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Rabbiner Samson Raphael HIRSCH
(1808-1888)

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Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH
(1833-1900)
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Rabbiner Dr. Salomon BREUER
(1850 - 1926)
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Rabbiner Dr. Raphael BREUER
(1881-1932)
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Reb Julius HIRSCH
(1842-1909)
Jubelsinget, Gerechte, in Gottesanschauung, den Geraden geziemt Thatenoffenbarungslied (Psalm 33)

ברוך הבא!    السلام عليكم!

 

Welkom op de blog van de studievereniging JESJOEROEN, Thora tegen nationaal-jodendom (sionisme)


Thoratrouwe antizionistische inzet en anti-imperialistische solidariteit. U vindt hier Rabbijnse teksten (vooral Samson Raphael HIRSCH strekking), nieuws en achtergrondinfo.

 

Bienvenue sur le blog de l'association d’études rabbiniques YECHOUROUN, Thora contre national-judaïsme (sionisme).

 

Nous proposons des textes rabbiniques, (surtout de l’école de Samson Raphael HIRSCH) ainsi que des infos et documentations, le tout avec engagement antisioniste et solidarité anti-impérialiste, inspirés par la fidélité à la Thora. Visitez notre blog similaire en langue française: www.bloggen.be/yechouroun .  

 

Willkommen im Blog des Studienverbandes JESCHURUN, Tauro gegen Nationaljudentum (Zionismus).

Wir bieten Rabbinische Texten (hauptsächlich von der Samson Raphael HIRSCH Tendenz – meistens in deutsche Originalfassung), sowie Nachrichten und Hintergrundinformationen, im ganzen mit Thoratreues antizionistisches Engagement und anti-imperialistische Solidarität.

 

Welcome to the blog of the Study Association YESHURUN, Thora against Nationaljudaism (Zionism).

We propose Rabbinical texts (mostly from the S R HIRSCH tendency), news and information, the whole inspired by Thora-true anti-Zionist Commitment and anti-imperialist Solidarity.

Inhoud blog
  • Rabbiner Dr. Leo BRESLAUER: „Ein jüdisch-geschichtlicher Wegweiser“ (14)
  • Sprüche 19,16 und Sprüchlein zur Wochenabschnitt Reéh
  • Rabbiner Samson Raphael HIRSCH Komm. Wochenabschnitt EKEW
  • Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH aus dem Kommentar zur Haftoro EKEW
  • Rabbiner Dr. Salomon BREUER zur Wochenabschnitt Ekew
  • Rabbiner Dr. Leo BRESLAUER „Ein jüdisch-geschichtlicher Wegweiser“ (13)
  • Rabbiner Samson Raphael HIRSCH Komm. Wochenabschnitt Woèsschanan
  • Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH: Aus dem Kommentar zur Haftoro des Wochenabschnittes WOÈSSCHANAN
  • Rabbiner Dr. Salomon BREUER zur Wochenabschnitt Woèsschanan
  • Rabbiner Dr. Leo BRESLAUER „Ein jüdisch-geschichtlicher Wegweiser“ (12)
  • Rabbiner Samson Raphael HIRSCH : der Fasttag des 9ten Aw (aus Chauréw)
  • Samson Raphael HIRSCH : Aus seinem Kommentar zur Wochenabschnitt Dewaurim
  • Rabbiner Dr. Salomon BREUER zur Wochenabschnitt DEWAURIM
  • Rabbiner Dr. Leo BRESLAUER „Ein jüdisch-geschichtlicher Wegweiser (11)
  • Sprüche 28,23 und Sprüchlein zur Wochenabschnitt Dewaurim
  • Samson Raphael HIRSCH: Aus dem kommentar zur Wochenabschnitt MASSEI
  • Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH aus dem Kommentar Haftoro Massei
  • Rabbiner Dr. Salomon BREUER zur Wochenabschnitt MATTAUS
  • Die drei Trauerwochen
  • Rabbiner Dr. Leo BRESLAUER:„Ein jüdisch-geschichtlicher Wegweiser“ (10)
    INTERESSANTE LINKS
  • ANTIQUARIAAT BOEKHANDEL SPINOZA
  • 'DER ISRAELIT'
  • Mehrsprachige Seite „Yakov RABKIN, Historian and Author“
  • MUSLIM BRIDGES
  • Int'l Middle East Media Center
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  • PALESTINA IN DE MEDIA
    NOG MEER INTERESSANTE LINKS
  • PEACE PALESTINE (UK)
  • CENTRE D'INFORMATION PALESTINIEN
  • PALESTINE CHRONICLE
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  • International Middle East Media Center
  • PALESTINIAN CAMPAIGN FOR ACADEMIC & CULTURAL BOYCOT
  • INTERNATIONAL SOLIDARITY MOVEMENT GERMANY
  • JEWS OF LEBANON
  • ALAN HART DIARY
    NOCH MEHR INTERESSANTE LINKS
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    62 JAAR NAKBA, 62 JAAR THORAVIJANDELIJKE ZIONISTISCHE STAAT, WEG ERMEE!
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    Rabbiner Josef Chaim SONNENFELD
    (1848-1932)

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    IVJ exposes the vicious Zionist oppression of religious Jews who object to serve in the IDF, or protest its regime.
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    Tauro gegen Nationaljudentum (Zionismus)
    16-04-2021
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    Shmireh leMageifoh – Hütung gegen Seuche

    Zettel von Rabbi Moshe Teitelbaum (1759-1841) berühmt als Yismach Moshe

    Gilt freilich auch gegen die Infizierung durch das Nationaljudentum (Zionismus)!

    16-04-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    02-08-2021
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    Rabbiner Dr. Leo BRESLAUER

                 (1894-1983)

     

    ובקשו

     






    „Ein  jüdisch-geschichtlicher Wegweiser“ von  Leo BRESLAUER. Frankfurt am Main  5695/1935

    „Nur Aniwußerziehung kann darum endlich die Grundlage jüdischen Schulwesens sein, sei es in der J’schiwo, der Hochschule der Wahrheit und der יראה, dei es im א' ב'-Unterricht der Allerkleinsten. Und gerade hier, bei der Jugend, ist sie am allerwichtigsten, weil am meisten zukunftsbestimmt. Sie bewirkt, daß das historische Gesetz des Gottesstaatsvolkes alles Denken beherrscht, im Chorbon die Kompensierung aufzeigt und die legitimierende Kraft des Goluß enthüllt.  Dann immunisiert Akeidogesinnung die Geister gegen reformatorischen Wahn, ob er mit liberalen Wenn und Aber die Unbedingtheit von Gottes Wort verschachert oder aus nationalistischem Drang Volk und Staat Selbstzweck zuspricht. Zwangsgastschaftliches Wissen erfüllt jedes Herz mit inniger Dankbarkeit für edle Güte der Völker, mit neidloser Bewunderung für die Großtaten ihrer Kultur, mit flehentlichen Segenswünsche für den Fortschritt ihrer Zivilisation.  Da lehrt aber auch gottesstaatliche Weisheit Kulturfimmel und Weltanschauungsmoden gründlich verachten und läßt sprudeln  jedes Herz in freudig-stolzer Begeisterung für den Gottesstaat , den (auch nur himmlisch) unvergleichlichen, für sein Volk, das auserwählte, für seinen König, Jißroeils Gottheit, den König aller Könige. Mehr als je sind daher in dieser Golußnacht jüdische Lehrer, die ihre Kinder das historische Gesetz des Gottesstaatsvolkes zu  lehren verliehen, die treue Sterne des Volkes, das ohne den Kompaß des רוח הקדש oder auch nur des בת קול oder irgend eines positiven Merkmals seiner Gottesstaatlichkeit durch die Völkerwüste wandert und wenn es sich nicht verirren soll, nur von solchen Lehrern sicheren Wege in die Heimat der Zukunft geleitet werden kann – ומצדיקי הרבים כככבים

    Darum droht dem Golußjudentum keine schlimmere Gefahr als die Sabotage der Aniwußerziehung durch Menschen aus eigener Mitte, die der Geltungssucht und Lüge verfallen sind; die aus dummstolzer Kompensation ihres Nichtwissens mit Rechthaberei oder aus charakterloser Katzenbuckelei  vor allem, was Völker als Fortschritt anbeten, bewußt oder unbewußt ihre autonomistische Wühlarbeit gegen Gottes Taurokönigtum betreiben.  (Was sie dabei „doch auch“ Nützliches wirken, das wird von niemand bestritten, verdient aber, sogar an der nutzärmsten Taurotreue gemessen, durchaus keine laute Betonung. Das wird Gott, der all Energie seiner Schöpfung bis hinab zum kleinsten  Würmchen, Stäubchen, Hauch nutzbar macht seiner Ehre und keines Geschöpfes Verdienst unterschlägt, ihnen auch bnicht vergessen. Das dort aber dem denkenden Juden niemals die gottesstaatliche, die grundsätzliche jüdische Beurteilung verbiegen.  Warum auch? Das Böse dem Gott, der Gute, in seiner Welt Raum gewährt, kann ja gar nicht nu unnutz sein – böse, verneinenswert ist es dennoch. Und gehört es nicht ganz eigentlich zur Natur des Bösen, durch angenehme Wirkungen sich , sich süß einzuschmeicheln ? Schon der alte Micho-Götze hielt sich zum Schimpf und Unglück des ersten Staates Jahrhunderte hindurch, indem er mit seiner Wandererfürsorge die Herzen betörte) Darum muß es, wie bitter und schmerzlich die Wahrheit auch sei, erkannt werden: ebenso verhängnisvoll wie die Zeitsünden  des von Sinnlichkeit  geborenen Götzendienstes und der von Hab- und Machtsucht geborenen gemeinen Gehäßigkeit ist die aus Rechthaberei geborene Lüge. Die fürstlichen Götzenimporteure des ersten Staates mit dem Gesindel ihrer Götzenpfaffen  und die korrupten Politiker  und intriganten Abenteuer des zweiten Staates  finden ihre zeitgemäße Fortsetzung in den Stiftern und Verbreitern der reformistischen Schwindelbewegungen dieses Goluß angefangen bei den sadduzäischen Vorläufern, über die Minim und Karäer, über Pseudomessianismen und Freigeistereien bis zu den assimilatorischen Reformen der Gegenwart, der religiösen und der völkischen Neologie und Zionismus, von der Pest des Gottlosentums ganz zu schweigen. Haben jene den irdischen Gottesstaat begraben, so drohen diese die Gottesstaatlichkeit vollends zu ertöten.

    Ihre dogmatische Demoralisierung annulliert jede Mizwo (der ja nur das gottesstaatliche Grundbekenntnis einen zwingenden  verpflichtenden Sinn verleiht), bagatellisiert  jede Sünde, wühlt den Kreis der Triebe wieder von vorne auf und treibt die Menschen (die wie ungläubig sie sich auch gebärden, ohne einen Glauben doch nicht leben können) zu irgendeinem zugkräftige flunkernden „…ismus“  als alleinseligmachender Heileslehre. Ob gutmeinend oder  boshaft, ob Verführung beginnend oder selbst erst verführt ob im großen oder im kleinen – sie sind nun einmal Propagandisten  der Taurowidrigkeit, wandeln ganz und gar in den Spuren von J’row’om  ben N’wot und bilden praktisch kaum heilbare Krankheitsherde im jüdischen Volksleib. Das energische Verlangen nach ihrer raschen Überwindung oder nach ihrer reinlichen Ausscheidung (bei fataler Machtlosigkeit notgedrungen wohl auch durch wirksame Trennung von ihnen) bedeutet nicht immer Anklage oder Verurteilung von Personen. Es bedeutet einfach einen elementaren Heilungsprozeß, eine von Lebenswillen zeugende Reaktion der Gesunderen. Vor allem aber ist es ein brüderlicher Akt liebevoller Besorgtheit um die noch heilbare Gefährdeten. Um derentwillen und seiner selbst willen muß jeder gewissenhafte Jude die gewaltige Bedeutung der gesetzlich gebotenen gesellschaftlichen Sauberkeit einsehen.  

    Ganz gewiß sind die bedauernswerten Unheilbaren ohnehin dem Untergang verfallen, und bestimmt wird stets nur der gottesstaatlich brauchbare Teil des Volkes den bleibenden, unvergänglichen Kerns einer Substanz bilden. Die Beharrungskraft des Gottgewollten zeugt immer noch für sich selbst.

    Dieses wieder und wieder vom Leben selber gesprochene Urteil ist letzten Endes der Beweis für die Wahrheit unserer Sendung, der der augenscheinlichste und zwingendste ist, der von Gott selbst wiederholt angekündigt wurde, der sich bis heute vollzogen hat und auch vor unseren Augen vollzieht und der, zusammen mit der Wahrspruch der unserer Gottesstaatsbürgerlichkeit bezeugenden Zwangsgastschaft , überhaupt den sinnfälligsten Gottesbeweis bildet. Ein philosophischer Gott – vielleicht hat Kant recht – ist schwer zu beweisen. Aber Gottkönig, der Gott der Juden und der Gott der Welt, ist  Gott des Lebens  - und hier ist der Beweis der jede Sophistik auf den Mund schlägt.Das Leben selber spricht ihn durch die wunderbare Erhaltung des Gottesvolkes. Diese beide Zeugnisse, Zwangsgastschaft und Daseinswunder, sehen jedem Jude, ja jedem Menschen ein, der hellsinnig und guten Willens sie empfängt. …“

    Wie gehabt ist das Obenstehende eine Leseprobe und es freut uns hiermit   – in Beilagen –  der 2 .Teil einer weiterer Skizze (S. 67 bis 71) aus dieses rabbinische Meisterwerk vollständig zu liefern:

    Bijlagen:
    Breslauer Leo Uwakschu 67.jpg (150 KB)   
    Breslauer Leo Uwakschu 68.jpg (127.8 KB)   
    Breslauer Leo Uwakschu 69.jpg (119.9 KB)   
    BRESLAUER Leo Uwakschu 70.jpg (127.2 KB)   
    BRESLAUER Leo Uwakschu 71.jpg (78.9 KB)   

    02-08-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    01-08-2021
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    ראה

     

    שמר מצוה שמר נפשו בוזה דרכיו ימת:

     

     

    „Wer die Pflicht beachtet, hütet seine Seele, wer seine Wege gering achtet, tötet sich selbst.“

    (Mischle-Sprüche Salomos 19,16 Übersetzung Rabbiner Dr. WOLF, Köln a. Rh.)

     


    1.

    Sieh‘, es liegen Fluch und Segen,

    Erdensohn, in deiner Hand,

    Wandelst du in Gottes Wegen,

    Wird dir Segen zuerkannt.

    2.

    Hast du aber die erkoren

    Schnöden Lasters krummer Pfad,

    Wehe dir, du bist verloren,

    Strafe folgt auf böse Tat.

     

    Aus: Erbauungsbuch „Bibel- und Talmudschatz“ J.H. Kohn S. 413  13.Auflage Hamburg 5691 – 1931

     

    Die beste Anschrift für antiquarische Judaica:

    Antiquarische Buchhandlung „Spinoza“ in Amsterdam

    Inhaberin: Frau Manja BURGERS

    http://www.spinozabooks.com

    01-08-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    30-07-2021
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    Rabbiner Samson Raphael HIRSCH

    פרשת עקב

     

    Aus seinem Kommentar zur Wochenabschnitt  Ekew

     

    Kap. 8, V.10 Issest du dann und hast dich gesättigt, so segne Gott, deinen Gott, für das gute Land, das er dir gegeben.

     

    Kap. 8, V. 10

    „...Allein, wenn Gott dem Lebensgeschicke und der Lebensbestimmung eines jeden Menschen nahe ist, so steht das Lebensgeschick und die Lebensbestimmung des jüdischen Menschen noch in besonderer Beziehung zu ihm und seiner Waltung, eine Beziehung, die Er durch Verheißung und Erteilung des jüdischen Landes an die jüdische Menschenfamilie für ewige Zeiten dokumentiert hat. Dieses jüdische Land in seiner Blüte und in seinem zeitlichen Churban ist das Unterpfand der besonderen geschichtlichen Stellung Jissroéls auf Erden; ihm ist die zweite Beracha, ברכת הארץ, geweiht. Allein sie soll in ihrer Bedingung und in ihrem Zwecke zur Beherzigung kommen. Die ganze von dem „Lande der Verheißung“ getragene jüdische geschichtlichen Stellung beruht auf dem die ganze Leiblichkeit in den Dienst Gottes stellenden  ברית אברהם(1 B.M. 17, 7 und 8) und hat zum Zwecke die pflichtgetreue Erfüllung derתורה ,ויתן להם ארצות גוים וגו' .  בעבור ישמרו חוקיו ותורותיו ינצרו (Ps. 105, 44 und 45. – Des gottverheissenen Landes ist daher nur im Zusammenhange mit Briss und  תורהzu gedenken und nur dem Forttragen dieses  ברית בבשרנוund der treuen Hingebung an die Aufgaben der  תורהverdanken wir die ‚täglich und stündlich durch alle Zeiten’ uns erhaltende Fürsorge der göttlichen Waltung.

    Diese der Verwirklichung des göttlichen Gesetzes ausschließlich angehörende jüdisch nationale Bestimmung hat aber ihren bleibenden Ausdruck im Gesetzheiligtum zu Zion und ihren bleibenden Träger in der Dynastie Davids erhalten...           

    Die in der dritten Beracho nur im Zusammenhange mit dem Anliegen und die Forterhaltung und Gewährung materieller und geistiger Gesamtwohlfahrt zum Ausdruck kommende Bitte um die Forterhaltung und Gewährung der Einzelexistenz und Unabhängigkeit hatte daher während des Bestandes des Davidischen Reiches und Tempels diese Anliegen um die Gesamtwohlfahrt in einer Bitte um die Erhaltung dieser Träger der nationalen Zukunft zu bringen;  seit dem Churban und Galuth aber gestaltet sich diese Bitte zur Bitte um den Wiederaufbau Jerusalems, בונה ירושלים .

    Damit sind die  דאוריתאin  ברכת המזוןzu beherzigende Momente erschöpft.

    Als der von Barkochba geleitete Aufstand unter Hadrian sich als eine unheilvolle Verirrung erwiesen und es galt, für alle Zeiten dem jüdischen Bewußtsein die Warnung stets gegenwärtig zu halten, mit eigener Macht nie wieder den Versuch zur nationalen Wiederherstellung zu machen, diese nationale Zukunft vielmehr ausschließlich und allein der Gotteswaltung anheim zu stellen, schrieben – als der niedergetretene Nation wider aufzuatmen begann und schon die bloße Gestatung, die hunderdtausende um Bethar Gefallener endlich zu begraben, als den Anfang einer besseren Zeit begrüßte – die in Jabne tagenden Weisen eine vierte Berocho:  הטוב והמטיבin das tägliche Tischgebet ihres Volkes, in welcher das Andenken an die beispiellose Niederlage zu Bethar in dem Dank verewigt wird, der schon die Erhaltung der Leichen und deren Bestattung als überschwängliche Gnade begrüßen durfte,  הטוב שלא הסריחו והמטיב שנתנו לקבורה(Berochauss 48b), und für alle Zukunft hin den Blick von jeglicher Menschenhülfe ab und ganz allein auf Gott, ausschließlich auf Gott hinrichtet, הוא הטיב וכו' הוא יטיב לנו הוא יגמלנו וכו' הוא ימלך וכו' הוא ישבור וכו' .  ......“ (Kommentar Seiten 112 und 113)

     

    (Dasselbe im Kommentar des Gebetbuches:  S.709)


    4.
    הטוב והמטיב. Mit diesen drei Berachoth sind die min haTauroh in  ברכת המזוןzu beherzigenden Momente erschöpft. Als der von Barkochba geleitete Aufstand unter Hadrian sich als eine unheilvolle Verirrung erwiesen hatte, galt es dem jüdischen Bewußtsein für alle Zeiten die Warnung stehst gegenwärtig zu halten, nie wieder durch eigene Macht die Wiederherstellung  der nationalen Selbständigkeit zu versuchen, vielmehr  diese nationale Zukunft ganz allein der göttlichen Waltung anheimzustellen. Als daher die niedergetretene Nation wieder aufzuatmen begann und schon die bloße Gestattung, die Hunderttausende der um Bethar Gefallenen endlich zu begraben, als den Anfang einer bessern Zeit begrüsste, fügten die in Jabne tagenden Weisen der  Bitte um den Wiederaufbau Jerusalems noch eine vierte Beracha bei, in welcher das Bekenntnis niedergelegt ist, daß Gott, und nur Gott allein in aller Vergangenheit und Gegenwart alles Gute, dessen wir uns freuten und freuen, gespendet hat und spendet und er allein es ist, von dem wir, was wir Gutes erhoffen, in aller Zukunft zu erwarten haben, הוא הטיב, הוא מטיב, הוא יטיב לנו וגו'.  הוא יגמלנו וגו'.

     

     

    Kap 9 v. 20: Auch über Aharon war Gott sehr erzürnt, ihn zu vernichten, und ich betete auch für Aharon in jener Zeit.

     

    „...Wäre doch selbst Aharon, ohne Moses Fürbitte, in Folge seines nicht entsprechenden Verhaltens dem sündhaften Ansinnen des Volkes, gegenüber, dem Untergange verfallen. Was aber der Priester im Volke ist, das ist Jissroél in der Völker Mitte. Beide schützt nicht nur ihre gottgewiesene Stellung nicht vor den Folgen ihrer Verirrungen; ihre Stellung macht diese nur um so verantwortungsschwerer.“

     

    (Kommentar Seite 125)

     

    30-07-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    29-07-2021
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    Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH

                  (1833 – 1900)

     

    הפטרת פרשת עקב

     

       Aus dem Kommentar zur Haftoro des Wochenabschnittes EKEW

     

     Jesajas Kap.49, Vers 14 und folgende

     

    Kap.49, V.14 f. In die Mitte einer Gottesrede führt uns das Anfangswort der Haftora. In dem Vorhergehenden war nämlich die weltgeschichtliche Bedeutung der Mission Jissroéls in ihrer ganzen Größe ausgeführt worden,  wie es gesandt sei den Völkern Licht und Freiheit zu bringen, die Verbrüderung der Völker anzubahnen und das Gottesheil auf Erden zu begründen. Sodann war die Rückkehr der so lange von ihrer Mutter Zijaun entfernten Kinder verkündet worden.  Daran schließt sich nun unser Vers an „Und angesichts dieser Größe und dieser Verheißung könnte Zijaun zagen und glauben, Gott habe sein vergessen?

    V.15 führt sodann diesen Gedanken in dem innigsten Liebeshauche weiter aus, der je in Worte gefaßt wurde.

    …

    V.17 מהרו בניך וגו'. בן und בת von בנה bezeichnet die Kinder als diejenigen, die das Werk ihrer Eltern weiter „bauen“, das Wirken der Eltern fortsetzen. Der Gegensatz dazu ist הרס, niederreißen. Deine Vereinsamung, die Fortführung deiner Kinder erschien dir als Unglück. Das wäre es auch, wenn sie wirklich בניך, nach Sinnesart und Leben die deinigen gewesen wären. In Wahrheit jedoch waren sie dir längst abgestorben, sie verachteten, was du sie über alles hoch halten, sie haßten, was du sie lieben lehrest, rissen nieder, was du erbauen wolltest und vergötterten dafür, was du sie verachten lehrtest: nicht deine Kinder, sondern deine grimmige Feinde waren es, denen du durch das Golus befreit wurdest. Ihre Entfernung war deine Rettung. יֵצֵאוּ, nicht יָצָאוּ Präter., was die geschehene Tatsache verzeichnen würde, sondern Futurum, um dieses Geschehnis als von Gott ausgehende Bestimmung zu bezeichnen.

     

    V.18 f. Die folgenden Verse schildern nun in vollendeten Gegensatz dazu die  Zeit der Rückkehr der Kinder zu der so lange verlassenen einsamen Mutter. Aber in der harten Schule des Exiles sind es in Wahrheit ihre Kinder geworden, sie sind jetzt der Mutter höchster Schmuck und schmiegen sich wie Kinder an ihre Mutter. Diese aber, die hehre Zijaun, blüht jugendlich auf gleich einer Braut (V/18). – Denn nur das dich Gefährdende ist überhaupt  zerstört worden, und das Land mußte nur so lange verödet sein, bis deine Kinder reif geworden, seine reiche Spenden ohne Einbuße ihres besseren Selbst zu genießen. Bis dahin war es ein Boden nicht deiner Blüte und deines Gedeihens, sondern: הרסתך, deines Untergangs, wörtlich: des Niederreißens alles dessen, was du erbauen möchtest. Das Reich der Liebe und der Gerechtigkeit, das unter der Herrschaft, des Gotteswortes auf  Zijauns Boden errichtet werden sollte, wurde durch die Verderbnis der auf dem üppigen Boden entarteten Bewohner vereitelt. Also: nur das Feindliche wurde entfernt, nur das dich Gefährdende beseitigt: wenn du jetzt von deinen heimkehrenden Kindern so erfüllt sein wirst, daß  gar kein Platz mehr frei ist, so wird doch unter dieser großen Zahl sich kein einziger befinden, der nicht in Wahrheit zu בניך gehörte, nicht in Wahrheit der deinige wäre? – Charakteristisch   werden hier die entarteten Söhne Zijauns מבלעיך genannt. בלע verschlingen, in Piel: verschwinden machen. Es sind das diejenigen, die die Eigenart, die Einzigkeit des in Zijaun thronenden Gotteswort verkennen, es in eine Linie mit Menschen irgendwelcher Kulturstufe stammenden Religionen stellen, es damit aber in seinem Wesen töten. Moses steht ihnen auf einer Linie mit Zoroaster und Confucius und den anderen „Religionsstiftern“ – das ist buchstäblich: מבלעיך, die Zijaun und das auf ihm thronende Gotteswort den Blicken und der Erkenntnis der Menschen verschwinden lassen.

     

    V.23 Es wird  zeigen, daß, was alle Mahnungen und Belehrungen der Propheten nicht vermochten, die Macht der Geschicke vollbracht hat. Die Könige der Jissroél unterdrückenden Völker werden – Zijauns Erzieher, und „ihre Fürstinnen“ werden – Zijauns Ammen gewesen sein. Diese „ihre“ Fürstinnen kann sich nur auf die eben genannten Könige vollziehen, eine feine Ironie: die mächtigen Könige werden von den noch mächtigerern fürstlichen Damen beherrscht. מלכים und שרותיהם, Königswillkür und Weiberherrschaft, sind das Bild des Völkergetriebes, unter dem Jissroél Jahrtausende gelebt und geduldet hat. Die „Könige und ihre Fürstinnen“ jedoch werden Jissroéls Söhne für Zijaun erzogen haben. Dann aber fällt auch ihnen die Binde von den Augen, sie erkennen die Hoheit Gottes und die Herrlichkeit seines Wortes an, dessen Wahrheiten sie in tiefer Erregung voll Ehrfurcht huldigend in sich aufnehmen. – Das ילחכו ist das Bild der Sehnsucht. Nicht vor Jissroél, vor Zijaun sinken sie huldigend nieder.

     

    VV. 24 und 25. Daß aber diese vollständige Umwälzung, die sich in den Gesinnungen der Menschen vollzogen hat, sodaß die so lange „Vereinsamte und Gemiedene“ sich plötzlich zum Strebeziel der Völker geworden und ihre bisher verachteten und verkannten Kinder urplötzlich als Träger der Heilssaaten geehrt und emporgehoben erblickt – daß dieser ganzer Umschwung nur von Gott gewirkt ist, das sollte auch dem blödesten Auge klar sein. Denn: היקח וגו' entspricht es wohl dem gewöhnlichen, natürlichen Gange der geschichtlichen Ereignisse, daß der Wehrlose der Gewalt des Mächtigen entrissen wird? Wenn es die Signatur deiner Geschichte bildet, daß das schwächlichste Volk seit Jahrtausenden alle seine mächtigen Unterdrücker überdauert und aus allen ihren wütenden Verfolgungen gerettet wird, so ist es dies, weil Gott Jissroéls Streitsache führte.

     

    V.26 והאכלתי את מוניך וגו' Sie werden es erfahren, daß, indem sie Jissroél zu verzehren glaubten, sie ihr eigenes Fleisch verzehrt, und daß sie in ihrem eigenen Blute sich berauscht haben in der Meinung es sei Jissroéls Blut –: Gott wird sie durch Erfahrung erkennen lassen, daß durch die an dem schwachen wehrlosen Jissroél verübte Rechtskränkung und Vergewaltigung der Mächtige sich selbst jedes Rechtsschutzes beraubt und daß in dem mit dem Raube der Ausgebeuteten gefeierten Orgien sein eigenes Blut und Adern entströmt. Aus deiner leiblichen Erhaltung und deiner geistig-sittlichen Vollendung aber wird es der ganzen Welt entgegenleuchten, daß Gott dein Retter, dein Annehmer, die „Schwungkraft Jakobs“ ist. אביר von אבר, Schwinge; der das Jaakauw-Jissroél nicht nur gerettet, sondern auch emporgehalten hat, daß es nicht in dem Sumpf der Entartung und Gemeinheit versunken ist, von dem es so oft umgeben war, und daß auch die Mißhandlungen und Beraubungen, die es zu erdulden hatte, seinem Sinne nicht die Selbstachtung und seinem Charakter nicht die Geradheit raubten.

     

    (Die Haftoroth übersetzt und erläutert, Frankfurt am Main 1896: S. 327-338  Kommentar zu Jesajas Kap. 49 V.14…) 

    29-07-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    28-07-2021
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    Rabbiner Dr. Salomon BREUER

                    (1850 – 1926)

     

    עקב

     

    Belehrung und Mahnung zur Wochenabschnitt

    EKEW

    (Auszüge)

    …

    Die zurückliegenden Wochen der Trauer haben uns wieder den ganzen Jammer unseres Golus vor die Seele gestellt; und überall, wo noch das jüdische Gewissen nicht erstorben, jüdische Herzen im Anblick der Trümmer Zijauns und Jeruscholaims, im Anblick des gottentfremdetes heiligen Landes mit unendlichem Weh sich füllen und als eigenes Leid, als eigenen Schmerz fühlen das unendliche Leid und die unendliche Schmerzen, von denen die in alle Welt zersprengten Glieder unseres armes Volkes seit Jahrtausenden heimgesucht werden, sind die Propheten Jesaja und Jirmeja mit ihren aufwühlenden und erschütternden Mahnworte an die Söhne und Töchter ihres Volkes herangetreten, und aus allen ihren Worten vernahmen wir die eine große Frage: was habt ihr getan, was seid ihr gewillt zu tun, um das Golus zu beenden?

    Und nun folgen aber auf diese drei Wochen der Trauer die sieben Wochen des Trostes, in denen ein Jesaja nicht müde wird, uns die Wege zu weisen, auf den Gottes ewige Liebe unser wartet, um den Jammer unseres Volkes eine Ende zu bereiten und jene heilvolle Zukunft anzubahnen, die in den Blättern unsrer Thora und durch Gottes Zusicherung verbrieft ist. Sollen aber diese tröstlichen Verheißungen auch uns gelten, dann laßt uns, soweit es an uns liegt, wahr machen die Bedingungen, die das Gottesbuch unsrer Thora in das eine Wort zusammenfaßt: עקב תשמעון!

    Zur treuesten Erfüllung aller uns von Gott gewordenen Lebenspflichten mahnt das Gotteswort und verheißt als Folge: (עקב= die Ferse, was hinterher folgt), nicht als Lohn, wohl aber als natürliche Folge die mit unsrem Gehorsam Hand in Hand gehende heilvolle Gestaltung unsres irdischen Lebens. Dieses עקב תשמעון sagt aber unsren Weisen mehr, ruft uns, wenn wir ihre Worte recht verstehen, zur gewissenhaften, restlosen Verwirklichung aller göttlichen Lebensforderungen auf.

    Aus עקב תשמעון spricht die Mischlemahnung (5,6):  ארח חיים פן תפלס נעו מעגלתיה לא תדע„Wäge nicht den Weg des Lebens, schwankend sind seine Kreise, du weißt es nicht“ – Sprich nicht von bedeutsamen oder minder bedeutsamen Pflichten, Pflichten deren Erfüllung du für wichtig erachtest, im Gegensatz zu solchen, deren Außerachtlassung du verantworten zu können glaubst – gar schwankend ist der Lebensweg der Thora, die leichtfertige Übertretung auch nur einer ihrer Forderungen bedroht den bestand des ganzen Lebensbaus, zu dem dein Leben sich in Weihe formen soll. מה אגוז זה אתה נוטל אחד מחברו וכולן מתגלגלין זה אחר זה sprechen die Weisen, eine Nußhügel gleicht der geschlossene Bau der Thora, du brauchst nur eine Nuß zu entfernen, und eine rollt der andren nach und reißt den ganzen Bau in Trümmer!

    Wäre es denn auch anders denkbar! Wer den Schabbos durch Verletzung des Tragverbots entweiht – und wäre es nur das Taschentuch, das er nicht missen mag – muß nicht früher oder später, wenn nicht in seinem Leben, so im Leben seiner Kinder schließlich der ganze Schabbos daran glauben und mit dem Schabbos alles dahinschwinden, was dem Juden zum Juden macht? – Wer das Rasierverbot oder das Verbot der Schaatnes nicht gewissenhaft beachtet – stehn die nicht auf derselben göttlichen Urkunde, die unserem ganzen Leben das Gepräge göttlichen Willens verleihen will, und wenn da der Gotteswille ihm nichts zu sagen hat, weshalb soll er auf anderem Gebiete von ihm Beachtung erwarten können? – Der jüdische Sohn, die jüdische Tochter, die im Gegensatz zur Mahnung der Thora in den gemeinsamen Tanz der Geschlechter nur ein „unschuldiges“ Vergnügen erblicken, warum sollen sie auf anderen Gebieten der Mahnung der Thora mehr Beachtung schenken? – Die jüdische Frau, die den von Gott gereichten Schmuck der Haarverhüllung verschmäht, weshalb sollen sie diese von dem gleichen Gotteswort geforderten Gesetze der ehelichen Reinheit und Heiligung des genießenden Lebens mit größerer Gewissenhaftigkeit beachten – und wenn sie selbst vor diesen letzten Konsequenzen zurückschrickt – wird ihre Tochter die gleiche Scheu kennen, wird sie nicht vielmehr den Heiligtumsbau ihres Lebens völlig in Trümmer legen, zu dessen Zerstörung die Mutter den Anfang gemacht hat?! –

    …

    Bebet ihr vor völligem Verfall zurück, dann עקב תשמעון gilt es den Anfängen jeder Entfremdung entgegenzutreten, jenem leichtfertigen Spiel mit del Heiligsten, das nicht begreift, nicht begreifen will, daß der vollendeten Abfall von Gott und seinem Gesetz noch stets die Folge der Außerachtlassung jener großen Mahnung war, die das scharfe Auge unserer Weisen in dem Worte עקב תשמעון erblickten. Die Wahrheit derוהיה עקב תשמעון  laßt uns beherzigen, wenn wir die Gëula unseres Volkes die Wege bahnen, dem Golusjammer ein Ende bereiten wollen. Nicht eher winkt uns das Heil, und alle Versuche, auf anderem Wege unserem nationalen Elend ein Ende zu bereiten, müssen an der Tatsache des Lebensgestaltung fordernden Gotteswillen kläglich scheitern.

    …

    הכל מוכן לעשות תשובה Gott wartet, aß wir den Weg zu ihm zurückfinden. … …Wehe uns, wehe dem Menschenkreise, den „Gott aus Mizrajim emporgeführt“ und der seitdem berufen ist, in allen historischen Ereignissen die geheimnisvoll schaffende Waltung Gottes zu erblicken und auch in allem Weh und Leid die gerecht erziehende Gottesfügung zu verehren, wehe uns, wenn selbst in solcher Zeit; wie wir sie erleben, der Prophet (Amos 3) ankämpfen muß wider den verhängnisvollen traurigen Wahn, der Zufall nur sieht, wo jedes sehende Auge das Schreiten Gottes durch die Geschichte bebend erschaut! אם יתקע שופר בעיר ועם לא יחרדו, אם תהיה רעה בעיר וה' לא עשה „Es erschallt der Schaufar in der Stadt, und as Volk hätte nicht zu erbeben? Unglück kommt über die Stadt, und da hätte nicht Gott es bereitet?“ – 

     

    Quelle: Rabbiner Dr. Salomon BREUER  Belehrung und Mahnung fünfter Teil Deuteronomium  J.Kaufmann Verlag Frankfurt am Main 1936 S. 16-23

    28-07-2021 om 12:53 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    26-07-2021
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    Rabbiner Dr. Leo BRESLAUER

                 (1894-1983)

     

    ובקשו

     

    „Ein  jüdisch-geschichtlicher Wegweiser“ von  Leo BRESLAUER. Frankfurt am Main  5695/1935





    28.      Was nun?

    „ … Heute aber, wo alles völlig auf dem freien guten Willen jedes Juden und jeder Jüdin beruht, da muß jeder einzelne zuerst einmal sich selbst in gottesstaatlicher Echtheit erziehen zur Wahrheit für Tauro, zur Gesetzlichkeit für Awaudo und zum Frieden für G’miluß-chaßodim. Mit anderen Worten: nur von Juden, die sich der göttlichen Wahrheit der Tauro, ergeben und ehrliche Erkenntnis ihrer Lage und Bestimmung gewinnen, haben die machtlosen Golußinstanzen des gottesstaatlichen Rechtes Anerkennung und Unterordnung zu erwarten, und nur als willig anerkannte ist es ihnen möglich, den gottesvolklichen Frieden zu wahren. Wehe dem Juden, der ihre Autorität durch Verfälschung der Wahrheit untergräbt! Er ist der Mörder unseres Friedens. Pfui dem Juden, der, die Rechtsohnmacht seines Volkes mißbrauchend, den Frieden seiner Gemeinschaft bricht! Er ist der Mörder unserer Wahrheit –  –

    Was nun?

    P’richuß muß wachsam auf der Hut bleiben. Wir sind ja nur Menschen.

    …

    Doch als die Hauptgefahr der Zeit droht rechthaberische Geltungssucht die der Lüge zutreibt.

    …

    Wenn man so sagen darf: P’richuß ist wichtig, Chaßiduß ist wichtig, am wichtigsten ist Aniwuß; ohne sie halten schließlich die beiden ersten nicht stand.“

    …

    „Nur Aniwuß-Erziehung  läßt den Goluß-Juden ruhig und stark, freudig und dankbar sein Schicksal richtig sehen, ohne die Verzerrung subjektiver Wunschdeutung, als das, was es ist:  Zwangsgastschaft, das authentische Dokument seiner Gottesstaatsangehörigkeit, und verleiht ihm ein stählerneres Selbstbewußtsein, das kein Lob und Schmeichel in Stolz kehrt, an dem aber auch jeder gehässige Unflat spurlos abgleitet.“  …


    Es freut uns – in Beilagen –  der 1 .Teil einer weiterer Skizze (S. 60 bis 66) aus dieses rabbinische Meisterwerk vollständig zu liefern:

    Bijlagen:
    Breslauer Leo Uwakschu 60.jpg (120.9 KB)   
    Breslauer Leo Uwakschu 61.jpg (131.1 KB)   
    Breslauer Leo Uwakschu 62.jpg (112.8 KB)   
    Breslauer Leo Uwakschu 63.jpg (116.8 KB)   
    Breslauer Leo Uwakschu 64.jpg (120.3 KB)   
    Breslauer Leo Uwakschu 65.jpg (128.7 KB)   
    Breslauer Leo Uwakschu 66.jpg (119 KB)   

    26-07-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    23-07-2021
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    Rabbiner Samson Raphael HIRSCH

     

    פרשת ואתחנן

     

    Aus seinem Kommentar zur Wochenabschnitt  Woésschanan

     

     Kap 4 V 5 Siehe, ich habe euch Gesetze und Rechtsordnungen gelehrt; wie mich Gott, mein Gott, verpflichtet, damit ihr danach handelt in Mitten des Landes, wohin ihr es in Besitz zu nehmen kommet.

     

    V. 5 ראה, eine fernere Tatsache, die ihr als selbsterfahrene festhalten sollt, ist die: למדתי וגו' לעשות כן וגו' אשר אתם באים וגו'. Ihr seht, ich habe euch nach mir gewordenem göttlichen Befehle Gesetze und Rechtsordnungen gelehrt, damit ihr sie in dem Lande zur Erfüllung bringet, in welches ihr nun einzieht. Damit ist für eure Bestimmung und für die Bedeutung diese Gesetze die euch und sie von allem andern charakteristisch unterscheidende Tatsache festgestellt: ihr seid das einzige Volk auf Erden, das Gesetze hatte, bevor es ein Land besaß, und diese Gesetze sind die einzigen, deren Erfüllung nicht als Mittel zu einem Volksdasein und einer nationalen Boden zu schöpfenden nationalen Selbständigkeit und Wohlfahrt, sondern als Zweck derselben dastehen. Jedes andere Volk wird ein Volk durch sein Land und schafft sich dann Gesetze für sein Land. Ihr aber seid ein Volk durch das Gesetz und erhaltet ein Land für das Gesetz. Alle andere Gesetze sind aus der vom Lande erzeugten Eigentümlichkeit des Volkes und seiner wechselnden  Entwicklungsbedürfnisse hervorgegangen, euer Gesetzgeber – der Mensch, aus dessen Hände ihr euer Gesetz empfangen,– hat euer Land nie gesehen, seinen Boden nie betreten, er war nur der Überbringer des Gesetzes, und sein Grab in der Wüste ist das Gottessiegel an dem Gesetze, das er überbracht, sowie die Wardeiung seiner Ewigkeit und Unwandelbarkeit. Das Gesetz ist das absolute, ihr und das Land seid das Bedingte.  Nicht nach eurem und eures Landes wechselndem Geschicke hat das Gesetz sich zu wandeln, sondern nach eurer wandelnden Gesetztreue wandelt euer und eures Landes wechselnden Gesetztreue wandelt euer und eures Landes Geschick. Mit dem Gesetze im Arme steht ihr als Volk  an der Grenze des Landes, mit dem Gesetze im Arme werdet ihr – einst des Landes zeitweilig verlustig- immer und immer wieder als Volk dastehen, das keine andere Bestimmung hat, als der Erfüllung dieses Gesetzes der ihm wieder den Eintritt in das Land eröffnet, das ihm für die Erfüllung dieses Gesetzes gegeben. Ihr seid das Gesetzesvolk, Palästina ist das Gesetzesland, nicht aber seid ihr das palästinensische Volk und Palästina ist nicht das jüdische Land. –  

     

    V. 6 So hütet denn und erfüllet; denn das ist eure Weisheit und eure Einsicht vor den Augen der Nationen, welche alle diese Gesetze hören werden und werden sagen: Es ist doch eine weise und einsichtsvolle Nation dieses grosse Volk!

     

    „…Welche Wissenschaften und Künste das charakteristische Erbteil der anderen Kulturvölker sei mögen, eure, die jüdische Wissenschaft und Kunst, ist die Wissenschaft und Kunst des Aufbaus eines ganzen Menschen- und Volkslebens auf dem Fundamente des Gottesbewußtseins und der Menschenpflicht, ist die Wissenschaft und Kunst der Erkenntnis und der Verwirklichung des Gottesgesetzes, die Wissenschaft und Kunst der Wahrheit und der Harmonie des Lebens.

