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Willkommen im Blog des Studienverbandes JESCHURUN, Tauro gegen Nationaljudentum (Zionismus).
Wir bieten Rabbinische Texten (hauptsächlich von der Samson Raphael HIRSCH Tendenz – meistens in deutsche Originalfassung), sowie Nachrichten und Hintergrundinformationen, im ganzen mit Thoratreues antizionistisches Engagement und anti-imperialistische Solidarität.
Welcome to the blog of the Study Association YESHURUN, Thora against Nationaljudaism(Zionism).
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Rabbiner Dr. Leo BRESLAUER :Ein jüdisch-geschichtlicher Wegweiser (18)
Rabbiner Dr. Leo BRESLAUER
(1894-1983)
ובקשו
Einjüdisch-geschichtlicher Wegweiser vonLeo BRESLAUER. Frankfurt am Main5695/1935
30.Politik
Die Geschichte des Gottesstaates ist seinem Volke Wissenschaft fürs Leben.In ihrem Lichte zeigen die Lebensinteressen des Judentums ihre hinreißende, ehrfurchtgebietende Größe.
Die jüdische Lebensinteressen zu vertreten geziemt nur dem, der sie versteht. Wirklichverstehen kann sie aber nur, wer sie nicht bloß kennt, sondern anerkenntund in ihnen lebt, wer also unser taurogründiges Gottesvolkstum bejaht, das Goluß respektiert, das historische Gesetz des Gottesstaatsvolks auch fürs eigene persönliche Schicksal anerkennt und dementsprechend seine private Lebensführung taurotreu gestaltet. Hast du vor dem Steuerzettel deiner schwachen Gemeinde (selbstverständlich der echten) so Respekt, wie vor dem ein staatlichen machtgestützten Finanzamtes? Ist die mündliche Tauro der Webstuhl deiner Weltanschauung ? Gibt dir das heilige Schrifttum Heimat- und Bürgerkunde einer gegenwärtigen Vergangenheit und Zukunft? Hast du den modernen Abstand von den קרבנות und von der gesunden Rigorosität jüdischer Gesellschaftsauffassung heil überwunden? Deutet die einwärts weisende Msuso an deinen Türen auch auf die Küchen-, Kleider und Bücherschränke deiner Wohnung als Geltungsbereiche deines Königs im Himmel und seiner Tauro auf Erden? Nur wergottesstaatlich zu denken, zu wollen und zu fühlen vermag, nur wer als Untertan Gottkönigs empfindet, ist würdig, die jüdischen Angelegenheiten zu führen.
Aber jeder, Juden und Jüdin, ist dazu berufen, sich von Jugend an zu solcher Würdigkeit zu ertüchtigen. Er muß wissen, wie er die auf seinen Schultern ruhende Belange anderen Menschen gegenüber bestens wahrzunehmen hat, damit der Name unserer Gottheit, des Weltenkönigs, durch ihn geheiligt werde; darf leider auch nicht vergessen, daß er angesichts der Internationale des Hasses, die sich vom Märchen unserer Rätselhaftigkeit nährt, immer und überall die Gesamtheit vertritt.
Jeder ist berufen. Und die Berufung birgt in sich zugleich die Verheißung des רוח הקודש. (irgendwie auch heute noch) für den, der weise die Worte der Tauro wahrhaft in sich aufnimmt, sich täglich grämt und sorgt um die Ehre des Heiligen g.s.E. und um die Ehre Jißroeils, und der mit unstillbarer Sehnsucht nach der Ehre Jruscholajims ausschaut und nach dem Heiligtum und nach dem erlösenden Heil, daß es bald aufsprieße in unseren Tagen, und nach der Sammlung der Heimatlosen. Diese Berufung warnt aber auch vor golußmüder Ungeduld, und mahnt, jede Gegenwart ganz ernst zu nehmen und den Zweck und Erfolg auch des scheinbar zukunftslosesten alltäglichen Pflichtendienstes ganz und gar der obersten Führung Gottkönigs zu überlassen.
Goluß zersplittert, macht unstet und stellt jeden auf sich allein. Wer heute noch im Schoße einer soliden, ideal geleiteten Gemeinschaft wohnt und jüdisch politische bestens umhegt und versorgt ist, kann morgen schon gezwungen sein, wie ein Posten auf einsamer Wache sich allein mit anderen auseinanderzusetzen.Die Anderen warten auch gar nicht, bis man zu ihnen kommt, am wenigsten heute bei der rasend wachsenden Kommunikation aller mit allen kraft der enormen Entwicklung des Verkehrs, des Nachrichtenwesens und damit zusammenhängend des Organisierens. Und bei allem, was in Bild oder Schrift, in Wort und Tat auf dich flöht, mußt du wissen, wie du demgegenüber richtig zu denken, zu fühlen und zu handeln hast
Und schließlich ist doch grade mitten in der besten Gemeinschaft jeder Mitmensch und Genosse achtbar und schätzenswert genug, ihn insofern als einen anderen zu betrachten, daß du dem Verhalten zu ihm nicht dem Ungefähr überläßt. Das aber heißt, politisch sein
Wie gehabt ist das Obenstehende eine Leseprobe und es freut uns hiermit in Beilagen eine weitere (die vorletzte) Skizze (S. 91 bis 97) aus dieses rabbinische Meisterwerk vollständig zu liefern:
Rabbiner Dr. Leo BRESLAUER Ein jüdisch-geschichtlicher Wegweiser (17)
Rabbiner Dr. Leo BRESLAUER
(1894-1983)
ובקשו
Einjüdisch-geschichtlicher Wegweiser vonLeo BRESLAUER. Frankfurt am Main5695/1935
Andererseits ist selbst eine Mustergemeinde in Palästina noch lange kein kleiner Gottesstaat.Denn auch dort in unserem Lande, herrscht doppelt schmerzlich Goluß, Innuj und Zwangsgastschaft. Und solange Erez-Jißroeil als Boden des Gottesstaates feiert, kann ohnehin unser Land nicht den Auftrag an das Gottesstaatsvolk bedeuten, sich dort in nationalkultureller Ganzheit bodenständig zu etablieren, geschweige mit der Herausstellung eines autonomen Volkstums zu demonstrieren . Weder der Zionismus, noch seine Bekämpfung, noch irgendwelche wirtschaftliche Intentionen vermögen Erez-Jisroeil zu einer golußsinnwidrigen Aufgabe für uns zu stempeln Aufbau des Landes? Aber (soll das Wort nicht Rausch und nicht Maske sein) : das Aufzubauende wäre doch das durch Chorbon Zerstörte, und zerstört ist nicht das Land als Volksland, sondern als Bestandteil des einst irdisch totalen, politisch mächtigen Gottesstaates, und den aufzubauen fehlt uns die Macht und die Vollmacht. Wir können uns nur der Verheißung würdig machen. Die Völker der Staaten mögen jedenfalls in noachider Gesetzlichkeit erdverwachsene totale, Kulturen bauen und pflegen (ja sogar Opferdienst dienen); denn dazu führen sie ein machtpolitisches Eigenleben. Wir hingegen leiden Goluß und Innuj. Gott wußte, warum er uns Land und Macht zugleich nahm. ...
