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Rabbiner Samson Raphael HIRSCH
(1808-1888)

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Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH
(1833-1900)
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Rabbiner Dr. Salomon BREUER
(1850 - 1926)
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Rabbiner Dr. Raphael BREUER
(1881-1932)
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Reb Julius HIRSCH
(1842-1909)
Jubelsinget, Gerechte, in Gottesanschauung, den Geraden geziemt Thatenoffenbarungslied (Psalm 33)

ברוך הבא!    السلام عليكم!

 

Welkom op de blog van de studievereniging JESJOEROEN, Thora tegen nationaal-jodendom (sionisme)


Thoratrouwe antizionistische inzet en anti-imperialistische solidariteit. U vindt hier Rabbijnse teksten (vooral Samson Raphael HIRSCH strekking), nieuws en achtergrondinfo.

 

Bienvenue sur le blog de l'association d’études rabbiniques YECHOUROUN, Thora contre national-judaïsme (sionisme).

 

Nous proposons des textes rabbiniques, (surtout de l’école de Samson Raphael HIRSCH) ainsi que des infos et documentations, le tout avec engagement antisioniste et solidarité anti-impérialiste, inspirés par la fidélité à la Thora. Visitez notre blog similaire en langue française: www.bloggen.be/yechouroun .  

 

Willkommen im Blog des Studienverbandes JESCHURUN, Tauro gegen Nationaljudentum (Zionismus).

Wir bieten Rabbinische Texten (hauptsächlich von der Samson Raphael HIRSCH Tendenz – meistens in deutsche Originalfassung), sowie Nachrichten und Hintergrundinformationen, im ganzen mit Thoratreues antizionistisches Engagement und anti-imperialistische Solidarität.

 

Welcome to the blog of the Study Association YESHURUN, Thora against Nationaljudaism (Zionism).

We propose Rabbinical texts (mostly from the S R HIRSCH tendency), news and information, the whole inspired by Thora-true anti-Zionist Commitment and anti-imperialist Solidarity.

Inhoud blog
  • Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH aus dem Kommentar zur Wochenabschnitt WAJERO
  • Rabbiner Dr. Salomon BREUER zur Wochenabschnitt WAJÉRO
  • Rabbiner Dr. Raphael BREUER: Nationaljudenthum - ein Wahnjudenthum (Auszug)
  • S R HIRSCH Kommentar zur Wochenabschnitt Lech Lecho (Auszug)
  • Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH aus dem Kommentar zur Haftoro Wochenabschnitt Lech Lecho
  • Rabbiner Dr. Salomon BREUER zur Wochenabschnitt LECH LECHO
  • Zur Würdigung Dr. Nathan BIRNBAUM
  • Dr. Julius HIRSCH „Vademecum“ für die Zeit der Wanderschaft
  • SAMSON RAPHAEL HIRSCH KOMMENTAR WOCHENABSCHNITT NAUACH
  • Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH aus dem Kommentar zur Haftoro Nauach
  • Rabbiner Dr. Salomon BREUER zur Wochenabschnitt NAUACH
  • Rabbiner Samson Raphael HIRSCH Komm. Wochenabschnitt BERÉSCHISS
  • Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH aus dem Kommentar zur Haftoro von Simchass Thora
  • Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH aus dem Kommentar zur Haftoro Schemini Azérèss
  • Zu sagen, der Antizionismus sei eine neue Form des Antisemitismus, ist eine große Torheit
  • Rabbiner Dr. Rafael BREUER: Erläuterung von das Buch Prediger
  • To say that anti-Zionism is a new form of anti-Semitism is a great foolishness.
  • Rabbiner Dr. Mendel Hirsch 'Koheleth und die pessimistische Weltanschauung'
  • Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH aus dem Kommentar zur Haftoro des 2.Tages Suckauss
  • Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH aus dem Kommentar zur Haftoro des 1.Tages des Laubhüttenfestes
    INTERESSANTE LINKS
  • ANTIQUARIAAT BOEKHANDEL SPINOZA
  • 'DER ISRAELIT'
  • Mehrsprachige Seite „Yakov RABKIN, Historian and Author“
  • MUSLIM BRIDGES
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  • EUROPEAN JEWS FOR A JUST PEACE EJJP
  • The Palestine Information Center (PIC)
  • www.islamverurteiltantisemitismus.com
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  • INTERNATIONAL SOLIDARITY MOVEMENT GERMANY
  • JEWS OF LEBANON
  • ALAN HART DIARY
    NOCH MEHR INTERESSANTE LINKS
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    62 JAAR NAKBA, 62 JAAR THORAVIJANDELIJKE ZIONISTISCHE STAAT, WEG ERMEE!
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    Tauro gegen Nationaljudentum (Zionismus)
    16-04-2021
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    Shmireh leMageifoh – Hütung gegen Seuche

    Zettel von Rabbi Moshe Teitelbaum (1759-1841) berühmt als Yismach Moshe

    Gilt freilich auch gegen die Infizierung durch das Nationaljudentum (Zionismus)!

    16-04-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    23-09-2021
    Klik hier om een link te hebben waarmee u dit artikel later terug kunt lezen.To say that anti-Zionism is a new form of anti-Semitism is a great foolishness.
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    "What does it mean to be a Zionist today that Israel (the Zionist entity – Translator) exists? An ideology that has become hateful to me. It imprisons minds and hearts and it was very difficult and painful for me to free myself from it. No, I'm no longer a Zionist, to say the least.

    To say that anti-Zionism is a new form of anti-Semitism is a great foolishness. On this account, for example, large areas of orthodox Judaism living in Jerusalem's Mea Shearim district, or in Bnei Brak near Tel Aviv, would be anti-Semitic. You measure the aberration. "

     

    Gérard Haddad, writer, is a psychiatrist and psychoanalyst.

     

    Told by someone else...;-)

    23-09-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    Klik hier om een link te hebben waarmee u dit artikel later terug kunt lezen.Rabbiner Dr. Mendel Hirsch 'Koheleth und die pessimistische Weltanschauung'
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    Aufsatz erwähnt in „Koheleth übersetzt und kommentiert“  von Rabbiner Dr. Raphael  BREUER:

     

    „Koheleth und die pessimistische Weltanschauung“  von Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH

    im „Israelit“ Jahrgang 42 n°22

    Suchen und finden Sie es durch

    http://www.compactmemory.de

     

    Schritt 1:  „Der Israelit“ anzeigen

    Schritt 2: Jahrgang 42 ist 1901

    Schritt 3: Heft 22 Leitender Artikel (ist schon eine Fortsetzung auf Heft 21!)

    Schritt 4: Gutes Lernen!

     

    Schlußsatz: „Und so dürfen wir es denn aussprechen fußend auf der tiefsten Überzeugung der Erkenntniß: nicht ein Pessimist war Koheleth, sondern mit jede Fiber seines Wesens der größte,  bewußteste, herrlichste Optimist“

     


    23-09-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    22-09-2021
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    Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH

                  (1833 – 1900)

     

    הפטרה ליום שני של סכות

     

    Aus dem Kommentar zur Haftoro vom zweiten Tag des Laubhüttenfestes

    Könige, Kap. 8, V.2

    Das Prophetenwort des ersten Tages lenkte unsern Blick auf die ferne Zukunft, das des zweiten Tages läßt eine ferne Vergangenheit vor unserem inneren Auge erstehen. Jenes schaute den Tage der einstige Wiederbelebung des Tempels, um den sich Jissroél dann mit der Gesamtmenschheit in gemeinsamer Gotteskindschaft Gott huldigend brüderlich einet: diese zeigt uns den Tag des ersten Aufbaus dieses Tempels und seine glanzvolle Einweihung. Zwischen diesen beiden Tagen dehnen sich die Jahrtausende. Ströme Blutes waren in ihnen zu durchwaten, schwere Kämpfe, lange bange Nachtperioden harrten und harren Jissroéls und der Menschheit zwischen diesen beiden Tage. Ein Hüttenfest bezeichnet die Sonnenhöhe des Zukunftstempels: in die Zeit des Hüttenfestes versetzt uns die erste Tempelweihe der Vergangenheit.

    Zweifellos bilden die Tage dieser Tempelweihe einen Glanzpunkt der Geschichte Jissroéls. War er doch der Tag, auf den bereits 5 B.M. 12,5 hingeblickt war; daß „Gott einen Ort erwählen werde von allen Stämmen, seinen Namen dort Stätte zu geben.“ Und war es doch Gesamtjissroél, das noch nicht geteilte, das sich, dem Rufe des weisesten, glänzendsten und mächtigsten seiner Könige folgend, in Jerusalem zusammengefunden hatte und der Überführung der Bundeslade und der heiligen Geräte anwohnte, und auch Zeuge war; wie die das Heiligtum erfüllende Wolke der Gottesherrlichkeit als sichtbares Zeichen die Gottesnähe bekundete. Auch die bescheidene Mosishütte befand sich im Zuge, sie war ja nunmehr überflüssig geworden und wurde in der Schatzkammer des Heiligtums geborgen.

       Die Hunderttausende, die jauchzend Jerusalem erfüllten, wie hätten sie nicht glauben sollen, sich bereits am Ziele zu befinden! Wir freilich, die Rückwärtsschauenden, wir wissen es besser. Und treten deshalb die Männer des Gottesvolkes bereits bedenklich als Staffage für den in hoheitsvollen Herrscherglanze alles überstrahlenden König in den Hintergrund, – wenngleich ihre Vertreter (V.5) noch mit dem Könige zusammen den Weg, den die Bundeslade nahm, durch zahllose Mahnopfer weihten. Auch waren es zwar in echtjüdischem Sinne Mahlopfer, zur Weihe des Genusses vor Gott bestimmt. Uns aber, die wir aus dem späteren Verlauf wissen, wie wenig noch das Gotteswort im Geiste und in den Herzen der Nation Wurzel geschlagen hatte, uns tönt dabei doch bereits unwillkürlich wie leise Klage das späteren Prophetenwort ins Ohr: „Was soll mir die Menge eurer Opfer! Der ich die Hingebung eures Blutes will, ich habe an dem Blute der Rinder, Schafe und Böcke kein Wohlgefallen!“ (Vergl. Jes.1, und zu 3 B.M. 1,2). –  Auch die Pracht der mit Gold ausgekleideten Räume des Heiligtums lacht uns nicht froh entgegen. Mochte immerhin der salomonische Tempel eines der sieben Weltwunder sein und Jissroél  neben dem Neide und die Bewunderung der fremden Völker und ihrer Potentaten eintragen: wir vermögen über diese ganze Herrlichkeit, die nur zu sehr einer auf das Äußerliche gewendeten Richtung Vorschub leistete, ein Gefühl der Wehmut nicht ganz zurückweisen. Nicht darüber wahrlich, daß sie verschwunden, sondern darüber, daß sie schwinden mußte. Vom Heiligtum der Zukunft wird, wie wir in der Haftora des gestrigen Tages gesehen, ein nimmer versiegender, alle und alles erfüllender Quell der Lebensheiligung ausgehn: das Heiligtum der Vergangenheit ward für das Gotteswort zu einem prächtigen Gefängnis, zu einer Stätte, auf die man Gottes Bereich beschränken zu können vermeinte. Das Hüttenfest will die ewigen Grundbedingungen stets von neuem uns zur klaren Erkenntnis und lebendigen Beherzigung bringen, die jedes unserer Häuser zu einem Gotteshause gestalten sollen, auf deren Grund und  in deren Mitte allein der einstige ewige Tempel wird erstehen können.

    Deshalb bringt die Haftora uns das Gedächtnis des ersten Tempelbaues und der ersten Tempelweihe: sie will uns vor den Verirrungen der Vergangenheit warnen. Deshalb schließt sie auch mit jenem Worte, mit dem der königliche Sohn Davids auf das Gesetz hinweist, dessen Thron zu sein die einzige Bestimmung dieses Hause bilde und das allein den „Bund“ ausmache, um dessentwillen Gott Jissroél zum Volke geschaffen habe.

    …

     

     (Die Haftoroth übersetzt und erläutert, Frankfurt am Main 1896: S. 554 - 558   Kommentar zu  Könige I. Kap. 8 V.2…) 

    22-09-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    21-09-2021
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    Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH

                  (1833 – 1900)

     

    הפטרה ליום ראשון של סכות

     

    Aus dem Kommentar zur Haftoro vom ersten Tag des Laubhüttenfestes

    Secharja, Kap. 14, V.1

     

    Die Beziehung der Haftoro zum Feste liegt klar zu Tage. Wird es doch geradezu als Ziel der ganzen geschichtlichen Entwicklung der Menschheit und als Bekundung der Erreichung dieses Zieles dreimal in ihr ausgesprochen, daß alle Völker alljährlich hinaufziehen werden nach Jerusalem, sich vor Gott als dem Wesen zu seinem Dienste Berufenden, niederzuwerfen und – das Suckaußfeste zu feiern. Wir haben hier die lauteste Proklamierung der welthistorischen Bedeutung gerade des Hüttenfestes. Derselbe Gedanke fand ja auch in den Festopfern Ausdruck. Gerade am Hüttenfeste wird in denselben darauf hingewiesen, wie der Gegensatz zwischen dem Gott dienenden Jissroél und der heidnischen Welt immer mehr dadurch verschwinden werde, daß in immer steigendem Fortschritt der Gesamtmenschheit die allgemein menschlichen Pflichten anerkennen und erfüllen werde. Denn während für die menschheitspriesterliche Bestimmung Jissroéls die Erfüllung des sinaitischen Gesetzes, ist für die Gesamtmenschheit die Erfüllung der noachidischen Pflichten der Gerechtigkeit, Menschlichkeit und Sittlichkeit auf dem Boden der Gottesanerkennung die Verwirklichung des Gotteswillens auf Erden. Am Ziele nun, so wird es am Hüttenfeste durch die symbolischen Weihehandlungen im Tempel und durch unser Prophetenwort (V.9) verkündet, werden in Huldigung Gottes als des Einen Einzigen durch Erfüllung seines Willens auf Erden Jissroél und die Menschheit eins sein. Es wird das Tatenleben aller Menschen auf Erden ebenso wie das Tatenleben Jissroéls das Gott offenbarende Gepräge sittlicher Pflichttreue tragen – והיה ה' למלך על כל הארץ ביום ההוא יהיה ה' אחד ושמו אחד. Siehe den Kommentar zu 4 B.M. S. 440 f. [384 f]

    Es ist ungemein bezeichnend für den hohen Wert, den die weisen Ordner unserer Gebete der Pflege dieser universalen weltbürgerlichen Anschauung in Jissroél beigemessen haben, daß wir jedes unsrer Gebete mit diesem Ausblick schließen.

    Das Kapitel bietet mit seinem auf das letzte Ziel und die seiner Erreichung vorangehenden Kämpfe gerichteten Ausblicke der Erklärung erhebliche Schwierigkeiten. Gar manches dürfte sein volles Verständnis erst finden, wenn die Zeiten sich erfüllen. Bei manchem müssen wir uns mit dem Hinweis auf anderweitige Aussprüche der Propheten und auf Andeutungen beschränken, die das Dunkel wenigstens etwas aufklären. Der Grundgedanke jedoch und die großen Wahrheiten, die durch die verkündeten geschichtlichen Erscheinungen offenbart werden sollen, strahlen nur um so heller aus dem Dunkel des geschichtlichen Hintergrundes uns entgegen.

     

    Kap.14 V.1 הנה יום בא לה' וגו' Es kommt endlich ein Tag, an dem nur Gott als Sieger erkannt wird. Allein dieser Tag kommt nicht leicht; er kommt nicht ohne schweren Kampf.

    …

     

     (Die Haftoroth übersetzt und erläutert, Frankfurt am Main 1896: S. 545 - 553   Kommentar zu  Secharja Kap. 14 V.1…) 

    21-09-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    20-09-2021
    Klik hier om een link te hebben waarmee u dit artikel later terug kunt lezen.Zeggen dat antizionisme een nieuwe vorm van antisemitisme is, is een grote dwaasheid.
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    " Wat betekent het om vandaag een zionist te zijn nu Israël ( de zionistische entiteit- vertaler) bestaat? Een ideologie die voor mij hatelijk is geworden. Het zet geest en hart gevangen en het was erg moeilijk en pijnlijk voor mij om mezelf ervan te bevrijden. Nee, ik ben niet langer een zionist, op zijn zachtst gezegd.

    Zeggen dat antizionisme een nieuwe vorm van antisemitisme is, is een grote dwaasheid. Om deze reden zouden bijvoorbeeld grote sectoren van orthodox Jodendom die in de wijk Mea Shearim van Jeruzalem wonen, of in Bnei Brak in de buurt van Tel Aviv, antisemitisch zijn. Je meet de aberratie. "

     

    Gérard Haddad, schrijver, psychiater en psychoanalyticus.

     

    Zo verneemt U het eens van iemand anders…;-)

    20-09-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    Klik hier om een link te hebben waarmee u dit artikel later terug kunt lezen.Rabbiner Samson Raphael HIRSCH : LAUBHÜTTENFEST
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    Rabbiner Samson Raphael HIRSCH

     

    סוכות

     

    Suckauß (Laubhüttenfest)

     

    Kap. 29, V.13 Und ihr bringet ein Emporopfer, eine Feuerhingebung zum Willfahrensausdruck Gott nahe: junge Stiere dreizehn, Widder zwei, jährige Schafe vierzehn, in ihrer Ganzheit seien sie.

     

    Kap.29 V. 13 …Offenbar ist hier der Gegensatz Jissroéls zur übrigen Völkergesamtheit gezeichnet, ein Gegensatz, der nicht sowohl in der Anerkennung und Nichtanerkennung Gottes als Lenkers der menschlichen Geschicke, als in Erkennung und Nichtanerkennung Gottes als Leiters der menschlichen Taten besteht. Die Gruppe פרים שבעה,איל אחד  und שבעת כבשים  ist Israel; die Gruppe: פרים ששה,איל אחד  und שבעת כבשים ist die übrige Menschheit, und indem Israel am Hüttenfeste, dem Feste des „unter Gottes Schutz und Segen“ heiteren Hüttenbaues auf Erden, dieses letzten Zieles aller völkergeschichtlichen Wandelungen, mit dreizehn פרים, zwei אלים und vierzehnכבשים  naht, tritt es eben nicht für sich allein, sondern mit dem Ausdruck der Völkergesamtheit als „Jissroél und die Völker“ für die Gesamtmenschheit zu seinem Gott hin, allein mit Kennzeichnung des „Gegensatzes der Gott dienenden und nicht dienenden Tat“, der noch in der Gegenwart der Zeiten die Menschheit in zwei Lager klüftet. 

    Allein dieser Gegensatz ist immer mehr im Verschwinden begriffen. Unter Einfluß der Sendung Jissroéls und seines still wirkenden Beispiels in Mitten der Völker wird dieser Gegensatz immer kleiner, er beginnt mit sechs zu sieben, ist am zweiten Tage schon fünf zu sieben, dann vier zu sieben u.s.w., bis am siebten Tage, dem Ziele der Menschentwicklung und der Sendung Jissroéls für dieselbe, er völlig aufgehört hat und Jissroél in der Gotteshuldigung, in dem Lebensdienste der Tat mit der Gesamtmenschheit vereint als אילים שנים ,פרים שבעה und  ארבעה עשר כבשים vor Gott steht. Hinsichtlich der geschichtlichen Führung und des Anteils an der Lösung der Gesamtmenschheitsaufgabe hört Jissroéls Stellung in Mitten der Völker aber nicht auf, eine besondere zu sein. Jissroél und die Menschheit, die Menschheit und Jissroél, sie bleiben, nach ihrer ganzen geschichtlichen Entwicklung und ihrer besonders gearteten Tüchtigkeit für die Zwecke der Menschheit, zwei besondere, in ganz gleicher Würdigkeit geschichtlich Gott nahe und für die Ziele der Menschheit voranschreitenden Größen, – sie bleiben sieben und sieben כבשים, ein und ein איל; allein in Huldigung Gottes, des einen Einzigen, durch Erfüllung des einer jeden dieser Größen für die Lösung ihrer Aufgaben erteilten Gesetzes, des sinaitischen Jissroéls, des allgemein menschlichen in der  Menschheit, in Huldigung Gottes des einen Einzigen durch Erfüllung Seines Willens auf Erden, werden Jissroél und die Menschheit eins sein, und es wird das Tatenleben aller Menschen auf Erden also das Gott offenbarende Gepräge sittlicher Pflichttreue wie das Tatenleben Jissroéls tragen, sie werden zusammen als פרים nur „eine Sieben“ bilden והיה ד' למלך על כל הארץ ביום ההוא יהיה ד' אחד ושמו אחד. –

    Auch das Wort der Weisen Sucka 55b: הני שבעים פרים כנגד שבעים אומות sieht in diesen Suckoth-Mussafopfern einen Opferausdruck für die Völkergesamtheit, und wenn (daselbst) Jissroéls Opfer als sühnende Fürbitte für die Gesamtmenschheit begriffen wird, so dürfte, wenn unsere Auffassung nicht ganz irrig, diese Fürbitte eben auf den im Laufe der Zeiten schwindenden Gegensatz, somit auf die allmälige Rückkehr der Menschheit mit ihrem Tatenleben zu Gott sich stützen. Um dieser Zukunft willen und für diese Zukunft möge Gott sie erhalten!

    Finden wir aber hier in der Moedgruppe des Hüttenfestes die Grundzüge aller der Wahrheiten niedergelegt, die über das weltgeschichtliche Ziel aller Völkerentwicklungen und Jissroéls zeitliche und künftige Stellung zu demselben durch den Mund der Propheten zum Ausspruch gelangten, so erscheint auch gerade das Hüttenfest in engster Beziehung zu diesem einstigen Völkerziel im Munde des Propheten. Secharja 14,16  enden alle gegen ihre Gottesbeziehungen ankämpfenden Kraftanstrengungen der Völker mit der endlichen Huldigung Gottes in Jerusalem und der jährlichen Gesamtmenschheitsfeier des Hüttenfestes. Ja, wir wagen den Gedanken: Ezechiel 38,39 wird das leitende Haupt der letzten Kampfe gegen Gott und seine Gestaltungen auf Erden: גוג genannt. Es liegt nicht ferne, darin den Begriff des Dachbildens von גגג, und damit sofort den Gegensatz zu סוכה, dem unsteten, kunst- und machtlosen Laubdach zu erkennen. In der Tat lässt sich der ganzen Menschheitsweltgeschichte in diesem Gegensatz begreifen. Ein Wahn führt die Menschheit irre. Wie es ihnen gegeben ist, ihre דפנות, ihr Bereich den geschöpflichen Mitweltgenossen gegenüber durch ihre mit Kunst verbundene Macht abzugrenzen und sicher zu stellen, so, wähnen sie, sei es auch die Aufgabe ihrer Macht, sich nach oben, Gott und den Einflüssen Seiner Waltungsmacht gegenüber sicher zu stellen, sich nur unter den Schutz der eigenen Macht zu begeben, ihr Geschick in die eigene Hand zu nehmen und den Ausbau der Menschengröße durch das die Unabhängigkeit von Gott sicherstellende Giebeldach zu krönen. Es ist der Kampf des גג gegen סוכה, der Kampf des die Menschen nicht zur Ruhe gelangen lassenden  „Giebelwahns“ der Menschengröße  gegen das heitere Vertrauen der sich Gottes Schutz unterstellenden Hüttenwahrheit. Die Weltgeschichte beginnt mit dem himmelstürmenden Turmbau der sich selbst vergötternden Menschenmacht – und endet mit dem Gott huldigenden Hüttenbau des heiteren Menschendaseins auf Erden. –

    Das Judentum überlässt anderen Disziplinen die Lehre, wie man mit Verzichtleistung auf das Diesseits das Jenseits gewinne. Es reserviert sich die Lehre, wie man durch ein Gott huldigendes Pflichtleben das Diesseits selig gestalte und das Jenseits schon im Diesseits beginne – und diese durch das Hüttenfest für Jissroél aller Zeiten gepredigte Lehre gestaltet sich durch die Moedopfergruppe desselben zur universalen Zukunftsaussicht aller Völker. Von dem Gipfel seiner nationalsten Freude schaut der Blick des Gottesvolkes auf die Heileszukunft aller Menschen aus. Auch war es nach dem Jeruschalmi Sucko V,1 eben der Freudengipfel dieses Jissroéls und der Menschheit Hoffnung umspannenden Hüttenfestes, auf dessen Höhen die „Quellen des Heiles“ sprangen, aus welchen die Jünger des Prophetentums den Geist schöpften, der sie zur Prophetie befähigte (siehe zu V.19).

    (Vergl. über diese universale Bedeutung des Hüttenfestes und der damit zusammenhängenden סוכתו של לויתן Jeschurun, Jahrgang VIII, S.14)

    20-09-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    19-09-2021
    Klik hier om een link te hebben waarmee u dit artikel later terug kunt lezen.Sprüche Salomons 10,7 und Sprüchlein zu Ve-saus haBrocho
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    וזאת הברכה

     

    זכר צדיק לברכה:

     

    Das Andenken des Frommen bleibt zum Segen.

    (Sprüche Salomons 10,7)

     

    1.      

    Zum Segen falt‘ ich meine Hände

    In diesem letzten Augenblick,

    Bevor auf  Erden ich vollende

    Und kehr‘ zu meinem Gott zurück!

     

    2.

    So redet Moses, und die Kunde

    Erschüttert eines jeden Herz,

    Geschlagen hat die letzte Stunde,

    Die löset jeden Menschenschmerz.

       

    Aus: Erbauungsbuch „Bibel- und Talmudschatz“ J.H. Kohn S. 236  13.Auflage Hamburg 5691 – 1931

     

    19-09-2021 om 16:01 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    Ludwig Stern

    65. Das Hüttenfest (חג הסוכות)

     

    1.       Geschichtliche Bedeutung: Das Hüttenfest soll uns daran erinnern, daß Gott unsren durch den Auszug aus Ägypten und den Empfang der Thora lediglich und geistig frei gewordenen Vätern vierzig Jahre lang in der Wüste Schutz und Nahrung gewährte, da wo sie beides auseigener Kraft nicht erlangen konnten; er führte und deckte sie durch seine Wolkensäule bei Tag, durch die Feuersäule bei Nacht. Diese Erinnerung soll uns alljährlich die Überzeugung befestigen, daß Gott Jissroél, dn Träger seiner Thora, nie verläßt und immer schützt. Des sollen wir uns freuen an diesem Feste, so konnte der Zeit unsrer Freude (זמן שמחתנו).

    2.       Jahreszeitliche Bedeutung: Da die geschichtliche Thatsache, welche diesem Feste zu Grunde liegt, an keinem bestimmten Tag gebunden ist, sie dauerte ja vierzig Jahre, so konnte dieses Fest auf jede Jahreszeit verlegt werden. Die Thora verlegte es auf diese Jahreszeit aus verschiedenen Gründen. Es sollte dem geschichtlich feststehenden Versöhnungstage möglichst bald folgen, damit sich in die an diesem Feste uns ganz besonders gebotene Freude auch über die neu erlangte Sühne mische. Außerdem sollte, wie am Pesach den Anfang, so an diesem Feste der Schluß aller Ernten und Einheimsungen gefeiert werden und die Darbringung der Erstlingsfrüchte (62,2) im großen und ganzen geschlossen werden. Das Hüttenfest ist Herbstfest חג האסיף, an demselben sollte Jissroél, so lange es auf seinem Erbe wohnte, seines irdischen Besitzes und Segens recht dankbar froh werden (Hirsch, zu V. Mos. 6,10).

    3.       Die besondere Vorschriften, welche wir an diesem Feste zu beobachten haben, sind folgende:

    … …

    Aus עמודי הגולה  Die Vorschriften der Thora welche Jissroél in der Zerstreuung zu beobachten hat.

    Ein Lehrbuch der Religion für Schule und Familie von Ludwig Stern, Direktor der israelitischen Schule in Würzburg. Zweite vermehrte und verbesserte Auflage Frankfurt am Main 1986 S.132-133 ff.

     

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    Inhaberin: Frau Manja BURGERS

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    19-09-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    17-09-2021
    Klik hier om een link te hebben waarmee u dit artikel later terug kunt lezen.Rabbiner Dr. Mendel Hirsch zur Haftoroh des Wochenabschnittes Haasinu
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    Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH

                  (1833 – 1900)

    הפטרת האזינו

      

    Aus dem Kommentar zur Haftoro des Wochenabschnittes Haasinu

     

    Joel Kap.2, V.15

     

    An die Worte Hosea’s, die den Anfang der Haftora bilden (Siehe oben S.368, den Commentar S.64)  mit ihrer Fortsetzung mit ihrer Aufforderung zur Rückkehr und dem Ausblick auf den einstigen Sieg des Guten schließt sich  sodann ein sinnverwandter Abschnitt aus einer ergreifenden großen Rede des Propheten Joel. Als Vorläufer der großen nationalen Katastrophe des staatlichen Untergangs hatte er eine schwere Verheerung durch Heuschreckenschwärme zu verkünden gehabt, die die ganze Vegetation vernichten und das blühende Land in eine Wüstenei verwandeln würden. Durch aufrichtige Besserung aber hätte Jissroél die Heimsuchung abwenden können, denn – daran erinnerte er das verblendete Volk – nicht plötzlich, nicht ohne  vorhergegangene Warnung und Mahnung zur Rückkehr war sie eingetreten. „Gott hatte seien Ruf ergehen lassen vor seinem Heere!“ – Doch umsonst, die Warnung war ungehört verhallt. Jissroél möge nun nicht wähnen, damit sei die Reihe der Heimsuchungen erschöpft: „Unendlich groß ist  Sein Lager, denn unwiderstehlich ist jedes, auch das an sich kleinste Werkzeug der Vollbringung seines Wortes.“ Und  mit den Worten: „Denn groß ist der Tag Gottes, und wer erfaßt ihn?“ – hatte er auf den drohenden Untergang des Staates und auf das Galuth hingewiesen und dann fortgefahren: „Und selbst jetzt noch ergeht der Spruch Gottes: „Kehret zurück bis zu mir mit eurem ganzen Herzen, mit dem Fasten, mit dem Weinen und mit der Klage! Und zerreißet euer Herz, und nicht eure Herz, und kehret zu Gott, eurem Gott zurück! Dem gewährungsbereit  und sein Geschöpf liebend ist er, lange geduldend und reich an Liebe und bereit zur Änderung seines Unglück verhängenden Beschlusses.“ Dann werden die Verheerung in Wahrheit reichen Segen hinterlassen haben (Joel 2, 11-14).   Das folgende bildet nun die weitere Ausführung dieses Gedankens.

     

    (Die Haftoroth übersetzt und erläutert, Frankfurt am Main 1896: S. 377 – 392 ) 

    17-09-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    Rabbiner Samson Raphael HIRSCH

     

     

    פרשת האזינו

     

     

    Aus seinem Kommentar zur Wochenabschnitt  Haasinu

     

    Kap.32,4 Der Hort, vollkommen ist sein Wirken,

    Denn alle seine Wege sind Rechtswaltung;

    Ein Gott des Vertrauens und keiner Gewalt,

    Gerecht und gerad’ ist Er.

     

    Kap.32, 4 הצור וגו'… …In Beziehung zu Jissroél spricht daher die Bezeichnung Gottes als צור die doppelte Gewissheit aus. Jissroél hat in Gott den ewigen Halt seines geschichtlichen Daseins. Gott will, daß es sei, darum geht es nimmer verloren. Allein Gott will auch eine bestimmte Art

    Seines Seins, die Er ihm in seinem Gesetze offenbart. Diesen Anforderungen kann sich Jissroél nimmer entziehen. Sie sind ebenso unwandelbar wie Gottes Sein und Wollen. Und welche Geschickeswandlungen Jissroél auch durchmachen hat, sie haben alle die endliche Verwirklichung dieser Gottesbestimmungen an Jissroél und durch Jissroél zum Ziele, sie sind eben nichts als die gestaltenden Hammerschläge der unwiderstehlichen Gestaltungskraft der göttlichen Waltung, כי ביה ד' צור עולמים (vergl. zu 4 B.M. 8,4) – Daher der Name צור das Charakteristikon der שירת האזינו, in ihm liegt der Schlüssel dieses Gottes Waltungen an Jissroél, mit Jissroél und durch Jissroél schauend offenbarenden Gesanges. –

     

    V.6 Fragt euch doch: Gott wollt ihr das vergelten?

    Entwelkes, mit nichten weises Volk!

    Ist Er nicht dein Vater, der dich sein eigen nennt,

    deine Bestimmung gab?

     

    V.6 …נבל ,עם נבל ולא חכם -  siehe zu 1 B.M. 34,7 und 2 B.M.18,17). Im Zusammenhange mit der Frage הלד' תגמלו זאת tritt die eigentliche Bedeutung von נבל in voller Prägnanz vor. Beide bezeichnen ja ursprünglich Beziehungen des Pflanzenlebens, גמל die vollendete Fruchtreife, נבל das fruchtversagende Welken. Alles, was Gott für Jissroél und an Jissroél getan, die besondere Führungen der Geschicke wie die Lehren und die Vorschriften seines Gesetzes, alles hatte den einen Zweck, die Saaten des Lichts und des Lebens in Geist und Gemüt des Volkes zu streuen, die in Früchten der Erkenntnis und der Tat im Einzel- und Gesamtleben aufgehen sollten. Das Volk aber ist נבל, ist geistig und sittlich welk geworden. Die mit so vielen Veranstaltungen begonnene Gottespflanzung hat es noch bevor sie zur Blüte aufgehen konnte „welk“ werden lassen, und steht es, statt ein mustergültiges Volksleben zu entwickeln, als עם נבל, als ein geistig und sittlich abgewelktes Volk da, ולא חכם, das keineswegs, wie es sich dünkt und wie es in der Mitte der Völker ein עם חכם ונבון (Kap. 4,6) hätte sein sollen, „weise“ ist, nicht, wie ja חכם bedeutet (siehe 2 B.M. S.363) die gegebenen Wahrheiten in sich aufgenommen, aus welchen allein die wahre Erkenntnisse und richtige Grundsätze fürs Leben sich ergeben. So auch im ספרי:עם נבל לשעבר ולא חכם לעתיד לבא .

    הלא הוא אביך קנך, wenn er dich sein eigen nennt und über all dein Sein und Wollen, über alle deine inneren und äußeren Kräfte und Mittel in seinem Gesetze disponiert, hat er nicht ein Recht dazu und sollte dir nicht zugleich das unerschütterliche Bewusstsein innewohnen, daß er allein diese Verfügungen, mit allen Anforderungen und Versagungen nur dein Bestes will! Ist es doch dein Vater, der also über dich verfügt, bist du doch ganz eigentlich völkerrechtlich sein Erzeugtes. Dein Ganzes völkerrechtlichen Dasein ist ausschließlich sein Werk. Ohne Ihm wärt du überall nicht da. Inmitten der sich gestaltenden Völkerbildungen hat allein Er vom ersten unscheinbarsten, individuellen Anfang grundlegend dich zum Volke erzeugt und erzogen. Was andere als Menschen sind, bist du zugleich als Volk: Gottes Geschöpf. Er hat also ein ausschließliches Recht an dich, und zugleich bürgt dieser ganze Ursprung dir, daß was Er, dein Vater, von dir fordert, nur deine, seines von ihm erzeugten Kindes, Wohlfahrt bezweckt. …

    V.9 Denn Gottes Teil ist sein Volk,

    Jaakob das ihm zugefallene Erde.

     

    V.9 כי חלק ד' עמו Gott ließ Jissroéls Söhne nicht in dem für sie bestimmten Lande zum Volke heranwachsen und sich unter den von diesem Lande gegebenen Bedingungen und Einflüssen zu einem Volke entwickeln und ausbilden, ließ es vielmehr im Gegensatz zu allen anderen Völker ohne Land ein Volk werden und dann ein im Gegensatz zu allen andern bereits völlig kultiviertes und angebautes – ja wie wir 3 B.M. S.585 anzumerken hatten, in seinen vorgefundenen Bodenkultur- und Städtebauverhältnissen gewissermaßen stabil zu erhaltendes – Land in Besitz zu nehmen, weil חלק ד' עמו, weil dieses Volk als Volk, Gottes Volk, Gott angehörig, mit seinem Volkwerden Gott zu Teil sein und bleiben sollte. Was den anderen Völkern ihr Landesboden ist, das ist Jissroél seine Beziehung zu Gott. Wenn andere Völkern mit ihrem ganzen Sein und Werden in ihrem Boden wurzeln, aus ihm und an ihm, in dessen Überwindung, Aneignung, kultivierender und anbauender Umwandlung zum sozialen Menschenboden und unter dessen klimatischen Einflüssen die Bedingungen ihrer physischen, geistigen, sittlichen und sozialen Kulturentwicklungen schöpfen, – und daher die in dem Rahmen ihrer Völkerkultur ihnen fühlbar wirkenden Potenzen und Mächte vergöttern und als ihr Völkergedeihen bedingende Gottheiten verehren: soll Jissroél seine physische, geistige, sittliche und soziale Kultur von Gott gestaltet mitbringen ins Land, soll sich und sein Volksleben nicht dem Lande, sondern das Land sich und seinem von Gott festgestellten Volksleben unterwerfen und so mit seinem Volksdasein, seinem Volksleben und Volksgedeihen, im Gegensatz zu den Verirrungen und Wahngeburten der Völker, Gott als die einzige wirkliche und wahrhaftige Macht und Quelle aller Völkerwohlfahrt proklamieren – ולקחתי אתכם לי לעם sprach Gott an Jissroéls Leiden umnachteter Volkeswiege, und dann erst: והבאתי אתכם אל הארץ וגו' (2 B.M.6,7 u.8).   Andere Völker sind in tiefem Grundeחלק ארצם , Jissroél ist nach Ursprung und Bestimmung:חלק ד' .

    יעקב חבל נחלתו. Darum heißt die Wurzel dieses Volkes nicht Jissroél, sondern Jaakob, eine Menschenfamilie, die als יעקב bodenlos und heimatlos den ganzen Leidenskelch austrinken musste, welcher bodenlosen und heimatlosen und darum, nach Anschauungen der Völker, rechtlosen, nirgends berechtigten Menschen inmitten eines auf Bodenbesitz und Landeshoheit machtstolzen Volkes kredenz ward, das von der eingeborenen unverlierbaren Hoheit des Menschen als Menschen nichts mehr wusste. „Jaakob“, in allem die „Ferse haltend“, in welchem die Menschen sonst ihren Halt und ihre Größe suchen;  ohne Boden und ohne Macht, und darum ungeübt und nimmer glänzend in den Erfindungen, Künsten, Wissenschaften und Fertigkeiten, die der Menschengeist in seinem Ringkampf mit der Natur und den mitstrebenden Einzel- und Volksgenossen zu dem Aufbau und Ausbau eines Einzel- und Volksleben erwirbt und darin triumphierend die Menschengröße feiert; Jaakob, יעקב חבל נחלתו, Jaakob,  um der Armut und des Glanzlosen seiner Erscheinung willen von dem Symposion der Völker zurückgewiesen, fiel gleichsam als Los Gott zum Erbe. Alle anderen Völker konnten, so zu sagen, Gott nicht, und noch weniger konnten sie sein Gesetz gebrauchen. Es waren andere Götter, deren Gunst vermeintlich sie groß machte, und vor allem waren es andere Ziele und andere Motive, in welchen sie das Regime ihres Lebens suchten und schöpften. Für ein auf dem Gottesdiktaten der Sittenheiligung, der Wahrheit, des Rechts und der Liebe sich aufbauendes Leben, das in jeder Füge die alleinige Gottesherrschaft auf Erden und über die Erde zur Anschauung bringen soll, da war kein Raum, wo mit der Jubelruf: „wir wollen uns einen Namen machen!“ der Turmbau des menschengeschichtlichen Ruhmes eingeleitet war. Nur Jaakob, das aus sich nichts hatte, dem keine der von den anderen Völkern als Gottesmächte verehrten Potenzen etwas gewährte, noch gewähren konnte, das alles nur aus Gottes Hände zu empfangen hatte und empfing, nur Jaakob war das geeignete Gefäß für Gottes Menschheitszwecke auf Erden, nur es konnte als „Jaakob“ die Sendung empfangen, „Jissroél“ zu sein: die Gottesherrschaft und deren Huldigung durch ein pflichtgetreues Leben inmitten der Völker zu verkünden. …

     

    15. Da ward Jeschurun fest und da schlug es aus –

    So oft du fest wardst, wurdest du feist und übermannt vom Fett –

    Da verliess es Gott, der es gebildet hatte,

    Und betrachtete als wertlos den Hort seines Heils.

     

    V.15 וישמן וגו' Wir begegnen hier das erstemal den Namen Jeschurun. Es bezeichnet Jissroél nach seiner idealen Bestimmung, das in dem Charakter ישר, des Geraden, seiner Bestimmung ohne Abweichung Entsprechenden, seine Bezeichnung findet. Vergl. זבולון und זבל. Es hieß oben: Gott wollte es die Doppelhöhen der irdischen Ziele ersteigen lassen, die höchste materielle Wohlfahrt und die höchste geistige und sittliche Vollendung. Sollte Jissroél ja in einem leuchtenden Beispiel zeigen wie ein vollendetes geistig sittliches Pflichtleben keineswegs auf irdisch heiteres Glück notwendig zu verzichten habe, vielmehr der höchste Grad von Sittlichkeit sehr wohl mit dem höchsten Maß irdischen Glückes vertrage, ja sich eben in einem solchen zu bewähren und alle irdischen Mittel und Genüsse in geistigen Errungenschaften sittlicher Pflichttaten umzusetzen habe. Als aber dem diesen sittlichen Ideale bestimmten Jeschurunvolke zur Lösung seiner Aufgabe sinnliche Güter und Genüsse in Fülle geworden, als es aus der Wüste zum Lande von Milch und Honig gelangt war, da wurde es fett und schlug es aus. שמנת עבית כשית ist eine Anrede in Parenthese an das Moses gegenwärtige und jedes künftige, sein שירה-Wort lesende Volk. Sie enthält die Quintessenz der ganzen jüdischen Geschichte. In Leiden hat sich das jüdische Volk  meist großartig bewährt. Allein Glück hat es noch selten ertragen. „ So oft es fett wurde, wurde es feist und vom Fett überwuchert“, eigentlich „bedeckt“. כשית scheint Pual zu sein, wie כסו הרים צלה (Ps.80, 11) Berge wurden von seinem Schatten bedeckt. כסו פניו חרולים (Prov. 24, 31) seine Fläche war mit Dornen bedeckt.  Es würde dann allerdings das Dagesch im fehlen, wofür sich jedoch Beispiele finden יוקשים בני אדם (Pred. 9,12), לב הותל הטהו (Jes.44,19) Oder כשׂה hat die intransitive Bedeutung: bedeckt werden wie כסה die aktive, bedecken. Der Sinn ist: je mehr markiger, fetter Nahrungsstoff dem Körper zugeführt wird, umsomehr sollte er den Überfluß an Stoff in Kraft und Arbeit umsetzen, um so erhöhter sollte seine Tätigkeit und Leistung sein. Dann beherrscht er die Fülle und bleibt körperlich und geistig gesund und hat durch die größere Leistung einen größeren sittlichen Wert. Unterläßt er dieses aber, so lagert sich der unverbrauchte Nahrungsstoff in seinem Körper hat, er wird korpulent, feist, und statt die Fülle zu beherrschen, wird er, sein eigentliches geistiges, tätiges Selbst, von dem Fett übermannt und geht darin unter. Das ist Jissroéls Geschichte. Es hat Fülle und Überfluß nicht zu erhöhten geistigen und sittlichen Leistungen, nicht zur vollerer Lösung seine Aufgabe benutzt; seine sittliche Vervollkommnung hat nicht mit seiner glücklicheren äußeren Lage Schritt gehalten; es hat nicht verstanden, Herr seines Reichtums und seines Glücks zu bleiben, hat sie nicht in sittliche Pflichterrungenschaften umzusetzen gewußt, es hat sich vom Reichtum und Glück übermannen und sein besseres,  geistiges, sittliches Selbst darin untergehen lassen.

    17-09-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    16-09-2021
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    Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH

                  (1833 – 1900)

     

    הפטרה למנחה של יום כפור

     

    Aus dem Kommentar zur Haftoro vom Nachmittaggebet des Jaum Hakippurim

     Prophet Jona

     Längst schon hat die Sonne den Zenith überschritten und der größte, herrlichste Tag neigt sich bereits zum Scheiden. Im Geiste haben wir uns so eben in die heiligen Weihehandlungen der Abodah versenkt, die einst an diesem Tage auf Moriah, im Gesetzesheiligtum unseres Gottes vollzogen wurden. Und da ist uns die Herrlichkeit des Einst und das Elend des Jetzt in der ganzen Schroffheit ihres Gedankens entgegengetreten, und wir haben uns so unsäglich arm gefühlt, haben gefühlt, wie unendlich viel wir verloren. – Und bitterer Schmerz hat da unser Herz zerrissen und hat dessen Starrsinn gesprengt, und tiefe Sehnsucht ergriff uns nach dem Vaterhause, und da haben wir uns vor unserem Gotte ausgeweint, wie das Kind in den Armen des Vaters.

    Doch nicht durch Rührung und tatenlose Sehnsucht wird der Aufgabe des Tages genügt. Rückkehr, Besserung ist die Losung. Darum ward noch einmal die Thora dem heiligen Schreine entnommen und aus dem Gottesworte jener Abschnitt vorgelesen, der an die allererste Grundlage eines heiligen Lebens und an die erste Vorbedingung unsre dauernden Rückkehr mahnt: an die sittliche Reinheit, an die Reinheit des Familienlebens. Und da es nun galt, aus dem Prophetenworte einen Abschnitt zu wählen, der in diesem ernsten Momente des dahinsinkenden Tages uns so recht die Macht und das Wesen der Theschubah vergegenwärtigt, die Rückkehr aus tiefster Gesunkenheit zu seinem Gott sich emporringenden Menschen, da fiel die sinnige Wahl auf das Wort von der Sendung des Propheten Jona.

    Er hatte der gewaltigen Ninive, der glänzenden Hauptstadt des weltherrschenden Assyrerreiches, wegen ihre Missetaten den Untergang verkündet. Die Worte des fremden Propheten, der im Namen des unsichtbaren Gottes gesprochen, hatten in den Herzen des götzendienenden Volkes tiefe Erregung erzeugt. Sie waren in sich gegangen, hatten Fasten verkündet, und der vom Volke ausgehenden Bewegung hatte der König, hatten die Grossen sich angeschlossen. Der König war von seinem Throne gestiegen, hatte seine Königsgewänder abgelegt und gleichfalls ein härenes Trauergewand angelegt, und der Befehl war im Namen des Königs und der Grossen ergangen, daß ein jeglicher fasten und Gott inständig anrufen und „zurückkehren solle von seinem schlechten Wandel und von dem Unrecht, das in seinen Händen“. – Da heißt es nun nicht, bemerken unsere Weisen: Gott sah, wie sie sich durch Fasten kasteiten und mit ihren härenen Gewänder sich peinigten, auch nicht: wie andächtig sie beteten, sondern: „Gott sah ihre Taten, daß sie von ihrem schlechten Wandel zurückgekehrt waren, da änderte Gott seinen Entschluß hinsichtlich des ihnen angekündigten Unglückes und führte es nicht aus“. So ist die Besserung das alleinige Wesen der Teschubah, und nur sie erwirkt das Wunder der göttlichen Gnade. Wir haben an einem anderen Orte eingehend darauf hingewiesen*) wie charakteristisch es ist für die in jeder konfessionellen Engherzigkeit abholde, wahrhaft freie Universalität des Judentums, daß es götzendienende Heiden sind, deren Besserung uns an diesem Tage als Vorbild für die eigene Besserung vor die Seele geführt wird. Nur mit dem Unterschiede, aß die Verzeihung, die ihnen durch die Rückkehr zu den allgemein menschlichen Pflichten zu Teil wurde, für uns an die Rückkehr zu dem gesamten Gottesgesetze geknüpft ist.

