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Rabbiner Samson Raphael HIRSCH
(1808-1888)

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Rabbiner Dr. Raphael BREUER
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(1842-1909)
Jubelsinget, Gerechte, in Gottesanschauung, den Geraden geziemt Thatenoffenbarungslied (Psalm 33)

ברוך הבא!    السلام عليكم!

 

Welkom op de blog van de studievereniging JESJOEROEN, Thora tegen nationaal-jodendom (sionisme)


Thoratrouwe antizionistische inzet en anti-imperialistische solidariteit. U vindt hier Rabbijnse teksten (vooral Samson Raphael HIRSCH strekking), nieuws en achtergrondinfo.

 

Bienvenue sur le blog de l'association d’études rabbiniques YECHOUROUN, Thora contre national-judaïsme (sionisme).

 

Nous proposons des textes rabbiniques, (surtout de l’école de Samson Raphael HIRSCH) ainsi que des infos et documentations, le tout avec engagement antisioniste et solidarité anti-impérialiste, inspirés par la fidélité à la Thora. Visitez notre blog similaire en langue française: www.bloggen.be/yechouroun .  

 

Willkommen im Blog des Studienverbandes JESCHURUN, Tauro gegen Nationaljudentum (Zionismus).

Wir bieten Rabbinische Texten (hauptsächlich von der Samson Raphael HIRSCH Tendenz – meistens in deutsche Originalfassung), sowie Nachrichten und Hintergrundinformationen, im ganzen mit Thoratreues antizionistisches Engagement und anti-imperialistische Solidarität.

 

Welcome to the blog of the Study Association YESHURUN, Thora against Nationaljudaism (Zionism).

We propose Rabbinical texts (mostly from the S R HIRSCH tendency), news and information, the whole inspired by Thora-true anti-Zionist Commitment and anti-imperialist Solidarity.

Inhoud blog
  • „Misrachistische Begriffsverwirrung“ Jüdische Monatshefte 1918 Heft 3 u. 4
  • Rabbiner Dr. Leo BRESLAUER: „Ein judisch-geschichtlicher Wegweiser”(7)
  • Psalm 106,32 und Sprüchlein zur Wochenabschnitt Chukass
  • Rabbiner Dr. Raphael BREUER 'S.R. HIRSCH und der Chassam Sofer'
  • Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH aus dem Kommentar zur Wochenabschnitt Kaurach
  • Rabbiner Dr. Salomon BREUER zur Wochenabschnitt Kaurach
  • Rabbiner Samson Raphael HIRSCH: Kommentar Segenspruch „…der dem Hahne Verstand gegeben zu unterscheiden....“
  • Rabbiner Dr. Leo BRESLAUER: „Ein judisch-geschichtlicher Wegweiser”(6)
  • Sprüche 24,21 und Sprüchlein zur Wochenabschnitt Kaurach
  • Rabbiner Samson Raphael HIRSCH Komm. Wochenabschnitt SCHELACH LECHO
  • Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH aus dem Kommentar Schelach lecho
  • Rabbiner Dr. Salomon BREUER zur Wochenabschnitt Schelach Lecho
  • Samson Raphael HIRSCH: Kommentar zur Gebet „Leaulom“
  • Rabbiner Dr. Leo BRESLAUER: „Ein judisch-geschichtlicher Wegweiser”(5)
  • Sprüche 18,21 und Sprüchlein zur Wochenabschnitt Schelach
  • Rabbiner Samson Raphael HIRSCH Komm. Wochenabschnitt BEHAALAUSS'CHO
  • Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH aus dem Kommentar Behaalaus'cho
  • Rabbiner Dr. Salomon BREUER zur Wochenabschnitt Behaalaus'cho
  • Toespraak Jesjoeroen 24 mei '21
  • Samson Raphael HIRSCH Commentar Gebete
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  • ANTIQUARIAAT BOEKHANDEL SPINOZA
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  • Mehrsprachige Seite „Yakov RABKIN, Historian and Author“
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  • Int'l Middle East Media Center
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  • The Palestine Information Center (PIC)
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    Tauro gegen Nationaljudentum (Zionismus)
    16-04-2021
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    Shmireh leMageifoh – Hütung gegen Seuche

    Zettel von Rabbi Moshe Teitelbaum (1759-1841) berühmt als Yismach Moshe

    Gilt freilich auch gegen die Infizierung durch das Nationaljudentum (Zionismus)!

    16-04-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    07-05-2021
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    בחקתי

     

    Aus dem Kommentar von Rabbiner Samson Raphael HIRSCH zur Wochenabschnitt BECHUKAUSSAI

     

    Kap.26 V.42  Dann gedenke ich meines Bundes „Jakob“; und auch meines Bundes „Jizchak“ und auch meines Bundes „Abraham“ gedenke ich, und des Landes gedenke ich.

     

    Kap. 26,V.42 וזכרתי את בריתי וגו'  Es heißt nicht: בריתי עם oder את יעקב u.s.w. sondern: בריתי אברהם, בריתי יצחק, בריתי יעקב. Offenbar ist es also nicht der Bund mit Jakob u.s.w. sondern, Jakob, Jizchak, Abraham sind Apposition zu בריתי, es gibt einen Gottesbund der „Jakob“, einen Gottesbund der „Jizchak“, einen Gottesbund der „Abraham“ heißt. Ähnlich wie 4 B.M. 25,1: הנני נותן לא את בריתי שלום, wo שלום der Gottesbund ist, den Gott dem Pinchas übergibt. Der ברית, das ist ja die absolute Gottesbestimmung (siehe 1 B.M. 6,18), die שלום heißt, das ist der Friede der trotz aller entgegenstehenden Wirrnissen auf Erden, doch nach Gottes Bestimmung die endliche Gestaltung der Dinge auf Erden bilden soll, den hat Gott nicht der feigen und feilen Konnivenz sondern, dem redlich für das Rechte mit selbstvergessenem Mute einstehenden Pinchaseifer anvertraut. So hat die Entwicklung der jüdischgeschichtlichen Bestimmung Gott einen ברית gestiftet, der Jakob, einen ,ברית der Jizchak, und einen ,ברית der Abraham heißt. Alle dreie, Abraham, Jizchak und Jakob, war Gott nahe, aller dreier Geschick war von Gott geleitet und bedeutsam für die Begründung ihres Volkes, und doch hatte jeder von ihnen eine andere Weltstellung. Wie nach der Überlieferung Abraham das Morgengebet, Jizchak das Minchah- und Jakob das Nachtgebet gestiftet, so entspricht auch die Weltstellung des Geschickes eines jeden derselben diesen Tageszeiten. Abrahams Geschick erscheint in steigendem Lichte; beglückt und reichgesegnet in allem und durch alles stand er, obgleich allein, einer ganzen Welt gegenüber, und sie zu dem Altare des Einen Einzigen berufend, doch unbeneidet und unangefeindet, ja hochverehrt als נשיא אלקים in ihrer Mitte. Jizchaks Weltstellung ist schon getrübt. Mit seinem Wandel vor Gott isoliert, findet er ob seines Gottessegens nur Neid inmitten seiner zeitgenössischen Bevölkerung und wird auf sich selbst und auf sein Haus zurückgewiesen. Mit Jakob zieht endlich nächtlicher Geschickesschatten ein, sein ganzes Leben ist eine Kette prüfungsvoller Verhängnisse, und nur kurz und selten lächelt ihm die äußere Lebensfreude. Und doch sind alle drei die Väter unseres Volkes, alle drei die ersten Träger des Gottesbundes, und Jaakobs harte Weltstellung nicht minder Offenbarung der Gottesnähe im Lebensgeschicke der Menschen als Abrahams leuchtendes Lebensbild. Darum werden sie alle drei hier besonders ברית genannt, und damit dem Volke, dessen Stammeswurzeln sie bilden, die Gottesverheißung mit hinausgegeben, daß auch sein Geschick ein wechselndes, wie der Väter Geschick sein werde, ohne damit aufzuhören, gottnahes Augenmerk der besonderen Gottesführung und Leitung zu sein, und daß wie Abraham, Jizchak und Jakob sie inmitten der Völker im Abrahamsgeschick, in Isaaksgeschick und in Jakobsgeschick sich doch gleichwohl immer als die treuen Söhne des Gottesbundes zu bewähren haben werden.

    Im Zusammenhange mit dem vorigen stehen aber bezeichnend die drei Bundesverheißungen in umgekehrter Reihenfolge, es steht der Bund „Jaakob“ zuerst und zwar durch volle Schreibung, מלא, bedeutsam hervorgehoben, und durch den Accent und die Satzbildung als die ganz besonders zu beachtende Hauptverheißung dargestellt, welcher der Bund „Jizchak“ und der Bund „Abraham“ nur mit אף als Erweiterung und Fortsatz sich anschließen.

    Mit Beginn des Galuth waren die Söhne des Abrahambundes in das „Jaakob“-geschick eingetreten. Wenn sie aber, wie des die mit der zweiten Hälfte des V.41 eingeleite andere Seite der Zukunftsalternative vorausgeht, dieses Galuth mit allem seinem Herben, in seiner wahren, reinen, gottnahen Bedeutung als רצוי עונם, als sühnende Tilgung ihrer Vergangenheitsschuld mit Befriedigung begreifen und in bewusstvoller Pflichttreue also lösen, daß sie sich zu dem reinen Gegensatz ihrer früheren Verirrung emporarbeiten: dann וזכרתי את בריתי יעקב, dann werde ich meine Bundesverheißung „Jaakob“ erfüllen, werde mit ihnen sein in allen den langen, langen Galuthnächten, Führung gestalten, wie sie in der Völkernacht als die Sterne opferfreudiger Hingebung an die geistige und sittliche Menschenbestimmung im Leben und Sterben leuchten. Und wenn sie dann genug geduldet und im weltgeschichtlichen Märtyrertum ihre Gesetztreue im Unglück mit ihrem Herzblute in die Blätter der Völkergeschichte eingetragen: dann ואף את בריתי יצחק, dann werden sie nicht umsonst in der Mitte der Völker gelebt und geblutet haben, an ihrem Beispiel lichtet sich der Geist und mildern sich die Sitten der Völker, mit dem andämmernden Völkermorgen  ist auch die Mitternacht ihres Galuth vorüber, sie fangen an aufzuatmen und aufzublühen auf bis dahin fremdländischen Boden und wie in der Jakobsperiode den Haß, so haben sie jetzt Jizchak den zurückweisenden Neid der Völker (siehe 1 B.M. 26, 14. u. 16) zu dulden, und nun die zweite und für ihr Naturell wahrlich nicht leichte Schule des Galuth durchzumachen:  im wachsenden Glücke und einer zwischen Humanität und Neid schwankenden Behandlung der Völker gegenüber  sich Jizchak gleich in ihrer Eigenart zu erhalten, und unter dem helleren Völkerhimmel die nun reicheren und freieren Kräfte nur  in noch gesteigerter Gesetzestreue zu einem noch vollendeteren, vielseitigeren Ausbau ihrer eigenartigen Aufgabe im Galuth, unbekümmert um den sie noch immer isolierenden Völkerneid, zu verwenden. Dann, wenn sie die zweite Galuthprobe, die Treue im Glück, glücklich bestanden: dann ואף את בריתי אברהם אזכור, dann wird ihnen die Abrahamssonne im Galuth leuchten; sie werden Abraham gleich Gott und seinem Gesetze ihre Altäre inmitten der Völker bauen, werden Menschheit, werden Abraham gleich also die ganze Fülle alles Wahren und Guten der zur Erlösung  der Menschheit ihnen anvertrauten Gotteslehre an die Völker und für die Völker zur Verwirklichung bringen, weil sie das Volk des Abrahambundes sind, weil sie in Geist und Tat das Gottesgesetz der Menscheiterlösung kennen und üben, und wie Jakobs Nachtkampf mit Esaus Genius nicht endet, bis sich Jakob die segnende Anerkennung von ihm errungen, so werden endlich die lang gehaßte, dann geduteten und beneideten Söhne Jakobs und Jizchaks endlich als Abrahamsvolk inmitten der Völker den huldigenden Anerkennungsgruß empfangen נשיא אלקים אתה בתוכנו! Dann endlich, wenn sie im Galuth alle die Klippen der Völkerfeindschaft, der Völkergunst, des Völkerbeispiels und des Übermuts im Glücke zu überwinden gelernt, an welchen sie einst auf eigenen Boden ihrer Gesetztreue gescheitert, dann erst: והארץ אזכר, dann wenn sie „Abraham“ geworden, werde auch ich die dem Abraham verheißenem Bestimmung des Landes zur dauernde Verwirklichung bringen und sie dem Lande zur endlichen, ganzen Lösung ihrer Urbestimmung als Gottes Gesetzesvolk auf Gottes Gesetzboden wieder schreitenden Stadien wieder zurückgeben. ברית יצחק ,ברית יעקב und ברית אברהם bilden somit die drei fortschreitenden Stadien der Aufgaben, deren Lösung im Galuth die Sühne ihrer Schuld gestaltet und zugleich ihnen die einstige dauernde Rückkehr zum Lande ihrer Selbständigkeit bringt.  

    07-05-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    Samson Raphael HIRSCH

    בהר

     

    Aus seinem Kommentar zur Wochenabschnitt BEHAR

     

    Kap.25, 1 Gott sprach zu Mausche auf dem Berge Sinai:

    Kap.25 V 1  Es haben die letzten Sätze des vorigen Kapitels „Gott“ als Urborn alles „Rechts“ und die „Persönlichkeit“ Gottes als Fundament alles Rechts von Personen und von durch Menschenpersönlichkeit zu „Gütern“ erhobenen Sachen an die Spitze der Rechtsgesetzgebung gestellt. Daran schließt sich nun dieses Kapitel, indem er für den engeren Kreis des jüdischen Landrechts Gott als eigentlich einzigen, wirklichen Herrn und Eigentümer des jüdischen Landes, der jüdischen Menschen und Güter statuiert und von diesem einen Rechtsbegriff aus Boden-, Menschen- und Güterrecht entwickelt. שביעית , יובל , die  גאולה-Institution bei Boden-, Häuser- und Personendienstlauf, sowie das רבית-Gesetz  sind nichts als Konsequenzen aus dem einen Rechtsprinzipium der Hörigkeit an Gott, und Gottes, als des einzigen Urberechtigten. …

     

    V.4 aber im siebten Jahre sei eine durch Werkeinstellung zu begehender Sabbat dem Lande, Gott ein Sabbat: dein Feld sollst du nicht besäen und deinen Weinberg nicht beschneiden,

     

    V.4 שבת לד' Wiederholt wird es ausgesprochen, daß der Landessabbat ein Sabbat לד', zum Ausdruck der Gotteshuldigung bestimmt, und nicht etwa ein im Interesse des Landes angeordnetes Brachjahr ist. …שביעית, die Gotteshuldigung als Bodeneigentümers des jüdischen Landes, bedarf zu ihren Ausdruck nur der Unterstellung des Bodens unter Gottes Herrschaft. Vor dem Gedanken des eigentlichen Bodeneigentümers tritt sein Lebensträger, der Jude, mit Bestellung des Bodens und Einheimsung seiner Früchte für die Zwecke der Existenzsicherung zurück. Es genügt die allgemeine Einstellung der Aussaat und der Baumbeschneidung, sowie der einspeichernden Ernte aller etwa von selbst gewachsene Früchte, um für dieses Jahr keine Nahrungssicherung aus den Boden zu erzielen (siehe V.20), und damit dem Boden eines ganzen Landes das Gepräge der Herrenlosigkeit aufzudrücken und ein ganzes Jahr zu einer nationalen Bekenntnisthat zu gestalten, daß das jüdische Volk nicht Herr und Eigentümer des jüdischen Landes sei. …

     

    V.5 an dem Nachwuchs deines Schnittes sollst du keinen Schnitt, und an den Trauben deines sich selbst überlassenen Weinstockes keine Lese halten; ein Jahr der Werkeinstellung soll dem Lande sein.

     

    V.5…שביעית ist ebenso positiver Ausdruck der Gotteshuldigung, der Gottesherrschaft über den Boden des jüdischen Landes, wie ע"ז eine Leugnung der ausschließlichen Gottesherrschaft ist. Alles was der jüdische Boden im שביעית hervorbringt, ist ein Objekt, das die Idee der Gottesherrschaft trägt und dem Ausdruck und der Vergegenwärtigung dieses Gedankens heilig ist, sowie ע"ז ein Objekt ist, das den Gegensatz dieses Gedankens vergegenwärtigt. Beide, פירות שביעית und ע"ז, sind Bekenntnisobjekte in Beziehung zu der höchsten fundamentalen Wahrheit des jüdischen Bewusstseins, jenes der Huldigung, dieses der Leugnung der Gottesherrschaft, und scheiden sich damit scharf von allen übrigen Gesetzobjekten. …

     

    V. 7 und deinem Vieh, sowie deinem Tiere, welches in deinem Lande sich befindet, sei all sein Ertrag zum Essen.

    V.7 …Vergegenwärtigen wir uns die שביעית- Gesetze in ihrer Verwirklichung, so sind sie die großartigste, ein ganzes Jahr durchdauernde, auf Äckern und Feldern, in Gärten und Wiesen sich offen kund tuende, in jeder Frucht, jedem Grashalm sich aussprechende Bekenntnistat einer ganzen Nation, mit welcher sie ihren Nationalboden Gott als dessen eigentlichem Eigentümer und Herrn huldigend zu Füssen legt, sich selbst nur als גרים ותושבים, als geduldete Einwohner und Beisassen auf Gottes Boden begreift, und aller Hoheit und allen Besitzstolzes entkleidet zu den Ärmsten der Menschen und zu dem Tier auf dem Felde in Gleichheit und Gleichberechtigung  vor Gott zurücktritt.

     

    V.8 Und du zählst dir sieben Jahressabbate, sieben Jahre siebenmal; und die Tage der sieben Jahressabbate seinen dir neunundvierzig Jahre.

     

    V.8 … Die Omerzählung ist die Zählung der Individuen, die Schemitah- und Jobelzählung ist die Zählung der Nation. Jene sucht, auf Grund siebenmaliger Sabbathuldigung Gottes als Schöpfers und Herrn, ein der Gesetzempfängnis würdig machendes siebenfältiges Emporarbeiten zur sittlichen Freiheit ( שבע שבתותund תשעה וארבעים יום). Diese sucht, auf Grund siebenmaliger Jahressabathuldigung Gottes als Herrn und Eigners des Nationalbodens, ein der staatlichen Jobelwiedergeburt würdig machendes siebenfältiges Emporarbeiten zur politischen innerer Freiheit ( שבע שבתות שניםund תשע וארבעים שנה – siehe V. 9 u. 10). Der Sinn unseres Verses wäre also: du zählst dir sieben Jahressabbate, und diese sieben Perioden sollen dir gleichzeitig nur eine Periode von neunundvierzig Jahren bilden.

     

    V.10 Und ihr heiligt das fünfzigste Jahr, und ihr verkündet Freiheit im Lande allen seinen Bewohnern. Ein Heimbringer ist es und ein solcher soll es euch sein und ihr kehret zurück jeder zu seinem Grundbesitze und jeder kehrt ihr zu seine Familie zurück.

     

    V.10 … Wie die כפרה des יום הכפורים eines jeden Jahres die sittliche Wiedergeburt des Individuums mit allen deren heilenden und wiederherstellenden Wirkungen für das innere und äußere Leben des einzelnen als Allmachtsgeschenk der göttlichen Wundergnade bringen soll, und diese Gnadenspende des Regenerierungstages die dem entsprechenden Tagespflichten von ענוי und איסור מלאכה erzeugt und durch deren Erfüllung bedingt ist: so soll der יום הכפורים des Jobeljahres zugleich eine soziale und politische Wiedergeburt der Nation mit all deren heilenden und wiederherstellenden Wirkungen für die inneren und äußeren Bedingungen der Nation als Allmachtgeschenk der göttlichen Wundergnade bringen. …

     

    V.14  Und wenn ihr nun einen Verkauf an den Nächsten vollzieht, oder sonst etwas erwerbet aus der Hand des Nächsten, sollt ihr einem dem andern nicht zu nahe tun.

     

    V. 14 … Wenn jedoch nach jüdischem Rechte ein Geschäft mit Worte allein nicht perfekt wird, und so lange nicht einer der bezeichneten קנין- Akten geschehen, juridisch der Rücktritt möglich ist, so wird doch, selbst wenn ein Geschäft bloß mit Worten abgeschlossen worden ein Rücktritt als tadelnswerter Vertrauensbruch erklärt, דברים יש בהם משום מחוסרי אמונה ואין רוח חכמים נוחה הימנו, und wenn zu dem Worte bereits eine Geldzahlung hinzugekommen, oder die Ware vom Käufer gezeichnet worden, wenngleich damit der Eigentumswechsel noch nicht vollzogen und juridisch ein Rücktritt möglich wäre, so würde auf eine Klage beim jüdischen Gericht dieses vor dem Wortbruch mit dem ernsten Ausspruch zu warnen haben: מי שפרע מאנשי דור המבול ומאנשי דור הפלגה ומאנשי סדום ועמורה וממצרים שטבעו בים הוא יפרע ממי שאינו עומד בדבורו d.i. „ der das Geschlecht der Sündflut, das Geschlecht des Turmbaus, die Männer von Sodom und Amora und die Ägypter, die im Meere ihren Untergang fanden, mit seiner Strafe traf, der  wird mit seinen Strafen treffen, der sein Wort nicht hält“ (Baba Mezia 48a u. 49a). Dieses sich der göttlichen Strafe Unterziehen wird mit dem Ausdruck: מקבל מי שפרע bezeichnet.

    Wir bemerken, daß das jüdische Gesetz an vielen Stellen für den Verkehr des Menschen mit Menschen scharf scheidet zwischen der juridischen Befugnis und dem sittlich Gebilligten. Es gibt gar manches, das nach dem objektiven Recht der gerichtlichen Ausspruch zulassen muss, was gleichwohl vom Standpunkt höherer sittlicher Anforderung missbilligt wird, אין רוח חכמים נוחה הימנו.

     

    V.18  Erfüllet meine Gesetze und meine Rechtsordnung hütet und erfüllet sie, so werdet ihr vom Lande sorgenfrei getragen wohnen.

    V.19  Das Land wird seine Frucht geben, ihr werdet zur Sättigung essen, und werdet sorgenfrei von ihm getragen wohnen.

     

    VV. 18 u. 19  Der vorangehende Vers hatte die unmittelbare Konsequenz aus dem durch Schemita- und Jobelinstiution als Basis des Verkehrslebens gepflegten Gedanken der Gotthörigkeit des Landes für das Leben des Menschen mit Menschen ausgesprochen. In diesen Versen wird der Gedanke für das Ganze Einzel – und Volksleben fruchtbar gemacht, Gottes Wort kennt nur eine Gotteshuldigung, und das ist die treue Erfüllung seines Willens. Und so ist denn auch sein Land nur um einen einzigen Preis unser, und das ist die treue Erfüllung seines Gesetzes. Zollen  wir diesen Tribut, so haben wir alles getan, um uns und das Land und uns im Lande zu erhalten. Erkenntnis und Erfüllung dieses Gesetzes ist unser Wall und unsere Mauer, unsere Wissenschaft und Kunst, unsere Staatsweisheit und unsere Volkswirtschaftslehre. Alles, was andere Nationen auf tausend andere Wegen vergebens anstreben, politische Sicherheit nach außen, Blüte und Wohlfahrt im Innern, schaffen wir uns einfach und sicher durch Erfüllung dieses Gesetzes. Sein Gesetzgeber, der Herr unseres Landes, ist zugleich Gebieter über die Geschicke der Völker und über die Entwicklung der Natur; wie unser Land, sind die Gänge der Geschicke und der Natur „sein“, und die Verteidigung und die Blüte unseres Landes hat „Er“ übernommen, so wir seine „Gesetze“ und seine „Rechtsordnungen“ „wahren und erfüllen“, wahren: durch stets Lernen und Schützen vor Verirrungen, erfüllen: durch Verwirklichung im ganzen Einzel-, Familien-, und Volksleben (Siehe zu Kap. 18,5 חקים sind die sittliche Umschränkungen unseres Einzel- und Familienlebens, משפטים die Rechtsordnungen unseres sozialen Verhaltens; jene sind die Vorbedingungen von diesen, beide sind das Ziel, für welches uns Gott „sein“ Land gegeben.)

    07-05-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    06-05-2021
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    Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH

                  (1833 – 1900)

     

    הפטרת פרשת בהר

     

    Aus dem Kommentar zur Haftoro des Wochenabschnittes Behar

     

     

    Jeremias, Kap. 32, Vers 6 und folgende

     

    Der erste Satz der Sidra enthält (Kap. 25, 2) die Erinnerung, daß Gott, der Jissroél das Land verliehen, dessen ewiger Eigner und Herr bleibe, eine Wahrheit, der durch die Bekenntnistat der Sabbathrast eines ganzes Jahres auf Feld und Flur im jüdischen Lande in jedem siebenten Jahre und durch die Rückkehr der Güter im fünfzigsten; dem Jobeljahre, die lauteste, in alle Verhältnisse des bürgerlichen Lebens tief eingreifende Huldigung gezollt werden sollte. Nachdem dieselbe Huldigung Gottes, als des eigentlichen Herrn auch in allen beweglichen Güter des Juden, durch das ebenso tief eingreifende Zinsverbot im inneren Verkehr gefordert worden und die gewissenhafteste gottesfürchtige Gerechtigkeit im Menschenverkehr, ausdrücklich auch den götzendienenden Heiden gegenüber (das. 25,47) als heiligster unantastbarer Grundpfeiler des jüdischen Staatslebens verkündet worden war, war sodann im letzten Sidraverse auf die große moralische Verantwortlichkeit hingewiesen worden, die Jissroél trage als Hüter es in seiner Mitte sich erhebenden Gottesheiligtums. Ein den Sabbathgedanken und die Heiligtumslehre in Gesinnung und Tat verleugnendes Leben wäre Tötung des belehrenden und erziehenden Einflusses des einen wie des anderen in Jissroél und in der Menschheit.

    Einen erschütternden Gegensatz zu dieser Bestimmung zeigt das Bild, das von der Haftora  uns dargereicht wird. Es ist ein Einblick in Jerusalems letzte Tage. Die Chaldäer vor den Thoren, zum letzten Sturm alles bereitet. Denn erfolglos geblieben waren alle Mahnungen zur Rückkehr, an den Tag legte, zur Verwirklichung des Gesetzes. Deshalb und nur deshalb nahte das längst für diesen Fall als Gottesverhängnis verkündete Geschick seiner Verwirklichung. Gottes Werkzeuge, Vollstrecker seines Willens waren die draußen lagernden Feinde. Nur Friede mit Gott, nicht aber der Kampf mit dem Feinde konnte noch Rettung bringen. Den einzigen Kühnen, den Gottespropheten, der es wagte, diese Wahrheit dem verblendeten  jüdischen Könige Zidkijahu und dem Volke auszusprechen, hatte der jüdische König – ins Gefängnis werfen lassen. Im Gefängnisse erging das Wort Gottes an ihn,  das seinen Blick und den Blick des Volkes über die unmittelbar bevorstehenden trüben Zeiten auf eine bessere Zukunft lenken sollte, in der Jissroél zu seinem Gotte zurückgekehrt und damit sich und seinem Lande wiedergegeben sein werde. Zu diesem Behufe sollte er einen Kauf abschließen, einen Acker erwerben, der in der Gegenwart absolut wertlos war, dessen Erwerb deshalb die feste Überzeugung an den Tag legte, die bevorstehende Verödung des Landes werde nur eine vorübergehende sein.

    Die Erzählung zeigt ferner, daß die Gesetzgebung über den Immobiliarbesitz, so wenig sie je ihre volle Verwirklichung gefunden hat, doch mehr in das Leben eingedrungen war, als nach den spärlichen Nachrichten der politischen Geschichte sich vermuten ließe. Die V.10 f. angegebenen Förmlichkeiten bei der  Abfassung des Kaufbriefes und die Modalitäten der Besitzübertragung dienen im Talmud Baba Bathra zum Anhaltspunkte und Belege für die betreffenden juridischen Bestimmungen. (Siehe das. 160 f.) 

     

    (Die Haftoroth übersetzt und erläutert, Frankfurt am Main 1896: S. 230 -234  Kommentar zu Jeremias Kap 32 V.6…) 

    06-05-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    05-05-2021
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    Rabbiner Dr. Salomon BREUER

                    (1850 – 1926)

     

     

    בחקתי

     

    Belehrung und Mahnung zur Wochenabschnitt

     BECHUKAUSSAI

     

    ואם באלה לא תוסרו לי והלכתם עמי קרי, והלכתי אף אני עמכם בקרי,

     

    „Und wenn ihr durch dieses euch von mir nicht erziehen lasset und mit mir in Zufall wandeln werdet, so werde auch ich mit euch in Zufall gehen.“ –

    Diese Worte göttlicher תוכחה, die wir vorhin gelesen, werden von den Weisen (ת"כ) also erklärt: אמר הקב"ה אתם עשיתם את דיני עראי בעולם אף אני אעשה אתעם עראי בעולם „Gott spricht: ihr habt mein Gesetz zum Zufälligen in der Welt gemacht, so werde ich auch euch zum Zufälligen machen“.

     

    Tage und Wochen  heißt uns das Gottesgesetzt zähen die vom Peßach, das uns Erlösung und Freiheit gebracht, uns zum Feste der Thora führen. Diese Sefira-Tage haben sich in unsere Galuth-Geschichte mit traurigen und doch stolzen Erinnerungen verewigt. Sie erzählen von unsäglichem jüdischen Leid, aber auch von jüdischer Größe und Stärke, die nicht zögerte, für Gott und sein Gesetz selbst den Opfertod auf sich zu nehmen. Inmitten seiner erschütternden Ohnmacht und Wehrlosigkeit, in der dieses Volk der Rohheit und der Gewalt einer verblendeten Welt erlag, offenbarte sich seine heroische, durch nichts zu bewältigenden Kraft. Denn nichts gleicht seiner Ohnmacht und Schwäche. Nur zu wahr hatte sich des Propheten Klage erfüllt:  גלתה יהודה –

    Den Weisen (מ"ר) gibt die auffallende weibliche Form (statt גלה) zu folgender Bemerkung Veranlassung: (ירמי' נ"ב) ולהלן הוא אומר ויגל יהודה מעל אדמתי, אלא מכיון שגלו תשש כחן כנקבה Wenn auch an anderer Stelle die männliche Form steht, so soll hier gesagt werden: sobald das jüdische Volk ins Galuth ging, war seine Kraft geschwunden. וכי אמות העולם אינם גולין, אלא אוה"ע שאוכלים מפתם ושותים מיינם אין גלותם גלות, אבל ישראל שאין אוכלים מפתם ואין שותים מיינם גלותם גלות Kam denn nicht auch über andere Völker Galuthleid? Aber die anderen Völker essen von ihrem Brot und trinken von ihrem Wein, deshalb ist ihr Galuth kein Galuth; Jissroél aber ißt nicht von seinem Brot und trinkt nicht von seinem Wein, sein Galuth ißt Galuth. Daher גלתה יהודה: Juda ging ins Galuth. – Mit diesen Worten haben die Weisen das Wesen des jüdischen Geschickes in seiner Eigenart gekennzeichnet.

    ….

    In dem Augenblick, da unser Lebenswandel sich nicht im Zeichen des אם בחקתי תלכו vollendet, trifft unser Leben jener verhängnisvollen Vorwurf, den Gottes תוכחה mit den Worten bezeichnet: והלכתם עמי קרי „Ihr wandelt in Zufall mit mir“.

    Denn damit ist, nach der tiefen Erklärung unseres großen Rabbiners זצ"ל nicht gesagt, daß wir dem Gottesgesetz den Gehorsam verweigern; הלכתם עמי „Ihr wandelt mit mir“, aber dieser Wandel mit Gott ist nicht eure erste und einzige Sorge, ihr überlasset ihn vielmehr den „Zufall“. Ihr seid nicht prinzipielle Gegner des Gottesgesetzes, aber dieser Gotteswille ist euch  nicht erstes und letztes und höchstes Ziel, dem allen euren Unternehmungen sich zu unterordnen haben, bei jedem Schritt, den ihr ins Leben setzet, bei jedem Gedanken, den ihr erwäget, bei jeder Tat, zu der ihr euch entschließet. Der Gotteswille ist euch, wie die Weisen erklären, עשיתם את דיני עראי das „Zufällige“. –

    Ach, wie viele solche „Zufalls“-Juden gibt es doch, die nichts dagegen haben, ja es sogar freudig begrüßen, wenn sie bei ihren geschäftlichen Unternehmungen auch dem Schabbos „zufällig“ Genüge leisten können, den aber der Schabbos nicht der Führer ist, den sie in jedem Augenblick befragen, der zu jedem Unternehmen vor allem seine Billigung erteilen muss, wenn es überhaupt erwogen werden soll! Wie viele, die nichts dagegen haben, es sogar freudig begrüßen, wenn sie auf Reisen oder in der Sommerfrische einwandfrei koscher leben können, wie viele Eltern, die, wenn es gilt, ihre Kinder zu verheiraten und sie der Frage nach Gesundheit und den Vermögensverhältnissen gewissenhafte Prüfung zugewandt haben, ganz erfreut sind, wenn „zufällig“ der oder die Betreffende auch ein guter Jude, auch eine gute Jüdin ist – die aber durch ein solches Verhalten beweisen, daß ihnen Gottes heiliger Wille nicht אם בחקתי תלכו der einzig mögliche Weg ist, der ihnen gegeben ist, daß ihnen vielmehr Besitz und Genuß die Wege weisen, denen sie mit der ganzen Sehnsucht ihres Herzens nachstreben, der Gottesweg der Thora aber והלכתם עמי קרי, das „Zufällige“ ist, das bescheiden zu warten hat, ob ihre selbstgewählten Wege zufällig auch zu ihm führen. –

    Wandelt aber Jissroél mit Gott im Zufall, והלכתי אף אני עמכם בקרי dann wandelt auch Gott mit ihm in Zufall – und damit sein Geschick besiegelt. Denn Gott muß Jissroél „Sein Angesicht zu wenden“, muss Jissroél „auf Adlersflügeln tragen“, soll es nicht rettungslos verloren sein. Denn, wie unser Rabbiner זצ"ל so herrlich ausführt, während andere Völker der Erde die Bedingungen ihres Daseins in sich tragen, natürlichen, physischen Voraussetzungen die Erhaltung ihres Daseins verdanken, ist das jüdische Volk nicht das Produkt natürlicher Voraussetzungen, ihm fehlt jede materielle Unterlage, aus der sonst Volksleben erblüht; Jissroél ist in seiner weltgeschichtlichen Erscheinung ausschließlich Gottes Werk. Versagt sich Jissroél der Gottesführung, dann braucht Gott Jissroél nur seinen Schutz zu entziehen, braucht es nur dem „Zufall“ zu überlassen, und es geht inmitten einer ihm feindlich entgegenstehenden Welt rettungslos zu Grunde. – 

    …

    Wir sind verloren, wenn Gott uns sein besonders Augenmerk, wenn Gott seine schützende Rechte uns entzieht; solange aber Gott uns führt, solange Er unser Hirte ist, ה' רועי לא אחסר solange mangelt uns nichts, und  mag auch unser Lebensweg und durch Todesschatten führen, solange wir das Bewusstsein haben dürfen, daß Er uns führt, daß Sein Stab und Seine Stütze uns erhalten bleibt, ist uns inmitten alles Leidvollen, das das Leben anderer in tiefe Nacht hüllen werde, nur Gutes, nur Liebes beschieden – Dieses ergreifende Lebensleid (Ps. 23), ward das stolzen Lebenslied unseres Volkes, als es im tiefsten Gollusleid, inmitten aller Marter, die Völkerhaß und Rohheit ihm bereitete, die Schwäche und Ohnmacht von sich abschüttelte und sich zu heroischer Stärke erhob.     

    Dieses Wunder aber hatte der Sefira-Geist vollbracht,  den unser Volk im tiefsten Leid wieder gefunden, jener Geist, der uns vom Peßach, das uns Freiheit und Selbständigkeit gebracht, Wochen und Tage zählen lässt bis zum Feste unserer Thora. Der Thora hat unser Sehnsucht zu gelten, sie hat uns das höchste Gut zu sein, von dem alle anderen Güter erst ihren Wert erhalten; sie figuriert nicht als zufällige Zahl unter anderen Zahlen scheinbarer Lebenswerte, denn alle anderen Werte erhalten erst durch sie ihren Wert. Diesen Sefira-Geist hatte unser Volk verloren, als auf heimatlichen Boden Flur und Acker ihm Segen und Reichtum zutrugen. Da war aber auch sein Schicksal besiegelt. – Aber erliegend unter der furchtbaren Gechickeslast, die Gottes „zufälliges Wandeln mit ihnen“ für es heraufbeschworen fand unser Volk die Kraft wieder, den Fluch zu überwinden, der ihm sein Lebensglück zerstört hatte: es erkannte, was es heißt והלכתם עמי קרי „in Zufall mit Gott zu wandeln“, und ergriff die Gottesrechte, die inmitten alles Golusleides sich ihm entgegenstreckte. ושמטתם ובך מנחלתך Hatte es doch, wie der Prophet unserer heutigen Haftara kündigt, aus traurigem Zusammenbruch jenes Gut sich hinausgerettet, das ihm stets köstliches Erbgut hätte sein sollen, und das ihm nunmehr zum Inbegriff alles Lebensreichtums wurde – Und da war ihm auch Gott wieder zum Lebenshirten geworden, und es durfte inmitten alles Jammers und aller Not sein stolzes Lebenslied anstimmen, das von dem unendlichen Glück singt, das unverlierbar seinem Leben beschieden ist, und es fand die heroische Kraft, מנשרים קלו ומאריות גברו leichter als Adler, stärker als Löwen“ allen Drohungen der Gewalt, allen Reizen der Verlockung zu trotzen und seine Treue gegen Gott und seine Thora auch mit martervollem Tod zu besiegeln.

    Diesem Sefira-Geist zur Herrschaft im Leben des jüdischen Volkes zu verhelfen, ist die Aufgabe unseres Golus. Nicht eher schlägt uns die Stunde der Heimkehr, bis wir nicht gezeigt haben, daß wir die Ursachen überwunden haben, denen wir den Verlust unseres einstigen Glücks zuzuschreiben haben. Soll die heimatliche Erde und ihre Segensfülle nicht vergebens auf uns warten, dann müssen wir in Golus zeigen, ob wir gelernt haben, den Geist der Sefira zu verwirklichen.

    …

     

    Quelle: Rabbiner Dr. Salomon BREUER  Belehrung und Mahnung dritter Teil Leviticus J.Kaufmann Verlag Frankfurt am Main 1935 S. 71-78

    05-05-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    Rabbiner Dr. Salomon BREUER

                    (1850 – 1926)

     

     

    בהר

     

    Belehrung und Mahnung zur Wochenabschnitt

     BEHAR

     

    … Wer Gott das Erste und Beste von allem, was die Erde ihm zureift, weiht, ist bereit מברך בתורה תחלה zu sein, bekennt daß es Gott ist, dem er alles, was ihm wird, verdankt, daß er  von Gott nur empfängt, um damit Gott und seinem heiligen Willen zu dienen. Wer aber von diesem Bewusstsein erfüllt ist, wird nimmer die große, ernste Mahnung vergessen, mit der Mosche sein Volk ins heilige Land geleitet (Deut.8): daß Gott sein Volk alle Wunder der Wüstenwanderung nur erleben ließ, damit es für immer beherzige, daß, wie das Manna als unmittelbare Spende göttlicher Fürsorge ihnen zuteil wurde, auch das fortan mühsam erkämpfte Brot nicht weniger von Gottes Hand ihnen gereicht wird, Gott mit dem Brot ihrer leiblichen Lebensfristung ihnen aber auch das Brot ihrer Seele reicht, reichen muss, weil לא על הלחם לבדו יחיה האדם כי על כל מוצא פי ה' יחיה האדם „nicht auf dem Brot allein der Mensch lebt, sondern auf allem, was Gottes Mund entfährt, sein Leben sich gründe“ und ihr Leben elend verkümmern müsste, wenn nicht die Nahrung ihrer Seele Gegenstand ihrer vornehmlichsten Sorge wäre.

     Aus Gottes Hand empfängt der Jude das tägliche Brot seiner leiblichen Nahrung, diesem Bewußtsein gilt sein tägliches Hallel. Dies dürfte auch der Sinn jener Weisheitsworte sein: כל האומר הלל בכל יום ה"ז מחרף ומגדף (שבת קי"ח) „Wer täglich Hallel spricht, der lästert Gott“; andererseits כל האומר תהלה לדוד בכל יום ג' פעמים מובטח לו שהוא בן העוה"ב וכו' משום דאית ביה פותח את ידך (ברכות ד') „Wer die Tehilla Davids dreimal täglich spricht, darf künftiger Seeligkeit sicher sein; enthält sie ja den Vers: Du öffnest deine Hand und sättigst allem Lebendigen das Verlangen“. – Das Hallel, das von Gottes Wundertaten spricht, die unsere Volksgeschichte begründet und begleitet haben – täglich gesprochen, erweckt es den Verdacht, als ob Gott nur in der außerordentlichen Offenbarung seiner Wundergröße von uns erkannt werde. Wer aber König Davids Tehilla dreimal täglich spricht, die uns aufruft, auch in unserer täglichen Nahrung das unmittelbare Gnadengeschenk göttlicher Fürsorge zu erblicken und, von diesem Bewusstsein erfüllt, unser Leben vor Gottes Augen zu vollenden, dessen Leben vor Gottes Augen zu vollenden, dessen Leben gestaltet sich zu dem Hallel, nach dem Gott sich sehnt, der hat den Forderungen des Lebens entsprochen.

    Mit dem Gelöbnis מברך בתורה תחלה zu sein, sollte das jüdische Volk sein heiliges Land betreten; der ewigen Erneuerung dieses Gelöbnisses galt die jährliche Bikurimkundgebung. Sie erfolgte erst, nachdem das Land mit dem Schwert erobert und in Besitz genommen war. Von dem Augenblick an hatten die Söhne des jüdischen Volkes jährlich mit de, erstgereiften Früchten, die ihr Land ihnen zureifte, vor Gott hinzutreten und damit zu bekennen:הגדתי היום כ' באתי אל הארץ „Heute sind wir in das Land gekommen!“ Und mochten sie schon seit Jahrhunderten eingessene Bewohner ihres Landes sein – heute sind sie ins Land gekommen, stets aufs neue empfangen sie Land und Besitz aus Gottes Hand, und nur das Gelöbnis מברך בתורה תחלה zu sein; das sie mit der Weihe des Ersten und Besten vor Gott erneuern, macht sie würdig, den Fuß in Gottes Land zu setzen – : עשה מצוה האמורה בענין שבשכרה תכנס לארץ mahnen die Weisen, diese Mitswa gilt es zu erfüllen, denn stets aufs neue kommst du in das Land! Sprich dieses Bekenntnis כי באתי אל הארץ, mit dem du bekundest שאינך כפוי טובה daß du nicht undankbar, daß du dauernd dir bewusst bist, alles was du besitzest von Gottes Hand zu empfangen.

    Und in dem Augenblick, da die Bikurimträger die Heiligtumshalle betraten, stimmte der Levitenchor den Psalm an: ארוממך ה' כי דליתני. – Das Wort דליתני von דלה schöpfen, wovon דלי der Eimer (verwandt mit schweben), nach der sinnigen Erklärung unseres Rabbiners זצ"ל: etwas aus der Tiefe emporheben und über der Tiefe schwebend erhalten; das Geschöpfte hat seinen Halt in der Höhe, ohne den es wieder in die Tiefe stürzen würde – dieses eine Wort drückt die ganze Eigenart der Geschickesstellung des jüdischen Volkes aus, das im Gegensatz zu anderen Völkern, die ihren Halt auf Erden finden, seinen einzigen Halt in der Höhe, in Gott zu suchen hat, ohne dessen dauernde Fürsorge es rettungslos wieder in die Tiefe stürzen würde. – Gibt es einen Psalm, der geeigneter wäre, dem Bewusstsein jubelnden Ausdruck zu verleihen, mit dem die Bikkurimträger sich zu erfüllen hatten in dem Augenblick, da sie vor Gott bekannten: heute sind wir ins Land gekommen, von Gottes Hand empfangen wir dauernd unser Besitz – Das aber heißt mit anderen Worten: „Erheben will ich dich Gott, denn Du allein hebst über die Tiefe mich empor!“

    Der Pflege der Gesinnung, mit der die Bikkurimveranstaltung jeden Sohn des jüdischen Volkes erfüllen wollte, galten auch vor allem jene großen Sabbate, jedes siebte und fünfzigste Jahr, mit deren Schilderung unsere Sidra beginnt. Mit  Schemitta und Jobel forderte Gott die Proklamation seiner Herrschaft über sein Land: כי לי הארץ כי גרים ותושבים אתם עמדי „Mein Land ist das Land, Fremde und Beisassen seid ihr bei mir!“

    Unmittelbar nach diesen großen Gesetzen folgen die gewaltigen Forderungen, mit denen Gott das soziale Leben seines Volkes im Zeichen der Gerechtigkeit und Ehrlichkeit, der Liebe und gegenseitiger Hilfsbereitschaft aufbaut. Beide Kapitel gehören innig und unlöslich zusammen: denn nur solange in Gottes Volk das Bewusstsein lebt, Gottes ist alles, was ihm eignet, wird auch sein Herz empfänglich bleiben für Gerechtigkeit und Liebe.

    Wehe über den Missgünstigen, rufen daher die Weisen mit dem Mischlesatz aus, der diese Erde und ihre Güter in verbrecherischem Egoismus an sich reißt, er häuft Reichtum, der nicht ihm gehört, und er ahnt nicht, daß im selben Augenblick  „Mangel über ihn kommt“, Gott ihm das Recht nimmt, Seine Erde zu bewohnen; Seine Erde zu bezwingen. – Das hatte Kajin nicht bedacht, als er in frevelnder Selbstsucht die Ernte der Erde für sich einheimsen und Gott nur mit dem Abhub abfertigen zu können wähnte – denn da ihn solche Gesinnung erfüllte, war sein Besitzhunger maßlos, er zum Mörder seines  Bruders und verlor den Anspruch auf Gottes Erde. –

    Vor solchem Fluch will Gott sein Volk für immer bewahren: Gottes Gesetz vom Sinai allein vermag es וידבר ה' אל משה בהר סיני לאמר.

    ….

     

    Quelle: Rabbiner Dr. Salomon BREUER  Belehrung und Mahnung dritter Teil Leviticus J.Kaufmann Verlag Frankfurt am Main 1935 S. 65-70

    05-05-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    04-05-2021
    Klik hier om een link te hebben waarmee u dit artikel later terug kunt lezen.PFLICHTEN und RECHTE der GOLAMENSCHEN P.K.
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    Rabbiner Pinchos KOHN

           (1867 - 1942) 

    PFLICHTEN UND RECHTE DER GOLAMENSCHEN


    Allerdings, wir gestehen es gerne zu, ein Auftrieb fehlt uns die treibende Kraft des Aufbaus. In diesem Dämmerzustand haben wir so etwas wie eine dumpfe Erinnerung an die Zeit, da die ganze Gola im Rahmen ihrer Möglichkeiten für das Heilige Land Sorge trug. Es gab allerdings auch eine Periode, in der das Umgekehrte der Fall war, in der die Palästinenser für die Golabrüder dachten, zur Zeit des Exilarchen, der Mesifta und der Gaonen. Das trug allerdings eine mehr konfessionelle Färbung.