     לעיני העמים, diese eure Wissenschaft und Kunst des Lebens wird euer Charakteristikum bilden in der Anschauung der Völker.… Andere Völker suchen unablässig das den jedesmaligen, in unaufhörlichem Wechsel begriffenen Zuständen entsprechende Maß der Staatenweisheit. Und weil ihre legislatorischen Schöpfungen nur dem das zeitlich Beschränkte und die Oberfläche der Dinge erfassenden Menschengedanken entspringen, darum sind ihre Normen in ewigem Fluß, und das heute als Heil und Segen bedingende Wahrheit und Recht Verkündete wird vom Morgen als verderbliche Torheit begraben. Nur das jüdische Volk hat ein ewiges Pflichtmaß für alles Sein und Wollen des inneren und äußeren Menschen- und Volkslebens, dem es mit kühner Zuversicht seine Menschen- und Volksexistenz aller Zeiten unterwirft, wissend, daß es eben mit dieser seiner Unterordnung unter Gottes Gesetz sich zum Herrn und Meister seiner Geschicke macht. Wie sein Gesetz, so ist auch seine Geschichte ein von vornherein Gegebenes. Diese, eine ganze Nation in allen ihren Geschlechtern umfassende Hingebung an die Erkenntnis und Erfüllung eines Gesetzes, macht das jüdische Volk zu eine imponierenden geistigen Größe in den Augen der Völker. Sie erhalten Kunde von allen diesen, das jüdische Menschen- und Volksleben gestaltenden Normen und bekennen, dieses große Volk sei doch ein von Weisheit und Einsicht erfüllter nationaler Verein! …“

     

    V. 25 Wenn Du Kinder und Kindeskinder zeugen wirst, und ihr werdet alt geworden sein im Lande, und werdet Verderbnis üben und ein Bild machen, die Darstellung von irgend etwas, und werdet tun, was in den Augen Gottes, deines Gottes, schlecht ist, Ihn zu erzürnen:

     

    „ כי תוליד . Nicht sogleich nach dem Eintritt in das Land fürchtet Moses die Gefahr der Verirrung, aber er sieht sie kommen, je länger sie im Lande seine werden sieht sie kommen, wenn erst das zweite und dritte Geschlecht im Lande geboren sein wird, ונושנתם בארץ : und sie „alt“ geworden sein werden im Lande. ישן ist nicht wie זקן der Gegensatz von „jung“ sondern der Gegensatz von „neu“, „frisch“, wie ja schon in den Begriffen „Dunkel’ und „Schlaf“ liegt, die ja auch mit ישן bezeichnet werden. (siehe 1 B.M. S. 58 und 319) Wenn die  Nation erst zwei, drei Generationen hinter sich im Lande hat, werden sich ihre Bürger als aus dem Lande entsprungen, mit dem Lande verwachsen begreifen; es wird die Zeit, in der sie noch heimatlos und bodenlos gewesen, ihrem Bewußtsein entrückt werden und sie gänzlich ihres Ursprungs und dessen vergessen, dem sie das Land und jede Daseinsdauer im Lande verdanken.  Nicht umsonst hat mit seinem:  למען תזכר את יום צאתך מארץ מצרים כל ימי חייךdie ägyptische Erlösungstatsache in unser tägliches Bewußtsein zu immer frischem Gedenken verwebt, nicht umsonst seine Feste und seine große Schemita- und Jobelinstitutionen zu ewig wiederkehrenden national gemeinsamen Erkenntnis und Bekenntnistaten dieses Ursprungs und der Gotthörigkeit des Landes gestiftet, nicht umsonst das כבש בן שנה , das „Junge der Herde“ zum ewigen Symbolausdruck seines Volkes in dessen Beziehungen zu ihm bestimmt. Wir haben in unseren individuellen und nationalen Beziehungen zu Gott kein größeren Feind, als dieses die Begeisterungsfrische unseres Gotthörigkeitsbewusstseins in „Blasiertheit“ verkehrende „Altgewordensein im Lande der Verheißung“ wenn das, was als „Verheißung“ das sehnsüchtige Ziel unserer Wünsche und Hoffnungen gewesen, „unser“ geworden und wir „im Besitze verjähren“. –

     

    …Es ist dann nicht mehr Gott, der euch in Seinem Lande und durch Sein Land segnet, je nachdem ihr eurer Thun und Lassen Seinem euch geoffenbarten Willen gemäß regelt, sondern es ist dieses Land selbst mit allem in ihm sichtbar wirkenden sinnlichen Potenzen, in denen ihr Gewähren und Versagen eures Gedeihens erblickt,   ועשיתם פסל תמונת כל: und die ihr euch in sinnlicher Darstellung vergegenwärtigt und endlich dahin gelangt, das ועשיתם הרע בעיני ה' אלהיך להכעיסו , daß ihr in Gott, mit seinem die stete entsagungsfreudige Unterordnung eurer Sinnlichkeit fordernden Gesetze nicht den Spender, sondern den Hinderer eurer Lebensfreuden erblicket, zu dem in prinzipiellen Gegensatz zu treten, euch die Heilesrettung eurer Lebensrichtung dünkt. –

     

    V.26 So bestelle ich heute Himmel und Erde wider euch zu Zeugen, daß verloren, rasch verloren ihr gehen werdet von dem Lande weg, wohin ihr den Jarden überschreitet, es in Besitz zu nehmen; ihr werdet nicht längere Zeit darin bleiben, ihr würdet sonst gänzlich vernichtet werden.

     

    V. 26,…Ihre rasche Entfernung ist  ihre geistige und sittliche Rettung.  Sie müssen Land und staatliche Selbständigkeit verlieren, um nicht in denselben Grad der Entartung zu verfallen, welcher über die kanaanitische Bevölkerung vor ihnen den Stab der Vernichtung gebrochen.  Damit ist denn gesagt, was die Weisen so bedeutungsgroß an den Zahlenwert des verhängnisvollen Wortes „ונושנתם„ geknüpft. Der Zahlenwert von  ונושנתםist 852. Wir blieben jedoch nur 850 Jahre im Lande, 440 bis zum Tempelbau (der 480 Jahre nach dem Auszuge aus Egypten, somit 440 Jahre nach dem Einzug in das Land stattfand – Kön. 1,6,1) und 410 Jahre des Tempelbestandes. Das Verhängnis der Vertreibung trat daher zwei Jahre vor der mit  ונושנתםangedeuteten Frist ein צדקה עשה הקב"ה עם ישראל שהקדים שתי שנים לונושנתם (Gittin 88a) und diese rasche Vertreibung war eine wohltätige Rettung der Nation. Staat und Tempel gingen zu Grunde, aber das Volk ging, mit einem ihm noch gebliebenen Rest seines geistigen Erbes im Herzen, der Lösung seiner großen Aufgabe in der Zerstreuung entgegen. “  

     

     

    V. 27 Es wird Gott euch unter die Nationen hin zerstreuen, und ihr werdet in geringer Anzahl bleiben unter den Völkern, wohin Gott euch führen wird.

     

    והפיץ וגו' Ihr werdet auseinander- und hingestreut unter die Völker. Ihr werdet nicht zusammenbleiben im Exil, unter alle Völkerschaften werden einzelne von euch kommen. Dieser Zerstreuung unter die Völker dürfte ein zweifacher Zweck innewohnen. Sie werden nirgends eine kompakte numerische Größe bilden und vor der politischen Verirrung geschützt bleiben, in welche sie ihr einstiges Staatenleben geraten ließ, und sie werden eine unter die Völker gestreute Gottesaussaat sein, und בעמים , in der Mitte des sozialen Völkerlebens die Idee einer anderen Welt und Lebensanschauung und einer anderen Lebenserfüllung werden und pflegen. Ist doch הפיץ nicht nur eine zerstörende Zerstreuung, sondern auch das Ausstreuen einer Saat והפיץ קצח (Jes. 28,25) und יזרעאל, „Gottessaat“ ward (Hosea 1,2) Jissroéls Galuthname, als dies Verhängnis an im in Erfüllung ging.

     ונשארתם מתי מספר וגו', obgleich gering an Zahl, bleibet ihr doch ein gesondertes  גויunter den גוים , eine besondere Nationalität unter den Nationen.  Erwägt man, daß, so weit bekannt, man noch heute höchstens vier bis fünf Millionen Juden, also höchstens die doppelte Zahl der aus Egypten gezogen zählt, erwägt man, daß diese Zahl bereits zu Davids Zeiten erreicht, ja überschritten war, erwägt man, daß trotz des Abgangs der zehn Stämme zur Zeit des zweiten Tempels (nach Pessachim 64b) sich die Volkszahl auf mehr als zwölf Millionen berechnen ließ, so daß nach Josephus während der Belagerung Jerusalems über eine Million umgekommen sind, und man daher kaum mit der Annahme fehlgeht, daß beim Untergang des jüdischen Staates durch die Römer mindestens noch vier Millionen in der ganzen Welt vorhanden waren: so scheint in der That, trotz der vielbesprochenen Geburtsvermehrung der Juden, ihre Anzahl in allen den langen Jahrhunderten des Exils stationär geblieben zu sein und sich durch eine besondere göttliche Fügung das hier angekündigte ונשארתם מתי מספר בגוים וגו' , ihr bleibet gering an Zahl, unausgesetzt zu verwirklichen. – 

     

    Kap. 5 V.28 Und du, hier bleibe bei mir, damit ich zu dir die ganze Verpflichtung, die Gesetze und die Rechtsordnungen ausspreche, welche du sie lehren sollst, und haben sie sie in dem Lande zu vollbringen, welches ich ihnen zum Besitze gebe.

     

    V.28…ועשו בארץ : sie erhalten nur das Land, um darin dieses Gesetz zur vollen Verwirklichung zu bringen.

     

    Kap. 6 ,V.4 Höre Jissroél: Haschem, unser Gott, ist Haschem der einzig Eine.

     

    V.4 … Der Inhalt von שמע ישראל ist eines von Jissroél an Jissroél bezeugtes Zeugnis, und jeder, der es ausspricht, tritt damit als Gotteszeuge an sich und an die Welt heran. Vielleicht ist es nicht allzu gewagt, zu meinen: עין, das Auge, war עד, war Zeugen dessen, was שמע ישראל aussagt. שמע tradiert: אתה הראת לדעת 

    … …

    23-07-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    22-07-2021
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    Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH

                  (1833 – 1900)

     


    ן הפטרה פרשת ואתחנ

     

       Aus dem Kommentar zur Haftoro des Wochenabschnittes WOÈSSCHANAN

     

     Jesajas Kap.40, Vers 1 und folgende

     

    Kap.40, V.1 und 2. Die Haftora beginnt mit dem Ausblick auf eine lichte Zukunft, in der Jissroéls Leiden und Kämpfe zu Ende, weil es seine Bestimmung erfüllt hat. Jerusalem, der Herzpunkt des jüdischen Nationallebens, der Bestimmung nach: die Stätte, wo die ganze Herrlichkeit der Verwirklichung des Gottesgesetzes in der schon hieniedigen Paradiesseligkeit „sichtbar werden“ sollte, ist hier als geistige Mutter des über die Erde zerstreuten Jissroél gefaßt und zugleich mit ihm identifiziert.  צבאה, Heeresdienst und Kampf, ersteres הלא צבא לאנוש עלי ארץ, letzteres חליפות וצבא עמי, Job 7,1 und 10,17, hier weiblich gebraucht, wie Daniel 8,12: וצבא תנתן התמיד.

     

    כי לקחה מיד ה' וגו'. Das Golus wird hier in seiner Doppelbedeutung betrachtet, für Jissroél und für die Gesamtmenscheit. Für jenes ist es die Erziehung zur Erkenntnis und Verwirklichung des Gotteswortes, für diese die Verbreitung der Lehre von Gott und vom reinen Menschentum. Gerade diese menschheitpriesterliche Bedeutung der Hinaussendung Jissroéls wird im folgenden Verse ausdrücklich hervorgehoben. Das Prophetenwort schaut die Zeit, in der das Jakobsvolk in Wahrheit „Jissroél“ geworden ist und als Menschheitpriestervolk seine Bestimmung erfüllt hat. Dann ist Jerusalem der Herzpunkt geworden, von dem und zu dem nicht nur der Lebensstrom Jissroéls, sondern auch der mit Jissroél innig verbundenen Gesamtmenschheit pulsiert. Das ist das כפלים, das wörtlich: „zwiefach gedoppelte“, die unendlich höhere Stellung, die das Jerusalem der Zukunft einnimmt im Vergleiche zu dem der Vergangenheit. Der einst von den eignen Kindern Verlassenen und Verkannten wallt jetzt der Pulsschlag der Gesamtmenschheit zu.

     

    בכל חטאתיה. Das ב ist der Ausdruck des adversativen Grundes und läßt den Gegensatz zu der tiefen Gesunkenheit der damaligen Gegenwart nur um so schärfer hervortreten. Damit ist zugleich der Übergang zum Folgenden eingeleitet.

     

    V. 3 … In dem Bisherigen verkündete der Prophet das Gotteswort, das einst ertönen wird, wenn die Zeiten sich erfüllet, wenn Jissroél am Ziele. Jissroél steht aber noch vor dem Anfang dieses Weges. Deshalb hat er jetzt den Gottesruf zu verkünden, der Jissroél auf diesen Weg „in die Wüste“ hinaussendet. Der ganze große, mit Blut und Tränen unseres Volkes getränkte, an äußeren und inneren Kämpfe so reiche, durch alle Völker und Zonen, durch alle Zeiten führende weltgeschichtliche Exilesweg Jissroéls zwischen diesen beiden Gottesrufen. Der Trostesruf am Ziele soll Jissroél mit Kraft erfüllen, den Kämpfen und Leiden mit starkem Geiste und tapferem Sinne entgegen zu gehen, denen dieser Ruf: „Hinaus in die Wüste!“ es entgegensandte. Es ist die Zuversicht, es ist die Siegesgewißheit, nicht des eignen Sieges, sondern des Sieges des Wahren und Guten auf Erden. Was aber Jissroél befähigt hat, inmitten der entsetzlichsten Knechtung und Demütigung, unter Höhnung und Lästerung, unter stets sich wiederholender Beraubung und Vergewaltigung, nicht nur geistig und sittlich zu verkommen, sondern innerlich stolz und frei und aufrecht zu bleiben und auf seine Peiniger nicht mit Haß, sondern mit – Mitleid hinzublicken, das war das Bewußtsein seiner Sendung, wie sie in diesem hinausweisenden Gottesrufe ausgesprochen ist: „in der Wüste“ der Völker, auch wo scheinbar für die Keime des Göttlichen, des Reinmenschlichen kein empfänglicher Boden vorhanden, vielmehr jede Aussicht auf Verständnis, auf Aufnahme versagt scheint, „den Weg zu bahnen, der zu Gott führt“. Das Wort, das einst einem sterbenden Sprößling des Jakobhauses in den Mund gelegt ward: „Vergieb ihnen, Vater, sie wissen nicht, was sie tun“ – nicht in einem verhauchenden Augenblicke, auf einem mehr als tausendjährigen Märtyrergange ohne Gleichen hat das jüdische Volk diese erhabene Milde durch sein ausnahmslos allen Menschen, auch seinen Unterdrückern, zugewandte warmherzige Menschenliebe, durch sein ausnahmslos allen Bestrebungen zur Förderung des Menschenheils und der Menschenwohlfahrt zugewandte weltbürgerliche Gesinnung und freundwillige Förderung bis auf den heutigen Tag aufs glänzendste durch die Tat bewiesen. Dieses weite Herz, das auch für die weitesten Gewissen seiner Verfolger und Verlästerer noch einen unerschöpflichen Schatz der Milde und des Mitleids übrig hat, ist eine Erbschaft seiner großen Vergangenheit, die auch das Jissroél der Gegenwart voll und ohne Vorbehalt  angetreten hat. Froh und stolz darf Jissroél dies aussprechen, gehobenen Hauptes vor Gott und Welt, angesichts der schamlosen zeitgenössischen Verdächtigungen, die sich den Schein geben, allen Ernstes nach „Geheimlehren des Judentums“ forschen zu müssen, welche Schädigungen und Benachteiligungen von Nichtjuden angeblich für gestattet,  ja für geboten erklären – –  

     

    ערבה Während מדבר die Wüste, den „keine Saat aufnehmenden Boden, mehr die Unempfänglichkeit, Stumpfheit bezeichnet, scheint ערבה, von ערב, unterscheidungslos mischen, mehr die Wildnis, im Gegensatz zum Kulturboden, zu bedeuten, die in üppigem Wildwuchs den Boden deckende Vegetation, die für anderes keine Stätte läßt. Stumpfheit und die Macht ungebändigter, durcheinander wogender Leidenschaften setzen dem Aufkommen der Saaten des Göttlichen das größte Hindernis entgegen.

     

    דרך ה', „der Gottesweg“, heißt sowohl der Weg, der zu Gott führt, als auch die in Selbstbeherrschung, in Übung von Gerechigkeit und Nächstenliebe sich vollziehende Lebensführung, die Gott den Menschen geboten. Beides fällt zusammen. – פנו: „Bahnen“ setzt Hindernisse voraus, die sich der Erkenntnis des Weges und dem Beharren, dem Fortschreiten auf demselben entgegen setzen. Alles, was dem Menschen den Aufblick zu Gott versperrt, ist ein solches zu beseitigendes Hindernis. Jeder Sieg der Gewalt über das Recht, jede gleisnerische Heiligsprechung siegreichen Unrechts als angeblicher Erfüllung göttlichen Willens erschüttert in den kurzsichtigen Menschen den Glauben an die sittliche Weltordnung. Not macht stumpf, schweigend zu erduldendes Unrecht verbittert, Lustschwelgerei aber vertiert den Menschen, und die ungezügelte Jagd nach den Mitteln zum Genuß und nach Besitz ihm zum Raubtier. – ישרו: gerade machen, das Gerade suchen oder herstellen. Unzählig sind die Abwege. Zwischen den Extremen hin und her, zwischen den entgegengesetzten Wahnvorstellungen schwankten und schwanken kompaßlos die Menschen die Menschen, zwischen Bigotterie und Nihilismus, zwischen Fetischdienst und Materialismus, zwischen fanatisch blindem Glauben und ebenso fanatisch blindem Unglauben, zwischen Entfesselung und Ertötung der Sittlichkeit, zwischen Weltdienst und Weltflucht.

     

    Das ist die Wüste, in die Jissroél als Bannerträger der Wahrheit hinausgesandt wird, das sind die Hindernisse, die es zu überwinde, das der Wirrsal, durch den es den rechten, den geraden Weg finden soll. Die bloße Tatsache, aß ihm diese Aufgabe gestellt ist, verweist es eben damit auf jenen unverlierbaren, unverwüstlichen edlen Kern in der tiefsten Tiefe einer jeden Menschenbrust, zu dem das Wort der Wahrheit nicht auf ewig vergebens Zugang suchen werde.

     

    (Die Haftoroth übersetzt und erläutert, Frankfurt am Main 1896: S. 317-327  Kommentar zu Jesajas Kap. 40 V.1…) 

    22-07-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    21-07-2021
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    Rabbiner Dr. Salomon BREUER >

                    (1850 – 1926)

     

    ואתחנן

     

    Belehrung und Mahnung zur Wochenabschnitt

    WOESSCHANAN

    (Auszüge)

    …

    ואתחנן אל ה' Mausche flehte um Gewährung.  Seine Seele ersehnte den Eintritt ins heilige Land nicht, so sprechen die Weisen, um sich an dessen Früchten zu laben und dessen Reichtum zu genießen, wohl aber, um dort, auf dem Boden des Gottesgesetzes, der Verwirklichung des Gotteswillens in umfassenderem Maße ferner sein Leben zu weihen. Hätte er nicht Anlaß gehabt, pochend auf seine unendlichen Verdienste, dieser Bitte der Charakter einer Rechtsforderung zu verleihen? Nicht so Mausche: ואתחנן אל ה' – wie ein Armer, der Gewährung seiner Bitte fleht, steht er im Gebete vor Gott.

    Und die Weisen kommentieren die Tatsache mit dem erwähnten Mischlevers: תחנונים ידבר רש ועשיר יענה עזות. Dieser Satz spricht, wenn wir nicht irren, eine Forderung aus, die unserem sozialen Leben im Geiste der Thora das jüdische Gepräge verleiht. צדקה ist nach der tiefen Erklärung unseres großen Rabbiners זצ"ל jene Verbindung von Pflicht und Liebe, die für die Beziehung zwischen reich und arm nach dem Willen Gottes grundlegend zu sein hat: die Liebe, auf die der Arme aus sich keinen Anspruch hat, in Gottes Namen erwächst sie zu einem Recht, dem zu entsprechen der Reiche sich verpflichtet weiß.  Die Gabe, die sonst den Armen erniedrigen könnte, empfängt er in Gottes Namen als ein ihm zustehendes Recht. Unser Mischlevers dürfte nun für das Verhalten des Armen und des Reichen Bestimmungen enthalten, die ganz dem Geiste dieser jüdischen צדקה entsprechen: תחנונים ידבר רש flehend spreche der Arme, bittend trete er vor den Reichen, poche nicht auf das von Gott verbriefte Recht, das ihm Anspruch auf die Hilfe des Reichen zuerkennt. ועשיר יענה עזות (עזות bezeichnet „Festigkeit“, die auch im Charakter des jüdischen Volkes seine größte Tugend oder Untugend darstellt, je nachdem sie sich zum Guten oder zum Schlechten auswirkt) Pflicht der Reichen aber ist es, ihm mit Festigkeit zu antworten, ihm auf sein bittendes Flehen zu bedeuten, daß er nach Gottes Willen Anspruch auf seine Hilfe habe; denn in dieser den Armen aufrichtenden und stärkenden Einwirkung, die von dem Reichen ausgeht, liegt das Geheimnis des Segens, der unter der Herrschaft der Thora das jüdisch-soziale Leben erfüllt.

    Sinnig haben nunmehr die Weisen diese Mischleforderung aus unserer Thorastelle herausgehört. Mausche flehte um Gewährung: die Bitte, die er, auf seine Verdienste pochend, als Rechtsforderung hätte vorbringen können, er spricht sie „als Armer stehend vor der Türe – flehend spreche der Arme, das ist Mausche“ – Gott aber erwidert: רב לך אל תוסף דבר אלי וגו' Du hast genug – Hatte Mausche um Eintritt in das heilige Land gefleht, als ob sein Leben noch nicht reich genug an Pflichterfüllung und sich ferner noch in מצות auszuwirken verpflichtet wäre, wozu Gott ihm verhelfen möge – so bedeutet ihm Gott mit dem Worte: רב לך, הרבה מזה שמור לך, רב טוב הצפון לך „Du hast genug“, d.h. dein bisheriges Leben ist überreich an Errungenschaften, deren Genuß deiner in dem künftigen Leben harrt – „Der Reiche antworte mit Festigkeit, das ist Gott“, denn seinem im Gefühl bescheidener Armut flehenden Diener bedeutete Gott, welchen Reichtum sein Leben vor Gottes Auge besitze.

    Von Mausche laßt uns lernen. Und treten wir betend vor Gott, dann laßt uns flehen „gleich dem Armen vor der Türe“ –, nicht pochen auf etwaige Verdienste – wozu selber unser Gebet in seiner Geltung einschränken? Das aber ist der Fall, wenn wir glauben, auf Erhörung unseres Gebetes ein Recht zu haben: sind wir denn sicher, daß unsere etwaige Verdienste als Verdienste vor Gottes Auge gewertet werden? Überlassen wir es Gott. Je ärmer wir vor Gott uns fühlen, desto eher dürfen wir hoffen, daß Gott sich zu uns hernierderneigt, um in seiner unendlichen Gnade uns die „Festigkeit“ einzuhauchen, die wir brauchen, um in jeder Lebenslage des Segens wahrer Gebetserhörung teilhaftig zu sein:

    אל תעש תפלתך קבע אלא רחמים ותחנונים לפני המקום.

     

    Quelle: Rabbiner Dr. Salomon BREUER  Belehrung und Mahnung fünfter Teil Deuteronomium  J.Kaufmann Verlag Frankfurt am Main 1936 S. 11-16

    21-07-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    19-07-2021
    Klik hier om een link te hebben waarmee u dit artikel later terug kunt lezen.Rabbiner Dr. Leo BRESLAUER „Ein jüdisch-geschichtlicher Wegweiser“ (12)
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    Rabbiner Dr. Leo BRESLAUER

                 (1894-1983)

     

    ובקשו

     

    „Ein  jüdisch-geschichtlicher Wegweiser“ von  Leo BRESLAUER. Frankfurt am Main  5695/1935






    „ Und siehe da: die ständig drohende Gefahr, daß der selbstherrliche Autonomismus doch irgend wann und wo im Zuge „fortschrittlicher“ Kulturentwicklung gewinnendere und damit überzeugendere Formen annehmen und so dem autonomistischen Drange im jüdischen Kreis verstärkten Auftrieb geben könnte – diese Gefahr wird eines Tages akut. Die sogenannte Aufklärung bringt einen gesellschaftsfähigen nackt-gottlosen Rationalismus hervor und treibt nicht nur gewinnend sondern geradezu  stürmisch saugend zur Emanzipation, vor deren Posaunentönen die letzte Festung gottesstaatlicher Erziehungsmacht die taurokratische Autonomie  des Golußgemeinde fällt – ein klägliches Jericho, aber kaum überraschend von einer Emanzipation, die im Namen normalisierungsfreudigen Vernunft kommt, aus Staatsraison und Achtung der Menschenwürde und nicht aus Verständnis für Judentumswürde und Zwangsgastschaft. Mit  dem Verlust eigener Gerichtsbarkeit und wirksamer Banngewalt hat die Entmachtung des jüdischen Volkes vorläufig ihren Höhepunkt erreicht. Die Bahn wird frei für Anarchie des Glaubens. Die Bewegung kommt schnell ins Raten. Um die geschleiften Festungen, die Gemeinden, die heiligen Werkstätten  gottesstaatlicher Erziehung und Bewährung, entbrennt ein erbittertes, geistig-gesellschaftliches Ringen, Bruderkrieg, traurig, aber in Gottkönigs Namen unerbittlich bis ans Ende durchzufechten.  Die Autorität gottesstaatlicher Erziehung wird bis in die Familie hinein erschüttert und zertrümmert.  Die äußere Verunstaltung, wahrhaftig nicht unsere Schande, wird zum eigenen Charakterfehler umgedeutet, um die Hilfe zu rechtfertigen die man mit fanatischer Zähigkeit den äußeren Normalisierungsversuchen entgegenbringt. Hochmut macht sich breit und breiter anstelle der Demut  vor der Ehre und dem Rechthaben Gottkönigs. Taurowidrigkeit flutet von allen Seiten in den heißumstrittenen europäischen Westen ein und findet hier nur ganz vereinzelte Hindernisse, nach Osten aber einen langsam zurückweichenden Widerstand. Noch läuft die Rechthaberei auf den Krücken ihrer Deutungskünste. Die fromme Larve einer gewissen üblen „Wissenschaft des Judentums“ erscheint als ein bestrickender Massenartikel. Immer schwächer wird die Widerstandskraft der Selbsterziehung; schon längst ist sie auf  sich allein gestellt; blendende Scheinerfolge autonomer Kunst, Wissenschaft und Technik  dringen von außen her hypnotisierend auf sie ein, dazu die Massensuggestion sozialer Erlösungsträume. Die Verblüfften beginnt der goldene Trichter der tempogehetzten  Völkermühle  Amerikas zu verschlucken. Indeß schwingen die unerschrockenen Führer der J’rei’m die Fahne der Wahrheit höher, fassen das Schwert der Demut fester, bauen Schule und J’schiwo als Stützpunkte des himmlischen Gottesstaates  aus. Hier und da verliert zwangsgastschaftliche Problematik an Schärfe scheint überwindbar; innere Hemmungen fehlen; die religiös-neologe Reform hat gottesstaatliches Denken und Fühlen gründlich ausgerottet. Bald wird man wieder normal sein, menschenwürdig. Bald wird die bürgerlich emanzipierende  Assimilation die antinormale Zwangsgastschaft beseitigt haben.  Andernorts häufen sich die Spannungen. Der völkische Zeitgeist fasziniert. Ein gottesstaatloser Nationalismus will  den Kranken jüdischen Markt erobern; er erschleicht ihn, natürlich, unter täuschender „Zion“-Maske mit pseudomessianischen Lächeln.  Zwischendurch  schleudern die Wirbel menschheitserschütternder Geschehnisse entwurzelte Scharen durcheinander, vom Land und die Stadt, von Staat zu Staat, bis nach dem fernen Osten, bis an die Enden der Erde, und der interpretierende Schwindel, in der zweiten Generation bereits als „historisch“ geheiligt, narkotisiert Hirne und Herzen. Bald, bald wird die völkerrechtliche emanzipierende Assimilation die antinormale Zwangsgastschaft beseitigt haben. Bald, bald wird man normal sein, menschenwürdig. Daß die  Judentumswürde welkt und die Charakterlosigkeit blüht, weil die ureigenste, die antinormale, die gottesvolkliche Art verleugnet wird, kommt kaum zum Bewußtsein. „Was sagen die andern ?“ ist das oberste Dogma beider Assimilationen, der individuellen wie der völkischen. Und der flammende Streitruf aus den ersten stürmischen Verteidigungskämpfen der J’rei’im - !מי לה' אלי  – verklingt mehr und mehr in ein gemütliches Neben-, Mit- und Durcheinander. Wie Unkraut wachsen die Gruppen und Grüppchen, die jede für ihr Vereinsprogramm als der einzig wahren Art des Judeseins Reklame machen. Selbst die Gemeinschaft der J’rei’im  שארית עם קדוש,sinkt zu einer orthodoxen Partei herab und zerfällt in Gruppenותהי האמת נעדרת – עדרים עדרים. Schließlich wagt es der hochmütige Lüge, ohne jede Verkleidung aufzutreten, tummelt sich ungeniert, erklärt Gottkönigs Ehre, Staat und Reich als „wissenschaftlich erledigt . Gottlosentum, Schmach des Jahrhunderts, bricht herein und findet vereinzelt – Schande über Schande! –ein schamloses Echo. Rechthaberei gibt sich mit der Selbstverständlichkeit der Frechheit – בעקבות משיחא חוצפא יסגי … “

    Es freut uns – in Beilagen –  der 2.Teil einer weiterer Skizze (S. 56 bis 59) aus dieses rabbinische Meisterwerk vollständig zu liefern:

    Bijlagen:
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    19-07-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    18-07-2021
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    Samson Raphael HIRSCH


    Aus CHAUREW KAP.33


     

    FASTTAG DES 9ten AW

     

    …

    § 242.

    Diese fünf Tha-anijauß zu begehen ist also für alle Pflicht. ((א"ח)549.550.686.) Strengere Pflicht 9ter Aw, also daß selbst Kranke u.s.w., denen das Fasten beschwerlich fällt, wenn nur nicht Gefahr bringt, fasten. („550). Am gelindesten Tha-aniß Esther, weil nur durch stillschweigende Sitte angenommen, und daher an ihm selbst nichtgefährliche Kranke u.s.w. nötigenfalls vom Fasten frei („686). Fällt einer dieser Tha-anijauß auf Schabboß, so wir der auf den nächsten Tag verschoben, Tha-aniß Esther aber auf den vorhergehenden Donnerstag („550.686.) Schon vom 1sten bis 9te Aw vor allem in der Tha-anißwoche, ist jede Äußerung der Freude untersagt. Durch Vernachlässigung des Äusseren in Waschen, Kleiden, Unterlassen des Scheerens des Bart- und Haupthaars – letztere schon vom 17ten Thammus an – schon Trauer eingeleitet. In der ganzen Zeit vom 17ten Thammus an keine Hochzeit gefeiert. Vom 1ten Aw bis 10ten Aw Mittages kein Fleisch und kein Wein genossen. Siehe ausführlich („551.552.) Am 8ten Aw wird gehörige Mahlzeit nur vor dem Letztmahl eingenommen, das nur aus einem Gericht bestehen darf; es wird, dem Leidtragenden gleich, auf der Erde sitzend eingenommen, und besteht gewöhnlich, (wie das erste Mahl des Leidtragenden) aus Eiern (552). Schon mit Tag- und Nacht-Zweifel beginnt das Fasten, die Trauer erst jedoch wenn völlig Nacht, es sei denn der Fasttag ausdrücklich bereits schon am Tage als Gelübde übernommen. Schon am Nachmittag ist jede Geistesbeschäftigung mit andern als auch am 9ten Aw erlaubten Gegenständen untersagt. Wenn 8ter Aw am Schabboß ist, ja selbst wenn der 9ter Aw am Schabboß und auf den Sonntag verlegt ist, tritt dies alles nicht ein; nur Geistesbeschäftigung ist schon nachmittags, und wenn Schabboß  der 9ten Aw  ist den ganzen Tag, wie am 9ten Aw, beschränkt  („553)

     

    §243.

     

    Am neunten Aw selbst sind alle Trauergesetze, wie beim Owél (אבל), bis auf das Werktätigkeitsverbot, und allen Fastgesetze, wie am Jaum Kippur, in Kraft (siehe § 320 unf § 158). Doch ist auch bis Mittag jede zeitfordernde und somit zerstreuende Arbeit untersagt („554). Über die Tischoh-b’Aw-Trauer ist darum nachzulesen, was über die Trauer beim Todesfall ausgesprochen ist. Denn am neunten Aw sind wir alle Leidtragende um J’ruscholajim-Zijaun, die hehre Mutter, die uns nährte und pflegte und aufzog und tränkte mit dem Gottesgeiste, der dort quoll – sie sit nicht mehr die sorgliche Mutter, – – und mutterlos zerstreut sind ihre Kinder – nur nicht des Vaters verwaist, des Ewiglebenden, der auch in Goluß nicht sie verläßt,  unsichtbar sie umschwebt, und des Lichtes seines Geistes wartet, daß es in Jissroél nicht Nacht werde. – Aber nicht nur  am Gedächtnistage soll unser Trauer sein, überall und immer soll uns das Trauergefühl begleiten, nimmer und nimmer sollten wir vergessen, daß dem Jissroélgeschicke wir angehören und die große Jissroélaufgabe im Goluß zu lösen haben. Und wärest du auch reich und begütert, ja wäre ganz Jissroél es, und lösten sich alle Fesseln, die hie und da noch Jissroél im äußern Leben beschränken – sieh! nicht um Untergang nur äußern Glückes trauerst du – das könnte dir die Fremde ersetzen – mit dem Äußern ist dir nur sichtbarer Boden geschwunden, auf dem Jissroéls von Gottes Geist durchdrungenes Leben wie eine Gottespflanze allseitig blühen sollte; – wenn du um J’ruscholaim trauerst – deine höchste Trauer ist um Zijauns Fall! –

    … …

     

    Aus: Samson Raphael HIRSCH : Chauréw, Versuche über Jissroéls Pflichten in der Zerstreuung, zunächst  für Jissroéls denkende Jünglinge und Jungfrauen. Vierte Auflage Frankfurt  a.M. Verlag J. Kaufmann 1909

     

    Siehe auch via „archief“ 08 07 20:  Samson Raphael HIRSCH: Fasttag 17. Tammus

    18-07-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    16-07-2021
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    Rabbiner Samson Raphael HIRSCH

     

    דברים

     

     

     Aus seinem Kommentar zur Wochenabschnitt Dewaurim

     

    6. „Gott, unser Gott, hat zu uns in Choreb gesprochen: Ihr habt genug an diesem Berge geweilt“

     

    „… der Zweck , zu welchen ihr auf eurem Zuge aus Egypten in das verheißene Land zuerst an diesen Berg geführt worden und dort weilen sollst um  (2 B.M. 3,12) ist bereits genügend erreicht. Es ist euch hier das Gesetz geworden, mit dessen Hinnahme, Aufnahme und Annahme ihr in den "Dienst Gottes" getreten seid, und ihr heute auch hinlänglich mit dem Gesetze vertraut gemacht und ihm das Gesetzheiligtum in eurer Mitte errichtet, so daß euch nichts mehr fehlt, um nunmehr in das Land zu ziehen, das keine andere Bestimmung hat, als den Boden der Verwirklichung dieses Gesetzes zu werden.“

    16-07-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    14-07-2021
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    Rabbiner Dr. Salomon BREUER

                    (1850 – 1926)

     

    דברים

     

    Belehrung und Mahnung zur Wochenabschnitt

    DEWAURIM

    (Auszüge)

    …

    Jährlich steht der Sabbat, an dem אלה הדברים uns verlesen wird, als שבת חזון im Zeichen des heraufziehenden Tischo-beaw. Seit nahezu zwei Jahrtausenden beklagt unser Volk den zweimaligen Untergang seines Heiligtums, ist seine Seele erfüllt von dem schweren Leid, das ihm diese lange Goluszeit gebracht hat, und harrt voll Sehnsucht des Augenblicks, der das Ende seines Golus bringt, ein Ende, das aber nicht enthüllt und nur Gott, dem Lenker unseres Geschickes, bekannt ist. Denn darin unterscheidet sich ja so auffallend unser jetziges Golus von dem ersten babylonischen Golus. Denn während jenes Golus von kurzer Dauer und seine Ende im voraus bestimmt war, ist unser jetziges Golus von langer Dauer und seine Ende uns nicht enthüllt. Als Grund hierfür lehren die Weisen (Joma 9b): ראשונים שנתגלה עונם נתגלה קצם אחרונים שלא נתגלה עונם לא נתגלה קצם „Die Sünde der Ersteren, zur Zeit des ersten Heiligtums, sind enthüllt worden, darum ward auch ihr Golusende enthüllt, die Sünden der Letzteren, zur Zeit des zweiten Heiligtums, sind nicht enthüllt worden, darum blieb auch ihr Golusende verhüllt’. –

    Wir glauben diesen vielbesprochenen Ausspruch der Weisen in folgendem Sinne zu verstehen. הוכח תוכיח את עמיתך lautet die große, ernste Forderung des Gotteswortes, di es jedem einzelnen Glied der jüdischen Gesamtheit zur Pflicht macht, den Irrungen seiner Genossen nicht schweigend gegenüberzustehen, sondern Mahnung und wiederholte Vorstellungen das Seinige zu tun, um zur Besinnung aufzurufen und Besserung zu bewirken. Nie und nimmer hätte der Abfall von Gottes Gesetz auch in unserer Zeit solchen traurigen Umfang angenommen, wenn stets und überall sich Männer gefunden hätten, die, erfüllt von heiligen Mut und unbeugsamer Überzeugungstreue, das offene, rückhaltlose Wort der תוכחה zu sprechen gewillt gewesen wären. Man glaubte aber und glaubt immer noch, durch sogenannte politische Klugheit der Gottessache dienen zu können, die, wie man sich selber beredet, um Schlimmeres zu verhüten, schweigen zu dürfen glaubt, wo im Geiste der Thora lautester Protest als gebieterische Pflicht sich erweist.

    …

    Wer ahnt nicht die Größe eines Jesaja, wenn uns aus unserer heutigen Haftora die wuchtigen Worte entgegendröhnen, mit denen er dem „Volk von Amora“, den „Reichen Sedoms’ Tempelbesuch und Opfer, Sabbat und Gebet als wertlos, als Lüge vor die Füße wirft, weil er die Lüge nicht zu ertragen vermag, mit der ein Gott fremdes, entheiligtes Leben sich das Recht verwirkt habe, vor Gottes Angesicht zu treten – „Huren“, „Mörder“ sind sie ihm, die die Ehe mit Gott gebrochen, an deren Händen das Blut sozialer Härte und Selbstsucht klebt! Und mit welch heroischer Selbstverleugnung hat ein Jirmeja das Wort der Zurechtweisung unablässig, unermüdlich gesprochen! Gottesmänner, die die Schmähung der Verblendeten nicht fürchteten, im Kerker ihr mutiges Tun büßten, dafür aber ihrem Volke den Weg der Erlösung bahnten. –

    Zur Zeit des ersten Heiligtums, meinen die Weisen mit Recht, wurden die Sünden enthüllt, darum konnte auch das Golusende enthüllt werden.

    Die diesem Weisheitswort zu Grunde liegende Wahrheit hat sich aber schon in der Frühzeit der jüdischen Geschichte bewährt. „Wer die Menschen zurechtweiset, um sie Gott zurückzuführen, findet schließlich mehr Gunst als der mit glatter Zunge seinem Volke Schmeichelnde.“ Die Weisen mussten dabei an Mosche und Bileam denken, die sich in ihrem Verhalten zum jüdischen Volke so kraß unterschieden.

    Unser Mausche hat seinem Volke keine einzige Lobrede, dafür aber recht, recht viele דברי תוכחה, Worte der Zurechtweisung gewidmet, und אלה הדברים Worte der Zurechtweisungen waren es, mit denen er von seinem Volke Abschied nahm. Dieses Vermächtnis des unsterblichen Führers gereichte aber seinem Volke zu einer Quelle unendlichen Segens: aus seiner Wahrheit haben noch zu allen Zeiten die Schwankenden ihre Festigkeit gewonnen und die Verirrten zu ihrer von Gott gewollten Bestimmung sich zurückgefunden.

    Bileam dagegen hat dem jüdischen Volke eine Lobrede gehalten wie keiner vor und keiner nach ihm. Doch diese Lobrede hat, nach dem erwähnten Ausspruch der Weisen, verhängnisvolle Folgen gehabt: שהחליק בנבואותיו וגבה לבם ונפלו בשטים sie hat das jüdische Volk hochmutig gemacht und hat es in Schittim zu Falle gebracht. Dem Gottesvolke zu fluchen, war Bileam von Moabs König berufen worden, doch er durfte seinen Mund nur zum Segen öffnen. Und sein Mund strömte über vom Preis der Stellung Jissroéls in Völkermitte und der durch Gottesnähe ihm verliehenen Größe: er sieht es in seiner gesonderten, einzigartigen Erscheinung, löwenmächtig, er preist die Reinheit und Schönheit seiner Häuser, den Segensreichtum seiner Lehrstätten, er sieht es gehoben durch Gottes Liebe, da Sünde und Schuld an ihm nicht geschaut wird, und den Stern von ihm ausgehend, der einst sieghaft der Menschheit den Weg zum Heile weist. Bolok schlägt verzweifelt die Hände zusammen, – so hat er denn Bileam vergebens berufen. Doch zum Abschied איעצך erteilt Bileam ihm den Rat, den verhängnisvollen, wie allein diesem Volke beizukommen sei: suche es zu verführen, und du hast es besiegt. Und so geschah es…

    24000 jüdische Seelen sind Bileams Lobrede zum Opfer gefallen, und wer weiß, welchen Umfang diese Katastrophe noch angenommen hätte, wenn nicht Pinea’s mannhaftes Auftreten dem Verderben Einhalt geboten hätte. …

    אלה הדברים אשר דבר משה אל כל ישראל Diese Worte der Zurechtweisung aber hat Mausche an ganz Jissroél gerichtet: alle, alle unterschiedlos hatte er um sich versammelt, und sie hatten doch nicht alle gesündigt, nicht alle an den Verirrungen teilgenommen, die da aufgezählt wurden במדבר בערבה מול סוף וגו'. Nur ein Teil des Volkes war es, der sich nach den Fleischtöpfen Egyptens zurücksehnte, nur ein Teil, der den moabitischen Töchtern nachgegangen, nur die lüsterne Jugend war mit dem Manna unzufrieden, gezählt die an Korachs Aufstand Beteiligten, nur die Hefe des Volkes, die das goldene Kalb sich machten – hätte Mausche sie nicht alle versammelt, wie leicht hätte nicht der eine dem andern die Verantwortung für alle diese Verirrungen zugeschoben, die Alten den Jungen, die Reichen den Armen, die Gebildeten den Ungebildeten und umgekehrt! – Mausche aber  richtete seine תוכחה an ganz Jissroél, machte sie alle, alle für alle Verirrungen in gleichen Maße verantwortlich: denn die jüdische תוכחה richtet nicht nur gegen die das Unrecht Übenden, sondern gegen alle, die zu seiner Verhinderung das Ihre hätten leisten können und es unterlassen haben. Es ist der Geist der gegenseitigen Verantwortung des כל ישראל ערבים זל"ז, der den einen für den andern, für sein Tun und Lassen, verantwortlich macht, der sich nicht begnügt, von dem Einzelnen zu fordern, daß er sein Leben in צדקות, in Pflichttreue vor Gott begreife, der ihn vielmehr anruft, zu den מצדיקי הרבים sich zu zählen, der den Leichtsinn neben sich nicht duldet und auch nicht die Unwissenheit, gegen die er vielmehr ankämpft, solange noch andere für das gleiche Leben der jüdischen Pflicht zu gewinnen sind, der er mit jedem Atemzug seines Lebens dient.

    Ist aber solcher Geist im jüdischen Volk lebendig, dann kann dieses jüdische Volk nimmer zahlenmäßig erfasst werden. Mutter Jochebed war begnadet, wie die Weisen sich sinnig ausdrücken, ששים רבוא בכרס אחד 600 000 Menschen das Leben geschenkt zu haben, denn sie hat Mausche geboren, der, indem er sein Volk der göttlichen Lebensbestimmung entgegenzuführen bestrebt war, dieses ganze Volk mit seinem bedeutungsschweren Leben aufwog שקול משה כנגד כל ישראל! Unter diesem Gesichtspunkt ist einem Einzelleben eine Bedeutung zuzuschreiben, das zahlenmäßig von Menschen nicht zu erfassen ist: היודע מספר כלכם בדין. Gott allein kennt die Zahl und Wert aller im Gericht, er weiß, wer von denen, die in die Ewigkeit eingegangen, auf Erden gleich hundert, tausend oder gar hunderttausend gezählt hat!

    אלה הדברים אשר דבר משה אל כל ישראל. An ganz Jissroél hatte Mausche seine תוכחה gerichtet, sie alle hatte er zur Verantwortung gezogen, und sie hatten sie, im Gefühle der gegenseitigen Verantwortung, widerspruchslos aufgenommen, der eine für den anderen, mit dem er sich verbunden fühlte vor Gott und für die Verwirklichung der von Gott gewollten Lebensbestimmung – הואיל וקבלו עליהן וכו' bemerken die Weisen so sinnig, nachdem sie diese תוכחה im Bewußtsein gegenseitiger Verantwortung hingenommen, dieser Geist also in ihnen lebendig war, צריך אתה לברכן verdienten sie den Segen, dessen sie in dieser Stunde gewürdigt wurden. Und Mausche segnete sie: ה' אלקיכם הרבה אתכם Gott hat euch vermehrt, והנכם היום ככוכבי השמים לרב heute aber seid ihr zahllos gleich den Sternen geworden! In den Tagen Mausches, meinen die Weisen, war der Abraham verheißene Segen Wahrheit geworden. –

    Mausche aber fleht zu Gott, daß dieser Geist sich auch in der Folge erhalten und seinem Volke zur unendlichen, zahlenmäßig nimmer zu erfassenden Größe verhelfen möge: ה' אלקי אבותיכם יסף עליכם ככם אלף פעמים ויברך אתכם כאשר דבר לכם

     

    Quelle: Rabbiner Dr. Salomon BREUER  Belehrung und Mahnung fünfter Teil Deuteronomium  J.Kaufmann Verlag Frankfurt am Main 1936 S. 3-10

    14-07-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    12-07-2021
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    Rabbiner Dr. Leo BRESLAUER

                 (1894-1983)

     

    ובקשו

     

    „Ein  jüdisch-geschichtlicher Wegweiser“ von  Leo BRESLAUER. Frankfurt am Main  5695/1935









    27.      Rechthaberei

    „Nur aus der sichtbaren irdischen Wirklichkeit ist der Gottesstaat geschwunden. Seine überirdische Wirklichkeit dauert fort. Dieser himmlische Gottesstaat darf und wird als beherrschende Idee des Golußjudentums nie völlig verloren gehen; denn unsere Mamlecheß-Kauhanim-w’gauj-kodausch-Bestimmung ist ewig. In dieser Geistigkeit hat er auch seine alte Totalität behalten, so lange noch Juden nicht nur nach seinen in Geltung verbliebenen Gesetzen handeln, sondern auch den ehemaligen gottköniglichen Residenzbezirk in seiner ganzen, Heiligtum und Land umspannenden Weite noch „lernen“ und – beten.