Die örtlicheGemeinde bildet zwar die Normalform der Vergemeinschaftung, aber nicht in dem Sinne, daß das Gemeinschaftsstreben nicht über sie hinauswachsen dürfe. Im Gegenteil. Eine gesunde, d.h. ihre Golußaufgabe sich bewußte und der Gemeinschaft der Jreiim sich organisch verbunden führende Gemeinde will Baustein unserer Zukunft, nicht Grabstein unserer Vergangenheit sein. So wird sie aus eigenem Antrieb danach trachten und drängen, sich mit anderen gleichgesinnten zusammenzuschließen. Der landsmannschaftliche Gemeindeverband ist die angemessene Form der Gemeinschaftsbildung in den Ländern unserer Zwangsgastschaft. Von ihm gilt in noch höherem Maße dasselbe, wie von der Gemeinde: verleugnet er den in der Wahrheit der Tauro sprechenden zukünftigen Gottesstaat und sein ehrfurchtheischendes Hoheitszeichen der Zwangsgastschaft, dann fehlt ihm jegliche Legitimation, um im Namen des Judentums zu sprechen. Seine Existenz ist gegen jede Berechtigung, seine Kundgebungen sind höhere Willkür, seine Führer Oberverführer, seine Gefolgschaft ein gesteigerter Jammer. Weiß er sich aber als höhere Erzihungs- und Dienstgemeinschaft für unsere unverfälschte Bestimmung, dann ist er eine wahrhafte, wesensgemäße Erscheinungsform des gottesvolkliches Golußjudentums und sein legitimer Sprecher, trägt (gleichgültig ob anerkannt oder nicht) einen Schimmer des Abglanzes gottesreichlichen Pracht
Allweltlicher Zusammenklang der Gemeinden Gottkönigs Gemeinschaft der Jreiimallüberall wer wagt es zu hoffen? Und doch, dennoch! Gott will sein ganzes Volk
Rabbiner Dr. Leo BRESLAUER Ein jüdisch-geschichtlicher Wegweiser (16)
Rabbiner Dr. Leo BRESLAUER
(1894-1983)
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Einjüdisch-geschichtlicher Wegweiser vonLeo BRESLAUER. Frankfurt am Main5695/1935
Da wird kein unkultivierter Rohling geduldet. Also ist derdisziplinierte Respekt vor der von unserer Gottheit uns gesetzten Lebensordnung der Chukim und Mischpotim die Bildung der Gebildeten und der Anstand der Anständigen. Die Erwerbung der Gauj-kodausch-Qualität ist erste Pflicht für jedermann.
Da bekommt jeder Am-hoorez, der Leiblichkeit des Derech-eretz Verhaftete, des Idealbild jüdischer Ganzheitlichkeit und Kulturgröße zu wissen.
Daraus folgt daß eine Gemeinde, deren Statuten und Führung dieser gottesstaatlichen Tendenz widersprechen, nicht verdient jüdische Gemeinde zu heißen, ja überhaupt keine gemeindliche Existenzberechtigung hat ; ihre Kundgebungen sind Willkür, ihre Führer Verführer, ihre Geführten ein Jammer. Ganz abgesehen vonder neuzeitlichen Schande, der führenden Repräsentationgottesvölkischer Gemeinschaften durch bekenntnis - und gehorsamssüchtige Personen, was in anderen Bekenntniskreisen kaum seinesgleichen finden dürfte, und wobei man nicht weiß, ob man sich mehr über die ehrvergessene Nachsicht der Geführten wundern soll oder über die anmaßende Taktlosigkeit der Repräsentanten, welche augenscheinlich die alten Befürchtungen unserer Weisen hinsichtlich der Entwicklung im Goluß aufs traurigste bestätigt. Die bewußten Anhänger Gottkönigsinmitten dieser Gemeinde werden sich nur einem wirklich übermächtigen Zugehörigkeitszwangund auch dem nur mit zunehmend verbittertem Groll fügen. Sie werden das wahre Wesen der jüdischen Gemeinde nicht mit dem formenden Bestimmungen eines Landesgesetzes, dem sie etwa unterworfenist, verwechseln, sondern unverfälscht im Herzen und im Augebehalten und, unbeirrt durch scheingemeindliche Arroganz, die Pflichtzur echten Gemeindebildung als ihre Lebensaufgabe betrachten. Aber zur echter Gemeindebildung!