    Doch noch zwei andere Momente sind es, die uns dieses Prophetenwort in einer ergreifenden Eindringlichkeit wie kaum ein anderes vor die Seele führt.

    Einmal die Allgegenwart und die alle Wesen und Kräfte als Vollstrecker seines Willens verwendende Vorsehung Gottes. Was dem gedankenlosen Menschen als Spiel der Elemente, als Walten des Zufalls erscheint: so es in den Dienst zur Ausführung des Gottesgedankens gestellt ist, ist es planvolle Gottesfügung. Der Sturm auf dem Meere, der dem sich der Gottessendung entziehenden Flüchtling schon vorausgesandt ist (Kap. 1,4), das wildbrandene wütende Meer, die Gottesfügung, die ihm in Leben erhält in einer Lage, die sonst unrettbar der Tod bringt, die dunkle Meerestiefe; die ihn wieder emporschleudert in den Bereich der Meereswogen, der Meeresstrudel, der ihn umkreist und emporhält, das Seetier, das ihn verschlingt und später ans Land wirft, das Kikajon, das in einer Nacht aufsproßt, ihn im Sonnenbrand zu beschatten, das Insekt, dessen Stich dasselbe Kikajon verdorren macht, der Glutwind aus dem Osten, der Jona verschmachten ließ, – von einigen dieser Fügungen erfahren wir es aus den Worten des Propheten, bei den anderen, so bei dem Sturme auf dem Meere, dem gewaltigen Fische, dem aufsproßenden Kikajon heißt es ausdrücklich: וימן ה', וה' הטיל, in vielmaliger Wiederholung: Gott bestellte, Gott bestimmte sie.          

    Und sodann jenes Allerbarmen, jene Liebe, die ein jedes Wesen und sein Gedeihen als ein Werk der Fürsorge des Schöpfers anschaut und diesem wert und teuer sein läßt! „Dich dauert des Kikajons, mit dem du dich nicht abgemühet und das du nicht großgezogen hast – und mich sollte nicht der grossen Stadt dauern und all der Kinderseelen in ihr und all des Viehes?“  –  Also ist jeder Kreis von Menschen eine „Pflanze“, von der Gott spricht: אשר עמלתי בו ואשר גדלתי! Das ist die Vaterliebe des Schöpfers, die unverlierbare, die jedem seiner Kinder zugewandte, wie das „Alte Testament“ sie lehrt, jene Liebe, die der Rückkehr der verirrten Kinder harrt, die ihnen aus freier sittlicher Energie stets offen steht, weil sie nicht „sündig“, sondern rein und für das Höchste befähigt geboren werden, jene Liebe, die, wenn das ältere Geschlecht gesunken ist, auf die reinen Keime des Guten in die Brust derer hinschaut, die noch nicht „die Rechte und die Linke“ unterscheiden können, und schon um der unschuldigen Kinderseelen willen den drohenden Untergang abwendet.

    …

     

    *) Das Reine Menschentum im Lichte des Judentums. Frankf. A. M. Kaufmann 1893, S.35

    (Die Haftoroth übersetzt und erläutert, Frankfurt am Main 1896: S. 532 – 545   Kommentar zu JONA Kap. 1 V.1…) 

    16-09-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH

                  (1833 – 1900)

     

    הפטרה לשחרית של יום כפור

     

    Aus dem Kommentar zur Haftoro vom Morgengebet des Jaum Hakippurim

    Jesajas Kap. 57 V.14

     

    Gekommen ist der große herrliche Tag, der seligste des Jahres. Emporheben aus allen Erdennöten will er den jüdischen Menschen, emporheben aus dem dumpfen Zwang der Leidenschaften, will ihn emporheben in die beseligende Nähe seines ewigen Vaters, in das reine Licht und die reine Lebenslust, die ihm von dort entgegenströmen.  Und: „Hinauf! Hinauf zu Ihm!“ – das ist des Tages Losung. Mit ihr, mit diesem Rufe: סולו סולו! Beginnt das Prophetenwort der Haftorah.

    Doch unsere Vergangenheit hält uns zurück. Diese Folgen unsrer getrübten Vergangenheit, die wie mit eisernen Klammern unseren Ausschritt hemmen, nur Gottes Allmacht kann sie sprengen. Die Betätigung seiner Gnade aber hat er uns verheißen, so wir durch aufrichtige Reue, durch den festen Entschluß der Besserung uns ihrer würdig machen. Denn (V.15): „so hoch und heilig Er thront, so ist er Nahe dem Zerknirschten, dem, der demütigen Sinnes geworden, zu beleben das Gemüt des Demütigen, zu beleben das Herz der Zerknirschten“. Denn nur um den Menschen zur Selbstbestimmung, zur Selbsterkenntnis und damit zur Reue zu bringen „streitet“ Gott und „zürnt“ er, Leiden sendend, gegen den Menschen (V.16). Denn unendlich nahe, unmittelbar Sich verwandt schaut Gott jeden Menschen: „Des Menschen Geist geht ja von mir aus in die Körperhülle ein, und die Seelen habe ich ja geschaffen!“ – Nie und  nirgends ist das Band, das jeden Menschen mit Gott verknüpft, in seiner Stärke  und Innigkeit herrlicher gezeichnet worden, als in diesen Worten des angeblich „flammenden Gottes Zebaoth des Alten Testamentes“ – Wohl zürnte Gott über sein Volk und schlug es, dadurch daß er sich von ihm abwandte und es sich selbst überließ (V.17), so daß es, statt des ihm vorgezeichneten דרך ה', statt des Gottesweges, den „Weg seines Herzens“ einschlagen konnte, den seine Leidenschaften das Verblendete vorziehen ließen. Gott hatte (V.18)diese Irrgänge und ihre Leidensfolgen sehr wohl „vorausgesehen und wollte es gerade durch diese Selbsterfahrungen genesen lassen.“ ואנחהו: denn diese scheinbare Frei- und Preisgebung war selbst nur ein Akt der göttlichen Weiterführung, und die so gewonnene Selbsterkenntnis und die wiedergewonnene Gottesgnade wird selbst reichste Tröstung und vollen Ersatz für alle Leiden bieten, ihm und allen, die so lange durch seine Verblendung und deren Folgen zu trauern hatten, ואשלם נחמים לו ולאבליו – So:

    V.19 בורא ניב שפתים, ist Er Schöpfer, so schafft, verwirklicht er das, wovon bis dahin die Menschen nur „sprachen“, was nur ein schöner Traum, nur eine „Frucht der Lippen“ war, nur in der Menschen Gedanken und Worten Dasein hatte, nämlich: den Frieden. „Friede!“ – den noch Fernen, „Friede!“ den bereits Nahen, אָמַר ה', ihn hat Gott mit seinem Gesetzworte und mit seinem Verheißungsworte längst dargeboten – „so bringe ich ihm Heilung.“ – Das Objekt von ורפאתיו ist das V.14 genannte עמי, auf das sich auch die Suffixe der VV.17 und 18 bezogen.

    V.20. Nur auf den Boden des Gesetzes, nur in der freudigen pflichttreuen Unterordnung unter den göttlichen Willen erblüht dieses höchste Gut des Menschen, das Sehnsuchtsziel aller Hoffnungen: der innere und äußere Friede. והרשעים, die Gesetzlosen aber, die nur dem Diktate ihres eignen, im Dienste ihrer Interessen und Leidenschaften stehenden Willens gehorchen, sie gleichen dem „aufgewühlten Meere“, und ויגרשו מימיו רפש וטיט: was die Tiefe des unveredelten, weil ungezügelten, Menschenherzens unter glatter Oberfläche an Menschenunwürdigen sorgsam barg, das bringen die Stürme der Leidenschaft in seiner ganzen Unschöne unfehlbar an den Tag.

     

    V.21 Die Worte אמר אלהי entsprechen offenbar dem אָמַר ה' in V.19. Der Zusammenhang ist demgemäß: denn ebenso wie Gott längst der Pflichttreue den Frieden, ganz ebenso hat er die Friedlosigkeit dem Frevel bestimmt. Daß das letztere durch die von Gott als Richter des Menschen gefügte Weltordnung bewirkt werde, darauf weist der Wechsel des Gottesnamens ה' in V.14 in den hier genannten: אלהי hin.

     

    Die Rückkehr zur Pflicht ist so der Weg zum Frieden. Uns auf diesen Weg zurückzuführen, so wir im Getriebe des Lebens von ihm abgekommen sind, dazu hat Gott den alljährlich wiederkehrenden „Tag der Sühnen“ bestimmt.

     

    Wie aber jede göttliche Veranstaltung der Mißdeutung unterliegt und, falsch verstanden, aus einem Mittel zum Heile zu einer Förderung des Unheils werden, und so, was zur Rettung aus Sünde und Verblendung dargereicht ward, zum Beharren in der Sünde und der Verblendung führen kann: also auch die Institution dieses Tages der Sühnen. Freilich ist es Wahnsinn, freilich grenzt es an Gotteshöhnung, freilich ist es die unglaubliche Verkehrung der Wahrheit, zu wähnen, dieser Tag werde die verheißenen Güter der Verzeihung und der Sühne und der Reinheit bringen, auch ohne Reue, auch ohne ernsten Entschluß der Besserung, auch wenn er also nur einen fastend verbrachte vierundzwanzigstündige Unterbrechungspause in dem Gott und seinem Gesetze entfremdeten Leben darstelle, das dann, nach Ablauf dieses Tages, mit voller Seelenruhe ganz in der bisherige Weise fortgesetzt werden könne, um dann im nächsten Jaum Kippurim wiederum ein Reinigungs- und Entsündigungsbad finden. Trotz ihrer Ungeheuerlichkeit hat diese Vorstellung gleichwohl früh schon Platz gegriffen.

     

    Diesem Wahne tritt nun Kap. 58, 1-14 die große Jaum-Kippur-Predigt des Propheten im göttlichen Auftrage mit flammenden Worten entgegen. Sie zeichnet zuerst (V.2-5) den empörenden Widersinn einer solchen Jaum-Kippur-Farce, mit den frömmelnden Gebärden und dem scheinheiligen Gebahren. Diesem stellt sich sodann (V.6-14) in leuchtenden Zügen das Wesen und das Werk des wahrhaftigen gottgewollten Jaum Kippur gegenüber: den aus den Banden Leidenschaft und Sünde sich befreienden (V.6), zu Gott sich emporringenden Menschen, der (V.5) sich in seiner „Armut“ begreift, der jedes an Menschen begangene Unrecht wieder gut macht und für jedes bedrohte fremde Recht eintritt und alle ihm verliehenen Gaben und Kräfte in den Dienst dieses Wirkens stellt (V.6), der in edler Humanität seines reinen Tatenlebens schönste Vollendung findet, und wie den Leib, so auch die darbende Seele und das darbende Gemüt seiner Menschenbrüder labet, und der endlich durch Unterstellung seines ganzen wirkenden und schaffenden Lebens unter die Herrschaft des Sabbathgedankens all sein Tun und Wirken nur als Vollbringung des Gotteswillens und sich selbst als Gottesdiener bekundet, und so der Verwirklichung des Ideals von reinen Menschentum entgegenreift, zu dem das Gesetz unseres Gottes die ewigen Wege bahnt.

    …

     

    (Die Haftoroth übersetzt und erläutert, Frankfurt am Main 1896: S. 515 – 522   Kommentar zu Jesajas Kap. 57 V.14…) 

    16-09-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    14-09-2021
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    Rabbiner Dr. Salomon BREUER

                    (1850 – 1926)

     

    יוה"כ

     

     

    Belehrung und Mahnung zu JAUM KIPPUR (Auszug)

     

    …

    Es gibt auch sonst  im Jahre Momente, die zu sühnen und Reinheit anzubahnen vermögen יסורין מכפרין, מיתה מכפרת leidvoller Verhängnis, durch das Gottes erziehende Gerechtigkeit uns aus Verirrungen und Entfremdung zu sich zurückführt, aber auch die bange Todesstunde hat ihre läuternde und sühnende Kraft gar oft bewährt. Und doch, nicht  Todesschrecken oder Leidensnot soll uns nun in Gottes Nähe führen, nicht Gottes strafende Gerechtigkeit uns Anlaß geben, seine verzeihende Nähe zu suchen – כי ביום הזה dieser Tag soll in uns die Sehnsucht, die Kinder nach dem Vaterhaus zieht, in den das Bewußtsein dessen lebt, was Kinder ihrem Vater schulden und was allein väterliche Liebe ihnen zu gewähren vermag. Das seinem Vater entfremdete Kind, das, von Not und Elend heimgesucht, die Sehnsucht nach dem Vaterhause fühlt, führt ja nicht kindliche Liebe in die Nähe des Vaters, es ist die Not und die Enttäuschung, die es veranlaßt haben, sich des Vaters zu erinnern. Es kann daher auch nicht erwarten, daß sein Vater bei aller Nachsicht seiner Entfremdung nicht mehr gedenke; vielmehr wird der Vater abwarten, ob es sich für die Folge die Pflichten bewußt bleibt, die das Vaterhaus ihm auferlegt.  Das Kind jedoch, dem die Fremde alles gegeben, was Menschenleben zu beglücken vermag, in dessen Herzen aber dennoch die Sehnsucht erwacht nach dem Vaterhaus, weil es erkannt hat, daß alle Güter der Welt die Öde und die Leere aus seinem Leben nicht zu bannen vermögen und nur die Heimkehr in das Vaterhaus ihm die Ruhe und den Frieden bringen könnte, dieses Kind darf der reichen, verzeihenden Liebe des Vaters sicher sein.

    כי ביום הזה יכפר Eine solche Heimkehr möchte der Jaum hakippurim anbahnen – keine Th’schuwo מיראה, zu der die Furcht vor Gottes strafender Gerechtigkeit(מדת הדין) den Anlaß gibt, תשובה מאהבה die Th’schuwo, die der Ausfluß ist kindlich liebender Sehnsucht nach Gottes Nähe, weil nur seine  Nähe unser Leben aus trauriger Öde und Leere zu retten vermag, und die in unsrem Herzen den einen starken Vorsatz nährt, uns fortan der Gottesnähe würdig zu erweisen und seiner väterlichen Führung uns anzuvertrauen, sie führt uns an diesem Tage zu Gott, und לפני ה' תטהרו Gott in seiner unendlichen Liebe (מדת הרחמים) ist bereit, unser sehnendes Verlangen aus dem reichen Füllhorn seiner Gnade zu stillen – אשריכם ישראל „Heil euch, Jissroél, vor wem erstrebt ihr Reinheit, und wer gewährt euch Reinheit – es ist euer Vater im Himmel“!

    לפני ה' תטהרו Aus Gottes liebender Vaterhand ersehnen wir die Kraft- und Segensspende zu weiterem Leben. Und ist auch unser Leben arm an Gütern, die uns ein Anrecht auf Gottes Beistand geben könnten, Gott sieht unsre Sehnsucht und sieht unsre Armut und ist bereit, unser Verlangen zu sättigen und uns zum wahren Lebensreichtum zu verhelfen.

    ונדעה נרדפה לדעת את ה' וגו' ויבוא כגשם לנו Wir sehnen uns nach Gott, daß „er wie der Regen uns komme“. – Die Natur lechzt nach dem Regen, aber die Erde muß die Feuchtigkeit geben, wenn der Wolkenhimmel Regen spenden soll. – Sind wir sicher, daß wir die Voraussetzungen mitbringen, unter denen die „Regenspenden“ göttlicher Liebe uns zuteil werden? Wie, wenn diese Voraussetzungen fehlen? Und auch nicht zu jeder Zeit ist der Regen ein Segen. –

    Wem aber יוה"כ zum wahrhaft neuen Leben verhelfen soll, der darf keine Lebensmöglichkeit kennen ohne Gottes dauernden Beistand, der ersehnt von Gottes Segensspende den belebenden Tau; der dauernd auch dann niederfällt, wenn der Regen ausbleibt, der sich der Erde nie versagt: אהיה כטל לישראל יפרח כשושנה Wie die Rose ihren Kelch öffnet, um gierig das Naß zu trinken das ihr zu prächtigen Gedeihen verhilft, so öffnet eure Herzen eurem Vater im Himmel, daß der Wundertau seiner göttlichen Gnade eurem Leben zuteil werde! –

    …

    Quelle: Rabbiner Dr. Salomon BREUER  Belehrung und Mahnung fünfter Teil Deuteronomium  J.Kaufmann Verlag Frankfurt am Main 1936 S. 105-109

    14-09-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    12-09-2021
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    Rabbiner Samson Raphael HIRSCH

     

    Kommentar zum Gebet Owinu Malkenu

    In seinem Siddur „ Jisrael’s Gebete“ Seiten 629-631. Hier als Beilage wiedergegeben.

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    12-09-2021 om 13:30 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    האזינו

     

    יקרא אל השמים מעל, ואל הארץ לדין עמו:

     

     

    „Er ruft dem Himmel zu von oben und der Erde, sein Volk zu richten“

    (Psalm 50,4 Übersetzung Rabbiner Samson Raphael HIRSCH)

     

    1.

    Himmel, Erde seien Zeugen,

    Sie sind es, die mich gehört

    Wirst du dich zum Laster neigen,

    Ist’s ihr Fluch, der dich verheert.

    2.

    Geh’st du aber in den Wegen,

    Die zu wandeln ich gelehrt,

    Heil dir dann, denn reicher Segen

    Wird in Gnaden dir gewährt.

     

    Aus: Erbauungsbuch „Bibel- und Talmudschatz“ J.H. Kohn S. 460  13.Auflage Hamburg 5691 – 1931

     


    12-09-2021 om 13:28 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    09-09-2021
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    Samson Raphael Hirsch

    Aus Chaurew  Kap. 33 Fasttage

    § 237

     

    II. WARNENDE DENKMÄLER VOR EXILSSÜNDEN:, צום גדליה und תענית אסתר

     

    1. צום גדליה Begebenheit: Die Stadt war eingenommen, der Tempel zerstört, des Volkes Kern nach Bowél geführt, gefühlt des Eroberers Wut, gegen den Rest er mild gestimmt, also daß er dem Rest ein Bleiben gab im Lande, und, aus ihrer eigenen Mitte, ihnen den G’daljoh ben Achikom als Leiter vorsetzte. G’daljoh erkannte die Jissroélaufgabe in Beziehung zu den Völkern, in deren Hand Gott sie gab, wie sie nichts anderes sei, als williger Gehorsam, darin selbst Gottergebung bezeigend, achtend die Macht, durch die Gott gezüchtigt, und gefügig sich hingebend dem Plane, den Gott duchs Goluβ heranreifen läβt; den Fürsten und Ländern gute, treue, nützliche Untertanen und Landesgenossen zu sein, es Gott anheim zu stellen, daß Er das Herz  der Fürsten und Völker zur Milde lenke, auf daβ sie in dem ihnen hingegebenen  Volke den leidenden Menschen achten, und heilen lernen die Wunden, die sie selber geschlagen. Wie es ja Jirmijohu (Kap.29) auch den nach Bowel Gewanderten als Gotteswillen verkündigte: „Suchet das Wohl der Stadt u.s.w.“, und dies Eingehen in Gottes Plan von Zidkijohu selbst während der Belagerung noch als Preis für der Stadt und des Tempels und die eigene Erhaltung gefordert wordern. Darum schwur ihnen G’daljoh, als babylonischer Beamter, daβ sie nur treu dienen mögen den kassdischen Staate, so werde es ihnen gut ergehen. – Aber selbst der zurückgebliebene Rest des Volkes konnte sich zu diesem freiwilligen, gefügigen Eingehen nicht erheben. Jischmoél ben N’ssanjoh, fluchwürdigen Andenkens, erhob sich, – von Eifersucht und fremden Einfluβ gestachelt, und nicht achtend seines Fürsten, des Königs von Bowel Willen, ja vielleicht eben ihm trotzend, – und tötete meuchlings G’daljoh und alle J’hudim und Kassdim, die um ihn waren. – Daβ aber die übrigen, wenn gleich nicht also verruchte Gesinnung, doch die Grundgesinnung des Nichteingehens in Gottes Führung teilten, und, wenn gleich ihre Verhältnisse begründen wollten, das zeigte sich wieder in den Widerspruch, in den sie alle einstimmten, gegen Gottes durch Jirmijohu’s Mund ihnen verkündeten Befehl: auch jetzt noch, nach so groβer Verschuldung, der Milde des N’wuchadnedzár zu harren, im Lande zu bleiben und ihm gefügig gehorsame Untertanen zu sein; – und Untergang ihrer alle, gerade durch den Weg, den sie selbständig einschlugen, war Folge ihres Wahns, der nur das als Gottes Willen erkennen wollte, was ihrer eigenen Kurzsichtigkeit entsprach. (ירמי' 38 – 44) –

     

    2. Warnung: Wovor warnt uns also Zaum G’daljoh? 1) Vor dem Wahne als müsse Jissroél im Goluβ sich selbst Selbständigkeit erringen, als wäre es nun in seiner Wanderung durch der Zeiten Wüste an sich selbst gewiesen, und müsse, so viel es könne, sich losreiβen von der Leidenskette, die es hält; und das es 2) auch alle Jahrhunderte hindurch Jissroéls Geschlechtern die Warnung zugerufen: „Bleibet treu dem Lande, das euch aufgenommen, dem Fürsten, der euch schirmt! Gott ist’s, der überall euch hingeführt, und überall mit euch ist. Auch in diesem groβen Wüstengange wandelt Er unsichtbar vor euch her, und weist euch an wo ihr weilen sollt, wo weichen. Gebt euch ganz ihm hin und zeigt diese Hingebung in treuer Anhänglichkeit an schirmenden Fürsten und Land, in geduldigem Gehorsam selbst gegen eure Dränger; so wird Er zur Milde stimmen ihr Herz, und auch die Zeit eurer Leiden wird sich mildern. – “  

     

    Aus: Samson Raphael HIRSCH : Chauréw, Versuche über Jissroéls Pflichten in der Zerstreuung, zunächst  für Jissroéls denkende Jünglinge und Jungfrauen. Vierte Auflage Frankfurt  a.M. Verlag J. Kaufmann 1909

    09-09-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    08-09-2021
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    Rabbiner Dr. Salomon BREUER

                    (1850 – 1926)

     

    ראש השנה

     

     

    Belehrung und Mahnung zu RAUSCH HA SCHAUNO (Auszug)

     

    …

    Gott ruft uns, denn Gott will uns beistehen! בכסה ליום חגנו Im Zeichen der Mondverhüllung trifft uns sein Ruf, aus tiefster Nacht will Gott uns emporheben, will, wenn wir nur wollen, alle Hemmungen aus dem Weg räumen, die sich unsrem Emporringen zum Lichte entgegenstellen – בכסה, אני מכסה על עונותיכם Gott ist bereit, gnädig die hüllende Decke zu breiten über unsre durch Sünde und Leichtsinn verscherzte Vergangenheit, daß wir vor seinem Angesicht ליום חגנו einem Leben uns zuwenden, wo reiche, beglückende Lebensernte unser harrt. –

    Diesen dreifachen Gottesruf der Th’kia, Th’rua und Th’kia haben, wie wir glauben, unsre Weisen (מ"ר נשא) im Auge gehabt wenn sie lehren:

    „Es heißt im Hohenliede (5): „Sein Gaumen ist süß, sein Ganzes lieblich“ – das gilt von Gott; denn Gott spricht: „Suchet mich und lebet“ (Amos 5) – gibt es eine süßere Sprache?“  „Nicht will ich den Tod des Frevlers, es kehre um der Frevler von seinem Wege und lebe“ (Jech. 33) – gibt es eine süßere Sprache? „Kehrt er um von seinem Leichtsinn – alle Sünden,  die er begangen, werden ihm nicht gedacht, Recht und Pflichttreue übt er, leben, leben soll er!“ (das.)  – wahrlich, keine süßere Sprache ist denkbar!“

    Es ist die in Töne gekleidete süße, liebliche Sprache unsres Gottes, die unsre Weise aus dem Dreiklangdes Rausch-haschono-Schaufors herausgehört haben. Ist es doch die Th’kia, der gerade, ungebrochene Rufton, mit dem Gott sein Volk zum Sinai rief, mit dem Gott die Seinen ruft, die seine Nähe suchen, weil nur dort Lebensmöglichkeit ihnen gegeben ist:  דרשוני וחיוSuchet mich, lasset euch nicht irre machen, unentwegt dem Gottesruf zu folgen, denn, solange er euch den Weg durchs Leben weist, ist Leben euch gegeben! – Aber auch die Th’kia folgt, die aufrüttelnde, erschütternde Th’rua, sie richtet sich an alle, die sich der Gottesnähe entfremdet, durch Leichtsinn und Frevel dem Leben „erstorben“ sind: אם אחפץ במות הרשע Nicht will ich den Tod der Frevler, Gottes Th’rua rüttelt sie auf und ruft sie zum Leben. –

    Hat aber Gottes Th’rua den Weg zu ihrem Herzen gefunden, dann richtet die darauffolgende Th’kia die gesteigerte, eindringliche Mahnung an sie, fortan dem Gottesruf durchs Leben zu entsprechen, um in Gottes Nähe zu wahrhaft beglückendem Leben zu gelangen: חיו יחיה, אין לך חיך מתוק גדול מזה Kann die Süße solcher zum Leben rufender Gottessprache, die gerade dem Entfremdeten, in Leichtsinn und Sünde Verstrickten doppelte Daseinspende zu gewähren bereit ist, noch übertroffen werden? –

    Oh, daß dieser Rausch-haschauno uns allen zu einem wahrhaften Rausch Chaudesch würde, חדשו מעשיכם שפרו מעשיכם wir alle seine eindringliche Mahnung beherzigten, auf die Erneuerung unsres Lebens bedacht zu sein und ihm  zu immer größerer Schöne zu verhelfen! Gottes unendliche Liebe ist gewillt, sich unsrer „Armut“ anzunehmen; dieses Jahr, so arm es uns auch findet, סופה מתעשרת, soll uns, wenn wir nur wollen, zu einem reichen, glücklichen werden – reich an Lebensgütern, die nur in Gottes Nähe erworben werden können, glücklich, in dem Bewußtsein, vor Gottes Angesicht den Forderungen des Lebens zu entsprechen. – Heil uns, wenn wir alle in Wahrheit begreifen, wozu Gottes Th’rua uns ruft – „Gott, im Lichte   deines Angesichtes wandeln sie fortan“ – אשרי העם ידעי תרועה ה' באור פניך יהלכון  

     

    Quelle: Rabbiner Dr. Salomon BREUER  Belehrung und Mahnung fünfter Teil Deuteronomium  J.Kaufmann Verlag Frankfurt am Main 1936 S. 97-100

    08-09-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    07-09-2021
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    Ludwig Stern

     

    63. Der Tag der Erinnerung, das Neujahrsfest.

    (יום הזכרון, יום תרועה, ראש השנה)

     

    1. Geschichtliche Veranlassung. Der Tag der Erinnerung oder das Neujahrsfest bildet mit dem ihm folgenden Versöhnungstage und den zwischen beiden liegenden Tagen eine Einheit, die auch unter der gemeinschaftlichen Bennennung: die zehn  Buβtage (עשרת ימי תשובה) zusammengefaβt wird; darum gilt die geschichtliche  Veranlassung zum Versöhnungstage auch für ראש השנה. Diese Veranlassung ist folgende:

    Jissroél hatte der Erlösung aus Ägypten und des am Sinai mit Gott geschlossenen Bundes bald vergessen und die gröβte Verirrung in seiner ganzen Geschichte begangen, indem es das goldene Kalb gemacht und verehrt hatte. Dadurch waren sie der Vernichtung schuldig geworden. Moses weilte aber noch zweimal vierzig Tage vor Gott und flehte für sein Volk um Vergebung dieser schweren Sünde. Unsre Weisen s.A. weisen aus der Thora nach, daβ die letzten vierzig Tage mit dem ersten Tage des Monats Tischri endigten; an diesem Tage sprach Gott zu Moses das trostreiche Wort: סלחתי = Ich habe vergeben. Darum setzte Gott diesen Tag für ewige Zeiten als Versöhnungstag für Jissroél ein und bestimmte die neun vorangehenden Tage des Monats Tischri mit ראש השנה an der Spitze zur Vorbereitung auf den Versöhnungstag.

    (רשי, שמות לג'; דברים ט' יח; ח"א קלח )

     

    2. Die besondere Festvorschrift, die wir am ראש השנה zu beobachten haben, läβt  uns die Bedeutung des Festes deutlich erkennen.

     

    Die Thora gebietet uns nämlich, an diesem Feste gewisse, durch die mündliche Überlieferung  näher bestimmte Töne eines aus einem Widderhorn gefertigten  Instruments (שופר) zu hören. Wenn das Fest auf einen Sabbat fällt, unterbleibt das Blasen des Schofars, damit nicht veranlaβt werde, daβ das Instrument nötigenfalls von einem Besitzkreise in den anderen getragen werde (56,39). Am Sabbat wird des Schofars nur im Gebete erwähnt. Zufälliges Hören genügt nicht; der Blasende sowohl als der Hörer müssen gegenseitig die Absicht haben, daβ durch dieses Blasen und Anhören die Vorschrift der Thora erfüllt werden soll.

    Der Blasende muβ stehen, und bei den Tönen, die während des Muβafgebetes geblasen werden, auch der Hörer. Wir sollen die Schofartöne mit Beherzigung des tiefen Sinnes anhören, welcher darin liegt. (סה"ח תה; א"ח תקפה, תקפט ח)

     

    3. Die Bedeutung des Schofars und dieses Festes ergiebt sich aus verschiedenen Schriftstellen und aus den Namen des Festes; es heiβt:

     

    a.        Tag der Erinnerung יום הזכרון; es erinnert uns durch das Widderhorn an den Gehorsam unsres Stammvaters Abraham, der bereit war seinen einzigen Sohn zu opfern; es erinnert uns ferner an die unter Schofartöne am Sinai offenbarte Thora; es lenkt endlich unser Blick in die Zukunft und erinnert uns an die Verheiβung, daβ Jissroél einst, wenn der Zweck seiner Zerstreuung an ihm selbst und an der Menschheit erfüllt ist, durch Schofartöne wieder versammelt und vereinigt werden wird, nach dem Worte des Propheten: An jenem Tage wird der groβe Schofar geblasen werden, da werden kommen, die da verloren sind im Lande Aschur und die verstoβen sind im Lande Ägypten, und werden Gott anbeten auf dem heiligen Berge in Jerusalem (Jes. 27,13) Wenn wir uns aber sagen müssen daβ wir das alles noch nicht beherzigt haben, so ist dieses Fest

    b.        Tag der Erschütterung יום תרועה Die im Altertum allgemein bekannte Bestimmung des Schofars war, zu erwecken, zu erschüttern, vor Gefahr zu warnen, wie die Propheten sagen: So man das Schofar bläst in der Stadt, sollte da das Volk nicht erschrecken (Amos 3,6). Wer der Schall des Schofars hört und läβt sich nicht warnen, und das Schwert kommt und rafft ihn hin, der hat sein eigen Blut verschuldet, weil er den Schall des Schofars gehört und sich nicht warnen lieβ. (Jech. 33 4.5) Auch uns sollen die Schofartöne erschüttern bei dem Gedanken an unsre Sünden und warnen vor der Gefahr, die uns durch sie bedroht; das Fest ist ferner

    c.        Tag des Gerichts יום הדין. Nach der Überlieferung unsrer Weisen s.A. richtet Gott an diesem Tage alle Sterblichen und entscheidet am Versöhnungstage endgiltig über ihr Geschick, über Leben und Tod, über Heil und Unheil, je nachdem sie sich bessern oder verstockt bleiben. Die Schofartöne rufen uns mit dem Propheten (Zeph.1, 12-18) zu: Es naht den Tag Gottes, der groβe, er naht und kommt sehr schnell heran, ein Tag der Not und der Bedrängnis, ein Tag der Dunkelheit und der Finsternis, ein Tag des Schofar- und Lärmblasens für die da auf ihr Gold und Silber vertrauen und wähnen, Gott belohne nicht die Guten, bestrafe nicht die Bösen. Endlich ist dieses Fest

    d.        Anfang eines neuen Jahres ראש השנה Obwohl wir im Bezug auf die Reihenfolge der Feste Nisson als den ersten Monat zählen, so ist für uns doch der erster Tischri der Anfang des bürgerlichen Jahres, nach welchem wir die Jahre seit der Weltschöpfung rechnen. Auch diese Bedeutung des Festes bringen die Schofartöne zum Ausdruck. Diese galten bei unsren Vätern als ein dem Könige dargebrachter Huldigungsruf, wie es heiβt (I.König. 1,34): Blaset mit dem Schofar und rufet: Es lebe der König! Auch wir huldigen durch die Schofartöne am Anfang des Jahres aufs neue dem bei allem Wechsel der Zeiten ewigen und unwandebaren Schöpfer und Regierer der Welt.

                (מחזור בשם רס"ג; רמב"ם, תשובה ד')

     

    4. Diese durch das Schofar ausgedrückte Bedeutung des Festes sprechen wir auch in dem erhabensten unsrer Gebete, im Muβaf aus: Huldigung מלכיות, Erinnerung זכרונות, Erschütterungשופרות . Wer diese Bedeutung beachtet, wird gewiβ die mit dem Feste beginnenden zehn Buβtage benützen, um sich durch Besserung seines Wandels (תשובה) durch   andächtiges Gebet (תפלה) und durch Wohltätigkeit und Almosen (צדקה) auf den Versöhnungstag würdig vorzubereiten.

     

    (es folgen noch 5. und 6. mit Vorschriften und Bräuche)

     

    Aus עמודי הגולה Die Vorschriften der Thora welche Jissroél in der Zerstreuung zu beobachten hat.

    Ein Lehrbuch der Religion für Schule und Familie von Ludwig Stern, Direktor der israelitischen Schule in Würzburg. Zweite vermehrte und verbesserte Auflage Frankfurt am Main 1886 S.125-129

    07-09-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    06-09-2021
    Klik hier om een link te hebben waarmee u dit artikel later terug kunt lezen.Rabbiner Dr. Leo BRESLAUER: „Ein jüdisch-geschichtlicher Wegweiser“ (Ende)
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    Rabbiner Dr. Leo BRESLAUER

                 (1894-1983)

     

    ובקשו

     

    „Ein  jüdisch-geschichtlicher Wegweiser“ von  Leo BRESLAUER. Frankfurt am Main  5695/1935









    31.      Maß und Ziel

    „ Der Weg zum Ziel, das ist die Pflicht. Nur wer ihn mit Respekt geht, Schritt für Schritt gerecht, dessen Glaube ist ernst und wächst und erneut sich mit jedem Schritt.  Und nur, wer auf sich achtend die beste Form bewahrt, wird Energie gewinnen, um mit Kraft und Ausdauer selber scheiten und andere leiten zu können. Das große Ziel erfordert strengstes Maß im kleinsten…“

     

     

    Wie gehabt ist das Obenstehende eine Leseprobe und es freut uns hiermit   – in Beilagen –  eine weitere, die abschließende Skizze (S. 98 bis 102) aus dieses rabbinische Meisterwerk vollständig zu liefern:


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    BRESLAUER Leo Uwakschu 100.jpg (118.7 KB)   
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    06-09-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    05-09-2021
    Klik hier om een link te hebben waarmee u dit artikel later terug kunt lezen.Psalm 92,13 und Sprüchlein der Woche für Wajélèch
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    וילך

     

    צדיק כתמר יפרח, כארז בלבנון ישגה:

     

     

    „Der Gerechte, wie die Palme blühet er, wächst hoch wie eine Zeder in Libanon,“

    (Psalm 92,13 Übersetzung Rabbiner Samson Raphael HIRSCH)

     

    1.

    Hochbetagt; im Greisenalter

    Ist der Fromme Führer schon,

    Moses, Jissroéls Erhalter –

    Bald steht er vor Gottes Thron.

    2.

    Und noch ist sein ganzes Streben

    Für sein Volk, das er belehrt‘,

    Und er opfert ihm sein Leben,

    Bis zu Gott er heimgekehrt.

     

    Aus: Erbauungsbuch „Bibel- und Talmudschatz“ J.H. Kohn S. 445  13.Auflage Hamburg 5691 – 1931

     

    Die beste Anschrift für antiquarische Judaica:

    Antiquarische Buchhandlung „Spinoza“ in Amsterdam

    Inhaberin: Frau Manja BURGERS

    http://www.spinozabooks.com

    05-09-2021 om 14:52 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    03-09-2021
    Klik hier om een link te hebben waarmee u dit artikel later terug kunt lezen.Rabbiner Samson Raphael Hirsch Komm. Wochenabschnitt Nezovim
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    Rabbiner Samson Raphael HIRSCH

     

    אתם נצבים פרשת

     

    Aus seinem Kommentar zur Wochenabschnitt Atèm Nizovim

    …

    Kap.29 V.13 Und nicht mit euch allein stelle ich diesen Bund fest und diesen Eid,

    V.14 sondern mit dem, der hier mit uns heute steht vor Gott, unserem Gotte, und mit dem, der nicht hier mit uns heute ist.

     

    Kap. 29 VV. 13 u. 14 ולא אתכם לבדכם וגו' . Wie unbeschränkt hinsichtlich der von der Bundeseidesverpflichtung betroffenen Personen, ebenso unbeschränkt hinsichtlich der Zeitdauer ist der hiermit geschlossene Gesetzbund. Er umfaßt alle zu Jissroél zählenden Menschen aller Zeiten, und ist jedem Wahn einer etwa nur zeitliche Geltung der Verpflichtung zum Gesetze, sowie jeder Möglichkeit eines etwaigen Austritts aus dieser Verpflichtung, hiermit unzweideutig begegnet. והעלה על רוחכם, ließ Gott Ezechiel den vor ihm mit der Frage nach der neuen Weisung für die neue Zeitverhältnisse erschienenen Männern von den Ältesten Jissroéls erwidern: והעלה על רוחכם היו לא תהיה אשר אתם אומרים נהיה כגוים כמשפחות הארצות לשרת עץ ואבן חי אני נאם אדני אלדי אם לא ביד חזקה ובזרוע נטויה ובחמה שפוכה אמלוך עליכם, der in eurem Sinne aufsteigende Gedanke wird nimmer zur Wirklichkeit werden, die ihr saget, wir können nun wie die Völker sein, wie die Familien der Länder, Holz und Stein zu dienen. So wahr ich lebe, spricht Gott, mit fester Hand und mit gestrecktem Arm und mit ergossenem Unwillen bleibe ich euer König (Ezech. 20, 32 u. 33).

     

    VV. 21-27.

    …

    הכתובה בספר הזה, das Land und das Volk und dieses Buch, –Palästina, Jissroél und die Bibel – das sind die drei Zusammengehörigen, sich gegenseitig erläuternden, ewigen Bezeugungen Gottes vor den Augen der Völker bis auf diesen Tag.

     „וישלכם“das ist das mit großem ל über die Zerstreuten dieses Volkes für ihr und der Völkerbewußtsein sich aussprechende Wort. Wo immer sie sind, da ist nicht ihre ursprüngliche Heimat, und wo sie sich befinden, da sind sie nicht zufällig dort. Der Gott der Menschen und Völkergeschichte hat sie dorthin „geworfen“. וישלכם, als ein „großes Lamed“, als ein großes „Lehr- und Wahrzeichen“ für die Entwicklungsgeschichte der Völker, vielleicht auch, mit das ש in den Schatten stellendem ויליכם: ל , sie dorthin „geführt“, auch dort in der Verzweiflung aus dem ureigenen Lande, unter den Völkern Seinen Menschheitszwecken – vorbereitend – zu dienen.

     

    V.28 Das Verborgene ist Gottes, unseres Gottes; aber, was offenbar ist, das ist unser und unserer Kinder auf ewig: alle Worte dieser Lehre zu erfüllen.

     

    V. 28

     הנסתרת וגו'An diese Gott und seine Waltung dokumentierende Bedeutung Israels in Exil knüpfen sich weitaussehende in die fernsten Zeiten ausblickende Zukunftsgestaltungen.  Doch diese, als נסתרות, überlassen wir Gott. Was für uns das Offenbare für immer und für jede Zeit das klar Bewußte, Zweifellose ist, das ist: daß, wie sich auch unsere Zukunft gestalten möge und welche Zeiten und Geschicke wir noch zu bestehen haben mögen, unsere und unserer Kinder ewige Aufgabe bleibt überall und immer, im Lande und im Exil: Gottes Gesetze treu zu erfüllen. …

     

    Kap. 30 V. 1 Und es wird geschehen, wenn über dich alle diese Worte, der Segen und der Fluch, die ich vor dich hingeben, so wirst du dir es zu Herzen bringen, unter allen Völkern, wohin Gott, dich verwiesen,

    V. 2 und wirst  ganz bis zu Gott, deinem Gotte, zurückkehren und auf seine Stimme hören, nach allem, was ich dir heute gebiete, du und deine Kinder, mit deinem ganzen Herzen und deiner ganzen Seele.

     

    Kap.30 VV.1 und 2

    …בכל הגוים וגו'  unter allen Völkern, wohin dich Gott zerstreut, bleibst du  trotz aller Wandlungen bis an Ende der Jahrtausende das „Gottesvolk mit dem Gottesgesetze in Händen“, und das ermöglicht und bewirkt, zusammen mit der Erfüllung deines Geschickes, deine endliche Umkehr und Aufkehr und Rückkehr zu Gott und seinem Gesetze. –   ושבת עד וגו', nicht – ושבת אל , welches auch nur eine rückkehrende Richtung zu Gott hin bedeuteten könnte, sondern – עד , du wirst nicht auf halbem Wege stehen bleiben, sondern deine Umkehr so vollständig vollbringen, daß du ganz wieder zu Gott hin gelangt.

     

    V. 3 Und dann wird auch Gott, dein Gott, sich wieder zurückwendend deine Vertriebenen auffsuchen und wird sich deiner erbarmen, und wird dich zusammen sammeln aus all den Völkern, wohin Gott, dein Gott, dich zerstreut

    …Hier ist somit gesagt: es kommt die Zeit, wo die über dich hingegangen Geschicke und das sie dir deutende Buch, das du in Händen hast, ihre Wirkung an dir vollbracht haben und du dann im Exil unter allen Völker mit ganzem Herzen und zur Folge haben, daß dann auch Gott sich dir wieder zuwenden, dich im Exil aufsuchen wird, dir wieder wie in der Vorzeit nahe zu sein.

     ורחמךund nimmt dich mit seinem רחמים , mit der nimmer zu verlierenden Weise der „Gottesgüte“ (2 B.M. S. 492) wieder auf, als Geschöpf seiner weltgeschichtlichen Waltung, als פעלו בקרב שנים , als Sein Werk inmitten der Zeiten (Habakuk 3,2), als נצר מטעיו מעשי ידיו (Jes.60, 21), als die lang bewahrte Blütenknospe seiner wiederholten Pflanzungen, als das Werk seiner Hände, das nun für seine endliche Blütenherrlichkeit reif geworden.

     ושב וקבצךund sammelt dich wieder aus allen Völkern, unter welche er dich zerstreut, zu einer Volkeseinheit zusammen.

     

    V. 4 Wenn aber auch einer deiner Verwiesenen am Ende des Himmels sein wird, wird von dort Gott, dein Gott, dich zusammen sammeln und von dort zu sich nehmen.

     

     נדח, נדחך, das verstärkte נדה , von sich entfernen, verweisen. יקבצך , er sammelt alle, selbst den vereinzelten, in die weiteste Ferne Verschlagenen deiner Zerstreuung zusammen, und יקחך , nimmt dich wieder zu sich für deine ausschließlich Ihm eignende Urbestimmung, wie er es bei deiner ersten Erlösung und Erwählung gesprochen:  ולקחתי אתכם לי לעם(2 B.M. 6, 7).

     

    V. 5  und Gott, dein Gott, dich heimbringen zu dem Lande, das deine Väter einst in Besitz genommen, und wird dich nun noch in größerem Maße als deine Väter beglücken und vermehren.

     

     והביאך וגו', und bringt dich heim zu dem Lande, daß du bereits zweimal in Besitz genommen, einmal durch deine Väter und Moses und Josua, welche Besitznahme durch die babylonische Eroberung verloren gegangen war, und dann, nun für immer unverlierbar, als das Exilsvolk unter Esra (siehe zu 4 B.M. Kap. 15, 18)

     

    VV. 8 – 10.

    …Mit diesen klaren und unzweideutigen Sätzen (Verse 1 – 10) ist nun aber der unerschütterlichen Granitboden gelegt, auf welchem noch heute das Judentum der Gegenwart und in aller Zukunft hin besteht. Klar und unzweideutig ist daקבוץ גליות : die noch von uns zu erwartenden Wiedersammlung aus der Zerstreuung zur Gesamtrückkehr in das Land der Verheißung, und ebenso klar und unzweideutigנצחיות התורה:  die unveränderlich bleibende Verpflichtungskraft des uns durch Moses übermittelten Gesetzes ausgesprochen. Nur eine volle Rückkehr zur unverbrüchlichen Treue gegen dieses Gesetz in aller Zerstreuung unter die Völker endet diese Zerstreuung, und nur die endliche volle Verwirklichung dieses Gesetzes auf dem Boden des ihm angehörigen Landes ist das Ziel der einstigen Wiedersammlung in demselben. Diese klaren und unzweideutigen Aussprüche Gottes machen alles zu Schanden, was von einer Antiquierung Jissroéls und seines Gesetzes Geister und Gemüter irre führend doziert werden möchte.  Nicht einer abgestorbenen Vergangenheit, der lebendigsten Gegenwart und der hoffnungsreichen Zukunft gehören beide an, und nur an der Hand einer ungetrübten Anerkennung und Würdigung dieser Wahrheit und eine rückhaltlosen, freudigen Hingebung an diese Bestimmung finden wir in jeder Zeit das gottgefällige Rechte und aus jeder Zeit den Weg zum gottgewiesenen Heil. הנסתרת לד' אלדינו והנגלות לנו ולבנינו עד עולם לעשות את כל דברי התורה הזאת, das war am Schlusse des vorigen Kapitels zu unserer  Orientierung in den Zeiten des Exils gesprochen und die darauf folgende Enthüllung der unser wartenden Zukunft bildet dazu den Kommentar. –      

    03-09-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    02-09-2021
    Klik hier om een link te hebben waarmee u dit artikel later terug kunt lezen.Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH aus dem Kommentar zur Haftoro Wochenabschnitt NEZOWIM
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    הפטרת אתם נצבים

      

    Aus dem Kommentar zur Haftoro des Wochenabschnittes Nezowim

     

    Jesajas Kap.61, Vers 10

     

    Der Prophet spricht aus der Seele Jissroéls, das er im Geiste am Ziele erblickt. Er steht noch ganz unter dem tiefen Eindrucke der unmittelbar zuvor ausgesprochene Verkündigung, die mit den Worten schloß: „Kenntlich wird Jissroéls Same sein unter den Nationen und ihre Sprossen inmitten der Völker: alle, die sie sehen, werden sie erkennen, daß die eine Saat sind, die Gott gesegnet hat.“ Daran schließen sich nun die dem schwellenden Hochgefühle entströmenden Worte unseres Verses. –

     

    Das Heil, ישע, ist die Folge, das „Sichkleiden in das Priestergewand der Pflichttreue“ ist der Grund. Indem Gott, mich, Jissroél, zur Pflichttreue erzog und mich damit menschheitpriesterlich weihte, hat er mich zugleich des höchsten irdischen Glückes wie würdig so auch teilhaftig gemacht. Diese Würdigkeit wird in der zweiten Vershälfte in ungemein charakteristischer Weise zum Ausdruck gebracht. Dabei wird von einer Anschauung ausgegangen, die der gewöhnlichen vollständig entgegengesetzt ist. Denn eine geradezu ideale Vollendung der Persönlichkeit setzt es voraus,  wenn der Bräutigam seinem Festgewande nicht Hoheit und Würde verdanken, sondern priesterliche Weihe und Hoheit verleihen soll. Und ferner ist es die feinsinnigste Zeichnung weiblicher Anmut, wenn von einer Braut gesprochen wird, die ihren Gewändern und ihrem Schmuck erst in Wahrheit Schönheit verleihen. So werden, im schärfsten Gegensatze zur Vergangenheit, die irdischen Güter durch die herangereiften Söhne und Töchter Zijauns ihre reinste und edelste Verwendung gewinnen.

