zugefügte Übel vergessen oder mir meine Leiden erträglich machen könnten.
Deine Bitte ist zu gerecht, armes Geschöpf, als daß Ich sie nicht als Wunsch väterlichdir gewähren sollte. Ich gebe dir hiermit drei der kräftigsten Waffen, vermittels deren du im Unglücke nicht elend und das größte Übel zu besiegen imstande sein wirst, sie heißen: - Sanftmut Hingebung und Geduld!
***
Israeliten! Hier habt ihr das treue Bild eurer Sendung und eures heiligen Berufe auf Erden; die einzigen Waffen, die euch zur Verteidigung von oben anvertraut wurden, heißen:
Sanftmut, Hingebung und Geduld.
Quelle: Bibel- und Talmudschatz. Ein Buch für die jüdische Familie von J.H. Kohn Hamburg 1931 S.197-199
The Difference Between Judaism and Zionism By G. NEUBURGER (dritter Teil)
The Difference Between Judaism and Zionism (Third
Part)
By G. Neuburger
Zionism Was the Creation of Non-Jewish Imperialists
not Jews
We post this article from
Neturei Karta, an anti-Zionist Hasidic religious group of Jews, not because we
agree with each word of it, but because it is useful for people to rebut the
arguments that Zionism and Judaism are intertwined. When Zionism first arose as a political movement, in the 19th Century, it
sprang from non-Jewish imperialists like Palmerston, Napoleon III and Lord
Shaftesbury. Jews considered it a species of anti-Semitism and when Herzl
proposed that the First Zionist Congress of 1897 be held in Munich, the Jews
there protested and it had to be held in Basel, Switzerland.
Orthodox and Reform Judaism both united to condemn a movement that only
anti-Semites supported. This history has, of course been lost and rewritten but
it is always timely to remind people of the actual history of Zionism.
( ) A
Jewish world organization was founded in 1912 on the German-Polish border with
the specific purpose of fighting Zionism. This organization, Agudath Israel,
"Union of Israel," was to represent the true Jewish people in the
world and to unmask the unwarranted and unjust claims of the Zionists. Rabbis everywhere
joined Agudath Israel, as did masses of observant Jews. Anti-Zionist congresses
were convened in Vienna and in Marienbad. In countries such as Poland, Agudists
were members of parliament. Under Agudah leadership more than 50 years ago,
Jews in the Holy Land opposed to Zionism obtained permission from Britain, the
mandatory power in Palestine, to declare in writing that they did not wish to
be represented by the Zionists or any of their groups, particularly not by the
Zionist quasi-governmental organizations such as the Va'ad Leumi,
"National Council."
Shortly thereafter, Jacob de Haan, a former distinguished Dutch diplomat who
was then leader of Agudath Israel in Palestine, initiated talks with Arab
leaders with a view toward the eventual establishments of a state there in
which Jews and Arabs would have equal rights. In this way he hoped to forestall
the creation of a Zionist state. Despite threats to his life, de Haan, fully
aware of the ultimate dangers of a Zionist state, continued his talks and
negotiations. On the eve of his departure in 1924 for Britain to meet with
authorities there, he was assassinated by the Haganah, the Zionist paramilitary
force, in the center of Jerusalem as he came from evening prayers. More than a
half a century ago, this devout and visionary Jew gave his life in a fight that
he considered paramount, at a time when the world at large was still blind and
deaf to the difficulties and problems that a future Zionist state would entail.
As a result of such terrorism and increasing Zionist pressure, Agudath Israel
gradually began to weaken and to compromise. During the Nazi period, it entered
indo deals and arrangements with the Zionists, despite the fact that its
fundamental aim had been to combat Zionism. After the Zionist state was established,
Agudath Israel broke off with its past, participated in the Zionist government
on the cabinet level and elected Agudists to the Zionist parliament. Still
professing a nominal anti-Zionism, Agudath Israel established a network of
"independent" schools in the Holy Land, but today the overwhelming
part of the budget of these schools comes from the Zionist government.
In view of these developments, those Jews who wanted to continue the fight
against Zionism without any compromise left Agudath Israel and constituted
themselves as the Neturei Karta, an Aramaic phrase meaning "Guardians of
the City," i.e. the city of Jerusalem. The Neturei Karta in turn became a
worldwide movement, known in some places as "Friends of Jerusalem."
The greatest leader of the Neturei Karta was Rabbi Amram Blau, an inspired and
dedicated leader whose compassion equaled his courage. He could not keep silent
in the face of injustice, immorality, or hypocrisy. He was beloved by Jews and
respected by Christians and Muslims. Born in Jerusalem, he never left the Holy
Land during his entire life. In his writings he stressed many times that Jews
and Arabs had lived in harmony until the advent of political Zionism. Rabbi
Blau was imprisoned in Jerusalem, not by the Ottoman authorities, not by the
British, and not by the Arabs, but by the Zionists. What was his crime? He
defended with vigor and honesty, without regard for his own safety, the holy
character of Jerusalem against the "innovations" and encroachments of
the Zionists. He fought for the sanctity of the Sabbath and actively opposed
the inroads of indecency and immorality made under the Zionist regime.
Unceasingly he denounced the establishment of a Jewish state before the coming
of the Messiah as an acct of infamy and blasphemy. Under his leadership, the
Neturei Karta declared year after year that they did not recognize the
legitimacy of the Zionist state or the validity of its laws.
During the first period of fighting between the Zionist state and the Arabs,
the rabbis of the Neturei Karta went toward the combat lines, carrying a white
flag, and stated that they wanted no part in this war and that they were
absolutely opposed to the creation of a Zionist state. In his last
proclamation, Rabbi Blau deplored the actions of the Zionists against the
Muslim and Christian Palestinians and the grievous harm done by the Zionists to
the Jewish people in endeavoring to change them from "a kingdom of priests
and a holy nation" to a modern state, devoid of spiritual foundation,
based on chauvinism, built on conquest, and relying on military prowess.
"The number of your cities constitute your gods," the prophet
Jeremiah had thundered to the chauvinist and idolatrous Jewish government of
this day. Like it, the Zionists are now establishing a new status quo and
expanding their position by founding new settlements in the territories
occupied since 1967.
Verleden Shabbes was er de zoveelste zionistische pesterij, provocatie,
tegen de persoon van Shmiel Mordche
BORREMAN. Een arrogant racistisch meneerke (kenmerk: Spaans snorretje) die opgehitst is door het Schmutzpapier Lemaan
Teida antwoordde luid op een provocatie van een zionistische militant van Gur in het Iwriet:
Hij is geen Jood, hij is een Goj (misprijzend voor Niet-Jood) en
verder in het Jiddisch Er is a Flämer.
Antwoord van Shmiel Mordche BORREMAN: Zeer zeker, ik ben een Vlaming
en daar ben ik fier op. Ik ben een Vlaamse Jood of Joodse Vlaming, zonder complex.
The Difference Between Judaism and Zionism By G. NEUBURGER (zweiter Teil)
The Difference Between Judaism and Zionism (Second
Part)
By G. Neuburger
Zionism Was the Creation of Non-Jewish Imperialists
not Jews
We post this article from Neturei Karta, an anti-Zionist Hasidic religious
group of Jews, not because I agree with each word of it, but because it is
useful for people to rebut the arguments that Zionism and Judaism are
intertwined. When Zionism first arose as a political movement, in the 19th Century, it
sprang from non-Jewish imperialists like Palmerston, Napoleon III and Lord
Shaftesbury. Jews considered it a species of anti-Semitism and when Herzl
proposed that the First Zionist Congress of 1897 be held in Munich, the Jews
there protested and it had to be held in Basel, Switzerland.
Orthodox and Reform Judaism both united to condemn a movement that only
anti-Semites supported. This history has, of course been lost and rewritten but
it is always timely to remind people of the actual history of Zionism.
( .) One
means of misleading many Jews and all too many non-Jews is the Zionist misuse
of names and symbols sacred in Judaism. They use the holy name Israel for their
Zionist state. They have named their land acquisition fund with a term that
traditionally implies the reward for piety, good deeds, and charitable work.
They have adopted as a state symbol the menorah (candlebrum). What hypocrisy,
what perversion it is to have the Israeli army fight under an emblem, the
meaning of which is explained in the Tenach (on the occasion of a previous
return to the Holy Land) as, "not with armed force and not with power,
but in My spirit says the Lord of Hosts."
The infamous founder of political Zionism, may his name be cursed, who only
discovered his own Jewishness because of anti-Semitism displayed at the Dreyfus
trial in France, proposed various solutions to what he called the "Jewish
problem." At one point he proposed to resettle the Jews in Uganda. At
another he proposed to convert them to Catholicism. He finally hit on the idea
of a Judenstaat, an exclusive Jewish state. Thus from its very beginning
Zionism was a result of Anti-Semitism and indeed is completely compatible with
it, because Zionists and anti-Semites had (and have) a common goal: To bring
all Jews from their places of domicile to the Zionist state, thus uprooting
Jewish communities that had existed for hundreds and even thousands of years.
Loyalty to the Zionist state was substituted for loyalty to G-d, and the state
was made into the modern "golden calf". Belief in the Torah and
fulfillment of religious obligations in Zionist eyes became a private matter
and not a duty for every Jew or for the Jewish people. The Zionists made divine
law subject to party or parliamentary votes, and they set their own standards
of conduct and ethics.
Neither the founder of political Zionism nor any of the prime ministers of the
Zionist state believed in the divine origin of the Torah nor even in the
existence of G-d. All prime ministers were members of a party that opposed
religion in principle and that considered the Bible a document of ancient
folklore, devoid of any religious meaning. And yet these same Zionists base
their claim to the Holy Land on this same Bible, the divine origin of which
they deny. At the same time they conveniently forget the Jewish holiday prayer
"and for our sins have we been exiled from our land," and
ignore the fact that the present exile of the Jewish people is divinely decreed
and that the Jewish people are neither commanded nor permitted to conquer or
rule the Holy Land before the coming of the Messiah. The Jewish people do, of
course, recognize special spiritual ties to that land they call it Eretz
Yisrael. Every morning, afternoon, and evening, and night they mention it and
Zion and Jerusalem in their prayers, and indeed a Jew does not sit down to a meal
without doing likewise. To the Jew, the very soil of the Holy Land is different
from that of any other spot on this globe, and wherever he is he turns his face
toward Jerusalem during prayers. To live in the Holy Land or even to be buried
there was always considered to be of high merit.
This love of the land and the Jewish longing for a return to it and for the
coming of the Messiah have been exploited innumerable times during the past
2,000 years. Zionism has had many precursors and each has been a curse for the
Jews. Individuals who proclaimed themselves the Messiah and messianic movements
have sprung up from time to time, from the Roman era through the Middle Ages
and down to the modern Zionists. Many of these pseudo-Messiahs posed as rabbis
or as national leaders, though some of them eventually professed other faiths;
many temporarily - some for longer periods - succeeded in misleading Jews,
rabbis, and entire Jewish communities. All were in due course exposed and
recognized as frauds, and those who had set their hope on them found only
disappointment and all too often disaster.
In the early stages of the development of modern Zionism, the Mizrachi was
founded, an organization of so-called religious Zionists who tried to combine
their faith with political Zionism. This led to constant conflict between the
dictates of divine law and the demands of Jewish nationalism. Most of the time,
the Mizrachi was outvoted at Zionist congresses and served only to give the
Zionist movement a false religious aura. Whenever expediency called for it,
these "religious" Zionist fellow-travelers have been used by the
Zionist government to underpin national claims with "religious"
authority. The National Religious Party in the Zionist state has been well
rewarded for giving its stamp of approval to nationalistic measures and
enactments, whether these rewards were of financial nature or in the form of
cabinet or other government posts. The chauvinism of these religious Zionists
frequently exceeded that of other Zionists, and it was always couched in
religious terms - a prime example of the abuse of religion. The fraudulence of
these "religious" Zionists was demonstrated during the past year when
it was revealed that two of their world leaders had committed million-dollar
thefts.
Es gibt nichtsergreifenderes, als wenn Kinder, die schon früh, noch ehe das Bild ihrer Eltern deutlich in ihr Bewusstsein treten konnte, Vater und Mutter verloren haben, Jahrzeit zu halten Sie sind auf Schilderungen anderer hingewiesen, wenn sie sich ein Bild ihrer Eltern gestalten wollen. Das fremde Auge sieht aber dieses Bild nicht mit den Augen des Kindes. Nur halb und ungefähr, notdürftig und nur mit Zuhilfenahme der Phantasie schließen sich einzelne, versprengte, abgerissene Eindrücke zu einem traumhaft ungewissen Gesamteindruck zusammen.
So ähnlich ergeht es uns Nachgeborenen, wenn wir den Jahrzeit des 27. Tebeth begehen. Aus der Ferne grüsst uns ein Bild, schon halb in den Schatten der Geschichte getaucht, halb märchenhaft, halb lichtumflossen. Andere, die seine persönliche Nähe empfanden, erzählen uns wie er war; und diejenigen unter ihnen, die ihm am genauesten kannten, fügen ihrer Schilderung das Schlusswort an: Lest seine Bücher, seine Schriften, da habt ihr den ganzen Mann.
Sechs Jahrzehnte lang hat Hirsch geschrieben und immerfort geschrieben. Vieles für und gegen andere, nichts über sich selbst. Jene eitle Selbstbespiegelung, die noch immer ein Kennzeichen des modernen Literatentums ist, war ihm vollkommen fremd. Dennoch, wäre es falsch, zu sagen, dass hinter seinem Werk seine Person verschwände. Sie meldet sich immer wieder zum Wort. Es gibt Stellen in seinen Schriften, die nur er und niemand anders hätte schreiben können.
Gerade dieses Stellen, die uns die Umrisse seiner Persönlichkeit verraten, haben ihm eine kleine, aber treue Gefolgschaft, ermöglicht. Ein Parteigründer und Parteiführer war er nicht. Mit der suggestiven Methode eines Chassidimrabbi lockte er wahrverwandte Naturen in seinen Kreis. Ein Chassidimrabbi braucht nur einmal mit seine Hand auf die Schulter eines Empfänglichen zu legen, um ihn für immer an seine Person zu fesseln.
Mann muss Hirsch als Kind gelesen haben: dann wird man ihn nie vergessen. Dann versteht man, warum er den Gedanken weit von sich wies: in der Bibel steht ein Wort, wonach böse sei der Mensch von Jugend an, und warum es Jißroels Jünglinge und Jungfrauen waren, denen er die ersten heißen Flammen seines Wortes weihte. Und man versteht auch, warum der Kreis derer, die ihm folgen, nur langsam, schneckenhaft langsam sich erweitert.
Denn gerade das, was ihm die einen gewinnt, entfremdet ihm die Andern. Die geistige und seelische Stimmung unserer Zeit ist Hirsch nicht günstig. Alles wird heute mit sorgfältiger Abscheidung der Kompetenzen in sein unbegrenztes Rayon verwiesen: die Wissenschaft, die Poesie, die Musik, die Politik, die Religion. Wird irgendwo ein außerordentlicher Mensch geboren, dann muss er sich für irgendein Fach entscheiden. Darin darf er dann glänzen. Sträubt er sich dagegen, flattert er frei davon, ehe man ihm die Flügel stutzte, wagt er es, eine Wissenschaft vorzutragen, die voll Poesie und Musik, eine Politik vertreten, die von Religion durchtränkt und gesättigt ist, und lässt er die heißen Flammen seiner Jugendjahre noch in sein reifes Mannes- und Greisenalter hinüberschlagen: dann wird es nur wenige geben, die hinter der scheinbaren Willkür ein bestimmtes System vermuten. Die meisten werden mit künstlichem Feuerwerk verwechseln, was in Wahrheit das natürliche Licht eines vom Himmel zur Erde gefallenen Sternes ist. Nur kindlichen Naturen sind vor dieser Verwechslung geschützt. Eher sind sie geneigt Kunst mit Natur zu verwechseln. Kindliche Naturen sind aber heutzutage rar.
Drüben im Osten sind sie dichter gesäet. Es ist dennoch keineswegs ausgeschlossen, daß einmal aus dem Osten jemand kommen wird, um uns zu verraten, was der Westen in Hirsch besass. Setzt ja das Verständnis seines Wesens das Vorhandensein einer großen Portion natürlichen Judentums voran. Nur die Wenigsten ahnen, wie frei von jeder assimilatorischen Neigung, von neujüdischer Verkünstelung der Altjüdischen er war. Das Wesentliche an ihm klar herauszustellen, dazu bedürfte es wohl zunächst einer genauen Kenntnis der Grenzlinien zwischen Ost und West: einer Kenntnis, zu der man drüben leichter erlangen kann als bei uns, weil es dem Osten leichterfällt dem Westen, als dem Westen den Osten zu verstehen. Wer aber kann der Vorsehung in die Karten schauen? Vielleicht besteht die Mission Hirschs gerade darin, der gute Geist des deutschen Judentums zu sein. Vielleicht sind wir es nur, zu denen er sprach. Vielleicht hat sein Prophetenwort sich nur, zu gedulden, bis es im eigenen Lande gilt. Denn bis alle Grenzpfähle von der Erde schwinden, das kann noch lange dauern. Es wäre aber ein Verhängnisfür uns, auch nur einen Augenblick ohne die starke Hand eines kundigen Führers zu sein.
Als die Seinen, die seiner Wesenart am nächsten stehen, begehen wir alljährlich seinen Jahrzeitstag. Dieser 27. Tebeth jährt sich in diesem Jahre zum 25. Mal. Dieser Grabhügel ist schon ein Vierteljahrhundert alt; und er, dessen Gebeine er deckt, ist noch so jung wie am Tage, da er zum ersten Male nach der Feder griff. Dieser Feder hat uns das Bild seiner Persönlichkeit für immer festgehalten. Ihr danken wir es, wenn er nicht ganz im Schatten der Geschichte versank, wenn die in Zukunft Kommenden ihm so nahe sein werden, wie die in der Gegenwart Lebenden, wie die in der Vergangenheit Gewesenen. Ja, vielleicht wird er den Kommenden noch näher sein als den Lebenden und Gewesenen. Noch klingt den Lebenden sein Name wie eine schrille Fanfare ins Ohr. Vielleicht wird in der Zukunft sein Name Bild ein Symbol des Friedens und der Liebe sein.
In: Jüdische Monatshefte Tewes 5674- Januar 1914
The Difference Between Judaism and Zionism By G. NEUBURGER (1ster Teil)
The Difference Between Judaism and Zionism (First
Part)
By G. Neuburger
Zionism Was the Creation of Non-Jewish Imperialists
not Jews
We post this older article from Neturei Karta, an anti-Zionist Hasidic religious
group of Jews, not because we agree with each word of it, but because it is
useful for people to rebut the arguments that Zionism and Judaism are
intertwined. When Zionism first arose as a political movement, in the 19th Century, it
sprang from non-Jewish imperialists like Palmerston, Napoleon III and Lord
Shaftesbury. Jews considered it a species of anti-Semitism and when Herzl
proposed that the First Zionist Congress of 1897 be held in Munich, the Jews
there protested and it had to be held in Basel, Switzerland.
Orthodox and Reform Judaism both united to condemn a movement that only
anti-Semites supported. This history has, of course been lost and rewritten but
it is always timely to remind people of the actual history of Zionism.
Where the
Torah tells about the creation of the first human being, the most prominent
Jewish commentator, Rashi, explains that the earth from which Adam was formed
was not taken from one spot but from various parts of the globe. Thus human
dignity does not depend on the place of one's birth nor is it limited to one
region.
The greatness or worth of a person is not measured by his or her outward
appearance. Jews believe that Adam was created in G-d's image and that he is
the common ancestor of all mankind. At this stage in human history, there is no
room for privileged people who can do with others as they please. Human life is
sacred and human rights are not to be denied by those who would subvert them
for "national security" or for any other reason. No one knows this
better than the Jews, who have been second-class citizens so often and for so
long. Some Zionists, however, may differ. This is understandable because
Judaism and Zionism are by no means the same. Indeed they are incompatible and
irreconcilable: If one is a good Jew, one cannot be a Zionist; if one is a
Zionist, one cannot be a good Jew.
For over 60 years I have fought Zionism, as did my father before me, and I am
therefore quite familiar with it. For those who have been in this fight for
only the last ten or twenty years, what I have to say may be surprising or even
shocking. Nevertheless these matters must be stated clearly and openly, because
unless the disease of Zionism is diagnosed accurately, it cannot be cured. Too
long have those opposed to Zionism engaged in daydreaming and wishful thinking.
In order to recognize Zionism for what it is, one has to know about Judaism,
about Zionism -- the opposite and negation of Judaism, and about Jewish
history. In the time allotted to me, I am not going to talk about the actions
of the Zionists; they will be adequately dealt with by others. As a Jew, I plan
to discuss Zionism, which is rebellion against G-d and treason to the Jewish
people.
To begin with, a few definitions: Who is a Jew? A Jew is anyone who has a
Jewish mother or who converted to Judaism in conformity with Halacha, Jewish
religious law. This definition alone excludes racism. Judaism does not seek
converts, but those who do convert are accepted on a basis of equality. Let us
see how far this goes. Some of the most eminent and respected rabbis were
converts to Judaism. Jewish parents throughout the world bless their children
every Sabbath and holiday eve, and they have done it in the same way for
millennia. If the children are girls, the blessing is, "May G-d let you
be like Sarah, Rebecca, Rachel and Leah." Not one of these matriarchs
was born a Jewess; they were all converts to Judaism. If the children are boys,
the blessing is, "May G-d let you be like Ephraim and Menashe."
The mother of these two was an Egyptian woman who became Jewish and had married
Joseph. Moses himself, the greatest Jew who ever lived, married a Midianite
woman who became Jewish. Finally, the Tenach, the holy writings of the Jew,
contains the book of Ruth. This woman was not only not Jewish by birth, but she
came from the Moabites, traditional enemies of the Jewish people. This book
describes Ruth's conversion to Judaism and is read annually on the holiday
commemorating the giving of the Torah, the "Law," i.e. the Pentateuch.
At its very end, the book of Ruth traces the ancestry of King David, the
greatest king the Jews ever had, to Ruth, his great-grandmother.
Apart from the Zionists, the only ones who consistently considered the Jews a
race were the Nazis. And they only served to prove the stupidity and
irrationality of racism. There was no way to prove racially whether a Mrs.
Muller or a Mr. Meyer were Jews or Aryans (the Nazi term for non-Jewish
Germans. The only way to decide whether a person was Jewish was to trace the
religious affiliation of the parents or grandparents. So much for the this
racial nonsense.
Racial pride has been the downfall of those Jews in the past who were blinded
by their own narrow-minded chauvinism. This brings us to a second definition.
Is there a Jewish people? If so, what is its mission? Let us make this
completely clear: The Jewish nation was not born or reconstituted a generation
ago by some Zionist politicians. The Jewish nation was born on Mount Sinai when
the Jews by their response, "let us do and let us hear,"
adopted the Torah given to them by G-d for all future generations. `This day
you become a people," though valid still today, was spoken thousands
of years ago.
According to Jewish tradition, there are seven Noachide laws which apply to all
human beings. Then there are the Ten Commandments which form basic standard of
morality and conduct for adherents of all monotheistic religions. In addition
to these, there are 613 laws obligatory for Jews, and every Jew has to observe
those which are applicable to him or her according to Halacha. It is the
carrying out of these mitzvoth, "commandments," which constitutes the
essence of being Jewish, and therefore of the Jewish people and their covenant
with G-d.
In what way are the Jews a "chosen people"? Every Jewish man anywhere
and at any time when called to the reading of the Torah says, "Who has
chosen us from all the peoples and gave us His Torah." This is the way
in which the Jews are chosen. The Jewish people are chosen not for domination
over others, not for conquest or warfare, but to serve G-d and thus to serve
mankind. "And the hands are the hands of Esau," has been
traditionally interpreted to mean that while "the voice is Jacob's," the
hands- - symbolizing violence - are Esau's. Thus physical violence is not a
tradition or a value of the Jews. The task for which the Jewish people were
chosen is not to set an example of military superiority or technical
achievements, but to seek perfection in moral behavior and spiritual purity. Of
all the crimes of political Zionism, the worst and most basic, and which
explains all its other misdeeds, is that from its beginning Zionism has sought
to separate the Jewish people from their G-d, to render the divine covenant
null and void, and to substitute a "modern" statehood and fraudulent
sovereignty for the lofty ideals of the Jewish people.
(Fortsetzung von Aus dem politischen Testament Rabbiner Hirschs)
Das letzte Goluthstadium: (wenn wir) nicht obgleich wir Juden, sondern
eben weil wir Juden, die Anerkennung und Achtung der Völker gewinnen.Gen. 26,5
Je nachdem die Nationen dem jüdischen Geiste huldigen, je nachdem werde
ich sie segnen. Gen. 12, 3
Jissroél möge sich in der Zerstreuung also bewahren, daß seine Förderung
des Völkerheils bedeuteDas.
DieGewalttätigkeiten und
Unmenschlichkeiten, welche Jissroéls Leidensgeschick gestalten, tragen in sich
selbst dieBürgschaft ihres Endes. Sie
sind das Symptom eine Entartung, welcher nicht die Zukunft der Menschheit
angehört, deren endlich völliges Verschwinden vielmehr das Ziel der göttlichen
Zeitenlenkung bildet. Ps. 124,7
(Ende)
Quelle: דרש טוב לעמו Jüdische Monatshefte, herausgegeben von Rabbiner Dr. P. Kohn,
Ansbach, unter Mitwirkung von Rabbiner Dr. Salomon Breuer, Frankfurt a.M.
Jahrgang 6 Heft 9 u. 10 S. 215-221
Antwerpen: Bij Mossadagent P.K. zijn alle stoppen doorgeslagen
ווידער
דער קריסט פון די טערליסט שטראסע
לעצטע וואך ( 27 דעצעמבער) איז אין
בריסעל פארגעקומען א שארפע מאניפעסטאציע
קעגען ישראל און קעגען יידען. עס האבען זיך דארט אויך באטייליגט עטליכע אקטיוויסטען פון פראנקרייך.
ווען מען האט זיי געפרעגט ווי קומען זיי נאך בריסעל זיך צו באטייליגען אין א'ן אנטיסעמיטישע מאניפעסטאציע
אין בעלגיע, האט זייער אנפירער (א פרוי) ערקלערט "וויאזוי קענט איהרדאס אנרופען א'ן אנטיסעמיטישע מאניפעסטאציע
"ווען דער רב פון אנטווערפען און זיין בטעמ'טע פרוי האבען זיך דארט
באטייליגט?"
ווען מען באקוקט די בילדער פון די מאניפעסטאציע באמערקט מען אז דער
"רב פון אנטווערפען" איז נישט מעהר נישט
ווייניגער ווי דער באקאנטער קריסט פון די טערליסט שטראסע......
כדאי צו דערמאנען אז
ער איז געטויפט געווארען אין די גרויסע קירכע פון Halle ביי בריסעל און איז במשך 17 יאהר געווען
א'ן אפיציער אין די קאמוניסטישע ארמיי פון אסט-דייטשלאנד.
ער האט דארט געמאלדען
אז ער איז דער רב און פארטרעט דארט א חסידיש שטיבעל פון אנטווערפען......
Lemaan Teda n° 479 (6 Januari)
Vertaling uit zijn primitief
Jiddische Jargon: Verleden week (27 december) was er in Brussel een scherpe betoging
tegen Israex en tegen de Joden. Ook enkele activisten uit Frankrijk hebben
deelgenomen. Op de vraag hoezo zij deel te nemen aan een antisemitische
manifestatie, heeft een van de organisatoren (een vrouw) verklaard Hoezo kunt
U dit een antisemitische betoging noemen wanneer de Rav (rabbijn) van
Antwerpen samen met zijn heerlijke echtgenote daaraan deel nemen? Als men de
beelden van de manifestatie bekijkt, bemerkt men dat de Rav van Antwerpen
niet meer niet minder is dan de bekende kristen van de Terliststraat . Het
past eraan te herinneren dat hij gedoopt werd in de grote kerk van Halle bij
Brussel en hij ongeveer 17 jaar officier geweest is in het communistisch leger
van Oost-Duitsland. Hij heeft daar verklaard dat hij de Rav is en een chassidisch groepje
in Antwerpen vertegenwoordigt
De stoppen zijn bij deze zielige
agent van de Mossad (sayan) volledig doorgeslagen. Hoe kan men in een paar
zinnen zoveel onzin, leugens, verdraaiingen, lasterpraat, beledigingen uitkramen? Daarbij schept deze agoedistische
zionist er graag mee op dat hij al vijf keer de volledige Schass (Talmoed)
bestudeerd heeft met een Chavroessa (vaste studiegenoot). Ware het niet
zijn religieuszionistische kwaadwilligheid zou men met hem zelfs medelijden
kunnen hebben.
Het enige interessante hieraan
is dat hij in vergelijking met zijn vorige haat- en lasterpraat tirades het
woord Goj (misprijzend voor niet-Jood), vervangen heeft door Krist.
Reactie van een lezer
op het Schmutzpapier lemaan479-16:
דער וואס האט געשריבן דער לשון הרע איזא גרויס רחמנות!
איך פארשטיי נישט ווי אזוי אידן, געלערנטע אידן, קענען ליינן דאסשמוץ-פאפיער! נישט נאר דער רשע ליגט, ער פארפירט אויך פשוטע אידן אין די כפירה
מיט זיין פרוש אויףדי וועלט נייעס. ער לייגט אין
דער זעלביקער זאק אידישקייט און ציוניזם. פארוואסלאזן די אידן
רעדן א ציוניסט אין זייער נאמען? די רבנים מוזן טאן זייער ארבעט: תשובה טאן אויף דעם פרומע ציוניזם און באשיצן די אידן פון
ציוניסטישע כפירהאוןנישטנאכגייןדי רעליגיעזע פאליטישעכופריםקעגןגערעכטיקייט.
Rabbiner Dr. Raphael BREUER: Vorläufer des Zionismus (2. Folge)
Rabbiner Dr. Raphael BREUER
(1881-1932)
Vorläufer des
Zionismus (2. Folge)
Zum Beweis zitieren wir aus unserer Broschüre (S.12) das auch in mancher
anderer Hinsicht sehr charakteristische Schreiben eines איש
נאמן אשר הוא מגודל בבית הרב הצדיק המפורסם המונח מוה' הירש לעהרן זצ"ל, eines Mannes, der damals im heiligen Lande wohnte und anR. Akiba
Lehren in Amsterdam einen Bericht über die Verhältnisse in Palästina und über
die Möglichkeit des Kolonisationsplanes Kalischers erstatten sollte. Das
Schreiben ist in jüdisch deutscher Sprache abgefaßt und hat folgenden Wortlaut:
Sie ersuchen mich, לחוות דעתי אודות Kolonisationsplan. Meine Hauptansicht,wenn es מן השמים ist, daß der Allmächtige seinem armen Volke zu guten bedenken
und בדרך הטבע stattfinden
soll, was doch die Ansicht von כמה וכמה גדולי עולם, dann betrachte ich הרב מוה' צבי
קאלישערwie auch die Alliance in Paris
als שלוחי המקום ב"ה וב"ש.
Man sieht, wie die Welt in Kolonisation voraus geht, wenn jeder in ירושלים gerne sein möchte, wie viel Geld
lassen sich nicht auch גוים
kosten, wie viele Millionen auch verschwendet, um hier ein Gebäude zu haben,
die Russen haben ein unschätzbares Gebäude vor der Stadt, was nur ein Kaiser es
ausführen kann, die Franzosen haben אלפים ורבבות ausgegeben für ein Platz in Verbindung mit ihrem Glauben, jetzt
bauen sie eine Art Festung, die kostet alle Kassen von Geld, und sind noch
mehrere Beispiele, man sieht hier so offen die השגחת פרטית mehr als in der ganzen Welt.
Da wieder betrachtet die Welt ארץ ישראל für ein ארץ לא זרועה,
aber ich versichere Ihnen, man irrt sehr, denn ein so wundervolles, fruchtbares
Land, als auch jetzt ארץ ישראל בחורבנה ist, findet man glaube ich nirgends, man wirft den Samen auf
die Erde und es wächst der herrlichsten Weizen, alle Fruchtbäume ובפרט זתים und anderes wächst ganz von sich
allein (das heißt natürlich בהשגחת הבורא ב"ה), aber die Bauern rühren das ganze Jahr keine Hand daran, denn בטבע sind die hiesigen Bauern faul, man
kann sich eine Idee machen, was ארץ ישראל בישובהmuss gewesen sein, wo da war איש תחת גפנו ותחת תאנתו ja, ja, wie erlebt man wieder die herrliche Zeit במהרה ובזמן קרוב אמן סלה.
Also nach dieser Art des Landes wäre der Plan der Kolonisation ein
herrlicher und könnte נושא פרות sein,
wobei aber viel Geld nötig ist, dann müssen tüchtige, gesunde Arbeiter sein,
welche מנעורם an schwere
Arbeit gewöhnt sind, hier sind wenig solche, es müssen aber hiesige dabei sein
wegen der Sprache, unter den ספרדים und
מארץ המערב gibt es
solche, welche kräftig, die gerne arbeiten wollen und können, man will Schulen
errichten, ichverstehe eigentlich
nicht, was das heißt, meines Erachtens ist die beste Schule ein Stück Feld mit
den nötigen מכשירים usw. Es ist
nicht besser als bald der Praxis sich zu wenden.
Was die leitende Direktion betrifft, so müssen diese gewiegte, ehrliche
Leute sein, wenn mans hier z.B. פלוני ופלוני übergibt, so wird nichts daraus, es kann dabei viel hintergangen
werden, es ist zwar eine עצה man
gibt jedem Arbeiter ein Stückchen Land zu seiner eigenen Disposition, er muss
nachher Rechnung abgeben, aber besser
von חוץ ehrliche
Männer bringen. Manche wollen behaupten, das Klima wäre hier nicht gesund,
glauben Sie mir, es ist nicht so, es ist hier ein ausgezeichnetes Klima, חוץ im Sommer etwas heißer als draußen,
aber man gewöhnt sich schnell daran, die Hauptsache ist ein regelmäßiges Leben,
welches aber hier bei יהודים
wenig zu behaupten ist.
Jede Zeile dieses Briefes beweist, daß sein Schreiber ein Mannvon tiefer Religiosität und echter
Palästinaliebe war. Man schreibt heute in orthodoxen Kreisen anders wie man
damals zur Zeit von R. Akiba Lehren schrieb: weniger hebräisch und mehr
deutsch, weniger naiv und mehr weltmännisch, weniger gefühlvoll und mehr
verstandesmäßig. Auch die Orthodoxie ist weltkundig geworden. Wenn von Schulen
in Palästina die Rede ist, weiß man heute auch in orthodoxe Kreisen, was das
heißt, und so einfach, wie sich unser Berichterstatter die Kolonisation
Palästinas vorstellt, malt sich heute die Zukunft Palästinas ach in unseren
schwärmerischsten Köpfen nicht. Gleichwohl söhnt der echt religiöse, so gar
nicht politische Geist, der einem aus diesem Schreiben entgegenweht, mit den so
kindlich anmutenden Unzulänglichkeiten seiner politischen Betrachtungen aus. Umso mehr will es uns heute überraschen,
daß einmal eine Zeit gewesen ist, in der orthodoxe Kreise die Alliance
israélite universelle als שלוחי המקום ברוך הוא וברוך שמו, Sendboten Gottes, gesegnet sei Er und gesegnet sei
Sein Name, begrüßt haben. Sollte uns diese Tatsache heute im Zeitalter des
Zionismus nicht manches zu denken geben? Die Misrachisten sagen heute: Wer sich
dem Zionismus nicht anschließt, versündigt sich an der Zukunft des jüdischen
Volkes, weil die offensichtlichen Erfolge des Zionismus ihn als שליח המקום legitimieren. So ähnlich hat man
auch einst von der Alliance israélite universelle gesprochen, und einerEntwicklung von Jahrzehntenhat es bedurft, bis man in jüdischen Kreisen
einsah, daß die Alliance von Niemand weniger als von המקום ברוך הוא וברוך שמו entsandt sein
konnte.