Wie gehabt ist das Obenstehende eine Leseprobe und es freut uns hiermit in Beilagen der 2 .Teil einer weiterer Skizze (S. 81 bis 86) aus dieses rabbinische Meisterwerk vollständig zu liefern:
Rabbiner Dr. Leo BRESLAUER Ein jüdisch-geschichtlicher Wegweiser (15)
Rabbiner Dr. Leo BRESLAUER
(1894-1983)
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Einjüdisch-geschichtlicher Wegweiser vonLeo BRESLAUER. Frankfurt am Main5695/1935
29. Gemeinde
Indem das Schicksal des zukünftigen Gottesstaates auf den Schultern jedes Juden und jederJüdin ruht, obliegt jedem einzelnen eine Gemeinschaftsaufgabe. Den uralten, unverlierbaren Adel unserer Mamlecheß-Kauhanim-w gauj-kodausch-Bestimmung trägt jeder nur als Glied des Gottesstaatvolkes. Diese Einsicht verlangt notwendig eine erziehende und dienende Gemeinschaft bewußter Golusjuden! Gemeinschaft der Jreim.
Was die Logik gottesstaatlichen Denkens fordert, das lehrt auch der Weg des Lebens, die Wahrheit der Tauro und der Spruch der Geschichte.
Wie gehabt ist das Obenstehende eine Leseprobe und es freut uns hiermit in Beilagen der 1 .Teil einer weiterer Skizze (S. 71 bis 80) aus dieses rabbinische Meisterwerk vollständig zu liefern:
Rabbiner Dr. Leo BRESLAUER: Ein jüdisch-geschichtlicher Wegweiser (14)
Rabbiner Dr. Leo BRESLAUER
(1894-1983)
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Einjüdisch-geschichtlicher Wegweiser vonLeo BRESLAUER. Frankfurt am Main5695/1935
Nur Aniwußerziehung kann darum endlich die Grundlage jüdischen Schulwesens sein, sei es in der Jschiwo, der Hochschule der Wahrheit und der יראה, dei es im א' ב'-Unterricht der Allerkleinsten. Und gerade hier, bei der Jugend, ist sie am allerwichtigsten, weil am meisten zukunftsbestimmt. Sie bewirkt, daß das historische Gesetz des Gottesstaatsvolkes alles Denken beherrscht, im Chorbon die Kompensierung aufzeigt und die legitimierende Kraft des Goluß enthüllt. Dann immunisiert Akeidogesinnung die Geister gegen reformatorischen Wahn, ob er mit liberalen Wenn und Aber die Unbedingtheit von Gottes Wort verschachert oder aus nationalistischem Drang Volk und Staat Selbstzweck zuspricht. Zwangsgastschaftliches Wissen erfüllt jedes Herz mit inniger Dankbarkeit für edle Güte der Völker, mit neidloser Bewunderung für die Großtaten ihrer Kultur, mit flehentlichen Segenswünsche für den Fortschritt ihrer Zivilisation.Da lehrt aber auch gottesstaatliche Weisheit Kulturfimmel und Weltanschauungsmoden gründlich verachten und läßt sprudelnjedes Herz in freudig-stolzer Begeisterung für den Gottesstaat , den (auch nur himmlisch) unvergleichlichen, für sein Volk, das auserwählte, für seinen König, Jißroeils Gottheit, den König aller Könige. Mehr als je sind daher in dieser Golußnacht jüdische Lehrer, die ihre Kinder das historische Gesetz des Gottesstaatsvolkes zulehren verliehen, die treue Sterne des Volkes, das ohne den Kompaß des רוח הקדש oder auch nur des בת קול oder irgend eines positiven Merkmals seiner Gottesstaatlichkeit durch die Völkerwüste wandert und wenn es sich nicht verirren soll, nur von solchen Lehrern sicheren Wege in die Heimat der Zukunft geleitet werden kann ומצדיקי הרבים כככבים
Darum droht dem Golußjudentum keine schlimmere Gefahr als die Sabotage der Aniwußerziehung durch Menschen aus eigener Mitte, die der Geltungssucht und Lüge verfallen sind; die aus dummstolzer Kompensation ihres Nichtwissens mit Rechthaberei oder aus charakterloser Katzenbuckeleivor allem, was Völker als Fortschritt anbeten, bewußt oder unbewußt ihre autonomistische Wühlarbeit gegen Gottes Taurokönigtum betreiben.(Was sie dabei doch auch Nützliches wirken, das wird von niemand bestritten, verdient aber, sogar an der nutzärmsten Taurotreue gemessen, durchaus keine laute Betonung. Das wird Gott, der all Energie seiner Schöpfung bis hinab zum kleinsten Würmchen, Stäubchen, Hauch nutzbar macht seiner Ehre und keines Geschöpfes Verdienst unterschlägt, ihnen auch bnicht vergessen. Das dort aber dem denkenden Juden niemals die gottesstaatliche, die grundsätzliche jüdische Beurteilung verbiegen.Warum auch? Das Böse dem Gott, der Gute, in seiner Welt Raum gewährt, kann ja gar nicht nu unnutz sein böse, verneinenswert ist es dennoch. Und gehört es nicht ganz eigentlich zur Natur des Bösen, durch angenehme Wirkungen sich , sich süß einzuschmeicheln ? Schon der alte Micho-Götze hielt sich zum Schimpf und Unglück des ersten Staates Jahrhunderte hindurch, indem er mit seiner Wandererfürsorge die Herzen betörte) Darum muß es, wie bitter und schmerzlich die Wahrheit auch sei, erkannt werden: ebenso verhängnisvoll wie die Zeitsündendes von Sinnlichkeitgeborenen Götzendienstes und der von Hab- und Machtsucht geborenen gemeinen Gehäßigkeit ist die aus Rechthaberei geborene Lüge. Die fürstlichen Götzenimporteure des ersten Staates mit dem Gesindel ihrer Götzenpfaffen und die korrupten Politikerund intriganten Abenteuer des zweiten Staates finden ihre zeitgemäße Fortsetzung in den Stiftern und Verbreitern der reformistischen Schwindelbewegungen dieses Goluß angefangen bei den sadduzäischen Vorläufern, über die Minim und Karäer, über Pseudomessianismen und Freigeistereien bis zu den assimilatorischenReformen der Gegenwart, der religiösen und der völkischen Neologie und Zionismus, von der Pest des Gottlosentums ganz zu schweigen. Haben jene den irdischen Gottesstaat begraben, so drohen diese die Gottesstaatlichkeit vollends zu ertöten.