    …

    Kap.62, V. 1-5  Es ist der Prophet als Jissroéls Genius, der im Hinblick auf die eben verkündete Herrlichkeit das Gelöbnis ausspricht, um Zijauns und Jeruscholoims Willen nicht zu ruhen, bis ihre Pflichtgerechtigkeit wie die Morgenröte und ihr Heil wie die Flamme aufleuchte. Dann wird auch die Zeit der Verkennung geschwunden sein (V.2), Völker werden deine Gerechtigkeit und Könige deine Herrlichkeit schauen. Der „neue Name“, den erst „Gottes Mund bestimmen“ werde, weist auf eine alle unsere Vorstellungen überragende Hoheit und Innigkeit der Beziehungen Jissroéls zu Gott und zur Menschheit hin, die in diesem Namen ihren Ausdruck finden werde. Diese Bedeutung selbst aber wird V.3 in der Bezeichnung des Jissroélideales als „Krone und Diadem in der Hand Gottes“ ausgesprochen. Der Menschenkreis, der unter der erziehenden Einwirkung Gottes in freier Betätigung seiner  Selbstbestimmung seinem ganzen Leben das Gepräge des dem göttlichen Schöpferwillen entsprechenden Menschenideals zu geben verstand, ist selbst die sprechendste Verkündigung der Gottesherrschaft, leuchtender als Krone und Diadem. Es ist die für die ganze Menschheit „wirksamste“ Bekundung: ביד ה' es ist die teuerste Errungenschaft: בכף ה'; denn יד bezeichnet stets die tätige, wirkende, כף die besitzende, festhaltende Hand. In den beiden folgenden Versen, 4 und 5, wird sodann in Tönen höchster Liebe die Seligkeit der Wiedervereinigung Jissroéls mit Zijaun und mit seinem Gotte und die Paradiesherrlichkeit im jüdischen Lande verkündet. – „ Wie ein Bräutigam sich mit seiner Braut freut, freut sich über dich dein Gott!“ – Mann kann an solchen Aussprüche nicht vorübergehen, ohne sich zu fragen, wie es möglich sei, die Bücher des sogenannten „Alten Testamentes“ in der Hand, mit eiserner Stirn ein Jahrtausend lang das Märchen von den flammenden Rachegott aufrechtzuhalten, als welchen allein das Judentum Gott kenne, während es erst eine Tochterreligion vorbehalten gewesen sei, in der höheren Auffassung Gott als den Gott der Liebe und des Erbarmens zu verkünden!

    …

    Kap. 63 V.9  Und auch bis zur Stunde der Erlösung hat Er stets mit seinen Kindern gefühlt, wie das hier in so unendlicher Milde und Innigkeit ausgesprochen wird: „Ihm war eng, wenn seine Kinder in Not waren“ –, wenngleich von dieser Teilnahme dem nur das Äußere wahrnehmenden Blicke der Menschen nichts erkennbar war, – das Kethib לא bezeichnet die Erscheinung, das Keri לו, die Wirklichkeit, das Wahre Wesen – ומלאך פניו הושיעם: der Bote seiner Vorsehung, die von Ihm gestalteten und gelenkten natürlichen Verhältnisse haben Jissroél gerettet, ja Er selbst hat sie emporgehoben und alle Zeiten durchgetragen. Jissroél spricht es hier aus, wie seine ganze Erhaltung die Jahrtausende seiner Geschichte hindurch eine große ununterbrochene Kette von Gotteswaltungen war, bei denen teils Gott sich der natürlichen, von ihm nur zu bestimmten Zwecke gelenkten Kausalitätsverhältnisse bediente: מלאך פניו הושיעם, die sich aber auch teils als unmittelbare Gottestaten darstellen: הוא גאלם. Unsichtbare und sichtbare Wunder, in vielfachem Gegensatze zu dem sonstigen Pragmatismus der geschichtlichen Ereignisse, sie bilden das charakteristischen Gepräge der jüdischen Geschichte.

     

    (Die Haftoroth übersetzt und erläutert, Frankfurt am Main 1896: S. 359 – 368   Kommentar zu Jesajas Kap. 61 V.10…) 

    02-09-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    01-09-2021
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    Rabbiner Dr. Salomon BREUER

                    (1850 – 1926)

     

    נצבים פרשת

     

    Belehrung und Mahnung zur Wochenabschnitt

    Nezowim (Auszug)

    …

    היא ישבה בגוים לא מצאה מנוח klagt der Prophet (Echa 1,3) „ Es saß unter den Völkern und fand keine Ruhe“. Und die Weisen erinnern an denselben Ausdruck im Thoravers (Gen. 8,9): ולא מצאה היונה מנוח לכף רגלה Die Taube fand keine Ruhe für den Ballen ihres Fußes.“ – Inmitten der Völker der Erde sollte das jüdische Volk, getragen von Gott schützender Nähe, ruhig Sicherheit finden und in der Pflege des Menoralichtes der Thora seiner von Gott ihm erteilten Lebensbestimmung entsprechen. In verhängnisvoller Verblendung verkannte Jissroél seinen Beruf, von dessen treuer Erfüllung sein Wohl und sein Wehe abhing. Und da ereilte es das strafende Gottesverhängnis, wie es ihm Mausche prophezeit hatte. Zerstreut ist es unter die Völker, und da umbranden es seitdem die מבול-Fluten des Hasses und der Verfolgung, aus denen nur die rettende Arche der Thora ihm Schutz und Sicherheit zu geben vermag – לך עמי בא בחדריך וסגר דלתיך בעדך וגו' עד יעבור זעם Gehe, mein Volk, komme in deine Kammern, schließe deine Thoren hinter dir, bis der Zorn vorübergegangen (Jes.26,20), ruft ihm mahnend der Prophet zu und weist ihm den einzigen Weg zur Rettung. Und sooft es geglaubt hat, in Zeiten der Milde, da die unwirtlichen Fluten nachzulassen schienen, durch Preisgabe seiner Thora inmitten der Völker „Ruhe zu finden“, hat es noch stets sich jämmerlich getäuscht: die wieder ansteigende Flut hat ihm noch immer die bitterste Enttäuschung gebracht. –

    Zurück in die Arche! Dazu aber genügt noch lange nicht, והשבת אל לבבך בכל הגוים אשר הדיחך ה' אלקיך שמה daß das Herz sich dem „Judentum“ erschließt, ושבת עד ה' אלקיך der Weg des Juden muß zurückführen „bis zu Gott, deinem Gott“. Jissroél gleicht der Taube, die, auch wenn der Schechita über sie verhängt ist, nicht wie andere Vögel sich sträubt, sondern willig ihren Hals der Schechita hinstreckt. Hat Jissroél den Weg bis zu Gott zurückgefunden, dann muß es auch die Kraft zur freudigen מסירת הנפש, zur rückhaltlosen Hingabe an Gott aufbringen, die bereit ist, das flüchtige Leben auf Erden der Treue gegen Gott und seine Thora hinzuopfern כי עליך הורגנו כל היום!

    Hat sich aber Jissroél wieder zu seinem wahren Beruf zurückgefunden und findet es in der Pflege der Menora seine einzige Bestimmung auf Erden, dann darf es getrost und zuversichtlich in der „Isolierung“ verharren, die die „Arche“ ihm auferlegt. Diese Isolierung wird keine ewige sein. Wie die Pflege des Öllichtes der Thora, zunächst Priesterhänden anvertraut, doch חקת עולם לדרתם מאת בני ישראל (Ex. 27,21) für alle Zeiten heiligstes Anliegen ist es, der den jüdischen Namen trägt, so kommt der Augenblick, da auch draußen in der von מבול-Fluten erfüllten Welt die Thora den Ölbaum für ihre Nahrung findet. –

    Wird „zur Abendzeit“ sein (Sech. 14,7), da wird die Taube mit dem ‚Olivenblatt im Mude“ die frohe Botschaft bringen, כי קלו המים, daß die מבול-Fluten gewichen, daß das Licht der Thorawahrheit sich anschickt, die Finsternis zu verdrängen, die bis dahin die Erde deckt. Und das wird der Augenblick sein, da Jissroél, das taubengleiche,  nach banger, banger Leidenszeit die Arche seines Galuth verläßt,  um dem heimwärts führenden Rufe Gottes zu folgen ושב וקבצך מכל העמים אשר הפיצך ה' אלקיך שמה.

     

    Quelle: Rabbiner Dr. Salomon BREUER  Belehrung und Mahnung fünfter Teil Deuteronomium  J.Kaufmann Verlag Frankfurt am Main 1936 S.55-60

    01-09-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    31-08-2021
    Klik hier om een link te hebben waarmee u dit artikel later terug kunt lezen.Rabbi Leo BRESLAUER Special Address Nitsovim -Vayelech
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    Synopsis of a Special Address by Rabbi Leo BRESLAUER
    of Congregation Kehilas Yaakov of Washington Heights

     

     

    My friends, all of Kehillas Yaakov!

     

    Although I had already given notice in our Board some times ago, I am sorry that by force of circumstances I had to delay my appearance before you. Now, that we have moved to Monsey, we are in the situation of a Niftor M’Chaveiro, one who parts with his friend and does not want to be forgotten. We in Monsey will surely never forget you. After all those forty years how can we forget so much of our individual life span. But you are a Tzibbur, your timing is different.

     

    I would like to follow the advice of Chazal; they said: “If, Chaveirim are parting with each other, it should be done by a D’var Halocho. Being Chaveitim they belong together, and a D’var Halocho can keep them together even while separated by the longest distance.

     

    We are now in the Parshios Nitzovim-Vayeilech. These two words reflect our problem. Nitzovim means remaining firmly, and is a Loshon Rabbim, plural, referring to K’lall Yisroel. But Vayelech means moving, and is Loshon Yochid, referring to a single person. Even though he was Moshe Rabbeinu, yet he was a mortal individual and the Tzibbur would still remain long after him. And also he might have been concerned about being forgotten, were it not for the Toras Moshe which made him unforgettable.

     

    So, I came now to take leave from you with two Divrey Halocho.

     

    First, a D’var Halocho on Vayelech. It is a matter of Hashkofo. I will try to be very precise. Moshe Rabbeinu had to teach Shiras HaAzinu to B’nei Yisroel so intensively that it would never be forgotten. Its essence is: Heaven and earth are made witnesses by their Creator that: “Hashem bodod yanehenu ve’ein lmo Eil Neichor.” Hashem alone shall guide His people and no strange god with him.

     

    About 65 years ago, in Kattowitz, the Agudas Yisroel World Organization was founded expressively for the purpose to put up an absolute negating factor against the worldwide wide Zionist movement, which denied and opposed the belief in Shomer Yisroel. Political Zionism, the very Eil Neichor, declared that the Jewish nation cannot rely on Hakodosh Baruch Hu for its survival. It must normalize itself by establishing a secular Jewish national statehood, independent of HaShem and His Torah. Real Meenus (atheism). To make bad worse, political Zionism, characteristically prone to disguise, insisted on Admas Kodesh (the Holy Land) for its unholy statehood, thus turning the Meenus into the gravest tempting test for Torah true Achdus. A real Satan. In the year 5709, the United Nations recognized a part of Palestine as a territory of the Zionist State and so gave unwittingly recognition to the worst global Chilul Hashem, which – to our shame – was seconded by the prompt silencing of protesting Ma’aminim (Faithful) among us.

     

    Now, again a Knessio Gedaulo of Agudath Yisroel World Organization in Jerusalem is in the making, but the genuine Agudath Ysroel World Organization of Kattowitz -- faithful to her raison d’être for the sake of K’vaud Shomayim -- would never parade in a Jewish national state of secular normalization, which l’maan Hashem should never have come into being -- even without enjoying the facilities of the capital and official felicitations.

     

    So, who is who?

     

    As long as Torah-political truth is basis Hashkofo in Kehilas Yaakov, we will be united in mutual remembrance.

     

    Second, a D’var Halocho on Nitzovim:  Areivus as responsible in behalf of the Tzibbur. Rabbon Gamliel, in the second peirek calls it “La’aruk im hatzibbur le Shem Shomayim.” Also we all being members of our Kehillas Yaakov, must be concerned about it, although not all in the same way.

     

    First of all, those who do the administrative or fulfill specific congregational functions or represent K.Y. in social and public life. Also those who are learning Torah or teaching it. Then, those who take part in making K.Y. an Eido of Yereim morning and evening. And even those who just say “Omein”. Those last ones are far from being the least ones.

     

    You probably heard about New Square, a Chassidic village in Spring Valley. They had a beautiful Shul and in it a small cheder where the Rebbe could be by himself, to daven and meditate. One day, a fire destroyed the Shul but the cheder survived unharmed. Someone asked the Rebbe, “Is it true?” and he answered, “It is; but why are you so amazed by it? In my cheder there is never Sichas Betello, no shmuessing during the davening.”

     

    The Sh’mone Esre is primarily a substitute for the daily Korban Tamid in the Beis Hamikdosh. Just as one lamb was offered for K’lal Yisroel, all united by the common Shekel, so its substitute is the Sh’mone Esre, said by one man for the entire Tzibbur, all united by the common “omein”, in other words, the loud repetition of the Sh’liach Tzibbur. Nobody would have dared to shmuess during the offering of the Korban Tomid in the Beis Hamikdosh, the House of the Shechino. Nobody should dare to schmuess during the loud Sh’moneh Esre in our Mikdosh M’at, also a House of the Shechino.

     

    This is the meaning of the sign over the Aron Hakodesh: “Da Lifnei Mi Ato Omed.” No schmuess even with the best friend, not even a word of Torah, only “Omein”. If this is not done, then, chas vesholom, our Beis Haknesses is not properly shielded, in spite of all insurances. But those who resist all temptations and say “Omein” and only “Omein” in the loud Sh’mone Esre because they feel responsible for the Tzibbur, even the ladies on their balcony, they, that are “oskim im HaTsibbur LeShem Shomayim” in the fullest sense of the word “Ve’Lezidkosom Omedes l’ad.”

     

    Now you might ask: Is this mutual remembrance among people really so important?  Perhaps is it just a human frill? You are right: If just among people, it can be just unimportant. But our remembrance of two or more B’nei Yisroel is through a D’var Halocho which is Torah, and Thora is always remembered by HaKodosh Boruch Hu, thus performing the very important union of Hakodosh Boruch, Torah and Yisroel.

     

     It is just what we are praying and hoping for in these days of Slichoss “Zochreinu LeChayim, Melech Chofetz BaChaim.”

     

    May Hakodosh Boruch Hu grant us this Z’chiro, all of us and K’lall Yisroel, today and forever, omein!

     

    Source: The Jewish Guardian Archive

    Vol 2 Number 5 1982

    31-08-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    30-08-2021
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    Rabbiner Dr. Leo BRESLAUER

                 (1894-1983)

     

    ובקשו

     

    „Ein  jüdisch-geschichtlicher Wegweiser“ von  Leo BRESLAUER. Frankfurt am Main  5695/1935





    30.      Politik

    „ Die Geschichte des Gottesstaates ist seinem Volke Wissenschaft fürs Leben.  In ihrem Lichte zeigen die Lebensinteressen des Judentums ihre hinreißende, ehrfurchtgebietende Größe.

    Die jüdische Lebensinteressen zu vertreten geziemt nur dem, der sie versteht. Wirklich  verstehen kann sie aber nur, wer sie nicht bloß kennt, sondern anerkennt  und in ihnen lebt, wer also unser taurogründiges Gottesvolkstum bejaht, das Goluß respektiert, das historische Gesetz des Gottesstaatsvolks auch fürs eigene persönliche Schicksal anerkennt und dementsprechend seine private Lebensführung taurotreu gestaltet. Hast du vor dem Steuerzettel deiner schwachen Gemeinde (selbstverständlich der echten) so Respekt, wie vor dem ein staatlichen machtgestützten Finanzamtes? Ist die mündliche Tauro der Webstuhl deiner Weltanschauung ? Gibt dir das heilige Schrifttum Heimat- und Bürgerkunde einer gegenwärtigen Vergangenheit und Zukunft? Hast du den modernen Abstand von den קרבנות und von der gesunden Rigorosität jüdischer Gesellschaftsauffassung heil überwunden? Deutet die einwärts weisende M’suso an deinen Türen auch auf die Küchen-, Kleider und Bücherschränke deiner Wohnung als Geltungsbereiche deines Königs im Himmel und seiner Tauro auf Erden? Nur wer  gottesstaatlich zu denken, zu wollen und zu fühlen vermag, nur wer als Untertan Gottkönigs empfindet, ist würdig, die jüdischen Angelegenheiten zu führen.

    Aber jeder, Juden und Jüdin, ist dazu berufen, sich von Jugend an zu solcher Würdigkeit zu ertüchtigen. Er muß wissen, wie er die auf seinen Schultern ruhende Belange anderen Menschen gegenüber bestens wahrzunehmen hat, damit der Name unserer Gottheit, des Weltenkönigs, durch ihn geheiligt werde; darf leider auch nicht vergessen, daß er angesichts der Internationale des Hasses, die sich vom Märchen unserer Rätselhaftigkeit nährt, immer und überall die Gesamtheit vertritt.

    Jeder ist berufen. Und die Berufung birgt in sich zugleich die Verheißung des רוח הקודש. (irgendwie auch heute noch) für den, der „weise die Worte der Tauro wahrhaft in sich aufnimmt, sich täglich grämt und sorgt um die Ehre des Heiligen g.s.E. und um die Ehre Jißroeils, und der mit unstillbarer Sehnsucht nach der Ehre J’ruscholajims ausschaut und nach dem Heiligtum und nach dem erlösenden Heil, daß es bald aufsprieße in unseren Tagen, und nach der Sammlung der Heimatlosen“. Diese Berufung warnt aber auch vor golußmüder Ungeduld, und mahnt, jede Gegenwart ganz ernst zu nehmen und den Zweck und Erfolg auch des scheinbar zukunftslosesten alltäglichen  Pflichtendienstes ganz und gar der obersten Führung Gottkönigs zu überlassen.

    Goluß zersplittert, macht unstet und stellt jeden auf sich allein. Wer heute noch im Schoße einer soliden, ideal geleiteten Gemeinschaft wohnt und jüdisch politische bestens umhegt und versorgt ist, kann morgen schon gezwungen sein, wie ein Posten auf einsamer Wache sich allein mit anderen auseinanderzusetzen.  Die Anderen warten auch gar nicht, bis man zu ihnen kommt, am wenigsten heute bei der rasend wachsenden Kommunikation aller mit allen kraft der enormen Entwicklung des Verkehrs, des Nachrichtenwesens und damit zusammenhängend des Organisierens. Und bei allem, was in Bild oder Schrift, in Wort und Tat auf dich flöht, mußt du wissen, wie du demgegenüber richtig zu denken, zu fühlen und zu handeln hast…“

    „ Und schließlich ist doch grade mitten in der besten Gemeinschaft jeder Mitmensch und Genosse achtbar und schätzenswert genug, ihn insofern als einen „anderen“ zu betrachten, daß du dem Verhalten zu ihm nicht dem Ungefähr überläßt. Das aber heißt, politisch sein…“

    Wie gehabt ist das Obenstehende eine Leseprobe und es freut uns hiermit   – in Beilagen –  eine weitere (die vorletzte) Skizze (S. 91 bis 97) aus dieses rabbinische Meisterwerk vollständig zu liefern:

    Bijlagen:
    BRESLAUER Leo Uwakschu 91b.jpg (112.7 KB)   
    BRESLAUER Leo Uwakschu 92.jpg (130.7 KB)   
    BRESLAUER Leo Uwakschu 93.jpg (115.9 KB)   
    BRESLAUER Leo Uwakschu 94.jpg (126.8 KB)   
    BRESLAUER Leo Uwakschu 95.jpg (126.5 KB)   
    BRESLAUER Leo Uwakschu 96.jpg (131.4 KB)   
    BRESLAUER Leo Uwakschu 97.jpg (117.6 KB)   
    BRESLAUER Leo Uwakschu 98.jpg (37.7 KB)   

    30-08-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    29-08-2021
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    Der Monat אלול – Der Monat der Rückkehr

    ימי סליחות.

    Die Tage der Sühne

     

     

    Im Monate Elul finden wir keinen Tag, welcher durch ein Fest ausgezeichnet wäre, doch ist der ganzen Monat ernst und weihevoll, denn er ist in unserer Zeitrechnung der letzten Monat des Jahres, der Monat, der den Tagen des Gerichtes Roschaschono vorangeht und uns darum zu besonders inniger Beschäftigung mit uns selbst, zur Betrachtung unserer Lebensaufgabe anregt.

     

      In den letzten Tagen dieses Monates werden in ganz Jissroél besondere innige Gebete verrichtet. Schon vor Tagesanbruch, ehe das gewöhnliche Morgengebet verrichtet wird, versammelt sich das Volk in den Synagogen, um das scheidende Jahr durch aufrichtige Bußgebete zu beschließen. Viele andächtige Beter fasten auch freiwillig an diesen Tagen, die ganze Gemeinde fastet gewöhnlich am ersten Tage der Selichoth und am Tage vor Roschhaschono,  da gedenken sie bereuend so manchen Fehltrittes des verlorenen Jahres, fassen edle Entschlüsse für die Zukunft und streben, durch Ausübung guter Werke sich mit ihrem Gewissen auszusöhnen, um an den herannahenden heiligen Tagen des Gerichtes rein vor Gott erscheinen zu können.

     

    Aus: Erbauungsbuch „Bibel- und Talmudschatz“ J.H. Kohn S. 419  13.Auflage Hamburg 5691 – 1931

     

     

    29-08-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    נצבים

     

    בכל מקום עיני יי צופות רעים וטובים:

     

     


    „Aller Orten sind die Augen Gottes, schauen Böse und Gute.“

    (Mischle-Sprüche Salomos 15,3 Übersetzung Rabbiner Dr. WOLF, Köln a. Rh.)

     

    1.

    Siehe, Deine Kinder stehen

    Alle, groß und klein, vor Dir,

    In Dein Bündnis einzugehen,

    Dich zu ehren, steh’n wir hier!.

     

    2.

    Ja, es bleibet ohne Segen,

    Der, von eitlem Wahn betört,

    Dich vergißt auf seinen Wegen

    Und des Lasters Stimme hört.

    .

     

    Aus: Erbauungsbuch „Bibel- und Talmudschatz“ J.H. Kohn S. 441  13.Auflage Hamburg 5691 – 1931

     

    Die beste Anschrift für antiquarische Judaica:

    Antiquarische Buchhandlung „Spinoza“ in Amsterdam

    Inhaberin: Frau Manja BURGERS

    http://www.spinozabooks.com

    29-08-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    27-08-2021
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    Rabbiner Samson Raphael HIRSCH

     

    כי תבוא פרשת

     

    Aus seinem Kommentar zur Wochenabschnitt Ki Ssovau

     

    Kap. 26, 17 Du hast es heute bewirkt, daß man von Gott sagt, er soll dir Gott sein und du wolltest in seinen Wegen wandeln, seine Gesetze, seine Gebote und seine Rechtsordnungen hüten und wolltest seiner Stimme gehorchen.

     

    Kap.26, 17…Jissroéls Gelöbnis an Gott und Gottes Zusage an Jissroél ist kein so zu sagen privates geblieben, es ist ein weltkundiges, in das Bewußtsein der Menschheit eingegrabenes geworden. Man bezeichnet fortan Gott als Jissroéls Gott und Jissroél als Gottes Volk.“

     

    V.18 Und Gott hat es heute bewirkt, daß man von dir sagt, du sollst ihm ein nur ihm angehörendes Volk werden, wie er dir verheißen hat, und sollest alle seine Gebote hüten;

    19. und er wolle dich hoch über alle Völker, die er geschaffen, zur Tatverkündigung, zum Namen und zur Verherrlichung hinaussstellen, und du sollest Gott, deinem Gotte, eine heilige Nation sein, wie er es ausgesprochen;

     

    VV. 18  u. 19 .וד' האמירך וגו': Und Gott hat vor aller Welt Jissroél ausgesprochen,להיות לו וגו' : daß Jissroéll ihm ausschließlich angehören, keine andere Macht Gewalt über Jissroél haben, ולשמר כל מצותיו : und Israel wie der Cherub am Wege zum Baum des Lebens, wie die Cherubim über der Bundeslade, der Wächter des göttlichen Sittengesetzes auf Erden sein solle.ולתתך עליון על כל הגוים וגו' , hat Israel, sobald es sich als gewissenhafter Hüter seines Gesetzes bewährt, eine weltgeschichtliche Stellung verheißen, die es hoch über alle anderen von Gott gestalteten Völker hinaus heben soll, so daß die Tatsache seiner völkergeschichtlichen Erscheinung soll תהלה werden: eine Offenbarung der Gotteswaltung inmitten der Menschheit, ja eigentlich eine „Ausstrahlung“ in geschichtlichen Erscheinungen, die auf Gott, als deren Ausgang zurückführen und sein Dasein und Walten konstatieren; und mehr als dies, soll לשם werden: soll nicht nur eine unbestimmte Ahnung von einem einzigen Meister der Gänge in der Natur und Geschichte, soll שם , soll, indem es mit dem Buche seiner Lehr- und Gesetzoffenbarung in der Hand, dem einzigen Quell seines Geistes- und Tatenlebens und seiner Wundererhaltung, in Mitten der Völker wandelt, eine ganz bestimmte, klar umschriebene Erkenntnis von dieses  einzigen Gottes Sein und Wollen vermitteln, und – wenn es von diesem Gotte und seinem treu erfüllten Gesetze getragen, das Menschen- und Volkesglück erreicht, das Gott ihm in seinem Gesetze verbrieft, – so wird dies לתפארת , wird ein alles andere so weithin überstrahlende Verherrlichung Gottes und seines Gesetzes werden, daß „Völker zu diesem Licht wandeln werden“ und Jissroél ein „Kranz der Verherrlichung in Gottes Hand, ein Königsdiadem seinem Gotte wird“  והיית עטרת תפארת ביד ד' וצניף מלוכה בכף אלדיך(Jes. 62,3). ולהיותך עם קדוש וגו' und während Gott es vor aller Welt ausgesprochen, daß Jissroél als das Volk des Gottesgesetzes ein Werkzeug der Völkererleuchtung und Völkergesittung werden solle, so hat er eben damit האמירך : zum Bewußtsein aller Menschen die Bestimmung und Erwartung von Jissroél ausgesprochen, daß es in allen zu ihm Zählenden ein עם קדוש , eine „heilige“, nur dem sittlich Guten und Gott Wohlgefälligen zugewandte Nation sein solle, also – daß, wenn je es seiner heiligen Bestimmung untreu werden sollte, der kleinste Bube aus der übrigen Menschheit es an seine Bestimmung und seine Verpflichtung mahnen könne.

     

    Kap.27, V. 2 Darum sei es, an dem Tage an welchem ihr den Jarden zu dem Lande hin überschreiten werdet, welches Gott, dein Gott dir gibt, so richtest du dir grosse Steine auf und überzieht sie  mit Kalk,

     

    …Nur der תורה verdankt ihr das Land, für das Gesetz, für die Erhaltung und Erfüllung des Gesetzes erhaltet ihr das Land…

     

    V.8 und schreibst auf die Steine alle Worte dieser Lehre zu hingänglichem Verständnis.

     

    V. 8. … באר היטב verglichen mit Habakuk 2,2 כתוב חזון ובאר על הלחות למען ירוץ קורה בו könnte באר היטב auch hier die hinlängliche Deutlichkeit der Schrift bezeichnen.  Sota 32a wird jedoch hier באר in dem Sinne wie הואיל משה באר את התורה הזאת (Kap. 1,5) als Erläutern, zum Verständnis bringen gefaßt, und gelehrt das dieser Abschrift des Gesetzes zugleich eine Übersetzung für das Verständnis der anderen Völker beigegeben war, somit Jissroél, fern von dem uns angedichteten Partikularismus, seine Mission zur geistigen und sittlichen Erlösung der Gesamtmenschheit von vornherein zu begreifen hatte, deren Zukunftsheil ebenfalls mit diesem Einzuge des göttlichen Gesetzes in ihre Mitte gegeben sein sollte.  Ja, daselbst (35a) wird gelehrt, daß selbst für das Verständnis der kanaanitischen Völker die Kap. 20,18 gegebene Klausel für deren Vertreibung:  למען אשר לא ילמדו אתכם לעשות ככל וגו' unter die Gesetzabschrift wiederholt und erläutert warn damit sie es wissen sollten, daß nur, wenn sie ihren polytheistischen Anschauungen und Lebensweisen getreu bleiben wollen, ihre Vertreibung bevorstehe, mit ihrer Rückkehr zur allgemein menschlichen Gesetzlichkeit aber ihrem Verbleiben im Lande nichts im Wege steht. (siehe zu K.20, 10 f. u. 18).

     

    V.9 Darauf sprach Mosche und die Priester, die  Leviten, zu ganz Jissroél: Merke auf und höre Jissroél: an diesem Tage bist du zu einem Volk geworden, Gott, deinem Gott.

     

    V.9. … היום הזה נהיית לעם , heute bist du zu einem Volk geworden! Die gemeinsame Verpflichtung zum Gesetze und für das Gesetz, die so eben für alle deine Angehörigen ausnahmslos ausgesprochen worden, die gemeinsame Gesetzeshut, auf deren Wacht ihr alle bestellt seid, die macht dich zu einem Volke.  Heute, nicht erst der nun bevorstehende Besitz des Landes, der gemeinsame Besitz des Gesetzes macht dich zum Volk. Das Land kann dir verloren gehen, wie es dir werden wird, aber das Gesetz und deine ewige Verpflichtung zu ihm bleibt dein ewiges unverlierbares Band der Volkeseinigung. Diese Jissroél tief von allen anderen Völkergestaltungen scheidende, das Geheimnis der jüdischen Volkesunsterblichkeit in sich bergende Grundthatsache mit allen Konsequenzen, die daran sich für Jissroéls Zukunft knüpfen, sie sind es – wenn wir ihn recht verstehen – welche das bedeutungsschweren Inhalt des Satzes היום הזה נהיית לכם bildet. Die allererste Konsequenz, daraus ist freilich:

     

    V.10 So gehorche denn der Stimme Gottes, deines Gottes, und vollbringe seine einheitlichen Gebote, und seine Gesetze, zu denen ich dich heute verpflichte.

     

    V.10. ושמעת וגו' die noch gesteigerte Treue und Gewissenhaftigkeit in Erfüllung dieses Gesetzes. Was anderen Völkern Landesverrat ist, das ist fortan für Jissroél Verrat an dem Gesetze, und bezeichnend sind hier nur מצות und חקים genannt, Gesetze die nach gewöhnlicher Anschauung nicht also wie משפטים den staatlichen Bestand und die Nationalwohlfahrt berühren, und zwar ist מצותיו mit verkürztem Pluralzeichen geschrieben, die Einheit und die völlig gleiche Wichtigkeit aller Gebote bezeichnend (vergl. 2.B.M. 33,13)

     

    V.11 Endlich gebot Mosche dem Volke an demselben Tage:

     

    V.11. ויצו משה וגו' Nachdem Moses zuerst mit Hinzuziehung der Ältesten das Volk zu Wächtern des Gesetzes bestellt, sodann mit Hinzuziehung der Priester ganz Jissroél aufgefordert, diese gemeinsame Verpflichtung für das Gesetz als ihr einziges volksbildendes Element zu begreifen und zu beherzigen, gebietet er nun dem Volke von diesem Standpunkte aus die Ausführung der Segen- und Flucherteilung auf Gerisim und Ebal, die bereits oben Kap. 11, 29 u. 30 angeordnet war…

     

    VV. 15 – 25

    …Fluch kehrt nur ein, wo das Schlechte positiv geübt wird. Allein es bedarf nur der Fernhaltung von allem Fluchwürdigen, um schon den Segen Eingang bei uns zu bereiten.  Nur der letzte Satz ארור אשר לא יקים spricht ארור über eine Unterlassung aus und verheißt somit den Segen nur für eine Erfüllung: –   ברוך אשר יקים את דברי התורה הזאת לעשות אותם. Denn es gilt der Anerkennung oder Nichtanerkennung, der Aufrechthaltung oder Nichtaufrechthaltung des Gesetzes. Da ist die Gleichgültigkeit schon das fluchwürdige Verbrechen, und Segen kehrt erst ein, wenn jeder das Seine tut, dem ewigen Gesetze auch ewige Geltung und Erfüllung zu schaffen.

     

    Kap. 28, V.7 Es gibt Gott deine Feinde, die wider dich aufstehen, geschlagen vor dich hin; auf einem Wege ziehen sie dir entgegen, und auf sieben Wege fliehen sie vor dir.

     

     יתן ד' את איביך וגוund auch für deine Beziehungen nach außen zu andern Völkern bedarfst du, außer deines treuen Pflichtgehorsams gegen Gott, keiner sonstigen nationalpolitischen Gestaltung. Gott, der dir das Glück deiner Häuser und Städte, die Blüte deiner Felder und Herden gewährt, stellt dich auch gegen jeden Angriff von außen sicher.

     

     

    V.20 Es läßt Gott wider dich den Fluch, die Unruhe, los und das Vorwurfsgefühl in all deiner Handtierung, die du ausführst, bis du gar bald vernichtet wirst und zu Grunde gehst, wegen der Schlechtigkeit deiner Handlungsweisen, daß du mich verlassen hast.

     

    V.20 ישלח וגו' Man hat vielfach geglaubt, die buchstäbliche Verwirklichung aller der hier folgenden Ankündigungen des Unsegens in der späteren Leidensgeschichte des Untergangs des zweimaligen jüdischen Staatslebens nachweisen zu müssen; Und in der That ist ja auch die mehr als zweitausendjährige Leidensgeschichte des jüdischen Volkes im großen Ganzen der lebendigste Kommentar dieser Ankündigungen, und namentlich die buchstäbliche Verwirklichung der Verse 64-67 angekündigten Zerstreuungschicksals unter allen Völkern macht noch bis auf den heutigen Tag, selbst für das blödeste Auge, einen jeden Juden zum lebendigsten Denkmal und Zeugnis für die Wahrhaftigkeit und Göttlichkeit der Schrift, die ihren Gesetzen solchen Ankündigungen als Garanten für Jahrtausende der Zukunft mit hinausgegeben.  Allein hinsichtlich der einzelnen Züge des hier im vorhinein entrollten Leidebildes glauben wir ein Zweifaches erwägen zu dürfen.

    Zuerst können unmöglich die hier folgenden Leidensschilderungen als solche gegeben sein, welche alle die nationale Gesamtheit betreffen werden. …. Immer, wie wir es aus den Propheten wissen, war ein treu gebliebener Rest, einשארית , vorhanden. Ja, wir haben anderwärts nachgewiesen (Jeschurun IX, S. 206 f.), wie dieser treugebliebene Rest, wenn gleich die Minderzahl, doch eine sehr bedeutende Minderzahl gebildet haben müssen daß überhaupt Abfall und Verderbnis sich vorzüglich in den höheren Gesellschaftsschichten verbreitete, das Volk aber einen sehr reinen tüchtigen Kern im Stille pflegte, sonst hätten nicht in Zeiten der größten Verderbnis, in Zeiten der Richter und Könige, Männer und Frauen von so hohem Geistes- und Sittenadel erstehen können, die sich Gott zu Werkzeugen und Boten seiner Sendung darboten.  War aber der Abfall nie absolut an Höhe und Umfang, so trat auch „Vernichtung“ nie in absoluter Schärfe ein, und es konnte sich die göttliche Milde „ihren Rest“ für die nicht minder (Kap. 30. 1-10) verkündete endliche Heileszukunft retten….

     

    VV. 37-45

    והיית למשה למשל ולשנינה וגו'. Mit diesem Satze wird ein Zweck, jedenfalls eine Heilesfolge enthüllt, die sich an die über Jissroél einbrechende „Verödung“ knüpft.  שמהist der völlige Gegensatz zu einem in Segen aufblühenden Zustände (siehe zu 1.B.M.42,21). Diese Verödung, die in folgenden Versen 38-44 nochmals in großen Zügen vorgeführt wird, und die sie veranlassende Ursache (V.45) werden eine weltgeschichtliche, offenkundige Tatsache, mit welcher Jissroél ins Exil geht und damit das Bewußtsein von dem Menschen und Völker verpflichtenden und richtenden Einzigeinen in den Kreis der Völker trägt.  Jissroéls שמה , Jissroéls weltgeschichtlicher Untergang wird למשל ולשנינה zum mahnenden  und warnenden Beispiel  und zur eindringlichen Lehre für die Völker. Was sich an Jissroél vollzieht, ist nur ein משל , ist nur die an einem Volke veranschaulichte Wahrheit, die alle Völker zu fürchten haben, sobald sie del göttlichen Sittengesetze den Rücken zuwenden. Und indem Jissroél unter alle Völker zerstreut wird und trotz der Vereinzelung nicht in sie aufgeht, sondern, wie es V.46 heißt, eben durch sein auf Gott hinweisendes Geschick Jahrhunderte hindurch gekennzeichnet bleibt, wird es in Wahrheit שנינה (sie Kap.6,7), ein präzises, scharfumschriebenes, eindringliches Lehrmittel in Gottes Händen zur Erziehung der Völker, und das, was das Gott treue Israel in heiterem Glücke hätte sein sollen und was es einst in wiedererstandenem Glück werden wird, die Völker zu Gott und seinem Gesetze sammelnde Leuchte (Jesajas 2), das wird nun Jissroél im Exil unter schwerem Leiden zum einstigen vollen Heile der Völker vorbereiten. …

     

    V. 46 Und so werden sie an dir zu einem Zeichen und einem Belehrungswunder und an deinen Nachkommen auf ewig.

     

    והיו בך. Diese deinen staatlichen Untergang herbeiführenden Strafgerichte werden zu einem welthistorischen, Gottes Waltung zeigenden אות und die Menschen ihre Pflicht lehrenden מופת , deren Erinnerung du und deine Nachkommen für alle Zeiten in die Mitte der Völker hinaustragen, und mit diesen Erinnerungen kommst du zu den Völkern ins  Exil…


    27-08-2021 om 15:53 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    26-08-2021
    Klik hier om een link te hebben waarmee u dit artikel later terug kunt lezen.Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH aus dem Kommentar zur Wochenabschnitt Ki Ssovau
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    Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH

                  (1833 – 1900)

     

    הפטרה פרשת כי תבוא 

      

    Aus dem Kommentar zur Haftoro des Wochenabschnittes Ki Ssovau

     

    Diese Haftora schildert die Erreichung des Zieles, das im zweiten Kapitel des Propheten Jesajas mit den Worten ausgesprochen worden war: „Denn von Zijaun wird die Thauro ausgehn und das Wort Gottes von Jeruscholajim“.

    Überall auf Erden unter der Herrschaft der Leidenschaften und des Wahnes Finsternis und schwer drohende Wetterwolke: ein Punkt auf Erden ein leuchtend Lichtmeer, Ströme Lichtes nach allen Seiten ausstrahlend – dies Lichtmeer ist Jerusalem und Zijaun ist der Quell dies Lichtes. Und die Binde des Wahns sinkt von den Augen der Menschen, und sie sehen, daß es Gottes Herrlichkeit ist, die auf Zijaun leuchtet – וכבודו עליך יראה – und daß deren Strahlen auch sie, sie alle alle hin zu Ihm rufen, der ja auch ihrer aller Vater ist, und der sie durch sein auf Zijaun thronendes Wort zu sich ruft.  Das sind die Völker, das die Könige, die sich diesem „Lichte“, dieser „Morgenröte“ zuwenden (V.3) Die Völker  sind hier bezeichnend vor den Könige genannt, ganz wie in V.11, wo dies noch mehr betont wird (Sie das.) Ferner heißt es nicht: „alle“ Völker, sondern: Völker. Das Ziel ist freilich die Gewinnung aller Völker, der gesamte Menschheit, aber die Erreichung des Zieles wird nicht mit einem Male erfolgen. Heißt es ja selbst Jes. 2,3 – nachdem im vorhergehenden Verse das Ziel mit den Worten bezeichnet war: ונהרו אליו כל הגוים alle Völker werden zum Gottesberge hinströmen – : והלכו עמים רבים, nicht in aller Herzen wird sofort der Strahl des Göttlichen hineinleuchten, nicht „alle“, sondern „viele“ Völker  werden sich gen Zijaun aufmachen. Ebenso hier.

     

    V.4 Zuerst aber hat Zijaun das Glück, an der Spitze des heimkehrenden „Völkerstromes“ seine eigenen Söhne und seine eigenen Töchter, die so lange entfremdeten zu erblicken.

    ובנותיך על צד תאמנה Wem, der es mit seinem Volke treu meint, zieht nicht tiefe Wehmut durch die Seele, wenn er die Worte liest:  – „ und deine Töchter, die wieder dir zur Seite erzogen werden sollen!“ – Die Töchter des heutigen Jissroél, was wissen sie, in ihrer großen Mehrheit, von ihrer hehren Mutter Zijaun? Was vom Gesetze, was vom Wesen und von der weltgeschichtlichen Bedeutung des Judentums. Ihr Sinn wird geweckt und empfänglich gemacht für die Schönheiten  der klassischen vaterländischen Literatur, auch die Meisterwerke der fremden Literaturen wird ihnen vielfach ein Einblick eröffnet – : aber von den begeisterten Reden der Propheten, diesem Höchsten, was je in der Menschensprache gefaßt ist, dem an Erhabenheit, Gedankentiefe, zündender Kraft und begeisterndem Schwunge nichts an die Seite gestellt werden kann, , diesem laut gewordenen Gewissen der Menschheit, das alle Zeiten hindurch arbeitet und dessen Wahrheiten in den erhabensten Schöpfungen der Weltliteratur nachbeben – ist es nicht ein Jammer, daß davon die große Mehrzahl unsrer Töchter auch nicht eine entfernte Ahnung hat? Daß sie für eine große Fülle von Wahrheiten und Anschauungen sich erwärmen, ohne eine Ahnung davon zu haben, daß dies jüdische Wahrheiten, daß dies nur einzelne Strahlen aus dem Lichtquell jüdischer Wahrheiten sind, die an dem Nachthimmel der Menschheit bereits siegreich aufgegangen! – Und befindet sich die Mehrzahl unserer Söhne etwa nicht mehr „in der Ferne“, daß nicht  auch in Bezug auf sie der heiße Sehnsuchtswunsch berechtigt wäre, daß recht bald der Tag anbreche, an dem auch sie „aus der Ferne“ zu ihrer, zu unserer „Mutter Zijaun heimkämen“?

    …

    V.12. והגוים חרוב יחרבו Indem unmittelbar zuvor die Unterstellung in den Dienst der höchsten Menschheitsziele als Bedingung des Fortbestandes der einzelnen Völker und ihrer Staatengebilder angesprochen war, so können unter „den Völkern“, denen hier jede Zukunft abgesprochen wird, nur diejenigen verstanden sein, die jene Prinzipien eben nicht anerkennen, sondern fortfahren möchten in feindlichem Abschluß und beschränkter Selbstüberhebung durch rücksichtslose Verfolgung ihrer Einzelinteressen eine fortdauernde Bedrohung des allgemeinen Friedens zu sein. Diese einseitige Behauptung des Nationalitätsprinzips um seiner selbst willen und auf Kosten der höheren Prinzipien des Reinmenschlichen hat keine Stätte mehr auf einer Erde, auf der die ganze Menschheit sich als eine große Familie um Gott sammelt und keine höre Aufgabe und kein höheres Glück kennt, als den Willen ihres gemeinsamen Vaters, ein jedes Volk in seine Eigenart, durch Lauterkeit der Gesinnung und ein in Verwirklichung der Gerechtigkeit und Liebe sich vollendetes Tatenleben zur Erfüllung bringen.   

    …

    V.17 תחת הנחשת Die erste Vershälfte schildert eine Steigerung in der gesamten Lebenshaltung des Menschen, indem an Stelle des minder Wertvollen das Wertvollere, an Stelle des von der Natur Gebotenen das erst künstlich von Menschen Hergerichtete gesetzt wird. Diese Erhöhung des materiellen Besitzes, diese Gewinnung und Ausnutzung der Schätze der Natur durch Anspannung der Geisteskräfte in Erforschung der Naturgesetze und in deren Anwendung zur Erhöhung des Lebensbehagens, weit entfernt daß sie im Gegensatze zu den Absichten der göttlichen Menschheitserziehung stünde, wird vielmehr, wie es hier heißt, von Gott selbst gefügt. Das aber, diese Förderung der materiellen Güter der Menschheit, läßt Gott die Aufgabe anderer Völker sein.  „Zu deinem Berufe, deinem Auftrage, deiner Bestimmung – denn alles dieses heißt פקדה – mache ich jedoch den Frieden“. – Was Zijaun der Menschheit zu bringen hat, das sind die Saaten des wahren Menschenheiles. – ונגושיך צדקה: Und zu deinen נוגשים wörtlich: Antreibern, Exekutivbeamten, Aufsehern – mache ich das Pflichtgefühl. In dem auf Jeruscholajim-Zijauns Boden atmenden Menschenkreise bedarf es dann zur Erzielung der Pflichterfüllung und zur Verhütung von Gesetzwidrigkeit keiner Polizei und keines Staatsanwalts. Ein jeder hat seinen nimmer ruhenden unbestechlicher Mahner in der eigenen Brust, es ist das Wort Gottes, das in jedem lebendig ist. Wo aber das Pflichtgefühl der „Treiber“ ist, da herrscht nicht bloß äußere Gesetzlichkeit, sondern diese Gesetzmäßigkeit ist nur der Ausfluß    und die äußere Betätigung der Lauterkeit der Gesinnung.

    …

     

    (Die Haftoroth übersetzt und erläutert, Frankfurt am Main 1896: S. 351-359  Kommentar zu Jesajas Kap. 60 V.1…) 


    26-08-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    25-08-2021
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    Rabbiner Dr. Salomon BREUER

                    (1850 – 1926)

     

    כי תבוא פרשת

     

    Belehrung und Mahnung zur Wochenabschnitt

    Ki Ssowau (Auszug)

    …

    והיה אם שמוע תשמעו וגו' לשמר לעשות וגו' Die Wahrung und Verwirklichung des Gottesgesetzes als einziges Ziel alles Strebens, in dessen Dienst aller irdischen Segen von Gott gewährt wird, kennzeichnet die Bestimmung des jüdischen Volks, die der 105.Psalm in die Worte kleidet: ויתן להם ארצות גוים וגו' בעבור ישמרו חקיו ותורתיו ינצרו Gott gab ihnen Länder von Völkern, sie traten das Erbe von Nationen an, „damit sie Gottes Satzungen hüten und seine Lehren bewahren“. Nicht Land und sein Reichtum, sondern חקים und תורות bilden den jüdischen Nationalreichtum, dessen Pflege uns zum Volke macht und uns unsere Stellung inmitten der Völker sichert. Und wenn das Gotteswort uns verspricht ונתנך ה' אלקיך עליון על כל גויי הארץ, daß Gott  uns eine ragende Stellung hoch über allen Völkern der Erde einräumt, so sollte das jüdische Volk diese Stellung nicht etwa dem Reichtum seiner irdischen Mittel, sondern ausschließlich der Tatsache seines unter der Herrschaft des allmächtigen Gottesgesetzes stehenden Volkslebens verdanken, dessen unvergleichliche Weihe und Heiligkeit ihm die huldigende Verehrung der Völker einbringen mußte.