    Der neue Zustand hat aber in doppelter Hinsicht die Erziehung zum Bekenntnis und zum Gehorsam für Gottkönig vor neue Schwierigkeiten gestellt.“

    „Hinzu kam, daß mit dem Untergang des Staates die für die Erziehung so wichtigen autoritäre Macht des Gottesstaatvolkes verloren ging. Machtlosigkeit ist aber gewöhnlich der Bankrott der Erziehung; denn sie bedeutet normaler Weise Kapitulation vor dem obersten der Urtriebe, der Rechthaberei.“

    … …

    „Das ist die Klemme:

    Hier – Kitzel des Geltungstriebes durch ohnmächtigen Zusammenbruch der gottesstaatlichen Erziehungsautorität unseres Volkes.

    Dort – herzergreifend das allgegenwärtige Geheimnis flehentlichen Drängens zu freiwilligen, akeidostarken Geltungsverzicht, der die Blinden helläugig  macht, um in der Öde des Goluß die Manifestation des Gottesstaates zu sehen, um Zwangsgastschaft zu bejahen, zur Wahrheit sich zu bekennen, der Ehre Gotteskönigs aus banger Ferne zu huldigen.

    Was  tut Rechthaberei in dieser Klemme? Sie greift (ganz typisch und in diesem Punkte  allein traditionell) nach Beflüsterung mit scheinbarer Legalität dem berüchtigten Rauschmittel der Triebe zur Einschläferung des Gewissens. Unsere Weisen wußten warum sie empfahlen, bei unerträglicher Triebdruck sich im traurigen Schwarz zu hüllen, ins Dunkel der Unbekanntheit zu flüchten und dem Unwiderstehlichen, wenn es wirklich unwiderstehlich ist, so zu erliegen, also gerade in der Not der Tat sich das Bewußtsein der Illegalität, der Sünde, zu erhalten.

    Will Rechthaberei sich ins Herz eines gläubigen Geschlechts einschleichen, so bindet sie sich der Maske einer gewissen Interpretation vor’s Gesicht.  Die eigene Meinung wird skrupellos schlau in die Worte der heiligen Lehre hineingedeutet – Methode der unbegrenzten Möglichkeiten. In der zweiten Generation ist der Schwindel bereits „historisch“ und fordert – Respekt. Die Überrumpelung ist geglückt. Der Hochmut schwillt an, läßt die Maske fallen und wird – Frechheit.

    …

    Die Ewigkeit  Gottes bürgt für den Bestand seines Volkes und seines Wortes. Der Staat der Sinnlichkeit fiel – unsere  Gottheit blieb, der Staat der Habsucht fiel – Gottes Volk blieb. Auch Rechthaberei wird schwinden- Gottes Wort wird bleiben –  –  “   

      


    Es freut uns – in Beilagen –  ein erster Teil einer weiterer Skizze (S. 50 bis 56) aus dieses rabbinische Meisterwerk vollständig zu liefern:

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    12-07-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    11-07-2021
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    דברים

    שבת חזון:

    Der Sabbat, an dem mit der Vorlesung des fünften Buches Moses begonnen wird, heißt , שבת חזון Sabbat der Prophezeiung. Er ist nämlich der Sabbat, der dem Trauer- und Fasttage ob der Zerstörung Jerusalems dem תשעה באב vorangeht, und es ist der einzige Sabbat im ganzen Jahre, an welchem traurige Erinnerungen die Herzen Jissroéls erfüllen. Denn an ihm wird im Gotteshause nach der Thoravorlesung das erste Kapitel in Jesaias, die ergreifende Prophezeiung, in welcher in herzerschütternder Weise die Sünden unserer Vorfahren geschildert und der Untergang des jüdischen Reiches vorausgesagt wird, vom Rabbiner der Gemeinde vorgelesen; daher hat dieser Sabbat die erwähnte Bezeichnung שבת חזון erhalten.

    מוכיח אדם אחרי חן ימצא ממחליק לשון:

     

    „Wer einen Menschen mir nachzufolgen zurechtweist, verdient mehr Wohlgefallen zu finden, als der Mann mit glatter Zunge“

    (Mischle-Sprüche Salomos 28,23 Übersetzung Rabbiner Dr. WOLF, Köln a. Rh.)

     

    1.

    Wohl dem Menschen, dessen Seele

    Nur nach Gottes Lehre strebt,

    Niemals, wenn er immer fehle,

    Gegen Warnung sich erhebt.

    2.

    Sicher wird sie ihn stets leiten

    Durch des Lebens Erdental

    Und im Sterben ihm bereiten

    Eine Trennung ohne Qual.

    .

    Aus: Erbauungsbuch „Bibel- und Talmudschatz“ J.H. Kohn S. 375  13.Auflage Hamburg 5691 – 1931

     

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    Antiquarische Buchhandlung „Spinoza“ in Amsterdam

    Inhaberin: Frau Manja BURGERS

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    11-07-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    09-07-2021
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    Rabbiner Samson Raphael HIRSCH

     

     

    Aus seinem Kommentar zur Wochenabschnitt Massei

     

    מסעי

     

    Kap.33, V.53 Ihr sollt das Land erst zur Besitznahme säubern und dann euch darin niederlassen; denn euch habe ich das Land gegeben, es in Besitz zu nehmen

     

    Kap. 33 V.53 והורשתם את הארץ (siehe zu V.52) Ihr müsst das Land erst durch Entfernung aller polytheistischen Spuren zu eurer ירושה fähig machen, dann erst könnt ihr euch darin niederlassen. So lange polytheistische Bewohner und polytheistische Denkmäler darin sind, ist eure ישיבה keine ישיבה (siehe zu 2 B.M. 32, 12 f.). כי לכם נתתי וגו': nicht Kraft eigner Machtvollkommenheit habt ihr das Land, es ist Gottes Wille und Gottes Macht, denen ihr das Land verdanket, und auch bei der Verteilung des Landes (V.54) habt ihr nicht willkürliche Normen, sondern Gottes Weisung und Gottes Entscheidung zu folgen. Daher könnt ihr euch nicht der ersten Vorbedingung entschlagen, unter welcher Gott euch das Land überweist.

     

    V.55 Wenn ihr aber die Bewohner des Landes nicht vor euch vertreiben werdet, so werden diejenigen, die ihr von ihnen übrig lasset, zu Gehegen in euren Augen und zu Stacheln in euren Seiten; sie werden euch auf dem Boden, den ihr bewohnet, feindlich bedrängen.

     

    V. 55 …Mit dieser den Polytheismus im Gotteslande Berechtigung einräumende Duldung büsst ihr aber selber die Integrität eurer Gotthörigkeit, die Berechtigung und den Schutz eures Daseins im Lande ein, und wie Gott seinen Schutz euch wegzieht, werden die Geduldeten eure Dränger und Feinde in eurem eigenen Lande. Das ganze Buch der Richter ist nichts als Geschichte der Verwirklichung dieser nicht beachteten Warnung.

     

    Kap.34, V.2 Verpflichte Jissroéls Söhne und sage ihnen: Wenn ihr zu dem Lande Kenaan kommet, ist dies das Land, das euch in Besitz zufallen soll, das Land Kenaan nach seinen Grenzen.

     

    Kap.34, V.2 ארץ כנען לגבלתיה Eine genaue Grenzbestimmung des Landes ist auch für die מצות התלויות בארץ folgereich, da deren ursprüngliche Verpflichtungskraft auf diese Grenzen beschränkt ist. Erst nachdem die Besitznahme von diesem hier präzisierten ארץ כנען vollständig vollzogen ist, können auch andere eroberte Länder der קדושת הארץ und der an diese sich knüpfende Pflichten teilhaftig werden. Weshalb auch den von David eroberten Provinzen ארם צובה und דמשק (Sam. II 8,5 u. 6) unter dem Gesamtnamen  סוריאdie קדושת הארץ nur מדרבנן zuerkannt war. Die Besitznahme des eigentlichen Gesetzbodens war noch nicht ganz vollzogen, war doch selbst Jerusalem noch nicht ganz in jüdischen Händen. Die Eroberung von Syrien ward daher gar nicht als nationales Unternehmen betrachtet und durch die Bezeichnung כבוש יחיד von dem gesetzlichen קדושה-Charakter ausgeschlossen. Ist es doch selbst nicht entschieden, in wie weit das transjordanische Land der dritthalb Stämme in die eigentliche קדושת הארץ mitbegriffen war. (Aboda Sara 21a תוספו' daselbst und Gittin 8 b. –  Siehe ferner zu 5 B.M. 30,5)

     

    Kap.35 V.10  Sprich zu Jissroéls Söhnen und sage ihnen: Wenn ihr den Jarden überschreitet zum Lande Kenaan hin,

     

    Kap.35 V.10 כי אתם עוברים וגו' Das Land des göttlichen Gesetzes ist um der Menschen willen da. Sein höchstes Produkt, Ziel und Zweck des ganzen ihm zugewandten Gottessegens, ist jede von ihm genährte, der Verwirklichung des Gottesgesetzes durch seine Mittel geweihte Menschenseele. Das Land wird allen nur unter der Bedingung der unantastbaren Heiligachtung einer jeden dem Gesetze heiligen Menschenseele gegeben. Ein Tropfen unschuldig vergossenes, unbeachtet gebliebenes Blut löst eine Masche an dem Band, das das Land mit der Nation und beide mit Gott verknüpft (siehe Verse 33 und 34). Diese Heiligachtung des Menschenlebens soll sofort bei der Besitznahme des Landes Ausdruck und in der Verteilung des Landes selbst die Gesetzinstitution geschaffen werden, auf welche bereits in den Grundzügen der sozialen Rechtsordnungen (2 B.M. 21,13) hingewiesen ist.

     

    V.29 Es seien euch diese Bestimmungen zum Rechtsgesetz für eure Nachkommen in allen euren Niederlassungen.

     

    V.29 בכל מושבותיכם, סנהדרין נוהגת בארץ ובחוצה לארץ (Mackoth 7a). So lange die Kriminaljustiz im jüdischen Lande zu Verwirklichung kommt, –  es ist dies an die Existenz des obersten Gerichtshofs in der Steinhalle, לשגת הגזית im Tempelheiligtum gebunden (siehe 5 B.M. 17,10), ועשית על פי הדבר אשר יגידו לך מן המקום ההוא אשר יבחר ד' מלמד שהמקום גורם (Aboda Sara 8b תוספו' daselbst) – so lange ist sie auch in den jüdischen Niederlassungen außerhalb des Landes durch Gerichtshöfe zu handhaben, deren Mitglieder, vermöge der von der Gesetzautorität im Lande erlangten Autorisation, סמיכה, als deren Delegierte handeln. 

     

    V.33  Machet das Land, in welchem ihr seid, nicht zum Heuchler, denn das Blut macht das Land zum Heuchler, und dem Lande wird für das Blut, das ich ihm vergossen worden, keine Sühne, wenn nicht mit dem Blute dessen, der es vergossen.

     

    V.33 ולא תחניפו וגו'.חנף, wie dessen Bedeutung in Job und Proverbien entschieden klar ist, heißt: heucheln, also eine andere und zwar bessere Erscheinung äußerlich darstellen, welcher die Wirklichkeit des inneren Wesens nicht entspricht. Wer also einen Menschen zum Heuchler macht, der nimmt ihm bei unveränderter äußerer Erscheinung den innern Kern. …

    Wenn nun das Land zum „Heuchler“ wird, so ist dies, wie man sieht, die buchstäblichste „חנופה“. Es ist noch derselbe Boden, der unter Gottes Tau und Sonnenstrahl die reichste Fülle des Fruchtsegens zu tragen bestimmt ist; allein Boden, Tau und Sonnenstrahl täuschen, kein Segenskeim treibt ais dem Innern zum Leben und zur Freude der Menschen, und was davon treibt, ist wiederum Täuschung, es wohnt kein Segen in dem Mark und Saft der  Triebe und Pflanzen. …

    In dem Augenblicke, in welchem Gott Noah und seine Söhne die neugeschenkte Erde wieder betreten lässt und ihnen die Pflanzen- und Tierwelt zur freien Disposition übergibt, proklamiert er mit dem: ואך את דמכם לנפשתיכם אדרש וגו' שופך דם האדם באדם דמו ישפך כי בצלם אלקים עשה את האדם die Geltung der unantastbar höheren Dignität der Gottesebenbildlichkeit des Menschen als Grundbedingung des Genusses dieses Geschenkes und dieser freien Waltung. In dem Augenblick, in welchem Gott Jissroél das Land als Boden seiner segensreichen Entfaltung für die Verwirklichung Seines Gesetzes übergibt, erneuert er dem: ולארץ לא יכפר לדם אשר שפך בה כי אם בדם שפכו dieselbe Humanitätsproklamation für Jissroél als Grundbedingung des gesegneten Besitzes und Genußsegens dieses Landes und erweitert sie noch durch die Sühneinstitution für den unvorsätzlich Mord.

     

    V.34 Und verunlautert das Land nicht, in welchem ihr wohnet, in dessen Mitte ich gegenwärtig bin; denn Ich, Gott, bin gegenwärtig in der Mitte der Söhne Jissroéls.

     

    V.34 אשר אתם יושבים בה אשר אני שכן בתוכה ist eine andere Beziehung des Landes zu seinen Menschen, als die V.33 durch אשר אתם בה ihren Ausdruck fand. Dort ist es die Beziehung des Landes als Bodens der Menschenexistenz. Der Boden versagt den Menschen die Existenz, wenn die Existenzvernichtung eines Menschen durch einen Menschen gleichgültig lässt. Hier ist es die Beziehung des Landes als Boden der ישיבה und der שכינה, der nationalen Menschengesellschaft und der Gottesgegenwart auf Erden. Beides, sowohl die auf die Huldigung Gottes und seines Gesetzes zu erbauende soziale Volkswohlfahrt, als die einer solchen Erhebung des irdischen Gesamtseins zu Gott zugesagte Gegenwart Gottes auf Erden (2 B.M.25,8) beruht offenbar auf dem Bewusstsein und der Anerkennung der Gottebenbildlichkeit des Menschen. Wenn das ganze Gottesgesetz auf den drei Fundamenten des Rechts und der Liebe des sozialen, und der Sittenheiligung des individuellen Menschen beruht, so steht und fällt das ganze Gesetz mit dem Bewusstsein und der Anerkennung oder der Verneinung und Leugnung der höheren Dignität, der Gottenebenbildlichkeit des Menschen. Auf der Anerkennung der Gottenebenbillichkeit des Nebenmenschen beruht das Recht, auf dem Selbstbewusstsein der eigenen Gottebenbildlichkeit die Sittenheiligung und die Liebe. Ist der Mensch nur tierebenbildich, nur ein physisches Wesen wie alle Lebendigen neben ihm in der Schöpfung, so sind Gewalt und Selbstsucht und Tierbefriedigung auch für ihn die einzige Lebensmotoren, so kann von Recht und Liebe und Sittenheiligung keine Rede sein, so ist טומאה, „physische Gebundenheit“, Unfreiheit mit allen Konsequenzen der Gewalt und der Entartung das ausschließliche Gepräge der Erd- und Menschenwelt, so ist es das Tierideal, dem in Haus und Staat des Menschen- und Völkerlebens die Idolhuldigung gezollt wird, so ist für Gott, den in Recht und Liebe und Sittenheiligkeit zu bekennenden ein Einzigen, keine Stätte auf Erden. ….  

    09-07-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    08-07-2021
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    Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH

                  (1833 – 1900)

     

    הפטרת פרשת מסעי

     

       Aus dem Kommentar zur Haftoro des Wochenabschnittes Massei

     

    Jeremias Kap. 2, Vers 4 und folgende

     

     Kap.2, V. 4. „Höret das Wort Gottes, Haus Jakobs!“ Mit dieser Aufforderung trat Jeremias in Jerusalems letzten Tagen in unsern Kreis, und R. Lewi in der Peßikta steht bei diesen Worten still und meint, es wäre schon viel gewonnen, wenn in Zeiten eines praktischen Abfalls von Gott und seinem heiligen Gesetze das Wort Gottes nur erst wieder gehört, mit Ernst gehört werde. Sei ja das Ohr die Pforte zum Geiste, die Pforte zum Herzen, und auch nur dem Gedanken Gottes und seines heiligen Gesetzes wieder Raum gegeben, sei der Boden für alle Hoffnung der Zukunft gewonnen. (Jeschurun IV. S.496.) Wir verweisen angelegentlich auf diese herrliche Thamus-Abhandlung  „Jissroéls Verfall“, die an der Hand einer eingehenden Erläuterung des ersten Verses unseres Kapitels die Verhältnisse der jüngsten jüdischen Geschichte und der Gegenwart beleuchtet.

    „Haus Jakob“: Einheit, „alle Familien des Hauses Jissroél“: Vielheit. Jakob: Jissroél in Abhängigkeit und Druck, Jissroél: in Selbständigkeit und Glück. Die im Glücke nach Reichtum und Mannigfaltigkeit der äußeren Verhältnisse, nach „Rang und Stand“ sich von einander abgrenzenden Kreise werden als „Jakob“, durch das hereinbrechende Unglück wieder zu dem einen Jakobshause vereinigt.

    V.5 וילכו אחרי ההבל ויהבלו „Sie gingen dem Nichtigen nach und verfielen selbst dem Nichts“, „wurden selbst nichtig“, das ist dIe kürzeste, treffendste, inhaltsreichste und ergreifendste Grabschrift so vieler Geschlechter jüdischer und nichtjüdischer, alter und moderner Zeiten. – Völkergunst, Göttercult, die Besitz- und Genußvergötterung, in der sie schwelgten – sind an sich nichtig. Alle äußeren Güter und das Streben nach ihnen haben Wert und volle Berechtigung, wenn sie als Mittel zu einem menschlich reinen, pflichttreuen Leben erstrebt und verwendet werden. Als Selbstzweck erstrebt sind sie jedoch nichtig, und das Aufgehen in das Streben nach ihnen beraubt das Leben jedes wahren, dauernden Gehaltes.

    …

    V.8 Alle für die Gestaltung des Volkslebens maßgebenden Faktoren versagten oder sie übten offenen Verrat. Die Priester, die durch den steten Hinweis auf Gott und Pflicht „die rechte Richtung geben“ sollten, mahnten nicht: „wo ist denn Gott?“ Siehe oben. Die „Handhaber der Thora“, die Männer der jüdischen Wissenschaft, des Gottesgesetzes, „kannten“, spricht Gott, „mich nicht“ – mochten sie auch die eingehendste Kenntnis aller einzelnen gesetzlichen Bestimmungen und ihrer Anwendung haben, sie hatten dennoch keine Ahnung von Sinn und Bedeutung des Ganzen, und weil ihnen dieser Sinn fern und dieser Geist fremd bleib, so war ihr Wissen ein totes. Dem Gotte, dessen lebenweckendes und lebengestaltendes Wort ihnen trotz alles Wissens ein mit sieben Siegeln verschlossenes Buch blieb, konnten sie des Volkes Herz und Sinn nicht öffnen. והרועים, die Führer aber, die einflußreichen, angesehenen Großen, zu denen unwillkürlich das Volk emporblickt, deren Leben und Beispiel deshalb mustergültig sein sollte, die waren gerade zu allererst und am allermeisten von Gott abgefallenen. והנביאים, und die Propheten, die Männer, die, wenn vom rechten Geist beseelt, wohl imstande wären, trotz aller unwürdigen Priester, aller unfähigen und stumpfen „Handhaber der Thora“ und aller gewissenlosen Führer, durch das zündende Wort der Wahrheit das Volk aus seiner Lethargie zu wecken und zurück- und emporzuleiten: die Propheten –  predigten im Namen des Baal und gingen dem Heillosen nach! –

    …

    V.12 שמו שמים וגו': Es ist dies der so oft wiederholte bedeutungsvollen Hinweis auf die nahe Beziehung zwischen der Natur und dem Berufe Jissroéls für die Anbahnung des reinen gottdienenden Menschentums. Die Natur „trauert“, wenn dieser Beruf verfehlt und die Erreichung dieses Zieles in weite Ferne  hinausgerückt wird.

    …

    Kap. 3, V.4 Auf diese Zeit wird hingeblickt, wo Jissroél in Gott seinen Vater  und seinen einzigen Führer von ewig her erkennen wird. Mit diesem tröstenden Ausblick schließt die Haftora.  – Die Sephardim schließen statt dessen mit den beiden ersten Versen des vierten Kapitels, die die Aufforderung zur Rückkehr, jedoch zur ernsten, in voller Verwirklichung des Gottesgesetzes sich betätigenden Rückkehr, enthalten, mit dem Ausblick auf das Heil, das dadurch weit über den jüdischen Kreis hinaus der Gesamtmenschheit erblühen werde.

     

    (Die Haftoroth übersetzt und erläutert, Frankfurt am Main 1896: S. 294-303  Kommentar zu Jeremias Kap 2 V.4…) 

    08-07-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    07-07-2021
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    Rabbiner Dr. Salomon BREUER

                    (1850 – 1926)

     

    מטות

     

    Belehrung und Mahnung zur Wochenabschnitt

    MATTAUS

    (Auszüge)

    …

    Diese Wochen, die Jahr für Jahr, seitdem unser Volk im Galuth weilt, einen jeden, der sich seiner Zugehörigkeit zum jüdischen Volk noch bewußt  ist,  zur Trauer laden, die wehe Klage, die sie in jedem jüdischen Herzen entfesseln, sie gelten zunächst nicht dem Verlust der politischen Selbständigkeit, nicht dem Verlust des heimatlichen Bodens – על אלא אני בוכיה עיני עיני ירדה מים כי רחק ממני מנחם וגו' „darum weine ich, zerfließt mein Auge in Tränen, daß mein Tröster, der meine Seele erquickte, sich von mir entfernte – „ זה סלוק שכינה erklären die Weisen, das ist die Entfernung der göttlichen Schechina aus dem Menschenkreise, – dem גלות שכינה, wie es die Weisen so tief und so erschütternd bezeichnen, daß mit dem Untergang des Heiligtums auch Gottes Schechina in Galuth weilt, heimatlos, stättelos vergebens des Augenblickes harrt, da Menschen ihr aufs neue die Stätte in ihrem Leben bereiten, diesem herzzereißenden Jammer fließt vor allem die Träne jeder wahrhaft jüdischen Seele in diesen traurigen Wochen.

    Und diese Träne und dieser Schmerz sollte an Berechtigung eingebüßt haben, seitdem die finsteren Nachtjahrhunderte, die unseren Vätern ein Martyrium ohnegleichen auferlegten, einer helleren glücklicheren Zeit gewichen sein? Haben wir die Prüfung bestanden, die der Anbruch dieser Zeit uns stellte? Hat Galuth Schechina seitdem von seinem Jammer verloren und nicht vielmehr eine Steigerung erfahren, die unseren Vätern unfaßbar gewesen wäre? ...

    Hat diese Klage nicht in unseren Tagen erhöhte Berechtigung gewonnen, zittern wir nicht vor der Möglichkeit, ass das ernst mahnende Wort der Weisen, mit dem sie das Verhalten der Söhne Gads und Reubens begleiteten: לפיכך גלו תחלה in seiner ewigen Wahrheit sich auch an uns bewähren könnte?

    Diesem Galuth der Thora, das, ach, so viele der Thora gerade in der Zeit günstiger, heiterer Lebensgestaltung bereiten, müsste vor allem unsere Tischo-beaw-Träne gelten. Leider aber ist dies nicht der Fall, nicht einmal in Kreisen, in denen Thora und Mitswauss noch gewissenhaften Pflege finden. Welche Entrüstung, welche Empörung löst nicht überall auch der leiseste Versuch aus, der geeignet ist, die Galuthstellung des jüdischen Volkes zu verschlechtern, oder gar die Errungenschaften seiner Emanzipation zu gefährden und das Schreckgespenst erneuter Galuthnacht vor die ängstliche Seele zu malen! – Daß aber der Abfall vom Gottesgesetz immer weiter um sich greift, bereits ganze Geschlechter in völliger Unkenntnis der jüdischen Lebenspflichten heranwachsen, Tausende und aber Tausende durch Mischehen und durch Verschmähung des Abrahambundes dem Judentum sich völlig entfremdet haben und das Heiligtum des göttlichen Gesetzes zunehmender Verödung entgegengeht – dieses erschütternde Galuth Schechino, das doch in Wahrheit die einzige Ursache ist, die unser Galuth verlängert und noch immer erneutes Galuthleid über uns gebracht hat, es findet vielleicht Bedauern, ohnmächtigen Seufzer, aber die leidenschaftliche Träne, die die letzte Kraft zur bessernden Tat aufpeitscht, wo wird sie geweint? –

    Dieser traurigen Erscheinung verleiht das Weisheitswort beredten Ausdruck: בכה תבכה בלילה, ישראל בוכים בלילה Jissroél weint in der Nacht, wenn finstere Galuthnacht mit allem leidvollen Weh der Lebensverkümmerung und Entrechtung ihm seine ohnmächtige Stellung inmitten der Völker zum schmerzlichen Bewußtsein bringt; jedoch für das bittere Leid, das der Galuthtag ihm bringt, wenn die Sonne  glücklichere Lebensverhältnisse wohl seine Nacht verdrängt, dafür aber die Nacht der Galuth Schechino umso finsterer gestaltet, findet es keine Träne. – Aber Jirmejo, der Prophet, der auf der Warte des Heiligtums steht und dem das wahre Heil seines Volkes am Herzen liegt, ירמי' בוכה ביום er weint die heiße Träne des Schmerzes, die das Bewußtsein ihm entlockt; daß sein Volk die heitere Gestaltung seines Lebens noch immer nicht als die göttliche Prüfung begreift, ob es gewillt ist, Gott und seiner Thora nicht nur in der Gollusnacht, sondern auch wenn die Nacht dem hellen Tage weicht, die gewissenhafte Treue zu bewahren. – Gott aber weint in Golus bei Tag und bei Nacht: es sind die Tränen des Vaters, der nach seinen Kindern sich sehnt; deren Leid ist sein Leid, und sein tiefster Schmerz ist die leidvolle Erkenntnis,d aß seine Kinder  noch immer nicht „nach dem Tisch ihres Vaters sich sehnen“.   Jissroél aber spricht zum Propheten:נעשה תנאי בינינו laßt uns eine Vereinbarung treffen: אנו בוכים בלילה in der Golusnacht werden wir weinen, da brauchen wir keinen, der uns weinen lehrt, dagegen אתה בוכה ביום am Golustag, wenn nicht äußeres Leid drückend auf uns lastet, da lehre du uns weinen, daß wir die Träne nicht vergessen, die wir dem Golus Schechino schulden.

    …Uns aber, meine Brüder und Schwestern, denen Golutstage beschieden sind, mögen diese ernste Tage die große Frage vor unser Gewissen stellen: was können wir tun, haben wir alles getan, um das traurige Golus Schechino, das Golus der Thora zu beenden? ירמי' בוכה ביום Wer von Jirmejo sich führen läßt, wen der heilige Ernst der jüdischen Lebensaufgabe erfüllt, den werden die Golustage nicht über den Jammer und die Schmach hinwegtäuschen, die die Tatsache, aß Gottes Schechino in finsterer Golusnacht weilt, für unser jüdisches Bewußtsein bedeutend. Solches jüdisches Bewusstsein laßt uns unsere Kinder erziehen, daß sie mit uns ihr Leben der großen Aufgabe weihen: Gottes Schechino mit ihrem Leben Heimstätte zu bereiten. – Ist aber erst dem traurigen Golus Schechino ein Ende bereitet, dann kehrt sich Gott in unendlichem Erbarmen den Gefangenen Jissroéls zu, um sein Jakobsvolk aus tränenvollem Golusleid einer glücklichen, freudvollen Zukunft entgegenzuführen בשוב ה' שבות עמו יגל יעקב ישמח ישראל. 

     

    Quelle: Rabbiner Dr. Salomon BREUER  Belehrung und Mahnung vierter Teil Numeri  J.Kaufmann Verlag Frankfurt am Main 1935 S. 72-77

    07-07-2021 om 16:39 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    06-07-2021
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    Die drei Trauerwochen

     

    Editorial der Wiener Wochenzeitung „Jüdische Presse“ 1933, 28.Woche

     

    Mit dem 17. Tamus beginnen die drei Trauerwochen, deren Abschluß den 9. Aw bildet. Drei Trauerwochen, die uns von Jahr zu Jahr die Zerstörung Jerusalems, die Einäscherung des heiligen Tempels neu in Erinnerung zu bringen. Das allgemeine jüdische Leid ergießt sich in diesen Wochen in mitternächtlichen Wehklagen um die verflossene Herrlichkeit des jüdischen Staates, um das Weichen der Schehinoh aus unserer Mitte, um den jüdischen Stolz und Adel, die seither,  zu Staub erniedrig, nirgends dauernd das Haupt erheben können. So und das war der Sinn  der drei Trauerwochen zwischen dem 17. Tamus und dem 9. Aw seit nahezu wie Jahrtausende.

    In der jüngsten Zeit, seit den  modernen Versuchen Palästina für das jüdische Volk zurück zu gewinnen, bekommen diese drei Wochen allmählich auch einen anderen Charakter.

    …

    Die praktische Palästina-Arbeit der Agudas Jisroel bewegt sich in diesen Bahnen. …  Unter dem Eindruck  der katastrophalen Entwicklung der jüdischen Lage in Deutschland, aber auch in manch anderen  mittel- und osteuropäischen Staaten, sieht sich ein Großteil unserer orthodoxen Juden die einzige Möglichkeit in Erez Jisroel. Die zionistische Propaganda nützt die Katastrophe zu ihren Parteizwecken aus. … Dies sind Momente, welche die Orthodoxie mit großer Aufmerksamkeit; ja, sagen wir es nur ganz offen heraus, mit großer Besorgnis betrachten muß. So wertvoll die Palästina-Sehnsucht unserer orthodoxen Jugend ist, sie wir eine Gefahr, wenn es unseren religiösen Führern nicht gelingt diese Sehnsucht mit einen gleichstarken religiösen Willen in dem jungen jüdischen Menschen zu paaren und zur Vollendung zu bringen.

    Was wir aber jetzt sehen, ist einerseits intensivsten zionistischen Propaganda, andererseits schwache orthodoxe Versuche, eine praktische Erez-Jisroél-Arbeit in die Wege zu leiten, und fast nichts was das große religiöse Sehnen in dieser schweren, aufgewühlter Zeit wecken und befriedigen würde. Wenn es so bleibt dann wird …

     

    Weiter vollständig zu lesen in Beilage:

    Bijlagen:
    JPW 1933 28 Die drei Trauerwochen.JPG (188.8 KB)   

    06-07-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    05-07-2021
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    Rabbiner Dr. Leo BRESLAUER

                 (1894-1983)

     

    ובקשו

     

    „Ein  jüdisch-geschichtlicher Wegweiser“ von  Leo BRESLAUER. Frankfurt am Main  5695/1935







    26.      Zwangsgastschaft

    „De facto ist der Gottesstaat Zukunftshoffnung, er existiert nicht mehr in irdischer Wirklichkeit. Dafür beherrscht er als unverrückbares  Geschichtsziel der göttlichen Vorsehung alles irdisches Geschehen. So, als himmlischer Gottesstaat, hat er nie aufgehört. Sein Recht gilt fort. De jure ist er schon heute – noch heute.  Er ist so kraft unserer immer noch geltenden Berufung zur  Mamlecheß-kauhanim w’gauj-kodausch und kraft der uns verbliebenen Zentralinstanz der Tauro. Gleich wie Awrohom selber schon de jure, wenn auch nicht de facto, Herr des Heiligen Landes war. Die Angehörigkeit zu diesem de jure-Staat stempelt jeden Juden. Das Bewußtsein von dieser Angehörigkeit – und es allein – macht ihn zu einem bewußten Juden.

    Die sinnennahe Realität eines faktischen Staates bedeutet für jeden seiner Bürger auch ohne jedes andere Hoheitszeichen ein positives, untrügliches Merkmal seiner Angehörigkeit und Hörigkeit an diesen Staat. Bürgerbewußtsein ohne dieses Merkmal ist gar nicht denkbar. Was ersetzt aber dem Juden des sinnenfernen, ideellen de jure-Gottesstaates den Mangel solch eines positiven Merkmales? – Den ersetzt ihm die sinnennahe Realität des – Goluß und seines Innuj.“

    „Wir selber können bis dahin unseren Gastzustand nicht eigenmächtig beenden, auch die Menschheit kann das nicht, kein Volk und kein Völkerbund. Gegen das System autonomistischer Erdenbürgerlichkeit und Gottesreichsbürgerlichkeit eben als „Gastbürger“ zu zeugen, ist ja grade auch eine, schon von den Ahnen uns vorgelebte, Bestimmung unseres Golußschicksals.

    Die welthistorische Lehre dieser Wahrheit ist: nicht die Staaten  der Erde sind unsere eigentlichen Wirte, sie sind es nur scheinbar. Der Herr der Menschheit, Gottkönig, ist es, der uns zu ihnen Quartier gab, damit sie seinem Volk auf seiner Erde Lebensraum gewährten genug um, dankbar und treu für ihr Gewähren, der Ehre Gottkönigs und seines Reiches zu leben. Er tat es nach seinem Plan wahrhaftig beiden zum Wohl und beiden zur – Prüfung. Das Anormale unseres Goluß-Daseins ist nicht nur unser Schicksal, sondern auch Schicksal der Menschheit. Es ist vollendeter Irrtum, zu glauben, eigenmächtige Normalisierungsmaßnahmen können beide Teile von ihrem Schicksal befreien, bevor noch die Stunde des dritten Gottesstaates geschlagen hat. Und verhängnisvoller Irrtum, wäre es aber auch, aus unserer irdischen Heimatlosigkeit ein Recht für die Menschheit herzuleiten, uns die Gastfreundschaft zu kündigen und nach Belieben Ruhelosigkeit aufzubürden, also, S’charjo’s Mahnung zum Trotz, dort, wo „Gott ein wenig zürnt von sich aus das Unglück zu fördern“, Gottkönig wird den vorzeitigen Abbruch unserer Zwangsgastschaft nicht wollen, bis daß sie ihren Zweck als gottesstaatlicher Wegeweiser erfüllt und Jißroeil und die Menschheit heimgeführt hat in  sein Reich.“

    „ Da sollt jeder schon um seinetwillen die Zügelung der Triebe nach Gottesweisung bei sich und beim andern fördern. Wüßten die Völker, um was es geht, sie stellten neben jeden Juden zwei Wächter, die ihn zur Tauro-Hüt anhielten, zur Respektierung des Weltenwirtes, und – sie respektierten selber ihn auch. – –

    Jedes Ding hat zwei Seiten, jedes jüdische – drei.

    Unserer Zwangsgastschaft eine Seite sehen die Völker: die Judenfrage. Die zweite sehen wir: Goluß-Leid. Die dritte seht Gottkönig: Erziehung und Bewährung für Jisroeil und die Menschheit.

    Goluß muß nun einmal sein, Goluß-Leid muß nicht  sein.  Aber wenn es ist, dann zeugt es eindringlich für unsere Angehörigkeit zum himmlischen Gottesstaat; …“


    Es freut uns – in Beilagen –  eine weitere Skizze (S. 46 bis 50) aus dieses rabbinische Meisterwerk vollständig zu liefern:

    Bijlagen:
    Breslauer Leo Uwakschu 46b.jpg (86.7 KB)   
    Breslauer Leo Uwakschu 47.jpg (125 KB)   
    Breslauer Leo Uwakschu 48.jpg (122.9 KB)   
    Breslauer Leo Uwakschu 49.jpg (126.9 KB)   
    Breslauer Leo Uwakschu 50.jpg (24.1 KB)   

    05-07-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    04-07-2021
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    מסעי

     

    גם כי אלך בגיא צלמות לא אירא רע, כי אתה עמדי:

     

     

    „Gehe ich darum auch in todesumschattetem Tale, fürchte ich nichts Böses, denn Du bist bei mir Dein Stab du Deine Stütze sind es; sie trösten mich. “

    (Psalm 23,4 Übersetzung Rabbiner Samson Raphael HIRSCH)

     

    1.

    Gleich einer Reise führt das Leben

    Den Menschen zu dem Ziele hin,

    Ein jeder hat ein and’res Streben

    Ein jeder anderes im Sinn.

    2.

    Bis dann am Ende aller Leiden

    Die ewige Ruhe freundlich winkt

    Und in das Land der seligen Freuden

    Uns sanft der Tod hinüber bringt!

     

    Aus: Erbauungsbuch „Bibel- und Talmudschatz“ J.H. Kohn S. 361  13.Auflage Hamburg 5691 – 1931

     

    Die beste Anschrift für antiquarische Judaica:

    Antiquarische Buchhandlung „Spinoza“ in Amsterdam

    Inhaberin: Frau Manja BURGERS

    http://www.spinozabooks.com

    04-07-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    מטות

     

    טוב אשר לא תדר, משתדור ולא תשלם:

     

     

    „Besser ist es, wenn du nicht gelobst, als du gelobst und nicht erfüllst “

    (Koheleth 5,4 Übersetzung Rabbiner Dr. Raphael BREUER)

     


    1.

    Leite deine Zunge an,

    Wahrheit nur zu sprechen,

    Lügest du in eitlem Wahn,

    Wird es bald sich rächen,

    2.

    Und das Wort, das dir entfuhr,

    Heilig stets verehre

    Halte treulich deinen Schwur!

    So will’s Gottes Lehre.


    Aus: Erbauungsbuch „Bibel- und Talmudschatz“ J.H. Kohn S. 353  13.Auflage Hamburg 5691 – 1931

     

    Die beste Anschrift für antiquarische Judaica:

    Antiquarische Buchhandlung „Spinoza“ in Amsterdam

    Inhaberin: Frau Manja BURGERS

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    02-07-2021
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    Rabbiner Samson Raphael HIRSCH

     

    פינחס

     

    Aus seinem Kommentar zur Wochenabschnitt Pinchos

     

    Kap. 25, V.11 Pinechas, Sohn Elasars, des Sohnes Aharons des Priesters, hat meinen Umwillen von Jissroéls Söhnen abgewendet, indem er meine Rechtsforderung in ihrer Mitte zur Geltung gebracht, so daß Ich Jissroéls Söhne nicht durch meine Rechtsforderung vernichtet.

    12. Darum sprich es aus: „Siehe, Ich gebe ihm meinen Bund: „Friede“.

     

    Kap. 25 V.11: …Jissroél ist entweder „Gottes“, oder es hört auf zu sein….

    V. 12 לכן אמר וגו', nichtאמר לו  oderאליו , sondern allgemein: bringe es zu allgemeinem Verständnis und zur Beherzigung aller: הנני נתן לו את בריתי שלום! Wie 3 B.M. 26,42  ein יעקב :ברית, ein יצחק :ברית, ein אברהם :ברית heißt, und damit jedes unter den Begriff „יעקב“, „יצחק“, „אברהם“ gefasste Verhältnis als ein ברית, als ein von absoluter Gottesbestimmung getragene Verheißung bezeichnet wird: so heißt  hier  ein ברית: „שלום“, die Gestaltung der vollendetsten Harmonie aller Weltverhältnisse unter einander und mit Gott, als ein „ברית“, als ein von absoluter Gottesbestimmung getragene Verheißung ausgesprochen, deren endliche Realisierung das absolute Augenmerk Gottes und daher der Welt unabänderlich sicher ist (siehe 1 B.M. 6,18). Die Realisierung dieser höchsten Friedensharmonie überantwortet Gott hier gerade derjenigen Gesinnung und demjenigen Tatenwirken, welche ein gedankenlose, ihre pflichtvergessene Untätigkeit so gerne in den Mantel der „Friedensliebe“ hüllende Welt, eben als „Friedenstörer“ zu bezeichnen und zu verdammen sich gefällt. „Friede“ ist ein hohes Gut, dem alles, alle eigenen Rechte und Güter, nimmer aber die Rechte anderer, nimmer aber das Recht des göttlich Guten und Wahren zum Opfer gebracht werden darf.  Der wahre Friede des Menschen unter einander beruht auf dem Frieden aller mit Gott. Wer den Kampf mit dem dem göttlich Guten und Wahren im Kreise der Menschen Feindlichen wagt, der ist mitten im Kampf und durch denselben ein Streiter für den ברית שלום auf Erden. Wer um des vermeintlichen Friedenswillen mit Menschen deren wirklichen Zwiespalt mit Gott schweigend das Terrain lässt, dessen Friedensliebe gesellt sich selber zu den Feinden des ברית שלום auf Erden. Nicht die Teilnahmslosigkeit der Massen, selbst nicht die am Eingang zum Heiligtum in Untätigkeit geweinte Träne des Schmerzes und den Verrat, die wackere Pineasthat hat das Volk gerettet und ihm den Frieden mit Gott und seinem Gesetze und damit die Basis des eigenen wahrhaftigen Friedens wieder gebracht. So nennt Gott (Maleachi 2,5) seinen dem Levitengeist überhaupt übergebenen ברית: das Leben und den Frieden. בריתי היתה אתו החיים והשלום ואתנם לו מורא וייראני ומפני שמי נחת הוא. Mein ברית war bei ihm: das Leben und der Friede. Die übergab Ich ihm in der Furcht, da er nur mich fürchtete und zu allererst vor meinem Namen sich selber beugte.

     Es ist aber das „ו“ in שלום ein ויו קטיעא, nach allgemeiner Auffassung ein gebrochenes Waw. Der Pineasbund heißt eben der „wiederzusammengefügte“ שלום. Wo der Pineasstreiter von Nöten ist, da ist eben der Friede „gebrochen“. Und der Pineaskampf gilt eben der Wiederherstellung des Friedens, er will den שלום wieder שלם machen. Daran knüpft dann (Kiduschin 86b) die Halacha den Satz, daß בעל מום שעבד עבודתו פסולה, daß der מום des ministrierenden כהן die עבודה nichtig mache. Es heiße hier von dem in das Priestertum eintretenden Pineas: הנני נתן לו את בריתי שלום כשהוא שלם ולא כשהוא חסר הא שלום כתיב א"ר נחמן וי"ו דשלום קטיעה היא, wer die Wiederherstellung des mit Gott gebrochenen Friedens vermitteln will, und das soll symbolisch jede עבודה  – der muss selber שלם sein. –

     

    Kap.26, V.55 Nur durchs Los verteile man das Land; für den Namen der Stämme ihrer Väter sollen sie es in Besitz erhalten.

     

    Kap. 26, V.55 …Zwei Momente dürften damit in dem Kataster des jüdischen Nationallandes ihre Verewigung gefunden haben sollen.

    Was Gott verheißen, ist so gewiss, daß es selbst vor der Erfüllung als bereits verwirklicht zu betrachten ist. Nicht nur die bereits Erlösten, selbst das noch im harten Egypterjoch schmachtende Geschlecht wird bereits als Besitzer des gottverheißenen Bodens mit rechtlichen Folgen für ihre Nachkommen betrachtet. Wird daher א"י ja auch als מוחזק als bereits realer Besitz der Väter, nicht als ראוי, als bloßer Rechtsanspruch betrachtet, so ass bei dessen Verteilung auch die בכור-Rechte geltend werden konnten (Kap.27,6 und 5 B.M.21,17).

    Der Eltern größte und reichste Errungenschaft sind treu sich bewährende Söhne und Enkel. Sie sind die Zeugen ihres Verdienstens und sind die Sühne ihrer Schwächen. ….

     

    Kap.28, 2 Verpflichte Jissroéls und sage ihnen: Das mir als meine Opfer, für meine Feuerhingebungen Nahezubringende, den Ausdruck meiner Willfahrung, sollt ihr hüten, mir in seiner Zusammenkunftsbestimmung nahezubringen.

     

    Kap. 28 V.2 …Und wenn noch heute, nach so vielen Jahrtausenden, dem Vermächtnis der späteren großen Führer unseres Galuth getreu, die ganz in alle Fernen zerstreute Nation zu einem „Maamad“ geworden, und in Nord und Süd, in West und Ost, die Zeit des einstigen Tamidopfers in Jerusalem noch jetzt jede treue jüdische Brust weckt, den Blick nach der Moriahgegend in Jeruschalaimzion zu richten und das in Worte übersetzte שחרית und מנחה Nationaltamidopfergelübde erneut auszusprechen, und so uns in einem nationalen Treugelöbnis an das von der Moriahöhe zu Jerusalem uns zu Erbe gewordene Gottesgesetz mit Gott und  allen Brüdern auf Erde zusammen zu finden: so ist dies im Grunde nichts anderes, als eine Betätigung im Geiste des את קרבני לחמי לאשי ריח ניחחי תשמרו להקריב לי במועדו, bis einst in Wirklichkeit der Altar auf der Moriahöhe in Jerusalem wieder erbaut ist und aus den Gesamtschekeln der Nation das Tamidopfer in den von Gott gestifteten Opfersymbolhandlungen das ewig jüdische Nationalgelübde zum Ausdruck bringt.

    Nach allem diesen begreift sich sehr die Opposition, die eben die Darbringung des Tamidopfers aus Nationalmitteln an den Bestrebungen des Sadducäer finden konnte und fand. Der Geist welchen das nationale tägliche Opfer im Volke nährte und jeden einzelnen im Volke mit Erkenntnis und Weihe seiner Lebenserfüllungen auf die Gesamtheitsvertretung im Gesetzheiligtum hinwies, der das Zeugnis und die Lehre des Gesetzes (5 B.M. 17, 10) anvertraut war, und dies des täglich zu erneuernden Treuegelöbnisses an dies Gesetz in dem Gesamtheitstamidopfer namens der Gesamtheit zu warten hatte, dieser Geist ist eine Verurteilung des Sadducäismus einer jeden Zeit. Der Sadducäismus kennt als Vermittlung des jüdischen Menschen mit seinem Gotte nur den, wie er spricht „jedem in seinem Winkel zur Hand liegenden“ (Kiduschin  66a) Schriftbuchstaben der Bibel, den sich jeder nach seinem subjektiven Belieben interpretieren und daraus das ihm jeweilig Zusagende als den göttlichen Willen verehren und befolgen möge. …

     

    V.11 Und an den Anfängen eurer Monate bringt ihr Gott ein Emporopfer nahe: zwei junge Stiere und einen Widder, jährige Schafe sieben in ihrer Ganzheit.