Unter den גדולים jener Zeit war nur einer, der
sofort nach der Gründung der Alliance ihr ungöttliches Wesen durchschaute und
seine Erkenntnis auch alsbald im alten Jeschurun kundgab: Rabbiner Hirsch זצ"ל. Die Folgezeit hat ihm recht
gegeben.
Gewiß, man kann der Zionismus nicht
mit der Alliance vergleichen. Hinter der Alliance standen Geldleute, hinter dem
Zionismus stehen Volkskräfte. Wir meinen aber, daß eben deshalb kritische
Selbstbesinnung gegenüber dem Zionismus noch viel dringender geboten ist als
gegenüber der Alliance. Denn schlecht orientierte Geldleute schade dem Judentum
viel weniger als missleiteteVolkskräfte. Es wird wohl auch hier erst einer Entwicklung von
Jahrzehnten bedürfen, bis allen Kreisen der Orthodoxie die Erkenntnis sich
aufdrängen wird, daß der Zionismus vom ersten Augenblick seines Daseins nichts
anderes als eine radikale Umwertung aller jüdischen Werte, nichts anderes als
eine große Volksverführung und Volksvergiftung war. Bis dahin empfehlen wir den
Zionisten und ihren orthodoxen Mitläufern, nicht immerfort mit überlegener
Entdeckermiene herumzulaufen, sondern die Broschüre קול אבירי הרועים zu lesen, die
sie belehren daß alles schon einmal da gewesen ist.
R.B.
Erschienen in דרש טוב לעמו Jüdische MonatshefteJahrgang 6 Heft 5 u. 6 1919, 5699 S. 101-106
(Fortsetzung von Aus dem politischen Testament Rabbiner Hirschs)
Wo man offene Herzen, Häuser und Hände, wo man Opferwilligkeit für
menschliche Zwecke finden will da suchen noch heute selbst die Verächter des
Judentums sie in erster Linie auch bei Juden.Gen.
18,1
Eine Minorität darf keinen Plebs und Ausschuß, ja sie darf keine Schwächen
und Gebrechen haben.G. Schr. 4,43
Des jüdischen Volkes Ehrenname ישורון , das nur auf geradem Wege
alle seine Zielen erreichen, und dem jede Krümme für jedes Ziel widerstehen
soll.Gen. 27,1
Die Behandlung Jissroéls wird zum Gradmesser der Gotteshuldigung auf
Erden, sodass der Antritt des Gottesrechts auf Erden Hand in Hand geht mit dem
Aufhören der völkergeschichtlichen Mißhandlung JissroélsDeut. 32,43
(wird fortgesetzt)
Quelle: דרש טוב לעמו Jüdische Monatshefte, herausgegeben von Rabbiner Dr. P. Kohn,
Ansbach, unter Mitwirkung von Rabbiner Dr. Salomon Breuer, Frankfurt a.M.
Jahrgang 6 Heft 9 u. 10 S. 215-221
Am zehnten dieses Monats ist ein
allgemeiner Fasttag zur Erinnerung daran, daß an diesem Tage die Belagerung
Jerusalems durch Nebuchadnezar angefangen hat. Das Fasten an diesem Tage soll
uns lehren, dass unsere Vorfahren durch ihre Sünden die höchsten Güter des Lebens
verscherzten, und uns ermahnen, in aufrichtiger Rückkehr zu Gott uns Seiner
Gnade wieder würdig zu zeigen. Die wesentliche Bestimmung eines Fasttages
besteht daher nicht bloß in der Enthaltung von Speise und Trank, sondern vor
allem auch in der Besserung des ganzen Lebenswandels; wer daher durch Fasten
allein, ohne sein Herz gebessert zu haben, alles getan zu haben glaubt, der hat
den wahren Zweck des Fasttages nicht verstanden!
J.H. KOHN Bibel- und Talmudschatz Ein Buch für die
jüdische Familie 13.Auflage Hamburg 1931, S. 122
Zionistisch Pulptijdschrift Joods Actueel kreeg deksel op de neus
Zionistisch Pulptijdschrift Joods Actueel kreeg deksel op
de neus
Het Antwerps religieuszionistisch Pulptijdschrift Joods Actueel, bekend voor valse berichtgeving- zogezegd antisemitisme voorval te Brugge als voorbeeld en vuige lasterpraat tegen zowel Joden als niet-Joden, zodra zij zich ook maar enigermate kritisch opstellen tegenover het Zionisme en zijn entiteit, hetzte weereens tegen het Centrum voor Gelijke Kansen (CGKR) en zijn medewerkers. Deze keer kregen ze van de bevoegde instantie het deksel op de neus. Welverdiend!
(Fortsetzung von Aus dem politischen Testament Rabbiner Hirschs)
Aberden Grad des Vertraulichkeit
vermagst Du nicht zu erlangen, wenn Du nicht mindestens mit ihnen an ihren
Gastmählern ißest und trinkest?
Übe Gerechtigkeit und Liebe, wie Deine Thauroh Dich lehrt; sei gerecht in
Tat, sei wahr in Wort, trage Liebe im Herzen gegen Deinen nichtjüdischen
Bruder, wie es Deine Thauroh Dich lehrt: speise seine Hungrigen, kleide seine
Nackten, erquicke seine Kranken, tröste seine Leidenden, berate seine
Unberatenen, springe ihm bei mit Rat und Tat in Not und Fährnis, entfalte die
ganze edle Fülle Deines Jissroéltums und er wird Dich nicht achten und
lieben?
19 Briefe
Nicht durch kosmopolitisches Aufgehen in die Völkerströmung, sondern
gerade bei der vollendesten Einkehr in die scheinbar isolierende Bestimmung
winkt Jakobs Sprösslingen die Anerkennung und SegenGen. 32,30
Man beurteilte das Judentum nach der Judenheit und die Judenheit nach dem ersten
besten Juden, der in den Wurf kam.Ges.
Schr. 4,41
Es sieht nichts schärfer als der Neid, es zeichnet nichts wahrer als der
Haß und es urteilt nichts falscher als alle beide Ges. Schr. 3,114
(wird fortgesetzt)
Quelle: דרש טוב לעמו Jüdische Monatshefte, herausgegeben von Rabbiner Dr. P. Kohn,
Ansbach, unter Mitwirkung von Rabbiner Dr. Salomon Breuer, Frankfurt a.M.
Jahrgang 6 Heft 9 u. 10 S. 215-221
(Fortsetzung von Aus dem politischen Testament Rabbiner Hirschs)
Das Gesetz will den Rechtssinn und die Rechtsachtung, will Redlichkeit zum
Grundzug im jüdischen Nationalcharakter machen
In den härtesten Ausdrücken sprechen sich dabei die Weisen über den aus, de
mit Maßen und Messen lügt, er heißt Verbrecher, gehaßt und verachtet, Bann
und Abscheu und bewirkt fünf Dinge: er raubt dem Lande seine sittliche
Reinheit, entweiht den Namen Gottes, entfernt die Gottesnähe aus den irdischen
Verhältnissen, macht daß Jissroél dem Feindeschwert verfällt und aus seinem
Lande vertrieben wird. Lev. 19,35
Die in der Beschneidungsisolierung heranblühenden Abrahamiden sollen die
humansten Menschen seinGen. 18,1
Und diese Lehre absondernd? Allerdings! Sonst wäre längst schon Jissroél
nicht mehr. Aber auch Feindschaft? Aus Stolz? Unseliges Missverständnis!
Findet Jissroél nicht sein Ziel in Allverbrüderung der Menschheit?19 Brfe
Das Übermaß des Druckes hat zur Selbsterhaltung manche seiner Individuen
auf Wege hingezwungen, die freilich vom Geiste des Judentums erfüllte Männer
auch in solche Not nie betreten hätten.19 Brfe
(wird fortgesetzt)
Quelle: דרש טוב לעמו Jüdische Monatshefte, herausgegeben von Rabbiner Dr. P. Kohn,
Ansbach, unter Mitwirkung von Rabbiner Dr. Salomon Breuer, Frankfurt a.M.
Jahrgang 6 Heft 9 u. 10 S. 215-221
Dr. Isaac BREUER: Die Züricher Konferenz der Gesetzestreuen - II.Katharsis (Dritter Teil)
Die Züricher
Konferenz der Gesetzestreuen
II. Katharsis (3.Teil)
Von Dr. Isaac BREUER
Ein ungeheures Wagnis! Unseres
Inneres müssen wir nach Außen kehren, als messianische Nation vor die Nationen
treten und ihnen, die nur politische Nationen kennen, das Bild der Gott
dienenden Menschheitsnation vor Augen führen.
Können wir es? Sind wir reif dazu?
Uns blieb keine Wahl.
Aber versteh ihr, warum wirs nicht freiwillig taten?
Nun gibt es kein Zurück mehr. Die neue Epoche hat begonnen.
Ist aber damit der legitime Anspruch auf den Primat der orthodoxen
Weltanschauung, die sich lediglich und ausschließlich an der Religion
orientiert, eine zureichende Antwort auf alle Fragen gibt, das stolze
Selbstvertrauen, daß man diese Weltanschauung ohne Krücke und Stütze zum Siege
führen kann, zu Grabe getragen worden?
Es sind Stimmen genug in Zürich laut geworden, es waren nicht gerade die
leisesten, die weder von diesem Anspruch noch von diesem Glauben und
Selbstvertrauen Zeugnis ablegten. Aber die also redeten, hatten das alles schon
lange vor Zürich zu Grabe getragen oder überhaupt nie besessen. Wir wußten
schon vor Zürich, daß gewisse Kreise der Orthodoxie bei der Neologie oder beim
Zionismus Anlehnung gesucht und auch gefunden hatten. Der Weg zum Grabe hat bei
uns in Deutschland spätestens im Jahre 1876 begonnen.
Darf es uns des weiteren wunder nehmen, wenn unsere Bekenntnis zur Nation
von der Jugend noch vielfach missverstanden wird? Daß sie in diesem Bekenntnis vielfach eine Konzession oder eine
Annäherung an den Zionismus erblickt, während es doch in Wahrheit seine
schärfste und endgültige Ablehnung bedeutet?
Ich weiß es: die Schmerzen in Zürich waren nicht die Schmerzen eines
Todeskampfes, sondern die Schmerzen neuen Lebens, das aus dem drängenden Schoße
der Zeiten mit Notwendigkeit sich emporringt.
Ich weiß es: Auch unsere Alten hätten zum Treiben des Zionismus nicht
geschwiegen,, hätten ihr Inneres nach Außen gekehrt.
Aber ich weiß es auch: Unsere Alten hätten es vermocht, das Bild der
messianischen Nation, wie sie es im Inneren lebten, die staunenden Welt
vorzuführen.
Können wir dafür, daß Gott gerade uns solche Aufgabe zuweist?
Dürfen wir darum verzweifeln?
Eine neue Epoche bricht an. Neu, weil sie neue Aufgaben bringt.
Wir treten an die neue Aufgabe mit der alten Gesinnung heran; Wie wir
bisher in der Gemeinde, im Landesverband, so wollen wir fürderhin auch in der
Gesamtheit das Prinzip der unbedingten Souveränität Gottes und seines Rechtes
vertreten. Wer mit dem Bekenntnis zur Nation auch nur um Haaresbreite aus dem
Bannkreise Gottes und seines Rechtes tritt, hat dieses Bekenntnis nicht
verstanden, hat nicht unser Bekenntnis abgelegt.
Die Festigkeit unseres Willens hat uns in Zürich den ersten Erfolg
gebracht: Die Proklamierung der Selbständigkeit der Orthodoxie, die aus der
Souveränität Gottes und seines Rechtes sich ergibt. Noch ists bei Vielen nur
Lippenwort. Arbeiten wir, kämpfen wir, daß Herz und Seele Amen dazu sagen.
Und glauben wir an die Jugend. Noch ist sievielfach verworren und unklar. Der
Messianismus wird ihr die Ruhe bringen.
Es besteht keinen Grund, Zürich in lärmenden Volksversammlungen mit
Begeisterung und Händeklatschen zu feiern.
Zürich ist kein Ergebnis. Zürich ist ein Anfang.Zürich ist keine Lösung. Zürich ist eine
Aufgabe.
Sparen wir uns den Jubel und die Huldigungen für die Zeit auf, da wir gewiß
die Aufgabe gelöst haben.
Hierzu gebe unsGott seinen Segen.
Quelle: דרש טוב לעמו Jüdische
Monatshefte, herausgegeben von Rabbiner Dr. P. Kohn, Ansbach, unter Mitwirkung
von Rabbiner Dr. Salomon Breuer, Frankfurt a.M. Jahrgang 6 Heft 1 u. 2 S. 56-62
(Fortsetzung von Aus dem politischen Testament Rabbiner Hirschs)
Daß wir noch atmen im Exil, daß es unsern Feinden, die uns durch
Beschränkungen kaum den engsten Raum fürs Dasein gelassen haben, nicht schon
längst gelungen war, uns den Garaus zu machen, daß es denen, die durch
Verlästerungen uns Haß in die Brust der Bevölkerung säen, nicht längst gelungen
ist, den unsere Existenz bedingenden Verkehr mit den Völkern in deren Mitte wir
wohnen, uns unmöglich zu machen, haben wir nur Gottes Beistand zu danken.Ps. 44,8
Segnende Anerkennung ist das einzige, um welches Jakob mit Esau ringt.
Gen. 32, 29
Der ganze Anfang des jüdischen Volkes ist lächerlich, seine Geschichte,
seine Erwartungen, seine Hoffnungen, sein von diesen Hoffnungen getragenes,
ganzes Leben erscheint dem nur die gewöhnlichen, natürlichen
Kausalitätsverhältnisse berechnenden Verstand als die ungeheuerlichsten,
lächerlichen Prätension. Gen. 17, 17
Jede unsanfte Berührung von Amaleks Finger soll Juden die Mahnung sein, in
eigenen Kreise sich umzuschauen, wo der jüdischen Sinn erschlafft.Ges. Schr. 1,44
(wird fortgesetzt)
Quelle: דרש טוב לעמו Jüdische Monatshefte, herausgegeben von Rabbiner Dr. P. Kohn,
Ansbach, unter Mitwirkung von Rabbiner Dr. Salomon Breuer, Frankfurt a.M.
Jahrgang 6 Heft 9 u. 10 S. 215-221
Dr. Isaac BREUER: Die Züricher Konferenz der Gesetzestreuen - II.Katharsis (ZweiterTeil)
Die
Züricher Konferenz des Gesetzestreuen
II. Katharsis (2.Teil)
Von Dr. Isaac BREUER
Der Nationalismus der Orthodoxie ist vom Nationalismus des Zionismus nicht
durch einen Bindestrich, sondern seinem ganzen Wesen nach geschieden. In meiner
Theorie des Messianismus habe ich es im Einzelnen darzulegen versucht. In
Zürich war zuweilen nur wenig davon zu merken.
Im Zusammenhang mit der Erscheinung des religiösen Zionismus, der im Grunde
nichts anders bedeutet als ein zionistisches Angekränkeltsein, steht aber die
anscheinend gleichfalls verbreitete Auffassung, als gelte es für die
Orthodoxie, dem Zionismus ein möglichst leistungsfähiges Konkurrenzunternehmen
gegenüberzustellen. Die Zionisten, so glaubt man vielfach, haben im Grunde die
jüdisce Sache ganz richtig, mit praktischem Sinn und wirtschaftlichem
Verständnis, angepackt. Schade nur, daß sie von der Religion nichts rechts
wissen wollen.Die Orthodoxie müsse
ihnen ihre Methode schleunigst ablauschen, um endlich aus dem mehr oder minder
untätigen Dunstkreis, in dem sie sich Jahrhunderte bewegt haben herauszukommen.
Die Orthodoxie habe sich vom Zionismus einen erheblichen Vorsprung ablaufen
lassen und müsse alle Kraft aufbieten, das Versäumte nachzuholen.
Hinter diesem Realismus steckt ein gutes Stück Verzweiflung an der
Tragkraft der göttlichen Idee des Judentums. In homiletischen Darlegungen, an
denen es ja in keiner jüdischen Versammlung mangelt, bewegt man sich zwar gerne
noch in den alten Gedankengängen und weiß sich von den Adlerflügeln Gottes
getragen, der uns heute noch weidet,wenn wir nur auf seine Stimme hören. Geht es aber an praktische
Entschlüsse, dann zeigt es sich bald, daß solche Darlegungen nur eben Homilie
waren. Der Respekt vor dem Zionismus steckt vielen in den Gliedern. Die bereits
in der HeiligenSchrift gegeißelten
Heuschreckentheorie geht um. Daß der Gehorsam und die Treue zu Gott, die
Reinhaltung des Judentums vor jeder zionistischen oder neologische Trübung das
beste, ja das einzige Mittel zur endlichenLösung des Judenproblems sei, ist nicht gerade bei allzu vielen
Leitstern ihrer Entschlüsse. Ansätze zu einer bedenklichen Umwertung der
jüdischen Werte sind unbedingt festzustellen.
Soll man aus alldem mit dem verehrten Epilogiker entnehmen daß in Zürich
eine neue Epoche der Orthodoxie begonnen hat?
Ineinem gewissenBetracht ist der Beginn einer neuen Epoche
sicher festzustellen. Die Orthodoxie ist in Zürich entschlossen in die Arena
der Nationen eingetreten. Die Zeiten sind endgültig vorbei,
da die ihrer Staatlichkeit beraubte Nation nur nach Innen sich alssolche fühlte, nach Außen aber auf jede
Aktivität verzichten konnte. Und hier sei mit aller Schärfe hervorgehoben:
Nicht freiwillig hat die Orthodoxie diesen Schritt nach Außen getan. Der
Zionismus hat das Geheimnis der jüdischen Nation auf allen Gassen ausgeschrien
und ist mit diesem Geheimnis vor die Gewaltigen der Erde getreten. Da durfte
die Orthodoxie nicht schweigen. Denn der Zionismus hat unser Geheimnis
verfälscht und entstellt und hat ein Zerrbild unseres Wesensals unser wahrer Wesen verbreitet. Konnten
wir das Treiben länger mit ansehen? Konnten wir länger dulden, daß unsere
Jugend, von dem kleinen Wahrheitskern in tausendfältiger Lügenschalen
instinktiv angezogen, mehr und mehr dem Zionismus zum Opfer fiel? Daß wir
selber nachdem einmal die Frag unserer Nationalität zum Marktgespräch geworden,
zwischen dem Feuer der neologen und der zionistischen Assimilation unsere
Mannheit einbüßten? Daß die Mächte der Erde das Schicksal der Juden
ausschließlich nach den Wahnvorstellungen bestimmten, die der Zionismus in
ihnen wachgerufen?
Nein und abermals nein! Wir hatten die Freiheit der Wahl
nicht mehr, Gott selber rief aus der Zeiten Geschehen. Wir mussten es wagen.
(Fortsetzung folgt)
Quelle: דרש טוב לעמו Jüdische
Monatshefte, herausgegeben von Rabbiner Dr. P. Kohn, Ansbach, unter Mitwirkung
von Rabbiner Dr. Salomon Breuer, Frankfurt a.M. Jahrgang 6 Heft 1 u. 2 S. 56-62
To the Hon. Minister of
Foreign Affairs of Denmark, Mr. Villy Soevndal:
Although I am not a Dane I
read about your refusal to have contact with the ambassador to Denmark from the
State of Israex. I wish to heartily congratulate you. As an Orthodox Jew who
opposes heretical and racist Zionism and the regime controlling historic Palestine,
I look forward to the time that the world will coerce the State of Israex to
restore all the rights of all the Palestinians, including the refugees, to
their land, rather than to grant the State of Israex an open and blank check to
violate and flaunt all international laws and UN resolutions.
The State of Israex has
made a mockery of Judaism and desecrated its values, no matter how many of my
fellow Orthodox Jews and rabbis the Zionists have managed to brainwash into
supporting the brutal and inhumane policies of the State of Israex.
(Fortsetzung von Aus dem politischen Testament Rabbiner Hirschs)
Alle Gesetze, die die Gesellschaft für den Juden gemacht und mit denen
sie sich gegen ihn wie gegen ein wildes Raubtier absagte, sagten dem Juden:
Suche Geld, das ist das Einzige, was sie an Dir schätzen. Sei Künstler, sei
Dichter, sei Philosoph, Du bleibst ein Jud; aber werde reich und Du fängst
an, etwas zu bedeuten. Geld ist der einzige Zauberstab mit dem Du uns rühren
vermöchtest. Geld ebnet die Straße öffnet die Häuser und Herzen, macht die
Strenge des Gesetzes milden löscht das Tütelchen über dem ü des Jüden, gibt
dem Jud seine Endung und läßt das orientalische Wort Judin in seiner deutschen
Endung Jude deklinieren.
G. Schr. 3,156.
Seht da den Schacherer, mit dem dem Irdischen zugekrümmten Rücken, mit dem
nur Geld suchenden Blick seht da das auserwählte Volk auf Erden! Das.
Jawohl, das auserwählte Volk auf
Erden! Was hatte es werden müssen unter alle Erniedrigungen, wäre es eben nicht
dieses erwählte Volk gewesen! G. Schr. 3,157
Das dem Juden in seinem Wege durch die Geschichte nachschallende Gelächter
berührt inhn nicht, weil er von vornherein auf diees Gelächter vorbereitet
ward. Gen. 17, 17.
(wird fortgesetzt)
Quelle: דרש טוב לעמו Jüdische Monatshefte, herausgegeben von Rabbiner Dr. P. Kohn,
Ansbach, unter Mitwirkung von Rabbiner Dr. Salomon Breuer, Frankfurt a.M.
Jahrgang 6 Heft 9 u. 10 S. 215-221
Dr. Isaac BREUER: Die Züricher Konferenz der Gesetzestreuen - II.Katharsis (Erster Teil)
Die
Züricher Konferenz des Gesetzestreuen
II. Katharsis (1.Teil)
Von Dr. Isaac BREUER
Niemand wird die
vorstehenden Zeilen ohne Ergriffenheit lesen. Hier spricht ein Mann, dessen
Seele aufs innigste mit den Galuthgenerationen vergangener Jahrzehnte verknüpft
st; dessen Herz, denkt er der Väter,
ausschwillt vor grenzenloser Dankbarkeit und Gräber überdauernder Treue; dessen
Geist, ob er gleich Westeuropas Schulung erfahren, - und vielleicht gerade
deshalb in kindlicher Ehrfurcht vor dem Geist der Ahnen sich beugt, die den
Kerker der Galuth zur Galuthheimstätte Gottes und seines Rechts, zur
Triumphhalle der jüdischen Idee, zum Nährboden kostbarster jüdischer
Menschenblüten gewandelt haben.Er liebt
dieses Galuth, und er hat den großen Mut, diese Liebe in heutiger Zeit laut und
öffentlich zu bekennen. Er liebt dieses Galuth wegen der Ideale des Galuth, und
er fürchtet, daß die innerliche Abkehr vom Galuth die Abkehr von den
Idealendes Galuth zur Folge haben
könnte. אין שיעור רק התורה הזאת: Gottes Recht ist alles, was wir haben: das unermesslich hohe Wort,
im Galuth einst volle Wahrheit, wird die Zukunft es gleichfalls verwirklichen.
Mit solchem Maßstabe
wertet er die Konferenz in Zürich und kann zu froher Zustimmung nicht gelangen.
Mit Recht hält er sich nicht so sehr an die einzelnen Resolutionen, als
vielmehr an die ganze, ausgesprochen oder unausgesprochen, zu Tage getretene
Gesamtstimmung und fühlt sich mit seiner an die Galuthväter sich klammerden
Seele vereinsamt.
Hat er hierzu
Anlaß?
Unsere
Zeitschrift ist kein Zentralorgan des orthodoxen Judentums. Sie ging von
Anbeginn ihren eigenen Weg und hat daher auch heute keine Veranlassung, über
die Züricher Tagung sich in offiziellen oder offiziösen, mehr oder weniger die
Wirkung auf den Gegner berücksichtigenden Kundgebung zu verhalten. Sie schuldet
sich und ihren Lesern Offenheit
Die Konferenz hat
beschlossen, den Versuch einer Kooperation mit anderen Organisationen vor dem
Friedenskongress, gegenüber den Mächten, zu unternehmen. Klipp und klar aber
hat sie zugleich zum Ausdruck gebracht, daß sie von der Notwendigkeit dauernde
Selbständigkeit der auf der Konferenz vertretenen orthodoxen Organisation
überzeugt und daß sie von den Willen beseelt sei, in dieser Selbständigkeit zu
verharren.
Die Kooperation
mit der zionistischen Organisation gegenüber den Mächten wird also nur möglich
sein, wenn der Zionismus einwilligt, die haltlose Fiktion, er selber
repräsentiere ausschließlich die jüdische Gesamtheit, fallen zu lassen, wenn er
sich mit der organisatorischen Selbständigkeit der Orthodoxie abfindet und ihr,
auch gegenüber den Mächten, die Stellung zuweist, auf die ihre Würde unbedingt
Anspruch hat.
Man hat von der
Konferenz in Zürich eine eindeutige Antwort auf die Frage erwartet, ob die
Orthodoxie den organisatorischen Anschluß an den Zionismus wolle oder nicht.
Die Antwort ist
gekommen.
Sie lautet :
Nein!
Es hätte der in
diese Zeitschrift stets zum Ausdruck gelangten Anschauung mehr entsprochen,
wenn die Orthodoxie zunächst in voller Selbständigkeit den Versuch unternommen
hätte, Zutritt zum Friedenskongress zu erlangen, und es den Mächte überlassen
worden wäre, die ihnen gegenüber natürlich letzten Endes unvermeidbare
Kooperation mit der zionistischen Organisation herbeizuführen. Nur schwer haben
sich die der Zeitschrift innerlich nahestehenden Delegierten dazu entschlossen,
ihre Zustimmung dazu zu geben, daß der Versuch der Koooperation sofort geschehe
und nur im Falle seines Misslingens die Orthodoxie den Weg nach Paris
selbständig suche. Sie fanden den Mut zu solchem Entschluß, nachdem ihre
Forderung auf ein öffentliches Bekenntnis zur Abkehr von der zionistischen
Organisation, zur organisatorischen Selbständigkeit der Orthodoxie auf sichere
Annahme rechnen konnte. Eines ihren Gegensatzes und ihren organisatorischen
Trennung gegenüber den zionistischen oder sonstigen Unjudentum bewußte
Orthodoxie kann die Fährnis einer Verhandlung mit den Vertretern des Zionismus
vielleicht übernehmen, ohne eine prinzipielle Verwirrung der Geister als
sofortige Folge befürchten zu müssen.
Selbständigkeit
der Orthodoxie, wie sie die Konferenz proklamiert hat: das ist doch wohl
dasjenige, wofür die sogenannte Trennungsorthodoxie stets gekämpft hat.
Selbständigkeit der Orthodoxie bedeutet nichts anderes alsihre Trennung von areligiösen oder irreligiösen
Judentum, zu der sich weder die Konservative der Reformgemeinden noch die
misrachistischen Fraktionäre des Zionismus verstehen wollen.
In einer
Orthodoxie, die das Prinzip der Selbständigkeit auf ihre Fahne schreibt, die
ÜBERZEUGUNG VON DER Notwendigkeit dieser Selbständigkeit ausspricht und ihren
festen Willen erklärt, in ihrer Selbständigkeit zu verharren, können doch wohl
nicht gut Männer an führende Stelle gelangen, die zur Reformgemeinde oder zum
Zionismus in Verhältnis der Abhängigkeit stehen, die gewissermaßen kontraktlich
zu einem solchen Wohlverhalten verpflichtet sind, das weder die areligiöse noch
dieirreligiöse Einheit irgendwie
gefährdet.
Können wir also
nicht vollauf zufrieden sein?
Sowohl Frankl,
der Präsident der orthodoxen ungarischen Organisation, wie Rabbiner Breuer, der
Präsident der deutschen FreienVereinigung, haben den Beschlüssen der Konferenz zugestimmt. Die
Einheitsfront der Weltorthodoxie gegen Zionismus und Neologie scheint
errichtet.
Warum triumphiert
also der Epilogiker nicht?
Warum ist er mit
dem Gefühl der Vereinsamungvon dannen
gezogen?
Zwei
Erscheinungen sind es, die zu denken geben.
Zunächst zeigte
Zürich in erschreckendem Maße die Herrschaft der zionistischen Phrase bei der
westeuropäischen Orthodoxie.
Viel unechtes,
den Zionisten entlehntes Pathos musste man über sich ergehen lassen, und die Öffentlichkeit
der Verhandlungen, verbunden mit dem anscheinend sehr weit verbreiteten
Bedürfnis nach Applaus mag mancher Redner bewogen haben, seinen religiösen Zionismus
mit viel Gebrüll und bersekerhaftem Gestus der Züricher Menschheit bekannt zu
geben.
Religiöser
Zionismus: das ist das eine.
Es genügt
wirklich nicht, die Juden als Juden als Religionsnation zu proklamieren, um
alsdann munter ins nationale Fahrwasser zu gleiten, das Galuth als nationales
Unglück zu erachten und Palästina als nationales Land zu begehren.
Die
organisatorische Selbständigkeit der Orthodoxie hat ihre ideelle Selbständigkeit
zur unbedingten, zur unerläßlichen Voraussetzung.
Hieran scheints
bei uns im Westen noch stark zu fehlen.
Zionismus in orthodoxer Verkleidung ist eitel
Mummenschanz.
(Fortsetzung folgt)
Quelle: דרש טוב לעמו Jüdische
Monatshefte, herausgegeben von Rabbiner Dr. P. Kohn, Ansbach, unter Mitwirkung
von Rabbiner Dr. Salomon Breuer, Frankfurt a.M. Jahrgang 6 Heft 1 u. 2 S. 56-62
(Fortsetzung von Aus dem politischen Testament Rabbiner Hirschs)
Unsere Hasser, die durch Verlästerung uns in die Gemüter der uns
umgebenden Bevölkerung Haß säen, tun dies aus Eigennutz, um sich durch unsere
Plünderung zu bereichern und beweisen eben damit, daß wir noch immer nicht so
schlecht sind wie unsere Verlästerer.Ps. 44,1
Jud ist das Sprichwort für allessittlich Verächtliche und Gemeine unter
den Völkern geworden Ps. 44,15
Die Völker, die Jissroél verfolgten und ihm verlästernd das Recht des
Daseins absprachen, standen sittlich viel tiefer, gewiß nicht höher als
diejenigen, die die Zielscheibe ihres weltgeschichtlichen Steinwurfs waren.Ps. 86,14
Es gibt wenig Neues unter der Sonne und die geschichtlichen Erscheinungen
im Großen sind so alt wie die Geschichte. So oft man von oben herab ein Volk
drücken wollt, gab man ihm gerne ein anderes Volk preis, das es drücken konnte,
um sich für den eigenen Druck schadlos zu halten. Ex. 1,9
(wird fortgesetzt)
Quelle: דרש טוב לעמו Jüdische Monatshefte, herausgegeben von Rabbiner Dr. P. Kohn,
Ansbach, unter Mitwirkung von Rabbiner Dr. Salomon Breuer, Frankfurt a.M.
Jahrgang 6 Heft 9 u. 10 S. 215-221
(Fortsetzung von Aus dem politischen Testament Rabbiner Hirschs)
Der Judenhass läßt sich nicht abhandeln. Ob Du als ganzer, halber,
viertel oder achtel Jude ihm gegenüberstehst.Ges. Schr. 6,67
Die Juden sind unsere Feinde und meinen es nicht ehrlich mit uns, Hat ja
das böse Gewissen der Völker auch in späteren Zeiten sie verdächtigt, es mit
den Landesfeinden, den Mauren, den Türken, den Franzosen, zu halten. Ex. 1, 10
Alles, woran sie sonst Freude haben konnten, verlor den Wert in ihren
Augen, weil auch Juden da waren, will sie och Juden nicht von allem ausschließen
konnten: gingen sie ins Theater, waren Juden da, in den Circus, waren Juden da.
Ex. 1,12
Ihr, nichtjüdischen Männer da ist keiner unter Euch, dem nicht das Blut
stocken würde beim Gedächtnis der Gräuel, die euer Vater an den Juden ihrer
Zeit sich erlaubt. Da ist keiner unter Euch, der teil haben möchte an der
Wiederkehr solcher Greuel. Und doch nicht der, der dem Geächteten den Dolch
in die Brust stößt, hat ihn getötet, sondern der, der über den Unschuldigen die
Acht ausgesprochen! Oder meint Ihr etwa, die Aufklärung der Zeit bürge für
Nimmerwiederkehr solchen entfesselten Fanatismus? Sehet Euch um sehet die
Zeichen der Zeit und seiet gewarnt.Ges. Schr. 1,78
(wird fortgesetzt)
Quelle: דרש טוב לעמו Jüdische Monatshefte, herausgegeben von Rabbiner Dr. P. Kohn,
Ansbach, unter Mitwirkung von Rabbiner Dr. Salomon Breuer, Frankfurt a.M.
Jahrgang 6 Heft 9 u. 10 S. 215-221
Die Zionisten wollen, daß demnächst in Deutschland ein großer Judenkongreß
stattfinde, an dem Deutschlands Juden das Bekenntnis zur jüdischen Nation
ablegen und damit den Anschluß an die nationaljüdische Bewegung finden sollen.
Die Gesetzestreuen werden sich, soweit sie klarer Erkenntnis fähig sind und
ihr Urteil nicht auf ein Gefüge von Schlagwörtern aufbauen, an diesem Kongreß
nicht beteiligen.Die Gesetzestreuen
lehnen es ab, in der jüdischen Nation einen neutralen Boden zu erblicken, der
allen religiösen Richtungen Raum gewähren und allen gleiche Rechte einräumen
kann. Den Gesetzestreuen ist die jüdische Nation selber ein heiliger Boden, der
zwar alle Juden umfaßt, aber zugleich auch alle Juden in ihrer Beziehung zur
heiligen Bestimmung der Nation wertet. Gerade auf dem Boden der Nation
zerfallen somit die Juden in Gesetzestreue und Gesetzlose, und eine
Organisation oder Veranstaltung, die den nationalen Boden dazu mißbrauchen
will, um die nationale Emanzipation der Gesetzlosigkeit durchzusetzen,
versündigt sich am Geist der Nation nicht minder, wie sie sich am Geist der
objektiven religiösen Wahrheit längst versündigt hat.
Ist es nötig, all dies hier nochmals zu wiederholen? Wäre es denkbar, daß
es einer demagogischen Propaganda gelingen könnte, selbstbewußte gesetzestreue
Juden in den künstlich erzeugten Wirbel zu reißen?
Die Gesetzestreuen Deutschlands haben freilich begonnen, sich klar und
offen zur jüdischen Nation zu bekennen. Die Zionisten aber mögen es sich einmal
für allemal gesagt sein lassen, daß dies nicht wegen des Zionismus, sondern
trotz des Zionismus geschehen ist, daß in diesem Bekenntnis zur jüdischen
Nation die entscheidende und endgültige Abkehr vom Zionismus erblickt werden
muß.
Der Reform gegenüber hatte die Gesetzestreue die Eigenart des Judentums als
Komplexes ewig verbindlicher göttlicher Gesetzen Zeiten bezwingender göttlicher
Verheißungen zu betonen und festzuhalten. Sie hatte gegenüber dem Spott und
Hohn der Reformer auf den tiefen Gehalt dieser Gesetze, auf den Menschheit
beglückenden Wert dieser Verheißungen hinzuweisen und mußte sich damit
abfinden, wenn flachköpfige Gegner solche Methoden als Abkehr von der alten
Orthodoxie, als entscheidenden Schritt zur Reform zur Neuorthodoxie!
feierten.