Ihre dogmatische Demoralisierung annulliert jede Mizwo (der ja nur das gottesstaatliche Grundbekenntnis einen zwingendenverpflichtenden Sinn verleiht), bagatellisiertjede Sünde, wühlt den Kreis der Triebe wieder von vorne auf und treibt die Menschen (die wie ungläubig sie sich auch gebärden, ohne einen Glauben doch nicht leben können) zu irgendeinem zugkräftige flunkernden ismusals alleinseligmachender Heileslehre. Ob gutmeinend oderboshaft, ob Verführung beginnend oder selbst erst verführt ob im großen oder im kleinen sie sind nun einmal Propagandistender Taurowidrigkeit, wandeln ganz und gar in den Spuren von Jrowomben Nwot und bilden praktisch kaum heilbare Krankheitsherde im jüdischen Volksleib. Das energische Verlangen nach ihrer raschen Überwindung oder nach ihrer reinlichen Ausscheidung (bei fataler Machtlosigkeit notgedrungen wohl auch durch wirksame Trennung von ihnen) bedeutet nicht immer Anklage oder Verurteilung von Personen. Es bedeutet einfach einen elementaren Heilungsprozeß, eine von Lebenswillen zeugende Reaktion der Gesunderen. Vor allem aber ist es ein brüderlicher Akt liebevoller Besorgtheit um die noch heilbare Gefährdeten. Um derentwillen und seiner selbst willen muß jeder gewissenhafte Jude die gewaltige Bedeutung der gesetzlich gebotenen gesellschaftlichen Sauberkeit einsehen.
Ganz gewiß sind die bedauernswerten Unheilbaren ohnehin dem Untergang verfallen, und bestimmt wird stets nur der gottesstaatlich brauchbare Teil des Volkes den bleibenden, unvergänglichen Kerns einer Substanz bilden. Die Beharrungskraft des Gottgewollten zeugt immer noch für sich selbst.
Dieses wieder und wieder vom Leben selber gesprochene Urteil ist letzten Endes der Beweis für die Wahrheit unserer Sendung, der der augenscheinlichste und zwingendste ist, der von Gott selbst wiederholt angekündigt wurde, der sich bis heute vollzogen hat und auch vor unseren Augen vollzieht und der, zusammen mit der Wahrspruch der unserer Gottesstaatsbürgerlichkeit bezeugenden Zwangsgastschaft , überhaupt den sinnfälligsten Gottesbeweis bildet. Ein philosophischer Gott vielleicht hat Kant recht ist schwer zu beweisen. Aber Gottkönig, der Gott der Juden und der Gott der Welt, ist Gott des Lebens- und hier ist der Beweis der jede Sophistik auf den Mund schlägt.Das Leben selber spricht ihn durch die wunderbare Erhaltung des Gottesvolkes. Diese beide Zeugnisse, Zwangsgastschaft und Daseinswunder, sehen jedem Jude, ja jedem Menschen ein, der hellsinnig und guten Willens sie empfängt.
Wie gehabt ist das Obenstehende eine Leseprobe und es freut uns hiermit in Beilagen der 2 .Teil einer weiterer Skizze (S. 67 bis 71) aus dieses rabbinische Meisterwerk vollständig zu liefern:
Rabbiner Dr. Leo BRESLAUER Ein jüdisch-geschichtlicher Wegweiser (13)
Rabbiner Dr. Leo BRESLAUER
(1894-1983)
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Einjüdisch-geschichtlicher Wegweiser vonLeo BRESLAUER. Frankfurt am Main5695/1935
28.Was nun?
Heute aber, wo alles völlig auf dem freien guten Willen jedes Juden und jeder Jüdin beruht, da muß jeder einzelne zuerst einmal sich selbst in gottesstaatlicher Echtheit erziehen zur Wahrheit für Tauro, zur Gesetzlichkeit für Awaudo und zum Frieden für Gmiluß-chaßodim. Mit anderen Worten: nur von Juden, die sich der göttlichen Wahrheit der Tauro, ergeben und ehrliche Erkenntnis ihrer Lage und Bestimmung gewinnen, haben die machtlosen Golußinstanzen des gottesstaatlichen Rechtes Anerkennung und Unterordnung zu erwarten, und nur als willig anerkannte ist es ihnen möglich, den gottesvolklichen Frieden zu wahren. Wehe dem Juden, der ihre Autorität durch Verfälschung der Wahrheit untergräbt! Er ist der Mörder unseres Friedens. Pfui dem Juden, der, die Rechtsohnmacht seines Volkes mißbrauchend, den Frieden seiner Gemeinschaft bricht! Er ist der Mörder unserer Wahrheit
Was nun?