     

    V. 11 ובראשי . חדשיכם וגו' ראש חדש bildet die Grundlage des ganzen jüdischen Gott-, Welt- und Menschenbewusstseins. Mit ihm begann Gott die Grundlegung seiner Nation und richtete damit das Faktum des חדוש, das Faktum der freien Weltschöpfung und Menschenerlösung aus der freien Gottestat, aufs neue, im Gegensatz zu dem die Welt und Menschheit in das Grab der Schuld und des Elends rettungslos bettenden heidnischen Wahn des קדמות, als die Säule der Erlösungszukunft Israels und der Menschheit auf, wie wir dies 2 B.M. S.97 f. entwickelt. …

     

    V.15 …Indem ה' ב"ה, der Gott der den Menschen und die Menschheit erziehende Liebe, in den lichtwechselnden Mondesphasen uns unser Gleichbild gewiesen und mit jedem regelmäßig wiederkehrenden Neumond uns unser Gleichbild gewiesen und mit jedem regelmäßig wiederkehrenden Neumond uns einen ראש חדש, uns einen Tag einer wieder neu zu beginnenden geistig sittlichen Selbsterneuerung zum Emporringen aus jeder lichtlos gewordene Verdunkelung gestiftet, hat Er die große Grundwahrheit zur ewigen Beherzigung niedergelegt, daß auch der חוטא, daß auch der sündige Mensch noch לד', noch Gottes sei, ja, daß , daß die Sündenfähigkeit und das Entsündigungsbedürfnis und die Entsündigung, die Wiederkehr aus der Sünde, wie dies zusammen in dem חטאת-Begriff liegt, לד', das höchste Gnadengeschenk sei, mit welchem Gott sein edelstes Geschöpf, den Menschen geadelt. Des Menschen höchster Vorzug, die eigentümlichste Hoheit seines Wesens, daß er aus freier Willensenergie sich auf der Höhe des Sittlichguten halten, frei das Böse meiden und das Gute üben könne, setzt ja unumgänglich die Möglichkeit voraus, daß er auch zu sündigen vermöge, daß die Sinnlichkeit einen verlockenden Reiz für ihn habe, dem aber mit freiem Willenentschlusse zu widerstehen ihm die Kraft verliehen sei, in deren Übung, in deren wiederholter Übung er eben sein Wesen immer mehr u der ihm bestimmten Gott nahen Stufe sittlicher Reinheit emporarbeitet. Könnte der Mensch nicht sündigen, hätte die Sünde keinen Reiz für ihn, er wäre eben kein Mensch, er wäre Tier oder Engel, „die nicht abweichen in ihrem Gange“, aber „Mensch“, das aus freier Energie Gott dienende Wesen, wäre er nicht. Seine Wiedererhebung aus der Sünde, wie es das חטאת lehrt und bewirkt, ist somit die Sühne der Sündenfähigkeit, die sein innerstes Wesen bildet und von ihm unzertrennbar ist. ….

    02-07-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    01-07-2021
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    Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH

                  (1833 – 1900)

     

    הפטרת פרשת פינחס

     

    Aus dem Kommentar zur Haftoro des Wochenabschnittes Pinchos

     

    Könige Kap. 18, Vers 46 und folgende

     

    Daß es der Pineaseifer war, der in Elijahu unsterblich weiter lebte, ergibt von selbst den Zusammenhang zwischen Haftora und Sidra.

     

    Kap. 18, V 46. Elijahu als Läufer dem Wagen eines Königs Achab bis in die Thore der Residenz voraneilend! Und in welchem Augenblicke! Von solcher Machthoheit umflossen hatte seit Moses nie ein Prophet vor seinen Zeitgenossen dagestanden. Ein ganzes Volk hatte er soeben zu lauter Gotteshuldigung zurückgebracht, noch zitterte die Luft von dem begeisterten Bekenntnisrufe: „Nur Haschem ist Gott!“ Und in Gegenwart des Königs, des Gemahls einer Isabel, hatte er die Baalspfaffen getötet, und keine Hand hatte sich zu ihrem Beistande geregt. Und sodann hatte er dem seit mehr als zwei Jahren nach Regen lechzenden Lande Regen verkündet, und der heiß ersehnter Regen war mit Macht gekommen.  Das ist der Augenblick, in dem er, nachdem seine Sendung vollbracht, der göttlichen Eingebung folgend sich dieser ganzen Hoheit vor den Augen des Volkes entkleidet und dem König Achab als Vorläufer dient! Es ist als ob er gerade den Augen des Volkes jeder Verherrlichung der Person des Propheten und jeder Verdunkelung des göttlichen Waltens entgegengewirkt werden sollte. Wie zerfließt aber auch von diesem einen Bilde alles, was eine gewisse Geschichtsschreibung von einem politischen Antagonismus, von Ehrfurcht und Eifersucht, von persönlichen und hierarchischen Intriguen zu fabeln weiß, die als charakteristische Verhältnis der Propheten zum Königtum gebildet hätten! 

     

    Kap. 19 V.3ff וירא  ...

    …Er  überschritt unangefochten die Grenze und gelangte nach Beer Sheba, „das zu Juda gehörte“, wo er also von Achab und Isabel sicher war. Gleichwohl bleibt er nicht dort, sondern wandert allein hinaus in die Wüste und betet dort – Gott möge ihm heimrufen. Er war des Lebens müde. Tiefe Entmutigung war über ihn gekommen. Die Erkenntnis der traurigen tatsächlichen Wirklichkeit, daß er inmitten desselben Volkes, das soeben erst der sichtbaren Offenbarung der Nähe des allmächtigen Gottes gewürdigt worden war, dennoch des eigenen Lebens nicht sicher sei, ließ an jedem nachhaltigen Erfolge seines Wirkens verzweifeln. Damit aber wie er glaubte, seinem Leben jedem Wert genommen. Er verzweifelte und wünschte sich den Tod. Als gottesfürchtiger Mann hatte er gleichwohl das Seinige getan, das ihm zur Bürde gewordene Leben zu erhalten, so lange es dem Schöpfer gefiele, der es ihm verliehen. Ihn bittet er nunmehr um Erlösung. Da wird ihm in der Wüste, wie einst den Vätern, durch göttliche Fügung Speise. Zum Gottesberge sodann, auf dem einst Moses drei mal vierzig Tage und Nächte geweilt, werden seine Füße in einer Wanderung von vierzig Tage und Nächten gelenkt. Und an derselben Stelle, wo einst Moses ein Einblick in die Waltungsweisen der göttlichen Gnade  gewährt wurde, wird auch Elijahu einer Gottesoffenbarung gewürdigt.

    Wo ist der Mensch, der ohne tiefstes Ergriffensein lesen kann, was Elijahu hier offenbart wurde! Er war Zeuge des tobenden, Berge entwurzelnden, Felsen zersplitternden Orkanes, war Zeuge des gewaltigen Erdbebens, war Zeuge der alles verzehrenden Feuersglut- und er erkennt, wie diese alle nur Vorboten Gottes sind,  –   „nicht im Orkane und nicht im Erdbeben und nicht im Feuer war Gott“.  – Da plötzlich legt sich des Orkanes Wüten, kommt zur Ruhe das Donnerrollen des Erdbebens, verschwindet das lohende Feuer- und lautloses Schweigen erfüllet die Welt- Da verhüllt er sein Angesicht: in dieser lautlosen Stille des zu seinem Schöpfer und Herrn ehrfurchtsvoll auflauschenden Weltalls erkennt er, fühlt er die Nähe Gottes; dieses lautlose, tiefste Schweigen ist selbst קול , die lauteste Verkündigung der Gottesnähe, lauter als Sturm und Erdbeben und Weltbrand. –   In diesem Sinne hat der tiefste Bibelforscher diesesקול דממה דקה   aufgefaßt.  Denn, fügen wir hinzu, דום heißt stets nur Schweigen, so וידום אהרון (3 B.M.10,3), und es begegnet sich in dieser Bedeutung mit דמה.   דק: die feinste Zerteilung von etwas Materiellem, das intensivste Verkleinern, hier auf einen negativen Begriff wie Schweigen bezogen, ebenso die höchste Intensität, also das lautloseste Schweigen.

    Was hier Elijahu in gewaltigster und erhabenster Vergegenwärtigung vor die Seele geführt ward, ist die das ganze Gotteswort durchdringende Wahrheit: ה'-ה', daß , Gott die Liebe ist und ebenso alle seine Waltungen Liebe sind, daß  alle scheinbare Zerstörung in Wahrheit Erhaltung, alle Erschütterung  in Wahrheit Befestigung, alle Vernichtung in Wahrheit Leben zum Ziele habe, daß aber dem Einzuge Gottes in die Staaten und Städte, in die Häuser und Herzen der verblendeten, ihm sich verschließenden Menschen lange, bange Perioden der Läuterung und Erziehung voranzugehen haben; deren Dauer keinem sterblichen enthüllt ist. Daß aber eben deshalb an der Herbeiführung dieses Gottesreiches mitzuarbeiten und die Herzen der Menschen ihrem Gotte zu erschließen ewige Aufgabe jedes Menschen sei, in dessen Geist diese Erkenntnis aufgegangen, gleichgültig welchen Erfolg er in der von ihm zu überschauenden kurzen Spanne Zeit, einem verschwindenden Momente in der Reihe der Jahrtausende, von seinem Wirken erblicken könne. Damit war dem Propheten auf seine Klage und Verzweiflung vollste Antwort gegeben. Dies wird ihm auch sofort klar gemacht. Denn nachdem er auf die wiederholte Frage (V.13) nur die V.10 gegebene Antwort wiederholen konnte (V.14), wird ihm, nur scheinbar unvermittelt, ein Auftrag, der ihn ohne Weiteres mitten ins Leben und in das Menschengetriebe zurückführt, ihn zum Vermittler ernster Gottesverhängnisse bestimmt und ihn zugleich mit der Bestellung und Erziehung des Mannes beauftragt, der nach seinem Heimgange in seinem Sinne, an  seiner Statt berufen sei. 

     

     

    (Die Haftoroth übersetzt und erläutert, Frankfurt am Main 1896: S. 281- 287  Kommentar zu Könige Kap 18 V.46…) 

    01-07-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    30-06-2021
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    Rabbiner Dr. Salomon BREUER

                    (1850 – 1926)

     

     

    פינחס

     

    Belehrung und Mahnung zur Wochenabschnitt

    PINCHOS

    (Auszüge)


    לכן  אמר הנני נתן לו את בריתי שלום
    Darum sprich: „Siehe: Ich gebe ihm meinen Bund – den Frieden“.

     

    והיה ביום ההוא שרש ישי אשר עמד לנס עמים אליו גוים ידרשו והיה מנחתו כבוד „An jenem Tage wird die Wurzel Jischais, die stehen geblieben, zum Panier der Völker, zu ihm werden hinstreben die Völker, und seine Ruhe wird Ehre sein“ (Jes. 11,10) – Mit diesen Worten kennzeichnet der Prophet die Vollendung des Erlösungswerks, das den tränenvollen Geschickesweg des jüdischen Volkes einst zum Abschluß bringt und zugleich die Erlösung einer ganzen Menschheit anbahnt. –

     

    Für diesen seinen Galuthweg aber hat das jüdische Volk die Gottesverheißung  mit hinausgenommen: וזכרתי את בריתי יעקוב ואף את בריתי יצחק ואף את בריתי אברהם אזכר „Ich gedenke meines Bundes „Jakob“ und auch meines Bundes „Jizchak“ und auch meines Bundes „Abraham“ gedenke ich – „ (Lev. 26,42)

     

    למה נאמר באברהם וביצחק אף וביעקב לא נאמר אף? יעקב היתה מטתו שלמה Warum fragen die Weisen (ת"כ) heißt es bei Abraham und Jizchak im Gegensatz zu Jakob: Gott werde „auch“ ihres Bundes gedenken? Und ihre Antwort lautet: Abraham und Jizchak hatten Kinder, Jischmael und Esau, die ihrer nicht würdig waren, Jakobs Kinder aber waren alle Kinder seines Geistes; daher: des Bundes Jakob gedenkt Gott gewiß, aber „auch“ des Bundes Abraham und Jizchak wird Gott gedenken.

     

    Der Name יעקב wird hier sowie an weiteren vier Stellen מלא durch volle Schreibung des Buchstabens Waw hervorgehoben, während an ebensoviel Stellen der Name des Propheten Elijahu חסר ohne Waw – אליה – vorkommt. Unsere Weisen deuten diese auffallende Erscheinung mit folgenden Worten: יעקב נטל אות משמו של אלי' ערבון שיבוא ויבשר גאולת בניו Jakob habe den Buchstaben Waw gleichsam als Pfand aus den Namen Elijahus genommen damit er einst seinen Kindern die Erlösung bringe. –

    Elijahu ist nach der Überlieferung der Weisen identisch mit Pinchas, den Gott für sein großes, unerschrockenes Eintreten für Gottes heilige Sache zum Träger und Förderer des durch Gott auf Erden zu stiftenden Friedens geweiht hat: הנני נותן לו את בריתי שלום Und die Überlieferung lehrt וי"ו דשלום קטיעא Das Waw in dem Worte שלום ist hier gebrochen, in zwei Teilen geteilt zu schreiben. -  Damit aber ist die hohe Aufgabe eines jeden wahrhaften jüdischen Führers, der sein Leben im Dienste des von Gott ersehnten Friedens begreift, für immer gekennzeichnet.

    …

    Für die Mehrung des göttlichen Lichts, für die Erhaltung der göttlichen Wahrheit hat der jüdische Führer seine ganze Kraft einzusetzen, um in furchtlosem Kampfe gegen alle Mächte der Finsternis und der Lüge die Herbeiführung des Gottesfriedens auf Erden zu fördern. Dann ist er jüdischer Führer vom Geiste Pinchas-Elijahus.

    …

    Wer dem wahren Frieden dienen will, kämpfe mit dem Einsatz seiner ganzen Kraft für die Herrschaft der Thora! Denn auch wenn er den entschiedenen Trennungsstrich ziehen muß zwischen denen, die die in der Herrschaft der Thora alleinige Lebensmöglichkeit erblicken, und denen, die den traurigen Mut finden, das zu verachten, was ihnen göttlich und heilig sein müßte, auch dann dient diese rücksichtlose Kampfansage wider alle Gesetzverachtung und Thoraleugnung der Anbahnung des Friedens.

    אין שלום אמר ה' לרשעים „Kein Friede, spricht Gott, den Frevlern“ (Jes.57,21) [מכאן שהקב"ה אוהב את הרשעים fügen die Weisen bedeutsam hinzu: indem Gott den Gesetzlosen den Frieden kündigt, bewahrt Gott auch ihnen seine unendliche Liebe, die sie auf diesem Wege, früher oder später, der göttlichen Lebenswahrheit zurückzugewinnen hofft. – Wollet nicht mehr Liebe den Gesetzesverächtern entgegenbringen als Gott, wähnet aber auch nicht, über größere „politische Weisheit“ zu verfügen als Gott! Nicht durch künstliche, widernatürlichen Zusammenschluß disparatester Gegensätze wird der von uns allen ersehnte Friede angebahnt, nicht auf diesem Wege die allmähliche Zurückgewinnung der Entfremdeten – wie man gerne, sich selbst täuschend, vorgibt – herbeigeführt. Das Gegenteil ist der Fall:

    …

    - Wollen wir den Frieden, ersehnen wir die Zeit, in der die Entfremdeten den Weg zu Gott und seiner Thora zurückfinden, dann folgen wir der prophetischen Mahnung: אין שלום אמר ה' לרשעים und kündigen wir den religiösen Frieden mit den Gesetzesverächtern, der nimmer ein Frieden ist, nimmer ein Frieden sein kann, sein darf, weil er nur auf Kosten des Friedens mit Gott und seiner Thora von uns erkauft wird.

    Wenn wir so das Friedenswerk eines Pinchas fördern, werden wir auch das Erlösungswerk Elijahus beschleunigen, der einst kommen wird, להשיב לב אבות על בנים וגו' um den Bruch zu heilen, der das junge Geschlecht vom alten trennt, und im Zeichen der Reinheit und Wahrheit der unseligen Zerklüftung für immer ein Ende zu bereiten.

    …

    Wenn erst Elijahu den Boden für Moschiach bereitet haben und es ihm gelungen sein wird, Jakobs Kinder aus trauriger Entfremdung dem Vaterhause zurückzuführen, dann „wird die Wurzel Jischais, die stehen geblieben, zum Panier der Völker hinstreben, und seine Ruhe wird Ehre sein“: והיה ביום ההוא שרש ישי אשר עמד לנס עמים אליו גוים ידרשו והיה מנחתו כבוד

     

    Quelle: Rabbiner Dr. Salomon BREUER  Belehrung und Mahnung vierter Teil Numeri  J.Kaufmann Verlag Frankfurt am Main 1935 S. 62-71

    30-06-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    29-06-2021
    Klik hier om een link te hebben waarmee u dit artikel later terug kunt lezen.Rabbiner Dr. Salomon BREUER Programmrede auf der Konferenz von Kattowitz
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    Rabbiner Dr. Salomon BREUER

                    (1850 – 1926)

     

    Programmrede auf der Gründungskonferenz der Aguda in Kattowitz

     

    Es freut uns die „Erinnerungen an Kattowitz” von J. Kreppel, erschienen in der  Wiener Wochenzeitung „Jüdische Presse“ (1923, Folgen 26, 27, 28) in Beilage zu bringen. Hieraus heben wir hervor:

     

     „…Hierauf ergriff  Rabbiner Dr. S. BREUER (Frankfurt) das Wort zur Programmrede.

    Bereits vor 15 Jahre – erklärte der Redner – habe er gelegentlich einer jüdischen Konferenz in Frankfurt die Schaffung einer solchen Organisation wie die geplante „Aguda“ angeregt.

    Als die „Allianz“ vor 50 Jahre gegründet  wurde, habe sein Schwiegervater Samson R. Hirsch s.Z.l. dieselbe als ein Gefahr für das Judentum bezeichnet. Dies hat sich auch bestätigt.

    Nachher ist der Zionismus auf den Plan getreten. Die massgebendste Rabbiner haben ihn als dem religiösen Judentum schädlich bekämpft. Selbst die „Misrachi“, die formell zum Zionismus schwören, sahen die Gefahr desselben für das unverfälschte Judentum ein, denn sie fanden sich veranlasst, eine eigene Organisation zu schaffen, um den schädlichen Rückwirkungen des modernen Zionismus entgegenzuwirken. Seither sind noch andere jüdische Organisationen entstanden. Doch kein einzige aus den Kreisen der Orthodoxie. Die orthodoxen Juden sind zu alle mögliche Aktionen materiell herangezogen worden, doch hatten sie dabei nichts mitzureden. Selbst dann nicht, wenn diese Aktionen gegen den Geist unserer Thora geführt wurden. Nun taucht die Frage die Frage auf: Sollen wir weiterhin untätig bleiben? Sollen wir weiterhin diejenigen als „Führer“ und „Retter‘ des Judentums gelten lassen, die sehr oft zum Schaden desselben handeln? Ich verkenne nicht die Schwierigkeiten – erklärt Rabbiner Breuer weiter – die uns entgegenstellen werden. Aber „kol Kenessio schehi Leschemschomaim, saufo lehiskajem“ Jede Gründung, die gottgefällige Ziele verfolgt, hat einen Bestand. Kaum werden wir den ersten Stein legen, wird das Haus gar bald stehen. Wir wollen kein zionistisches Surrogat ins Leben rufen. Wir wollen auch keine zionistische Orthodoxie sein. Wir wollen eine wirklich jüdische Orthodoxie sein…“

    Bijlagen:
    JPW 1923 26 Erinnerungen an Kattowitz 2.JPG (25.9 KB)   
    JPW 1923 26 Erinnerungen an Kattowitz 3.JPG (63.3 KB)   
    JPW 1923 26 Erinnerungen an Kattowitz.JPG (109.2 KB)   
    JPW 1923 27 Erinnerungen an Kattowitz 1.JPG (36.5 KB)   
    JPW 1923 27 Erinnerungen an Kattowitz 2.JPG (76 KB)   
    JPW 1923 27 Erinnerungen an Kattowitz 3.JPG (79.9 KB)   
    JPW 1923 28 Erinnerungen an Katowicz IIa.JPG (115.4 KB)   
    JPW 1923 28 Erinnerungen an Kattowitz IIb.JPG (92.2 KB)   

    29-06-2021 om 16:13 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    28-06-2021
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    Rabbiner Dr. Leo BRESLAUER

                 (1894-1983)

     

    ובקשו

     








    „Ein  jüdisch-geschichtlicher Wegweiser“ von  Leo BRESLAUER. Frankfurt am Main  5695/1935

    23.      Und dennoch Fortschritt?

    „Ein tröstlicher Ausblick am traurigen Ausgang dieses Geschichtsabschnittes; ähnlich wie an seinem Eingang, aus heilsamen Erziehungsschmerzen geboren, die klarere, sichtnahe Herausstellung des Gottkönigtums als höchsten, ureigentlichen Sinn unseres Volksseins und der Weltgeschichte leuchtete; Leid verklärend, Zukunftsdunkel erhellend, trotz allem.

    Trotz allem gehen Gottes Wege aufwärts.“

    24.      Die zweite Kompensierung

    „Nun war der Torsostaat an Habsucht und rationalem Egoismus zugrunde gegangen. Das Volk war also noch nicht einmal für halbausgerüstete Eigenstaatlichkeit reif. So blieb, seinem historischen Gesetz entsprechend, nichts anders übrig, als es – o   Weh und Schande! – vom letzten Rest selbständiger Gemeinschaftsmacht zu entlasten. Das  bedeutete völlige Sch‘chino-Ferne  und damit totales Goluß und Innuj.

    Der Jude in J’ruscholajim (anders als der in Alexandrien und Rom) hatte sich durch Geldesliebe und niedere Gehässigkeit nicht nur gegen göttliches Gesetz vergangen, sondern direkt am lebendigen Gottesstaat versündigt.  Denn was er an Kraft und Mitteln für seine Habsucht verwandte, das entzog er, der Bürger, seinem Staat; er mißbrauchte in jedem Fall gottesstaatliche Energie.

    Nicht so der ausländische Jude der Gaulo.“

    „Jedenfalls – die Innuj-Schule setzt wieder ein.  Da wird mehr sein als nur Entsagung. Jißroeil wird als Gast nicht nur scharf beobachtet (wie erzieherisch kann das allein schonwirken!), sondern soll selber ein scharfer Beobachter sein. Gegen eigene Fehler waren sie blind. Jetzt werden sie die Folgen von Autonomismus, von Verirdischung, von Verfall in Habsucht und Sinnlichkeit und Rechthaberei ständig vor sich sehen und am eignen Leib zu spüren bekommen. Dann werden sie hoffentlich auf ihre eigene Geschichte צידוק הדין sprechen.“

     

    25.      Bewährungsaufgabe des Goluss.

    „Goluß war nie nur Innuj und ist es auch jetzt nicht. Tauroh einmal offenbart, bleibt für ewig Erbgut der Gemeinde Ja’akauws und fordert Bewährung, von jeder Generation, zu jeder Zeit , an jedem Ort.“

    „Nicht, daß nun etwa eigenmächtige Wiederherstellung des territorialen Staates die Aufgabe des Goluß sei. Denn dieser Staat könnte nicht ohne Macht sein und politische Machtlosigkeit ist heute unser Schicksal.“  

    „Gottesstaatsvolk zu sein, ist die höchste und wahrste jüdische Lebensform überhaupt und als solche nicht nur die Wehmut unserer Vergangenheit und die Hoffnung unserer Zukunft, sondern für jede Gegenwart bleibendes Erziehungsziel und unabänderliche Bewährungsaufgabe.

    Also heißt denn die gottesvolkliche Aufgabe dieses Goluß – und nur das macht die Trauer um den zerstörten Staat sinnvoll –  : uns und unseren Kindern bereitwillig die Befähigung zur einstigen Gottesvolkstaatlichkeit zu erwerben und erhalten. In unermüdlicher Selbsterziehung und durch treue Gemeinschaft der J’re’im sind Rechthaberei und Sinnlichkeit und Habsucht zu überwinden, um das leibliche Dasein nach den in Anwendung verbliebenen Chukkim und Mischpotim erfolgreich zu gestalten; und Aniwuß und Prischuß und Chassiduß zu pflegen, um der Gott suchende den Ausblick und Anstieg zur Jir’o und K’duscho und – Ruach hakkaudesch zu ermöglichen. Jißroeil in diesem Goluß ist eine Erziehungs- und Bewährungsgemeinschaft für den dritten Gottesstaat.  “

    Es freut uns – in Beilagen –  drei weitere Skizzen (S. 41 bis 46) aus dieses rabbinische Meisterwerk vollständig zu liefern:

    Bijlagen:
    Breslauer Leo Uwakschu 41b.jpg (88.7 KB)   
    Breslauer Leo Uwakschu 42.jpg (120.7 KB)   
    Breslauer Leo Uwakschu 43.jpg (123.8 KB)   
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    28-06-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    27-06-2021
    Klik hier om een link te hebben waarmee u dit artikel later terug kunt lezen.17. Tammus: Fasttag
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    שבעה עשר בתמוז

     

    Der siebzehnte Tag des Monatsתמוז  (שבעה עשר בתמוז) ist aus trauriger Veranlassung ein Fasttag der Gemeinde und  wird in ganz Jissroél wehmütig begangen.

     – Um diese Zeit hat Nebukadnezar, der König von Babylon, im Jahre 3340 nach der Schöpfung die Mauern Jerusalems nach einer achtzehnmonatlichen Belagerung erbrochen und zur Zeit des zweiten Tempels wurde eben demselben Tage im Jahre 3860  ירושלים, die Hauptstadt des jüdischen Reiches, von den Römern eingenommen, sodaß auch die täglichen Opfer im Tempel von diesem Tage an aufhörten.

    Diesen Trauertag sollen wir durch besondere Gebete und durch Fasten auszeichnen, und unsere Reue kundgeben und trauernd der der furchtbaren Unglücksfälle zu gedenken, welche die Zerstörung des Tempels und den Untergang des jüdischen Staates nach sich gezogen haben.

    Die Bedeutung des Fasttages aber besteht nicht allein darin, daß wir glauben, durch Kasteien allein schon alles getan zu haben, wir müssen vielmehr an solchen gottgeweihten Tagen uns bemühen, den Hang zur Sünde in unserem Innern zu besiegen und dauernde Besserung unsere Handlungen mit ganzem Herzen zu geloben. Wenn wir auf solche Weise fasten, dann ist auf die trostvolle Verheißung des Propheten Jesaja anzuwenden: „Du rufst, und der Herr erhört dich; du flehest, und Er spricht: Hier bin Ich!“  (Jesaja 58,9.)

     

    Aus: Erbauungsbuch „Bibel- und Talmudschatz“ J.H. Kohn S.323  13.Auflage Hamburg 5691 – 1931

     

    Die beste Anschrift für antiquarische Judaica:

    Antiquarische Buchhandlung „Spinoza“ in Amsterdam

    Inhaberin: Frau Manja BURGERS

    http://www.spinozabooks.com

    27-06-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    פינחס

     

    ויעמד פינחס ויפלל ותעצר המגפה:

     

     

    „Da stand Pinchos und übte ein Richteramt, und Einhalt geschah der Seuche“

    (Psalm 106,30 Übersetzung Rabbiner Samson Raphael HIRSCH)

     



    1.

    Das größte Opfer sei bereit

    Für Gott stets hinzugeben,

    Und fordert es der Ernst der Zeit,

    So weih‘ Ihm selbst das Leben!

    2.

    So lehret dich der Priester dort,

    Wie kühn den Speer er zücket,

    Und eifernd nur für seinen Hort,

    Dem Tod ins Auge blickt!

     

    Aus: Erbauungsbuch „Bibel- und Talmudschatz“ J.H. Kohn S. 343  13.Auflage Hamburg 5691 – 1931

     

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    27-06-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    25-06-2021
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    Rabbiner Samson Raphael HIRSCH

     

    פרשת בלק

     

    Aus seinem Kommentar zur Wochenabschnitt Bolok

     

     

    Kap.22, V.4 und Moab schon zu den Ältesten von Midjian hatte sagen lassen: Jetzt wird diese vereinigte Menge unsere ganze Umgebung aufschlucken, wie der Ochse das Kraut des Feldes aufschluckt – und Bolok, Sohn Zippaurs, war doch König für Moaw in jener Zeit! –

     

    Kap 22,  V. 4  …. Sie nennen Jissroél absichtlich nicht עם und nicht גוי, es erscheint ihnen ja noch nicht als ein staatlich gebautes Volk, es fehlt ihm ja noch der Boden, nach gewöhnlicher Anschauung die unerlässliche Vorbedingung jedes volkstümlichen Wesens. Gleichwohl war es ihnen קהל, ein durch ein ihnen unbekanntes Moment vereinigtes Gemeinwesen….

     

    V.8 Da sagte er zu ihnen: Verweilet hier über Nacht, dann werde ich euch Antwort geben, wie Gott zu mir sprechen wird. Es blieben die Fürsten Moaws bei Bileam.

     

    V.8 : ויאמר וגו' כאשר ידבר ד' אלי Wie schon zu Abrahams Zeiten mitten in einer polytheistischen Welt es noch einen Malki Zedek gab, der Priester des höchsten Gottes war, welcher den Abrahamiden wieder der Einzigen ward, wie Hiob und seine Freunde durchaus als reine Verehrer dies Einzigen erscheinen, so sehen wir auch Bileam nur im Dienste dieses Einzigen sich begreifen und nennen. Bildet doch überhaupt die monotheistische Wahrheit im Gegensatz zum polytheistischen Wahn nicht das Eigentliche, geschweige das Ganze des Charakteristischen  des Judentums. Vielmehr  ist dies die monotheistischen Wahrheit mit ihrer vollen Konsequenz fürs menschliche Leben: die Gotteinheit mit der Lebenseinheit durch Sein Gesetz. Weit ab aber selbst von einem Malki Zedek, weitab von einem Hiob und seinen Genossen erscheint Bileams monotheistischen geistige Höhe getrübt. Seine hohe, Gott nahe geistige Begabung steht im Dienste seiner Selbstsucht und stellt sich in den Dienst der irdischen Hoheiten und Mächte und ihrer niedrigsten Begehren. Willst du den Unterschied sehen zwischen den Propheten Jissroéls und den Männern prophetischen Geistes der Völker, spricht der Weisen wort, so vergleiche einen Bileam mit einem Jesajas, einem Jeremias, einem Ezechiel und deren Genossen. Jissroéls Propheten warnen als Gotteswächter die Völker vor Versündigungen, Bileam rät zu sittlicher Verführung, um Menschen ins Verderben zu locken (Kap.25) Jissroéls Prophetengeist stand im Dienste des Erbarmens über Jissroél und die Völker, Jesajas Eingeweide zittern wie eine Harfe um Moabs Weh (16,11), Ezechiel erhebt Klagelied bei Tyrus Fall (Kap. 27), und Bileam – möchte mit seinem Fluch ein ganzes Volk schuldlos verderben. Du kannst eigentlich sagen, dies ganze Bileamskapitel habe den Zweck, das Motiv zu veranschaulichen, weshalb Gott mit dem Erguß seines heiligen Geistes bei den Völker aufgehört. Bileam war von ihnen und siehe, wozu er seine Geistesgaben missbraucht  (Tanchuma). –

     

    Kap.23 V.24  Siehe, als Volksverein steht wie ein Leopard es auf und erhebt sich wie ein Löwe, der sich nicht niederlegt, bis er Fang verzehrt und Erschlagener Blut getrunken.

     

    Kap. 23 V.24 הן עם וגו', Jakob-Jissroél bedarf unserer צופים-Wissenschaft nicht. Es bedarf der נחשים nicht, es ist seiner Zukunft sicher. Es bedarf der קסמים nicht, es wird auf andere Weise zum Herrn seines Geschickes. Es hat nicht als גוי den גוים, nicht als nationale Macht nach außen nationalen Mächten gegenüber seine Stellung zu erkämpfen und sicher zu stellen, הן עם, durch die Erfüllung seiner sozialen Aufgabe im Innern, indem es still seinem Gotte dienend und nur sich selber lebt, durch das, was es als עם erfüllt, wird es zugleich leopardenkühn und löwenmächtig nach außen, und mit seinen sozialen Tugenden überwindet es die Welt – לא ישכב עד יאכל טרף וגו' ist eine weitere Ausführung der Löwenmacht, die eben Jakob-Jissroél auf dem Wege friedlicher, sittlich sozialer Energien erreicht. Subjekt zu ישכב ist ארי.

     

    V.28 Bolok führte Bileam zur Peorspitze, die auf die Öde hinausschaut.

     

    V.28 Von במות הבעל und שדה צופים, vom Standpunkt des physischen Materiellen und vom Standpunkt des göttlichen Geistigen war Jissroél Bolok unangreifbar erschienen. Es kann aber eine Nation mit allen physischen und geistigen Gaben reich gesegnet sein und doch unrettbar ihrem Untergang zueilen; es kann sie das Geschick mit allen Gütern, die der Himmel zu verteilen hat, mit allen physischen und geistigen Reichtümern überschütten und es nährt die Nation selbst eine Wurmfraß im Innern, der all den Segen in Unsegen verkehrt und sie zuletzt wie unwürdig so auch unfähig macht, Segen zu empfangen und zu erhalten und dieser Wurmfraß heißt: Sittenlosigkeit, heißt schamlose Hingebung an ausschweifende Sinnlichkeit. … 

     

    Kap. 24 V.8

     Der Gott, der es aus Mizrajim geführt, der ist ihm wie Reems aufsteigende Macht. Es verzehrt Völker, weil sie Seine Feinde sind, und entmarkt deren Gebein, und als Seine Pfeile verwundet es.

     

    Kap 24 V.8 …Wird doch wiederholt (3 B.M. Kap. 18) in dem עריות-Kapitel darauf hingewiesen, daß die kanaanitische Bevölkerung eben um ihrer sittlichen Ausschweifungen willen dem göttlichen Verhängnis erlag! …

    25-06-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    24-06-2021
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    Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH

                  (1833 – 1900)

     

    הפטרת פרשת בלק

     

    Aus dem Kommentar zur Haftoro des Wochenabschnittes Bolok

     

    Micha Kap.5, Vers 6 und folgende

     

    Kap. 5, V 6 f. והיה שארית יעקב וגו' Jakob, im Gegensatz zu Jissroél: das schwache, abhängige und unscheinbare. עמים: die Volksgesellschaften nach ihren inneren Verhältnissen, von עם, mit, bei, neben einander. גוים von גו, Körper: die je einer Nationalkörper bildenden, sich gegen einander mehr oder minder feindlich abschließenden Volkseinheiten. Nun heißt es hier: der nach so vielen Massenmorden aus seinen nationalen Katastrophen übrig bleibende Rest des schwachen, abhängigen, unter die Mitte der Völker zerstreuten Jakobsvolkes wird mit seiner Lehre von der Gotteskindschaft aller Menschen, von dem wahren, an keinerlei Racen- oder Standesbesonderheit geknüpften Menschenwerte, von der gegen ausnahmslos alle Menschen zu übenden Pflicht der Gerechtigkeit und Menschenliebe, von dem auf allem Unrecht ruhenden Unsegen und von der Vergänglichkeit aller nur auf Gewalt gegründeten Größe – er wird inmitten der sich diesen Wahrheiten erschließenden Völkergesellschaften wie Tau und wie befruchtenden Regen sein, der die Menschenwüste in eine Stätte des Aufblühens und Gedeihens umwandelt. Unscheinbar und von Gott gesandt wie Tau, אשר לא יקוה לאיש, wird es seine Heilessendung vollbringen, ohne Menschenbeistand zu Hülfe zu rufen, ולא ייחל לבני אדם: und ohne zu warten, daß es gerufen werde.

     

    V.7. והיה שארית יעקב בגוים : als Träger, dieser selbigen Wahrheiten aber, die es schon durch sein bloßes Dasein verkündet, wird dieses unscheinbare, unter alle Völker zerstreute, trotz des Mangels an jedem äußeren Zusammenhalte dennoch als Volk unvergängliche Jakob unter den machtvergötternden, sich gegeneinander und gegen diese ewigen Wahrheiten feindlich abschließenden Nationen – siegesgewaltig stark sein, wie der Löwe unter den Tieren des Waldes. Die göttliche Lehre von dem gleichen Rechte und der alle Menschen umfassenden Liebe ist der Granitfelsen, an dem die Wogen aller gewaltvergötternden Völker machtlos sich brechen. Es kommt die Zeit wo:

     

    V. 8 תרום ידך וגו', wo dieser Sieg des „Überrestes Jakobs“ aller Augen sichtbar sich verwirklichen wird, und wo seine Gegner schwinden.

     

    V. 9-13. Doch nicht durch äußere Machtmittel wird Jissroél dieser Sieg. Solange es eine selbständige staatliche Größe war, hat auch es freilich in der Zahl und Größe seiner Städte und Festungen, in seiner Kriegsmacht und in den naturbändigenden Geheimkünsten, כשפים, seine Macht und seine Größe erblickt. Alles das, spricht Gott, wird es aber zu jener Zeit längst durch Gottes Fügung eingebüßt haben –: „Ich werde vernichtet haben“ – lautet der sich stets wiederholenden Refrain.

     

    V.14 Dieses Scherbengeschick der jüdischen Machtherrlichkeit hätte aber für die Völker eine Warnung sein, aus dem Zusammenbruch des jüdischen Staates hätten sie den Posaunenruf des auch ihnen drohenden Gottesgerichtes vernehmen und verstehen sollen: deshalb ועשיתי באף ובחמה וגו', trifft sie der volle Unwille Gottes, weil sie diese Stimme nicht beherzigt haben.

     

    Kap.6, V.1 שמעו נא „höret doch“, bezieht sich auf die eben erwähnten Völker, die aufgefordert werden, das Mahnwort Gottes an Jissroél zu hören und durch seine Beherzigung ihre eigene Zukunft zu sichern.

     

    V.2. Jissroél wird durch die Bezeichnungen: הרים ואתנים מוסדי ארץ an seine ideale Bestimmung erinnert, der Menschheit das Gottesbewußtsein und die Erkenntnis der Menschenbestimmung zu bringen. Durch den nicht ungewöhnlichen Tropus der Übertragung der Wirkung auf den Wirkenden wird das ideale Jissroél als [], als die eigentliche Grundlage der Gestaltung des Menschenheiles bezeichnet.

     

    ……………..

    V.6 f. Und angesichts dieser Tatsachen fragst du: במה אקדם וגו'. In diesen Fragen spricht sich geradezu  die weitverbreitete heidnische Anschauung aus, die Gott durch „Opfer“ „versöhnen“ und durch Preisgebung des Teuersten sein Wohlgefallen gewinnen zu können glaubt oder zu glauben vorgibt.

     

    V.8. Diese heuchlerische Frage zürnt das Donnerwort des Propheten entgegen: הגיד, du kannst nicht in Zweifel sein, klar und bestimmt hat Gott dir ausgesprochen, wörtlich: vor Augen, gegenübergestellt, „was er von dir will“. Der ganze große Inhalt des Gottesgesetzes ist in dem Worte אדם: Mensch gegeben, das hier nicht bloß als Anrede, sondern als Ziel und Gestalt des in Gesetzeswort gefaßten Gotteswillen ausgesprochen ist. Verwirklichung des Menschenideals, Vollendung des reinen Menschentums wird damit als Erzeugnis der Ausführung des Gesetzes dahingestellt. Die Summe der Gesetze sind das טוב, das für den Menschen „Gute“, sie bestimmen die Weise, wie er einer jeden von den mannigfachen Verhältnissen des Lebens an ihn gestellten Aufgabe gerecht werde. Die Verwirklichung dieses „Guten“ wird unter die drei Kategorien gefaßt: Übung des Rechtes, Liebe der Hingebung und die Gestaltung des eigenen Wandels nach den Geboten der Reinheit, des „steten Wandels mit Gott“ – jenes:  משפטיםund מצות, dieses: die חקים, jenes die Pflichten zwischen Mensch und Mensch, dieses im engeren Sinne, die zwischen dem Menschen und seinem Schöpfer. Das עשות משפט, das Vollbringen des Rechtes, findet seine Verkörperung in Moses, in dessen Charakter das Rechtsgefühl den Grundton bildete – es sei an die Tötung des Egypters, an sein Verhalten bei dem Brunnen in Midjan erinnert. Heilighaltung des Rechtes bildet ja auch die Grundlage des Gesetzes, dessen Überbringer er war. Wohlverstanden: des Rechtes anderer. Denn was das eigene Recht betrifft, so könnte nach den Worten der Weisen die Welt nicht bestehen, wollte jeder streng und starr auf seinem Recht bestehen. Wie aber das עשות משפט auf unseren Führer Moses zurückweist, so die „Liebe der Liebeshingebung“ auf Aron, und die Wahrung der Keuschheit und Reinheit der Gesinnung auf Mirjam,  wie dies oben zu Vers 4 bemerkt ist.

     

     

    (Die Haftoroth übersetzt und erläutert, Frankfurt am Main 1896: S. 276- 280  Kommentar zu Micha Kap 5 V.6…) 

    24-06-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    23-06-2021
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    Rabbiner Dr. Salomon BREUER

                    (1850 – 1926)

     

     

    בלק

     

    Belehrung und Mahnung zur Wochenabschnitt

    BOLOK

     (Auszug)

     

    ... Wollen wir als aufrechte, starke Juden uns bewähren, dann dürfen wir, unsere Überzeugung entsprechend, auch eine große nichtjüdische Welt keinen Augenblick im Zweifel lassen, mit welchem Stolz und mit welchem Glücksgefühl unser jüdischer Lebensberuf uns erfüllt. So still und bescheiden auch unser Leben sich abwickelt, der nichtjüdischen Welt muß eine Ahnung sich aufdrängen, daß da ein Menschenkreis vor Gottes Augen sein Leben aufbaut, dem ein Glück und ein Reichtum beschieden sind, die ihm keine andere Lebensgestaltung auf Erden bereiten kann: אשרינו מה טוב חלקינו ומה נעים גורלנו ירושתינו „Heil uns, wie gut ist unser Teil, wie lieblich unser Los, wie schön unser Erbe“ – diesen wahrhaften jüdischen Stolz haben wir auch in gefahrvoller Stunde einer feindlich gesinnten Esauwelt gegenüber zu wahren. Solange er uns erfüllt, brauchen wir auch Esaus schwertgerüstete Macht nicht zu fürchten, dürfen wir in ungebrochenem Kraftgefühl, das Gottes Nähe unserem Leben einhaucht, der Stunde entgegen harren, da Esau sein Schwert von sich wirft, um in ungeheuchelter Huldigung vor der aus Jakobs Leben ihm entgegentretenden Gotteswahrheit seinen Frieden mit Jakob zu schließen.

    Wir haben Esaus Vernichtungswillen nicht zu fürchten, solange Zijaun uns an den שלש רגלים in den heiligen Umkreis der Gottesnähe ruft. Dreimal im Jahre, in Zeiten, da die heimatliche Scholle uns ihren Segen spendete und uns die mütterliche Erde schützend und schirmend mit ihrem kraftspendenden Segen umfing, riß der Gottesruf die Glieder des jüdischen Volkes los von seinem Boden und lud sie in Zijauns Nähe, um dort, fern von Haus und Hof, sich die Freude und den Frieden vor Gottes Angesicht zu holen. Und derselben Gottesruf, der das jüdische Volk nach Zijaun rief und die Grenzen des Landes jedem feindlichen Einfall preisgab, rief ihm mahnend das große, ewig denkwürdige Wort ins Bewußtsein: ולא יחמד איש את ארצך בעלתך לראות את פני ה' אלקיך שלש פעמים בשנה „Und niemand wird nach deinem Lande lüstern sein, wenn du hinaufziehst, um vor Gottes, deines Gottes Angesicht dich sehen zu lassen dreimal im Jahre! (Ex. 34,24)  

    Diese Gottesverheißung behält für alle Zeiten ihre Geltung. Und liegt auch Zijaun in Trümmern, solange Gottes Thora die zerstreuten Glieder des jüdischen Volkes in ihren Umkreis lädt, gehen von ihre Nähe Ströme der Kraft und der Zuversicht aus,  die uns dem Vernichtungswillen Esaus mit jener stolzen Ruhe begegnen läßt, zu der das Bewußtsein, der Gottesnähe teilhaftig zu sein, das Recht gibt.

    Dieses für alle Zeiten gültige Wahrheit hat das Ohr der Weisen aus den Worten herausgehört, mit denen die vernunftlose Kreatur auf Gottes Geheiß wahnumnebelte Menschentorheit überwindet: מה עשיתי לך וגו' „Was habe ich dir getan, daß du mich schon dreimal geschlagen hast?“ שלש רגלים – ein ungewöhnlicher Ausdruck: Und den Weisen steht alsbald das jüdische Volk vor Augen, das שלש רגלים dem Gottesruf nach Zijaun entspricht. Der Geist dieser שלש רגלים; solange Jissroél in Wahrheit davon erfüllt ist, macht dieses Volk unüberwindlich, weil dann Gott schützend seine Hand über es hält. „Ein Volk wähnst du zu vernichten, das Gott die drei Wanderfeste feiert? Das wir nimmer gelingen.“ – Gott, so fügen die Weisen sinnig hinzu, der dem stummen Tier die Sprache verleiht, weiß auch Bileams fluchbereiteten Mund zu Segensverheißungen für sein Volk zwingen.