Ein ähnliches Schicksal erlebt nun die Gesetzestreue am Zionismus. Nachdem
einmal der Nationalcharakter des Judentums als Losungswort in den Tageskampf
geworfen und damit seine weltgeschichtliche Sendung, die es unmittelbar mit dem
Menschheitsgott verknüpft, zum Gassengespräch geworden ist, muß die
Gesetzestreue, so peinlich es ihr auch ist, Dinge, die aufder Höhe der Welt stehen, in Zeitungen sowie
vor Krethi und Plethi zu behandeln, den Schleier vor dem tiefsten Geheimnis zu
lüften und muß dasWesen der jüdischen
Nation dem Zionismus nurdasgewissermaßen neutralen Gefäß für das
Schaffen des jüdischen Genius in all seiner Mannigfaltigkeit muß sie da s
Wesen der jüdischen Nation als unmittelbares Schöpferwerk des dreimal heiligen
Gottes, als heiliger Form heiligen Inhalts bekennen, und damit erst gänzlich
und für alle Zeiten sich vom Zionismus zu scheiden, der die Form entweiht, um
sie jeglichem Inhalt tauglich zu machen. Weil nun bei solchem Unternehmen auch
die die Gesetzestreue von der jüdischen von der jüdischen Nation zu redensich genötigt sieht, brechen platte Zionisten
nurgar zu gerne in ein Freudengeheul
aus, reden von Mauserung der Orthodoxie und schicken sich an, mit beiden Händen
den reuigen Sünder ins zionistische Mutterhaus zurückzuführen.
Wir werden uns hierüber nicht aufregen. Lassen uns dadurch auch nicht irre
machen. Nichts scheidet uns so sehr vom Zionismus, als gerade unser
Nationalbewußtsein. Zwischen Messianismus und Politizismus klafft ein Abgrund,
der schlechterdings unüberbrückbar ist.
Es scheint, daß die Gesetzestreue, wie ehedem die organisatorischen
Einheitsbestrebungen der Reform, so jetzt die gänzlich analogen zionistischen
Einheitsbestrebungen zu bekämpfen hat. Auch hierin zeigt sich die Wahrheit des
Satzes,daß der Zionismus im Grunde
nichts anderes ist, als die zu Ende gedachte Reform.
Auf der Religion als Form fußend, hörte die Neologie, genannt Liberalismus,
in den letzten vierzig Jahren nicht auf, für die Einheit der Religionsgemeinschaft
zu streiten, die zu organisatorischem Ausdruck gelangen muß.
Auf der Nation als Form fußend, will nun der Zionismus die Einheit der
Nationsgemeinschaft organisatorisch sich ausweiten lassen und wie die
Organisation der Neologie alle Anhänger der jüdischen Nation schlechthin, so
soll die Organisation des Zionismus alle Glieder der jüdischen Nation
schlechthin als völlig gleichberechtigt und dem Bekenntnis nach gleichwertige
Glieder umfassen.
Hier wie dort ein überaus törichtes Qui pro quo.
Die Religion der Neologie ist nicht die Religion der Gesetzestreue.
Die Nation des Zionismus ist nicht die Nation der Gesetzestreue.
Der zionistische Judenkongress ist nichts anderes alsder neologe Judentag seligen Andenkens.
Die Marke hat sich geändert, sonst blieb alles beim Alten.
Soll nun auf den vierzigjährigen Kampf um die neologe Organisation ein
ebensolanger Kampf um die zionistische Organisation folgen?
Ich denke: wir haben aus der Vergangenheit genug gelernt.
Ich denke: wir haben besseres zu tun, als den ewigen Kampf um leere
Organisationshülsen zu führen.
Organisationen sind nicht da, um Ideen zu ersticken, sondern sie sie sind
notwendig, um Ideen auf Erden einzuführen.
Judentum und Zionismus, Messianismus und Politizismus sind diametral
entgegengesetzte Ideen.
Schaffe sich jede ihre Organisation.
Und Gott entscheide, in welcher Organisation die Zukunft Israels ruht.
Quelle: דרש טוב לעמו Jüdische
Monatshefte, herausgegeben von Rabbiner Dr. P. Kohn, Ansbach, unter Mitwirkung
von Rabbiner Dr. Salomon Breuer, Frankfurt a.M. Jahrgang 6 Heft 1 u. 2 S. 6-9
The story of the visit
through the shaygetz Shlomo Lorincz of Ben Gurion, yimach shmam, to the CHAZON
ISH is in a new 3-volume book in English about the Brisker Rav. It says that
the Brisker Rav opposed that visit, but told kanoyim not to publicly criticize
the Chazon Ish because then the Brisker Rav would have to leave Yerushalayim.
WHY did the Chazon Ish take
time to allow that beast B-G in to his home EVEN regarding the issue of
"national service" for frum girls?? And of course it wasn't only the National Service that was traif, but
EVERYTHING of the medinah.
THEN, when B-G wanted to
visit the Brisker Rav, he went in a car to the Brisker Rav who told his
secretary (Navon, yimach shmo) that he did not want to be "known by the
authorities." The story says that Navon asked him if that also referred to
a Jewish leader, and the Brisker Rav said it applied even to Doeg and David
Hamelech. He did not allow B-G into his house.
WHY would the Brisker Rav
even give these answers to these klippas instead of not answering the door,
etc.??
CB, London
Yes, these questions
are brilliant!!!
Yes!! It is allowed to
ask questions about Rabonim Zatza'l regarding problem issues!! Not like the
party fake Hasidim who say "don't ask questions on the holy Rabbi אשריך!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
AT, Zionist Occupied Palestine
Good questions, even
Rabbonim sometimes making MISTAKES!
If chazon Ish zt"l had
a braveness (azus di'kdusha) he had to kill B-G, and not letting B-G to go out
his home as a live but as died
now imagine: if chazon yish
had kill B-G, AS PINCHAS BEN ELAZAR HACOHEN THE KANOY, HE WOULD SAVE WHOLE
JEWISH PEOPLE FROM B-G HANDS...
DG, Brooklyn
The poor Chazon Ish was old
and not healthy............
I have read the statements
in the book Ikvesei Hatson in the name of the Chazon Ish. However, it is more
than likely that since he was not a seasoned activist as some others, that he
was unsure of how to deal on a practical level with the implications of the
shalosh shevuas.
I
discussed this with a couple of people. And it would appear that things were so
pressured and confused in the first years after the medinah was created, that
the anti-Zionists themselves didn't know always which tactic to use and how. I
think it probably answers my questions. Unfortunately, the frumme Zionists use
even the slightest move even from the earliest days to justify themselves in a
very immature and stupid manner.
Picture: This book (1999)
DISAPPEARED, was taken off, from the catalogue, selling list from Feldheim !!!!
(Fortsetzung von Aus dem politischen Testament Rabbiner Hirschs)
Die Strömung der Völkerwanderung hat Europa fast überall mit Fremdlingen
bevölkert und dem Verweisungsdekrete germanischer Unduldsamkeit: Ihr gehört
nach Palästina hin! stellt die Geschichte unerbittlich die Gegenfrage
entgegen: Hat denn Deines Urahns Wiege hier gestanden?Gen. 45,11
In jüdischem Recht verleiht nicht die Heimat das Menschenrecht, sondern
das Menschenrecht die Heimat! Und zwischen Menschen- und Bürgerrecht kennt das
jüdische Recht keine ScheidungEx. 1,14
Nie war Land und Boden
sein Einigungsband, sondern die gemeinsame Aufgabe der Thauroh; darum ja auch
eine Einheit noch, wenn auch fern vom Lande (nenne man diese Einheit nicht
deutsch Volk, wenn man von diesem deutschen Wort das Merkmal gemeinsamen
Bodens nicht zu trennen vermag). Eben dieser rein geistigen Natur der
Volkstümlichkeit Jissroéls selber ist es darum auch überall zum innigen
Anschluss an Staaten fähig19
Bfe
Das allererste Rischus ging nicht vom Volke, sondern von oben aus war ein
Mittel der PolitikEx.
1,9
(wird fortgesetzt)
Quelle: דרש טוב לעמו Jüdische Monatshefte, herausgegeben von Rabbiner Dr. P. Kohn,
Ansbach, unter Mitwirkung von Rabbiner Dr. Salomon Breuer, Frankfurt a.M.
Jahrgang 6 Heft 9 u. 10 S. 215-221
The
document, expose the deep commitment of first Saudi King to the United Kingdom
and his assurance to British authorities to give Palestine to the Jews.
The
controversial document, written as a notice to then British delegate Major
General Sir Percy Zachariah Cox, is yet another proof of Saudi royal family's
hostile approach to the Palestinian nation.
"I am the Sultan Abdul Aziz Bin Abdul Rahman Al Saud al-Faisal and I
conceded and acknowledged a thousand times to Sir Percy Cox, delegate of Great
Britain, that I have no objection to giving Palestine to the poor Jews or even
to non-Jews, and I will never ever violate their [the UK] orders," read
the note signed by King Abdul Aziz.
The note also expose the extent of Saudi royals' fidelity to the UK government.
Britain used to attaché great importance to Saudi Arabia in 1930s, as it was
located along the shortest seaway to India and Australia throughout the Red Sea
and shortest air route to the east. Saudi Arabia was also close to the main
British motor route and oil pipeline between Iraq and Palestine through
Transjordan.
The ruling of Al Saud family also added to the importance of Saudi Arabia for
Britain, as the UK believed ibn-e Saud kings could greatly influence the Arab
countries
Mahmoud Zahar, member of Hamas' negotiating team in
Shalit deal tells Haaretz Israex had agreed to lift blockade as part of deal in
talks with a German mediator long ago.
???
The soldier
put back on a military uniform and is shown hugging Netanyahu yimach shmo
....Yisrael Meir Hirsch and Co . must be very happy!!!!!
A Satmar guy
(Zalmoni) from Monroe said horrified They (the Zionists, red.) liberated
thousand Terrorists
List103: Jewish Bibliography and other Reference Works (A printed version of
this list will be sent at request)
List102: Publications on Zionism (until 1948). This list is not on paper
available.
Recently updated:
List93: History of the Jews in the Netherlands (publ. in English, German and
Hebrew)
List90: German Judaica 1800-1938
List82: German publ. by Rabbi's and Jewish teachers 1800-1940
Forthcoming lists:
- Modern Spinozana (nov. 2011)
- A unique collection on Jewish mysticism
- Christian Hebraists
Please do not hesitate to ask us for any further information and/or photographs
of the books offered
A EHRLICHER YID FUN BROOKLYN DENOUNCES ABASS ZIONISM
Abbas
Supports Zionism
Here is the statement of the president of the zionist-sponsored PA:
Abbas urged the Palestinian people to refrain from violence, saying
anything other than peaceful moves will harm us and sabotage our endeavors.
And he asserted twice that his aim was not to isolate or delegitimize
Israex a charge Israex often levels at the Palestinians and their supporters.
No one can isolate Israex. No one can delegitimize Israex. It is a
recognized state, he said. We want to delegitimize the occupation, not the
state of Israex. The occupation is the nightmare of our existence.
Abbas, you know, the president of the
NK-supported Zionist controlled police force operating out of Ramallah and
protected by the Zionists, seeking a seat in the UN for their group...
Dear Wespac: I saw the article about your posters in the NY subways
calling for an end to military aid to the state of "Israex."
I assume you have already anticipated a raving hysterical onslaught from
the Israex-First industry, especially in NY.
They control the agenda and the narrative for what has happened in
Palestine for the past 60 years, and I assume the MTA metro authorities will
obey them.
As an Orthodox Jew opposed to Zionism, I can only express exasperation
at the extent of what I consider to be Zionist mass psychosis, including, of
course, among the Jewish People. If anything your message is too mild. Imagine
if you had used a poster showing the actual suffering, homeless, and wounded
Palestinians asking for their land (akin to what is shown about places like
Rwanda). The Zionists would call in the NATO forces against you!
Anyway, I hope your message spreads so that Zionism, which is racist,
brutal and barbaric will, like apartheid, becomes a thing of the past.
Yours truly,
Antizionist Jew,
Brooklyn (NY)
WESPAC Foundation provides outreach and community to
individuals, groups and leaders in civic and religiousorganizations in greater Westchester who find
themselves without a voice or support system for their progressive positions.
A EHRLICHER YID FUN BROOKLYN COMMENTS ZIONIST COVER UP
Palestinian Authority at UN
ANYONE who follows the news
knows that the PA mafia is working to obtain recognition as the government of a
"state" in the United Nations.
This would be the FIRST
time in the history of the United Nations that the UN would
"recognize" a new state that is not a state. It isunder
total occupation and oppression by the Zionists, is not a government, has
no power over its own land and people, and is supported financially and
militarily by the Zionist occupier to control its own people.
1) The PA is funded and
supported with weapons to serve as the police over the Palestinians for the
Zionists. Despite any disagreements, the PA bows to the Zionists for its power,
money and arms.
2) The PA is administered
by General Dayton who is answerable to the CIA with the Mossad.
3) The territory said to be
"independent" is surrounded by Zionist control over land, sea, air
and water with walls.
4) The PA seeks a two-state
solution preserving a Zionist state in the Holy Land at the expense of the
majority of Palestinians and gives up 77% of Palestine to the Zionists.
Therefore any "askanim" who, chas vesholom, should speak in
the name of "anti-Zionist Jews" and who publicly speak in favor of
this activity with the UN will be in fact helping to strengthen Zionism, and if
this should happen must be criticized as encouraging collaboration with Zionism
exactly as any other orthodox Zionists such as Mizrachi, Agudah and Satmar/Eyda.
Any anti-Zionist
orthodox askanim must clearly state that anti-Zionist orthodox Jews cannot be
associated with any organization or activity that is supported by the Zionists
and that recognizes the Zionists anywhere.
Architects
& Engineers: Solving the Mystery of WTC 7
9/11 Prejudice = Contempt Prior to Investigation
Video
There is a
principle which is a bar against all information, which cannot fail to keep a
man in everlasting ignorance - that principle is contempt prior to
investigation. http://www.informationclearinghouse.info/article28906.htm
וגידופין ואיומים נוראים ושקרים וכזבים על כלמי שאינו
נמשך אחר דעותיהם ואינו הולך בעקבותיהםומגלים פנים
בתורה שלא כהלכה ברוב הבלים עד אין שיעורוערך, כיאין
קץ לדברי רוח, אבל אברך את ה' אשר יעצני שלא
להתחשב
כלל עם כל דבריהם כאפס וכאיןהמוחלט".
תפילת "ולמלשינים אל תהיתקוה"
והעיד הרה"ג ר' ישי העכט זצ"ל שהיה מגדולי
חסידי בעלזאלפני מרןהגאב"ד מסאטמארזצוק"ל, שבעצמו שמע מפה
קדשו שלהרה"קמהרי"ד מבעלזא זצוק"ל שאמר פעם
ברבים: "כשאומרים ולמלשיניםאלתהי תקוה, צריך לכוון על הציונים ועלהמזרחים (and today Agudisten and Tsevuim!
)וכעין זה העיד
הרה"צ רבי דוד האלבערשטאםזצ"ל מקשאנוב לפני
מרן הגאב"ד מסאטאמר זצוק"ל, ששמע מפה קדשו
של הרה"ק מציע שינובזצוק"ל אשר שני
שבועות קודם להסתלקותו אמרבזה"ל: "אם היה בכוחיהייתי מתקן שיזכירו את הציונים בברכתולמלשינים", אך מרן מסאטמארזצוק"ל העיר ע"ז שאין צורך
לתקן להזכירםבשמם, כי הכוונה הרי
ממילאעליהם שהרי לא נמצאו מיניםכמותם, ועל מי הכוונה
אם לא עליהם.וכה אמר מרן זי"ע בס"ג תרומה תשי"ד: מקובלני מפי
תלמידיחכמיםמובהקים ויר"ש מדור שלפנינו
שצריכיםלכוון בברכת ולמלשינים אתהמינים והאפיקורסים הללו (הציונים) שישפילם השי"ת.
Der
Studienverband JESCHURUN, JUDENTUMGEGEN ZIONISMUS trauert um die
Opfer des schrecklichen Terroranschlags von Oslo und auf das Jugendlager der
Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Norwegens. Der pro-zionistischer Verbrecher
mordete zielgerichtet gegen den, von ihm und seinesgleichen tief verhaßten,
marxistischen Multikulturalisten" und den Moslems. Wir teilen Schmerz und
Trauer der Angehörigen, der Freunden, des gesamten norwegischen Volkes und wir
versichern ihnen auf diesem Wege unseres tiefsten Mitgefühls und unserer
Anteilnahme.
Möge der
Schöpfer der Welt die Hinterbliebenen trösten und ihnen Kraft geben. Nahe
ist Gott Herzgebrochenen, und Gemütsgedrückten hilft Er (Psalm 34:19).
xxxx
Massacre in Norway - the Fruit of Anti-Muslim Racism
Erschienen in דרש טוב לעמוJüdische Monatshefte 1/12 Tewes 5674 Dezember 1914S. 432-435
Wenn
wir trotz des engen Zusammenhanges dieser Monatsschrift mit dem Rabbiner der
FrankfurterReligionsgesellschaft diese
Überschrift wählen, so wird jeder einigermaßen unbefangene Leser ahnen, daß es
sich um die Schilderung einer typischen Erscheinung handelt, losgelöst vonjedem persönlichen Gegensatz. Wir glauben,
daß gerade die jetzige Zeit des Burgfriedens sehr geeignet ist, jene Klärung zu
schaffen, welche später, in so Gott will baldigst eintretenden friedvollen
Zeiten ein besseres und reineres Arbeiten gestattet. Die im Innern kampflose
Periode kann füglich am besten dazu dienen, Hässliches wegzuräumen. Denn heute,
wo das alles wie eine längst entschwundene Vergangenheit erscheint, kann man
objektiver darstellen, und manches, was man selbst miterlebt, erscheint einem
unmöglich. Man fragt sich als wäre man der Reiter über den Bodensee wie
konnte nur rein solcher Zustand Platz greifen? Und doch handelt es sich letzten
Endes um etwas Alltägliches. Es war immer so, daß schwache Positionen von der
Verkleinerung des Gegners lebten. Der spätere Geschichtsschreiber der
Orthodoxie wird dem in der Überschrift genannten Kapitel einen ziemlich großen
Raum gewähren müssen. Er wird dabei aber wahrscheinlich weiter zurückgehen, auf
die Gründung der israelitischen Religionsgesellschaft. Es kann hierbei ganz
gleichgültig sein, welche Ansichten die Gründer geleitet haben; ihr Bestand war
und bleibt ein Memento für die Orthodoxie überhaupt. Ganz einerlei, welche
Entwicklungsmöglichkeiten die Religionsgesellschaft in sich barg oder birgt;
sie war und ist nun einmal ein vielen unbequemen Suchregen einer Minorität
innerhalb der Orthodoxie. So lange eine Minorität ihrer Prinzipien bewußt ist,
wird sie stets exclusiv sein; in dem Augenblick, wo eine Minorität in die rage
de nombre verfällt, wird sie krank und fängt an sich ihrer Vergangenheit im
Stillen Gemachzu schämen. Andererseits
lehrt jedwede parlamentarische Erscheinung; daß es nichts rücksichtsloseres und
tyrannischeres selbst gegen ihre alten Freunde, die Unentwegten in ihrer
Mitte, gibt, als eine Minorität, die regierungsfähig geworden ihre Zeit
gekommen glaubt. Nun hat sich entschieden wir glauben, das bestreitet Niemand
in den jüngstenJahren innerhalb der
ganzen Orthodoxie eine Wandlung vollzogen; man war es in weiten Kreisen müde,
nur auf den engen Zirkel der wirklichen Gesinnungsgenossen beschränkt zu sein;
man strebte nach einem Platz unter der Sonne. Dieselben Erscheinungen, welche
seit 1978, seit den Angriffen auf die durch die Emanzipation errungene
Stellung, die auf S.R. Hirschs Gedankengang aufgebaute Anschauung jeder
Expansionsfähigkeit beraubten, führten dazu, daß in Vielen sich ein stiller
Widerspruch gegen den ganzen Gedanken selbst bildete, in vielen von denen
sogar, welche äußerlich einer sogenannten Austrittsgemeinde angehörten. Der im
letzten Jahrzehnt des neunzehnten Jahrhunderts so mächtig gewordene
Organisationsgedanke, geboren zunächst aus den Abwehrbestrebungen, verschärften
diesen Widerspruch; denn täuschen wir uns nicht, eine Austrittgemeinde, welche
ein Credo der Gesinnung in sich birgt, ist gerade nicht das beste Ferment von
Organisationsbestrebungen. Dazukam,,daß unseres Erachtens in dem
Aufbau der Austrittsgemeinden ein Fehler liegt, indem Credo nur von den Vorstandsmitgliedern
verlangt wird; es entziehtdieses sich
unserer Kenntnis, ob selbst dieses Minimum in vielen von denen sogarsich unserer Kenntnis, ob selbst dieses
Minimum in irgend einer Austrittsgemeinde statuarisch festgelegt ist. So
entwickelte sich allmählich innerhalb der Austrittsgemeinden dieselbe
Verwirrung wie sie innerhalb der Gesamtgemeinden bezüglich des
Religionsgesetzes besteht; letzteres ist da, schwebt über dem Ganzen, ist aber
für den einzelnen nicht verbindlich. Selbst in der Frankfurter
Austrittsgemeinde ist der Prozentsatz der Nichtausgetretenen ein sehr
erheblicher; bei demokratischer Auffassung konnte wohl hie und da der Versuch
gemacht werden, auch diesem wesentlichen Bruchteil prozentnormmäßigzu erkämpfen. Dadurch aber wäre das große
Ziel näher gerückt, auch die Austrittsgemeinde in das Gefüge der gesamten
Organisationen einzufügen; letztere wären ja ohnehinso gestaltet worden, daß es aufeine Nuance mehr oder weniger nicht
angekommen wäre. Es muss einer sehr eingehenden Untersuchung vorbehalten
werden, die Frage zu erörtern, wie weit die Organen der Austrittsgemeinden
selbst die Schuld dafür beizumessen ist, daß sie eben nur als eine Nuance
erscheinen.
Wenn
nun irgend ein Organ sich gegen diese Entwicklung stellt, dann stört es stille,
unermüdliche Arbeit von einem Jahrzehnt undbildet das geeignetste Objekt des Hasses bei all denjenigen, welche an
jener Arbeit beteiligt waren. Da ist vor allem Dinge die Jugend mit ihrem
ungestümen Tätigkeitsdrang; wer möchte diesen missen? Allein es wäre da
dochnoch eine Kleinigkeit zu sagen: Wie
lautetdoch das hübsche Wort? Mann kann
nicht immer negieren, man muss positiv arbeiten, mitarbeiten. Wenn nun jemand so
starr ist, daß er auch der positivsten Mitarbeit keine Konzessionen des Prinzips
machen zu können glaubt, und nach diesem Worte handelt, muss er da nicht den
Ingrimm der also gehemmten Jugend bedacht werden?Noch dazu, wenn man zur rechten Zeit die
Jugend darauf hinweist, daß alle Versuche immer und immer wieder an diesem
Hindernis scheitern? Man braucht wirklich bloß die Opposition mit dem wenig
schön klingenden Beinamen einer Obstruktion zu versehen und weniger Sachkundige
müssen entrüstet sein. Nur so ist es zu begreifen, daß man bis tief in die
Reihen der Orthodoxie hinein es wohl verstand und wohl auch zu würdigen wußte,
wenn man allen alles verzieh, wenn man mit allen möglichen Schattierungen
zusammen literarisch arbeitete, dagegen in den Austrittsgemeinden mit den
abgeschmacktesten Börsenwitzen von der Panke*) zur Hand war, als sich dem
Gehassten ein Organ erschloss. Man empfand eben die Konsequenz als störend und
bezeichnete sie als unfruchtbar. Seis drum; es ist ja ein eigenes Ding um die
starre Vertretung eines Prinzips; es ist vielleicht die größte Versuchung, die
je an einen denkenden Menschen herantritt, wenn er m ideeller Vorteile willen
ein Prinzip verleugnen soll, namentlich in einer Zeit, wie die vor dem Krieg,
in welcher eine stumpfe Anbetung der Masse sich breit machte. Aus diesen
Erwägungen erklärt sich die Fruchtlosigkeit des Richtlinienkampfes auf Seiten
der Orthodoxie; es war zu viel Haß im eigenen Lager, zu wenig Mut, zu wenig
Selbstvertrauen, doch genug, der Haß ist da, teils künstlich genährt, teils
innerlich, wie oben motiviert. Es ist gar nicht der Haß von Menschen gegen
Menschen, wie sehr man sich auch bemüht, Sündenböcke zu schaffen; es ist die
Entartung eines Kampfes der Weltanschauungen, es ist die Folge vieler
Inkonsequenzen, es ist das vielleicht unbewusste Streben, aus einer leidigen
Isolation herauszukommen. Es ist der Protest des Tatendranges gegen stille
Hut des Erkämpften, es ist der Imperialismus der Orthodoxie. Ob nicht dabei der
ganze Gedankengang S.R. Hirschs und der innere Wert seiner Schöpfungen zu
Grabe getragen wird, wer kann das heute ermessen? Transaktionsfähig waren diese
sicher nicht. Aber wir glauben Transaktionslustige werden bei der Thora auch
ihre Rechnung nicht finden. Wir aber hielten es für unsere Pflicht, den Abgrund
zu zeigen, an welchen dieser geschickt gezüchtete und ausgenutzte Haß führte.
Ernste Erwägung über vergangene Tage, klarer Blick für das Gegenwärtige,
Verantwortlichkeit gegen das Kommende werden ihm am besten begegnen und aus den
Hassenden werden Achtende werden.
ישתבח ist die Schluβbrocho der פסוקי דזמרה und faβt die Gedanken zusammen, die wir aus ihnen zur neuen Aneignung über unsere Beziehung zu Ihm geschöpft. Der Grundgedanke aller תהלות ist: ihm als König mit treuem Gehorsam zu huldigen und seiner Gröβe und Heiligkeit eingedenk zu bleiben, Seine Gröβe die sich in Liebe zeigt, und seine Heiligkeit, vor der nichts Gemeines und Schlechtes besteht. Alles, was an schauender Begeisterung und Gröβenpreis, an Thatenschilderung und Gefühlesäuβerung, an Tribut der Macht und der Herrschaft, des Sieges, der Gröβe und der Allmacht, an Lob und Verherrlichung, Heiligung und Huldigung, Gehorsamgelöbnis und Dankbekenntnis der menschliche Geist zu denken und die menschlicheZunge zu sprechen vermag, bleibt nun in aller Ewigkeit Gott zugewandt, den wir ihn unsere Gegenwart wie die Väter in der Vergangenheit, als unsern Gott, als Lenker unserer Geschicke und Leiter unserer Thaten erkannt und erkennen. Die Lobgesänge, die wir gesprochen, sollen keine leere Wörter bleiben, das ברוך-Gelöbnis das Gelöbnis treuer, freudiger Erfüllung Seines Willens, soll ihre Frucht sein, der wie der Urquell aller Kraft, so der Gebieter über alles Preisen überragt, dem alle Bekenntnisse als Gott huldigen, den alle Wunder als Herrn der Weltordnung bekunden, der auch in den schauenden Gesangesliedern seiner Menschen eine Willfahrung seines Willens erkennt, Ihm, dem König, Gott, dem Leben aller Zeiten.
Yeshurun-Judaism
against Zionism says : Quite right! Antizionist Jews should consciously
boycottthe WHOLE range of Zionist
Export Goods, not only that one Brand! NK USA made a first step, better late
than never, and should continue in the right direction.
Can anyone explain why Osem
products are more traif than any other products made in the farsheltene Medinah???
Is it kosher to buy other
products that help maintain the Zionist economy and pay taxes to the Medinah,
but not Osem???
What is going on
here???
Do "Neturei
Karta" people buy other products from the farsheltene Medinah except
Osem???
Gevalt!!!
How did R. YD
Weiss get those packages of Osem to burn?? Did he buy them himself???
And what about
all the other packages of foods saying "Made in IsraXl" sold in Williamsburg???
Aren't those
products also supporting Zionism??? All companies making products in the Medinah
are partners with the Zionists!!
What is going on
here???
JESHURUN-JUDAISM
AGAINST ZIONISMwasnt waiting for
YDW or NK USAto makethe show against the Osemproducts;we boycottALL
Zionist products,better saidwe dont buy ANY product that
comes from the Zionist entity.
Samson Raphael HIRSCH: Kommentar zu Sprüche der Väter 6,2
Samson Raphael HIRSCH
Aus seinem Kommentar zurSprüche der Väter Pirkéi Owauss
פרק ששי
Kap. 6, 2: Rabbi Jehoschua, Sohn Lewis sagt: Tag für Tag geht eine Tochterstimme vom Berge Horeb und ruft aus und sagt: Wehe ihnen, den Menschen, ob der Zurücksetzung der תורה; denn jeder, der sich nicht mit der תורה beschäftigt, heißt Zurückgewiesen; denn es ist gesagt: Ein goldner Ring in Saues Rüssel, ein schönes Weib und unverständig.. Und es heißt: Die Tafeln sind Gotteswerk und die Schrift ist Gottesschrift, Choruss (eingegraben) auf den Tafeln. Lies nicht Choruss (eingegraben), sondern Cheruss (Freiheit), denn du hast keinen Freieren, als wer sich mit dem Lernen der תורה beschäftigt, und wer sich mit dem Lernen der beschäftigt, der wird erhöht, denn es heißt: Von Mattona (Gottesspende) nach Nachaliel (Gotteserbe)und von Nachaliel nach Bamoth (Anhöhe).
2. Die Offenbarung am Horeb hat ihr letztes Ziel im Kreisen der Menschen noch nicht erreicht. So lange es noch Menschen gibt, die die Gesetzeslehre dieser Offenbarung nicht in ihrem Werte erkennen und sie nicht für die geistige und sittliche Vollendung und Heiligung ihres innern und äußern Lebens verwerten, so lange steht der Horeb als ein Vorwurf für die Menschen da, und es geht unablässig der Echoruf von dem Horebwort: Nicht der תורה, des Menschen ist der Verlust und das Weh ob der Verkennung und Zurücksetzung der תורה.
נזיפה ist der Ausdruck des ersten Grades des Bannes, mit welchem ein geistig und sittlich Hochgestellter einen durch tadelnswertes Benehmen als seiner unwürdig aus der Gottesnähe der verwiesen, dem die geoffenbarte Gotteslehre äußerlich zu teil geworden, der ihr aber keinen bessernden und veredelnden Einflußauf sein inneres und äußeres Leben gestattet. Sein unveredeltes und rohgebliebenes Wesen ist durch dessen Gegensatz zu dem in der ihm erteilten Gesetzeslehre gezeichneten Ideal in eben dem Grade eine widerwärtige, aus seiner heiligen Nähe zu verweisende Erscheinung, wie ein leiblich schönes, geistig und sittlich hässliches Weib, dessen geistige Rohheit und sittliche Tadelswürdigkeit durch seine äußere Schönheit nur einen um so widerwärtigeren, zurückstoßenden Eindruck machen, je leibliche Schönheit ein Angebinde ist, das dem damit Bedachten eine stete äußere Mahnung an die geistig sittliche Harmonie und Schöne sei könnte und sein sollte, die er mit seinem ganzen innern Wesen anzustreben hätte, deren Nichtvorhandensein aber um so abstoßender wirkt, je mehr die äußerlich schöne Erscheinung den Gedanken auch des geistig und sittlich Schönen hervorruft und den Beschauer anmutend anzieht. Schade um den schönen Leib, spricht jeder, wie Schade um den goldenen Ring, den eine damit geschmückte Sau unbarmherzig in den Schmutz vergräbt.
Wie die תורה uns adelt, so macht ein hingebungsvolles wahres Studium desselben auch frei, frei von Irrtümern, frei von den Reizen sinnlicher Triebe und Begierden, frei von der herabziehenden, niederbeugenden Macht der mannigfachen Widerwärtigkeiten und Beschwerden des Lebens. Die Wahrheit knüpften die Weisen an die Umdeutung des חרותin חֵרות, um so mehr, als der Überlieferung zufolge die durchgrabene Schrift der Steintafeln selbst in dem םund םeinen ohne äußeres Band durch Gottesmacht getragenen freien Halt irdischen Existenzen vergegenwärtigte (מ וסמך שבלוחות בנס הם עומדין נחליאל במות).מתנה sind Bezeichnungen aus dem Brunnenliede (4 B.M. 21, 19) mit welchen auf die Wanderstationen des Mirjambrunnens hingewiesen wird, der unsere Väter auf ihre Wanderungen in der Wüste begleitete,und mit welchen hier füruns die Entwicklungs- und Aneignungsstufen bezeichnet werden, wenn wir uns von dem Brunnen der Gotteslehre auf unserer irdischen Wallfahrt geleiten lassen und den Trunk unserer geistigen und sittlichen Veredlung aus ihr schöpfen. Als מתנה, als von Gott gegeben, haben wir sie hinzunehmen, und wenn wir uns mit ihr ganz durchbringen, wird sie unter unverlierbares Gotteserbe und führt uns zu allen auf Erden anzustrebenden Höhen.
HE MAKES IT SOUND AS IF
THERE ARE NO FRUM ZIONISTS, AND THAT NO FRUM JEWS SUPPORT ZIONISM, THAT ZIONISM
IS UNRELATED TO ORTHODOX JEWS WHO ARE IGNORED BY THE MEDIA............!!!!
HERZL, HERZL, AND NO RABBIS INVENTED ZIONISM......NO ORTHODOX ZIONISTS, NO KOOK,
NO MIZRACHI, NO AGUDAH, NO "SETTLERS", NO HYPOCRITES.
Unfortunately
he does not answer the questions of the interviewer............he avoids the issues he is
asked AND teaches shalosh shvuas.........MORE THEOLOGY..........MORE
ABSTRACTIONS, MORE CONFUSION.........MORE AVOIDANCE...........
Rather let me state what it is not. By a process of elimination we may arrive at a right definition. The word orthodox in itself is insufficient. It expresses nothing positive about the Jewish faith. I would suggest Thora-true as more appropriate, were this Germanic compound acceptable as an English term. However, for our present purpose, we may use the term orthodox to designate the man or woman who lives in accord with Jewish faith and practice[1].
Is it fundamentalism?
Orthodox Jews have been called fundamentalists. The inference here is that the Jew puts a single interpretation on Biblical accounts, holds such exclusively true, and rejects as blasphemy every effort at reinterpretation. This charge is not half as amusing as it is untrue. Interpretation in Judaism has been not only a privilege but a duty. It is trough interpretation and reinterpretation that the Bible has remained a book of life. From the first Midrash, through the philosophical works of the Middle Ages down to the commentaries of our time, from Midrash Rabbah to Samson Raphael HIRSCH and Malbim, a thousand interpretations have been offered, each striking a new note, each offering a new nuance, each welcomed as a new contribution to the Thora[2].We never read of any Jew being read out of synagogue because of such interpretation. On the basis of the acceptance of Torah min hashomayim (Revelation), freedom has been allowed to individual ingenuity. Fundamentalism among the Protestant non-Jewish friends of the Bible rests on the Authorized Version (prepared by Gentile scholars of the 17th century) or some other translation of the original Hebrew text and the so-called New Testament, every letter of which translation or mistranslation they consider divine truth. Such fundamentalism is un-Jewish. But if Jewish Fundamentalism implies loyalty to such Jewish fundamentals as faith in God, in Revelation, in the binding character of Jewish Law, then every good Jew is a Fundamentalist.
Is it out of date?
Even among Jews we find some who consider orthodox Judaism as out of touch with modern times. Never did they err more profoundly. Jewish law develops through application of precedent to new conditions, exactly as English or American law does. Responsa of the rabbis, dealing with modern questions (for which the loyal Jew seeks the answer of the Lord), keep the Jew in rapport with changes in his environment, and with the problems of today and tomorrow. These Responsa accompany Jewish life all through history, and help the Jew to live with the Torah as with a law which is ever alive, fresh and clear with every new question and answer. Just as reinterpretation has given Jewish literature the best of Greek thought and the essence of Hegel and Kant, so, through application of precedent to new conditions, has Jewish practice remained vital and creative[3].