Prichuß muß wachsam auf der Hut bleiben. Wir sind ja nur Menschen.
Doch als die Hauptgefahr der Zeit droht rechthaberische Geltungssucht die der Lüge zutreibt.
Wenn man so sagen darf: Prichuß ist wichtig, Chaßiduß ist wichtig, am wichtigsten ist Aniwuß; ohne sie halten schließlich die beiden ersten nicht stand.
Nur Aniwuß-Erziehungläßt den Goluß-Juden ruhig und stark, freudig und dankbar sein Schicksal richtig sehen, ohne die Verzerrung subjektiver Wunschdeutung, als das, was es ist:Zwangsgastschaft, das authentische Dokument seiner Gottesstaatsangehörigkeit, und verleiht ihm ein stählerneres Selbstbewußtsein, das kein Lob und Schmeichel in Stolz kehrt, an dem aber auch jeder gehässige Unflat spurlos abgleitet.
Es freut uns in Beilagen der 1 .Teil einer weiterer Skizze (S. 60 bis 66) aus dieses rabbinische Meisterwerk vollständig zu liefern:
Rabbiner Dr. Leo BRESLAUER Ein jüdisch-geschichtlicher Wegweiser (12)
Rabbiner Dr. Leo BRESLAUER
(1894-1983)
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Einjüdisch-geschichtlicher Wegweiser vonLeo BRESLAUER. Frankfurt am Main5695/1935
Und siehe da: die ständig drohende Gefahr, daß der selbstherrliche Autonomismus doch irgend wann und wo im Zuge fortschrittlicher Kulturentwicklung gewinnendere und damit überzeugendere Formen annehmen und so dem autonomistischen Drange im jüdischen Kreis verstärkten Auftrieb geben könnte diese Gefahr wird eines Tages akut. Die sogenannte Aufklärung bringt einen gesellschaftsfähigen nackt-gottlosen Rationalismus hervor und treibt nicht nur gewinnend sondern geradezustürmisch saugend zur Emanzipation, vor deren Posaunentönen die letzte Festung gottesstaatlicher Erziehungsmacht die taurokratische Autonomie des Golußgemeinde fällt ein klägliches Jericho, aber kaum überraschend von einer Emanzipation, die im Namen normalisierungsfreudigen Vernunft kommt, aus Staatsraison und Achtung der Menschenwürde und nicht aus Verständnis für Judentumswürde und Zwangsgastschaft. Mit dem Verlust eigener Gerichtsbarkeit und wirksamer Banngewalt hat die Entmachtung des jüdischen Volkes vorläufig ihren Höhepunkt erreicht. Die Bahn wird frei für Anarchie des Glaubens. Die Bewegung kommt schnell ins Raten. Um die geschleiften Festungen, die Gemeinden, die heiligen Werkstättengottesstaatlicher Erziehung und Bewährung, entbrennt ein erbittertes, geistig-gesellschaftliches Ringen, Bruderkrieg, traurig, aber in Gottkönigs Namen unerbittlich bis ans Ende durchzufechten. Die Autorität gottesstaatlicher Erziehung wird bis in die Familie hinein erschüttert und zertrümmert.Die äußere Verunstaltung, wahrhaftig nicht unsere Schande, wird zum eigenen Charakterfehler umgedeutet, um die Hilfe zu rechtfertigen die man mit fanatischer Zähigkeit den äußeren Normalisierungsversuchen entgegenbringt. Hochmut macht sich breit und breiter anstelle der Demutvor der Ehre und dem Rechthaben Gottkönigs. Taurowidrigkeit flutet von allen Seiten in den heißumstrittenen europäischen Westen ein und findet hier nur ganz vereinzelte Hindernisse, nach Osten aber einen langsam zurückweichenden Widerstand. Noch läuft die Rechthaberei auf den Krücken ihrer Deutungskünste. Die fromme Larve einer gewissen üblen Wissenschaft des Judentums erscheint als ein bestrickender Massenartikel. Immer schwächer wird die Widerstandskraft der Selbsterziehung; schon längst ist sie auf sich allein gestellt; blendende Scheinerfolge autonomer Kunst, Wissenschaft und Technikdringen von außen her hypnotisierend auf sie ein, dazu die Massensuggestion sozialer Erlösungsträume. Die Verblüfften beginnt der goldene Trichter der tempogehetztenVölkermühleAmerikas zu verschlucken. Indeß schwingen die unerschrockenen Führer der Jreim die Fahne der Wahrheit höher, fassen das Schwert der Demut fester, bauen Schule und Jschiwo als Stützpunkte des himmlischen Gottesstaates aus. Hier und da verliert zwangsgastschaftliche Problematik an Schärfe scheint überwindbar; innere Hemmungen fehlen; die religiös-neologe Reform hat gottesstaatliches Denken und Fühlen gründlich ausgerottet. Bald wird man wieder normal sein, menschenwürdig. Bald wird die bürgerlich emanzipierendeAssimilation die antinormale Zwangsgastschaft beseitigt haben.Andernorts häufen sich die Spannungen. Der völkische Zeitgeist fasziniert. Ein gottesstaatloser Nationalismus willden Kranken jüdischen Markt erobern; er erschleicht ihn, natürlich, unter täuschender Zion-Maske mit pseudomessianischen Lächeln.Zwischendurch schleudern