     

    Quelle: Rabbiner Dr. Salomon BREUER  Belehrung und Mahnung vierter Teil Numeri  J.Kaufmann Verlag Frankfurt am Main 1935 S. 54 - 62

    23-06-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    22-06-2021
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    Rabbiner Dr. Raphael BREUER

                 (1881-1932)

     

    Die Autorität der Rabbinen

     

    In  Jüdische Monatshefte Jahrgang 1/Heft 12 Tewes 5674 – Dezember 1914

     

     

    Mit dem Aufhören der rabbinischen Civilgerichtsbarkeit hat die Autorität der Rabbinen einen gewaltigen Stoss bekommen. Man unterschätzt gewöhnlich die Wirkung, die das Beschränken der rabbinischen Autorität auf „rein religiöse“ Dinge auf das Urteil der Massen in Bezug auf die Stellung der autoritativen Gewalt im Judentum ausgeübt haben musste. Sicherlich kam das abschätzige Wort „Zeremonialgesetz“ imselben Augenblicke auf, wo über Koscher und Trefa nicht mehr vom selben Richter wie über Mein und Dein entschieden wurde. Umso mehr sollte aber die Orthodoxie dafür sorgen, daß dem Begriff des Rabbiners nichts genommen werde, was nun einmal im Sinne des Religionsgesetzes zu seinen Merkmalen gehört.

     

    Die Aufstellung von religiösen Behörden (דיינים) die in allen Fragen von privaten oder כלל-Interesse zu entscheiden haben, was religiös rechtens ist, unterliegt nicht der subjektiven Willkür eines religiösen Bedürfnisses, sondern ist eine מצות עשה מן התורה, die im 5 B.M. Kap. 16 V.18 vorgeschrieben ist. Die Kompetenz einer religiösen Behörde umfasst naturgemäß alle Gebiete, die in den Bereich des Religiösen fallen. Da nun die jüdische Religion in alle Interessen, Wünsche und Bedürfnisse ihrer Bekenner hineinspricht, so geht es auch nicht an, die Zuständigkeit derjenigen Behörden, die im Namen der jüdischen Religion Recht zu sprechen haben, enger zu umgrenzen, als es dem Aufgabenkreis der jüdischen Religion entspricht. Kurz der Rabbiner darf nicht weniger zu sagen haben, als die jüdische Religion zu sagen hat.

     

    Hierbei ist  nun ein naheliegender Einwand zu entkräften. Geschworene Gegner jedweder Hierarchie könnten auf das 242. Kapitel im Schulchan Aruch Jorea Dea hinweisen, wo die Zuständigkeit  der heutigen Rabbinen im Gegensatz zur ehemalige Semicha-Approbation als eine bloße נטילת רשות, lediglich als זכר לסמיכה bezeichnet werde. Die Autorität unserer heutigen Rabbinen wäre demnach bloß ein historischer Überrest aus der Vergangenheit besseren Tagen, zu nichts anderes bestimmt, als die Erinnerung an die Macht des Sanhedrin in einem verkümmerten letzten Stümpfchen festzuhalten, ähnlich wie auf dem Sedertische Knochen und Ei als זכר למקדש ihr melancholisches Dasein fristen. Solche gefahrlose Ruinen der Hierarchie ließe sich der Geschmack unserer Modernen schon gefallen. Nur Schade, daß die rabbinische Autorität in der Gegenwart zu jenem armseligen Reste, den der moderne Geschmack verträgt, nicht auch religionsgesetzlich zusammengeschrumpft ist. Das Religionsgesetz hat auch hier, wie auf so vielen anderen Gebieten, eine andere Meinung, als diejenigen haben, die es nur dort gelten lassen wollen, wo es mit ihren von auswärts importierten Ansichten harmoniert. Denn im Sinne des Religionsgesetzes sind mit dem Aufhören der Semicha alle Rechte und Pflichten, die auf ihr beruhen, durchaus nicht verschwunden, vielmehr steht auch in der Gegenwart das Prinzip einer autoritativen Gewalt im Judentum nach wie vor in Kraft. Die Weisen haben die rabbinische Autorität auch in die Exilszeit hinübergerettet und zwar aus doppeltem Grunde: 1) מפני תקון העולם weil das Schwinden der Autorität im Judentum das soziale Fundament der jüdischen Gemeinschaft erschüttern würde und 2) mit Rücksicht auf חזוק הדת, weil die jüdische Religion, der Jissroéls Staatgeschick die äußeren politischen Machtmittel entriss, zu ihrer Erhaltung umso mehr auf den Schutz der geistigen Autorität hingewiesen ist.

     

    Konsequenterweise hätte mit dem Schwinden der Semicha jede richterliche Befugnis der Rabbinen aufhören müssen. Das ist aber nun bekanntlich nicht der Fall. Abgesehen davon, daß die Rabbinerkollegien des Ostens noch heute Funktionen regelrechter Gerichtsbehörden ausüben, und auch in den westlichen Ländern nur die Emanzipation die rabbinischen Kompetenzen einengte, können sich ja auch heute noch überall die Rabbiner selbst innerhalb ihres begrenzten Zuständigkeitsbereichs nicht in dem ganzen Ausmaß ihrer religionsgesetzlich normierten Autorität betätigen, wenn mit der Einrichtung der Semicha auch die durch sie begründete rabbinische Autorität vollends geschwunden wäre. Gewiss ist im allgemeinen die richterliche Kompetenz der Rabbinen auf  דבר המצוי und Dinge, bei welchen חסרון כיס zu gewärtigen ist, also auf solche Anliegen beschränkt, die aus dem Begriff תקון העולם fließen; beweist jedoch z.B. die Möglichkeit der Proselytenaufnahme (קבלת גרים), wozu von rechtswegen סמיכה erforderlich ist, nicht, daß heute שליחותייהו דקמאי קעבדינו (vgl.תוס' Jebamoth 46b בד"ה משפט) daß in Wirklichkeit die Autorität des Rabbinen niemals eine Unterbrechung erlitt? Und wenn auf ehegesetzlichem Gebiet מפני תקנת בנות ישראל den religiösen Behörden selbst das Recht des Zwanges zusteht; wenn, obgleich im allgemeinen der Grundsatz gilt: אין דנים דיני קנסות בזה"ז dennoch גדולי אחרונים entschieden haben, daß בכל מיני גזילות dieser Grundsatz  מפני תקון העולםdurchbrochen werden muss; wenn dieser Grundsatz dann zumal außer Geltung kommt, wenn es gilt, für חזוק הדת תורתנו הקדושה zu sorgen (vgl. ח"מ סי' ב'): wird da noch Jemand  behaupten wollen, daß im Augenblick, wo die Semicha schwand, zugleich auch die Macht de rabbinischen Autorität vollends zertrümmert wurde?

     

    Die mangelhafte Kenntnis von der ungebrochenen Kraft der religiösen Autorität im Judentum: sie vor allem trägt die Schuld, wenn in den westlichen Massen von altjüdischer כבוד התורה fast keine Spur mehr vorhanden ist. Man begnügt sich mit der angenehmen Vorstellung, daß es im Judentum keine Zwangsjacken und Folterkammern gibt, um daraus das Recht zur Abweisung aller bindenden Autorität, im Falle sie lästig wird, zu folgern. Natürlich kennt das Judentum angeblich auch keinen Personenkultus. Über die peinliche Tatsache, daß das jüdische Religionsgesetz einen besonderen Ehrenkodex für Thoraweise kennt, hilft man sich mit dem tröstlichen Gedanken hinweg, daß die Formen des Anstandes, wie alles konventionell Bedingte, dem Wandel der Zeit unterliegen. Man vergisst, daß die Ehre der Thora von der ihrer Träger nicht zu trennen ist; und man ermisst nicht, was das heißt, eine Seelenstimmung überwunden zu haben, die den Schimpf der Rabbinen als Beleidigung der Thoramajestät empfand.

     

    Mit dem Schwinden der כבוד התורה hängt die moderne Vorstellung vom Wesen und den Aufgaben des Rabbiners zusammen. Daß der Rabbiner seiner religionsgesetzlichen Bestimmung nach vor allem ein Mann des Wissens und Verstehens, des Erkennens und Forschens ist, daß zum Lehramt in Jissroél nur אנשים חכמים ונבונים, nur מופלגים בחכמת התורה, nur בעלי דיעה מרובה, nur Männer von untadeliger יחוס-Deszendenz befähigt sind, das lässt man heute im besten Falle als eine ideale Forderung der Thora gelten, ohne daraus für die Bewertung des heutigen Rabbinertums irgendwelche Lehre zu ziehen. Den meisten jüdischen Gemeinden Deutschlands ist der Rabbiner in der Hauptsache ein Funktionär für Trauungs- und Leichenreden. Diesen Gemeinden mitsamt ihren Rabbinern sollten sich einmal in den Bericht des Talmuds (Sanhedrin 7b) vertiefen: רב הונא כי הוה נפיק לדינא אמר אפיקו לי מאני חנותא מקל ורצועה ושופרא וסנדלא „Wenn R. Huna seine Amtstätigkeit begann, sagte er: Holet mir mein Handwerksgerät: Stab und Riemen, Schofar und Schuh!“ Das Kasualgerät des Chaliza-Schuhes erbat er sich zuletzt? Zuvörderst und zuhöchst standen ihm die Instrumenten der Strafe, des Bannes, der תוכחה, der – Autorität.

     

    Gelegentlich des ersten großen Frankfurter Vereintages der erweiterten Freien Vereinigung für die Interessen des orthodoxen Judentums riskierte einer der offiziellen Redner den von beträchtlichem Bekennermut zeugenden Satz: die deutschen Rabbiner seien im Unterschied von den deutschen Lehrern eigentlich nur – Luxusartikel. In einer Zentrale der östlichen Orthodoxie wäre dieses Wort nicht unwidersprochen geblieben.  Bei uns im Westen nahmen es die Hörer schmunzelnd hin. Mein Gott, warum denn auch nicht. Es gibt ja keine Semicha mehr.

     

    R.B.

    22-06-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    21-06-2021
    Klik hier om een link te hebben waarmee u dit artikel later terug kunt lezen.Rabbiner Dr. Leo BRESLAUER: „Ein judisch-geschichtlicher Wegweiser”(8)
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    Rabbiner Dr. Leo BRESLAUER

                 (1894-1983)

     

    ובקשו

     





    „Ein  jüdisch-geschichtlicher Wegweiser“ von  Leo BRESLAUER. Frankfurt am Main  5695/1935

     

     

    20.      Im Druck.

    „Tatsächlich steht am Beginn dieser zweiten Epoche die einzigartige Stiftung der wesentlich auf Gottes „Namen“  und Königtum gegründeten Brochauß. Und Brochauß lehren Chasiduß, lehren Habe in Segen Gottes, eigennützigen Habe-Eifer in Habe-Eifer für Gottkönig, in K’hunno wandeln und auch bei Mitzwo-Tun über die nackte „Rechtslinie“ hinaussehen . Sie stehen gewiß nicht umsonst an der Spitze der mündlichen Tauro. Und die Mischnosammlung Owauß, die wahre Hochschule des Chasiduß und des K’hunno-Geistes überhaupt, spricht sich geradezu als die Fortsetzung der bis an die Schwelle dieser Epoche tradierten Tauro aus.“

    „So begreift sich auch die erstaunliche Antipathie gegen dien Am-ho’orez der (trotz Tauglichkeit zum Gauj-Kodausch durch mögliche Sündenscheu) wegen seiner absoluten Unzugänglichkeit für Chassiduß als Brutstätte der urzwieträchtigen Habsucht und damit als das wahre Unglück des Staates erkannt wird. Es war die Epoche der ihrem Gottkönig so unsagbar innig zugewandten Chaßidim, auf deren Arbeit und Brot aber ebenso innig der Segen des himmlischen Vaters ruhte.  Und begreift sich nicht vielleicht auch das rätselhafte Essäertum als ein ganz und gar zeitgemäßer (wenn auch schließlich an seiner taurofremden Einseitigkeit scheiternder ) eklatanter Protest gegen die chronische Gefahr des habesüchtigen Triebes? “

    21.      Entweder – oder.

    „Auf scharfer Messerschneid schwankt das Entweder –oder.

    Entweder – die Habsucht zähmen und bei halber Ausstattung sich in Treue als Gottkönigs Staatsvolk bewähren; sie werden nicht nur durch rückhaltlose Hingabe an Chukkim und Mischpotim dem Torso ihres leiblichen Volkstums neues fruchtbares Gauj-kodausch-Leben einflößen, sondern darüber hinaus als seelengroße, gottesgewaltige Kauhanim inmitten einer noch kritiklos-metagläubig in Abgötterei versunkenen Welt die ganze Schärfe und Schürfkraft ihrer Ratio in Gottkönigs Dienst stellen und alle Macht und Habe ihres Triebes der Mehrung der Ehre seines Reiches weihen;  dann wird unter ihren Händen und dem Segen des himmlischen Vaters der Staat erstarken und genesen, mit der anziehenden Gewalt mächtig kreisender Lebensströmung die Gaulo an sich reißen, zurückgewinnen, heimbringen und sich am Ende in alter innigster Sch’chino-Nähe als Gottes Reich vollenden.

    Oder – das alles wird nicht sein. Habsucht wird den Rest der verbliebenen Ausstattung vollends vernichten. Im gleichen Maß wird das halbe Goluß wachsen, furchtbar und unentrinnbar, hin über das ganze Volk, und am Ende wird wieder sein, was am Andang war,  –  Innuj .

    22.      Habsucht und Staat.

    „…Bösrede, die schon mit den Habsuchts-Sünden der ersten Menschen und der Jaakauws-Kinder und der Kundschafter gepaart war, schießt auch hier mächtig ins Kraut; in der Pestluft niederer Gehässigkeit wuchert das Ränkespiel herrschsüchtiger, machtlüsterner Parteien; interessanter und realpolitischer als Gottkönig erscheinen griechisches Königtum und römisches Kaisertum, sei es, mit ihnen sich zu messen, oder um ihre Gunst zu buhlen.

    Rom ist blutigrotes Gold.  Rom ist brutal-intrigante Macht.  Aus Rom winkt Erfüllung der geheimsten Habsuchts-Träume. Im Strahl der Sonne die stumm aufgeht über  den räuchenden Trümmer von  Gottkönigs Residenz, gleißen die rohen goldenen Adler der Legionen. – .“


    Es freut uns – in Beilagen –  drei weitere Skizzen (S. 35 bis 41) aus dieses rabbinische Meisterwerk zu liefern:

    Bijlagen:
    BRESLAUER Leo Uwakschu 35b.jpg (74.7 KB)   
    BRESLAUER Leo Uwakschu 36.jpg (122 KB)   
    BRESLAUER Leo Uwakschu 37.jpg (122.3 KB)   
    BRESLAUER Leo Uwakschu 38.jpg (120.1 KB)   
    BRESLAUER Leo Uwakschu 39.jpg (123.5 KB)   
    Breslauer Leo Uwakschu 40.jpg (123.3 KB)   
    Breslauer Leo Uwakschu 41.jpg (31.4 KB)   

    21-06-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    20-06-2021
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    בלק

     

    יקללו המה ואתה תברך:

     

     

    „Tod und Leben Mögen sie fluchen, Du aber segnen...

    (Psalm 109,28 Übersetzung Rabbiner Samson Raphael HIRSCH)

     




    1.

    Vater, nur allein Dein Segen

    Bringt uns stets das Glück und Heil,

    Wenn auch Menschen Böses hegen,

    Du gibst uns zuteil.

    2.

    Mögen Feinde immer lachen,

    Unser Heil kommt ja von Dir,

    Mögen unsern Fall sie suchen,

    Herr, durch Dich bestehen wir.

     

    Aus: Erbauungsbuch „Bibel- und Talmudschatz“ J.H. Kohn S. 320  13.Auflage Hamburg 5691 – 1931

     

    Die beste Anschrift für antiquarische Judaica:

    Antiquarische Buchhandlung „Spinoza“ in Amsterdam

    Inhaberin: Frau Manja BURGERS

    http://www.spinozabooks.com

    20-06-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    18-06-2021
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    Rabbiner Samson Raphael HIRSCH

     

    חקת

     

    Aus seinem Kommentar zur Wochenabschnitt Chukass

     

    Kap. 19 V.21: והיתה להם לחקת עולם Es ist dies ein noch für uns heute folgenreich bestehendes Gesetz. Da wir alle טמאי מת sind und aus Mangel an אפר פרה keine טהרה zu erlangen vermögen, schwebt noch heute כרת über jedem, der die Tempelstätte auf Moria im טומאה-Zustand betrifft. Mit der Zertrümmerung des Tempels hat die Stätte ihre Heiligkeit nicht verloren, קדושה ראשונה קדשה לשעתה וקדשה לעתיד לבא ( הל' בית הבחירה ,רמב"ם6,14; siehe jedoch ראב"ד daselbst).

    18-06-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    17-06-2021
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    Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH

                  (1833 – 1900)

     

    הפטרת פרשת חקת

     

    Aus dem Kommentar zur Haftoro des Wochenabschnittes Chukass

     

    Richter I, Kap. 11, Vers 1 und folgende

     

    Achtzehn Jahre schwerer Knechtung und Vergewaltigung waren über Jissroél hingezogen. Ganz so schwer,  wie der Verrat an Gott war, dessen  sich sie sich nach dem Heimgange des Gileaditen Jaïr schuldig gemacht hatten. Eine ganze Musterkarte von Göttern wird uns Richter 10,6 genannt, durch deren Dienst das damalige Jissroél seine „religiöse Bedürfnisse“ „befriedigte“, da ihm die Erfüllung des Gottesgesetzes zu lästig war. Da figurierte zunächst der Baal in seinen mannigfachen Gestalten und die Astarte, sodann die Götter von Aram, von Sidon, von Moab und von Ammon und von Philistäa. Es ist der verhängnissvolle Nachahmungstrieb und die mit völliger Verachtung des eigenen Volkstums stets gepaarte Vergötterung des Fremden weil es fremd ist, was als alter nationaler Fehler uns aus nebelgrauer Ferne entgegentritt. Da werden denn von den Völkern, an deren Götterkult sie soviel Freude gehabt, die Philistäer und vor allem die Ammoniter zu ihren Unterdrückern und Peiniger. In der Not wandten sie sich hülfesuchend an Gott, wurden jedoch zunächst an die von ihnen bis jetzt verehrten Götter verwiesen, bis sie dann in tiefer, aufrichtiger Reue (das. V 16 und 16) dem Fremden vollständig entsagten und zu Gott zurückkehrten. Damit war auch ihr Vertrauen und mit dem Vertrauen auch der Mut zurückgekehrt, und da die Ammoniter in Gilead lagerten, versammelte sich nunmehr Jissroél und lagerte in Mizpa. Damals ward vom Volke und von den Grossen in Gilead beschlossen, den Mann, der sie gegen die Ammoniter führen und den ersten Sieg erringen werde, zum Oberhaupt zu erheben. In diesem Augenblick versetzt uns die Haftora, nachdem sie zuvor die Antecendentien, die Lebensgeschichte dieses Mannes geschildert hat.

     

    V.30 u.31 וידר יפתה נדר Wir kommen hier zu den unseligen, frevelhaften Gelübde Jephtahs, dessen weiterer Verfolg außerhalb der Haftora liegt, dessen kurze Besprechung wir jedoch wegen der daran geknüpften widersinnigen und gehässigen Ausstreuungen nicht für unwichtig halten.

    Das Gottesgesetz kennt kein größeres Verbrechen als Menschenmord. Schon den Noachiden ist’s ausgesprochen: Wer Menschenblut vergießt, dessen Blut soll durch Menschenhand vergossen werden (1 B.M. 9,6). Wenn Gottes Wort in Jissroél den ganzen Greuel des Götzentums in seiner abschreckendsten Gestalt vor die Seele führen, wenn es zeigen will, wie er vielmehr den Menschen zur Bestie vertiere, so sagt es 5 B.M. 12, 30 u. 31: Hüte dich, daß du nicht ihren Göttern nachstrebt, zu sagen: Wie dienen diese Völker ihren Göttern, ich will ein gleiches tun! Tue nicht also Gott, deinem Gotte, denn alles was Gott verabscheut, was Er hasset, tun sie zu Ehren ihrer Götter, denn selbst ihre Söhne und Töchter verbrennen sie im Feuer ihren Göttern“ – Daß die Tötung des Menschen, also die Begehung des größten Verbrechens, angeblich zu Ehren Gottes, als angeblich gottedienstliche Handlung, das Verbrechen des Mordes zur entsetzlichsten Gotteshöhnung steigern würde, ist an sich klar. Daß die Gesetze Gottes ferner von keinem Menschen aufgehoben werden können, auch von keinem Wunder vollbringenden Propheten, ist ausdrückliche Vorschrift desselben Gesetzes. Daß sich demgemäß niemand  etwa durch ein Gelübde ein Verbrechen, wäre es auch die Übertretung des kleinsten Verbotes, zu einer erlaubten, geschweige denn gottgewollten oder gar gottesdienstlichen Handlung und Pflicht gestalten könne, ergibt sich unmittelbar daraus. Ferner ist es ebenso selbstverständlicher wie ausdrücklich ausgesprochener Grundsatz, daß niemand einen Gegenstand dem Heiligtume weihen könne, der ihm nicht gehört. Nun gibt es aber nichts, was also als höchstes Heiligtum dem Eigentums- und Verfügungsbereiche des Menschen entzogen ist, wie das Leben eines andern. Steht ihm doch über sein eignes Leben kein Recht zu; wohl aber ist’s ihm heilige Pflicht, auch das eigene Leben nicht zu verkürzen. Daher wird auch von den Weisen bei der Besprechung dieses Falles nach der eine Ansicht das ganze Gelübde für nichtig weil gegenstandlos erklärt, nach der anderen wäre in diesem Falle nur die Weihung eines bestimmten Geldbetrages unter dasselbe zu begreifen gewesen. Die buchstäbliche Ausführung aber, falls sie wirklich geschehen, war unter allen Umständen als entsetzlicher Mord verdammt. Siehe Taanith 4, a. Vergleich auch מ"ר חיי שרה und בחקותי Ende. Es gibt nun, a.a.O. Ansichten daß Jephta aus Unkenntnis des Gottesgesetzes das Schreckliche verübt habe, und deshalb von schwerer Heimsuchung getroffen worden sei. Ebenso sei auch der damals noch lebende Pineas, als höchste Autorität, der göttlichen Strafe verfallen, weil er es unterlassen, rechtzeitig aufklärend einzuschreiten und so den Mord zu verhindern. Wir hätten dann in diesem in „frommer Gesinnung“ verübten Morde nur eine Frucht der entsetzlichen Verwilderung und Entartung, die in der Eingangs zitierten Stelle des vorigen Kapitels geschildert wurde. Eine Vernichtung auch des Teuersten zu Ehren der Götter ist ja nach der heidnischen Vorstellung etwas durchaus Religiöses, und eine Vollbringung, wenn einmal den Göttern gelobt, verstand sich ja ganz von selbst. Das bedauernswerte Geschlecht war ja in Unkenntnis des göttlichen Gesetzes herangewachsen, „Gott aber verließen sie, und Ihm haben sie nicht gedient“ – schließt die oben angeführte Stelle. Rührend ist die Ergebung der unglücklichen Tochter und ergreifend  sind die Worte, mit denen sie von den unseliger Verblendung befangenen Vater zu trösten sucht. Wir hätten hier  ein krasses Stück Heidentum, wie es sich in seiner abschreckenden Gestalt darstellt, das von der damaligen vermeintlichen Aufklärung und dem damaligen Streben, sich mit den anderen Völkern zu vermischen, in das Judentum oder vielmehr in die Vorstellungen unwissender jüdischer Kreise hineingetragen worden war. Jene Unterstellungen, als seien in früheren Zeiten Menschenopfer auch vom Judentum gebilligt gewesen, zerfließen also im Lichte der geschichtlichen Tatsachen und der authentischen Quellentexte in nichts. Beiläufig erinnern wir hier noch an das Entsetzen, welches die Kön. II. 3,27 berichtete Tat des Moabiterkönigs Mescha bei den Juden hervorrief, der seinen Sohn opferte, und auf den der Gottesausspruch Jeremias 19,5: אשר לא צויתי „was Ich nicht geboten“, Taanith a.a.O., bezogen wird.

    Übrigens wird diese Ansicht, die wir mit gutem Grunde zuerst besprochen haben, durchaus und mit vollem Rechte nicht von allen Commentatoren geteilt. Nach einer Erklärung wäre das ו des והעליתיהו עולה, wie nicht selten, ein distributives, soviel wie או, oder; vergl. .מכה אביו ואמו Das Gelübde wäre also von vornherein bedingungsweise ausgesprochen gewesen. Das aus dem Hause Heraustretende soll Gottes sein, d.h. soll seinem Werte nach, wofern es sich nicht zum Opfer eignet, den Heiligtumszwecken dienen, in anderen Falle aber: werde ich es als Emporopfer darbringen.

    Eine unbefangene Betrachtung des Textes spricht ohnehin dafür daß das Wort nicht buchstäblich ausgeführt worden. Vielmehr läßt V.39, der berichtet, daß nach zwei Monate ihr Vater sein Gelübde an ihr vollzogen, welches er gelobt, und daß kein Mann ihr genaht sei und daß es zur Regel in Jissroél wurde, daß von Jahr zu Jahr vier Tage im Jahre die Töchter Jissroéls hinzogen, um mit Jephtas Tochter zu klagen – namentlich durch die Worte איש לא ידעה es als die natürliche Erklärung erscheinen, daß ein eheloses Leben in der Einsamkeit unter der Erfüllung dieser „Weihe an Gott“, diesem Opfer verstanden sei. Die Grundvorstellung  des Gelübdes bleibt dabei immer noch eine heidnische, ebenso der Gedanke, ass ein solches Leben der Ausdruck einer ausschließlichen Gotthörigkeit sei. Jüdisch dagegen ist der Aufschrei des verzweifelnden Vaters und die Klage der jüdischen Mädchen, die mit der Vereinsamten alljährlich deren verlorenes Leben beweinten. Es ist der jüdische Protest gegen die Vorstellung, die in der Weltflucht einen heiligen Gottesdienst erblickt und nicht vielmehr in der Bewahrung der Reinheit des in der Betätigung und Verwendung aller gottverliehenen Kräfte, der leiblichen wie der geistigen, in einem pflichtgetreuen, frischen und heiteren tatkräftigen Leben die eigentliche Gott dienende Lebensvollendung erblickt. Eine Anschauung, die nur in der Lehre von der Erhebung über die sittliche Unfreiheit, wie sie in der Reinheitslehre des ersten Kapitels der Sidra von der פרה אדמה gelehrt und gepflegt wird, ihre Wurzel und ihren daurnden Grund hat.

    Die Haftora bricht freilich vor dem Schlusse des Kapitels ab, um nicht mit etwas Trüben zu enden. Der Gedanke an diesen Ausgang wird darum nicht minder lebhaft durch die Erwähnung des Gelübdes in die Seele gerufen. Sollten wirklich bloß die diplomatischen Verhandlungen mit den Ammonitern mit ihrer Bezugsnahme auf die Vorgänge die in der Sidra erzählt werden, das Bindeglied zwischen ihr und der Haftora bilden, so würde diese bereits mit V. 29 schließen, dem Beginn des Kampfes, des verhängnisvollen Gelübdes jedoch gar nicht erwähnen.  

     

     

    (Die Haftoroth übersetzt und erläutert, Frankfurt am Main 1896: S. 268 -276  Kommentar zu Richter Kap 11 V.1…) 

    17-06-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    16-06-2021
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    Rabbiner Dr. Salomon BREUER

                    (1850 – 1926)

     

     

    חקת

     

    Belehrung und Mahnung zur Wochenabschnitt

    Chukass

     (Auszug)

     

    ...

    Wie aber Gott den harten Fels zur Aufnahme von Wasser und zum strömenden Quell zu gestalten weiß, so ist auch Gott gewillt, uns für die Aufnahme seiner Thora und deren volle Verwirklichung zu gewinnen und uns zu Trägern der Thora zu erziehen. In Refidim, unmittelbar nach der Auszug aus Mizrajim, ward der Fels zur Aufnahme des Wassers und zum strömenden Quell gestaltet, da musste er mit dem Gottesstab geschlagen werden; in Kadesch, kurz vor dem Eintritt in das heilige Land, versagte der Fels seinen Wasserreichtum, da sollte mit dem Gottesstab in der Hand zu ihm gesprochen werden, daß ihm aufs neue der Wasserquell entströme. – Gibt  es herrlichere Bilder, um uns die erzieherischen Maßnahmen zu vergegenwärtigen, mit denen Gott uns zu Trägern seiner Thora zu gewinnen weiß? 

    אמר הקב"ה כבדתי את ישראל בעולם שנקראו אבן שנ' משם רעה אבן ישראל Gott spricht: Geehrt habe ich Jissroél vor aller Welt, da ich es „Stein“ nannte, heißt es doch: „Gott weidet den Stein Jissroéls“. Wir haben in anderen Zusammenhang[1] dieses Weisheitswort ausführlich behandelt und erinnern hier nur in aller Kürze an folgenden Momente: Wiederholt wird dem jüdischen Volk in seinen heiligen Urkunden seine Hartnäckigkeit vorgehalten, כי עם קשה ערף הוא. In diesem Charakter liegt unsere Untugend, aber auch unsere höchste Tugend: schwer hält es, uns für unseren Gottesberuf zu gewinnen, aber einmal gewonnen, haben wir noch stets gezeigt, daß wir mit derselben „Hartnäckigkeit“ und Unbeugsamkeit an der einmal erkannten Wahrheit festhalten. Hart wie der Stein waren und sind wir, aber diese Härte gereicht uns zur „Ehre“.

    Diesen אבן ישראל diesen „Stein Jissroéls“ für seine gottgewollte Bestimmung empfänglich zu machen war der Zweck der wunderbaren Ereignisse, die seinen Geschichtsweg vom Auszug aus Mizrajim bis zum Eintritt in das heilige Land begleiten; ihnen sollte es gelingen, dieses עם קשה ערף zu stolzen Trägern des Gotteswillens zu erziehen, den „verschlossenen Stein“ zur Aufnahme göttlicher Thorawahrheit zu gestalten, die als lebendiger Quell ihm fortan entströmen sollte. – Diesem Gedanken verleiht auch das Hallel (K.114): es sieht בצאת ישראל ממצרים Jissroél aus Mizrajim ziehen, bestimmt, fortan Gottes Herrschaft sich zu weihen – jedoch היתה יהידה לקדשו (weiblich!) noch war es erst ein schwacher Anfang, und gar viele fehlte noch zu seiner Vollendung – erst mussten übermächtige Wunder ihr Werk verrichten, von Gott, dem „Gotte Jakobs“, gesandt, da es galt ההפכי הצור אגם מים חלמיש למעינו מים „den harten Fels zur Aufnahme von Wasser, Kieselstein zum strömenden Quell zu wandeln“.

    Das war das Werk des „Gottesstabes“. Derselbe Gottesstab, der Pharaos steinernes Herz schlug, sollte auch den „Stein Jissroél“ erziehen. וידעת עם לבבך כי כאשר ייסר איש את בנו ה' אלקיך מיסרך „Wie ein Mann seinen Sohn erzieht; so erzieht Gott, Dein Gott, dich (Deut. 8,5). Die schmerzliche Einwirkung in der Erziehung hat nicht nur ihre Berechtigung, sie ist vielmehr notwendig, solange das mahnende Wort nicht ausreicht. חושך שבטו שונא בנו „Wer die Züchtigung unterläßt, haßt sein Kind“ (Mischle 13,24), worunter jede schmerzliche Einwirkung verstanden wird, die im Versagen eines Wunsches und dergl. mehr sich zeigt und die im äußersten Fall auch zur körperlichen Züchtigung greift. Diese schmerzliche Einwirkung ist jedoch in der Erziehung nur solange geboten, als Herz und Gemüt sich dem Guten und den Forderung der Pflicht versagen. Ist aber einmal das Herz empfänglich und der Sinn aufnahmefähig, dann tritt das mahnende und belehrende Wort in sein Recht. בשפתי נבון תמצא חכמה ושבט לגו חסד לב „Die Lippen der Einsicht erwirken Weisheit, die Züchtigung für den Rücken des Vernunftlosen“ (das.10,13); und treten auch Augenblicke ein, in denen das Herz sich zu versagen scheint, dann genügt schon der Hinweis auf die drohende schmerzliche Einwirkung, um die Hemmung zu beseitigen: עולת קשורה בלב נער שבט מוסר ירחיקנו ממנו „Und wenn sich die Torheit an das Herz des Knaben bindet, dann genügt die belehrende Zucht, um sie von ihm zu entfernen“ (das. 22,15).

    So sollte auch der Gottesstab nur solange auf den „Stein Jissroél“ unmittelbar einwirken, als er in verschlossener Festigkeit sich der Aufnahme des „Wassers“ versagte; war dies aber nicht mehr der Fall, hatte er sich der Aufnahme des Wassers geöffnet, mochte auch der strömende Quell für den Augenblick versiegen, so genügte fortan das mahnende Wort des Führers mit dem Stab in der Hand, genügte שבט מוסר der warnende Hinweis auf den Stab, ונתן מימיו daß der Fels das Wasser, das er besaß, wieder in strömender Fülle hergab. In Refidim, unmittelbar nach dem Auszug aus Mizrajim, wo es galt, den Sein zur Aufnahme des Wassers gefügig zu machen, wo – um mit den Weisen zu sprechen – שהיה סלע קטן „der Fels noch klein war“, da musste er mit den Gottesstab ומטך אשר הכית בו את היאר (Ex.17), mit dem auch Pharao gezüchtigt wurde, geschlagen werden; in Kadesch jedoch, wo der Stein sich längst der Wasseraufnahme geöffnet hatte, die Wüstenwanderung mit ihren erzieherischen Einwirkungen zurücklag und es nun galt; in einem Augenblick, da „die Torheit sich an ihr Herz band“, in einem Augenblick der Verirrung und der Schwäche den stockenden Quell wieder der Verirrung und der Schwäche wieder zum Fließen zu bringen, da sollte nach dem Gotteswillen das mahnende Wort Mosches mit dem Stab in der Hand genügen, um den Gels zu veranlassen, daß er aufs neue sein Wasser gebe: קח את המטה ודברת אל סלע ונתן מימיו.

    Mosche und Ahron aber – wer kann es ihnen nicht nachfühlen! – sehen sich am Ende dieser prüfungsvollen, erfahrungsreichen Wüstenwanderung durch diese traurige Szene am Felsen wieder an den Anfang ihrer erzieherischen Arbeit zurückversetzt: war nicht alles vergebens, ist nicht alles wie zu Beginn der Wüstenwanderung – der erbärmliche Mangel an אמונה – ist es nicht wieder der verschlossene, harte Fels von damals, der nur durch unmittelbare Einwirkung des Gottesstabes zur Aufnahme von Wasser bestimmt werden kann – ? כי המרו את רוחו ויבטא בשפתיו und so sprechen die Führer Worte schmerzlicher Erregung שמעו נא המורים – und in ihrer begreiflichen Erregung handeln sie so, wie sie damals handeln mußten, da sie am Anfang ihrer Erziehungsarbeit standen – ויך את הסלע במטהו פעמים – „und er schlug den Fels mit seinem Stabe zweimal – „.

    Wo aber Gott nicht „verzweifelt“, müssen und dürfen auch Menschen nicht verzweifeln: Gott aber sah, wie trotz aller Verirrung und Schwäche der Fels, der „Stein Jissroéls“, das Wasser bereits in sich barg und es nur den mahnende Worte des Führers „mit der Stab in der Hand“ bedurfte, um den Fels wieder in einen sprudelnden Quell zu wandeln ונתן מימיו. –  

    Oh, daß wir heute alle soweit wären, daß Gottes Thora von uns allen aufgenommen wäre – und wenn in Stunden der Schwäche und der Prüfung der Lebensquell der Thora in uns zu versiegen droht, es nur des mahnenden Wortes des Führers mit „dem Stab in der Hand“ bedürfte, um in uns den Quell lebendigen Wassers aus neue zum Strömen zu bringen!

    Aber selbst wenn jüdischen Herzen der Aufnahme der Thora verschlossen sind, ist Gott unentwegt am Werke, „den harten Fels zur Aufnahme von Wasser, Kieselgestein zum strömenden Quell zu wandenn“ ההפכי הצור אגם מים חלמיש למעינו מים.

     

    Quelle: Rabbiner Dr. Salomon BREUER  Belehrung und Mahnung vierter Teil Numeri  J.Kaufmann Verlag Frankfurt am Main 1935 S. 50 - 53



    [1] (Siehe Belehrung und Mahnung Bd. II, 15 ff).

    16-06-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    15-06-2021
    Klik hier om een link te hebben waarmee u dit artikel later terug kunt lezen.„Misrachistische Begriffsverwirrung“ Jüdische Monatshefte 1918 Heft 3 u. 4
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    „Misrachistische Begriffsverwirrung“



    Leitartikel  5. Jahrgang, Heft 3 u.4 zu lesen in Beilage.
    Zur Einführung genügt zu sagen daß es um eine Replik geht auf einen Artikel erschienen im  verwirrungsstiftender  Berliner „Jeschurun“ von Dr. J. Wohlgemuth.

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    15-06-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    14-06-2021
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    Rabbiner Dr. Leo BRESLAUER

                 (1894-1983)

     

    ובקשו

     

    „Ein  jüdisch-geschichtlicher Wegweiser“ von  Leo BRESLAUER. Frankfurt am Main  5695/1935








    17.      Bowel

    18.      Die erste Kompensierung

    19.      Aktuelle Trieblichkeit


    Es freut uns – in Beilagen –  drei weitere Skizzen (S. 29 bis 35) aus dieses rabbinische Meisterwerk zu liefern:

    Bijlagen:
    BRESLAUER Leo Uwakschu 29b.jpg (82 KB)   
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    14-06-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    13-06-2021
    Klik hier om een link te hebben waarmee u dit artikel later terug kunt lezen.Psalm 106,32 und Sprüchlein zur Wochenabschnitt Chukass
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    חקת

     

    ויקציפו על מי מריבה, וירע למשה בעבורם:

     

     

    „Sie erzürnten beim Haderwasser, und Mausche erging es übel um ihretwillen.“

    (Psalm 106, 32 Übersetzung Rabb. Samson Raphael HIRSCH)

     



    1.

    Der Herr verschont nicht Seinen Frommen

    Und waltet strenge im Gericht,

    Der Strafe soll er nicht entkommen,

    Verletzt er einmal seine Pflicht.

    2.

    Auch Moses selbst, er mußte tragen

    Die Strafe ernst von Gottes Hand,

    Denn weil er auf den Fels geschlagen,

    Betrat er nie das heil’ge Land.

     

    Aus: Erbauungsbuch „Bibel- und Talmudschatz“ J.H. Kohn S. 320  13.Auflage Hamburg 5691 – 1931 S.135

     

    Die beste Anschrift für antiquarische Judaica:

    Antiquarische Buchhandlung „Spinoza“ in Amsterdam

    Inhaberin: Frau Manja BURGERS

    http://www.spinozabooks.com

    13-06-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    11-06-2021
    Klik hier om een link te hebben waarmee u dit artikel later terug kunt lezen.Rabbiner Dr. Raphael BREUER 'S.R. HIRSCH und der Chassam Sofer'
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    Rabbiner Dr. Raphael BREUER

              (1881-1932)

     

    Auszug aus seinem Aufsatz „Das orthodoxe Judentum in Mitteleuropa“

     

    …Es bedarf nur ein flüchtiges Einblicks in unsere eigene Geschichte, um zu erkennen, wie innig seit je der Konnex zwischen uns und der orthodoxen Judenheit der österreichisch-ungarischen Monarchie gewesen ist. Wir wollen nur ein paar Tatsachen zusammenstellen.

     

    Der Stolz der ungarischen Orthodoxie, der Chassam Sofer זצ"ל war uns zu einer Zeit bekannt, als wir von den russischen Größen kaum mehr als den Namen wussten. Ungarn lag uns näher als Russland. Der Chassam Sofer selbst fühlte sich sein ganzes Leben hindurch mit Frankfurt und Führt auf das innigste verknüpft. Lebte er heute, dann würde die gesamte deutsche Orthodoxie eine Agudas Jisroel ohne Ungarn als eine unmögliche Rumpf-Aguda empfinden. Selbst S.R. Hirsch, der vielleicht unter allen seinen Zeitgenossen, das feinste kritische Empfinden für die Unzulänglichkeiten einer Zeit besaß, die mit wohlfeiler Connivenz lauter „גאונים“, lauter „Eminenzen“, lauter “große Leuchten“, lauter „Wunder der Zeit“, lauter „מופלגים ומופלאים“, lauter „anzustaunende“ Wissensgrößen schafft“ (Ges. Schr. IV,353), beugte sich voll Bewunderung und Ehrfurcht vor der ragenden Größe des Chassam Sofer, „des Größten unter allen im zeitgenössischen Andenken lebenden Größen, des Mannes mit dem hellen Auge, mit dem milden Sinn, mit dem scharfen Geist, mit dem umfassendsten Wissen, mit dem geradesten Urteil, des Mannes, vor dessen Namen…alle lebenden Rabbinen tief und willig ihr Haupt neigen…den wahrlich nicht als Floskel die jüdische Welt: רבן של כל בני הגולה, den „Lehrer der ganzen Judenheit“ nennt!“ (das. S.401). Als zu Beginn des vorigen Jahrhunderts die Errichtung des Reformtempels  in Hamburg  jene berühmte Gutachtensammlung veranlasste, das ס' דברי הברית, worin die größten rabbinischen Autoritäten der damaligen Zeit jede liturgische Reform als einen Bruch mit den Grundlagen der Religion erklärten, da war es der Chassam Sofer, der sich in einen Gutachten mit besonderer Ausführlichkeit und mit einer Energie aussprach, die sich nur aus der nahen Beziehung erklärt, die schon damals zwischen der deutschen und ungarischen Orthodoxie bestand. Wir hatten eben hüben und drüben ungefähr gleichzeitig die gleichen Erlebnisse. Die Arader Reform des Aron Chorin, den der Chassam Sofer אחר nannte – eine ironische Bezeichnung, welche die Anfangsbuchstaben des Namens und die Ähnlichkeit mit Elischa ben Abuja nahelegten – war so gut wie die Hamburger ein deutsches Gewächs.

    Diese nahen Beziehungen innerhalb der mitteleuropäischen Orthodoxie sind auch in der Folgezeit niemals unterbrochen worden. Es war sicherlich kein Zufall, daß S.R. Hirsch von Emden nach Nikolsburg kam. Noch heute dürfte eine ähnliche Berufung in eine jüdische Gemeinde Russlands auf große Schwierigkeiten stoßen. In Mähren dagegen fühlte man sich schon damals der deutschen Orthodoxie nahe genug, um auf den schwierigen und verantwortungsvollen Posten des Landesrabbiners eine Persönlichkeit zu berufen, von der man sich gerade auf Grund ihrer bisherigen Wirksamkeit in deutschen Gemeinden die Erfüllung weitgehendster Zukunftshoffnungen versprach. Wenn es nun aber auch S.R. Hirsch, nur zum Teil gelang,  die großen Erwartungen, die man in Mähren auf ihn setzte, zu verwirklichen, wenn auch heute gesagt werden muss, daß die Lebensbasis der mitteleuropäischen Orthodoxie in Nikolsburg so wenig zu finden ist, wie in Oldenburg und Emden, so dürfen uns doch die faktischen Widerstände, weil sie nicht allen Blütenbäume reifen ließen, nicht ganz dazu verleiten, die symptomatische Bedeutung jener Berufung an und für sich zu unterschätzen. Es steht eben doch fest, daß die spezielle Vorzüge, die einen Mann  S.R. Hirsch zierten, auch in Mähren Beachtung und Verständnis fanden, auch wenn es dort manche Kreise gab, die in wehmütiger Rückerinnerung an Gestalten wie R. Mordechai Baneth u.a., die Hirschs Vorgänger auf dem Nikolsburger Rabbinat waren, den Wandel der Zeit nicht  tief und laut genug beklagen konnten.

    Diese Kreise fanden sich in Hirsch nicht zurecht. Sie stießen sich an Äußerlichkeiten und wussten mit der originellen Art, wie der neue „Landrow“ die Thora lernte und lehrte nichts rechtes anzufangen. Sehr bezeichnend hierfür ist eine Reminiszenz meines Vaters über den Eindruck, den S.R. Hirsch auf meinem Urgroßvater ז"ל machte, als dieser gelegentlich eines Besuches auf dem קבר seines Lehrers R. Mordechai Baneth ז"ל einer Predigt Hirschs an einem שבת חיי שרה zuhörte. Nach langen Jahre noch pflegte mein Urgroßvater, der zu den hervorragendsten רבנים Ungarns zählte, kopfschüttelnd von dieser דרשה des Nikolsburger Landrow zu erzählen, in der von nichts anderem die Rede war als von „Sara“ und nochmals „Sara“ … Wir haben es heute leicht, über solche Eindrücke zu lächeln, wir sollten sie aber niemals außer Berechnung setzen, wenn wir bei der Schaffung des Riesenwerkes einer Weltorganisation  der orthodoxen Judenheit auf das einzig sichere Fundament der inneren Gemeinschaft nicht verzichten zu wollen.

     

    Mit der Hilfe des Allmächtigen hoffen wir eines Tages der ganzer Aufsatz hier zu publizieren.