Judaism is in advance of our time, not only in its prophetic dream of the days when nation will not lift up sword against nation, but especially also in its social and marriage legislation.
Torah im Derech Eretz, the combination of the Judaic ideal with modern methods of transmission, has been a time hallowed postulate of Judaism.
The main disability of Orthodox Judaism lies in the fact that it is in this country at least largely unknown in in theory and rarely seen in fair operation[4]. Orthodox Judaism is not to be identified with the Ghetto conditions. It claims no inherent kinship wit inefficiency or lack of articulation. It does not deny or reject anything that is good and beautiful in modern culture. Its greatest handicap is the profound ignorance as to its character, function and destiny prevailing in the mind of the American Jewish youth. To the majority of American Israel, Orthodoxy is associated with unsightly mass habitation on the lower East Side. Torah-true synagogues are associated with a lack of decorum, a pulpit empty of message for the youth, and a profound disability to understand or to deal with the problems facing Jewry in this country.
Such weaknesses are due not to Orthodoxy but to the orthodox Jew. They are the results not of orthodox Jewish teaching or living, but of czarist oppression, sweatshop conditions and the average plight of the immigrant. Fundamentally and enduringly let us distinguish between Orthodoxy as a system of life and the present panorama of orthodox Jews in America. That conditions have been improving is well known. That the orthodox Jew is arousing himself, is becoming increasingly felt. But Orthodoxy is neither responsible for, nor to be associated with, the disabilities or faults of the American orthodox Jew.
.
(to be continued AND discussed - ask us for full text or go to Wikipedia)
[1] See the writers Essentials of Judaism Jew. Libr. I, p.15
[2]Typical instances are Talmudic. Interpretations of Biblical passages...
[3] Cf. ...Ibn Ezra and Hirsch with e.g. Rashis Commentary on the Torah
[4] See L. JUNG Living Judaism sub Jews and Judaism in America
Samson Raphael HIRSCH Sprüche der Väter 4,14 Kommentar
Samson Raphael HIRSCH
Aus seinem Kommentar zurSprüche der Väter Pirkéi Owauss
פרק רביעי
Kap. 4, 14: Rabbi Jochanan Hassandlor sagt: Jede Vereinigung aus reinen Beweggründen zu reinen Zwecken gelangt endlich zu Bestand; die aber nicht reine Beweggründe zu reinen Zwecken hat, hat schließlich keinen Bestand.
14. לשם שמים ist der Ausdruck für jedes Streben, welches das Gute um des Guten willen, ohne jede unlautere Nebenansicht zum Ziele hat. Jeder Verein, der zu gutem Zwecke ohne unlautere Nebenansicht zusammentritt, trägt, wie Abarbanell zu dieser Mischna bemerkt, eben durch diese gemeinsame Huldigung des einen guten Zweckes schon von selbst den Grund des Bestandes in sich, indem sich diesem gemeinsamen Ziele jedes Sonderinteresse unterordnet. Unlautere Beweggründe führen aber sehr bald die Vereinsglieder zu einem Wettkampf um Sonderinteressen, der den Keim zu einer früher oder später unausbleiblich eintretenden Auflösung in sich trägt.
The House of Representatives of the Netherlands has passed a bill that
bans religious slaughter of farm animals, though the Senate has yet to approve
the bill.
The
lower house approved the bill on Tuesday with 116 of the members in favor of
the ban and only 30 against it, AP reported.
The bill, which bans the slaughter of livestock without stunning it first, will
remove an earlier exemption that allowed Muslims and Jews to slaughter animals
according to their beliefs.
However, the Senate must also pass the bill in order for it to become enacted.
If enforced, the Netherlands will be the second country after New Zealand to
outlaw procedures that make meat halal for Muslims or kosher for Jews in recent
years.
Switzerland, the Scandinavian and Baltic countries banned the procedures in
pre-World War II era.
Dutch Deputy Secretary of Economic Affairs and Agriculture Henk Blekers said,
"The Cabinet will give its judgment over the proposed law after it has
been treated by both houses."
Meanwhile, Muslim and Jewish communities in the country have denounced the
move, calling it an infringement on their right to religious freedom. Around
one million Muslims live in the Netherlands, mostly immigrants from Turkey and
Morocco.
Halal means lawful or legal in Arabic and it is a term designating any object
which is permissible to use or any action allowable according to Islamic law,
applied commonly in reference to meat products, foodstuff, and pharmaceuticals
MPs
in the Netherlands lower house of parliament voted 116-30 on Tuesday to ban the
non-anaesthetised slaughter of animals. The Islamic halal and Jewish kosher methods of
slaughter will become illegal if the Senate approves the measure. The Bill, proposed by the Party for the Animals, is based
on the premise that those methods are less humane than slaughter with
pre-stunning. It gained support from centrist parties and the right-wing
Freedom Party of notorious Islamophobe Geert Wilders. Dutch Jewish groups are set to try to block it in the
courts as an infringement of the Netherlands constitution.
ZIONISTEN REAGIEREN HYSTERISCH VERBISSEN AUF FREEDOM FLOTILLA 2
No
credence to Israxl's claims
Morning Star
Wednesday 29 June 2011
Israxl's
hysterical overreaction to the Freedom Flotilla 2 Stay Human initiative has not
intimidated hundreds of brave people who are determined to challenge Tel Aviv's
illegal siege of Gaza.
They are gathering on a number of boats in several European ports ready to
take humanitarian aid to the beleaguered Palestinian people.
The amount of aid that they intend to deliver to Gaza will not affect
the level of Palestinian deprivation significantly, but it will be of crucial
importance.
The presence of campaigners from organisations in around 20 countries
will remind the Palestinian people that they are neither alone nor forgotten.
And the international publicity generated by the flotilla and how Israxl
reacts to it will fuel ever-growing numbers of humanity to take up the
Palestinian cause.
Israxl relied on the iron fist in May 2010, sending in its elite
commandos to assault the Turkish aid vessel Mavi Marmara, opening fire as they
abseiled onto the ship from their helicopters.
Not content with killing nine supporters of the Turkish IHH aid
organisation, the Israeli forces beat and robbed other peaceful campaigners.
They also enforced a news blackout before putting out their own doctored
film coverage, complete with obligatory anti-semitic comments, including
references to nazi death camps, said to have been uttered by the
pro-Palestinian activists.
Israel's refusal to return film recordings and mobile phones is eloquent
testament to the reality of what took place.
The Netanyahu government's dirty tricks department has been at it again,
trying to misrepresent the mission and the motives of those taking part.
Freedom Flotilla 2 Stay Human has conducted non-violence resistance
lessons for participants and insisted that there should be no violent responses
to any assault on their vessels.
However, Israxl has tried to ratchet up tension by claiming to have
"intelligence assets" inside the flotilla who have identified
individuals intent on using "chemicals" against Israeli troops.
However, not too much credence should be given to these claims in light
of Israxl's record last year and the bizarre claims this week by "US gay
rights activist" Marc Pax, who said that he had been denied a place on the
flotilla because of his sexuality and to have then discovered that Hamas is
behind it.
Marc Pax is actually Guy Seeman, who works as an intern in Netanyahu's
office, although, needless to say, his actions were "without authorisation
and without approval."
The same goes for the Israeli government's threat to confiscate
journalists' equipment and ban them from Israxl for 10 years if they accompany
the flotilla.
Only when the Foreign Press Association in Jerusalem condemned this
"chilling message" as raising questions about Israxl's commitment to
freedom of the press did Netanyahu surface to deny that this was government
policy.
It probably isn't official government policy to sabotage the propeller
shaft of a boat in Piraeus harbour taking Greek, Swedish and Norwegian
passengers to Gaza, but it happened.
The US boat Audacity of Hope was also delayed after Israeli legal group
Shurat HaDin told the Greek authorities that the boat wasn't seaworthy,
necessitating a time-consuming inspection.
But ships are already sailing towards Gaza, including the Irish vessel
Saoirse, and two French boats.
The only European Union member state officially backing the flotilla is
Ireland, but every country has a responsibility to protect its own citizens and
defend international law during this forthcoming challenge to Israxl's
lawlessness.
Samson Raphael HIRSCH und unsere Zeit (3) Dr. Maximilian Landau
Samson Raphael HIRSCH und unsere Zeit (3)
von Dr. Maximilian Landau
II.
Ausbau und Weiterentwicklung sind aber die unabweisbaren Forderungen, die das Erbe S.R. Hirschs an unsere Zeit stellt. Wie die Verwerfung des Thora im Derech Erez-Prinzips und das als untrügliche Panacee angesehene Untertauchen in die geistige Existenzform des Ostens ein endgültiges Verlassen der Hirschschen Linie bedeutet, so ist auch die starre Konservierung des Hirschschen Systems in seiner ursprünglichen Erscheinungsform eine schwere Versündigung gegen seinen Geist und innersten Sinn. Das Erbe Hirschs von jeder Generation durch aktive geistige Besitznahme neu zu erwerben will auch von unserer Zeit in seinem eigentlichen Sinn neu erschlossen und gedeutet werden. Das Thora im Derech-Eretz Prinzip, das Schlüsselprinzip der Hirschschen Weltanschauung, ersteht uns heute in einer anderen und tieferen Bedeutung. Jene populär-bürgerliche Auffassung vom Thora im Derech Erez als einer praktisch-lebenskluge Devise: Für Gott und für Leut genügt uns heute nicht mehr, weil sie in ihrer Oberflächlichkeitden in einer höheren geistigen Sphäre entstehenden Verwicklungen nicht gewachsen ist. Nach einem halben Jahrhundert gereifterErfahrung und opferreicher Lehrjahre glauben wir heute das wahre Wesen dieser prophetischen Devise zu erkennen. Die landläufige Übersetzung von Thora im Derech Erez heiβt: Synthese zwischen Judentum und Menschheitskultur. Aber, was Hirsch wollte, war nicht Synthese. Sein Ideal, der Mensch-Jissroél, war nicht das Produkt einer noch so innigen Verkopplung oder selbst Verschmelzung zweierverschiedener Welten, sondern das war gedacht als eine vordifferenzielle, in keiner Entwicklungsphase auseinanderlegbare Einheit, ein Baum, aus einer Wurzel wachsend und seine Zweige nach vielen Seiten hin entfaltend, der Typus eines jüdischen Menschen ohne Naht und Bruchstelle, der jenseits alles Dualismus als Jude die Welt aufnimmt und gestaltet und sein Judentum aus der ganzen Fülle des menschlichen Daseins lebt. Denn Judentum und Kultur sind nicht kommensurable, auf einer Ebene liegende Begriffe. Kultur ist nicht eine festumrissene, ruhende Gröβe, der gegenüber nur zwei Verhaltungsweisen möglich sind: entweder vorbehaltlose, uneingeschränkte Bejahung und Hingabe mit allen Konsequenzen oder aber ängstliches Meiden und panische Flucht wie vor etwas Bösem und Verderblichem, sondern Kultur ist ein Prozeβ: eine stets im Fluβ befindliche Entwicklung, ein unaufhörliches Werden, das unserem bewuβten Eingreifen unterliegt, dessen letzter Ausdruck mit bestimmt wird von der Intensität unseres Mitschaffens, eine Funktion unserer gestaltenden Kraft.
Aus solcher Erkenntnis heraus erwächst eine unbefangene, souveräne Haltung, die eine neue Wertung erlaubt. Kultur ist uns heute da wir sozusagen schon in die Gesellenjahre unserer Mitarbeit am Kulturleben gekommen sind nicht mehr das Wundertier, das in geziemendem Abstand mit einer Mischung von Respekt und Furcht angestaunt wird. Sie ist für uns nicht mehr mit dem Nimbus der Unfehlbarkeit oder dem der Verruchtheit umgeben: wir haben ein freieres und vertrauteres Verhältnis zu ihr gewonnen, das uns in den Stand setzt, in souveräner Auswahl aus ihren Elementen unserem Leben einzugestalten, was dem Aufbau unserer jüdischen Persönlichkeit dienlich ist. Sie ist uns nicht mehr ein unheimlicher fremder Kontinent, an dessen äuβersten Rand wir uns mit schlechtem Gewissen schüchtern ansiedeln, sondern sie ist ein Stück unserer eigenen Welt, an dem, wie in jedem anderen Bereich unseres Lebens, die jüdische Aufgabe und Sendung sich zu bewähren hat.
Der gefürchtete Konflikt aber zwischen Glauben und Wissens, zwischen Sein und Sollen, Trieb und Pflicht oder wie man sonst die dualistischen Gegensatzpaare nennen mag, tritt nicht erst in die Sphäre auf. Man hat ihnnur aus Bequemlichkeit in diesem Bezirk lokalisiert. In Wirklichkeit hat er mit der Frage: Judentum und Kultur unmittelbar nichts zu tun: denn diese ewige Urkonflikte der Menschenseele wirken an jedem Ort und zu jeder Stunde, und ihnen entgeht, in welcher Verkleidung immer, auch der Jude nicht, der sich auf den engsten Bereich des Jüdischen beschränkt.
So stellt sich die Devise Thora im Derech Erez, weit entfernt davon, ihre Lebenskraft eingebüβt zu haben, unserer Zeit erst recht als ein Prinzip von zeugender Fruchtbarkeit und unendlicher Entfaltungsmöglichkeit dar. Seine sinngerechte Erfassung und Verwirklichung eröffnet ungeahnte Perspektiven für den Anteil jüdischen Geistes an der Weltkultur und für die Befruchtung des Geisteslebens der Menschheit durch die Thoraidee. Von einer so veränderten Mentalität des thoratreuen Juden, von seiner neu gewonnenen souveränen Haltung, Elastizität und geistigen Reichweite her sind neue unerhörte Gestaltungen denkbar. Man stelle sich vor, daβ Bergson, Freud, Husserl Juden im Hirschschen Sinne gewesen wären: die europäischen Kultur hätte heute ein anderes Gesicht.
Allerdings,das eine muβ gesagt werden: wenn es nicht gelingt, das Thorawissen der westlichen Judenheit auf einen höheren Stand als bisher zu bringen, bleibt Hirschs groβer Gedanke eine Farce und muβ unfehlbar zum Zusammenbruch führen. Reiches und lebendiges Thorawissen ist die stillschweigende unabdingbare Voraussetzung für jede Reform und Neuorientierung. Thora und Profankultur sind ein System kommunizierender Röhren. Nur wirkliches, inniges Erfülltsein von Thorakenntnis und Thorageist gibt die Gewähr für eine gesunde allseitige Entwicklung der jüdischen Persönlichkeit.Aber die Aneignung jüdischen Wissens braucht nicht den gleichzeitigen Erwerb anderer Bildungsgüter auszuschlieβen. Es ist eine Frage der Lehrtechnik, der Organisation und Zeiteinteilung, dem jungen Menschen das ausreichende Maβ jüdischen und profanen Wissens zu vermitteln, das eine harmonische Ausbildung gewährleistet. Es kommt nicht auf oft unverdaute Mengen von Wissensstoff an, sondern auf die Eignung, lebendiger, innerlich verarbeiteter Bestandteil der Gesamtpersönlichkeit zu werden.
Seit einem Jahrhundert befindet sich das jüdische Volk in einer neuen Epoche seines Schicksalswegs, die im Zeichen der Auseinandersetzung mit der Menschheitskultur steht. Diese Entwicklung ist unwiderruflich.Geistige Prozesse sind nicht mehr rückgängig zu machen. Trotz hie und da auftretender politischer Beschränkungen und wirtschaftlichen Schwierigkeiten läβtsich das jüdische Volk seine Teilnahme am allgemeinen Kulturleben nicht rauben. Daβ sie dem Judentum und der Menschheit zum Segen gereiche, wird nicht zuletzt die sinngerechte Verwirklichung jener groβen und fruchtbaren Losung herbeiführen, die ein genialer Führer mit weitschauender Voraussicht über die Zeiten hinweg verkündet hatte, der Losung: Thora im Derech Erez.
Quelle: NACHALATH ZWIEine Monatsschrift für Judentum in Lehre und Tat herausgegeben vom Vorstand der Rabbiner-Hirsch-Gesellschaft VII. Jahrgang
Teil des Studienprogramms von Jeschurun Judentum gegen Zionismus
Samson Raphael HIRSCH Komm. zu Pirkéi Owauss Kap 3, 6
Samson Raphael HIRSCH
Aus seinem Kommentar zurSprüche der Väter Pirkéi Owauss
Kap. 3, 6: Rabbi Nechunja, Sohn Hakanas sagt: Wer das Joch der תורה auf sich nimmt, von dem entfernt man das Joch der Herrschaft und das Joch des bürgerlichen Lebens. Wer aber das Joch der תורה abwirft, dem legt man das Joch der Herrschaft und des bürgerlichen Lebens auf.
6. Der Jude hat eine doppelte Last zu tragen, die besondere Last, die ihm die Landesherrschaft auferlegt, weil sie ihn als Fremde in ihrem Lande betrachtet, und die Last, die er mit allen andern Menschen gemeinsam trägt, die aus den natürlichen Verhältnissen des bürgerlichen Lebens folgt. Wer sich unter das Joch der תורה begiebt, wer sich mit seinem ganzen Leben in den Dienst der תורה stellt, den drücken alle diese Lasten nicht, er trägt sie freudig mit als Teil seiner von Gott ihm auferlegten Bestimmung. Wer aber den Gott schuldigen תורהDienst wie ein Joch abwirft, der meint Wunderwie frei er sich damit macht, und sieht nicht, wie damit alle anderen Lasten des politischen und bürgerlichen Lebens erst zu niederdrückenden Bürden werden, denen gegenüber ihm die Widerstandskraft fehlt, die nur der Dienst der תורה verleiht, und heiterer, nimmer zu trübenden Lebensmut, der nur im Dienste der תורה zu schöpfen ist.
Samson Raphael HIRSCH und unsere Zeit (2) Dr. Maximilian LANDAU
Samson Raphael HIRSCH und unsere Zeit (2)
Von Dr. Maximilian Landau
Wenn nun angesichts der gewiβ noch unzulänglichen praktischen Resultate des Hirschsschen Erziehungssystems manche aus begreiflicher Sorge um die weitere Entwicklungschon die Verfehltheit des ganzen Systems feststellen wollten, so haben die sie den Charakter und das Ausmaβ des Hirschschen Erziehungswerks durchaus verkannt. Eine Losung von so weitreichender Bedeutungund umwandelnder Kraft war von Hirsch nicht bloβ für eine Generation allein aufgeworfen worden, sondern war bewuβt als Einleitung einer neuen geistesgeschichtlichen Epoche im Judentum gedacht und sollte der Nachwelt als weiterzuentwickelndes Erbteil überantwortet werden. Die Auswirkung des Prinzips war auf lange Zeiträume berechnet, und so kann die praktische Erfahrung einiger Jahrzehnte gewiβ nichts Endgültigesüber seinen Wert oder Unwert sagen. Anstatt also vorschnell ein völliges Versagen des Thora im Derech Eretz-Prinzips zu verkünden, hätten dessen Verächter sich gegenwärtigen sollen, daβ mit seiner Verwirklichung kaum der allererste Anfang gemacht worden ist, und anstatt das gesamte System in Bausch und Bogen zu verwerfen, hätten sie lieber versuchen sollen, es aus seinem rudimentären Zustand heraus zu dem in ihm vorgezeichneten Ziel hin zu entwickeln.
Die Kritiker tadeln mit Recht den beklagenswerten Stand des Thorawissens und den Mangel an jüdischer Substanz und Fülle in der gesetzestreuen Judenheit Deutschlands. Aber das einfache Rezept, das sie zur Beseitigung dieser Miβstände anbieten, die Trennung von der europäischen Kultur und Wissenschaft und das Zurücksinken ins Ghetto, kann die Heilung nicht bringen. Es ist gewiβ ein rührendes Phänomen und zugleich bezeichnend für das hohe sittliche Niveau der deutschen Judenheit daβ eine bedeutende Gemeinschaft innerhalb des Judentums öffentlich ihre eigene Unzulänglichkeit bekennt, ihrer bisherigen für verfehlt gehaltenen Daseinsweise abschwört und bereit ist, sich der Denkungsart und Existenzform eines anderen Volksteils vorbehaltlos anzuschlieβen. Aber liegt nicht in solcher Selbstanklage ein guter Teil Übertreibung? Ist diese Geringschätzung der eigenen Leistung berechtigt und erlaubt? Es wäre ein schweres Unrecht an den Lebenden wie an den vergangenen Generationen der deutschen Judenheit, wollte man diese Frage ohne weiteres bejahen. Nicht nur das Lebenswerk ihrer Gipfeltaten, eines SR. Hirsch und eines Esriel Hildesheimer, würden dadurch geschmälert werden, auch das einer groβen Zahl von Menschen aller Schichten und jedes Bildungsgrades, die in Gesinnung und Tat, in Haus und Gemeinde und öffentlichem Wirken ein vorbildliches und makelloses Judentum gelebt haben, würde unverdiente Zurücksetzung erfahren. Es ist nicht wahr, daβ das deutsche Judentum irgendeiner anderen jüdischen Gruppe inferior ist. Es ist anders, es mag dem vom östlichen Judentum Kommenden manchmal befremdend und ungewohnt erscheinen, aber es ist darum jüdisch nicht minderwertiger. Es ist ein organisch gewachsene Gebilde eigener Art und eigener Prägung, dessen unleugbare Mängel in manchen Bezügen durch andere Qualitäten wettgemacht sind, und so wie es ist, ein unentbehrlicher, nicht wegzudenkender Teil der jüdischen Volksgesamtheit, in welcher es eine bedeutende, nicht hoch genug einzuschätzende Rolle gespielt hat und noch zu spielen berufen ist. Nicht nur sind, weit über Deutschlands Grenzen hinaus, die thoratreuen Zentren in den westlichen Ländern vom Hirsschen Judentum stark beeinfluβt, auch der Osten selber hat der deutschen Orthodoxie unendlich viel zu verdanken. Das Wiedererstarken des thoratreuen Elements im öffentlichen Leben der östlichen Länder wäre ohne Hilfe und Anregung durch die deutsche Orthodoxie kaum denkbar, und selbst das geistige Leben, vor allem die Überzeugungstreue der östlichen Jugend, findet mittelbar Stütze und Ausrichtung an dem Vorhandensein des von Hirsch geprägten Judentums im Westen. Ein plötzlicher Sprung in den von einer falschen Romantik idealisierten Osten, die kritiklose Übernahme seiner Anschauungsweisen und Lebensformen, wie sie von einer gutwilligen aber schwärmerischen Jugend propagiert wird, würde nicht nur die Auslöschung der eigenen ruhmreichen Vergangenheit bedeuten, die Verleugnung alles dessen, was den vergangenen Generationen heilig und teuer war und vielen gutjüdischen Menschen heute noch ist, sondern trotz der groβen bis zur Selbstentäuβerung gehenden Opfer, da unorganisch, künstlich und stillos, als eine für eine Gesamtheit psychologische und historische Unmöglichkeit im Grunde keine Lösung bringen.
Es ist vielleicht nicht allen klar geworden, daβ das östliche Judentum nur noch von den Resten einer einstigen Gröβe zehrt,und daβ es in seiner ursprünglichen, jüdischen Gestalt, so wie sie von der Literatur und der mündlichen Überlieferung idealverklärt wird, heute höchstens in der Oase einer Jeschiwa oder eines chassidischen Hofes zu finden ist. Es war eine groβe Welt, aber sie ist in der Form, in der sie bisher existierte, unwiederbringlich dahin. Was die deutschen Juden vom Osten übernehmen dürfen und sollen, ist eine Haltung, ein Lebensgefühl: die Vitalität, die Gefühlstiefe, die Innigkeit, die Unmittelbarkeit und Ursprünglichkeit des Judeseins, Volksbewuβtsein und Volksverbundenheit. Aber eine naive Restaurierung dieser Welt mit allen ihren Tatsächlichkeiten ist nicht möglich und auch nicht erstrebenswert.Der Osten hat die erschöpfende Formel nicht gefunden, die es ihm ermöglichte, seine unsterblichen Werte in eine neue Lebensform hinüberzuretten, und sich, durch einen organischen Regenerierungsprozeβ verjüngt, auch in der Gegenwart und Zukunft zu behaupten. Und es wäre Widersinn sondergleichen, wenn derjenige Teil der gesetztreuen Judenheit, der wohl im glücklichen Besitz einer solchen schöpferischen und entwicklungsfähigen Formel ist, sich unklaren romantischen Stimmungen zuliebe ihrer freiwillig entäuβern wollte.
Daβ die deutschen Juden es endlich gelernt haben, neiderfüllt auf das lebensstrotzende Judentum des Ostens und seine groβe Schöpfungen zu blicken, ist gewiβ erfreulich; aber sie müssen sich klar machen, daβ dies alles dort aus besonderen Voraussetzungen langsam erwachsen ist und daβ es nicht in ein anderes Milieu fertig übernommen werden kann. Wenn sie sich wirklich danach sehnen, eine analoge Höhe und Dichte jüdischen Lebens zu erreichen, wie sie dort Wirklichkeit geworden ist, so dürfen sie den Osten nicht einfach kopieren, sondern sie müssen versuchen, das aus den eigenen geschichtlichen und psychische Voraussetzungen, aus den eigenen Anlagen, nach den eigenen Stilgesetzen, zu neuer selbständiger und origineller Gestaltung hin zu entwickeln: in einer Richtung, die jener anderen Entwicklungslinie wohl parallel laufen, aber nicht mehr mit ihr zusammenfallen kann. (Die Ausdrücke: östliches und deutsches oder westliches Judentum meinen natürlich nicht geographische, sondern weltanschauliche Begriffe, gleichviel, an welchen Orten der Erdkugel sich ihrer Bekenner befinden mögen). Gewiβ, es ist nicht zum Besten bestellt um das deutschen Judentum. Aber nicht in der Preisgabe und Zerstörung der eigenen Grundlagen liegt das Heilmittel, sondern gerade in ihrer Erhaltung, Stärkung und ihrem verständigen, denk- und tatkräftigen, sinnentsprechenden Ausbau. Nicht Abkehr von den Lehren Samson Raphael Hirschs tut Not, sondern ihre nachdrückliche Beherzigung und zeitgemäβe Fortentwicklung.
(wird fortgesetzt)
Quelle: NACHALATH ZWIEine Monatsschrift für Judentum in Lehre und Tat herausgegeben vom Vorstand der Rabbiner-Hirsch-Gesellschaft VII. Jahrgang
Teil des Studienprogramms von Jeschurun Judentum gegen Zionismus
Rabbiner Samson Raphael HIRSCH Sprüche der Väter 2,15
Samson Raphael HIRSCH
(1808-1888)
Aus seinem Kommentar zurSprüche der Väter Pirkéi Owauss
Kap. 2, 15: Sie sagten drei Dinge. Rabbi Elieser sagt: Es sei dir die Ehre deines Nächsten so teuer wie die deinige, und sei nicht leicht geneigt zu zürnen und bessere dich ein Tag vor deinem Tode. Wärme dich an dem Feuerschein der Weisen, nimm dich aber mit ihrer Kohle in acht, daß du dich nicht verbrennst; denn der über ihre Verletzung schwebende Bann ist Fuchsesbiss und Skorpionenstich und Basiliskenzischen, und alle ihre Worte sind wie Feuerkohlen.
Es sei dir deines Nächsten Ehre so teuer wie die eigene; darum gerate nicht leicht in Zorn, daß du nicht in Heftigkeit der Ehre deines Nächsten zu nahe tretest; und statt über die Handlungsweise des Nächsten zu zürnen, denke vielmehr an deine eigenen Fehler und arbeite an deiner Besserung. Kehre ein Tag vor deinem Tode zurück, d.h. denke jeden Tages könnte dein letzter sein, und bessere dich heute, da du nicht weißt, ob du morgen noch lebst. Nichts wird dich aber so zu zur steten Besserung führen, als wenn du dich mit den Lehren und dem Beispiel der Weisen vertraut machst und ihre Vorschriften befolgst. Nicht nur Licht, sondern auch Wärme gewährt ihr Wort und gibt dir freudige Kraft und Leben zu allem Guten. Und nimm dich in acht mit ihrer Kohle! Du könntest manches, was sie gesprochen und geordnet, als veraltet und ausgebrannt betrachten, aus welchem bereits das ehemalige Feuer gewichen, und wagst es nun respektwidrig in die Hand zu nehmen und nach deiner Willkür damit zu spielen. Nimm dich in acht! Kein Wort und keine Anordnung der Weisen veraltet und verliert die Feuerkraft. Was dir dunkel scheint, birgt ewige Glut, und jede Hand verbrennt sich, die sich leichtsinnig daran vergreift. Die Kraft des Bannes, der über die Worte und Anordnungen der Weisen schwebt, wird häufig durch einen Biss oder Stich ausgedrückt, der den mutwilligen trifft. וכל דבריהם כגחלי אש Sie werden nie גחלים, sie bleiben immer גחלי אש.
Dr. Maximilian LANDAU : Samson Raphael HIRSCH und unsere Zeit (1)
Samson Raphael HIRSCH und unsere Zeit (1)
Von Dr. Maximilian Landau
I.
Die Gestalt Samson Raphael Hirschs ist in letzter Zeit zum Gegenstand einer lebhaften Auseinandersetzung geworden. Von verschiedenen Standpunkten her wird an sein geistiges Werk und seine geschichtliche Wirksamkeit die kritische Sonde gelegt.
Der früher ziemlich geschlossene Consensus über seine Lebensleistung weicht neuerdings immer mehr dem Bestreben, ihre Bedeutung für unsere Zeit in Frage zu stellen oder sie in erheblichen Teilen einzuschränken.
Daβ diese Kritik, soweit sie einer schlecht verhehlten Abneigung gegen das gesetzestreue Judentum überhaupt entspringt und in der Person S.R. Hirschs die Orthodoxie an sich treffen will, eine ernste Prüfung nicht verdient, ist klar. Aber die kritische Haltung, die S.R. Hirsch gegenüber in manchen gesetzestreuen Kreisen selbst entstanden ist, ist einer aufmerksamen Verschiebung in der Mentalität der deutschen Orthodoxie schlieβen und macht eine grundsätzliche Überprüfung unserer Stellung zu Samson Raphael Hirsch notwendig.
Von mancherlei Positionen her und in verschiedener Richtung werden die Vorbehalte gegen Hirsch geäuβert, doch in einem Punkte finden sie sich alle: darin daβ sie Hirschs Wirken in wesentlichen Teilen als zeitgebunden betrachten und die Geltung seiner Leistung für unsere Zeit nicht mehr voll anerkennen. Und selbst die Hirsch-Apologetik, die sich bemüht, diese Vorwürfe zu entkräften, sieht sich genötigt, manch ihr von sekundärer Rang erscheinende Stücke seines Werkes preiszugeben, um de überzeitlichen Wert des übrigen umso nachdrücklicher zu betonen.
Woher stammt nun die veränderte Einstellung zu Samson Raphael HIRSCH in der deutschen Orthodoxie? Diese Haltung ist nicht von ungefähr aufgekommen, sondern das Ergebnis eines längeren geistigen Prozesses; ihre letzte Ursache liegt in dem Gefühl einer tiefen Unsicherheit,das die deutsche Orthodoxie in den Jahrzehnten nach dem Weltkrieg befallen hatte. Die Begegnung mit der Welt des Ostjudentums, die intensive Beschäftigung mit der jüdischen geistigen Problematik, haben die frühere Selbstsicherheit der deutschen Orthodoxie, das beruhigende Bewuβtsein, sich auf dem richtigen Weg zu befinden, erschüttert, ihr den Abstand von einem idealen Volljudentum klargemacht und ich ihr ein Gefühl heftiger Unzufriedenheit und Ergänzungsbedürftigkeit wachgerufen. Man begann die Grundlagen des Weltbildes, das bislang in der deutschen Orthodoxie Geltung hatte, nachzuprüfen und entdeckte in ihm eine Reihe von Mängeln und Lücken. Gegenüber der Geschlossenheit und wachen Intensität der östlichen Judenheit empfand man die deutsch-orthodoxe Auffassung des Judentums als in vielen Bezügen unzulänglich.
Insbesondere das Prinzip: Thora im Derech Erez, bisher der Stolz des deutschen Judentums, erfuhr nunmehr vielfache und immer dringlichere Anzweiflungen. Mann begann irre zu werden an seinen angeblichen Segnungen und bestritt sein volles Bürgerrecht an ineinem hunderdprozentigen Judentum. Lieβ die Pietät vor der Gröβe S.R. HIRSCHSseine völlige Verwerfung nicht zu, so suchte man es doch durch engere und engste Auslegung seines eigentlichen Charakters zu entkleiden und es so, quasi entgiftet und unschädlich gemacht, als harmlose, traditionsgemäβe Devise weiterzuführen. Einer nach einem ungebrochenen Volljudentum sich stürmisch sehnenden Jugend erschien es als eine verhängnisvolle Halbheit, als eine konzessionsfreudige Theorie, als zeitgeborene Notlösung, die neuen und besseren Erkenntnissen zu weichen haben. Allmählich entstand (vielfach unwidersprochen) in weiten Kreisen die Auffassung, als sei das Lebenswerk Samson Raphael Hirschsnichts als ein im Drang des Augenblicks geborener Versuch, sich in einer schwierigen geistig religiösen Situation so gut es ging zu behaupten und, unter besonders ungünstigen historischen Umständen, in geschickter Weise zu retten, was noch zu retten war: daβ aber dieser Versuch als gescheitert anzusehen sei, daβ er heute keine Geltung mehr habe und daβ allein das Ostjudentum mit seiner kompromiβlosen Einstellung und seinen rein jüdischen Lebensformen Vorbild und Richtmaβ zu sein habe? Die Ereignisse der jüngsten Vergangenheit, insbesondere der Ausschluβ der Juden aus dem demokratischen Kulturleben, haben diese Anschauung noch bekräftigt und das Miβtrauen gegenüber jenem Bereich, der mit den Ausdrücken: europäische Kultur, Bildung, Wissenschaft, Derech Eretz im Hirschsschen Sinne umschrieben wird, bedeutend verschärft.
Solchen Tendenzen, wo sie, aus Tradition und Überzeugung erwachsend, sich auf eine selbständige Argumentation stützten, wird niemand, dem nicht an einer Uniformierung des geistigen Lebens gelegen ist, ein Existenzrecht absprechen wollen; aber sofern sie sich in ihrer Beweisführung auf S.R. Hirsch berufen und ihm ihre Gedankengänge unterschieben wollen, muβ ihnen nachdrücklichst widersprochen werden Von den Verfechtern dieser Anschauungen wird S.R. Hirschs Leistung und Absicht völlig verkannt. Es kann gar keinem Zweifel unterliegen, daβ für Hirsch die Beschäftigung mit der Weltkultur nicht ein notwendiges Übel, sondern eine aufrichtige Herzenssache gewesen ist. Das Thora im Derech Prinzip verdankt seinen Ursprung nicht opportunistische Erwägungen, sondern der tiefen Überzeugung, daβ das Beste der Menschheitskultur eine glückliche Ergänzung und Bereicherung der jüdischen Gesamtpersönlichkeit bildet. Ebenso wie S.R. Hirsch davon durchdrungen war, daβ die Verwirklichung der jüdischen Ideale die Krönung des menschlichen Lebens überhaupt bedeutet, so glaubte er auch fest daran, das die Einbeziehung der groβen Menschheitswerte in den von der Thora beherrschten jüdischen Kulturkreis nur zur Erhöhung und Vollendung des jüdischen Daseins beitragen kann.