    Ehe daher unser Gotteswort zu den Verheißungen irdischer Segnungen übergeht, unabhängig und losgelöst von ihnen, stellt es die Verheißung ונתנך ה' אלקיך עליון וגו' als alleinige unmittelbare Folge der gewissenhaften Verwirklichung des Gottesgesetzes hinוהיה אם שמוע וגו' ונתנך ה' אלקיך עליון  und hat dadurch mit eindringlichem Ernste sich gegen jene traurigen, leider noch immer nicht überwundenen Wahn gekehrt, der da glaubt, auf anderem Wege dem jüdischen Volke und dem jüdischen Namen zur Achtung und Anerkennung zu verhelfen. Nicht der Beitrag, den der Jude auf wissenschaftlichem, künstlerischem oder kommerziellem Gebiete leistet, und wäre er noch so bedeutend, sichert ihm Achtung und Anerkennung – vielleicht im besten Falle jene beschämende, erniedrigende Duldung, die es dem Manne der Wissenschaft, dem Künstler oder Kaufherrn verzeiht, daß er Jude ist – sondern lediglich die vorbildliche Verwirklichung des Gottesgesetzes, die seinem Denken und Forschen, seinem Streben und Wollen unvergleichliche Weihe und Adelung verleiht, sichert ihm die Achtung und Anerkennung inmitten einer großen Welt. – Hätte das Gotteswort die Zusage ונתנך וגו' in die Reihe der nachfolgenden Segnungen aufgenommen, so wäre damit er Meinung Vorschub geleistet, als ob diese ragende Stellung des jüdischen Volkes von dem größeren oder geringeren Reichtum an irdischen Güter abhängig sei; so aber stellt sich das ונתנך וגו' als unmittelbare Folge von והיה אם שמוע וגו' dar: seid Juden, ganzen Juden, in deren Leben Gottes heiliges Gesetz zur unbedingten Verwirklichung gelangt, und die huldigende Anerkennung einer großen Welt wird euch nicht versagt bleiben!

    Diesen Gedanken aber finden in die Weisen in einem herrlichen Bilde in dem Vers aus dem Hohenliede ausgesprochen, den sie als Erklärung zu unserem Gottesworte heranziehen: לריח שמניך טובים שמן תורק שמך על כן עלמות אהבוך Nur weil und solange Jissroél dem hingegossenen Öle gleicht, lieben es die „Jungfrauen“ (מ"ר)אלו הגרים , findet es in Völkermitte huldigende Achtung – Mag Öl auch in andere Flüssigkeiten vermengt werden, es steigt immer wieder empor, mag Jissroél „noch so tief inmitten aller Völker daniederliegen“, beraubt aller Machtmittel und Lebensstützen, die sonst einem Volke zur Blüte und Dauer verhelfen, nicht ihnen, sondern lediglich seinem jüdischen Wesen, der Macht der in ihm unverfälscht zur Verwirklichung gelangenden Gotteswahrheit allein verdankt es seine Erhebung und endlich Anerkennung auf Erden.

    Vergeblich sind alle Versuche, auf anderem Wege der „Judennot“ abzuhelfen, die „Judenfrage“ zu lösen. Alle sozialen Unternehmungen der Welt, und sollten sie noch so gut gemeint sein, vermögen die „Erlösung“ des jüdischen Volkes nicht einen Schritt zu fördern und noch weniger seine Heimkehr ins heilige Land, auch wenn die politische Konstellationen scheinbar noch so günstig sich anbahnen. – Die Rückkehr zur alten jüdischen Pflichttreue, Rückkehr zum alten jüdischen Gottesgehorsam, der in Verwirklichung aller von Gott gebotenen Lebenspflichten sich bewährt, sie allein vermag unser armes Volk aus der Tiefe zu jener Höhe zu erheben, die das Gotteswort für alle Zukunft uns zugesichert hat; dann, aber auch nur dann gelangt auch jene Verheißung zur Erfüllung, die uns den reichsten irdischen Segen als Mittel zum Aufbau eines Gott dienenden Lebens aus Gottes Hand zusagt: והיה אם שמוע תשמע בקול ה' אלקיך לשמר לעשות את כל מצותיו וגו' ונתנך ה' אלקיך עליון וגו' ובאו עליך כל הברכות האלה והשיגך כי תשמע בקול ה' אלקיך.

     

    Quelle: Rabbiner Dr. Salomon BREUER  Belehrung und Mahnung fünfter Teil Deuteronomium  J.Kaufmann Verlag Frankfurt am Main 1936 S.49-54


     

    25-08-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    23-08-2021
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    Rabbiner Dr. Leo BRESLAUER

                 (1894-1983)

     

    ובקשו

     

    „Ein  jüdisch-geschichtlicher Wegweiser“ von  Leo BRESLAUER. Frankfurt am Main  5695/1935







    „  Andererseits ist selbst eine Mustergemeinde in Palästina noch lange kein kleiner Gottesstaat.  Denn auch dort in „unserem“ Lande, herrscht – doppelt schmerzlich – Goluß, Innuj und Zwangsgastschaft. Und solange Erez-Jißroeil als Boden des Gottesstaates feiert, kann ohnehin „unser Land“ nicht den Auftrag an das Gottesstaatsvolk bedeuten, sich dort in nationalkultureller Ganzheit bodenständig zu etablieren, geschweige mit der Herausstellung eines autonomen Volkstums zu demonstrieren . Weder der Zionismus, noch seine Bekämpfung, noch irgendwelche wirtschaftliche Intentionen vermögen Erez-Jisroeil zu einer golußsinnwidrigen Aufgabe für uns zu stempeln – Aufbau des Landes? Aber (soll das Wort nicht Rausch und nicht Maske sein) : das Aufzubauende wäre doch das durch Chorbon Zerstörte, und zerstört ist nicht das Land als Volksland, sondern als Bestandteil des einst irdisch totalen, politisch mächtigen Gottesstaates, und den aufzubauen fehlt uns die Macht und die – Vollmacht. Wir können uns nur der Verheißung würdig machen. Die Völker der Staaten mögen jedenfalls  in noachider Gesetzlichkeit erdverwachsene totale, Kulturen bauen und pflegen (ja sogar Opferdienst dienen); denn dazu führen sie ein machtpolitisches Eigenleben. Wir hingegen leiden Goluß und Innuj. Gott wußte, warum er uns Land und Macht zugleich nahm. ...“

    „ Die örtliche  Gemeinde bildet zwar die Normalform der Vergemeinschaftung, aber nicht in dem Sinne, daß das Gemeinschaftsstreben nicht über sie hinauswachsen dürfe. Im Gegenteil. Eine gesunde, d.h. ihre Golußaufgabe sich bewußte und der Gemeinschaft der J’rei‘im  sich organisch verbunden führende Gemeinde will Baustein unserer Zukunft, nicht Grabstein unserer Vergangenheit sein. So wird sie aus eigenem Antrieb danach trachten und drängen, sich mit anderen gleichgesinnten zusammenzuschließen. Der landsmannschaftliche Gemeindeverband ist die angemessene Form der Gemeinschaftsbildung in den Ländern unserer Zwangsgastschaft. Von ihm gilt in noch höherem Maße dasselbe, wie von der Gemeinde: verleugnet er den in der Wahrheit der Tauro sprechenden zukünftigen Gottesstaat und sein ehrfurchtheischendes Hoheitszeichen der Zwangsgastschaft, dann fehlt ihm jegliche Legitimation, um im Namen des Judentums zu sprechen. Seine Existenz ist gegen jede Berechtigung, seine Kundgebungen sind höhere Willkür, seine Führer – Oberverführer, seine Gefolgschaft ein gesteigerter Jammer. Weiß er sich aber als höhere Erzihungs- und Dienstgemeinschaft für unsere unverfälschte Bestimmung, dann ist er eine wahrhafte, wesensgemäße Erscheinungsform des gottesvolkliches Golußjudentums und sein legitimer Sprecher, trägt (gleichgültig ob anerkannt oder nicht) einen Schimmer des Abglanzes gottesreichlichen Pracht –

    Allweltlicher Zusammenklang  der Gemeinden Gottkönigs – Gemeinschaft der J’rei’im  allüberall – wer wagt es zu hoffen? Und doch, dennoch! Gott will sein ganzes Volk…“         

    Bijlagen:
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    BRESLAUER Leo Uwakschu 89.jpg (115.3 KB)   
    BRESLAUER Leo Uwakschu 90.jpg (123 KB)   
    BRESLAUER Leo Uwakschu 91.jpg (17.6 KB)   

    23-08-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    22-08-2021
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    Der Monat אלול. – Der Monat der Rückkehr

    ימי סליחות.

    Die Tage der Sühne

     

    Im Monate Elul finden wir keinen Tag, welcher durch ein Fest ausgezeichnet wäre, doch ist der ganzen Monat ernst und weihevoll, denn er ist in unserer Zeitrechnung der letzten Monat des Jahres, der Monat, der den Tagen des Gerichtes Roschaschono vorangeht und uns darum zu besonders inniger Beschäftigung mit uns selbst, zur Betrachtung unserer Lebensaufgabe anregt.

      In den letzten Tagen dieses Monates werden in ganz Jissroél besondere innige Gebete verrichtet. Schon vor Tagesanbruch, ehe das gewöhnliche Morgengebet verrichtet wird, versammelt sich das Volk in den Synagogen, um das scheidende Jahr durch aufrichtige Bußgebete zu beschließen. Viele andächtige Beter fasten auch freiwillig an diesen Tagen, die ganze Gemeinde fastet gewöhnlich am ersten Tage der Selichoth und am Tage vor Roschhaschono,  da gedenken sie bereuend so manchen Fehltrittes des verlorenen Jahres, fassen edle Entschlüsse für die Zukunft und streben, durch Ausübung guter Werke sich mit ihrem Gewissen auszusöhnen, um an den herannahenden heiligen Tagen des Gerichtes rein vor Gott erscheinen zu können.

     

    Aus: Erbauungsbuch „Bibel- und Talmudschatz“ J.H. Kohn S. 419  13.Auflage Hamburg 5691 – 1931

     

    Die beste Anschrift für antiquarische Judaica:

    Antiquarische Buchhandlung „Spinoza“ in Amsterdam

    Inhaberin: Frau Manja BURGERS

    http://www.spinozabooks.com

    22-08-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    20-08-2021
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    Rabbiner Samson Raphael HIRSCH

    פרשת כי תצא 

                   

    Aus seinem Kommentar zur Wochenabschnitt Ki Ssétzé:

     

    Kap.23 V.4: Es komme nicht ein Ammoniter und ein Moabiter in die Versammlung Gottes; auch das zehnte Geschlecht komme von ihnen nicht in die Versammlung Gottes auf ewig.

    V.5 Weil sie euch nicht mit Brot und Wasser auf der Wanderung entgegengekommen sind, als ihr aus Mizrajim zoget, und weil er wider dich Bileam, den Sohn Beors aus Pethor Aram Naharajim, gedungen, dich zu fluchen,

    V.6 und Gott, dein Gott, Bileam kein Gehör zuwenden wollte, vielmehr Gott, dein Gott, dir den Fluch in Segen umwandelte, weil Gott, dein Gott, dich liebte.

    V.7 Deren Friede und Wohl sollst du alle deine Tage auf ewig nicht suchen.

     

    Kap. 25 V. 4 – 7  לא יבא עמוני ומואבי וגו' Jebamoth 76b wird als Halacha gelehrt: עמוני ומואבי אסורים ואסורין אסור עולם אבל נקיבותיהם מותרות מיד, von Ammon und Moab sind die Männlichen selbst nach ihrem Übertritt zum Judentum in allen Folgegeschlechtern für den jüdischen Ehekreis אסור, die weibliche sind jedoch sofort nach ihrem Übertritt zum Judentum für den jüdischen Ehekreis gestattet; das Verbot trifft nur den Ammoniter und den Moabiter, nicht aber die Ammoniterin und Moabitering, עמוני ולא עמונית מואבי ולא מואבית. Motiviert wird die Halacha mit Hinweis auf die im Gesetzte gegebene Motivierung des Verbotes: על דבר אשר לא קדמו אתכם בלחם ובמים, weil die internationale Menschlichkeit nicht geübt, an ihr Gebiet vorüberziehende von langer Wüstenwanderung ermattete Menschen mit Speise und Trank zu laben, דרכו של איש לקדם ולא דרכה של אשה לקדם, die öffentliche Ausübung solcher internationalen Humanität aber zunächst von den Männern abhängt. Die Frauen trifft den Vorwurf nicht. Nicht zu übersehen dürfte auch der Wechsel des Numerus sein. Der Vorwurf der unterlassenen Labung wird im Plural ausgesprochen, לא קדמו וגו'; es ist dies ja eine internationale Menschenpflicht, die von jedem einzelnen ihre Erfüllung erwartet. Der Versuch, Israel durch Fluchen zu vernichten, war aber von der nationalen Spitze, dem Könige von Moab, versucht worden und spricht sich darin nicht sowohl die völkerfeindliche Gesinnung der einzelnen Nationalen, als die der Nation im Ganzen aus: Dieser Fluchversuch steht daher in der Einheit שכר עליך וגו'.

    Diese internationale Härte, Schroffheit und Unmenschlichkeit ist es auch, die Moab noch von den späteren Propheten vorgeworfen wird. Im Anblick der über Moab hereinbrechenden Katastrophe wird Jesajas 15 u. 16 darauf hingewiesen, wie alle Nachbarbevölkerungen über Moab zu schreien hatten, כי הקיפה הזעקה את גבול מואב, wie in der Ferne man nur von Moabs Hochmut und Stolz und blindem Wüten, גאותו וגאונו ועברתו, hörte, so daß (daselbst) als einziges das Verhängnis noch vielleicht abwendendes Sühnemittel die Belehrung zur Milde und die Betätigung derselben gegen unglückliche Flüchtlinge Moab auf der Mittagshöhe seines Glückes angeraten wird. „Schaffe Rat“, ruft im Jesajas zu, „übe Überlegung, mache, als wär’s schon Nacht deinen Schatten im hellen Mittag, birg Verwiesene, verrate keinen Flüchtling, daß meine Verwiesenen bei dir eine Stätte finden, Moab, sei ihnen Schutz vor dem Räuber; denn Erpressung  hört auf, Raub geht zu Enden es schwindet der Gewaltstritt von der Erde, und in Milde wird ein Thron errichtet u.s.w.“

    Wenn nach der Halacha  an diesem Mangel internationalen Humanitätsgefühls, an diesem partikularen Nationalhochmut die moabitischen Frauen keinen Anteil hatten, so ist dies solchen Männern zur Seite doppelt hoch anzurechnen, und wohl dürfte in der Brust jener menschlich edeln Moabiterin Ruth, der großen Mutter des Davidischen Geschlechtes, die Flamme einer solchen alle Völkerscheiden überbrückenden Menschenliebe hell geleuchtet und einigen Anteil an dem Geist gehabt haben, der in den Harfentönen ihres Enkels den einstigen Morgen einer um Gott vereinten Völkergesamtheit singt und der Herold dieser Morgenröte inmitten der Menschheit geworden ist – מאי רות אר"י שזכתה ויצא ממנה דוד שריוהו להב"ה בשירות ותשבחות (Berachoth 7b).

     

     

    Kap. 25 V.17 Gedenke dessen, was dir Amalek getan, als ihr als Mizrajim zoget.

     

    Kap.25 V. 17 זכור וגו' Das Fernhalten von jedem עול, von dem Mißbrauch jeder, sei es auch nur momentanen Überordnung (עול) über den andern zu dessen Schaden, von dem Missbrauch eines jeden Vertrauens, das ein Mensch in den andern setzen muss, wenn überall ein Zusammenleben der Menschen möglich sein soll, das Durchdrungensein von der Überzeugung, daß wir nur so lange Gott nennen dürfen, als wir ängstlich das kleinste Unrecht gegen seine Menschen auf Erden scheuen, und die daraus hervorgehende fleckenloseste Rechtschaffenheit in unserem Verkehr mit Menschen, das war der letzte Zug, den das Gesetz für das Charakterbild des von ihm zu leitenden und nach ihm zu nennenden Volkes gezeichnet. Das Volk, in dessen Nationalcharakter die Züge des Mitgefühls, der Rücksicht, der Milde, des Wohltuns gegen alles, was lebt hervorleuchten sollen, wie dazu die letzten Kapitel des  Gottesgesetzes wiederholt gemahnt, das überall bereit sein soll, „wohl“ zu tun, dem solle es in allerersten Linie unmöglich werden, „wehe“ zu tun, das soll im vollendetsten Ideal als „ישרון“ (Kap. 33, 26) über die Erde wandeln, in dessen Verkehr mit Menschen solle es als ישר, als das geradeste, rechtschaffenste, biederste unter den Völkern sich ankündigen, und שארית ישראל, diejenigen, die alle Zeiten und alle Prüfungen für die einstige jüdische Vollendung durchdauern, erblickt das Prophetenwort in denjenigen, welche „Kein Unrecht tun, keine Täuschung reden und in deren Mund sich keine Zunge des Truges findet; sie allein finden Weide und Ruhe, sie allein haben, vor nichts und niemand zu zittern“ שארית ישראל לא יעשו עולה ולא ידברו כזב ולא ימצא בפיהם לשון תרמית כי המה ירעו ורבצו ואין מחריד (Zefanja 3, 13).

     Den geraden Gegensatz zu diesem aus Gerechtigkeit und Liebespflicht gewobenen Charakterbilde eines Volkes, das nur in gewissenhafter  Pflichttreue seine Macht und seine Zukunft erblicken, und durch deren Vorgang die ausschließliche Pflichthuldigung einst das Anteil der Gesamtmenschheit werden soll, bildet eine Völkergröße, die, wie Amalek, nur in dem Schwerte ihre Macht und in den Niedertreten aller ungerüsteten Schwächern ihre Ruhmesfreude findet. Sie trat bereits bei dem ersten Hineintreten des Volkes der siegreichen Pflichttreue in die Völkergeschichte (2 B.M. 17, 8-16) diesem feindlich entgegen und ihr ward (daselbst) gleich bei diesem ersten gegensätzlichen Versuch das einstige Verschwinden aus dem Gedächtnis der Völker verkündet (siehe daselbst).

    Die nunmehr mit ihrer Pflichtaufgabe in das Land des Gesetzes zu dessen treuer Erfüllung Einziehenden werden daher hier auf diesen ausgesprägtesten Gegensatz, und zwar zu dauernder Erinnerung, nochmals hingewiesen, in den einzelnen Zügen seines Auftretens ihnen dieser Gegensatz zu ihrer Bestimmung zum klarsten Bewusstsein gebracht, und – während dort der Kampf gegen Amaleks Völkerprinzip bis zu dessen völligem Verschwinden als Inhalt aller völkergeschichtlichen Gotteswaltungen auf Erden verkündet ist – wird hier Jissroél aufgefordert, sich als mitwirkendes Werkzeug für diesen Gotteskampf gegen Amalek zu begreifen und zu bewähren, aus dessen die Menschen irreführenden, mit seinem Glanze blendenden Ruhmeslorbeer das letzte Blatt eben dann fallen werde, wenn nicht vor einem stärkeren Schwerte sein Schwert, wenn vor einer nur auf Pflichttreue gegen Gottes Sittengesetz aufgeblüht stehenden, nur von Gott getragenen Macht Amaleks Schwert zusammenbricht.

    בדרך בשעת טירופיכם בצאתכם, את אשר עשה לך עמלק בדרך בצאתכם ממצרים (ספרי) eure Gesamtheit (לך) war בדרך, auf der Wanderung begriffen, von ganz anderen Gedanken und Sorgen, als von Kriegsgedanken eingenommen; es war die Wanderung einer heimatlosen Menge mit Frauen und Kindern in der Wüste, deren Lage menschliche Teilnahme von jedem menschlich Fühlenden und nicht Feindseligkeit hätte erwarten dürfen. Und über jedem einzelnen von euch (בצאתכם) schwebte noch die Bekundung des einen Einzigen unsichtbar gegenwärtig, der seine Fesseln gebrochen und ihn aus der Knechtschaft einer solchen Macht wie Mizrajim zur Freiheit geführt, eine Tatsache, die den Wehrlosen von euch zu Schirm und Schild gegen jeden mutwilligen Angriff hätte dienen müssen.

    מקרה, אשר קרך בדרך ist ja das, was für sie den davon Betroffenen außer alle Berechnung und Erwartung geschieht (siehe 1 B.M. 24,12). Du zogst deines Weges und hattest gar keine Veranlassung, einen feindlichen Überfall zu vermuten. Sein Angriff war völlig unprovoziert, war von purer Freude an Menschenschlächterei, oder von einer Ahnung der Gefahr getrieben, die aus dem mit dir in die Geschichte einziehenden Prinzipe der reinen Menschlichkeit und Pflichttreue seinem Prinzipe der Schwertgewalt zu drohen begann.

    זנב, ויזנב בך, der Schweif (so rabb. סניף: Anhängsel, das Nebensächliche, einem Hauptkörper Anhängende, und צנף: die Anhängsel, Enden, mit einem Hauptkörper verbinden, zusammenrollen), hier: die Nachzügler, und זנב, Piel (wie סעף) entasten): die Nachzügler von dem Haupttrupp abschneiden, oder niedermachen. כל הנחשלים אחריך חשל (verwandt mit חסל: abfressen, zu Ende bringen, אזל schwinden, עצל träge) Daniel 2,40: פרזלא מהדק וחשל כלה Eisen zerschlägt und vernichtet alles, bezeichnet jedenfalls eine Schwächezustand, ähnlich wie das versetzte חלש: also: alle, die dir nur schwach nachfolgen konnten, aus Schwäche zurückblieben. ואתה עיף ויגע, du selbst – das ganze Volk, der Hauptkörper selbst – warst matt und abgemüht. Es waren also die Schwächsten, die selbst einer langsamen Fortbewegung nicht folgen konnten, die er überfiel. Ihn lud somit nicht Schwäche zu Mitleid und Schonung, sondern zu roher, höhnender Mißhandlung.

    ולא ירא אלדי' und er sah nicht Gott, der für den Schwachen eintritt gegen die Faust des Starken, und hatte keine Scheu vor Ihm.

     

    V.19 So sei es denn: wenn Gott, dein Gott, dir Ruhe gegeben haben wird von allen deinen Feinden ringsum in dem Lande, welches Gott, dein Gott, dir als Erbe zur Besitznahme gibt; sollst du das Andenken Amaleks von unter dem Himmel weglöschen; vergiß dies nicht.

     

    V.19 והיה בהניח וגו' wenn Gott dir dein Gott ist, wenn du, im geraden Gegensatz zu allen diesen Amalekzügen, all dein Tun nach seinem Willen richtest und all dein Sein Ihm anheim stellst und du so – nicht durch dein Schwert und deine Macht – durch den mit deiner Pflichttreue gewonnenen Gottesschutz, in dem dir von Gott angewiesenen Lande, unangetastet von allen deinen Feinden ringsum sicher und glücklich ruhst.

    נתן לך נחלה לרשתה das Land, das er dir jetzt zur Besitznahme gibt, war bereits deinen Vätern zugesagt, es kommt dir nur von ihnen als Erbe zu, auf daß du es weiter auf deinen Kinder vererbest.  Es ist nichts, was du aus eigener Machtvollkommenheit besitzest. Der Pflichttreue in dem Gottesbunde mit deinen Vätern verdankst du es, und nur durch Vererbung dieser Pflichttreue auf deine Kinder wirst du ihnen das Land vererben.

    תמחה את זכר עמלק (siehe 2 B.M. 17,14)

    לא תשכח, vergiß dies nicht, wenn du je hinüberschwanken und Amalek gleich nicht Pflicht, nicht Gott kennen und, in kleinen oder grossen Dingen, nur Gelegenheit suchen wolltest, deine Überlegenheit zum Schaden deiner Mitmenschen zu üben!

    Vergiß dies nicht, wenn du je deines Jissroélberufes und deiner Jissroélsendung in der Mitte der Menschen vergessen und die Lorbeerkränze beneiden möchtest, die eine betörte Welt dem Andenken glücklicher Menschenglückzerstörer flicht und den tränengetränkten Boden vergißt, aus welchem der Lorbeer zu solchen Kränzen erwächst.

    Vergiß dies nicht, wenn du je selbst unter Amalekrohheit und Gewalt zu leiden hast. Bleibe aufrecht! Bleibe bei der Menschlichkeit und Rechtsachtung, die dein Gott dich gelehrt. Ihnen gehört die Zukunft, Menschlichkeit und Gerechtigkeit bleiben Sieger über Rohheit und Gewalt, und du selbst bist gesendet, durch dein Geschick und Beispiel diesen Sieg und die Zukunft mitwirkend herbeizuführen. 

    לא תשכח vergiss dies nicht, und auf daß du es nicht vergessest, זכור, erneue dir von Zeit zu Zeit Amaleks Gedächtnis und das, was dir über deine Zukunft gesagt ist

    20-08-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    19-08-2021
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    Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH

                  (1833 – 1900)

     

     הפטרת פרשת  כי תצא

     Aus dem Kommentar zur Haftoro des Wochenabschnittes Ki Ssetzé

     

    GOTT IST UNSER VATER, ZIJAUN UNSERE MUTTER

     

    Haftara und Kommentar sind dieselbe als  Anfang Wochenabschnitt נח Jesajas Kap. 54

     

    Der Wochenabschnitt des Gotteswortes zeigte uns die gewaltige Katastrophe, von der die Erde und ihre Wesenschar nach dem Ratschluß des barmherzigen Gottes getroffen wurde. Sie erschien als Verderben und war die Rettung, sie erschien als der Untergang und war die Erhaltung. Zu Grunde ging das Entarte, erhalten wurde und befreit von der Überwucht des Entarteten das die reine Keime einer reinen Zukunft in sich Bergende. Auf der neu gestalteten Erde sollen die alten ewigen Waltungsziele Gottes erreicht werden. Gottes Wille wird unter allen Umständen ausgeführt, sein Wort ist das unerschütterlich feststehende, es ist das einzig Unbedingte und findet seine Verwirklichung, auch wenn ganze Generationen des Menschengeschlechtes sich dagegen verschworen hätten – das ist die ernste Mahnung, aber auch die trostreiche Verheißung, die aus diesem Wochenabschnitt uns entgegentönt.

    Eines der Waltungswerkzeuge zur Erreichung dies Ziele ist die Abrahamsfamilie, das jüdische Volk als Träger der göttlichen Offenbarung. Allein auch dieser Träger der Lehre vom Menschen-Ideale hielt sich nicht rein. Der menschheitspriesterlich den anderen voranschreiten sollte den Gottesweg zum Baum des Lebens, versank selbst in der großen Mehrzahl seiner Glieder in die Entartung, aus der er die anderen retten sollte, und unsere ehre geistige Mutter Zion hatte den Schmerz, von ihren Kindern sich verlassen zu sehn. Der größte Teil, das Reich Jissrooel, ward gänzlich entfremdet. Allein auch der kleinere Teil, das Reich Juda, der noch in Jerusalem seinen Mittelpunkt erblickte und das Band, das ihn mit Zion vereinigte, wenigstens äußerlich noch nicht gänzlich zerrissen hatte, entsprach so wenig seiner Bestimmung, daß auch der jüdische Staat vernichtet, der Tempel zerstört und das Volk durch wiederholt über es hereinbrechende Verhängnisse über die weite Erde zerstreut wurde. Es war ein partielles מבול, eine partielle „Entseelung“, von der alle diejenigen Güter und Bestrebungen und äußeren Errungenschaften getroffen wurden, in denen die verblendeten Sprossen des Menschheitspriestervolkes ihre Lebensziele erblickt und in denen sie geglaubt hatten, mit den anderen Völkern wetteifern zu sollen. Allein auch diese Katastrophe, so lehrt uns unser Prophetenwort, erschien nur als Vernichtung. Sie war die Rettung. Sie erschien als Untergang, sie war die Erhaltung. Nicht Verlust, sondern Wiedergewinnung, oder vielmehr erst wirkliche wahrhafte Gewinnung ihrer Kinder bedeutet deren Galuth für unsere Mutter Zion.

    Unser Prophetenwort versetzt uns nun in den heißersehnten Augenblick, in welchem das Galuth sein Läuterungs- und Erziehungswerk an uns vollbracht haben wird. Es bringt die frohe Kunde davon, diese wahrhaftige Heilesbotschaft, der so lange einsam trauernden Mutter.

     

    Kap. 54, Vers 1-3 Gott ist unser Vater; Zion, die Personifikation der Thora, wie diese in dem Gottesheiligthume ihre Stätte hatte und hier die symbolische Vergegenwärtigung ihrer Anforderungen und Segenswirkungen darbot, Zijaun ist unsere Mutter. Ihre Kinder haben sie lange verkannt und verlassen. Jetzt nun wird ihr die Freudenbotschaft, aß mehr heimkommen als sie je bei sich geschaut. Was die Zeit der Selbständigkeit und des Glückes an den um das sichtbare Gottesheiligthum Versammelten nicht vermocht, die Prüfungsjahrhunderte des Galuth haben es vollbracht. Die räumlich Fernen sind die geistig Nahen geworden. Die einst geistig und sittlich Entfremdeten kehren als Söhne und Töchter zurück. – וזרעך גוים יירש וגו'. So lange bleibt das jüdische Land im Besitze der Völker und harret trauernd der Rückkehr Jissroéls; bis dahin sind die Stätte ,נשמות verödet, die Blüte des Landes ist an die Heimkehr Jissroéls geknüpft. Vergl. 3 B.M. 26,34.

     

    V.4. Gieb dich rückhaltlos der Freude hin, fürchte nicht du könntest enttäuscht werden, die Rückkehr deiner Kinder könnte sich nur als eine zeitweilige, ihre Besserung als nur der vorübergehend erweisen. Nur zu oft hat Zijaun während der Zeit ihrer Verlassenheit Phasen der Erhebung und des begeisterten Aufschwunges ihrer Kinder erlebt, den immer wieder ein Rücksinken in die alte Nacht folgte. Jetzt aber ist die Erziehung ihrer Kinder vollendet, die Schule der Leiden hat für ihre Kinder, und damit die Zeit des Grames für die Mutter ihr Ende erreicht.

    V.5 וגואלך וגו' אלהי כל הארץ יקרא. Mit dieser sittlichen Vollendung Jissroéls Hand in Hand geht die Erhebung der Gesamtmenschheit: der dein Erlöser ist, der Jissroél durch seine Gesetze heiligt, der wird jetzt von der ganzen Erde anerkannt.

     

    (Die Haftoroth übersetzt und erläutert, Frankfurt am Main 1896: S. 11-13  Kommentar zu Jesajas Kap. 54 V.1…) 

    19-08-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    18-08-2021
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    Rabbiner Dr. Salomon BREUER

                    (1850 – 1926)

     

    כי תצא

     

     

    Belehrung und Mahnung zur Wochenabschnitt

    Ki Ssezè (Auszug)

    …

    In dem יפת תואר-Kapitel hat uns das Gottesgesetz ein warnendes Beispiel hingestellt, das geeignet ist, uns den יצר הרע in seiner fadengleichen Nichtigkeit erkennen zu lassen. In der Tat: דברה תורה כנגד יצה"ר wenn etwas geeignet ist, uns die Augen zu öffnen, daß wir die Lockungen des יצה"ר in ihrer flüchtigen Nichtigkeit erkennen, so ist es diese „Konzession“, die die Thora den Einflüsterungen des יצה"ר einräumt. – וראית בשביה – וחשקת בה ולקחת -  והבאתה. Nimm sie, die du unter der Herrschaft der Leidenschaft dir erwählt, in dein Haus, dann aber וגלחה את ראשה וגו' והסירה את שלמת שביה מעליה ובכתה וגו' möge sie der Reize sich entkleiden, den schillernden Glanz ablegen, der dein Auge gefesselt – vergegenwärtige dir, wie flüchtig die Reize und der Glanz, mit denen der יצה"ר seine Lockungen bewerkstelligt, vielleicht kommst du zur Besinnung – wenn nicht, so sage ich dir heute schon והיה אם לא חפצת בה, הכתוב מבשרך שסופך לשנאותה du wirst für die Dauer keinen Gefallen an ihr finden, es ersteht der Feind dir in deinem Hause, der aus deinen Räumen die Genien des Friedens und Glücks verscheucht, und zu spät wird nach bitterer Enttäuschung die reuige Klage sich auf deine Lippen drängen היאך לא יכולנו לכבוש את חוט השערה הזה, daß du nicht die Kraft gefunden, solcher Versuchung zu widerstehen!

    ונתנו ה' אלקיך בידך, אם עשית כל האמור בענין סוף שה' אלקיך נתנו בידך kommentieren die Weisen so klar und so eindrucksvoll: Wollen wir, daß Gott den äußeren Feind uns in die Hand gibt, wollen wir, daß Gott uns den Sieg erringen hilft über den Feind, der von außen uns bedroht, dann müssen wir  vor allem selber den Sieg über den יצה"ר, den Feind in uns erstreiten, und dieser Sieg wird und kann uns nicht schwer fallen, wenn wir uns dauernd die Warnung vor Augen halten, die aus dieser יפת תואר- Vorschrift zu uns spricht: Wir werden die Lockungen des יצה"ר sieghaft uns erwehren, auch wenn sie „berghoch“ uns erscheinen; denn wir werden nicht das Los derer teilen wollen, die zu spät, nach bitterer Enttäuschung, die wehe Klage anstimmen müssen über ihre Jämmerlichkeit, die sie die ohnmächtigen „Fäden“ nicht rechtzeitig zerreißen ließ, mit denen der יצה"ר sie zu fesseln suchte. In diesem Sinne reicht uns das Gottesgesetz dieses יפת תואר Kapitel, damit wir aus ihm die Kraft schöpfen, den Sieg zu erringen, von dem das Heil unseres Lebens bedingt ist לא דברה תורה אלא כנגד יצר הרע.

     

    Quelle: Rabbiner Dr. Salomon BREUER  Belehrung und Mahnung fünfter Teil Deuteronomium  J.Kaufmann Verlag Frankfurt am Main 1936 S.40-47

    18-08-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    16-08-2021
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    Rabbiner Dr. Leo BRESLAUER

                 (1894-1983)

     

    ובקשו

     

    „Ein  jüdisch-geschichtlicher Wegweiser“ von  Leo BRESLAUER. Frankfurt am Main  5695/1935





    „ Da wird kein unkultivierter  Rohling geduldet. Also ist der  disziplinierte Respekt vor der von unserer Gottheit uns gesetzten Lebensordnung der Chukim und Mischpotim die Bildung der Gebildeten und der Anstand der Anständigen. Die Erwerbung der Gauj-kodausch-Qualität ist erste Pflicht für jedermann.

    Da bekommt jeder Am-hoorez, der Leiblichkeit des Derech-eretz Verhaftete, des Idealbild jüdischer Ganzheitlichkeit und Kulturgröße zu wissen.“

     „ Daraus folgt daß eine Gemeinde, deren Statuten und Führung dieser gottesstaatlichen Tendenz widersprechen, nicht verdient jüdische Gemeinde zu heißen, ja überhaupt keine gemeindliche Existenzberechtigung hat ; ihre Kundgebungen sind Willkür, ihre Führer – Verführer, ihre Geführten – ein Jammer. Ganz abgesehen von  der neuzeitlichen Schande, der führenden Repräsentation  gottesvölkischer Gemeinschaften durch bekenntnis - und gehorsamssüchtige Personen, was in anderen Bekenntniskreisen kaum seinesgleichen finden dürfte, und wobei man nicht weiß, ob man sich mehr über die ehrvergessene Nachsicht der Geführten wundern soll oder über die anmaßende Taktlosigkeit der Repräsentanten, welche augenscheinlich die alten Befürchtungen  unserer Weisen hinsichtlich der Entwicklung im Goluß aufs traurigste bestätigt. Die bewußten Anhänger Gottkönigs  inmitten dieser Gemeinde werden sich nur einem wirklich übermächtigen Zugehörigkeitszwang  und auch dem nur mit zunehmend verbittertem Groll fügen. Sie werden das wahre Wesen der jüdischen Gemeinde nicht mit dem formenden Bestimmungen eines Landesgesetzes, dem sie etwa unterworfen  ist, verwechseln, sondern unverfälscht im Herzen und im Auge  behalten und, unbeirrt durch scheingemeindliche Arroganz, die Pflicht  zur echten Gemeindebildung als ihre Lebensaufgabe betrachten. Aber zur echter Gemeindebildung! …  



    Wie gehabt ist das Obenstehende eine Leseprobe und es freut uns hiermit   – in Beilagen –  der 2 .Teil einer weiterer Skizze (S. 81 bis 86) aus dieses rabbinische Meisterwerk vollständig zu liefern:

    Bijlagen:
    BRESLAUER Leo Uwakschu 81.jpg (129.9 KB)   
    BRESLAUER Leo Uwakschu 82.jpg (131.2 KB)   
    BRESLAUER Leo Uwakschu 83.jpg (118.6 KB)   
    BRESLAUER Leo Uwakschu 84.jpg (112 KB)   
    BRESLAUER Leo Uwakschu 85.jpg (118.6 KB)   
    BRESLAUER Leo Uwakschu 86.jpg (112.5 KB)   
    BRESLAUER Leo Uwakschu 87.jpg (117.6 KB)   

    16-08-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    15-08-2021
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    כי תצא

     

    בנפל אויבך אל תשמח, ובכשלו אל יגל לבך:

     

     


    „Wenn deine Feinde wie einer fallen, freue dich nicht; und wenn einer strauchelt, laß dein Herz nicht frohlocken.“

    (Mischle-Sprüche Salomos 24,17 Übersetzung Rabbiner Dr. WOLF, Köln a. Rh.)

     

    1.

    Juble nicht bei deinen Siegen,

    Über Feinde in der Schlacht;

    Wenn sie fallen, unterliegen,

    Fielen sie durch Gottes Macht.

    2.

    In dem Sinken sollst du reichen

    Ihnen mild die Bruderhand,

    Jede Feindschaft muß dann weichen,

    Wenn sich löst das Erdenband.

     

    Aus: Erbauungsbuch „Bibel- und Talmudschatz“ J.H. Kohn S. 426  13.Auflage Hamburg 5691 – 1931

     

    15-08-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    13-08-2021
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    Rabbiner Samson Raphael HIRSCH

    פרשת שפטים 

     

    Aus seinem Kommentar zur Wochenabschnitt  Schaufetim

     

     

    Kap.17 V.14  Wenn du zu dem Lande hinkommst, welches Gott, dein Gott, dir gibt, und du hast es in Besitz genommen und wohnst darin, so wirst du sagen: Ich möchte über mich einen König setzen, wie alle Völker, die um mich sind.

     

    Kap.17 V.14: …Wenn Du zu dem Lande, „welches Gott, dein Gott, dir gibt, gekommen sein wirst und hast es in Besitz genommen du wohnest darin – “, diese das Königskapitel einleitenden Worte sprechen in vorinhein unzweideutig aus, daß nicht zur Eroberung des Landes und nicht zur Entfaltung nach außen, die Bestimmung des jüdischen Königs sein soll. Es ist Gott, der Jissroél das Land gibt, Gott, unter dessen Beistand er das Land erobert und unter dessen Schutz sicher darin wohnt, wie dieser allein ausreichende Beistand, Schutz und Segen Jissroél wiederholt und wiederholt im Gesetze zugesichert ist, und auch von Moses in seinen die Eroberung des Landes vorbereitenden Ermahnungen wieder und wieder hervorgehoben worden. Dazu bedarf Jissroéll keine Königsmacht, dazu hat Jissroéll nur „Jissroél“ zu sein, hat sich nur als das pflichtgetreue Volk des göttlichen Gesetzes zu bewähren, hat nur den sittlichen Sieg über sich selber zu vollbringen, um des Sieges über die feindlich entgegenstehende Macht von außen gewiss zu sein. Prägnant spricht ספרי dies mit einem erläuternden Worte zu unsere Stelle aus: אשר ד' אלדיך נותן לך ,בזכותך, Gott gibt das Land dir, zu dessen Gewinnung bedarfst du keines Königs, brauchst du nur dich, dein eigenes selbst. In der Tat spricht auch die Halacha die Einsetzung eines Königs, als erst nach vollendeter Eroberung und Besitznahme des Landes, לאחר ירושה וישיבה, geboten aus (Kiduschin 37b) und weist dort ausdrücklich die Präsumtion zurück, als sei kriegerische Eroberungsmacht Zweck des jüdischen Königtums (siehe daselbst).

    …Die Beifügung: ככל הגוים אשר סביבתי wäre demnach zweifelsohne nur also zu fassen: wie alle Völker die Einigung aller nationalen Kräfte für die höchste nationale Wohlfahrt, die ihnen in Entfaltung einer möglichst großen Macht nach außen besteht, nur durch Unterordnung unter ein Oberhaupt erreichen, dem für diesen Zweck alle nationale Kraft zu Gebote gestellt ist, so wirst du das Bedürfnis fühlen, deine Einigung für deine höchste nationale Wohlfahrt, die dir aber nur in möglichst vollendeter Verwirklichung des göttlichen Gesetzes im Innern besteht, durch Unterordnung unter einen Oberhaupt zu gewinnen, das selber als erster gesetztreuer Jude in dem sittlichen Adel dieser Gesetztreue mustergültig voran leuchtet, mit dem Geiste dieser Bestimmung erfüllt, diesem Geiste alle Geister und Herzen in Erkenntnis, Gesinnung, Wort und Tat zu gewinnen und allem diesem Geiste sich Entfremdenden  mit der Macht seines Wortes, seines Beispiels und seines Ansehens entgegen zu treten hat, und dem du für diesen vorkämpfenden Schutz deiner nationalen Bestimmung in deinem Innern alle deine Kräfte zur Verfügung stellt.  Wie sehr dies die eigentliche Bestimmung des jüdischen Königs sein sollte, wie sehr durch ihn der mit der Dezentralisierung drohenden Gefahr der Entfremdung und Entfernung der vereinzelten nationalen Teile von der einen sittlich nationalen Gesamtaufgabe entgegenwirkt werden sollte, das bekunden die Geschichtsbücher des jüdischen Verfalls durch die bei besonders hervortretenden Momenten desselben wie פסל מיכה und פלגש בגבעה wiederkehrende Erläuterung: בימים ההם אין מלך בישראל איש הישר בעיניו יעשה (Richter 17,6. 18,1 19,1 und 21,28).

    In vollstem Gegensatz zu dieser ursprünglichen Bestimmung des jüdischen Königs stehen die Motive, aus welchen, und die Zwecke, für welche die erste Königswahl unter Samuel (Sam. I,8) geschah. Der Vorwurf in Samuels Rede ans Vol (daselbst 12,12): ותראו כי נחש מלך בני עמון בא עליכם ותאמרו לי לא כי מלך ימלך עלינו וד' אלדיכם מלככם lässt keinen Zweifel darüber zu, daß die Verteidigung gegen äußere Feinde, mit völliger Verkennung des nun in Gott ruhenden und von Gott zu erwartenden Landesschutzes, Motiv und Zweck dieser Königswahl gewesen. Sie wollten einen König nicht nur nach der Form, sondern im Sinne aller Völker, wie sich dies ja auch in der Forderung des Volkes (daselbst 8,20) unzweideutig ausspricht: ויאמרו לא כי אם מלך יהיה עלינו והיינו גם אנחנו ככל הגוים ושפטנו מלכנו ויצא לפנינו והלחם את מלחמתנו, wo das durch das folgende ויצא לפנינו וגו' erklärte ושפטנו מלכנו entschieden nicht im Sinne der inneren Rechtshandhabung, sondern der Rechtsvertretung, der Verteidigung nach außen gemeint ist, in welchem Sinne ja alle die zur Verteidigung der Unabhängigkeit des jüdischen Landes und Volkes aufgestandenen Männer: שופטים genannt werden, und – שפט את ja überwiegend: jemanden zu seinem Recht verhelfen heißt. …

    Für das in unserem Königskapitel besprochene erbliche Königtum war ja im eigentlichen Sinne die Zeit noch gar nicht gekommen. Die ausdrücklich gestellte Vorbedingung ירושה וישיבה war ja nur sehr unvollkommen erfüllt. Nicht vor vollendetem Eroberungswerk, nicht mit kriegerischem Lorbeer geschmückt sollte der erste jüdische Dynast den erblichen Königsthron besteigen. Die unter Gott und nur unter Gott in treuem Gottgehorsam geeinigte Nation sollte das Eroberungswerk vollbringen und das völlig eroberte Land unter Gottes leitender Anordnung verteilen. Daraus sollte der künftige jüdische König keinen Anspruch auf Macht huldigende Anerkennung für sich und seine Nachfolger herzuleiten vermögen. Erst wenn das ganze Land erobert und verteilt geworden und jeder sich auf seinem Acker fortan der für immer friedlichen Lösung der hohen jüdischen Lebensaufgabe hingegeben sehen würde, sollte, wie der symbolische Einigungspunkt im מקדש, so ein konkreter Träger dieser nationalen Einheit im Könige erstehen. Beiden Momente sollte ja ירושה וישיבה vorangehen, und nur eine Schlacht sollte der für die Friedensarbeit der jüdischen Nation berufene König schlagen, die letzte vor dem מקדש-Bau, die Schlacht gegen Amalek (Sanhedrin 20b), dann sollte nach dem jüdischen Königsideal sein Schwert für immer in der Scheide ruhen.

    Dies Ideal kam nicht zur Verwirklichung. Es gehört, wie das ganze Gottesgesetz, noch der Zukunft an.

    Bedeutsam erläutert ספרי unseren Text: אשר ד' אלדיך נותן לך בזכותך וירשת וישבת בה בשכר שתירש תשב das Land wird dir von Gott lediglich durch sittliches Verdienst, und du erlangst die dauernd gesicherte Niederlassung im Lande nur durch volle Erfüllung des Eroberungsgesetzes. Beides war nicht geschehen. Die Eroberung blieb unvollendet, und viel zu früh ließen sich die Stämme von den Reizen der Niederlassung bestimmen, einen großen Teil der Bewohner mit ihren polytheistischen Anschauungen und Sitten neben sich im Lande wohnen und rasch ließen sie sich zum Selbsthinfall an dieses verlockende Unwesen verleiten. Der Moment der Königswahl unter Samuel war in Wahrheit noch verfrüht. Es hätte erst gegolten, das durch Samuel begonnene Werk der sittlichen Rückkehr zum Gottesgehorsam zu vollenden und damit den Gottesbeistand zu der noch zu vollbringenden Gesamtbesitznahme des Landes zu erzielen. Stattdessen glaubte das Volk, beides entraten und die sittliche Besserung, sowie den Gottesbeistand durch ein erbliches kriegerisches Oberhaupt, wie alle Völker umher, ersetzen zu können, und darin lag das Vergehen.