     

    Quelle: דרש טוב לעמו Jüdische Monatshefte Jahrgang 3 Heft 6 Siwan 5676 – Juni 1916  S. 166-169

    11-06-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    10-06-2021
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    Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH

                  (1833 – 1900)

     

    הפטרת פרשת קרח

     

    Aus dem Kommentar zur Haftoro des Wochenabschnittes Kaurach

     

     

    Samuel I, Kap. 11, Vers 14 und folgende

    Es ist ein ergreifendes Stück jüdischer Geschichte, das die  Haftora unseren Blicken entrollt. Es ist die Geburtsstunde des jüdischen Königtums, das denn doch ein ganz anderes war, als das in der Thora vorgesehene. Diese kennt nach außen nur Gott als allmächtigen Schirmherrn des Volkes, das des Gottesschutzes sich durch treue Erfüllung des Gesetzes und als seine Aufgabe nur die unablässige Fürsorge für die Erkenntnis und Erfüllung dieses Gesetzes. Nicht dies war die Meinung des nach einem König verlangenden Volkes gewesen. Sie hatten vielmehr (Sam. I 8,20) einen König gefordert „nach Weise der Völker“, um ihr Recht zu vertreten, der sie in den Krieg und zum Siege führe. Nachdem nun Saul auf Gottes Geheiß zum Könige eingesetzt worden war und durch seine energische Sammlung der Stämme Jissroéls und die geschickte Kriegsführung gegen den übermächtigen Ammoniterfürsten das eben noch verzagte Volk zum Siege geführt und sich die freudige Anerkennung des ganzen Volkes erworben hatte, lud Samuel das in freudiger Erregung geeinte Volk nach Gilgal, um dort „das Königtum zu erneuen“, in Wahrheit um dem gesamten Volke den einen Weg und die eine Richtung zu zeigen, durch deren Innehaltung allein das Königtum zum Segen gereichen und Volk und König einer glücklichen Zukunft entgegen gehen würden, wie dies Kap. 12, 13-15 ausgesprochen ist. In Wahrheit ist die hier, im Gegensatz „zur Weise der Völker“, erneute Königsherrschaft die Herrschaft Gottes. Nicht umsonst heißt es hier sofort (Kap. 11,14): sie setzten Saul zum König ein לפני ה', „vor Gott“, und opferten dort Friedensmahlopfer „vor Gott“. Die Worte: „Gott ist in Wahrheit euer König!“ (Kap. 12, 12) und die Mahnung, daß Volk und König sich stets in der Nachfolge Gottes, dieses seines wahren Königs, wie in aller Vergangenheit so in aller Zukunft zu halten habe, sie bilden die „Erneuerung“ der Gottesherrschaft, zu der Samuel Volk wie König nach Gilgal geladen hatte.

    Unter diesem Gesichtspunkte erscheint aber auch der Umstand in ganz neuem Lichte, daß gerade nach Gilgal Samuel das Volk zur Retablierung der Gottesherrschaft berief; War doch Gilgal (s. Josua 4, 19 ff.) die erste Lagerrast, die Jissroél auf den Boden „seines“ Landes gewonnen. War es doch die Örtlichkeit, der gegenüber auf Gottes Geheiß die hochgehenden Fluten des Jordan sich vor der Lade des Gottesgesetzes geteilt hatten! Erinnerten doch an diesen strategischen Flußübergang ohne Gleichen die dort als Denkmal errichteten zwölf Steine aus dem Flußbette, auf denen die Priester während des Übergangs gestanden hatten! War doch endlich Gilgal die Stätte, wo der jüdische Feldherr zuerst das „Schwert“ gebraucht hatte auf jüdischem Boden, ach es waren – „steinerne Schwerter“, um die ganze waffenfähige Mannschaft des Volkes, das an der Schwelle des feindlichen Landes sich befand, dem göttlichen Befehle gemäß zu beschneiden, sie also im Angesicht der Feinde zeitweilig kampfunfähig zu machen und so das ganze Volk dem Schicksal der einstigen Bewohner Sichems (1 B.M. 34,25) auszusetzen! An diese Bekundung der Gottesallmacht, als des eigentlichen Verleihers des Landes, aber auch an diese Bekundung der heldenmütigen unbegrenzten Hingebung an die Gottesführung von Seiten des ersten Führers und von Seiten des Volkes erinnerte somit die Stätte, zu der Samuel das Volk berief, um es zur Besinnung und zur Selbsterkenntnis zu bringen, da der erste König eingesetzt wurde.  – Vergl. unsere Ausführungen zur Haftora des ersten Tages Péßachs.

    Die hoheitsvolle Persönlichkeit Samuels, der vorzeitig an dem frühen Abend seines Lebens von der führenden Stellung zurücktritt und das ganze Volk zu Zeugen aufruft über den Gebrauch, den er von seiner Gewalt gemacht habe, ist eine der hehrsten Gestalten in unserer und der Menschheit Geschichte, deren Erhabenheit allem Anwurf entrückt bleibt, mit dem eine sich wissenschaftlich nennende, jedoch von der willkürlichsten Entstellungen und phantasievollsten Erdichtungen nicht zurückschreckende Geschichtsschreibung gerade Samuels Bild zu entstellen und ihn durch Andichtung aller möglichen, au dem Boden des Judentums widersinnigen, hierarchischen Gelüste und Intrigen herabzuwürdigen sucht.

    Bedenken wir ferner, daß der selbige Samuel, der in diesem geschichtlich bedeutungsvollen Augenblick mit solchem Nachdruck, mit solcher Eindringlichkeit jeden Gedanken an die Herrschaft eines Menschen in Jissroél „nach der Weise der Völker“ bekämpft und die ausschließliche Gotteswaltung in  die Führung Jissroéls und in der Gestaltung seines Geschickes dem Volke ins Bewußtsein ruft, der sich so in Wahrheit als das verkörperte nationalen Gewissen bewährt, als der Fortträger des hohen Geistes des unsterblichen ersten Führers der Nation, daß dieser Samuel nach Chron. I 6,21 f. der Abkömmling – Kaurachs war, desselben Kaurach, der, von niedrigem Neide erfüllt,  die Göttlichkeit der Sendung Mosis leugnete und das Volk zum Abfall zu verführen suchte, um sich zu seinem Herrscher zu machen: so begreifen wir, warum gerade dieser Abschnitt zur Haftora dieser Sidra gewählt ist, und beugen uns in Ehrfurcht vor der Allmacht und Weisheit der göttlichen Erziehung, die für den Dienst ihrer Waltungsziele aus solchem Stamme solchen Sprößling zu gewinnen wußte.

     

     

    (Die Haftoroth übersetzt und erläutert, Frankfurt am Main 1896: S. 416 -423  Kommentar zu Samuel Kap 11 V.14…) 

    10-06-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    09-06-2021
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    Rabbiner Dr. Salomon BREUER

                    (1850 – 1926)

     

    קרח

     

    Belehrung und Mahnung zur Wochenabschnitt

    Kaurach

     (Auszüge)

     

    מזמור לאסף אלקים באו גוים בנחלתך טמאו את היכל קדשך שמו את ירושלים לעיים „Psalm Aßafs. Gott, Völker sind in dein Erbe gekommen, haben dein Heiligtum verunreinigt, haben Jeruschalaim zu Trümmern gemacht“ (Psalm 79).

    קינה מיבעי ליה מה ת"ל מזמור fragen die Weisen, hätte es nicht heißen müssen: Klage Aßafs – ist doch von dem Untergang des Heiligtums und der Zerstörung Jeruschalaims die Rede – und warum doch: Lied Aßafs? Und sie antworten mit einem Gleichnis: Die Tochter eines armen Mannes ging zum Brunnen, um Wasser zu schöpfen, da riß  der irdene Eimer ab und fiel in den Brunnen; das arme Mädchen schrie auf und weinte. Da kam eine Königstochter, um mit goldenem Eimer Wasser zu schöpfen; da riß auch ihr der Eimer ab und fiel in die Tiefe. Da freute sich das arme Mädchen, denn es sagte sich: wer den goldenen Eimer aus der Tiefe holen wird, wird auch meinen irdenen Eimer mit heraufholen. So auch Aßaf: als er sah, daß die Tore Jeruscholoims von der Erde verschlungen wurden, sagte er sich: Wer einst Jeruscholoim wieder erbauen wird, wird auch meinen Großvater Kaurach aus der Erdentiefe wieder erheben, daher: מזמור לאסף Gesang Aßafs. –

    Ein trauriges Kapitel aus der Wüstengeschichte unseres Volkes hat das Gottesbuch uns in unseren heutigen Sidra aufbewahrt. Kaurach und seine Genossen wagen verbrecherische Empörung wider Mausche und Ahron: diese sind ihnen herrschsüchtige Gewalthaber, die die Herrschaft über das Volk gerissen, sich Priesterwürde angemaßt, wo doch, wenn überhaupt Priester nötig, „die ganze Gemeinde, alle in ihren einzelnen Gliedern heilig“ und daher des Priestertums würdig seien. – Was aber als das Erbärmlichtse an dem ganzen Vorgang erscheint, ist die Tatsache, daß es Kaurach und Genossen gelingt, für diese Empörung, die nichts Geringeres als Empörung gegen Gott, Leugnung der Göttlichkeit der Thora und der durch sie verbrieften Göttlichkeit der Sendung Mausches und Ahrons bedeutete, nicht etwa die „Hefe“ des Volkes, sondern 250 Männer aus Jissroél נשיאי עדה קריאי מועד אנשי שם „Fürsten der Gemeinde, zur Versammlung Berufene, Männer von Namen, zu gewinnen und mit sich fortzureißen! Wie war das möglich? Ist aber das nicht eine Frage, deren Beantwortung leider auch heute noch von höchster lehrreicher Bedeutung ist? –  …

    …Das gilt für das jüdische Einzelleben, das gilt aber auch für das jüdische Gemeinde und Gesamtheitsleben. Nicht mit einemmal ist es in jüdischen Gemeinden Nacht geworden ויהי ערב. Von dem offenen, vollendeten Abfall von Gott und seiner Thora hätte sich noch zu allen Zeiten, ein jeder, dessen Herz warm für Thora und Mizwauss schlägt, abgewandt und mit desto größerer Hingabe für die Erhaltung der göttlichen Heiligtümer sein Leben eingesetzt, je mehr sie frivoler, kecker Hand bedroht gewesen wären. Der Abfall aber verstand es; klug und vorsichtig – Gott und Thora im Munde – sich erst den Boden in der jüdischen Gemeinde zu erobern, ehe er mit seinem radikalen Zerstörungswerke sich hervorwagte. Unserer traurigen Gegenwart freilich scheint es vorbehalten geblieben zu sein, den Versuch wagen zu dürfen, ערב  „Mischung“ selbst zwischen „Tag und Nacht“; zwischen Gesetzestreue und vollendeter Gesetzesverleugnung durch deren paritätischen Anerkennung innerhalb einer jüdischen Gemeinde zu vollziehen! An diese scheinen die Weisen nicht gedacht zu haben. – 

     Nie und nimmer wäre es Kaurach und Genossen, die nach der Ansicht der Weisen, wie es ja aus dem ganzen Vorgang hervorgeht, vollendete אפיקורסים waren, gelungen, Männer von Namen, Fürsten der Gemeinde für ihre verbrecherischen Pläne zu gewinnen, wären sie mit ihrem vollendeten Abfall von Gott und Thora offen hervorgetreten. So aber ויהי ערב, אלו מעשיהם של רשעים verstanden sie es, ihrem Abfall den Schein der Gesetzlichkeit zu geben und ihn mit dem Mantel der Heiligkeit zu verhüllen – „Mausche und Ahron maßen sich zuviel an כי כל העדה כולם קדשים ובתוכם ה' die ganze Gemeinde, sie alle sind heilig, und unter ihnen ist Gott – wir wollen, Gott behüte, nicht zerstören, wollen vielmehr aufbauen – jedes einzelne Mitglied der Gemeinde ist zur Führung berufen, soll an der Mizwo; Hohepriester zu sein, teilhaben – “  diesem im Zeichen des ויהי ערב sich vollziehenden Abfall ist es zuzuschreiben, daß er auch bis dahin hochstehende Kreise des jüdischen Volkes mit sich fortriß. – …

    …Dieses Verbrechen hat sich leider auch in der Folgezeit wiederholt, und zwar in solchem Ausmaß, daß in seinen Folgen die verhängnisvollste Katastrophe über Jissroél hereinbrach, unter deren Wucht wir noch immer zu leiden haben. Jeruschalaim und das Heiligtum des Gesetzes sanken aus den gleichen Ursachen in Trümmer. Hören wir unsere heilige Schrift (Chr. II, 36): וישלח ה' אלקי אבותיהם עליהם ביד מלאכיו השכם ושלוח כי חמל על עמו ועל מעונו, ויהיו מלעיבים במלאכי האלקים ובוזים דבריו ומתעתעים בנביאיו עד עלות חמת ה' בעמו עד לאין מרפא, ויעל עליהם את מלך כשדיים וגו' „Gott, Gott ihrer Väter, sandte ihnen seine Boten unablässig, den Gott hatte Erbarmen mit seinem Volke und seiner Stätte, sie aber verspotteten die Boten Gottes, verachteten seine Worte, machten seine Propheten zu Betrügern, bis Gottes Zorn wider sein Volk ausbrach rettungslos und Er wider sie den König der Chaldäer heraufführte. – “ Ist das nicht wortwörtlich die gleiche Versündigung, die gleiche Auflehnung wider die von Gott gesandten Männer, hören wir nicht die gleiche Sprache lästernder Geringschätzung und höhnender Empörung, nur mit del Unterschied, daß, während dort Kaurach an der Spitze der Bewegung stand, der nach den Worten der Weisen קרח אפיקורוס היה längst innerlich mit der Thora gebrochen und dessen Haß gegen die Gottesmänner nur die Folge seiner völligen Abkehr von Gott und Thora war, es hier, wie es ausdrücklich heißt (das.) כל שרי הכהנים והעם Priesterfürsten und die Elite des Volkes waren, die in unfassbarer Verblendung sich gegen die Gottesboten kehrten und den Untergang Jeruscholoims und des Heiligtums verschuldeten. –

    Und so sank Gottes Heiligtum in Trümmer טבעו בארץ שעריה und „in die Tiefe sanken seine Tore“, die gleiche Erde, die Kaurach, diesen wahrlich armseligen „Eimer“ verschlungen, verschlang auch den „goldenen Eimer der Königstocher.“ Wenn aber einst Jissroél, geläutert durch harte Leidenserfahrung, den Gottesmännern und Führern der Thora offenes und williges Ohr entgegenbringen¨, kein höheres Ziel kennen wird als von ihnen sich den Weg zu immer vollendeterer  Lebensheiligung weisen zu lassen, und Gott dann sein Heiligtum wieder aus Erdentiefe wieder erheben wird – wird dann Gottes verzeihende Liebe nicht vielleicht auch denen Zukunft gewähren, die in armseliger Verblendung einst den Kampf gegen Gottes Heiligtum geführt und in Wirklichkeit, wider ihr Willen, nur seiner umso größeren Anerkennung gedient haben? – Dieser tröstliche Ausblick vermochte trotz alles Jammers der Harfe eines Aßaf auch einen heiteren Ton zu entlocken. –מזמור לאסף

    …Lasset uns Gott helfen, die Zeit herbeizuführen, in der nach Prophetenverheißung vor dem sieghaften Lichte die Nacht weicht, vor der Macht der Gotteswahrheit die Lüge von der Erde schwindet והיה לעת ערב יהיה אור –   

     

     

    Quelle: Rabbiner Dr. Salomon BREUER  Belehrung und Mahnung vierter Teil Numeri  J.Kaufmann Verlag Frankfurt am Main 1935 S. 35 - 44

    09-06-2021 om 13:52 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    08-06-2021
    Klik hier om een link te hebben waarmee u dit artikel later terug kunt lezen.Rabbiner Samson Raphael HIRSCH: Kommentar Segenspruch „…der dem Hahne Verstand gegeben zu unterscheiden....“
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    Rabbiner Samson Raphael HIRSCH

     

    Kommentar Segenspruch  „…der dem Hahne Verstand gegeben zu unterscheiden zwischen Tag und Nacht.“

     

    ברוך Nachdem nach unserm Erwachen unsere Gedanken zuerst auf unsern Körper mit seinem wundervollen Bau und unsere Seele mit  ihrer göttlichen Reinheit und Bestimmung geschenkt und  wir durch beides zu erneutem  Treues Gelöbnis (ברוך)unserm Gotte veranlaßt waren, wird uns noch eine Reihe anderer, besonderer Momente vorgeführt, der sich unserm erwachten  Bewußtsein  darstellen und zu wiederholtem ברוך : Gelöbnis laden. Die Tages- und Nachtscheidung zuerst, mit welcher der Schöpfer unser ganzes hieniediges Sein in zwei Hälften geschieden, deren Eine der Wiedersammlung von Kräften und die Andere dem täthigen Lebensdienste angehört. Zugleich wird unsere Aufmerksamkeit auf die eigenartige Begabung des Vogels gelenkt, den der Schöpfer mit der Fähigkeit ausgestattet, den Anbruch des kommenden Tages zu wittern und durch lauten Ruf den Schläfern anzukündigen.  Es hat Gott ein jedes seiner Geschöpfe mit besondere Begabung für  besondere Bestimmung ausgestattet,  und so auch uns, wie dies sofort die folgende ברכות zu erwägen geben, für eine ganz eigenartige Bestimmung inmitten der Völker ausgerüstet und ausgesandt. Als noch die Nacht des Irrtums die Völker deckte, ward schon das jüdische Volk als Wecker der Morgenröte ausgesandt und wandert noch als Herold des kommenden Menschheitsmorgens unter den Völkern.

     

    „Jisraels Gebete“ übersetzt und erläutert von Samson Raphael HIRSCH, 2. Auflage, 1906 S. 5-6

    08-06-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    07-06-2021
    Klik hier om een link te hebben waarmee u dit artikel later terug kunt lezen.Rabbiner Dr. Leo BRESLAUER: „Ein judisch-geschichtlicher Wegweiser”(6)
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    Rabbiner Dr. Leo BRESLAUER

                 (1894-1983)

     

    ובקשו

     

    „Ein  jüdisch-geschichtlicher Wegweiser“ von  Leo BRESLAUER. Frankfurt am Main  5695/1935






    14.      Der Staat

    15.      Staatlichkeit und Staat

    16.      Königsgeschichten

     

    Es freut uns – in Beilagen –  drei weitere Skizzen (S. 20 bis 29) aus dieses rabbinische Meisterwerk zu liefern:

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    BRESLAUER Leo Uwakschu 20b.jpg (33.9 KB)   
    BRESLAUER Leo Uwakschu 21.jpg (120.5 KB)   
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    BRESLAUER Leo Uwakschu 29.jpg (36.5 KB)   

    07-06-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    06-06-2021
    Klik hier om een link te hebben waarmee u dit artikel later terug kunt lezen.Sprüche 24,21 und Sprüchlein zur Wochenabschnitt Kaurach
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    קרח

     

    ירא את יי בני ומלך עם שונים אל תתערב:

     

     

    „Fürchte Gott, mein Sohn und den König, unter anders Gesinnte mische dich nicht.“

    (Sprüche Salomos 24,21 Übersetzung Rabb. Dr. Willy WOLF, Köln a.Rh.)

     


    1.

    Beneide deinen Nächsten nicht,

    Wenn Würden ihn erheben,

    Wenn Lob von seinen Taten spricht

    Und Ehren ihm umgeben.

    2.

    Auch hege niemals Groll und Neid,

    Sei fern von allem Zanke;

    Von Hader, Meuterei und Streit

    Sei rein stets dein Gedanke!

     

    Aus: Erbauungsbuch „Bibel- und Talmudschatz“ J.H. Kohn S. 320  13.Auflage Hamburg 5691 – 1931

     

    Die beste Anschrift für antiquarische Judaica:

    Antiquarische Buchhandlung „Spinoza“ in Amsterdam

    Inhaberin: Frau Manja BURGERS

    http://www.spinozabooks.com

    06-06-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    04-06-2021
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    Rabbiner Samson Raphael HIRSCH

     

    שלח לך

     

    Aus seinem Kommentar zur Wochenabschnitt Schelach lecho

     

     

    Kap. 13: V.18 Und betrachtet das Land, wie es ist, und das Volk, das darin wohnt, ob es stark, ob es schwach, ob es gering an Zahl, oder ob es zahlreich ist.

     

    V.18 ….Erwägen wir die Bedeutung dieser Frage, so dürfte sie unter allen diejenige sein, die auf den ersten Blick als für das Unternehmen der Eroberung entscheidend erscheinen konnte. Ist die Bevölkerung stark, so macht sie die Eroberung schwierig, vielleicht unmöglich, ist sie schwach, fallen diese Bedenken weg. Und eben diese Auffassung der Frage soll vermieden werden.  Es ist für Jissroéls Interesse völlig irrelevant, ob die Bevölkerung stark, ob sie schwach ist; es ist dies kein Entwederoder, und sind daher auch gerade diese Fragen nur nebeneinander, als eine andere Modalität, nicht aber im Ausdruck des Gegensatzes gegeben. Damit dürfte denn überhaupt die ganze Sendung ein ganz anderer Charakter erteilt sein, als deren Antrag ursprünglich beabsichtigt. Nicht für den Zweck der Eroberung, sondern für ein in alle Folgezeit wichtig bleibende Belehrung sollte das Land in seiner jetzigen Beschaffenheit kennen gelernt werden. Was es an Land und Leute Nachteiliges in der Gegenwart zeigte, würde den unter Gottes Schutz und Segen aufblühenden Nachkommen einst Momente beglückender Vergleichung überliefern; was es an Fülle und Reichtum bot, würde ahnen lassen, zu welchem Gipfel des Heiles und Segens es unter einer von Gott geleiteten Entwicklung aufblühen werde; aber vor allem, was es an Macht und Größe in seiner kenaanitischen Gegenwart aufzuzeigen hatte, konnte allen Folgengeschlechtern der jüdischen Zukunft die Warnung  überbringen, wie alle Macht und Größe, und wäre sie riesig groß, die Nation nicht vor Untergang zu schützen vermöge; wenn sie es verabsäumt, in erster Linie in allem und mit allem dem göttlichen Sittengesetze zu huldigen. So bringt Amos (2,9) seinen sich sorglos der Entartung überlassenden Zeitgenossen das warnende Gotteswort entgegen: ואנכי השמרתי את האמרי מפניהם אשר כגבה ארזים גבהו וחסן הוא כאלונים ואשמיד פריו ממעל ושרשיו מתחת!

     

    V.20 Auch wie der Boden ist, oder er fett oder mager ist, ob auch Waldung darin ist oder nicht, und erdreistest euch und nehmet von den Früchten des Landes. Die Zeit war die Zeit der ersten Traubenreife.

     

    V.20: … : והתחזקתם habet den Mut, durch offenkundiges Mitnehmen von Früchten die Absicht eurer Sendung offen an den Tag zu legen. …

     

    V.33 dort haben wir die Riesen gesehen, Anaks Söhne, von den Riesen stammend. Wir waren wie Heuschrecken auch in ihren Augen.

     

    V.33: …Die Tatsache übrigens, daß sich in Palästina noch Reste der vorsündflutigen Nefilin befanden, dürfte mit jener Auffassung (Sebachim 113A) übereinstimmen, nach welcher לא ירד מבול לא"י, Palästina von der Sündflut verschont geblieben. Es dürfte dann dem Lande von der urwüchsigen Kraft der Erde bewahrt geblieben sein, die sich unter einer kenaanitischen Bevölkerung nur in Produzierung leiblicher Größe bewährt, ebenso aber es zum Boden des Gottesvolkes geeignet haben mochte, das durch Erfüllung des Gottesgesetzes dort das Ideal geistiger und sittlicher Menschengröße anstreben und mit ihr eine paradiesische Wiederverjüngung der Erdwelt beginnen sollte (siehe 1 B.M. S. 72). Vergessen wir nicht, daß nach der Lehre der Weisen leibliche Kraft und Gesundheit eine der Vorbedingungen höchster Geistesentwicklung und, wenn es uns nicht alles täuscht, das, was, wo die Geistesentwicklung bildet brach liegt, gigantische Leiber erzeugt, bei einem Menschenstamm vorzugsweise geistiger Richtung, von geistiger Tätigkeit verbraucht werden könne, ohne den Größenwuchs der Leiber zugute zu kommen.

     

    Kap. 14 V.33: Und eure Söhne werden vierzig Jahre in der Wüste umherwandern und tragen euren Abfall, bis die letzte eurer Leichen in der Wüste fällt.

     

    Kap. 14 V. 33: …War doch eben diese vierzigjährige Wanderung die Hoheschule des jüdischen Volkes für die Durchdringung mit dem Geiste des Gesetzes  und eines unwandelbaren Vertrauens in Gott, dessen wahrhafte Reife noch erst nach Jahrhunderte aufgehen sollte – und soll. …

     

    Kap. 15 V.22: Und wenn ihr einmal  in den Irrtum geraten sollte, daß ihr nicht mehr alle diese Gebote zu erfüllen hättet, die Gott zu Mosche gesprochen,

     

    V.22: …Gott als den ausschließlich einzigen Lenker unserer Geschicke und Leiter unserer Handlungen anzuerkennen, ist die Grundbasis der ganzen Gesetzgebung, wie sie am Sinai (2 B.M. 20, 2 u. 3; siehe daselbst) promulgiert worden. Ein Schritt von dieser Basis ist Abfall vom ganzen Gesetz und bewusstvoll  prinzipieller Abfall vom Gesetz identisch mit völligem Verlassen dieser Basis. Und wohl sind, wie רמב"ן in seinem Kommentar z. St. Bemerkt, Jissroéls Geschichte bereits Zeiten nicht fremd, in welchen durch irriges Verständnis der Zeitlage eine irrige Meinung von Antiquierung des Gesetzes oder fast ein völliges Vergessen des Gesetzes durch frevelhafte Politik der Führer oder die Leidenswucht der Geschichte sich selbst einer jüdischen Gesamtheit bemächtigen konnte. Es waren „Jissroéls Älteste“, die sich vor dem Propheten Ezechiel mit dem Ersuchen um Gottes Ausspruch für die neue Zukunft niedersetzten. Denn es lebte in ihrem Gemüte die Frage nach der noch fortdauernden Verpflichtung zum Gesetze. Glaubten sie doch, es könne Gott mit dem Preisgeben Seines Volkes dessen Entlassung aus seinem Dienste und damit seine Emanzipation vor dem Gesetze ausgesprochen haben, also, daß an sie, an die „Ältesten der Nation“ das Wort gerichtet werden konnte: der in eurem Gemüte aufsteigende Gedanke wird nimmer zur Wirklichkeit werden, daß ihr denket: wir können nun wie die Völker sein, wie die Geschlechter der Länder, Holz und Stein zu dienen. So gewiss Ich lebe, spricht Gott, mit fester Hand und mit gestrecktem Arme und auch mit ergossenem Unwillen bleibe Ich euer König (Ezechiel 20,1 und 32,33; ספרי Ende שלך לך). Unter Jerobeams und seiner Nachfolger Einfluss waren 10/12 des jüdischen Volkes der Kenntnis und der Übung des göttlichen Gesetzes entrückt, und unter der Wucht des babylonischen Exils war den unteren Schichten des Volkes zum großen Teile die Kenntnis des Gesetzes so fern geblieben, daß den Rückkehrenden unter Esra dessen Verständnis aufs neue vermittelt werden musste – und ist nicht unserer eigenen lebendigen Gegenwart bereits in weiten Kreisen eine Generation des jüdischen Volkes herangewachsen, die in dem Gedanken jener ezechielischen Ältesten von der Abrogierung des Gesetzes und in geflissentlicher Unkenntnis des Gesetzes erzogen ward und erhalten wird?! –

    04-06-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    03-06-2021
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    Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH

                  (1833 – 1900)

     

    הפטרת פרשת שלח לך

     

    Aus dem Kommentar zur Haftoro des Wochenabschnittes Schelach Lecho

     

     

    Josua, Kap. 2, Vers 1 und folgende

     

    Der Zusammenhang dieser Haftora mit der Sidra liegt klar zu Tage. Nach achtunddreißig prüfungsreichen Jahren ernster Erfahrungen, nachdem eine ganze Generation in ihren männlichen Gliedern ins Wüstengrab gesunken war, befand sich die Nation an der Grenze des ihren Vätern verheißenen Landes. Da sendete der weise Nachfolger des großen Propheten wiederum Kundschafter aus, er tut es im geheimen und gibt ihnen nur kurz den Auftrag: „Sehet das Land an und Jericho!“ In dem Verlaufe der Ausführung ihrer Sendung tritt der ganze Kontrast zu der ersten Sendung hervor. Sie liefert uns aber auch einen geschichtlichen Einblick in der kanaanitischen Bevölkerung herrschende Stimmung, in der das Bewußtsein von der unter einer höheren, allmächtigen Leitung ihnen nahenden Katastrophe ein allgemein herrschendes geworden war. Nachdem die Boten dieses aus Rachabs Mund vernommen hatten, begriffen sie mit vollem Verständnis den eigentlichen Zweck ihrer Sendung und daß dieselbe, kaum begonnen, schon zu Ende sei. Darum dehnen sie ihre Wanderung auch nicht weiter aus, sondern verweilen nur solange im Gebirge, bis sie sicher sind, ihren Verfolgern nicht mehr zu begegnen und ungefährdet den Rückweg antreten zu können. Ihren eingehenden Bericht (V.23) an Josua fassen sie sodann (V.24) in das Ergebnis zusammen: „Gott hat uns das Land gegeben!“ – Darin war alles enthalten und damit die tatsächliche Überzeugung geschaffen, in der nunmehr von dem ganzen Volke der erste Schritt auf dem Wege von Schittim nach dem Jordan getan werden sollte.

     

    (Die Haftoroth übersetzt und erläutert, Frankfurt am Main 1896: S. 416 -423  Kommentar zu Josua Kap 2 V.1…) 

    03-06-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    02-06-2021
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    Rabbiner Dr. Salomon BREUER

                    (1850 – 1926)

     

    שלח לך

     

    Belehrung und Mahnung zur Wochenabschnitt

    Schelach Lecho

     (Auszug)

     

    „...Diese  בכיה של חנם, diese Träne ohnmächtiger Schwäche ist es, die auch in unserer Gegenwart Brüder, die sich zu den Gesetztreuen zählen, zu schweren Verirrungen führt.ונהי בעינינו כחגבים  Man hatte nicht den Mut, im Vertrauen auf Gottes Beistand Gottes heilige Sache in Reinheit und Selbständigkeit zu vertreten und seinem heiligen Willen im Gemeindeleben den von Gott geforderten Herrscherthron einzuräumen, glaubte vielmehr nur im Anschluß an Andersgesinnte, ja im Anschluß an Gottes heilige Thora verleugnende Reformgemeinden Gottes heilige Thora retten zu können!  Aber mehr als die radikalste Reform bedroht die unter dem Namen Zionismus propagierte Bewegung alle jüdische Wahrheit und müßte, wenn ihr, Gott behüte, immer größerer Einfluß beschieden wäre, unser Galuth nur verlängern – und doch bringen es Jehudim über sich, unter dem Namen Misrachi sich dieser Bewegung, die die verhängnisvollste כפירה auf ihre Fahne geschrieben, anzuschließen, um unter ihrer Führung den Weg nach der Heimat zu gewinnen. – Wann wird der unselige Fluch der בכיה של חנם endlich schwinden, wenn die Wahrheit des זו הכנסת ישראל לארץ sich alle jüdischen Herzen erobert haben?

    Mit um so größerer Genugtuung begrüßen wir es daher, daß der gesetztreue Weltverband der Agudas Jissroél nunmehr entschlossen ist, der Forderung כלל שהוא צריך לפרט' ופרט שהוא צריך לכלל Rechnung zu tragen; das aber heißt: wie jede einzelne Gemeinde nicht des Anschlusses an den כלל, an die Gesamtheit entraten kann, so darf auch und vielleicht noch mehr der כלל in seiner Organisation die lebensnotwendigen Interessen der auf dem Boden der אמת stehenden Gemeinden nicht gefährden oder gar verleugnen, weil der כלל sich nur aus den Gemeinden zusammensetzt, der כלל daher die Prinzipien nicht verleugnen darf, die den Gemeinden, wenn sie wahrhaft jüdischen Gemeinden sein wollen, heilig müssen! – Wir begrüßen es daher mit aufrichtiger Freude, daß nunmehr die Agudas Jisroel unter Wahrung dieser prinzipiellen Forderungen und unter Beherzigung des וה' אתנו אל תיראו entschlossen ist, den mannigfachen Gefahren, von denen die Gegenwart erfüllt ist, mutig und voll Vertrauen in Gottes Beistand entgegenzutreten und an die Lösung der großen Aufgaben heranzugehen, die unsere heißersehnte Gëula herbeizuführen imstande sind.  Heilige Pflicht eines jeden Jehudi ist es daher, einem solchen Verbande beizutreten und ihn mit aller Kraft in seinen Bestrebungen zu fördern, und wir zweifeln nicht, daß jedes treue Mitglied unserer Gemeinde unsere Aufforderung Folge leisten wird. Schwere Gefahren drohen von Verblendeten, jüdischer Wahrheit Entfremdeten unserem heiligen Lande, in dem Brüder, die sich uns und unseren heiligen Prinzipien innig verbündet fühlen, in heldenhaftem Kampfe stehen, um das heilige Land vor furchtbarer Tumoh zu schützen.  Wo wäre da der wahrhafte Jude, die wahrhafte Jüdin, die solchem Kampfe tatenlos fernbliebe und für ihn nur die erbärmliche „Träne der Schwäche“ übrig haben könnte? –  ........“  

     

    Quelle: Rabbiner Dr. Salomon BREUER  Belehrung und Mahnung vierter Teil Numeri  J.Kaufmann Verlag Frankfurt am Main 1935 S. 25 - 33

    02-06-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    01-06-2021
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    Samson Raphael HIRSCH

            (1808-1888)

     

    לְעוֹלָם יְהֵא אָדָם יְרֵא שָׁמַיִם בַּסֵּתֶר

    וּמוֹדֶה עַל הָאֱמֶת וְדוֹבֵר אֱמֶת בִּלְבָבוֹ וְיַשְׁכֵּם וְיֹאמַר:

     

    לעולם  Das folgende mit רבון beginnende jüdische Nationalbekenntnis stammt aus Zeiten der Verfolgung, in welchen ein öffentliches Bekenntnis der jüdischen Wahrheit Gefahr bringend war. Daher diese Einleitung, daß, was auch nicht öffentlich bekannt werden dürfte, doch jederzeit geheim und im Herzen bewahrt und vor Gott zum Ausspruch gebracht werden solle, daher auch am Schlusse der Ausblick auf die Zeit, in welcher Gott מקדש שמו ברבים die öffentliche Heiligung seines Namens gestattet sein werde. Die Zeit, aus welche dieses Bekenntnis stammt, läßt es um so bedeutsamer erscheinen. Während die Völker in dem ganzen Glanze ihrer Macht, ihrer Weisheit, Wissenschaft, politische Klugheit und welthistorischen Thatengröße triumphierten  und es die ganze Macht ihrer Verachtung, Unterdrückung und Verfolgung fühlen ließen, hat die Erfahrung und der Einblick, den Jissroeil auf seiner Wanderschaft durch die Jahrhunderte und Geschicke der Völker geschöpft, ihm das Auge für die Erkenntnis der Hohlheit und Nichtigkeit all dieser Scheingröße geöffnet und es trotz des äußern Jammers seiner Geschicke die ganze Seligkeit seines Berufes würdigen gelehrt, wie vieles Herbe auch die treue Erfüllung dieses seines Berufes in seinem Gefolge haben mußte.

     

    Zu dem Gebieter aller Zeiten tritt es daher hin und spricht es aus:: Wir haben die Nichtigkeit alles dessen kennengelernt, was der Mensch nur aus sich schöpft.  Leben, Liebe, Hülfe, Kraft und Stärke, die wir etwa aus uns schöpfen und durch uns gewinnen möchten, sind bedeutungslos, und selbst das etwa aus unsere Pflichttreue zu schöpfende Verdienst ist völlig unzulänglich um daraus Stütze und Hoffnung für unsere Zukunft zu gründen, und nur das gränzenlose, unverlierbare göttliche Erbarmen ist es, zu dem wir jetzt und immerdar mit unseren Anliegen uns zu stützen vermögen. Und nicht nur wir in unsere weltgeschichtliche Schwäche und der Macht- du Hülflosigkeit unserer zurückgewiesenen  Stellung in Mitte der Völker. Wir sind an der Wiege und am Grabe aller völkergeschichtlichen Staaten und Größen gestanden, haben in ihr Werden, Sein und Vergehen hineingeschaut und wissen, wie eitel alles Heldentum ist, allesGerühmte spurlos vergeht, alle Weisheit sich al Unwissenheit, alle Politik sich als verstandlos erweist, weil die Menge ihrer Tahten den vorgeblichen menschenheitbauenden Zweck nimmer erreichendes Unding bleibt, ihre Lebenstage vor Gott wie inhaltsleerer Traum erscheinen und die Menschen tiergleicher Vergänglichkeit verfallen, so lange  all ihr Wollen und Vollbringen in Selbstsucht und Sinnlosigkeit nur vergänglichen Zielen geweiht ist; Wir aber, so wenig Anteil wir an dem Heldentum und dem Glanze der gerühmten Scheingrößen haben, und uns keiner in irdischer Hoheit geadelter und gefürsteter Abstammung zu rühmen vermögen, und so sehr uns die Kleinen und Großen der Erde von ihrer Bundesfreundlichkeit ausschließen, wir finden vollen Ersatz in dem Bewußtsein, Gottes Volk und Söhne Seines Bündes zu sein, Söhne eines Abrahams, den Gott gewürdigt hat seinen Freund zu nennen und ihm eine sein und seiner Nachkommen und der Gesammtmenschheit Heil umfassende Verheißung zuzuschwören, Nachkommen eines Jitschaks, der uns mit dem höchsten Ideal opferfreudiger Hingebung an Gott voranleuchtet, Gemeinde Jakobs, den Gott seinen Sohn, seinen Erstgeborenen in der Reihe der zu Gott zurückkehrenden Menschheit (2. B.M. 4,22) genannt, und ihn in Liebe und Freude die Namen Jissroeil und Jeschurun verliehen hat, „Jissroeil“ nach seinem die Gottesherrschaft verkündenden Gange durch die Geschichte, „Jeschurun“ nach seinem Berufe der Vollbringung des ihm geoffenbarten göttlichen Willens, der Vollbringung  dessen zu Leben, das הישר בעיני ד' „was das Recht ist in den Augen Gottes“ des einzig Einen (5 B.M. 12,25 13, 19). Dieses unser ewiges, von den Vätern überkommenes Erbteil, dessen wir täglich früh und spät, mit dem שמע -Bekenntnisse  in ewig erneuter  Hingebung bewußt werden, erfüllt uns bei allem weltgeschichtlichen Jammer mit höchster Glückseligkeit, für die wir Gott nicht genug zu danken vermögen. Und wie immer fügen wir dem lautgesprochenen שמע-Bekenntnisse in ב'ש'כ'מ'ל'ו'. leise den Hinblick auf die, wenngleich uns verhüllte, doch mit Zuversicht zu erwartende Zukunft hinzu, in welches der Namen des Gottesreiches seiner volle Verherrlichung auf Erden gefunden haben wird, und leben ebenso der Überzeugung, daß auch auf unseren vorbereitenden Gängen zu seinem herrlichen Ziel uns Gott noch Zeiten erleben lassen werde, in welchen wir mit unsrem Bekenntnis nicht in das Geheimnis der Zurückgezogenheit und das Verborgene unseres Innern uns zu flüchten brauchen, sondern es gestattet sein werde לקדש שמו ברבים unserm Bekenntnis in voller Öffentlichkeit zu huldigen, eine Überzeugung, deren Verwirklichung ja gottlob bereits der Lauf der Jahrhunderte uns gebracht. –

     

    „Jisraels Gebete übersetzt und erläutert“ von S.R. HIRSCH zweite Auflage Frankfurt Main 1906 S; 12-16    

    01-06-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    31-05-2021
    Klik hier om een link te hebben waarmee u dit artikel later terug kunt lezen.Rabbiner Dr. Leo BRESLAUER: „Ein judisch-geschichtlicher Wegweiser”(5)
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    Rabbiner Dr. Leo BRESLAUER

                 (1894-1983)

     

    ובקשו

     

    „Ein  jüdisch-geschichtlicher Wegweiser“ von  Leo BRESLAUER. Frankfurt am Main  5695/1935

     





    Es freut uns – in Beilagen –  vier weitere Skizzen (S. 16 bis 20) aus dieses rabbinische Meisterwerk zu liefern:


    1.      Staatlichkeit in der Wüste.

    2.      Habsucht in der Wüste.

    3.      Rechthaberei in der Wüste.

    4.      Nacherziehung

    Bijlagen:
    BRESLAUER Leo Uwakschu 16.jpg (122.6 KB)   
    BRESLAUER Leo Uwakschu 17.jpg (119.8 KB)   
    BRESLAUER Leo Uwakschu 18.jpg (130.3 KB)   
    BRESLAUER Leo Uwakschu 19.jpg (115.4 KB)   
    BRESLAUER Leo Uwakschu 20.jpg (67.3 KB)   

    31-05-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    30-05-2021
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    שלח

     

    מות וחיים ביד לשון, ואהביה יאכל פריה:

     

    „Tod und Leben ist in der Hand der Zunge, ihre Frucht verzehrt die, welche sich ihr hingeben

    (Sprüche Salomos 18,21 Übersetzung Rabb. Dr. Willy WOLF, Köln a.Rh.)

     




    1.

    Die böse Zunge bringt nur Not.

    Und Elend nur im Leben,

    Sie brachte sie schon oft den Tod,

    Den andren sie wollt‘ geben.

    2.

    So sind auch dort im Wüstensand,

    Die böses Wort geblendet,

    Getroffen schwer von Gottes Hand,

    Noch fern vom Ziel geendet.

     

    Aus: Erbauungsbuch „Bibel- und Talmudschatz“ J.H. Kohn S. 320  13.Auflage Hamburg 5691 – 1931

    Die beste Anschrift für antiquarische Judaica:

    Antiquarische Buchhandlung „Spinoza“ in Amsterdam

    Inhaberin: Frau Manja BURGERS

    http://www.spinozabooks.com

    30-05-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    28-05-2021
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    Rabbiner Samson Raphael HIRSCH

     

    בהעלתך

     

    Aus seinem Kommentar zur Wochenabschnitt Behaalauss'cho

     

     

    Kap.9, V.2:Laße Jissroéls Söhne das Peßach vollziehen in seiner Bestimmenten Zeit.

     

    Kap 9 V.2: ….Ganz besonders tritt aber hier noch der Begriff צבור bedeutsam ein. … Nur die Gesamtheit kann einen bestimmten Zeitmoment bei jeder Wiederkehr desselben durch ein קרבן begehen. Nur die Gesamtheit ist in jedem solchen wiederkehrenden Zeitmomente da, das Individuum nicht; das Individuum vergeht, ist sterblich. אין צבור מת, die Gemeinde stirbt nicht, ist in der Einheit ihrer Erscheinung unsterblich ewig. Damit ist aber sofort die Gesamtheit, wie sie in קרבנות auftritt, selbst das positiv sprechendste Zeugnis von dem über טומאת מת erhabenen, von ihr nicht erreichbaren, geistig göttlichen, sittlich freien Menschentum. Denn nicht das Leibliche, dem Verschwinden im Tode Verfallende: das geistig Göttliche, sittlich freie ist es, in dessen Gemeinsamkeit die Vielheit sich zum צבור eint und durch welches auch der in die Gesamtheit aufgehende einzelne, über seinen leiblichen Tod hinaus in der Gesamtheit ewig fortlebend, mit allem gegenwärtig bleibt, was er an geistig Göttlichem, an sittlich Freiem mit seinem Hiersein in die Gesamtheit hinein gelebt, und worin er noch hienieden in ewiger Fortwirkung lebendig bleibt. …

    Es ist aber der durch טומאת מת hervorgerufene Gedanke ein der ganzen Bedeutung und Bestimmung des מקדש so konträr entgegengesetzter,  daß, der vereinzelten Auffassung טומאה הותרה בצבור entgegen, die allgemeine Auffassung טומאה דחויה בצבור bleibt, so daß, die durch צבור und קבוע gegebene Aufhebung des טומאה-Begriffes noch der positiven Mitwirkung des ציץ bedarf, בעיא ציץ לרצות (Pesachim 77a). Über die Bedeutung des ציץ für die Aufhebung der טומאה siehe 2 B.M.28,38.

     

    V.16 So war es stets, die Wolke bedeckte sie; und ein Feuerschein nachts.

     

    V. 16-22: Es war aber die Wolke der Hirtenstab, vermittelt dessen Gott, der רועה ישראל dem Volke seinen Willen kundtat, wo und wann sie lagern, wann und wohin sie aufbrechen sollten. … … Das ist die Schule der Wanderschaft durch die Wüste in welcher wir für alle Zeit die hingebungs- und vertrauensvolle Nachfolge Gottes gelernt haben sollen, die, wie unbegreiflich ihr auch die Gottesführungen erscheinen, die bald kaum Liebgewonnenes wieder zu verlassen, bald in unwillkommenster Stellung geduldig auszuharren uns auferlegen, doch mit immer frischem heiterem Mute alles umfasst und alles löst, was Gott gebietet, unter dem Stab der Gottesführung sich immer glücklich fühlt, durch die bewährte Gehorsamstreue selber beglückt und immer bereit ist, Gott ihren Lebensplan anheimzustellen, und selbst zu ganz unbekannten Zielen hin, auf ganz unbegriffenen Wegen mit ebenso ausharrender Geduld, wie mit nimmer zu trübendem Wandermute Seiner Führung zu folgen. –

    Sehen wir uns aber diesen, Verse 17 – 22 gegebene Bericht über die Übungsproben genauer an, mit welchen Gott sich das Volk Seiner Führung für alle Zukunft erziehen wollte, so ist es nicht sowohl die Anstrengung langer Wanderungen, als das geduldige Ausharren in langer Rast, welches als Prüfungsaufgabe hervorgehoben scheint. … … Es war dies die Übung in jener Tugend der ruhigen und heiteren Ergebung und vertrauensvoll ausharrenden Geduld, derer das Volk der Gottesführungen auf seinen Galuthwanderungen durch die „Wüste der Völker“, wie der Prophet sie nennt, während so vieler Jahrhunderte der Zukunft vor allem andern bedürfen sollte, und die das Prophetenwort: אם יתמהמה חכה לו (Habakuk 2,3) so bezeichnend wiedergibt.