die Wirbel menschheitserschütternder Geschehnisse entwurzelte Scharen durcheinander, vom Land und die Stadt, von Staat zu Staat, bis nach dem fernen Osten, bis an die Enden der Erde, und der interpretierende Schwindel, in der zweiten Generation bereits als historisch geheiligt, narkotisiert Hirne und Herzen. Bald, bald wird die völkerrechtliche emanzipierende Assimilation die antinormale Zwangsgastschaft beseitigt haben. Bald, bald wird man normal sein, menschenwürdig. Daß die Judentumswürde welkt und die Charakterlosigkeit blüht, weil die ureigenste, die antinormale, die gottesvolkliche Art verleugnet wird, kommt kaum zum Bewußtsein. Was sagen die andern ? ist das oberste Dogma beider Assimilationen, der individuellen wie der völkischen. Und der flammende Streitruf aus den ersten stürmischen Verteidigungskämpfen der Jreiim - !מי לה' אלי verklingt mehr und mehr in ein gemütliches Neben-, Mit- und Durcheinander. Wie Unkraut wachsen die Gruppen und Grüppchen, die jede für ihr Vereinsprogramm als der einzig wahren Art des Judeseins Reklame machen. Selbst die Gemeinschaft der Jreiim שארית עם קדוש,sinkt zu einer orthodoxen Partei herab und zerfällt in Gruppenותהי האמת נעדרת עדרים עדרים. Schließlich wagt es der hochmütige Lüge, ohne jede Verkleidung aufzutreten, tummelt sich ungeniert, erklärt Gottkönigs Ehre, Staat und Reich als wissenschaftlich erledigt . Gottlosentum, Schmach des Jahrhunderts, bricht herein und findet vereinzelt Schande über Schande! ein schamloses Echo. Rechthaberei gibt sich mit der Selbstverständlichkeit der Frechheit בעקבות משיחא חוצפא יסגי
Es freut uns in Beilagen der 2.Teil einer weiterer Skizze (S. 56 bis 59) aus dieses rabbinische Meisterwerk vollständig zu liefern:
Rabbiner Dr. Leo BRESLAUER Ein jüdisch-geschichtlicher Wegweiser (11)
Rabbiner Dr. Leo BRESLAUER
(1894-1983)
ובקשו
Einjüdisch-geschichtlicher Wegweiser vonLeo BRESLAUER. Frankfurt am Main5695/1935
27.Rechthaberei
Nur aus der sichtbaren irdischen Wirklichkeit ist der Gottesstaat geschwunden. Seine überirdische Wirklichkeit dauert fort. Dieser himmlische Gottesstaat darf und wird als beherrschende Idee des Golußjudentums nie völlig verloren gehen; denn unsere Mamlecheß-Kauhanim-wgauj-kodausch-Bestimmung ist ewig. In dieser Geistigkeit hat er auch seine alte Totalität behalten, so lange noch Juden nicht nur nach seinen in Geltung verbliebenen Gesetzen handeln, sondern auch den ehemaligen gottköniglichen Residenzbezirk in seiner ganzen, Heiligtum und Land umspannenden Weite noch lernen und beten.
Der neue Zustand hat aber in doppelter Hinsicht die Erziehung zum Bekenntnis und zum Gehorsam für Gottkönig vor neue Schwierigkeiten gestellt.
Hinzu kam, daß mit dem Untergang des Staates die für die Erziehung so wichtigen autoritäre Macht des Gottesstaatvolkes verloren ging. Machtlosigkeit ist aber gewöhnlich der Bankrott der Erziehung; denn sie bedeutet normaler Weise Kapitulation vor dem obersten der Urtriebe, derRechthaberei.
Das ist die Klemme:
Hier Kitzel des Geltungstriebes durch ohnmächtigen Zusammenbruch der gottesstaatlichen Erziehungsautorität unseres Volkes.
Dort herzergreifend das allgegenwärtige Geheimnis flehentlichen Drängens zu freiwilligen, akeidostarken Geltungsverzicht, der die Blinden helläugigmacht, um in der Öde des Goluß die Manifestation des Gottesstaates zu sehen, um Zwangsgastschaft zu bejahen, zur Wahrheit sich zu bekennen, der Ehre Gotteskönigs aus banger Ferne zu huldigen.
Was tut Rechthaberei in dieser Klemme? Sie greift (ganz typisch und in diesem Punkteallein traditionell) nach Beflüsterung mit scheinbarer Legalität dem berüchtigten Rauschmittel der Triebe zur Einschläferung des Gewissens. Unsere Weisen wußten warum sie empfahlen, bei unerträglicher Triebdruck sich im traurigen Schwarz zu hüllen, ins Dunkel der Unbekanntheit zu flüchten und dem Unwiderstehlichen, wenn es wirklich unwiderstehlich ist, so zu erliegen, also gerade in der Not der Tat sich das Bewußtsein der Illegalität, der Sünde, zu erhalten.
Will Rechthaberei sich ins Herz eines gläubigen Geschlechts einschleichen, so bindet sie sich der Maske einer gewissen Interpretation vors Gesicht. Die eigene Meinung wird skrupellos schlau in die Worte der heiligen Lehre hineingedeutet Methode der unbegrenzten Möglichkeiten. In der zweiten Generation ist der Schwindel bereits historisch und fordert Respekt. Die Überrumpelung ist geglückt. Der Hochmut schwillt an, läßt die Maske fallen und wird Frechheit.