    …Das glauben wir denn auch sei der Sinn der Worte'ר יהודא s im ספרי:והלא מצוה מן התורה לשאול להם מלך שנאמר שום תשים עליך מלך אשר יבחר ד' אלדיך בו ולמה נענשו בימי שמואל לפי שהקדימו על יום . Der Fehler lag in der Verfrühung der Königswahl. Sie forderten einen König in einer Zeit, die noch erst die Sicherstellung des Landesbesitzes heischte und forderten ihn daher „zu früh in ihrem (vermeintlichen) materiellen Interesse“ (על ידם wie: קיצץ אדם על ידי עצמו ע"י בנו ובתו הגדולים u.s.w. (B.M.93a) השוקל על ידי כהן וכו' השוקל על ידי עני וכו' (Schekalim I, 6 u.7) und sonst. Das ככל הגוים אשר סביבותי welches die Kommentare zum ספרי hinauf zu  על ידםlesen, gehört offenbar hinunter und leitet einen neue Erläuterungssatz ein. Es fehlt auch in der תוספתא zu Sanhedrin (Kapitel VI), wo dieser Ausspruch des ר' יהודא, gebracht wird und in der ספרי-Ausgabe mit הגהות הגר"א ווילנא ist auch die Interpunktion unserer Auffassung gemäß.  

    Wenn nun Sam. I. 8, 11 f. das Königsrecht, משפט המלך, als eine absolute Gewalt über Personen und Güter des Volkes geschildert wird, und, obgleich offenbar diese Schilderung die Absicht hatte, das Volk von der Wahl  eines solchen Königs zurückzuschrecken, was unzweideutig aus dem Bericht über den Mißerfolg dieser Schilderung die erhellt: וימאנו העם וגו' ויאמרו לא כי וגו' והיינו וגו' (daselbst Verse 19 u.20), dennoch nach einer als Halacha rezipierten Ansicht (Sanhedrin 20b) alle die dort geschilderte absolute Macht als die wirklich dem gewählten Könige zuständige Machtsvollkommenheit begriffen wird, כל האמור בפרשת מלך מלך מותר בו: so dürfte dies gleichwohl nicht das ursprüngliche Recht des im Sinne unseres Textes gebotenen Königtums sein. Einem Könige, wie das Volk von Samuel verlangte und seinem Verlangen nachgegeben wurde, einem Könige zu dessen Attribut im Sinne aller damaligen Völkerkönige vor allem die Entfaltung einer großen nach außen gefürchteten Kriegsmacht gehörte, einem solchen Könige mußte unbedingt nach dem damals geltenden Königsrecht der Völker eine absolute Gewalt über Gut und Blut seiner Untertanen eingeräumt werden. Eine solche absolute Verfügung über Menschen und Güter der Nation war unumgänglich, um jederzeit die gesamte Nationalkraft zur schlagfertigen Kriegsbereitschaft entbieten zu können und, indem das Volk mit vollem Bewußtsein einen solchen mit den Attributen der Völkerkönige bekleideten König für die Zwecke der Völkerkönige verlangte und wählte, begab es sich allerdings einem solchen nunmehr eintretenden Königtum gegenüber aller Selbständigkeit, und כל האמור בפרשת מלך מלך מותר בו, und alles in der samuelischen Verwarnung Enthaltene stand fortan den jüdischen Königen rechtlich zu.

    Daß eine solche Königswahl nicht im ursprünglichen Sinne des göttlichen Gesetzes lag, daß der Forderung nur zum Erziehungszwecke der Nation nachgegeben wurde, damit sie, die darin ihr Heil erblickte, auch das einmal in bitterer Erfahrung kennen lernen möchte, das spricht noch das Prophetenwort (Hoseas 13, 9-11) mit bitteren Ernste aus: שחתך ישראל כי בי בעזרך, אהי מלכך אפוא ויושיעך בכל עריך ושפטיך אשר אמרת תנה לי מלך ושרים, אתן לך מלך באפי ואקח בעברתי, „dein ist das Verderben, denn in mir warst du in deiner Hilfe. Wo ist dein König nun; wo daß er dir helfe in allen deinen Städte! Und deine Richter, der du gesprochen: gib mir einen König und Fürsten! Ich gab dir einen König in meinem Unwillen und nahm ihn in meinem Zürnen.“

    Unter den auf Grund dieses Volksaktes gewählten Königen fand sich einer, der neben der kriegerischen Tüchtigkeit der siegreichen Volkes- und Landesverteidigung sich gleichzeitig mit dem geistigen Ideale eines jüdischen Königs „nach dem Herzen Gottes“ so erfüllte, daß er wie kein anderer vor ihm und nach ihm die ganze Fülle jüdischer Menschen- und Volksbeziehungen zu Gott in begeisterten und begeisternden Gedanken- und Empfindungstönen also hinaussang, daß er mit seinen Gesängen der eigentliche Schöpfer und Träger des jüdischen Volksgeistes geworden, und noch heute, und weit über den jüdischen Kreis hinaus, unmittelbar oder mittelbar auf den Schwingen seines Wortes jedes Gemüt zu Gott emporträgt, das Erkenntnis und Stütze von Gott und in Gott sucht – diesen König David den Jisaiden, in welchem die Doppelseite des jüdischen Königtums, das Schwert und die Leier, die geistige Trägerschaft der Nation neben deren siegreichen Verteidigung nach außen in so eminenter Weise in die Erscheinung trat; daß ein von seinem Geiste geweckter Nationalsänger ihn geradezu eine מציאה, einen „Fund“ nannte, den Gott für den Dienst seines Werkes gefunden, מצאתי דוד עבדי (Ps. 89,21), ihn weihte Gott zur königlichen Stammeswurzel bis in die späteste Zukunft hin, die einst mit der vollen Verwirklichung des göttlichen Gesetzes auch die reine Verwirklichung des Gesetzeskönigs in Jissroél bringen wird, und noch der Mann dieser jüdischen Zukunft, der einstige Heranbringer dieser Wirklichkeit, auf dem ruhen wird der Geist Gottes, der Geist der Weisheit und der Einsicht, der Geist des Rates und der Stärke, der Geist der Gotteserkenntnis und der Gottesfurcht, dessen Wort zum erdgebietenden Szepter sich gestalten wird, und vor dessen Geist die Gesetzlosigkeit erstirbt, der das Recht und die Treue also zur Herrschaft bringen wird, daß der „Wolf“ neben dem „Schafe“ und der „Tiger“ neben dem „Böckchen“ ruht, daß auf der zum Berge des Gottesheiligtums emporstrebenden Erde keine Bosheit, keine Unsittlichkeit mehr verübt wird, weil die Erde voll sein wird von der Gotteserkenntnis, wie das Wasser des Meeres Bette deckt – diese späte edelste Verwirklichung eines jüdischen Gesetzeskönigs wird noch ein Reis sein aus dem scheinbar gefällten Jisaisstamm und ein langbewahrter Sproß auf seinen bis dahin nachtbedeckten Wurzeln – (Jesajas 11).

    Allein, wie die kriegerische Seite seines Königtums David die Würdigkeit entzog, Gott sein Gesetzesheiligtum zu bauen (Chron. I. 22,8) und dieses seinem Sohne verblieb, dem er den siegreich erstrittenen Frieden als Erbteil hinterließ, so wucherte diese Seite eines Königtums „nach Völkerart“ bei diesem seinen Sohne selbst in den Frieden über, und „Salomo“, der geistig große Davidssohn, der Friedensfürst, der mit seiner Weisheit sein Volk erleuchtete und die Völker weithin zur Bewunderung hinriß, setzte sein Ideal nicht in die geistige und sittliche Hebung und Vollendung seines Volkes, sondern in die Friedensnachahmung der „Könige nach Völkerart“, deren Töchter er freite und die er in die Pracht und Üppigkeit zu überstrahlen wetteiferte und, indem er die drei Paragraphen des hier folgenden Königsgesetzes brach, „viele Rosse und viele Frauen und viele Schätze“ zu besitzen suchte, legte er selbst den Grund zum Untergang des Heiligtums, das er der dem Gottesgesetz     erbaute. An dem Tage – spricht eine alte Überlieferung –, an welche Salomo die Pharaonentochter heimführte, stieg Gabriel, „der Bote der Gottesmacht“, nieder und pflanzte einen Stab ins Meer und daran setzte sich der Grund an, auf welchem die große Stadt Roma erbaut  wurde. בשעה שנשא שלמה את בת פרעה ירד גבריאל ונעץ קנה בים והעלה שירטון ועליו נבנה כרך גדול של רומי (Sanhedrin 21b nach der Leseart im ילקוט).

    13-08-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    12-08-2021
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    Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH

                  (1833 – 1900)

     

     הפטרת פרשת שפטים

     

       Aus dem Kommentar zur Haftoro des Wochenabschnittes SCHAUFETIM

    (Auszüge)

     

    … …

    V.14 צעה und מהר sind Gegensätze. Jissroél, das scheinbar zurückbleibende, nicht „rasch vorwärtskommende“, geht schließlich noch am frühesten seine Erlösung entgegen; über alle ihm bereiteten Fallen, Gruben und Gefahren, das ist שחת, hebt sein Gott es hinweg, und Er trägt auch Sorge dafür, daß: ,לא יחסר לחמו daß es auch vor der Erreichung des Zieles nicht zu darben braucht.

     

    V.15 Jedoch nicht bedingungslos ist diese Verheißung. In dem Hinweis „dein Gott“ liegt die ernsteste Mahnung zur Rückkehr in allem, wo gefehlt wurde. Nur wo diese Bedingung erfüllt wird, ist kein Grund zum Zagen. Gott hat die Geschicke noch im letzten Augenblick in seiner Gewalt. Wenn du dich seiner Gnade würdig machst, so „gebietet erden Wogen des Verderbens Einhalt noch in dem Augenblicke, da sie über dich zusammenzubrechen drohen“ – denn: „ה' צבאות ist sein Name.“  Hier in doppelter Beziehung zu fassen: alle Wesen, auch die in seinem Dienste dich gefährdenden, gehorchen ihm, und: nur derjenige darf auf ihn hoffen, der sich in Wahrheit in seinen Dienst stellt.

     

    V.16. ואשים דברי בפיך וגו'. Da Gott Jissroél zum Träger Seiner Worte machte, es an die Menschheit sandte mit jener Lehre von der Gotteskindschaft aller Menschen, unabhängig von Rasse und Religion, von der gegen sie ausnahmslos zu übenden Gerechtigkeit und Liebe als höchster Liebespflicht, mit der Lehre von dem Einen Gotte, der seine Menschenkinder weder in Schlamme der Unsittlichkeit noch in der Verherrlichung der Gewalt vergossenen Strömen Blutes zu Grunde gehen lassen will – : da wußte Er, daß sein Volk mit dieser Lehre inmitten einer Gewalt vergötternden Völkermenge auf erbitterten Haß und fortgesetzte Anfeindung gefaßt sein müsse. Sollte es doch den Maßstab des Sittlich-Guten und Wahren überall da anlegen, wo sonst nur die Nützlichkeit, das Interesse entschied und entscheidet und vor allem der Erfolg angebetet wird. Deshalb heißt es hier: da ich dich mit einer die Gefahren so geradezu herausfordenden  Sendung hinaussandte, da hatte ich dich bereits von vornherein mit dem ganz besonderen Schutze meiner Waltung ausgestattet. Habe ich dich doch bestimmt:

     

    לנטוע שמים וליסוד ארץ! In diesen vier Worten ist der ganze Inhalt des Judentums zusammengefaßt. Überall sonst sind in den Religionsvorstellungen der Menschen Himmel und Erde; Himmliches und Irdisches, Göttliches und Menschliches, Geistiges und Weltliches unversöhnliche Gegensätze. Wer den Himmel will, muß die Erde aufgeben. Das Diesseits ist der Feind des Jenseits, und ebenso umgekehrt. Als Inhalt des Judentums wird demgegenüber hier gelehrt: Nicht ein feindlicher Gegensatz besteht zwischen  dem Himmlischen und den Irdischen, des Zeitlichen und mit dem Ewigen, liegt des Menschen Heil. Den Himmel auf Erden bringen will das Gottesgesetz. Nicht Weltflucht sondern Aneignung, Gewinnung der Welt für das Göttliche ist sein Grundgedanke. Diese „Pflanzung des Himmlischen in den Boden des Irdischen“ bewirkt aber keine Verkümmerung des Irdischen, vielmehr gewinnt diese erst dadurch Festigkeit und Dauer. So pflanzen alle die Gesetze der Gerechtigkeit und der Nächstenliebe die göttlichen Saaten des Heiles in den Boden der großen und kleinen Welt, die die Beziehungen des Menschen zum Menschen in ihrer unendlichen Mannigfaltigkeit darstellen. Und erst durch das Aufgehen dieser Saaten gewinnen diese sonst ewig schwanken Verhältnisse ihre eigentliche „Grundlage“, יסוד, als die Bedingung ihrer Festigkeit und Dauer. Ebenso wird durch jede Verwendung irdischer Habe zur Förderung von Menschenglück und Menschenwohlfahrt das Irdische selbst als Hülle und Werkzeug des Geistes gehoben und der sinnliche Genuß selbst dem Bereiche des Tierlebens enthoben und menschlich geadelt und geweihet. Nicht Ertötung und nicht Entfesselung, sondern Beherrschung der Sinnlichkeit ist das Ziel dieser Gesetze. Denn ein Doppelwesen, ein göttlicher Funke in irdischer Hülle, ist der Mensch. Erst die harmonische Gestaltung des Lebens, die beiden Seitengerecht wird, schafft den Frieden, den jeder widernatürliche Zwang vergebens erstrebt. – –  (Jes. 26,3)

     

    ולאמור לציון עמי אתה. Denn Gott will das ganze Leben, nicht bloß eine Seite desselben. Denn nicht eine „Religionsgemeinschaft“, bei der bloß die Momente des im engeren Sinne so genannten „gottesdienstlichen“ Lebens nach besonderen Normen bestimmt werden, sondern: „mein Volk bist du“ – ein Volk, das in ausnahmslos allen Beziehungen des Einzeln- wie des Gesamtheits-, des „bürgerlichen“ wie des „religiösen“ Lebens das Gepräge der Gotteshörigkeit trägt. – Es ist das die einfache Konsequenz des eben ausgeführten Satzes vom „Pflanzen des Himmlischen in den Kreis des Irdischen“.

    … …

    Kap.52. V. 11 und 12 lenken wieder den Blick auf den großen Weg zurück, der zu diesem Ziele führt und auf die besonderen Aufgaben, die er Jissroél bringt. Die erste dieser Aufgaben heißt: סורו וגו' sich zurückhalten, fern halten, damit es nicht angesteckt werde von der sittlichen Rohheit seiner Umgebungen. Allem Edlen und Guten seiner Menschenbrüder innig zugewandt; in dem es ja so oft so glücklich ist nur die aufgegangenen Blüten der von ihm gebrachten Saaten zu begrüßen, soll es stets der Sorge eingedenk bleiben: טמא אל תגעו, sich durch kein Beispiel verführen zu lassen: „das Unreine berühret nicht!“ –

     

    Der zweite große Mahnruf lautet: Denkt an eure Lauterkeit! Haltet euch lauter! Ihr seid Träger des Werkzeugs Gottes! Jedem Juden wird es damit aufs eindringlichste als ernsteste Pflicht ausgesprochen, sich selbst den strengsten Richter zu sein. Er kann sich vor seinem Gotte nie damit entschuldigen, andere seien in der Hochhaltung der Gewissenhaftigkeit in den Beziehungen zwischen Mensch und Mensch, in der Übung der Pflichten der Rechtschaffenheit und Nächstenliebe auch nicht besser. Gesteigerte, nicht geminderte Pflichttreue fordert der jüdische Beruf. Nicht bloß äußere Legalität, Loyalität fordert das Judentum. Nicht mit knapper strenger Innehaltung  der scharfen Linien äußerer Gesetzlichkeit darf er sich begnügen. Das wackere Tatenleben soll der Ausfluß einer edlen, lauteren Gesinnung sein, wie sich nach dem Worte der Thora der Gottesliebe entspringt.  Dieses hohe Gefühl seiner Verantwortung als Menschheitspriester soll den Juden nie verlassen, er ist ja „Träger göttlichen Werkzeugs“. Diese כלי ה', „Werkzeug Gottes“ sind die Pflichten, die er zu üben, die Lehren, mit denen er sich zu durchdringen hat. Würde sein Leben mit die Pflichten, die er zu üben,  mit dieser Pflichtübung und diesen Lehren nicht im Einklang stehen, würde er die unbestechliche Geradheit, jene Rechtschaffenheit und Biederkeit, jene Nächstenliebe, zu denen ihm sein Judentum erziehen will, nicht im praktischen Leben ausnahmslos seinem jüdischen wie seinem nichtjüdischen Menschenbruder gegenüber bewähren, so würde er ja dieses „Werkzeug Gottes“ entehren, er würde dieses Werkzeug, mit dem er die Menschheit Gott zurückgewinnen soll, selbst jeder Kraft berauben, das lebendige Gotteswort würde „durch seine Hand“, d.h. durch sein Tatenleben, wie das Gotteswort es nennt „zur Leiche!“. Daher kommt es, aß nach jüdischer Anschauung eine gegen einen Nichtjuden geübte Unrechtfertigkeit vor Gott vor Gott noch  schwerer wiegt als die gegen einen Juden geübte.

    …

     

    (Die Haftoroth übersetzt und erläutert, Frankfurt am Main 1896: S. 11-13  Kommentar zu Jesajas Kap. 51 V.12…) 

    12-08-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    11-08-2021
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    Rabbiner Dr. Salomon BREUER

                    (1850 – 1926)

     

    שפטים

     

    Belehrung und Mahnung zur Wochenabschnitt

    SCHAUFETIM

    (Auszug)*

     

    * Diese Abschiedsrede (gehalten im Jahre 5656/1896, in der Absicht, das Rabbinat der Schiffschul-Gemeinde in Wien überzunehmen) empfing 30Jahre später den Charakter eines ergreifenden Vermächtnisses und würde aus diesem Grunde dieser Sammlung eingereiht.

    …

    Und nun  scheide ich von Ihnen, meinen Brüdern und Schwestern, scheide von dieser Gemeinde, die mich der großen Ehre gewürdigt hat, Gesetzeslehrer in ihrer Mitte zu sein – aber in diesem Scheiden liegt nichts ungewöhnliches. Der einzelne, und mag der der Bedeutendste sein, unterliegt im Leben der Gemeinde dem Wechsel und der Vergänglichkeit, nur die Gemeinde als solche kennt den Tod nicht und spottet der Vergänglichkeit. Als daher Mosche von seinem Volke Abschied nahm, richtete er, nach den Worten der Weisen, die Aufmerksamkeit seines Volkes auf die Vergänglichkeit der Führer und die Unvergänglichkeit der Gesamtheit: אתם נצבים Ihr seid die Bleibenden! עשאן מצבה er machte sie zum Zeiten überdauernden Denkmal des Gottesgesetzes auf Erden. Und wie Mosche, so handelten Jehoschua und Schemuel, als sie von ihrem Volke Abschied nahmen. – Auf den Führer, und mag er selbst ein Mosche sein, kann auf die Dauer nicht gerechnet werden, die Gemeinde ist die מצבה, die allen Wechsel überdauert. Weil aber bei jedem Wechsel des Führers in der Gemeinde gar leicht die Gefahr eines Prinzipienwechsels droht, hat gerade in solchen Zeiten die Gemeinde als  מצבהsich zu bewähren, die mit eiserner, unerschütterlicher Festigkeit allen Gefahren zu begegnen und nicht zu ruhen hat, bis ihr der Führer geworden, in dessen Hände sie vertrauensvoll ihre heiligsten Güter legen kann.

    אתם נצבים rufe ich auch Ihnen, meine Brüder und Schwestern, zu! Oh, daß ich die Kraft hätte, Sie allen mit dem großen Bewußtsein der heiligen Aufgaben und Pflichten zu erfüllen, die Ihrer nunmehr harren, daß Sie als מצבה sich bewähren möchten, um mit eisernen, unerschütterlichen Festigkeit die heiligen Güter zu schützen, deren Hut Ihnen anvertraut ist! Mehr als irgend einer Gemeinde erwächst unsere Kehilla die teuerste, heiligste Pflicht, als מצבה sich zu bewähren.

    השביעני במרורים הרוני לענה klagt der Prophet: „Er hat mit Bitterkeit mich gesättigt, mich getränkt mit Wermut“ (Echa 3,15) ממה שהשביעני במרורים בלילי פסח הרוני לענה בליל ט"ב kommentieren die Weisen: die Moraursättigung der Peßachnacht hat mir Wermut gegeben in der Nacht des Tischo-B’aw. – Der Gedanke dürfte folgender sein. Der Verlust eines über Nacht, mühelos gewonnenen Schatzes schmerzt lange nicht so sehr wie der Verlust eines Schatzes, den man durch die Kraft und Mühe errungen hat; diesen verlieren zu müssen, für dessen Erwerb keine Mühe zu groß war und keine Sorgen erspart blieb, schmerzt bis tief in der Seele. Das gilt auch für den Verlust unserer staatlichen Selbständigkeit und unsrer Heiligtümer, die wir jährlich am Tischo-B’aw beweinen. Wie schwer war doch der Leidensweg, auf dem wir sie errungen: וימררו את חייהם das Moraur der Sederabende erzählt von dem bitteren Leidensweg des mizrischen Galuth, auf dem wir zum Volke wurden und dadurch in den Besitz der heiligsten Güter gelangten. Umso größer der Schmerz, nun trotzdem das alles eingebüßt zu haben: השביעני במרורים הרוני לענה das Moraur der Sederabende hat uns die Bitterkeit der Tischo-B’aw-Nacht nur noch erhöht! –

    Unter schweren und bitteren Kämpfen, unter Moraur-Sättigung sondergleichen ist der Boden erstritten worden, auf dem unsere Kehilla unter Gottes Hilfe sich erhebt, unter unendlichen Kämpfen, mit מסירת הנפש sind die Güter errungen worden, die unsere Kehilla zum Segen gereichten und ihr die Geltung in der großen jüdischen Welt bereiteten. Unsagbar bitter, ja äußerst schmerzlich wäre es, wenn man sich sagen müßte, daß von allen diesen herrlichen Gütern auch nur eines verloren gehen oder gar die Grundlage, auf der unsere Kehilla sich erhebt, ins Schwanken geraten und dem verhängnisvollen פוסח על שתי הסעפים Platz machen könnte!

    אתם נצבים, עשאן מצבה Siehe aber, dessen bin ich gewiß,  werden sie als unvergängliche, nicht zu erschütternde מצבה erweisen, werden sich mit aller Kraft dafür einsetzen, aß das heiligste Gut Ihrer Kehilla, das heiligste, köstliche Vermächtnis Ihrer Väter ע"ה unversehrt einst auch Ihren Kindern überantwortet werde, auf daß Sie, wenn Sie einst nach einem langen, gesegneten Leben der Pflicht von Gott heimgerufen werden zu Ihren Vätern, von ihnen als ihre Kindern Kinder ihres Geistes und Wollens, erkannt werden. – Dann wird es Ihnen auch gelingen die Aufgabe zu lösen, die Ihrer harrt und deren Lösung zu keiner Zeit leicht war, die selbst einem Mosche schwerste Sorge bereitete, יפקד ה' אלקי הרוחת לכל בדר איש על העדה daß Sie mit Gott dieser Gemeine einen Mann, Heiligtümer anvertrauen kann, der mit der Helle seines Geistes, mit der Größe seines Wissens und der Festigkeit seines Willens das fortsetze und vollende, was zu verwirklichen meiner schwachen Kraft nicht beschieden war.

    So scheide ich denn von Ihnen, meine Brüder und Schwestern, scheide von dem Amte, an dem ich mit jeder Faser meines Herzens hing, scheide von der Gemeinde, deren Wohl und Wehe Gegenstand meiner ängstlichsten Sorge war: Dank der verehrlichen Verwaltung unserer Gemeinde für das Vertrauen, das sie mir entgegenbrachte, Dank den verschiedenen Kommissionen, vor allem der Jeschiwa-Kommission, den Männern und Frauen, die der Förderung des למוד התורה verständnisvoll ihre Kraft geliehen, unterstützen, Dank allen Freunden, die mich in meinem heiligen Amt tatkräftig unterstützten, Dank meinen etwaigen Gegnern, die mich in meiner Überzeugungstreue nur bestärkten und den Beweis mir gaben, daß ich den rechten Weg gegangen. – Mit dem Gefühle unaussprechlicher Ergriffenheit nehme ich Abschied von dieser heiligen Stätte, Abschied von allen Brüdern und Schwestern, den anwesenden und abwesenden, die als Glieder unserer Kehilla sich begreifen. – Und wenn Sie meiner nicht ganz vergessen möchten, dann haben Sie Nachsicht mit einem schwachen Menschen, der gar vieles gewollt und erstrebt und doch nicht alles verwirklichen konnte, der aber mit dem beglückenden Bewußtsein scheiden durfte, das Seine voll und ganz getan zu haben. –

    ה' אלקי אבותכם יסף עליכם ככם אלף פעמים ויברך אתכם Gott segne euch alle, alle, gebe euch Kraft und Mut und Ausdauer, daß ein jeder von euch freudig auf dem Posten ausharre und seine Pflicht erfülle, die Gott von ihm erwartet. Dient aber euer Leben und das Leben eurer Kinder den heilig großen Zielen, die ה' צבאות seinem Volke gesteckt, dann dürft ihr voll Vertrauen euch der Führung eures Gottes hingeben nach der Prophetenbotschaft unserer heutigen Haftora: „Nicht in Eile braucht ihr hinauszuziehen, nicht in fluchtähnlicher Hast dahinzugehen, denn es wandelt vor euch Gott, und der eure Nachhut bildet, ist Gott Jissroéls“ כי לא בחפזון תצאו ובמנוסה לא תלכון כי הלך לפניכם ה' ומאספכם אמן – אלקי ישראל .

     

     

    Quelle: Rabbiner Dr. Salomon BREUER  Belehrung und Mahnung fünfter Teil Deuteronomium  J.Kaufmann Verlag Frankfurt am Main 1936 S.30-39

    11-08-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    10-08-2021
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    Rabbiner Dr. Salomon BREUER

                    (1850 – 1926)

     

    Der Elul- Schaufor

     

    (Auszug aus Belehrung und Mahnung zur Wochenabschnitt EKEW  עקב

    Die dargebotene Predigt datiert aus August 1914, beim Ausbruch des Ersten Weltkrieges)


    ... 

    הכל מוכן לעשות תשובה Gott wartet, daß wir den Weg zu ihm zurückfinden. Meine Brüder und Schwestern! Die erchütternden Ereignisse der letzten Wochen sind dem Elul-Monat, den der heutige Sabbath verkündet, vorausgeeilt: In den Gottesschofar des Krieges, unter dem eine Welt erbebt, tönt der Schaufor des heraufziehenden Elul-Monats. Wehe uns, wehe dem Menschenkreise, den „Gott aus Mizrajim emporgeführt“ und der seitdem berufen ist, in allen historischen Ereignissen die geheimnisvoll schaffende Waltung Gottes zu erblicken und auch in allem Weh und Leid die gerecht erziehende Gottesfügung zu verehren, wehe uns, wenn selbst in solcher Zeit; wie wir sie erleben, der Prophet (Amos 3) ankämpfen muß wider den verhängnisvollen traurigen Wahn, der Zufall nur sieht, wo jedes sehende Auge das Schreiten Gottes durch die Geschichte bebend erschaut! אם יתקע שופר בעיר ועם לא יחרדו, אם תהיה רעה בעיר וה' לא עשה „Es erschallt der Schaufor in der Stadt, und das Volk hätte nicht zu erbeben? Unglück kommt über die Stadt, und da hätte nicht Gott es bereitet?“ – 

    Meine Brüder uns Schwestern! אם יתקע שופר בעיר Mit erhöhter Eindringlichkeit ergeht der Weckruf des Elul-Schaufors an jede empfängliche jüdische Seele, denn unendliches Weh ist ihm bereits vorangegangen. Nur die wahrhafte Beherzigung des Elul-Schaufors vermag uns die Kraft zu geben, daß wir nicht unter der Schwere des Leides erliegen, das Gottes gerechte Waltung uns zu tragen gegeben. Laßt uns ankämpfen wider das Leid, das durch die Welt zieht ותשובה ותפילה וצדקה מעבירין את רוע הגזרה Nur in der aufrichtigen Rückkehr zu Gott liegt unsere Rettung; aus den unerschöpflichen Kraftquellen der Gebete, zu denen unsere Gotteshäuser uns laden, strömt uns alleinige Aufrichtung und wahrhafter Trost; in Werken allumfassender Menschenliebe, zu denen die Not und das Elend, die Sorge und die Verzweiflung jedes abrahamitisches Herz aufrufen, winkt uns die Möglichkeit, vor aller Welt zu zeigen, daß wir den jüdischen Namen mit Ehren tragen. Wenn uns der Elul-Schaufor in dieser leidensschweren Zeit nicht vergebens ruft, wahrzumachen, was das עקב תשמעון von uns allen fordert, dann haben wir das Recht, der Prophetenbotschaft unserer heutigen Haftora (Jes. 50,10) zu vertrauen, eine Botschaft, dessen ewigen Wahrheit sich dann auch an uns erfüllen wird: מי בכם ירא ה' שמע בקול עבדו אשר הלך חשכים ואין נגה לו יבטח בשם ה' וישען באלקיו „Wer unter euch Gott fürchtet, hört auf die Stimme seines Dieners, und wandelte er auch in Finsternis, ohne daß ein Lichtstrahl ihm wäre – er vertraue auf Gottes Namen und stütze sich auf seinen Gott“ (ילקוט מכירי) מי היה בצרה וקראני ולא עניתיו, מי היה בחשכה ולא הארתי לו. Wir werden jene Botschaft in dem Sinne erleben, wie sie unsere Weisen uns gedeutet: „Wer wäre je in der Not gewesen und hätte zu Gott gerufen, ohne daß er Erhörung gefunden, wer in Finsternis, ohne daß Gott ihm geleuchtet hätte?“ – Diese Hilfe inmitten aller Not und Leidensschwere, dieses Licht inmitten tiefster Nacht – Gott ist bereit, seinen Beistand denen zu leihen, die sich sehnen nach der Stärke, die von seiner Thora ausgeht, sich sehnen nach dem Frieden, den sie allein unserem Leben zu spenden vermag ה' עוז לעמו יתן ה' יברך את עמו בשלום.

     

    Quelle: Rabbiner Dr. Salomon BREUER  Belehrung und Mahnung fünfter Teil Deuteronomium  J.Kaufmann Verlag Frankfurt am Main 1936 S. 16-23

    10-08-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    09-08-2021
    Klik hier om een link te hebben waarmee u dit artikel later terug kunt lezen.Rabbiner Dr. Leo BRESLAUER „Ein jüdisch-geschichtlicher Wegweiser“ (15)
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    Rabbiner Dr. Leo BRESLAUER

                 (1894-1983)

     

    ובקשו

     

    „Ein  jüdisch-geschichtlicher Wegweiser“ von  Leo BRESLAUER. Frankfurt am Main  5695/1935




     

    29.     Gemeinde

    „ Indem das Schicksal des zukünftigen Gottesstaates auf den Schultern jedes Juden und jeder  Jüdin ruht, obliegt jedem einzelnen eine Gemeinschaftsaufgabe. Den uralten, unverlierbaren Adel unserer Mamlecheß-Kauhanim-w‘ gauj-kodausch-Bestimmung trägt jeder nur als Glied des Gottesstaatvolkes. Diese Einsicht verlangt notwendig eine erziehende und dienende Gemeinschaft bewußter Golusjuden! – Gemeinschaft der J’rei’m.

    Was die Logik gottesstaatlichen Denkens fordert, das lehrt auch der Weg des Lebens, die Wahrheit der Tauro und der Spruch der Geschichte.“ 

    Wie gehabt ist das Obenstehende eine Leseprobe und es freut uns hiermit   – in Beilagen –  der 1 .Teil einer weiterer Skizze (S. 71 bis 80) aus dieses rabbinische Meisterwerk vollständig zu liefern:

    Bijlagen:
    BRESLAUER Leo Uwakschu 71b.jpg (35.9 KB)   
    BRESLAUER Leo Uwakschu 72.jpg (133.9 KB)   
    BRESLAUER Leo Uwakschu 73.jpg (123.2 KB)   
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    09-08-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    08-08-2021
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    שפטים

     

    אלקים נצב בעדת א-ל בקרב אלקים ישפט:

     

     




    „Gott steht in jedem Gotteskollegium, inmitten von Richtern hält er Gericht.“

    (Psalm 82,1 Übersetzung Rabbiner Samson Raphael HIRSCH)

     

    1.

    Behandle stets nach Billigkeit

    Den Angeklagten im Gericht,

    Und schlichte nach dem Recht den Streit,

    Daß Recht auch sei dem Bösewicht.

    2.

    Denn wisse,  daß der Ewige weilt,

    Wo Richter ihren Sitz erkoren,

    Und daß die Strafe sie ereilt,

    So sie den Pfad des Rechts verloren.

     

    Aus: Erbauungsbuch „Bibel- und Talmudschatz“ J.H. Kohn S. 421  13.Auflage Hamburg 5691 – 1931

     

    Die beste Anschrift für antiquarische Judaica:

    Antiquarische Buchhandlung „Spinoza“ in Amsterdam

    Inhaberin: Frau Manja BURGERS

    http://www.spinozabooks.com

    08-08-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    06-08-2021
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    Rabbiner Samson Raphael HIRSCH

     פרשת ראה

     Aus seinem Kommentar zur Wochenabschnitt Reéh :

     

    Kap.14,2 Denn eine heilige Nation bist du Gott, deinem Gotte, und dich hat Gott erwählt, ihm zu einer ausschließlich ihm gehörende Nation zu werden aus allen Nationen, die auf dem Erdboden hin sich befinden.

     

    Kap. 14, V.2:  כי עם קדוש אתה וגו', nicht גוי קדוש in ihrer Einheit nach außen, sondern עם קדוש eins in ihrer inneren vielgliederigen sozialen Gestaltung, jedes Glied dieses Gott hörigen Volksvereines gleich heilig, gleich unmittelbar zu Gott stehend, und eben diese ausschließliche Gotteshörigkeit eines Menschenvereins und der Aufbau eines ganzen sozialen Volkslebens auf der Basis dieser ausschließliche Gotteshörigkeit, ist eben die Bestimmung, für welche Gott dich erwählte. סגלה (siehe 2 B.M.19,5).

    Jebamoth 13b u. 14a. wird das Verbot לא תתגודדו, machet keine Schnitte in euren Körper, auch auf den Nationalkörper bezogen und daran die Lehre gelehrt: לא תעשו אגודות אגודות, auf dem Boden der Gesetzerfüllung die Einheit zu erhalten und in verschiedene Gemeinschaften, nicht zu „Spaltungen“ führen zu lassen. In der Tat heißt ja auch ein gesonderter Haufe, eine detachierte Heeresabteilung: גדוד und לא תתגודדו kann ebenso wohl heißen: sondert, teilt euch nicht in Parteien, Gruppen.

    Wäre doch, wenn unsere Auffassung hinsichtlich der פ-wurzeln richtig ist, אגד selbst nichts anders als א גד: zu einer besonderen Einheit sondern. Das Zeitwort sich in Haufen sammeln, in gesondertem Haufen auftreten, kommt nur im Kal von גוד oder גדד vor: יגוד עקב ,גדוד יגודנו (1 B.M.49,19) und יגדו על נפש צדיק (Ps.94,21). Darauf beruht, wie uns scheint (Jebamoth 13b), die Bemerkung: א"כ לימא קרא לא תגודו und glauben wir לא תגודו, oder לא תגדו lesen zu müssen. Um bloß die Parteiung zu verbieten, hätte לא תגודו genügt…

    Demnach wäre hier zugleich die Mahnung gegeben, durch Meinungsdifferenzen in Gesetzesauffassungen und Folgerungen aus dem Gesetze keine Spaltungen innerhalb eines einheitlichen Gemeinwesens entstehen zu lassen, daß sich nicht ein Teil desselben um die Vertreter der einen Ansicht und ein anderer Teil um die Vertreter der anderen Ansicht gruppieren, כגון ב"ד בעיר אחת פלג מורין כדברי ב"ש ופלג מורין כדברי ב"ה, und dadurch die אגודה אחת des einheitlichen Gemeinwesens zu אגודות אגודות werde; vielmehr sollen alle derartigen Meinungsverschiedenheiten auf Grund der von dem Gesetze selbst für solche Fälle getroffenen Entscheidungsregeln zum Austrag gebracht und die Einheit der Gesetzespraxis erhalten werden, soweit dieselbe durch das Gesetz normiert ist.

    Unter Verwirklichung der von diesem Gesetze geschaffenen Institutionen war im großen Ganzen für eine übereinstimmende Einheit der Gesetzpraxis gesorgt. Durch die Kap.17,18 f. eingesetzte oberste Gesetzautorität war, wie wir dort zu entwickeln haben werden, eine endgültige Austragung einer jeden Meinungsdifferenz hinsichtlich der Interpretation oder Folgerung aus dem Gesetze gegeben. In der Tat war auch über zwölfhundert Jahre, bis in die ersten Jahrhunderte des zweiten Tempels, eine völlige Übereinstimmung in der Gesetzespraxis erhalten. Eine einzige Differenz war unausgetragen, und diese betraf nur die Tragweite einer rabbinischen Präventivbestimmung: משתמש בבעלי חיים für die Ausübung der סמיכה-Mizwa am י"ט (siehe Chagiga 16 a. und b.). Selbst Hillel und Schammai differierten nur hinsichtlich dreier Momente, wovon nur eines Präventivbestimmungen betraf, die beiden anderen aber ebenfalls nur auf rabbinische Präventivbestimmungen sich bezogen (siehe Sabbat 15a). Erst als in den Zeiten ihrer Schüler mit den politischen Wirren Klarheit und Muße den Jüngern der Gesetzeswissenschaft schwand, und mit dem Hereinbruch der Katastrophe des staatlichen Untergangs Druck und Verfolgung und Zerstreuung der Zusammenhang zerstreuter Gemeinden mit dem Zentrum des nationalen unterbrachen, erst da mußten naturgemäß unausgetragene Zweifel und Meinungsverschiedenheiten in Überlieferung und Auslegung des Überlieferten, und ebensomit auch örtliche Verschiedenheit des Gesetzespraxis entstehen, Zustände, die erst wieder durch die Wirksamkeit des R. Jehudi Hanaßi durch Sammlung, Sichtung, Austragung der vorhandenen Überlieferungs- und Meinungsverschiedenheiten und halachische Fixierung der Resultate in der Mischna ebenso wie 250 Jahre später Rabina und R. Aschi dasselbe Werk der Einheit in der Gesetzespraxis bei der inzwischen noch größer gewordene Trennung und Zerstreuung der Gemeinden und einzelnen in der Redaktion der Gemara zur Vollendung brachten. Für solche Zeiten des Mangels an einer jede Differenz austragenden obersten nationalen Gesetzesautorität, in welchen örtliche Verschiedenheiten der Gesetzespraxis unvermeidlich, oder wie  הל' ממרים רמב"ם1,5 hinzufügt, auch während der Existenz derselben bis Einholung und Eingang ihrer Entscheidung, ist vor allem das לא תתגדדו,לא תעשו אגודות אגודות  gesagt und verlangt, daß innerhalb eines einheitlichen Gemeinwesens ב"ד בעיר אחת –  nach רמב"ם’s Auffassung  הל' ע"ז12,14 selbst zweier Gemeinwesen eines Ortes,  ב' בתי בעיר אחת (siehe jedoch כ"מ und ל"מ daselbst – jede Meinungsdifferenz hinsichtlich der Handhabung des Gesetzes nach dem für Gesetzeszweifel bestehenden Normativ zum Austrag gebracht und so einer größeren Zerfällung der Gesetzverwirklichung vorgebeugt werde.

    Erwägen wir, wie alle die vorangegangen Gesetze die Nachteile zum Gegenstand hatten, welche aus dem überwiegenden Einflusse einzelner Persönlichkeiten inmitten ihrer nächsten Kreise entstehen können; erwägen wir, daß, wie wir glauben, das גדידה ושריטה לנפש-Verbot, eben einer ungerechtfertigten Überschätzung einzelner Persönlichkeiten entgegentreten soll; erwägen wir endlich, daß die אגודות אגודות, vor deren Entstehung die anderen Auffassung des לא תתגודדו warnen soll, größtenteils durch Parteiergreifung für die eine und die andere zweier differierenden Persönlichkeiten ins Leben treten; so, glauben wir, dürfte sich der tiefe innige Zusammenhang begreifen lassen, in welchem die beiden gleichzeitig  aus לא תתגודדו resultierenden Verbote zu einander stehen.

    06-08-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    05-08-2021
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    Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH

                  (1833 – 1900)

     

    הפטרת פרשת ראה

     

       Aus dem Kommentar zur Haftoro des Wochenabschnittes REEH

     

     

    Haftora und Kommentar sind dieselbe als in  Wochenabschnitt נח Jesajas Kap. 54 V.11-17 u. Kap.55, 1-5

     

    Kap. 55,  V1.  Wenn die Pflichterfüllung allein freimacht von den demoralisierenden Folgen  der Furcht und unnahbar macht plötzlichen Schrecken, so schließt sich hieran die Aufforderung an Alle, reich wie arm, sich nun zuzuwenden dem Quell, von dem allein die Erkenntnis der Pflicht zu schöpfen sei, nämlich dem Gottesworte. Es gewährt Ersatz für die äußeren Lebensgüter, wo sie fehlen, und es lehrt denjenigen, der sie besitzt, erst die rechte Verwendung, durch die er ihrer in Wahrheit froh wird. Es wird verglichen mit dem belebenden Wasser; dieser Bedingung alles organischen Lebens, Blühens und Gedeihens, mit der nährenden Milch und dem stärkenden und Freude spendenden Weine. Wer in dem ernsten Sinne echter Gottesfurcht das Leben in seiner Mannigfaltigkeit seiner Gestaltungen nur als eben so viele Aufgaben betrachtet, für deren Lösung er seine geistige und sittliche Kraft zu erproben hat: für den wird auch die herbste Prüfung, indem er sie treu und tapfer besteht, zu einem Quell der reinsten Freude und zu einer Kräftigung seines inneren Menschen. Ihm erweist sich so in Wahrheit das Gotteswort als nimmerversiegender Born der Lebenskraft, der Nahrung und der durch nichts zu trübenden Lebensfreude. Der tiefe Seelenfriede, die innige Lebensheiterkeit und der tapfere, hochgemute, allen Widerwärtigkeiten standhaltenden Frohsinn, deren Stätten die stillen abgeschiedenen bescheidenen, aller äußeren Güter und Genußesmittel, ja nur zu oft des Lichtes und der Luft entbehrenden jüdischen Heimstätten  gleichwohl waren, sind ohnehin das sprechendste Zeugnis dafür, daß dieser Satz von den Segenswirkungen des Gotteswortes keine rethorische Überschwänglichkeit, sondern daß er lebendige Wahrheit sei.

     

    V.2 Doch nicht ist etwa die Thora nur das Surrogat der Lebensgüter für den Armen. Sie ist ebenso unentbehrlich für den Reichen. An diese wendet sich unser Vers. Denn es kann ein Mensch der Güter reichste Fülle besitzen, aber er wird ihrer nicht froh; er selbst ist und bleibt ein segen- freund- und friedloser, armer Mann. אכלו טוב, genießet das Gute ותתענג בדשן נפשעם, das inmitten aller Fülle auch eure eigene Person sich wonnig fühle. Dazu kommt ihr aber nur, wenn ihr „auf mich horchet“, wenn ihr aus der Thora das Geheimnis erfahret, wie ihr eure Güter zu verwenden habt, damit ihr nicht ausgebet für das, „was nicht Brot ist und nicht zur Sättigung, zur Befriedigung gereicht“. Sonst bleibt das nach wahrer Lebensfreude lechzende Verlangen- das צמא des V.1  – auch  des Reichsten ewig ungestillt.

     

    V.3 Wenn ihr aber, Reiche wie Arme, meinem Rufe folget, so: ותחי נפשכם, wird euer Leben erst ein wirkliches neues Leben werden, ואכרתה וגו': und das stille Glück, das aus der Hüte des Armen strahlt, die reiche Segensfülle, die aus dem stattlichen Wohnsitze des Reichen flutet, das edle reine Menschentum, das aus der Persönlichkeit des von den Gottesgesetzen beherrschten und gestalteten jüdischen Menschen der Menschheit entgegenleuchtet, sie werden zum mächtigen, David-gleichen Herold an die Menschheit. Dann aber macht ihr auch des Davidbundes und der von mir ihm und seinem Wirken verheißenen und bewahrten Liebeswaltungen teilhaftig.

     

    V.4  Wie kein Zweiter ist David durch sein Psalmwort ein Zeuge für Gott an die Menschheit geworden, keines anderen Menschenwort war also in weitesten Kreisen der Menschheit aller Zeiten der Wegweiser zu Gott. Allein nicht Pflanzung und Verbreitung des Gottesbewußtseins ist Endziel und erschöpft nicht die Bedeutung der welthistorischen Bestimmung Davids. Nicht nur zum Zeugen, sondern auch zum נגיד ומצוה habe ich ihn dahingegeben. נגיד Fürst, von נגד, Grundbedeutung: gegenüber, vor Augen, gegenwärtig sein, daher im Hifil: vergegenwärtigen, bezeichnet den Fürsten in der idealsten Auffassung des Fürstenberufes, nicht bloß Wächter des Rechtes und der Pflichtübung, sondern in seiner Person selbst deren lebendigen Verkörperung und leuchtende Verwirklichung zu sein. In diesem Sinne ist es mit Vorbild übersetzt. Als solches war David durch die in seinem unendlich reichen, wechselvollen Leben bewährte Pflichttreue zugleich מְצַוֵה „Bringer der Pflicht den Nationen“. Denn viel wichtiger als der Glaube an Gott ist das Bewußtsein von der in freier Gott dienender Tat zu erfüllenden Menschenbestimmung.

     

    V.5 Wie David, so wird auch einst Jissroél und jener Einzelne in Jissroél durch das stille Beispiel der sittlichen Vollendung seines Lebens und des auf jeder Stätte solchen reinen Menschentums sichtlich ruhenden göttlichen Segens in ungekannte Fernen, auf Völker wirken, die bisher von ihm abgeschlossen, לא תדע, und: die dich bisher verkannt – darum steht auch wiederholt גוי, Singular, der in sich abgeschlossene Nationalkörper – werden zu Jissroél eilen, nicht um deiner äußeren Größe willen, sondern, um sich Dem huldigend unterzuordnen, der als קדוש ישראל, durch seine Gesetze dich sittlich adelt. כי פארך: denn nicht der Lorbeer des Krieges, nicht die Errungenschaften in Wissenschaft und Kunst, sondern die sittliche Hoheit ist es, die deine Herrlichkeit bildet.

     

     

    (Die Haftoroth übersetzt und erläutert, Frankfurt am Main 1896: S. 14-19  Kommentar zu Jesajas Kap. 54 V.11…) 

    05-08-2021 om 16:26 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    04-08-2021
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    ZUM JAHRZEIT VON

    RABBINER JOEL TEITELBAUM (1887-1979)

    der REBBE VON SATMAR זי"ע

     

     

     

    אשמים אנחנו שלא מחינו בכל כוחינו

     

    אבל אשמים אנחנו שלא מחינו בכל כוחינו, והכלל ישראל חפשו להם גאולה שלא מאת השי"ת ולדחוק את הקץ אשר אחז"ל שהביע הקב"ה את הכנסת ישראל שלא יעלו בחומה וכו' (כתובות קי"א ע"א) א"ל הקב"ה לישראל אם אתם מקיימים את השבועה מוטב ואם לאו אני מתיר את בשרכם כצבאות או כאילות השדה – ובעוה"ר עברו על השבועות הללו ונבראו מזה מלאכים מקטריגים  ונתקיים בעוה"ר הרי אני מתיר את בשרכם בפועל ממש – והדבר ידוע לכל שכל הרציחות והצרות שעברו על הכלל ישראל בדורינו השפל הזה הכל הי' באשמת המסיתים והמדיחים הללו מכתות השטן והס"א.