Samson Raphael Hirsch hat den Sinngehalt seiner Epoche erfaβt, und er hat begriffen, daβ eine neue Zeit auch ein neues Wort erfordert. Er sah, daβ mit den Anbruch des neunzehnten Jahrhunderts eine jahrhundertlange Epoche zu Grabe getragen, und daβ eine prinzipiell neue Einstellung notwendig machte. Er hat nicht versucht, die stürzenden Ghettomauern in ohnmächtigem Bemühen aufzuhalten, sondern alle Kräfte daran gesetzt, um das dem Ghetto entronnene Volk vor planlose Zerstreuung zu bewahren und es in disziplinierter Geschlossenheit einer neuen, helleren, wohnlicheren, doch darum in Gesetz und Lehre nicht minder festgegründeten Heimstätte entgegenzuführen. So gesehen, war S.R. Hirsch nicht bloβ ein für seine Zeit verdienstvoller Rabbiner und Schriftsteller oder, wenn man es anders will, ein hervorragendes Glied in der fortlaufenden Kette der groβen Achronim, sondern er war mehr und anderes als das; er war Verkünder einer neuen Losung, Wegbereiter einer neuen Epoche und in solchem Sinne, wie er treffend genannt worden ist, in der Tat ein legitimer Revolutionär.
(wird fortgesetzt)
Quelle: NACHALATH ZWIEine Monatsschrift für Judentum in Lehre und Tat herausgegeben vom Vorstand der Rabbiner-Hirsch-Gesellschaft VII. Jahrgang
Teil des Studienprogramms von Jeschurun Judentum gegen Zionismus
Diese Video widerlegt die Lüge der religiöse Zionisten, Agudisten und
Zionisten, die antizionistische Juden sollten sich unter der Herrschaft des
zionistischen Staates begeben und dort ihren Protest äußern
Sharing our House with
"Settlers":
Video
Muna and
Muhammed are 12-year-old twins living in Sheikh Jarrah, East Jerusalem.
Settlers have taken over the front of their home, but the family continue to
live in the rest of the house. http://www.informationclearinghouse.info/article28280.htm
Chutspe,
Unverfrorenheit der frimmak zionistische Siedler. Wahlweise auf Arabisch oder
in der unreine Sprache Iwrit zu hören
Samson Raphael HIRSCH: Komm. Sprüche der Väter 1,2
Samson Raphael HIRSCH
Aus seinem Kommentar zurSprüche der Väter Pirkéi Owauss
פרק ראשון
Kap. 1,2: Schimon der Gerechte war von den Letzten der großen Versammlung. Er pflegte zu sagen: Auf drei Dingen steht die Welt, auf der Thora, auf dem Gottesdienst und auf Liebestätigkeit.
2. Am Schluße dieses Abschnittes steht ein anderer Satz: על שלשה דברים העולם קים. עומד und קים dürften sich also unterscheiden. Worauf etwas steht, עומד, das bildet seine Basis, seine Unterlage; wird die ihm entzogen, so fällt es. קים bezeichnet aber den Bestand, die Dauer, und verliert etwas Das, worauf sein Bestand, seine Dauer beruht, so kann es wohl sein, aber sein Dasein hat keine Dauer. תורה: die Kenntnis der göttlichen Wahrheit und des göttlichen Willens für unser ganzes inneres und äußeres Selbst- und Welt-Leben; עבודה: der Gott dienende Pflichtgehorsam in Vollbringung seines Willens mit unserem ganzen inneren und äußeren Selbst- und Welt-Leben; גמילות חסדים: die selbstlose Liebestätigkeit für das Heil des Mitmenschen. Diese drei Dinge gestalten und vollenden die Menschenwelt und was ihr angehört nach dem Maß und der Art ihrer Bestimmung; wo sie fehlen und wenn sie fehlen und insoweit sie fehlen, da ist eine durch nichts anderes zu ersetzende Lücke, da fehlt ein seiner Bestimmung entsprechendes Sein. Ohne תורה fehlt dem Geiste der Born der wahren Erkenntnis, er ist für das Erste, Unerläßliche, für das was den Menschen zum Menschen macht, blind; er sieht Alles, nur nicht das Wahre und Rechte. Ohne עבודה fehlt dem Menschen die rechte Stellung zu Gott, seinem Schöpfer und Herrn, und zu der Welt, in die Gott ihn gesetzt, sie nach seinem Willen zu fördern und zu schützen. Statt Gott zu dienen, dünkt er sich Herr und ist in Wahrheit Sklave seiner Leidenschaft, seiner Sinnlichkeit und kriecht vor Allem, was seine Interesse nützen oder schaden könnte, und statt durch ihn der göttlichen Bestimmung gemäß gehoben und veredelt zu werden, trägt alles, was mit ihm in Berührung kommt, den Stempel seiner Verworfenheit und Verirrung. Ohne גמילות חסדיםfehlt der Mensch der erste Zug der Gottähnlichkeit, und statt Gott ähnlich Schöpfer des Heiles und Segens seiner Mitwelt zu sein, erstarrt sein Herz in fühlloser Selbstsucht und Härte, und der Menschheit fehlt das Band der Brüderlichkeit und Liebe, in dem allein die Lebensfreude und Glückseligkeit gedeiht. In תורה wird der Mensch sich, in עבודה Gott, in גמילות חסדים seiner Mitwelt gerecht, darum ist wohl גמילות חסדים als besonderer Begriff den beiden anderen zur Seite gestellt, obgleich es in Wahrheit ja auch in עבודה, in Betätigung Gott dienenden Gehorsams begriffen ist.
NK JERUSALEM "TO FREE SHALIT" : ZIONIST PROVOCATION!
Neturei Karta
Jerusalem wants to free SHALIT= Zionist Provocation!
A
ידיעות
י-ם: משפ' שליט פנתה להירש מנטורי קרתא בבקשה שיפגשועם החמאס בענין שליט, כנראה שהירש ייפגש בשבוע הבא
I think its better to ignore shalit...this is dangerous zionist
nissayon....hirsch must be wise and careful!!!
CB
NO NO NO NO NO NO NO!!!!!!!!!!!!!!!!!
Shalit. Was taken because he worked for the Zionist terrorist as a terrorist
zionist blood army man,,,,,,,,,
So if shalit will come back from the help of Neturei Karta, this will be strait
in the world media, and FOR SURE!! FOR SURE Shalit will be a strong zionist
against the Hamas,, this will be a Terrible Terrible chilul Hashem, in the ayes
of the world activities against isra-he'll,, millions of Muslim will start to
hold that NKP is working for the zionists under the table,
And they all will ask why are not NKP working to free all the thousands of Palestinians
who are stolen by the Zionists in their prisons,,,,,,,,,
I really hope that this will not happen,,,
This is extremely dangerous,,,,,,,
A
This is
bigger bigger zionist nissayon...!!!!!!
DO NOT
GIVE CHIZUK TO ZIONISM!
D
100% correct ... ..Palestinians will see that even. NK CARES MORE FOR
ONE ZIONIST SOLDIER THAN 12,000 PALESTINIANS IN PRISON. OF COURSE IT WILL BE
SEEN THAT NK WORKS FOR ZIONISM UNDER THE TABLE!!!!!!
Rabosay, here is article and audio interview of hirsch speaking pure
ivrit to Zionist media to justify his involvement to free the Zionist
soldier................
Neturei karta in the
service of the Zionist avoda zara!!!! And it will continue to be called pure *kanoyos*!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Gevalt !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! Leytsonos!!!
It's not a
joke...it's pathetic...just look at those signs of NKI...just listen to the
shtusim of Hirsch...!!! Hopelessly assisting Zionism...
CB
The Jewish
radio station of קב הציבור spoke tonight that Hirsch is going to speak with Hamas about
Shalit,,, what a shame!!! The whole Jewish world knows about it now!!!!
D
He works for
the Zionists.........is r. Moshe Ber beck listening???
Shreklech!!!
CB
Now Satmar
will have fresh stuff against Neturei Karta, and this time they will be very
right!!! A big shame!!!
D
And now the
question is whether kanoyim will remain silent about Hirsch's latest antics,
especially R. Moshe Ber Beck...........
H
ButwhatNKPisdoing? Theyre
sinking more and more in the Zionist mud. This is called Zionist collaboration!
Its nauseating!
This would
not be called doing politics?One of their adepts had written to me they
dont interfere in internal affairs
groups like Hamas-Fatah, but only represent Judaism, only defend the Jewish
question.In clear: just make religion, not politics. It was still taboo
2 years ago. What follows is a small excerpt of his letter:
...ואחרון
חביב, והוא העיקר, מיר האבן נישט מיט די ציונים קיין פאליטישע מלחמה, און מיר
מישן זיך בכלל נישט אין די אינערליכע קאמפן פון "חמס" און "פתח",
עס איז בכלל נישט אונזער ענין,אונזער ענין איז אז יודן טארן נישט האבן דעם לאנד, און מען דארף דאס צוריקגעבן
פאר די בא'גזל'טע פאלעסיטנער, נישט משנה וועלכע רעגירונג זיי קלייבן אויס, און
אפי' אויב "חמס" וועט מארגן טוישן זייער ליניע, און זיי וועלן אנערקענען
אין די מדינה, איז דאס נישט אונזער עסק, מיר דארפן זיך אפשאקלען פון די
מדינה און עס צוריקגעבן פאר די פאלעסטינער אפי' אויב זיי פריוואט וואלטן געווען
בעלי עולה....
I hope the
people of Hamas see the fire. What NK
is doing isnt the position of the Torah.
As some
of you have said, Shalit is a Zionist soldier; thus its a Zionist problem! Instead
of fighting the Zionism, they help the Zionists to solve their problems! Gevalt!!!
Maasey-Soton!
Even if Slalit was released, through
them or not, what does that change regarding the problematic of the Zionism in
the region and the world? Why must Shalit absolutely be free while
11,000 Palestinians suffer in the Zionist jails and are not treated like him!
In any case, we true anti-Zionist Jews,
we must take still more distance from NK who also
in the past had always
ambiguous positions. Always NK went with wrong Muslim people, never with the
Palestinian resistance. The Satmar Rebbe said that we mustnt have
relationships with people who come into contact with the Zionists, a fortiori
if those of NK became Zionist gemorim.Its only sowing more confusion
between Judaism and Zionism.
Heiliger Basheffer, save us!
A
They all got a "shituk"/frozen to act
against accursed Zionists!
They do nothing serious yet!
Bild: Meir HIRSCH, Jerusalem, Zionistischer
Agent be-Levush Neturei Karta. Beware!
הירש: יש לנו תוכניות
לשחרור גלעד שליט
צילום ארכיון:
חדשות 24
מנהיג נטורי קרתא, ישראל משה
הירש, בראיון לאתר לדעת.נט: ישלנו תוכניות לשחרור גלעד שליט. אנו בקשר עם חמאס מהרצועה,
בעקבות בקשות להביאלשחרור גלעד שליט. האזינו.
לוי אשכנזיא' בסיוון התשע"א 13:01
האם נטורי קרתא מנסים לשחרור את החייל החטוף גלעד
שליט? אם להאמין לדברים שאומר בראיון לאתר לדעת.נט ישראל מאיר הירש, בנו של משה
הירש שנפטר, אזי התשובה היא כן.
בראיון לאתר לדעת.נט אומר ישראל מאיר הירש, כי משפחת
שליט וגורמים נוספים בצד הישראלי פנו אליהם במטרה שיתווכו וינסו להביא לשחרור
החייל החטוף גלעד שליט.
"נמצא אדם בשבי בגלל ההתעקשות של הציונים, הוא
סובל ואנחנו לא חושבים שהוא צריך לסבול. הוא חלק מהשבי הזה של הציונות, של כל אלו
שנמצאים בארץ ישראל ששבויים בידיהם של הציונים. כרגע השבי שבו נמצא גלעד זה שבי של
הארגונים בעזה, וזה בגלל ההתעקשות של הציונים שלא לשחרר לפי דרישתם את האנשים
שלהם"
הירש שבראיון לא מגדיר את חמאס מחבלים וארגון טרור,
מצהיר כי הוא לא משרת את הציונות או הציוניים. לדבריו הרעיון נולד בשליחות המשפחה
ובשליחות אנשים שביקשו מהם לפעול בעניין. "אנחנו לא רואים בזה צעד
ציוני". כשאני מבקש ממנו לשמוע מיהו הגורם הנוסף מלבד המשפחה שביקש מהם לתוך,
הוא טוען שהם לא מפרטים, אך הבקשה באה מהצד הישראלי לדבריו.
הירש גם מצהיר שיש לו השפעה על אנשי חמאס וגם יש להם
תוכניות בעניין, אך הוא לא יכול לפרט ומבקש שלא להרחיב את הדיבור בנושא. לדבריו
לאנשי החמאס שעימם הוא בקשר, יש בהחלט אפשרות לשחרר את גלעד שליט, וכי לא מדובר
בפעילים ברמת דרג חמאס ירושלים, אלא כאלו שנמצאים ברצועת עזה. "אנחנו נמצאים
עימם בקשר כל הזמן, ואנחנו לא צריכים להגיע בפועל בשביל כך לרצועת עזה".
בשלב מסויים של הראיון, הירש הופך להיות כמו הגורמים
הישראלים ומפסיק לתת פרטים: "מה שפחות לדבר, זה יותר בריא ויותר טוב. אנחנו
מחפשים את טובת העניין. מי שמחפש כותרות שיישאר בכותרות, והלוואי ונצליח להביא
לשחרורו".
בתגובה לפרסום, אומר נועם שליט,
לאתר לדעת.נט: הירש משקר בערב שבת לגבי פנייה של משפחת שליט. לגבי גורמים אחרים
אינני אחראי לכך ולא ידוע לי.
The Rise of the Second-String PsychopathsBy David Schwartz The
US has been endowed with abundant resources, and there have always been a more
than sufficient supply of psychopaths of the first intellectual grade to supply
corporate suites and their subsidiary, the Congress. http://www.informationclearinghouse.info/article28256.htm
Peace on
Zionism's TermsBy Alan Hart
Some members of Congress who applauded Netanyahu in a scene that reminded me of
the enthusiasm for Hitler at Nazi rallies accused Obama of betraying Israxl. http://www.informationclearinghouse.info/article28214.htm
Do The American People Support the 'Special
Relationship?'By Stephen M.
Walt 78 percent of the news media, 72 percent of military leaders and 69
percent of foreign affairs specialists believed that backing Israel seriously
damages America's image around the world. http://www.informationclearinghouse.info/article28248.htm
Former Mossad
chief fears 'reckless' leaders: In a series of
remarks in recent weeks, the man who headed Israel's vaunted espionage agency
for eight years has let it be known that he has no confidence in the leadership
of Prime Minister Benjamin Netanyahu and Defence Minister Ehud Barak. http://www.nzherald.co.nz/world/news/article.cfm?c_id=2&objectid=10730477
Cuts in US
welfare programs hit hundreds of thousands of poor families: US states are implementing drastic cuts to the Temporary Assistance for
Needy Families (TANF) program, creating further hardships for 700,000 families
that include 1.3 million children. http://www.wsws.org/articles/2011/may2011/tanf-m30.shtml
Stranger than
fiction: Three arrested, accused of illegally feeding homeless: Arrest papers state that Cross, Markeson and
McHenry helped feed 40 people Wednesday night. The ordinance applies to
feedings of more than 25 people. http://thesent.nl/kBYNKv
Sweet Justice
Couple Foreclose On Bank of AmericaVideo By
CBS News Have you heard the one about a homeowner foreclosing on a bank?
Well, it has happened in Florida and involves a North Carolina based bank. http://www.informationclearinghouse.info/article28249.htm
Leader: Iran
backs anti-US movements: Leader of the Islamic Revolution Ayatollah
Seyyed Ali Khamenei says the country throws its weight behind all popular
anti-US movements in the region. http://www.presstv.ir/detail/183122.html
UNO: WELTKONFERENZ GEGEN RASSISMUS (SEPTEMBER 2011)
Obama ducks out of 'ugly'
racism summit
Morning
Star 11 06 02
The
Obama administration confirmed on Wednesday that it would boycott the World
Conference Against Racism, which will be held in the UN headquarters in New
York in September.
The UN summit will mark the 10th anniversary of the "Durban I"
world conference against racism, which took place in Durban, South Africa, in
2001.
The US and Israxl walked out of that meeting after a draft resolution
included criticisms of Israxl's treatment of the Palestinians, which the two
countries ascribed to anti-semitism.
The US would not participate in the upcoming conference because it might
include "ugly displays of intolerance and anti-semitism," US
Assistant Secretary of State for Legislative Affairs Joseph Macmanus wrote to
Democratic Senator Kirsten Gillibrand.
The United States had previously boycotted a Geneva meeting on racism in
2009 for "unfairly singling out Israxl and including language inconsistent
with US traditions of free speech," Mr Macmanus added.
The US voted against holding the conference at all in the UN general
assembly last year, but was defeated by 121 votes to nine.
At the time the US had expressed concerns that "criticism of
Islam" would not be allowed at the conference.
Ms Gillibrand said that holding a conference on racism "just days
from the anniversary of the September 11 attacks" was "an insult to
America."
The move came after intense lobbying by zionist organisations in the
country.
The Conference of Presidents of Major American Jewish Organisations
welcomed the decision.
A EHRLICHER YID FUN BROOKLYN COMMENTS NETUREI KARTA SIGNS
NK USA: Signs in Photos
"Neturei Karta"
tells the non-Jews:
That there are a few
"true Torah Jews" but all the rest who support Zionism are what,
Buddhists?
That Judaism "rejects
Zionism" (except for most of the orthodox Jews)
That the Talmud is a
newspaper where you can read the psakim on the shalosh shvuas of Gedolei
Yisrael.........
That judaism requires Jews
to be slaves (subservience)........
That (lashon chiba - "bibi"!!) Netanyahu in
the elections of the medina represents fewer Jews than Neturei Karta.....
Notice the sign says
"welcomes a Palestinian state" in dark letters, but "in the
entire holy land" in small letters that are hardly visible. Also such a
"friend bibi"(!!) In large letters with "does not represent
world Jewry" but in small hardly visible letters "and the state of
"Israel". Hmmm......
It is important to remember that, from the time of the French
Revolution, right-wing politics and anti-Semitism have enjoyed a close and
symbiotic relationship. It is important to remember too that modern Zionism
emerged in reaction to an up-tick in European anti-Semitism to the Dreyfus
Affair and to pogroms in the east -- and therefore that before the movement
became immersed in identity politics or (later still) took on a theological
coloration, anti-Semites and Zionists implicitly agreed that assimilation was
impossible or undesirable and therefore that Jews would do well to have a
country of their own. On the Jewish side, the further idea that this solution
to the Jewish Question implies the establishment of a Jewish state in Palestine
soon followed.
[Hitler's Final Solution was premised in part on the unfeasibility of
transferring European Jews to Palestine (or anywhere else) while Germany was at
war with Britain and the Soviet Union. But the most important factor, in this
and other genocides, was the moral dissolution brought on by total war.]
Zionist successes in identifying anti-Zionism with anti-Semitism and
support for Israxl with support for Jews clouds the issue, as do some
peculiarities of the Anglo-Protestant tradition out of which the contemporary
evangelical movement in the United States derives. But Christian Zionism is in
no way an exception to the rule that right-wing politics and anti-Semitism
(along with other, more transparent forms of racism) go hand in hand.
Seventeenth century Puritans were no less hostile towards real world
Jews and actually existing Judaism than their continental contemporaries, and
neither are their twenty-first century heirs. But there are and always have
been plebian strains of Anglo-Protestant religiosity that are exceptional for
their Old Testament focus and for their obsessive interest in the Book of
Revelation.
Thus there are evangelical Protestants today, quite a few, who believe
that for the Final Judgment to arrive and the Revelation prophecies to be
fulfilled, actually existing Jews must be gathered together in the Promised
Land. Like much else in the theological arsenal, this fantasy is comparatively
benign when its adherents disingenuously but effectively drop (demythologize)
its more preposterous aspects. Thus respectable evangelicals still profess
belief in an historical end time; but their convictions such as they are, have
no political implications. Not so for those who proclaim that a real, physical
End is at hand. Their beliefs take a lethal turn, with dire consequences for
the inhabitants, Arab and Jewish, of both Palestine and Israxl.
They see the state of Israxl and the strife it promotes as indispensible
components of God's plan. They are therefore second to none in following
AIPAC's lead.
Unlike classical anti-Semites, evangelical Zionists generally get along
with the Jews with whom they interact, but their commitment to Israxl does not
stem from fondness for Jews or Judaism. It comes from a belief in a literal End
Time in which those who do not accept Christ Jews especially will be cast
into the torments of Hell for all eternity. How Christian Zionists hold this
idea in their heads and still interact amicably with real world Jews I do not
know; no doubt, monumental levels of self-deception and ambivalence are
involved. That aside, one must wonder whether even the Nazis evinced a greater
hatred?
Since 1977, when Menachem Begin became Israel's Prime Minister, the
Israeli Right has been the dominant force in Israeli politics even in the years
when it was not directly in power, and it has courted Christian Zionists
assiduously. Israxl's founders were secular and comparatively progressive,
notwithstanding their overriding commitment to building an ethnically pure
Jewish state in as much of Mandate Palestine as the world would allow. Like
much of the Israeli Left today, they would have disdained Israxl's evangelical
allies, in much the way, and for much the same reason, that sensible people the
world over disdain those who believe that the world ended a week ago Saturday.
And they would certainly never have been so base as to court those who yearn to
see them rot in Hell. But the Israeli Right is shameless, and its cynicism
knows no bounds.
But AIPAC and other pillars of the (saner) Israxl lobby are not ones to
quarrel with success; and there is no doubt that the machinations begun in the
70s have succeeded beyond Begin's wildest expectations. Thus, though American
Jews vote overwhelmingly Democratic, the state of Israxl has succeeded in winning
the Republican Party to its side. The founders would be revolted, but today,
the entire Zionist camp welcomes the result. Perhaps not a few
"liberal" Zionists also take pride in the fact that at recruiting and
deploying "useful idiots," Karl Rove and the Koch brothers are rank
amateurs in comparison with the leaders of the Promised Land.
* * *
The Israxl lobby tolerates no deviations; in this sense, it is more Stalinist than all but the most doctrinaire
Communist Parties of bygone years, and all for the sake of a rather less noble
cause. For decades, it even suppressed mention of its own existence. It was not
until 2006, when two highly respected mainstream political scientists, John
Mearsheimer and Steven Walt, published an article about the Israxl lobby in The
London Review of Books that a debate about its power went mainstream. [In 2008,
Mearsheimer and Walt published a full-length book on the topic, The Israxl
Lobby and U.S, Foreign Policy.]
Had Obama done more than reiterate old points in a way that got the
lobby on edge, had he announced that international law must be respected and
therefore that settlements outside Israxl's 1967 borders must go along with the
Apartheid apparatus that sustains them -- and had he done so in a way that made
plain that there would be real consequences for Israxl if it continued to play
an obstructionist role -- we would now have an opportunity to get a better
purchase on the question Mearsheimer and Walt raised to prominence. We know
that the Israxl lobby exists and that it gets its way, we know that America's
political class cowers before it, but we cannot know how powerful it is until
its power is tested. At a time when its concerns and the interests of the
empire and, ironically, also of the peoples living in Israxl/Palestine --
increasingly diverge, the "experiment" would be particularly
revealing.
Had Obama really challenged the lobby, I suspect that we would have been
pleasantly surprised with the results. But, alas, we will never know.
In practice, though, it hardly matters. For even if the lobby is, as I
suspect, more of a paper tiger than our politicians assume, our task is still
to change the domestic balance sheet by creating our own facts on the ground
through boycotts, divestment, sanctions and in countless other ways. For what
is clear beyond a reasonable doubt is that the Israxl lobby is an obstacle in
the way of justice and peace that must be undone to the point where even
"leaders" as self-serving and cowardly as our Commander-in Chief no
longer fear its reach.
Andrew Levine is a Senior Scholar at the
Institute for Policy Studies, the author most recently of THE AMERICAN IDEOLOGY
(Routledge) and POLITICAL KEY WORDS (Blackwell) as well as of
many other books and articles in political philosophy. He was a Professor
(philosophy) at the University of Wisconsin-Madison and a Research Professor
(philosophy) at the University of Maryland-College Park.
Der Segen Gottes macht reich, neben ihm gibt es keine Entbehrung mehr
Die Sprüche Salomos ( das Buch Mischle) 10, 22 Übersetzung Rabb.Dr.
Wolf Köln a.Rh.
1.
Es walte über deinen Taten
Des Herren Schutz und mächtge Hand,
Er segne dir des Feldes Saaten,
Erleuchte dir auch den Verstand.
2.
Er sei dir gnädig und zerstöre
Auf immer deiner Neider Macht,
Und dir im Scheiden Er gewähre
Glückselige Paradiesespracht.
Unser
Wochenabschnitt enthält auch den Priestersegen, den heute noch die כהנים dem Volke zu erteilen verpflichtet
sind. Dieser herrliche Segen lautet:
Der
Herr segne dich und behüte dich, der Herr lasse Sein Antlitz dir leuchten und
sei dir gnädig; der Herr wende Sein Antlitz dir zu und gebe dir Frieden!
Die
unerschütterlichen Grundpfeiler, auf welchen das Wohl eines geordneten Staates
aufgebaut ist, sind der Nähr-, der Lehr- und der Wehrstand des Volkes.
Unter
dem Nährstande versehen wir die arbeitende Klasse überhaupt, insbesondere aber
diejenigen, die der Landwirtschaft angehören undhauptsächlich Viehzucht und
Feldbau betreiben sie, die im Schweiße ihres Angesichtes die Erde bearbeiten,
den Boden düngen, den Acker pflügen, die reifgewordene Ernte in die Scheune
einführen und den ganzen Staat endlich mit Nahrung versorgen. Diese
arbeitende Klasse im Volke ist es hauptsächlich, die des himmlischen Segens
benötigt, damit keine Hungersnot das Land heimsuche und den Wohlstand des
Volkes bis in den Grund erschüttern. Auf dieses unentbehrliche Glied in der
Kette der menschlichen Gesellschaft sagt unsere heilige Thora: יברכך יי Gott verleihe Dir Seinen Segen
von oben in deiner Hände Arbeit, וישמרך
behüte dich aber zugleich vor Unglück, daß du deine Kräfte nicht vergeblich
verbrauchst.
Dann
gibt die heilige Schrift zur zweiten Klassen die sich eines höhern Ranges im
Staate erfreut, zum Lehrerstand über; darunter versteht man jene Männer, die
ihre Kräfte nicht der Bebauung des Bodens zuwenden, sondern sich auf dem
Gebiete der Wissenschaft zu vervollkommnen streben; sie tragen in geister
Beziehung zur Blüte des Staates das bei, was der Landmann in materieller
Hinsicht leistet. Denn ein Reich kann nicht als blühend und groß gepriesen
werden, wenn in demselben Wissenschaft und Bildung in den Hintergrund gedrängt
werden und der Ausbildung des Geistes keine besondere Aufmerksamkeit gewidmet
wird. Wie trefflich ist daher der zweite Segenspruch der Priester, welcher
sagt: יאר יי פניו אליך Der
Herr erleuchte deinen Geist, Er schenke dir Licht, Einsicht und Kraft, dich
mit Seiner vortrefflichen Lehre zu beschäftigen; allein ויחנך Er sei dir auch gnädig daß du nicht durch falsche Begriffe,
durch verkehrtes Forschen in schwere Irrtümer gerätst und zum Abfalle verleitet
wirst.
Den
Schutz aber, dessen die beiden ersten Volksklassen bedürfen, um in ungestörter
Ruhe ihrem Berufe leben zu können, den leistet die dritte Klasse, der
Wehrstand, unter diesem verstehen wir jenen Teil des Volkes, der sich für die
Wohlfahrt des Reiches auf dem Felde der Ehre aufzuopfern bereit ist; es sind
dies jene Braven und Tapfern, die jeder Gefahr trotzend, den äußeren Feind mit Aufopferung aller Kräfte, mit Preisgabe
ihres Vermögens und ihres Lebens abzuwehren gewillt sind und auch die innere
Ruhe zu jeder Zeit aufrecht erhalten. Nur durch ihr segensreiches Wirken kann
die Aussaat auf dem Felde und auch die zarte Pflanze im Garten der Wissenschaft
gedeihen, durch sie führt der Landmann den Segen Gottes ungestört in die
Scheune eine, durch sie steigt der Gelehrte auf dem Gebiete des Wissens zu
immer höherer Erkenntnis empor, durch sie wird die Sicherheit jedes Einzelnen
im Staate aufrecht erhalten und wohl begründet.
Der
himmlische Vater hat daher durch seine Priester dem Volke den besten,
inhaltsreichen Segen zuteil werden lassen, wenn Er sie zum Schlusse sagen läßt:
ישא יי פניו אליך Der
Herr wenden dir Sein Antlitzund Seinen
Schutz in den Tagen des Gefahr zu,daß
kein Feind von außen oder von innen imstande ist, deinen Wohlstand zu
erschüttern; damit aber an deinem Glücke auf Erden gar nichts fehle, וישם לך שלום schenke dir Gott den Frieden, dieser
sei das Ziel und der Zweck deines Kämpfens und Ringens, der Friede in deiner
eigenen Brust. Und so schenke dir der Herr in vollem Maße auf Erden und im
Himmel den Frieden, wenn du einst von hier scheiden und zur Ewigkeit
hinüberziehen wirst!
דון יצחק אברבנאל.
Quelle: Bibel-
und Talmudschatz Ein Buch für die jüdische Familie von J.H. Kohn, 13
Auflage Hamburg 5691-1931 Verlag von George Kramer S. 313-315
Die allerbeste
Anschrift zur Bestellung von antiquarische Judaica
Seldom has any country been as
dependent on another as Israxl is on the United States, and never in American
history has the United States been as servile towards another country as it is
towards this beneficiary of its diplomatic, economic and military largesse. Are
geopolitical considerations the decisive factor joining the United States and
Israxl or is American domestic politics to blame?
These are not mutually exclusive options; the difference is one of
degree. It bears mention too that domestic and international considerations
interact, and that circumstances are always in flux. This is why there is no
simple answer to the question. However, at particular moments in the history of
American, Israeli and Palestinian relations, the present one especially, the
question becomes more tractable.
For now, it is looking increasingly like the domestic politics
hypothesis is the winner; indeed, the Israxl lobby now seems so powerful that
it gets its way regardless of the demands of empire. That may be so, but I would
hazard that the jury is still out and that, for the time being, it will have to
remain out, thanks to Barack Obama. Outrage at Israeli depredations, within the
Jewish community and in the larger political culture, could have forced his
hand. So far, though, despite some heroic efforts, there has not been enough of
that forthcoming. But the future remains open; and the forces of justice and
peace are gaining strength.
Domestic considerations, real or imagined, were not always as
constraining as they now seem to be. There was a Zionist lobby before Israxl
became a state, but it was hardly a significant factor in American diplomacy
until widespread awareness of the extent of the Nazi Judeocide emerged in the
final years of the Second World War. Neither was Zionism of much interest to
American Jews. That situation changed in the post-War period. Nevertheless,
throughout the Truman, Eisenhower and Kennedy administrations, and indeed until
the 1967 War that brought all that remained of Mandate Palestine under Israeli
occupation, U.S.- Israxl relations were not qualitatively different from, say,
U.S.-Ireland or U.S.-Italy relations -- cases where domestic considerations
also weigh heavily.
Reasons of state generally took precedence over electoral concerns, even
to the extent that in 1956, during the Suez War, the United States forced Israxl,
along with Britain and France, to back off from attacking Egypt. Never again
has an American government used its influence to restrain the Israeli
juggernaut except when, as in the first Bush's war against Iraq, America, for
reasons not directly related to Israeli interests, already had troops on the
ground, and when Israeli participation would only have made matters worse.
After Israxl's victories in the Six Day War (1967), its strategic
importance in the Cold War and in the struggle against Arab (and Persian)
nationalism changed. No longer a potential problem requiring careful
handling, it became an unequivocal asset. Israel was not the only one in the
region: there was also Iran before the Islamic Revolution (1979), Turkey, Egypt
after Camp David, Saudi Arabia and other Gulf states. But for military might
and reliability, Israxl was without equal. It was also useful elsewhere in
Central America, for instance, and Africa when the United States found it
convenient not to engage directly, but instead to work its will through
proxies.
With the end of the Cold War and the waning of secular nationalism in
the Middle East, Israxl's usefulness has diminished. In conjunction with the
First and Second Intifadas, international revulsion at Israxl's assaults on
Lebanon and Gaza and its treatment of occupied Palestine, and its scuttling of
the Oslo process, it has become less clear than it used to be that giving the
Israeli ethnocracy a pass is just a negligible cost of doing the empire's
business. American media do their best to obscure this fact, but the rest of
the world gets it, and it is a particular problem in regions where America is
now militarily engaged.
The problem became more urgent after 2001. As the old Bush wars rage on
and new Obama wars begin, the Israel-Palestine conflict has become a burden for
American imperialism. Even the vaunted General Petraeus called attention to the
situation, prompting the guardians of the status quo ("change" in
Obama newspeak) to shut him up.
The "Arab Spring," which the Obama administration officially
celebrates (now that they have no other choice) has magnified the problem and
transformed its terms. What will result is uncertain, but it is clear that the
old (unholy) alliances between the United States, Israxl, and
"moderate" (compliant) regional autocracies will not survive
unscathed. Everything now must change for everything to remain the same, as
important elements of America's foreign policy establishment, not just
Petraeus, recognize.
The time was therefore propitious for the United States to take a less
servile course, and the visit of Israxl's Prime Minister, Benjamin Netanyahu,
to Washington last week presented an ideal moment. Obama had yet another rare
historical opportunity thrust upon him. True to form, he squandered it utterly.
In two major speeches last week and presumably also in his meeting with Netanyahu,
Obama did make explicit what had been an implicit premise of American (and
Israeli) policy for decades: that Israxl's 1967 borders must be a basis for
future negotiations on a "two-state solution." This was enough to
displease Netanyahu and therefore to unnerve AIPAC (the American Israxl Public
Affairs Committee) and other pillars of the Israxl lobby, along with their
hordes of hack pundits. Washington is therefore still reverberating. But for
anyone with eyes to see, it is plain that, yet again, Obama changed nothing.
Instead, he reinforced longstanding obstacles to justice and peace.
The evidence is therefore overwhelming: at least in this instance (if
not in general), electoral considerations trumped "the national
interest." Score one for AIPAC.
Obama and his advisors seem to agree with Vince Lombardi's dictum that
winning is not just the main thing; it's the only thing. And where elections
are the game, they are also, it seems, congenitally unable to transcend the
horizons of conventional wisdom. Therefore, for them, the calculation is a
no-brainer. There is no Palestine lobby to speak of, while the Israxl lobby is
as formidable as any in American history. That premise is beyond dispute. If
anyone doubts it, they need only to have gazed, anti-emetic at hand, at the
spectacle of Netanyahu's address last week to both houses of Congress. No
matter that the man is a figure as malign as any in the world today. He
received some twenty-nine standing ovations. Score another one for AIPAC.
What follows is plain, at least to Obama and his advisors: capitulate
yet again, while rattling AIPAC's cage as little as need be. That's just what
happened.
* * *
The Israxl lobby was, from its inception, a creature of a narrow,
ideologically driven sector of the Jewish community. Of course, many, probably
most, Jews do in some sense support Israxl. This has been true from Day One.
But, also from Day One, North American, European, and even many Israeli Jews
have had only a very attenuated connection with Zionist ideology.
This is more than ever true today, especially among younger Jews.
Indeed, it is remarkable how attenuated the connection is. For decades,
institutions dedicated to indoctrinating Jewish youth with a sense of Jewish
identity have identified Jewishness with Zionism, and promoted the idea that
anti-Zionism is a form of anti-Semitism. That is an obvious howler, but the
idea has taken hold and penetrated into the collective common sense of the
larger political culture.
It is therefore to be expected that most Jews would support Israxl. But
the larger fact is that outside Zionist circles, Israel is not a major concern.
I would hazard that most Jews have no particular affection for that country;
they don't identify with it, and they certainly don't want to live in it. The
Israxl-firsters who affect the goings-on in Washington and other Western
capitals are a minority. But they are full of passionate intensity, and they
wield considerable financial and political clout. Democrats especially depend
on them for money, the fuel on which our not very democratic political system
runs. To cross the Israxl lobby therefore requires audacity and courage,
virtues conspicuous in our Commander-in-Chief's words, but seldom, if ever,
evinced in his deeds.