    Nun ist es anders geworden. Palästina verlangt nicht nur, daβ die Gola dem Aufbau materiell zur Seite steht; Palästina fordert vielmehr auch, daβ die Gola gewisse Ideale, die ihr – ob mit Recht oder Unrecht, bleibe zunächst einmal dahingestellt – nun einmal heilig geworden, für sich behält und auf eine schematische Verpflanzung nach Palästina verzichtet.

    Was sich die Gola in schweren, schwersten inneren Kämpfen abgerungen hatte, das war das Primat der Thora, schlieβlich und endlich gipfelnd in der Gründung der Agudas Jisroëil; Die wurde seinerzeit als Krönung des Werkes von S.R. HIRSCH ז"ל angesprochen, und unter dieser Flagge zog sie in Palästina ein, allerdings – es zu leugnen, wäre unhistorisch – mit vorwiegender Betonung des Konfessionellen, in Polen sogar unter direkter Kampfstellung gegen die von zionistischer Seite in voller Konsequenz angestrebte Nationalisierung der jüdischen Belange. Das war der voraussichtlich letzte Erfolg dieser Auffassung vom Primat der Thora in der Gola. Schon damals regte sich Widerspruch auch in orthodoxen Kreisen. Diejenige Mentalität der Gola, welche die Thora und ihrer Befolgung das einzige Lebenselement und die einzige Lebensbetätigung eines bis zu den messianischen Zeiten latenten Nationalismus erblickte, stand vor ihrer Überwindung. Sie erfüllte die Jugend nicht mehr, welche in einer Sehnsucht nach Erfüllung der durch die Friedensschlüsse betonten Rechte der Minoritäten durch Palästina als Plattform kühnster Träume auf andere Träume ganz andere Bahnen zog. Dem sollte man klar ins Auge sehen; denn es ist wahrlich seltsam. Das Umlernen wird gleichfalls im Namen des Primats der Thora verlangt. Auch das sollte man klar erkennen.

    Die reinliche Scheidung, welche die Orthodoxie in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts  zu vollziehen suchte, hatte zwei Etappen, die der Selbsterhaltung und die Erziehung, beide in doppelten Sinn, gegenüber dem Ansturm der Reform und dem der Kultur der Umwelt. Die Reform hatte aus der Emanzipation die ganz klare Folge gezogen, welche in Samuel I, VIII, 20 gekennzeichnet ist. Denn auch  die Aufklärungsperiode hatte eigentlich die Religion nur bekämpft, soweit sie Richtlinie zu sein beanspruchte, und zwar weniger im individuellen Leben als in den sozialen Beziehungen der Menschheit. Im Engeren, das heiβt hier im Leben der Judenheit, war der Ausdruck der sozialen Beziehungen die Gemeinde, und diese zu entgelten, muβte das Bestreben der Reform sein. In diesem Sinne war der „Austritt“ eine soziale Tat, die sich wohl hütete, sich individuell färben zu lassen; man vergleiche Hirschs Scheidung zwischen Minuth und Minim.

    Wir gestehen gerne zu, daβ wir nun wieder einmal am Anfang stehen; auf den Schein der individuellen Emanzipation folgte den Schein der nationalen Emanzipation. Nicht Religion, sondern Konfession wurde Privatsache. Die Ahnen hatten es leichter, denn die Reform der Gemeinde hatte sichtbaren Ausdruck, der Vorstoβ gegen die Thora war klar. Unterscheidungen in weltanschaulicher Sphäre sind schwerer zu erfassen. Es ist also nicht so leicht zu sagen, hier ist das Primat der Thora geleugnet, hier ist eine Scheidewand. Das bittere, sehr bittere Problem ist hier nur, daβ allem Anschein nach wir die kommende Generation nicht so zu erziehen vermochten, daβ wir ihr zumuten dürften, ein Nebeneinander von Thoramotiven und anderen abzulehnen.

    Aber an uns dumme Golamenschen ergeht die Notwendigkeit, daβ wir aufs neue zu scheiden lernen zwischen dem durch Gemeindeeinrichtungen oder durch Weltanschauungen alterierten Primat der Thora.

    Manche, die höchstbegabten, werden vielleicht dazu imstande sein. Dem gröβeren Rest der weniger Begabten, bleibt nichts anders übrig, als warnend den Finger zu erheben. Nicht etwa um später zu sagen, ich habe es ja gleich gesagt, obwohl auch der Prophet Jeremia das öfters wiederholte, nur um die Gola zu retten, indem wir an ihre Bescheidenheit glauben.

    Pinchos KOHN

     

    NACHALASS ZWI  Eine Monatsschrift für Judentum in Lehre und Tat, herausgegeben vom Vorstand der Rabbiner-Hirsch-Gesellschaft  VII.Jahrgang S.21,22

     

    War bereits Bestandteil des Jeschurun Lehrganges Frühling und Sommer 5769/2009

    04-05-2021 om 16:16 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    03-05-2021
    Klik hier om een link te hebben waarmee u dit artikel later terug kunt lezen.Rabbiner Dr. Leo BRESLAUER: „Ein judisch-geschichtlicher Wegweiser”
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    Rabbiner Dr. Leo BRESLAUER

                 (1894-1983)

     

    ובקשו

     

    „Ein  jüdisch-geschichtlicher Wegweiser“ von  Leo BRESLAUER. Frankfurt am Main  5695/1935

    EINLEITUNG

    Seiten 5-8

    „…Die gottesstaatliche Betrachtungsweise der Geschichte ist unbezweifelbar die klassische jüdische. Aber sie versteht sich heute nicht mehr von selbst. Das rechtfertigt den vorliegenden Versuch. Einst war sie die natürliche geistige Atmosphäre jüdischen Gemeinschaftslebens, selbst noch in Zerstreuung und Machtlosigkeit. Sie war es solange als dem Juden die gottesvolkliche Lehre Lehre des Lebens war und damit gottesstaatliches Denken das selbstverständliche Orientierungsmittel in allen Lagen war. Wer das eingebüßt hat, dem wird das Judesein ein dorniges Problem, ein qualvolles Rätsel. Die Schar dieser problematischen Juden reicht von der äußersten Peripherie bis tief hinein in die Reihen der Orthodoxie und erstreckt sich über fast alle Länder. Fürwahr ein unermeßliches Notstandsgebiet! Die Zeit schreit nach Hilfe, sie sei groß oder klein. Da dürfte diese weltanschauliche Orientierungsskizze aus einunddreißig knappen Strichen vielleicht manchem willkommen sein, ihm die ersten Fingerzeige zu geben zum historischen Sichwiederfinden und zur politischen Gesundung. Ihr Verständnis setzt noch einiges Grundsätzliches voraus.

    Die Lehrsätze jüdischer Geschichtsweisheit, welche jede Epoche nach ihre Eigentümlichkeit deuten und charakterisieren, liegen nicht im Zusammenhang geordnet vor. Sie sind zudem knapp, fast karg. Wer sie nicht für Wert hält, sich meditierend in sie zu versenken, dem muß gottesstaatliche Geschichte verschlossen bleiben. Jüdische Studierregel fordert völlig unabgelenkte Hingabe an autoritative Geschichtslehre. Der Jude, der jüdische Geschichte treibt, setzt sich zu Füßen seiner Ahnen. Respekt!!

    Gebrochene Strahlen täuschen graden Verlauf vor. Nur plastisches, bewegliches Sehen kann die Täuschung durchschauen und die Beugungsstelle entdecken. Reformieren bedeutet ablegen. Das religiöse Reformjudentum brachte den religiösen Individualismus, die nationalistische Reform des Zionismus erweiterte den Abfall bis zur Gleichgültigkeit, Gottlosentum vervollständigt ihn bis zum Nihilismus, 180°. Die vollständige Zurückverfolgung der Winkelspanne, Ergänzung der Defekte, führt ohne weiteres auf die alte Richtung. Nihilismus – Gleichgültigkeit – Individualismus. Also war zuvor Wirklichkeit – Autorität – Allgemeinverbindlichkeit. Aber eine wirkliche allgemeinverbindliche Autorität konstituiert sofort einen – Staat, und wenn sie religiös, also göttlich gesetzt ist, einen – Gottesstaat. Hier liegt majestätisch die historische Linie: wir sind ein Staatsvolk, das Gottesstaatsvolk, nichts anderes. Unsere Geschichte ist gottesstaatlich oder – gar nicht. Wie jammerschade, wenn Suchende halben Weges stecken bleiben.

    Die fundamentale Bedeutung der Trieblichkeit für die gottesstaatliche Geschichtsauffassung ist unbestreitbar. Sie begreift sich auch ohne weiteres aus der Erwägung, daß sinnvolle Geschichtskunde erziehen will, aber Erziehungsobjekt allemal der Mensch mit seiner Trieblichkeit ist. Drum überragt ja gottesstaatliche Geschichtsschreibung alle anderen auch durch getreue Zeichnung und Aufbewahrung der Schattenseiten des eigenen Volkes und seiner Großen. Denn sie enthüllt dort, wo die zünftige (zwischen den vermeintlichen Spannungsbogen Mensch – Mensch oder Mensch – Natur  pendelnde) Geschichtsschreibung „nur“ Sünde oder Frömmigkeit sieht, die furchtbarsten Kämpfe, die gewaltigen Heldentaten der Weltgeschichte.  Nur Blinden können leugnen, daß auf diesen Schlachtfeldern das Schicksal der Menschheit entschieden wird. Trieblichkeit ist kein theologisch-erbauliches, sondern ein hochpolitisches Thema.

    Die prominente Stellung der drei Triebe, Sinnlichkeit, Habsucht und Rechthaberei in der historischen Energetik ist psychologisch einleuchtend. Ihre periodische Aufeinanderfolge hinsichtlich pragmatischer Vorherrschaft wird durch die entscheidenden Stellen deutlich genug ausgesprochen und zudem mit zunehmender Einsicht in den Ablauf jeder Epoche mehr und mehr erhärtet.

    Die Behandlung der Trieblichkeit  richtet den Seelenacker her. Erziehung will aber auch das Saatgut streuen. Sie findet kein besseres als die Normen, welche sich aus gottesstaatlicher Geschichtskunde, die rücksichtslos nur Gottkönig zuliebe und seinen Feinden zuleide ist, ergeben. So wie die Edelfrüchte des alten Gottesstaatsboden als allgemein gültige Maße zu gelten haben, so auch die Tugenden der Edlen des Gottesstaatsvolkes als sittlichen Denkens und Handelns.

    Ehrliche totale gottesstaatliche Geschichtsschau offenbart eines unvergleichlichen Volkes einzigartigen Weg durch die Zeiten zum beglückendsten aller Ziele – den Nichtjuden zu beharrlichem Aufmerken reizend, den fernstehenden Juden zu grundsätzlicher Stellungnahme zwingend, aber den zu seinem Volk sich bekennenden Juden erschütternd und begeisternd, ihm seines Daseins Sinn und Ziel so unsagbar groß vor Augen stellend, so trostreich, so herrlich, so lebenswert, so – sterbenswert!

    Solche Schau muß erarbeitet werden. Dazu möchte dieses Buch anregen und behilflich sein. (Ursprünglich als historisch-politisches Vademecum für meine Kinder und den kleinen Kreis der Schüler niedergeschrieben, verdankt es manches Wertvolle dem freundlichen Rat kundiger  Beurteiler Die Nachweise in den Anmerkungen erheben keinerlei  Anspruch auf  Vollständigkeit). Unwesentlich ist, ob man die Darstellung in allen Einzelheiten billigt, wesentlich aber ist das vorbehaltlose Bekenntnis zum Gottesstaat. –

     

    Die vollständige Wiedergabe des Originals erfolgt wie gehabt in Beilagen.

    Bijlagen:
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    03-05-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    02-05-2021
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    בהר

     

    גר אנכי עמך, תושב ככל אבותי:

     

     

    „…denn Fremdling bin ich hier bei Dir, Beisasse wie alle meine Väter.“

    (Psalm 39,13b Übersetzung Rabbiner Samson Raphael HIRSCH)

     

    1.

    Was du, o Mensch, gesammelt hier,

    Ist alles Gottes Gabe,

    Im Sterben nimmst du nichts mit dir,

    Und arm geh’st du zu Grabe.

    2.

    Nur Gott allein gehört die Welt,

    Du träumest bloß vom Glücke,

    Drum gib dem Nächsten auch sein Feld

    Zum Jubeljahr zurücke!

     

    Aus: Erbauungsbuch „Bibel- und Talmudschatz“ J.H. Kohn S.230  13.Auflage Hamburg 5691 – 1931

     

    Die beste Anschrift für antiquarische Judaica:

    Antiquarische Buchhandlung „Spinoza“ in Amsterdam

    Inhaberin: Frau Manja BURGERS

    http://www.spinozabooks.com

    02-05-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    בחקותי

     

    כי מברכיו יירשו ארץ ומקלליו יכרתו:

     

     

    „Denn die von Ihm Gesegneten erben die Erde, und die von Ihm mit Fluch Getroffenen werden entwurzelt“

    Psalm  37,22 Übersetzung  Samson Raphael HIRSCH.

     



    1.

    Heil dem Frommen, der stets wandelt,

    Guter Gott, in Deinen Wegen,

    Der nach Deinen Lehren handelt,

    Den begleiten Heil und Segen.

    2.

    Weh‘ dem Sünder, der betört

    Von dem Pfad der Tugend weichet,

    Er wird schonungslos zerstört,

    Wenn die Strafe ihn erreichet.

    Die allerbeste Anschrift zur Bestellung von antiquarische Judaica

    BUCHHANDLUNG SPINOZA AMSTERDAM

    Inhaberin: Frau Manja  Burgers

    http://www.spinozabooks.com  

    02-05-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    30-04-2021
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    Rabbiner Samson Raphael HIRSCH

                        (1808-1888)

     

    Aus seinem Kommentar zur Wochenabschnitt Emaur

     

    Kap.21, V.5 Sie sollen keine Glatzstelle auf ihren Kopf machen und die Ecke ihres Bartes nicht abscheren, und an ihren Leib sollen sie keine Verwundung machen.

     

    Kap.21, V.5 …Antikes und modernes Heidentum setzt so gern Religion und Religiöses mit dem Tode und dem Todesgedanken zusammen. Erst wo der Mensch endet, beginnt ihnen das Reich Gottes, Tod und Sterben sind ihnen die eigentlichen Manifestationen ihrer Gottheit, die ihnen ein Gott des Todes ist und nicht des Lebens, ein Gott, der tötet und nicht der belebt, und der Tod und dessen Vorboten, Krankheit und Elend sendet, auf daß die Menschen ihn fürchten, seiner Macht und ihre Ohnmacht inne werden. Ihrer Tempel geweihte Stätten sind daher bei Gräbern, ihre Priester erst Stelle ist daher bei Leichen, wo Augen brechen und Herzen gebrochen sind ist ihrer religiöser Aussaat willkommenster Acker, und ein Zeichen des Todes, ein Symbol der alles Leben bewältigenden Todesmacht an seinem eigenen Fleische immer gegenwärtig haben und gegenwärtig hatten dürfte als das Religiöse par excellence gelten und vor allem als des Priesters und seines Amtes wesentliches Attribut erscheinen.

    Nicht also der jüdische Priester, weil nicht also die jüdische Gotteslehre, die jüdische Religion. Der Gott, dessen Name dem Priester im jüdischen Volke seine Stelle anweist, ist ein Gott des Lebens, die freimachende, belebende, den Menschen zum freien Wollen und zum ewigen Sein emporrichtende Macht des Lebens, nicht die Kraft und Leben brechende Gewalt des Todes, ist seine erhabenste Manifestation. Nicht wie man sterbe, sondern wie man zu leben habe und lebend schon den Tod, den Tod des Lebens, die Unfreiheit, die physische Gebundenheit und sinnliche Schwäche siegreich zu überwinden, jeden Augenblick des sittlich freien, denkenden, wollenden, schaffenden und vollbringenden und auch genießenden hieniedigen Lebens als Moment des eigenen ewigen und ewig Gott dienenden Lebens zu verleben habe, das ist die Lehre, als deren Stätte Gott sein Heiligtum geweiht und für deren Dienst er die כהנים, die Pfleger der „Lebensbasis – und „Richtung“ (כון = כהן)im Volke geheiligt. 

    …

    V.15  und soll seine Nachkommen nicht zu Entweihten machen unter seinen Volksgenossen; denn Ich, Gott, heilige ihn.

     

    Kap. 21, 15 …Ein חלל hat ganz den Charakter eines זר, eines Nichtkohen, und steht zu dem Tempel und zu allen Heiligtümern, inner- und außerhalb des Tempels, בין קדשי מזבח בין קדשי גבול, also auch zu תרומה, nur wie ein jeder Nichtkohen aus dem Volke. Der Kohen selbst aber, der durch seine gesetzwidrige Heirat seinen dieser Heirat entsprungenen Sohn von der Geburt an zum חלל gemacht, wird selbst kein חלל, behält den Priestercharakter (Kiduschin 77a). Er darf, so lange er nicht durch unlösbares Gelübde, ידירנה הנאה על דעת רבים, sich die Trennung der Ehe zu einer Unumgänglichkeit gemacht, keine עבודה vollziehen (Bechoroth 45b), wie denn überhaupt ein כהן nur solange כהונה-berechtigt ist, als er mit Geist und Gesinnung den Priesterberuf angehört, כל כהן שאינו מודה בעבודה אין לו חלק בכהונה, (Menachoth 18b – siehe zu Kap. 7,33); allein, wie das jüdische Priestertum kein frei gewählter Beruf, sondern eine von Gott gesetzte mit der Geburt erlangte Lebensbestimmung und Aufgabe ist; so kann die Würdigkeit und die dadurch bedingte Fähigkeit zu deren Erfüllung wohl zeitweilig cessieren, aber nimmer kann sie verloren gehen, immer gehört die Beseitigung der zeitweiligen Unwürdigkeit und der מזרע אהרן rein geborene כהן kann nie aufhören, seiner Bestimmung nach כהן zu sein. (Nur ein כהן שעבר ע"ז bleibt פסול לעבודה Menachoth 109a – vergl. zu V.1). Ganz so kann auch das Menschheitspriestertum, das Judentum, für den als Jude Geborenen nie und nimmer nach Bestimmung und Aufgabe verloren gehen. Wie es keine Religion der freien Wahl, sondern eine mit der Geburt von Gott erteilte Lebensbestimmung ist, so kann sich dieser Bestimmung und deren Konsequenzen kein im Judentum Geborener je entschlagen; אע"פ שחטא ישראל הוא. Er kann in Geist, Gesinnung und Lebenswandel sich dieser Bestimmung entfremden, kann ihr in vollendeter Untreue den Rücken kehren, kann in dieser Entfremdung die Würdigkeit und Fähigkeit zur Vollziehung solcher Akte verlieren, die den an Geist, Gesinnung und Wandel treuer Jude voraussetzen; allein nie wird Rückkehr zur jüdischen Wahrheit und Treue im Geist, Gesinnung und Wandel aufhören, die allererste Aufgabe seiner von Gott ihm unverlierbar erteilten Lebensbestimmung zu bleiben. …

     

    Kap. 22, 23 Und Ochs und Lamm mit einem zu großen Glied oder einem Klumpfusse, ein solches kannst du wohl zu einer Weihegabe machen, aber als Gelobung soll es nicht zum Willensausdruck dienen.

     

    Kap. 22, 23 …Wo in den Psalmen und in den Propheten die zeitgenössischen Opferdarbringungen getadelt werden, da wird nirgends das Opfer an sich, sondern die missbräuchliche Auffassung desselben gerügt, die in dem Opfer ein opus operatum erblickt und vergisst, daß Opfer nur dann Wert haben, wenn sie nicht Pflichttreue ersetzen, sondern die erneute Einleitung eines pflichtgetreuen Lebens sein sollen, daß aber זבח רשעים, die für ihren  Frevel gegen das göttliche Gesetz sich durch Opfer mit Gott abfinden wollen, תועבה ist. Es ist dies ein Tadel, der in  ganz gleichem Ernst und ganz gleicher Schwere auch Beten und Festtagsfeier (siehe Jesajas 1) trifft, wenn diese ein pflichtgetreues Leben ersetzen und nicht vielmehr fördern sollen. Der Psalmist und der Prophet würde in ganz gleicher Weise sein zürnendes Wort den Stab über den Gottesdienst so mancher heutigen synagogalen Kreise brechen lassen. Daher finden wir auch an anderen Stellen נדרים mit Opfern verbunden: ויזבחו זבח לד' וידרו נדרים (Jona 1,16) ועבדו זבח ומנחה ונדרו נדר לד' ושלמו (Jes. 19,21), und offenbar sind da Gelübde und deren Erfüllung nicht Ursache, sondern Folgen der Opfer: es sind die beim Opfer gefassten Vorsätze.

    30-04-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    29-04-2021
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    Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH

                  (1833 – 1900)

     

    הפטרת פרשת אמר

     

    Aus dem Kommentar zur Haftoro des Wochenabschnittes Emaur (2)

     

     

    Ezechiel, Kap. 44, Vers 15 und folgende

     

    V. 19 ולא יקדשו את העם בבגדיהם. Daß das nicht heißen kann: sie haben die Priestergewänder vor dem Verlassen des Heiligtums abzulegen, damit sie in Berührung mit dem Volksleben nicht unrein werden, ist klar, denn sonst müsste es heißen: ולא יטמאו את בגדיהם. – Ebenso klar ist aber, daß hier nicht an eine Übertragung der Heiligkeit an das Volk durch die Gewänder zu denken ist.

    Es heißt freilich: כל הנוגע במזבח יקדש, das bezieht sich aber nach Sebachim 83 auf הראוי למזבח  oderלאשים . Ebenso heißt es, vom חטאת und מנחה, 3 B.M. 6,11 und 20: כל אשר יגע וגו' יקדש, allein dies bezieht sich auf concrete Mitteilung durch Eindringen, בליעה, und da ist überall nur von einer Eigenschaft lebloser Stoffe die Rede. Nur טומאה, Unreinheit, nicht aber קדשה, Heiligkeit, kann überhaupt auf Menschen durch Berührung übertragen werden. Wäre aber selbst das an sich Widersinnige möglich, ließe sich durch Priestergewänder in Wahrheit eine die Lebensheiligung des Volkes fördernde Wirkung ausüben, so wäre das sicherlich nicht etwas sorgsam zu Vermeidendes, sondern vielmehr etwas freudig Anzuwendendes. Jeden Gedanken an einen derartig magisch mystischen Einfluss seiner Heiligtümer weist aber das Gottesgesetz als einen Gegensatz zu der nur in freier Energie zu betätigenden sittlichen Freiheit weit von sich. Daher kann das ולא יקדשו וגו' nicht heißen: damit sie nicht heiligen, sondern: denn nicht mit ihren Gewändern, oder: nicht durch ihre Gewänder können sie das Volk heiligen. Der Nachdruck liegt auf dem בבגדיהם. Wohl wohnt den Priestergewändern eine solche Bedeutsamkeit bei, daß jede ohne sie vorgenommene Opferhandlung ungültig ist, als hätte sie ein זר, ein Nichtkohen vollzogen, und auch von dem Priester gilt in diesem Falle der Satz: כל הזר הקרב יומת. Denn wie die Gewänder Eigentum der Gesamtheit sind, tritt des Priesters Individualität in ihnen gänzlich zurück, und deshalb steht er nur mit ihnen bekleidet als Diener des Heiligtums da. Das gilt jedoch nur für die im Namen des Heiligtums in demselben zu vollziehenden Handlungen. Die Bedeutung des Priesters reicht aber weiter. Sie ist erschöpfend in den zwei Worten unsrer Sidra, 3 B.M. 21,6 zusammengefaßt: והיו קודש, sie die Priester, sollen selbst ein Heiligtum sein. Sie sollen überall, auch außerhalb des Tempels, nicht etwa durch ihre Gewänder, sondern durch ihre ganze Persönlichkeit, ihr ganzes Leben in Führung und Tat, durch dessen reine, edle, mustergültige Gestaltung sollen sie im Leben heiligend auf das Volk wirken und durch ihr Beispiel, mit nichten durch ihre Kleider, den Zielen und Wahrheiten im Leben des Volkes den Boden der Verwirklichung bereiten, die durch die von ihnen im Tempel vollzogenen Handlungen symbolischer Ausdruck erhalten. Für pontificalen Pomp priesterlicher Ornate gibt es in dem Leben auf dem Boden des Gesetzes keine Stätte. Vielmehr schärfste Verurteilung findet die gleisnerische Überhebung zur Schau getragener Heiligkeit und sie wird gerade als Äußerung eines sehr wenig frommen Sinnes betrachtet. Wir erinnern an Jes. 65,5: „Die da sagen: „Bleibe für dich, komme mir nicht zu nahe, denn ich bin heiliger als du! Diese sind Dampf in meinem Zorne, loderndes Feuer jeden Tag!“ Das sind dieselben, die Klagel. 4,15 mit den Worten gezeichnet werden: „Gehe aus dem Wege, jeder Unreine, rufen sie ihnen zu, weichet aus, berühret nicht!“ – – 

     

    (Die Haftoroth übersetzt und erläutert, Frankfurt am Main 1896: S. 224 - 2230  Kommentar zu Ezechiel Kap 44 V.15…) 

    29-04-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH

                  (1833 – 1900)

     

    הפטרת פרשת אמר

     

    Aus dem Kommentar zur Haftoro des Wochenabschnittes Emaur (1)

     

     

    Ezechiel, Kap. 44, Vers 15 und folgende

     

    Die Sidra brachte die Gesetze,  durch deren Erfüllung die Priester sich als diejenigen bewähren sollen, die dem Volksleben die durch Gottesgesetz bestimmte „Basis“ und die durch das Gottesgesetz bestimmte „Richtung“ zu geben berufen sind, beides liegt in dem Worte כהן. Was sie, mit dem Priestergewändern bekleidet, in den symbolischen Weihehandlungen im Heiligtum zu vollbringen hatten, das sollten sie außerhalb des Heiligtums in mustergültiger Gestaltung ihres individuellen und Familienlebens und in Vertretung der Anforderungen des Gottesgesetzes zur Wahrheit machen. Dazu bedürfte es des Mutes, der Selbstlosigkeit und hoher sittlicher Energie. Je abhängiger ihre äußere Stellung war, um so höher waren die an ihre sittliche Kraft gestellte Anforderungen, denn es galt, dem Volke entgegenzutreten, wo es irrte, die Fahne der göttlichen Wahrheit, des Rechts und der Menschlichkeit hochzuhalten, auch wo heidnischer Wahn die Volksmassen betörte, und Sittenlosigkeit und Gewaltmissbrauch von den Machthabern ungescheut geübt wurde. Das ist die „Hut des Gesetzesheiligtum“ im Leben, durch deren Vollbringung die Priester zu „Kohanim“, „Basis und Richtung gebenden“ Vertretern des Gesetzes und damit zu Rettern und Erhaltern des Volkes werden. Volkesgunst und Wohlwollen der Reichen und Mächtigen wird freilich auf diesem Wege nicht gewonnen. Dazu gehörte der starke alte Levitensinn, der, während das bethörte Volk das goldene Kalb umtanzte, den Ruf des Führers: „Wer es mit Gott hält, heran zu mir“! einmütig Folge leistete und mit unbeugsamer, keine Rücksicht kennender Entschiedenheit für die Gottessache eintrat; die in Wahrheit ja die Sache der Nation, ja der Menschheit war. Nur als mit diesem Levitengeiste beseelte Männer, nur als „Leviten“ werden sie in Wahrheit zu „Kohanim“. Darum werden so oft, an 24 Stellen, die Kauhanim in ehrendem Sinne zugleich Leviten genannt. –

     

    Darum aber kann es auch nicht Wunder nehmen, daß nicht alle sich ihrer Aufgabe gewachsen zeigten, sie teilten damit nur die Schwäche der leider großen Mehrzahl des Volkes. Der Priester Schwäche aber war verhängnisvoll. Das Wort aller Propheten ist mit Klagen über die unwürdigen Priester und ihren unheilvollen Einfluss erfüllt. Auch Ezechiel hatte in den unserer Haftora vorangehenden Versen es auszusprechen gehabt, daß die Priester, die sich bei dem Abfall Jissroéls gleichfalls als dem heidnischen Unwesen verfallen, ihrem Vater im Himmel entfremdet, als unbeherrschten Sinnes und ungebändigter Leidenschaft gezeigt hatten, בני נכר ערלי לב וערלי בשר, in Zukunft der eigentlichen Priesterbestimmung in Darbringen der Opfer nach Gottes Ausspruch verlustig seien.

    Diesem gegenüber:

     

    Kap. 44, V.15. והכהנים הלוים בני צדוק, hob sich leuchtend ab die Treue und Festigkeit der in Zadok ihren Ahnen verehrenden Priester, die den echten Levitengeist bewahrt und bewährt hatten, da sie fest standen auf der Warte des Heiligtums und seine Anforderungen gegenüber dem von Gott abirrenden Jissroél vertraten, sie sollen deshalb Gott dienend nahen und „Fett und Blut mir näher bringen“. Nur sie sollen in der Gesetzesverwirklichung zum Ausdruck bringen, nur sie sollen in הקטרת אימורים, dem Darreichen des חלב, der כליות u.s.w. als Nahrung für das auf dem Altare lodernde „Gesetzesfeuer“, die Hebung auch der sinnlichsten Zwecke und Bestrebungen in den Kreis sittlich freier, das Göttliche auf Erden fördernder Vollbringungen  in symbolischer Weihehandlung lehren. (Siehe zu 3 B.M. 3,3 f.)

     

     

    (Die Haftoroth übersetzt und erläutert, Frankfurt am Main 1896: S. 224 - 2230  Kommentar zu Ezechiel Kap 44 V.15…) 

    29-04-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    28-04-2021
    Klik hier om een link te hebben waarmee u dit artikel later terug kunt lezen.Rabbiner Dr. Salomon BREUER zur Wochenabschnitt Emaur
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    Rabbiner Dr. Salomon BREUER

                    (1850 – 1926)

     

     

    אמר

     

    Belehrung und Mahnung zur Wochenabschnitt

     EMAUR

     

    …

    אמר אל הכהנים בני אהרן Rede zu ihnen, führe ihnen zu Herz und Gemüt alle die Pflichten, denen sie hingebende Pflege zuzuwenden haben, wenn sie würdige Söhne Ahrons sein wollen, und da ist die Pflege der Menschenliebe nicht die  letzte der Pflichten, durch die sie sich als  Ahrons Söhne bewähren; eben deshalb aber richte mit gleichem Ernst an sie auch die Mahnung, ואמרת עליהם לנפש לא יטמא בעמיו sich an keiner Leiche zu verunreinigen: so sehr es auch ihrem Ahron-Charakter widersteht, es ist Gottes Wille, dem sie als Gottes Diener zu gehorchen haben!

    Dieses אמר ואמרת, das die Unterordnung jeder Anlage und Neigung unter die Herrschaft des Gotteswillens fordert, der ihnen Ziel und Richtung zu geben hat, stellt eine Aufgabe dar, mit deren Lösung unsere ganze Kindererziehung steht und fällt. Diese אמר ואמרת muss bereits im zarten Kindesalter bestätigt werden, es ist ein Erziehungsgrundsatz, der nicht nur für die Priester, der für uns alle gilt, die wir gewillt sind, Kinder Gott zu erziehen, die bereit sein sollen, ihre Neigungen und Kräfte dem Gotteswillen der Thora zu unterordnen: להזהיר גדולים על הקטנים kommentieren daher die Weisen dies doppelte אמר ואמרת.

    Dieses אמר ואמרת ist aber, meinen die Weisen, deshalb geboten לפי שיצה"ר מצוי בהן, weil den Menschen der יצר הרע innewohnt, der gerade dann uns zu Fall bringen will, wenn wir unseren Neigungen entgegentreten und ihnen Halt gebieten sollen. Denn nirgends, glauben wir, ist der יצר הרע mehr am Werk, als gerade angesichts des אמר ואמרת, von dem das Eingangswort unserer Sidra handelt: כהנים sollen sich als בני אהרן bewähren und dennoch von התעסקות עם המתים fernbleiben!

    Der יצר הרע ist immer gefährlich; in welcher Gestalt er auch auftritt. Am gefährlichsten aber ist er, wenn er unter der יראת שמים-Maske auftritt und seine Waffen aus dem Arsenal der מצות sich holt. Dieser יצה"ר ist gefährlich, weil er der יצה"ר der „Frommen“ ist, unter dessen Einflüsterungen auch sie zu Falle kommen. Denn der wahrhaft Fromme sündigt mit Absicht nie, und alle Versuchungen des „gewöhnlichen“ יצה"ר scheitern an seiner Überzeugungstreue; wenn er sündigt und oft schwer sich versündigt, dann ist es der יצה"ר mit seinen יראת שמים-Argumenten, mit seinen יראת שמים-Vorspiegelungen, den er zum Opfer fällt.

     Daß eine Kehilla keine Kehilla ist, wenn sie demשקר  und dem אמת, der Lüge und der Wahrheit der Thorahöhnung und der Thorahuldigung in gleicher Würdigkeit Berechtigung einräumt, daß der gewissenhafte Jehudi ein solches Spiel mit der göttlichen Wahrheit nicht mitmachen kann und nicht fördern darf, das ist eine so selbstverständliche Wahrheit, daß man nicht verstehen kann, wie einer, der Anspruch auf יראת שמים erhebt, noch zweifeln kann, was seine Pflicht ist. Und wenn doch das Unfassbare möglich, wenn selbst Männer, denen man es nicht bestreiten kann, daß sie bestrebt sind den Forderungen der תורה gewissenhaft nachzukommen, פסחים על שתי הסעפים zwischen Lüge und Wahrheit schwanken, so ist es leider das Werk des „frommen“ יצה"ר mit seinen frommen Einflüsterungen: – כל ישראל ערבים „wir sind für unsere abgefallenen Brüder verantwortlich, können מחזיר למוטב sie wieder der Thora zurückgewinnen, wenn wir das „Opfer“ bringen“, und ähnliche Vorstellungen mehr, – denen sie leider zum Opfer fallen.

    ….

     

    Quelle: Rabbiner Dr. Salomon BREUER  Belehrung und Mahnung dritter Teil Leviticus J.Kaufmann Verlag Frankfurt am Main 1935 S. 56-64

    28-04-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    27-04-2021
    Klik hier om een link te hebben waarmee u dit artikel later terug kunt lezen.Rabbiner Dr. Leo BRESLAUER Ein jüdisch-geschichtlicher Wegweiser
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    Rabbiner Dr. Leo BRESLAUER

                 (1894-1983)

     

    ובקשו

     

    „Ein  jüdisch-geschichtlicher Wegweiser“ von  Leo BRESLAUER. Frankfurt am Main  5695/1935

     

    Das Buch wird vorangegangen mit eine poetische Darstellung von der Beziehung zwischen Gott und Klal Jissroèl in Exil. Siehe Beilage. Voran stehen Wörter aus der Possuk (Vers) aus dem Propheten Hoschea  3,5 „Nach  dem werden Jisraels Söhne zurückkehren und werden Gott, ihren Gott, suchen, und ihren König David, und werden hineilen zu Gott und zu seinem Gute am Ziele der Tage.“ ( deutsche Übersetzung Dr. Mendel HIRSCH).

    Wir beabsichtigen das Buch in Abschnitte vollständig zu reproduzieren (in Beilagen) und hoffen daß die Nachkommen oder befähigte Anhänger von Rabbiner Leo Breslauer dadurch angeregt sein werden für eine neue Auflage und, wer weiß, gar eine Übersetzung auf Englisch, zu sorgen.

    Bijlagen:
    breslauer Uwakschu 3.jpg (123.6 KB)   
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    27-04-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    26-04-2021
    Klik hier om een link te hebben waarmee u dit artikel later terug kunt lezen.„Ein jüdisch-geschichtlicher Wegweiser“ von Leo BRESLAUER (1935)
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    Rabbiner Dr. Leo BRESLAUER

                         (1894-1983)

     

    ובקשו

     

    „Ein  jüdisch-geschichtlicher Wegweiser“ von  Leo BRESLAUER. Frankfurt am Main  5695/1935

     

    Diese rabbinische Studie, die wir aus der Vergessenheit herausholen, hat viele Vorzüge: Sie verurteilt die Häresien der Reform und des Zionismus. Rabbiner BRESLAUER legt  glänzend die welthistorische Rolle von Klal Jisroel dar, als "Gauj Kodausch" (Heiliges Volk) und "Mamleches Kauhanim" (Königreich der Priester), im göttlichen Plan, das Reich Gottes auf Erden zu errichten, für die Erlösung der Menschheit.

     

    Die erste Bedingung war die Verwirklichung der  „Innuj", schmerzvolle totale Machtlosigkeit, der absolute Mangel an Autonomie während des Exils. Die erste Lernerfahrung dessen in Mizraim (dem alten Ägypten) folgten die Erfahrungen der Prüfung im Heiligen Land, von denen wir wieder durch göttlichen Erlaß verbannt wurden.
    Der Innuj ist in den biblischen Versen angedeutet: 1. Mose 15,13; 2. Mose 1,12; Deuteronomium 8.2.

     

    Ausführlich gestützt auf Schriftverse und talmudische Quellen, beschreibt Rabbiner Dr. Leo BRESLAUER Sinnlichkeit, Habsucht und Rechthaberei als sowohl individuelle als kollektive, sowohl im Exil als auch in der Zeit des Staatswesens im Heiligen Land. Hindernisse für die Erfüllung des göttlichen Plans der Errichtung seines Reiches auf Erden.

     

    Rabbiner Leo BRESLAUER, eine unbestechliche gradlinige Persönlichkeit, war ein integraler Antizionist. In den Jahren der erzwungenen Einwanderung aus Deutschland zog er nach Washington Hights, New York. Als sich der agudistischer Zionismus, leider auch in der Gemeinschaft Adath Jeschurun, durch Rabbiner Dr. Joseph Breuer (1882-1980) von Frankfurt am Main nach New York übergepflanzt, breitmachte, verließ er diese Gemeinschaft und organisierte eine eigene Synagoge. Er  stand  Raw Joel TEITELBAUM, Rebbe von Satmar  nahe und unterstützte Neturei Karta. Seine letzten Tage verbrachte er in Monsey (Upstate vonNY), wo er Aw-Beth-Din von der Gemeinde "Beis Tefilloh" war.
    Wir haben noch kein Porträt dieses bedeutenden Rabbiners.

    26-04-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    25-04-2021
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    אמור

     

    ואל מת אדם לא יבוא לטמאה:

     

     

    „ Zu einer Menschenleiche darf er nicht kommen, sich zu verunreinigen,– “

    (Esechiel 44,25a Übersetzung Rabbiner Dr.  Josef BREUER)

     

    1.

    An den Sarg geliebter Leichen

    Tret‘ der Hohepriester nicht;

    Auch wenn Eltern ihm erbleichen

    Ruft ihn eine höhere Pflicht.

    2.

    Wohl kann herzlich er beweinen

    Vater, Mutter, Tochter, Sohn,

    Doch am Sarge zu erscheinen,

    Wehret ihm die Religion.

     

    Aus: Erbauungsbuch „Bibel- und Talmudschatz“ J.H. Kohn S.272  13.Auflage Hamburg 5691 – 1931

     

    Die beste Anschrift für antiquarische Judaica:

    Antiquarische Buchhandlung „Spinoza“ in Amsterdam

    Inhaberin: Frau Manja BURGERS

    http://www.spinozabooks.com

    25-04-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    23-04-2021
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    Samson Raphael HIRSCH

     

    Kommentar zur Wochenabschnitt Acharei Mauss

     

    Zu lesen in Pentateuch Leviticus / Wajikro (1873) S.364 - 437

     

     

    http://sammlungen.ub.uni-frankfurt.de/freimann/content/titleinfo/7373096

    23-04-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    Rabbiner Samson Raphael HIRSCH

                                  (1808-1888)

     

    קדושים

     

     

    Aus seinem Kommentar zur Wochenabschnitt Kedauschim

     

    III, Kap. 19, V.10 und deinem Weinberg die unfertigen Trauben nicht entnehmen und den Beerenabfall deines Weinberges nicht auflesen; dem Armen und dem Fremden sollst du sie lassen; Ich, Gott, euer Gott.

     

    III, Kap. 19, V.10 … … Mit den Fundamentalsätzen der Familie und des Individuums, mit כבוד אב ואם und שבת beginnt diese Grundlegung des zur Lebensheiligung, und der Fundamentalsatz der sozialen Gesellschaft, der jüdische צדקה-Begriff, das Liebesrecht und die Liebespflicht ist der Schlussstein dieses Grundes. Bedeutsam ist dieses soziale Fundament in einer Gruppe mit dem „gottesdienstlichen“ שלמים- und פגול-Gesetze verwoben. Auf den Boden des von Gott getragenen jüdischen Lebens sind das sogenannte Religiöse und das Soziale keine Gegensätze, sind nicht einmal verschiedene nebeneinander geordnete Teile eines höheren Ganzen, gehören vielmehr in wesentlicher, organischer Einheit zusammen, wie Wurzel und Baum, wie Blüte und Frucht. אוהב את המקום אוהב את הבריות spricht die jüdische Wahrheit, in dem Zuge zu Gott ist der Zug Seiner Menschheit mit eingeschlossen, auf demselben Fundament, in welchem die reine שלמים-Freude des von Gott gewährten Glückes wurzelt, wurzelt auch die Recht- und Liebespflicht für das Glück des Nächsten.

     

    11. Nicht  sollt ihr stehlen, und ihr sollt nicht leugnen und ihr sollt nicht lügen einer wider den anderen.

    12. Und ihr sollt nicht schwören bei meinem Namen zur Lüge; du würdest den Namen deines Gottes entweihen, ich Gott

     

    VV. 11 u. 12 Im Anschluss an die in dem vorigen Verse gegebene soziale Grundlegung folgen nun einige Sätze aus dem sozialen Katechismus des Gott heiligen Volkes. לא תגנבו, לא תכחשו, לא תשקרו, לא תשבעו sind – im Gegensatz zu dem folgenden לא תעשוק u.s.w. – in der Mehrheitsanrede gefasst und charakterisiert sich eben darin der Begriff ihrer Bedeutung. לא תגנוב , לא תכחש, לא תשקר, לא תשבע בשם ד' לשקר wäre wie im Dekalog an den einzelnen gerichtet und spräche von Verbrechen des Diebstahls, der Lüge und des Meineides, dessen Unterlassung sicherlich nicht erst in das Kapitel der קדושה, in das Kapitel sozialer Heiligung gehörte. Man ist noch sehr wenig von einem קדוש, wenn man nur kein Dieb und kein Meineidiger ist. Allein an die Pluralität der nationalen Gesamtheit gerichtet, kann es auch gar diese groben Verbrechen im Auge haben, die ja nie, nicht nur von allen, nicht einmal von einer großen Mehrheit einer Nation geübt werden, ja geübt werden können, die in jeder Volksgesellschaft nur vereinzelte Erscheinungen bilden, zu deren Unterdrückung von selbst sich die Gesamtheit als Staat wappnet. Vielmehr ist hier von solcher גנבה, solchem שקר, solcher שבועת שקר, von solcher Unrechtlichkeit, Unaufrichtigkeit und Schwurgeläufigkeit die Rede, die allerdings den ganzen Geschäfts- und Gesellschaftsverkehr einer Nation so durchdringen, ja so zum herrschenden Nationalcharakter werden können, daß sie, weil allgemein geübt, das Brandmal entehrender Schlechtigkeit verlieren, ja zu einer preis- und ruhmwürdigen Kunst erhoben werden – und doch vor Gott ebenso wie der gemeine Diebstahl, die gemeine Lüge, der gemeine Meineid verworfen bleiben. Vor ihnen warnt hier das sein Volk heiligende Gotteswort. In seinem Geschäfts- und Gesellschaftsverkehr:

    לא תגנבו, soll „unrechtmäßigen Vorteil erhaschende Schlauheit“ nicht die Parole sein – denn das ist der Begriff von גניבה in weiterem Sinne. Verwandt mit כנף: verhüllen, sind Heimlichkeit und Rechtswidrigkeit ihre wesentlichen Merkmale. Wo daher Schlauheit, dem anderen unbewusst, einen ihm zukommenden Wert auch nur eine Peruta, etwa eines Hellers, entzieht und sich zuwendet, da ist vor Gott ein Diebstahl geschehen und sein לא תגנבו gebrochen. Ja, es erläutert das Wort der Weisen z.St. in ת"כ: לא תגנבו על מנת למקט לא תגנבו על מנת לשלם כפל ולא על מנת לשלם ד' וה' בן בג בג אומר לא תגנוב את שלך מאחר הגנב שלא תראה גונב, d.i. selbst nicht zum Scherz, aus Neckerei, sollen wir uns eine Entwendung erlauben, selbst nicht, um den Bestohlenen dadurch den doppelten, vier- und fünffachen Ersatzvorteil zukommen zu lassen, sollen selbst nicht unser eigenes und entwendete Eigentum durch heimliche Entwendung wieder an uns bringen, um auch den Schein einer גניבה zu meiden, oder wie es in Beziehung auf Scherz- und Neckereidiebstahl im ח"מ heißt: הכל אסור כדי שלא ירגיל עצמו בכך, der rechtschaffene Jude übt sich nicht in Diebesschlauheit.

    Und wie aus dem Geschäftsverkehr, so bannt Gottes Wort: לא תגנבו auch aus dem Gesellschaftsverkehr jede Schlauheit, jede auf גניבת דעת, auf „Meinungs- und Gesinnungsdiebstahl“ berechnete Täuschung. Der rechtschaffene Jude erwirbt sich das Herz und die gute Gesinnung seiner Mitmenschen, aber er „stiehlt“ sie ihnen nicht. Jede Handlung, jede Äußerung, durch welche wir andere in einem höheren Grade als wir in Wirklichkeit verdienen uns geneigt und dankbar machen, ist als גניבת דעת verwerflich. (Chulin 94).

    ולא תכחשו ולא תשקרו איש בעמיתו. כַחֵש ist das Leugnen einer uns gegenüber behaupteten Wahrheit. Verwandt mit כעס,כעש , dem Empörtwerden über ein wahrgenommenes Unrecht, heißt כחש im Piel eben ein solches Empörtwerden bei dem andern durch Leugnen hervorrufen. Auch לא תכחשו regelt ebenso sehr unsere Aufrichtigkeit im Geschäfts- wie im Gesellschaftsverkehr. Nicht durch Rücksicht auf unser Interesse sollen hier wie dort unsere Äußerungen geleitet werden. Im Geschäft wie in der Gesellschaft soll jeder uns zur Steuer der Wahrheit aufrufen können und des Zugeständnisses des Wahren selbst zu unserem eigenen Nachteil im voraus sicher sein.

    שקֵר Lügen, umfasst nun das ganze große Gebiet der Lüge, die aus dem Geschäfts- und dem Gesellschaftsverkehr die Wahrheit, die Erkenntnis der Dinge und Verhältnisse wie sie sind, diese Grundbasis alles Wohles und aller Pflichttreue verscheucht und das Wort, dieses Unterpfand der göttlichen Menschenwürde, der göttlichen Menschenbestimmung, das Zaubermittel alles sozialen Heileswirkens, in sein Gegenteil, in ein Werkzeug des Unheils und des Verbrechens verkehrt. כחש ist der Wahrheitsraub, שַקֵר der Wahrheitsdiebstahl, und so gewiss wie die Erkenntnis der Wahrheit für die sittliche Aufgabe und das Heil eines jeden ein unvergleichlich höhere und folgenreichere Bedeutung hat als der Wert, der sich an den Besitz eines materiellen Gutes knüpft, so gewiss ist der Wahrheitsdiebstahl ein noch weit verderblicheres Verbrechen als der Sachendiebstahl. Schmeichler, die dem Nächsten die wichtigste Wahrheit, die Wahrheit der Selbsterkenntnis stehlen, Heuchler, die ihr ganzes Selbst zu einer großen Lüge falschmünzen, gehören zu den verwerflichsten Kategorien der durch לא תשקרו aus dem jüdischen Gesellschaftsverkehr gebannt sein sollenden Charaktere. Wie ferner אמת nicht nur die logische, sondern auch die praktische Wahrheit: die Treue bedeutet, so heißt auch שקר die Untreue, die Nichterfüllung eines gegebenen Wortes, בנים לא ישקרו (Jes. 63,8) und sonst, und לא תשקרו איש בעמיתו umfasst auch die Warnung: täuscht nicht durch leere Versprechungen, haltet Wort einer dem anderen.