    (חד"ת תשט"ז וארא, עמוד קמ"ח)

     

     

    פסק דין נורא!!

    מוטב להשתחוות לצלם מאה פעמים ביום מללמוד לשון זה

     

    ובעוה"ר בלשון הטמא הזה "עברית" נתפסין כל העולם ולומדין אותו בישיבות ובבתי חינוך כדי למצוא חן ושכל טוב בעיני הכופרים, ואני אומר להוי ידוע שהלשון הטמא הוא חומר הרבה יותר מע"ז, ומוטב להשתחוות לצלם מאה פעמים ביום מללמוד לשון זה, ואני אומר זאת עפ"ז הלכה, ואפי' אם כל העולם יאמרו להיפוך ג"כ לא אסוג אחור כי זהו שורש פורה ראש ולענה, ובעוה"ר כמו שנתפס כל העולם כולו בענין המדינה כן נתפסין גם בזה, ד' ירחם.

    (במסיבה  לטובת מוסדות יט"ל בא"י בהעלתך תשכ"א)

     

     

    ספר גחלי אש

    ילקוט מאמרים

    מספרי מרן הקדוש מסאטמאר זי"ע

     

    Herausgeber: Arthur Goldberger Monroe, 1984. Dieses voluminöses Zitatenband, von den Talmidim als "Telefonbuch" bezeichnet –  ist –bezeichnender Weise – schon Jahren lang im Buchhandel NICHT mehr erhältlich.

    04-08-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    Rabbiner Dr. Salomon BREUER

                    (1850 – 1926)

     

    ראה

     

    Belehrung und Mahnung zur Wochenabschnitt

    REEH

    (Auszüge)

    …

    Dornig erscheint oft der Weg, der in Wirklichkeit nach kurzer Strecke eben dahinführt, während der anfänglich eben erscheinende oft in Dornen endigt. – An dieses Bild denket,  wenn ihr vorschnell zu urteilen euch erkühnet über Gut oder Böse, Segen oder Unsegen, der euerem Leben beschieden ist. Euch aber reicht euer unsterblicher Führer das Gut, dessen Besitz oder Ablehnung euch heute bereits die Gewißheit gibt, ob euer Leben des Segens teilhaftig oder dem Fluch verfallen ist: ראה אנכי נתן לפניכם היום ברכה וקללה.

    Unsere Weisen haben noch eine andere Wahrheit aus diesem Satze herausgehört: רבנן אמרו אמר הקב"ה לא לרעתם נתתי להם ברכות וקללות אלא להודיען איזו דרך טובה שיבחרו אותו כדי שיטלו שכר, מנין ממה שקרינן בענין ראה אנכי נתן לפניכם וגו' „Es lehren die Rabbinen: Gott spricht, nicht zum Bösen, nicht zu ihrem Nachteil habe ich ihnen Segen und Fluch gegeben, sondern um ihnen den guten Weg zu weisen, den sie zu wählen haben, um einst Lohn zu empfangen. Woher schöpfen wir diesen Gedanken? Eben aus unserem Verse: „sieh, ich gebe heute vor euch hin Segen und Fluch–“. Wir glauben den Sinn dieses an sich recht dunklen Weisheitsworte zu verstehen.

    Mit Verheißungen irdischen Segens begleitet unser Gottesbuch immer wieder die Mahnung an unser Volk, Gottes Willen die Treue zu wahren, so wie die Warnung vor dem Unsegen immer wiederkehrt, der über sein Leben kommt, sobald es Gott die Treue bricht. Diese Tatsache verleiht, wie unsere großen jüdischen Denker mit Recht betonen, unserer Thora auch für den zweifelnden Sinn göttliches Gepräge. Lohnverheißungen oder Strafandrohungen, die sich auf ein jenseitiges Leben beziehen, von dem noch kein Mensch je Kunde gebracht hat, vermag sich auch der erste beste Schwindler zu leisten; aber jene erschütternden großen Kapitel der תוכחה, die sich in dem Leben des jüdischen Volkes bis auf den letzten Buchstaben verwirklicht haben, hat nur ה' אלקים אמת ומלך עולם, hat nur Gott der Wahrheit, König aller Zeiten, dessen Schöpferwille nicht nur Natur, sondern auch Geschichte meistert, in das Lebensbuch seines Volkes geschrieben!

    Diese Verheißungen, die unserem irdischen Leben die Segensfülle zusichern, stehen in innigen Zusammenhang mit der großen Aufgabe, die Gottes Thora auf Erden zu verwirklichen berufen ist, die ja gekommen ist, daß durch sie der jüdische Menschenkreis Gottes Schechina auf Erden wieder Stätte bereite, das heißt, durch die Erhebung alles irdischen zu Gott und die weihende Hingabe aller Lebensgüter an Gottes beherrschenden Willen dem Erdenleben wieder jenes Gepräge zu verleihen, das von Anfang an im Schöpfungsplane Gottes lag, dessen Verwirklichung allein einer irre gegangene Menschheit die ersehnte Erlösung bringen wird. Diese Zusicherungen irdischen Segens sind uns aber nicht als Lohn gegeben, weil wir Gottes Gesetz erfüllen. Je größer die irdische Fülle, desto umfassender die Möglichkeit, den Gottesforderungen der Thora im Leben Verwirklichung zu bringen: wie, nach einem bekannten Weisheitswort, das Zizithgebot den Besitz des Kleides, die מזוזה dem Besitz des Hauses, מילה das Kind, der שבת die werkschaffende Woche zur Voraussetzung hat, so ist Gott gewillt, unserem Leben die reiche Fülle irdischen Segens zu gewähren, damit wir in umfassenden Maße der Verwirklichung des Gotteswillens mit unserem Leben zu dienen imstande seien. Gehen somit die ברכות in unserem Leben der pflichttreuen Tat voraus, die sie bezwecken und ermöglichen wollen, so sind dagegen, Gott bewahre, קללות die Folge unseres Gott entfremdeten Lebens, die aber Gott uns nur verhängt, um uns zur Pflichttreue zurückzuführen. Das aber ist der Sinn unseres Gottes Wortes: את הברכה אשר תשמעו Gottes Segen empfangt ihr, damit ihr seinen Willen verwirklicht, והקללות אם לא תשמעו Gottes Fluch, wenn ihr nicht höret!

    Wohl ruft uns das Gotteswort zu (Deut. 7,11): ושמרת את המצוה ואת החקים ואת המשפטים אשר אנכי מצוך היום לעשותם daß alle Gottesgesetze von uns heute erfüllt werden sollen, was nach der Erklärung der Weisen (Abod. Sar. 4) sagen will: היום לעשותם ולא היום ליטול שכרן Heute, d.h. das diesseitige Leben fordert von uns Pflichterfüllung, ohne daß uns Lohn dafür wird, denn שכר מצוה בהאי עלמא ליכא Lohn für Pflichttreue gibt es in dieser Welt nicht (Kiduschin 39) – doch gerade um dieser Forderung היום לעשותם in vollem Umfang entsprechen zu können, empfangen wir irdischen Segen, während aller Unsegen uns für die Forderung des היום לעשותם zurückgewinnen möchte.

    Und so ergeht die Mahnung unseres Gotteswortes: ראה אנכי נתן לפניכם היום ברכה וקללה Sieh, heute reich ich euch ברכה und קללה – nicht erst im jenseitigen Leben, dort winkt euch שכר – und sinnig fügen die Weisen erläuternd hinzu:  לא לרעתם נתתי להם ברכות וקללות nicht zum Nachteil soll ihnen Segen oder Unsegen gereichen, der Unsegen, von dem unser Leben heimgesucht wird, soll unser Leben der Gottesnähe zurückgewinnen, und der irdischen Segen dem Gott dienenden Leben zugute kommen, nicht aber den im jenseitigen Leben unser harreden Lohn schmälern – Beide vielmehr, Segen und Unsegen, läßt Gott über unser Leben kommen, להודיען איזו דרך טובה שיבחרו אותה כדי שיטלו שכר um uns, ist es Segen, in unserem pflichttreuen Leben zurückzugewinnen, damit einst unserem Erdendasein der Lohn folgen könne, der seiner im jenseitigen Leben harrt.

    Wie reich oder kärglich aber auch Gottes Vorsehung unser Leben mit irdischen Segen zu bedenken für gut hält, den wahren Reichtum, den wir erringen können und den  keine Lebensbeschickung uns zu rauben vermag, den wirklich beglückenden um und dauernden Segen hat Gott in unsere Hand gegeben: an uns liegt es, ihn durch ein תורה und מצות geweihtes Leben uns zu sichern ראה אנכי נתן לפניכם היום ברכה וקללה.

     

    Quelle: Rabbiner Dr. Salomon BREUER  Belehrung und Mahnung fünfter Teil Deuteronomium  J.Kaufmann Verlag Frankfurt am Main 1936 S.24-29

    04-08-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    02-08-2021
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    Rabbiner Dr. Leo BRESLAUER

                 (1894-1983)

     

    ובקשו

     






    „Ein  jüdisch-geschichtlicher Wegweiser“ von  Leo BRESLAUER. Frankfurt am Main  5695/1935

    „Nur Aniwußerziehung kann darum endlich die Grundlage jüdischen Schulwesens sein, sei es in der J’schiwo, der Hochschule der Wahrheit und der יראה, dei es im א' ב'-Unterricht der Allerkleinsten. Und gerade hier, bei der Jugend, ist sie am allerwichtigsten, weil am meisten zukunftsbestimmt. Sie bewirkt, daß das historische Gesetz des Gottesstaatsvolkes alles Denken beherrscht, im Chorbon die Kompensierung aufzeigt und die legitimierende Kraft des Goluß enthüllt.  Dann immunisiert Akeidogesinnung die Geister gegen reformatorischen Wahn, ob er mit liberalen Wenn und Aber die Unbedingtheit von Gottes Wort verschachert oder aus nationalistischem Drang Volk und Staat Selbstzweck zuspricht. Zwangsgastschaftliches Wissen erfüllt jedes Herz mit inniger Dankbarkeit für edle Güte der Völker, mit neidloser Bewunderung für die Großtaten ihrer Kultur, mit flehentlichen Segenswünsche für den Fortschritt ihrer Zivilisation.  Da lehrt aber auch gottesstaatliche Weisheit Kulturfimmel und Weltanschauungsmoden gründlich verachten und läßt sprudeln  jedes Herz in freudig-stolzer Begeisterung für den Gottesstaat , den (auch nur himmlisch) unvergleichlichen, für sein Volk, das auserwählte, für seinen König, Jißroeils Gottheit, den König aller Könige. Mehr als je sind daher in dieser Golußnacht jüdische Lehrer, die ihre Kinder das historische Gesetz des Gottesstaatsvolkes zu  lehren verliehen, die treue Sterne des Volkes, das ohne den Kompaß des רוח הקדש oder auch nur des בת קול oder irgend eines positiven Merkmals seiner Gottesstaatlichkeit durch die Völkerwüste wandert und wenn es sich nicht verirren soll, nur von solchen Lehrern sicheren Wege in die Heimat der Zukunft geleitet werden kann – ומצדיקי הרבים כככבים

    Darum droht dem Golußjudentum keine schlimmere Gefahr als die Sabotage der Aniwußerziehung durch Menschen aus eigener Mitte, die der Geltungssucht und Lüge verfallen sind; die aus dummstolzer Kompensation ihres Nichtwissens mit Rechthaberei oder aus charakterloser Katzenbuckelei  vor allem, was Völker als Fortschritt anbeten, bewußt oder unbewußt ihre autonomistische Wühlarbeit gegen Gottes Taurokönigtum betreiben.  (Was sie dabei „doch auch“ Nützliches wirken, das wird von niemand bestritten, verdient aber, sogar an der nutzärmsten Taurotreue gemessen, durchaus keine laute Betonung. Das wird Gott, der all Energie seiner Schöpfung bis hinab zum kleinsten  Würmchen, Stäubchen, Hauch nutzbar macht seiner Ehre und keines Geschöpfes Verdienst unterschlägt, ihnen auch bnicht vergessen. Das dort aber dem denkenden Juden niemals die gottesstaatliche, die grundsätzliche jüdische Beurteilung verbiegen.  Warum auch? Das Böse dem Gott, der Gute, in seiner Welt Raum gewährt, kann ja gar nicht nu unnutz sein – böse, verneinenswert ist es dennoch. Und gehört es nicht ganz eigentlich zur Natur des Bösen, durch angenehme Wirkungen sich , sich süß einzuschmeicheln ? Schon der alte Micho-Götze hielt sich zum Schimpf und Unglück des ersten Staates Jahrhunderte hindurch, indem er mit seiner Wandererfürsorge die Herzen betörte) Darum muß es, wie bitter und schmerzlich die Wahrheit auch sei, erkannt werden: ebenso verhängnisvoll wie die Zeitsünden  des von Sinnlichkeit  geborenen Götzendienstes und der von Hab- und Machtsucht geborenen gemeinen Gehäßigkeit ist die aus Rechthaberei geborene Lüge. Die fürstlichen Götzenimporteure des ersten Staates mit dem Gesindel ihrer Götzenpfaffen  und die korrupten Politiker  und intriganten Abenteuer des zweiten Staates  finden ihre zeitgemäße Fortsetzung in den Stiftern und Verbreitern der reformistischen Schwindelbewegungen dieses Goluß angefangen bei den sadduzäischen Vorläufern, über die Minim und Karäer, über Pseudomessianismen und Freigeistereien bis zu den assimilatorischen Reformen der Gegenwart, der religiösen und der völkischen Neologie und Zionismus, von der Pest des Gottlosentums ganz zu schweigen. Haben jene den irdischen Gottesstaat begraben, so drohen diese die Gottesstaatlichkeit vollends zu ertöten.

    Ihre dogmatische Demoralisierung annulliert jede Mizwo (der ja nur das gottesstaatliche Grundbekenntnis einen zwingenden  verpflichtenden Sinn verleiht), bagatellisiert  jede Sünde, wühlt den Kreis der Triebe wieder von vorne auf und treibt die Menschen (die wie ungläubig sie sich auch gebärden, ohne einen Glauben doch nicht leben können) zu irgendeinem zugkräftige flunkernden „…ismus“  als alleinseligmachender Heileslehre. Ob gutmeinend oder  boshaft, ob Verführung beginnend oder selbst erst verführt ob im großen oder im kleinen – sie sind nun einmal Propagandisten  der Taurowidrigkeit, wandeln ganz und gar in den Spuren von J’row’om  ben N’wot und bilden praktisch kaum heilbare Krankheitsherde im jüdischen Volksleib. Das energische Verlangen nach ihrer raschen Überwindung oder nach ihrer reinlichen Ausscheidung (bei fataler Machtlosigkeit notgedrungen wohl auch durch wirksame Trennung von ihnen) bedeutet nicht immer Anklage oder Verurteilung von Personen. Es bedeutet einfach einen elementaren Heilungsprozeß, eine von Lebenswillen zeugende Reaktion der Gesunderen. Vor allem aber ist es ein brüderlicher Akt liebevoller Besorgtheit um die noch heilbare Gefährdeten. Um derentwillen und seiner selbst willen muß jeder gewissenhafte Jude die gewaltige Bedeutung der gesetzlich gebotenen gesellschaftlichen Sauberkeit einsehen.  

    Ganz gewiß sind die bedauernswerten Unheilbaren ohnehin dem Untergang verfallen, und bestimmt wird stets nur der gottesstaatlich brauchbare Teil des Volkes den bleibenden, unvergänglichen Kerns einer Substanz bilden. Die Beharrungskraft des Gottgewollten zeugt immer noch für sich selbst.

    Dieses wieder und wieder vom Leben selber gesprochene Urteil ist letzten Endes der Beweis für die Wahrheit unserer Sendung, der der augenscheinlichste und zwingendste ist, der von Gott selbst wiederholt angekündigt wurde, der sich bis heute vollzogen hat und auch vor unseren Augen vollzieht und der, zusammen mit der Wahrspruch der unserer Gottesstaatsbürgerlichkeit bezeugenden Zwangsgastschaft , überhaupt den sinnfälligsten Gottesbeweis bildet. Ein philosophischer Gott – vielleicht hat Kant recht – ist schwer zu beweisen. Aber Gottkönig, der Gott der Juden und der Gott der Welt, ist  Gott des Lebens  - und hier ist der Beweis der jede Sophistik auf den Mund schlägt.Das Leben selber spricht ihn durch die wunderbare Erhaltung des Gottesvolkes. Diese beide Zeugnisse, Zwangsgastschaft und Daseinswunder, sehen jedem Jude, ja jedem Menschen ein, der hellsinnig und guten Willens sie empfängt. …“

    Wie gehabt ist das Obenstehende eine Leseprobe und es freut uns hiermit   – in Beilagen –  der 2 .Teil einer weiterer Skizze (S. 67 bis 71) aus dieses rabbinische Meisterwerk vollständig zu liefern:

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    02-08-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    01-08-2021
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    ראה

     

    שמר מצוה שמר נפשו בוזה דרכיו ימת:

     

     

    „Wer die Pflicht beachtet, hütet seine Seele, wer seine Wege gering achtet, tötet sich selbst.“

    (Mischle-Sprüche Salomos 19,16 Übersetzung Rabbiner Dr. WOLF, Köln a. Rh.)

     


    1.

    Sieh‘, es liegen Fluch und Segen,

    Erdensohn, in deiner Hand,

    Wandelst du in Gottes Wegen,

    Wird dir Segen zuerkannt.

    2.

    Hast du aber die erkoren

    Schnöden Lasters krummer Pfad,

    Wehe dir, du bist verloren,

    Strafe folgt auf böse Tat.

     

    Aus: Erbauungsbuch „Bibel- und Talmudschatz“ J.H. Kohn S. 413  13.Auflage Hamburg 5691 – 1931

     

    Die beste Anschrift für antiquarische Judaica:

    Antiquarische Buchhandlung „Spinoza“ in Amsterdam

    Inhaberin: Frau Manja BURGERS

    http://www.spinozabooks.com

    01-08-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    30-07-2021
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    Rabbiner Samson Raphael HIRSCH

    פרשת עקב

     

    Aus seinem Kommentar zur Wochenabschnitt  Ekew

     

    Kap. 8, V.10 Issest du dann und hast dich gesättigt, so segne Gott, deinen Gott, für das gute Land, das er dir gegeben.

     

    Kap. 8, V. 10

    „...Allein, wenn Gott dem Lebensgeschicke und der Lebensbestimmung eines jeden Menschen nahe ist, so steht das Lebensgeschick und die Lebensbestimmung des jüdischen Menschen noch in besonderer Beziehung zu ihm und seiner Waltung, eine Beziehung, die Er durch Verheißung und Erteilung des jüdischen Landes an die jüdische Menschenfamilie für ewige Zeiten dokumentiert hat. Dieses jüdische Land in seiner Blüte und in seinem zeitlichen Churban ist das Unterpfand der besonderen geschichtlichen Stellung Jissroéls auf Erden; ihm ist die zweite Beracha, ברכת הארץ, geweiht. Allein sie soll in ihrer Bedingung und in ihrem Zwecke zur Beherzigung kommen. Die ganze von dem „Lande der Verheißung“ getragene jüdische geschichtlichen Stellung beruht auf dem die ganze Leiblichkeit in den Dienst Gottes stellenden  ברית אברהם(1 B.M. 17, 7 und 8) und hat zum Zwecke die pflichtgetreue Erfüllung derתורה ,ויתן להם ארצות גוים וגו' .  בעבור ישמרו חוקיו ותורותיו ינצרו (Ps. 105, 44 und 45. – Des gottverheissenen Landes ist daher nur im Zusammenhange mit Briss und  תורהzu gedenken und nur dem Forttragen dieses  ברית בבשרנוund der treuen Hingebung an die Aufgaben der  תורהverdanken wir die ‚täglich und stündlich durch alle Zeiten’ uns erhaltende Fürsorge der göttlichen Waltung.

    Diese der Verwirklichung des göttlichen Gesetzes ausschließlich angehörende jüdisch nationale Bestimmung hat aber ihren bleibenden Ausdruck im Gesetzheiligtum zu Zion und ihren bleibenden Träger in der Dynastie Davids erhalten...           

    Die in der dritten Beracho nur im Zusammenhange mit dem Anliegen und die Forterhaltung und Gewährung materieller und geistiger Gesamtwohlfahrt zum Ausdruck kommende Bitte um die Forterhaltung und Gewährung der Einzelexistenz und Unabhängigkeit hatte daher während des Bestandes des Davidischen Reiches und Tempels diese Anliegen um die Gesamtwohlfahrt in einer Bitte um die Erhaltung dieser Träger der nationalen Zukunft zu bringen;  seit dem Churban und Galuth aber gestaltet sich diese Bitte zur Bitte um den Wiederaufbau Jerusalems, בונה ירושלים .

    Damit sind die  דאוריתאin  ברכת המזוןzu beherzigende Momente erschöpft.

    Als der von Barkochba geleitete Aufstand unter Hadrian sich als eine unheilvolle Verirrung erwiesen und es galt, für alle Zeiten dem jüdischen Bewußtsein die Warnung stets gegenwärtig zu halten, mit eigener Macht nie wieder den Versuch zur nationalen Wiederherstellung zu machen, diese nationale Zukunft vielmehr ausschließlich und allein der Gotteswaltung anheim zu stellen, schrieben – als der niedergetretene Nation wider aufzuatmen begann und schon die bloße Gestatung, die hunderdtausende um Bethar Gefallener endlich zu begraben, als den Anfang einer besseren Zeit begrüßte – die in Jabne tagenden Weisen eine vierte Berocho:  הטוב והמטיבin das tägliche Tischgebet ihres Volkes, in welcher das Andenken an die beispiellose Niederlage zu Bethar in dem Dank verewigt wird, der schon die Erhaltung der Leichen und deren Bestattung als überschwängliche Gnade begrüßen durfte,  הטוב שלא הסריחו והמטיב שנתנו לקבורה(Berochauss 48b), und für alle Zukunft hin den Blick von jeglicher Menschenhülfe ab und ganz allein auf Gott, ausschließlich auf Gott hinrichtet, הוא הטיב וכו' הוא יטיב לנו הוא יגמלנו וכו' הוא ימלך וכו' הוא ישבור וכו' .  ......“ (Kommentar Seiten 112 und 113)

     

    (Dasselbe im Kommentar des Gebetbuches:  S.709)


    4.
    הטוב והמטיב. Mit diesen drei Berachoth sind die min haTauroh in  ברכת המזוןzu beherzigenden Momente erschöpft. Als der von Barkochba geleitete Aufstand unter Hadrian sich als eine unheilvolle Verirrung erwiesen hatte, galt es dem jüdischen Bewußtsein für alle Zeiten die Warnung stehst gegenwärtig zu halten, nie wieder durch eigene Macht die Wiederherstellung  der nationalen Selbständigkeit zu versuchen, vielmehr  diese nationale Zukunft ganz allein der göttlichen Waltung anheimzustellen. Als daher die niedergetretene Nation wieder aufzuatmen begann und schon die bloße Gestattung, die Hunderttausende der um Bethar Gefallenen endlich zu begraben, als den Anfang einer bessern Zeit begrüsste, fügten die in Jabne tagenden Weisen der  Bitte um den Wiederaufbau Jerusalems noch eine vierte Beracha bei, in welcher das Bekenntnis niedergelegt ist, daß Gott, und nur Gott allein in aller Vergangenheit und Gegenwart alles Gute, dessen wir uns freuten und freuen, gespendet hat und spendet und er allein es ist, von dem wir, was wir Gutes erhoffen, in aller Zukunft zu erwarten haben, הוא הטיב, הוא מטיב, הוא יטיב לנו וגו'.  הוא יגמלנו וגו'.

     

     

    Kap 9 v. 20: Auch über Aharon war Gott sehr erzürnt, ihn zu vernichten, und ich betete auch für Aharon in jener Zeit.

     

    „...Wäre doch selbst Aharon, ohne Moses Fürbitte, in Folge seines nicht entsprechenden Verhaltens dem sündhaften Ansinnen des Volkes, gegenüber, dem Untergange verfallen. Was aber der Priester im Volke ist, das ist Jissroél in der Völker Mitte. Beide schützt nicht nur ihre gottgewiesene Stellung nicht vor den Folgen ihrer Verirrungen; ihre Stellung macht diese nur um so verantwortungsschwerer.“

     

    (Kommentar Seite 125)

     

    30-07-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    29-07-2021
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    Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH

                  (1833 – 1900)

     

    הפטרת פרשת עקב

     

       Aus dem Kommentar zur Haftoro des Wochenabschnittes EKEW

     

     Jesajas Kap.49, Vers 14 und folgende

     

    Kap.49, V.14 f. In die Mitte einer Gottesrede führt uns das Anfangswort der Haftora. In dem Vorhergehenden war nämlich die weltgeschichtliche Bedeutung der Mission Jissroéls in ihrer ganzen Größe ausgeführt worden,  wie es gesandt sei den Völkern Licht und Freiheit zu bringen, die Verbrüderung der Völker anzubahnen und das Gottesheil auf Erden zu begründen. Sodann war die Rückkehr der so lange von ihrer Mutter Zijaun entfernten Kinder verkündet worden.  Daran schließt sich nun unser Vers an „Und angesichts dieser Größe und dieser Verheißung könnte Zijaun zagen und glauben, Gott habe sein vergessen?

    V.15 führt sodann diesen Gedanken in dem innigsten Liebeshauche weiter aus, der je in Worte gefaßt wurde.

    …

    V.17 מהרו בניך וגו'. בן und בת von בנה bezeichnet die Kinder als diejenigen, die das Werk ihrer Eltern weiter „bauen“, das Wirken der Eltern fortsetzen. Der Gegensatz dazu ist הרס, niederreißen. Deine Vereinsamung, die Fortführung deiner Kinder erschien dir als Unglück. Das wäre es auch, wenn sie wirklich בניך, nach Sinnesart und Leben die deinigen gewesen wären. In Wahrheit jedoch waren sie dir längst abgestorben, sie verachteten, was du sie über alles hoch halten, sie haßten, was du sie lieben lehrest, rissen nieder, was du erbauen wolltest und vergötterten dafür, was du sie verachten lehrtest: nicht deine Kinder, sondern deine grimmige Feinde waren es, denen du durch das Golus befreit wurdest. Ihre Entfernung war deine Rettung. יֵצֵאוּ, nicht יָצָאוּ Präter., was die geschehene Tatsache verzeichnen würde, sondern Futurum, um dieses Geschehnis als von Gott ausgehende Bestimmung zu bezeichnen.

     

    V.18 f. Die folgenden Verse schildern nun in vollendeten Gegensatz dazu die  Zeit der Rückkehr der Kinder zu der so lange verlassenen einsamen Mutter. Aber in der harten Schule des Exiles sind es in Wahrheit ihre Kinder geworden, sie sind jetzt der Mutter höchster Schmuck und schmiegen sich wie Kinder an ihre Mutter. Diese aber, die hehre Zijaun, blüht jugendlich auf gleich einer Braut (V/18). – Denn nur das dich Gefährdende ist überhaupt  zerstört worden, und das Land mußte nur so lange verödet sein, bis deine Kinder reif geworden, seine reiche Spenden ohne Einbuße ihres besseren Selbst zu genießen. Bis dahin war es ein Boden nicht deiner Blüte und deines Gedeihens, sondern: הרסתך, deines Untergangs, wörtlich: des Niederreißens alles dessen, was du erbauen möchtest. Das Reich der Liebe und der Gerechtigkeit, das unter der Herrschaft, des Gotteswortes auf  Zijauns Boden errichtet werden sollte, wurde durch die Verderbnis der auf dem üppigen Boden entarteten Bewohner vereitelt. Also: nur das Feindliche wurde entfernt, nur das dich Gefährdende beseitigt: wenn du jetzt von deinen heimkehrenden Kindern so erfüllt sein wirst, daß  gar kein Platz mehr frei ist, so wird doch unter dieser großen Zahl sich kein einziger befinden, der nicht in Wahrheit zu בניך gehörte, nicht in Wahrheit der deinige wäre? – Charakteristisch   werden hier die entarteten Söhne Zijauns מבלעיך genannt. בלע verschlingen, in Piel: verschwinden machen. Es sind das diejenigen, die die Eigenart, die Einzigkeit des in Zijaun thronenden Gotteswort verkennen, es in eine Linie mit Menschen irgendwelcher Kulturstufe stammenden Religionen stellen, es damit aber in seinem Wesen töten. Moses steht ihnen auf einer Linie mit Zoroaster und Confucius und den anderen „Religionsstiftern“ – das ist buchstäblich: מבלעיך, die Zijaun und das auf ihm thronende Gotteswort den Blicken und der Erkenntnis der Menschen verschwinden lassen.

     

    V.23 Es wird  zeigen, daß, was alle Mahnungen und Belehrungen der Propheten nicht vermochten, die Macht der Geschicke vollbracht hat. Die Könige der Jissroél unterdrückenden Völker werden – Zijauns Erzieher, und „ihre Fürstinnen“ werden – Zijauns Ammen gewesen sein. Diese „ihre“ Fürstinnen kann sich nur auf die eben genannten Könige vollziehen, eine feine Ironie: die mächtigen Könige werden von den noch mächtigerern fürstlichen Damen beherrscht. מלכים und שרותיהם, Königswillkür und Weiberherrschaft, sind das Bild des Völkergetriebes, unter dem Jissroél Jahrtausende gelebt und geduldet hat. Die „Könige und ihre Fürstinnen“ jedoch werden Jissroéls Söhne für Zijaun erzogen haben. Dann aber fällt auch ihnen die Binde von den Augen, sie erkennen die Hoheit Gottes und die Herrlichkeit seines Wortes an, dessen Wahrheiten sie in tiefer Erregung voll Ehrfurcht huldigend in sich aufnehmen. – Das ילחכו ist das Bild der Sehnsucht. Nicht vor Jissroél, vor Zijaun sinken sie huldigend nieder.

     

    VV. 24 und 25. Daß aber diese vollständige Umwälzung, die sich in den Gesinnungen der Menschen vollzogen hat, sodaß die so lange „Vereinsamte und Gemiedene“ sich plötzlich zum Strebeziel der Völker geworden und ihre bisher verachteten und verkannten Kinder urplötzlich als Träger der Heilssaaten geehrt und emporgehoben erblickt – daß dieser ganzer Umschwung nur von Gott gewirkt ist, das sollte auch dem blödesten Auge klar sein. Denn: היקח וגו' entspricht es wohl dem gewöhnlichen, natürlichen Gange der geschichtlichen Ereignisse, daß der Wehrlose der Gewalt des Mächtigen entrissen wird? Wenn es die Signatur deiner Geschichte bildet, daß das schwächlichste Volk seit Jahrtausenden alle seine mächtigen Unterdrücker überdauert und aus allen ihren wütenden Verfolgungen gerettet wird, so ist es dies, weil Gott Jissroéls Streitsache führte.

     

    V.26 והאכלתי את מוניך וגו' Sie werden es erfahren, daß, indem sie Jissroél zu verzehren glaubten, sie ihr eigenes Fleisch verzehrt, und daß sie in ihrem eigenen Blute sich berauscht haben in der Meinung es sei Jissroéls Blut –: Gott wird sie durch Erfahrung erkennen lassen, daß durch die an dem schwachen wehrlosen Jissroél verübte Rechtskränkung und Vergewaltigung der Mächtige sich selbst jedes Rechtsschutzes beraubt und daß in dem mit dem Raube der Ausgebeuteten gefeierten Orgien sein eigenes Blut und Adern entströmt. Aus deiner leiblichen Erhaltung und deiner geistig-sittlichen Vollendung aber wird es der ganzen Welt entgegenleuchten, daß Gott dein Retter, dein Annehmer, die „Schwungkraft Jakobs“ ist. אביר von אבר, Schwinge; der das Jaakauw-Jissroél nicht nur gerettet, sondern auch emporgehalten hat, daß es nicht in dem Sumpf der Entartung und Gemeinheit versunken ist, von dem es so oft umgeben war, und daß auch die Mißhandlungen und Beraubungen, die es zu erdulden hatte, seinem Sinne nicht die Selbstachtung und seinem Charakter nicht die Geradheit raubten.

     

    (Die Haftoroth übersetzt und erläutert, Frankfurt am Main 1896: S. 327-338  Kommentar zu Jesajas Kap. 49 V.14…) 

    29-07-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    28-07-2021
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    Rabbiner Dr. Salomon BREUER

                    (1850 – 1926)

     

    עקב

     

    Belehrung und Mahnung zur Wochenabschnitt

    EKEW

    (Auszüge)

    …

    Die zurückliegenden Wochen der Trauer haben uns wieder den ganzen Jammer unseres Golus vor die Seele gestellt; und überall, wo noch das jüdische Gewissen nicht erstorben, jüdische Herzen im Anblick der Trümmer Zijauns und Jeruscholaims, im Anblick des gottentfremdetes heiligen Landes mit unendlichem Weh sich füllen und als eigenes Leid, als eigenen Schmerz fühlen das unendliche Leid und die unendliche Schmerzen, von denen die in alle Welt zersprengten Glieder unseres armes Volkes seit Jahrtausenden heimgesucht werden, sind die Propheten Jesaja und Jirmeja mit ihren aufwühlenden und erschütternden Mahnworte an die Söhne und Töchter ihres Volkes herangetreten, und aus allen ihren Worten vernahmen wir die eine große Frage: was habt ihr getan, was seid ihr gewillt zu tun, um das Golus zu beenden?

    Und nun folgen aber auf diese drei Wochen der Trauer die sieben Wochen des Trostes, in denen ein Jesaja nicht müde wird, uns die Wege zu weisen, auf den Gottes ewige Liebe unser wartet, um den Jammer unseres Volkes eine Ende zu bereiten und jene heilvolle Zukunft anzubahnen, die in den Blättern unsrer Thora und durch Gottes Zusicherung verbrieft ist. Sollen aber diese tröstlichen Verheißungen auch uns gelten, dann laßt uns, soweit es an uns liegt, wahr machen die Bedingungen, die das Gottesbuch unsrer Thora in das eine Wort zusammenfaßt: עקב תשמעון!

    Zur treuesten Erfüllung aller uns von Gott gewordenen Lebenspflichten mahnt das Gotteswort und verheißt als Folge: (עקב= die Ferse, was hinterher folgt), nicht als Lohn, wohl aber als natürliche Folge die mit unsrem Gehorsam Hand in Hand gehende heilvolle Gestaltung unsres irdischen Lebens. Dieses עקב תשמעון sagt aber unsren Weisen mehr, ruft uns, wenn wir ihre Worte recht verstehen, zur gewissenhaften, restlosen Verwirklichung aller göttlichen Lebensforderungen auf.

    Aus עקב תשמעון spricht die Mischlemahnung (5,6):  ארח חיים פן תפלס נעו מעגלתיה לא תדע„Wäge nicht den Weg des Lebens, schwankend sind seine Kreise, du weißt es nicht“ – Sprich nicht von bedeutsamen oder minder bedeutsamen Pflichten, Pflichten deren Erfüllung du für wichtig erachtest, im Gegensatz zu solchen, deren Außerachtlassung du verantworten zu können glaubst – gar schwankend ist der Lebensweg der Thora, die leichtfertige Übertretung auch nur einer ihrer Forderungen bedroht den bestand des ganzen Lebensbaus, zu dem dein Leben sich in Weihe formen soll. מה אגוז זה אתה נוטל אחד מחברו וכולן מתגלגלין זה אחר זה sprechen die Weisen, eine Nußhügel gleicht der geschlossene Bau der Thora, du brauchst nur eine Nuß zu entfernen, und eine rollt der andren nach und reißt den ganzen Bau in Trümmer!

    Wäre es denn auch anders denkbar! Wer den Schabbos durch Verletzung des Tragverbots entweiht – und wäre es nur das Taschentuch, das er nicht missen mag – muß nicht früher oder später, wenn nicht in seinem Leben, so im Leben seiner Kinder schließlich der ganze Schabbos daran glauben und mit dem Schabbos alles dahinschwinden, was dem Juden zum Juden macht? – Wer das Rasierverbot oder das Verbot der Schaatnes nicht gewissenhaft beachtet – stehn die nicht auf derselben göttlichen Urkunde, die unserem ganzen Leben das Gepräge göttlichen Willens verleihen will, und wenn da der Gotteswille ihm nichts zu sagen hat, weshalb soll er auf anderem Gebiete von ihm Beachtung erwarten können? – Der jüdische Sohn, die jüdische Tochter, die im Gegensatz zur Mahnung der Thora in den gemeinsamen Tanz der Geschlechter nur ein „unschuldiges“ Vergnügen erblicken, warum sollen sie auf anderen Gebieten der Mahnung der Thora mehr Beachtung schenken? – Die jüdische Frau, die den von Gott gereichten Schmuck der Haarverhüllung verschmäht, weshalb sollen sie diese von dem gleichen Gotteswort geforderten Gesetze der ehelichen Reinheit und Heiligung des genießenden Lebens mit größerer Gewissenhaftigkeit beachten – und wenn sie selbst vor diesen letzten Konsequenzen zurückschrickt – wird ihre Tochter die gleiche Scheu kennen, wird sie nicht vielmehr den Heiligtumsbau ihres Lebens völlig in Trümmer legen, zu dessen Zerstörung die Mutter den Anfang gemacht hat?! –

    …

    Bebet ihr vor völligem Verfall zurück, dann עקב תשמעון gilt es den Anfängen jeder Entfremdung entgegenzutreten, jenem leichtfertigen Spiel mit del Heiligsten, das nicht begreift, nicht begreifen will, daß der vollendeten Abfall von Gott und seinem Gesetz noch stets die Folge der Außerachtlassung jener großen Mahnung war, die das scharfe Auge unserer Weisen in dem Worte עקב תשמעון erblickten. Die Wahrheit derוהיה עקב תשמעון  laßt uns beherzigen, wenn wir die Gëula unseres Volkes die Wege bahnen, dem Golusjammer ein Ende bereiten wollen. Nicht eher winkt uns das Heil, und alle Versuche, auf anderem Wege unserem nationalen Elend ein Ende zu bereiten, müssen an der Tatsache des Lebensgestaltung fordernden Gotteswillen kläglich scheitern.

    …

    הכל מוכן לעשות תשובה Gott wartet, aß wir den Weg zu ihm zurückfinden. … …Wehe uns, wehe dem Menschenkreise, den „Gott aus Mizrajim emporgeführt“ und der seitdem berufen ist, in allen historischen Ereignissen die geheimnisvoll schaffende Waltung Gottes zu erblicken und auch in allem Weh und Leid die gerecht erziehende Gottesfügung zu verehren, wehe uns, wenn selbst in solcher Zeit; wie wir sie erleben, der Prophet (Amos 3) ankämpfen muß wider den verhängnisvollen traurigen Wahn, der Zufall nur sieht, wo jedes sehende Auge das Schreiten Gottes durch die Geschichte bebend erschaut! אם יתקע שופר בעיר ועם לא יחרדו, אם תהיה רעה בעיר וה' לא עשה „Es erschallt der Schaufar in der Stadt, und as Volk hätte nicht zu erbeben? Unglück kommt über die Stadt, und da hätte nicht Gott es bereitet?“ – 

     

    Quelle: Rabbiner Dr. Salomon BREUER  Belehrung und Mahnung fünfter Teil Deuteronomium  J.Kaufmann Verlag Frankfurt am Main 1936 S. 16-23

    28-07-2021 om 12:53 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    26-07-2021
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    Rabbiner Dr. Leo BRESLAUER

                 (1894-1983)

     

    ובקשו

     

    „Ein  jüdisch-geschichtlicher Wegweiser“ von  Leo BRESLAUER. Frankfurt am Main  5695/1935





    28.      Was nun?

    „ … Heute aber, wo alles völlig auf dem freien guten Willen jedes Juden und jeder Jüdin beruht, da muß jeder einzelne zuerst einmal sich selbst in gottesstaatlicher Echtheit erziehen zur Wahrheit für Tauro, zur Gesetzlichkeit für Awaudo und zum Frieden für G’miluß-chaßodim. Mit anderen Worten: nur von Juden, die sich der göttlichen Wahrheit der Tauro, ergeben und ehrliche Erkenntnis ihrer Lage und Bestimmung gewinnen, haben die machtlosen Golußinstanzen des gottesstaatlichen Rechtes Anerkennung und Unterordnung zu erwarten, und nur als willig anerkannte ist es ihnen möglich, den gottesvolklichen Frieden zu wahren. Wehe dem Juden, der ihre Autorität durch Verfälschung der Wahrheit untergräbt! Er ist der Mörder unseres Friedens. Pfui dem Juden, der, die Rechtsohnmacht seines Volkes mißbrauchend, den Frieden seiner Gemeinschaft bricht! Er ist der Mörder unserer Wahrheit –  –

    Was nun?

    P’richuß muß wachsam auf der Hut bleiben. Wir sind ja nur Menschen.

    …

    Doch als die Hauptgefahr der Zeit droht rechthaberische Geltungssucht die der Lüge zutreibt.

    …

    Wenn man so sagen darf: P’richuß ist wichtig, Chaßiduß ist wichtig, am wichtigsten ist Aniwuß; ohne sie halten schließlich die beiden ersten nicht stand.“

    …

    „Nur Aniwuß-Erziehung  läßt den Goluß-Juden ruhig und stark, freudig und dankbar sein Schicksal richtig sehen, ohne die Verzerrung subjektiver Wunschdeutung, als das, was es ist:  Zwangsgastschaft, das authentische Dokument seiner Gottesstaatsangehörigkeit, und verleiht ihm ein stählerneres Selbstbewußtsein, das kein Lob und Schmeichel in Stolz kehrt, an dem aber auch jeder gehässige Unflat spurlos abgleitet.“  …


    Es freut uns – in Beilagen –  der 1 .Teil einer weiterer Skizze (S. 60 bis 66) aus dieses rabbinische Meisterwerk vollständig zu liefern:

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    26-07-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    25-07-2021
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    עקב


    אם תאבו ושמעתם טוב הארץ תאכלו:


    „Wenn ihr euch füget und gehorchet, so werdet ihr das Beste des Landes verzehren“

    (Jesajas 1,19 Übersetzung Reb Julius HIRSCH)





    1.

    Der Fromme freut sich schon auf Erden

    Der Fülle seiner Tugendsaat,

    Den Lohn sieht er sich reichlich werden

    In jeder großen, edlen Tat.

     

    2.

    Dem Bruder in des Lebens Leiden

    Mit Rat und Tat zur Seite steh’n,

    Bereitet wahre Seelenfreuden,

    Die quellen aus des Himmels Höh’n.

     

    Aus: Erbauungsbuch „Bibel- und Talmudschatz“ J.H. Kohn S. 409  13.Auflage Hamburg 5691 – 1931

     

    25-07-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    23-07-2021
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    Rabbiner Samson Raphael HIRSCH

     

    פרשת ואתחנן

     

    Aus seinem Kommentar zur Wochenabschnitt  Woésschanan

     

     Kap 4 V 5 Siehe, ich habe euch Gesetze und Rechtsordnungen gelehrt; wie mich Gott, mein Gott, verpflichtet, damit ihr danach handelt in Mitten des Landes, wohin ihr es in Besitz zu nehmen kommet.

     

    V. 5 ראה, eine fernere Tatsache, die ihr als selbsterfahrene festhalten sollt, ist die: למדתי וגו' לעשות כן וגו' אשר אתם באים וגו'. Ihr seht, ich habe euch nach mir gewordenem göttlichen Befehle Gesetze und Rechtsordnungen gelehrt, damit ihr sie in dem Lande zur Erfüllung bringet, in welches ihr nun einzieht. Damit ist für eure Bestimmung und für die Bedeutung diese Gesetze die euch und sie von allem andern charakteristisch unterscheidende Tatsache festgestellt: ihr seid das einzige Volk auf Erden, das Gesetze hatte, bevor es ein Land besaß, und diese Gesetze sind die einzigen, deren Erfüllung nicht als Mittel zu einem Volksdasein und einer nationalen Boden zu schöpfenden nationalen Selbständigkeit und Wohlfahrt, sondern als Zweck derselben dastehen. Jedes andere Volk wird ein Volk durch sein Land und schafft sich dann Gesetze für sein Land. Ihr aber seid ein Volk durch das Gesetz und erhaltet ein Land für das Gesetz. Alle andere Gesetze sind aus der vom Lande erzeugten Eigentümlichkeit des Volkes und seiner wechselnden  Entwicklungsbedürfnisse hervorgegangen, euer Gesetzgeber – der Mensch, aus dessen Hände ihr euer Gesetz empfangen,– hat euer Land nie gesehen, seinen Boden nie betreten, er war nur der Überbringer des Gesetzes, und sein Grab in der Wüste ist das Gottessiegel an dem Gesetze, das er überbracht, sowie die Wardeiung seiner Ewigkeit und Unwandelbarkeit. Das Gesetz ist das absolute, ihr und das Land seid das Bedingte.  Nicht nach eurem und eures Landes wechselndem Geschicke hat das Gesetz sich zu wandeln, sondern nach eurer wandelnden Gesetztreue wandelt euer und eures Landes wechselnden Gesetztreue wandelt euer und eures Landes Geschick. Mit dem Gesetze im Arme steht ihr als Volk  an der Grenze des Landes, mit dem Gesetze im Arme werdet ihr – einst des Landes zeitweilig verlustig- immer und immer wieder als Volk dastehen, das keine andere Bestimmung hat, als der Erfüllung dieses Gesetzes der ihm wieder den Eintritt in das Land eröffnet, das ihm für die Erfüllung dieses Gesetzes gegeben. Ihr seid das Gesetzesvolk, Palästina ist das Gesetzesland, nicht aber seid ihr das palästinensische Volk und Palästina ist nicht das jüdische Land. –  

     

    V. 6 So hütet denn und erfüllet; denn das ist eure Weisheit und eure Einsicht vor den Augen der Nationen, welche alle diese Gesetze hören werden und werden sagen: Es ist doch eine weise und einsichtsvolle Nation dieses grosse Volk!

     

    „…Welche Wissenschaften und Künste das charakteristische Erbteil der anderen Kulturvölker sei mögen, eure, die jüdische Wissenschaft und Kunst, ist die Wissenschaft und Kunst des Aufbaus eines ganzen Menschen- und Volkslebens auf dem Fundamente des Gottesbewußtseins und der Menschenpflicht, ist die Wissenschaft und Kunst der Erkenntnis und der Verwirklichung des Gottesgesetzes, die Wissenschaft und Kunst der Wahrheit und der Harmonie des Lebens.