The Israxl lobby is a bipartisan operation; it targets Republicans too.
But Republican Zionism has at least as much to do with keeping Christian
evangelicals on board as with remaining in AIPAC's good graces.
To be
continuated
Andrew Levine is a Senior Scholar at the
Institute for Policy Studies, the author most recently of THE AMERICAN IDEOLOGY
(Routledge) and POLITICAL KEY WORDS (Blackwell) as well as of
many other books and articles in political philosophy. He was a Professor
(philosophy) at the University of Wisconsin-Madison and a Research Professor
(philosophy) at the University of Maryland-College Park.
Who Cares in the Middle East What Obama Says?By Robert Fisk This
month, in the Middle East, has seen the unmaking of the President of the United
States. More than that, it has witnessed the lowest prestige of America in the
region since Roosevelt met King Abdul Aziz on the USS Quincy in the Great
Bitter Lake in 1945. http://www.informationclearinghouse.info/article28208.htm
US Politicians
Kowtow to a Foreign Leader The Lobby Takes the OffensiveBy Justin Raimondo We have the Israelis in a complete state of
military and economic dependency - and yet they are calling the tune, and not
Washington. What's up with that? http://www.informationclearinghouse.info/article28180.htm
Protester Who Heckled Netanyahu Beaten, Arrested at hospitalBy Eric
W. Dolan The 28-year-old Jewish American woman was allegedly tackled by
members of the American-Israxl Public Affairs Committee (AIPAC) during
Netanyahu's speech to Congress after she yelled, "stop Israeli war
crimes." http://www.informationclearinghouse.info/article28184.htm
AIPAC Denial and IgnoranceVideo By Max Blumenthal Interviews with several AIPAC
delegates in the streets outside the conference reveals widespread ignorance by
attendees of the controversial annual DC meeting. http://www.informationclearinghouse.info/article28185.htm
In case you
missed it: Barak: Nuclear Iran No Existential Threat to Israxl: A nuclear-armed Iran would not be capable of
destroying Israxl, Defense Minister Ehud Barak said Thursday."Right now,
Iran does not have a bomb. Even if it did, this would not make it a threat to
Israxl's existence. Israxl can lay waste to Iran," Barak said http://www.richardsilverstein.com/tikun_olam/2009/09/17/barak-nuclear-iran-no-existential-threat-to-israel/
Jewistan:
Finally Recognizing Israxl as the Jewish StateBy Francis
A. Boyle Netanyahu's racist ultimatum would lead to the denationalization
of the 1.5 million Palestinians who are already less than third-class citizens
of Israxl and set the stage for their mass expulsion to the Palestinian
Bantustan envisioned by Netanyahu as the "final solution" to
Zionism's "demographic problem" http://www.informationclearinghouse.info/article28187.htm
Blair: Obama
anxious about Israxl's fate: Speaking to an audience of Middle East-focused
business leaders at London's Royal Institution, the former British prime
minister said that Obama was "frankly worried about the position that
Israxl is in." http://news.yahoo.com/s/ap/20110526/ap_on_re_eu/eu_britain_mideast_blair
David Cameron
resigns as patron of the Jewish National Fund:
The IMF Versus
the Arab SpringBy Austin Mackell The IMF is depicted as the rich uncle saving
wayward children, but proposed loans for Egypt and Tunisia could be
devastating. http://www.informationclearinghouse.info/article28190.htm
"The US
seeks to save the Zionist regime (Israxl) with deceit. Everybody should know
that the survival of the Zionist regime and its existence even in one span of
the Palestinian soil is like preserving a cancerous tumor in the body of
regional nations, and [is] a permanent threat against them," said
President Ahmadinejad in the Iranian city of Qom on Thursday. http://www.presstv.ir/detail/181808.html
Samson Raphael HIRSCH Kommentar zu Pirkei Owauss 5,23
Samson Raphael HIRSCH
Aus seinem Kommentar zurSprüche der Väter Pirkéi Owauss
פרק חמישי
Kap. 5, 23: Jehuda, Sohn Themas sagt: Sei fest wie der Leopard, leicht wie der Adler, rasch wie der Hirsch und stark wie der Löwe, den Willen deines Vaters im Himmel zu vollbringen
23. עז: fest wie der Leopard gegen jede Ablockung vom Guten und Verlockung zum Bösen. קל: leicht wie der Adler zum Aufschwung zu Gott über alle Widerwärtigkeiten. רץ: rasch wie der Hirsch, kein Zaudern und kein Bedenken, wo es gilt deine Pflicht zu erfüllen. גבור: stark wie der Löwe zur Überwindung aller äuβern und innern Hindernisse.
Samson Raphael HIRSCH: Aus dem kommentar zur Wochenabschnitt BEMIDBAR
Samson Raphael HIRSCH
במדבר
Auszüge aus seinem Kommentar zurWochenabschnittBemidbar
Kap. 1, V.2Nehmet die Gesamtsumme der ganzen Gemeinde der Söhne Jisroéls auf nach ihren Familien, nach dem Hause ihrer Väter, mit Zählung der Namen, alle Männlichen nach ihren Köpfen.
Kap.1, V.2:Diese Tatsache, daß die Gesamtnation immer als ein Haus, als בית ישראל, als Söhne Eines Mannes, als בני ישראל, angeschaut und genannt wurde, und andererseits innerhalb dieser einen Einheit gesonderte und doch derselben sich unterordnende und von ihr umfasste, besondere Einheiten, בתי אבות, משפחות erhalten und in Beachtung bleiben, bietet die Eigenart der jüdischen Nationalität.Durch die Auffassung der Nation als Haus Israels und aller Nationalen als Söhne Israels ist der Begriff der jüdischen Nation davor geschützt, als gegenstandslose Einheitsidee sich zu verflüchtigen oder in die Scheineinheit einer Elitenrepräsentanz als Fiktion sich zu retten, wird er vielmehr wesentlich immer und immer in der vereinten wirklichen Allheit seiner Glieder gedacht, die durch ein gemeinsames Innere eins sind, und deren jedes ein konkretes Teil dieser Einheit darstellt. Auch als die Nachkommen des einen jüdischen Mannes Israel zu sechsmalhunderdtausend Männern angewachsen waren, waren sie allenoch Glieder Eines Hauses, Söhne Eines Mannes, Ein Gepräge in Geist und Herz, eine Aufgabe, ein Geschick als Erbschaft durch die Jahrtausende tragend. Und mitten in dieser Grundeinheit und unter deren Einfluss die größte Mannigfaltigkeit in Stammes- und Familieneigentümlichkeit geflissentlich gepflegt, auf daß wie wir dies bereits wiederholt im 1 B.M. angedeutet die Eine große Menschenbestimmung, wie für das Gottesgesetz gezeichnet, unbeirrt durch jede Besonderheit, in der ganzen Mannigfaltigkeit der Charaktere, Anlagen, Berufsarten und Lebensstellungen, für die Gesamtmenschheit mustergültig zur Verwirklichung komme. Jeder Stamm in seiner Besonderheit und jede Familie in ihrer Eigenart haben, die gemeinsame Aufgabe des Hauses Israels in ihrer Besonderheit und Eigenart zu verarbeiten und erziehend und bildend auf ihre Glieder und in ihren Gliedern zu vererben.
V.48 Gott sprach nämlich zu Mosche:
V. 48: Wir haben bereits zu V.2 angemerkt, wie dem Begriff עדה wesentlich das Merkmal der Gemeinsamkeit einer Bestimmung innewohne, die Grund und Zweck der Gemeindeeinheit bildet, ein Einigungselement, das für die jüdische Volksgemeinde nichts anderes als das Gottesgesetz ist. daß das Gesetz nicht aus dem Volke, sondern an das Volk, nicht menschlich irdischen, sondern göttlichen Ursprungs und das unantastbar hoch aufgestellte Ideal war und ist, das jeden in Israel und Israel insgesamt mit ewig göttlicher Kraft zu sich hinan in seine Kreise ziehen soll, zu dem wir aber nimmer in solcher Gemeinsamkeit treten können, daß wir es antastend zu meistern vermöchten. Durch diesen Fernkreis blieb das Gesetz das Ewiggegebene, Ewiganziehende und doch nimmer in uns Aufgehende, vielmehr beherrschend uns in die von ihm gezeichneten Bahnen weisend und haltend.
V.51 Bricht die Wohnung auf, so haben die Leviten sie abzuschlagen, und soll die Wohnung Stätte nehmen, so haben die Leviten sie aufzurichten: der Fremde, der naht,ist todesschuldig.
V.51: Jeder Nichtverpflichtete war ein Nichtbefugter, war ein זר, so sehr, daß selbst der Levite nur zu der in Folge der Arbeitsteilung im überwiesenen Leistung befugt und der Übergang von einer Funktion zur andern verpönt war, נקיטינן משורר ששיער בשל חברו במיתה (Arachin 11b).
A EHRLICHER YID FUN BROOKLYN COMMENTS ZIONIST COVER UP NATRUNA
Natruna Radio Ad
Notice that the
only aveyra with Zionism according to this very expensive Natruna nusech
below is that the Zionists claim Jewish sovereignty/nationalism and to
represent Jews (well, says the
non-Jew, they have elections don't they?! How many elections do Natruna/NK
have?!). The Zionists do
nothing else wrong??!! Nothing!!!!! This is kanoyos?! This is shtusim, a waste
of Yiddish gelt!! Zionists don't do aveyras. They don't do shmad, they don't
terrorize, they don't uproot Judaism, they don't bribe the frum, they don't
murder Palestinians, they don't steal their land and homes, etc. Etc. Only
that they want a political state........... Natruna is nebech a Zionist coverup.
True Torah Jews Launches Radio Campaign
May 26, 2011
In reaction to Zionist leader Netanyahu's heretical words, abuse of the Torah
for his agenda and deliberate conflation of Judaism and Zionism, True Torah
Jews has launched a radio ad campaign. The first phase, on Wednesday May 25,
aired on the New York station 770 WABC. The text of the ad is as follows:
In light of the recent meeting between Israeli Prime Minister Benjamin
Netanyahu and President Obama, The international organization True Torah Jews
would like to clarify the following facts:
Ever since Jews were sent into exile by Heavenly decree, the Jewish People have
never sought to establish sovereignty. Jews have waited patiently, for the day
of the redemption when there will be peace among all of humanity.
Zionist ideology denies the fundamental Jewish belief in Heavenly Redemption
and replaces the Torah with nationalism. Furthermore, the entire Zionist
project was based on illusions from the beginning; thats why it has already
crashed on the rocks of Middle Eastern reality.
As American Jews, we pray for the wellbeing and prosperity of our country.
Under the leadership of President Obama. The State of Israel cannot and
should not claim to represent worldwide Jewry, nor should it be identified as
a Jewish State.
Zionist ideology is indefensible. And the blurring of the boundary between
Judaism and Zionism jeopardizes the safety of Jews living all over the world.
The campaign will, with the
help of Hashem Yisborach, continue through the end of next week. To sponsor a
minute-long radio ad, please call 347 450 0717, or
send a check to our address below.
By Cynthia McKinney We cannot
bring our country to peace and respect for human dignity without the solid
foundation of the truth. Those in the service of hatred, war, Zionism are being
seen for what they are. http://www.informationclearinghouse.info/article28128.htm
The People vs. Goldman Sachs
The Justice Department should bring criminal charges
By Matt Taibbi They weren't
murderers or anything; they had merely stolen more money than most people can
rationally conceive of, from their own customers, in a few blinks of an eye.
But then they went one step further. They came to Washington, took an oath
before Congress, and lied about it. http://www.informationclearinghouse.info/article28124.htm
Lots of Rhetoric - But Very Little Help
By Robert Fisk: Well, this
weekend is Netanyahu's weekend - and by the time Obama ends up swearing eternal
loyalty to the Israelis, the Arabs will forget yesterday's posturing. http://www.informationclearinghouse.info/article28148.htm
Norman Finkelstein On Obama's Mideast SpeechBy Democracy Now! Roundtable
with author Norman Finkelstein, Palestinian human rights lawyer Noura Erakat,
and Jeremy Ben-Ami, head of the lobby group J Street. http://www.informationclearinghouse.info/article28154.htm
Israxl Harms Palestinians
(And Itself)
My Political Rupture With AIPACBy MIKE
GRAVEL The dangerous political leadership of Prime Minister Benjamin
Netanyahu and his oppressive domination of the Palestinians in Gaza and the
West Bank must be opposed. He does not want peace. http://www.informationclearinghouse.info/article28162.htm
Porn in the USABy Yvonne Ridley The gullible truly want to believe their
government and so they do, but cynics - and they are growing in number even in
America these days - recognise weak, transparent propaganda when they see it. http://www.informationclearinghouse.info/article28158.htm
Israeli Right
Mocks Obama's Rapid Submission To NetanyahuBy Saleh
Naami Lauded by settlers and derided by commentators, the US president's
AIPAC speech is portrayed as a victory for Israeli Prime Minister Benjamin
Netanyahu. http://www.informationclearinghouse.info/article28167.htm
Obama and the Israxl LobbyBy Glenn Greenwald A former AIPAC
spokesman demanded that Obama take a renewed public pledge of devotion to Israxl,
and circulated to the media statements of condemnation from numerous
"pro-Israxl" Democrats in Congress. http://www.informationclearinghouse.info/article28169.htm
The President Goes AIPACingBy Lawrence Davidson The lobbies act
like jealous gods who need to hear the prayers of their devotees said again and
again. I am loyal, I am yours, forever, forever. Deviation means blasphemy and
blasphemy means that the gods will bestow their cash blessings on someone else
come the next election cycle. http://www.informationclearinghouse.info/article28174.htm
How Many SEALs Died?By Paul Craig Roberts As trends forecaster
Gerald Celente and I have warned, the warmongers in Washington are driving the
world toward World War III. Once a country is captured by its military/security
complex, the demand for profit drives the country deeper into war. http://www.informationclearinghouse.info/article28156.htm
Strauss-Kahn Simply Had to be Eliminated.The Amerikan Police State Strides ForwardBy Paul Craig Roberts
Dominique Strauss-Kahn: The Colonial Predator LegacyBy James Petras
The attempted rape and sexual abuse of an African cleaning woman by the
Managing Director of the International Monetary Fund, Dominique Strauss-Kahn
(DSK) embodies, in microcosm, the entire historical and contemporary legacy of
colonial neo-colonial relations. http://www.informationclearinghouse.info/article28175.htm
Is this Representative of American Mainstream Opinion?
There's No Way To Tell Which Muslims Seek To Do Us Harm
Israxl and Palestine Here comes your non-violent resistance
By The Economist What will it
take to make Americans recognise that the real Martin Luther King-style
non-violent Palestinian protestors have arrived, and that Israeli soldiers are
shooting them with real bullets? http://www.informationclearinghouse.info/article28120.htm
Historian Writes of 'Pleasure' at Murder of pro-Palestinian Activist
'Paper dollar
destroying world economy': Iran's
President Mahmoud Ahmadinejad strongly criticizes US economic policies, saying
that the paper currency created by the American government is taking a heavy
toll on the global economy .http://www.presstv.ir/detail/179059.html
Yimach shmo this filthy pig
Amnon Yitzchak..............on the other hand, NKI askanim will of course play
games and ignore this type of garbage from "frum" Zionists, and
continue to say how "orthodox Jews are not Zionists" blah, blah, blah,
blah.......
See above video starting with DS Feldman at 2:27 for one minute.
R. DS Feldman says that American politicians support Zionism out of compassion for Jews after the "holocaust."
Is it "American compassion" for Jews by enraging 1 billion Moslems against Jews and Judaism by supporting the state of Israxl??
Is it "compassion" for Jews and Judaism by supplying the Zionist state the worst weapons to make wars and destroy Palestinians and Lebanon, and anyone else who stands in their way??
Is it "compassion" for Jews to portray Jews as controlling the US congress and president and creating hatred of Jews as bloodthirsty murderers??
Is it "compassion" for Jews by supporting Zionist butchery to help hasten the return of yoyzel as believe the evangelist Christians?!
What does DS Feldman mean with such a statement to the media?!
Rabbiner Dr Mendel HIRSCH: Im Rahmen unseres Lehrprogramms bringen wir Auszüge aus dem Vortrag Der Zionismus (1898) von Dr. Mendel HIRSCH, Direktor der Realschule der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main.
DER ZIONISMUS(1898) weitere Auszüge
...In einer Zeit nämlich, da die confessionellen Gegensätze auch zwischen den einzelnen christlichen Kirchen wieder in ungeahnter Scharfe betont wurde, trat eine Bewegung hervor, aus niedrigen Motiven entsprungen, zuerst in kleinen Anfängen, dann aber künstlich und planmäßig genährt, in der Bekenner der verschiedensten Confessionen brüderlich einten: die Bewegung gegen das Judentum und die Judenheit. Absichtlich und in arglistiger Berechnung vermischte man beide. Ferner schob man jeden moralischen Defekt, der bei einem Juden hervortrat, auf das Judentum und übertrug in auf alle Glieder der Judenheit. Man bemühte sich zu vergessen, daß die Moralprinzipien des Christentums lediglich und wörtlich dem Judentume entnommen sind, und daß somit der einzelne Jude, sowie der einzelne Christ, der schlecht handelt, dies nicht tut weil, sondern obgleich er Jude ist oder Christ.
Die antisemitische Bewegung ergriff immer weitere Kreise und äußerte sich je nach dem Milieu in beleidigender Zurückweisung oder in einer Reserve in der dem Juden gegenüber gesellschaftlich eingenommen Haltung. Weite Kreise der jüdischen Bevölkerung auf dem Lande sahen sich in ihrem Erwerbsleben schwer geschädigt. Niemand aber sah sich schwerer enttäuscht als diejenige in Israel, die geglaubt hatten durch Preisgebung des ganzen jüdischen Gesetzlebens nicht nur die politische und bürgerliche Emancipation, sondern auch die soziale Gleichstellung, das völlige Aufgehen in die nichtjüdischen Gesellschaftskreisen erkauft und sich und den Ihrigen für immer gesichert zu haben. Gerade sie fühlten die wieder aufgerichteten unsichtbaren Schranken viel empfindlicher als die gesetztreuen Juden, denen die Heilighaltung der Speisegesetze schon ohnehin die Teilnahme an den Tafelfreuden jener Kreise unmöglich gemacht und damit den intimeren gesellschaftlichen Anschluss an dieselben erschwert hatte. In grösserem Umfang, als man geglaubt, nahm die Fahnenflucht nur höchst uneigentlich so zu nennen, denn die Fahne des Judentums hatten diese Kreise nie hochgehalten also der Übertritt zu. Doch auch dies versagte bei vielen, da mit dem Taufwasser nicht auch der von den glorreichen Geschlechtern einer nach Jahrtausenden zählenden Vergangenheit ererbte jüdische Typus sich verwischen lässt und zu dem Religionshass die Rassenantipathie hinzugekommen war. Ohnehin aber verrät, auf welchem Standpunkt man auch immer stehen mag, eine wenig vornehme und wenig anständige, vielmehr eine recht niedrige Denkungsart und einen gänzlichen Mangel an moralischen Feingefühl, wer nicht davon zurückbebt, um materieller Vorteile willen oder um Nachteilen zu entgehen, ein Glaubensbekenntnis abzulegen, das auf den Lippen des ohnehin rationalistisch disponierten Juden, geschweige denn des aufgeklärten Israeliten, eine Lüge ist und von aller Welt als solche erkannt wird. Alle Charaktervollen, alle Anständigen wiesen deshalb jeden Gedanken an einen Übertritt weit von sich. Eine Zeit der Verfolgung und der Angriffe, denen eine Religion oder Stamm ausgesetzt ist, macht es ja im Gegenteil für alle tiefer angelegten ihrer Glieder zur moralischen Unmöglichkeit, auch die nur losen Bande zu lockern und zu lösen, die sie mit ihrer Religion und ihrem Stamme noch verbinden.
Da vollzog sich denn in vielen Herzen eine Wandlung. Die gesellschaftlich wegen ihres Stammeszugehörigkeit Geächteten richteten sich auf. Sie erinnerten sich der großen Vergangenheit ihres Volkes, von der sie freilich vielfach nur recht unklare Vorstellung haben. An Stelle der ihnen streitig gemachten nationalen Zugehörigkeit zu dem Volke, in dessen Mitte sie leben, entdeckten sie plötzlich ihre jüdische Nationalität, und was im Munde ihrer Verächter als Schimpfname galt und bisher auch leider in manchen israelitischen Kreisen als solcher gegolten hatte, wurde als Ehrenname stolz in Anspruch genommen, und Mutter Zion, die solange verlassene, verkannte, verhöhnte, ja verfolgte, ihr Name wurde plötzlich der Sammelpunkt weiter Kreisen, die die hehre Mutter bisher verleugnet hatten! (S12-13)
In einem ganz anderen Lichte als die Kolonisationsbestrebungen erscheint jedoch der zionistische Gedanke von einer durch jüdische Initiative zu bewirkenden Wiederherstellung eines jüdischen Staates in Palästina. Auf dem Kongress in Basel ist auf Rücksicht auf die russischen Brüder der Begriff umschrieben und die gesicherte Heimstätte in Palästina als eine statt völkerrechtlich nur öffentlich rechtlich gesicherte bezeichnet worden. An der Sache ändert das nichts, das Ziel ist der Judenstaat, und wir können dem geehrten Führer der zionistischen Bewegung nur dankbar sein für die Darlegung seiner Ideen hinsichtlich dieses Judenstaates und dessen Gründung, wie er sie in dem angeführten, bereits in vierter Auflage erschienen Buche niedergelegt hat. Ich hebe ausdrücklich hervor, daß der Ernst, mit der er sich in seine Ideen vertieft, und die Hingebung, mit der er für sie zu wirken sucht, wegen der in diesem allen sich bekundenden Liebe zu seinem Volke selbstverständlich volle Hochachtung verdient. (S.13-14)
Treten wir ohne Voreingenommenheit an die Prüfung des Problems vom Standpunkte des gesetzestreuen Judentums und spitzen wir die Frage gleich, von allen Erwägungen der Opportunität und der Möglichkeit abgesehen, prinzipiell zu. Außer Betracht bleiben jene Erwägungen, die schon durch die bloße Idee der Gründung eines Judenstaates in Palästina nur Wasser auf die Mühle des Antisemitismus geleitet sehen und gar in einer Agitation für die Verwirklichung dieser Idee eine sofortige schwere Schädigung erblicken wegen des Misstrauens, das in den Herzen unserer nichtjüdischen Mitbürger gegen die Aufrichtigkeit unserer Hingebung an das Vaterland durch solche zionistische Aspirationen geweckt werden müssen, deren Ziele ja im tiefsten Grunde nicht religiöse, sondern politische sind. Für ganz grundlos halte ich allerdings diese Befürchtungen nicht. Es ist ja wahr, dem Antisemitismus kommt es auch auf die schamlosesten Erdichtungen nicht an, wenn sie ihm passen, ich erinnere nur an das unsäglich traurige Schauspiel, das sich in diesen Tagen bei unseren westlichen Nachbaren abspielt und jedem Freunde des Kulturfortschritts die Schamröte ins Antlitz treibt. Eine besonnene Erwägung wird gleichwohl oder vielleicht nur umsomehr Alles zu vermeiden suchen, was solchen Verdächtigungen einen Schein von Begründung verleihen könnte. Mehr als eine Erwägung, einen entschiedenen Protest erfordert es auch das noch beiläufig , wenn in dem Judenstaat S.26 über die Wirkung des Antisemitismus gesagt wird: Der Druck erzeugt bei uns natürlich eine Feindseligkeit gegen unsern Dränger und diese Feindseligkeit steigert wieder den Druck. Wir wissen nichts von eine Feindseligkeit, von der die Juden auch in den Ländern, wo man ihnen das Recht verkümmerte, gegen ihre nichtjüdischen Staatsgenossen erfüllt gewesen wären, wissen nicht, wo je eine Bedrückung der Juden sich mit Recht auf deren Feindseligkeit hätte berufen können. Für uns in Deutschland haben diese Ausführungen ja Gottlob ohnehin keine Anwendung. Aber im Hinblick auf unsere Brüder in Russland und Österreich müssen wir die Wahrheit aussprechen, die seit fast zwei Jahrtausenden in Jissroél in erhabener Selbstlosigkeit betätigt worden ist: Für den gesetzestreuen Juden ist die Hingebung an die Förderung des Wohles des Staates, indem er lebt, also die loyale, patriotische Gesinnung, oder wie wir es in Deutschland bezeichnen: die Bewährung der Treue gegen Kaiser und Reich, nicht eine durch Gegenleistung bedingte Pflicht.
Aber wir wollen, wie gesagt, alle diese Bedenken bei Seite lassen, bei Seite lassen auch alle hinsichtlich der praktischen Durchführbarkeit, bei Seite auch die durch trübe Erfahrungen langjähriger Unterdrückung des gesetzestreuen Judentums unter der Gewaltherrschaft des Reformjudentums wohl berechtigte Frage, welche Garantien denn das gesetzestreue Judentum in einem bloß national-jüdischen Staate haben würde, unter einer etwa von Nationaljuden gebildeten Regierung, der eine von ebensolchen befehligte Polizei- und Militärmacht zur Verfügung stände. (16-17)
Sie sehen, ich komme weit entgegen um lediglich den Kern der Frage herauszuschälen und, von allen erwähnten und angedeuteten Schwierigkeiten abgesehen nunmehr die Frage zu stellen:
Mit welchen Gefühlen, mit welchen Hoffnungen oder Befürchtungen, mit welchen Gedanken also wird ein denkender Jude, der die Geschichte seiner Vergangenheit kennt, der auf dem Boden der Bibel und der Überlieferung steht, dem die Erwählung und Bestimmung Israels keine fromme Legende, sondern geschichtliche Wahrheit ist, der Gottes Hand in der Geschichte seines Volkes waltend erblickt, von Abrahams Erwählung und der Befreiung vom egyptischen Sklavenjoche an bis zur Erhaltung in den schwersten Zeiten des Druckes und der Verfolgung bis auf die Gegenwart, mit welchen Gedanken wird ein solcher dies Unternehmen der Wiedererrichtung des heutigen Jissroéls tel quel als Bürger dieses Staates betrachten, nach den Worten der Thora, nach den Worten der hehren Vertreter ihres Geistes in Jissroél betrachten müssen?
Mit klaren Worten ist es in der Thora ausgesprochen und wird bei jeder Erwägung der Inbesitznahme des Landes wiederholt, daß Gott es uns gebe, daß wir es nicht unserer Tapferkeit und unserer Klugheit, sondern lediglich Gott zu verdanken haben. Mit nicht minderer Deutlichkeit und Eindringlichkeit wird stets darauf hingewiesen, daß es uns nur verliehen werde, um dort zu unserem Heile und als Beispiel für die Menschheit in treuer Erfüllung des gesamten Gottesgesetzes das edelste Menschentum zu verwirklichen, in gottgefügter Folgen dessen das Land in Paradiesherrlichkeit aufblühen und den Völkern Ansporn geben werden sich gleichfalls solches Segens teilhaftig zu machen. Daß ferner auch die Dauer seines Besitzes an die Erfüllung dieser Bedingung geknüpft sei, daß wir durch diese Erfüllung es bewirken, daß das Land uns nicht ausspeie.
Wird fortgesetzt, frühere Auszüge über "zoeken naar..."
Samson Raphael HIRSCH Komm. zu Pirkéi Owauss Kap 4, 14
Samson Raphael HIRSCH
Aus seinem Kommentar zurSprüche der Väter Pirkéi Owauss
פרק רביעי
Kap. 4, 14: Rabbi Jochanan Hassandlor sagt: Jede Vereinigung aus reinen Beweggründen zu reinen Zwecken gelangt endlich zu Bestand; die aber nicht reine Beweggründe zu reinen Zwecken hat, hat schließlich keinen Bestand.
14. לשם שמים ist der Ausdruck für jedes Streben, welches das Gute um des Guten willen, ohne jede unlautere Nebenansicht zum Ziele hat. Jeder Verein, der zu gutem Zwecke ohne unlautere Nebenansicht zusammentritt, trägt, wie Abarbanell zu dieser Mischna bemerkt, eben durch diese gemeinsame Huldigung des einen guten Zweckes schon von selbst den Grund des Bestandes in sich, indem sich diesem gemeinsamen Ziele jedes Sonderinteresse unterordnet. Unlautere Beweggründe führen aber sehr bald die Vereinsglieder zu einem Wettkampf um Sonderinteressen, der den Keim zu einer früher oder später unausbleiblich eintretenden Auflösung in sich trägt.
Israxl Harms Palestinians (And Itself) My Political Rupture With AIPAC
By MIKE GRAVEL
The dangerous political leadership of Prime Minister Benjamin Netanyahu and his oppressive domination of the Palestinians in Gaza and the West Bank must be opposed. He does not want peace. http://www.informationclearinghouse.info/article28162.htm
And NK International is still mute
A ehrlicher Yid in Brooklyn
Soon we will see the Zionist flag on the White House and Congress, and hear them sing hatikvah instead of star spangled banner, or a combination of both:
"Freedom's just another word for nothing left to loose:"
ICH is a cooperative of individuals who refuse to be force fed a diet of nonsense and half facts, while watching the plunder of our values and resources.
ICH readers believe that each individual has a right to just treatment, and a reciprocal responsibility to ensure justice for others .
ICH works to make visible any act or omission, which makes injustice possible, regardless of who is the victim and who is the perpetrator.
ICH is free and independent because we have nothing left to loose but our own self respect.
Paul Craig Roberts says "Information Clearing House is a courageous site that delivers information and commentary not otherwise available and in my opinion is worthy of your support"
Or if you prefer, send a check or money order, (US Dollars) Information Clearing House, PO Box 365 Imperial Beach, CA 91933. USA.
Thank you. Your help is greatly appreciated. Tom Feeley
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"It is at this moment, when things appear so bleak that we must redouble our efforts and not give up. We must believe that we can remake the world in a more peaceful reality." - Cynthia McKinney
I encourage you to read this important guest post by Alice Rothchild:
The American Israel Public Affairs Committee is holding its annual conference May 22-24, where Congress people and many of our national leaders will rush headlong into the committees open arms and bountiful coffers. In an increasingly bizarre time warp they will congratulate each other and kvell about Israxls special relationship with the US, our strategic partnership, and Israxls commitment to democratic ideals in a sea of dictatorships (to quote the website).
What they will not talk about is reality. US Jews are increasingly uncomfortable with a lobby that claims to represent us, but is deeply committed to the militaristic and rightwing policies of successive Israeli governments. Jews in the US tend to be politically progressive, but we are being asked to suspend our liberal beliefs when it comes to Israxl. While maintaining a steady dream beat for war against Iran and a world view that, Israxl continues to fulfill its ancient obligation as a light unto the nations, AIPAC lobbyists with their Christian Zionist allies guarantee billions of dollars in military aid for Israxl each year . Much of this goes towards buying US military weapons and machinery, cementing the massive, interconnected, and lucrative military-industrial-security complex that now exists between our two countries.
Not only has this made a brutal 43 year military occupation possible, but it also provides military and political support to the current Netanyahu government. Lets be clear. Netanyahu is committed to building Jewish settlements in the West Bank and East Jerusalem, undermining any possibility for a two-state solution. He is building Jewish settler-only roads and roads for Palestinians funded by USAID. He tightly controls Palestinian movement through checkpoints, permits, and the Separation Wall which has stolen thousands of acres of Palestinian land and destroyed the lives and livelihoods of people whose families have lived in the region for centuries. His idea of Palestinian statehood, (should he still have one), is a scattering of weak enclaves surrounded by Israeli military. The recently released Palestine Papers painfully documented the degree to which Palestinian negotiators were willing to sell their souls while Israeli negotiators refused to accept any concessions. The US was revealed twisting the arms of Palestinians diplomats to give up basic demands and the massive security coordination between the Israelis and the Palestinian Authority was exposed.
Within Israxl, there is a rightwing crackdown on human rights activists, and laws brewing in the Knesset that will criminalize:
1. Nonviolent protests (in Israxl and internationally) that advocate boycotts, divestments, and sanctions;
2. Providing information that could lead to Israeli war crime charges;
3. Any activity against Israeli soldiers or State symbols including nonviolent legitimate resistance to the occupation;
4. Commemorations of the Nakba, the Palestinian experience of 1948
At the same time there are over 20 laws that maintain the second class status for Palestinians with Israeli citizenship.
While Israeli activists worry about rising fascism in Israeli society, Palestinians are celebrating the Arab Spring that is blossoming in the region and Fatah and Hamas are gingerly talking about unity and democratic elections. Arabs from Tunisia to Yemen are putting their lives on the line for equality and freedom of speech. This breathtaking political moment is changing the political discourse in the Middle East and the US Congress needs to take notice and shake itself free of the world view that is promoted by AIPAC lobbyists. Fear of anti-Semitism and the traumas of the Holocaust do not justify Israeli exceptionalism, militarism, racism towards Arabs, or a belief in permanent Jewish victimization.
Peace in the Middle East is more urgent than ever, but it needs to be based on international law, human rights, and UN resolutions. AIPAC and its supporters are deluding themselves, promoting a perpetual state of war and hostility, living in a world that does not match reality. At the same time, over 100 peace organizations will be meeting in Washington. Under the call: Move Over AIPAC: Building a New US Middle East Policy, they will explore the impacts of US military aid and political cover, the demand to end the Israeli occupation, and the building of a solution that respects the rights and dignity of everyone in the region. There will be no big donors there, but Congress would do well to listen.
Im Rahmen unseres Lehrprogramms bringen wir Auszüge aus dem Vortrag Der Zionismus (1898) von Dr. Mendel HIRSCH, Direktor der Realschule der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main.
Dr. Mendel HIRSCH
" DER ZIONISMUS " (1898)
(Auszug 2) .... Infolge der Ankündigung dieser Besprechung sind mir in den letzten vierundzwanzig Stunden zahlreiche Briefe und Druckschriften zugegangen, die glaubten, mich über den Zionismus belehren und aufklären zu müssen. Ich bin den geehrten Einsendern aufrichtig dankbar. Ich kann ihnen aber die Versicherung geben, daß es ihre Bemühungen, um mein Interesse zu erwecken, nicht bedürfte. Der Name, den die Bewegung führt, sichert ihr die volle Beachtung und ließ mich ihre Entwicklung mit lebhaftem Interesse verfolgen.
Meine Verehrten! Nicht ohne tiefen Ernst, lassen Sie michs nur gestehen, nicht ohne tiefe Bewegung, deren Grund Ihnen im Verlauf meiner Darlegungen klar sein wird, gehe ich an die Würdigung des Zionismus vom Standpunkte des gesetzestreues Judentums.
Zion! Wo gibt es ein jüdisches Herz, das nicht höher schlüge bei diesem Worte! Zion der bloße Name ist ein Accord, der jede Saite unseres Innern vibrieren macht! Der Gedanke an unsere hehre Mutter Zion lässt vor unsere Augen erheben die Herrlichkeit des Gottesreiches auf Erden, wo ein Band der Liebe die brüderlich geeinte Menschheit umschlingt.
Auf Zion thront das Gotteswort, von Zion soll seine Herrschaft ausgehen. Zions Bild strahlte den Ahnen entgegen aus der Zeiten fernem Hintergrund, auf das sie hinschauten, wenn mitternächtliches Dunkel sich auf ihre Hütten niedersenkte. Zion war das Ziel ihres Sehnens, an Zion knüpfte sich alles, was ihrem Leben heilig und teuer war. Der Gedanke Zion begeisterte die Herzen unserer großen Dichter, die Wiedererstehung Zions bildet den Refrain unserer Bitten, mit dem Gesichte nach Zion stehen wir vor Gott im Gebete, der Gedanke an Zion begleitet uns durchs Leben, der Gedanke Zions begleitet uns ins Grab, mit der Richtung nach Zion betten wir unsere Todten, auf einer Handvoll Erde aus Zions heiligem Boden ruht unserer müden Erdenwaller Haupt. Und da sollte es noch einer Untersuchung, einer Prüfung bedürfen, wie wir, wie gerade wir orthodoxe Juden uns einer Bewegung gegenüber zu verhalten hätten, die den Namen Zion auf ihre Fahne geschrieben?