    Endlich ולא תשבעו בשמי לשקר: missbraucht nicht die Berufung auf meine zwischen Mensch und Mensch richtende Gegenwart zur Bestätigung der Lüge – alle diese Verbote sind implizite zugleich die אזהרות, die warnende Verbote der bereits anderweitig in ihren Straffolgen besprochenen gemeinen Verbrechen des Diebstahls, des Ableugnens und des Meineides. Allein sie sind in der Pluralanrede an die Gesamtnation in allen Gliedern gerichtet, um auch diejenige Unredlichkeit, Unwahrhaftigkeit, Unwahrheit, Unzuverlässigkeit, und so auch denjenigen Schwurmissbrauch in das warnende Verbot mitzufassen, die, weit über die Einzelerscheinungen gemeinverbrecherischer Handlung hinausgehend, so Sitte und Übung einer nationalen Gesamtheit werden können, daß mit ihrer allgemeinen Verbreitung das Bewusstsein ihres den heiligen Menschencharakter schändenden Unrechts schwindet – darum schliessen diese Sätze, die bis dahin an die Volksgemeinde als עם, als Gesellschaft in allen ihren Gliedern nach innen gerichtet waren, indem sie nun die Volksgemeinschaft als גוי, als Einheit nach außen zusammenfasst, und zu dem jüdischen Volk unter Völkern spricht: וחללת את שם אלהיך, als Träger Seines Namens hat dich Gott in die Mitte der Völker gesendet, als Sein, als Gottesvolk sollst du den Völkern das Muster einer von Gott auf Recht und Wahrheit und Treue gebauten Gemeinschaft vor Augen führen. Wenn du dich mit Unredlichkeit, Unwahrheit, Unzuverlässigkeit und meineindigem Schwurleichtsinn befleckest, so entweihst du den Namen, den du trägst, so tötest du die Gottesanerkennung, deren Herold und  Tatenpriester du sein sollst.

    23-04-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    22-04-2021
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    Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH

                  (1833 – 1900)

     

    הפטרת פרשת אחרי מות

     

    Aus dem Kommentar zur Haftoro des Wochenabschnittes Acharei Mauss

     

    Ezechiel  Kap, 22 V.1

     

     

    (Die Haftoroth übersetzt und erläutert, Frankfurt am Main 1896: S. 211 - 215  Kommentar zu Ezechiel Kap 22 V.1…) 

     

     

    Das Thorawort brachte zuerst die Lehre von den groβen Weihehandlungen, durch die alljährlich das Ideal der jüdischen Lebensheiligung vor der Trübung durch die Wirklichkeit des jüdischen Volkes geschützt, der Bund zwischen Jissroél und seinem Gotte erneut, und in dem Gelöbnisse ewigen Hinaufstrebens zur Gottesnähe Schutz vor den inneren und äuβeren Folgen einer sündhaften Vergangenheit und damit die Reinheit wieder gewonnen werden sollte. Sodann im Kap. 17 die Warnung vor Vergötterung der im ungebändigten Tierleben sich entfaltenden Naturtrieve und die Mahnung zur steten Unterordnung aller Kräfte und Triebe unter das Pflichtgebot, ferner die Warnung vor dem diese Unterordnung gefährdenden Blutgenusse, und endlich im Kap. 18 die Gesetze der Keuschheit als Grundbedingung der Erreichung der jüdischen Bestimmung und der Gewinnung und Erhaltung der jüdischen nationalen Selbständigkeit und des jüdischen Landes.

    Das Prophetenwort versetzt uns in Jerusalems letzte Tage und läßt vor unseren Augen ein Bild der Entartung entstehen, das in jedem seiner Züge den grausig crassen Gegensatz darstellt zu jenem Volksleben, welches das Gottesgesetz in Jissroél schaffen wollte. Entartung des Einzellebens, Entartung des Familienlebens, Entartung des socialen Lebens. Schrankenlose Herrschaft der Selbstsucht und der Genuβsucht, ungebändigte Sinnlichkeit und ungescheut geübte Gewaltthat, ja Mord, bilden das Gepräge des Einzel- und des öffentlichen Lebens, denn die Staatsgewalt steht gänzlich im Dienste entarteter Machthaber. Mit einem Worte: auch das Reich Juda ist mit allem diesen allerdings nicht unter, wohl aber gänzlich auf das Niveau der es umgebenden Völker hinabgesunken. Da ergiebt es sich denn die Naturnotwendigkeit, daß das zum Träger der Entfaltung reinen Menschentums bestimmte Land diese Bewohner „ausspeien“ muß (3 B.M. 18,28) und daß nur in schwerer Schule des Leides die Unreinheit getilgt und die ursprüngliche Reinheit wiedergewonnen, daß nur im Feuer der Läuterung das „Silber“ seiner Schlacken entledigt werden könne.

     

    (Die Haftoroth übersetzt und erläutert, Frankfurt am Main 1896: S. 211-215  Kommentar zu Ezechiel Kap 22 V.1…) 

    22-04-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    21-04-2021
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    Rabbiner Dr. Salomon BREUER

                    (1850 – 1926)

     

     

    אחרי

     

    Belehrung und Mahnung  zur Wochenabschnitt

     Acharei Mauss

     

    ושמרתם את חקתי ואת משפטי אשר יעשה אתם האדם ויחי בהם „Hütet meine Gesetze, meine Rechtsordnungen, die der Mensch zu erfüllen hat, um durch sie Leben zu gewinnen.“

    Unsere ganze Aufmerksamkeit gilt der zweiten Hälfte dieses Satzes, enthält er doch die Begründung für die in den vorangehenden Sätze ausgesprochene Mahnung: hütet meine Gesetze und Rechtsordnungen, die der Mensch erfüllen muß wenn er Leben gewinnen soll. Sollen aber diese חוקים und משפטים, die den Inhalt der ganzen Thora ausmachen, von uns verwirklicht werden, dann müssen wir sie vor allem hüten, und zwar gilt diese Forderung, wie aus diesem Verse u entnehmen ist, in gleichem Ernst von den חוקים wie von den משפטים:  ליתן שמירה ועשיה לחוקים ושמירה ועשיה למשפטים mahnen die Weisen.

     

    Quelle: Rabbiner Dr. Salomon BREUER  „Belehrung und Mahnung“ dritter Teil „Leviticus“ J.Kaufmann Verlag Frankfurt am Main 1935 S. 40-47

     

    Die vollständige Droscho kann hier – in Beilage – :gelesen werden:

    21-04-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    20-04-2021
    Klik hier om een link te hebben waarmee u dit artikel later terug kunt lezen.Rabbiner Pinchos KOHN: TRANSJORDANIEN (1934)
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    Rabbiner Pinchas KOHN (1867-1942)


     

    TRANSJORDANIEN

     


    Es hat seine eigene Geschichte, dieses Land Transjordanien. Nicht nur, daß es heute von Palästina losgelöst ist und in der nächsten Zeit wohl kaum Aussicht bietet, Siedlungsland für jüdische Siedler zu werden. Vielmehr ist es vom Anfang an ein Problem gewesen.  Was wäre wohl aus diesem Land geworden, wenn Ruben und Gad nicht den Antrag gestellt hätten, daß in diesem Land für ihre Stämme eine Heimstätte bereitet worden wäre? Jüdischer Besitz war Transjordanien doch durch die Besiegung von Sichon und Og geworden.  Vielleicht wäre es bei der großen Landverteilung durch Josua an andere Stämme gefallen.  So aber ruhte auf diesem Transjordanien das Gepräge von etwas Besonderem, es war sozusagen der erste Riß in der Einheit des Zwölfstammenreiches.


    Wenn man die geschichtliche Entwicklungen genau verfolgt, so kann man – und das erklärt die heutige eigenartige Stellung Transjordaniens als Glied dieser Entwicklungen – feststellen, daß die in Sichon und Ogs Erbe wohnenden Teile zum Teil ein selbständiges, politisches Leben führten. Die Angst vor dieser Möglichkeit trat schon in Erscheinung, als die eigentliche Inbesitznahme Transjordaniens erfolgte. Als es damals den Anschein erweckte, als ob die 2 ½ Stämme durch die Errichtung eines eigenen Altars ein Sonderdasein sich zu schaffen entschlossen wären, da machten ihnen erschreckt die andere 9 ½ Stämme des in seiner Selbstlosigkeit, Brudertreue und tiefster Religiosität auch von den Historikern niemals ganz gewürdigte Angebot, ihnen im eigenen Besitz Lebensraum zu geben. Lieber Landnot als Gottesferne, lieber in engem Zusammenleben mit den Brüdern bei Landnot dem Glauben treu bleiben, als der Unreinheit des Landes (Josua XXII, 29) zu erliegen.  (Es ist übrigens diese Stelle ein erneuter Hinweis auf die Lehre der Bibel vom geheimnisvollsten Zusammenhang zwischen Boden und Menschen, von Beeinflussung der Menschen durch Erdstrahlungen: vgl. den Artikel: Reinheit und Unreinheit in Heft 7/8).


              Gewiß hatten die Erbauer dieses Altars die beste Absicht: Einheitszeuge sollte er sein.  Bald aber setzte die befürchtete Entwicklung ein.  Transjordanien war interesselos gegenüber dem jüdischen Schicksale geworden, vergebens sandte Debora ihren Ruf um Hilfe, er verhallte unerhört in Transjordanien.  Und wenn auch ein Jaïr aus Transjordanien kurze Zeit Führer des ganzen Volkes sein konnte, so gibt es doch sehr zu denken, daß schon sein Nachfolger Jiphtach das Wort „ami“ gebrauchen, also davon sprechen konnte, daß Transjordanien seine eigene Wege, teils mit Glück sogar, wie in der Eroberung des Landes der Hagarener, schließlich aber verschwanden seine Bewohner  klanglos aus der jüdische Geschichte. Es waren die ersten, die dem Ansturme Assyriens erlagen, und es ist bezeichnend, daß in Cisjordanien keine Hand für sie sich regte.


             Mehr als 2 ½ Jahrtausende sind seitdem vergangen, und aufs neue erhebt sich eine transjordanische Frage. Die weisen Grenzpfahlbestimmer vom Völkerbund haben dieses Ländchen von Palästina gelöst, teils gehört es Rabbath Amon, teils zu Syrien.  Und wenn Transjordaniens König und Volk etwa, vielleicht aus rein wirtschaftlichen Interessen, sich einer jüdischen Einwanderung nicht verschließen würden, es wäre wieder ein Teil der jüdischen Gesamtheit, der nicht eines Pfeilsschusses Breite von Palästina entfernt, unter ganz anderen Verhältnissen wohnen und leben würde. 


          Aber der Versuch wäre der Mühe wert.  Es wäre einerseits eine Probe aufs Exempel, wie sich das Verhältnis zwischen Arabern und Juden stellt, wenn sie nicht unter dem Zeichen der Balfour-Deklaration gemeinsam leben.  Aber freilich, eines müßte Voraussetzung sein, was wir und andere schon so oft betont haben. In der Alternative Europa oder Orient müßte man dort klipp und klar für den Orient votieren, insbesondere in Bezug auf die Bedürfnislosigkeit der Lebenshaltung. Die Annäherung an die Zivilisation Europas dürfte nur schrittweise von Arabern und Juden gemeinsam unternommen werden.  Ein zweites Tel-Aviv bei Rabbath Amon wäre undenkbar.  Die heutige Entwicklung Transjordaniens ist, wie man es nennt, primitiver, sie hat einen starken religiösen Grundzug. Jüdische Menschen, welche Landnot in dieses Gebiet führen würde,  müßten Gottesferne meiden.  Hier wäre ein Punkt, an dem Aguda und Misrachi gemeinsam arbeiten könnten.  Es will ja in diesem Land, das nicht den Normen der Balfour-Deklaration unterworfen ist, weniger besagen, was die zionistische Organisation will, es wäre ein Siedlungsland wie Amerika oder Brasilien.  Aber diese beiden Organisationen müßten in der Auswahl der Menschen vorsichtig sein. Ist Palästinas jüdische Siedlung leider mehr oder weniger unter das Fach der linksgerichteten Histadruth hoawodah gezwungen, so müßte dort eine vollkommen religiös orientierte Siedlung in die Wege geleitet werden. Wenn man ferner in Transjordanien die Stelle sieht, von welcher aus die Befriedigung zwischen Arabern und Juden ausgehen könnte, so erhebt sich der Zweifel, was besser ist, geschlossene Siedlung, wie in Palästina, oder das Anstreben gemischter Bevölkerung.  Man könnte darauf hinweisen, daß im Irakgebiete das letztere System sich von jeher bewährt hat.


         Wer weiß, ob nicht der Zeitpunkt gekommen ist, an dem dieses in der jüdischen Geschichte so problematische Land Transjordanien vor der Erfüllung der Prophezeiung steht, welche alte Kunde, im Targum Jeruschalmi zu N. XXXII, 3 wiedergegeben, an dieses Land knüpft. Dort heißt es „Königskrone und Königsgewand“. Jenseits des Jordan wurde einst unmittelbar nach Eroberung des Landes durch Moses der Thorabund erneuert.  Es könnte sein, daß wieder einmal die jüdische Geschichte vor der Tatsache steht, daß jenseits des Jordan Thorageist jüdische Kinder die Lebensbahn weisen wird, und daß von dort aus Ruhe und Frieden über den Jordan getragen wird, ins heilige Land.


    aus: NachAlass Zwi 1934 S. 236-238

    20-04-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    19-04-2021
    Klik hier om een link te hebben waarmee u dit artikel later terug kunt lezen.Rabbiner Samson Raphael HIRSCH : Hoffe zu Gott hin! (Ps. 27,14)
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    Rabbiner Samson Raphael HIRSCH


    HOFFE ZU GOTT HIN!

     

    Aus seine Übersetzung und  Kommentar zu den Psalmen: zu Ps.27* V.14

     

    „14) Hoffe zu Gott hin! Bleibe fest, und lasse dein Herz dich ermutigen, und hoffe auf Gott hin“



     

    V.14. קוה וגו' Hoffe zu Gott hin, und wenn deine Hoffnung nicht in Erfüllung gegangen, so bleibe nichtdestoweniger fest und schöpfe immer neuen Mut aus deinem Herzen und höre nicht auf zu hoffen. אם ראה אדם שהתפלל ולא נענה יחזור ויתפלל שנאמר קוה אל ד' חזק ויאמץ לבך וקוה אל ד'

     

    Die Psalmen übersetzt und erläutert von Samson Raphael Hirsch S.131 (Ffm. 1914, 3. unveränderte Auflage)

    *Der Psalm 27 wird in vielen Gemeinden von Rausch Chaudesch Elul bis Hauschano Rabbo täglich gesagt nach dem Morgen- und nach dem Nachmittaggebet.

    19-04-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    18-04-2021
    Klik hier om een link te hebben waarmee u dit artikel later terug kunt lezen.Jesajas 58,5 und Sprüchlein zur Wochenabschnitt Acharei Mauss
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    אחרי מות

     

    הכזה יהיה צום אבחרהו, יום ענות אדם נפשו:

     

     

    „Darf so das Fasten sein, wenn ich es erwählen soll – der Tag, an dem der Mensch seine Seele darben zu lassen hat? Etwa daß er wie ein Schilfrohr sein Haupt beuge und in Sack und Asche sich hülle? Solches willst du Fasten nennen und ein Tag des Wohlgefallens, einen gottgeweihten?! “

    (Jesaia 58,5 Übersetzung Reb Dr.  Julius HIRSCH)

     

    1.

    Den Versöhnungstag im Jahr

    Widme deinem Gott allein,

    Heilig sei er dir fürwahr,

    Feiern soll ihn Groß und Klein!

    2.

    Und Genüsse halte fern,

    Meide sie nach Gottes Wort;

    Faste, bete, freudig lern‘,

    Gleich zu werden deinem Hort!

     

    Aus: Erbauungsbuch „Bibel- und Talmudschatz“ J.H. Kohn S.259  13.Auflage Hamburg 5691 – 1931

     

    Die beste Anschrift für antiquarische Judaica:

    Antiquarische Buchhandlung „Spinoza“ in Amsterdam

    Inhaberin: Frau Manja BURGERS

    http://www.spinozabooks.com

    18-04-2021 om 11:29 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    15-04-2021
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    The Untold Story of Christian Zionism's Rise to Power in the United States

     

    By Whitney Webb

     

    How Christian Zionism become a dominant force in American politics, particularly following the election of Donald Trump to the presidency.

     

    http://www.informationclearinghouse.info/51923.htm

    15-04-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    14-04-2021
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    Rabbiner Dr. Salomon BREUER

                    (1850 – 1926)

     

    תזריע

     

    Belehrung und Mahnung  zur Wochenabschnitt

     TAZRIA (Auszug)

     

    …Mit der Mila wurde Abraham Jude. Er vollzog sie im Zeichen des denkbar größten Kidusch Haschem. Denn Jude sein heißt, den Mut zum Kidusch Haschem zu besitzen, die Forderungen des jüdischen Pflichtlebens ונקדשתי בתוך בני ישראל in lautester Öffentlichkeit zu verwirklichen, auf den Beifall und die Zustimmung der Menge verzichten, auch den Hohn und die Verlästerung nicht zu scheuen,  die dem Juden in öffentlichen Leben gar oft begegnen. Solche מקדש שם שמים- Juden haben wir leider nicht viele, dafür gottlob noch recht viele, die freilich בשתיקה, wenn sie vor „fremden Augen“ sich sicher wissen, ihren jüdischen Pflichten nachkommen. Und doch hat es unser Stammvater uns anders gelehrt, als er den „Orden“ der Mila aus Gottes Hand für sich und seine späteste Kinder empfing. Wohl wußte er, daß dieser Akt, der ihn und sein Haus fortan in den entschiedensten Gegensatz zu den Anschauungen einer großen Welt setzte, bei ihr nur Spott und Gelächter auslösen mußte. Er aber vollzog die Mila nicht im Schutz der Nacht – בעצם היום הזה und wenn die Mila nach Gottes Willen auch am Tage vollzogen werden mußte, was hätte Abraham gehindert, wenn er die Vornahme dieses Aufsehen erregenden Aktes bei seinen Hausgenossen auf eine Reihe von Tage verteilt hätte, um so weit wie möglich peinliches Aufsehen zu vermeiden – er aber vollzog die Mila seines ganzes Hauses; zu dem 318 Genossen zählten, an einem Tag, scheut den mächtigen Orloh-Hügel nicht, der vor den Augen einer großen Welt sich türmt und auf den die „Sonne scheint“ – Gott aber bleibt dieser große, stolze Akt unvergessen, mit dem unser Stammvater unter den Augen einer lautesten Öffentlichkeit Jude wurde und von dem noch späte Enkel sich die Mahnung holen mögen, wozu die Mila d.h. die Zugehörigkeit zum Gottesbund sie verpflichtet.

    Aus dem Geiste des בעצם היום הזה ist es zu verstehen, daß für die Weisen Abraham bei der Ausführung der Mila nicht nur die Öffentlichkeit nicht scheute, sie nicht mit dieser Tat überraschte, sondern ihr vorher Mitteilung machte und, wie sie es so sinnig darstellen, seine Freunde zu einer „Mila-Konferenz“ einlud.  Die Ansichten aber, die er da äußern hörte, sind ungemein bezeichnend; sie begegnen uns bis auf den heutigen Tag und erklären vielfach unser Verfahren gegenüber den Forderungen der jüdischen Pflicht.

    Oner verweist auf Abrahams Alter – zu hundert Jahren eine solch  tief eischneidende Maßnahme! Das ist die Sprache der Gewohnheit. Und in der Tat wohnt in der Gewohnheit eine ungeheure Macht inne, sie beherrscht den Verstand, und die beste Überzeugung muß sich gar oft ihr beugen. Wen die Schritte, statt ins Bethamidrasch, täglich ins Kaffeehaus lenken, wird von dieser Gewohnheit auch am Schabbos nicht lassen, wiewohl den Verstand ihn vor der עברות warnt, die dort auf ihn lauern; wer jahraus, jahrein gewohnt ist, während אנעים זמירות sein טלית abzulegen und aus dem בית הכנסת zu laufen, wird nur Schwer davon lassen, auch wenn Verstand und Nachdenklichkeit ihm das Unstatthafte seines Verhaltens nahelegen; und wem es einmal zur Gewohnheit geworden ist, die laute שמנה עשרה oder קריאת התורה für den geeigneten Augenblick zu halten, um den Nachbar zu begrüßen und mit ihm in שיחת חולין, in Geschwätz sich zu ergehen, der wird von dieser traurigen Unsitte nur schwer lassen, auch wenn sein Verstand das entschiedene Verbot längst begriffen und natürliches Anstandsgefühl sich gegen dieses die Heiligkeit unserer Andachtsstätte schändende Verhalten  von selber kehrt! Und doch hegen wir die zuversichtliche Erwartung, daß es der eindringlichen Mahnung des דין doch schließlich gelingen wird, seine Forderung Anerkennung zu verschaffen. Hat unser sabbatlicher מי שברך an diese unfaßbare Unsitte gedacht, wenn er den Segen herabfleht auf die מי שמיחדים בתי כנסיות לתפלה ומי שבאים בתוכם להתפלל? Sollte man doch meinen, daß, wenn Synagogen erbaut werden, sie selbstverständlich für die תפלה bestimmt sind, und wenn man hineingeht, man sie aufsucht, um dort zu beten. Und doch erfleht unser מי שברך den Segen bedeutsam und mit unverkennbaren Nachdruck auf das Haupt derer, die das בית הכנסת für die תפלה bestimmen und nicht für müßige Unterhaltung, und die hineingehen להתפלל, um ihre תפלה zu verrichten und nicht die geweihte Stätte durch שיחת חולין zu entweihen! Wer aber unter uns möchte nicht des Segens teilhaftig werden, daß Gottes Segen komme über unsere Frauen, über unsere Söhne und unsere Töchter הוא יברך את כל הקהל הקדוש הזה הם ונשיהם ובניהם ובנותיהם!

    In Oner hat die Macht der Gewohnheit ihren trefflichen Anwalt gefunden: zu hundert Jahren geht man nicht neue Wege. Von besonderer Bedeutung schien den Weisen Eschkols Verhalten. Sahen sie sich doch zu folgendem  Ausspruch veranlaßt: מגיד מראשית אחרים שהכל צפוי היה לפני הקב"ה, אשכל אוהבו של אברהם היה ונקרא אשכל על אודות האשכול שעתידין ישראל לכרות ממקומו „Gott kündet Künftiges von Anfang an: Eschkol hieß der Freund Abrahams, er hieß so nach der Traube (אשכול), die einst die Kundschafter im Tale schneiden sollen.“

    Irren wir nicht, so wollen sie uns damit sagen: Das Verhalten der Kundschafter gegenüber dem Gotteswillen hat schon in Abrahams Tage Vertreter gefunden, nur daß Abraham solchen Einflüssen gegenüber stark geblieben, keinen Augenblick  im Zweifel war, was die Pflicht von ihm forderte. Denn Eshkol erinnert an die Feindschaft, die sich Abraham durch Vornahme der Mila zuziehen müsse, die ihn von seiner Umwelt fortan scheide – und wenn Abraham die Mila vorzunehmen durchaus gewillt war, so wird Eschkol wohl für eine Vornahme in aller Stille plädiert haben, um nach Möglichkeit jedes Aufsehen zu vermeiden. Das ist dieselbe feige, erbärmliche Gesinnung, die die Kundschafter erfüllte, die sich trotz des Gottesschutzes einer feindlich gesinnten Welt gegenüber ohnmächtig fühlt und die Kraft nicht kennt, mit der das Bewußtsein, dem Gotteswillen zu entsprechen, die jüdische Seele zu erfüllen hat – mit dieser Gesinnung haben sie die Traube in Eschkols Tal  gepflückt.

    Von allen Freunde stimmte nur Mamre dem Vorhaben Abrahams zu. Doch nicht das Für und Wider der öffentliche Meinung hat auf Abrahams Entschluß Einfluß ausgeübt; er war viel mehr von Anfang an entschlossen, in vollem Bewußtsein der herrschenden Meinungen, mit denen die große Welt seinen Schritt begleitete, und in lautester Öffentlichkeit sich und sein Haus  dem göttlichen Lebensbund zu weihen.

    Wie aber die Mila von ihren Trägern Kidusch haschem fordert, weil sie von ihnen in keinem Augenblick des Lebens verleugnet werden darf, so begleitet sie den Juden bei jedem Schritt seines Lebens, will jede Gedankenregung und jeden Willensvorsatz unter die  Herrschaft des Gotteswillens stellen und seinem Leben durch innige Vermählung mit Gottes Nähe zur höchsten Vollendung verhelfen. Das sollte Abraham erfahren, als er, mit dem frischen Bundeszeichen am Leibe nach Wanderern ausspähend, an dessen er Gastfreundschaft ausüben könne, der Schechinanähe Gottes teilhaftig wurde. Er will sich vor der Schechina erheben und wird veranlaßt, sich in seiner Liebesbetätigung an Menschen nicht zu stören – denn Gott weilt dort, wo Menschen Seinen Willen betätigen. Und wenn Jissroél in seinen Bet- und Lehrhäusern sitzend weilt, weilt Gottes Schechina über ihnen, denn keine größere Huldigung kennt Gott, als wenn das Leben des Menschen zu einer Offenbarung des Gotteswillens sich  gestaltet. Das aber ist der Fall, wenn göttliches Milazeichen uns mahnend dazu bringt, „vor Gott zu wandeln und nach Vollendung zu ringen“. Vollendung aber winkt dem Leben, wenn es in keinem Augenblick die Mila verleugnet.

    וביום השמיני ימול בשר ערלתו Die Mila weiht ihre Träger dem Schabbos, denn Gottes Herrschaftswille soll in ihm einen rüstigen, treuen Vollstrecker finden. Dieser Gotteswille umfaßt aber nicht nur das Einzelleben, er will auch das Gemeinschaftsleben im Zeichen des Rechts und der Liebe aufbauen. Vor seiner Nähr sollen Haß, Bösrede und Verleumdung, sollen die unheimlichen Mächte weichen, die das soziale Leben vergiften und ihm die Segnungen des Friedens rauben.

    Wer die Mila in Wahrheit trägt, den braucht der Gottesfinger nicht strafend mit Negaim zu berühren, mit denen Gott den zu treffen weiß, der die sozialen Forderungen des jüdischen Lebens verleugnet.

    Er muß die Mila als stolzer Enkel unseres Stammvaters tragen, der die Mila in lautester Öffentlichkeit vollzogen und im Anblick einer großen Welt bei jedem Schritt seines von Gottesrecht und Gottesliebe erfüllten Lebens verwirklicht hat.

    Mit Recht ruft daher der Weise aus: Wie groß ist doch die Mila, sie vermag Negaim  zu verdrängen!

     

    Quelle: Rabbiner Dr. Salomon BREUER  Belehrung und Mahnung   dritter Teil Leviticus J.Kaufmann Verlag Frankfurt am Main 1935 S. 20-26

    14-04-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    13-04-2021
    Klik hier om een link te hebben waarmee u dit artikel later terug kunt lezen.Rabbiner Dr. Raphael BREUER Die Benediktion gegen die Ketzer
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    Rabbiner Dr. Raphael BREUER

    (1881-1932)

     

    Die Benediktion gegen die Ketzer

     

     

    In: „Jüdische Monatshefte“ Jahrgang 5, Heft 11

     

    Die 19. Benediktion, zugefügt an den ursprünglich 18 Benediktionen, „Schemoneh Esreh“ die wir dreimal täglich Richtung Jerusalem stehend, beten wird von viele routinemäßig herunter geprasselt, Diese Kategorie Betern meinen damit sei der Pflicht erfüllt, ahnen nichts von der tiefen geschichtlichen Zusammenhang und der aktuellen Bedeutung und Erforderlichkeit dieser Benediktion.

     

    Das ist kaum verwunderlich wenn man folgender Paradox bedenkt:

     

    In den Reihen der Orthopraxie der Gegenwart wird weltweit  identisch die selbe „Schemoneh Esreh“, mit identischer Wortlaut, gebetet durch religiöse Zionisten und deren fromme Nachschlepper einerseits, durch die antizionistischen Thoratreuen Juden anderseits.

     

    Welche Ketzer der Gegenwart sollen geflucht werden? Etwa die „Heidenrebellen“ (von N. Birnbaum geprägten Begriff) ? Und wenn bis in die Knesseth HaMinim „Ultraorthodoxe“ Rabbinern kollaborieren?

     

    Rabbiner Dr. Raphael BREUER gibt uns schlüssige Antworte auf diese Überlegungen. Zu lesen in Beilage. 

     

    Bijlagen:
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    ברכת המינים - Die Benediktion gegen die Ketzer 1.JPG (122.8 KB)   
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    ברכת המינים - Die Benediktion gegen die Ketzer 3.JPG (113.2 KB)   
    ברכת המינים - Die Benediktion gegen die Ketzer 4.JPG (54.8 KB)   

    13-04-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    12-04-2021
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    Rabbiner Dr. Raphael BREUER

                   (1881-1932)

     

     

    „Chassidismus“

     

    Aufsatz erschienen in der Wochenzeitung „Jüdische Presse“, Wien 1924, 3

     

    „In der Agudas Jisroel dominiert der Osten. Im Osten ragt der Chassidismus hervor. Folglich steht der Chassidismus an ragender Stelle. Darf diese Vorherrschaft des Chassidismus auch diejenigen mit Freude erfüllen, die der andersgearteten west- und mitteleuropäische Orthodoxie angehören und vom Chassidismus nur von Hören und Sagen wissen? Ja! Denn jede Orthodoxie die echt, geschichtlich berechtigt und religionsrechtlich legitimiert ist, auch die misnagdische, auch die deutsche eines S.R. Hirsch, ist Chassidismus, unbewusster Chassidismus. Wir wollen uns das an einem instruktiven Beispiel klar machen.

    [… ] Nur eine geistige Strömung gibt es im heutigen Judentum der bewußter Antichassidismus ist: der jüdischer Nationalismus. Was für die christliche Kirche der Antichrist bedeutet, das bedeutet für das orthodoxe Judentum der jüdische Nationalismus: Verdräng der Religion von ihrem Herrschersthrone, Emanzipation der Erde vom Himmel, Kampfansage gegen den heiligen Geist. Was verschlägt’s wenn einzelne Nationalisten eine Vernunftehe zwischen Nationalismus und Religion herzustellen sich bemühen?  Der Rationalismus mag dazu seinen Segen geben. Der Chassidismus sagt: Was hat die Nation mit dem heiligen Geist zu tun? Wenn für uns der Begriff der Religion alles, aber auch wirklich alles umfasst, was bleibt dann noch für die Nation übrig ? Und darum ist es gut, daß in der Agudas Jisroel der Chassidismus mitführt. Er ist die Neschomoh Jessoroh der Agudas Jisroel.“

     

    Hier die vollständige Wiedergabe des Originals in Beilage:
     

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    12-04-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    11-04-2021
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    תזריע

     

    סורו טמא!  קראו למו:

     

    „Weicht zurück, ihr seid unrein, weicht zurück, weicht zurück, berühret uns nicht

     

    (Klagelieder 4,15 Übersetzung Mendel Hirsch)

     

    1.

    Meide, Mensch, von zarter Jugend

    Jede Tat, die dich entehrt;

    Meide, was befleckt die Tugend

    Und das Seelenheil zerstört.

     

    2.

    Halte deinen Leib im Leben

    Einem edlen Kleinod gleich,

    Reinheit sei dein ganzes Streben,

    Von dem schwarzen Laster weich‘!

     

    Aus: Erbauungsbuch „Bibel- und Talmudschatz“ J.H. Kohn  13.Auflage Hamburg 5691 – 1931

     

    Bestellung nimmt entgegen:

    Frau Manja BURGERS,

    Antiquarische Buchhandlung „Spinoza“ in Amsterdam

    http://www.spinozabooks.com

    11-04-2021 om 19:13 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    09-04-2021
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    שמיני

     

    Aus dem Kommentar von Rabbiner Samson Raphael HIRSCH zur Wochenabschnitt SCHEMINI

     

    Kap.9. V.1 Und es war am achten Tage, da hatte Mosche Aharon und seine Söhne und die Ältesten Jissroéls gerufen,

     

    Kap.9 V.1 ויהי ביום השמיני Wir haben bereits in Jeschurun, Jahrgang V, S. 14 f. im Artikel מילה die Bedeutung eines achten Tages nach zurückgelegten sieben Tage erläutert.  Wir sagten uns, daß durch ein solches Zählen von sieben Tagen ein bisheriger Zustand völlig abgeschlossen wird, und mit  dem achten Tage ein neuer Anfang und zwar auf erhöhter Stufe, gleichsam die „Oktave“ beginnt. Auch hier ist mit den vor dem Eingang zum Heiligtum zugebrachten sieben Tagen der Zustand bloß individueller privater Lebensbedeutung der zum Priesterdienst Bestimmten abgeschlossen, und mit dem achten Tage treten sie in den neuen, erhöhten Charakter einer Gott und der Nation hörigen Lebensweihe ein.

     

    V.3 Und zu Jissroéls Söhne sprich: Nehmet einen Ziegenbock zum Entsündigungsopfer und ein Kalb und ein Schaf, einjährig, in ihrer Ganzheit, zum Emporopfer.

    V. 4 Und einen Ochsen und einen Widder zum Friedensopfer, Mahlopfer vor Gott zu vollziehen, und eine mit Öl durchrührte Huldigungsgabe; denn heute erscheint euch Gott.

     

    VV 3 u. 4 Das Opfer der Nation bildet zwei Gruppen: שעיר לחטאת ועגל וכבש לעולה; und שור ואיל לשלמים ומנחה בלולה בשמן ; jene: Ausdruck ihrer Stellung gegen Gott, diese: ihre Stellung als Volk in Mitte der Völker. Gott gegenüber gelobt die Nation mit dem שעיר עזים לחטאת, starr gegen jede Verlockung durch Fremde, folgsam und treu auf dem Standpunkt auszuharren, den ihr ihr einziger Lebenshirte angewiesen; und mit dem עגל וכבש בני שנה לעולה: in ewiger Jugendfrische und jugendlicher Leitsamkeit mit ihrem Tatenleben und Geschickesdasein sich mit voller männlichen Energie der Emporführung des einzigen Leiters ihrer Taten und Lenkers ihrer Geschicke zu dem in seinem Gesetze gezeichneten Höheziele hinzugeben. Mit dem שור ואיל לשלמים לזבח לפני ה' spricht sie aber froh und freudig die mit jener treuen Festigkeit und energievollen Hingebung in Mitte der Völker zum gewinnende bedeutsame Stellung aus. Das ewig jugendliche עגל vor Gott wird zum männlichen שור mit dem Wirken seines Tatenlebens den Völker gegenüber, und das seinem einzigen Hirten folgende כבש zu dem in Vollkraft der Völkerherde wegweisend voranschreitenden איל. Dieser freudig beglückenden Seite des jüdischen volkgeschichtlichen Berufes wird Jisroel sich im Nationalfriedensmahl vor Gott froh bewusst, und legt in מנחה בלולה בשמן, in seinem mit ‚Öl getränkten Mehle“, mit dem Zeichen seiner von Ihm mit Wohlstand gesegneten Existenz, den Tribut der  Huldigung auf den Altar seines Gesetzes nieder.

    … ….

    Steht auch diese Volksopfer in einer Beziehung zu der עגל- Verirrung, so gelobt das Volk mit dem שעיר עזים im חטאת , fortan sich nie wieder von einem ערב רב zum Abfall von Gott und seinem Gesetze verleiten zu lassen, vollzieht im -עגלOpfer des עולה und im שור des שלמים wie bereits bei Aharons Opfer (V.2) angedeutet, direkt die Sühne der Verirrung des עגל, das, wie in ת"כ z. St. bemerkt, dem Volke nicht nur עגל nach der Absicht Aharons geblieben war sondern zum selbständigen שור erhaben worden, und gelobt  im כבש des עולה und im איל des שלמים, sein ferners Geschick in voller Hingebung zu Gott, seinem einzigen „Hirten“, für alle Gänge durch die Zeiten anheim zu geben, und in dieser selbstlosen Hingebung, als  Führer der Menschenherde zu Gott, männlich und kraftfroh voranzuschreiten und sein „Mehl und sein Öl“, seine Existenz und sein Wohlbefinden, keinem anderen als Gott, dem einen Einzigen,  unvermittelt und ausschließlich huldigend verdanken zu wollen.

     

    Kap.10, V.1 Da nahmen Aharons Söhne, Nadab und Abihu, jeder seine Pfanne, gaben Feuer in sie und legten darauf Räucherwerk; und brachten vor Gott fremdes Feuer nahe, das er Ihnen nicht geboten hatte.

     

    Kap. 10, V.1 … קטרת war das einzige Opfer, das nie, weder von der Gesamtheit, noch vom einzelnen als נדבה dargebracht werden dürfte, dessen Darbringung vielmehr ausschließlich auf das, der Gesamtheit täglich und dem כה"ג am י"כ, Vorgeschriebene beschränkt bleiben sollte (Menachoth 50a.b.). Glauben wir doch im קטרת den Ausdruck des gänzlichen Aufgehens in Gottes Wohlgefallen, des gänzlichen Aufgehens in ריח ניחוח לד' erkennen zu dürfen (siehe 2 B.M. 30 f. und 34 f.), ein Gedanke, der als von Gott vorgestecktes Ziel das Ideal seiner Anforderungen vergegenwärtigt, der aber aus eigener Wahl zum Ausdruck gebracht, als נדבה, die höchste Anmaßung in sich schlösse. Mehr als alles andere hebt aber das göttliche Wort an dieser so verhängnisvollen Darbringung hervor: ,אשר לא צוה אותם daß Gott sie ihnen nicht gebeten hatte. Wären die einzelnen Momente des Opfers selbst nicht, wie wir gesehen, verboten gewesen, es genügte, daß es ein nicht gebotenes war, um es zu einem verbotenen zu machen. In dem ganzen Opferdienst des Gesetzheiligtums ist dem subjektiven Beliebe, kein Raum gestattet. Selbst die קרבנות נדבה, die  freiwilligen Opfer,  haben sich mit Entschiedenheit innerhalb der dafür vorgeschriebenen Grenzen und Formen zu halten. Denn קרבת אלקים, Gottes Nähe und Annährung zu Gott, die mit jedem קרבן gesucht wird, ist nur auf dem Wege des Gehorchens, des Eingehens, in den göttlichen Willen und der Unterordnung unter denselben zu finden. Es ist dies eben ein Punkt, in welchem Judentum und Heidentum bis zu vollendetem Gegensatz auseinander gehen. Das Heidentum sucht mit seinem Opfer die Gottheit sich der Erreichung seiner Wünsche dienstbar zu machen. Das jüdische Opfer will mit dem Opfer den Opfernden in den Dienst Gottes stellen, will ihn mit seinem Opfer der Erfüllung der göttlichen Wünsche dienstbar machen. Alle Opfer sind daher Formeln göttlicher Anforderungen, die der Opfernde mit seinem Opfer zum Normativ seines künftigen Verhaltens macht. Selbstersonnene Opfer wären daher eine Tötung der Wahrheit, die eben durch Opfer Herrschaft über den Menschen gewinnen soll, diesen eben willkürlichen Subjektivismus als den Stuhl der Herrlichkeit zurechtstellen wo Gehorsam und nur Gehorsam einen Thron erbaut finden soll. Wir begreifen den Tod der Priesterjünglinge, und ihr Sterben im ersten Weihemomente des Gottesheiligtums ist für alle künftigen Priester dieses Heiligtums die ernsteste Warnung, schließt von den Räumen des Gottesheiligtums, das ja nichts anderes als das Heiligtum seines Gesetzes sein soll, jede Willkür und jedes subjektive Belieben aus! Nicht durch Erfindungen gottesdienstlicher Novitäten, durch Zurgeltungbringung des göttlich Vorgeschriebenen hat der jüdische Priester seine Wirksamkeit zu bewähren.

    09-04-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    08-04-2021
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    Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH

                  (1833 – 1900)

     

    הפטרת פרשת שמיני

     

    Aus dem Kommentar zur Haftoro des Wochenabschnittes Schemini

     

     

    Samuel II, Kap. 6, Vers 1 und folgende

     

    Die  Geschichte der Einweihung des Zusammenkunftsbestimmungszeltes unter der sichtbaren Bekundung der Gottesnähe in Jissroél fügt das Prophetenwort der Haftora die Erzählung des ersten Einzuges der Bundeslade Gottes in Jerusalem an. Ein Moment der einen tiefen Einblick und einen weiten Ausblick in die jüdische Geschichte eröffnet. Das Zelt, das an jenem „achten“ Tage zum achten „Male von Moses errichtet worden war, befand sich noch in Gibeon. Ein von David in der Davidstadt provisorisch errichtetes Zelt harrte vor der Bundeslade. Siegreich war aus dem Philistäerlande die nunmehr in Jerusalem einziehende Bundeslade heimgekehrt, nachdem sie von Schiloh aus, da Jissroél sich des Gottesschutzes unwürdig gezeigt hatte, in Feindes Hand gefallen war. In den Trümmern des Götzen und in den Heimsuchungen der Feinde hatte sich die Hoheit des von ihr umschlossenen Wortes und die Allmacht der Gotteshand den zitternden Philistäern offenbart. Der Freiheit wiedergegeben, hatte sie ohne Menschen-Zutun ihren Weg zurückgenommen in das jüdische Land. Nach vorübergehendem Weilen in Beth-Schemesch hatte sie Stätte gefunden in dem mit dem hier genannten Baale Jehuda identischen Kirjath Jearim (Sam.I. 6,20 f. 7,1). Die Wirkenszeit des hehren Samuel, die Regierung Sauls lagen zurück, die auf seinen Tod folgenden Erschütterungen hatten ihre Ende erreicht, und nach außen herrschte tiefste Ruhe: „Gott hatte die Furcht vor ihm auf alle Völker gegeben“ (Chron. I. 14,17), als David den Entschluß fasste, die Bundeslade in der Davidstadt zu überführen, wo er für sie ein Zelt aufgeschlagen hatte. – Doch nicht ohne ernste Mahnung an die Hoheit des Gesetzes sollte die Überführung nach Jerusalem erfolgen. So wie der Tod der beiden Priesterjünglinge am ersten Einweihungstage die ewige Mahnung sein sollte, daß nur Gehorsam und kein Priesterwillkür, auch nicht in bester, Gott dienender Absicht, so vergegenwärtigte die selbige Hoheit die Leiche Usa’s, der in einem Augenblick der Selbstvergessenheit gewähnt hatte, die Lade halten zu müssen, und, wenn auch in guter Absicht, die Ehrfurcht vor Dem verletzt hatte, dessen Wort die Lade barg. Sein Tod hatte das בקרובי אקדש (3 B.M. 9,3) David in furchtbarer Eindringlichkeit in die Seele gerufen. Niemand war weiter als er von jeglicher Selbstüberschätzung entfernt. Er  zagte, er zweifelte an seiner Würdigkeit. Er hatte um so mehr Grund zu zagen, als ja der Entschluß, die Bundeslade in „die Davidstadt“ zu bringen, seiner eigenen Initiative entsprungen und nicht etwa die Ausführung eines ihm gewordenen göttlichen Auftrages. Erst der in dem Gedeihen Obed Edoms sich zeigenden Gottessegen beruhigte ihn. Hatte er ja doch auch schon durch sein vorhergehendes Zagen es an den Tag gelegt, wie sehr er von dem Gefühle der Verantwortung durchdrungen sei, die die Nähe der Bundeslade ihrer Umgebung bringe. Dieses Bewußstein, daß er nur erster und verantwortlicher Diener dieses Gesetzes sein daß er seine Königsmacht nur für dessen Verwirklichung einzusetzen und seine Würde nur in der Erfüllung dieser Aufgabe zu finden habe, tritt in seiner ganzen Haltung bei der Überführung hervor.  Gerade was Michal, der stolzen Königstochter, mißfiel, gerade das gab ihm das Gepräge des jüdischen Königs nach dem Idealbilde des Königsgesetzes (5 B.M. 17,14 ff.) In diesem Sinne hatte er das kleine Ephod angelegt, als Wehr und Waffen des jüdischen Königs, es war die Rüstung für die Verwirklichung des Gottesgesetzes, es war das Gelöbnis, alle seine Kräfte in den Dienst dieser Aufgabe zu stellen. Dasselbe Gelöbnis sprach die ganze Reihe der nach jeder Zurücklegung von sechs Schritten auf dem ganzen Wege sich wiederholenden Opfer aus, die Weihe der Tatkraft (שור) und die vertrauensvolle Geschickeshingebung an die Gottesführung (מריא). Auch daß diese Gelübde gerade nach  jeder Sechszahl von Schritten im Thatsymbol ausgesprochen wurde, ist nicht bedeutungslos. (Vergl. Über die Bedeutung der Sechs- und Siebenzahl in der Symbolsprache des Gottesgesetzes: Grundlinien einer jüdischen Symbolik, Jeschurun: V. S.18ff.)

    Derselbe tiefe Ernst spricht auch in dem Unterschiede aus, der den Zug von dem Hause Obed Edoms nach Jerusalem von demjenigen aus Kirjiath Jearim bis nach Perez Usa charakteristisch scheidet. An die Stelle des משחקים (V.5) war תרועה, an die Stelle der Pauken und Schellen (V.5) war der Schofar, der den ernsten Gottesruf an Jissroél zur ewigen Sinaihöhe seiner Jissroélbestimmung vergegenwärtigende Schofarruf getreten. Nur auf den Boden dieses Ernstes und dieser tiefen gottesfürchtigen Erregung quoll jenes beglückenden Hochgefühl und jene Freude, die in dem von David ausgesagten מפזז ומכרכר ihren Ausdruck fand. Aus dem ausführlicheren Bericht in Chron. I, 15 11-16 tritt der Unterschied noch mehr hervor. Die Stammeshäupter der Priester und Leviten werden von David berufen, ויתקדשו, heiß es daselbst, sie hatten sich auf dem großen Moment vorzubereiten. Dann erst „trugen die Söhne der Leviten die Lade Gottes, so wie es Moses nach dem Worte Gottes geboten hatte, auf ihrer Schulter an den Stangen, die auf ihnen ruhten“. Nachdem sodann die ganze Ordnung des Zuges beschrieben, die in ihre Ordnungen als Sänger, Musiker und Wächter eingeteilten Levitenfamilien und unter diesen auch der Levite Obed-Edom an der ihm gebührende Stelle, und die Priester mit den Posaunen voranschreitend, heißt es am Schlusse V.28, da die innige Beteiligung des ganzen Volkes hervorgehoben und die Klänge des Festjubels nach den Instrumenten zusammenfassend geschildert werden, zuerst und vor allem: „Ganz Jissroél führte die Lade des Gottesbundes בתרועה ובקול שופר in tiefer Erregung und Schofartöne hinauf“, und dann wird der Posaunen und der anderen Instrumenten gedacht. –

    Den weiteren Ausblick in die ferne Zukunft eröffnet sodann die David in Veranlassung des von ihm beabsichtigten Tempelbaus gegebene Zusicherung der bis in die Ewigkeit reichenden Erhaltung und Bedeutung seines Hauses.