     לעיני העמים, diese eure Wissenschaft und Kunst des Lebens wird euer Charakteristikum bilden in der Anschauung der Völker.… Andere Völker suchen unablässig das den jedesmaligen, in unaufhörlichem Wechsel begriffenen Zuständen entsprechende Maß der Staatenweisheit. Und weil ihre legislatorischen Schöpfungen nur dem das zeitlich Beschränkte und die Oberfläche der Dinge erfassenden Menschengedanken entspringen, darum sind ihre Normen in ewigem Fluß, und das heute als Heil und Segen bedingende Wahrheit und Recht Verkündete wird vom Morgen als verderbliche Torheit begraben. Nur das jüdische Volk hat ein ewiges Pflichtmaß für alles Sein und Wollen des inneren und äußeren Menschen- und Volkslebens, dem es mit kühner Zuversicht seine Menschen- und Volksexistenz aller Zeiten unterwirft, wissend, daß es eben mit dieser seiner Unterordnung unter Gottes Gesetz sich zum Herrn und Meister seiner Geschicke macht. Wie sein Gesetz, so ist auch seine Geschichte ein von vornherein Gegebenes. Diese, eine ganze Nation in allen ihren Geschlechtern umfassende Hingebung an die Erkenntnis und Erfüllung eines Gesetzes, macht das jüdische Volk zu eine imponierenden geistigen Größe in den Augen der Völker. Sie erhalten Kunde von allen diesen, das jüdische Menschen- und Volksleben gestaltenden Normen und bekennen, dieses große Volk sei doch ein von Weisheit und Einsicht erfüllter nationaler Verein! …“

     

    V. 25 Wenn Du Kinder und Kindeskinder zeugen wirst, und ihr werdet alt geworden sein im Lande, und werdet Verderbnis üben und ein Bild machen, die Darstellung von irgend etwas, und werdet tun, was in den Augen Gottes, deines Gottes, schlecht ist, Ihn zu erzürnen:

     

    „ כי תוליד . Nicht sogleich nach dem Eintritt in das Land fürchtet Moses die Gefahr der Verirrung, aber er sieht sie kommen, je länger sie im Lande seine werden sieht sie kommen, wenn erst das zweite und dritte Geschlecht im Lande geboren sein wird, ונושנתם בארץ : und sie „alt“ geworden sein werden im Lande. ישן ist nicht wie זקן der Gegensatz von „jung“ sondern der Gegensatz von „neu“, „frisch“, wie ja schon in den Begriffen „Dunkel’ und „Schlaf“ liegt, die ja auch mit ישן bezeichnet werden. (siehe 1 B.M. S. 58 und 319) Wenn die  Nation erst zwei, drei Generationen hinter sich im Lande hat, werden sich ihre Bürger als aus dem Lande entsprungen, mit dem Lande verwachsen begreifen; es wird die Zeit, in der sie noch heimatlos und bodenlos gewesen, ihrem Bewußtsein entrückt werden und sie gänzlich ihres Ursprungs und dessen vergessen, dem sie das Land und jede Daseinsdauer im Lande verdanken.  Nicht umsonst hat mit seinem:  למען תזכר את יום צאתך מארץ מצרים כל ימי חייךdie ägyptische Erlösungstatsache in unser tägliches Bewußtsein zu immer frischem Gedenken verwebt, nicht umsonst seine Feste und seine große Schemita- und Jobelinstitutionen zu ewig wiederkehrenden national gemeinsamen Erkenntnis und Bekenntnistaten dieses Ursprungs und der Gotthörigkeit des Landes gestiftet, nicht umsonst das כבש בן שנה , das „Junge der Herde“ zum ewigen Symbolausdruck seines Volkes in dessen Beziehungen zu ihm bestimmt. Wir haben in unseren individuellen und nationalen Beziehungen zu Gott kein größeren Feind, als dieses die Begeisterungsfrische unseres Gotthörigkeitsbewusstseins in „Blasiertheit“ verkehrende „Altgewordensein im Lande der Verheißung“ wenn das, was als „Verheißung“ das sehnsüchtige Ziel unserer Wünsche und Hoffnungen gewesen, „unser“ geworden und wir „im Besitze verjähren“. –

     

    …Es ist dann nicht mehr Gott, der euch in Seinem Lande und durch Sein Land segnet, je nachdem ihr eurer Thun und Lassen Seinem euch geoffenbarten Willen gemäß regelt, sondern es ist dieses Land selbst mit allem in ihm sichtbar wirkenden sinnlichen Potenzen, in denen ihr Gewähren und Versagen eures Gedeihens erblickt,   ועשיתם פסל תמונת כל: und die ihr euch in sinnlicher Darstellung vergegenwärtigt und endlich dahin gelangt, das ועשיתם הרע בעיני ה' אלהיך להכעיסו , daß ihr in Gott, mit seinem die stete entsagungsfreudige Unterordnung eurer Sinnlichkeit fordernden Gesetze nicht den Spender, sondern den Hinderer eurer Lebensfreuden erblicket, zu dem in prinzipiellen Gegensatz zu treten, euch die Heilesrettung eurer Lebensrichtung dünkt. –

     

    V.26 So bestelle ich heute Himmel und Erde wider euch zu Zeugen, daß verloren, rasch verloren ihr gehen werdet von dem Lande weg, wohin ihr den Jarden überschreitet, es in Besitz zu nehmen; ihr werdet nicht längere Zeit darin bleiben, ihr würdet sonst gänzlich vernichtet werden.

     

    V. 26,…Ihre rasche Entfernung ist  ihre geistige und sittliche Rettung.  Sie müssen Land und staatliche Selbständigkeit verlieren, um nicht in denselben Grad der Entartung zu verfallen, welcher über die kanaanitische Bevölkerung vor ihnen den Stab der Vernichtung gebrochen.  Damit ist denn gesagt, was die Weisen so bedeutungsgroß an den Zahlenwert des verhängnisvollen Wortes „ונושנתם„ geknüpft. Der Zahlenwert von  ונושנתםist 852. Wir blieben jedoch nur 850 Jahre im Lande, 440 bis zum Tempelbau (der 480 Jahre nach dem Auszuge aus Egypten, somit 440 Jahre nach dem Einzug in das Land stattfand – Kön. 1,6,1) und 410 Jahre des Tempelbestandes. Das Verhängnis der Vertreibung trat daher zwei Jahre vor der mit  ונושנתםangedeuteten Frist ein צדקה עשה הקב"ה עם ישראל שהקדים שתי שנים לונושנתם (Gittin 88a) und diese rasche Vertreibung war eine wohltätige Rettung der Nation. Staat und Tempel gingen zu Grunde, aber das Volk ging, mit einem ihm noch gebliebenen Rest seines geistigen Erbes im Herzen, der Lösung seiner großen Aufgabe in der Zerstreuung entgegen. “  

     

     

    V. 27 Es wird Gott euch unter die Nationen hin zerstreuen, und ihr werdet in geringer Anzahl bleiben unter den Völkern, wohin Gott euch führen wird.

     

    והפיץ וגו' Ihr werdet auseinander- und hingestreut unter die Völker. Ihr werdet nicht zusammenbleiben im Exil, unter alle Völkerschaften werden einzelne von euch kommen. Dieser Zerstreuung unter die Völker dürfte ein zweifacher Zweck innewohnen. Sie werden nirgends eine kompakte numerische Größe bilden und vor der politischen Verirrung geschützt bleiben, in welche sie ihr einstiges Staatenleben geraten ließ, und sie werden eine unter die Völker gestreute Gottesaussaat sein, und בעמים , in der Mitte des sozialen Völkerlebens die Idee einer anderen Welt und Lebensanschauung und einer anderen Lebenserfüllung werden und pflegen. Ist doch הפיץ nicht nur eine zerstörende Zerstreuung, sondern auch das Ausstreuen einer Saat והפיץ קצח (Jes. 28,25) und יזרעאל, „Gottessaat“ ward (Hosea 1,2) Jissroéls Galuthname, als dies Verhängnis an im in Erfüllung ging.

     ונשארתם מתי מספר וגו', obgleich gering an Zahl, bleibet ihr doch ein gesondertes  גויunter den גוים , eine besondere Nationalität unter den Nationen.  Erwägt man, daß, so weit bekannt, man noch heute höchstens vier bis fünf Millionen Juden, also höchstens die doppelte Zahl der aus Egypten gezogen zählt, erwägt man, daß diese Zahl bereits zu Davids Zeiten erreicht, ja überschritten war, erwägt man, daß trotz des Abgangs der zehn Stämme zur Zeit des zweiten Tempels (nach Pessachim 64b) sich die Volkszahl auf mehr als zwölf Millionen berechnen ließ, so daß nach Josephus während der Belagerung Jerusalems über eine Million umgekommen sind, und man daher kaum mit der Annahme fehlgeht, daß beim Untergang des jüdischen Staates durch die Römer mindestens noch vier Millionen in der ganzen Welt vorhanden waren: so scheint in der That, trotz der vielbesprochenen Geburtsvermehrung der Juden, ihre Anzahl in allen den langen Jahrhunderten des Exils stationär geblieben zu sein und sich durch eine besondere göttliche Fügung das hier angekündigte ונשארתם מתי מספר בגוים וגו' , ihr bleibet gering an Zahl, unausgesetzt zu verwirklichen. – 

     

    Kap. 5 V.28 Und du, hier bleibe bei mir, damit ich zu dir die ganze Verpflichtung, die Gesetze und die Rechtsordnungen ausspreche, welche du sie lehren sollst, und haben sie sie in dem Lande zu vollbringen, welches ich ihnen zum Besitze gebe.

     

    V.28…ועשו בארץ : sie erhalten nur das Land, um darin dieses Gesetz zur vollen Verwirklichung zu bringen.

     

    Kap. 6 ,V.4 Höre Jissroél: Haschem, unser Gott, ist Haschem der einzig Eine.

     

    V.4 … Der Inhalt von שמע ישראל ist eines von Jissroél an Jissroél bezeugtes Zeugnis, und jeder, der es ausspricht, tritt damit als Gotteszeuge an sich und an die Welt heran. Vielleicht ist es nicht allzu gewagt, zu meinen: עין, das Auge, war עד, war Zeugen dessen, was שמע ישראל aussagt. שמע tradiert: אתה הראת לדעת 

    … …

    23-07-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    22-07-2021
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    Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH

                  (1833 – 1900)

     


    ן הפטרה פרשת ואתחנ

     

       Aus dem Kommentar zur Haftoro des Wochenabschnittes WOÈSSCHANAN

     

     Jesajas Kap.40, Vers 1 und folgende

     

    Kap.40, V.1 und 2. Die Haftora beginnt mit dem Ausblick auf eine lichte Zukunft, in der Jissroéls Leiden und Kämpfe zu Ende, weil es seine Bestimmung erfüllt hat. Jerusalem, der Herzpunkt des jüdischen Nationallebens, der Bestimmung nach: die Stätte, wo die ganze Herrlichkeit der Verwirklichung des Gottesgesetzes in der schon hieniedigen Paradiesseligkeit „sichtbar werden“ sollte, ist hier als geistige Mutter des über die Erde zerstreuten Jissroél gefaßt und zugleich mit ihm identifiziert.  צבאה, Heeresdienst und Kampf, ersteres הלא צבא לאנוש עלי ארץ, letzteres חליפות וצבא עמי, Job 7,1 und 10,17, hier weiblich gebraucht, wie Daniel 8,12: וצבא תנתן התמיד.

     

    כי לקחה מיד ה' וגו'. Das Golus wird hier in seiner Doppelbedeutung betrachtet, für Jissroél und für die Gesamtmenscheit. Für jenes ist es die Erziehung zur Erkenntnis und Verwirklichung des Gotteswortes, für diese die Verbreitung der Lehre von Gott und vom reinen Menschentum. Gerade diese menschheitpriesterliche Bedeutung der Hinaussendung Jissroéls wird im folgenden Verse ausdrücklich hervorgehoben. Das Prophetenwort schaut die Zeit, in der das Jakobsvolk in Wahrheit „Jissroél“ geworden ist und als Menschheitpriestervolk seine Bestimmung erfüllt hat. Dann ist Jerusalem der Herzpunkt geworden, von dem und zu dem nicht nur der Lebensstrom Jissroéls, sondern auch der mit Jissroél innig verbundenen Gesamtmenschheit pulsiert. Das ist das כפלים, das wörtlich: „zwiefach gedoppelte“, die unendlich höhere Stellung, die das Jerusalem der Zukunft einnimmt im Vergleiche zu dem der Vergangenheit. Der einst von den eignen Kindern Verlassenen und Verkannten wallt jetzt der Pulsschlag der Gesamtmenschheit zu.

     

    בכל חטאתיה. Das ב ist der Ausdruck des adversativen Grundes und läßt den Gegensatz zu der tiefen Gesunkenheit der damaligen Gegenwart nur um so schärfer hervortreten. Damit ist zugleich der Übergang zum Folgenden eingeleitet.

     

    V. 3 … In dem Bisherigen verkündete der Prophet das Gotteswort, das einst ertönen wird, wenn die Zeiten sich erfüllet, wenn Jissroél am Ziele. Jissroél steht aber noch vor dem Anfang dieses Weges. Deshalb hat er jetzt den Gottesruf zu verkünden, der Jissroél auf diesen Weg „in die Wüste“ hinaussendet. Der ganze große, mit Blut und Tränen unseres Volkes getränkte, an äußeren und inneren Kämpfe so reiche, durch alle Völker und Zonen, durch alle Zeiten führende weltgeschichtliche Exilesweg Jissroéls zwischen diesen beiden Gottesrufen. Der Trostesruf am Ziele soll Jissroél mit Kraft erfüllen, den Kämpfen und Leiden mit starkem Geiste und tapferem Sinne entgegen zu gehen, denen dieser Ruf: „Hinaus in die Wüste!“ es entgegensandte. Es ist die Zuversicht, es ist die Siegesgewißheit, nicht des eignen Sieges, sondern des Sieges des Wahren und Guten auf Erden. Was aber Jissroél befähigt hat, inmitten der entsetzlichsten Knechtung und Demütigung, unter Höhnung und Lästerung, unter stets sich wiederholender Beraubung und Vergewaltigung, nicht nur geistig und sittlich zu verkommen, sondern innerlich stolz und frei und aufrecht zu bleiben und auf seine Peiniger nicht mit Haß, sondern mit – Mitleid hinzublicken, das war das Bewußtsein seiner Sendung, wie sie in diesem hinausweisenden Gottesrufe ausgesprochen ist: „in der Wüste“ der Völker, auch wo scheinbar für die Keime des Göttlichen, des Reinmenschlichen kein empfänglicher Boden vorhanden, vielmehr jede Aussicht auf Verständnis, auf Aufnahme versagt scheint, „den Weg zu bahnen, der zu Gott führt“. Das Wort, das einst einem sterbenden Sprößling des Jakobhauses in den Mund gelegt ward: „Vergieb ihnen, Vater, sie wissen nicht, was sie tun“ – nicht in einem verhauchenden Augenblicke, auf einem mehr als tausendjährigen Märtyrergange ohne Gleichen hat das jüdische Volk diese erhabene Milde durch sein ausnahmslos allen Menschen, auch seinen Unterdrückern, zugewandte warmherzige Menschenliebe, durch sein ausnahmslos allen Bestrebungen zur Förderung des Menschenheils und der Menschenwohlfahrt zugewandte weltbürgerliche Gesinnung und freundwillige Förderung bis auf den heutigen Tag aufs glänzendste durch die Tat bewiesen. Dieses weite Herz, das auch für die weitesten Gewissen seiner Verfolger und Verlästerer noch einen unerschöpflichen Schatz der Milde und des Mitleids übrig hat, ist eine Erbschaft seiner großen Vergangenheit, die auch das Jissroél der Gegenwart voll und ohne Vorbehalt  angetreten hat. Froh und stolz darf Jissroél dies aussprechen, gehobenen Hauptes vor Gott und Welt, angesichts der schamlosen zeitgenössischen Verdächtigungen, die sich den Schein geben, allen Ernstes nach „Geheimlehren des Judentums“ forschen zu müssen, welche Schädigungen und Benachteiligungen von Nichtjuden angeblich für gestattet,  ja für geboten erklären – –  

     

    ערבה Während מדבר die Wüste, den „keine Saat aufnehmenden Boden, mehr die Unempfänglichkeit, Stumpfheit bezeichnet, scheint ערבה, von ערב, unterscheidungslos mischen, mehr die Wildnis, im Gegensatz zum Kulturboden, zu bedeuten, die in üppigem Wildwuchs den Boden deckende Vegetation, die für anderes keine Stätte läßt. Stumpfheit und die Macht ungebändigter, durcheinander wogender Leidenschaften setzen dem Aufkommen der Saaten des Göttlichen das größte Hindernis entgegen.

     

    דרך ה', „der Gottesweg“, heißt sowohl der Weg, der zu Gott führt, als auch die in Selbstbeherrschung, in Übung von Gerechigkeit und Nächstenliebe sich vollziehende Lebensführung, die Gott den Menschen geboten. Beides fällt zusammen. – פנו: „Bahnen“ setzt Hindernisse voraus, die sich der Erkenntnis des Weges und dem Beharren, dem Fortschreiten auf demselben entgegen setzen. Alles, was dem Menschen den Aufblick zu Gott versperrt, ist ein solches zu beseitigendes Hindernis. Jeder Sieg der Gewalt über das Recht, jede gleisnerische Heiligsprechung siegreichen Unrechts als angeblicher Erfüllung göttlichen Willens erschüttert in den kurzsichtigen Menschen den Glauben an die sittliche Weltordnung. Not macht stumpf, schweigend zu erduldendes Unrecht verbittert, Lustschwelgerei aber vertiert den Menschen, und die ungezügelte Jagd nach den Mitteln zum Genuß und nach Besitz ihm zum Raubtier. – ישרו: gerade machen, das Gerade suchen oder herstellen. Unzählig sind die Abwege. Zwischen den Extremen hin und her, zwischen den entgegengesetzten Wahnvorstellungen schwankten und schwanken kompaßlos die Menschen die Menschen, zwischen Bigotterie und Nihilismus, zwischen Fetischdienst und Materialismus, zwischen fanatisch blindem Glauben und ebenso fanatisch blindem Unglauben, zwischen Entfesselung und Ertötung der Sittlichkeit, zwischen Weltdienst und Weltflucht.

     

    Das ist die Wüste, in die Jissroél als Bannerträger der Wahrheit hinausgesandt wird, das sind die Hindernisse, die es zu überwinde, das der Wirrsal, durch den es den rechten, den geraden Weg finden soll. Die bloße Tatsache, aß ihm diese Aufgabe gestellt ist, verweist es eben damit auf jenen unverlierbaren, unverwüstlichen edlen Kern in der tiefsten Tiefe einer jeden Menschenbrust, zu dem das Wort der Wahrheit nicht auf ewig vergebens Zugang suchen werde.

     

    (Die Haftoroth übersetzt und erläutert, Frankfurt am Main 1896: S. 317-327  Kommentar zu Jesajas Kap. 40 V.1…) 

    22-07-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    21-07-2021
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    Rabbiner Dr. Salomon BREUER >

                    (1850 – 1926)

     

    ואתחנן

     

    Belehrung und Mahnung zur Wochenabschnitt

    WOESSCHANAN

    (Auszüge)

    …

    ואתחנן אל ה' Mausche flehte um Gewährung.  Seine Seele ersehnte den Eintritt ins heilige Land nicht, so sprechen die Weisen, um sich an dessen Früchten zu laben und dessen Reichtum zu genießen, wohl aber, um dort, auf dem Boden des Gottesgesetzes, der Verwirklichung des Gotteswillens in umfassenderem Maße ferner sein Leben zu weihen. Hätte er nicht Anlaß gehabt, pochend auf seine unendlichen Verdienste, dieser Bitte der Charakter einer Rechtsforderung zu verleihen? Nicht so Mausche: ואתחנן אל ה' – wie ein Armer, der Gewährung seiner Bitte fleht, steht er im Gebete vor Gott.

    Und die Weisen kommentieren die Tatsache mit dem erwähnten Mischlevers: תחנונים ידבר רש ועשיר יענה עזות. Dieser Satz spricht, wenn wir nicht irren, eine Forderung aus, die unserem sozialen Leben im Geiste der Thora das jüdische Gepräge verleiht. צדקה ist nach der tiefen Erklärung unseres großen Rabbiners זצ"ל jene Verbindung von Pflicht und Liebe, die für die Beziehung zwischen reich und arm nach dem Willen Gottes grundlegend zu sein hat: die Liebe, auf die der Arme aus sich keinen Anspruch hat, in Gottes Namen erwächst sie zu einem Recht, dem zu entsprechen der Reiche sich verpflichtet weiß.  Die Gabe, die sonst den Armen erniedrigen könnte, empfängt er in Gottes Namen als ein ihm zustehendes Recht. Unser Mischlevers dürfte nun für das Verhalten des Armen und des Reichen Bestimmungen enthalten, die ganz dem Geiste dieser jüdischen צדקה entsprechen: תחנונים ידבר רש flehend spreche der Arme, bittend trete er vor den Reichen, poche nicht auf das von Gott verbriefte Recht, das ihm Anspruch auf die Hilfe des Reichen zuerkennt. ועשיר יענה עזות (עזות bezeichnet „Festigkeit“, die auch im Charakter des jüdischen Volkes seine größte Tugend oder Untugend darstellt, je nachdem sie sich zum Guten oder zum Schlechten auswirkt) Pflicht der Reichen aber ist es, ihm mit Festigkeit zu antworten, ihm auf sein bittendes Flehen zu bedeuten, daß er nach Gottes Willen Anspruch auf seine Hilfe habe; denn in dieser den Armen aufrichtenden und stärkenden Einwirkung, die von dem Reichen ausgeht, liegt das Geheimnis des Segens, der unter der Herrschaft der Thora das jüdisch-soziale Leben erfüllt.

    Sinnig haben nunmehr die Weisen diese Mischleforderung aus unserer Thorastelle herausgehört. Mausche flehte um Gewährung: die Bitte, die er, auf seine Verdienste pochend, als Rechtsforderung hätte vorbringen können, er spricht sie „als Armer stehend vor der Türe – flehend spreche der Arme, das ist Mausche“ – Gott aber erwidert: רב לך אל תוסף דבר אלי וגו' Du hast genug – Hatte Mausche um Eintritt in das heilige Land gefleht, als ob sein Leben noch nicht reich genug an Pflichterfüllung und sich ferner noch in מצות auszuwirken verpflichtet wäre, wozu Gott ihm verhelfen möge – so bedeutet ihm Gott mit dem Worte: רב לך, הרבה מזה שמור לך, רב טוב הצפון לך „Du hast genug“, d.h. dein bisheriges Leben ist überreich an Errungenschaften, deren Genuß deiner in dem künftigen Leben harrt – „Der Reiche antworte mit Festigkeit, das ist Gott“, denn seinem im Gefühl bescheidener Armut flehenden Diener bedeutete Gott, welchen Reichtum sein Leben vor Gottes Auge besitze.

    Von Mausche laßt uns lernen. Und treten wir betend vor Gott, dann laßt uns flehen „gleich dem Armen vor der Türe“ –, nicht pochen auf etwaige Verdienste – wozu selber unser Gebet in seiner Geltung einschränken? Das aber ist der Fall, wenn wir glauben, auf Erhörung unseres Gebetes ein Recht zu haben: sind wir denn sicher, daß unsere etwaige Verdienste als Verdienste vor Gottes Auge gewertet werden? Überlassen wir es Gott. Je ärmer wir vor Gott uns fühlen, desto eher dürfen wir hoffen, daß Gott sich zu uns hernierderneigt, um in seiner unendlichen Gnade uns die „Festigkeit“ einzuhauchen, die wir brauchen, um in jeder Lebenslage des Segens wahrer Gebetserhörung teilhaftig zu sein:

    אל תעש תפלתך קבע אלא רחמים ותחנונים לפני המקום.

     

    Quelle: Rabbiner Dr. Salomon BREUER  Belehrung und Mahnung fünfter Teil Deuteronomium  J.Kaufmann Verlag Frankfurt am Main 1936 S. 11-16

    21-07-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    19-07-2021
    Klik hier om een link te hebben waarmee u dit artikel later terug kunt lezen.Rabbiner Dr. Leo BRESLAUER „Ein jüdisch-geschichtlicher Wegweiser“ (12)
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    Rabbiner Dr. Leo BRESLAUER

                 (1894-1983)

     

    ובקשו

     

    „Ein  jüdisch-geschichtlicher Wegweiser“ von  Leo BRESLAUER. Frankfurt am Main  5695/1935






    „ Und siehe da: die ständig drohende Gefahr, daß der selbstherrliche Autonomismus doch irgend wann und wo im Zuge „fortschrittlicher“ Kulturentwicklung gewinnendere und damit überzeugendere Formen annehmen und so dem autonomistischen Drange im jüdischen Kreis verstärkten Auftrieb geben könnte – diese Gefahr wird eines Tages akut. Die sogenannte Aufklärung bringt einen gesellschaftsfähigen nackt-gottlosen Rationalismus hervor und treibt nicht nur gewinnend sondern geradezu  stürmisch saugend zur Emanzipation, vor deren Posaunentönen die letzte Festung gottesstaatlicher Erziehungsmacht die taurokratische Autonomie  des Golußgemeinde fällt – ein klägliches Jericho, aber kaum überraschend von einer Emanzipation, die im Namen normalisierungsfreudigen Vernunft kommt, aus Staatsraison und Achtung der Menschenwürde und nicht aus Verständnis für Judentumswürde und Zwangsgastschaft. Mit  dem Verlust eigener Gerichtsbarkeit und wirksamer Banngewalt hat die Entmachtung des jüdischen Volkes vorläufig ihren Höhepunkt erreicht. Die Bahn wird frei für Anarchie des Glaubens. Die Bewegung kommt schnell ins Raten. Um die geschleiften Festungen, die Gemeinden, die heiligen Werkstätten  gottesstaatlicher Erziehung und Bewährung, entbrennt ein erbittertes, geistig-gesellschaftliches Ringen, Bruderkrieg, traurig, aber in Gottkönigs Namen unerbittlich bis ans Ende durchzufechten.  Die Autorität gottesstaatlicher Erziehung wird bis in die Familie hinein erschüttert und zertrümmert.  Die äußere Verunstaltung, wahrhaftig nicht unsere Schande, wird zum eigenen Charakterfehler umgedeutet, um die Hilfe zu rechtfertigen die man mit fanatischer Zähigkeit den äußeren Normalisierungsversuchen entgegenbringt. Hochmut macht sich breit und breiter anstelle der Demut  vor der Ehre und dem Rechthaben Gottkönigs. Taurowidrigkeit flutet von allen Seiten in den heißumstrittenen europäischen Westen ein und findet hier nur ganz vereinzelte Hindernisse, nach Osten aber einen langsam zurückweichenden Widerstand. Noch läuft die Rechthaberei auf den Krücken ihrer Deutungskünste. Die fromme Larve einer gewissen üblen „Wissenschaft des Judentums“ erscheint als ein bestrickender Massenartikel. Immer schwächer wird die Widerstandskraft der Selbsterziehung; schon längst ist sie auf  sich allein gestellt; blendende Scheinerfolge autonomer Kunst, Wissenschaft und Technik  dringen von außen her hypnotisierend auf sie ein, dazu die Massensuggestion sozialer Erlösungsträume. Die Verblüfften beginnt der goldene Trichter der tempogehetzten  Völkermühle  Amerikas zu verschlucken. Indeß schwingen die unerschrockenen Führer der J’rei’m die Fahne der Wahrheit höher, fassen das Schwert der Demut fester, bauen Schule und J’schiwo als Stützpunkte des himmlischen Gottesstaates  aus. Hier und da verliert zwangsgastschaftliche Problematik an Schärfe scheint überwindbar; innere Hemmungen fehlen; die religiös-neologe Reform hat gottesstaatliches Denken und Fühlen gründlich ausgerottet. Bald wird man wieder normal sein, menschenwürdig. Bald wird die bürgerlich emanzipierende  Assimilation die antinormale Zwangsgastschaft beseitigt haben.  Andernorts häufen sich die Spannungen. Der völkische Zeitgeist fasziniert. Ein gottesstaatloser Nationalismus will  den Kranken jüdischen Markt erobern; er erschleicht ihn, natürlich, unter täuschender „Zion“-Maske mit pseudomessianischen Lächeln.  Zwischendurch  schleudern die Wirbel menschheitserschütternder Geschehnisse entwurzelte Scharen durcheinander, vom Land und die Stadt, von Staat zu Staat, bis nach dem fernen Osten, bis an die Enden der Erde, und der interpretierende Schwindel, in der zweiten Generation bereits als „historisch“ geheiligt, narkotisiert Hirne und Herzen. Bald, bald wird die völkerrechtliche emanzipierende Assimilation die antinormale Zwangsgastschaft beseitigt haben. Bald, bald wird man normal sein, menschenwürdig. Daß die  Judentumswürde welkt und die Charakterlosigkeit blüht, weil die ureigenste, die antinormale, die gottesvolkliche Art verleugnet wird, kommt kaum zum Bewußtsein. „Was sagen die andern ?“ ist das oberste Dogma beider Assimilationen, der individuellen wie der völkischen. Und der flammende Streitruf aus den ersten stürmischen Verteidigungskämpfen der J’rei’im - !מי לה' אלי  – verklingt mehr und mehr in ein gemütliches Neben-, Mit- und Durcheinander. Wie Unkraut wachsen die Gruppen und Grüppchen, die jede für ihr Vereinsprogramm als der einzig wahren Art des Judeseins Reklame machen. Selbst die Gemeinschaft der J’rei’im  שארית עם קדוש,sinkt zu einer orthodoxen Partei herab und zerfällt in Gruppenותהי האמת נעדרת – עדרים עדרים. Schließlich wagt es der hochmütige Lüge, ohne jede Verkleidung aufzutreten, tummelt sich ungeniert, erklärt Gottkönigs Ehre, Staat und Reich als „wissenschaftlich erledigt . Gottlosentum, Schmach des Jahrhunderts, bricht herein und findet vereinzelt – Schande über Schande! –ein schamloses Echo. Rechthaberei gibt sich mit der Selbstverständlichkeit der Frechheit – בעקבות משיחא חוצפא יסגי … “

    Es freut uns – in Beilagen –  der 2.Teil einer weiterer Skizze (S. 56 bis 59) aus dieses rabbinische Meisterwerk vollständig zu liefern:

    Bijlagen:
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    19-07-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    18-07-2021
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    ואתחנן

     

    הן צדיק בארץ ישלם, אף כי רשע וחוטא:

     

     

    „Siehe dem Gerechten wird schon auf Erden vergolten, geschweige denn dem freventlichen Sünder.“

    (Mischle-Sprüche Salomos 11,31 Übersetzung Rabbiner Dr. WOLF, Köln a. Rh.)

     


    1.

    Dring‘ nicht in Mich, laß ab vom Beten,

    Rief Gott, der Herr, dem Moses zu,

    Du darfst nicht jenes Land betreten,

    Dir winket hier die ew’ge Ruh‘.

    2.

    Und Josua, dem treuen Knechte

    Ihm lege segnend auf – die Hand,

    Daß er dem harrenden Geschlechte

    Ein Führer sei ins heilige Land

     

    Aus: Erbauungsbuch „Bibel- und Talmudschatz“ J.H. Kohn S. 386  13.Auflage Hamburg 5691 – 1931

     

    Die beste Anschrift für antiquarische Judaica:

    Antiquarische Buchhandlung „Spinoza“ in Amsterdam

    Inhaberin: Frau Manja BURGERS

    http://www.spinozabooks.com

    18-07-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    Samson Raphael HIRSCH


    Aus CHAUREW KAP.33


     

    FASTTAG DES 9ten AW

     

    …

    § 242.

    Diese fünf Tha-anijauß zu begehen ist also für alle Pflicht. ((א"ח)549.550.686.) Strengere Pflicht 9ter Aw, also daß selbst Kranke u.s.w., denen das Fasten beschwerlich fällt, wenn nur nicht Gefahr bringt, fasten. („550). Am gelindesten Tha-aniß Esther, weil nur durch stillschweigende Sitte angenommen, und daher an ihm selbst nichtgefährliche Kranke u.s.w. nötigenfalls vom Fasten frei („686). Fällt einer dieser Tha-anijauß auf Schabboß, so wir der auf den nächsten Tag verschoben, Tha-aniß Esther aber auf den vorhergehenden Donnerstag („550.686.) Schon vom 1sten bis 9te Aw vor allem in der Tha-anißwoche, ist jede Äußerung der Freude untersagt. Durch Vernachlässigung des Äusseren in Waschen, Kleiden, Unterlassen des Scheerens des Bart- und Haupthaars – letztere schon vom 17ten Thammus an – schon Trauer eingeleitet. In der ganzen Zeit vom 17ten Thammus an keine Hochzeit gefeiert. Vom 1ten Aw bis 10ten Aw Mittages kein Fleisch und kein Wein genossen. Siehe ausführlich („551.552.) Am 8ten Aw wird gehörige Mahlzeit nur vor dem Letztmahl eingenommen, das nur aus einem Gericht bestehen darf; es wird, dem Leidtragenden gleich, auf der Erde sitzend eingenommen, und besteht gewöhnlich, (wie das erste Mahl des Leidtragenden) aus Eiern (552). Schon mit Tag- und Nacht-Zweifel beginnt das Fasten, die Trauer erst jedoch wenn völlig Nacht, es sei denn der Fasttag ausdrücklich bereits schon am Tage als Gelübde übernommen. Schon am Nachmittag ist jede Geistesbeschäftigung mit andern als auch am 9ten Aw erlaubten Gegenständen untersagt. Wenn 8ter Aw am Schabboß ist, ja selbst wenn der 9ter Aw am Schabboß und auf den Sonntag verlegt ist, tritt dies alles nicht ein; nur Geistesbeschäftigung ist schon nachmittags, und wenn Schabboß  der 9ten Aw  ist den ganzen Tag, wie am 9ten Aw, beschränkt  („553)

     

    §243.

     

    Am neunten Aw selbst sind alle Trauergesetze, wie beim Owél (אבל), bis auf das Werktätigkeitsverbot, und allen Fastgesetze, wie am Jaum Kippur, in Kraft (siehe § 320 unf § 158). Doch ist auch bis Mittag jede zeitfordernde und somit zerstreuende Arbeit untersagt („554). Über die Tischoh-b’Aw-Trauer ist darum nachzulesen, was über die Trauer beim Todesfall ausgesprochen ist. Denn am neunten Aw sind wir alle Leidtragende um J’ruscholajim-Zijaun, die hehre Mutter, die uns nährte und pflegte und aufzog und tränkte mit dem Gottesgeiste, der dort quoll – sie sit nicht mehr die sorgliche Mutter, – – und mutterlos zerstreut sind ihre Kinder – nur nicht des Vaters verwaist, des Ewiglebenden, der auch in Goluß nicht sie verläßt,  unsichtbar sie umschwebt, und des Lichtes seines Geistes wartet, daß es in Jissroél nicht Nacht werde. – Aber nicht nur  am Gedächtnistage soll unser Trauer sein, überall und immer soll uns das Trauergefühl begleiten, nimmer und nimmer sollten wir vergessen, daß dem Jissroélgeschicke wir angehören und die große Jissroélaufgabe im Goluß zu lösen haben. Und wärest du auch reich und begütert, ja wäre ganz Jissroél es, und lösten sich alle Fesseln, die hie und da noch Jissroél im äußern Leben beschränken – sieh! nicht um Untergang nur äußern Glückes trauerst du – das könnte dir die Fremde ersetzen – mit dem Äußern ist dir nur sichtbarer Boden geschwunden, auf dem Jissroéls von Gottes Geist durchdrungenes Leben wie eine Gottespflanze allseitig blühen sollte; – wenn du um J’ruscholaim trauerst – deine höchste Trauer ist um Zijauns Fall! –

    … …

     

    Aus: Samson Raphael HIRSCH : Chauréw, Versuche über Jissroéls Pflichten in der Zerstreuung, zunächst  für Jissroéls denkende Jünglinge und Jungfrauen. Vierte Auflage Frankfurt  a.M. Verlag J. Kaufmann 1909

     

    Siehe auch via „archief“ 08 07 20:  Samson Raphael HIRSCH: Fasttag 17. Tammus

    18-07-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    16-07-2021
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    Rabbiner Samson Raphael HIRSCH

     

    דברים

     

     

     Aus seinem Kommentar zur Wochenabschnitt Dewaurim

     

    6. „Gott, unser Gott, hat zu uns in Choreb gesprochen: Ihr habt genug an diesem Berge geweilt“

     

    „… der Zweck , zu welchen ihr auf eurem Zuge aus Egypten in das verheißene Land zuerst an diesen Berg geführt worden und dort weilen sollst um  (2 B.M. 3,12) ist bereits genügend erreicht. Es ist euch hier das Gesetz geworden, mit dessen Hinnahme, Aufnahme und Annahme ihr in den "Dienst Gottes" getreten seid, und ihr heute auch hinlänglich mit dem Gesetze vertraut gemacht und ihm das Gesetzheiligtum in eurer Mitte errichtet, so daß euch nichts mehr fehlt, um nunmehr in das Land zu ziehen, das keine andere Bestimmung hat, als den Boden der Verwirklichung dieses Gesetzes zu werden.“

    16-07-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    14-07-2021
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    Rabbiner Dr. Salomon BREUER

                    (1850 – 1926)

     

    דברים

     

    Belehrung und Mahnung zur Wochenabschnitt

    DEWAURIM

    (Auszüge)

    …

    Jährlich steht der Sabbat, an dem אלה הדברים uns verlesen wird, als שבת חזון im Zeichen des heraufziehenden Tischo-beaw. Seit nahezu zwei Jahrtausenden beklagt unser Volk den zweimaligen Untergang seines Heiligtums, ist seine Seele erfüllt von dem schweren Leid, das ihm diese lange Goluszeit gebracht hat, und harrt voll Sehnsucht des Augenblicks, der das Ende seines Golus bringt, ein Ende, das aber nicht enthüllt und nur Gott, dem Lenker unseres Geschickes, bekannt ist. Denn darin unterscheidet sich ja so auffallend unser jetziges Golus von dem ersten babylonischen Golus. Denn während jenes Golus von kurzer Dauer und seine Ende im voraus bestimmt war, ist unser jetziges Golus von langer Dauer und seine Ende uns nicht enthüllt. Als Grund hierfür lehren die Weisen (Joma 9b): ראשונים שנתגלה עונם נתגלה קצם אחרונים שלא נתגלה עונם לא נתגלה קצם „Die Sünde der Ersteren, zur Zeit des ersten Heiligtums, sind enthüllt worden, darum ward auch ihr Golusende enthüllt, die Sünden der Letzteren, zur Zeit des zweiten Heiligtums, sind nicht enthüllt worden, darum blieb auch ihr Golusende verhüllt’. –

    Wir glauben diesen vielbesprochenen Ausspruch der Weisen in folgendem Sinne zu verstehen. הוכח תוכיח את עמיתך lautet die große, ernste Forderung des Gotteswortes, di es jedem einzelnen Glied der jüdischen Gesamtheit zur Pflicht macht, den Irrungen seiner Genossen nicht schweigend gegenüberzustehen, sondern Mahnung und wiederholte Vorstellungen das Seinige zu tun, um zur Besinnung aufzurufen und Besserung zu bewirken. Nie und nimmer hätte der Abfall von Gottes Gesetz auch in unserer Zeit solchen traurigen Umfang angenommen, wenn stets und überall sich Männer gefunden hätten, die, erfüllt von heiligen Mut und unbeugsamer Überzeugungstreue, das offene, rückhaltlose Wort der תוכחה zu sprechen gewillt gewesen wären. Man glaubte aber und glaubt immer noch, durch sogenannte politische Klugheit der Gottessache dienen zu können, die, wie man sich selber beredet, um Schlimmeres zu verhüten, schweigen zu dürfen glaubt, wo im Geiste der Thora lautester Protest als gebieterische Pflicht sich erweist.

    …

    Wer ahnt nicht die Größe eines Jesaja, wenn uns aus unserer heutigen Haftora die wuchtigen Worte entgegendröhnen, mit denen er dem „Volk von Amora“, den „Reichen Sedoms’ Tempelbesuch und Opfer, Sabbat und Gebet als wertlos, als Lüge vor die Füße wirft, weil er die Lüge nicht zu ertragen vermag, mit der ein Gott fremdes, entheiligtes Leben sich das Recht verwirkt habe, vor Gottes Angesicht zu treten – „Huren“, „Mörder“ sind sie ihm, die die Ehe mit Gott gebrochen, an deren Händen das Blut sozialer Härte und Selbstsucht klebt! Und mit welch heroischer Selbstverleugnung hat ein Jirmeja das Wort der Zurechtweisung unablässig, unermüdlich gesprochen! Gottesmänner, die die Schmähung der Verblendeten nicht fürchteten, im Kerker ihr mutiges Tun büßten, dafür aber ihrem Volke den Weg der Erlösung bahnten. –

    Zur Zeit des ersten Heiligtums, meinen die Weisen mit Recht, wurden die Sünden enthüllt, darum konnte auch das Golusende enthüllt werden.

    Die diesem Weisheitswort zu Grunde liegende Wahrheit hat sich aber schon in der Frühzeit der jüdischen Geschichte bewährt. „Wer die Menschen zurechtweiset, um sie Gott zurückzuführen, findet schließlich mehr Gunst als der mit glatter Zunge seinem Volke Schmeichelnde.“ Die Weisen mussten dabei an Mosche und Bileam denken, die sich in ihrem Verhalten zum jüdischen Volke so kraß unterschieden.

    Unser Mausche hat seinem Volke keine einzige Lobrede, dafür aber recht, recht viele דברי תוכחה, Worte der Zurechtweisung gewidmet, und אלה הדברים Worte der Zurechtweisungen waren es, mit denen er von seinem Volke Abschied nahm. Dieses Vermächtnis des unsterblichen Führers gereichte aber seinem Volke zu einer Quelle unendlichen Segens: aus seiner Wahrheit haben noch zu allen Zeiten die Schwankenden ihre Festigkeit gewonnen und die Verirrten zu ihrer von Gott gewollten Bestimmung sich zurückgefunden.

    Bileam dagegen hat dem jüdischen Volke eine Lobrede gehalten wie keiner vor und keiner nach ihm. Doch diese Lobrede hat, nach dem erwähnten Ausspruch der Weisen, verhängnisvolle Folgen gehabt: שהחליק בנבואותיו וגבה לבם ונפלו בשטים sie hat das jüdische Volk hochmutig gemacht und hat es in Schittim zu Falle gebracht. Dem Gottesvolke zu fluchen, war Bileam von Moabs König berufen worden, doch er durfte seinen Mund nur zum Segen öffnen. Und sein Mund strömte über vom Preis der Stellung Jissroéls in Völkermitte und der durch Gottesnähe ihm verliehenen Größe: er sieht es in seiner gesonderten, einzigartigen Erscheinung, löwenmächtig, er preist die Reinheit und Schönheit seiner Häuser, den Segensreichtum seiner Lehrstätten, er sieht es gehoben durch Gottes Liebe, da Sünde und Schuld an ihm nicht geschaut wird, und den Stern von ihm ausgehend, der einst sieghaft der Menschheit den Weg zum Heile weist. Bolok schlägt verzweifelt die Hände zusammen, – so hat er denn Bileam vergebens berufen. Doch zum Abschied איעצך erteilt Bileam ihm den Rat, den verhängnisvollen, wie allein diesem Volke beizukommen sei: suche es zu verführen, und du hast es besiegt. Und so geschah es…

    24000 jüdische Seelen sind Bileams Lobrede zum Opfer gefallen, und wer weiß, welchen Umfang diese Katastrophe noch angenommen hätte, wenn nicht Pinea’s mannhaftes Auftreten dem Verderben Einhalt geboten hätte. …

    אלה הדברים אשר דבר משה אל כל ישראל Diese Worte der Zurechtweisung aber hat Mausche an ganz Jissroél gerichtet: alle, alle unterschiedlos hatte er um sich versammelt, und sie hatten doch nicht alle gesündigt, nicht alle an den Verirrungen teilgenommen, die da aufgezählt wurden במדבר בערבה מול סוף וגו'. Nur ein Teil des Volkes war es, der sich nach den Fleischtöpfen Egyptens zurücksehnte, nur ein Teil, der den moabitischen Töchtern nachgegangen, nur die lüsterne Jugend war mit dem Manna unzufrieden, gezählt die an Korachs Aufstand Beteiligten, nur die Hefe des Volkes, die das goldene Kalb sich machten – hätte Mausche sie nicht alle versammelt, wie leicht hätte nicht der eine dem andern die Verantwortung für alle diese Verirrungen zugeschoben, die Alten den Jungen, die Reichen den Armen, die Gebildeten den Ungebildeten und umgekehrt! – Mausche aber  richtete seine תוכחה an ganz Jissroél, machte sie alle, alle für alle Verirrungen in gleichen Maße verantwortlich: denn die jüdische תוכחה richtet nicht nur gegen die das Unrecht Übenden, sondern gegen alle, die zu seiner Verhinderung das Ihre hätten leisten können und es unterlassen haben. Es ist der Geist der gegenseitigen Verantwortung des כל ישראל ערבים זל"ז, der den einen für den andern, für sein Tun und Lassen, verantwortlich macht, der sich nicht begnügt, von dem Einzelnen zu fordern, daß er sein Leben in צדקות, in Pflichttreue vor Gott begreife, der ihn vielmehr anruft, zu den מצדיקי הרבים sich zu zählen, der den Leichtsinn neben sich nicht duldet und auch nicht die Unwissenheit, gegen die er vielmehr ankämpft, solange noch andere für das gleiche Leben der jüdischen Pflicht zu gewinnen sind, der er mit jedem Atemzug seines Lebens dient.

    Ist aber solcher Geist im jüdischen Volk lebendig, dann kann dieses jüdische Volk nimmer zahlenmäßig erfasst werden. Mutter Jochebed war begnadet, wie die Weisen sich sinnig ausdrücken, ששים רבוא בכרס אחד 600 000 Menschen das Leben geschenkt zu haben, denn sie hat Mausche geboren, der, indem er sein Volk der göttlichen Lebensbestimmung entgegenzuführen bestrebt war, dieses ganze Volk mit seinem bedeutungsschweren Leben aufwog שקול משה כנגד כל ישראל! Unter diesem Gesichtspunkt ist einem Einzelleben eine Bedeutung zuzuschreiben, das zahlenmäßig von Menschen nicht zu erfassen ist: היודע מספר כלכם בדין. Gott allein kennt die Zahl und Wert aller im Gericht, er weiß, wer von denen, die in die Ewigkeit eingegangen, auf Erden gleich hundert, tausend oder gar hunderttausend gezählt hat!

    אלה הדברים אשר דבר משה אל כל ישראל. An ganz Jissroél hatte Mausche seine תוכחה gerichtet, sie alle hatte er zur Verantwortung gezogen, und sie hatten sie, im Gefühle der gegenseitigen Verantwortung, widerspruchslos aufgenommen, der eine für den anderen, mit dem er sich verbunden fühlte vor Gott und für die Verwirklichung der von Gott gewollten Lebensbestimmung – הואיל וקבלו עליהן וכו' bemerken die Weisen so sinnig, nachdem sie diese תוכחה im Bewußtsein gegenseitiger Verantwortung hingenommen, dieser Geist also in ihnen lebendig war, צריך אתה לברכן verdienten sie den Segen, dessen sie in dieser Stunde gewürdigt wurden. Und Mausche segnete sie: ה' אלקיכם הרבה אתכם Gott hat euch vermehrt, והנכם היום ככוכבי השמים לרב heute aber seid ihr zahllos gleich den Sternen geworden! In den Tagen Mausches, meinen die Weisen, war der Abraham verheißene Segen Wahrheit geworden. –

    Mausche aber fleht zu Gott, daß dieser Geist sich auch in der Folge erhalten und seinem Volke zur unendlichen, zahlenmäßig nimmer zu erfassenden Größe verhelfen möge: ה' אלקי אבותיכם יסף עליכם ככם אלף פעמים ויברך אתכם כאשר דבר לכם

     

    Quelle: Rabbiner Dr. Salomon BREUER  Belehrung und Mahnung fünfter Teil Deuteronomium  J.Kaufmann Verlag Frankfurt am Main 1936 S. 3-10

    14-07-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    12-07-2021
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    Rabbiner Dr. Leo BRESLAUER

                 (1894-1983)

     

    ובקשו

     

    „Ein  jüdisch-geschichtlicher Wegweiser“ von  Leo BRESLAUER. Frankfurt am Main  5695/1935









    27.      Rechthaberei

    „Nur aus der sichtbaren irdischen Wirklichkeit ist der Gottesstaat geschwunden. Seine überirdische Wirklichkeit dauert fort. Dieser himmlische Gottesstaat darf und wird als beherrschende Idee des Golußjudentums nie völlig verloren gehen; denn unsere Mamlecheß-Kauhanim-w’gauj-kodausch-Bestimmung ist ewig. In dieser Geistigkeit hat er auch seine alte Totalität behalten, so lange noch Juden nicht nur nach seinen in Geltung verbliebenen Gesetzen handeln, sondern auch den ehemaligen gottköniglichen Residenzbezirk in seiner ganzen, Heiligtum und Land umspannenden Weite noch „lernen“ und – beten.