לשנה הבאה בירושלים Im nächsten Jahre in Jerusalem! das ist ein Wunsch, der in den innigsten Weihemomenten des jüdischen Lebens die Brust erfüllt, bei dem Gedanken an diesem Moment sehen wir unsere Väter und Großväter vor uns, und in uns zittert nach die ganze Innigkeit dieses Wunsches.
Es ist ein königlicher Traum! sagt der geehrte Leiter der zionistischen Bewegung in seinem Buche Der Judenstaat und, wie er versichert, handelt es sich jetzt darum, zu zeigen, daß aus den Traum ein tagheller Gedanke werden kann. Die Heimkehr ins gelobten Land war stets das Sehnsuchtsziel der Exilierten, und wahrlich, wahrlich, eine Bewegung, der ihre Bestrebungen mit den Namen Zion deckt, die den Ruf: Auf nach Jerusalem, dem Lande unserer Bestimmung! zu ihrer Losung macht, die sollte doch eigentlich gerade bei den jüdischen Juden, bei denen, die nicht bloß nach ihrer Abstammung zum jüdischen Volk gehören, nicht erst durch die, wie sie es nennen, Judennoth zum Bewusstsein ihrer Stammeszugehörigkeit gekommen sind, die nicht bloß Nationaljuden sind, sondern die Erbschaft freudig angetreten haben, die die Väter ihnen mit Strömen Blutes bewahrt und überliefert haben, die ihr ganzes Leben noch jetzt von dem Gesetz beherrschen lassen, das auf Zion seine Stätte hatte und nach ihrer unerschütterlichen Überzeugung auf Zion einst weltherrchend thronen wird eine solche Bewegung müsste doch gerade bei diesen mit jubelnder Begeisterung begrüßt werden.
Sie wissen alle, ass dies, in Deutschland wenigstens, keineswegs der Fall ist, daß vielmehr die gesetzestreuen Juden, in dieser Beziehung in Übereinstimmung mit den entschiedensten Anhängern des Reformjudenthums, in ihr überwältigenden Mehrheit sich den Zielen dieser Bewegung ablehnend verhalten. Die Letzteren freilich bleiben mit dieser Haltung sich nur konsequent. Sie haben aus ihren Gebeten jeden Gedanken an einen kommenden Erlöser, an eine Rückkehr nach Palästina gestrichen, weil sie diesen Gedanken aus tiefstem Herzen perhorresciren. Ihrer Sehnsucht Ziel ist ja die Assimilierung, das Aufgehen Israels in die Völker seiner Umgebung. Da muss deshalb ja schon der Name Zionismus wie das rote Tuch wirken. Was von ihnen schon als eschatologischer Gedanken dessen Gedanken, dessen Verwirklichung erst in fernster Zukunft, erst am Ziele der Geschichte winkt, mit aller Energie zurückgewiesen wird, das will ja der Zionismus, soweit es die Rückkehr nach Palästina betrifft, schon in nächster Gegenwart verwirklichen.
Wie verhält es sich aber in dieser Beziehung mit den gesetzestreuen Juden? Ist deren ablehnende Haltung eine korrekte, geraten sie mit ihr nicht in Widerspruch mit sich selbst?
Zur Verantwortung dieser Frage gestatten Sie mir zunächst mit einigen Worten auf das Wesen und die Genesis des Zionismus einzugehen. Ich beschränke mich darauf, hervorzuheben, daß derselbe in seiner ursprünglichen Gestalt bereits vor mehrere Dezennien in Russland und Rumänien entstanden ist, längst bevor die Zunahme des Antisemitismus in den westlichen Ländern, besonders in Österreich, ihm auch dort Anhänger gewann. Jener beschäftigte sich zunächst mit der Pflege der hebräischen Sprache und hatte auch die Kolonisation Palästinas, d.h. die Ermöglichung und Förderung der Auswanderung dorthin, als Ziel im Auge. Erst viel später und außerhalb Russlands verdichteten sich die zionistischen Gedanken an einen jüdischen Staat. Judenstaat nennt ihn beiläufig mit vollem Rechte der Leiter der Bewegung, denn ein jüdischer Staat ist der geplante Staat mit nichten. Die Änderung vollzog sich dadurch, aß ein ganz anderes Element hinzutrat, das die Führung übernahm und der Gedanke an eine Organisation ins Auge fasste. Es waren dies Männer, die dem jüdischen Leben bisher mehr oder weniger entfremdet waren, die durch die antisemitische Bewegung den Boden verloren hatten und nun, wie es auf dem Congress in Basel, ihr Führer es so schön aussprach, ins Vaterhaus, zum Judentum zurückkehrten. Zur Judenheit, meint offenbar der geehrte Herr, denn von eine Änderung in den religiösen Anschauungen der bisher dem Judentum Entfremdeten ist auf dem Kongress meines Wissens nichts verlautbart. ... (wird fortgesetzt)
Sholem aleichem Ich habe mal den Rabbi Mendel Hirsch bei Wikipedia gesucht und gefunden. hier>>
Dort kann man lesen, dass es sich bei dem Text "Der Zionismus" von 1898 um einen Leserbrief von ihm in der Zeitung "Jeschurun" seines Vaters handele. Ihr schreibt hier aber das es ein Vortrag sei.
Ist beides richtig?
Unsere Schriftleitung antwortet:
Salam Aleikum,
Wikipedia ist wie oft UNzuverläßlich. In der Broschüre, dessen wir eine der seltene Besitzer sind, steht es wörtlich wie wir es wiedergeben: einen Vortrag für den Verein Ben Usiel. Ob auch einen Leserbrief zum Thema im Jeschurun (alte Folge) erschien ist noch zu prüfen. Jedenfalls, vielen Dank daß Sie uns mitteilen daß es inzwischen eine Notiz über Rabbiner Dr. Mendel Hirsch gibt in der Wikipedia.
DIE SEGNUNGEN UND DIE FLÜCHE (Wochenabschnitt Bechukaussai)
DIE SEGNUNGEN UND DIE FLÜCHE (Wochenabschnitt Bechukaussai)
Wenn es auch in der Seele des Menschen tief begründet ist, daß er den Lohn für eine gute Tat in ihr selbst findet, daß dem Edlen und Frommen das frohe Bewußtsein, eine brave Handlung begangen zu haben, hinreichender Ersatz für seine Mühe ist, so unterließ es der allgütige Gott dennoch nicht, nachdem Er dem Volke Jissroél alle Seine beseligenden Lehren erteilt hatte, ihm den Lohn für die gewissenhafte Ausübung derselben verheißen, indem Er in unserem Wochenabschnitte zu den Kindern Jissroél spricht: Wenn ihr in Meinen Gesetze wandelt, Meine Gebote beobachtet und sie ausübet, so gebe Ich euch den Regen zur rechten Zeit, der Boden wird seinen Ertrag bringen, und der Baum des Feldes wird seine Frucht geben. Die Dreschzeit wird euch bis zur Weinlese reichen, und die Weinlese bis zur Saatzeit gelangen; ihr esset euer Brot zur Sättigung und wohnet sicher in eurem Lande. Ich gebe Frieden dem Lande, ihr legt euch nieder, und keiner schreckt auf; Ich tilge böses Gewild aus dem Lande, und kein Schwert soll euerLand durchziehen. Ihr verfolgt eure Feinde, und sie lassen vor euch, und sie fallen vor euch durchs Schwert. Fünf von euch werden hundert verfolgen, und hundert von euch werden zehntausend nachjagen, eure Feinde fallen vor euch durchs Schwert. Ich wende mich euch zu, mache euch fruchtbar, mehre euch und errichte Meinem Bund mit euch. Ihr werdet Vorvorjähriges essen und altes vor dem neuen ausräumen. Ich errichte Meine Wohnung in eurer Mitte und werde euch zum Gotte sein. Ich bin der Ewige, euer Gott, der Ich euch aus dem Lande Mizraim geführt habe, daß ihr nicht mehr ihnen Knechte seiet, Ich zerbrach die Stangen euers Joches und ließ euch aufrecht einherschreiten. Die Erde mit allen ihren Reichtümern und ihrer ganze Pracht ist euch zu Füße gelegt, sobald ihr aufrichtig mit Gott wandelt, denn wie unsere Weisen s.A. sagen, ist die Welt nur erschaffen, dem Frommen zu gehören. Mit Ehrfrucht und Achtung werden alle Völkerzu euch emporblicken, denn wer Gottesfurcht besitzt, dessen Worte werden gehört. Das höchste Erdenglück aber wird euch Gottes Gegenwart bereiten, Er, der Allgüte, wir in eurer Mitte wohnen und für eure Treue euch schon hienieden mit überirdischer Glückseligkeit belohnen.
Solltet ihr aber von Gott abfallen und Gottes Gebote übertreten, so werdet ihr euer Glück selbst zerstören. Eure Untreue wird bestraft werden, und die gerechte Züchtigung eures himmlischen Vaters wird nicht ausbleiben. Wie eure Pflichttreue eine Quelle des Segens, so wird eure Pflichtvergessenheit die sichere Ursache empfindlicher Züchtigung für euch sein. Die gefürchteten Feinde des menschlichen Wohlstandes, Hungersnot, Krankheiten, verheerende Kriege, mordende Pest, drückende Sklaverei werden euch aus dem herrlichen Lande hinwegfegen in welchem ihr euch so wohl geborgen und so sicher geglaubt habt. Nach den fernsten der Erde hinausgestoßen, von allen Seiten angefeindet, verfolgt und mißhandelt, so werdet ihr von den Leiden gedemütigt, zu eurem Gotte zurückkehren. Wenn euer Herz sich dann wieder reuevoll eurem Gotte zuwendet, dann wird Sich der Allgütige, eingedenk der Liebe zu euren frommen Stammvätern, eurer erbarmen und das schwache Häuflein Jissroél inmitten der Völker schützen und nicht untergehen lassen. Ich werde Meines Bundes mit Jakob gedenken und auch Meines Bundes mit Isaak und auch Meines Bundes mit Abraham, und des Landes werde Ich gedenken Denn trotz alledem, wenn sie auch im Lande ihrer Feinde sind, so habeIch sie doch nicht verworfen und verachtet, sie zu vernichten und Meinen Bund mit ihnen zu brechen, denn Ich bin der Ewige, ihr Gott!
Wie sehr muß uns diese Stelle der heiligen Schrift mit Staunen und Bewunderung erfüllen, Ehrfrucht vor dem heiligen Worte Gottes muß unsere Herzen ergreifen, wenn wir sehen, wie alle diese Prophezeiungen eingetroffen sind. Viele, mächtige Nationen des Altertums, die unsere Vorfahren unterdrückt haben, sind von dem Erdenrunde spurlos verschwunden; ihr glänzender Name ist mit ihren Staaten zugleich ruhmlos untergegangen, und nur Trümmer sind als Andenken von ihnen übrig geblieben. Aber Jissroél ist trotz all der heftigen Stürme finsterer Jahrtausende von einer überirdischen Macht wunderbar erhalten worden und bis zum heutigen Tage aufrecht geblieben. Die traurigen Zeiten Mittelalters haben wir überdauert, in denen unsere Vorfahren nur Härte und Grausamkeit begegneten, das heimatlose Volk beraubt, gehetzt, geplündert, der Mittel beraub aus den Ländern ejagt wurde, in denen die Gebeine seiner teuren Angehörigen ruhten, stets bereit, für Duldung und Gewissensfreiheit freudig alles hinzuopfern und die ungestörte Ausübung der Religionsgesetze mit den höchsten Opfern zu erkaufen.
Wenn solches Unheil von allen Seiten über sie hereinbrach, wenn die Bedauernswerten nach Menschenberechnung die völlige Vernichtung schon nahe glaubten, da ward ihnen plötzlich Hilfe von oben zuteil, indem ihnen die göttliche Gnade einen der Mächtigen der Erde zum Retter schickte.Die angestammten Tugenden, die Jissroél auszeichnen, die Treue und Anhänglichkeit an seine Wohltäter, erregten stets die Aufmerksamkeit der Edlen anderer Völker und sicherten ihm das Wohlwollen der gerechten Herrscher, an die Stelle schwerer Leiden traten bessere Tage, der Wohlstand erblühte allmählich wieder in ihrer Mitte, und so ist dieses merkwürdige, an Zahl so unbedeutende Volk trotz aller erschütternden Weltereignisse wunderbar erhalten geblieben und wird nach Gottes heiliger Zusage לא מאסתים ולא געלתים לכלותםuns nie dem Untergange preiszugeben, aus dem schweren Kampf irdischer Widerwärtigkeiten einst und für immer siegreich hervorgehen.
Dieser Gedanke stärke uns zu jeder Zeit und befestige in uns die Liebe zu dem erhabenen Erbgut unserer Väter, er verleihe uns die Kraft, jedem Übel, das im Leben droht, mit Mut entgegenzutreten. Mit dieser erhebenden Zuversicht beendigen wir das dritte Buch unserer heiligen Thora, und ein heißes Gebet steige zu dem Allmächtigen empor, daß Er uns auch ferner Seinen Beistand verleihe, in Seinem göttlichen Worte zu forschen, auf daß wir in dem mühevollen Streben nach der Wahrheit nicht den Mut sinken lassen und bald den Lohn und bald zur Vollendung gelangen.
Quelle: Bibel- und Talmudschatz Ein Buch für die jüdische Familie von J.H. Kohn, 13 Auflage Hamburg 5691-1931 Verlag von George Kramer S. 285
Die allerbeste Anschrift zur Bestellung von antiquarische Judaica
A Ehrlicher Yid fun Brooklyn about: YD Weiss in Iran Again......
A Ehrlicher Yid fun Brooklyn about: YD Weiss in Iran Again......
Weiss continues to teach non-Jews about the Shalosh Shvuas, wants non-Jews to believe and accept that all the death and murder of the Palestinians since 1948 is not as bad as the violation of the Shalosh Shvuas (which requires acceptance of Emunas Chachomim) ... he always thinks he's talking to people in flatbush or lakewood.......
Video with Weiss in Tehran interview.....listen to him! Gevalt!!!
QUOTE: But to us Jews it is even a greater Nakba being that Zionism and its development into the state of Israxl is a transformation of Judaism the religion, subservience to the Almighty; what it meant for all the thousands of years, this covenant that we made with God, is a simple transformation from that into a base materialism, a nationalistic goal.
Samson Raphael HIRSCH Komm. zu Pirkéi Owauss Kap 3 1u.2
Samson Raphael HIRSCH
Aus seinem Kommentar zurSprüche der Väter Pirkéi Owauss
Kap. 3, 1: Akabja, Sohn Mahalalels, sagt: Betrachte drei Dinge, so kommst du nicht in die Hand der Sünde: wisse, woher du gekommen, wohin du gehst und vor wem du einst Rechenschaft und Rechnung zu geben haben wirst. Woher du gekommen? Von einem der Fäulnis verfallenden Keim. Wohin du gehst? Zu einem Ort des Staubes, des Moders und des Gewürmes. Vor wem du einst Rechenschaft und Rechnung zu geben haben wirst? Vor dem König der Könige von Königen, dem Heiligen, gesegnet sei er.
2. Rabbi Chanina, der Assistent der Priester, sagt: Bete für das Wohl der Regierung; denn wäre nicht Furcht vor ihr, sie würden einer den andren lebend verschlingen.
1. Unsere meisten Versündigungen entspringen aus einer Überschätzung unseres leiblichen Wesens und seiner Anforderungen, sowie aus einer Nichtachtung, wenigstens Minderachtung unseres geistig sittlichen Wesens und dessen Bestimmung, über deren Lösung oder Nichtlösung es einst Rechenschaft zu geben haben wird. Wir werden daher erinnert, uns immer gegenwärtig zu halten, daß unsere ganze sinnliche Leiblichkeit von vornhinein etwas der Verwesung Verfallendes ist, und nur das sittlich Geistige in uns, das ein über sich selbst entscheidendes und sich selbst richtendes Bewußtsein von seiner Bestimmung hat, die die Verwesung des sinnlich Leiblichen überdauert und in die Ewigkeit eingeht, um dort Rechenschaft zu geben, wie von ihm seine Aufgabe hienieden gelöst worden oder unerfüllt geblieben, und Rechnung darüber zu legen, wie es mit den ihm zur Lösung dieser Aufgaben verliehenen Kräften und Mitteln hausgehalten, und zwar Rechenschaft und Rechnung vor dem, der die absolute Herrschaft über alles und alle hat und sich den endlichen Gehorsam vonallem und allen zu sichern weiß.
2. Die in der vorigen Mischna enthaltenen drei Erwägungen sollten allerdings genügen, um jede Ausschreitung zum Unrechte hintanzuhalten, ohne daß es des Einschreitens einer menschlichen Macht bedürfte, und dem reinen Menschen genügen sie auch vollkommen. Allein in dem Zustand sittlicher Unvollkommenheit, in welcher sich die menschliche Gesellschaft annoch befindet, und in der die kleinste sichtbare menschliche Machthoheit mehr gefürchtet wird, als die unsichtbare Allmacht des Königs aller Könige, da beruht allerdings die ruhige ungestörte Entwicklung zum berechtigten Menschenheil auf der ungebrochenen Macht menschlicher Hoheit. Darum, wo du bist, da achte die örtliche und Landes-Obrigeit und bete für ihr Wohl, wie es dem Juden (Jerem. 29,7) bei seiner Hinauswanderung in die verschiedensten Länder und Staaten zur Pflicht gemacht wurde, nicht nur לדרוש, nicht nur alles zu tun, was die Wohlfahrt der Staaten und Länder zu fördern geeignet ist, sondern auch להתפלל, vor Gott, mit den nur von Gott geschauten und von Gott vernommenen Gesinnungen ein treuer Untertan zu sein und für das Wohl der Obrigkeit zu beten. Denn ohne die Machthoheit der Obrigkeit würde sich die Gesellschaft in eine Krieg aller gegen alle auflösen.
A Ehrlicher Yid from Brooklyn: Does anybody know this guy and who gave him a heter to say so much narishkayt and lies about his organization to goyim??
Schriftleitung: Jawohl, wie üblich, haut dieser "Rabbi" den Nichtjuden den Frack voll mit Lügen, Übertreibungen und Unsinn, das ist Genévess Daass, von der Thora verboten, und bringt den jüdischen Antizionismus nur Schaden!
How many contradictions can you find in the words of Meshaal, the "political leader" of Hamas? First he gives the Zionists one year, then he says only force will change the occupation. First they say they accept an Oslo deal for a "state" but then expect the Zionists to take all the refugees. I am sure the Zionists are just SHAKING IN THEIR BOOTS, JUST SHAKING (AND LAUGHING!), from the ultimatum of Meshaal.....and then there's Egypt in there.........IT IS VERY POSSIBLE THAT LEADERSHIP OF HAMAS ARE DOUBLE AGENTS WHO WORK FOR THE MOSSAD OR CIA.......HOW ELSE COULD THEY SOUND SO CONFUSED AND DEFEATIST??!!
Hamas executes collaborators in Gaza who are probably desperate for some money but make agreements with PA collaborators who work for the Mossad and CIA against their own People!!
Everyone knew from Wikileaks exactly what kind of collaborators and traitors were in the Fatah PA. Hamas and even Iran want to forget all that and make an agreement with people who work for the Zionists against Palestinians and who are despised by most Palestinians to perpetuate the Oslo Lite mythology that goes nowhere ......just my opinion and deep concern.....
To the Hon. Alex Salmond, First Minister of Scotland:
This is to express my deep appreciation to you for your call to impose sanctions on the wicke regime known as the State of Israxl. PLEASE resist the huge pressure that must surely be imposed upon you and the government of Scotland for having taken this courageous and moral position. The State of Israxl is indeed a desecration of Judaism and only their propagandists will tell you that you are "anti-semitic" for opposing Zionist behavior.
Ironically, as an Orthodox Jew opposed to the Zionist regime they will say I too am "anti-semitic"!
I salute you for demanding that the State of Israxl be held accountable.
Yours truly,
Thora-true Jew
New York, USA
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Picture: Zionist "Independance Day" commemorated in Bnei Brak, Occupied Palestine
Im Rahmen unseres Lehrprogramms bringen wir Auszüge aus dem Vortrag Der Zionismus (1898) von Dr. Mendel HIRSCH, Direktor der Realschule der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main.
Dr. Mendel HIRSCH: (1833-1900)
"DER ZIONISMUS" (1898)
Es sei mir gestattet zunächst mit einigen Worten die innere Veranlassung darzulegen, weshalb ich die Besprechung des Zionismus zum Gegenstand des heutigen Vortrages gewählt habe[1].
In dem jüngsten Vortrage des den Propheten in Israel behandelnden Cyclus suchte ich zu zeigen, einen wie großen Wert das Prophetenwort darauf legt, die innige Beziehung Israels zur Gesamtmenschheit unseren Bewusstsein stets klar und gegenwärtig zu halten. Wir sahen, wie der Gedanke der menscheitpriesterlichen Bestimmung Israels (Exod. 19,6) ein leitender Grundgedanke ist, der von dem Augenblick der Erwählung Israels bis zum letzten Prophetenworte seinen stets wiederholten Ausdruck findet. Wir sahen ferner, wie im Lichte dieses Gedankens, der dem priesterlichen Israel die Gesamtmenschheit als Gemeinde gegenübersteht, diese, im Gegensatze zu weitverbreiteten Anschauungen, nicht nur als von der Gotteskindschaft ausgeschlossen, sondern vielmehr zu ihr berufen erscheint, wie gerade die Sendung Israels dahingeht dieses Bewusstsein zu wecken, wie deshalb das Ziel dieser Sendung nicht etwa in der Bekehrung zum Judentum, sondern in ihrer Erhebung zur Verwirklichung des reinen Menschentums durch Erfüllung der gleichfalls offenbarten allgemeinen menschlichen Pflichten bestehe. Wir sahen sodann, wie Israel nach dem Worte der Propheten durch Erfüllung des gesamten Gottesgesetzes und durch Erfassen seines Geistes der Träger der Standarte des Rechtes und der Nächstenliebe sei und der Befreiung der Menschheit aus allen Banden äußerer und innerer Knechtung, wie dies in den Worten ausgesprochen ist: Zu den Gefangen zu sprechen: Kommet heraus! zu denen in Finsternis: Kommt ins Licht! Ich habe dich dahingegeben zur Verbrüderung der Völker, zur Erleuchtung der Nationen! (Jes. 49,9. 42,6). Wie damit das Bewusstsein stets rege gehalten werden soll, daß es gerade in treuer Erfüllung der ihm gegeben besonderen Pflichten, durch Gestaltung auch seines ganzen äußeren, sinnlichen Lebens nach den Geboten seines Gottes sich zu dieser priesterlichen Bestimmung, zum Werkzeuge in der Hand des Vaters der Menschheit weihend vollende.
Auf Grund dieses Bewusstseins wollten so sahen wir, die Propheten das jüdische Hochgefühl wecken, das den Juden nicht etwa zu chauvinistischen Aspirationen oder zu selbstgerechter Überhebung führen, wohl aber ihn mit jenem unerschütterlichen Gottvertrauen beseelen und mit jener Kraft erfüllen will, die ihn alle Jahrhunderte und Jahrtausende des Druckes, der Verfolgung und der Verkennung hindurch vor Entmutigung und vor Verbitterung geschützt und ich befähigt haben, gehobenen Sinnes und innerlich aufrecht, auch durch die Zeiten zu schreiten, in denen die ihm aufgebürdeten Lasten seinen Rücken beugen mochten. Dieses Hochgefühl lehrt ihn an sich selbst den strengsten Maßstab zu legen, lehrt ihn, das Recht seiner nichtjüdischen Brüder heilig zu halten und ihnen selbst Liebe da nicht zu versagen, wo sein eigenes Recht nicht immer geachtete wurde, und im Übrigen durch treue Erfüllung seiner Pflicht so viel an ihm liegt der Förderung des Menschheitsheiles zu dienen.
Hier erschien es mir am Platze, den Aufforderungen Folge zu geben die schon oft an mich ergangen sind, und eine Würdigung derjenigen Bewegung zu versuchen, bei der an die Stelle dies Hochgefühls, das einen unendlich reichen, wesentlich religiösen Inhalt hat, ein nur auf dem Bewusstsein der Stammeszugehörigkeit beruhendes Nationalgefühl getreten ist.
[1]Dieser Vortrag wurde am 12.Januar 1898 im Verein Ben Usiel gehalten.
Hajo Meyer Interview "As Long As I Can I will Continue"
"For As Long As I Can, I Will Continue": Hajo Meyer interviewed By Adri Nieuwhof
May 01, 2011 "The Electronic Intifada" --- Since beinginterviewed by The Electronic Intifada in 2009, Auschwitz survivor Hajo Meyer has toured numerous countries to speak about his efforts to combat Zionism and his support for the struggle of the Palestinian people for freedom and equality.
In 1939, Meyer had to flee alone from Nazi Germany to the Netherlands at the age of 14 because the Nazis wouldnt allow him to attend school. In 1943, three years after the Germans had occupied the Netherlands, he went into hiding with a poorly-forged ID. Meyer was captured by the Gestapo in March 1944 and deported to the Auschwitz concentration shortly thereafter.
In a new interview with The Electronic Intifada contributor Adri Nieuwhof, 86-year-old Hajo Meyer about his continued activism in the past two years.
Adri Nieuwhof: In our interview two years ago in which you compared your childhood experiences to that endured by Palestinian youth today you said you planned to continue to be active because you had still so much to say. Can you tell us more about what happened since then?
Hajo Meyer: I dont think anything remarkable has happened. Of course there were many references to the interview. I am still active, because of what I said in the interview. I have so much in common with Palestinian youth. My own fate is so similar to what young Palestinian people in Palestine experience. They have no free access to education. Preventing access to education is murder in slow motion. I am serious about this; it is criminal. I was a refugee; they are refugees. I experienced all sorts of camps that limited my mobility, just like the Palestinians.
I am one of the first members of the International Jewish Anti-Zionist Network (IJAN). In the past two years, I went on speaking tours in Europe and North America organized by IJAN. I just returned from a three-week speaking tour to South Africa. The reason for this journey is that I know Alan Hart very well. He was a correspondent for ITN and BBC television for many years. He has published the three volume epic Zionism, The Real Enemy of the Jews.
Alan has a good relation with Muslims in Great Britain. They brought Alan and me in touch with the Al-Quds Foundation in Cape Town. Together we went on a lecture tour in South Africa. Alan knows everybody in the Middle East personally. He has been active at a practical political level and has insight in the day-to-day political activities on both sides. I have thought about the political philosophy of Zionism. I describe it as belonging to the same class of ideologies such as Stalinism or Nazism. These have gone down the drain of history, after murdering many people. That is what I hope and also fear of Zionism.
AN: You have given presentations in many countries in the past two years. What were the reactions? Did you notice any difference between the countries?
HM: I think South Africa is not to be compared to any other country I visited. It was my first time. The experience was different because I met with the Muslim community, and they were all colored or black. They were much warmer, more welcoming if compared to the Dutch. I spoke in the largest mosque in Cape Town for 2,000 people. The Maulana [Islamic religious leader] praised Chris, my wife, for making it possible for me to travel. Chris was wearing a headscarf and was sitting amongst the women. It was remarkable how the role of Chris in our tour was made visible to the public. It was very respectful. The women embraced her and thanked her for her role.
The Zionists in contrast are automatons. Wherever I speak they do always the same. They come to the audience without any arguments or just shout lies! They are brainwashed to nothing.
It is a lesson I learned in Auschwitz. When a dominant group tries to dehumanize a certain distinguishable group, it is necessary that the members of the dominant group have been brainwashed beforehand. A normal human being cannot see another human being suffering, let alone inflict suffering. His or her inborn empathy needs to be reduced to be able to inflict suffering on a human being. My hope is that, eventually, a society composed of a majority that lost empathy by brainwashing right from the kindergarten until the army, like the Zionists, kills itself from within by too much aggression.
AN: What is your impression of the solidarity movement in the different countries?
HM: I am a very great advocate of the boycott of [Israeli] universities which are the architects of all the oppression and humiliation measures of the Israeli occupation forces. Israel wants to hold up how cultured it is. I remember from my time under Nazi occupation how proud the Nazis were of their contacts with universities or if Beethoven was being played in the Concertgebouw [hall] in Amsterdam by a German.
While we were in South Africa we learned that the University of Johannesburg severed its ties with Ben Gurion University. And there were protests against the speaking tour of [pro-Israel Harvard law professor] Alan Dershowitz.
I know too little about the details, but boycott, divestment and sanctions is certainly a topic in the countries, I know. I dont know how effective it really is. I think that boycott of Israeli universities and artists is the most effective part.
AN: How do you assess the situation on the ground? Do you see any change?
HM: It gets worse every day. The discrediting of nongovernmental organizations in Israel that are trying to help Palestinians is worse. The misbehavior of the [Israeli] foreign minister [Avigdor] Lieberman is mind-boggling. Large parts of the Jewish population dont want to talk about the Palestinians. They cannot get out of their role of the victim. They have forgotten about Jewish ethics as laid down in the Golden Rule by Hillel, What is hateful to you, do not do unto others. I was educated to put inter-human ethics central in religion. This is so obviously contrary to the daily practice of Zionism. In Zionism they practice a dogmatic Holocaust religion: there is only one people which knows about suffering, that is the Jewish people [and that] any suffering Zionists inflict on Palestinians is negligible as compared to Jewish suffering. Secondly, according to high priest Elie Wiesel, the only event with which Auschwitz must be compared is the Sinai experience, when Moses got from Gods own hands the five books of the Torah and the ten commandments. This religion has for many taken the place of the former ethical Judaism. It gives the Zionists the freedom to do anything they want without feeling guilty.
Fortunately quite recently the Zionists faced a defeat in Switzerland. A judge ruled that posters to commemorate 61 years of injustice against the Palestinian people had to be put up again at the main station in Zurich. On the poster is written: There was in the Middle East no land without a people for a people without a land. Israxl: founded with violence on Palestinian land. Injustice calls for resistance.
AN: We are both Dutch nationals. What do you think of the performance of Dutch Minister of Foreign Affairs Uri Rosenthal?
HM: I think he is the foreign minister of Israxl. It is incredible that the Dutch parliament and the Dutch people accept that he says things as if he is the representative of Israxl.
His threats to cut government funding if [the grant-giving organization] ICCO continues to support The Electronic Intifada are an incredible meddling in the freedom of expression. I am appalled by it.
The Dutch people have rightly a guilty conscience about the Jews in the Netherlands. Only in Poland the fate of the Jews was worse. However, a Dutch proverb says: it is exactly your true friend who shows you where you fail. We are bad friends of the rogue state of Israxl. It is a criminal state.
AN: Do you plan to continue your activism?
HM: I am 86 years old, and I am still in reasonable health. It was quite a big strain to go on such a far journey to South Africa. However, it is also very rewarding, refreshing, to see how people respond. As long as I can, I will continue.
Adri Nieuwhof is a consultant and human rights advocate based in Switzerland.
Samson Raphael HIRSCH: Komm. Sprüche der Väter 2,15
Samson Raphael HIRSCH
Aus seinem Kommentar zurSprüche der Väter Pirkéi Owauss
Kap. 2, 15: Sie sagten drei Dinge. Rabbi Elieser sagt: Es sei dir die Ehre deines Nächsten so teuer wie die deinige, und sei nicht leicht geneigt zu zürnen und bessere dich ein Tag vor deinem Tode. Wärme dich an dem Feuerschein der Weisen, nimm dich aber mit ihrer Kohle in acht, daß du dich nicht verbrennst; denn der über ihre Verletzung schwebende Bann ist Fuchsesbiss und Skorpionenstich und Basiliskenzischen, und alle ihre Worte sind wie Feuerkohlen.
Es sei dir deines Nächsten Ehre so teuer wie die eigene; darum gerate nicht leicht in Zorn, daß du nicht in Heftigkeit der Ehre deines Nächsten zu nahe tretest; und statt über die Handlungsweise des Nächsten zu zürnen, denke vielmehr an deine eigenen Fehler und arbeite an deiner Besserung. Kehre ein Tag vor deinem Tode zurück, d.h. denke jeden Tages könnte dein letzter sein, und bessere dich heute, da du nicht weißt, ob du morgen noch lebst. Nichts wird dich aber so zu zur steten Besserung führen, als wenn du dich mit den Lehren und dem Beispiel der Weisen vertraut machst und ihre Vorschriften befolgst. Nicht nur Licht, sondern auch Wärme gewährt ihr Wort und gibt dir freudige Kraft und Leben zu allem Guten. Und nimm dich in acht mit ihrer Kohle! Du könntest manches, was sie gesprochen und geordnet, als veraltet und ausgebrannt betrachten, aus welchem bereits das ehemalige Feuer gewichen, und wagst es nun respektwidrig in die Hand zu nehmen und nach deiner Willkür damit zu spielen. Nimm dich in acht! Kein Wort und keine Anordnung der Weisen veraltet und verliert die Feuerkraft. Was dir dunkel scheint, birgt ewige Glut, und jede Hand verbrennt sich, die sich leichtsinnig daran vergreift. Die Kraft des Bannes, der über die Worte und Anordnungen der Weisen schwebt, wird häufig durch einen Biss oder Stich ausgedrückt, der den mutwilligen trifft. וכל דבריהם כגחלי אש Sie werden nie גחלים, sie bleiben immer גחלי אש.
Samson Raphael HIRSCH: Kommentar zu Sprüche der Väter 1,7
Samson Raphael HIRSCH
Aus seinem Kommentar zurSprüche der Väter Pirkéi Owauss
פרק ראשון
Kap. 1,7: Nithai der Arbelite sagt: Entferne dich von einem bösen Nachbar und schließe dich keinem Gesetzlosen an, und gib die Erwartung von Strafverhängnis nicht auf..
7. Die Nähe eines Nachbars, der durch sein unverträglich chikanöses Wesen und geradezu durch seine Schlechtigkeit uns schädlich und verderblich werden könnte, können wir durch Entfernung unserer Wohnung ganz vermeiden. Daher heißt es hier:הרחק משכן רע . Unvermeidlich ist es jedoch, daß man nicht mit Menschen im Verkehr zusammenkomme, die die Achtung des göttlichen Gesetzes von sich geworfen. Wohl aber brauchen und sollen wir nicht in enge Verbindung mit ihnen eintreten: schließe dich nicht ihnen an, mache keine Gemeinschaft mit ihnen, insbesondere, wie das Wort התחבר ל buchstäblich heißt: sei kein Mitglied Gesellschaften, in welchen רשעים domininieren. Alle diese Dinge, sowohl die Nähe eines bösen Nachbars als die Gemeinschaft mit schlechten Menschen, rächen sich. Und wenn du auch lange in ihnen verharrt bist, ohne Nachteil zu empfinden, der deine gedankenlose Gleichgültigkeit rächende Schaden bleibt nicht aus.
זה ברור כאור היום שמי שמאמין שאין שום דעהעל פי תורת ה' בנוגע למעשי הציונים נגד הערבים וכל עם אחר, הרי הוא כופר ונתפסבציונות, כי הכל כלול בתורה, ולמעשה מי שמתעלם מזה הוא ממש ציוני וסובר שחסר דברבתורת ה' ואפילו הוא חכם ונבון ויודע את כל התורה כמו הבן החכם בהגדה וקורא לעצמו "קנאי" !!!
Quote:"The ideal tyranny is that which is ignorantly self-administered by its victims. The most perfect slaves are, therefore, those which blissfully and unawaredly enslave themselves." Dresden James.