     

    (Die Haftoroth übersetzt und erläutert, Frankfurt am Main 1896: S. 196 -197  Kommentar zu Samuel II Kap. 6 V.1…) 

    08-04-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    07-04-2021
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    Rabbiner Dr. Salomon BREUER

                    (1850 – 1926)

     

    שמיני

    Belehrung und Mahnung  zur Wochenabschnitt Schemini (Auszüge)*

     

     

    *Ansprache, gehalten am Abend des 12. Nisan 5650 bei der Amtseinführung als Frankfurter Raw.

    …

    Mehr als Aharon weigerte Mosche sich, Führer in Jissroél zu werden. Sieben Tage kämpfte er mit sich, ehe er endlich auf Gottes Geheiß sich dazu verstand. Umso befremdender muss es erscheinen, daß später Jehoschua die Nachfolge ohne weitere Bedenken antrat. Es genügte die göttliche Aufforderung קח לך את יהושע, und Jehoschua trat sein Amt an. Und doch war der Abstand zwischen Mosche und Jehoschua trat sein Amt an. Und doch war der Abstand zwischen Mosche und Jehoschua ein solch gewaltiger, daß זקנים שבאותו הדור אמרו פני משה כפני חמה פני יהושע כפני לבנה die Ältesten jener Zeit keinen Abstand nahmen, Mosche mit der Sonne und Jehoschua mit dem Mond zu vergleichen! – Mosche aber, so meinen die Weisen, העמידו מן הארץ והושיבו בין ברכיו hob Johoschua auf sein Knie, und Johoschua trat sein Amt mit den Worten: ברוך ה' אשר נתן תורה לישראל ע"י משה רבינו, Gesegnet sei Gott, der Jissroél durch unseren Lehrer Mosche die Thora gegeben!

    Offenbar liegt der Grund für Jehoschuas Verhalten in der Verschiedenheit der Aufgaben, vor die sich diese Führer gestellt sahen. Mosche fiel die denkbar schwierigste Aufgabe zu: die Thora seinem Volke zu überbringen, d.h. in Mizraim unter den Fesseln der geistigen und sittlichen Knechtschaft zermürbte jüdische Volksgemeinschaft zum Gottesvolke zu erheben und unter den Fesseln der gewaltigsten Schwierigkeiten den Boden für das Gottesgesetz zu erkämpfen. Jehoschua fiel die ungleich leichtere Aufgabe zu: die Errungenschaften seines großen Lehrers und Meisters unter wesentlich günstigeren Verhältnissen weiter zu pflegen, das teure Erbe zu erhalten und einer gedeihlichen Fortentwicklung entgegenzuführen. Mit gehobenen Empfindungen konnte er daher seine Antrittsworte in den Segenspruch kleiden: ברוך ה' אשר נתן וגו' Das Schwierigste ist vollbracht, die Thora hat bereits durch Mosche im Herzen des Volkes ihre Stätte gefunden!

    Jehoschua durfte aber auch mit Zuversicht darauf rechnen, daß Jissroél gerade mit Hinblick auf die unerreichbare Größe seines Vorgängers ihm die herzlichste Zuneigung und wärmste Sympathie entgegenbringen werde. וישמעו אליו בני ישראל וגו' ולא קם נביא עוד כמשה heißt es in den Schlusssätzen unserer Thora: Und Jissroéls Söhne gehorchten ihm und taten, wie Gott Mosche geboten!

    Mochten die Zeitgenossen an Mosche Rabenu denken, so musste sich ihnen der Vergleich zwischen Sonne und Mond aufdrängen; doch gerade dieser weite Abstand, der Jehoschua von Mosche schied, sicherte ihm die ungeteilte Hingabe seines Volkes. Wäre Mosche eine von seinem Nachfolger erreichbarer Größe gewesen, dann freilich wäre Jissroél berechtigt gewesen, auch an Jehoschua dieselben Erwartungen und Anforderungen zu stellen, die sie an Mosche zu stellen gewohnt waren Doch dem war nicht so. ולא קם נביא עוד בישראל כמשה Einen zweiten Mosche gab es nicht mehr. Mosche stand zu hoch, zu groß da, als daß ein Vergleich zwischen ihm und sein Nachfolger, wer immer es auch sein mochte, zulässig gewesen wäre. Großtaten, wie sie Mosche vollbracht hatten konnten von keinem andern erwartet werden. Andererseits aber schaute das Volk zu Jehoschua mit Vertrauen empor, der durch seine innige Beziehung zu Mosche die Bürgschaft bot, daß er die Errungenschaften seines großen Lehrers und Meisters in seinem Geiste und in seinem Sinne zu erhalten und zu pflegen als seine heiligste Aufgabe betrachten werde.

    Meine Brüder und Schwestern! Gleich Jehoschua spreche ich auch mit dankerfülltem Herzen die ברכה:ברוך שנתן תורה לעמו ישראל ע"י רבינו . Das Schwierigste ist vollbracht! Mein unvergesslicher großer Vorgänger זצ"ל hat die denkbar schwerste Aufgabe gelöst: er hat seine Gemeinde, seinem Volke aufs neue die alte unverfälschte תורה überbracht. Mit unvergleichbarer Genialität und nie erlahmender Tatkraft hat er seine Gemeinde zu einer wahrhaften Gottesgemeinde herangebildet und unter Beseitigung unsäglicher Hindernisse den Boden für die Thora mit seinem Herzblut erkämpft. Meinen schwachen Kräfte fällt nunmehr die ungleich leichtere Aufgabe zu: die Errungenschaften unseres großen Lehrers und Meisters in ihrer ganzen Integrität in w.G. ungestörter, friedlicher Wirksamkeit weiter zu erhalten und wenn möglich einer gedeihlichen Fortentwicklung entgegenzuführen. In zuversichtlicher Erwartung rechne ich auf Ihre tatkräftige Unterstützung und Mitarbeit, rechne ich auf Ihre gütige Nachsicht, daß Sie von meinen geringen Fähigkeiten nicht solche Grosstaten erwarten werden, wie Sie sie unter der Führung meines großen Vorgängers זצ"ל zu erleben von der göttlichen Vorsehung gewürdigt waren. – Einen zweiten Rabbiner HIRSCH gibt es in unserer Zeit nicht mehr! Das haben Sie sich, als dieser große Führer die Augen schloss, sagen müssen. –

    Feierlichts aber gelobe ich – und wahrlich, meine innigen verwandtschaftlichen Beziehungen zu unserem großen Rabbiner זצ"ל und vielleicht auch meine Vergangenheit bürgen für die Treue dieses Gelöbnisses: – die Heiligtümer seines Lebens in seinem Geiste und in seinem Sinne mit jeder Regung meines Herzens, mit jedem Splitter meiner Kraft in immer wachsender Hingebung zu wahren und zu pflegen.  Und wenn wir in dieser Stunde das נר תמיד zu seinem Andenken entzünden, so mahne es und, nicht zu ruhen und nicht zu rasten, bis das Thoralicht, das er in unserer Mitte entzünden hat, zu einem wahrhaften נר תמיד erstarkt ist שתהא שלהבת עולה מאליה und durch die Pflege, die es im weitesten Kreisen findet, auch ohne unsere Hilfe von selbst fortleuchtet.

    חזק ואמץ Sei fest und stark! rief Mosche seinem Nachfolger zu: חזק בתורה ואמץ במעשים טובים fügen unsere Weisen erklärend hinzu. Sei fest in der Erkenntnis deiner Aufgabe im Dienste der תורה und sei stark in der Überwindung aller Hindernisse bei deren Lösung.

    Fest im Prinzip und stark in der Ausführung, das waren die ernsten Anforderungen, die Mosche an seinen Nachfolger stellte.

    Fest im Prinzip und stark in der  Ausführung, das sei die Devise auch für meine Wirksamkeit, und so Sie, meine Brüder und Schwestern, חזקו ואמצו in gleichem Sinne mir Ihre Mitarbeit nicht versagen, wird Gottes Segen auf dem Mühen unserer Hände ruhen: ויהי נעם ה' אלקינו עלינו ומעשה ידינו כוננה עלינו ומעשה ידינו כוננהו.

     

     

    Quelle: Rabbiner Dr. Salomon BREUER  Belehrung und Mahnung dritter Teil Leviticus J.Kaufmann Verlag Frankfurt am Main 1935 S. 13 - 19

    07-04-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    06-04-2021
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    Yakov M. Rabkin: “What is Modern Israel?”

     

    240 pages | 5 1/2 x 8 3/4 | © 2016

    Paper $27.00ISBN: 9780745335810 Published July 2016 For Sale in All Americas and the Caribbean except Canada

    Cloth $90.00ISBN: 9780745335827 Published July 2016 For Sale in All Americas and the Caribbean except Canada

     

    Usually, we think of the state of modern Israel, as well as the late nineteenth-century Zionist movement that led to its founding, as a response to anti-Semitism which grew out of cultural and religious Judaism. In What Is Modern Israel?, however, Yakov M. Rabkin turns this understanding on… Read More

    Usually, we think of the state of modern Israel, as well as the late nineteenth-century Zionist movement that led to its founding, as a response to anti-Semitism which grew out of cultural and religious Judaism. In What Is Modern Israel?, however, Yakov M. Rabkin turns this understanding on its head, arguing convincingly that Zionism, far from being a natural development of Judaism, in fact has its historical and theological roots in Protestant Christianity. While most Jewish people viewed Zionism as marginal or even heretical, Christian enthusiasm for the Restoration of the Jews to the Promised Land transformed the traditional Judaic yearning for ‘Return’—a spiritual concept with a very different meaning—into a political project.

     
    Drawing on many overlooked pages of history, and using on a uniquely broad range of sources in English, French, Hebrew, and Russian, Rabkin shows that Zionism was conceived as a sharp break with Judaism and Jewish continuity. Rabkin argues that Israel’s past and present must be understood in the context of European ethnic nationalism, colonial expansion, and geopolitical interests rather than—as is all too often the case—an incarnation of Biblical prophecies or a culmination of Jewish  history. Read more:

    http://press.uchicago.edu/ucp/books/book/distributed/W/bo23469304.html

     

     

    06-04-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    05-04-2021
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    שמיני

     

    אל תבכו למת ואל תנודו לו:

     

     

    „Nicht klaget um einen Toten, nicht zeiget seinethalben innere Bewegung – “

    (Jeremias 22,10a Übersetzung Rabbiner Dr.  Josef BREUER)

     

    1.

    Klage nicht, wenn Fromme scheiden

    Von dem süßen Lebenslicht,

    Traure nicht, gebeugt von Leiden,

    Wenn ihr Herz schon frühe bricht.

    2.

    Denke, daß für jene Reinen

    Diese Welt zu kleinlich war,

    Willst denn jene du beweinen,

    Die jetzt grüßt die Engelschar?

     

    Aus: Erbauungsbuch „Bibel- und Talmudschatz“ J.H. Kohn S.242  13.Auflage Hamburg 5691 – 1931

     

    Die beste Anschrift für antiquarische Judaica:

    Antiquarische Buchhandlung „Spinoza“ in Amsterdam

    Inhaberin: Frau Manja BURGERS

    http://www.spinozabooks.com

    05-04-2021 om 16:42 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    Rabbiner Dr. Raphael BREUER

                (1881-1932)

     

    „Die Orthodoxie am Scheidewege“

     

    Jüdische Monatshefte Jahrgang  5 Heft 5 S. 153-160

     

    Unter obigem Titel erschien im Frankfurter Familienblatt ein Artikel von J.H. der nicht unwidersprochen bleiben darf. Seine Ausführungen lassen sich auf folgende Leitsätze reduzieren:

     

    1.      Es ist so gut wie sicher, dass in Palästina ein jüdisches Gemeinwesen größeren Umfangs geschaffen werden wird, wenn die Judenheit selbst, einheitlich den ernsten Willen dazu hat.

     

    2.      Es ist so gut wie sicher daß die orthodoxen Judenheit die „Verwirklichung ihres Jahrhundertalten Traumes“ nicht wiederum hintertrieben sehen will, denn selbst die früheren Gegner der Besiedlung Palästinas willen es jetzt. Die Saulussen sind zu Paulussen geworden. Nur wenige orthodoxe Juden werden sich heute weigern, das Baseler Programm mit ganzem Herzen zu unterschreiben. „Die orthodoxen Juden sind heute allesamt im weitesten Sinne des Wortes, Zionisten“

     

    3.      Die Orthodoxie steht am Scheidewege, weil sie sich entscheiden muss, auf welchem Wege sie die „ Verwirklichung ihres Jahrhundertes alten Traumes“ erreichen will: durch die Gründung einer eigenen Organisation zur Besiedlung Erez Jisroels oder durch die Anschluss an die zionistische Organisation bzw. der Misrachi.

     

    Herr J.H. ist der Meinung daß die Orthodoxie in ihrem eigenem Interesse sich dem Zionismus anschließen muss und zwar aus folgenden Gründen:  [vier Gründen - in Beilage zu lesen]

     

    Herr J.H. unterläßt auch nicht, genau anzugeben, was alles die Orthodoxie tun muss um den Zionismus zu kaschern. [vier Mittel – in Beilage zu lesen]

     

    Herr J.H. ist überzeugt daß es der Orthodoxie bei Anwendung dieser vier Arzneimittel auch gelingen wird, mit der für ihren Kampf um die Geltung der Thauro wichtigsten Gruppe den religiös Gestimmten und nach religiöse Vertiefung sich Sehnenden – vgl; die Zeitschrift „Der Jude“ – „ zu einem Ausgleich und nützlicher Zusammenarbeit zu kommen“.

     

    Zum Schluß seines Artikels setzt Herr J.H. auseinander daß nur dann die Orthodoxie eine begeisterte, überzeugte, schwungvolle Jugend mit  „lebendigen Lebenskräfte“ ihr eigenen nennen wird,  wenn sie sich dem Zionismus anschließt „Nicht zuletzt werden diese Kräfte auch dem Thora Studium zu Gute kommen; mit freierem und frischerem Sinne werden sich unsere Jungen diesem Jüdischtem aller Jüdischen widmen“.

     

    Wir haben zu diesen Ausführungen folgendes zu bemerken: ZU LESEN IN DIE BEILAGEN!

     

    Rabbiner Dr. Raphael BREUERs ausführliche Widerlegung der irrige Meinungen und irreführende Sophismen der religiösen Nachschleppern des Zionismus hat nichts an Gültigkeit verloren für uns, späte Generationen, im Gegenteil. Es ist heiliger Pflicht diese aus der Vergessenheit hervor zu holen und die praktische Lehren und Konsequenzen für unsere Gegenwart daraus zu ziehen.

     

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    05-04-2021 om 16:33 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    31-03-2021
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    Samson Raphael HIRSCH

     

    Jaum Tauw PéSSACH (4.Folge)

     

     

    (איסור אכילה הנאה ומציאה ומצות שביתה של חמץ)

     

    (Aus Chauréw Kap.26 Genuss- und Besitz-Verbot und Wegräumungs- Gebot des Choméz)

     

    Und sie backten den Teig; den sie mitnahmen aus Mizrajim, zu ungesäuerten Kuchen, denn er war nicht gesäuert.

    Denn getrieben wurden sie aus Mizrajim

    und konnten sich nicht aufhalten –

    und nicht einmal Mundvorrat hatten sie sich bereitet!  (II. 12,38)

     

     

    § 200.

     

    Alljährlich darum, wenn sie wiederkehrt die Denkmalzeit für die Errettung aus Mizrajim, soll alle Geschlechter Jissroéls hindurch nichts gesäuertes von ihnen genossen, ja besessen werden, ja, alles Gesäuerte mit eigener Hand aus dem Besitztum weggeschafft sein, von der Stunde des Erlösungsanfangs, dem 14ten Nisson mittags, bis zum letzten Tage des Festes, der Erlösungsvollendung durch die Begebenheit am Schilfmeer. Tatausspruch für alle Zeit: daß unsere Väter nichts zu ihrer Befreiung beigetragen, wir uns davon nicht das geringste zuschreiben können, sondern die Freiheit, und mit ihr unsern ganzen Jissroélberuf, als reines Gottesgeschenk tragen. – Wer darum von Jissroéls Söhne und Töchtern am Péßach Choméz isset, der spricht damit aus: daß er den Grund leugne, auf dem seines Volkes Bestimmung ruht, nicht anerkenne, daß es auch nach seinem volkstümlichen Dasein ganz allein Gottes Geschöpf, Gottes Eigentum sei, und darum Gottes Diener sein solle – er verschwinde aus der Gemeinde Ja-akauws!

     

    § 204.

     

    ……..

    Wenn du so in den Tage des Péßachfestes jedes Gesäuerte fern hälst aus dem ganzen Kreise deiner Persönlichkeit, aus deinem Genuss, aus deinem Nutzen, aus deinem Besitz, ja es mit eigener Hand und eigenem Wort aus fortschaffest aus deiner Persönlichkeit Kreis, so tue dies nicht ohne den Sinn dieser göttlichen Anordnung zu beherzigen. In jedem Teilchen Choméz, das du forträumst, von dem du dich fernhältst, sage dich los von allem Selbstdünkenden in deinem ganze, Jissroélgeschicke; siehe dich deinem Jissroélberufe nach ganz, ganz allein Gottes Geschöpf, von ihm, dem Alleinen, ohne dein Zutun, herausgegriffen aus Mizrajims Kerker, auf daß Er allein die Gott sei und ihm allein du Diener seist, und trage bescheiden und ernst solches Geschick und solche Pflicht. –

    31-03-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    30-03-2021
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    Samson Raphael HIRSCH

     

    Jaum Tauw PéSSACH (3.Folge)

     

     

    (איסור אכילה הנאה ומציאה ומצות שביתה של חמץ)

     

    (Aus Chauréw Kap.26 Genuss- und Besitz-Verbot und Wegräumungs- Gebot des Choméz)

     

    Bewahre den Frühlingsmonat

    und mache Péßach

    Haschém, deinem Gotte;

    denn im Frühlingsmonate

    führte dich Haschém, dein Gott, aus Mizrajim, nachts.

    Und schlachtest Péßach Haschém, deinem Gotte, Schaf und Rind,

    am Orte den erwählen wird Haschém,

    Stätte zu geben seinem Namen daselbst.

    Nicht sollst du dabei gesäuertes essen,

    sieben Tage danach nur Mazzauß essen, Brot der Armut.

    Denn in getriebener Eile

    zogst du aus Mizrajims Land,

    damit du gedenkst

    den Tag deines Ausziehens aus Mizrajims Land

    die Tage deines Lebens.

    Darum werde dir nicht gesehen Sauerteig in all deinem Besitzkreis sieben Tage (V. 16,1)

     

     

    § 199.

     

    Nicht gesäuert war das Brot, das Jissroéls Zwingherren ihnen, den Sklaven reichten; und somit ist ungesäuertes Brot schon an sich jener Knechtschaft Denkmal. Als solches trat es schon in der Stunde der Erlösung auf. Als mit dem Mittag des vierzehnten Nisson die Zeit der Erlösung nahete, und Jissroél nicht erringen sich sollte die Freiheit – durften sie ja nicht einmal ihre Häuser verlassen, sondern mussten zur Wanderschaft gerüstet, harren allmächtigen Rufs, der sie zur Freiheit rufen werde – vielmehr durch gänzliche Hingebung in Gottes Hand verdienen sollten sie die Freiheit, und diese Hingebung durchs Péßachopfer ausdrücken, mussten sie das Opfer selbst mit ungesäuertem Brot, dem Brote der Knechtschaft, und bitteren Kräutern genießen, dadurch in der großen Stunde der Befreiung zu beherzigen: wie sie nichts zur Befreiung beitrügen, wie sie selbst noch in der Stunde der Befreiung Sklaven seien, das Brot der Knechtschaft äßen, bis Gottes Wort die von den Menschen geraubten Freiheit wieder schaffen werde. – Und als sie nun geschlagen hatte, die große Stunde der Freiheit, und Jissroél nicht ging, sondern getrieben wurde von seinem Zwingherrn, auf dem Gottes Hand schwer lag, also getrieben, daß nicht einmal Zeit zur Brotbereitung ihnen gelassen wurde, und sie so ungesäuert den Teig mit hinaustragen und ihnen ungesäuert backen müssten –: da wurde ungesäuertes Brot für späteste Enkel Denkmal für das ausschließlich Göttliche ihrer Befreiung aus Mizrajim. Denn wahrlich, das Volk hat sich nicht selber die Freiheit erkämpft, dem sein Auszug so wenig in eigener Macht stand, daß sie selbst mit dem allernötigsten, mit Brot für so große Wanderung, sich nicht vorbereiten konnten!

    30-03-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    29-03-2021
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    Samson Raphael HIRSCH

     

    Jaum Tauw PéSSACH (2.Folge)

     

    (איסור אכילה הנאה ומציאה ומצות שביתה של חמץ)

     

     

    (Aus Chauréw Kap.26 Genuss- und Besitz-Verbot und Wegräumungs- Gebot des Choméz)

     

    Es bleibe euch dieser Tag zum Andenken

    und feiert ihn Haschém zum Feste

    für eure Geschlechter,

    eingesetzt für alle Zeit

     feiert ihn.

    Sieben Tage sollt Mazzauß essen,

    nur am allerersten Tag

    müsst ihr aufhören lassen Sauerteig aus euren Häusern.

    Denn wer Choméz isst

    Der Mensch wird vernichtet aus Jissroél,

    also vom ersten Tag bis zum sieben Tage.

    –  –  –  –   –

    Sieben Tage

    soll Sauerteig

    nicht gefunden werden in euren Häusern,

    denn wer säerhaltiges isst,

    der Mensch wird vernichtet aus Jissroéls Gemeine,

    sei’s Aufgenommener oder Eingeborener des Landes,

    nichts Säuerungshaltiges sollt ihr essen,

    in allen euren Wohnstätten sollt ihr Mazzauß essen. (II, 12, 14, 19)

     

    § 198.

     

    Daß sie ersteres war, und daß Jissroéls Enkel ewig wahr und ewig neue sie als solche beherzigen, – daß du nicht etwa wähnest, ein neuer Geist habe sich der Väter nach langer Sklaverei bemeistert, sie haben sich erhoben und in menschlichem Kampfe gekämpft und sich selbst errungen die Freiheit im Sieg über ihre Zwingherren; sondern es beherzigest: Gottes Wort allein war’s, der Jissroéls Kerker sprengte, und sie, die in Sklaverei Versunkenen, aller Kraft und äußerer Selbständigkeit beraubten, gingen frei aus, von diesem Gotteswort getragen, – und darum, wie alle Menschen mit Geschöpfesdasein, für alle Zeitenentwicklung Gott an, – dazu  spricht die Thauroh: Sei eingedenk deines Errettungstages, daß Haschém, dein Gott – nicht du – dich mit seiner Allmacht führte aus deiner Sklavenheimat, – und bezeuge dies für dich und andere dadurch, daß in den Tage deines Errettungsfestes du kein Gesäuertes in deinem Besitz habest, ja es selber vor dem Feste  aus deinem Besitze fortgeschafft habest.

    29-03-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    Samson Raphael HIRSCH

     

    SF’VIRO  (ספירה)

     

    (Aus Chauréw Kap. 29.)

     

    § 214.

     

    Wie  du mit dem Tage nach Schabboss die Tage nach dem Schabboss  zu zählen beginnst, 1ster, 2ter, 3ter nach Schabboss u.s.w. damit auszudrücken, das erst im Leben der Woche die am Schabboss empfangene Weihe, und somit der Schabboss selbst, seine Vollendung finde, indem der Schabboss zur Weihe für die Woche gesetzt sei (§196), - also fängt mit dem Tage nach dem 1sten des Péßachsfestes, also mit dem 16ten Nisson, du an, Tage nach dem Péssachtag zu zählen, also 1ster, 2ter, 3ter u.s.w. im Aumer, d.i. nach Péßachtag  (§ 303), immer 7 zur Woche schlagend, und stellt so den Péßach gleichsam dem Schabboss da (wie er auch immer für Jissroél ist, was Schabboss ursprünglich für Menschheit) bis du solche 7 Péßachsschabbossauss gezählt, und den Tag nach dem 7ten Tag Péßachschabboss machst du Schowuauss,  – auszudrücken, festzuhalten und fürs Leben zu beherzigen: daß Péßach seine Vollendung nur in Schowuauss finde, d.h. Freiheit und aller Segen, der in ihr liegt (und auch der damit verbundene Bodenbesitz) nur erst Wert, Wirklichkeit und Bedeutung durchs Gesetz der Thauroh erhalte; wie denn nur, um Diener der Thauroh zu werden, Jissroél aus dem Dienste Mizrajims befreit wurde; wie ja auch gleich im ersten Befreiungsauftrage an Mauscheh dieses geistige Ziel der körperlichen Befreiung ausgesprochen wurde: „wenn Du hinausgeführt hast das Volk aus Mizrajim werdet ihr Diener Gottes an diesem Berge“ (II, 3, 12) (Vgl. § 167.) – Aus (§ 301-304) ergibt sich leicht, warum diese Zählung am Aumerdarbringung geknüpft ist. –

    Mit dem Abend auf den 2ten Tag beginnst du zu zählen, immer 7 Tage zu einer Woche schlagend, bis du 49, das sind 7 Wochen zählest, und am 50. Tag machst Du Schowuauss. Es werden ausdrücklich Tage und Wochen gezählt, z.B. am 8ten Tage, d.i. 1 Woche und 1 Tag im Aumer u.s.w. Man zähle im Anfang der Nacht. (Siehe  א"ח489.)

     

    § 215.

     

    In dieser, der Wertschätzung der Thauroh über alles geweiheten, Zeit von Péßach bis Schawuauss, starben einst fast alle Träger der Thauroh des Zeitalters, allesamt Schüler des R. Akiwo weil, wie es (יבמות סב' ב') heißt; sie sich nicht gegenseitig geehrt, oder nach (ב"ר ס"א) sie neidischen Auges aufeinander gewesen – also selber die Thauroh in ihren Trägern nicht geachtet und geliebt hätten – und öde lag die Zeit an Säulen der Thauroh bis zum zweiten Male R. Akiwo durch neue Schüler neu die Lehre stützte. –

    Und ein Jahrtausend nachher in denselben der Thauroschätzung geweihten Tage, zeigten vor allem in Deutschlands schönsten Gauen, Jissroéls Söhne und Töchter, daß sie wohl in Tat zu verwirklichen verstünden die Bedeutung dieser Sf’virozeit, zeigten tausende von Jissroéls Sprösslingen, daß ihnen das Leben und alle seine Güter wertlos seien, wenn nur Lossagen von Thauroh sie erhalten könne – und bluteten um Thauroh standhaft unter den Streichen verblendeten Wahnes von Kreuzzüglern (.ד, ת'ת'נ'ו 1096 vorzüglich).

    Durch beides erhielt fortan diese Zeit einen Anstrich öffentlicher Trauer, alle Geschlechter Jissroéls hinab zu mahnen, die Träger der Thauroh: nur von dem Wert des Guts erfüllt zu sein, dessen Träger sie sind, zu achten und zu lieben jeden, der gleich hohem Berufe lebt, sich zu freuen der Zahl der Mitgenossen und ihrer Ehre – und – den eigenen Wert nicht zu kennen;–  zu mahnen jeden Sohn und jede Tochter Jissroéls: den Tod solcher Vordern in Leben zu  umwandeln, und fortzutragen, als höchstes Gut treu fortzutragen das Gut, um das jene gestorben. –

    Diese öffentliche Trauer findet ihren Ausdruck darin, daß keine Hochzeiten in ihr statthaben, die äußere Persönlichkeit wie bei Leidtragenden (§ 316) durch Barttragen vernachlässigt wird; siehe („493).

    29-03-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    28-03-2021
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    Samson Raphael HIRSCH

     

    Jaum Tauw PéSSACH (1.Folge)

     

    (איסור אכילה הנאה ומציאה ומצות שביתה של חמץ)

     

    (Aus Chauréw Kap.26 Genuss- und Besitz-Verbot und Wegräumungs- Gebot des Choméz)

     

    Es sprach Mauschéh zum Volke:

    Erwäge diesen Tag, an dem ihr gezogen seiet aus Mizrajim, aus dem Hause der Sklaven,

    daß mit Gewalt seiner Almacht

    Haschém euch führte von hier,

    darum werde Choméz nicht gegessen.

    Es sei dann, wenn euch bringen wird Haschém zum Lande des K’na’ani und des Chitti und des Emauri und Chiwi und J’wussi,

    welches Er geschworen deinen Vätern dir zu geben,

    dann dienest du diesen Dienst in diesem Monat.

    Sieben Tage sollst du Mazzauß essen

    und am siebenten Tage ist Haschém ein geweihetes Fest.

    Mazzauß werden gegessen die sieben Tage;

    und dir werde nicht gesehen Choméz,

    und dir werde nicht gesehen Sauerteig in all deinem Besitzkreise  (II, 13, 3)

     

     

    § 197.

     

    Die ganze Gott offenbarende, Jissroél gründende Begebenheit der Errettung aus Mizrajim, mit allem, was sie gründet, mit allem, was sie lehrt, steht und fällt damit, ob, wie sie es wirklich war, sie dir Tatoffenbarung Gottes, gleichsam zweites Schöpfer-„Werde!“ ist, in die Menschengeschichte hineingerufen,  – oder sie dir Begebenheit ist wie so manche Begebenheit der Geschichte, wo sichtbar handelnd du nur den Menschen siehest und unsichtbar lenkend und zulassend Gott du höchstens ahnest. War sie das erste, so ist sie selber Bürgschaft für Gott und seine Waltung und sein Dasein selbst im Völkerleben; so stehest Du da Jissroél, da mit deinem ganzen unscheinbaren Wesen, in deiner Winzigkeit und Schwäche, doch Gottes Eigentum, zu hohem, geistigstarken, Welt geistig überwindendem Zwecke berufen – bist du „Jissroél“. War sie letzteres – so fehlt diese alles – und du, Jissroél, gehe klagen über deinen Traum und deinen tausendjährigen Jammer.

    28-03-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    26-03-2021
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    Rabbiner Samson Raphael HIRSCH

                                  (1808-1888)

     

    צו

     

    Auszüge aus dem Kommentar zur Wochenabschnitt ZAW

     

    Kap. 6, V5: Das Feuer aber soll für den Altar auf ihm angezündet werden, soll nicht ausgehen; es legt darauf der Priester am frühen Morgen Hölzer zum Brennen, ordnet darauf das Emporopfer und läβt auf diesem die Fetteile der Friedensopfer aufdampfen.

     

    Kap. 6 V. 5  … Es gibt nur ein Opfer, das dem Schlussopfer des Tages nachzufolgen hat, das Pessach (Pessachim 59a), jenes Opfer, mit welchem alljährlich die Nation wieder in die angstvoll des Ausgangs harrende Geburtsstunde ihres nationalen Daseins zurücktritt, und mit der von allen ihren Gliedern vereint zu vollziehenden Pessachhingebung der Nacht entgegen zu gehen hat, in welcher Tod und Knechtschaft oder Leben und Freiheit sich über ihren Häuptern entschied und – der ewig neu zu weckenden Hingebung harrend – entscheidet.

     

    V.15: Der Priester, der an seine Stelle von seinen Söhnen gesalbt wird, soll es vollbringen. Als ein ewiger Tribut soll es Gott ganz dem Aufdampfen übergeben werden.

     

    V. 15 חק עולם ...: Die Form חק kommt vorzugsweise nicht als Gesetz, sondern als das als Gebühr zu Leistende vor. So: 1 B.M. 47,22; 2 B.M. 10, 13 u. 14; Prov. 30,8 Wir glauben es daher auch hier in diesem Sinne auffassen zu müssen. Die שירי מנחות ישראל, sowie alle anderenמתנות כהונה  sind dem Aharonstamme als חק überwiesen. Im  מנחת כהן המשיח gelangen dieselben im huldigenden Ausdruck Gott wieder zurück.

    חק עולם, auch לחם הפנים wird Kap 24,9 חק עולם genannt, und hält Menachoth 76a die Halacha an dieser Gleichstellung der Bestimmung fest, daß auch הביתי כה"ג wie das =לחם הפניםBrot auf dem nationalen Wohlstand unter Gottes Angesicht stellenden Tisch in zwölf Broten dargestellt worden. Mit dieser Zwölfzahl der חביתים-Brote ist diesen daher einer dm לחם הפנים ähnliche nationale Beziehung gegeben. –  … Wohl dürfte dieses alles dem Priester fortwährend den Gedanken zur Beherzigung und Betätigung nahe legen solle, daß er seines Amtes nicht ein der damit verbunden materiellen Vorteile willen warten, sondern den Genuss dieser Vorteile selbst als eine nur für seine Existenz nicht zu umgehende Notwendigkeit, ganz in die göttlichen Zwecke seines Amtes aufgehen lassen solle. War  doch dem jüdischen Priester sein Dienst der einzige Boden seiner Existenz; gleichwohl sollte er nicht seinen Dienst in seine Existenz, sondern seine Existenz in seinen Dienst aufgehen lassen. כל מנחת כהן כליל תהיה לא תאכל! Jeder im Volke hat sein ganzes materielles Gut Gott „zu Füssen zu legen“ und dem Heiligtum seines Gesetzes den vollen „Herausgriff“ nach göttlicher Bestimmung zur Nahrung des Göttlichen auf Erden zu gestatten, und eben diese Mitverwendung seiner Hebe auch für das Gottesheiligtum macht den Mann zum jüdischen Mann, stellt auch seine materielle Existenz unter göttliche Gedächtnisobhut und lässt auch seine Freude am Dasein in das göttliche Wohlgefallen an ihm aufgehen. Allein des Priesters ganze Existenz, auch mit der ganzen materiellen Seite seines Daseins und Wohlseins geht auf in den Dienst des Göttlichen auf Erden; er soll, durch die Mustergültigkeit seines ganzen Wandels auch außer dem Heiligtum – wie dies noch ganz besonders in den besonderen Gesetzen für den Priesterwandel (Kap.21) hervorleuchtet – dem Heiligen eine „Stätte bereiten“ im Leben des Volkes, wie sein Name „Kohen“ aussagt; es soll nichts an ihm unpriesterlich sein; und wenn er daher den Ausdruck seiner „Nahrung“, seines „Wohlstandes“ und seines „Wohlbehagens“ mit dem Mincha ins Heiligtum trägt, so kommt davon nicht nur ein „Gedenkteil“ auf Gottes Altar, es geht ganz auf in das Feuer des Göttlichen auf Erden. –

    …Es ist die Nation, die ihren Hohenpriester veranlasst, seine חביתין in so reicher Bereitung darzustellen, wie ja auch in Wirklichkeit der Nation anempfohlen ist: גדלהו משל אחיו (Kap. 21,10), ihren Hohepriester auch in den äußeren Erscheinung, seiner Existenz der Nation würdig hervortreten zu lassen. Wenn, wie die Blätter unserer Geschicke uns lehren, aller Verfall von jeher durch die Entartung der höheren Schichten der Gesellschaft hervorgerufen wurde, und wenn, wie die ganze Stellung des  jüdischen Priesters und des jüdischen Hohenpriesters, der ja ein Weib haben und ein „Haus“ milden musste, insbesondere beweist, Priester und Hohepriester durch die Mustergültigkeit ihrer Häuslichkeit einen sittigenden und veredelnden Einfluss auf die Nation üben und darum mitten im Verkehr des Volkes leben sollten; so begreifen wir, wie es die Absicht des Gesetzes sein konnte, daß sein Hohepriester durch eine ihm zu schaffende begüterte Existenz mit seiner Häuslichkeit, der Erziehung und Bildung seiner Kinder, mit dem ganzen Tenor seiner bürgerlichen Lebens sich den begüterten Kreisen der Volksgesellschaft anschließen und den stillen und doch so mächtigen Einfluss eines mustergültigen Beispiels da üben möge, wo der Schwerpunkt des nationalen Sittenlebens zu liegen pflegt. Eine Absicht, an deren Erfüllung ihn sehr wohl sein reiches חביתין-Mincho morgens und abends mahnen mochte. …  .

     

    Kap. 7V.18  Und wenn von dem Fleische seines Friedensopfermahls am dritten Tage gegessen werden soll, so wird darin nicht ein Entsprechen des göttlichen Willens für den, der es nahebringt, erklärt, es wird ihm nicht gedacht, ein Verworfenes soll es sein; die Person, welche davon iβt, wird ihre Sünde tragen.

     

    Kap. 7 V. 18 … So ist der Abfall vom Judentum, der dem Gesetzesheiligtum den Rücken kehrt, nicht das Verderblichste für das jüdische Heiligtum; da erst droht dem Heiligtum Verderben, wenn man den Abfall im Heiligtum trägt, die Willkür im Bereich des Heiligtums selber sanktioniert, trotz Umwandlung des Heiligtums in sein Gegenteil doch auf den Boden des Heiligtums zu verharren vorgibt, und das Heiligtum selber die Sanktionierung seines Gegenteils vollziehen lassen will. Das ist פגול, und darum ist es auch nur dann פגול wenn קרב המתיר כמצותו, wenn alles sonst normal geblieben, wenn keine sonstige Abnormalität schon das Opfer als verfehlt, als פסול erscheinen läβt, und so das Zerreißen des Opferheiligtums in seinem lebenbedingendsten Momenten in ganz normalen Vorgange sanktioniert erscheinen würde.

    26-03-2021 om 15:01 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    Rabbiner Dr. Raphael BREUER

              (1881-1932)

    Sommerzeit

     

    Die meisten Zeitgenossen verbringen ihre Zeit, ohne zu ahnen, welch ein seltsames Ding doch der Begriff der Zeit ist. Wir, denken hier weniger an die Rolle, welche die Zeit in der Erkenntnistheorie spielt, als an die übermächtige Stellung, die sie im praktischen Alltagsleben einnimmt. Denn kann man auch nicht verlangen, daß ein von allerhand Sorgen und Kümmernissen geplagter Durchschnittszeitgenosse sich darüber den Kopf zerbricht, ob die Zeit eine Form des inneren Sinns, wie Augustin, oder eine Anschauung a priori, wie Kant, oder ein Produkt des Vorstellungsmechanismus ist, wie Herbart meint, so muss doch schon Jemand ein von philosophischen Neigungen völlig entleertes Hirn besitzen, wenn er nicht wenigstens einmal darüber nachgedacht hat, wie komisch doch das Leben wäre, wenn die Menschen nicht die eigentümliche Gewohnheit hätten, ihr praktisches Tun und Lassen, ihr Handeln und Wandeln, ihr Schlafen und Wachen, dem Szepter der allgewaltigen Zeit zu unterordnen. „Obgleich, wie es scheint, es nur die Zeit, ein äußeres Maß des Lebens  bestimmt, so ist es doch auf dies Leben selbst, mit dem, was in ihm geschieht und unterbleibt, von nicht unbedeutendem Einfluss, ob und wie die Menschen ihre Zeit zählen. So lange uns das innere Maß unserer Handlungen fehlt, oder doch nicht überall in Anwendung klar ist, wieviel geschieht nicht nach diesem äußeren Maß und geschähe vielleicht nicht ohne dasselbe. „In solcher Frist sei das geschehen“ ist Gesetzgebers Ausspruch, gleichviel, des äußeren oder des inneren im Menschen, des rüstig kräftigen Willens – und „dies geschehe alle solche Frist einmal und kehre mit ihr wieder!“ – Ja, lebten wir wie mit Uhrtriebwerk ohne Weiser, und zählten unsere Tage nicht, kein Zeitdenkmal und Zeitstift wäre möglich, ein Tag wäre dem andern gleich, und, wie den Unternehmungen das äußere Richtmaß  fehlte, so fehlte auch die Bestimmung der Tage, die, Zeitteile weihend, über die übrigen hebt, und in wiederkehrenden Zeitdenkmälern aus der Vergangenheit noch spätester Zukunft Früchte reifen läßt. Ebensowenig ist’s gleichgültig, wie wir unsere Tage zählen. Wären unsere Jahre kürzer oder länger, als sie eben sind, manches geschähe in dem einen Falle rascher, häufiger,, im anderen Falle langsamer, seltener oder gar nicht. Ja, unser ganzes inneres und äußeres Leben, das Zählen selbst nur äußeres und willkürlich genommen, wäre in einem Fall rascher im Umschwung, besonnen-schläfriger im andern!“ Tief und treffend hat hier der Horeb (§ 250) die Wirkungen der Zeit auf unser ganzes inneres und äußeres Leben umschrieben. Die Uhr ist unsere Begleiterin durchs Leben, die uns ein äußeres Maß als Ersatz für das fehlende Innere reicht. Sie ist das spornende und mahnende Agens, wodurch das, was ohne sie ein maßloses Tun wäre, in eine zweckvolle Handlung verwandelt wird. Ohne die Uhr wäre das Leben leer und schal, ein graues Einerlei, ohne Farbe und Licht. Nur das Zählen der Zeit ermöglicht das Herausgreifen von einzelnen Teilen der Zeit, die, zu Festtage geweiht, auch die übrigen Tage adeln und erwärmen. Und was ist Geschichte anders, als ein sinnvolles Zählen der Zeit? Wenn noch der spätesten Zukunft die Früchte der Vergangenheit reifen, wenn unsere spätesten Enkel noch von unseren frühesten Vorfahren lernen werden, so wird dieser Zusammenhang zwischen Vergangenheit und Zukunft nur durch „wiederkehrende Zeitdenkmäler“ d.h. durch Veranstaltungen befestigt, die, wie unsere Fest und Fasttage, die Geschehnisse einer vergangenen Zeit im Gedächtnis der Nachwelt erneuern und beleben. Nehmt dem Juden seinen Kalender und ihr habt ihm seinen Katechismus vernichtet. Ja, auch nur der Änderung unseres Kalenders ginge nicht spurlos an unserem inneren und äußeren Leben vorüber.  Denn nicht nur, daß wir unsere Tage zählen, auch wie wir unsere Tage zählen ist von Belang. Unseres Lebens Pulsschlag und unseres Handelns Tempo wird durch die Uhr, durch die Art und Weise, wie wir unsere Stunden, Tage, Monde und Jahre zählen, reguliert. So ist der Mensch von seiner Uhr nicht zu trennen. Auch Pflanzen und Tiere sind organische Geschöpfe, doch sie leben ohne Uhr, ohne Zeitbewusstsein, ohne Maß und Ziel. 

    Es giebt sicherlich sehr viele Menschen, die erst durch die Sommerzeit auf das Problem der Zeit aufmerksam wurden. Im Leben des thoratreuen Juden übt die Zeit ein viel zu straffes und umfassendes Regiment aus, als daß er je achtlos über sie hinweg sehen könnte. Schon die pedantischen Synagogezeiten, 655, 929 usw., die noch strenger eingehalten werden, als bei den Plänen der Eisenbahn möglich ist, unterwerfen uns unentrinnbar dem Kommando der Zeit, und nur in den Kreisen der Chassidim wird diese Kommandogewalt der Gebetszeiten als synagogaler Militarismus bekämpft.

    Wie komisch ist doch die Zeit, wie komisch sind doch die Menschen, die sich ihr unterwerfen! Wäre es nicht viel einfacher, statt den Uhrzeiger eine Stunde vorzurücken, die Uhr zu belassen, so wie es ist und einfach eine Stunde früher aufzustehen und mit der Tagesarbeit eine Stunde früher aufzuhören? Doch nein, nur dann erheben sich die Menschen um 5, und nur dann hören sie auf zu Arbeiten um 6, wenn die Fiktion geschaffen wird, um 5 sei 6 und um 6 sei es 7. Wir lassen uns gerne von unserer eigenen Uhr betrügen. Es kommt uns viel weniger auf die Dinge selbst an als auf die Vorstellung an, die wir uns von den Dingen bilden. In diesem Selbstbetrug  liegt die Komik der Sommerzeit.

    Die Erfinder der Sommerzeit sind nicht wenig stolz auf ihre Erfindung. Ob sie ahnen, wie wenig originell ihre Erfindung ist? Von Eingriffen in den normalen Ablauf erzählt uns schon die Bibel. „Damals redete Josua vor dem Herrn am Tage, da der Herr hingegeben den Emori vor den Kindern Jissroéls; er sprach vor den Augen Jissroéls: Sonne, stehe still in Gibeon und Mond im Tale Ajalon! Und es harrte die Sonne und der Mond stand still, bis sich gerächt das Volk an seinen Feinden…Und die Sonne stand still in der Mitte des Himmels und eilt sich nicht zum Untergang wie am vollen Tage. Wie dieser Tag war keiner zuvor und keiner nachher, daß der Herr die Stimme des Menschen gehorchte, denn der Herr stritt für Jissroél.“ (Josua 10, 12-14) – „ Hiskija fragte Jesaja: Welches ist das Zeichen daß der Herr mich heilen wird und daß ich am dritten Tage in das Haus des Herrn hinaufgehen werde? Jesaja antwortete: Das sei Dir das Zeichen vom Herrn, daß der Herr das tun wird, was er gesprochen: soll der Schatten (der Sonnenuhr) zehn Stufen vorrücken, oder soll es zurückgehen zehn Stufen? Hiskija sprach: Es ist ein Leichtes, daß der Schatten zehn Stufen falle; nicht doch,  der Schatten kehre rückwärts zehn Stufen. Da rief der Prophet Jesaja zum Herrn, und er ließ umkehren den Schatten an den Stufen, wo er hinabgerückt war an den Stufen des Achas, rückwärts zehn Stufen“ (Kön. 20, 8-11).

    Wie eine stümperhafte Nachahmung dieser biblischen Wunder mutet uns heute die Sommerzeit an. Was wohl die Menschen heute unternähmen, wenn sie nicht bloß die Uhr sondern auch die Sonne regulieren und korrigieren könnten? Sicherlich würde sie gleich dem freien Meere ein Streitobjekt nationaler Ambitionen werden. Seien wir darum froh, daß ein Jenseitskörper ist und nicht ein Bestandteil unseres Planeten ist.

    R.B.

     

    Quelle: Jüdische Monatshefte Jahrgang 3 Heft 5 Ijar 5676 – Mai 1916  S.129-132

    26-03-2021 om 14:56 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    25-03-2021
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    Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH

                  (1833 – 1900)

     

    הפטרת שבת הגדול  

     

    Aus dem Kommentar zur Haftoro des Schabbos hagodaul

     

    Maleachi, Kap. 3, Vers 4 und folgende

     

    Eine tief sinnige Anordnung bestimmt den Schluss des an Jissroél gerichteten Prophetenwortes für die Haftora für den „großen“, für den unserem nationalen Geburtsfeste vorangehenden Sabbath. Das letzte Prophetenwort schließt mit der Mahnung und dem Hinweis auf diese Bestimmung, die die erste an Moses gerichtete Gottesankündigung als Ziel der Erlösung ausgesprochen hatte. לי לעם, „mir zum Volke“ zu werden – so lautet diese Bestimmung, und die ganze Gesetzesoffenbarung ist nichts als der in Worte gesagten Gotteswille, durch dessen Verwirklichung unser Einzel- und unser Volkserscheinung sich zum „Gottesvolke“ erhebt und ausgestaltet. Die alljährliche Wiederkehr der Stunde, die einst Zeuge war von unserer Auferstehung aus dem Völkerode, soll uns stets von neuem mit den ewigen Wahrheiten durchdringen und zu dem Entschlusse begeistern, sie zu verwirklichen. Denn wie lautet die letzte Mahnung, mit der das seitdem verstummte Prophetenwort in die Prüfungsgänge der Jahrtausende hinaus entlassen hat? „Bleibet der Lehre meines Dieners Mauschéh eingedenk, da Ich ihm am Chauréw für ganz Jissroél Gesetze und Rechtsordnungen gebot!“ – Hier tritt uns die vollende Einheitlichkeit der gottgefügten Jissroélsgeschichte von ihrem ersten Anbeginn bis zu ihrem letzten Ziele in der Zeiten ferne.