    Der neue Zustand hat aber in doppelter Hinsicht die Erziehung zum Bekenntnis und zum Gehorsam für Gottkönig vor neue Schwierigkeiten gestellt.“

    „Hinzu kam, daß mit dem Untergang des Staates die für die Erziehung so wichtigen autoritäre Macht des Gottesstaatvolkes verloren ging. Machtlosigkeit ist aber gewöhnlich der Bankrott der Erziehung; denn sie bedeutet normaler Weise Kapitulation vor dem obersten der Urtriebe, der Rechthaberei.“

    … …

    „Das ist die Klemme:

    Hier – Kitzel des Geltungstriebes durch ohnmächtigen Zusammenbruch der gottesstaatlichen Erziehungsautorität unseres Volkes.

    Dort – herzergreifend das allgegenwärtige Geheimnis flehentlichen Drängens zu freiwilligen, akeidostarken Geltungsverzicht, der die Blinden helläugig  macht, um in der Öde des Goluß die Manifestation des Gottesstaates zu sehen, um Zwangsgastschaft zu bejahen, zur Wahrheit sich zu bekennen, der Ehre Gotteskönigs aus banger Ferne zu huldigen.

    Was  tut Rechthaberei in dieser Klemme? Sie greift (ganz typisch und in diesem Punkte  allein traditionell) nach Beflüsterung mit scheinbarer Legalität dem berüchtigten Rauschmittel der Triebe zur Einschläferung des Gewissens. Unsere Weisen wußten warum sie empfahlen, bei unerträglicher Triebdruck sich im traurigen Schwarz zu hüllen, ins Dunkel der Unbekanntheit zu flüchten und dem Unwiderstehlichen, wenn es wirklich unwiderstehlich ist, so zu erliegen, also gerade in der Not der Tat sich das Bewußtsein der Illegalität, der Sünde, zu erhalten.

    Will Rechthaberei sich ins Herz eines gläubigen Geschlechts einschleichen, so bindet sie sich der Maske einer gewissen Interpretation vor’s Gesicht.  Die eigene Meinung wird skrupellos schlau in die Worte der heiligen Lehre hineingedeutet – Methode der unbegrenzten Möglichkeiten. In der zweiten Generation ist der Schwindel bereits „historisch“ und fordert – Respekt. Die Überrumpelung ist geglückt. Der Hochmut schwillt an, läßt die Maske fallen und wird – Frechheit.

    …

    Die Ewigkeit  Gottes bürgt für den Bestand seines Volkes und seines Wortes. Der Staat der Sinnlichkeit fiel – unsere  Gottheit blieb, der Staat der Habsucht fiel – Gottes Volk blieb. Auch Rechthaberei wird schwinden- Gottes Wort wird bleiben –  –  “   

      


    Es freut uns – in Beilagen –  ein erster Teil einer weiterer Skizze (S. 50 bis 56) aus dieses rabbinische Meisterwerk vollständig zu liefern:

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    12-07-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    11-07-2021
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    דברים

    שבת חזון:

    Der Sabbat, an dem mit der Vorlesung des fünften Buches Moses begonnen wird, heißt , שבת חזון Sabbat der Prophezeiung. Er ist nämlich der Sabbat, der dem Trauer- und Fasttage ob der Zerstörung Jerusalems dem תשעה באב vorangeht, und es ist der einzige Sabbat im ganzen Jahre, an welchem traurige Erinnerungen die Herzen Jissroéls erfüllen. Denn an ihm wird im Gotteshause nach der Thoravorlesung das erste Kapitel in Jesaias, die ergreifende Prophezeiung, in welcher in herzerschütternder Weise die Sünden unserer Vorfahren geschildert und der Untergang des jüdischen Reiches vorausgesagt wird, vom Rabbiner der Gemeinde vorgelesen; daher hat dieser Sabbat die erwähnte Bezeichnung שבת חזון erhalten.

    מוכיח אדם אחרי חן ימצא ממחליק לשון:

     

    „Wer einen Menschen mir nachzufolgen zurechtweist, verdient mehr Wohlgefallen zu finden, als der Mann mit glatter Zunge“

    (Mischle-Sprüche Salomos 28,23 Übersetzung Rabbiner Dr. WOLF, Köln a. Rh.)

     

    1.

    Wohl dem Menschen, dessen Seele

    Nur nach Gottes Lehre strebt,

    Niemals, wenn er immer fehle,

    Gegen Warnung sich erhebt.

    2.

    Sicher wird sie ihn stets leiten

    Durch des Lebens Erdental

    Und im Sterben ihm bereiten

    Eine Trennung ohne Qual.

    .

    Aus: Erbauungsbuch „Bibel- und Talmudschatz“ J.H. Kohn S. 375  13.Auflage Hamburg 5691 – 1931

     

    Die beste Anschrift für antiquarische Judaica:

    Antiquarische Buchhandlung „Spinoza“ in Amsterdam

    Inhaberin: Frau Manja BURGERS

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    11-07-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    09-07-2021
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    Rabbiner Samson Raphael HIRSCH

     

     

    Aus seinem Kommentar zur Wochenabschnitt Massei

     

    מסעי

     

    Kap.33, V.53 Ihr sollt das Land erst zur Besitznahme säubern und dann euch darin niederlassen; denn euch habe ich das Land gegeben, es in Besitz zu nehmen

     

    Kap. 33 V.53 והורשתם את הארץ (siehe zu V.52) Ihr müsst das Land erst durch Entfernung aller polytheistischen Spuren zu eurer ירושה fähig machen, dann erst könnt ihr euch darin niederlassen. So lange polytheistische Bewohner und polytheistische Denkmäler darin sind, ist eure ישיבה keine ישיבה (siehe zu 2 B.M. 32, 12 f.). כי לכם נתתי וגו': nicht Kraft eigner Machtvollkommenheit habt ihr das Land, es ist Gottes Wille und Gottes Macht, denen ihr das Land verdanket, und auch bei der Verteilung des Landes (V.54) habt ihr nicht willkürliche Normen, sondern Gottes Weisung und Gottes Entscheidung zu folgen. Daher könnt ihr euch nicht der ersten Vorbedingung entschlagen, unter welcher Gott euch das Land überweist.

     

    V.55 Wenn ihr aber die Bewohner des Landes nicht vor euch vertreiben werdet, so werden diejenigen, die ihr von ihnen übrig lasset, zu Gehegen in euren Augen und zu Stacheln in euren Seiten; sie werden euch auf dem Boden, den ihr bewohnet, feindlich bedrängen.

     

    V. 55 …Mit dieser den Polytheismus im Gotteslande Berechtigung einräumende Duldung büsst ihr aber selber die Integrität eurer Gotthörigkeit, die Berechtigung und den Schutz eures Daseins im Lande ein, und wie Gott seinen Schutz euch wegzieht, werden die Geduldeten eure Dränger und Feinde in eurem eigenen Lande. Das ganze Buch der Richter ist nichts als Geschichte der Verwirklichung dieser nicht beachteten Warnung.

     

    Kap.34, V.2 Verpflichte Jissroéls Söhne und sage ihnen: Wenn ihr zu dem Lande Kenaan kommet, ist dies das Land, das euch in Besitz zufallen soll, das Land Kenaan nach seinen Grenzen.

     

    Kap.34, V.2 ארץ כנען לגבלתיה Eine genaue Grenzbestimmung des Landes ist auch für die מצות התלויות בארץ folgereich, da deren ursprüngliche Verpflichtungskraft auf diese Grenzen beschränkt ist. Erst nachdem die Besitznahme von diesem hier präzisierten ארץ כנען vollständig vollzogen ist, können auch andere eroberte Länder der קדושת הארץ und der an diese sich knüpfende Pflichten teilhaftig werden. Weshalb auch den von David eroberten Provinzen ארם צובה und דמשק (Sam. II 8,5 u. 6) unter dem Gesamtnamen  סוריאdie קדושת הארץ nur מדרבנן zuerkannt war. Die Besitznahme des eigentlichen Gesetzbodens war noch nicht ganz vollzogen, war doch selbst Jerusalem noch nicht ganz in jüdischen Händen. Die Eroberung von Syrien ward daher gar nicht als nationales Unternehmen betrachtet und durch die Bezeichnung כבוש יחיד von dem gesetzlichen קדושה-Charakter ausgeschlossen. Ist es doch selbst nicht entschieden, in wie weit das transjordanische Land der dritthalb Stämme in die eigentliche קדושת הארץ mitbegriffen war. (Aboda Sara 21a תוספו' daselbst und Gittin 8 b. –  Siehe ferner zu 5 B.M. 30,5)

     

    Kap.35 V.10  Sprich zu Jissroéls Söhnen und sage ihnen: Wenn ihr den Jarden überschreitet zum Lande Kenaan hin,

     

    Kap.35 V.10 כי אתם עוברים וגו' Das Land des göttlichen Gesetzes ist um der Menschen willen da. Sein höchstes Produkt, Ziel und Zweck des ganzen ihm zugewandten Gottessegens, ist jede von ihm genährte, der Verwirklichung des Gottesgesetzes durch seine Mittel geweihte Menschenseele. Das Land wird allen nur unter der Bedingung der unantastbaren Heiligachtung einer jeden dem Gesetze heiligen Menschenseele gegeben. Ein Tropfen unschuldig vergossenes, unbeachtet gebliebenes Blut löst eine Masche an dem Band, das das Land mit der Nation und beide mit Gott verknüpft (siehe Verse 33 und 34). Diese Heiligachtung des Menschenlebens soll sofort bei der Besitznahme des Landes Ausdruck und in der Verteilung des Landes selbst die Gesetzinstitution geschaffen werden, auf welche bereits in den Grundzügen der sozialen Rechtsordnungen (2 B.M. 21,13) hingewiesen ist.

     

    V.29 Es seien euch diese Bestimmungen zum Rechtsgesetz für eure Nachkommen in allen euren Niederlassungen.

     

    V.29 בכל מושבותיכם, סנהדרין נוהגת בארץ ובחוצה לארץ (Mackoth 7a). So lange die Kriminaljustiz im jüdischen Lande zu Verwirklichung kommt, –  es ist dies an die Existenz des obersten Gerichtshofs in der Steinhalle, לשגת הגזית im Tempelheiligtum gebunden (siehe 5 B.M. 17,10), ועשית על פי הדבר אשר יגידו לך מן המקום ההוא אשר יבחר ד' מלמד שהמקום גורם (Aboda Sara 8b תוספו' daselbst) – so lange ist sie auch in den jüdischen Niederlassungen außerhalb des Landes durch Gerichtshöfe zu handhaben, deren Mitglieder, vermöge der von der Gesetzautorität im Lande erlangten Autorisation, סמיכה, als deren Delegierte handeln. 

     

    V.33  Machet das Land, in welchem ihr seid, nicht zum Heuchler, denn das Blut macht das Land zum Heuchler, und dem Lande wird für das Blut, das ich ihm vergossen worden, keine Sühne, wenn nicht mit dem Blute dessen, der es vergossen.

     

    V.33 ולא תחניפו וגו'.חנף, wie dessen Bedeutung in Job und Proverbien entschieden klar ist, heißt: heucheln, also eine andere und zwar bessere Erscheinung äußerlich darstellen, welcher die Wirklichkeit des inneren Wesens nicht entspricht. Wer also einen Menschen zum Heuchler macht, der nimmt ihm bei unveränderter äußerer Erscheinung den innern Kern. …

    Wenn nun das Land zum „Heuchler“ wird, so ist dies, wie man sieht, die buchstäblichste „חנופה“. Es ist noch derselbe Boden, der unter Gottes Tau und Sonnenstrahl die reichste Fülle des Fruchtsegens zu tragen bestimmt ist; allein Boden, Tau und Sonnenstrahl täuschen, kein Segenskeim treibt ais dem Innern zum Leben und zur Freude der Menschen, und was davon treibt, ist wiederum Täuschung, es wohnt kein Segen in dem Mark und Saft der  Triebe und Pflanzen. …

    In dem Augenblicke, in welchem Gott Noah und seine Söhne die neugeschenkte Erde wieder betreten lässt und ihnen die Pflanzen- und Tierwelt zur freien Disposition übergibt, proklamiert er mit dem: ואך את דמכם לנפשתיכם אדרש וגו' שופך דם האדם באדם דמו ישפך כי בצלם אלקים עשה את האדם die Geltung der unantastbar höheren Dignität der Gottesebenbildlichkeit des Menschen als Grundbedingung des Genusses dieses Geschenkes und dieser freien Waltung. In dem Augenblick, in welchem Gott Jissroél das Land als Boden seiner segensreichen Entfaltung für die Verwirklichung Seines Gesetzes übergibt, erneuert er dem: ולארץ לא יכפר לדם אשר שפך בה כי אם בדם שפכו dieselbe Humanitätsproklamation für Jissroél als Grundbedingung des gesegneten Besitzes und Genußsegens dieses Landes und erweitert sie noch durch die Sühneinstitution für den unvorsätzlich Mord.

     

    V.34 Und verunlautert das Land nicht, in welchem ihr wohnet, in dessen Mitte ich gegenwärtig bin; denn Ich, Gott, bin gegenwärtig in der Mitte der Söhne Jissroéls.

     

    V.34 אשר אתם יושבים בה אשר אני שכן בתוכה ist eine andere Beziehung des Landes zu seinen Menschen, als die V.33 durch אשר אתם בה ihren Ausdruck fand. Dort ist es die Beziehung des Landes als Bodens der Menschenexistenz. Der Boden versagt den Menschen die Existenz, wenn die Existenzvernichtung eines Menschen durch einen Menschen gleichgültig lässt. Hier ist es die Beziehung des Landes als Boden der ישיבה und der שכינה, der nationalen Menschengesellschaft und der Gottesgegenwart auf Erden. Beides, sowohl die auf die Huldigung Gottes und seines Gesetzes zu erbauende soziale Volkswohlfahrt, als die einer solchen Erhebung des irdischen Gesamtseins zu Gott zugesagte Gegenwart Gottes auf Erden (2 B.M.25,8) beruht offenbar auf dem Bewusstsein und der Anerkennung der Gottebenbildlichkeit des Menschen. Wenn das ganze Gottesgesetz auf den drei Fundamenten des Rechts und der Liebe des sozialen, und der Sittenheiligung des individuellen Menschen beruht, so steht und fällt das ganze Gesetz mit dem Bewusstsein und der Anerkennung oder der Verneinung und Leugnung der höheren Dignität, der Gottenebenbildlichkeit des Menschen. Auf der Anerkennung der Gottenebenbillichkeit des Nebenmenschen beruht das Recht, auf dem Selbstbewusstsein der eigenen Gottebenbildlichkeit die Sittenheiligung und die Liebe. Ist der Mensch nur tierebenbildich, nur ein physisches Wesen wie alle Lebendigen neben ihm in der Schöpfung, so sind Gewalt und Selbstsucht und Tierbefriedigung auch für ihn die einzige Lebensmotoren, so kann von Recht und Liebe und Sittenheiligung keine Rede sein, so ist טומאה, „physische Gebundenheit“, Unfreiheit mit allen Konsequenzen der Gewalt und der Entartung das ausschließliche Gepräge der Erd- und Menschenwelt, so ist es das Tierideal, dem in Haus und Staat des Menschen- und Völkerlebens die Idolhuldigung gezollt wird, so ist für Gott, den in Recht und Liebe und Sittenheiligkeit zu bekennenden ein Einzigen, keine Stätte auf Erden. ….  

    09-07-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    08-07-2021
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    Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH

                  (1833 – 1900)

     

    הפטרת פרשת מסעי

     

       Aus dem Kommentar zur Haftoro des Wochenabschnittes Massei

     

    Jeremias Kap. 2, Vers 4 und folgende

     

     Kap.2, V. 4. „Höret das Wort Gottes, Haus Jakobs!“ Mit dieser Aufforderung trat Jeremias in Jerusalems letzten Tagen in unsern Kreis, und R. Lewi in der Peßikta steht bei diesen Worten still und meint, es wäre schon viel gewonnen, wenn in Zeiten eines praktischen Abfalls von Gott und seinem heiligen Gesetze das Wort Gottes nur erst wieder gehört, mit Ernst gehört werde. Sei ja das Ohr die Pforte zum Geiste, die Pforte zum Herzen, und auch nur dem Gedanken Gottes und seines heiligen Gesetzes wieder Raum gegeben, sei der Boden für alle Hoffnung der Zukunft gewonnen. (Jeschurun IV. S.496.) Wir verweisen angelegentlich auf diese herrliche Thamus-Abhandlung  „Jissroéls Verfall“, die an der Hand einer eingehenden Erläuterung des ersten Verses unseres Kapitels die Verhältnisse der jüngsten jüdischen Geschichte und der Gegenwart beleuchtet.

    „Haus Jakob“: Einheit, „alle Familien des Hauses Jissroél“: Vielheit. Jakob: Jissroél in Abhängigkeit und Druck, Jissroél: in Selbständigkeit und Glück. Die im Glücke nach Reichtum und Mannigfaltigkeit der äußeren Verhältnisse, nach „Rang und Stand“ sich von einander abgrenzenden Kreise werden als „Jakob“, durch das hereinbrechende Unglück wieder zu dem einen Jakobshause vereinigt.

    V.5 וילכו אחרי ההבל ויהבלו „Sie gingen dem Nichtigen nach und verfielen selbst dem Nichts“, „wurden selbst nichtig“, das ist dIe kürzeste, treffendste, inhaltsreichste und ergreifendste Grabschrift so vieler Geschlechter jüdischer und nichtjüdischer, alter und moderner Zeiten. – Völkergunst, Göttercult, die Besitz- und Genußvergötterung, in der sie schwelgten – sind an sich nichtig. Alle äußeren Güter und das Streben nach ihnen haben Wert und volle Berechtigung, wenn sie als Mittel zu einem menschlich reinen, pflichttreuen Leben erstrebt und verwendet werden. Als Selbstzweck erstrebt sind sie jedoch nichtig, und das Aufgehen in das Streben nach ihnen beraubt das Leben jedes wahren, dauernden Gehaltes.

    …

    V.8 Alle für die Gestaltung des Volkslebens maßgebenden Faktoren versagten oder sie übten offenen Verrat. Die Priester, die durch den steten Hinweis auf Gott und Pflicht „die rechte Richtung geben“ sollten, mahnten nicht: „wo ist denn Gott?“ Siehe oben. Die „Handhaber der Thora“, die Männer der jüdischen Wissenschaft, des Gottesgesetzes, „kannten“, spricht Gott, „mich nicht“ – mochten sie auch die eingehendste Kenntnis aller einzelnen gesetzlichen Bestimmungen und ihrer Anwendung haben, sie hatten dennoch keine Ahnung von Sinn und Bedeutung des Ganzen, und weil ihnen dieser Sinn fern und dieser Geist fremd bleib, so war ihr Wissen ein totes. Dem Gotte, dessen lebenweckendes und lebengestaltendes Wort ihnen trotz alles Wissens ein mit sieben Siegeln verschlossenes Buch blieb, konnten sie des Volkes Herz und Sinn nicht öffnen. והרועים, die Führer aber, die einflußreichen, angesehenen Großen, zu denen unwillkürlich das Volk emporblickt, deren Leben und Beispiel deshalb mustergültig sein sollte, die waren gerade zu allererst und am allermeisten von Gott abgefallenen. והנביאים, und die Propheten, die Männer, die, wenn vom rechten Geist beseelt, wohl imstande wären, trotz aller unwürdigen Priester, aller unfähigen und stumpfen „Handhaber der Thora“ und aller gewissenlosen Führer, durch das zündende Wort der Wahrheit das Volk aus seiner Lethargie zu wecken und zurück- und emporzuleiten: die Propheten –  predigten im Namen des Baal und gingen dem Heillosen nach! –

    …

    V.12 שמו שמים וגו': Es ist dies der so oft wiederholte bedeutungsvollen Hinweis auf die nahe Beziehung zwischen der Natur und dem Berufe Jissroéls für die Anbahnung des reinen gottdienenden Menschentums. Die Natur „trauert“, wenn dieser Beruf verfehlt und die Erreichung dieses Zieles in weite Ferne  hinausgerückt wird.

    …

    Kap. 3, V.4 Auf diese Zeit wird hingeblickt, wo Jissroél in Gott seinen Vater  und seinen einzigen Führer von ewig her erkennen wird. Mit diesem tröstenden Ausblick schließt die Haftora.  – Die Sephardim schließen statt dessen mit den beiden ersten Versen des vierten Kapitels, die die Aufforderung zur Rückkehr, jedoch zur ernsten, in voller Verwirklichung des Gottesgesetzes sich betätigenden Rückkehr, enthalten, mit dem Ausblick auf das Heil, das dadurch weit über den jüdischen Kreis hinaus der Gesamtmenschheit erblühen werde.

     

    (Die Haftoroth übersetzt und erläutert, Frankfurt am Main 1896: S. 294-303  Kommentar zu Jeremias Kap 2 V.4…) 

    08-07-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    07-07-2021
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    Rabbiner Dr. Salomon BREUER

                    (1850 – 1926)

     

    מטות

     

    Belehrung und Mahnung zur Wochenabschnitt

    MATTAUS

    (Auszüge)

    …

    Diese Wochen, die Jahr für Jahr, seitdem unser Volk im Galuth weilt, einen jeden, der sich seiner Zugehörigkeit zum jüdischen Volk noch bewußt  ist,  zur Trauer laden, die wehe Klage, die sie in jedem jüdischen Herzen entfesseln, sie gelten zunächst nicht dem Verlust der politischen Selbständigkeit, nicht dem Verlust des heimatlichen Bodens – על אלא אני בוכיה עיני עיני ירדה מים כי רחק ממני מנחם וגו' „darum weine ich, zerfließt mein Auge in Tränen, daß mein Tröster, der meine Seele erquickte, sich von mir entfernte – „ זה סלוק שכינה erklären die Weisen, das ist die Entfernung der göttlichen Schechina aus dem Menschenkreise, – dem גלות שכינה, wie es die Weisen so tief und so erschütternd bezeichnen, daß mit dem Untergang des Heiligtums auch Gottes Schechina in Galuth weilt, heimatlos, stättelos vergebens des Augenblickes harrt, da Menschen ihr aufs neue die Stätte in ihrem Leben bereiten, diesem herzzereißenden Jammer fließt vor allem die Träne jeder wahrhaft jüdischen Seele in diesen traurigen Wochen.

    Und diese Träne und dieser Schmerz sollte an Berechtigung eingebüßt haben, seitdem die finsteren Nachtjahrhunderte, die unseren Vätern ein Martyrium ohnegleichen auferlegten, einer helleren glücklicheren Zeit gewichen sein? Haben wir die Prüfung bestanden, die der Anbruch dieser Zeit uns stellte? Hat Galuth Schechina seitdem von seinem Jammer verloren und nicht vielmehr eine Steigerung erfahren, die unseren Vätern unfaßbar gewesen wäre? ...

    Hat diese Klage nicht in unseren Tagen erhöhte Berechtigung gewonnen, zittern wir nicht vor der Möglichkeit, ass das ernst mahnende Wort der Weisen, mit dem sie das Verhalten der Söhne Gads und Reubens begleiteten: לפיכך גלו תחלה in seiner ewigen Wahrheit sich auch an uns bewähren könnte?

    Diesem Galuth der Thora, das, ach, so viele der Thora gerade in der Zeit günstiger, heiterer Lebensgestaltung bereiten, müsste vor allem unsere Tischo-beaw-Träne gelten. Leider aber ist dies nicht der Fall, nicht einmal in Kreisen, in denen Thora und Mitswauss noch gewissenhaften Pflege finden. Welche Entrüstung, welche Empörung löst nicht überall auch der leiseste Versuch aus, der geeignet ist, die Galuthstellung des jüdischen Volkes zu verschlechtern, oder gar die Errungenschaften seiner Emanzipation zu gefährden und das Schreckgespenst erneuter Galuthnacht vor die ängstliche Seele zu malen! – Daß aber der Abfall vom Gottesgesetz immer weiter um sich greift, bereits ganze Geschlechter in völliger Unkenntnis der jüdischen Lebenspflichten heranwachsen, Tausende und aber Tausende durch Mischehen und durch Verschmähung des Abrahambundes dem Judentum sich völlig entfremdet haben und das Heiligtum des göttlichen Gesetzes zunehmender Verödung entgegengeht – dieses erschütternde Galuth Schechino, das doch in Wahrheit die einzige Ursache ist, die unser Galuth verlängert und noch immer erneutes Galuthleid über uns gebracht hat, es findet vielleicht Bedauern, ohnmächtigen Seufzer, aber die leidenschaftliche Träne, die die letzte Kraft zur bessernden Tat aufpeitscht, wo wird sie geweint? –

    Dieser traurigen Erscheinung verleiht das Weisheitswort beredten Ausdruck: בכה תבכה בלילה, ישראל בוכים בלילה Jissroél weint in der Nacht, wenn finstere Galuthnacht mit allem leidvollen Weh der Lebensverkümmerung und Entrechtung ihm seine ohnmächtige Stellung inmitten der Völker zum schmerzlichen Bewußtsein bringt; jedoch für das bittere Leid, das der Galuthtag ihm bringt, wenn die Sonne  glücklichere Lebensverhältnisse wohl seine Nacht verdrängt, dafür aber die Nacht der Galuth Schechino umso finsterer gestaltet, findet es keine Träne. – Aber Jirmejo, der Prophet, der auf der Warte des Heiligtums steht und dem das wahre Heil seines Volkes am Herzen liegt, ירמי' בוכה ביום er weint die heiße Träne des Schmerzes, die das Bewußtsein ihm entlockt; daß sein Volk die heitere Gestaltung seines Lebens noch immer nicht als die göttliche Prüfung begreift, ob es gewillt ist, Gott und seiner Thora nicht nur in der Gollusnacht, sondern auch wenn die Nacht dem hellen Tage weicht, die gewissenhafte Treue zu bewahren. – Gott aber weint in Golus bei Tag und bei Nacht: es sind die Tränen des Vaters, der nach seinen Kindern sich sehnt; deren Leid ist sein Leid, und sein tiefster Schmerz ist die leidvolle Erkenntnis,d aß seine Kinder  noch immer nicht „nach dem Tisch ihres Vaters sich sehnen“.   Jissroél aber spricht zum Propheten:נעשה תנאי בינינו laßt uns eine Vereinbarung treffen: אנו בוכים בלילה in der Golusnacht werden wir weinen, da brauchen wir keinen, der uns weinen lehrt, dagegen אתה בוכה ביום am Golustag, wenn nicht äußeres Leid drückend auf uns lastet, da lehre du uns weinen, daß wir die Träne nicht vergessen, die wir dem Golus Schechino schulden.

    …Uns aber, meine Brüder und Schwestern, denen Golutstage beschieden sind, mögen diese ernste Tage die große Frage vor unser Gewissen stellen: was können wir tun, haben wir alles getan, um das traurige Golus Schechino, das Golus der Thora zu beenden? ירמי' בוכה ביום Wer von Jirmejo sich führen läßt, wen der heilige Ernst der jüdischen Lebensaufgabe erfüllt, den werden die Golustage nicht über den Jammer und die Schmach hinwegtäuschen, die die Tatsache, aß Gottes Schechino in finsterer Golusnacht weilt, für unser jüdisches Bewußtsein bedeutend. Solches jüdisches Bewusstsein laßt uns unsere Kinder erziehen, daß sie mit uns ihr Leben der großen Aufgabe weihen: Gottes Schechino mit ihrem Leben Heimstätte zu bereiten. – Ist aber erst dem traurigen Golus Schechino ein Ende bereitet, dann kehrt sich Gott in unendlichem Erbarmen den Gefangenen Jissroéls zu, um sein Jakobsvolk aus tränenvollem Golusleid einer glücklichen, freudvollen Zukunft entgegenzuführen בשוב ה' שבות עמו יגל יעקב ישמח ישראל. 

     

    Quelle: Rabbiner Dr. Salomon BREUER  Belehrung und Mahnung vierter Teil Numeri  J.Kaufmann Verlag Frankfurt am Main 1935 S. 72-77

    07-07-2021 om 16:39 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    06-07-2021
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    Die drei Trauerwochen

     

    Editorial der Wiener Wochenzeitung „Jüdische Presse“ 1933, 28.Woche

     

    Mit dem 17. Tamus beginnen die drei Trauerwochen, deren Abschluß den 9. Aw bildet. Drei Trauerwochen, die uns von Jahr zu Jahr die Zerstörung Jerusalems, die Einäscherung des heiligen Tempels neu in Erinnerung zu bringen. Das allgemeine jüdische Leid ergießt sich in diesen Wochen in mitternächtlichen Wehklagen um die verflossene Herrlichkeit des jüdischen Staates, um das Weichen der Schehinoh aus unserer Mitte, um den jüdischen Stolz und Adel, die seither,  zu Staub erniedrig, nirgends dauernd das Haupt erheben können. So und das war der Sinn  der drei Trauerwochen zwischen dem 17. Tamus und dem 9. Aw seit nahezu wie Jahrtausende.

    In der jüngsten Zeit, seit den  modernen Versuchen Palästina für das jüdische Volk zurück zu gewinnen, bekommen diese drei Wochen allmählich auch einen anderen Charakter.

    …

    Die praktische Palästina-Arbeit der Agudas Jisroel bewegt sich in diesen Bahnen. …  Unter dem Eindruck  der katastrophalen Entwicklung der jüdischen Lage in Deutschland, aber auch in manch anderen  mittel- und osteuropäischen Staaten, sieht sich ein Großteil unserer orthodoxen Juden die einzige Möglichkeit in Erez Jisroel. Die zionistische Propaganda nützt die Katastrophe zu ihren Parteizwecken aus. … Dies sind Momente, welche die Orthodoxie mit großer Aufmerksamkeit; ja, sagen wir es nur ganz offen heraus, mit großer Besorgnis betrachten muß. So wertvoll die Palästina-Sehnsucht unserer orthodoxen Jugend ist, sie wir eine Gefahr, wenn es unseren religiösen Führern nicht gelingt diese Sehnsucht mit einen gleichstarken religiösen Willen in dem jungen jüdischen Menschen zu paaren und zur Vollendung zu bringen.

    Was wir aber jetzt sehen, ist einerseits intensivsten zionistischen Propaganda, andererseits schwache orthodoxe Versuche, eine praktische Erez-Jisroél-Arbeit in die Wege zu leiten, und fast nichts was das große religiöse Sehnen in dieser schweren, aufgewühlter Zeit wecken und befriedigen würde. Wenn es so bleibt dann wird …

     

    Weiter vollständig zu lesen in Beilage:

    Bijlagen:
    JPW 1933 28 Die drei Trauerwochen.JPG (188.8 KB)   

    06-07-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    05-07-2021
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    Rabbiner Dr. Leo BRESLAUER

                 (1894-1983)

     

    ובקשו

     

    „Ein  jüdisch-geschichtlicher Wegweiser“ von  Leo BRESLAUER. Frankfurt am Main  5695/1935







    26.      Zwangsgastschaft

    „De facto ist der Gottesstaat Zukunftshoffnung, er existiert nicht mehr in irdischer Wirklichkeit. Dafür beherrscht er als unverrückbares  Geschichtsziel der göttlichen Vorsehung alles irdisches Geschehen. So, als himmlischer Gottesstaat, hat er nie aufgehört. Sein Recht gilt fort. De jure ist er schon heute – noch heute.  Er ist so kraft unserer immer noch geltenden Berufung zur  Mamlecheß-kauhanim w’gauj-kodausch und kraft der uns verbliebenen Zentralinstanz der Tauro. Gleich wie Awrohom selber schon de jure, wenn auch nicht de facto, Herr des Heiligen Landes war. Die Angehörigkeit zu diesem de jure-Staat stempelt jeden Juden. Das Bewußtsein von dieser Angehörigkeit – und es allein – macht ihn zu einem bewußten Juden.

    Die sinnennahe Realität eines faktischen Staates bedeutet für jeden seiner Bürger auch ohne jedes andere Hoheitszeichen ein positives, untrügliches Merkmal seiner Angehörigkeit und Hörigkeit an diesen Staat. Bürgerbewußtsein ohne dieses Merkmal ist gar nicht denkbar. Was ersetzt aber dem Juden des sinnenfernen, ideellen de jure-Gottesstaates den Mangel solch eines positiven Merkmales? – Den ersetzt ihm die sinnennahe Realität des – Goluß und seines Innuj.“

    „Wir selber können bis dahin unseren Gastzustand nicht eigenmächtig beenden, auch die Menschheit kann das nicht, kein Volk und kein Völkerbund. Gegen das System autonomistischer Erdenbürgerlichkeit und Gottesreichsbürgerlichkeit eben als „Gastbürger“ zu zeugen, ist ja grade auch eine, schon von den Ahnen uns vorgelebte, Bestimmung unseres Golußschicksals.

    Die welthistorische Lehre dieser Wahrheit ist: nicht die Staaten  der Erde sind unsere eigentlichen Wirte, sie sind es nur scheinbar. Der Herr der Menschheit, Gottkönig, ist es, der uns zu ihnen Quartier gab, damit sie seinem Volk auf seiner Erde Lebensraum gewährten genug um, dankbar und treu für ihr Gewähren, der Ehre Gottkönigs und seines Reiches zu leben. Er tat es nach seinem Plan wahrhaftig beiden zum Wohl und beiden zur – Prüfung. Das Anormale unseres Goluß-Daseins ist nicht nur unser Schicksal, sondern auch Schicksal der Menschheit. Es ist vollendeter Irrtum, zu glauben, eigenmächtige Normalisierungsmaßnahmen können beide Teile von ihrem Schicksal befreien, bevor noch die Stunde des dritten Gottesstaates geschlagen hat. Und verhängnisvoller Irrtum, wäre es aber auch, aus unserer irdischen Heimatlosigkeit ein Recht für die Menschheit herzuleiten, uns die Gastfreundschaft zu kündigen und nach Belieben Ruhelosigkeit aufzubürden, also, S’charjo’s Mahnung zum Trotz, dort, wo „Gott ein wenig zürnt von sich aus das Unglück zu fördern“, Gottkönig wird den vorzeitigen Abbruch unserer Zwangsgastschaft nicht wollen, bis daß sie ihren Zweck als gottesstaatlicher Wegeweiser erfüllt und Jißroeil und die Menschheit heimgeführt hat in  sein Reich.“

    „ Da sollt jeder schon um seinetwillen die Zügelung der Triebe nach Gottesweisung bei sich und beim andern fördern. Wüßten die Völker, um was es geht, sie stellten neben jeden Juden zwei Wächter, die ihn zur Tauro-Hüt anhielten, zur Respektierung des Weltenwirtes, und – sie respektierten selber ihn auch. – –

    Jedes Ding hat zwei Seiten, jedes jüdische – drei.

    Unserer Zwangsgastschaft eine Seite sehen die Völker: die Judenfrage. Die zweite sehen wir: Goluß-Leid. Die dritte seht Gottkönig: Erziehung und Bewährung für Jisroeil und die Menschheit.

    Goluß muß nun einmal sein, Goluß-Leid muß nicht  sein.  Aber wenn es ist, dann zeugt es eindringlich für unsere Angehörigkeit zum himmlischen Gottesstaat; …“


    Es freut uns – in Beilagen –  eine weitere Skizze (S. 46 bis 50) aus dieses rabbinische Meisterwerk vollständig zu liefern:

    Bijlagen:
    Breslauer Leo Uwakschu 46b.jpg (86.7 KB)   
    Breslauer Leo Uwakschu 47.jpg (125 KB)   
    Breslauer Leo Uwakschu 48.jpg (122.9 KB)   
    Breslauer Leo Uwakschu 49.jpg (126.9 KB)   
    Breslauer Leo Uwakschu 50.jpg (24.1 KB)   

    05-07-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    04-07-2021
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    מסעי

     

    גם כי אלך בגיא צלמות לא אירא רע, כי אתה עמדי:

     

     

    „Gehe ich darum auch in todesumschattetem Tale, fürchte ich nichts Böses, denn Du bist bei mir Dein Stab du Deine Stütze sind es; sie trösten mich. “

    (Psalm 23,4 Übersetzung Rabbiner Samson Raphael HIRSCH)

     

    1.

    Gleich einer Reise führt das Leben

    Den Menschen zu dem Ziele hin,

    Ein jeder hat ein and’res Streben

    Ein jeder anderes im Sinn.

    2.

    Bis dann am Ende aller Leiden

    Die ewige Ruhe freundlich winkt

    Und in das Land der seligen Freuden

    Uns sanft der Tod hinüber bringt!

     

    Aus: Erbauungsbuch „Bibel- und Talmudschatz“ J.H. Kohn S. 361  13.Auflage Hamburg 5691 – 1931

     

    Die beste Anschrift für antiquarische Judaica:

    Antiquarische Buchhandlung „Spinoza“ in Amsterdam

    Inhaberin: Frau Manja BURGERS

    http://www.spinozabooks.com

    04-07-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    מטות

     

    טוב אשר לא תדר, משתדור ולא תשלם:

     

     

    „Besser ist es, wenn du nicht gelobst, als du gelobst und nicht erfüllst “

    (Koheleth 5,4 Übersetzung Rabbiner Dr. Raphael BREUER)

     


    1.

    Leite deine Zunge an,

    Wahrheit nur zu sprechen,

    Lügest du in eitlem Wahn,

    Wird es bald sich rächen,

    2.

    Und das Wort, das dir entfuhr,

    Heilig stets verehre

    Halte treulich deinen Schwur!

    So will’s Gottes Lehre.


    Aus: Erbauungsbuch „Bibel- und Talmudschatz“ J.H. Kohn S. 353  13.Auflage Hamburg 5691 – 1931

     

    Die beste Anschrift für antiquarische Judaica:

    Antiquarische Buchhandlung „Spinoza“ in Amsterdam

    Inhaberin: Frau Manja BURGERS

    http://www.spinozabooks.com

    04-07-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    02-07-2021
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    Rabbiner Samson Raphael HIRSCH

     

    פינחס

     

    Aus seinem Kommentar zur Wochenabschnitt Pinchos

     

    Kap. 25, V.11 Pinechas, Sohn Elasars, des Sohnes Aharons des Priesters, hat meinen Umwillen von Jissroéls Söhnen abgewendet, indem er meine Rechtsforderung in ihrer Mitte zur Geltung gebracht, so daß Ich Jissroéls Söhne nicht durch meine Rechtsforderung vernichtet.

    12. Darum sprich es aus: „Siehe, Ich gebe ihm meinen Bund: „Friede“.

     

    Kap. 25 V.11: …Jissroél ist entweder „Gottes“, oder es hört auf zu sein….

    V. 12 לכן אמר וגו', nichtאמר לו  oderאליו , sondern allgemein: bringe es zu allgemeinem Verständnis und zur Beherzigung aller: הנני נתן לו את בריתי שלום! Wie 3 B.M. 26,42  ein יעקב :ברית, ein יצחק :ברית, ein אברהם :ברית heißt, und damit jedes unter den Begriff „יעקב“, „יצחק“, „אברהם“ gefasste Verhältnis als ein ברית, als ein von absoluter Gottesbestimmung getragene Verheißung bezeichnet wird: so heißt  hier  ein ברית: „שלום“, die Gestaltung der vollendetsten Harmonie aller Weltverhältnisse unter einander und mit Gott, als ein „ברית“, als ein von absoluter Gottesbestimmung getragene Verheißung ausgesprochen, deren endliche Realisierung das absolute Augenmerk Gottes und daher der Welt unabänderlich sicher ist (siehe 1 B.M. 6,18). Die Realisierung dieser höchsten Friedensharmonie überantwortet Gott hier gerade derjenigen Gesinnung und demjenigen Tatenwirken, welche ein gedankenlose, ihre pflichtvergessene Untätigkeit so gerne in den Mantel der „Friedensliebe“ hüllende Welt, eben als „Friedenstörer“ zu bezeichnen und zu verdammen sich gefällt. „Friede“ ist ein hohes Gut, dem alles, alle eigenen Rechte und Güter, nimmer aber die Rechte anderer, nimmer aber das Recht des göttlich Guten und Wahren zum Opfer gebracht werden darf.  Der wahre Friede des Menschen unter einander beruht auf dem Frieden aller mit Gott. Wer den Kampf mit dem dem göttlich Guten und Wahren im Kreise der Menschen Feindlichen wagt, der ist mitten im Kampf und durch denselben ein Streiter für den ברית שלום auf Erden. Wer um des vermeintlichen Friedenswillen mit Menschen deren wirklichen Zwiespalt mit Gott schweigend das Terrain lässt, dessen Friedensliebe gesellt sich selber zu den Feinden des ברית שלום auf Erden. Nicht die Teilnahmslosigkeit der Massen, selbst nicht die am Eingang zum Heiligtum in Untätigkeit geweinte Träne des Schmerzes und den Verrat, die wackere Pineasthat hat das Volk gerettet und ihm den Frieden mit Gott und seinem Gesetze und damit die Basis des eigenen wahrhaftigen Friedens wieder gebracht. So nennt Gott (Maleachi 2,5) seinen dem Levitengeist überhaupt übergebenen ברית: das Leben und den Frieden. בריתי היתה אתו החיים והשלום ואתנם לו מורא וייראני ומפני שמי נחת הוא. Mein ברית war bei ihm: das Leben und der Friede. Die übergab Ich ihm in der Furcht, da er nur mich fürchtete und zu allererst vor meinem Namen sich selber beugte.

     Es ist aber das „ו“ in שלום ein ויו קטיעא, nach allgemeiner Auffassung ein gebrochenes Waw. Der Pineasbund heißt eben der „wiederzusammengefügte“ שלום. Wo der Pineasstreiter von Nöten ist, da ist eben der Friede „gebrochen“. Und der Pineaskampf gilt eben der Wiederherstellung des Friedens, er will den שלום wieder שלם machen. Daran knüpft dann (Kiduschin 86b) die Halacha den Satz, daß בעל מום שעבד עבודתו פסולה, daß der מום des ministrierenden כהן die עבודה nichtig mache. Es heiße hier von dem in das Priestertum eintretenden Pineas: הנני נתן לו את בריתי שלום כשהוא שלם ולא כשהוא חסר הא שלום כתיב א"ר נחמן וי"ו דשלום קטיעה היא, wer die Wiederherstellung des mit Gott gebrochenen Friedens vermitteln will, und das soll symbolisch jede עבודה  – der muss selber שלם sein. –

     

    Kap.26, V.55 Nur durchs Los verteile man das Land; für den Namen der Stämme ihrer Väter sollen sie es in Besitz erhalten.

     

    Kap. 26, V.55 …Zwei Momente dürften damit in dem Kataster des jüdischen Nationallandes ihre Verewigung gefunden haben sollen.

    Was Gott verheißen, ist so gewiss, daß es selbst vor der Erfüllung als bereits verwirklicht zu betrachten ist. Nicht nur die bereits Erlösten, selbst das noch im harten Egypterjoch schmachtende Geschlecht wird bereits als Besitzer des gottverheißenen Bodens mit rechtlichen Folgen für ihre Nachkommen betrachtet. Wird daher א"י ja auch als מוחזק als bereits realer Besitz der Väter, nicht als ראוי, als bloßer Rechtsanspruch betrachtet, so ass bei dessen Verteilung auch die בכור-Rechte geltend werden konnten (Kap.27,6 und 5 B.M.21,17).

    Der Eltern größte und reichste Errungenschaft sind treu sich bewährende Söhne und Enkel. Sie sind die Zeugen ihres Verdienstens und sind die Sühne ihrer Schwächen. ….

     

    Kap.28, 2 Verpflichte Jissroéls und sage ihnen: Das mir als meine Opfer, für meine Feuerhingebungen Nahezubringende, den Ausdruck meiner Willfahrung, sollt ihr hüten, mir in seiner Zusammenkunftsbestimmung nahezubringen.

     

    Kap. 28 V.2 …Und wenn noch heute, nach so vielen Jahrtausenden, dem Vermächtnis der späteren großen Führer unseres Galuth getreu, die ganz in alle Fernen zerstreute Nation zu einem „Maamad“ geworden, und in Nord und Süd, in West und Ost, die Zeit des einstigen Tamidopfers in Jerusalem noch jetzt jede treue jüdische Brust weckt, den Blick nach der Moriahgegend in Jeruschalaimzion zu richten und das in Worte übersetzte שחרית und מנחה Nationaltamidopfergelübde erneut auszusprechen, und so uns in einem nationalen Treugelöbnis an das von der Moriahöhe zu Jerusalem uns zu Erbe gewordene Gottesgesetz mit Gott und  allen Brüdern auf Erde zusammen zu finden: so ist dies im Grunde nichts anderes, als eine Betätigung im Geiste des את קרבני לחמי לאשי ריח ניחחי תשמרו להקריב לי במועדו, bis einst in Wirklichkeit der Altar auf der Moriahöhe in Jerusalem wieder erbaut ist und aus den Gesamtschekeln der Nation das Tamidopfer in den von Gott gestifteten Opfersymbolhandlungen das ewig jüdische Nationalgelübde zum Ausdruck bringt.

    Nach allem diesen begreift sich sehr die Opposition, die eben die Darbringung des Tamidopfers aus Nationalmitteln an den Bestrebungen des Sadducäer finden konnte und fand. Der Geist welchen das nationale tägliche Opfer im Volke nährte und jeden einzelnen im Volke mit Erkenntnis und Weihe seiner Lebenserfüllungen auf die Gesamtheitsvertretung im Gesetzheiligtum hinwies, der das Zeugnis und die Lehre des Gesetzes (5 B.M. 17, 10) anvertraut war, und dies des täglich zu erneuernden Treuegelöbnisses an dies Gesetz in dem Gesamtheitstamidopfer namens der Gesamtheit zu warten hatte, dieser Geist ist eine Verurteilung des Sadducäismus einer jeden Zeit. Der Sadducäismus kennt als Vermittlung des jüdischen Menschen mit seinem Gotte nur den, wie er spricht „jedem in seinem Winkel zur Hand liegenden“ (Kiduschin  66a) Schriftbuchstaben der Bibel, den sich jeder nach seinem subjektiven Belieben interpretieren und daraus das ihm jeweilig Zusagende als den göttlichen Willen verehren und befolgen möge. …

     

    V.11 Und an den Anfängen eurer Monate bringt ihr Gott ein Emporopfer nahe: zwei junge Stiere und einen Widder, jährige Schafe sieben in ihrer Ganzheit.

     

    V. 11 ובראשי . חדשיכם וגו' ראש חדש bildet die Grundlage des ganzen jüdischen Gott-, Welt- und Menschenbewusstseins. Mit ihm b