Die EwigkeitGottes bürgt für den Bestand seines Volkes und seines Wortes. Der Staat der Sinnlichkeit fiel unsere Gottheit blieb, der Staat der Habsucht fiel Gottes Volk blieb. Auch Rechthaberei wird schwinden- Gottes Wort wird bleiben
Es freut uns in Beilagen ein erster Teil einer weiterer Skizze (S. 50 bis 56) aus dieses rabbinische Meisterwerk vollständig zu liefern:
Sprüche 28,23 und Sprüchlein zur Wochenabschnitt Dewaurim
דברים
שבת חזון:
Der Sabbat, an dem mit der Vorlesung des fünften
Buches Moses begonnen wird, heißt ,שבת חזון Sabbat der Prophezeiung. Er ist nämlich der Sabbat, der dem
Trauer- und Fasttage ob der Zerstörung Jerusalems dem תשעה באב
vorangeht, und es ist der einzige Sabbat im ganzen Jahre, an welchem traurige
Erinnerungen die Herzen Jissroéls erfüllen. Denn an ihm wird im Gotteshause
nach der Thoravorlesung das erste Kapitel in Jesaias, die ergreifende
Prophezeiung, in welcher in herzerschütternder Weise die Sünden unserer
Vorfahren geschildert und der Untergang des jüdischen Reiches vorausgesagt
wird, vom Rabbiner der Gemeinde vorgelesen; daher hat dieser Sabbat die
erwähnte Bezeichnung שבת חזוןerhalten.
מוכיח אדם אחרי חן ימצא ממחליק לשון:
Wer
einen Menschen mir nachzufolgen zurechtweist, verdient mehr Wohlgefallen zu
finden, als der Mann mit glatter Zunge
(Mischle-Sprüche
Salomos 28,23 Übersetzung Rabbiner Dr. WOLF, Köln a. Rh.)
1.
Wohl dem Menschen, dessen Seele
Nur nach Gottes Lehre strebt,
Niemals, wenn er immer fehle,
Gegen Warnung sich erhebt.
2.
Sicher wird sie ihn stets leiten
Durch des Lebens Erdental
Und im Sterben ihm bereiten
Eine Trennung ohne Qual.
.
Aus: Erbauungsbuch Bibel- und
Talmudschatz J.H. Kohn S. 37513.Auflage Hamburg 5691 1931
Rabbiner Dr. Leo BRESLAUER:Ein jüdisch-geschichtlicher Wegweiser (10)
Rabbiner Dr. Leo BRESLAUER
(1894-1983)
ובקשו
Einjüdisch-geschichtlicher Wegweiser vonLeo BRESLAUER. Frankfurt am Main5695/1935
26.Zwangsgastschaft
De facto ist der Gottesstaat Zukunftshoffnung, er existiert nicht mehr in irdischer Wirklichkeit. Dafür beherrscht er als unverrückbaresGeschichtsziel der göttlichen Vorsehung alles irdisches Geschehen. So, als himmlischer Gottesstaat, hat er nie aufgehört. Sein Recht gilt fort. De jure ist er schon heute noch heute.Er ist so kraft unserer immer noch geltenden Berufung zur Mamlecheß-kauhanim wgauj-kodausch und kraft der uns verbliebenen Zentralinstanz der Tauro. Gleich wie Awrohom selber schon de jure, wenn auch nicht de facto, Herr des Heiligen Landes war. Die Angehörigkeit zu diesem de jure-Staat stempelt jeden Juden. Das Bewußtsein von dieser Angehörigkeit und es allein macht ihn zu einem bewußten Juden.
Die sinnennahe Realität eines faktischen Staates bedeutet für jeden seiner Bürger auch ohne jedes andere Hoheitszeichen ein positives, untrügliches Merkmal seiner Angehörigkeit und Hörigkeit an diesen Staat. Bürgerbewußtsein ohne dieses Merkmal ist gar nicht denkbar. Was ersetzt aber dem Juden des sinnenfernen, ideellen de jure-Gottesstaates den Mangel solch eines positiven Merkmales? Den ersetzt ihm die sinnennahe Realität des Goluß und seines Innuj.
Wir selber können bis dahin unseren Gastzustand nicht eigenmächtig beenden, auch die Menschheit kann das nicht, kein Volk und kein Völkerbund. Gegen das System autonomistischer Erdenbürgerlichkeit und Gottesreichsbürgerlichkeit eben als Gastbürger zu zeugen, ist ja grade auch eine, schon von den Ahnen uns vorgelebte, Bestimmung unseres Golußschicksals.
Die welthistorische Lehre dieser Wahrheit ist: nicht die Staatender Erde sind unsere eigentlichen Wirte, sie sind es nur scheinbar. Der Herr der Menschheit, Gottkönig, ist es, der uns zu ihnen Quartier gab, damit sie seinem Volk auf seiner Erde Lebensraum gewährten genug um, dankbar und treu für ihr Gewähren, der Ehre Gottkönigs und seines Reiches zu leben. Er tat es nach seinem Plan wahrhaftig beiden zum Wohl und beiden zur Prüfung. Das Anormale unseres Goluß-Daseins ist nicht nur unser Schicksal, sondern auch Schicksal der Menschheit. Es ist vollendeter Irrtum, zu glauben, eigenmächtige Normalisierungsmaßnahmen können beide Teile von ihrem Schicksal befreien, bevor noch die Stunde des dritten Gottesstaates geschlagen hat. Und verhängnisvoller Irrtum, wäre es aber auch, aus unserer irdischen Heimatlosigkeit ein Recht für die Menschheit herzuleiten, uns die Gastfreundschaft zu kündigen und nach Belieben Ruhelosigkeit aufzubürden, also, Scharjos Mahnung zum Trotz, dort, wo Gott ein wenig zürnt von sich aus das Unglück zu fördern, Gottkönig wird den vorzeitigen Abbruch unserer Zwangsgastschaft nicht wollen, bis daß sie ihren Zweck als gottesstaatlicher Wegeweiser erfüllt und Jißroeil und die Menschheit heimgeführt hat insein Reich.