     

    Kap.3, V.4 Der Vers schließt an die unmittelbar zuvor verkündete Läuterung des Levitenstammes an, sodaß nur reine Hände die Weihegabe Gott näher bringen werden, והיו לה' מגישי מנחה בצדקה . Nur dann, heißt es hier, wird sie Gott wohlgefällig sein. – Nicht unwichtig erscheint es, darauf hinzuweisen, wie hier auch der letzte Prophet für die letzte Zukunft die Darbringung der Opfer verkündet. Wie zerfließt dem und so vielen anderen Tatsachen gegenüber jenes Vorgehen in ein elendes Nichts, das in den Propheten „Reformatoren des mosaischen Judentums“ und zwar insbesondere auf Abschaffung der Opfer bedachte Reformatoren erblicken will! – Ferner ist es charakteristisch, daß alle Opfer hier unter dem Begriffe der Minchoh, der Huldigungsgabe, gefaßt werden. Damit wird eindringlich daran erinnert, daß der eigentliche Gottesdienst sich im Leben draußen vollziehe, Tempel und Opfer nur stets die erneuende Rüstung und Weihe für diesen eigentlichen Gottesdienst bilden sollen. Vergl. Ps. 24,31: „Wer darf den heiligen Gottesberg besteigen? Nur wer rein an Händen und lauteren Herzens ist.“

    …

    (Die Haftoroth übersetzt und erläutert, Frankfurt am Main 1896: S. 457- 464  Kommentar zu Maleachi Kap. 3 V.4…) 

    25-03-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    24-03-2021
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    Rabbiner Dr. Salomon BREUER

                    (1850 – 1926)

     

     

    מצורע (שבת הגדול)

     

    Belehrung und Mahnung  zur Wochenabschnitt

     Mezauroh* (Auszug 1)

     

     

    בכל דור ודור חייב אדם לראות את עצמו כאלו הוא יצא ממצרים Zu allen Zeiten ist ein jeder verpflichtet, sich zu betrachten, als sei er aus Mizrajim gezogen, so lautet die Mahnung des בעל המגיד der Hagodo.

    והגדת לבנך ביום ההוא לאמר בעבור זה עשה ה' לי בצאתי ממצרים „Und du erzählst deinem Kinde an jenem Tage: um dieses willen hat Gott für mich gehandelt, als ich aus Mizrajim zog“ (2 B.M. 13,8) – בעבור זה, בעבור שאקיים מצותיו כגון פםח מצה ומרור הללו „um dieses Willen“ d.h. damit ich Gottes Gebot erfülle, um dieser מצוות willen, mit Hinblick auf Peßach, Mazza, Moraur, die da vor mir liegen, hat Gott für mich gehandelt – עשה ה' לי „mir hat Gott gehandelt“ מכאן רמז תשובה לבן רשע hier ist die Antwort angedeutet, die dem entfremdeten Kinde zu erteilen ist. –

    השביעני במרורים הרוני לענה“Er hat mit Bitterkeiten mich gesättigt, er mit Wermut mich gespeist“ diese wehe Klage des Propheten kommentieren die Weisen:השביעני במרורים, זה יו"ט ראשון של פסח דכתיב ביה על מצות ומרורים, הרוני לענה, מה שהשביעני מרורים בליל פסח הרוני בליל תשעה באב לענה (מ"ר) „Er hat mit Bitterkeiten mich gesättigt“ in der Peßachnacht, heißt es doch: „mit Mazza und Bitterkraut sollen sie es essen“ – diese Sättigung der Peßachnacht hat Er als Wermut mir in der Tischo b’aw Nacht gereicht – ליל יו"ט ראשון של פסח הוא ליל ת"ב und so fällt denn auch die erste Peßachnacht auf denselben Tag der Woche (das.)

    Im Mittelpunkt der bedeutsamen מצות, die der Sedernacht ihre Heiligkeit verleihen, steht das Gottesgebot: והגדת לבנך Es macht dem jüdischen Vater es zur Pflicht seine Kinder, die ihm Gott geschenkt, in dieser Nacht ganz besonders mit dem ganzen Ernst ihres jüdischen Lebensberufes zu erfüllen, sie für die hohen Aufgaben zu gewinnen und zu begeistern, die jüdisches Leben von ihnen fordert. Vor allem sollen sie wissen: בעבור זה עשה ה' בעבור שאקיים מצותיו – לי nur darum, weil ich Gott gelobt habe, seine Gebote zu erfüllen, hat Gott für mich gehandelt. – Wissen sollst du, so spreche der jüdischen Vater zu seinem Kinde, nicht ich habe mir meine Freiheit errungen, ich war ohnmächtig und wehrlos, jeder Versuch zu meiner eigenen Befreiung war mir genommen, und hätte Gott nicht für mich gehandelt, so wäre ich hoffnungslos in mizrischer Versklavung untergegangen. Aber auch nicht, weil ich mich der göttlichen Erlösung bereits würdig gewiesen hätte, weil ich der Väter Erbe in Reinheit gewährt hätte, ist Gott für mich eingetreten: mizrisches Götzentum, mizrische Unsitte war nicht spurlos an mir vorübergegangen – Und wenn dennoch Gott mit starkem Arm aus Tod und ohnmächtigen Erliegen mich der Freiheit zuführte, so geschah es nur בעבור זה, בעבור שאקיים מצותיו um dieser Gebote willen, die ich in der Stunde der Erlösung zu erfüllen gelobte, um dieser Gebote willen, mit deren Erfüllung ich das heilige Gelöbnis verband, in der Folge, für alle Zukunft in Gottes Dienst zu treten, um dieses Gelöbnisses willen hat Gott meiner Unwürdigkeit und sittlichen Unzulänglichkeit nicht geachtet, als er mit göttlichen Erlösungswundern mir den Weg in die Freiheit bahnte. Der göttlichen Erlösung uns würdig zu erweisen und das heilige Gelöbnis zu erfüllen, daß auch sie mit ihrem Leben dem בעבור שאקיים מצותיו die gewissenhafte Treue wahren.

    Daß  die göttliche Erlösungsnacht uns trotz aller Unwürdigkeit mit Hinblick auf das Gelöbnis בעבור שאקיים מצותיו beschieden wurde, haben die Weisen, wenn wir ihre Worte recht verstehen, uns eindrucksvoll veranschaulicht. Als unser Stammvater Abraham seinem von feindlicher Königsmacht in Gefangenschaft verschleppten Brudersohn Lot zu Hilfe eilte, berichtet das Gotteswort (1 B.M. 14,15)ויחלק עליהם לילה וגו' ויכם  „Er teilte sich über sie nachts“ – schlug sie und verfolgte sie und befreite seinen Bruder Lot. In den Ausdruck ויחלק finden die Weisen (מ"ר) die Andeutung הלילה נחלק מאליו daß dieses wundervolle Ereignis sich um Mitternacht, da „die Nacht sich teilte“ vollzog; und sie fügen die bedeutsame Bemerkung hinzu: אמר הקב"ה אביהם פעל עמי בחצי הלילה אף אני פועל עם בניו בחצי הלילה Gott sprach: ihr Vater hat für mich um Mitternacht gehandelt, so werde auch ich für seine Kinder um Mitternacht handeln“ – ויהי בחצי הלילה   um Mitternacht vollzog Gott das Erlösungswerk für Abrahams Enkel.

     

    Quelle: Rabbiner Dr. Salomon BREUER  Belehrung und Mahnung   dritter Teil Leviticus J.Kaufmann Verlag Frankfurt am Main 1935 S. 27-39

    * Schabbos Hagodaul war jenem Jahr Wochenabschnitt Metsauroh

    24-03-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    22-03-2021
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     Schriften zur Aufklärung über den Zionismus 

    N° 2 „Der Zionismus, seine Theorien, Aussichten und Wirkungen“

    Herausgegeben vom Antizionistischen Komitee Berlin 1913

     

    …

    IV. DIE WIRKUNGEN DES ZIONISMUS

    …

     

                   g)       Schluß

     

    Was für eine Phase bedeutet nun  der Zionismus in der Geschichte, wenn man ihn von der höheren Warte der Psychologie der jüdischen Lebenserscheinungen betrachtet? Von dort aus gesehen ist er nichts wie der Ausdruck  einer Regung, die – Gott sei Dank – in der jüdischen Seele sich sonst selten breit gemacht hat,  nämlich der zagen Feigheit! Und mögen auch die jungen Herren sich noch so ungebärdig benehmen,  mögen sie noch so viel Kraft und Tapferkeit  zu entwickeln suchen,  alles ist nur Maske, die die Wahrheit nicht bedecken kann. Tapfer ist der Zionismus nur , wenn er den eigenen jüdischen Bruder vernichten kann.  Sonst aber – im Verhältnis zur Welt – ist der Zionismus im letzten Grunde Feigheit, schimpfliche, resignierte Feigheit, en zages und banges Zurückweichen aus dem Kampfe  für die größten Menschheitsgüter, für Freiheit, Recht und Gerechtigkeit.. Gegen uns  kämpften und kämpfen alle Mächte des Hasses und des Bösen,  der Niedrigkeit und des Rückschrittes im innigem zähen Verein, gegen die Wahrheit des Lichtes erhebt sich  die lügnerische Macht der Finsternis!

    Und wenn der Zionismus dem Standpunkt unserer Gegner Rechnung trägt, ihm anerkennendes  Verständnis entgegen bringt, so ist das stumpfe und feige Resignation, die der eignen Kraft der alten jüdischen Ideale nichts mehr zutraut. Zionismus ist schmählicher Verzicht auf  den Sieg des Rechts,  Zionismus ist feige Fahnenflucht aus dem Heere jener, die darum begeistert für den Sieg des Judentums  streiten weil sein Sieg ein Sieg der Kultur ist!

    Wir wollen den jüdischen Körper nicht aufpeitschen lassen, durch den Geist des Nationalismus , an dem er mit Sicherheit zu Grunde gehen wird. Wir wollen, und das sei die beste Bekämpfung des Zionismus , ihm die gesunde, nahrhafte Kost reichen, und nicht ermatten, wenn auch die Schwierigkeiten groß sind und der Aufstieg zur Höhe nur langsam geht.

    Positive  religiöse Werte geben, das wird am sichersten den Zionismus vernichten, der eine Gefahr darstellt,  eine unendliche Gefahr für das jüdische Leben, für die jüdische Gleichberechtigung,  für die jüdische Einheit, für die jüdische Religion und damit für das Judentum selber  und dem Fortschritt der Weltkultur!

                                    

     

     

    Erschien bereits in Jeschurun Judentum gegen Zionismus in Folgen, als Teil unseres Studienprogramms  Jahrgang 5770/5771

     

    Mit Dank an Frau Manja BURGERS, Antiquarische Buchhandlung „Spinoza“ in Amsterdam

    http://www.spinozabooks.com

    22-03-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    21-03-2021
    Klik hier om een link te hebben waarmee u dit artikel later terug kunt lezen.Palästina-Mazzoth Anzeige 1927
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    Anzeige in der Wochenzeitung „Jüdische Presse“ , Wien 1927, 4 für die „Weltberühmte Palästina- Mazzoth hergestellt unter streng ritueller Aufsicht des ehrw. Orth. Rabbinates sehr ehrwürdigen Herrn Oberrabbiner Josef Chaim Sonnenfeld Präses der Agudas Jisroel in Erez Jisroel“.

    Bijlagen:
    1927 4 Palästina Mazzoth.JPG (90.7 KB)   

    21-03-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    18-03-2021
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    Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH

                  (1833 – 1900)

     

    הפטרת פרשת ויקרא

     

    Aus dem Kommentar zur Haftoro des Wochenabschnittes Wajikro

     

    Jesaja, Kap. 43, Vers 21 und folgende

     

    Dieses Volk habe ich mir gestaltet, auf daβ sie mein Tatenlob verkünden sollen.

     

    Der Wochenabschnitt des Gotteswortes enthält die Grundzüge der groβen symbolischen Weihehandlungen, die, im rechten Sinne volzogen und begriffen, den jüdische Menschenkreis bei der Lösung seiner Lebensaufgabe, durch stete Vergegenwärtung seiner idealen Ziele in dem Werke der Selbstheiligung unterstützen und ihn immer mehr der beseligenden Gottesnähe schon auf Erden teilhaftig machen sollen. Darum heiβen diese Handlungen: Korban, von קרוב, nahe sein.  Das Prophetenwort zeigt, wie Jissroél das Korban verkannt und in echt heidnischem Sinne, als Gott zu dessen Abfindung dargebrachtes „Opfer“, in sein Gegenteil verkehrt hatte. Was sittigend wirken sollte, wurde so zu einem Momente der Entsittlichung, (Kap. 43,21-25). Der Tempel muβte deshalb zeitweilig fallen, Jissroéls harrte die Leidenserziehung im Exil. Es muβ erst wieder „Jakob“ werden, das in         Abhängigkeit duldende, um einst wieder „Jissroél“ zu werden. Erhebung ist das Ziel seines Sturzes, Wiedergewinnung, nicht Verwerfung, die Bedeutung seines Exils. Beseelung mit dem Gottesgeiste hat die innere und dann auch die äuβere Erstarkung zur Folge. (Kap. 44, 1-5) Da es heidnische Vorstellungen waren, die die traurige Trübung der reinen Opferidee bewirkt hatten, und heidnische Umgebungen, in die Jissroél hinausgewiesen wurde, so folgt zu seiner Warnung die schärfste, eindringlichste, wahrhaft drastische Kennzeichnung der Absurdität des heidnischen Götzenwahnes, dem die Wahrheit und Erhabenheit des allmächtigen Gottes gegenüber gestellt wird. (V. 6 - 20). Das Prophetenwort schlieβt mit dem Ausblick auf die einstigen Läuterung und die daran sich unmittelbar anschlieβende Erlösung. Bei beiden aber wird wiederholt die menschheitspriesterliche Bestimmung Jissroéls als eigentliches Motiv dieser ihm zugewandten besonderen Gottesführung hervorgehoben. (Kap. 43,21 und Kap. 44,23)

    …

    (Die Haftoroth übersetzt und erläutert, Frankfurt am Main 1896: S. 179- 189  Kommentar zu Jesja Kap 43 V.21…) 

    18-03-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    17-03-2021
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    Rabbiner Dr. Salomon BREUER

                    (1850 – 1926)

     

    Belehrung und Mahnung  zur Wochenabschnitt Wajikro

     




    Leider gibt es hiervon keine Nachdrucke und keine Übersetzungen auf Englisch. Lesen Sie es bei uns

    in Beilagen.

     

    Quelle: Rabbiner Dr. Salomon BREUER  Belehrung und Mahnung dritter Teil Leviticus J.Kaufmann Verlag Frankfurt am Main 1935 S. 1 -6  

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    17-03-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    16-03-2021
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    Rabbiner Ludwig STERN

              (1812-1890)

    61. Das Überschreitungsfest oder Fest der ungesäuerten Brote.

    (פסח, חג המצות)

    1.       Geschichtliche Bedeutung. Das Überschreitungsfest ist als Denkmal eingesetzt, das uns an dieBefreiung Jissroéls aus Ägypten erinnern soll; darum nennen wir dieses Fest im Gebete זמן חרותנו, die Zeit unserer Befreiung. Mit dem Augenblicke dieser Befreiung trat Jissroél in die Reihe der selbständigen Völker ein, mit ihr beginnt unsere viel mehr als dreitausendjährige Geschichte. Darum ist dieses Fest das Geburtsfest Jissroéls als Volk. Der Namen, פסח, Überschreitungsfest erinnert uns daran, daβ Jissroél verschont blieb vor den Strafen, welche Gott über die Ägypter verhängte, weil sie Jissroél nicht freigeben wollten, insbesondere daβ der Tod über Jissroéls Häuser hinwegschritt; (פסח, hinwegschreiten), als die Erstgeborenen der Ägypter starben.

    Die Bennenung חג המצות, Fest  der ungesäuerten Brote, hat ihren Grund darin, daβ uns der Genuß gesäuerten Brotes an diesem Feste verboten, der Genuβ ungesäuertes Brotes aber an den beiden ersten Abenden geboten ist (siehe unten 3). Diese Vorschriften sollen uns daran erinnern, daβ die Befreiung so rasch eintrat, daβ es unseren Vätern nicht möglich war, das zur Wegzehrung bestimmte Brot säuern zu lassen, weshalb sie es ungesäuert backen muβten. Auch soll dieses Brot uns das karge und geringe Sklavenbrot vergegenwärtigen, das unsren Vätern in Ägypten gereicht wurde. Nach der Überlieferung war es der siebenten Tag nach dem Auszuge, an welchem Jissroél trocknen Fußes durchs Meer ging; an dieses größte aller Wunder erinnert uns daher der siebenten Tag des Festes. Beim Gottesdienste erhält dieses Erinnerung Ausdruck durch die Thoravorlesung (II. Mos. 13,17 bis 15,26) und Festgesänge.

    2.       Jahreszeitliche Bedeutung. Die Thora gebietetn daß das Pesachfest zur Anfangszeit des Früihlings, אביב, gefeiert werden soll. Das Frühlingsfest des israelitischen Volkes soll zusammenfallen mit dem Frühlinge der Natur. Denn wie dieser nach dem Winter neu erwachte, so erwachte Jissroél in Ägypten, so wird es dereinst wieder erwachen aus Druck und Leiden. Im Tempel erhielt diese jahreszeitliche Bedeutung Ausdruck durch Opferung der ersten Gerstengarbe des Jahres (עומר). Bei unsrem heutigen Gottesdienste besteht die Frühlingsfeier darin, daß wir vom Mußafgebetes des ersten Festtags an die Bitte um günstige Winterwitterung (משיב הרוח) auslassen und um günstige Sommerwitterung, insbesonder um Tau ([טל) bitten.

    3.       *...

    עמודי הגולה Die Vorschriften der Thora welche Jissroél in der Zerstreuung zu beobachten hat. Ein Lehrbuch der Religion für Schule und Familie von Ludwig Stern, Direktor der israelitischen Schule in Würzburg. Zweite vermehrte und verbesserte Auflage (S.155 - 157) Frankfurt a.M. Verlag von J. Kaufmann 1886

     

     

    16-03-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    15-03-2021
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    Schriften zur Aufklärung über den Zionismus 

    N° 2 „Der Zionismus, seine Theorien, Aussichten und Wirkungen“

    Herausgegeben vom Antizionistischen Komitee Berlin 1913

     

    …

    IV. DIE WIRKUNGEN DES ZIONISMUS

    …

     

                                           

                          f) Zionismus und jüdisches Leben

     

    … Die größte Gefahr droht von Seiten des Zionismus der Jugend, die in ihrem Kraftbewußtsein weniger ihrem Verstande  als ihrem Gefühle folgt,  sich leicht von hohlen Phrasen berauschen läßt und immer zu Extremen neigt. Wir wollen und sollen unsere Jugend zunächst zu Juden erziehen, und falls sie sich durchaus Parteien anschließen wollen, so bleibe das einem reiferen Alter überlassen. Der Zionismus will es anders, ihm ist das Judentum nichts, die Partei alles, und er drängt sich an die Jugend früh heran, in einem Alter, da wir anderen es für vornehmer und nützlicher halten, nur zu erziehen, nur eine allgemeine, jüdische Grundlage  zu geben. Der Zionismus füttert unreife Tertianer und Sekundaner mit verhetzenden und demagogischen Phrasen, nicht nur, für die Partei einzufangen, sondern um sie gegen alle Autoritäten aufsässig zu machen, die einen jungen Menschen vorbildlich sein müssen. Er erfüllt die Knaben mit Verachtung gegen alles Deutsche, das er sie als etwas Fremdes und Aufgezwungenes betrachten lehrt: er schürt den Haß gegen die jüdische Religion und dessen Vertreter, den Religionslehrer, weil dieser doch einen religiösen Standpunkt vertritt  und Kraft seines Amtes und deren Aufgaben der Schüler in demselben Sinne beeinflussen muß.  Es ist nicht zu verwundern,  wenn Teile der jüdischen Jugend mit Scheuklappen vor den Augen durch das Leben gehen, wenn sie nichts sehen wie ihre nationaljüdische Partei und für allgemein jüdische Auffassungen weder Lust noch Interesse noch Verständnis  haben! So ist es nicht erstaunlich, wenn jüdische junge Leute ohne Autoritätsgefühl heranwachsen,  wenn sie später überhaupt nicht fähig sind, sich mit einem Ganzen als arbeitendes Glied einzuordnen wenn sie statt Selbstbewußtsein nur arrogante  hohle Anmaßung  besitzen, die den jüdischen Namen verächtlich macht,  das Judentum schädigt.

    Ja,  der Zionismus züchtet in seinen Anhängern eine geradezu erstaunliche Unbescheidenheit und Anmaßung . Der Nationaljude glaubt der einzige, aufrechte, wahre Jude zu sein. Was ein nichtzionistischer Jude sagt oder tut, ist ihm in milderen Fälle Unsinn, meist aber glatt Verrat. So scheut er sich auch gar nicht, auch nichtjüdischen Kreisen gegenüber seine gegensätzliche Stellung zu den anderen Teilen des Judentums so stark zu betonen, daß man wohl sagen kann, er rufe die Hilfe der Andersgläubigen  gegen seine eigenen Brüder zu Hilfe, und daß er bei innere Streitigkeiten je gegen seine jüdische Gegner aufzuhetzen sucht, dürfte der Verlauf der jüngsten Aussprache im „Kunstwart“  jedem gezeigt haben, der sehen will. Der Zionismus ist, wie er sich auch drehen und wenden wolle, das Element, das die innere Gegensätze im Judentum eifrig verschärft und vertieft, das die verbindenden Momente nicht gelten lassen will.

    Braucht man nach alle diesen Dingen noch auf die Mittel hinzuweisen, mit denen der Zionismus seine Kämpfe führt?  Es entspricht nur seinem Wesen,  wenn er, wie jede Nummer einer zionistischen Zeitung es beweist,  so sich im Streite benimmt, wie er es bei seinem großen Vorbild, der Antisemitismus gelernt hat. Nie kämpft er sachlich, sondern stets persönlich. Seine stärkste Argumente sind Beschimpfung  des Gegners, Verdächtigung seiner Motive, das Aufwühlen seiner intimsten Verhältnisse, und wenn alles nicht zieht, muß Einschüchterung und Drohung die Wucht sachlicher Gründe ersetzen. Jeder Kampf beweist aufs neue, daß der Zionismus darum eine ernste Gefahr  darstellt, weil er statt nach altjüdischer Art  mit der ritterliche Waffe des Geistes zu kämpfen, sich lieber einer anderen, weit wirksameren, bedient:  der Terrorismus!     

     

    …

     

    (wird fortgesetzt)

     

    Erschien bereits in Jeschurun Judentum gegen Zionismus in Folgen, als Teil unseres Studienprogramms  Jahrgang 5770/5771

     

    Mit Dank an Frau Manja BURGERS, Antiquarische Buchhandlung „Spinoza“ in Amsterdam

    http://www.spinozabooks.com

    15-03-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    14-03-2021
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    ויקרא

     

    Das dritte Buch Moses

     

    זבחו זבחי צדק ובטחו אל יי:

     

    „Opfert dann Opfer der Gerechtigkeit und dann hofft vertrauend hin zu Gott!“
    (Psalm 4,6 Übersetzung Samson Raphael HIRSCH)

     



    1.

    Nicht auf Opfer, die vom Blute

    Triefen, legt der Herr den Wert,

    Nur der Wille ist’s, der gute

    Der den Wert der Gabe mehrt.

    2.

    Tugend lieben, Bosheit hassen

    Und das Herz von Sünden rein,

    Was verboten, unterlassen –

    Das kann Gott gefällig sein!

     

    Aus: Erbauungsbuch „Bibel- und Talmudschatz“ J.H. Kohn  13.Auflage Hamburg 5691 – 1931

     

    Bestellung nimmt entgegen: Frau Manja BURGERS, Antiquarische Buchhandlung „Spinoza“ in Amsterdam

    http://www.spinozabooks.com

     

    ***

    14-03-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    12-03-2021
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    Rabbiner Samson Raphael Hirsch

                                           Auszüge aus dem Kommentar zur Wochenabschnitt Wajakehél

     

    ויקהל

     

     

    Kap.35, 2  Sechs Tage soll Werk geschaffen werden, aber am siebten Tage soll euch ein Heiligtum, ein durch Werkeinstellung Gott zu begehender Sabbat sein; wer an ihm ein Werk schafft, soll hingerichtet werden.

     

    Kap. 35, V.2 …[1]

    …Wohl nicht vollständiger lässt sich das ganze Staatsleben darstellen als: die Beziehung des Individuums zur Gesamtheit, der Gesamtheit zum Individuum, d.h. die Leistung des einzelnen an die Gesamtheit, der Gesamtheit an den einzelnen und endlich  die Förderung der Gesamtheitszwecke im Gebiete der Gesamtheit, Beziehungen die wohl in prägnantester Weise durch: הכנסה מרשות הרבים לרשות היחיד, הוצאה מרשות היחיד לרשות הרבים, העברה ד' אמות ברשות הרבים ihren Ausdruck finden dürften. Wenn demnach der אסור aller übrigen מלאכות den Menschen in seiner physischen Weltstellung unter Gott unterordnet, so dürfte אסור הוצאה die Unterordnung des Menschen auch mit seiner sozialen Weltstellung unter Gott zum Ausdruck bringen, jenes ist die Huldigung Gott in der Natur, dieses seine Huldigung in der Geschichte, jenes stellt das Menschenwerk in der Natur, dieses das Menschenwirken im Staate unter der Herrschaft Gottes, und so gewiss begreift die Weltherrschaft Gottes sein Walten und Gebieten in Natur und Geschichte zusammen, und das durch die Sabbathuldigung zu erbauende Reich Gottes auf Erden ist erst dann ein volles und wirkliches, wenn der Mensch sich mit seinem Natur- und Staatsleben dem Gehorsam des göttlichen Willens unterstellt. Nunmehr dürfen auch die beiden Tatsachen, welche das göttliche Gesetz als Motiv des Sabbats aufführt, בריאת שמים וארץ und יציאת מצרים in ihrer sich einander wesentlich ergänzenden Bedeutung hervortreten. Die Weltschöpfung ist die Tatsache für die Herrschaft Gottes in der Natur, wie sie durch alle übrigen מלאכות zum Ausdruck kommt, die Erlösung aus Egypten für die Herrschaft Gottes im Staatenleben, wie dies durch איסור הוצאה seinen Ausdruck gewinnt. איסור הוצאה stellt somit den jüdischen Staat, das Wirken des jüdischen einzelnen für die Gesamtheit, der Gesamtheit für den einzelnen, sowie die Wirksamkeit der Regierenden im Staatsgebiete, Gehorsam unter die Herrschaft Gottes, und wir begreifen, wie in dem zitierten Prophetenworte[2]  die Erhaltung des Staates vor allem von der Sabbathuldigung durch איסור הוצאה abhängig gemacht und sein Untergang durch Verletzung des Sabbats durch הוצאה angekündigt wird. איסור הוצאה drückt den ganzen Staatsleben Gottes Siegel auf, הוצאה im Sabbat reißt das Gotteswappen vom Staate und von dem sozialen Leben im Staate.



    [1] 39 Produktionskategorien.

    [2] Jeremias Kap.17, 19 ff.

    12-03-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    11-03-2021
    Klik hier om een link te hebben waarmee u dit artikel later terug kunt lezen.Rabbiner Mendel HIRSCH zur Haftoro Wochenabschnitt Hachaudesch
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    Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH

                  (1833 – 1900)

     

    הפטרת פרשת החדש

     

    Aus dem Kommentar zur Haftoro des Wochenabschnittes Hachaudesch

     

    Ezechiel, Kap. 45, Vers 16 und folgende

     

    Der Nissan bringt uns das Fest unserer Nationalgeburt. Dieselbe begann, wie dies der Paraschah dieses Sabbaths (2 B.M. 12,3) lehrt, mit der Gründung und Weihe der jüdischen Häuser. Das ewige Vorbild des nach Gottes Willen und zu dessen Verwirklichung sich erbauenden jüdischen Hauses ist aber das Ohél Moëd, das Zusammenkunftbestimmungszelt. Ein erster Nissan war’s, der die vollendende Weihe dieses Zeltes schaute, das Zeichen der segnenden Gottesnähe und die huldigende Hingebung Jissroéls an seinen Gott. Ach, es war nur ein flüchtig vorübereilender Moment. Es war nur der grundlegende Anfang. Es war nur ein Frühlingsaugenblick in der großen Reihe erhebender Frühlingsmomente in der jüdischen Geschichte, in denen alles Edle und Herrliche in der Volksseele zur Herrschaft, ach nur zu kurzen Herrschaft gelangte. Der Bau, zu dem an jenem ersten Nissan des zweiten Jahres nach der Erlösung aus Egypten mit der Einweihung des ersten Gotteshauses damals in der Wüste der Grund gelegt wurde – erst am Ziele der Tage winkt seine Vollendung. Die ganze jüdische Geschichte ist die Erziehung zu diesem Ziele.

    Und wieder wird es ein erster Nissan sein, so enthüllt uns hier das Prophetenwort, an dem die Weihe des dann für die Ewigkeit erstehenden Heiligtums, des בית שלשי, des Bau, dem keine Zerstörung mehr folgen wird. Das wird eine Weihe sein, der keine Entweihung, Bau, dem keine Zerstörung mehr folgen wird. Erinnert uns Paraschass HaChaudesch alljährlich an den Anfang, so lässt das Prophetenwort, das die Weisheit unserer Altvordern für diesen Sabbath zur Haftora bestimmt hat, von dem fernen Ziele aus dem Dämmer der Jahrhunderte oder Jahrtausende, die uns von ihm noch trennen mögen, einige Scharf umgrenzte Umrisse vor unseren Blicken auftauchen. So hatte einst Jeremias, da das jüdische Land bereits erobert war und der Feind vor Jerusalems Thoren stand, zur Befestigung des Vertrauens auf die Rückkehr aus dem babylonischen Exil mit allen Formalitäten einen Kaufakt über ein in der Nacht des Feindes befindliches Feld abzuschließen. Ebenso sind in einer ganzen Reihe  von Kapiteln des Propheten Ezechiel die genauesten göttlichen Bestimmungen niedergelegt über Bau und Größenverhältnisse, Einrichtung und Dienst des einstigen, dritten, ewigen Heiligtums, die jeden Zweifel an der einstigen Verwirklichung bannen und unser Vertrauen in die absolut feststehende, von dem allmächtigen Lenker der Geschichte herbeizuführende Erreichung dieses Zieles zu einem felsenfesten machen sollen.

    Deshalb ist es eine tiefe sinnige, weitschauende Anordnung, die uns alljährlich am Sabbath vor dem ersten Nissan, oder an diesem selbst, wenn er auf den Sabbath fällt, jenes Prophetenwort in die Hand gibt, welches auf den dereinstigen ersten Nissan der Zukunft hinschaut und für den Dienst des an ihm zu weihenden Heiligtums die göttlichen Anordnungen entspricht. Mag immerhin Vieles in diesen Worten sich unserem Verständnisse entziehen und nach dem Worte mehrerer Weisen erst einst durch Elijahu seine Erläuterung finden: die Tatsache dieses Gotteswortes ist für uns das Wichtigste, diese Tatsache ist an sich von mächtiger Lehrkraft. Der Gedanke an sie soll unseren Mut stets neu beleben, uns in allem Guten stärken und das Streben immer mächtiger in uns werden lassen, das Unsrige zu tun, ein jeder seines Ortes, bis daß diese Ferne immer näher und das geistig Geschaute endlich zur äußeren Verwirklichung komme.

     

    …

    (Die Haftoroth übersetzt und erläutert, Frankfurt am Main 1896: S. 446- 456  Kommentar zu Ezechiel Kap 45 V.16…) 

    11-03-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    10-03-2021
    Klik hier om een link te hebben waarmee u dit artikel later terug kunt lezen.Rabbiner Dr. Salomon BREUER zur Wochenabschnitt HaChaudesch
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    Rabbiner Dr. Salomon BREUER

                    (1850 – 1926)

     

    לפ' החודש

    ולכפרת פשע

     

    Belehrung und Mahnung  zur Wochenabschnitt HaChaudesch

     

    Jeder Rausch Chaudesch, an dem der Mond am nächtlichem Dunkel zu neuem Lichte sich emporringt, gestaltet sich uns zum Weckruf unserer eigenen Erneuerung und sittlichen Verjüngung. Es bringt uns, wie wir dies in תפלת מוסף aussprechen, die Botschaft von מחילת חטא וסליחת עון, von göttlicher Vergebung und Verzeihung. Im Schaltjahr fügen wir noch hinzu ולכפרת פשע. Das Schaltjahr scheint daher geeignet, in uns das Bewusstsein gesteigerter Sühnebedürftigkeit zu wecken.

    Mit Recht. Jissroél hat sein Jahr nach dem Monde zu zählen: דרך ארץ הוא שיהא הגדול מונה לגדול והקטן מונה לקטן (ב"ר) Nicht mehr als billig, meinen die Weisen, daß der Größere nach dem großen, der Kleinere nach dem kleineren Lichte zähle. Möge Esau nur sein Jahr nach der Sonne zählen, Jissroél aber wende dem Mond sich zu. Doch achte es auch auf den Kreislauf der Sonne שמור את חדש האביב ועשית פסח damit sein Frühlingsfest mit dem Frühling des Sonnenjahres zusammenfalle.

    Nicht darf, was Esau leuchtet, in Jissroéls Leben bestimmenden Einfluss haben. Jissroéls Leben stehe unter dem Zeichen des zur ewigen Verjüngung ladenden Mondlichtes; von ihm gemahnt, finde es stets von neuem den Weg zu seinem göttlichen Thoralicht.

    Der Mond hätte, nach dem Worte der Weisen (Chulin 60), der Sonne an Strahlengröße nicht nachstehen sollen; er glaubte aber nicht leuchten zu können, wo die Sonne leuchtet, und bleibt seitdem hinter der Sonne zurück.

    Wie viele im jüdischen Volke glauben, nur im Zeichen der Sonne den Frühling ihres Lebens begehen zu können, verlassen das Mondeslicht ihrer Thora und wenden dem Sonnelicht sich zu. Und doch genügte die rückhaltlose Hingabe an die Führung durch das Mondeslicht, um die Erfahrung zu machen, daß der Frühling auch dem jüdischen Volk zur selben Zeit wie den nach der Sonne ihr Leben Zählenden lächeln kann.

    Gesteigerte Sühnebedürftigkeit bringt aber daher das Schaltjahr mit seinem Schaltmonat, כפרת פשע für alle, die dem irdischen Lebensfrühling die Mondeszählung ihrer Thora preisgegeben haben.

    Mögen sie erkennen, daß  man auch im Zeichen der Thora des Frühlings teilhaftig werden könne!

     

     

    Quelle: Rabbiner Dr. Salomon BREUER  Belehrung und Mahnung zweiter Teil Exodus J.Kaufmann Verlag Frankfurt am Main 1935 S. 87

    10-03-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    09-03-2021
    Klik hier om een link te hebben waarmee u dit artikel later terug kunt lezen.Rabbiner Samson Raphael Hirsch Komm. Gebet „WIR WISSEN NICHT WAS WIR TUN SOLLTEN…“
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    Rav Samson Raphael HIRSCH


    GEBET „WIR WISSEN NICHT WAS WIR TUN SOLLTEN…“

     

    Aus „Jisraels Gebete“ übersetzt und erläutert, S.179-180

     

    ואנחנו Wir wissen nicht, was wir thun sollten, denn auf Dich sind unsere Augen gerichtet. Gedenke, wie Dein Erbarmen, Gott, und Deine Liebeswaltungen von jeher sind. Walte über uns Deine Liebe, Gott, wie wir Deiner harren. Gedenke uns nicht die Sünden der Vordern, lasse Dein Erbarmen uns bald zuvorkommen, denn wir sind sehr gesunken. Begnade uns, Gott, begnade uns, Gott begnade uns, denn überaus sind wir mit Verachtung gesättigt; indem wir zittern, sei Du des Erbarmens eingedenk. Denn der, der unser Gebilde kennt, bei dem ists unvergessen daß Staub wir sind. Stehe uns bei, Gott unseres Heils, um der Ehre Deines Namens willen, rette uns und gieb Sühne für unsere Vergehen, entsprechend Deinem Namen.

     

    ואנחנו לא נדע ist der Schlußsatz des Hülfgebetes des Königs Joschafat (Chron. II 20,12), mit welchem er bei Gott Hülfe gegen ihn vereinigten Völkern suchte und fand. Auch wir erheben uns aus der Einkehr und Sammlung vor Gott mit dem Bewusstsein, daß uns das Eine in allen Lagen und Zeitläuften bleibt, mit hoffender Zuversicht unsere Augen auf Gott gerichtet zu erhalten, der, während wir zittern, schon seines Erbarmens denkt, der bei unserer Beurteilung der Schwäche unseres irdischen Teils Rechnung trägt, mit welchem das Geistig-Göttliche in uns in unserer hienidigen Leiblichkeit vermählt ist, und der, um der Verherrlichung seines Namens und der mit diesen Namen geoffenbarten Weisen seiner Waltung willen, uns Bestand und Sühne angedeihen lassen wird.

    09-03-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    08-03-2021
    Klik hier om een link te hebben waarmee u dit artikel later terug kunt lezen.Der Zionismus, seine Theorien, Aussichten und Wirkungen 22. Folge
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     Schriften zur Aufklärung über den Zionismus 

    N° 2 „Der Zionismus, seine Theorien, Aussichten und Wirkungen“

    Herausgegeben vom Antizionistischen Komitee Berlin 1913

     

    …

    IV. DIE WIRKUNGEN DES ZIONISMUS

    …
                 f) Zionismus und jüdisches Leben 


    Das Endziel des Zionismus ist eine gefährliche Utopie, wohingegen die Bewegung, die Agitation, die Verhetzung, das wichtigste darstellt. Die Einsichtigen unter den Zionisten wissen natürlich, daß die Zukunftshoffnungen unerfüllbar sind, ja viele von ihnen haben vor ihnen eine geheime Angst, weil ihnen doch davor bangt, das kostbare, ewige Besitztum, die jüdische Religion, zu zerschmettern.  Da nun die Agitation, die Bewegung, eine so überragende Rolle spielt, hat der Zionismus in dem verhältnismäßig kurzer Zeitraum seines Bestehens  die unangenehmsten und bedauerlichsten Wirkungen für das jüdische Leben der Gegenwart gehabt.

      Es ist schon kurz erwähnt worden, daß er in den jüdischen Massen Rußlands Hoffnungen erweckt hat, die nicht zu realisieren sind, und das im Augenblick, da die Unmöglichkeit sich erweist, als Reaktion eine unaussprechliche Entmutigung eintreten wird, die aber die ernstesten Folgen für  den Bestand des Judentums haben muß. Wenn es gelingt, auch nur einem erheblichen Teil der russischen Jugend einzureden, daß Judentum nicht Religion sondern Nation ist, so hat er dort das Judentum zerstört. Denn es kann keinen Zweifel unterliegen, daß unsere Zeit des Rassenstandpunktes vorübergehen wird und daß ein Zeitalter einst folgen muß, indem man über Menschenwert und Kultur vernünftiger denkt.

    Was dann?  Wenn der Massen den Sinn für die Religion fehlt und das nationale Ideal  praktisch sich als unausführbar, theoretisch als wertlos erwiesen hat? Dann löst sich das Judentum logischerweise auf,  und dieses Zukunftsbild erweist zugleich, daß der Zionismus, so sehr er mit seinem angeblich  positiven Judentum prunkt, doch im Grunde nichts ist, was unabhängig wäre von den Strömungen der Welt.

    Eine weitere praktische Folge des Zionismus ist, daß er viel jüdische Arbeit einfach verhindert. Der Nichteingeweihte geht von dem falschen Standpunkte aus, daß hinter dem großen Geschrei etwas stecke, und die Laue und Zagen lauen sich in ein behagliches Philisterbewußtsein ein, in den Gedanken, daß ja der Zionismus arbeite!  Zudem hat  natürlich der Gedanke daß „Wohltätigkeitsjudentum“ ein überwundener  Standpunkt sei, daß er sogar die Seele des jüdischen Volkes schaden müsse, wenigstens bei denen recht angenehme Gefühle ausgelöst, die nicht gerne geben und zum Geben gezwungen werden müssen. Wenn sie auch wenig spenden für das „einzig wahre und unverfälscht echte Zukunftsjudentum“ , so beginnen sie inzwischen wenigstens insofern gesinnungstüchtig zu sein, als sie allmählich in der Opferwilligkeit für Aufgaben der Wohltätigkeit nachlassen.  
    Die Tatsache daß die Anhänger des Zionismus gewiß persönlich opferfähig und -willig sind kann diesen Schaden nicht aufwiegen. Dazu ist ihre Zahl zu gering, und  das Geld kommt nicht Zwecke zu Gute, die für das Wohlergehen des Judentums irgendwie Bedeutung haben.

    Schädlich hat der Zionismus auch insofern gewirkt, als in jüdische Gemeinden und Vereine eine kurzsichtige politische Kampfesweise mit all ihren Schäden und Mängel n getragen worden ist. Religiöse Angelegenheiten  -- und alle Dinge, die jüdische Gemeinschaften  beschäftigen stehen in engerer oder loserer Verbindung mit der Religion – besitzen  eine gewisse Erhabenheit  und dürfen  nicht mit den selben Mitteln behandelt werden wie etwa wirtschaftliche Fragen. Religion und Politik sind Gegensätze und  müssen Gegensätze bleiben!

    Der Zionismus hat naturgemäß   religiöse Streitfragen zu politische Zänkereien herabgewürdigt, er hat alle Mittel der Politik, Intrigen, Lügen und Hetzereien in seinem Waffenarsenal mitgebracht, und der Mittelpunkt des Judentums ist für ihn nicht die Synagoge, sondern die rauchende und Bier trinkende Radauvolksversammlung,  deren geistige Argumente je nach Gegend, das Niederschreien des Gegners oder der Maßkrug sind, die für ernste Fragen weder Interesse noch Urteil hat, sondern  dem zujubelt der mit möglichster Lungenkraft, mit möglichst witziger Form, in möglichst  vielen glatten Phrasen möglichst viel Gift verspritzen kann!  Fügt man noch hinzu, daß, wie bei der wirklichen Staatspolitik, auch beim Zionismus so manchem nur das Mittel ist, um sich Namen und Berühmtheit zu schaffen,  so hat man die Hauptzüge der Verflachung  und Verrohung beisammen, die  unter dem Einfluß dieser Bewegung das jüdische Leben in Deutschland  angenommen hat.

    Eine solche Bewegung, der die Partei über alles, das Judentum nichts ist, die politisch und nur politisch sein will, muß sich im jüdischen Leben als Element der Zwietracht  und Zersetzung bewähren. Nicht nur, daß ihre eigene positive Arbeit gering und wertlos ist, war den Zionisten auch das emsige, erfolgreiche Schaffen anderer jüdischer Kreise stets ein Dorn im Auge, und eifrig suchen sie zu zerstören, was zerstört werden kann. Den Deutsch-Israelitischen Gemeindebund , eine ungemein  segensreich wirkende Organisation, haben sie beinahe gesprengt;  sie haben den Willen bekundet, tausenden von  deutschen Juden die Mittel zur religiösen Belehrung und Erhebung zu entziehen, weil der Gemeindebund nicht zulassen wollte, daß seine Tagungen Gelegenheiten wurden,  an denen sich jüngere, strebsame Zionisten  im Halten  demagogischer Agitationsreden übten.  Der Gemeindebund wurde in seinen Grundvesten erschüttert, weil der Zionismus keine deutschfühlende und starke, positiv arbeitende Organisation verträgt.  Ein anderes Beispiel ist die „Alliance israélite universelle“.  Der blühende Zweig dieser Organisation  ist aufs schwerste gefährdet worden  durch die Quertreibereien und Wühlereien der Zionisten, und dort wie überall wird es erst dann gelingen, etwas Brauchbares zu schaffen,  wenn man sie und ihren Einfluß energisch hinausgeschafft. 

     

    …

     

    (wird fortgesetzt)

     

    Erschien bereitst in Jeschurun Judentum gegen Zionismus in Folgen, als Teil unseres Studienprogramms  Jahrgang 5770/5771

     

    Mit Dank an Frau Manja BURGERS, Antiquarische Buchhandlung „Spinoza“ in Amsterdam

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    08-03-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    07-03-2021
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    ויקהל - פקודי

     

    נדרו ושלמו ליי אלקיכם כל סביביו יבילו שי  למורא:

     

    „ Ihr aber gelobet und erfüllet; was ihr gelobet Gott, eurem Gotte, während alle; die ihn umgeben, als  Gegenstand der Furcht im Huldigungsgabe bringet.  “

    (Psalm 76,12 Übersetzung Samson Raphael Hirsch)

     




    1.

    Rührend  ist es, wenn die Frommen,

    Einend sich zur heil’ger Schar,

    Freudig opfern am Altar.

    2.

    Wohl ists nicht die große Spende,

    Die der Herr von dir begehrt,

    Wahrhaft guten Willen sende,

    Und du hast Ihn wohlgeehrt.


    Aus: Erbauungsbuch „Bibel- und Talmudschatz“ J.H. Kohn S. 224  13.Auflage Hamburg 5691 – 1931

    Die beste Anschrift für antiquarische Judaica:

    Antiquarische Buchhandlung „Spinoza“ in Amsterdam

    Inhaberin: Frau Manja BURGERS

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    07-03-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    05-03-2021
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     Rabbiner Samson Raphael Hirsch

    כי תשא

     

    Auszüge aus dem Kommentar zur Wochenabschnitt Ki Sisso

     

    Kap.31 V.13 Diese sollen sie geben, jeder, der hinübergeht hin zu den Gezählten: die Hälfte eines Schekels im Gewichte des Heiligtums; zwanzig Gera der Schekel, die Hälfte eine solchen Schekels Gott als Hebe.

     

    Kap. 31 V. 13 …Als Gott Jissroél zum Werkzeug seines Reiches, d.i. zum Werkzeug seiner Huldigung als Schöpfer und Gebieter im Menschenkreise, das ist ja eben nichts anderes als zur Verwirklichung des „Sabbats“ erwählte, gab er dem Sabbat im Jissroél das konkrete Symbol im Werkverbot, und es ward der Gottessabbat  zum Menschensabbat. Fortan ist die Sabbat – „Feier“ das Symbolum der Beziehung Gottes zu Jissroél und Jissroéls zu Gott, das Erziehungszeichen, aß Gott uns sich geheiligt und heiligt.

     

    Kap. 32, V.13  Gedenke Abrahams, Jizchaks und Jissroél, deiner Diener, denen du bei dir geschworen und zu denen du gesprochen hast: ich werde eure Nachkommen wie die Sterne des Himmels vermehren, und dieses ganze Land, von dem ich gesagt, daß ich es euren Nachkommen geben werden das sollen sie für immer als Eigentum behalten.