     

    Kap.10, 29 Mosche aber sprach zu Chobab, Sohn Reuels des Midjaniten, Schwiegervater Mosches: Wir ziehen zu dem Orte hin, von welchem Gott gesprochen: ihn gebe ich euch; gehe doch mit uns, so werden wir dir Gutes erweisen, denn Gott hat Gutes über Jissroél verheißen.

     

    Kap.10 V 29 … Nach Ramban (daselbst) habe Jithro nach seinem Übertritt zum Judentum den Namen חובב erhalten und erscheint daher seitdem unter diesem Namen. Siehe auch ספרי zur Stelle.  Die Wurzel חבב, im Rabbinischen so häufig Ausdruck der Liebe und der Wertschätzung, kommt in תנ"ך nur einmal: 5 B.M. 33, 3 vor: אף חובב עמים כל קדשיו בידך. Verwandt scheint die Wurzel ebenfalls rabbinisch  sehr gebräuchlichen, in תנ"ך nur einmal vorkommenden חוב, die Schuldpflicht: חבולתו חוב ישיב, die Zurückgebung des Pfandes übt er als eine Schuldpflicht (Ezech. 18, 7), und es dürfte חבב eine verpflichtende Liebe und eine Liebe aus Pflichtgefühl bedeuten. Dürfte vielleicht die Stelle אף חובב עמים sagen: auch wenn du den Völkern durch die höchste Wohltat verpflichten willst, nimmst du seine, Jissroéls, Heilige und alle in deine Hand: d.h. indem du den Völkern die höchste Wohltat erzeigen willst, sind Jissroéls Heilige dazu das Werkzeug in deiner Hand, והם תכו לרגלך וגו', sie, die Völker: werden in sich zu deinen Füssen geführt, indem es, Jissroél, von deinen Worten ihnen entgegenträgt,  – dürfte dies vielleicht der Sinn der Stelle sein: so wäre ja חבב der spezifische Ausdruck  für die die Völker zur Gotteserkenntnis und zum Gottesgehorsam durch Jissroél führende Gotteswaltung, die eben hierin die größte, die Völker verpflichtende Liebestat übt, und חובב (vergl. die Formen:שובב,שולל ,עולל , die alle passivischer Bedeutung sind) wäre der durch solche höchste Liebestat Gott Verpflichtete und sich verpflichtet Fühlende, ein Name, der dem so bewusstvoll vom Heidentum ins Judentum eingetreten Jithro in hohem Grade gebührte. Welcher Pflichternst sich  Jithro auf seinen Nachkommen vererbte und in hervorleuchtendster Weise in ihnen zur Betätigung kam, werden noch unten (Verse 31 und 32) zu bemerken Gelegenheit haben. … …

     

    V. 35. Es war, wenn die Lade aufbrach, sprach Mosche: Stehe auf, Gott, daß zerstieben deine Feinde und fliehen deine Hasser vor deinem Angesicht.

    36. Und wenn sie milde zu Raste ging, sprach er: Kehre wieder ein, Gott in die Myriaden der Tausende Jissroéls!

     

    Kap. 10 V. 35 u. 36 … …  ובנחה, und wann die Lade des Gesetzes zur Ruhe ging, schaute Moses im Geiste nicht נחו, sondern נחה, schaute jene Zeit und jenen Kreis, wo das Gesetz nicht mehr in männlichen Gegensatz zu dem Menschenverein auf Erden stehen wird, wo es, in seiner ungeschmählerten Männlichkeit, gleichwohl „die Vermählte“, die מאורסה der Gesamtheit und des einzelnen, sich getragen fühlen wird von den Menschen in ihrem Gesamt- und Einzelstreben, und das wird die Zeit sein, von welcher einer der letzten Nachfolger Moses gesprochen: – ונלוו גוים רבים אל ד' ביום ההוא והיו לי לעם ושכנתי בתוכך (Secharja 2,15). Wenn daher „mild“ die Lade zur Ruhe ging, sprach Moses: „Kehre wieder ein, Gott, in die Myriaden der Tausende Jissroél!“ – רבבות אלפי ישראל kann nicht wohl heißen: zehntausendmaltausend, oder gar zweimal zehntausendmaltausend. Es hätte dann die kleinere Zahl voranstehen müssen: אלפי רבבות wie אחותנו את היי לאלפי רבבה (1 B.M.24, 60). Ohnehin zählte Israel zu Moses Zeiten höchstens 2 ½ Millionen Seelen, während רבבות אלפי ישראל zwanzig Millionen wären. Wir glauben daher, darin die Myriaden der Tausende Israels, d.h. die Myriaden erblicken zu dürfen, die sich aus der jüdischen Tausenden entwickeln, durch Abstammung und Anschluss. Ohnehin sind אלפי ישראל nicht gerade strikte: tausend. Es sind die geschlossenen Mengen innerhalb der Nation und der Stämme. Vergl. ראשי אלפי ישראל (Kap. 1,16 u.s.w.), אלפי הדל במשנה (Richter 6,15).

     

    Kap.11, 4 Das Gesindel aber, das sie unter sich aufgenommen hatten, hatte sich zu Lüsternheit aufgestachelt, und da fingen auch Jissroéls Söhne wieder an zu weinen und sprachen: Wer gäbe uns doch Fleisch zu essen!

     

    Kap.11 V. 4 …Jissroél in seiner numerischen Winzigkeit sollte und wird einst den geistigen und sittlichen Kern bilden, an welchen sich die Myriaden zu Gott zurückkehrender Völker anschließen werden – und hier verfällt es noch selber dem entsittlichenden Einflusse einer unter ihm weilenden unveredelten fremden Minorität!–  …

     

    V.29 Da sprach Mosche zu ihm: Eiferst du für mich? Wer gäbe, daß das ganze Volk Gottes Propheten wären, daß Gott seinen Geist auf sie gäbe!

     

    V.29 …Dieses Auftreten Eldads und Medads in Momente der Berufung der Ältesten zum ersten Synhedrin und Moses Äußerungen sind von höchster Bedeutsamkeit für alle Nachfolger dieses jüdischen „Ältestenkollegiums“ für alle Zeit. … … Sanhedrin 17a werden verschiedene Meinungen über den Inhalt der von Eldad und Medad gesprochenen Prophetie geäussert. Nach der einen habe sie das bevorstehende Wachtelerlebnis betroffen. Eine andere gibt deren Inhalt  also an: משה מת יהושע מכניס ישראל לארץ, und endlich eine dritte spricht sich dahin aus: על עסקי גוג ומגוג היו מתנבאין, sie hätten von den letzten Gog- und Magogkämpfen prophezeit, die nach Ezechiel und Sacharja die Schlussentwicklung der Geschichte der Zeiten bilden und von denen es Ezechiel 38,17 heißt:  האתה הוא אשר דברתי בימים קדמנים ביד עבדי נביאי ישראל הנבאים בימים ההם שנים להביא אותך עליהם, bist du der, von dem ich bereits in Tagen der Vorzeit durch meine Diener, die Propheten Jissroéls, gesprochen, welche in jenen Tagen auf Jahre hinaus prophezeiten? In diesen gleichzeitig auf Jahre hinaus prophezeienden Männern wurden Eldad und Medad erblickt. Wir haben an einer anderen Stelle den Gedanken entwickelt, wie in גוג ומגוג das גג- Prinzip, das „Giebelprinzip“, das Prinzip der Konzentrierung aller Leitung in der gipfelnden Spitze in seiner äußersten Konsequenz zum Ausdruck gelangt, dem gegenüber daher nach dessen Überwindung die siegreiche Stadt der Menschengestaltung המונה „die Volkstümliche“ genannt wird (Ezech. 39,16). Ist and diesem Gedanke etwas Wahres, so dürfte es nicht wenig bezeichnend sein, wenn der Hinblick auf diesen fernsten Sieg des Volkstümlichen, über dessen Gog- und Magoggegensatz, oder das Näherliegende, die Verkündigung von Moses Tode und Josuas Führerschaft als Inhalt der Prophetieen Eldads und Medads begriffen werden.

    Es wäre dann der Mund der bescheidensten, aus Bescheidenheit vom zuerkannten einflussreichen Beruf einer Volksleitung zurück, und lieber במחנה, in Mitte des Volkes gebliebenen Männer der Verkündigung der idealsten volkstümliche Zukunft gewürdigt worden, wo nicht im „אהל“ sondern im „מחנה“, nicht im „גוג ומגוג“, sondern im „המון“ der Schwerpunkt des sozialen Weltheiles liegen wird, oder eines Faktums, das, wie der Tod Moses und die Vollendung des nationalen Geschickes unter Josua, die Wahrheit veranschaulicht, daß kein Mensch, nicht einmal ein Moses, sich für unentbehrlich halten oder von seinen Zeitgenossen als unentbehrlich gehalten werden dürfte. Moses stirbt – und das Geschick der Nation geht doch in Erfüllung –

    28-05-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    27-05-2021
    Klik hier om een link te hebben waarmee u dit artikel later terug kunt lezen.Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH aus dem Kommentar Behaalaus'cho
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    Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH

                  (1833 – 1900)

     

    הפטרת פרשת בהעלתך

     

    Aus dem Kommentar zur Haftoro des Wochenabschnittes Behaalauss’cho

     

     

    Sacharja, Kap. 2, Vers 14 und folgende

     

    Kap.2, V.14 u.15  Weit über die Zeit des zweiten Tempels hinaus schauen diese Verse auf jenes Ziel der Geschichte hin, da Jissroél und die Völker durch Lehre und Geschick geläutert sind, und nunmehr die huldigende Unterordnung unter den Willen Gottes den heilbringenden Einzuge der Gottesherrlichkeit in den Kreis der Menschheit die Bahn geebnet ist. Da wird nun der „Tochter Zions“, dem in Wahrheit vom Zionsgeiste beseelten menschheitspriesterlichen Jissroél verheißen, daß es auch in jener Zeit seine besondere Bedeutung bewahren, ja gerade dann in erhöhtem Maße sichtbare Stätte der segnenden Gottesnähe sein wird. – בא, in diesem Sinne von dem Einzuge Gottes in die Verhältnisse der Menschen, vergl. 5 B.M. 33,2: ה' מסיני בא ferner, Habakuk 3,3: 'אלה מתימז יבא וגו, Ps. 24,7: שאו וגו' ויבוא מלך הכבוד Jeruscholajim- Zion ist  der Herzpunkt des Menschheitspriestervolkes, von dem die Erleuchtung und Heiligung der um sich sammelnden Menschheit ausgehen wird.

     

    V.16 ונחל ה' את יהודה חלקו: Juda, der führende Stamm, hier für ganz Jissroél. Was einst Moses erfleht: ונחלתנו 2 B.M. 34,9, das wird dann erfüllt sein, Jissroél wird Gottes נחלה geworden sein, auch Jeruschalajims Leidensgeschichte ist vollendet: ובחר עוד בירושלים

     

    Kap.3 V.1 ויראני וגו' Zwei Männer sehen wir an der Spitze des Volkes, unter ihnen Beiden soll der Bau ausgeführt werden: Josua, den Hohenpriester, den Vertreter des Geistes, der Lehre und des Gesetzes, und Serubabel, den Mann der Tat, der Ausführung. Der Augenblick, in welchem Sacharja sie schaute, lag noch vor dem Beginn des Werkes. Josua „stand“ noch, und auch vor Serubabel „türmte sich noch ein Berg“ (Kap. 4,7), er hatte wohl die Aufgabe, trug die Bestimmung, aber er war noch nicht tätig. Auch der Engel Gottes, der bestimmt war, Josuas werk zu fördern, „stand gleichfalls noch“, war noch nicht tätig. Was war die Ursache ihrer Untätigkeit? Weil an Josuas „Rechten“, dem Organe seiner Wirksamkeit, noch ein „Hindernis“ war. Während das sich der Wirksamkeit Serubabels, des Fürsten, entgegengestellte Hindernis als „Berg“, das Bild für materielle Schwierigkeiten, bezeichnet wird, wird das Hemmnis der hohenpriesterlichen Wirksamkeit שטן genannt. שטן, verwandt mit שטה, abweichen, zur Seite weichen, bezeichnet das Hindernde, Widerstrebende als dasjenige das den Menschen vom geraden Wege ab und auf einen andern hinlenkt. Die Weisen bezeichnen als יצר הרע, die mit dem Geiste vermählte sinnliche Natur des Menschen. Diese erreicht die ihr vom Schöpfer gegebene Bestimmung nur, indem sie vom Geiste beherrscht wird. Nach dem tiefen Worte des Weisen klagt sie den Menschen an, der sich von ihr verführen läßt. Denn nicht ihn zu beherrschen, sondern von ihm beherrscht zu werden, ist ihr „Verlangen“ (תשוקתו, vergl. 1 B.M. 3, 16 und 4,7). So bildet dieser שטן, diese Verkörperung der Sinnlichkeit, den geraden Gegensatz zu dem, was in anderen Vorstellungskreisen unter dem Worte „Satan“ verstanden wird. Also: die Sinnlichkeit, die, unbeherrscht, der Erreichung der hohen Menschenbestimmung hinderlich, und deren Vorhandensein gleichwohl für die Lösung unumgänglich ist. Denn hätte das Böse nicht auch Reiz, so wäre die Übung des Guten keine Tugend. – Demgemäß hier: Josua „stand“ noch, denn die Sinnlichkeit, die noch im Volke, ja in seinem eigenen Kreise herrschte, stand der Entfaltung seiner Tätigkeit hinderd im Wege.

     

    V.2. יגער ה' וגו' ויגער ה' בך הבוחר בירושלים. Gott wird dich zurückschrecken – Gott, selbst abgesehen von seinen Beziehungen zu Jerusalem, in seiner den Menschen zur Reinheit erziehende Liebe, wird die Hindernisse aus dem Wege räumen, die Josua noch im Wege sind. Ganz besonders aber wird dieses tun im Hinblick auf die besondere Bestimmung Jerusalems, Stätte der „offenbar sichtbar werdende Gottesherrschaft“ zu ירושלים, also: mit Rücksicht auf die Heileszukunft sowohl der Menschheit als Jissroels. Denn dieser Jehoschua und der durch ihn in der Treue zu erhaltende Jissroelskern ist ja ein „Feuerschürer“, der „aus dem Feuer gerettet ist.“ Es ist ja nicht bestimmt vom Feuer verzehrt zu werden, das er vielmehr entzünden und anfachen soll.

     

    Kap. 4, V.1 Das Auge des Propheten wird wieder auf seine Gegenwart zurückgelenkt. Ihm wir die siebenarmige Leuchte des Heiligtums gezeigt, gezeigt wie sie selbst Träger der reichen Ölquelle sei und wie jedem ihrer Lichter das lichtnährende Öl in reichem Maße, in je sieben Röhren, zugeführt werde. Und auch die Bäume, an denen die Ölfrucht reifte, trug sie selbst. Also eine Leuchte, die, unabhängig von allem anderen, alles was sie zum Leuchten braucht, selbst trägt und erhält. Auf die wiederholte Frage, was dieses Leuchte bedeutet, nachdem ihm zuvor (V.5) mit leisem Vorwurf der Engel erwidert, ob er denn die Bedeutung noch nicht auf den ersten Blick begriffen habe, wird ihm (V.6) die Antwort: זה, dieses, – diese Leuchte, die alles, dessen sie zum Leuchten bedarf, selbst trägt und erzeugt – : ein an Serubabel, den Führer des Volkes, gerichtetes Gotteswort ist es, ihm zu sagen: das Werk, zu dessen Vollbringung du berufen, der Bau, zu dem hier der Grundstein gelegt wird und an dessen idealer Vollendung alle kommenden Geschlechter zu arbeiten berufen sind, – nicht durch Heeresmacht und nicht mit Körperkraft wird er gefördert, sondern: durch „meinen Geist’. Jeder Menschenkreis und jeder einzelne Mensch, und wäre er äußerlich der winzig schwächste, sobald er sich mit meinem Geiste durchdringt und damit sich in den Dienst der Gerechtigkeit, der Liebe und der Lebensheiligung stellt, ist riesenstark in Vollbringung seines Werkes. Da es mein Geist ist, der ihn beseelt, und mein Werk, an dessen Verwirklichung er arbeitet, so lenke ich auch als ה' צבאות die in meinem Dienste stehenden Schöpfungsscharen und Kräfte, daß sie seinem Wirken Förderung gewähren, gebe ihm „Gehende und Führende unter den Stehenden.“   Darum:

     

    V.7 weil nicht materielle, sondern geistige und sittliche Kräfte die zur Vollendung dieses Baues berufenenen  sind, gibt es auch keine materielle Hindernisse, die sich dieser Vollendung entgegenstellen könnten. Auch die gewaltigsten feindlichen Mächte, auch die „bergeshoch“ sich entgegenstürmenden Schwierigkeiten – der geistig-sittlichen, der göttlichen Macht gegenüber schwinden sie in nichts zusammen. Dieser Geist ist es, der den Bau, zu dem jetzt der Grundstein gelegt wird, zur Giebelhöhe der Vollendung führt, denn reichste Fülle der göttlichen Begnadung ist ihm gesichert – Die Verdoppelung des חן drückt die Allseitigkeit aus.

     

    (Die Haftoroth übersetzt und erläutert, Frankfurt am Main 1896: S. 416 -423  Kommentar zu Sacharja Kap 2 V.14…) 

    27-05-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    26-05-2021
    Klik hier om een link te hebben waarmee u dit artikel later terug kunt lezen.Rabbiner Dr. Salomon BREUER zur Wochenabschnitt Behaalaus'cho
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    Rabbiner Dr. Salomon BREUER

                    (1850 – 1926)

     

    בהעלתך

     

    Belehrung und Mahnung zur Wochenabschnitt

     BeHAALAUS’CHO (Auszug)

    …

    כי פעל אדם ישלם לו וכארח איש ימצאני heißt es in Hiob (34,11) von Gottes lohnender und strafender Waltung: „Denn des Menschen Tun vergilt er ihm, nach dem Wandel des Mannes läßt er ihm widerfahren“. Der Nachsatz bedarf der Erklärung, scheint er doch  nur den Gedanken des Vordersatzes zu wiederholen. Wenn wir nicht irren, enthält dieser Nachsatz ein Moment das, für die göttliche Waltungsweise bedeutsam ist: Gott vergilt nicht nur des Menschen tun, sei es gut oder schlecht, sondern bemißt seine Vergeltung nach dem sonstigen Wandel des Menschen. Die צדקה, die jemand übt, lohnt Gott; wer aber wenn es sich um Befriedigung seiner eigenen Bedürfnisse handelt, kärglich, ja geradezu geizig sich verhält, dessen צדקה erhält vor Gottes Augen erhöhte Bedeutung. Ebenso freilich im entgegengesetzten Falle: wer sich der צדקה entzieht, entgeht Gottes Strafe nicht; dies aber umso weniger, wenn er, wo es sich um seine eigenen Bedürfnisse handelt, verschwenderisch sich zeigt und die Hand verschließt, wenn des Nächsten Wohl Hilfe von ihm fordert. כי פעל אדם ישלם לו Gott vergilt nicht nur die Menschentat an sich, sondern וכארח איש ימצאני auch nach den sonstigen Wandel des Mannes läßt er ihm  widerfahren –  eine Beurteilung, die freilich in der Regel nur Gott gegeben ist, dem nicht nur jede Einzeltat, sondern das ganze Menschenleben in allen seinen Betätigungen gegenwärtig ist.

    …

     

    Quelle: Rabbiner Dr. Salomon BREUER  Belehrung und Mahnung vierter Teil Numeri  J.Kaufmann Verlag Frankfurt am Main 1935 S. 18- 24

    26-05-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    25-05-2021
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    Salam 'alaykum !

    Vrede zij met u!

     

    We zijn hier gekomen om u te tonen dat niet heel de Joodse gemeenschappen achter de zionistische agressie tegen de Palestijnen staan. Inderdaad, ook al hebben de meeste antizionistische Joden niet de traditie om openbaar te betogen, zijn de zionistische aanvallen tegen het Palestijnse volk voor ons onaanvaardbaar, vooral dat de zionisten acteren in naam van de Joden. Niet met ons !

     

    We hebben met het zionistische beleid niets te doen, integendeel, we keuren hun ketterij af, we stellen hun bestaan ​​en aanwezigheid in Palestina in vraag.

     

    Het zionisme is een ultranationalistische etnische politieke beweging die zich bedient van Joodse symbolen. De zionisten vertegenwoordigen zeker niet alle Joden.

     

    Het Joodse Volk is sinds de vernietiging van de 2de Tempel in ballingschap en verspreiding. Op decreet van de heilige Schepper zijn we tot nu toe:

    1)    Verboden om zich in massa en met geweld in het Heilig Land te vestigen,

    2)    alsook de andere volkeren te bestrijden

    3)    we moeten loyale burgers zijn van de landen waar we ons bevinden.

     

    We zijn uiteraard tegen de bezettingspolitiek en het apartheidsbeleid van de zionistische entiteit. We zijn solidair met het Palestijnse verzet en met het regionale verzet tegen het zionistische militarisme.

     

    De Palestijnen hebben het recht om alles te doen om hun volk, land en eigendom te verdedigen.

     

    Wereldwijd, moeten wij de Palestijnen helpen:

    ·       met het boycotten van zionistische producten

    ·       maar ook door geen relaties te onderhouden met het criminele zionistisch regime … niet zoals de Europese Unie die maar een paar centjes stuurt en tegelijkertijd volledig die criminelen steunt !

     

    We zijn voor een Palestina zonder zionisme, voor Palestijnse soevereiniteit over heel historisch Palestina. Het is ook een absoluut vereiste voorwaarde opdat de Messias kan komen, ten bate van heel de mensheid.

     

    Mijn tijd is op. Dank U. Shoekraan wama'a salamah!

    25-05-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    Klik hier om een link te hebben waarmee u dit artikel later terug kunt lezen.Samson Raphael HIRSCH Commentar Gebete
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    Rabbiner Samson Raphael HIRSCH

     

    Geuloh Erlösung

     

    „Stoße in den großen Schofar zu unserer Freiheit, erhebe das Panier, unsere Vertriebenen zu sammeln, und sammle uns zusammen von den vier Seiten der Erde; gesegnet seist Du, Gott, der die Verstreuten seines Volkes Jissroél sammelt

     

    תקע ist die גאולה-Bitte für die jüdische Gesamtheit, für welche im גלות kein חרות blüht, deren Erlösung nur mit der wiedervereinigender Sammlung aus der Zerstreuung beginnen wird, die keine äußere menschliche Veranstaltung auch nur vermittelnd herbeizuführen vermag, für welche wir vielmehr nur auf den sammelnden Posaunenruf Gottes zu warten haben. Wie die גאולה des Einzelnen (ראה בענינו) nur nach vorgängiger תשובה, דעת und סליחה zu erhoffen ist, so können wir auch die גאולה unserer Gesamtheit nur durch Wiedergewinnung der rechten Erkenntnis und Verzeihung und Vergebung verdiendenden Rückkehr zu Gottes Gesetz dienender Pflichttreue herbeiführen. Jede Meinung anderer, äußerer angeblich zu diesem Ziele führender Schritte ist verderblicher Wahn.

     

     „Jissroéls Gebete übersetzt und erläutert“ S.138

    Frankfurt a. M. Verlag von J. Kauffmann 1916

     

    Die beste Anschrift für antiquarische Judaica:

    Antiquarische Buchhandlung „Spinoza“ in Amsterdam

    Inhaberin: Frau Manja BURGERS

    http://www.spinozabooks.com

    25-05-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    24-05-2021
    Klik hier om een link te hebben waarmee u dit artikel later terug kunt lezen.Rabbiner Dr. Leo BRESLAUER: „Ein judisch-geschichtlicher Wegweiser”(4)
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    Rabbiner Dr. Leo BRESLAUER

                 (1894-1983)

     

    ובקשו

     

    „Ein  jüdisch-geschichtlicher Wegweiser“ von  Leo BRESLAUER. Frankfurt am Main  5695/1935

    Seiten 13-15 (in Beilagen)






    1.      Eine Frage

    2.      Die Ahnen

    „…Sieghafte Lebenskraft und einheitlich-organischer Zusammenhalt – so ersteht, biologisch echt, das Staatsvolk Gottkönigs. In den Vätern das Energieprinzip des Kiddusch ha-scheim, in den Müttern das Formprinzip der Hawdolo.“

    3.      Trieblichkeit in der Frühgeschichte

    „Der eigentümliche Dreiklang der urtrieblichen Geschichtskräfte tönt  vom frühesten Anfang an durch die Zeiten. … Rechthaberei und Habsucht und Sinnlichkeit, aber alle von außergewöhnlicher Art. Undurchdringliche Geheimnisse der Spannungsformel verschleiern die Rätsel der Gotteswaltung.“ –  

    4.      Mizrajim

    „ Als Gott, unser Vater, sah, daß das Innuj schmerzvollster Widerstandslosigkeit das Jisroeil zugedachte Zuchtmaß erreicht hatte, da schlug ihnen die Stunde der Befreiung zur – Bewährung. … Unauslöslich tief ist das Erlebnis vom Innuj Mizrajims in die Seele des Volkes gebrannt, Jahr für Jahr wird es in der Peßach-Nacht vom Neuen angefacht, vom Geschlecht  zu Geschlecht. Die Erinnerung daran wird sie immer wieder stark machen zu selbstlosem Königsdienst, wird ihnen zum festen Anker der Treue werden. So hoffte Gottkönig.“ –

    5.      Das Staatsvolk

    „ Am Gottesberg erfüllte sich, was dem Führer als Höhepunkt seiner Sendung worden war. Hier traten die aus Menschenknechtschaft Befreiten in den Dienst Gottes, wurden sie seine Untertanen, das Volk seines Staates. … Die Erziehung zum Gottesreichpatriotismus ist der uns offenbarte Sinn der jÏudischen Geschichte.“

    Bijlagen:
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    24-05-2021 om 06:41 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    23-05-2021
    Klik hier om een link te hebben waarmee u dit artikel later terug kunt lezen.Psalm 106,14 und Sprüchlein der Woche für Behaalauscho
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    בהעלותך

     

    ויתאוו תאוה במדבר וינסו אל בישימון:

     

     

    „gelüsteten Gelüste in der Wüste, versuchten in Einöde Gott!“

    (Psalm 106,14 Übersetzung Rabbiner Samson Raphael HIRSCH)

     

    1.

    Genuß verbot’ner Lust verheeret

    Des Menschen beste Lebenskraft

    Und hat schon manches Glück zerstöret

    Und  manches Opfer hingerafft.

    2.

    Gedenke nur der gierigen Scharen,

    Die einst ob ihrer Lüsternheit

    Die Strafe mußten jäh erfahren,

    Die für den Sünder stets bereit.

     

    Aus: Erbauungsbuch „Bibel- und Talmudschatz“ J.H. Kohn S.315  13.Auflage Hamburg 5691 – 1931

     

    Die beste Anschrift für antiquarische Judaica:

    Antiquarische Buchhandlung „Spinoza“ in Amsterdam

    Inhaberin: Frau Manja BURGERS

    http://www.spinozabooks.com

    23-05-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    21-05-2021
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    Rabbiner Samson Raphael HIRSCH

     

    נשא

     

     

    Aus seinem Kommentar zur Wochenabschnitt Nossau

     

     

    Kap.5 V.8: …Ein  גרtritt aber mit dem Momente seines גרות eine neue Existenz an, גר שנתגייר כקטן שנולד דמי und kann daher nur unter den als גר von ihm erzeugten Deszendenten einen Erben haben. Stirbt er ohne solche Deszendenz, so hat er keinen Rechtsnachfolger uns seine ausstehenden Schuldforderungen haben keinen zur  Forderung berechtigten Gläubiger mehr. Als herrenloses Gut sind sie dem Schuldner, als dem ersten Okkupanten verfallen. …

    21-05-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    20-05-2021
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    Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH

                  (1833 – 1900)

     

    הפטרת פרשת נשא

     

    Aus dem Kommentar zur Haftoro des Wochenabschnittes Nossau

     

     

    Richter, Kap. 13, Vers 2 und folgende

     

    Auch bei der Wahl dieser Haftora für die Sidra dürften, abgesehen von dem ganz äußerlichen Zusammentreffen des Nasirtums, Contrast und Parallele das Ausschlaggebende gewesen sein. Die Sidra zeigt uns in einer Reiher von Gesetzen, wie sich die Nation als Bewahrerin des Gottesheiligtums in der sorgsam gehüteten Reinheit des Einzellebens, der Loyalität des menschengesellschaftlichen Verkehrslebens und als Grundlage des Ganzen, in der Lauterkeit des Familienlebens zu bewähren habe. Sie zeigt, wie das Leben dieses Volkes in allen diesen Beziehungen sich unter dem prüfenden Gottesauge zu vollenden habe, wie es aber dann auch des Gottesschutzes und des allem fürsorgenden Gottessegens sich versichert halten dürfe. Das Prophetenwort führt uns in eine Periode, wo Jissroél sich dieses Gottesschutzes verlustig gemacht, wo es vierzig Jahre dem schweren Drucke der benachbarten Philistäer preisgegeben worden war, weil es nach wiederholten Rettungen „wiederum fortgefahren hatte, das in Gottes Augen Böse zu tun“.

    Auf der andern Seite aber bietet es auch Parallelen. Es zeit die unmittelbar auf die Einzelpersönlichkeit gerichteten Gottesvorsehung in der Sendung an die Gattin Manoachs, zeigt die hohe Bedeutung der Reinheit und des auf Gott gerichteten Sinnes schon der Mutter für die seelische Ertüchtigung der ungeborenen Menschenknospe, zeigt die Bedeutung endlich auch des bescheidensten Einzellebens für die Gesamtheit.

    Es ist eine trübe Zeit, in deren Dunkel und durch die Mitteilungen des Buches der Richter nur einzelne Einblicke gewährt werden. Das Unglück hat jedenfalls seine läuternde Wirkung auf Jissroél ausgeübt, und ihm wieder zum Bewußtsein gebracht, von wem allein es Hülfe und Rettung zu erhoffen habe. Die Haftora zeigt uns nun, wie diese Rettung sich als unmittelbares Gotteswerk darstellt, wie sie in der Person des zum Gotteswerkzeuge  bestimmten Helfers von langer Hand vorbereitet war, wie bereits die Mutter des Ungeborenen sich seine spätere Bestimmung in ihrer Lebensführung zu vergegenwärtigen hatte. – Noch eins. Dan war der politisch unbedeutendste Stamm. Sein Stammland war eine kleine, teilweise von dem mächtigen Juda umschlossene Enklave. Es dürfte nicht ohne Bedeutung sein, daß die hier verkündete Hilfe aus dem bescheidenen reinen Hause gerade einer dem kleinsten Stamme angehörigen Familie hervorgehen sollte. –  Vorübergehend freilich, wie die stets wankende  Treue, war auch die durch Simson gewirkte Hilfe, dessen durch Gott verkündete Geburt uns das Prophetenwort mitteilt.

     

    (Die Haftoroth übersetzt und erläutert, Frankfurt am Main 1896: S. 250 -253  Kommentar zu Richter Kap 13 V.2…) 

    20-05-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    19-05-2021
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    Rabbiner Dr. Salomon BREUER

                    (1850 – 1926)

     

    נשא

     

    Belehrung und Mahnung zur Wochenabschnitt

     NOSSAU (Auszug)

    …

    Die Fürstenspenden waren aber Gott auch so wertvoll wie die Bundestafeln, von denen es heißt: מזה ומזה הם כתובים Die Gesetztafeln waren „von hier und hier beschrieben“, d.h. die Schrift durchdrang den Stein, und doch konnte man die Schrift מזה ומזה von beiden Seiten lesen (Sabbat 104), die Tafeln besaßen  keine „Kehrseite“, die Schrift konnte auf beiden Seiten in der gleichen Form und Folge der Buchstaben gelesen werden. Damit aber bot sich uns Gottes Thora als das Gut dar, das keine „Kehrseite“ kennt.

    אין טוב אלא תורה Nur der Thora kommt, so meinen die Weisen; das Prädikat טוב zu. Jedes andere Gut auf Erden, mag es noch so gut erscheinen, hat auch seine „Kehrseite“, die dem „Gut“ Abbruch tut; nur die Thora ist טוב, mag man von welcher Seite immer an ihre Würdigung herantreten, sie erweist sich als das einzig wahrhaft beglückende und beseligende Gut, das Gott fürs Leben gereicht hat.

    In Mischle (10,22) heißt es: ברכת ה' היא תעשיר ולא יוסף עצב עמה „Gottes Segen, der macht reich und ist nicht von gesteigerter Entsagung begleitet.“ Wir glauben diesen Vers zu verstehen. Reichtum gilt nach der allgemeinen Auffassung als ein beglückendes Gut, und doch hat Reichtum auch sein עצב, seine Entsagung bereitende „Kehrseite“: "מרבה נכסים מרבה דאגה" Je mehr Besitz, desto größer die Sorge“ (Aboth 2,8) und והשבע לעשיר איננו מניח לו לישן (Koh. 5,11) selten schläft der große קצין den sorglosen süßen Schlaf. – Das עצב, von dem der Reichtum in der Regel begleitet ist, zeigt sich aber noch in anderen Erscheinungen. קשה פרנסה כפלים כלידה meinen die Weisen (מ"ר בראשית) „Die Ernährung des Menschen ist doppelt so schwer wie seine Geburt“. בלידה כתיב בעצב תלדי בנים, ובפרנסה כתיב בעצבון תאכלנה. Bei der פרנסה ist die „Entsagung“ viel größer als bei der Geburt, von der Geburt heißt es בעצב, von der פרנסה jedoch בעצבון.

    עצב (s. Komm.das.) bezeichnet das schmerzliche Gefühl der Entsagung, der Verzichtsleistung,  בעצב תלדי בנים  unter Entsagung, unter Verzichtsleistung, unter Aufopferung ihres Selbst gibt die Mutter dem Kinde das Leben. Doch hört dieses עצב  mit der Geburt des Kindes auf. Anders verhält es sich in der Regel bei der פרנסה. Unter Entsagung ringt der Mensch um seine פרנסה, nur daß dieses עצבון bei gar vielen nie aufhört, sich vielmehr in dem Maße steigert, als seine entsagungsvollen Bemühen der Erfolg nicht ausbleibt. אין אדם מת וחצי תאותו בידו, יש לו מנה רוצה מאתים „Kein Mensch stirbt so, daß er auch nur ein Teil seiner Sehnsucht gestillt hätte, denn hat er Hundert erreicht, so geht sein Verlangen schon nach Zweihundert“.

    Und doch braucht das nicht zu sein. Es gibt einen Reichtum, es gibt ein Streben nach פרנסה, das von עצבון nicht begleitet ist. Wer in פרנסה, im materiellen Besitz ברכת ה', von Gott gewährten Segen erblickt, zu dessen Erringung Menschen nur das Ihrige tun können und tun sollen, wer materiellen Besitz aus Gottes Hand empfängt, um ihn, ob viel oder wenig, in den Dienst von Gott gewollter Thorazwecke zu stellen dessen Streben nach Besitz kennt kein עצבון, er leistet voll und ganz das Seine und weiß sich beglückt und zufrieden mit allem, was Gott ihm versagt: ברכת ה' היא תעשיר ולא יוסף עצב עמה Gottes Segen allein macht wahrhaft reich, kennt kein עצב, das sonst mit zunehmenden Besitz nur wächst.

    Da treten die Fürsten Jissroéls mit ihren Weihegaben an Gottes Altar hin und geloben ihr Hab und Gut in den Dienst der Thora, von Gott gewollter Ziele zu stellen, ein jeder איש כמתנת ידו כברכת ה' den ihm Gott verliehenen Segen der Verwirklichung der Forderungen zu weihen, die Gott vom jüdischen Leben erwartet – ein solcher Reichtum hat Teil an dem „Gut“, das Gottes Thora uns bedeutet, solcher Reichtum hat keine „Kehrseite“, kennt kein עצבון, beglückt seinen Besitzer wie das טוב, das ihm die Thora gewährt. – Und heißt es, meinen die Weisen von den Gesetztafeln מזה ומזה הם כתובים, so heißt es auch hier זה קרבן נחשון וגו' זה קרבן נתנאל וגו'.

    …

     

    Quelle: Rabbiner Dr. Salomon BREUER  Belehrung und Mahnung vierter Teil Numeri  J.Kaufmann Verlag Frankfurt am Main 1935 S. 9- 17

    19-05-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    18-05-2021
    Klik hier om een link te hebben waarmee u dit artikel later terug kunt lezen.Rabbiner Dr. Rafael BREUER: Vorwort zur Erläuterung Megillas Ruth
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    Rabbiner Dr. Raphael BREUER

                (1881-1932)

     

    רות

    Vorwort zur Erläuterung der

     Megillas Ruth: Zurück zur Bibel!

     

      So müsste der aufrüttelnde Weckruf lauten, die Schläfer aus ihrem Schlafe, die Gleichgültigen aus ihrer Gedankenlosigkeit zu reißen. Denn was nützt am Ende alles Reden und Schreiben, was nützen Versammlungen und Vereine, was nützt aller Glanz einer geräuschvollen Repräsentation, was nützen alle Beschwichtigungsmittel apologetischer Vielgeschäftigkeit, solange noch fort und fort vom Gipfel des Horeb es grollt und zürnt: אוי להם לבריות מעלבונה wehe den Menschen ob der kränkenden Verschmähung der Thora! Es ist alles umsonst. Und wenn es uns mit vereinten Kräften meisterhaft gelänge, bis in die letzten Details den unwiderleglichen Nachweis zu führen, daß die verderblichen Einflüsse, die von ringsher auf den jüdischen Menschen der Gegenwart einstürmen, denkwidrig und darum nichtig seien, so wäre damit fürwahr noch nicht ein Tausendstel des apologetischen Segens erreicht, der in jener unvergleichlichen Andacht enthalten ist, mit der unsere Alten in der Bibel lasen. Mehr als je tut darum in unseren Tage dem jüdischen Volke ein Untertauchen in das verjüngende Element wahrer jüdischer Wissenschaft not. Wo dieses Element zu finden ist, kann heute angesichts der niederschlagenden Feststellungen zionistischer Aufklärungsarbeit, umso weniger zweifelhaft sein, je kläglicher von Tag zu Tag sich diejenige Wissenschaft, die sich mit Vorliebe als Wissenschaft des Judentums begreift, für die Aufgaben einer jüdischen Massenerziehung als impotent erweist. Aber auch nationale Selbstbesinnung, dieses populärste Heilmittel für den uns aus tausend Wunden blutenden jüdischen Volkskörper, wird immer ein trügerisches Phantom bleiben, solange sie die Assimilation anders zu besiegen hofft, als durch die Wiederherstellung des Zusammenhanges mit dem Geiste unserer großen Vergangenheit. Diesen Zusammenhang vermögen uns nur Bibel und Talmud zu vermitteln. Nur wenn es gelingt, zum Quell der Reinheit und Verjüngung, aus welchem die Ahnen Kraft und Mut geschöpft, jedem fremdartigen Stoff den Eintritt zu verwehren und im Herzen der Jugend, wenn sie die Bibel liest, jene ursprüngliche Andacht zu erwecken, wie sie die Alten zierte, können wir hoffen, daß sich das alte Judentum in den breiten Volksmassen erhalten und nicht in die einsamen Gelehrtenstuben flüchten werde, wo die letzten Zeugen einer längst versunkenen Zeit in wehmütigem Anachronismus das Vätererbe hüten.

       Mit der Bearbeitung der fünf Megilloth, denen sich, wenn Gott Kraft und Muße spendet, die übrigen Teile der Bibel, soweit  sie noch nicht eine entsprechende Behandlung erfahren haben, anreihen sollen, möchte ich mithelfen, diese Andacht aufs neue zu beleben [1].

       Inhalt, Charakter und Zweck des Buches Ruth ergeben sich aus dem Verfolg der Erzählung selbst[2]. Auch die Fülle der ethischen Gedanken und psychologischen Beobachtungen, die das Buch in seltener Feinheit bietet, vermag nur in Zusammenhang der Erzählung nach Gebühr gewürdigt zu werden und, wie es die Alten taten, nur an der Hand der talmudischen Überlieferung. Nur demjenigen, der sich der kundigen Führung der jüdischen Weisen anvertraut, werden sich die stillen Schönheiten dieses Buches in ihrem ganzen unvergleichlichen Reiz erschließen. Von ihnen geleitet, wird er sich sagen: Wenn Herder vom Buche Ruth mit Worten voll Bewunderung spricht und Goethe es in westöstlichen Divan „das lieblichste kleine Ganze, das episch und idyllisch überliefert worden“ nennt, bis zu welcher Überschwänglichkeit hätten sie erst ihren Lobspruch gesteigert, wäre es ihnen vergönnt gewesen, gleich dem jüdischen Volke dies liebliche Idyll im Lichte der rabbinischen Überlieferung zu schauen.

       Wo ohne nähere Angabe des Ortes rabbinische Aussprüche citirt sind, ist Midrasch Rabba zu Ruth, wo vom „Commentar“ die Rede ist, sind die bezüglichen Schriften Rabbiner Samson Raphael HIRSCH’s זצ"ל gemeint.

        Im Geiste der Alten war ich bestrebt, dieses Buch zu schreiben. Im Geiste der Alten möchte es gelesen werden.

     

    Frankfurt am Main, im Ijar 5668

    Raphael BREUER

     

     

    Die fünf Megilloth übersetzt und erläutert von Rabbiner Dr. Raphael BREUER Zweiter Teil: Ruth Vorwort

    Zweite Auflage Frankfurt am Main Verlag von  A.J. HOFFMAN 1908



    [1]  Nicht minder wichtig, nur mit größeren Schwierigkeiten verknüpft, ist das Werk dieser Neubelebung auf speziell talmudischem Gebiet. Hier gälte es, den Geist der talmudischen Dialektik in seiner großartigen Urwüchsigkeit und Naturfrische, zunächst auf dem propädeutischen Wege einer populären Darstellung talmudischer Probleme, weiteren Kreisen zugänglich zu machen. Ich beabsichtige, eine Arbeit herauszugeben, die sich an der Lösung dieser Aufgabe versucht.

    [2]  Einzelheiten bietet Baba bathra 14 f. Über die liturgische Verwendung des Buches am Thorafeste vgl.  ש"ע א"ח  490,9

    18-05-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    17-05-2021
    Klik hier om een link te hebben waarmee u dit artikel later terug kunt lezen.Rabbiner Dr. Pinchos KOHN: Schowuoss Editorial
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    Rabbiner Dr. Pinchos KOHN

             (1867-1942)

     

     

    שבועות  Schowuauss

     

    „Jissroél ist nicht mehr und nicht weniger, als der Treuhändler der Thora für die ganze Welt“

     

    Editorial in das Wiener Wochenblatt  „Jüdische Presse“ 20, 1928. Hier zu lesen als Beilage:

    Bijlagen:
    JPW 1928 20 Schawuauss P.K..JPG (165.4 KB)   

    17-05-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    Klik hier om een link te hebben waarmee u dit artikel later terug kunt lezen.Samson Raphael HIRSCH: SCHOWUAUSS (aus Chauréw)
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    Samson Raphael HIRSCH

     

     

    WOCHENFEST   שבועות SCHOWUAUß

     

    (aus Chauréw)

     

    § 161. Mauadim (מועדים), Zeitstifte sind Zeiten, die durch ihre Bedeutung uns zu sich rufen, d.h. uns aufrufen, so lange sie währen uns der Erwägung und Beherzigung derjenigen Ideen ganz hinzugeben, die ihnen zu Grunde liegen; so wie מועד räumlich, den Ort bezeichnet, den Menschen zu ihrem bestimmten Versammlungsort, zu bestimmten Zwecken haben, also מועד in der Zeit: ein Zeitpunkt, der uns gemeinschaftlich zur bestimmten Tätigkeit ruft, und dies zwar hier zu innerer. Mauadim sind daher Tage, die, über die andern Tage des Jahres hervorragend, uns hinausrufen aus unserm täglichen Leben, Halt zu machen, und alle unsere Geistes- und Lebens-Richtungen ihnen zu weihen. In sofern ist auch Schabboss und Jaum Kippur Mauéd.