Three Myths of Israxl's Insecurity And Why They Must Be DebunkedBy Ira Chernus Here are the Three Sacred Commandments for Americans who shape the public conversation on Israxl:. http://www.informationclearinghouse.info/article27920.htm
Obama Settles on 2012 Campaign Slogan "I'm Not as Bad as Palin"By Mike Whitney There's a big opening for the GOP to retake the White House in 2012 and implement the final phase of their nightmarish vision for America. http://www.informationclearinghouse.info/article27915.htm
Lobby, Lobbification, Lobbified The Politics of CorruptionBy Lawrence Davidson Among the major lobbies that have, over the decades, carried out this corrupting process are the Zionist organizations in their various Jewish and Christian manifestations. http://www.informationclearinghouse.info/article27918.htm
Recognising Palestine? Seeking Recognition for an Imaginary State
Stranger than fiction: U.S. Senate urges UN to rescind Goldstone's Gaza report:
Resolution 138 passes unanimously, calls on members of Human Rights Council to 'reflect the author's repudiation off the Goldstone report's central findings', and asks UN chief Ban to 'do all in his power to redress the damage to Israxl's reputation'. http://bit.ly/gDYxsv
Congress Rewrites Goldstone's Op-ed By Kate Gould You would never know from any of the grandstanding in Congress that Justice Goldstone still stands by the report that bears his name. http://www.informationclearinghouse.info/article27925.htm
US Tried To Hide Israeli War Crimes US / Israxl - Special RelationshipBY Colum Lynch In the aftermath of Israxl's 2008-2009 invasion into the Gaza Strip, the U.S. ambassador to the United Nations, led a vigorous campaign to stymie an independent U.N. investigation into possible Israeli war crimes. http://www.informationclearinghouse.info/article27923.htm
Ignorance and Superstition Bachmann: America 'Cursed' By God 'If We Reject Israxl' By Andy Birkey Rep. Michele Bachmann offered a candid view of her positions on Israxl: Support for Israxl is handed down by God and if the United States pulls back its support, America will cease to exist. http://www.informationclearinghouse.info/article27924.htm
Italian Activist Killed in Gaza After Kidnap:
Hamas government spokesman Ihab al-Ghoussein branded the murder a "heinous crime which has nothing to do with our values, our religion, our customs and traditions" and said "the other members of the group will be hunted down and the law will be applied." http://www.alternet.org/news/150624/italian_activist_killed_in_gaza_after_kidnap
Bahrain escapes censure by West as crackdown on protesters intensifies: Bahraini government forces backed by Saudi Arabian troops are destroying mosques and places of worship of the Shia majority in the island kingdom in a move likely to exacerbate religious hatred across the Muslim world. http://ind.pn/heNj11
Saudi Arabian Mufti Sheikh Yusof al-Ahmad has warned that unless the government fights poverty and unemployment, it will face a revolution like those in Egypt and Tunisia. http://presstv.com/detail/165211.html
Iran says Siemens behind Stuxnet cyber attack Tehran Times Political DeskTEHRAN - The director of Irans Passive Defense Organization has said that the German engineering conglomerate Siemens should be held responsible for the infection of Iranian industrial sites by the Stuxnet computer worm.
Israeli TV shows Palestinian tortureIsraxl's Channel 2 TV station has released video footage showing Palestinian detainees being tortured by Israeli troops in the regime's desert prison of Naqab (Negev) back in 2008.
Gaza War and Goldstones moral collapse By Ramzy BaroudShocking is not a sufficient term to describe Justice Richard Goldstones decision to recant parts of the 2009 report on alleged war crimes in Gaza.
Mubarak detention a victory for many, army uneasySHARM EL-SHEIKH, Egypt (Reuters) Hosni Mubarak's detention by a prosecutor has stunned and amazed millions of Egyptians but some in the military now ruling the country are deeply uncomfortable about humiliating their elderly former commander.
Saudi kingdom will collapse: pollA Press TV survey reveals that almost half of the public think the brutal crackdown and tight security measures in Saudi Arabia will not safeguard the Kingdom against collapse.
New Mideast without U.S., Israxl will be established: Ahmadinejad Tehran Times Political DeskSANANDAJ, Kordestan Province -- President Mahmoud Ahmadinejad has predicted that a new Middle East will be established in the near future without the presence of the United States and the Zionist regime.
A PALESTINIAN JEW IN LONDON DENOUNCES THE ZIONIST AMOLEKIM
דברי אמת מיהודי פאלסטינ
ואל נא ירע בעיניכם שדווקא את שם "ישראל" הזכרתי שם, כשקיללתי את הציוניםימ"שלשם ישראל יש שני צדדים, צד הקדושה, ישראל קדושים, זהאנחנו וצד הטומאה, שזה סיטרא אחרא, "ישראל" שקראו הציונים הכופרים ימ"שלמדינתם בשם זה ותחרב ותישרף "מדינת הציונית" בקרוב מתחות שמיא בעגלא ובזמןקריב, אמן
וחייב, לא רק שצריך, אלא אני קורא ואומר, חייב כל יהודי ירא שמיםלקבל על עצמו קבלה, שכשתחרב המדינה הציונית ותתבטל, יש לברך את ברכתהרב אתריבנו" שאומרים בסוף המגילה בפורים, ולשתות יין ולשמוח לפני השי"ת, שאבדו רשעיםאפיקורסים, שאבדו ונתבערו שונאם של הקדוש ברוך הוא מארצו הקדושה שנזכה לכךבמהרה בימינו אמן
נפש היהודית הפשוטה תמיד ולעולם תחפוץ ותייחל לפניהשי"ת שיבער את הרשעים מן העולם
ולכן אני מייחל שהמדינה הציונית תישרף באשכי דינה כדין החמץ ששורפים ומבערים ומקיימים את ה"ובערת הרע מקרבך" והיה מחנך קדוש" "ולא יראה בך ערות דבר ושב מאחריך", והציונות זה רע פורענות פיגול תועבה כפירהמינות רשע זוהמה וטומאה היא שורש הרע בעולם ועיכוב הגאולה, ימח שמם וזכרם בקרוב ממשבעז"ה
בע"ה, כפי שהכרמל עלה באש, וכל עצי הקק"ל הציוני נשרפו, כן תשרףהמדינה הציונית
מדינת הציונית תעלה באש תישרף מדינת ציונית הארורהומקוללת ימח שמה מתחת השמים מוות למדינת הציונית! דם ואש ותמרות עשן, העמלקהציוני יימחה מתחת השמים בע"ה, תהא רעידת אדמה איומה ונוראה ומלחמה גדולה בתוךארץ-ישראל המקודשת, להשמיד את המשטר הציוני וחייליו הארורים ושאר הרשעים, להקיאםמארץ-ישראל
A PALESTINIAN JEW DENOUNCES THE ZIONIST FRUMMACKES
זו חטאת וזו פריה
בס"ד
שוב תהו ובהו בגיהנום הציוני, באמבע מוסתר בתוך תיק שהונח היום מול "בינייניהטומאה" הידועים ליד תחנת באסעס הומה אדם, התפוצץ בקול רעש גדול וגרם להרוגה אחתועשרות פצועים ה"י. כמו כן ב"רצועת עזה" אשר בדרום חזרו בזמן האחרון אנשי החמאסוהדזשיהאד האיסלאמי לזרוק הרבה מאוד באמבעס על מדינת הציונים, ורבה הבוקה והמבלוקהבמדינת השמד והכפירה...
אין לנו שיור בגלות המר הזה אלא ד' אמות של הלכה, שוב ושוב נחזור להזכיר אתהידוע כבר לכל מי שיש לו עיניים לראות, אשר כל הצרות והאסונות הללו נגרמים בעווןהמדינה הציונית המתגרה באומות העולם השכם והערב רח"ל, ומובילה את עם ישראל כולו אלעבר פי פחת ברחוניות ובגשמיות ה"י.
זו החטאת וזו פריה, ולא יעזרו כאן שום תשובה תפילה ומעשים טובים, כל עוד שלאיחזרו בתשובה על חטאת ההתגרות באומות וחילול השם, לדאבוננו היהדות החרדית כולהשותקת וממלאת פיה מים על עוון ההתגרות באומות העולם, ורק כאשר מתרחשים אסונותמרובים ומועטים קובעים להם הללו עצרות תפילה וזעקה ואמירת תהילים בציבור, ואילו אתהעוון שבעטיו נגרמים כל הצרות את זה מכסים ומעלימים, מזה לא מדברים, אנשי אמונהאבדו ואין גודר ועומד בפרץ לזעוק ולעורר את המוני העם להודיע להם אשר כל המלחמותוהשפך דם והפחד שסובלים ממנו כבר שנות דור בא רק מחמת הציונים הארורים ומדינתםהטמאה, והם אלו אשר מביאים את החורבן והסכנה על הישוב כולו ברשעות ואכזריות למעןשלטונם המזוהם.
בעוה"ר לא מתעוררים הרבנים והמנהיגים להכריז על זאת, שותקים רק בצורה מוזרהומפליאה, או שחושבים שאין לדבר מזה כלל, או שלא יועיל, או שיראים מהעם, ובקיצורמוצאים כל התירוצים שלא לדבר מזה, ונותנים עי"ז הרושם כאילו אין כאן עצה בעניין הזהאלא רק להתפלל ולצפות לרחמי שמים...
לא כן יראי השם השרידים אשר השם קורא, הם אלו היחידים העומדים בשער בת רביםומודיעים ושואגים האמת בכל כוחם אשר כל מבול הדמים והמלחמות בא בעוון הציונים ימ"שומלכותם הרשעה, וחובה מוטלת עלינו ע"פ דת של תורה לצאת אל הערבים ולהצהיר בפניהםשאין אנו חפצי מלחמות ושלטונם של הציונים למורת רוחנו הוא, ואנו חפצים לחיות בשלוםובשלווה תחת שלטון ערבי ולא תחת שלטון ציוני.
אך בעוה"ר נתפס כל הדור כולו בעוון הציונות המר, לא רוצים לשמוע מענייניכניעה, מי שמדבר מזה צועקים עליו שהוא מוטרף ורשע ותומך ב"שונאי ישראל", ורק מהעצתם ותקוותם, או "להתפלל" כשוטים ולשתוק על העוון ולהעלימו, או להמשיך ולסמוך עלחרבם וזרועם של הציונים ימ"ש, אשר אלו הכופרים המזוהמים יושיעו ויצילו את עם ישראלמידי "אויביו ומבקשי רעתו", וטחו עיניהם מראות שהציונים העמלקיים ימ"ש הם הם אויביהעם, והם הם וכל מלכותם הרישעית היא הסיבה לכל הצרות והאסונות ה"י, ומי יודע מה ילדיום אם ימשיכו כנופיות מזוהמות של כופרים ומחללי שבת להנהיג את עם ישראל לעבר הרגואבדן היל"ת, כאשר רע-בנים שלקח אותם הסטרא אחרא ה"י, מברכים את הללו ומחזקים אותםבכל מיני חיזוק שימשיכו "להנהיג" את שארית ישראל רח"ל.
תפילתנו בעת הזאת לביטולה המהיר והמוחלט של המדינה הציונית בידי שמים במהרה בימינו אמן:
According to the Zionist who wrote this article, it is the Soton who inspires Palestinians to take revenge for the acts of destruction and barbarism of the Zionists, but the Soton has nothing to do with the Zionists.
According to this frum Zionist, settlers are simply innocent bystanders but the Palestinians are the troublemakers after the Zionists took their land, homes and property.
According to this Natruna Zionist, Palestinians are supposed to be on a HIGHER madrega than Yidden themselves, must accept Zionist barbarism with ahava and say tehillim all day.
According to this Zionist, it is Agudath Israxl that is the posek achron of Jewish morality, and Palestinians who are the ones perpetrating evil!!
WHO WRITES SUCH ZIONIST TRASH???
And Agudath Israxl included the following in their statement of reaction:
May the world be left with something too: a better appreciation of why Israelis might be reluctant to trust the intentions of people who hate them so viscerally, and of authorities whose media and school textbooks feed demonization of "Zionists" to their violence-prone culture.
The horrific events of the last two weeks have greatly deepened Jewish mistrust of Palestinians and are therefore going to make it more difficult for Jews to abandon Zionism. Thus these events were both tragedies and trials. May G-d have mercy on His people and not send us any more of either. Please explain why the last two weeks more than the last 60 year lefi shitascho??? Anyone who blames the Palestinians and not Zionist apikorsim, and who quotes the aguda as evidence is a zionist, I don't care if he know Vayoel Moshe be'al peh. He is still a Zionist!!
מגלה von גלל, bezeichnet eine Schrift nach der Pergament-Rolle, auf die sie geschrieben ist. Die מגלת אסתר wird in אסתר wiederholt אגרת,אגרת פורים , Brief genannt. Sie ist ein Sendschreiben der Zeit des Erlebnises an alle Folgegeschlechter, ihnen von dem Erlebten Kunde und damit Mahhnung, Trost Hoffnung und Zuversicht für alle ähnlichen prüfungsvollen Erlebnisse zu geben, die auch ihrer in den Jahrhunderten des Galuth warten mögen. Und als solche und in diesem Sinne haben wir sie zu lesen. Wir lesen nicht הלל an Purim, die מגלה vertritt seine Stelle, und zwar ist es das Galuth-Hallel, es feiert nicht eine Erlösung vom Galuth, es feiert eine Rettung im Galuth (Megilla 14a)
Nach dem Vorlesen der Megilla betet man Folgendes:
ברוךGesegnet seist Du, Gott unser Gott, König der Welt, der Gott, der streitet unserer Streit und der richtet unserr Recht und der rächt unsere Räche und der Vergeltung übt an allen Feinden unserer Seele und der unsere Schuld einfordert von allen ihren Drängern, gesegnet seist Du, Gott, der für sein Volk Jisroél Schuld einfordert von allen ihren Drängern, Er, der helfdende Gott.
ברוך האל הרב וכו' Mit dieser Berocho begeben wir uns aller Selbstrache, aller Selbstvergeltung-Übung gegen unsere Feinde und beherzigen in Gott den einzigen wirklichen und ausreichenden Vertreter unserer Gesamtgeschicke gegenüber alle unseren Feinden.
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH Kommentar zu Zefanjo Kap. 3,20
Als Mensch Jissroél mit Thora im Derech Erez gegen den Zionismus
Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH
(1833 1900)
צפניה ג',כ'
Kommentar zu Zefanjo Kap.3, Vers 20*
20. In jener Zeit bringe ich euch heim, und in der Zeit [wird es liegen] daß ich euch sammle! Denn ich gebe euch dahin zum Namen und zum Tatenlob unter aller Völker der Erde. Wenn ich eure Gefangenen zurückführe, wird euch das klar vor Augen sein, spricht Gott.
V.20 Dieser letzte Vers gibt dem Prophetenworte Zephanjas den ergänzenden und, wie wir meinen, in höchst bedeutsamer Weise vollendenden Abschluß. Er spricht zunächst es aus, daß בעת in der Zeit liegen werde, die Heimbringung und in der Zeit liegen werde die Sammlung. Die letztere geht offenbar der ersteren voraus, oder sie vollziehen sich gleichzeitig. Doch das bleibt dahin gestellt. Der Hauptton liegt auf dem בעת, auf dem deshalb auch in der Wiederholung ein trennender, und damit hervorhebender Accent steht. Es wird damit ausgesprochen, die Erlösung werde nicht rasch kommen, die ganze Zeitentwicklung arbeite an ihr und führe zur Erreichung dieses Zieles, an das ja die Erlösung der Menschheit geknüpft ist. Damit ist zugleich auf die Möglichkeit hingewiesen, daß wenn die Zeiten sich erfüllt haben, d.h. Jissroél sich der Erlösung würdig gemacht haben werde, dieselbe scheinbar ganz natürlich sich vollziehen werde. Wir haben an uns zu arbeiten. Und sollte auch die Zerstreuung mehr zunehmen, so sollen wir stets eingedenk bleiben, daß eben diese Zerstreuung selbst im Dienste, dieses letzten, höchsten Heileszieles steht: denn ich gebe euch לשם ולתהלה unter alle Völker der Erde! ממלכת כהנים, ein Reich von Priestern zu sein, so lautet die Bestimmung, die uns am Sinai gegeben wurde; was wir im Lande unserer Bestimmung und in der Selbständigkeit der Volksstellung nicht erreichten, das haben wir in der Zerstreuung zu vollbringen, nämlich uns zu einem גוי קדוש, zu einem heiligen, d.i. kampflos Seinem Dienste bereiten Volke zu gestalten, so daß unser Gott sich, wie es wörtlich heißt, unserer Gefangenschaft, unseren Verbannten wieder zuwenden, zu ihnen Zurückkeren, kann, wie wir zu Ihm zurückkehren. Alles andere sollen wir Gott anheimstellen. Uns auch nicht in eschatologische Grübeleien verlieren, die doch nichts als unfruchtbare Spekulationen wären. Wir halten fest an der Verheißung. Das Wie ihrer einstigen Verwirklichung überlassen wir Gott. Das ist, wie wir meinen, der Sinn der Worte des Propheten: Wenn ich eure Gefangenen zurückführe dann wird euch dies klar vor Augen stehen dann wird auch das ganze unmittelbar zuvor ausgesprochene menschheitspriesterliche Ziel der Hinaussendung des selbst noch der Erziehung bedürftigen Priestervolkes, also der ganze Gottesplan und das Gotteswerk, die bis dahin in ihren Mitteln und Wegen euch und der übrigen Menschheit so unendlich viel des Rätselhaften boten, vor euren Augen in unverhüllter Klarheit offen liegen.
(Mendel HIRSCH Die Zwölf Propheten übersetzt und erläutert, Frankfurt am Main 1900: S. 365- 366)
·Dieser Vers ist Bestandteil des täglichen Morgengebetes. Dieser Kommentar ist eine der Höhepunkte der von uns bis jetzt gebrachten Texte unserer Rabbiner. Wir erlauben den neuen Lesern darauf zu weisen daß wir, mit Gottes Hilfe, zweifelsohne die breiteste, ausführlichste Auswahl von Texte der Samson Raphael Hirsch Tendenz im gesamten Internetbereich bieten.
A EHRLICHER YID FUN BROOKLYN ASKS THE RIGHT QUESTION
Palestinians Demonstrate Against PA in Washington
This happened yesterday and the people condemned the PA as COLLABORATORS with the Zionists............WILL NK CONTINUE TO BE CLOSE TO THE COLLABORATORS OF THE ZIONISTS??
Riding off the waves of protest and uprising throughout the Arab world, a Palestinian movement to demand elections and fair representation is gaining momentum. Here in Washington, the US Palestinian Community Network have gathered outside the PLO office to present a symbolic 'pink slip' to the Palestinian Authority in a call for its termination.
The call comes after the release of the so-called Palestine Papers which exposed major concessions by the Palestinian Authority to Israxl behind closed doors. The revelations have caused outrage amongst Palestinians.
In addition to the termination of the Palestinian Authority, protesters made a list of other demands from the PLO which they tried to deliver in person.
Protesters here attempted to deliver a termination slip of the Palestinian Authority to PLO offices but were met with closed doors.
Press TV also attempted to contact the PLO but there was no response. Yet these protesters are determined for their voices to be heard and major government changes in Palestine to be made.
KHODR : America Change Your Policies in the MidEast Or Lose It
KHODR : America Change Your Policies in the MidEast Or Lose It
Your choice. Change now or forever hold your tongue and bombs. Time is running out.
by Muhamed Khodr / Veterans TodayFeb 21, 2011
In a few days, or less, Libya will be free from the 42 year rule of the mentally unstable, psychotic, arrogant, divisive, condescending, megalomaniacal leader and self proclaimed King of Africa. Muammar Al-Ghaddafi.
Unlike the deposed Tunisian and Egyptian leaders, Al Ghaddafi is despised by all other Arab tyrants, thus hell have no home outside of Libya unless some African nation has pity on this butcher of his people. In just 5 days hes killed more than 300 civilians using snipers, secret police, Arab and African mercenaries, even his air force to bomb unarmed peaceful protesters
About the Author: Mohamed Khodr is an American Muslim born in the Middle East. He is political activist who frequently writes on the plight of Palestinians living under the brutal occupation of Israxl, U.S. Foreign Policy, Islam, and Arab politics.
Is The Army Tightening Its Grip On Egypt? By Robert Fisk There is a growing concern among those who overthrew Mubarak that the fruits of their victory may be gobbled up by an army largely composed of generals who achieved their power and privilege under Mubarak himself. http://www.informationclearinghouse.info/article27470.htm
On the Egyptian Revolution and the American Strategy
By Hassan NasrallahIt is a revolution of those who refuse to be humiliated and insulted because this nation has been under subjection having surrendered its will to America and Israxl. It is a political, social, and human revolution. It is a revolution against everything -- corruption, oppression, hunger, the squandering of the capabilities of this country, and the regime's policy on the Arab-Israeli conflict. http://www.informationclearinghouse.info/article27484.htm
Why Egypt's Muslim Brotherhood Isn't The Islamic Bogeyman
By David M. Faris and Stacey Philbrick Yadav
Western fears of Islamist takeover in post-Mubarak Egypt are unfounded. During recent protests, the Muslim Brotherhood has demonstrated a commitment to peaceful political participation. The US now has an opportunity to support a truly democratic Egypt, including the Brotherhood. http://www.informationclearinghouse.info/article27476.htm
Muslim Brotherhood in Egypt to Be Political Party:
Egypt's main political opposition, said Tuesday that it would apply to become an official political party as soon as the necessary changes were made to the Egyptian Constitution. http://nyti.ms/gdnyvV
Mubarak moves assets from European banks to Gulf states':
Ousted Egyptian President Hosni Mubarak has reportedly moved his family assets from European banks to institutions in Gulf region after Swiss authorities took steps to freeze his foreign accounts. http://bit.ly/eCISmj
WikiLeaks Cables: Egyptian Military Head is 'Old and Resistant to Change'
By Julian Borger and James Ball Nothing Egypt's military council has done in its past suggests it has the capacity or inclination to introduce speedy and radical change. Guaranteed its $1.3bn (£812m) annual grant from the US - it has gained the reputation as a hidebound institution with little appetite for reform. http://www.informationclearinghouse.info/article27471.htm
Egypt: Protesters vow to keep pressure on military: Protest organizers are now calling for a million-man march on Friday to remind the new military rulers who's really in charge in Egypt's revolution. http://bit.ly/gRxign
Egypt presidential hopeful: Peace treaty with Israxl is over:
A leader of Egypt's secular opposition declared Sunday that the country's 30-year peace treaty with Israxl was "over", despite assurances by the new military rulers that it would honor the accord in the wake of President Hosni Mubarak's designation. http://bit.ly/ia3QtE
Egypt's Revolution and Israxl: "Bad for the Jews"By Ilan Pappe
Shock Confession of Customs Officer 'Weapon of Mass Destruction Found in U.S.'By 10 News A port official has admitted that a 'weapon of mass effect' has been found by 'partner agencies' in the U.S., raising major questions over a possible government cover-up. http://www.informationclearinghouse.info/article27467.htm
Saudi Arabian Mufti Sheikh Yusof al-Ahmad has warned that unless the government fights poverty and unemployment, it will face a revolution like those in Egypt and Tunisia. http://presstv.com/detail/165211.html
ElBaradei: Soross man in Cairo By Maidhc Ó CathailIn a February 3 Washington Post op-ed piece titled Why Obama has to get Egypt right, George Soros wrote that the U.S. president had much to gain by moving out in front and siding with the public demand for dignity and democracy. Notwithstanding the reasonableness of his advice, past experience suggests that the Hungarian-born hedge fund manager has something to gain himself from regime change in Cairo.
And just as the South African Whites have had to accept that they are African and the Ulster Protestants are Irish, however much they try to deny it, so the Israeli Jews are Jewish Palestinians not a separate Israeli Jewish nation.
The Complicity of Mubarak and Abbas is There for All to See.
Kauft keine zionistischen Erzeugnissen! Machen Sie sich nicht mitschuldig am zionistischen Raub Palästinas!
Solidarität mit den antizionistischen Juden und den Muslim Einwohnern des heiligen Landes: Kauft kein zionistisches Obst, Gemüse und Blumen
Kurzer Kommentar beider Lesung von Psalm 82 am Dienstag
Ps.82 מזמור לאסף Aus dem Schluβ dieses Psalms ist ersichtlich, daβ Aβaf darin nicht zunächst den jüdischen Kreis im Auge hat, sondern für das Heil der gesamten Menschengesellschaft eintritt, deren Wohlfahrt in allererste Linie durch Handhabung des Rechts bedingt ist. Wenn es etwas gibt, worin dem unverkünstelt denkenden Mensch Gott als Gründer und Erhalter der Menschengesellschaft zur Erkenntnis kommt, so ist es das Rechtsbewuβtsein, daβ dem Gott und dem Gewissen des Menschen eingeschaffen ist, und das durch den Spruch der Richter zur richtigen, d.i. zurrechtgemäβen Ordnung der Beziehungen des Menschen zu einander, sowie des Einzelnen zur Gesamtheit und der Gesamtheit zum Einzelnen zur Geltung kommen soll.
CAN NK CONTINUE TO PLAY GAMES ON THE CHESHBON OF THE TORAH AND BE MISGARE AGAINST THE PALESTINIANS WHEN THIS IS GOING ON??!!! Even if there is no such thing as a "constitution" for Palestinians yet.
DEALING WITH THE PA MAFIA IS HISGARUS BA'UMOS BY NK AGAINST THE PALESTINIANS!
GAZA, (PIC)-- The Hamas Movement said that the successive governments that were formed by Fatah faction in the West Bank headed by Salam Fayyad and any new cabinet are unconstitutional and part of the coup against the true representatives of the Palestinian people. In a press release on Tuesday, Hamas stressed its belief in the elections as a means for the peaceful transfer of power, but it considered the call for elections by the Palestinian authority and its liberation organization known as PLO "illegal" because it was made by illegitimate institutions. It added that the intended elections to be held in the West Bank and the new de facto government to be formed by Fayyad are attempts to escape the successive changes taking place in the region and the security and political scandals exposed recently by Al-Jazeera satellite channel. The Movement also affirmed its belief that the new moves made by the PA and the PLO were aimed at making de facto president Mahmoud Abbas and his authority appear before the Palestinian and international public opinion as unaffected by the regional developments and Al-Jazeera leaks, and still taking initiatives.
A EHRLICHER YID FUN BROOKLYN QUESTIONS NETUREI KARTA 'INTERNATIONAL'
Question to Neturei Karta
CAN SOMEONE ASK THE ASKANIM OF NETUREI KARTA: IF HAMAS CONSIDERS THE PA TO BE ILLEGITIMATE AND NOT REPRESENTATIVE OF THE PALESTINIAN PEOPLE UNDER ZIONIST OCCUPATION, THEN HOW IN HEAVEN'S NAME CAN "NETUREI KARTA" REFER TO THE PA AS THE "GOVERNMENT" AND TO ABBAS AS THE "ESTEEMED PRESIDENT"??
ISN'T THIS HISGARUS BA'UMOS BY NETUREI KARTA??!!
Hamas: PA cabinet shuffle 'superficial'
Immediately after Fayyad tendered his cabinet's resignation, President Mahmoud Abbas appointed him back to the post of prime minister and charged him with appointing a new government. Barhoum said the new government would remain illegitimate "because it was not the people who chose it, and it will not be approved by the Palestinian Legislative Council."
The Egyptian Revolt is Coming Home By John Pilger The uprising in Egypt has discredited every Western media stereotype about the Arabs. The courage, determination, eloquence and grace of those in Liberation Square contrast with "our" specious fear-mongering with its al-Qaeda and Iran bogeys and iron-clad assumptions, bereft of irony, of the "moral leadership of the West". http://www.informationclearinghouse.info/article27446.htm
Politics and Nonsense on Egypt When the Dust Settles, US Policies Will Remain the SameBy James Zogby Mike Huckabee, for example, used the occasion of the Egyptian uprising to make his 15th trip to Israxl where he lamented that "the Israelis feel alone... and they cannot depend upon the United States, because they just don't have confidence that the US will stand with them." http://www.informationclearinghouse.info/article27455.htm
The Muslim Brotherhood is Kosher By Gilad Atzmon America makes its final preparation for a total geopolitical change. It grasps finally that its Barbarian little regional ally may not serve its interests after all. Israel and its lobbies better be prepared for the worst. http://www.informationclearinghouse.info/article27462.htm
The New Pharaohs of Egypt and the WorldBy John Stubley The people of Egypt - the place in which such Pharaoh-ism originated - are showing us that now is the time for us to rise to the tasks of today. They are reminding us that no longer do we need to sacrifice our own freedom by elevating another into the position which we ourselves should rightly occupy. The thrones are ours. http://www.informationclearinghouse.info/article27458.htm
Who's Next? Contagious Revolution Sweeping in Arab WorldVideo By Press TV Developments in the Arab world, the Egyptian revolution, a decade of Algerian strife and civil war, the growing trends towards Islamophobia in the West and many other issues are reviewed in this edition of Rattansi & Ridley. http://www.informationclearinghouse.info/article27449.htm
'Saudi king told Obama he'd fund Mubarak if U.S. halted Egypt aid': Abdullah warned U.S. president that withdrawing $1.5 billion in annual aid would humiliate Mubarak, according to Britain's The Times. http://bit.ly/gt7Fz9
Israxl urges U.S. to reaffirm support in light of Egypt unrest: U.S. officials meeting Barak stress administration's 'unshakeable' commitment; Israeli envoy: Foreign aid to Israxl can't be taken for granted. http://bit.ly/foyttj
Israxl rejects William Hague's 'belligerent' claim: Israxl dismissed comments by Foreign Secretary William Hague that its belligerent stance on unrest in the Middle East was harming peace efforts as a misreading of its position that security must be its prime concern at a time of instability. http://bit.ly/h5k2Sy
Arab leaders pin hopes on subsidies to allay anger: Arab leaders are scrambling to boost salaries and subsidies in a bid to head off the kind of popular uprisings that have threatened the Egyptian president's hold on power and led to the ouster of Tunisia's leader after more than two decades. http://www.sfgate.com/cgi-bin/article.cgi?f=/n/a/2011/02/09/financial/f071301S75.DTL
Gaddafi ready for Libya's "Day of Rage": - Libyan leader Colonel Muammar Gaddafi has dealt with the calls being issued by the National Conference for the Libyan Opposition [NCLO] and Libyan [political] activists for a Libyan "Day of Rage" to take place on 17 February, modeled on similar events in Tunisia and Egypt, by issuing an unprecedented warnings against any attempts to create chaos and instability in Libya. http://www.aawsat.com/english/news.asp?section=&id=24095
Turkey Gaza flotilla probe: Five shot dead at close range: Report says Israxl blatantly violated international laws. http://bit.ly/fgzgak
Iran Vows Mideast Without US, IsraxlBy Press TV Iranian President Mahmoud Ahmadinejad has said that a new Middle East will be created in the near future without the United States and Israxl. http://www.informationclearinghouse.info/article27452.htm
Wikileaks:US Embassy Cables: The economic reasons behind the siege on Gaza:
US Embassy Cables: Wikileaks: US has spy at the NATO commander's office: U.S. has secret sources of staff of NATO's Secretary General. Sources leaking documents and information. The information is used to stop the initiative from the NATO commander. http://www.aftenposten.no/nyheter/uriks/wikileaks/article4025424.ece
Mubarak 'Our Democratic Friend' - Joe Biden, US Vice President
And just as the South African Whites have had to accept that they are African and the Ulster Protestants are Irish, however much they try to deny it, so the Israeli Jews are Jewish Palestinians not a separate Israeli Jewish nation.
The Complicity of Mubarak and Abbas is There for All to See.
Kauft keine zionistischen Erzeugnissen! Machen Sie sich nicht mitschuldig am zionistischen Raub Palästinas!
Solidarität mit den antizionistischen Juden und den Muslim Einwohnern des heiligen Landes: Kauft kein zionistisches Obst, Gemüse und Blumen
Aus dem Kommentar von Rabbiner Samson Raphael HIRSCH zur Wochenabschnitt Tétsawé
Kap.28 V.38 Auf Aharons Stirne soll es sein, und Aharon so die Krümmung der Heiligtümer aufheben, die Jisraels Söhne dem Heiligtume weihen, in Beziehung auf alle ihre heiligen Hingebungen. Auf seine Stirne soll es stets für sie zum Ausdruck ihres Willens vor Gottes Angesicht sein.
Kap. 28 V.38 טומאה jedoch greift den Gottesbegriff selber an, in dem er somit eine Negierung desקדש לד' wäre, wird er selber durch קדש לד' negiert. Es ist nämlich טומאה ein Zustand, der, wie ihr Urborn טומאת מת, der Tod, eine physische Macht vergegenwärtigt der alles Lebende, und auch der Mensch, der zur sittlichen Freiheit Berufene, erliegt, eine blind zwingende Naturgewalt, die im tiefen Grunde die höchste Gottheit des Heidentums aller Zeiten bildet, das den freien Gott wie den freien Menschen leugnet, und alles in den physischen Zwang einer blind waltenden Notwendigkeit aufgehen lässt. Diese Vorstellung befindet sich aber zu einem Heiligtum, das eben auf der Tatsache s.v.v. frei sittlichen Gottes den freien, sittlichen Mensch erbauen will, im geraden Gegensatz. Von dem Finger der טומאה berührtes Blut, berührtes Fett und Nieren, berührte handvoll Mehl und Öl auf dem Altar gebracht, könnte den missdeuteten Anschauung, als ob Leben und Streben und Nahrung und Gesundheit eben jener physischen vermeintlichen Allgewalt huldigend dargebracht werden sollte, deren vernichtendem Schritt vermeintlich alles erliegt. Diesem in buchstäblichem Sinne עון הקדשים, dieser die Heiligtümer aus ihrer reinen geraden, einzig wahren Richtung abwendenden Missdeutung, steht das fröhlich heitere קדש לד' auf reinem goldenen Grunde an Aarons Stirne entgegen, und tilgt jeden solchen Anhauch eines düsteren Wahns, indem es alle Heiligtümer des Altars dem einen Einzigen, freien, lebendigen wahrhaftigen Gott vindiziert, dessen Geschöpf und Diener alle physischen Naturgewalten und alle Naturgesetze sind, die das heidnische Bewusstsein zitternd anbetet, und der, wie er selber in seiner allmächtigen freien Energie über allen Naturzwang frei erhaben ist und waltet, also auch den Menschen durch sein ihm eingehauchtes göttlich freies Wesen hoch hinauf über alle blinde Naturnotwendigkeit, zu einem in sittlich freier Energie zu vollendeten, Gott, und nur Gott dienenden, heiligen, das ist eben von aller blinden Naturnotwendigkeit sich frei machenden, Leben beruft.
The media keep repeating the rumors and propaganda about what he is going to say...he should be speaking within next 15 minutes...
NOW Information Minister says Mubarak not stepping down!!! Hang on!!
Mubarak is resigning tonight, the noose will be tightening around the filthy neck of the Zionist apikorsim and their farsheltene medinah...
May Hashem end the Zionist nightmare and bring Mashiach, amen.
CBB
Mubarak is resigning tonight; the noose will be tightening around the filthy neck of the Zionist apikorsim and their terrorist state... May Hashem end the Zionist nightmare and bring down all their religious terrorist rabbis and make a end to this religious Zionist shmad against Jews, and a end to the suffering of Palestinians, and bring Moshiach, Amen!
Israeli warplanes blitzed a Health Ministry medicine warehouse in northern Gaza at around midnight today, injuring eight Palestinians and sparking a fierce fire.
The Israeli Defence Force said that the strikes were a response to the firing of five rockets and mortars into Israxl on Tuesday.
Both Israxl and Gaza's Hamas administration are formally committed to the truce that was agreed after Israxl's devastating 22-day Operation Cast Lead, which ended in January 2009.
While Hamas has adhered to the truce, Israxl launched an assassination campaign targeting members of the Islamic Jihad (IJ) faction shortly after the ceasefire was announced, triggering reprisals from IJ militants.
At the end of last year Gaza Prime Minister Ismail Haniyeh deployed security forces near the border with Israxl in a bid to rein in militants, but sporadic attacks have continued.
Israxl says it holds Hamas responsible for all attacks emanating from Gaza