     

    Kap. 32, V.13 …Diese Erinnerung an die Erzväter und an die ihnen gegebene eidliche Zusicherung dürfte wohl nicht in dem Sinne zu verstehen sein, als ob diese Zusicherung der beabsichtigten Vernichtung des Volkes entgegenstehe. Denn durch die zugleich angedeutete Neubildung eines großen Volkes aus Moses Nachkommenschaft würde ja gleichwohl diese Zusicherung sich erfüllen. Moses Nachkommen sind doch auch Abrahams, Isaaks und Jakobs Nachkommen. Vielmehr scheint diese Erinnerung in tieferem Zusammenhange mit Moses ganzer bisheriger Betrachtung und der darauf gegründeten Bitte zu stehen und folgt daher als Schlussunterstützung diese Bitte nach. Zuerst wird durch Nennung Abrahams, Isaaks und Jakobis an den edlen Kern erinnert, aus dem dennoch diese ganze jetzt „hartnäckige“ Volk entsprossen, der doch von so urkräftigem, sittlichem Adel gewesen sein muss, daß dem Abraham ein gleich edler Isaak und dem Isaak ein gleich edler Jakob gefolgt, und der daher gewiss in dem ihm entsprossenen Volke nicht ganz verloren sein kann, somit sicher im Laufe der Zeit sich durcharbeiten und ihrem Ursprunge ähnliche Menschen erzeugen wird. Ferner wird durch die Erinnerung an den Eid hervorgehoben, daß doch die Gewissheit eben dieser unverlierbaren Fähigkeit würdig zu werden, bei dem Eide vorgeschwebt haben müsse, sonst würde eben nicht eidlich haben zugesichert werden können, daß die Nachkommen ein ewiges Anrecht auf das Land haben sollen. Wie, wenn sie nun alle entarten, und nicht einmal ein Moses sich unter ihnen fände? Dieser Eid selbst setzt voraus, daß Abrahams Nachkommen in ihrer Gesamtheit nie so entarten können, daß sie nicht durch eine erziehende Gottesführung zum Bessern gebracht zu werden vermöchten, und eben an diese, bei der ganzen Erwählung Israels vorauszusetzende Erziehung zum Besseren, an diese notwendigerweise mögliche Zukunft appelliert Moses, um die augenblickliche Vernichtung abzuwenden. …


    V. 29 Da sprach Mosche: Bevollmächtigt euch selber heute für Gott, - denn jeder bleibe wider seinen Sohn und wider seinen Bruder, - und über euch heute Segen zu geben.

    V. 29 Nachdem sie die Gesetz rettende Tat vollbracht hatten, sprach Moses zu ihnen: „Bleibet, was ihr heute begonnen!“ Setzet euch selber ein zu „Eiferern“ und Vertreter des göttlichen Gesetzes. Keiner besonderen Bestellung, keiner besonderen Berufung bedürft ihr dazu. Wo das Gesetz im Volke gehöhnt wird, da ist jeder zum Vertreter und Retter des Gesetzes berufen, die Pflicht und die Verantwortlichkeit, die auf jedem ruht, stellt ihm den Bestallungsbrief aus, und je weniger Amt und Bestallung sein Tun zum amtlichen Thun stempelt, um so bedeutsamer und wirksamer ist seine rettende Tat, um so tiefer sagt sie jedem, welcher Geist in allen lebendig sein sollte. – …

     

     Kap.34 V.8 Da eile Mosche, neigte sein Haupt zur Erde und warf sich hin,

    V 9. und sprach: Wenn ich denn Gewährungswürdigkeit in deinen Augen erreicht habe, mein Herr in unserer Mitte; weil es ein hartnäckiges Volk ist, wirst du unsere Krümme und uns so zu deinem bleibenden Eigentum gewinnen!

     

    Kap. 34 VV. 8,9 …Wie die politische Schwäche und preisgegebene Hilflosigkeit es gerade ist, die Jissroél als das geeignetste Volk zur Offenbarung der Gottesmacht in der Geschichte erscheinen ließ, so lässt eben seine natürliche Hartnäckigkeit es als das geeignetste erscheinen, die Göttlichkeit des vermittelst seiner der Menschheit zu überbringenden Gesetzes und alle Wundermacht der göttlichen Erziehungswaltung zu offenbaren. Eben weil es ein hartnäckiges Volk ist, eben darum möge Gott, dessen „Diener“ an das Volk ja Moses ist, in seiner Mitte wandeln, an ihm, an diesem „härtesten“ Volke alle die erziehende Wundermacht seines Gesetzes und seiner Waltung zeigen, und so lange verzeihen und immer wieder verzeihen – jede Verzeihung jetzt einen Schritt zur Besserung voraus – bis das Erziehungswunder an Israel vollendet und dieses härteste Volk für immer Gottes Eigentum geworden sein werde. …

     

    V.10 Darauf sprach er: Siehe, ich errichte einen Bund: in Gegenwart deines ganzen Volkes werde ich Wunder vollbringen, die auf der ganzen Erde und unter allen Völkern nicht geschaffen worden; es soll das ganze Volk, in deren Mitte du bist, das Werk Gottes sehen, wie es zu fürchten es ist, was ich mit dir vollbringe.

     

    V.10 …Es wird somit die „Sendung Mosis“ als Unikum im Raum und Zeit dastehe, und dadurch die Einzigkeit und Unantastbarkeit (–   נורא – ) des durch ihn gebrachten Gottesgesetzes für alle Zeiten bewahrheitet sein.  Eine Dokumentierung, die zunächst für Israel verwertet werden soll. Indem nämlich mit dieser Erwiderung Moses V.9 ausgesprochener Bitte willfahrt werden soll, in welcher die ganze Zukunft des Volkes bei der Wiederanknüpfung der Gegenwart mit in Berechnung gezogen, und eine Geschlechter hindurch dauernde Erziehung des Volkes zu der ganzen Höhe des göttlichen Gesetzes in Aussicht und vom Gott vertretenen Unantastbarkeit dahin gestellt und dem Volke für alle Zeiten zum Bewusstsein gebracht sein, daß die „Sendung Mosis“ als בריאה, als Gottesschöpfung im Mitte der Menschengeschichte dastehe, als solche aber sich von allen anderen ihrem ganzen Wesen nach völlig unterscheide und mit nichts in Vergleich zu bringen sei, was sonst auf Erden unter Völkern als Religion, Gesetz u.s.w. entstanden ist und entstehen wird. Diese „Sendung Mosis“ tritt zunächst jetzt an Israel hinan und hat die göttliche Absolutheit ihrer siegenden Kraft in der Gewinnung diese „harten“ Volkes zu erproben.

     

    V.15. Würdest du den Bewohner des Landes einen Bund errichten, so würden sie ihren Göttern nach abweichen, würden sie ihren Göttern opfern, und es ladet dich einer ein und du issest von seinem Mahle,

    V.16 und nimmst von seinen Töchtern für deine Söhne, es weichen dann seine Töchter ihren Göttern nach ab und bringen auch deine Söhne zum Ab- und Hinfall an ihre Götter.

     

    V.15,16 Indem auch der Götterdienst der anderen Völker durch זנה ausgedrückt wird, ist damit auch das Verhältnis, in welchem Gott zu allen anderen Menschen stehen will und in welchem alle anderen Menschen zu ihm stehen sollen, unter dem Bilde derselben Innigkeit gedacht, wie dies bei Jissroél unter dem Begriffe der Ehe gefasst wird. Auch ihr Wesen sollte mit Gott in ewiger Treue vermählt sein, und auch ihr Heidentum ist ein Treubruch gegen Gott. …

     

     V.24 Wenn ich Völker vor dir austreibe und dein Gebiet ein weites sein lasse, so wird doch niemand dein Land lüstern antasten, wenn du hinaufziehst, unmittelbar vor dem Angesicht Gottes, deines Gottes, dich zu sehen dreimal im Jahre!

     

    V.24 כי אוריש וגו' wird die jährlich dreimal sich wiederholende Tatsache sein, die unmittelbare Beziehung Gottes zu Jissroél, und den mächtigen, einzig durch Jissroéls Hingebung an Gottes Gesetz erzielten Erfolg in der offenkundigsten Weise vor Augen legen soll: כל זכורך wie es im vorigen Verse heißt, alles Mann- und Wehrhafte in Jissroél wird im Mittelpunkte, in Jerusalem, um das Heiligtum des göttlichen Gesetzes versammelt sein und kein lüsterner Feind wird es wagen, das reiche offen liegende Land zu betreten. Jissroéls Land wird nicht durch eine Armee an den Grenzen, sondern durch Gotteshuldigung vom Mittelpunkt aus geschützt ולא יחמד: siehe zu Kap. 20,14

    05-03-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    04-03-2021
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    Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH

                  (1833 – 1900)

     

    הפטרת פרשת פרה

     

    Aus dem Kommentar zur Haftoro des Wochenabschnittes Poroh

     

    Ezechiel, Kap. 36, Vers 16 und folgende

     

    Vorwurf und Verheißung in diesem herrlichen Prophetenworte enthalten die lauteste Verkündigung der sittlichen Freiheit. Sie lehren, daß eine Erhebung möglich ist auch aus der tiefsten Gesunkenheit zur lauteren Höhe reinen Menschentums und sie verkünden als Ziel der ganzen göttlichen Leidenserziehung Jissroéls, daß diese Möglichkeit zur Wirklichkeit werde. Jedoch nicht in partikularistischen Umschränkung, etwa nur zu Jissroéls Heile, sondern als mächtiges weltgeschichtliches Lehrmittel zur Erleuchtung und Erhebung der Gesamtmenschheit. Denn dies und nichts anderes ist die Bedeutung der kaum irgendwo sonst so scharf hervorgehobenen Rücksicht auf den „Namen Gottes“, das ist ja dasjenige, was den Menschen von Gott und von ihrem Verhältnisse zu Ihm zur Erkenntnis und  nur Anerkennung kommt. Nirgends ist scharfer als hier ausgesprochen, wie das unter die Völker zerstreute Menschheitspriestervolk durch sein wenig priesterliches Leben zum Verräter wurde an seinem Priesterberufe. Das Banner, das es hoch halten und zu Ehren bringen sollte, trat es in dem Staub; die Lehre vom Menschenideale, für die es Geist und Herz der Menschen gewinnen sollte, verdunkelten nur zu oft die eigene Söhne durch ihre wenig geläuterte Persönlichkeit den Augen und der Erkenntnis des Menschen. Denn zu allen Zeiten verwechselten die Menschen die konkrete Judenheit mit dem Judentum. Nicht als ob die Juden irgend einer Zeit und irgend eines Landes jemals unter dem geistig-sittlichen Niveau ihrer nichtjüdischen Zeit- und Landesgenossen gestanden hätten. Allein die ihnen unverlierbar, auch in den Augen der Völker unverlöschbar aufgeprägte menschheitspriesterliche Bestimmung, die freilich in den Augen der Völker zur „Anmaßung“ wird, bewirkte es, daß an die Schwächen und Gebrechen der Juden ein strengerer Maßstab angelegt wird. Was sie bei sich als natürliche Schwäche mild beurteilen und entschuldigen, das haben unsere nichtjüdischen Brüder zu allen Zeiten bei den Juden zum Verbrechen gestempelt. Vor Vorzügen und edlen hervorragenden Eigenschaften der Juden hat man zu allen Zeiten die Augen beharrlich geschlossen, sittliche Mängel des einzelnen Juden jedoch stets hervorgehoben und generalisiert. Ja, dieselben Persönlichkeiten, deren moralische Defekte sich als gänzliche Verleugnung des Judentums darstellen und gerade als Produkte des Judentums, als Tat gewordenes Judentum bezeichnet, wie dies schon vor Jahrhunderten das auch unsere Gegenwart beleuchtende Prophetenwort ausgesprochen hat: „Man spricht von ihnen: Diese sind das Gottesvolk’ und aus Seinem Lande sind sie hervorgegangen!“ (V.20). Absichtlich und unabsichtlich identifizierten und identifizieren sie Judentum und Judenheit. Daraus erwächst allerdings für den Juden die Verantwortlichkeit für jedes Verschulden zu ernsterer und verhängnisvollster Schwere. Andererseits aber ergibt sich daraus „das göttliche Erbarmen mit Seinem heiligen, durch Jissroél zu Unehren kommenden Namen“ (V.21) und die weltgeschichtliche, d.h. aus dem in der Thora uns enthüllten Geschichtsplan Gottes entspringenden- Notwendigkeit, Jissroél nicht in seiner Unreinheit zu belassen, sondern es durch die Ereignisse zu erziehen, bis Er ihm an die Stelle des „steinernen“ Herzens ein für alles Edle und Gute empfängliches, „fleischernes“ Herz anerschaffen und es zur reinen Menschheitshöhe emporgeläutert habe. Auf dieses höchstes Menschheitsideal wird durch das in den Schlussversen 36 und 37 wiederholte „Adam“ ausdrücklich hingewiesen.

     

    Kap.36, 37: בן אדם: Sicher nicht ohne tiefen Grund und nicht ohne innigen Zusammenhang mit dem eben Bemerkten wird Ezechiel durchweg „Sohn Adams“ genannt. Derjenige Prophet, der, als einer der letzten, nach der bereits erfolgten nationalen Katastrophe den Blick nur auf die Zukunft zu lenken, deren Ziel u enthüllen und den zu diesem Ziele durch Sündennacht und Menschheitswüste führenden Weg zu erhellen hatte, wird dadurch in unmittelbare Beziehung zu dem ersten Anfang aller Menschheitsgeschichte gebracht.

    Der ganzen Geschichte der Menschheit, so wird uns damit gelehrt, liegt ein großer Gottesgedanke zu Grunde. Sie ist nichts als die Ausladung des „Adam“-Begriffes. Die Erziehung zu dessen Verwirklichung bezweckt nichts anderes als die Erreichung derjenigen Bestimmung, die dem als „Adam“, als „Stellvertreter Gottes“ erschaffenen Menschen im Kreise der Schöpfung angewiesen ward. (Siehe zu 1 B.M. 1,26) Im Dienste diese Zieles steht die Berufung Abrahams, die Schöpfung Jissroéls, dafür hat Gott sich auf dem Sinai offenbart, dafür Jissroél sein Gesetz gegeben; für die Erreichung dieses Zieles hat der erste wie der letzte Prophet im Namen Gottes gewirkt, im Dienste der Erreichung dieses Zieles haben die hohen und hehren Männer aller Zeiten in Jissroél gelebt und gelehrt, gekämpft und geduldet, im Dienste der Erreichung dieses Menschheitszieles steht und wirkt der unscheinbarste jüdische Mensch, der seines Gottes Gesetz in seinem Leben und in seinem bescheidensten Kreise zu verwirklichen strebt, und der Ausblick auf die Erreichung diese Zieles bildet den Schlussgedanken aller unserer Gebete.

    יושבים על אדמתם: verkürzter Partizipialsatz, der Konstruktion und Apposition zu בית ישראל, wird sodann grammatisch durch den Plural Subjekt des Satzes. Zuerst als בית ישראל, nach Abstammung und Bestimmung als Einheit angeschaut, wird Jissroél sodann in der Mannigfaltigkeit seiner Glieder als konkrete Vielheit erblickt, um sodann:

    V.20 ויבוא אל הגוים, durch den Singular höchst charakteristisch wieder als Einheit bezeichnet zu werden. Denn dieser Vers spricht von der durch die sittliche Mangelhaftigkeit der einzelnen Sprossen des Israelhauses bewirkten Entweihung des göttlichen Namens. Da verkündet dieser Singular nun, zumal in der Verbindung mit dem Plural גוים, die solidarische Haftbarkeit, mit welcher Gesamt-Jissroél im Galuth für jeden Makel eines jeden seiner einzelnen Glieder werde verantwortlich gemacht werden. Und das hat sich erfüllt bis auf den heutigen Tag. In den Augen der Völker bilden wir eine Einheit. Wie verschieden auch die Heimat, gleichviel ob in Deutschland, England, Frankreich oder Amerika, - wie verschieden auch die äußere Stellung, gleichviel ob es sich um einen armen, von Land zu Land, von Kontinent zu Kontinent gehetzten jüdische Paria, oder um eine Finanzgröße handelt, möge dieselben auch noch dazu bis zur letzten Faser schon seit Generationen dem Judentum entfremdet sein – das ändert alles nichts: für das Vergehen, für die Schwäche auch des entferntesten und entfremdesten  vereinzelten Gliedes wir die jüdische Gesamtheit und, was noch schmerzlicher, wird das Judentum verantwortlich gemacht. So ungerecht, so perfid diese Generalisierung, diese Übertragung auch ist, wir müssen sie tragen. Das gehört mit zu dem Ernste unserer Aufgabe, zu dem Ernste unseres Geschickes. Um so sorgsamer hat jeder Einzelne über sich zu wachen. Es ist das die ernste Mahnung, die der Prophet Jesajas mit den Worten aussprach הברו נושאי כלי ה'; „Haltet euch rein, ihr seid Träger göttlichen Werkzeugs!“ (S.o. S.348).

    …

    (Die Haftoroth übersetzt und erläutert, Frankfurt am Main 1896: S. 439- 445  Kommentar zu Ezechiel Kap 36 V.16…) 

    04-03-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    03-03-2021
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    Rabbiner Dr. Salomon BREUER

                    (1850 – 1926)

     

    לפ' פרה

     

    Belehrung und Mahnung  zur Wochenabschnitt Poroh (Auszüge)

     

    …

    Ein זרע ist jedes Menschenkind, das nicht nur körperlich, sondern auch geistig und sittlich zugrunde geht, wenn es nicht die gebotene Pflege findet, mag es auch von geistig und sittlich hochstehenden Eltern stammen. Andererseits kann aber auch ein „Samen“ unwürdiger Eltern, wenn er von der veredelnden und läuternden Kraft der Thora erfasst wird, zum herrlichen Menschenblüte sich entfalten.

     Gerade in dieser Tatsache hat aber unsere Thora ihre Wunderkraft bewährt. Ein Blick in unsere Geschichte gibt den überzeugenden Beweis. רות המואבית Ruth, einen Menschenkreis entstammend, den Gottes Gesetz aus Gottes Gemeinde auszuschließen gebietet, wird, von der Macht der Thora ergriffen, zur Stammmutter des davidischen Hauses, des מלך המשיח! כי שת לי זרע אחר „einen Samen hat mir Gott gesetzt“, der wohl noch kein איש, der aber unter allen Umständen, und wären die Voraussetzungen noch so ungünstig, durch geeignete Pflege zum איש heranreifen kann. –

    Damit aber hat Chawa der Erziehung Wege gewiesen, auf denen später dem jüdischen Volke auch aus זרע שבא ממקום אחר der מלך המשיח erstehen konnte!

    Diese Tatsache, daß es der Thora gelingt, auch זרע ממקום אחר zu Trägern ihrer Wahrheit zu gewinnen, hat der Thora Unsterblichkeit verliehen. כי לא תשכח מפי זרעו „Sie wird nicht vergessen werden aus dem Munde seines Samens“, lautet das tröstliche Geleitwort, das uns auch in Zeiten des traurigsten Verfalls nicht verzweifeln lässt und uns das Bewusstsein stärkt, daß es der Thora zu allen Zeiten gelingen werde, sich ihrer Träger zu sichern. Und mag auch die Entfremdung in erschreckendem Umfang um sich greifen, mögen auch in Leichtsinn und Verblendung weite Kreise der vollendeten טומאה anheim fallen, – um die Zukunft der Thora brauchen wir nicht zu zittern: ihr wird es noch immer gelingen, einen זרע, und wäre es auch ein זרע אחר zu gewinnen, der unter der Macht ihres Lebens weckenden und gestaltenden Einflusses zur herrlichen Menschenblüte sich entfaltet. Wohnt ihr doch die geheimnisvolle Kraft inne, selbst aus טמא den טהור hervorgehen zu lassen!

    Generation gehen in טומאה, in völliger Gottesentfremdung dahin, da erblüht einem Terach ein Abraham! Blind wütet Achas gegen den Bestand des jüdischen Lebensbaums, und gerade ihm entstammt Chiskija! Mit finsterem Fanatismus kämpft ein Menasche jahrzehntenlang wider Gottes Heiligtum, und gerade ihm wird Joschijah  geboren, den Gottes Thora zu ihrem Retter sich zu erziehen versteht! Generationen gehen in טומאה dahin, und dennoch vermag Gottes Thora aus diesem Boden den זרע אחר, den טהור, den „reinen“ Träger ihrer ewigen Wahrheit zu gewinnen!

    זאת חקת התורה In dieser Tatsache offenbart sich das gewaltige „Naturgesetz” unserer Thora.

    Diese טהור מטמא-Tatsache fand aber in der פרה אדומה-Institution ihrem sprechenden symbolischen Ausdruck. Wohl war der mit מי נדה gemischte Aschenstaub  gewinnen: …..

    Das aber ist der symbolische Ausdruck für חקת התורה, für das der Thora innewohnende „Naturgesetz“; ihr wohnt die wunderbare Kraft inne, aus טומאה den טהור zu gewinnen; מי יתן טהור מטמא לא אחד es ist die göttliche Kraft der Thora, die noch zu allen Zeiten aus vollendeter טומאה die „reinen“ Träger zu gewinnen verstand. –  

    Für die Rettung von Sedom und Amora trat Abraham fürbittend ein. Nun aber hatte doch Gott den Untergang dieser Städte beschlossen, weil ואנשי סדום רעים וחטאים ihre Entartung ein solches Ausmaß erreicht hatte, daß an ihre sittliche Erhebung nicht mehr zu denken war. Was veranlasste da Abraham dennoch, sich für ihre Erhaltung einzusetzen?

    Abraham mochte der Hoffnung gelebt haben, daß, wenn auch diese Generation unrettbar der טומאה verfallen sei, vielleicht doch noch einst ein זרע אחד und damit ein Geschlecht  טהור מטמאhervorgehen könne, so daß die Rettung dieser Städte gerechtfertigt wäre. Hatte er es nicht an sich selbst erlebt, war er nicht den Sohn eines Terach, der späte Enkel einer in טומאה entarteten Geschlechterreihe? Daran wagte er zu erinnern in Worten, die, feinfühlig genug, nach Möglichkeit den Vater zu schonen bestrebt waren: הנה נא הואלתי לדבר וגו' ואנכי עפר ואפר Er darf vor Gott stehen in seiner Hinfälligkeit und ist von Gott durch göttliche Rettungswunder dem Leben erhalten worden, ist, wie die Weisen so herrlich bemerken, dem Schwert Amrafels entronnen und dem Glutofen Nimrods, ist des Lebens gewürdigt worden, weil Gott in ihm den טהור erkannte, der aus טומאה sich zu gottgewollter Lebensbestimmung emporrang. – Sollte eine solche טהרה-Zukunft nicht auch der טומאה dieser Städte beschieden sein?

    חייך שאני נותן לבניך כפרה בהם Fürwahr, diese Wahrheit soll einst in der פרה אדומה-Bestimmung ihren ewigen Ausdruck finden.

    Gottes weiser Ratschluss aber hatte über Sedom und Amora den Untergang beschlossen, da diese von Abraham erwähnte Möglichkeit Gottes alle Zukunft durchdringendem Auge sich nicht bot.

    Und doch, wie wahr unser Vater Abraham empfunden, wie sehr seine Erwägung der göttlichen Waltung entsprach, geht aus einer Bemerkung der Weisen hervor, die wir nunmehr in ihrer ganzen Tiefe zu verstehen glauben. קם קח את אשתך ואת שתי בנותיך הנמצאות וגו', gebieten die Engel Lot, „nimm deine Frau und deine beiden Töchter, die sich da vorfinden“ (19,15). Das Wort הנמצאות ist überflüssig und unverständlich. Und die Weisen erklären (מ"ר): שתי מציאות רות המואביה ונעמה העמונית „Zwei Funde“ habe da Gott gemacht, die Moabiterin Ruth und die Amoniterin Neamah. Ferner: מצאתי דוד עבדי (תהלים פ"ט) היכן מצאתי אותו בסדום Es heißt: ‚Ich fand meinen Diener David’ – in Sedom hat Gott ihn gefunden.

    Von den beiden Töchtern Lots, den Stammüttern von Moab und Ammon, gingen einst Ruth und unser König David hervor! Wenn aber aus der טומאה-Umgebung von Sedom und Amora solche טהרה-Blüten gezeitigt werden konnten, so war dies wohl die denkbar größte מציאה, die der Gottessache beschieden sein konnte. Dieser künftigen מציאה oder besser dieser טהור מטמא-Erwägung dankten Lot und seine Töchter ihre Rettung. –

    Daß aber solche מציאות selbst aus Sedom und Amora hervorgehen konnten, zeugt für die Wunderkraft der Thora. Sinnig reichen uns daher die Weisen gerade מגילת רות am Tage von מתן תורה: Hier hat זאת חקת התורה die der Thora ureigentümliche Kraft in ihrer ganzen Tragweite sich bewährt. – Von ihr dürfen wir auch für die Folge vertrauensvoll unser und der Menschheit Heil erhoffen.

     

    Quelle: Rabbiner Dr. Salomon BREUER  Belehrung und Mahnung zweiter Teil Exodus J.Kaufmann Verlag Frankfurt am Main 1935 S. 80 - 86

    03-03-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    02-03-2021
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    Rabbiner Dr. Salomon BREUER

                    (1850 – 1926)

     

    כי תשא

     

    Belehrung und Mahnung  zur Wochenabschnitt Ki Sisso (Auszug)

    (In jenem Jahr gleichzeitig פ' שקלים)

     

    …Auf diesem Gebiete könnten wir von unseren Feinden, den Gesetzverächtern gar manches lernen. Wie heißt es doch in den Psalmen (17,4): לפעלת אדם בדבר שפתיך אני שמרתי ארחות פריץ „Wenn es gilt, die Handlungen des Menschen unter deiner Lippen Wort zu bringen, da beobachte ich die Pfade des Gesetz-Durchbrechters.“ Diese begnügen sich nicht, für sich allein den Weg des Abfalls zu gehen, für sich allein מחלל שבת und אוכל טרפות zu sein, sie sind vielmehr eifrig bedacht, für ihre „liberale“ Anschauung recht viele Genossen zu gewinnen. Wie viel könnten da unsere יראים von ihnen lernen, wenn es gilt, „Handlungen des Menschen unter Gottes Wort zu bringen“, Genossen, für die Gottessache zu werben! Aber nur in den seltensten Fällen geschieht’s!

    Schwäche, gepaart mit falscher Friedensliebe, duldet den Leichtsinn und den Abfall neben sich, statt ihn mit allen Mitteln entgegenzutreten, alles aufzubieten, um den Bruder zur halben, ganzen Schekelleistung seines Lebens, die Gott von ihm fordert, zu bestimmen. Es ist der Geist, seines Lebens, der bei der traurigen nationalen Versündigung des goldenen Kalbes so verhängnisvoll sich gezeigt, der bis in die Gegenwart jüdisches Leben unheilvoll beeinflusst. אין לך דור ודור שאינו נוטל מעון של עגל Kein Geschlecht, sprechen die Weisen, das nicht immer noch an der Sünden Kalbes krankt! Nie und immer wäre es damals so weit gekommen, wenn der Kern des jüdischen Volkes dem verbrecherischen Ansinne, das bekanntlich vom ערב רב ausging, von Anfang an mit entschiedener Festigkeit entgegengetreten wäre. So aber glaubte man durch Entgegenkommen mehr zu erreichen, fürchtete die schroffe Ablehnung die Verblendeten in ihrem Vorhaben nur noch zu bestärken, glaubte Zeit zu gewinnen, rechnete, daß inzwischen Moses  wiederkehren werde, aber die Folge dieses Verhaltens war ויצא  העגל הזה das goldene Kalb!

    Im Geiste des ערבות traf daher die Strafe, die Gottes gerechte Waltung verhängte, nicht nur die Verbrecher, das ערב רב, sondern die Gesamtheit des jüdischen Volkes, deren schwächliches Verhalten dieses Verbrechen erst ermöglichte. – Damit findet auch eine schwierige Stelle in dem Berichte unserer Thora ihre einfache Erklärung.

    Es heißt daselbst (33,4): וישמע העם את הדבר הרע הזה ויתאבלו ולא שתו איש עדיו עליו Unter dem Eindruck der Verkündigung der von Gott verhängte Strafe erfüllte tiefe Trauer das Volk, und niemand legte seinen Schmuck an. Unmittelbar danach spricht Gott zu Moses: ויאמר ה' אל משה, אמר אל בני ישראל וגו' ועתה הורד עדיך מעליך Moses solle die Söhne Israels auffordern, ihren Schmuck abzulegen, eine Aufforderung, der die Söhne Israels alsbald entsprachen: ויתנצלו בני ישראל את עדים מהר חורב Der Widerspruch fällt ins Auge: hieß es doch schon vorher, daß das Volk seinen Schmuck zum Zeichen der Trauer nicht angelegt hatte, wozu demnach die göttliche Aufforderung?

    Erwägt man jedoch, daß nach eine Erklärung der Weisen überall, wo עָם im Gegensatz zu בני ישראל steht, unter עָם das ערב רב verstanden wird, so sprechen unsere Verse eine klare, eindringliche Sprache. וישמע העם וגו' Das ערב רב hatte im Bewusstsein seiner schweren Verschuldung seinen Schmuck abgelegt, jedoch בני ישראל, die Elite des jüdischen Volkes, die sich zwar an dem Verbrechen nicht beteiligt hatte, aber in Untätigkeit verharrte, war sich der Schwere ihres Vergehens noch nicht ganz bewusst. Dar erging Gottes Befehl an Moses אמר אל בני ישראל daß alle, auch die an der Versündigung nicht unmittelbar beteiligt waren, ihren Schmuck abzulegen hätten, denn im Geiste des כל ישראל ערבים זל"ז waren sie nicht weniger schuldbeladen! –  

    Der Geist dieser sog. „Friedensliebe“, die sich anlässlich der Egelversündigung so verhängnisvoll ausgewirkt hat, beherrscht aber leider bis auf den heutigen Tag das jüdische Leben. Um des lieben Friedens willen duldet der „fromme Gatte“, daß die Gattin, duldet die „fromme“ Gattin, daß der Gatte ein gottentfremdetes Leben führt, macht der Vater der Mutter, oder die Mutter dem Vater die Konzession, ihre Söhne oder Töchter für ein unjüdisches Leben erziehen und bilden zu lassen. Um des lieben Friedens willen wagen die Eltern kein Wort gegen das unjüdische Leben ihrer erwachsenen Söhne und Töchter, duldet man den verderblichen Einfluss von unjüdischen Bekannten und Verwandten auf dem ganzen Geist des Hauses – jenes heillose System der Konnivenz, die den Frieden mit Gott preisgibt, um den Frieden mit Menschen zu sichern, die um die Gunst und den Beifall der Menge buhlt und alles, ob recht oder unrecht, mundgerecht oder plausibel zu machen strebt – wahrlich: אין לך דור ודור שאינו נוטל מעון של עגל „kein Geschlecht, das nicht immer noch an der Sünde des goldenen Kalbes krankt!“.

    Dem gegenüber steht die große Lehre des מחצית השקל, die alle einzelnen Glieder Israels zur gegenseitiger Leistung und Verantwortung verbindet, die jeden einzelnen auf die ergänzende Brüderleistung hinweist und nur in der Vereinigung aller vom gleichen Geist erfüllten Glieder des Gottesvolkes die Erhaltung des Heiligtums gesichert sieht. …

     

    Quelle: Rabbiner Dr. Salomon BREUER  Belehrung und Mahnung zweiter Teil Exodus J.Kaufmann Verlag Frankfurt am Main 1931 S. 57 -39

    02-03-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    01-03-2021
    Klik hier om een link te hebben waarmee u dit artikel later terug kunt lezen.„Der Zionismus, seine Theorien, Aussichten und Wirkungen“ 21.Folge
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     Schriften zur Aufklärung über den Zionismus 

    N° 2 „Der Zionismus, seine Theorien, Aussichten und Wirkungen“

    Herausgegeben vom Antizionistischen Komitee Berlin 1913

     

    …

    IV. DIE WIRKUNGEN DES ZIONISMUS

    …

     

                                           

            d) Zionismus und Gleichberechtigung:

     

     

    …Der Zionismus geht auf sein Ziel unbeirrt los, und darum verunglimpft er auch den Kampf ,den wir um unsere Gleichberechtigung führen.  Denn er weiß daß dieses Kampfes Endziel uns nur noch fester mit dem deutschen Vaterlande verknüpft. Überall dasselbe Bild. Die Organisationen dieser Art werden verspottet  und verhöhnt, ihre Anhänger, als Juden minderen Charakters  und minderer Geisteskraft bemitleidet und beschimpft.  Im studentischen Leben  weiß der K.C. , der Verband der auf deutsch-vaterländischer Grundlage stehenden Studentenverbände davon ein Liedchen mit zu singen, wie die zionistischen Elemente sich als die Vertreter des wahren Judentums darstellen und das Deutschtum der jüdischen Studenten entweder als Spielerei belachen  oder es als Heuchelei bei den Rassenantisemiten bezeichnen. Dem Zentralverein  deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens , der in der bürgerlichen Welt seit  1893 dieselben Tendenzen verfolgt  wie der K.C. bereits seit der Mitten der achtziger Jahre in der studentischen, legt der Zionismus auf Schritt und Tritt die ernstesten Hindernisse in den Weg weil er die unerläßliche Grundlage der Gleichberechtigung erkannt hat und vom deutschen Juden ein freies, offenes und freudiges Bekenntnis zum Deutschtum verlangt, gleichviel ob er sonst im Leben konservative , liberale oder sozialdemokratische  Gesinnung im Herzen trägt, gleichviel, auf welchem Wege er das Glück des deutschen Vaterlandes gesichert glaubt.

    Der Zionisten sind nur wenige, im Vergleich zu der Masse der deutschen Juden und  in der Zahl von etwa 7000 Schekelzähler stecken noch, wie jeder aus den Verhältnissen seiner engen Lokalorganisation  genau weiß, etwa 60% Mitläufer, oft noch mehr, die der Bewegung „sympathisch gegenüber stehen“, die es aber weit von sich weisen würden, jene politische Ziele, die die Vaterlandsliebe und Gleichberechtigung untergraben, zu fördern,  wenn sie sie klar durchschauten. Der ganze Zionismus wird von ein paar Dutzend berufsmäßige  Schreier „gemacht“, aber das Gefährlichste besteht darin, daß diese sich dort Gehör zu verschaffen verstehen, wo sie gehört sein wollen, nämlich bei den Judenfeinden aller Schattierungen, und das man dort gerne, sehr gerne ihnen lauscht und in ihnen aus begreiflichen Gründen die Wortführer und Vertreter des gesamten Judentum erblicken möchten. Wer darum das Recht liebt, wer Gleichberechtigung erreichen will, muß helfen, ihr ernstestes Hindernis  niederzuringen: den Zionismus!

     

    (wird fortgesetzt)

     

    Erschien bereits in Jeschurun Judentum gegen Zionismus in Folgen, als Teil unseres Studienprogramms  Jahrgang 5770/5771

     

    Mit Dank an Frau Manja BURGERS, Antiquarische Buchhandlung „Spinoza“ in Amsterdam

    http://www.spinozabooks.com

    01-03-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    28-02-2021
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    כי תשא

     

    חנון ורחום יי ארך אפים וגדל חסד:

     

     

    „Wie gewährungsvoll und erbarmungsvoll Gott ist, lange geduldend und groß in hingebender Liebe“

    (Psalm 145, 8 Übersetzung Samson Raphael HIRSCH)







    1.

    Allbarmherzig im Gerichte

    Ist der Ewige, unser Herr,

    Er wünscht selbst vom Bösewichte,

    Daß er reuig wiederkehr‘.

    2.

    Gnädig lohnt Er den Frommen

    Bis ins tausendste Geschlecht;

    Doch auch Strafe müsse kommen,

    Denn Er ist ja allgerecht!


    Aus: Erbauungsbuch „Bibel- und Talmudschatz“ J.H. Kohn S. 219  13.Auflage Hamburg 5691 – 1931

    Die beste Anschrift für antiquarische Judaica:

    Antiquarische Buchhandlung „Spinoza“ in Amsterdam

    Inhaberin: Frau Manja BURGERS

    http://www.spinozabooks.com

    28-02-2021 om 15:01 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    26-02-2021
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             (1808-1888)

    PURIM (פורים)

     

    Chaurèw Kap.34

     

    § 247a

     

     

    Begebenheit ist klar. Sie liegt ausführlich in dem uns überkommenen Vermächtnisse der beiden Hauptpersonen, Mordochai und Esthér, in מגלת אסתר vor. – Schwarze Tücke sehen wir, Privatrache zu befriedigen, über das Leben vieler tausend äußerlich hilflos Preisgegebener würfeln; den selbstsüchtigen Zweck geschickt unterm Schein des Eifers für des Staates Wohl verhüllen; dazu die harmlose Gesondertheit Jissroéls aus dem Staats-Endzweck gefährlich schildern; und schon der Erreichung ihres verruchten Anschlages sicher. – Gegenüber jene Hilflosen, – nichts habend als ernste Prüfung bisherigen Lebens und Rückkehr zu Gott; ängstlich harrend des schrecklichen Tages, der ihnen allen Untergang droht; auf Gott allein hinblickend, ob er wohl noch das Schreckliche abwenden werde; und nach menschlichen Kräften nur noch den einzigen Weg gerader Vorstellung und Bitte versuchend. – Und über beiden – unsichtbar Gott, längst schon vorbereitend die Heilung vor dem Schlage; Folgen der Menschentat zu seiner Weisheit Zweck verknüpfend – Langeweile einer schlaflosen Nacht dem Könige – Aufwallung eines Augenblicks in des Königs Brust – und – abgewendet der Schlag von den Hilflosen, nur Gott habenden, – zurückgeschleudert der fein berechnete, Verderben tragende Blitzstrahl aufs Haupt der Urheber; und wehrloses Jissroél zur selbständigen Verteidigung seines Lebens berufen – zum Licht und zur Freude aus der Gefahr hervorgehend, die Nacht und Verderben gedroht. –

    Da wurden die Tage solcher Errettung zum ewigen Zeitdenkmal für Jissroéls Zerstreute, auf daß sie die Kraft behielten in dem festen Vertrauen: Gott, der sie hinausgewiesen in die Wanderschaft unter Völker, wache auch unsichtbar über sie, und mache zu Schanden, was selbstsüchtige Bosheit an List und Ränken gegen sie schmieden möge. Das Schwache Ja-akauw sei stark in dem unsichtbar   wachenden Gott.

    War hier leibliches Leben bedroht und leibliches Leben errettet, so stellt sich auch die Purimfeier dar, neben öffentlichen Vorlesen jenes die Begebenheit verewigenden Vermächtnisses, in Festmahlen, gegenseitigen Genussgeschenken und Bedenken der ärmeren Brüder. Gleichsam frohes Innewerden des wiedergeschenkten Lebens, in diesem Freudengefühl das Gesamtbrudergefühl gegenseitig erneuernd,  und ihm in Erheiterung der Ärmern Raum gebend. –  

     

    § 248

     

    Feier: Am 14ten Ador, nachts und am Tage, wird die Begebenheit in M’gilass Esthér (מגלת אסתר) gelesen. Nichts geht dieser Pflicht vor, ausser ein im Freien unversorgt liegender Toter ( א"ח687). Jedes Glied der Ja-akauw-Familie ist verpflichtet, nachts und tages M’gilloh zu lesen oder zu hören. Wo möglich trage einer in Versammlung sie vor und alle vernehmen sie aus seinem Munde (689). Sie werde ganz vorgelesen aus vorliegender nach Vorschrift verfertigter Abschrift der מגלת אסתר. Aus nicht nach Vorschrift verfertigter kann wohl zugehört, nicht aber mit- geschweige vorgelesen werden. Sie werde als eine Vermächtnisschrift aus jener Zeit gelesen (690). Über das Vorlesen, den Gottesdienst u.s.w. siehe (690 – 694) Mindestens zwei Gaben an zwei Bedürftige sollst du am Purim geben (694). Das eigentliche Freudenmahl für Purim sei am Tage. Eben so werden auch am Tage mindestens einem Freunde zwei  Geschenke an Festspeisen geschenkt (695) – Am Purim wird kein unnötiges Werk verrichtet, –  keine Trauerklage, kein Fasten veranstaltet (696) Alles nähre siehe (698 – 697)?

    § 249

     

    Also, wenn Missbrauch der Gewalt zur Ertötung des Jissroél eigentümlichen Lebens, oder verschlagenes Benutzen der Eigentümlichkeit Jissroéls zum Vorwand für Ausführung von Plänen der Gewalt, die beiden schreckendsten Erscheinungen sind, die Jissroél auf seiner Wanderung durch die Zeiten bedrohen: so stehen Chanuckoh und Purim am Eingang dieser Wanderung wie Feuer- und Wolken-Säule und mahnen uns: treu zu bleiben allen Pflichten, treu dem Jissroélberufe, treu dem Lande und Fürsten, die uns aufgenommen – und dann auf Gott zu blicken – und weder Gewalt noch List – zu fürchten. –

     

     

    Körper

    Geist

    Schöpfung

    פסח

    שבועות

    Erhaltung

    סוכות

    שמיני עצרת

    Erhaltung im Exil

    פורים

    חנוכה

     

    Samson Raphael HIRSCH : Chauréw, Versuche über Jissroéls Pflichten in der Zerstreuung, zunächst  für Jissroéls denkende Jünglinge und Jungfrauen. Vierte Auflage Frankfurt  a.M. Verlag J. Kaufmann 1909

    26-02-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    25-02-2021
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          (1808-1888)

    DER FASTTAG ESTHERS

     

    Chaurèw Kap.33 § 238

     

    2. תענית אסתר Einer andern Golußsünde Denkmal[1], und Warnung vor derselben, von der uns nur durch Überlieferung Kunde geblieben, ist Tha-aniss Esthér, das auch nur durch Überlieferung des Herkommens Zeitendenkmal geworden. Gleichsam, als ob das Schuldbewusstsein des Volkes sich selber zur Warnung dies Erinnerungsdenkmal gesetzt. – 

     

    Begebenheit: Achaschwérausch, dem Sinne orientalischer Eroberer gemäß, war milde gegen die Besiegten. So viel verschiedene Völkerschaften beherrschend, konnte natürlich der Blick nicht an eine Eigentümlichkeit sich fesseln; und, mochte darum Sprache, Sitte, Religion, noch so verschieden sein, was nur dem allgemeinen Namen Untertan sich fügte, war ihm willkommen. So wurden denn diejenigen von Jissroél, das ohnehin ja der persischen Herrschaft so vielfaches dankte, die von ihrer Heimat ferngeblieben waren, mit in den wohltuenden Strahl königlicher Milde gezogen. Gleichsam Prüfung von oben, wie Jissroél, das im Laufe der kommender Jahrhunderte so vielfache Probe der Gottestreue im Unglück geben sollte, in dieser Gottestreue unterm Strahl der Milde bestehen würde. Und siehe, Jissroél, das unterm Druck nie die Treue brach, die Probe bestand es nicht. – Sich gefallend in dieser fürstlichen Milde, sei es weil deren Haltung als Bürgschaft ihres Heils betrachtend, sei es aus Schwäche, sich nicht dem Gütigen gegenüber in ihrer Eigentümlichkeit behaupten zu können, sei es im Wahn, diese Milde selbst durch Anschmiegen an Landessitte vergelten zu müssen, ginge es auch auf Kosten des Jissroélgeistes und Jissroéllebens, – oder etwa gar – sich der eigentümlichen Sitte schämend und gerne so rasch als möglich mit denen sich einigend, von denen ihr äußeres Heil abhing, kurz , Jissroél bestand nicht; die Milde machte sie lauer in Beachtung väterlicher Lehre. Aber Gott riss sie bald aus ihrem Traum. Ein Mann, ewiges Muster für Jissroéls Goluß, wie man Land und Fürsten treu und doch J’hudi in wahren edelsten Sinne bleiben könne, Mordochai musste sie im eigenen Beispiel lehren: nichts zu wissen von jener Mäkelei mit Jissroéls Lebensgute, und, wo es gilt sich der Mächtigen Gunst auch nur durch Entsagung einer Jissroélpflicht zu erkaufen, sich, die Seinigen, lieber alles preiszugeben, als sich Leben und Gemächlichkeit durch Pflichtverletzung zu erringen; treu zu bleiben – und alles übrige in Gottes Hand zu stellen. –  Und nachdem nun gerade jene, trotz ihres Anschmiegen, das Schwankende der Menschengunst erfahren hatte, und Gott gerade die Gefahr, die Mordochais Festigkeit über sie alle gebracht, in herrliche Rettung umgewandelt hatte, sie auch in der Stunde der Gefahr die eigene Verirrung erkannt, da – während  von seinen Führern der Tag der Rettung als freudiges Zeitdenkmal eingeführt worden – erhielt sich das Volk selber den Tag vor dem Feste als warnendes Denkmal schnöder Verirrung, und das ist der Tha-aniss Esthér.

     

    Warnung:  Wovor warnt Tha-aniss Esthér? Vor der Verirrung, die Völkergunst durch Anschmiegen an ihre Lebensweise, wenn auch mit Verletzung göttlicher Pflichten, zu erkaufen. Wenn Zaum G’daljoh uns vor Untreue, Ungehorsam, Ungefügigkeit warnt gegen die Hand Gottes, die ins Goluß  uns führte, und Anhänglichkeit, Gehorsam und Treue für die Völker von uns fordert, die uns aufgenommen: zeigt Tha-aniss Esthér  die Grenze dieses Rufes in der Treue gegen das Gesetz, das uns zu Jissroél macht, und ruft allen Geschlechtern Jissroéls zu: wenn Gott sie wieder prüfen werde durch Völkermilde, wie Er durch Völkerhärte sie geprüft, standhaft zu bleiben in dieser Prüfung, und der alles versöhnende Milde durch Treue und Anhänglichkeit und Förderung des Völkerwohls zu begegnen, und durch volle Entfaltung des schönen Jissroélcharakters, wie Gott dies ja selbst gegen Völkerhärte fordert, – nicht aber durch Aufgeben ihrer jissroélitischen Persönlichkeit; denn das hieße Selbstmörder werden, umdas Leben zu gewinnen.

     

     

     

    Samson Raphael HIRSCH : Chauréw, Versuche über Jissroéls Pflichten in der Zerstreuung, zunächst  für Jissroéls denkende Jünglinge und Jungfrauen. Vierte Auflage Frankfurt  a.M. Verlag J. Kaufmann 1909



    [1]  Das andere ist der Fasttag G’daljohs (§ 237) am 3.Tage des Jahres.

    25-02-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH

                  (1833 – 1900)

     

    הפטרת תצוה

     

     

    Aus dem Kommentar zur Haftoro des Wochenabschnittes TETSAWE

     

    Ezechiel, Kap. 23, Vers 10 und folgende

     

    Die Haftora bringt uns den Schluß eines an den Propheten Ezechiel ergangenen größeren Gotteswortes. Dasselbe hatte ihm im Geiste aus dem Exil nach dem jüdischen Lande versetzt und hatte ihm das Heiligtum der Zukunft, das ewige, das בית שלשי in eingehendster Beschreibung, mit seinem ganzen Gehalte, in allen seinen Größen- und Maßstabverhältnissen gezeigt. (Das. Kapp. 40, 41 en 42). Indem ihn nun jetzt der Auftrag wird, was er geschaut, in aller Genauigkeit und Anschaulichkeit seinem Volke zu vergegenwärtigen, und als Frucht dieser Vergegenwärtigung und des daraus zu gewinnenden Verständnisses ein tiefes Schamgefühl über bisher bewiesene Unzulänglichkeit in Aussicht gestellt wird: so wird damit mit unabweisbarer Klarheit die Tatsache bewiesen, daß das Heiligtum in seiner Totalität und in allen seinen einzelnen Bestandteilen die Vergegenwärtigung eines Ideales ist, das stets und stets zu seiner Verwirklichung mahnt, das also, weit entfernt mit seiner Herstellung bereits seinen Zweck erreicht zu haben, vielmehr gerade von dem Augenblick seiner äußeren Vollendung erst anfangt, der ewig laute, nimmer verstummende Mahner an die Erfüllung der Pflicht im Leben zu sein. So sehr, daß bei seiner bloßen Vergegenwärtigung das gesunkene Jissroél sich des Abstandes seiner Wirklichkeit von der Höhe seiner Bestimmung so recht im tiefsten Herzen inne werden müsse. Es ist die eindringlichste Sicherstellung des Gottesheiligtums vor der Verquickung mit entsittlichenden heidnischen Vorstellungen einer dem Tempel und seinem Dienste innewohnenden magisch-mystischen Schutzwirkung, die bis auf den heutigen Tag noch nicht überall geschwunden ist, obgleich die trotz der correcten Innehaltung des Opferdienstes erfolgte zweimalige  Zerstörung des Tempels doch den sprechendsten Beweis des Gegenteils in schrecklichster Deutlichkeit bereits zweimal erbracht hat.

     

    בן אדם, Menschensohn, diese durchgehende Bezeichnung des Galuthpropheten, weist auf seine und des Galuth-Jissroél menschheitspriesterlichen Bestimmung hin: Erziehung der Menschheit zur Verwirklichung des höchsten, mit „Adam“ gegebenen Menschenideales.

     

     

    (Die Haftoroth übersetzt und erläutert, Frankfurt am Main 1896: S. 152- 159  Kommentar zu Ezechiel. Kap 43…) 

    25-02-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    24-02-2021
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    Rabbiner Dr. Salomon BREUER

                    (1850 – 1926)

     

    Belehrung und Mahnung  zur Wochenabschnitt Tétsawé (Auszug)

     

    כתית למאור hat noch zu alle Zeiten sich bewahrheitet. Unter dem Druck der צרות hat sich Jissroél noch stets in seiner Gesamtheit, aber auch in seinem Einzelleben auf seine Aufgabe besonnen. Unter dem Druck der Leiden hat noch immer der ererbte, väterliche „Keim“ sich entfaltet – da wir auch gefastet, צדקה gegeben, mit כונה „geort“, mehr als sonst gelernt, werden ernste Vorsätze und Entschlüsse gefasst: Es gelobt der Mann, am Freitag sein Geschäft pünktlich zu schließen, die Frau das כשרות und טהרה des Hauses gewissenhaft zu wahren, und auch „der Scheitel“ wird nicht mehr als drückende Last empfunden – unter den Druck wird das Öl gewonnen und auch zur Leuchte entzündet – allein כדי: להעלות נר תמיד שתהא שלהבת עולה מאליה daß die nun einmal emporgeschlagene Flamme fortan auch selbständig weiterleuchte, diese unter heiteren, glücklichen Lebensverhältnissen zu lösende abramitische Lebensbestimmung harrt leider noch immer ihrer vollen Verwirklichung.

    Solange aber ist unsere Aufgabe nicht erfüllt, zu deren Lösung auf Erde uns Gott berufen. Hat doch Gott nicht nur zu unserem, sondern auch zum Heile der Menschheit sein Thoralicht unserer Pflege anvertraut. Denn wenn es von der Pflege der Menora heißt, חקת עלם לדרתם מאת בני, daß sie das Gesamtanliegen Jissroéls bilde uns seine Priester berufen seien, alle Glieder des Volkes für die Pflege des Thoralichtes zu gewinnen, so ist das jüdische Volk als Priestervolk inmitten der Völker berufen, Gottes Thoralicht solange zu pflegen, bist einst die Sehnsucht der Menschheit nach seinem Besitze verlangt. – Solange aber das Thoralicht nicht uns dauernd erleuchtet, wie sollte es da anderen leuchten? Solange wir nicht für das להעלות נר תמיד gewonnen sind, solange uns das Öl zur Leuchte nur durch „Druck“ erpresst wird, wie sollten wir da andere für seine Pflege gewinnen? –

    Wenn erst Jissroél für das להעלות נר תמיד, für seine gottgewollte, heitere Lebensbestimmung gewonnen sein wird, dann wird Jissroél auch seine Mission inmitten der Völker vollenden. Dann wird Gottes Thoralicht aus Jissroéls Leben in die Nacht der Völker hinausstrahlen und „Völker werden zu seinem Lichte wandeln, Könige zu seinem Strahlenglanze“ – (Jes.60) אמר הקב"ה בעוה"ז אתם צריכין לנר Zunächst, meinen daher die Weisen so sinnig, seid ihr des Lichtes bedürftig, müsst ihr selber erst für die in dieser Menorabestimmung niedergelegte Lebensaufgabe gewonnen werden – einst aber wird das Prophetenwort seine Erfüllung finden, daß Völker aus eurer Hand das Licht des Lebens sich holen werden; denn ist einmal das להעלות נר תמיד in unserem Leben Wahrheit geworden, dann gehört auch Jissroéls Leidenszeit der Geschichte an: „Gott wird dir zum ewigen Licht, und zu Ende sind die Tage deiner Trauer (Jes.60) כי ה' יהיה לך לאור עולם ושלמו ימי אבלך

     

    Quelle: Rabbiner Dr. Salomon BREUER  Belehrung und Mahnung zweiter Teil Exodus J.Kaufmann Verlag Frankfurt am Main 1931 S. 54 -35

    24-02-2021 om 20:42 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    23-02-2021
    Klik hier om een link te hebben waarmee u dit artikel later terug kunt lezen.Rabbiner Dr. Rafael BREUER: Aus dem Vorwort zur Erläuterung der Megillas ESTHER
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    Rabbiner Dr. Raphael BREUER

                (1881-1932)

    Aus dem Vorwort zur Erläuterung der

     Megillas Esther

     

     

    …Leicht ist die Kunst des Retouchierens biblischer Gemälde freilich nicht. Liebe vor allem und freudiger Wille, alles zeitlich Bedingte beim Schauen des ewig Großen und Bedeutsamen als den Fernblick hindernd  aus dem Weg zu räumen, gehört dazu. Seht doch nur, wie der Verfasser des Horeb[1] im Abschnitt Purim förmlich mit der Sprache ringt, um das Unausgesprochene der Megillah, was nur zwischen den Zeilen haucht und flüstert, und was nur das liebende Aufmerken eines unverdorbenen Ohrs erlauscht, in Worte zu kleiden! Hier fühlt einer, dem das tiefe Bewusstsein, daß ein schmucklos dürres Menschenwort zu leer und ärmlich sei, die erhabene Heiligkeit des Bibelwortes auszuschöpfen, in allem, was er schrieb, die Feder führte (und dem darum so oft der bloße Wohllaut einer klingenden Phrase zur Wiedergabe undefinierbarer Empfindungen ein heiliges Bedürfnis war) ass zum Verständnis der Megillah nicht kritischer Scharfsinn reicht und nur sich einfühlende Liebe der einzige Schlüssel ist.  „Und über beiden – unsichtbar Gott, längst schon vorbereitend die Heilung vor dem Schlage; Folgen der Menschentat zu seiner Weisheit Zweck verknüpfend – Langeweile einer schlaflosen Nacht dem Könige – Aufwallung eines Augenblicks in des Königs Brust – und – abgewendet der Schlag von den Hilflosen…“ So wird das Vexierrätsel, wo sich im Estherbuche Gott befinde, von einem Kenner gelöst, der die Megillah nicht kritisch prüft, sondern als „Brief“, als ein Vermächtnis erfahrungsweiser Exulanten an die späteste Gola liebt und ihre Geschichte erlebt. Des Horebverfassers pietätvolle Art stand mir beim Schreiben dieses Kommentars vor der Seele. Ich habe die Megillah nicht geprüft, sondern zu lesen,  ihre Helden nicht entthront, sondern zu lieben und ihre Szenen nicht zerpflückt, sondern zu erleben gesucht.

     

    Aschaffenburg, im Schewat 5670

    Raphael BREUER



    [1] Rabbiner Samson Raphael HIRSCH

    23-02-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    22-02-2021
    Klik hier om een link te hebben waarmee u dit artikel later terug kunt lezen.„Der Zionismus, seine Theorien, Aussichten und Wirkungen“ 20. Folge
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    Schriften zur Aufklärung über den Zionismus 

    N° 2 „Der Zionismus, seine Theorien, Aussichten und Wirkungen“

    Herausgegeben vom Antizionistischen Komitee Berlin 1913

     

    …

                IV. DIE WIRKUNGEN DES ZIONISMUS

    …

     

                                           

                      d) Zionismus und Gleichberechtigung:

     

    Ja, das ist der letzte Wunsch des gesamten Antisemitismus : die Gleichberechtigung soll aufgehoben werden! Und wenn er in dem zähen Ringen um diese Errungenschaft den Zionismus lobt und streichelt, wenn er ihn als einzige berechtigte Form des Judentums, so beweist er seine Klugheit und Folgerichtigkeit. Denn der Zionismus macht sich – ganz gewiß unbewußt und wider Willen – zum  willkommenen Handlanger aller jener Mächte der gehässigen Reaktion, die dem Juden zum verachteten Paria herabdrücken wollen.

    Worauf beruht die Gleichberechtigung im Staate, welches ist ihr ethischer Hintergrund? Sie beruht einzig und allein auf der Erfüllung gleicher Pflichten  durch alle Bürger! Aber in diesen knappen Formel  ist ihr Wesen nicht erschöpft,  denn Gleichberechtigung ist ein Aequivalent nur für freudig erfüllte Pflichten. Man muß unterscheiden zwischen  allgemeinen Menschenrechten und besonderen Rechten und Vergünstigungen des betreffenden Staates für seinen treuen Bürger. Erstere genießt auch der Ausländer, der kühn und geschäftsmäßig seine Steuern bezahlt, und sich den Gesetzen fügt. Auf letztere hat aber entschieden nur jener einen Anspruch, der  sich selber als einen Teil des Staates fühlt und in freudiger Hingebung  seinen Pflichten nachkommt , nicht indem er sie als eine Last empfindet, sondern im Bewußtsein der Verantwortung , die jeder Bürger trägt.

    Es wird uns nun, wie bereits erwähnt, besonders in unserem deutschen Vaterlande, diese freudige Pflichterfüllung nicht leicht gemacht. Die Verseuchung, die der Judenhaß, in weite Kreise der Bevölkerung getragen hat, bewirkt, daß wir für unser treues Streben viel Undank ernten;  jeden Augenblick merken wir, daß die  Staatsbehörden ein fast traditionell gewordenes Übelwollen und Mißtrauen gegen  alles, was jüdisch heißt, erfüllt. Zu  dem Mißtrauen gesellt sich ganz offene Verachtung, indem der Staat als freiwilliger Missionar, die Rechte die sich aus der garantierten Gleichberechtigung ergeben,  nicht selten davon abhängig macht, daß der Jude feige seinen Glauben abschwört. Aber es geht hier wie so oft im Leben! Nicht dadurch kommen wir weiter, daß wir uns mit dem Unrecht abfinden  und es sanktionieren, sondern nur dadurch,  daß wir einerseits uns in der freudigen Befolgung  unsere Pflichten nicht beirren lassen, anderseits aber  das Unrecht nach Kräfte bekämpfen. Uns bleibt kein anderer Weg!  Die Mächte des Hasses und des Unrechts sollen uns nicht den Blick trüben, dahin führen, das wir mutlos und angewidert mechanisch unsere Pflichten erfüllen, ohne Lust und Liebe, weil wir es eben müssen.  Das ist den Augenblick worauf den Antisemitismus wartet!

    Der Zionismus aber, und darin besteht seine größte Gefahr, vernichtet systematisch in seinen Anhängern, die Freude am Vaterlande und die Lust zu freudiger Pflichterfüllung. Unsere Mitbürger betrachtet er  als Wirtsvölker, uns als geduldete Gäste,  und so stellt er sich außerhalb des Ganzen,  raubt das innerliche Interesse und untergrabt langsam, aber mit tödlicher Sicherheit die Grundlagen unserer Gleichberechtigung. Noch einige Jahrzehnte zionistischer Erfolge in der jüdischen Jugend, und die Regierungen werden mit Recht darauf hinweisen können, daß die Juden keine innerliche Beziehungen zu dem Gedeihen des Vaterlandes haben, daß sie fremd fühlen und denken, fremde Interessen haben,  und dann wird man mit vollem Recht die Gleichberechtigung solcher Bürger antasten dürfen. Warum soll man auch dem Juden, der sich außerhalb des Deutschtums gestellt hat, mehr Rechte und Freiheiten gewähren als einem Franzose oder Chinesen, der sich hier fremd fühlt? Der Jubel des Antisemitismus, seine Anerkennung für den Zionismus  ist auch in dieser Hinsicht begreiflich und selbstverständlich , denn auch hier arbeitet er im glatt in die Hände. Nur ein guter Deutscher hat Anrecht auf Gleichberechtigung im deutschen Vaterlande. Ist der Jude kein Deutscher vom ganzen Herzen und mit voller Begeisterung, so  hat er sein Anrecht verwirkt!

     

     (wird fortgesetzt)

     

     

    Erscheint in Jeschurun Judentum gegen Zionismus in Folgen, als Teil unseres Studienprogramms  Jahrgang 5770/5771

     

    Mit Dank an Frau Manja BURGERS, Antiquarische Buchhandlung „Spinoza“ in Amsterdam

    http://www.spinozabooks.com

    22-02-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    21-02-2021
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    תצוה

    נר יי נשמת אדם חפש כל חדרי בטן:

    „Gottes Lampe ist die Seele des Menschen, durchforscht alle Gemächer des Innern“

    (Sprüche Salomos, Mischlei 20,27 Übersetzung Rabb. Dr. Wolf, Köln a.R.)






    1.

    Die Himmelsflamme „Religion“

    Entzünde früh in deiner Brust;

    Sie leuchte in der Jugend schon

    Als deine höchste Seelenlust.

    2.

    Bewahre stets dies Himmelslicht

    Es ist von oben dir gesandt;

    Bis einst dein Aug‘ im Tode bricht,

    Erleuchtet es dir den Verstand!

     

    Aus: Erbauungsbuch „Bibel- und Talmudschatz“ J.H. Kohn S. 212  13.Auflage Hamburg 5691 – 1931

     

    Die beste Anschrift für antiquarische Judaica:

    Antiquarische Buchhandlung „Spinoza“ in Amsterdam

    Inhaberin: Frau Manja BURGERS

    http://www.spinozabooks.com

    21-02-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    19-02-2021
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    Rabbiner Samson Raphael HIRSCH

     

    זכור 

    Kommentar zur Wochenabschnitt  Sochaur

     

     

    5 B.M. Kap. 25 VV. 17,18,19 (Wochenabschnitt Ki Ssétsé)

     

    זכור וג' Das Fernhalten von jedem עול , von jedem Mißbrauch jeder, sei es auch nur momentanen Überordnung (עול) über den andern zu dessen Schaden, von dem Mißbrauch eines jeden Vertrauens, das ein Mensch in den andern setzen muß, wenn überall ein Zusammenleben der Menschen möglich sein soll, das Durchdrungensein von der Überzeugung, daß wir nur so lange Gott unseren Gott unseren Gott nennen dürfen, als wir ängstlich das kleinste Unrecht gegen seine Menschen auf Erde scheuen, und die daraus hervorgehende fleckenloseste Rechtschaffenheit in unserem Verkehr mit Menschen, das war der letzte Zug, den das Gesetz über das Charakterbild des von ihm leitenden und nach ihm sich nennenden Volkes gezeichnet.  Das Volk, in dessen Nationalcharakter die Züge des Mitgefühls, der Rücksicht, der Milde, des Wohlthuns gegen alles, was lebt, hervorleuchten sollen, wie dazu die letzten Kapitel des Gottesgesetztes wiederholt gemahnt, das werden, „wehe“ zu thun, das soll im vollendetsten Ideal als „ישרון“ ([1]Kap. 33, 26) über die Erde wandeln, in dessen  Verkehr mit Menschen solle es als ישר , als das  geradeste, rechtschaffenste, biederste unter den Völkern sich ankündigen, undשארית ישראל , diejenigen, die alle Zeiten und alle Prüfungen für die einstige jüdische Vollendung durchdauern,  erblickt das Prophetenwort in denjenigen, welche „kein Unrecht thun, keine Täuschung reden und in deren Mund sich keine Zunge des Truges findet; sie allein finden auf Erden ihre Weide und Ruhe, sie allein haben vor nichts und niemand zu zittern“ שארית ישראל לא יעשו עולה ולא ידברו כזב ולא ימצא בפיהם לשון תרמית כי המה ירעו ורבצו ואין מחריד  (Zefanja 3, 13).

    Denn gerade Gegensatz zu diesem aus Gerechtigkeit und Liebespflicht gewobenen Charakterbilde eines Volkes, das nur in gewissenhafter Pflichttreue seine Macht und seine Zukunft erblicken, und durch dessen Vorgang die ausschließliche Pflichthüldigung einst das Anteil der Gesamtmenschheit werden soll, bildet eine Völkergrösse, die wie  Amalek, nur in dem Schwerte ihre Macht und in dem Niedertreten aller ungerüsteten Schwächern ihre Ruhmesfreude findet.  Sie trat bereits bei dem ersten Hineintreten des Volkes der siegreichen Pflichttreue in die Völkergeschichte (2 B.M. 17, 8-16) diesem feindlich entgegen und ihr ward (daselbst) gleich bei diesem ersten gegensätzlichen Versuch das einstige Verschwinden aus dem Gedächtnis der Völker verkündet (daselbst).

    Die nunmehr mit ihre Pflichtaufgabe in das Land des Gesetztes zu dessen treuer Erfüllung Einziehenden werden daher hier auf diesen ihren ausgeprägtesten Gegensatz, und zwar zu dauernder Erinnerung, nochmals hingewiesen, in den einzelnen Zügen seines auftretens ihnen dieser Gegensatz zu ihrer Bestimmung zum klarsten Bewußtsein gebracht, und während dort der Kampf gegen Amaleks Völkerprinzip bis zu dessen völligem Verschwinden als Inhalt aller völkergeschichtlichen Gotteswaltungen auf Erden verkündet ist – wie hier Jissroél aufgefordert, sich als mitwirkendes Werkzeug für diesen Gotteskampf gegen Amalek zu begreifen und zu bewähren, aus dessen die Menschen irreführenden, mit seinem Glanze blendenden Ruhmeslorbeer das letzte Blatt eben dann fallen werde, wenn nicht vor einem stärkeren Schwerte sein Schwert, wenn vor einer nur auf Pflichttreue gegen Gottes Sittengesetz aufgeblüht stehenden, nur von Gott getragenen Macht Amaleks Schwert zusammenbricht.

     בדרך בשעת טירופיכם בצאתכם, את אשר עשה לך עמלק בדרך בצאתכם ממצרים ממצרים בשעת גאולתכם (ספרי)eure Gesamtheit (לך) warבדרך , auf der Wanderung begriffen, von ganz anderen Gedanken und Sorgen, als von Kriegsgedanken eingenommen; es war die Wanderung einer heimatlosen Menge mit Frauen und Kindern in der Wüste, deren Lage menschliche Teilnahme von jedem einzelnen von euch (בצאתכם) schwebte doch die Bekundung des einen Einzigen unsichtbar gegenwärtig, der seine Fesseln gebrochen und ihn aus der Knechtschaft einer solchen Macht mit Mizrajim  zur Freiheit geführt, eine Thatsache, die dem Wehrlosesten von euch zu Schirm und Schild gegen jeden mutwilligen Angriff hätte dienen müssen. 

     מקרה, אשר קרך בדרךist ja das, was für den davon Betroffenen außer aller Berechnung und Erwartung geschieht (siehe 1 B.M. 24,12). Du zogst deines Weges und hattest gar keine Veranlassung, einen feindlichen Überfall zu vermuten. Sein Angriff war völlig unprovoziert, war von purer Freude an Menschenschlächterei, oder von einer Ahnung der Gefahr getrieben, die aus dem mit dir in die Geschichte einziehenden Prinzipen der Schwertgewalt zu drohen begann.

     זנב, ויזנב בךder Schweif (so rabbinischסניף : Anhängsel, das Nebensächliche, einem Hauptkörper Anhängende, undצנף : die Anhängsel, Enden, mit einem Hauptkörper verbinden, zusammenrollen), hier: die Nachzügler, undזנב , Piel (wie סעף entasten): die Nachzügler von dem Haupttrupp abschneiden, oder niedermachen.כל הנחשלים אחריך חשל (verwandt mitחסל : abfressen, zu Ende bringen,  אזלschwinden,עצל  träge) Daniel 2,40:פרזלא מהדק וחשל כלה ; Eisen zerschlägt und vernichtet alles, bezeichnet jedenfalls einen Schwächezustand, ähnlich wie das versetzteחלש , also: alle, die dir nur schwach nachfolgen konnten, aus Schwäche zurückblieben.  ואתה עיף ויגע, du selbst – das ganze Volk, der Hauptkörper selbst – warst matt und abgemüht.  Es waren also die Schwächsten unter den Schwachen, die selbst einer langsamen Fortbewegung nicht folgen konnten, die er überfiel. Ihn lud somit nicht Schwäche und Mitleid und Schonung, sondern zu roher, höhnender Mißhandlung.

    ולא ירא אלדי', und er sah nicht Gott, der für den Schwachen eintritt gegen die Faust des Starken, und hatte keine Scheu vor Ihm.

     

    V. 19והיה בהניח וג' , wenn Gott dir dein Gott ist, wenn du, im geraden Gegensatz zu allen diesen Amalekzügen, all dein Thun nach seinem Willen richtest und all dein Sein Ihm anheimstellst und du so – nicht durch dein Schwert und deine Macht – durch den mit deiner Pflichttreue gewonnenen Gottesschutz, in dem dir von Gott angewiesenen Lande, unangetastet von allen deinen Feinden ringsum sicher und glücklich ruhst.

     נתן לך נחלה לרשתהdas Land, das er dir jetzt zur Besitznahme giebt, war bereits deinen Vätern zugesagt, es kommt dir nur von ihnen als Erbe zu, auf daß du es weiter auf deine Kinder vererbest. Es ist nichts, was du aus eigener Machtvollkommenheit besitzest. Der Pflichttreue in dem Gottesbunde mit deinen Vätern verdankst du es, und nur durch Vererbung dieser Pflichttreue auf  deine Kinder wirst du ihnen auch das Land vererben.

     תמחה את זכר עמלק(siehe 2 B.M. 17,14).

     לא תשכחvergiss dies nicht, wenn du je hinüberschwanken und Amalek gleich nicht Pflicht, nicht Gott kennen und, in kleinen oder großen Dingen, nur Gelegenheit suchen wolltest, deine Überlegenheit zum Schaden deiner Mitmenschen zu üben!

    Vergiss dies nicht, wenn du  je deines Jissroélberufes und deiner Jissroélsendung  in der Mitte der Menschen vergessen und die Lorbeerkränze beneiden möchtest, die eine bethörte Welt dem Andenken glücklicher Menschenglückzerstörer flicht und den thränengetränkten Boden vergißt, aus welchem den Lorbeer zu solchen Kränzen erwachst.

    Vergiss dies nicht, wenn du je selbst unter  Amalekrohheit und Gewalt zu leiden hast. Bleibe aufrecht! Bleibe bei der Menschlichkeit und Rechtsachtung, die dein Gott dich gelehrt.  Ihnen gehört die Zukunft, Menschlichkeit und Gerechtigkeit bleiben Sieger über Rohheit und Gewalt, und du selbst bist gesendet, durch dein Geschick und Beispiel diesen Sieg und die Zukunft anzukündigen und mitwirkend herbeizuführen.

     לא תשכח, vergiss  dies nicht, und auf das du es nicht vergessest, זכור, erneue dir von Zeit zu Zeit Amaleks Gedächtnis und das, was dir über seine Zukunft gesagt ist –



    [1] JESCHURUN

    19-02-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    18-02-2021
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    Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH

                  (1833 – 1900)

     

    הפטרת פרשת זכור

     

    Aus dem Kommentar zur Haftoro des Wochenabschnittes SOCHAUR

     

    Samuel 1, Kap. 15, Vers 1 und folgende

     

    Paraschath Sachor will uns die Pflicht ins Bewusstsein rufen, unser Leben in Tat, Gesinnung und Urteil zu einem Protest gegen זכר עמלק, gegen „amalekitisches Ruhmesgedächtnis“ zu gestalten, also zu einem Proteste gegen Unrecht und Gewalt und jede Anbetung des Erfolges im Einzel- wie im öffentlichen Leben. Die Haftora bringt uns die Geschichte von der Vernichtung des historischen Amalek, und lässt damit zugleich nur um so schärfer hervortreten, daß die uns zu ewigen Gedenken ins Bewusstsein gerufene Pflicht: „das Gedächtnis Amaleks auszulöschen“, sich nicht sowohl auf das conkrete, bereits seit Jahrtausenden dem Moder verfallene Amalek, sondern auf das Amalek-Prinzip bezieht, זכר עמלק, das seiner Bedeutung im Leben des Einzelnen wie der Völker als Vorbedingung des Menschenheiles noch heute entgegenharrt,  wie vor Jahrtausenden.

     

    Kap.15, V.1 „Über sein Volk, über Jissroél“: auch nachdem du zum König gesalbt bist, vergiss nie, daß es nicht „dein“ Volk, nach Art heidnischen Völker, sondern „Sein“ Volk ist, über das du herrschest , und daß du nur in diesem Sinne, als König des Gottesvolkes, deine Macht zu handhaben hast. Darum bedeutungsvoll, nicht: „Höre auf die Worte Gottes“, sondern, wie immer wenn die Pflicht des unbedingten Gehorsams, unabhängig von der Einsicht im Sinn und Absicht des Befehles, rein nur aus Ehrfurcht vor der Autorität, „der Stimme“ des Befehlenden, gefordert wird: „Gehorche der Stimme der Worte Gottes.“ (Vergl. zu 1 B.M. 21,12)

     

    V.3. Der Inhalt des Auftrages lässt sofort erkennen, weshalb insbesondere hieran die Unverbrüchlichkeit des Gehorsams appelliert wird. „Vernichte alles Seinige und erbarme dich seiner nicht!“ – Wenn wir bedenken, daß alle Lehre, alle Gesetze Gottes dahin wirken, Jissroél zur höchsten Feinfühligkeit, zu jener Gesinnung zu erziehen, die gegen alle Mitgeschöpfe Liebe betätigt und sich stets in die Lage des Nächsten versetzt: so stand der hier Saul gegebene Auftrag mit allem sonst gelehrten und Erstrebten im denkbar schroffsten Gegensatz. Dazu kommt: Dieselbe göttliche Gerechtigkeit, die sonst spricht: „die Kinder sollen nicht getötet werden wegen der Sünde der Eltern“, verhängt , verhängt hier Vernichtung über ein Volk wegen eines Verbrechens, das vor Jahrhunderten von seinen Vorfahren begangen worden! Da begreift es sich sehr wohl, weshalb hier mit den Worten: „Gehorche der Stimme!“ jedes Schwanken beseitigt werden soll. Wenngleich sich dem Menschenblicke die Einsicht entzieht: es ist ה', der barmherzige Gott, der Vater aller seiner Menschenkinder, der als ה' צבאות, als der seine Menschheit erziehende und sie zu dem von Ihm bestimmten höchsten Ziele leitende Gott, für dieses Glied der Menschenfamilie jede Erhebung als ausgeschlossen und seine Vernichtung als geboten erkennt. Wegen jenes zu erwartenden Widerstrebens war es deshalb auch nötig, alle in dem Auftrage Inbegriffen und insbesondere diejenigen zu nennen, bei denen die Ausführung am meisten dem natürlichen Gefühle widerstrebte. Das Volk, welches bestimmt ist, das Prinzip allumfassender Nächstenliebe durch die waffenstarrende Welt zu tragen, sollte in diesem Falle der Arm des Gottesgerichtes sein, welches die Wahrheit in ihren ganzen furchtbaren Ernste bekundet: amalekitische Gewalttat bringt, trotz augenblicklicher Erfolge, nimmer Segen, nimmer dauernde Ruhe, sondern unabwendbar, wenn auch oft erst spät, Fluch und Vernichtung den Ahnen folgender Geschlechter.

    Daß  übrigens nicht aber bloß wir, in der vermeintlich moderne Denkweise, eine solche menschliche Gesinnung in Saul zurückreflektieren, sondern daß dieselbe Anschauung  auch bei unsere Weisen lebte, das geht aus dem folgenden im Talmud, Joma 22b, enthaltenen Aussprüche R. Mani’s hervor. Derselbe findet in den Worten: וירב בנחל, V.5 den Ausdruck des Widerstrebens, des inneren Kampfes, den Saul vor der Ausführung dieses schweren Auftrages zu bestehen hatte. In dem Worte נחל findet er den Hinweis auf die 5 B.M. 21,1-9 angeordnete Entsündigung und Reinigung der Gerichtsbehörden derjenigen Stadt, in der Nähe  die Leiche eines Erschlagenen gefunden wurde, ohne daß es möglich war, den Mörder zu ermitteln. Dann musste nämlich das höchste Gericht einschreiten, und unter den Augen einer Delegation desselben musste die Behörde der nächsten Stadt sich durch die Egla-Arufa-Handlung ausdrücklich von jeder Schuld reinigen, die durch etwaige gegen die ihre Stadt passierenden fremden Wanderer geübte Lieblosigkeit und Vernachlässigung sie an diesem treffen könnte, א"ר מני בשעה שאמר לו הקב"ה לשאול לך והכית את עמלק אמר ומה נפש אחת אמרה תורה הבא עגלה ערופה כל הנפשות הללו על אחת כמה וכמה ואם אדם חטא בהמה מה חטאה ואם גדולים חטאו קטנים מה חטאן יצאה בת קול ואמרה לו אל תצדק הרבה אל תהי צדיק יותר מבוראך. „Als Gott zu Saul sprach: Vernichte Amalek! sagte Saul: ‚Wenn schon um eines Menschen willen die Thora die Vollziehung der Egla-Arufa-Handlung anordnet, wie schwer ist da die Verantwortung wegen aller dieser Menschenleben! Wenn die Menschen gesündigt haben, was haben denn die Tiere getan? Wenn die Erwachsene gesündigt hab,  was haben denn die Kinder getan?’ Da erging der Ruf: ‚Wolle nicht gerechter sein als dein Schöpfer!’“ –

    Um so charakteristischer für die Verständnislosigkeit Sauls aber war es deshalb, daß er, den Auftrag an „den Kindern und Säuglingen“ ausgeführt hatte, vor dem Königspurpur Agags und vor der dem Wertvollsten der Beute halt machte, wie dieser Kontrast V.8 besonders hervorgehoben wird. – Deshalb  erblickt auch das göttliche Verwerfungsurteil, V.11, in dem ganzen Verhalten Sauls einen Abfall aus der Nachfolge Gottes: שב מאחרי.

    …

    (Die Haftoroth übersetzt und erläutert, Frankfurt am Main 1896: S. 431- 439  Kommentar zu Samuel 1. Kap 15…) 

    18-02-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    17-02-2021
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    Rabbiner Dr. Salomon BREUER

                    (1850 – 1926)

     

    פ' זכור

     

     

    Belehrung und Mahnung  zur Wochenabschnitt Sachor (2.Teil)

     

    …

    מזה ומזה הם כתובים Die Gottesschrift durchdrang den Stein, so daß, nach dem Worte der Weisen, מ"ם וסמ"ך שבלוחות בנס היו עומדין die Buchstaben ם und ס nur durch ein Wunder in den Tafeln standen, da die von diesen ganz geschlossene Schriftzeichen umfassten Teile der Tafeln hätten herausfallen müssen und durch ein Wunder von den Schriftzeichen gehalten wurden. Dieses in den Tafeln, den Trägern der göttlichen Schrift, sich offenbarende geheimnisvolle Wunder ist aber dasselbe wunderbare Geheimnis, das auch im Geschick des jüdischen Volkes, dieses Trägers der „göttlichen Schrift“ sich offenbart.  Nicht der Stein trägt die Schrift, hier trägt die Gottesschrift den Stein! So auch im Geschick des jüdischen Volkes. Sich selbst überlassen, ist das jüdische Volk ein in der Luft schwebender Stein. אין לנו להשען אלא על אבינו שבשמים Es stürzt  unrettbar zu Boden, wenn es seinen Halt in sich oder in irdischen Faktoren zu finden glaubt. Nur wenn die Macht des göttlichen Willens es umfangen hält und sein Wesen durchdringt, vermag es zu bestehen und braucht kein Gewalt auf Erden zu fürchten.

    שמא כפרו בלוחות דכתיב בהן מזה ומזה הם כתובים Das war es in der Tat. Diesen Geist der לוחות hatte die jüdische Bevölkerung Schuschans verleugnet, und damit war ihr Schicksal besiegelt: der Steinkörper, den die Gottesschrift nicht mehr schützend und tragend umfasste, musste rettungslos in die Tiefe stürzen. –

    Dieses gottgewollte jüdische Geschick hat sich noch zu allen Zeiten bewahrheitet. Der gewissenhafte, vom Geist  der לוחות erfüllte Jehudi lässt sich daher nimmer von Zeitengunst und der durch sie ihm beschiedenen Glückstellung blenden. Das Bewusstsein, daß seine Stärke ihm nur aus Gott und der treuen Erfüllung des Gotteswillens beschieden sei, verlässt ihn kein Augenblick, und mag das Golus zeitweise seine herbe Erscheinung mildern, solange nicht die göttliche Wahrheit sich die Herrschaft im Leben der Völker errungen hat, ist er auf den Wandel der Zeitengunst gefasst, und erhebt das רשעות plötzlich wieder das Haupt, so schmerzt ihn wohl diese Erfahrung tief, aber sie überrascht ihn nicht und תשובה, תשובה wahrhafte innige Rückkehr zu Gott, gesteigerte Treue gegen Gott und seine Thora ist ihm einziges Gebot der Stunde. Den Entfremdeten hingegen, der den Geist der לוחות verleugnete, der in Freiheit und Gleichstellung zugleich die „Erlösung“ von den Fesseln des Gesetzes zu erblicken wähnte und sich hemmungslos den durch die Gunst der Verhältnisse gebotenen Lebensmöglichkeiten unter Preisgabe seiner jüdischen Lebensideale hingab, ihn muss der plötzliche Umschlag in völlige Fassungslosigkeit versetzen;: Gestern noch von der Sonne der Gunst bestrahlt, Gegenstand allseitiger Hochachtung und Wertschätzung und heute Spielball roher Willkür und verbrecherischer Gewalt – !

    Diese für die jüdische Geschichte so bedeutsame Tatsache verewigt unsere Megilla: Überall in den Provinzen ובכל מדינה ומדינה מקום אשר דבר המלך ודתו מגיע (Esther 4,3) wo Jehudim lebten, die von dem Taumel der Residenzstadt nicht ergriffen waren, da löste wohl die Nachricht des königlichen Dekrets tiefe Trauer aus אבל גדול ליהודים, aber die Kunde traf sie nicht unvorbereitet, sie wussten alsbald, was sie zu tun hatten und was als einzige Rettungsmöglichkeit ihnen geblieben: צום ובכי ומספד וגו' die aufrichtige Rückkehr zu Gott und seiner Thora. – Aber in Schuschan, der Metropole des verblendeten Assimilationstaumels, da war man durch die plötzliche Wendung der Dinge aus allen Himmeln gestürzt: נבוכה (in dem Sinne von נבוכים הם בארץ 2 B.M. 14,3) man war es ganz „irre“, fühlte sich wie vor den Kopf gestoßen! 

    Was aber die Bewohner Schuschans so überraschend traf und vor ein vollendetes Rätsel stellte, das war Esther ohne weiteres klar und stand ihr als traurige Gewissheit vor Augen, da sie alsbald die Frage stellte: שמא כפרו בלוחות Nicht Jissroél trägt die Thora, die Thora trägt Jissroél. In dem Augenblick, da es von seiner Thora sich nicht tragen lässt, fällt es rettungslos zu Boden. Jissroél wird nach dem treffenden Worte der Weisen mit den Sternen des Himmels und mit der Staub der Erde verglichen – es hat nur die eine Wahl: von seiner Thora getragen, erhebt es sich zu den Himmeln, ohne seine Thora wird es zum Staub der Erde! שמא כפרו בלוחות Haben sie sich an dem Geist der לוחות versündigt und ihn jämmerlich verkannt? –

    Und Mordechai antwortet auf Esthers Frage mit einem einzigen Wort, das alles erklärt: ויגד לו מרדכי את כל אשר קרהו er berichtet alles, was ihn „getroffen“, das aber heißt nach dem Weisheitswort: בן בנו של קרהו בא עליכם הה"ד אשר קרך בדרך der Enkel des Mannes, der die Väter einst „getroffen“, bedroht auch uns mit dem Untergang.

    קרה wovon מקרה, bezeichnet nach einer sinnigen Bemerkung unseres großen Rabbiners זצ"ל durchaus nicht, was wir „Zufall“ zu nennen pflegen, vielmehr was dem davon betroffenen außer jeder Erwartung und Berechnung geschieht und daher um so mehr auf den unsichtbaren Lenker der Geschicke Jissroéls hin, der die Verblendeten seines Volkes dem Geiste der לוחות zurückgewinnen wollte. Was sie so plötzlich traf, war in Wirklichkeit nur die natürliche Folge davon, כפרו בלוחות daß sie den Geist der לוחות verleugnet hatten. בן בנו של קרהו בא עליכם Ein solches 'קרהו' war aber auch das erste Auftreten Amaleks, אשר קרך בדרך als Amalek Jissroél „plötzlich“ anfiel.

    זכר את אשר עשה לך עמלק בדרך בצאתכם ממצרים ruft uns die Thora zu: Vergiß nimmer, was Amalek dir getan, als ihr aus Mizrajim zoget; בשעת גאולתכם „im Moment eurer Erlösung“, fügen die Weisen (ספרי) bedeutsam hinzu. Soeben erst hatte Gott diesem Volke unter allmächtigen Wundertaten vor aller Welt den Weg in die Freiheit gebahnt, eine Tatsache, die auch die Wehrlosen von jeder mutwilligen Angriff hätte schützen müssen und von der das Meereslied sang: שמעו עמים ירגזון וגו' „Völker hörten und beben – Zittern ergreift sie, aufgelöst die Bewohner Kanaans –  ויבא עמלק und da kam Amalek! Plötzlich, unerwartet – אשר קרך.

    Und doch  lautete auf die Frag מה זה ועל מה זה auch damals als einzige Antwort: כפרו בלוחות sie hatten den „Geist der Tafeln“ verleugnet; eine Wahrheit, die das Gotteswort durch das eine Wort ברפידים verewigt: ויבא עמלק וילחם עם ישראל ברפידים „Amalek kam und nahm den Kampf mit Jissroél auf in Refidim“ (2 B.M. 17,8) – Denn רפידים, meinen die Weisen (מכילתא) bezeichnet רפיון „Schwäche der Hände“ – לפי שרפו ישראל ידיהם מדברי תורה Jissroéls Hände waren schwach geworden, weil sie von der Thora ließen.

    Laßt uns nicht zittern um den Bestand der Thora, die Thora wird nicht schwach, כי לא תשכח sie weiß noch immer sich Träger zu sichern, die ihre Wahrheit aufgreifen und durchs Leben tragen. Zittern lasst uns um die, die von ihr lassen: deren Hände werden schwach und ohnmächtig. Das aber war in Refidim der Fall. Dort, so heisst es in den unmittelbar vorhergehenden Verse, sprach Jissroél die verhängnisvolle Worte: היש ה' בקרבנו אם אין und setzte Zweifel in die schützende und helfende Gegenwart Gottes in seinem Leben – und als da kam alsbald Amalek. Was so unerwartet, „plötzlich“ sich ereignete, war in Wirklichkeit eine aus den Ereignissen mit Notwendigkeit sich ergebende Folge.

    סמך פרשה זן למקרא זה sprechen die Weisen so sinnig (s. Raschi): diese beiden Abschnitte gehören eng zu einander. „Dauernd weile ich unter euch, bereit, euch zu helfen; ihr aber sprechet: weilt Gott in unserer Mitte? Nun, so komme der Hund und beiße euch, und ihr werdet aufschreien zu mir und erkennen wo ich bin“ –משל „Ein Gleichnis: ein Vater trägt sein Kind auf den Schultern. Willig hebt der Vater immer wieder Gegenstände vom Wege auf, nach den das Kind verlangt, um sie ihm zu geben; da begegnet ihnen ein Wanderer, und das Kind stellt die Frage: hast du mein Vater gesehen? Du weißt nicht, wo ich bin, spricht zürnend der Vater und wirft sein Kind zürnend von seinen Schultern, und dann kam der Hund und biß es –  “ Gibt es ein treffendere Darstellung für die ewige Wahrheit, die in den Gesetzestafeln ihren Ausdruck fand; daß Jissroél nur so lange sich geschützt und getragen weiß,  als es sich von der „Gottesschrift“ umklammern lässt, rettungslos aber in „die Tiefe stürzt“, sobald es in törichter Verblendung den „Geist der Gottestafeln“ verleugnet und, statt in jedem Augenblick der helfenden und bergenden Gottesnähe sich bewusst zu sein, die beschämende Frage stellt: היש ה' בקרבנו „weilt Gott in unserer Mitte?“ –

    'קרך' בדרך bezeichnet Amaleks erstes Auftreten – 'קרהו', das seines Enkel Haman – Dieses eine Wort erklärt das Auftreten seiner späten Enkel in der jüdischen Geschichte bis auf den heutigen Tag. Wir haben es erlebt und erleben es immer wieder. Und wenn es „plötzlich, unerwartet“ zu kommen scheint, dem wird auf die Frage: מה זה ועל מה זה immer wieder die einzig wahre, aber auch alles erklärende Antwort zuteil: רפידים! Das aber heißt mit anderen Worten: שמא כפרו בלוחות.

    Unsere Hände sind ohnmächtig, wenn wir von der Thora lassen; sie sind unüberwindlich stark, wenn wir an der Thora festhalten. Das lehrt uns Amaleks und Hamans קרך und קרהו – Das ist die ewige Wahrheit, zu deren Beherzigung alljährlich פ' זכור am Schabbos vor Purim uns aufruft.

     

    Quelle: Rabbiner Dr. Salomon BREUER  Belehrung und Mahnung zweiter Teil Exodus J.Kaufmann Verlag Frankfurt am Main 1931 S. 74 -79

    17-02-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    Rabbiner Dr. Salomon BREUER

                    (1850 – 1926)

     

    פ' זכור

     

     

    Belehrung und Mahnung  zur Wochenabschnitt Sochaur (1.Teil)

     

     

    Der heutige שבת steht im Zeichen der פרשת זכור, die an die Pflicht, das Andenken Amaleks, zu vernichten mahnt. Wenn auch diese Pflicht an jedem Tag des Jahres erfüllt werden kann, so lehrt doch der weise Brauch der Väter, diese Pflicht an dem Purim vorangehenden שבת in lautester Öffentlichkeit zu proklamieren, weil mit der wundervollen Geschichte, die dieses heitere Fest verewigt, Amalek, der für Jissroél und die Gesamtmenschheit die größte Gefahr bedeutet, aufs innigste verknüpft ist. Wie zum ersten Male Amalek unsere Väter bei ihrem Auszug aus Mizrajim anfiel und sie mit völliger Vernichtung bedrohte, so fiel auch später Amaleks Enkel, Haman, über unser Volk her, um ihn den Untergang zu bereiten; wie dort Josua, ein Enkel unserer Mutter Rahel, so war hier Mordechai, gleichfalls ein Nachkommen Rahels, das göttliche Werkzeug unserer Rettung und Erlösung. –

    Dies wären aber nur äußere Analogien zwischen diesen beiden historischen Ereignissen. Der scharfe Blick unserer Weisen greift jedoch ein Wort aus der Megilla heraus und weist an diesem einzigen Wort die inneren Beziehungen nach, die diese bedeutsamen Vorgänge miteinander verknüpfen.

    Als die Kunde von Hamans Mordplan zu Esther gelangt war, erzählt die Megilla, ותקרא אסתר להתך וגו' ותצוהו על מרדכי rief Esther Hathach herbei und gab ihm den Auftrag an Mordechai לדעת מה זה ועל מה זה zu erfahren, was dies sei und weshalb dies sei. ויגד לו מרדכי את כל אשר קרהו Und Mordechai erzählte ihm alles, was ihn getroffen. –

    Hierzu bemerken die Weisen (מ"ר): לדעת מה זה ועל מה זה, אמרה לו לך אמור לו מימיהם של ישראל לא באו לצרה כזאת, שמא כפרו ישראל בזה אלי ואנוהו, שמא כפרו בלוחות דכתיב בהן מזה ומזה הם כתובים Esther ließ Mordechai anfragen: Gehe, sage ihm: Seit Jissroél besteht, ist über Jissroél keine solche Not gekommen; vielleicht haben sie die Wahrheit verleugnet, die in den Worten ausgedrückt ist: זה וגו' „dies ist mein Gott, ich will ihm Stätte bereiten“ (Ex.15); vielleicht haben sie die Gesetzestafeln verleugnet, von denen es heißt: מזה וגו' „von hier und von hier sind sie beschrieben“ (Ex. 32)

    Und Mordechai ließ ihr antworten: את כל אשר קרהו, אמר להדך לך אמור לה בן בנו של קרהו בא עליכם, הה"ד אשר קרך בדרך ein Enkel jenes Mannes, der einst unsere Väter „getroffen“, bedroht auch euch mit völligem Untergang: אשר 'קרך' בדרך heißt es dort (5 B.M. 25,18) hier את אשר 'קרהו'. In diesem einen gemeinsamen Wort ist den Weisen die innige Verknüpfung dieser beiden Ereignisse enthalten.

    Tief erschüttert von der Schreckenshunde gab Esther den Auftrag, Mordechai zu fragen: לדעת מה זה ועל מה זה Wie aber hat sich die gesamte jüdische Bevölkerung dieser Schreckensnachricht gegenüber verhalten? Man sollte meinen, daß sie überall unterschiedslos die gleiche Bestürzung und Angst hervorgerufen habe. Lesen wir jedoch die Megilla aufmerksam, so finden wir in der Art, wie die jüdische Bevölkerung reagierte, einen gewaltigen Unterschied. Während es von den Provinzen heißt: ובכל מדינה ומדינה מקום אשר דבר המלך ודתו מגיע אבל גדול ליהודים וצום ובכי ומספד שק ואפר יצע לרבים „In jeder einzelnen Provinz, wohin immer das Gebot des Königs und sein Erlaß gelangte, herrschte große Trauer unter den Jehudim, Fasten Weinen und Klage, mit Sack und Asche hatte sich die Menge umhüllt’, heißt es von der  Residenzstadt kurz: והעיר שושן נבוכה „die Stadt Schuschan war – so übersetzt man gewöhnlich – bestürzt.“

    Dieser Unterschied in der Kundgebung ihres Schmerzes ist ein solch bedeutsamer, daß er uns zum Nachdenken Anlaß gibt.

    לדעת מה זה ועל מה זה, שמא כפרו וכו' Daß  im tiefen Grunde nur eine verhängnisvolle Verirrung des jüdischen Volkes diese vom Amaleks Enkel drohende Vernichtung heraufbeschworen habe, war Esther von vornherein klar; sie wollte nur die Art der Verirrung erfahren: – שמא כפרו בזה אלי שמא כפרו בלוחות וכו'.

    Welcher Art aber dieser Verirrung war, hierüber haben unsere Weisen (Megilla 12a) folgenden Aufschluss gegeben. Auf die Frage, weshalb die jüdische Bevölkerung mit Untergang bedroht wurde, erteilte רשב"י seinen Schülern die Antwort: מפני שהשתחוו לצלם sie hätte, wenn auch nur äußerlich, dem Götzentum sich zugewandt. Die Schüler aber legten der jüdischen Bevölkerung Schuschans als besonders Vergehen zu Last מפני שנהנו מסעודתו של אותו רשע daß sie an den Mahle, das Achaschwerosch der Residenzstadt gab, teilgenommen. –  

    Nun bedarf es aber der Erwägung: dieses Vergehen war doch nicht im entferntesten ein derartiges, daß sie den Untergang verdient hätten; hatten sie doch an dem Mahle nicht freiwillig teilgenommen: והשתיה כדת אין אנס nur zum Trinken bestand keinen Zwang, während sie zur Teilnahme am Mahle durch königlichen Befehl gezwungen worden waren!

    Es dürfte jedoch die Ausdrucksweise, mit der dieses Vergehen wiedergegeben wird, die Schwere dieses Vergehens genügend erklären.  Es heißt  nicht מפני שאכלו sondern מפני שנהנו: sie hatten Vergnügen an dem Mahle, hatten הנאה an diesem טרפה-Mahle, sie freuten sich, zur Teilnahme an diesem Mahle genötigt worden zu sein!

    מפני שנהנו Wieviel aber haben uns die Weisen damit nicht gesagt! Man bedenke: Bis dahin waren die Juden Schuschans von jeder Teilnahme am politischen und sozialen Leen ausgeschlossen – mit Ausnahme von Daniel und seine Genossen dürfte ihnen wohl jedes öffentliche Amt versagt geblieben sein – und nun kam plötzlich der königliche Befehl לכל העם הנמצאים בשושן der alle Bewohner Schuschans von gross bis klein, die Juden nicht ausgenommen, zur königlichen Tafel lud! Wie mögen sich da die jüdischen Bewohner der Residenz mit dieser ihnen aufgenötigten Teilnahme so recht herzlich gefreut, in ihr den 'קדוש השם' und den Anbruch einer „neuen Zeit gefeiert haben, die ihnen das Ende der Golus bedeutete – wie viele mochten im ersten Jubelausbruch der ,זכיה mit Haman an einer Tafel dinieren zu dürfen, ihre Mizvoth, ihr Talith und ihre Tefillin bei Seite gelegt haben, um dieser „Emanzipation“ sich „würdig“ zu erweisen!

    In diesen Taumel fiel die grausige Kunde von dem königlichen Dekret: להשמיד ולהרוג ולאבד את כל היהודים Tod und Vernichtung allen Juden!

    Ester vernimmt’s und alsbald lässt sie erkunden לדעת מה זה ועל מה זה: Haben sie etwa Gott, haben sie den Geist der Gesetzestafeln verleugnet von denen es heißt: מזה ומזה הם כתובים „von hier und von hier sind sie beschrieben“? –

    …(wird fortgesetzt Mittwoch 08 03 12)

     

    Quelle: Rabbiner Dr. Salomon BREUER  Belehrung und Mahnung zweiter Teil Exodus J.Kaufmann Verlag Frankfurt am Main 1931 S. 74 -79

    17-02-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    16-02-2021
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    מִשֶּׁנִּכְנַס אַדָּר מַרְבִּין בְּשִׂמְחָה

     

     

     

    Samson Raphael HIRSCH

     

     

    Betrachtung zum jüdischen Kalenderjahr – ADAR

     

    Aus Band V der „Gesammelte Schriften“

     

     

    II. Der Gotteskampf gegen Amalek

     

    Ursprünglich in Jeschurun März 1861

     

     

     

    In Faksimile, in Beilagen

     

    Bijlagen:
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    16-02-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    15-02-2021
    Klik hier om een link te hebben waarmee u dit artikel later terug kunt lezen.Der Zionismus, seine Theorien, Aussichten und Wirkungen 19. Folge
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    Schriften zur Aufklärung über den Zionismus 

    N° 2 „Der Zionismus, seine Theorien, Aussichten und Wirkungen“

    Herausgegeben vom Antizionistischen Komitee Berlin 1913

     

    …

    IV. DIE WIRKUNGEN DES ZIONISMUS

    …

     

            d) Zionismus und Vaterlandsliebe

     

    Die Zionisten sind, sobald es sich um die äußerliche Betonung ihres Verhältnis zum Deutschtum handelt, durchaus keine Revolutionäre. Sie verlangen im Gegenteil strengste und gewissenhafteste Erfüllung der staatsbürgerlichen Pflichten,  und das scharfe Betonen ihrer durchaus korrekte staatsbürgerliche Haltung , die Hervorhebung ihrer Bereitwilligkeit, alle Lasten,die das Vaterland auferlegt,  willig auf sich zu nehmen, schützt sie nach ihrer Meinung, vor jeden Vorwurf, das man ihnen aus ihrer Grundanschauung machen könnte. Denn diese besagt ja an sich, daß sie sich in ihrem „Niederlassungslande“,  nur vorläufig einrichten,  bis ein günstigeres Geschick, ihnen gestattet, ihre Herzenskraft ihrem eigentlichen Vaterlande, dem heiligen Boden Palästinas, zu weihen.

    Ist nun das Verhältnis zum Vaterlande wirklich mit dem Verlangen der Zionisten erschöpft?  Ist wirklich nichts erforderlich wie eine tadellose, ebenso korrekte wie kühle Erfüllung der staatsbürgerliche Vorschriften? Das Vaterland kann und muß mehr verlangen , es darf Liebe, begeisterte Liebe, fordern, innige, innerliche Hingabe an seine Kultur und alle ihre Aufgaben.

    Nur wer sich eine seelische Verbindung geschaffen hat, nur wem seine vaterländische Gesinnung ein Teil seines innersten Ichs,  und nicht der schlechteste Teil ist, hat das rechte Verhältnis gefunden, in welchem er zum Vaterland stehen muß.

    Die echte Vaterlandsliebe sitzt tief im Herzen.  Sie hat nichts zu tun mit äußerlichem Hurrapatriotismus, nichts mit überflüssigen, laut ausposaunten Loyalitätskundgebungen, die nicht nur bei Juden lächerlich wirken. Wir Juden wissen ganz genau, daß wir diese meiden, daß wir uns vor jeder übertriebenen Kriegsvereintheatralik sehr wohl hüten müssen. Nicht nur weil sie unecht und phrasenhaft ist, sondern weil vor unserer Seite zu solchen Lobeserhebungen  gar keinen Grund vorliegt. Wir sind uns dessen sehr wohl bewußt, daß uns unser Vaterland nicht so behandelt, wie es uns versprochen ward, wie die Gesetze der Ehrlichkeit es verlangen! Wir schreien nicht in Demut ersterbend Hurrah, sondern wir klagen an und klagen laut und wuchtig! Aber aus unseren Anklagen klingt ja die Liebe zu unserem Vaterlande heraus, spricht ja die Trauer, daß es nicht vollkommen ist,  und wir führen den Kampf um unser Recht wie im unseren eigenen Interesse so auch aus Liebe zu unserem Lande!

    Das Unrecht, das uns geschieht, darf uns nicht schwankend machen. Unser deutsches Vaterland hat noch andere Kinder, die es nicht nach Verdienst behandelt. Wie wir es bei ihnen als Verrat brandmarken würden, wenn sie statt um ihr  Recht zu kämpfen, ihr inneres Verhältnis lösten und nur kühl und gezwungen Pflichten erfüllten, so steht es auch um uns Juden. Unrecht darf uns nicht schwankend machen,  das Land und die Kultur zu lieben, die wir gefördert haben und die uns fördert. Und da der Zionismus diese innere Verknüpfung nicht verlangt, ja sogar verwirft, ist er es selber, der sich außerhalb des   Vaterlandes stellt.

    Auch  hier zeigt sich eben wieder die Erscheinung, daß ihm der Rassenantisemitismus unanfechtbare Autorität ist. Deutschtum ist eben Deutschtum im Sinne unserer Rassenchauvinisten. Jede Forderung und Anschauung der alldeutschen Clique über Vaterlandsliebe ist dem Zionismus ein Evangelium. Daß nur  der christliche, rassenreine Arier das Recht hat, deutsch zu fühlen, sich deutsch zu betätigen, sich deutsch zu nennen, ist ihm ganz selbstverständlich.  Wenn der alldeutschen Rassenwahn den Juden einen Fremdling nennt und ihm die Berechtigung  abspricht, an deutscher Kultur mitzuarbeiten, dann klatsch er entzückt Beifall. Jede Äußerung, die den Gegensatz zwischen Deutschtum und Judentum betont, wird jubelnd begrüßt  und registriert, und die Aussprache, die sich vor kurzer Zeit im „Kunstwart“ an einen Aufsatz Moritz Goldsteins knüpfte, spricht nach dieser Richtung hin Bände.

    Mit welch giftigem Hohne überschüttet doch der Zionismus jede vaterländische Regung und Tat  eines deutschen Juden! Mit welchem Spotte versucht er ihm jede Betätigung seines deutschen Gefühls, jede Beteiligung an  patriotischen Kundgebungen zu verekeln! Mit welche Anmaßung  versuchen russische und galizische Jünglinge, die noch fast auf die Schulbank gehören, erfahrenen alten deutschen Juden,  die in der Arbeit für Judentum und Deutschtum  ergraut sind, Vorschriften über ihre deutschen Gefühle zu machen! Auf den Gedanken, daß die Anschauung eines Rassenantisemiten auch mal falsch  sein könne, kommt der rechtschaffene Zionist überhaupt nicht. Jeder von jenen ungerechte und gehässigen Fanatikern, ist für ihn ein Engel, der ehrlich arbeitenden  und strebenden Glaubensgenossen  dagegen , der nicht nationaljüdisch  denkt, ein verräterischer Schurke!

    Wenn jüngst die Zionisten in Posen  einen Beschluß gefaßt haben daß  jeder Gesinnungsgenosse sich Interessen in Palästina schaffen solle, so mag man über solchen hohlen Demonstrationen lächeln; aber es steckt ein ernster Kern, nicht nur in den Spott, der sich über unsere deutsche vaterländische Gesinnung ergießt, sondern auch indem Jubel mit dem man die antisemitische Fremdentheorie begrüßt, die das Ziel der Zionisten, das Schwergewicht der Zionisten allmählich nach  Palästina zu verlegen, nur fördern kann.  Denn alles geht auf eine systematische Entfremdung  vom deutschen Vaterlande aus,  die Zionisten schüren das Gefühl der Fremdheit und damit das der Gleichgültigkeit, sie schaffen künstlich den Spalt, den der Antisemitismus so gerne haben möchte und den er darum als gegeben voraussetzt.

    Man braucht ja auf die Außenwelt nicht zu achten.  Aber doch etwas bedenklich stimmt es doch,  wenn die Judenfeinde aller Schattierungen – vom vornehmen Salonantisemiten der  „Täglichen Rundschau“ bis hinab zu Leute vom Schlage der „Wahrheit“ – den Zionismus freundlich begrüßen und in Nationaljuden die einzigen anständigen Juden erblicken. – Ihre Gründe sind klar und logisch, sie wittern Morgenluft!  Der Zionismus arbeitet, gewiß ohne Absicht, ihnen in die Hände und ebnet ihnen,  indem er die Kluft zwischen Juden und Christen immer mehr vertieft, den Weg zu einem fernen lockenden Ziel. Und dieses Endziel heißt: Aufhebung der Emanzipation, Aufhebung der Gleichberechtigung der Juden!

     (wird fortgesetzt)

     

    Erscheint in Jeschurun Judentum gegen Zionismus in Folgen, als Teil unseres Studienprogramms  Jahrgang 5770/5771

     

    Mit Dank an Frau Manja BURGERS, Antiquarische Buchhandlung „Spinoza“ in Amsterdam

    http://www.spinozabooks.com

    15-02-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    14-02-2021
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    תרומה

     

    כי האמנם ישב אלהים על הארץ ? 
    הנה השמים ושמי  השמים לא יכלכלוך אף כי הבית הזה אשר בניתי:

     

     

    Sollte denn Gott auf Erden wohnen? Da doch der Himmel und der Himmel Himmel Dich  nicht fassen können, viel weniger dieses Haus, welches ich gebaut?

    (Könige I. 8,28)

     

    1.

    Die ganze Welt, o Mensch, ist voll

    Von meiner Schöpfung reicher Pracht!

    Wo ist der Tempel, der da soll

    Umfassen Mich und Meiner Macht?

     

    2.

    „Wozu ein Heiligtum mir bau’n?“

    So fraget dich dein Fels und Hort;

    Wo Du auch weilst, kannst Du mich schau’n

     Du findest Mich an jedem Ort.

     

    ***

    Aus: Erbauungsbuch „Bibel- und Talmudschatz“ J.H. Kohn S. 206  13.Auflage Hamburg 5691 – 1931

     

    Die beste Anschrift für antiquarische Judaica:

    Antiquarische Buchhandlung „Spinoza“ in Amsterdam

    Inhaberin: Frau Manja BURGERS

    http://www.spinozabooks.com

    14-02-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    12-02-2021
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    Rabbiner Samson Raphael HIRSCH

                                  (1808-1888)

                                        

    משפטים

     

    Aus seinem Kommentar zur Wochenabschnitt Mischpotim

     

     

    Kap. 21, 2 Wenn Du einen ibrischen Knecht kaufst, soll er sechs Jahre dienen; aber im siebten soll er zur Freiheit unentgeltlich hinausgehen.

     

    Kap. 21, V.2 …Es verhält sich die תורה שבכתב zur תורה שבעל פה, wie die kurzen Diktate nach einer vollständig mündlich vorgetragener Disziplin einer Wissenschaft sich zu dem mündlich Vorgetragenen verhalten. Für die Jünger der Wissenschaft, die die mündlichen Vorträge gehört, sind kurze Diktate vollkommen hinreichend, um zu jeder Zeit, an der Hand dieser Diktate, sich die ganze Wissenschaft vollständig gegenwärtig zu halten und immer aufs neue wieder zu vergegenwärtigen. Für sie genügt oft ein Wort, ein beigefügtes Fragezeichen, Ausrufungszeichen, ein Gedankenstrich, ein Punkt, ein Strich unter einem Worte u., um eine ganze Gedankenreihe, eine Bemerkung, Beschränkung u.s.w. wieder ins Leben zu rufen. Für diejenigen, die die mündlichen Vorträge des Meisters  nicht gehört, werden solche Diktate völlig unbrauchbar sein. Wollen sie sich lediglich aus ihnen die Wissenschaft konstruieren, so werden sie vielfach irre gehen müssen; Worte, Zeichen, u.s.w. die den durch die mündlichen Vorträge eingeweihten Jüngern als die belehrendsten Leitsterne zur Festhaltung der gelehrten und gelernten Wahrheiten dienen, starren den Uneingeweihten als nichts sagende Sphinxe entgegen, und die Wahrheiten welche die eingeweihten Jünger nur an ihnen reproduzieren, nicht aber aus ihnen produzieren, werden die Uneingeweihten nur als bodenlose Spiele des Witzes und leere Träumereien belächeln. – …

     

    V.6 so führt in ihn sein Herr zum Gerichte hin, führt ihn hin zu der Thüre oder zu dem Pfosten, es bohrt sein Herr das Ohr ihm mit dem Pfriemen, und er hat ihm dann für immer zu dienen.

     

    V. 6 …Freiheitsstrafen, mit  aller der Verzweiflung und sittlichen Verschlechterung, die hinter den Kerkermauern wohnen, mit all den Jammer und Elend, die über Weib und Kind des Gefangenen bringen, kennt das göttliche Gesetz nicht. In den Umkreis seines Reiches sind die traurigen Zwingerwohnungen des Verbrechens fremd. Es kennt nur eine Untersuchungshaft, und auch die konnte nach der ganzen vorgeschriebenen Gerichtsprozedur, und namentlich bei der völligen Zurückweisung eines jeden Indizienbeweises, nur von kurzer Dauer sein. … …

     

    V.7 Wenn  ein Mann seine Tochter zur Magd verkauft, soll sie nicht wie die Knechte ausgehen.

     

    V. 7 …Soll doch auch sonst der Vater nicht einmal von der einen Befugnis, seine minderjährige Tochter zu verheiraten Gebrauch machen. Geradezu אסור heißt es: „Verboten ist es, seine Tochter als Kind zu verheiraten bis sie großjährig geworden und sage: „Den möchte ich gerne zum Manne!“ und ist damit nicht nur jeder Zwang, sondern selbst das gar nicht selten Überreden einer Tochter zu einer Heirat als sündhaft erklärt (Kidduschin 41a). Ein Bündnis, das die innigste Vereinigung bedingt, kann nur aus völligster Freiwilligkeit wahrhaft gedeihen. …

     

    V.14 Sinnt aber einer über den andern, ihn mit bewusstvoller Absicht zu töten, von meinem Altare weg sollst du ihn nehmen zu sterben.

     

    V. 14 …מעם מזבחי וגו' Der jüdische Altar gewährt dem Verbrecher keinen Schutz. Es sind nicht etwa zwei sich gegenseitig kontrollierende, mildernde und beschränkende Prinzipien, wie etwa Kirche und Staat, Gnade und Recht u.u.; unmittelbar neben dem „schwertfeindlichen“ Altar war die oberste Stätte des „Rechts“. Es ist ein und dasselbe Prinzip, das am Altar gepflegt und vor dem Sanhedrin zur Verwirklichung kam. Der ganze Begriff des Begnadigungsrechts fehlt im jüdischen Staatskodex. Nicht des Menschen, Gottes ist das Recht und das Gericht. …

     

    V. 22 Wenn Männer sich schlagen  und treffen eine schwangere Frau, so daß deren Kinder entweichen, es erfolgt aber kein Todesfall, so soll er mit Geld bestraft werden, wenn der Mann der Frau die Auferlegung fordert, und hat sie nach Richterausspruch zu geben.

    V.23 Wenn aber ein Todesfall eintritt, so hast du zu geben Leben für Leben. 

     

    V.22-23…Die Geldstrafe hat der Schuldige zu geben, sie liegt ihm, soweit sie Ersatz ist, sogar ob, selbst wenn kein Gericht ihn dazu verurteilt. Das Gericht sagt ihm nur, wie viel er zu leisten schuldig sei, die Leistung ist aber seine Aufgabe. Nicht so der Todesschuldige. Er hat nicht sein Leben hinzugeben. Es steht ihm ja gar nicht die Disposition über sein Leben zu. Ein Tod von seiner Hand wäre ja nur ein zweites Verbrechen. Ja, nicht einmal die Herbeiführung wird von ihm erwartet, ja das Gesetz hat sie ihm unmöglich gemacht. Kein Verbrecher kann nach jüdischem Gesetz sich selbst angeben. Sein Geständnis ist für seine Verurteilung völlig irrelevant. Nur vor Vollziehung eines Todesurteils wird der Verbrecher um der eigenen Sühne willen zum Geständnis ermahnt. (Dürfte doch, in Parenthese, für Gesetzgebungen, die auf Selbstgeständnis des Verbrechers den meisten Nachdruck legen, und darauf hin ein Todesurteil fällen und vollziehen, die Frage nicht leicht zu beantworten sein, warum denn die Selbsttötung eines Mörders Selbstmord wäre?) Nur Gott, und in besonderen Fällen der für diese Fälle von ihm delegierten Gesamtheit, steht die Disposition über sein Leben zu. Indem es aber ונתתה und nicht ולקחת heißt, indem die Vollziehung der Todesstrafe als ein „Hingeben“ des Lebens, nicht als ein „Nehmen“ desselben bezeichnet wird; so ist damit allen Versuchen die diese Strafe als ein Rachenehmen an dem Verbrecher, als Abschreckungsmittel, ja auch nur als Vergeltung auffassen möchte, begegnet. …In diesem Ausdruck liegt zugleich, daß das Leben des Einzelnen Gott und der Gesamtheit angehöre, und daß mit jedem Tode, auch mit   dem des Mörders, die Gesamtheit einen Verlust erleide, der aber von der Pflicht der überwogen wird.

     

    Kap. 23,17 Dreimal im Jahre soll all dein Mannhaftes in Beziehung zu dem Angesichte Gottes, des Herrn, sich zeigen.

     

    Kap 23 V.17…In der Tat sind in das Buch der Zeiten einzuzeichnen: die Erwachsenen, Mannhaften. In der Tat sind auch direkt nur die Erwachsenen, Vollsinnigen, Freien, Gesunden, Jungen, Kräftigen männlichen Geschlechtes zum Erscheinen im Tempel an den drei Wanderfesten verpflichtet; dagegen: Blödsinnige, Unmündige, Frauen, Sklaven, Taube, Stumme, Lahme, Blinde, Kranke, Greise, Verzärtelte, von dieser Pflicht befreit (Chagiga 2a), und scheidet auch diese Bestimmung die jüdischen Tempelversammlungen scharf ab von allem, was in anderen Kreisen dem äußerlich ähnelnd an Wallfahrten u. existiert. Der jüdische Tempel ist kein „wundertätigen Gnadenort“, zu dem vor allem der Kranke und der Greis, der Blinde und der Lahme, die Schwachen und die Frauen, zu dem überhaupt das geschlagene, leidende, bemitleidenswerte  Kontingent der Menschheit in diesem „Jammertale“ hinaufgepilgert, um wundertätige Tröstung und Heilung für die mancherlei Gebrechen und Leiden des irdischen Daseins zu suchen; der Tempel des lebendigen Gottes, das Heiligtum seines Gesetzes rangiert nicht in eine Reihe mit den Hospitälern, Siech- und Trosthäusern, des schiffbrüchigen Lebens; die Elite der Nation, die Vollkräftigen, Männlichen, der Kern des Volkes, auf welchem alle Tat der Gegenwart und alle Hoffnung der Zukunft beruht, sie erwartet der lebendige Gott in dem Heiligtum seines Gesetzes…

     

    V.19 Das Erste der Erstlinge deines Bodens bringst du in das Haus Gottes, deines Gottes; koche nicht Tierfleisch in der Milch seiner Mutter.

     

    V.19… … So erscheint איסור בשר בחלב auch selbst auf diesem allgemeinen Standpunkte der Betrachtung als die eindringlichste und unmittelbar ad hominem redende Mahnung zur Heilighaltung des Gesetzes, als die Erinnerung, daß die Herrschaft des göttlichen Gesetzes nicht erst mit dem Jude beginne, daß die Herrschaft des göttlichen Gesetzes in jeder Faser des organischen Lebens überall gegenwärtig, und die „Thora“, unser Gesetz, nichts anders als die Präzisierung seines למינו – Weltgesetzes für die „Art“ des jüdisch menschlichen Lebens sei. Wir begreifen die Verwebung dies Gattung-Scheidungsgesetzes in den ganzen Kreis unseres häuslichen Genusses, und wenn keines von allen Speisegesetzen also wie die Scheidung von Milch und Fleisch die jüdische Küche und den jüdischen Tisch beherrscht, so hat auch kein anderes also wie dieses die Bestimmung, Gottes Herold zu sein und Gottes Gesetz, jüdische Menschenpflicht und jüdische Menschenwürde uns in jedem Augenblicke gegenwärtig zu halten. … …

     

     

    V.20 Siehe, ich sende einen Boten vor dich her, dich auf dem Wege zu hüten und dich der Stätte, die ich vorbereitet habe, hinzubringen.

     

    V.20: In mehrfacher Beziehung steht das Folgende zu dem Vorangehenden. Der letzte Abschnitt der Mischpotim von V.20 des vorigen Kapitels bis zu Ende hat vor allem die Rechtsgleichheit aller und ihre gegenseitigen Pflichten im künftigen Gottesgesetzstaate auf Grund der Gotteshörigkeit des Bodens zum Inhalte, und es waren die Wochen- und Jahressabbate, sowie die dreimaligen Wanderfeste zur Zeit des Frühlings-, Sommer- und Herbstfortschritte des Jahres mit den sich ihnen anreihenden Bestimmungen als Pflegerinnen jenes Bewusstseins der Gotteshörigkeit, sowie des Geistes der Rechtsgleichheit und Brüderlichkeit, aufgeführt.

    Hieran schließt sich das Folgende:

    1)       mit der Tatsache, das Jssroél den Boden dieses Gottesgesetzstaates nicht der eigenen Tapferkeit verdanken, sondern, daß dieser ihm rein nur infolge gehorsamen sich Unterordnens unter den göttlichen Willen von Gott überantwortet werde;

    2)       daß dieser treue Gehorsam gegen das göttliche Gesetz auch das alleinige Mittel sein werde, das physische Gedeihen im Lande zu sichern, (wie dies ja eben durch die Hinaufwanderungen im Frühlinge, Sommer und Herbste und das Niederlegen der Erstlinge zu den Füssen dieses Gesetzes zum steten nationalen und individuellen Ausdrucke gelangen soll);

    3)       daß es daher durch die Berührung mit den bisherigen Bewohnern dieses Landes, das ihm nur nach und nach völlig eingeräumt werden werde, sich nicht zu dem entgegengesetzten heidnischen Wahn betören lassen solle, der das physische Gedeihen unabhängig von der Verwirklichung des Sittengesetzes begreift und in dieser Anschauung physische Naturgewalten selbst als Spenderinnen des physischen Gedeihens vergöttert;

    4)       daß vielmehr auf dem Boden dieses Gottesgesetzstaates keine Spur jener heidnischen Götterverehrungen geduldet werden, und, wenn die soziale Gesetzgebung auf dem Prinzipe der Rechtsgleichheit aller sich vor allem auch in der Gleichheit des „Fremden“ vor dem Gesetze aussprechen soll, dies an die Bedingung sich knüpft, daß er aufgehört habe, heidnischer Götzendiener zu sein.

    הנה אנכי שלח מלאך. Wir haben bereits zu המלאך הגואל (1 B.M.48, 16)bemerkt, wie durch מלאך nicht immer ein individuelles, menschliches oder übermenschliches Wesen verstanden sein muss, sondern auch eine jede von Gott für einen Zweck gesendete Veranstaltung überhaupt darunter verstanden sein kann. Man würde es hier in der Bedeutung „Engel“ oder in jener allgemeinen Bedeutung: „Fügung, Sendung“, buchstäblich ja: „Schickung“, verstehen können, wenn nicht V.21 u. 22 von dem diesemמלאך  zu leistenden Gehorsam und den durch ihn zu erteilenden Gottesbefehlen die Rede wäre. Wir finden nicht, daß Gott durch einen Engel dem Volke Befehlen erteilen ließ, und müssten daher selbst wenn man es in jener allgemeinen Bedeutung verstehen wollte, doch darunter speziell auch Moses mit inbegriffen, der ja jedenfalls mit in bedeutendem Maße zu den Werkzeugen und Veranstaltungen gehörte, durch welche Gott Israels Geschick vollzogen werden ließ. Mit Beziehung auf die Stelle וישלח מלאך ויוציאנו ממצרים (4 B.M.20) wo unter מלאך speziell Moses verstanden wird (siehe ויקרא רבה,I.,1 wo auch auf Richter 2,1 als auf eine Bezeichnung Pineas als מלאך hingewiesen wird), glauben wir, daß es nicht fern liegen dürfte, unter dem vor Israel hergesandten „Gottesboten“, hier auch speziell Moses zu verstehen. Jedenfalls ist hier gesagt, daß, so wie ihr Schutz auf der Wanderung durch die Wüste offenbar  nur unmittelbares Werk göttlicher Allmacht ist, also auch die Einnahme des verheißenen Landes, אשר הכנתי, das Werk derselben Gottesmacht und nicht eine Errungenschaft menschlichen Schwertes sein soll. – מקום hier für das ganze Land als Stätte(מ) des Volkesbestandes (קום). Vergl. zu 1B.M. 18,26 – ,הכנתי die dem Lande Palästina verliehene Bodemeigentümlichkeit und klimatische Beschaffenheit entspricht ganz der Bestimmung, daß sich darauf das vom Gottesgesetze und Gottesgeiste getragene Volkleben entwickle. (Vergl. 5 B.M. 11, 10 – 12) und im Zusammenhange damit: das. 13 ff. Jona 1,3 [ בא מכילתאAnfang] und Aussprüche wie: אוירא דא"י מחכים u.a.m.)

    12-02-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    11-02-2021
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    Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH

                  (1833 – 1900)

     

    Kommentar zur Haftoro des Wochenabschnittes Schekolim

     

    Könige II Kap. 11,17 – (Aschkenasim fangen an mit 12,1) – 12,17)

     

    Zu lesen in  „Die Haftoroth übersetzt und erläutert von Dr. Mendel HIRSCH“ Frankfurt am Main 1896  S. 425-331

     

    http://sammlungen.ub.uni-frankfurt.de/freimann/content/titleinfo/8082658

    11-02-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    10-02-2021
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    Rabbiner Dr. Salomon BREUER

                    (1850 – 1926)

     

    Belehrung und Mahnung  zur Wochenabschnitt Mischpotim (Auszug)

     

    משפט וצדקה ביעקב אתה עשית Wie aber im gotterfüllten jüdischen Leben  jedes משפט als צדקה empfunden wird, so wird auch jede צדקה als משפט geübt. Pflichttat ist’s, auf die der Bedürftige im Namen Gottes Anspruch erheben darf, die der Gebende zu leisten hat, wenn er vor Gottes Auge gerecht dastehen will. Denn auch sie ist eine köstliche Frucht, die nur auf dem gottgewiesenen Lebensweg ihren Nährboden findet.

    Und doch gibt es wohl kaum eine Mitzwa, die so mißverstanden und traurig missbraucht wird wie gerade מצות צדקה. Nicht allein, daß sie vielfach als Sühnemittel für die mit Bewusstsein geübte Vergehen herhalten muss – glaubt man doch sogar die „Einheit der Gemeinde“ in der neben den Institutionen der Gesetzestreue die Institutionen des vollendetsten Abfalls von Gott und seinem Gesetze in völliger Gleichberechtigung bestehen, damit rechtfertigen zu können, daß dadurch die Möglichkeit gegeben sei, צדקה in umfassenderem Masse zu üben. –  

    Ruft uns nicht auch in diesem Sinne das Gotteswort zu: ושמרו דרך ה' לעשות צדקה ומשפט daß wir auch kein Schritt außerhalb des von Gott gewiesenen Weges setzen, wenn wir gewillt sind, gottgewollte צדקה zu üben?  Jede צדקה aber, die durch Preisgabe auch nur einer göttlichen Forderung oder göttliche Wahrheit erkauft wird, versündigt sich an dem דרך ה', zu dessen Wahrung wir in erster Reihe verpflichtet sind. Wir haben das Unsrige voll und ganz zu leisten; aber Gott, der uns den דרך ה' gewiesen, weist uns Grenzen, die wir nicht überschreiten dürfen.

    Meine Brüder und Schwestern! Es dürfte wohl kaum jemand in den Sinn kommen, mit Mitgliedern eines fremden Bekenntnisses in irgendeine religiöse Gemeinschaft zu treten, um mit deren Hilfe die Aufrechterhaltung jüdischer Institutionen zu sichern und צדקה in größerem Umfang üben zu können – schon deshalb nicht, weil jede andere Konfession ein solch lächerliches Bündnis von vornherein ablehnen würde. Ist es aber nicht weit schlimmer, freiwillig einer sogenannten jüdischen Gemeinde anzugehören, die „jüdisch“ nur insofern noch ist, als sie die Verpflichtung hätte, jüdisch zu sein, deren Institutionen jedoch den traurigsten Hohn auf alles Göttliche im Judentum darstellen und deren geistige Führer nicht vor dem Verbrechen zurückschrecken, unserem Judentum seine göttliche Seele, unsere תורה zu rauben und an ihre Stelle in der jüdischen Geschichte beispiellos dastehendes Machwerk subjektiver Willkür zu setzen!! –

    ושמרו דרך ה' לעשות צדקה ומשפט lautet das große Vermächtnis unseres Stammvaters an seine späten Enkel – es ist auch das Vermächtnis unseres großen Rabbiners זצ"ל an seine קהלה!

    גדולים צדיקים במיתתן יותר מבחייהן Die Größe der צדיקים wird oft erst nach ihrem Ableben ganz erkannt – חכם עדיף מנביא Sein weises Auge hat diese Zeit, die wir erleben müssen, vorausgeschaut. –

    Zeigen wir unseren Kindern, zeigen wir unserer Jugend, daß man zum mindesten auf die Worte des heimgegangen רב zu hören hat.

    Wenn unsere Kinder an uns nicht irre werden sollen, wenn unsere Jugend lernen soll, daß sie vor allem lernen müsse, gründlich, fleißig Thora lernen müsse und die selbständige Beschäftigung mit כלל- Angelegenheiten bescheiden, wie es seit מתן תורה im jüdischen Leben als selbstverständlich galt, den זקני הדור, den in תורה und יראת שמים ergrauten Führern überlasse, selber statt dessen lerne, lerne, aber auch darum lerne, um einst als gereifte Männer, als wahrhafte בני תורה den פסק ihres רב zu verstehen und nicht in erbärmlicher Unwissenheit zu korrigieren – , dann lasst uns ihnen zeigen, daß für uns das heilige Vermächtnis  unseres großen Rabbiners זצ"ל unverbrüchliche Geltung besitzt, daß uns der אמת und nur der אמת hoch über allem steht und daß wir nur unter gewissenhafter Wahrung des דרך ה' gottgewolltes משפט und צדקה zu üben imstande sind!

    Dann aber dürfen wir hoffen, daß die göttlichen Segensverheißungen, die an jenes abrahamitische Vermächtnis geknüpft sind, sich auch an uns verwirklichen werden, so daß unsere קהלה imstande sein wird, in immer größerem Umfange ihren jüdischen Aufgaben gerecht zu werden. –

    הקב"ה, der bisher unserer קהלה so sichtlich beigestanden, wird auch in der Folge seinen mächtigen Beistand nicht versagen – אל יעזבנו ואל יטשנו לנצח.

     

     

    Quelle: Rabbiner Dr. Salomon BREUER  Belehrung und Mahnung zweiter Teil Exodus J.Kaufmann Verlag Frankfurt am Main 1931 S.31-36

    10-02-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    09-02-2021
    Klik hier om een link te hebben waarmee u dit artikel later terug kunt lezen.Dr. Raphael BREUER „Mittel und Zweck - Eine halachische Betrachtung“ II (1926)
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    Rabbiner Dr. Raphael BREUER

                   (1881-1932)

     

     

     

    MITTEL UND ZWECK –  Eine halachische Betrachtung (2.Teil)

    Erschienen  in der Wochenzeitung  „Jüdische Presse“ (Wien) 1926 ,4

     


    Zu lesen in Beilagen:

    Bijlagen:
    JPW 1926 4 Mittel und Zweck Dr. R. BREUER 1.JPG (101.2 KB)   
    JPW 1926 4 Mittel und Zweck Dr. R. BREUER 2.JPG (109.5 KB)   
    JPW 1926 4 Mittel und Zweck Dr. R. BREUER 3.JPG (117.9 KB)   
    JPW 1926 4 Mittel und Zweck Dr. R. BREUER 4.JPG (64.9 KB)   
    JPW 1926 4 Mittel und Zweck Dr. R. BREUER 5.JPG (86.2 KB)   

    09-02-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    08-02-2021
    Klik hier om een link te hebben waarmee u dit artikel later terug kunt lezen.Der Zionismus, seine Theorien, Aussichten und Wirkungen 18. Folge
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    Schriften zur Aufklärung über den Zionismus 

    N° 2 „Der Zionismus, seine Theorien, Aussichten und Wirkungen“

    Herausgegeben vom Antizionistischen Komitee Berlin 1913

     

    …

    IV. DIE WIRKUNGEN DES ZIONISMUS

    …

               c) Zionismus und Assimilation.

     

     

    …     Die Zionisten fabrizieren also „jüdische Werte“. Das Hebräische soll wieder Volkssprache werden, ein Bestreben, daß zwar in Palästina keinen schlechten Ersatz für die heutige Vielsprachigkeit der Juden  der Juden ergäbe, im Übrigen aber überall dort, wo es mehr oder anderes erzielen als das Verständnis der Gebete und der Bibel, über der Rahmen einer zwecklosen Spielerei kaum je hinauskommen kann und hinausgekommen ist. Die sichtbaren Produkte dieser  fieberhaft betriebenen Kulturwertfabrikation sind  die Leute die mit den Judentum imprägniert sind, die begeistert „Hedad“  rufen, sich mit „Schalom“ begrüßen, sich mit Mogen Dowids riesigster Façon beladen, und sich einreden, mit solchen Kinkerlitzchen das Judentum zu erlösen. Daß sie sich unter ihr Judentum durch solches Gebahren  lächerlich machen, kommt ihn leider nicht zu Bewußtsein

      Das krampfhafte Bekämpfen der angeblich verderbliche Assimilation durch Leute, die selber bis auf die Knochen assimiliert sind, hat aber auch eine sehr bedenkliche Seite. Denn bei der heftigen Jagd auf jüdischen Eigenwerte, gerät  man aus Mangel an wirklichem Edelwild auf eine höchste bedenkliche Gattung von Kultureigentümlichkeiten.  Man stößt nämlich auf  die Besonderheiten die sich bei einzelnen Juden finden, die aber nicht die Zeichen von Kultur sind, sondern vom Gegenteil, indem sie nichts mehr und nichts weniger darstellen als Überreste  des Ghettos. Das sind jene Eigentümlichkeiten in der Denkweise, in äußeren Benehmen, die der Antisemitismus jüdisch nennt, die aber  in Wahrheit „knechtisch“ heißen müssen,  da sie uns in der langen Ghettohaft anerzogen und aufgezwungen worden sind. Wir glaubten bisher immer , es sei ein Verdienst diese Seltsamkeiten abzustreifen, damit wir nicht unangenehm gegen unsere Umgebung abstechen. Wir hielten es für nützliche Aufgabe, das Judentum von diesen anhafteten Eierschalen  des Ghettos zu befreien.

    Der Zionismus will es anders haben!  Was sein großer Herr, Vater und Lehrmeister, der Antisemitismus einmal als jüdisch bezeichnet hat, damit heilig, das ist empfehlenswert, das ist wahre Kultur, die unbedingt erhalten werden muß. Denn wollten wir es ablegen, so würden wir ja den Antisemitismus kränken. Und so kommt es, daß man den Blick verloren hat und den schon als Assimilanten schlimmster Grad zu brandmarken sucht, der eine bekämpfenswerte Äußerlichkeit ablegen will. Auf diesem Wege werden Ungezogenheiten und sonstige Ghettoeigentümlichkeiten – risum teneatis – zum Range jüdischer Kulturwerten erhoben, und ihre Überwindung gilt als Verrat. Auch jene Eigenschaft, die wir „Chutzpe“ nennen, ist auf diesem Weg zu einem stark  gepflegten hervorstechenden Kulturmerkmal  jüngerer zionistischer Kreise geworden.

    Hinter diese Kleinigkeiten steckt aber mehr, als sie auf den ersten Blick verraten. Vielleicht hält der Zionismus im Grunde seines Herzens nicht  für echt jüdisches Gut, aber eine Eigenschaft besitzen sie jedenfalls: sie sind fremdartig. Und  gerade paßt in die Ziele und Zwecke des Zionismus vollkommen hinein. Denn das Fremdartige bevorzugt er sehr. Wie der Antisemitismus macht ja auch er die Scheidung zwischen jüdisch und deutsch, und wie jener zieht auch er eine reinliche Scheidung einem verständnisvollen Zusammenarbeit vor.  Kann es nicht echt nationales Gefühl sein, das dies bewirkt, soll es wenigstens das der Rassenverhetzung und der gegenseitigen Verbitterung sein. Das – so hofft er – führt vielleicht einmal zum Nationalgefühle,  und das muß gepflegt werden, indem die Mauer immer höher aufgerichtet und jede Verständigung unmöglich gemacht, indem jede Brücke zwischen Juden und Christen abgebrochen wird. Als Unterlage für den künftigen Nationalstaat sucht der Zionismus langsam aber folgerichtig ein geistiges Ghetto zu errichten, und die bewußte Umdeutung von tadelnswerten Ghettoeigentümlichkeiten in jüdische Kulturwerte ist eine Stufe auf dem Wege zu dieser Tiefe. Hier bewährt sich wieder die Verwandtschaft mit den Rassenantisemitismus , denn ihn zieht er als Eideshelfer heran, wenn er beweisen will, daß zwischen „Christen“ und „Juden“, zwischen „Ariern“ und „Semiten“ keine, auch keine Verbindung möglich sei.

    Diese Assimilantenhetze des Zionismus ist demnach durchaus nicht so harmlos, wie man anfangs meint. Sie stellt einen Ausfluß jener systematischen Versuche dar,  die darauf zielen , den  Juden langsam aus dem Zusammenhange mit der Weltkultur zu entfernen, ihn gegen den Andersgläubigen und diesen gegen ihn zu verhetzen.  Die Vortäuschung von jüdischer Eigenkultur hat dem Zweck dem Juden die Freude an der Kultur seines Vaterlandes zu rauben, mit der ihn und seine Vorfahren  langjährige Arbeit verbindet,  für die er gewaltige Opfer an Gut und Blut gebracht hat. Was gibt der Zionismus uns dafür?  Nichts, und wieder nichts. Im bestem Falle etwas Ghettokultur,  Sklavensinn, der  wir schon lange überwunden zu haben glaubten.

        Der Antisemitismus behaupte wir seien keine Deutsche, wir seien Fremde, wir hätten kein Verständnis für deutsche Kultur, keinen Anteil an ihr! Der Zionismus gibt im freudig recht. Uns anderen bedeutet die Tatsache, daß der haßerfüllte Rassenantisemitismus  dies verkündet, nur den Beweis, daß jene verletzende und frivole Meinung falsch ist. Wir werden uns nicht beirren lassen  in unserem Wege weder durch den Haß der Judenfeinde noch den Hohn unserer zionistischen Brüder. Wir werden nicht ermatten , weder im Kampfe um unsere Anerkennung als  Deutsche, noch in dem Bestreben, uns der deutschen Kultur in allem was nicht Religion ist, völlig anzupassen. Das wollen wir freudig tun, selbst auf der Gefahr hin, daß der zionistischer Sprachschatz  ein noch schlimmeres Schimpfwort gebiert, als es in seinen Augen der Ausdruck „Assimilant“ bereits ist.

     

     (wird fortgesetzt)

     

    Erschien bereits in Jeschurun Judentum gegen Zionismus in Folgen, als Teil unseres Studienprogramms  Jahrgang 5770/5771

     

    Mit Dank an Frau Manja BURGERS, Antiquarische Buchhandlung „Spinoza“ in Amsterdam

    http://www.spinozabooks.com

    08-02-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    07-02-2021
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    פרשת שקלים

     

    WOCHENABSCHNITT SCHEKOLIM

     

    Dieser Sabbat wird פרשת שקלים, Sabbat der Silbermünzenspende, genannt, dieser bediente sich Moses nach dem Auftrage des Ewigen, um Jissroél zu zählen. Jeder Männliche von 20 Jahren an und darüber brachte diese Münze, einen halben Schekel, zur heiligen Wohnung hin; die Münzen wurden gezählt und nach ihnen die Menge der Erwachsenen bestimmt. Das Geld selbst ward aber zur Bestreitung der Gemeindeopfer verwandt. Und so blieb es alle Zeiten hindurch, solange das Heiligtum in der Mitte Jissroéls bestand.  In jedem Jahre im Monate Adar wurde im ganzen Lande zur Schekelspende aufgefordert, Beamte saßen in alle Städten, das heilige Geld in Empfang zu nehmen, denn vom Monate Nissan an wurden die Opfer immer von den neuen  Spenden bezahlt. Zur Erinnerung an jenen herrlichen Zeiten haben wir das Verlesen der פרשת שקלים beibehalten, als ein זכר למקדש, ein Gedenken des Heiligtums, um dessen Aufbau wir täglich innig flehen.

     

    Aus: Erbauungsbuch „Bibel- und Talmudschatz“ J.H. Kohn S. 199  13.Auflage Hamburg 5691 – 1931

     

    Die beste Anschrift für antiquarische Judaica:

    Antiquarische Buchhandlung „Spinoza“ in Amsterdam

    Inhaberin: Frau Manja BURGERS

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    07-02-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    משפטים

     

    משפטי יי אמת צדקו יחדו:

     

     

    „Die Rechtsordnungen Gottes, Wahrheit, sind allseitig gerecht.“

    Psalm 19,10  –  Übersetzung Samson Raphael HIRSCH

     

    1.

     

    Dein Gebot, o Herr der Welten,

    Deine Satzung, die so rein,

    Soll mir über alles gelten,

    Über alles heilig sein.

     

    2.

    Denn auf allen meinen Wegen

    Bringt Dein Wort mir Glück und Heil,

    Spendet mir den reichsten Segen

    Und gewährt den besten Teil.

     

    ***

    Aus: Erbauungsbuch „Bibel- und Talmudschatz“ J.H. Kohn S. 199  13.Auflage Hamburg 5691 – 1931

     

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    07-02-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    05-02-2021
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    Rabbiner Samson Raphael Hirsch

    Auszüge aus dem Kommentar zur Wochenabschnitt JISSRO

      

    Kap.18 V.13-15 …Die Zeit der Wüstenwanderung war daher die hohe Schule des jüdischen Volkes…

     

    Kap. 19,6 Ihr aber sollt mir ein Reich von Priestern und ein heilig Volk sein! Dies sind die Worte die du zu Jissroels Söhnen sprechen sollst.

     

    Kap.19 V.6 und gerade für diese Bestimmung der gesamte Erde sollt ihr mir ein ממלכת כהנים und ein גוי קדוש sein. ממלכת כהנים, jeder einzelne von euch soll dadurch, daß er sich in seinem ganzen Tun von mir „regieren“ lässt, in Wahrheit עול מלכות שמים auf sich nimmt und verwirklicht, ein כהן ein Priester sein, der durch sein Wort und Beispiel die Erkenntnis und Huldigung Gottes verbreitet, wie es in Jesajas 61,1 ausgesprochen ist: „Ihr aber werdet Priester Gottes genannt werden, Diener unseres Gottes, wird man euch nennen,“ und ,גוי קדוש und wie priesterlich in jedem einzelnen, so soll eure Gesamterscheinung nach außen eine Gott heilige sein; ein einziges Volk unter den Völkern, das nicht dem eigenen Ruhm, der eigenen Größe, der eigenen Verherrlichung, sondern der Begründung und Verherrlichung des Reiches Gottes auf Erden angehört; und auch dieses wieder eben dadurch, daß es seine Größe nicht in der Macht, sondern in der absoluten Herrschaft des göttlichen Sittengesetzes sucht; denn das eben heißt: קדושה – לא פחות ולא יותר , אלה הדברים וגו', wie die Weisen erläutern, nicht weniger und nicht mehr. Ein Minderes genügt nicht für eure Zukunft, und ein Mehreren bedarf es nicht.

     

    10. Gott aber sprach zu Mosche: Gehe zum Volke und heilige sie heute und morgen, und lasse sie ihre Kleider waschen. 11. Lasse sie zum dritten Tage bereit sein; denn am dritten Tage wird Gott vor den Augen des ganzen Volkes auf den Berg Sinai sich hinablassen. 12. Umgrenze das Volks ringsum und sage ihm: Hütet euch wohl, den Berg zu besteigen oder auch nur einen Teil davon zu berühren! Jeder, der den Berg anrührt soll getötet werden. 13. Daß ihn keine Hand berühre! Denn gesteinigt soll er werden, oder nur hinabgestürzt, sei es Vieh oder Mann, er soll nicht leben bleiben; wenn das Entlassungshorn seine Töne dehnt, dürfen sie wieder den Berg ersteigen.

     

    V.10-13 …Ist ja das jüdische Gesetz das einzige