     

    • Bedeutung von Schowuauß (שבועות): Gründung des Jissroél-Geistes, Denkmal für die Offenbarung der Lehre, mit welcher Gott, der Jissroél durch körperliche Freiheit zum Volksdasein berufen, nun den befreiten Volkskörper zum Träger seiner Lehre berief, und so geistig vollendete, was körperlich in Mizrajim begonnen: Denkmal für Gesetzesoffenbarung am Ssinai. Lebensbegründung. –  (aus §165)
    • Jahreszeitbeziehung: Schowuauß, das Denkmal der geistigen Vollendung des mit Péßach Neugeschaffenen, ist an die Zeit der ersten Sommerreife des im Frühjahr Neuerweckten geknüpft. – (aus § 166)
    • Was Schowuauß gründet: Göttlichkeit und Ewigkeit der Lebenslehre, die Jissroél als Offenbarung eben dieses Berufs zur Bewahrung und Erfüllung in Händen trägt. – (aus § 168)
    • Schowuauß: Lehren: Allgemein: Gott, in Natur und Menschheit alles seiner Bestimmung fördernd, die Menschheit zu ihrer Bestimmung erziehend, Menschentat als seines Willens Dienerin erziehend, und dafür diesen seinen Willen offenbarend. Besonders: Jissroéls Gesetzgeber der alleinige Gott. Jissroéls einziger Beruf: Träger und Erfüller dieser göttlichen Lehre zu sein, und darin Priesterreich, heilig Volk. Thauroh: von Gott, Jissroéls Boden. Entschluß:  Mehr als an deinem Leben, zu hangen an dieser Thauroh, zu deren Erfüllung dich Gott im Hause Jissroéls geboren werden ließ. יראה  (aus § 169)
    • WERKVERBOT: Siehe §171 bis §177

     

    Aus Kap. 23 S. 76 bis 86

     

    חורב Versuche über Jissroéls Pflichten in der Zerstreuung, zunächst für Jissroéls denkende Jünglinge und Jungfrauen  4.Auflage Ff/M Verlag von J. Kaufmann 1909

    17-05-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    16-05-2021
    Klik hier om een link te hebben waarmee u dit artikel later terug kunt lezen.Rabbiner Dr. Leo BRESLAUER: „Ein judisch-geschichtlicher Wegweiser”(3)
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    Rabbiner Dr. Leo BRESLAUER

                 (1894-1983)

     

    ובקשו

     

    „Ein  jüdisch-geschichtlicher Wegweiser“ von  Leo BRESLAUER. Frankfurt am Main  5695/1935

    In diese Folge gibt es die ersten vier Skizzen (S. 8-11) in Beilagen. Dazu einleitend einige wortwörtliche Zitaten:





     

    1.      Das historische Gesetz:

    „Die Geschichte geschieht zwischen Gottkönig und der in Staatsvölkern gegliederten Menschheit… Gottkönigsherrschaft befreit das Volk leiblich vom Joch  der Wirtschaft und seelisch aus den Fesseln der Autonomie und der blinden Erdgebundenheit…Die Geschichte des Gottesreiches ist die Geschichte der ganzen Menschheit. Die Geschichte des Gottesstaates beginnt mit Avrohom, dem ersten Herold des Gottesreiches und ist zugleich die Geschichte des jüdischen Volkes auf seinem Weg um Gottesstaatsvolkstum.

    Dieses Weges Ziel ist nur zu erreichen bei striktem Verzicht auf Autonomie und durch Entwicklung  der volkstümlichen Kräfte zu restloser Hingabe. Jenes ist der Hauptgegenstand der Erziehung des Volkes, dieses ist Bewährungsaufgabe seiner Erprobung.

     In Erziehung und Bewährungsprobe offenbart sich das historische Gesetz des Gottesstaatsvolkes: …“  

    2.      Erziehungsweise

    „Die Erziehung des Volkes zum Verzicht auf Autonomie erfolgt in der Heimatlosigkeit des Goluß. Dessen wesentlichstes Merkmal ist Innuj, drückende Verunselbständigung….Das soll Jißroeil empfänglich  machen für die Wahrheit, daß sein Dasein nicht auf autonomer Wirtschaftspolitik ruht, sondern  auf der ihm jeweils von „Gottes Mund“ gestellten Aufgabe. Durch diese tief in die Seele, ja in Fleisch und Blut gebrannte Lehre des Innuj soll das Volk, wenn ihm Besitz  und Macht anvertraut wird imstande sein jeden eigentümlichen und eigennützigen Anspruch auf sie willig zu unterdrücken und sie vorbehaltlos ganz nach Gotteskönigs Willen zu verwalten, als Volkswirtschaft des Gottesstaates, als sein angemessenes leibliches Volkstum – Gauj-kodausch; und auf dieser Basis soll sich die blühende Entfaltung des seelischen Volkstums für die Ehre Gottkönigs und seines Reiches zu gründen - Mamlecheß -kauhanim“  

    3.      Einzelschicksal

    „Die Schule des Goluß will das Volk erziehen und zur hieniedigen Bewährung ertüchtigen. Das Schicksal des Einzelnen vollendet sich nicht in dieser Welt. … Darum ist auch der Grad der Schmerzhaftigkeit der Innuj-Erziehung (wiewohl jedes einzelne betroffene Volksglied für sich den Schmerz erleidet) nicht nur von der individuellen Würdigkeit oder Unwürdigkeit jedes leidenden Gliedes bestimmt, sondern auch von dem, was nach Gottes Weisheit zum besten Erziehungserfolg des Volksganzen (und letztlich wohl der ganzen Menschheit) nottut. Geschichte ist Bewährungserziehung der Völker.“

    4.      Die Spannungsformel

    „Autonomismus ist Drang zur Selbstbestimmung. Er treibt aus den innerlichen  Ich dem Wurzelstock der Selbsterhaltung in den drei urtrieblichen Zweigen autonomen Strebens:…Urtriebe gegen Gottkönig  - das ist die einfachste und dabei zutreffendste  Formel der Geschichte seit dem Gan-Eiden beherrschenden Spannungen.. Überwindung der Spannungen durch Unterordnung der Urtriebe der Habsucht, der Sinnlichkeit und der Rechthaberei unter Gottkönigs Willen ist das Fundament des Gottesstaates. Nicht das Haben, Genießen und Gelten als normale individuelle Funktionen aufhören sollen; dann müßten Menschen überhaupt aufhören, Menschen zu sein. Sondern unterordnen sollen sie sich; sonst wehe!...“

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    16-05-2021 om 11:35 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    Klik hier om een link te hebben waarmee u dit artikel later terug kunt lezen.Hoschea 4,11 und Sprüchlein zur Wochenabschnitt Nossau
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    נשא

     

    זנות ויין ותירוש יקח לב:

     

     

    „Sittenlosigkeit aber, Wein und Most rauben den Verstand.“

    Hoschea 4,11  Übersetzung  Rabbiner Dr. Mendel Hirsch

     


    1.

    Wohl dem, der von früher Jugend

    flieht die Eitelkeit der Welt,

    Der nur lebt für Gott und Tugend

    Und vom Tande fern sich hält.

    2.

    Wie die Knospe sich entfaltet

    In der schönen Frühlingszeit,

    Und wie Epheu nicht verhaltet,

    Reist er für die Ewigkeit.

     

     

     

    Quelle: „Bibel- und Talmudschatz – Ein Buch für die jüdische Familie“ von J.H. Kohn, 13 Auflage Hamburg 5691-1931 Verlag von George Kramer S. 303

     

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    16-05-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    14-05-2021
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    Samson Raphael HIRSCH

     

    במדבר

     

    Auszüge aus seinem Kommentar zur  Wochenabschnitt Bemidbar

     

    Kap. 1, V.2 Nehmet die Gesamtsumme der ganzen Gemeinde der Söhne Jisraels auf nach ihren Familien, nach dem Hause ihrer Väter, mit Zählung der Namen, alle Männlichen nach ihren Köpfen.

     

    Kap.1, V.2:  … Diese Tatsache, daß die Gesamtnation immer als ein Haus, als בית ישראל, als Söhne Eines Mannes, als בני ישראל, angeschaut und genannt wurde, und andererseits innerhalb dieser einen Einheit gesonderte und doch derselben sich unterordnende und von ihr umfasste, besondere Einheiten, בתי אבות, משפחות erhalten und in Beachtung bleiben, bietet die Eigenart der jüdischen Nationalität. Durch die Auffassung der Nation als „Haus Jisraels“ und aller Nationalen als „Söhne Jisraels“ ist der Begriff der jüdischen „Nation“ davor geschützt, als gegenstandslose Einheitsidee sich zu verflüchtigen oder in die Scheineinheit einer Elitenrepräsentanz als Fiktion sich zu retten, wird er vielmehr wesentlich immer und immer in der vereinten wirklichen Allheit seiner Glieder gedacht, die durch ein gemeinsames Innere eins sind, und deren jedes ein konkretes Teil dieser Einheit darstellt. Auch als die Nachkommen des einen jüdischen Mannes Jisrael zu sechsmalhunderdtausend Männern angewachsen waren, waren sie alle  noch Glieder „Eines Hauses“, Söhne „Eines Mannes“, Ein Gepräge in Geist und Herz, eine Aufgabe, ein Geschick als Erbschaft durch die Jahrtausende tragend. Und mitten in dieser Grundeinheit und unter deren Einfluss die größte Mannigfaltigkeit in Stammes- und Familieneigentümlichkeit geflissentlich gepflegt, auf daß – wie wir dies bereits wiederholt im 1 B.M. angedeutet – die Eine große Menschenbestimmung, wie für das Gottesgesetz gezeichnet, unbeirrt durch jede Besonderheit, in der ganzen Mannigfaltigkeit der Charaktere, Anlagen, Berufsarten und Lebensstellungen, für die Gesamtmenschheit mustergültig zur Verwirklichung komme. Jeder Stamm in seiner Besonderheit und jede Familie in ihrer Eigenart haben, die gemeinsame Aufgabe des Hauses Jisraels in ihrer Besonderheit und Eigenart zu verarbeiten und erziehend und bildend auf ihre Glieder und in ihren Gliedern zu vererben. …

     

    V.48 Gott sprach nämlich zu Mosche:

     

    V. 48: Wir haben bereits zu V.2 angemerkt, wie dem Begriff עדה wesentlich das Merkmal der Gemeinsamkeit einer Bestimmung innewohne, die Grund und Zweck der Gemeindeeinheit bildet, ein Einigungselement, das für die jüdische Volksgemeinde nichts anderes als das Gottesgesetz ist. …  daß das Gesetz nicht aus dem Volke, sondern an das Volk, nicht menschlich irdischen, sondern göttlichen Ursprungs und das unantastbar hoch aufgestellte Ideal war und ist, das jeden in Israel und Israel insgesamt mit ewig göttlicher Kraft zu sich hinan in seine Kreise ziehen soll, zu dem wir aber nimmer in solcher Gemeinsamkeit treten können, daß wir es antastend zu meistern vermöchten. …Durch diesen Fernkreis blieb das Gesetz das Ewiggegebene, Ewiganziehende und doch nimmer in uns Aufgehende, vielmehr beherrschend uns in die von ihm gezeichneten Bahnen weisend und haltend.

     

    V.51 Bricht die Wohnung auf, so haben die Leviten sie abzuschlagen, und soll die Wohnung Stätte nehmen, so haben die Leviten sie aufzurichten: der Fremde, der naht,  ist todesschuldig.

     

    V.51: …Jeder Nichtverpflichtete war ein Nichtbefugter, war ein זר, so sehr, daß selbst der Levite nur zu der in Folge der Arbeitsteilung im überwiesenen Leistung befugt und der Übergang von einer Funktion zur andern verpönt war, נקיטינן משורר ששיער בשל חברו במיתה (Arachin 11b). …

    14-05-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    שָבוּעוֹת

     

    DIE DREI VORBEREITUNGSTAGE DES SCHOWUAUSSFESTES

     

    Am sechsten Tage des Monats  סִיוָןfeiern wir das Wochenfest,  שָבוּעוֹת, das so genannt wird nach der Zahl von sieben Wochen, die von der zweiten Nacht des Peßachfestes an bis zu diesem Feste gezählt werden. Dasselbe dauert zwei Tage.

    Nach seiner geschichtlichen Bedeutung hat dieses Fest auch den Namen יוֹם מַתּן תּוֹרָה, Tag der Gesetzgebung, denn es erinnert uns an den großen, ewig bedeutungsvollen Tag, an welchem Gott unter Donner und Blitz auf dem bebenden Sinai Sich offenbarte und dem am Fuße versammelten Volke Jissroél die heiligen zehn Gebote verkündete? – Zu diesem bedeutungsvollen Tage sollten sie sich nach dem Befehle des Herrn durch eine dreitägige Vorbereitung würdig machen, die heute unter dem Namen ְשׁלשָה יְמֵי הַגְבּלָה „die drei Vorbereitungstage“ bekannt sind.  

    Das Wochenfest soll in unserem Herzen stets von neuem das Pflichtgefühl erwecken und  das Gefühl der innigsten Dankbarkeit gegen unsern himmlischen Wohltäter für das kostbare Geschenk der Thora, welche Moses an diesem Tage von Gott empfangen und für alle Zeiten Jissroél übergegeben hat.

     

    Quelle: J.H. KOHN Bibel- und Talmudschatz  Ein Buch für die jüdische Familie. Hamburg 13 Aufl. 1931 S. 290

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    14-05-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    13-05-2021
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    Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH

                  (1833 – 1900)

     

    הפטרת פרשת במדבר

     

    Aus dem Kommentar zur Haftoro des Wochenabschnittes Bemidbar

     

     

    Hosea, Kap. 2, Vers 1 und folgende

     

    Kap. 2, V.1 Nicht: בני ישראל, sondern מספר בני ישראל. מספר bezeichnet stets ein verhältnismäßig kleine, beschränkte Anzahl. Vergl.והיו מתיו מספר 5 B.M. 33, 6 Jissroél ist ja an sich das kleinste unter den Völkern, und von ihm gingen ja zehn Stämme, also fünf Sechstel für unseren Blick gänzlich verloren, und das eine Sechstel sollte in den völkergeschichtlichen Stürmen wiederholt decimiert werden. Also nicht die materielle Zahl verleiht ihm Bedeutung. Gleichwohl werden diese materiell so winzigen Nachkommen Jissroéls unter die Völker so bedeutsam werden wie der Sand des Meeres, der, unscheinbar in seinen einzelnen Bestandteilen, nicht gemessen und nicht gezählt wird, und dennoch den mächtigen Schutzwall bildet gegen die anstürmenden Meeresfluten. So werden Jissroéls unter die Völker zerstreuten Söhne einst inmitten der Menschheit als Träger der ewigen welterlösenden Wahrheit von dem einen freien Gotte und dem reinen freien Menschen die mächtige Schutzwehr bilden, hinter welche die zwischen der Scylla des blinden Dogmenglaubens und der Charybdis des öden Materialismus hin- und hergeschleuderte müde Menschheit einst Zuflucht und Erlösung finden wird. – Wenn erst die zerstreuten Söhne Jissroéls durch die trübe Erfahrungen des Exils zu bewussten Trägern dieser Wahrheit erzogen sein werden, so wird ihre Erhaltung, vor allem aber ihr sittenreines, der Übung der Nächstenliebe und der Gerechtigkeit geweihtes Leben so von den Menschen erkennen lassen als „ Söhne des lebendigen Gottes.“ – Das והיה במקום וגו' steht im Zusammenhang und abschließenden Gegensatz zu V.9 des ersten Kapitels. Dort war dem Propheten geboten, den Namen seines jüngsten Kindes zur steten Mahnung des Volkes „לא עמי“ zu nennen: „denn ihr seid mein Volk nicht mehr und Ich werde euch nicht sein“, d.h. werde mich lange nicht von euch finden lassen. Diese zeitweilige Trennung hat, wie hier gezeigt wird, nur den Zweck der einstigen und dann ewigen Wiedervereinigung.

     

    V.2 ונקבצו וגו' Diese von Juda und den wiedergewonnenen Jissroél einmütig vollzogne Wahl eines Oberhauptes gehört der fernen Zukunft an. Das ergibt sich auch aus den Worten: כי גדול יום יזרעאל, denn hier ist offenbar nicht an das V.5 des vorigen Kapitels genannte Jisreel gedacht; die Stätte blutiger Siegesherrlichkeit Jehus, unheilvollen Andenkens. Sondern „Jisreel“ zusammengesetzt aus יזרע אל; bezeichnet das Jissroél des Exils in seiner weltgeschichtlichen Bedeutung als die unter die Völker „hinausgestreute Gottessaat“, die in der Zeiten Fülle einst aufgehn wird zum eigenen und zu der Menschheit Heile.

     

    V.3 אמרו לאחיכם וגו' Bereits im ersten Kapitel war bei der Namensbestimmung der Tochter des Propheten לא רחמה, „Sie findet kein Vatererbarmen“ (V.6) scharf unterschieden worden zwischen der israelitischen Gesamtheit, als dem grundsätzlich Gott entfremdeten Staate, und dessen einzelnen Gliedern. Diesem Staate als solchem war das Vatererbarmen abgesprochen, weil und solange er von dem Vater nichts wissen wollte. In Beziehung auf die Einzelnen aber hieß es: „Wohl aber werde ich ihnen, den Einzelnen, verzeihen.“ Diese Unterscheidung wird nun hier weiter ausgeführt. Unser Vers enthält die Warnung an die auch in Jissroél treu gebliebenen Einzelnen, ihre verirrten Brüder und Schwestern nicht zu verdammen oder sie ihrer Bestimmung für verlustig zu halten.

     

    V.4. ריבו וגו' Wohl aber werden diesen Einzelnen aufgefordert zum Kampfe gegen den grundsätzlich abgefallenen Staat, der als die „Mutter“ und später, V.7, als die „Lehrerin“ des Abfalls bezeichnet wird, die gänzlich jenes Band zerrissen, mit dem Gott einst am Sinai Jissroél mit sich vereinigt. Dieses Verhältnis Jissroéls zu Gott wird im Gottesworte in seiner ganzen Innigkeit stets unter dem Bilde von der Ehe gefaßt, also des Verhältnisses der Gattin zum Gatten, deshalb sind auch die Bezeichnungen des Treubruchs gegen Gott mit denen des Treubruchs in der Ehe deutlich. Hier: .נאפופיה ,זנוניה – ותסר וגו': Kämpfet, auf daß sie ihren Abfall nicht mehr als Höheziel im Auge haben und ihren Treubruch nicht mehr als Emanzipation vom Gesetze, als kostbare Errungenschaft „am Busen hege“. Denn die Rückkehr zu Gott und seinem Gesetze ist der einzige Weg zur Erhaltung des Staates und zur Rettung vor dem Exil.

     

    V.5 פן אפשיטנה ערומה Wenn die israelitische Gesamtheit fortfährt, Selbständigkeit und Besitz, also die Güter, die ihr nur zur freien Erfüllung des Gottesgesetzes verlieh sind, vergöttert und zu einem Gott entfremdeten Leben zu missbrauchen, so bleibt Gott nur übrig, ihr denselben zu entziehen und sie in dieselbe Armut zurückzuwerfen, in der Jissroél sich am Tage seiner volksgeschichtlichen Geburt befand.

     

    V.6 ואת בניה: ihrer Kinder, derer, sich als Kinder dieses grundsätzlich abgefallenen Gesamtheit begreifen, werde ich mich als meiner Kinder nicht erbarmen, כי בני זנונים הם, denn sie stehen ja auf dem Boden des grundsätzlichen Abkehr von Gott.

     

    V.7 כי זנתה אמם וגו'. אמם ist zugleich הורתם. Indem ihre Mutter die Treue brach, hat sie, indem sie ihre Kinder in den Principien des Treubruchs erzog, dieselben ihren Hoffnungen getäuscht. – מאהבי, nicht: אוהבי. Der Piel bedeutet: die Liebe äußerlich bezeichnen.  Der Boden und die in ihm lebendigen und auf ihn wirkenden Naturkräfte sind diese „Liebe und Freundschaft betätigenden מאהבים“. Die herrschende Mehrzahl in Jissroél hatte diese Kräfte, die in Wahrheit nur den Willen Gottes vollstreckende Diener sind, in gottvergessenem Sinne für die Herren gehalten. Ihre Kinder waren unter dem Einfluße der Lehren herangewachsen, zum irdischen Glücke genüge es, in rationeller Weise den herrschenden Naturkräfte Rechnung zu tragen, und sie mit Fleiß und Ausdauer den eigenen Zwecke dienstbar zu machen, – dies ist das אחרי, Folge leisten, – auf ethische Momente, auf die Befolgung des göttlichen Willens komme es nicht an. Damit aber: הובישה, „hatten sie ihren Kindern schwerste Enttäuschung bereitet.“  In diesem ganzen Vorstellungskreise war die jüdische Fundamentalwahrheit vergessen worden, die das jüdische Volk und sein Geschick von den Daseinsbedingungen aller anderen Völker spezifisch scheidet. Das Dasein aller anderen Völker ist an den gemeinsamen Boden geknüpft, und erst aus dem nationalen Zusammenleben erwächst ihr Recht und ihr Gesetz. Deshalb hat ihr geschichtliches Dasein ein Ende, sobald sie den gemeinsamen Boden verlieren. Jissroéls Boden jedoch ist das Gottesgesetz. Durch dieses Gesetz ward des zum Volke in der Wüste, bevor es den nationalen Boden erhielt, ja dieses Land selbst erhielt es nur zu dem ausgesprochenen Zwecke der Erfüllung dieses Gesetzes. Deshalb war auch sein Volksdasein nicht an die Dauer seines Landesbesitzes geknüpft, und des bildet bis auf den heutigen Tag das einzig dastehende weltgeschichtliche Wunder der Forterhaltung eines unter alle Völker zerstreuten Volkes, nachdem es bereits Jahrtausenden den gemeinsamen Boden verloren. Dieser Verlust aber mußte eintreten, nachdem der Bodenbesitz und seine Güter als höchste Ziele vergöttert, das Gottesgesetz jedoch als lästig zu ihrer Erreichung und störend in ihrem Genusse verachtet worden war. Dieser Verlust selbst war zur Wiedergewinnung Jissroéls notwendig. Das hatten die damaligen „Aufgeklärten“ in Jissroél nicht erkannt, das war die verhängnisvolle Täuschung, die sie ihren Kindern bereiteten, und das ist der Gedanke, der im Folgenden ausgesprochen wird.  

     

    (Die Haftoroth übersetzt und erläutert, Frankfurt am Main 1896: S. 241 -249  Kommentar zu Hosea Kap 2 V.1…) 

    13-05-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    12-05-2021
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    Rabbiner Dr. Salomon BREUER

                    (1850 – 1926)

     

    במדבר

     

    Belehrung und Mahnung zur Wochenabschnitt

     BEMIDBAR

    …

    Die Thora wurde in Feuer gegeben. מגיד שהתורה כולה אש מאש נתנה ובאש נמשלה מה דרכה של אש שאם קרב אדם אצלה נכוה, רחק ממנה צנן, כך אין לו לאדם אלא להתחמם כנגד אורן של חכמים „Das will lehren, aß die Thora ihrem Wesen nach Feuer ist, aus Feuer gegeben, dem Feuer verglichen: wie wenn jemand dem Feuer zu nahe kommt, er sich verbrennt, wenn er sich ihm nicht fernhält, er erkaltet, so bleibt uns Menschen nichts anders übrig als uns am Feuer der Weisen zu erwärmen.“

    מימינו אשדת למו „ Aus Seiner Rechten ward ihnen ein Feuergesetz (Deut. 33, 2)  תורה שנתן הקב"ה למשה אש לבנה חרותה באש שחורה (ילקוט) „Die Thora, so erklären die Weisen, die Gott Mosche gegeben, ist weißes Feuer, das in schwarzes Feuer eingegraben ist.“ Der Gedanke dürfte klar sein. Vom Feuer geht eine Doppelwirkung aus, eine heilsame, aber auch eine verheerende. Das Feuer spendet Licht und Wärme und erweist sich im Haushalt der Natur als die unentbehrlichste Lebensquelle des Menschen. Das Feuer kann freilich auch zerstören, vernichten. In seiner zerstörenden Wirkung ist es das „schwarze“ Feuer, das seine Opfer zur Schwärze verkohlt, „weiߓ in seiner wärmenden und leuchtenden Kraft. Soll es dem Menschen als Segensquelle dienen, dann darf man sich ihm sich ihm nicht unvorsichtig nähern, es nicht unmittelbar erfassen wollen, sondern nur mit entsprechenden Schutz- und Vorsichtsmaßnahmen auf sich wirken lassen. Das gleiche gilt von unserer göttlichen Thora. התורה נתנה באש Sie will uns Feuer sein, als unsere Licht und Wärme spendende Lebensquelle sich erweisen: כי נר מצוה ותורה אור Doch nimmer darf sich ihr der Mensch unmittelbar nahen, soll von ihr nicht, statt uns zu erleuchten und zu erwärmen, Unheil ausgehen, wie das göttliche „schwarze“ Feuer noch immer jeden kecken Versuch, es ohne die gebotene Schutz- und Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen, ahndete – כי ה' אלקיך אש אכלה הוא א' קנא Denn Gott, dein Gott, ist ein zehrendes Feuer, Gott, der sein Recht fordert. –  (Deut. 4,24).

    ושמרתם! ושמרתם את משמרתי – עשו משמרת למשמרתי! Mit der immer wiederkehrende Mahnung, auf der „Hut“ zu sein, reichte Gott sein „Feuergesetz“ seinem Volke und verpflichtete die Führer unseres Volkes, durch גדרים וסיגות Vorkehrungen zu treffen, daß das göttliche Gesetz sich uns als אש לבנה Leben und Licht spendend erweise. Weil die Thora ihrem Wesen nach Feuer ist und daher, wer ihr zu nahe kommt, sich verbrennt und wer und  sich entfremdet, erkaltet, deshalb bleibt uns gar nichts über als uns „an dem Feuer der Weisen zu erwärmen“. –

    מימינו אש דת למו Von vorneherein ward die Thora als אש דת gegeben. דת als Bezeichnung für Thora kommt in תנ"ך nicht vor; nur im Buche Esther, dort aber als Bezeichnung einer „von menschlicher Kraft erlassenen Weisung“; rabbinisch bezeichnet דות eine zur Aufnahme von Wasser bestimmte, von Menschenhand erbaute Cisterne (s. Komm. Das) – Wir wagen daher die Erklärung: מימינו אש דת למו Die Thora ward ihnen als ein in Behälter zu fassendes Feuer gegeben; mit der Verpflichtung zur שמירה ward ihnen die Thora gegeben. Wohl ist dieses דת, sind die schützende und bergenden „Gefäße“,  durch die allein die Thora von uns hingenommen und verwirklicht werden kann, uns von unseren Weisen gereicht worden, allein durch die immer wiederkehrende Mahnung zur שמירה haben uns von vornherein alle die Bestimmungen, die sich als „Gefäße“ des Thorafeuers uns erweisen, göttliche Sanktion erhalten: denn als אש דת als ein Feuer, das nur  durch schützende und bergende Gefäße von uns gehandhabt werden kann, reichte und Gott seine Thora. – אשדת ist als ein Wort geschrieben, wird aber in zwei Wörtern gelesen (כתיב חד וקרי תרין): wohl ist das דת vom אש zu scheiden, da dieses דת uns von unseren Weisen gereicht wird; dennoch aber bildet אשדת eine untrennbare Einheit, da das אש ohne דת nicht denkbar ist, soll sich das Gottesfeuer uns nicht als verzehrendes אש שחורה erweisen. In diesem Sinne sprechen daher die Weisen: Diese Thora ist „weißes Feuer, eingegraben in schwarzes Feuer“; heißt es doch: מימינו אשדת למו – Und deshalb wurde uns die Thora in Feuer gegeben תורה ניתנה באש.

     

    Quelle: Rabbiner Dr. Salomon BREUER  Belehrung und Mahnung vierter Teil Numeri  J.Kaufmann Verlag Frankfurt am Main 1935 S. 1-8

    12-05-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    11-05-2021
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    RÜCKBLICK AUF DAS DRITTE BUCH MOSES

     

    Dieses Buch, junger Leser, enthält die meisten Vorschriften für das Amt der Priester im Heiligtume und die Lehren für die verschiedene Opfer, es wird daher תורת כהנים, die Lehre für den Priesterdienst genannt.

    Wir heben in diesem Überblick bloß einige der Satzungen dieses Buches für das heutige Leben hervor:

    Unterstütze den Armen, - nimm keine Zinsen von den Genossen deines Volkes, wie du ihnen keine geben darfst, – verabscheue jeden Raub, jeden Diebstahl, jede Lüge und jeden Meineid, – bezahle den Lohn des Arbeiters an demselben Tage noch, –  hüte dich vor Verleumdung, – bleibe bei Gefahr deines Nächsten nicht unmüßig stehen, – trage deinen Beleidiger keinen Haß nach, sondern weise ihn offenherzig zurecht, wenn er gegen dich gefehlt hat, –,verbanne niedriges Rachegefühl aus deinem Herzen, – liebe deinen Nächsten wie dich selbst, –  halte dich fern von Zauberei und Aberglauben, sie führen dich ab vom wahren Gotte, vollkommen sollst du deinen Gott angehören, – trauere nicht, mehr als das Gesetz erlaubt, um die Toten, das widerspricht deiner Überzeugung von der Unsterblichkeit, – ehre das graue Haupt und achte hoch den, der sich Thorakenntnis erworben, – unterdrücke den Fremden nicht, der Heimatlose ist ohnehin schon zu bedauern, – halte streng auf richtige Wage und richtiges Gewicht, – betrüge niemand, wes Glaubens er auch sei, – liebe die Keuschheit und die Sittsamkeit.

    Mein Sohn und meine Tochter, das sind nur einige Tropfen aus dem großen unermeßlichen Meere der göttlichen Satzungen in diesem Buche; bewahre die kostbaren Lehren tief in deinem Herzen, handle nach denselben, und du hast für dein diesseitiges und dein jenseitiges Leben verwirkt.

    Schon die einzige Satzung, liebe deinen Nächsten wie dich selbst, umfaßt, wie der große Hillel lehrt, eine ganze Thora – und beseligt ihre Bekenner hier wie dort!

    Darum, teure Jugend, wollen wir uns die wichtigen Lehren des dritten Buches, vom Beistand des Allmächtigen begleitet, mit erneuter Kraft vorwärtsschreiten. Gott mit uns!

     

     

    Quelle: „Bibel- und Talmudschatz – Ein Buch für die jüdische Familie“ von J.H. Kohn, 13 Auflage Hamburg 5691-1931 Verlag von George Kramer S. 290-291

     

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    Inhaberin: Frau Manja  Burgers

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    11-05-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    10-05-2021
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    Rabbiner Dr. Leo BRESLAUER

                 (1894-1983)

     

    ובקשו

     

    „Ein  jüdisch-geschichtlicher Wegweiser“ von  Leo BRESLAUER. Frankfurt am Main  5695/1935

    Ergänzungen und Berichtigungen:

    Zur Zeit des Originaldruckes wurde der Text handmäßig gesetzt.  Daher die folgende Listen mit Ergänzungen und Berichtigungen (in Beilage). Wir empfehlen diese gesondert als Merkzettel zu drücken zur Begleitung der Lektüre der jeweiligen  Abschnitte.

    Bijlagen:
    BRESLAUER Leo Ergänzungen u. Berichtigungen 1.jpg (23.7 KB)   
    BRESLAUER Leo Ergänzungen u. Berichtigungen 2.jpg (61.2 KB)   

    10-05-2021 om 11:40 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    09-05-2021
    Klik hier om een link te hebben waarmee u dit artikel later terug kunt lezen.Jeremias 2,2 und Sprüchlein zur Wochenabschnitt Bemidbar
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    במדבר

     

    כה אמר יי זכרתי לך חסד נעוריך אהבת כלולתיך לכתך אחרי במדבר בארץ לא זרועה:

     

     

    „Gehe hin und verkünde in den Ohren Jeruschalaims: so spricht Gott, ich gedenke dir die Liebe deiner Jugend, die liebende Hingebung deiner Bräutlichkeit, da du mir in die Wüste folgtest, in ein nicht besätes Land.“

    Jeremias  2,2  Übersetzung  Dr. Josef BREUER

     


    1.

    In ödem, unfruchtbarem Lande,

    In Wüsten, wo die Otter zischt,

    Wo alles lechzt im Sonnebrande

    Nach einer Quelle, die erfrischt.

    2.

    Dort fand an jedem neuen Morgen.

    Das Gottesvolk sein Brot und Trank

    Und lebt‘, in Gottes Schutz geborgen,

    Im Lager vierzig Jahre lang.

    Quelle: „Bibel- und Talmudschatz – Ein Buch für die jüdische Familie“ von J.H. Kohn, 13 Auflage Hamburg 5691-1931 Verlag von George Kramer S. 291

     

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    09-05-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    07-05-2021
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    בחקתי

     

    Aus dem Kommentar von Rabbiner Samson Raphael HIRSCH zur Wochenabschnitt BECHUKAUSSAI

     

    Kap.26 V.42  Dann gedenke ich meines Bundes „Jakob“; und auch meines Bundes „Jizchak“ und auch meines Bundes „Abraham“ gedenke ich, und des Landes gedenke ich.

     

    Kap. 26,V.42 וזכרתי את בריתי וגו'  Es heißt nicht: בריתי עם oder את יעקב u.s.w. sondern: בריתי אברהם, בריתי יצחק, בריתי יעקב. Offenbar ist es also nicht der Bund mit Jakob u.s.w. sondern, Jakob, Jizchak, Abraham sind Apposition zu בריתי, es gibt einen Gottesbund der „Jakob“, einen Gottesbund der „Jizchak“, einen Gottesbund der „Abraham“ heißt. Ähnlich wie 4 B.M. 25,1: הנני נותן לא את בריתי שלום, wo שלום der Gottesbund ist, den Gott dem Pinchas übergibt. Der ברית, das ist ja die absolute Gottesbestimmung (siehe 1 B.M. 6,18), die שלום heißt, das ist der Friede der trotz aller entgegenstehenden Wirrnissen auf Erden, doch nach Gottes Bestimmung die endliche Gestaltung der Dinge auf Erden bilden soll, den hat Gott nicht der feigen und feilen Konnivenz sondern, dem redlich für das Rechte mit selbstvergessenem Mute einstehenden Pinchaseifer anvertraut. So hat die Entwicklung der jüdischgeschichtlichen Bestimmung Gott einen ברית gestiftet, der Jakob, einen ,ברית der Jizchak, und einen ,ברית der Abraham heißt. Alle dreie, Abraham, Jizchak und Jakob, war Gott nahe, aller dreier Geschick war von Gott geleitet und bedeutsam für die Begründung ihres Volkes, und doch hatte jeder von ihnen eine andere Weltstellung. Wie nach der Überlieferung Abraham das Morgengebet, Jizchak das Minchah- und Jakob das Nachtgebet gestiftet, so entspricht auch die Weltstellung des Geschickes eines jeden derselben diesen Tageszeiten. Abrahams Geschick erscheint in steigendem Lichte; beglückt und reichgesegnet in allem und durch alles stand er, obgleich allein, einer ganzen Welt gegenüber, und sie zu dem Altare des Einen Einzigen berufend, doch unbeneidet und unangefeindet, ja hochverehrt als נשיא אלקים in ihrer Mitte. Jizchaks Weltstellung ist schon getrübt. Mit seinem Wandel vor Gott isoliert, findet er ob seines Gottessegens nur Neid inmitten seiner zeitgenössischen Bevölkerung und wird auf sich selbst und auf sein Haus zurückgewiesen. Mit Jakob zieht endlich nächtlicher Geschickesschatten ein, sein ganzes Leben ist eine Kette prüfungsvoller Verhängnisse, und nur kurz und selten lächelt ihm die äußere Lebensfreude. Und doch sind alle drei die Väter unseres Volkes, alle drei die ersten Träger des Gottesbundes, und Jaakobs harte Weltstellung nicht minder Offenbarung der Gottesnähe im Lebensgeschicke der Menschen als Abrahams leuchtendes Lebensbild. Darum werden sie alle drei hier besonders ברית genannt, und damit dem Volke, dessen Stammeswurzeln sie bilden, die Gottesverheißung mit hinausgegeben, daß auch sein Geschick ein wechselndes, wie der Väter Geschick sein werde, ohne damit aufzuhören, gottnahes Augenmerk der besonderen Gottesführung und Leitung zu sein, und daß wie Abraham, Jizchak und Jakob sie inmitten der Völker im Abrahamsgeschick, in Isaaksgeschick und in Jakobsgeschick sich doch gleichwohl immer als die treuen Söhne des Gottesbundes zu bewähren haben werden.

    Im Zusammenhange mit dem vorigen stehen aber bezeichnend die drei Bundesverheißungen in umgekehrter Reihenfolge, es steht der Bund „Jaakob“ zuerst und zwar durch volle Schreibung, מלא, bedeutsam hervorgehoben, und durch den Accent und die Satzbildung als die ganz besonders zu beachtende Hauptverheißung dargestellt, welcher der Bund „Jizchak“ und der Bund „Abraham“ nur mit אף als Erweiterung und Fortsatz sich anschließen.

    Mit Beginn des Galuth waren die Söhne des Abrahambundes in das „Jaakob“-geschick eingetreten. Wenn sie aber, wie des die mit der zweiten Hälfte des V.41 eingeleite andere Seite der Zukunftsalternative vorausgeht, dieses Galuth mit allem seinem Herben, in seiner wahren, reinen, gottnahen Bedeutung als רצוי עונם, als sühnende Tilgung ihrer Vergangenheitsschuld mit Befriedigung begreifen und in bewusstvoller Pflichttreue also lösen, daß sie sich zu dem reinen Gegensatz ihrer früheren Verirrung emporarbeiten: dann וזכרתי את בריתי יעקב, dann werde ich meine Bundesverheißung „Jaakob“ erfüllen, werde mit ihnen sein in allen den langen, langen Galuthnächten, Führung gestalten, wie sie in der Völkernacht als die Sterne opferfreudiger Hingebung an die geistige und sittliche Menschenbestimmung im Leben und Sterben leuchten. Und wenn sie dann genug geduldet und im weltgeschichtlichen Märtyrertum ihre Gesetztreue im Unglück mit ihrem Herzblute in die Blätter der Völkergeschichte eingetragen: dann ואף את בריתי יצחק, dann werden sie nicht umsonst in der Mitte der Völker gelebt und geblutet haben, an ihrem Beispiel lichtet sich der Geist und mildern sich die Sitten der Völker, mit dem andämmernden Völkermorgen  ist auch die Mitternacht ihres Galuth vorüber, sie fangen an aufzuatmen und aufzublühen auf bis dahin fremdländischen Boden und wie in der Jakobsperiode den Haß, so haben sie jetzt Jizchak den zurückweisenden Neid der Völker (siehe 1 B.M. 26, 14. u. 16) zu dulden, und nun die zweite und für ihr Naturell wahrlich nicht leichte Schule des Galuth durchzumachen:  im wachsenden Glücke und einer zwischen Humanität und Neid schwankenden Behandlung der Völker gegenüber  sich Jizchak gleich in ihrer Eigenart zu erhalten, und unter dem helleren Völkerhimmel die nun reicheren und freieren Kräfte nur  in noch gesteigerter Gesetzestreue zu einem noch vollendeteren, vielseitigeren Ausbau ihrer eigenartigen Aufgabe im Galuth, unbekümmert um den sie noch immer isolierenden Völkerneid, zu verwenden. Dann, wenn sie die zweite Galuthprobe, die Treue im Glück, glücklich bestanden: dann ואף את בריתי אברהם אזכור, dann wird ihnen die Abrahamssonne im Galuth leuchten; sie werden Abraham gleich Gott und seinem Gesetze ihre Altäre inmitten der Völker bauen, werden Menschheit, werden Abraham gleich also die ganze Fülle alles Wahren und Guten der zur Erlösung  der Menschheit ihnen anvertrauten Gotteslehre an die Völker und für die Völker zur Verwirklichung bringen, weil sie das Volk des Abrahambundes sind, weil sie in Geist und Tat das Gottesgesetz der Menscheiterlösung kennen und üben, und wie Jakobs Nachtkampf mit Esaus Genius nicht endet, bis sich Jakob die segnende Anerkennung von ihm errungen, so werden endlich die lang gehaßte, dann geduteten und beneideten Söhne Jakobs und Jizchaks endlich als Abrahamsvolk inmitten der Völker den huldigenden Anerkennungsgruß empfangen נשיא אלקים אתה בתוכנו! Dann endlich, wenn sie im Galuth alle die Klippen der Völkerfeindschaft, der Völkergunst, des Völkerbeispiels und des Übermuts im Glücke zu überwinden gelernt, an welchen sie einst auf eigenen Boden ihrer Gesetztreue gescheitert, dann erst: והארץ אזכר, dann wenn sie „Abraham“ geworden, werde auch ich die dem Abraham verheißenem Bestimmung des Landes zur dauernde Verwirklichung bringen und sie dem Lande zur endlichen, ganzen Lösung ihrer Urbestimmung als Gottes Gesetzesvolk auf Gottes Gesetzboden wieder schreitenden Stadien wieder zurückgeben. ברית יצחק ,ברית יעקב und ברית אברהם bilden somit die drei fortschreitenden Stadien der Aufgaben, deren Lösung im Galuth die Sühne ihrer Schuld gestaltet und zugleich ihnen die einstige dauernde Rückkehr zum Lande ihrer Selbständigkeit bringt.  

    07-05-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    Samson Raphael HIRSCH

    בהר

     

    Aus seinem Kommentar zur Wochenabschnitt BEHAR

     

    Kap.25, 1 Gott sprach zu Mausche auf dem Berge Sinai:

    Kap.25 V 1  Es haben die letzten Sätze des vorigen Kapitels „Gott“ als Urborn alles „Rechts“ und die „Persönlichkeit“ Gottes als Fundament alles Rechts von Personen und von durch Menschenpersönlichkeit zu „Gütern“ erhobenen Sachen an die Spitze der Rechtsgesetzgebung gestellt. Daran schließt sich nun dieses Kapitel, indem er für den engeren Kreis des jüdischen Landrechts Gott als eigentlich einzigen, wirklichen Herrn und Eigentümer des jüdischen Landes, der jüdischen Menschen und Güter statuiert und von diesem einen Rechtsbegriff aus Boden-, Menschen- und Güterrecht entwickelt. שביעית , יובל , die  גאולה-Institution bei Boden-, Häuser- und Personendienstlauf, sowie das רבית-Gesetz  sind nichts als Konsequenzen aus dem einen Rechtsprinzipium der Hörigkeit an Gott, und Gottes, als des einzigen Urberechtigten. …

     

    V.4 aber im siebten Jahre sei eine durch Werkeinstellung zu begehender Sabbat dem Lande, Gott ein Sabbat: dein Feld sollst du nicht besäen und deinen Weinberg nicht beschneiden,

     

    V.4 שבת לד' Wiederholt wird es ausgesprochen, daß der Landessabbat ein Sabbat לד', zum Ausdruck der Gotteshuldigung bestimmt, und nicht etwa ein im Interesse des Landes angeordnetes Brachjahr ist. …שביעית, die Gotteshuldigung als Bodeneigentümers des jüdischen Landes, bedarf zu ihren Ausdruck nur der Unterstellung des Bodens unter Gottes Herrschaft. Vor dem Gedanken des eigentlichen Bodeneigentümers tritt sein Lebensträger, der Jude, mit Bestellung des Bodens und Einheimsung seiner Früchte für die Zwecke der Existenzsicherung zurück. Es genügt die allgemeine Einstellung der Aussaat und der Baumbeschneidung, sowie der einspeichernden Ernte aller etwa von selbst gewachsene Früchte, um für dieses Jahr keine Nahrungssicherung aus den Boden zu erzielen (siehe V.20), und damit dem Boden eines ganzen Landes das Gepräge der Herrenlosigkeit aufzudrücken und ein ganzes Jahr zu einer nationalen Bekenntnisthat zu gestalten, daß das jüdische Volk nicht Herr und Eigentümer des jüdischen Landes sei. …

     

    V.5 an dem Nachwuchs deines Schnittes sollst du keinen Schnitt, und an den Trauben deines sich selbst überlassenen Weinstockes keine Lese halten; ein Jahr der Werkeinstellung soll dem Lande sein.

     

    V.5…שביעית ist ebenso positiver Ausdruck der Gotteshuldigung, der Gottesherrschaft über den Boden des jüdischen Landes, wie ע"ז eine Leugnung der ausschließlichen Gottesherrschaft ist. Alles was der jüdische Boden im שביעית hervorbringt, ist ein Objekt, das die Idee der Gottesherrschaft trägt und dem Ausdruck und der Vergegenwärtigung dieses Gedankens heilig ist, sowie ע"ז ein Objekt ist, das den Gegensatz dieses Gedankens vergegenwärtigt. Beide, פירות שביעית und ע"ז, sind Bekenntnisobjekte in Beziehung zu der höchsten fundamentalen Wahrheit des jüdischen Bewusstseins, jenes der Huldigung, dieses der Leugnung der Gottesherrschaft, und scheiden sich damit scharf von allen übrigen Gesetzobjekten. …

     

    V. 7 und deinem Vieh, sowie deinem Tiere, welches in deinem Lande sich befindet, sei all sein Ertrag zum Essen.

    V.7 …Vergegenwärtigen wir uns die שביעית- Gesetze in ihrer Verwirklichung, so sind sie die großartigste, ein ganzes Jahr durchdauernde, auf Äckern und Feldern, in Gärten und Wiesen sich offen kund tuende, in jeder Frucht, jedem Grashalm sich aussprechende Bekenntnistat einer ganzen Nation, mit welcher sie ihren Nationalboden Gott als dessen eigentlichem Eigentümer und Herrn huldigend zu Füssen legt, sich selbst nur als גרים ותושבים, als geduldete Einwohner und Beisassen auf Gottes Boden begreift, und aller Hoheit und allen Besitzstolzes entkleidet zu den Ärmsten der Menschen und zu dem Tier auf dem Felde in Gleichheit und Gleichberechtigung  vor Gott zurücktritt.

     

    V.8 Und du zählst dir sieben Jahressabbate, sieben Jahre siebenmal; und die Tage der sieben Jahressabbate seinen dir neunundvierzig Jahre.

     

    V.8 … Die Omerzählung ist die Zählung der Individuen, die Schemitah- und Jobelzählung ist die Zählung der Nation. Jene sucht, auf Grund siebenmaliger Sabbathuldigung Gottes als Schöpfers und Herrn, ein der Gesetzempfängnis würdig machendes siebenfältiges Emporarbeiten zur sittlichen Freiheit ( שבע שבתותund תשעה וארבעים יום). Diese sucht, auf Grund siebenmaliger Jahressabathuldigung Gottes als Herrn und Eigners des Nationalbodens, ein der staatlichen Jobelwiedergeburt würdig machendes siebe