Da sollt jeder schon um seinetwillen die Zügelung der Triebe nach Gottesweisung bei sich und beim andern fördern. Wüßten die Völker, um was es geht, sie stellten neben jeden Juden zwei Wächter, die ihn zur Tauro-Hüt anhielten, zur Respektierung des Weltenwirtes, und sie respektierten selber ihn auch.
Jedes Ding hat zwei Seiten, jedes jüdische drei.
Unserer Zwangsgastschaft eine Seite sehen die Völker: die Judenfrage. Die zweite sehen wir: Goluß-Leid. Die dritte seht Gottkönig: Erziehung und Bewährung für Jisroeil und die Menschheit.
Goluß muß nun einmal sein, Goluß-Leid muß nichtsein.Aber wenn es ist, dann zeugt es eindringlich für unsere Angehörigkeit zum himmlischen Gottesstaat;
Es freut uns in Beilagen eine weitere Skizze (S. 46 bis 50) aus dieses rabbinische Meisterwerk vollständig zu liefern:
Rabbiner Dr. Leo BRESLAUER Ein jüdisch-geschichtlicher Wegweiser (9)
Rabbiner Dr. Leo BRESLAUER
(1894-1983)
ובקשו
Einjüdisch-geschichtlicher Wegweiser vonLeo BRESLAUER. Frankfurt am Main5695/1935
23.Und dennoch Fortschritt?
Ein tröstlicher Ausblick am traurigen Ausgang dieses Geschichtsabschnittes; ähnlich wie an seinem Eingang, aus heilsamen Erziehungsschmerzen geboren, die klarere, sichtnahe Herausstellung des Gottkönigtums als höchsten, ureigentlichen Sinn unseres Volksseins und der Weltgeschichte leuchtete; Leid verklärend, Zukunftsdunkel erhellend, trotz allem.
Trotz allem gehen Gottes Wege aufwärts.
24.Die zweite Kompensierung
Nun war der Torsostaat an Habsucht und rationalem Egoismus zugrunde gegangen. Das Volk war also noch nicht einmal für halbausgerüstete Eigenstaatlichkeit reif. So blieb, seinem historischen Gesetz entsprechend, nichts anders übrig, als es oWeh und Schande! vom letzten Rest selbständiger Gemeinschaftsmacht zu entlasten. Dasbedeutete völlige Schchino-Ferneund damit totales Goluß und Innuj.
Der Jude in Jruscholajim (anders als der in Alexandrien und Rom) hatte sich durch Geldesliebe und niedere Gehässigkeit nicht nur gegen göttliches Gesetz vergangen, sondern direkt am lebendigen Gottesstaat versündigt.Denn was er an Kraft und Mitteln für seine Habsucht verwandte, das entzog er, der Bürger, seinem Staat; er mißbrauchte in jedem Fall gottesstaatliche Energie.
Nicht so der ausländische Jude der Gaulo.
Jedenfalls die Innuj-Schule setzt wieder ein. Da wird mehr sein als nur Entsagung. Jißroeil wird als Gast nicht nur scharf beobachtet (wie erzieherisch kann das allein schonwirken!), sondern soll selber ein scharfer Beobachter sein. Gegen eigene Fehler waren sie blind. Jetzt werden sie die Folgen von Autonomismus, von Verirdischung, von Verfall in Habsucht und Sinnlichkeit und Rechthaberei ständig vor sich sehen und am eignen Leib zu spüren bekommen. Dann werden sie hoffentlich auf ihre eigene Geschichte צידוק הדיןsprechen.
25.Bewährungsaufgabe des Goluss.
Goluß war nie nur Innuj und ist es auch jetzt nicht. Tauroh einmal offenbart, bleibt für ewig Erbgut der Gemeinde Jaakauws und fordert Bewährung, von jeder Generation, zu jeder Zeit , an jedem Ort.
Nicht, daß nun etwa eigenmächtige Wiederherstellung des territorialen Staates die Aufgabe des Goluß sei. Denn dieser Staat könnte nicht ohne Macht sein und politische Machtlosigkeit ist heute unser Schicksal.
Gottesstaatsvolk zu sein, ist die höchste und wahrste jüdische Lebensform überhaupt und als solche nicht nur die Wehmut unserer Vergangenheit und die Hoffnung unserer Zukunft, sondern für jede Gegenwart bleibendes Erziehungsziel und unabänderliche Bewährungsaufgabe.
Also heißt denn die gottesvolkliche Aufgabe dieses Goluß und nur das macht die Trauer um den zerstörten Staat sinnvoll : uns und unseren Kindern bereitwillig die Befähigung zur einstigen Gottesvolkstaatlichkeit zu erwerben und erhalten. In unermüdlicher Selbsterziehung und durch treue Gemeinschaft der Jreim sind Rechthaberei und Sinnlichkeit und Habsucht zu überwinden, um das leibliche Dasein nach den in Anwendung verbliebenen Chukkim und Mischpotim erfolgreich zu gestalten; und Aniwuß und Prischuß und Chassiduß zu pflegen, um der Gott suchende den Ausblick und Anstieg zur Jiro und Kduscho und Ruach hakkaudesch zu ermöglichen. Jißroeil in diesem Goluß ist eine Erziehungs- und Bewährungsgemeinschaft für den dritten Gottesstaat.
Es freut uns in Beilagen drei weitere Skizzen (S. 41 bis 46) aus dieses rabbinische Meisterwerk vollständig zu liefern: