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Rabbiner Samson Raphael HIRSCH
(1808-1888)

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Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH
(1833-1900)
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Rabbiner Dr. Salomon BREUER
(1850 - 1926)
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Rabbiner Dr. Raphael BREUER
(1881-1932)
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Reb Julius HIRSCH
(1842-1909)
Jubelsinget, Gerechte, in Gottesanschauung, den Geraden geziemt Thatenoffenbarungslied (Psalm 33)

ברוך הבא!    السلام عليكم!

 

Welkom op de blog van de studievereniging JESJOEROEN, Thora tegen nationaal-jodendom (sionisme)


Thoratrouwe antizionistische inzet en anti-imperialistische solidariteit. U vindt hier Rabbijnse teksten (vooral Samson Raphael HIRSCH strekking), nieuws en achtergrondinfo.

 

Bienvenue sur le blog de l'association d’études rabbiniques YECHOUROUN, Thora contre national-judaïsme (sionisme).

 

Nous proposons des textes rabbiniques, (surtout de l’école de Samson Raphael HIRSCH) ainsi que des infos et documentations, le tout avec engagement antisioniste et solidarité anti-impérialiste, inspirés par la fidélité à la Thora. Visitez notre blog similaire en langue française: www.bloggen.be/yechouroun .  

 

Willkommen im Blog des Studienverbandes JESCHURUN, Tauro gegen Nationaljudentum (Zionismus).

Wir bieten Rabbinische Texten (hauptsächlich von der Samson Raphael HIRSCH Tendenz – meistens in deutsche Originalfassung), sowie Nachrichten und Hintergrundinformationen, im ganzen mit Thoratreues antizionistisches Engagement und anti-imperialistische Solidarität.

 

Welcome to the blog of the Study Association YESHURUN, Thora against Nationaljudaism (Zionism).

We propose Rabbinical texts (mostly from the S R HIRSCH tendency), news and information, the whole inspired by Thora-true anti-Zionist Commitment and anti-imperialist Solidarity.

Inhoud blog
  • Rabbiner Dr. Leo BRESLAUER „Ein jüdisch-geschichtlicher Wegweiser“ (13)
  • Rabbiner Dr. Leo BRESLAUER „Ein jüdisch-geschichtlicher Wegweiser“ (12)
  • Rabbiner Samson Raphael HIRSCH : der Fasttag des 9ten Aw (aus Chauréw)
  • Rabbiner Dr. Leo BRESLAUER „Ein jüdisch-geschichtlicher Wegweiser (11)
  • Sprüche 28,23 und Sprüchlein zur Wochenabschnitt Dewaurim
  • Samson Raphael HIRSCH: Aus dem kommentar zur Wochenabschnitt MASSEI
  • Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH aus dem Kommentar Haftoro Massei
  • Rabbiner Dr. Salomon BREUER zur Wochenabschnitt MATTAUS
  • Die drei Trauerwochen
  • Rabbiner Dr. Leo BRESLAUER:„Ein jüdisch-geschichtlicher Wegweiser“ (10)
  • Psalm 23,4 und Sprüchlein zum Wochenabschnitt Massei
  • Koheless 5,4 und Sprüchlein zur Wochenabschnitt Matauss
  • Samson Raphael HIRSCH: Aus dem kommentar zur Wochenabschnitt PINCHOS
  • Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH aus dem Kommentar zur Wochenabschnitt Pinchos
  • Rabbiner Dr. Salomon BREUER zur Wochenabschnitt Pinchos
  • Rabbiner Dr. Salomon BREUER Programmrede auf der Konferenz von Kattowitz
  • Rabbiner Dr. Leo BRESLAUER „Ein jüdisch-geschichtlicher Wegweiser“ (9)
  • 17. Tammus: Fasttag
  • Psalm 106,30 und Sprüchlein zur Wochenabschnitt Pinchos
  • Samson Raphael HIRSCH: Aus dem kommentar zur Wochenabschnitt BOLOK
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  • ANTIQUARIAAT BOEKHANDEL SPINOZA
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  • EUROPEAN JEWS FOR A JUST PEACE EJJP
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    Rabbiner Josef Chaim SONNENFELD
    (1848-1932)

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    JESCHURUN
    Tauro gegen Nationaljudentum (Zionismus)
    10-03-2021
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    Rabbiner Dr. Salomon BREUER

                    (1850 – 1926)

     

    לפ' החודש

    ולכפרת פשע

     

    Belehrung und Mahnung  zur Wochenabschnitt HaChaudesch

     

    Jeder Rausch Chaudesch, an dem der Mond am nächtlichem Dunkel zu neuem Lichte sich emporringt, gestaltet sich uns zum Weckruf unserer eigenen Erneuerung und sittlichen Verjüngung. Es bringt uns, wie wir dies in תפלת מוסף aussprechen, die Botschaft von מחילת חטא וסליחת עון, von göttlicher Vergebung und Verzeihung. Im Schaltjahr fügen wir noch hinzu ולכפרת פשע. Das Schaltjahr scheint daher geeignet, in uns das Bewusstsein gesteigerter Sühnebedürftigkeit zu wecken.

    Mit Recht. Jissroél hat sein Jahr nach dem Monde zu zählen: דרך ארץ הוא שיהא הגדול מונה לגדול והקטן מונה לקטן (ב"ר) Nicht mehr als billig, meinen die Weisen, daß der Größere nach dem großen, der Kleinere nach dem kleineren Lichte zähle. Möge Esau nur sein Jahr nach der Sonne zählen, Jissroél aber wende dem Mond sich zu. Doch achte es auch auf den Kreislauf der Sonne שמור את חדש האביב ועשית פסח damit sein Frühlingsfest mit dem Frühling des Sonnenjahres zusammenfalle.

    Nicht darf, was Esau leuchtet, in Jissroéls Leben bestimmenden Einfluss haben. Jissroéls Leben stehe unter dem Zeichen des zur ewigen Verjüngung ladenden Mondlichtes; von ihm gemahnt, finde es stets von neuem den Weg zu seinem göttlichen Thoralicht.

    Der Mond hätte, nach dem Worte der Weisen (Chulin 60), der Sonne an Strahlengröße nicht nachstehen sollen; er glaubte aber nicht leuchten zu können, wo die Sonne leuchtet, und bleibt seitdem hinter der Sonne zurück.

    Wie viele im jüdischen Volke glauben, nur im Zeichen der Sonne den Frühling ihres Lebens begehen zu können, verlassen das Mondeslicht ihrer Thora und wenden dem Sonnelicht sich zu. Und doch genügte die rückhaltlose Hingabe an die Führung durch das Mondeslicht, um die Erfahrung zu machen, daß der Frühling auch dem jüdischen Volk zur selben Zeit wie den nach der Sonne ihr Leben Zählenden lächeln kann.

    Gesteigerte Sühnebedürftigkeit bringt aber daher das Schaltjahr mit seinem Schaltmonat, כפרת פשע für alle, die dem irdischen Lebensfrühling die Mondeszählung ihrer Thora preisgegeben haben.

    Mögen sie erkennen, daß  man auch im Zeichen der Thora des Frühlings teilhaftig werden könne!

     

     

    Quelle: Rabbiner Dr. Salomon BREUER  Belehrung und Mahnung zweiter Teil Exodus J.Kaufmann Verlag Frankfurt am Main 1935 S. 87

    10-03-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    09-03-2021
    Klik hier om een link te hebben waarmee u dit artikel later terug kunt lezen.Rabbiner Samson Raphael Hirsch Komm. Gebet „WIR WISSEN NICHT WAS WIR TUN SOLLTEN…“
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    Rav Samson Raphael HIRSCH


    GEBET „WIR WISSEN NICHT WAS WIR TUN SOLLTEN…“

     

    Aus „Jisraels Gebete“ übersetzt und erläutert, S.179-180

     

    ואנחנו Wir wissen nicht, was wir thun sollten, denn auf Dich sind unsere Augen gerichtet. Gedenke, wie Dein Erbarmen, Gott, und Deine Liebeswaltungen von jeher sind. Walte über uns Deine Liebe, Gott, wie wir Deiner harren. Gedenke uns nicht die Sünden der Vordern, lasse Dein Erbarmen uns bald zuvorkommen, denn wir sind sehr gesunken. Begnade uns, Gott, begnade uns, Gott begnade uns, denn überaus sind wir mit Verachtung gesättigt; indem wir zittern, sei Du des Erbarmens eingedenk. Denn der, der unser Gebilde kennt, bei dem ists unvergessen daß Staub wir sind. Stehe uns bei, Gott unseres Heils, um der Ehre Deines Namens willen, rette uns und gieb Sühne für unsere Vergehen, entsprechend Deinem Namen.

     

    ואנחנו לא נדע ist der Schlußsatz des Hülfgebetes des Königs Joschafat (Chron. II 20,12), mit welchem er bei Gott Hülfe gegen ihn vereinigten Völkern suchte und fand. Auch wir erheben uns aus der Einkehr und Sammlung vor Gott mit dem Bewusstsein, daß uns das Eine in allen Lagen und Zeitläuften bleibt, mit hoffender Zuversicht unsere Augen auf Gott gerichtet zu erhalten, der, während wir zittern, schon seines Erbarmens denkt, der bei unserer Beurteilung der Schwäche unseres irdischen Teils Rechnung trägt, mit welchem das Geistig-Göttliche in uns in unserer hienidigen Leiblichkeit vermählt ist, und der, um der Verherrlichung seines Namens und der mit diesen Namen geoffenbarten Weisen seiner Waltung willen, uns Bestand und Sühne angedeihen lassen wird.

    09-03-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    08-03-2021
    Klik hier om een link te hebben waarmee u dit artikel later terug kunt lezen.Der Zionismus, seine Theorien, Aussichten und Wirkungen 22. Folge
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     Schriften zur Aufklärung über den Zionismus 

    N° 2 „Der Zionismus, seine Theorien, Aussichten und Wirkungen“

    Herausgegeben vom Antizionistischen Komitee Berlin 1913

     

    …

    IV. DIE WIRKUNGEN DES ZIONISMUS

    …
                 f) Zionismus und jüdisches Leben 


    Das Endziel des Zionismus ist eine gefährliche Utopie, wohingegen die Bewegung, die Agitation, die Verhetzung, das wichtigste darstellt. Die Einsichtigen unter den Zionisten wissen natürlich, daß die Zukunftshoffnungen unerfüllbar sind, ja viele von ihnen haben vor ihnen eine geheime Angst, weil ihnen doch davor bangt, das kostbare, ewige Besitztum, die jüdische Religion, zu zerschmettern.  Da nun die Agitation, die Bewegung, eine so überragende Rolle spielt, hat der Zionismus in dem verhältnismäßig kurzer Zeitraum seines Bestehens  die unangenehmsten und bedauerlichsten Wirkungen für das jüdische Leben der Gegenwart gehabt.

      Es ist schon kurz erwähnt worden, daß er in den jüdischen Massen Rußlands Hoffnungen erweckt hat, die nicht zu realisieren sind, und das im Augenblick, da die Unmöglichkeit sich erweist, als Reaktion eine unaussprechliche Entmutigung eintreten wird, die aber die ernstesten Folgen für  den Bestand des Judentums haben muß. Wenn es gelingt, auch nur einem erheblichen Teil der russischen Jugend einzureden, daß Judentum nicht Religion sondern Nation ist, so hat er dort das Judentum zerstört. Denn es kann keinen Zweifel unterliegen, daß unsere Zeit des Rassenstandpunktes vorübergehen wird und daß ein Zeitalter einst folgen muß, indem man über Menschenwert und Kultur vernünftiger denkt.

    Was dann?  Wenn der Massen den Sinn für die Religion fehlt und das nationale Ideal  praktisch sich als unausführbar, theoretisch als wertlos erwiesen hat? Dann löst sich das Judentum logischerweise auf,  und dieses Zukunftsbild erweist zugleich, daß der Zionismus, so sehr er mit seinem angeblich  positiven Judentum prunkt, doch im Grunde nichts ist, was unabhängig wäre von den Strömungen der Welt.

    Eine weitere praktische Folge des Zionismus ist, daß er viel jüdische Arbeit einfach verhindert. Der Nichteingeweihte geht von dem falschen Standpunkte aus, daß hinter dem großen Geschrei etwas stecke, und die Laue und Zagen lauen sich in ein behagliches Philisterbewußtsein ein, in den Gedanken, daß ja der Zionismus arbeite!  Zudem hat  natürlich der Gedanke daß „Wohltätigkeitsjudentum“ ein überwundener  Standpunkt sei, daß er sogar die Seele des jüdischen Volkes schaden müsse, wenigstens bei denen recht angenehme Gefühle ausgelöst, die nicht gerne geben und zum Geben gezwungen werden müssen. Wenn sie auch wenig spenden für das „einzig wahre und unverfälscht echte Zukunftsjudentum“ , so beginnen sie inzwischen wenigstens insofern gesinnungstüchtig zu sein, als sie allmählich in der Opferwilligkeit für Aufgaben der Wohltätigkeit nachlassen.  
    Die Tatsache daß die Anhänger des Zionismus gewiß persönlich opferfähig und -willig sind kann diesen Schaden nicht aufwiegen. Dazu ist ihre Zahl zu gering, und  das Geld kommt nicht Zwecke zu Gute, die für das Wohlergehen des Judentums irgendwie Bedeutung haben.

    Schädlich hat der Zionismus auch insofern gewirkt, als in jüdische Gemeinden und Vereine eine kurzsichtige politische Kampfesweise mit all ihren Schäden und Mängel n getragen worden ist. Religiöse Angelegenheiten  -- und alle Dinge, die jüdische Gemeinschaften  beschäftigen stehen in engerer oder loserer Verbindung mit der Religion – besitzen  eine gewisse Erhabenheit  und dürfen  nicht mit den selben Mitteln behandelt werden wie etwa wirtschaftliche Fragen. Religion und Politik sind Gegensätze und  müssen Gegensätze bleiben!

    Der Zionismus hat naturgemäß   religiöse Streitfragen zu politische Zänkereien herabgewürdigt, er hat alle Mittel der Politik, Intrigen, Lügen und Hetzereien in seinem Waffenarsenal mitgebracht, und der Mittelpunkt des Judentums ist für ihn nicht die Synagoge, sondern die rauchende und Bier trinkende Radauvolksversammlung,  deren geistige Argumente je nach Gegend, das Niederschreien des Gegners oder der Maßkrug sind, die für ernste Fragen weder Interesse noch Urteil hat, sondern  dem zujubelt der mit möglichster Lungenkraft, mit möglichst witziger Form, in möglichst  vielen glatten Phrasen möglichst viel Gift verspritzen kann!  Fügt man noch hinzu, daß, wie bei der wirklichen Staatspolitik, auch beim Zionismus so manchem nur das Mittel ist, um sich Namen und Berühmtheit zu schaffen,  so hat man die Hauptzüge der Verflachung  und Verrohung beisammen, die  unter dem Einfluß dieser Bewegung das jüdische Leben in Deutschland  angenommen hat.

    Eine solche Bewegung, der die Partei über alles, das Judentum nichts ist, die politisch und nur politisch sein will, muß sich im jüdischen Leben als Element der Zwietracht  und Zersetzung bewähren. Nicht nur, daß ihre eigene positive Arbeit gering und wertlos ist, war den Zionisten auch das emsige, erfolgreiche Schaffen anderer jüdischer Kreise stets ein Dorn im Auge, und eifrig suchen sie zu zerstören, was zerstört werden kann. Den Deutsch-Israelitischen Gemeindebund , eine ungemein  segensreich wirkende Organisation, haben sie beinahe gesprengt;  sie haben den Willen bekundet, tausenden von  deutschen Juden die Mittel zur religiösen Belehrung und Erhebung zu entziehen, weil der Gemeindebund nicht zulassen wollte, daß seine Tagungen Gelegenheiten wurden,  an denen sich jüngere, strebsame Zionisten  im Halten  demagogischer Agitationsreden übten.  Der Gemeindebund wurde in seinen Grundvesten erschüttert, weil der Zionismus keine deutschfühlende und starke, positiv arbeitende Organisation verträgt.  Ein anderes Beispiel ist die „Alliance israélite universelle“.  Der blühende Zweig dieser Organisation  ist aufs schwerste gefährdet worden  durch die Quertreibereien und Wühlereien der Zionisten, und dort wie überall wird es erst dann gelingen, etwas Brauchbares zu schaffen,  wenn man sie und ihren Einfluß energisch hinausgeschafft. 

     

    …

     

    (wird fortgesetzt)

     

    Erschien bereitst in Jeschurun Judentum gegen Zionismus in Folgen, als Teil unseres Studienprogramms  Jahrgang 5770/5771

     

    Mit Dank an Frau Manja BURGERS, Antiquarische Buchhandlung „Spinoza“ in Amsterdam

    http://www.spinozabooks.com

    08-03-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    07-03-2021
    Klik hier om een link te hebben waarmee u dit artikel later terug kunt lezen.Psalm 76,2 und Sprüchlein zur Wochenabschnitt Wajakehél
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    ויקהל - פקודי

     

    נדרו ושלמו ליי אלקיכם כל סביביו יבילו שי  למורא:

     

    „ Ihr aber gelobet und erfüllet; was ihr gelobet Gott, eurem Gotte, während alle; die ihn umgeben, als  Gegenstand der Furcht im Huldigungsgabe bringet.  “

    (Psalm 76,12 Übersetzung Samson Raphael Hirsch)

     




    1.

    Rührend  ist es, wenn die Frommen,

    Einend sich zur heil’ger Schar,

    Freudig opfern am Altar.

    2.

    Wohl ists nicht die große Spende,

    Die der Herr von dir begehrt,

    Wahrhaft guten Willen sende,

    Und du hast Ihn wohlgeehrt.


    Aus: Erbauungsbuch „Bibel- und Talmudschatz“ J.H. Kohn S. 224  13.Auflage Hamburg 5691 – 1931

    Die beste Anschrift für antiquarische Judaica:

    Antiquarische Buchhandlung „Spinoza“ in Amsterdam

    Inhaberin: Frau Manja BURGERS

    http://www.spinozabooks.com

    07-03-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    05-03-2021
    Klik hier om een link te hebben waarmee u dit artikel later terug kunt lezen.S R HIRSCH Aus dem Kommentar zur Wochenabschnitt Ki Sisso
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     Rabbiner Samson Raphael Hirsch

    כי תשא

     

    Auszüge aus dem Kommentar zur Wochenabschnitt Ki Sisso

     

    Kap.31 V.13 Diese sollen sie geben, jeder, der hinübergeht hin zu den Gezählten: die Hälfte eines Schekels im Gewichte des Heiligtums; zwanzig Gera der Schekel, die Hälfte eine solchen Schekels Gott als Hebe.

     

    Kap. 31 V. 13 …Als Gott Jissroél zum Werkzeug seines Reiches, d.i. zum Werkzeug seiner Huldigung als Schöpfer und Gebieter im Menschenkreise, das ist ja eben nichts anderes als zur Verwirklichung des „Sabbats“ erwählte, gab er dem Sabbat im Jissroél das konkrete Symbol im Werkverbot, und es ward der Gottessabbat  zum Menschensabbat. Fortan ist die Sabbat – „Feier“ das Symbolum der Beziehung Gottes zu Jissroél und Jissroéls zu Gott, das Erziehungszeichen, aß Gott uns sich geheiligt und heiligt.

     

    Kap. 32, V.13  Gedenke Abrahams, Jizchaks und Jissroél, deiner Diener, denen du bei dir geschworen und zu denen du gesprochen hast: ich werde eure Nachkommen wie die Sterne des Himmels vermehren, und dieses ganze Land, von dem ich gesagt, daß ich es euren Nachkommen geben werden das sollen sie für immer als Eigentum behalten.

     

    Kap. 32, V.13 …Diese Erinnerung an die Erzväter und an die ihnen gegebene eidliche Zusicherung dürfte wohl nicht in dem Sinne zu verstehen sein, als ob diese Zusicherung der beabsichtigten Vernichtung des Volkes entgegenstehe. Denn durch die zugleich angedeutete Neubildung eines großen Volkes aus Moses Nachkommenschaft würde ja gleichwohl diese Zusicherung sich erfüllen. Moses Nachkommen sind doch auch Abrahams, Isaaks und Jakobs Nachkommen. Vielmehr scheint diese Erinnerung in tieferem Zusammenhange mit Moses ganzer bisheriger Betrachtung und der darauf gegründeten Bitte zu stehen und folgt daher als Schlussunterstützung diese Bitte nach. Zuerst wird durch Nennung Abrahams, Isaaks und Jakobis an den edlen Kern erinnert, aus dem dennoch diese ganze jetzt „hartnäckige“ Volk entsprossen, der doch von so urkräftigem, sittlichem Adel gewesen sein muss, daß dem Abraham ein gleich edler Isaak und dem Isaak ein gleich edler Jakob gefolgt, und der daher gewiss in dem ihm entsprossenen Volke nicht ganz verloren sein kann, somit sicher im Laufe der Zeit sich durcharbeiten und ihrem Ursprunge ähnliche Menschen erzeugen wird. Ferner wird durch die Erinnerung an den Eid hervorgehoben, daß doch die Gewissheit eben dieser unverlierbaren Fähigkeit würdig zu werden, bei dem Eide vorgeschwebt haben müsse, sonst würde eben nicht eidlich haben zugesichert werden können, daß die Nachkommen ein ewiges Anrecht auf das Land haben sollen. Wie, wenn sie nun alle entarten, und nicht einmal ein Moses sich unter ihnen fände? Dieser Eid selbst setzt voraus, daß Abrahams Nachkommen in ihrer Gesamtheit nie so entarten können, daß sie nicht durch eine erziehende Gottesführung zum Bessern gebracht zu werden vermöchten, und eben an diese, bei der ganzen Erwählung Israels vorauszusetzende Erziehung zum Besseren, an diese notwendigerweise mögliche Zukunft appelliert Moses, um die augenblickliche Vernichtung abzuwenden. …


    V. 29 Da sprach Mosche: Bevollmächtigt euch selber heute für Gott, - denn jeder bleibe wider seinen Sohn und wider seinen Bruder, - und über euch heute Segen zu geben.

    V. 29 Nachdem sie die Gesetz rettende Tat vollbracht hatten, sprach Moses zu ihnen: „Bleibet, was ihr heute begonnen!“ Setzet euch selber ein zu „Eiferern“ und Vertreter des göttlichen Gesetzes. Keiner besonderen Bestellung, keiner besonderen Berufung bedürft ihr dazu. Wo das Gesetz im Volke gehöhnt wird, da ist jeder zum Vertreter und Retter des Gesetzes berufen, die Pflicht und die Verantwortlichkeit, die auf jedem ruht, stellt ihm den Bestallungsbrief aus, und je weniger Amt und Bestallung sein Tun zum amtlichen Thun stempelt, um so bedeutsamer und wirksamer ist seine rettende Tat, um so tiefer sagt sie jedem, welcher Geist in allen lebendig sein sollte. – …

     

     Kap.34 V.8 Da eile Mosche, neigte sein Haupt zur Erde und warf sich hin,

    V 9. und sprach: Wenn ich denn Gewährungswürdigkeit in deinen Augen erreicht habe, mein Herr in unserer Mitte; weil es ein hartnäckiges Volk ist, wirst du unsere Krümme und uns so zu deinem bleibenden Eigentum gewinnen!

     

    Kap. 34 VV. 8,9 …Wie die politische Schwäche und preisgegebene Hilflosigkeit es gerade ist, die Jissroél als das geeignetste Volk zur Offenbarung der Gottesmacht in der Geschichte erscheinen ließ, so lässt eben seine natürliche Hartnäckigkeit es als das geeignetste erscheinen, die Göttlichkeit des vermittelst seiner der Menschheit zu überbringenden Gesetzes und alle Wundermacht der göttlichen Erziehungswaltung zu offenbaren. Eben weil es ein hartnäckiges Volk ist, eben darum möge Gott, dessen „Diener“ an das Volk ja Moses ist, in seiner Mitte wandeln, an ihm, an diesem „härtesten“ Volke alle die erziehende Wundermacht seines Gesetzes und seiner Waltung zeigen, und so lange verzeihen und immer wieder verzeihen – jede Verzeihung jetzt einen Schritt zur Besserung voraus – bis das Erziehungswunder an Israel vollendet und dieses härteste Volk für immer Gottes Eigentum geworden sein werde. …

     

    V.10 Darauf sprach er: Siehe, ich errichte einen Bund: in Gegenwart deines ganzen Volkes werde ich Wunder vollbringen, die auf der ganzen Erde und unter allen Völkern nicht geschaffen worden; es soll das ganze Volk, in deren Mitte du bist, das Werk Gottes sehen, wie es zu fürchten es ist, was ich mit dir vollbringe.

     

    V.10 …Es wird somit die „Sendung Mosis“ als Unikum im Raum und Zeit dastehe, und dadurch die Einzigkeit und Unantastbarkeit (–   נורא – ) des durch ihn gebrachten Gottesgesetzes für alle Zeiten bewahrheitet sein.  Eine Dokumentierung, die zunächst für Israel verwertet werden soll. Indem nämlich mit dieser Erwiderung Moses V.9 ausgesprochener Bitte willfahrt werden soll, in welcher die ganze Zukunft des Volkes bei der Wiederanknüpfung der Gegenwart mit in Berechnung gezogen, und eine Geschlechter hindurch dauernde Erziehung des Volkes zu der ganzen Höhe des göttlichen Gesetzes in Aussicht und vom Gott vertretenen Unantastbarkeit dahin gestellt und dem Volke für alle Zeiten zum Bewusstsein gebracht sein, daß die „Sendung Mosis“ als בריאה, als Gottesschöpfung im Mitte der Menschengeschichte dastehe, als solche aber sich von allen anderen ihrem ganzen Wesen nach völlig unterscheide und mit nichts in Vergleich zu bringen sei, was sonst auf Erden unter Völkern als Religion, Gesetz u.s.w. entstanden ist und entstehen wird. Diese „Sendung Mosis“ tritt zunächst jetzt an Israel hinan und hat die göttliche Absolutheit ihrer siegenden Kraft in der Gewinnung diese „harten“ Volkes zu erproben.

     

    V.15. Würdest du den Bewohner des Landes einen Bund errichten, so würden sie ihren Göttern nach abweichen, würden sie ihren Göttern opfern, und es ladet dich einer ein und du issest von seinem Mahle,

    V.16 und nimmst von seinen Töchtern für deine Söhne, es weichen dann seine Töchter ihren Göttern nach ab und bringen auch deine Söhne zum Ab- und Hinfall an ihre Götter.

     

    V.15,16 Indem auch der Götterdienst der anderen Völker durch זנה ausgedrückt wird, ist damit auch das Verhältnis, in welchem Gott zu allen anderen Menschen stehen will und in welchem alle anderen Menschen zu ihm stehen sollen, unter dem Bilde derselben Innigkeit gedacht, wie dies bei Jissroél unter dem Begriffe der Ehe gefasst wird. Auch ihr Wesen sollte mit Gott in ewiger Treue vermählt sein, und auch ihr Heidentum ist ein Treubruch gegen Gott. …

     

     V.24 Wenn ich Völker vor dir austreibe und dein Gebiet ein weites sein lasse, so wird doch niemand dein Land lüstern antasten, wenn du hinaufziehst, unmittelbar vor dem Angesicht Gottes, deines Gottes, dich zu sehen dreimal im Jahre!

     

    V.24 כי אוריש וגו' wird die jährlich dreimal sich wiederholende Tatsache sein, die unmittelbare Beziehung Gottes zu Jissroél, und den mächtigen, einzig durch Jissroéls Hingebung an Gottes Gesetz erzielten Erfolg in der offenkundigsten Weise vor Augen legen soll: כל זכורך wie es im vorigen Verse heißt, alles Mann- und Wehrhafte in Jissroél wird im Mittelpunkte, in Jerusalem, um das Heiligtum des göttlichen Gesetzes versammelt sein und kein lüsterner Feind wird es wagen, das reiche offen liegende Land zu betreten. Jissroéls Land wird nicht durch eine Armee an den Grenzen, sondern durch Gotteshuldigung vom Mittelpunkt aus geschützt ולא יחמד: siehe zu Kap. 20,14

    05-03-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    04-03-2021
    Klik hier om een link te hebben waarmee u dit artikel later terug kunt lezen.Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH aus dem Kommentar zur Haftoro Wochenabschnitt Poroh
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    Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH

                  (1833 – 1900)

     

    הפטרת פרשת פרה

     

    Aus dem Kommentar zur Haftoro des Wochenabschnittes Poroh

     

    Ezechiel, Kap. 36, Vers 16 und folgende

     

    Vorwurf und Verheißung in diesem herrlichen Prophetenworte enthalten die lauteste Verkündigung der sittlichen Freiheit. Sie lehren, daß eine Erhebung möglich ist auch aus der tiefsten Gesunkenheit zur lauteren Höhe reinen Menschentums und sie verkünden als Ziel der ganzen göttlichen Leidenserziehung Jissroéls, daß diese Möglichkeit zur Wirklichkeit werde. Jedoch nicht in partikularistischen Umschränkung, etwa nur zu Jissroéls Heile, sondern als mächtiges weltgeschichtliches Lehrmittel zur Erleuchtung und Erhebung der Gesamtmenschheit. Denn dies und nichts anderes ist die Bedeutung der kaum irgendwo sonst so scharf hervorgehobenen Rücksicht auf den „Namen Gottes“, das ist ja dasjenige, was den Menschen von Gott und von ihrem Verhältnisse zu Ihm zur Erkenntnis und  nur Anerkennung kommt. Nirgends ist scharfer als hier ausgesprochen, wie das unter die Völker zerstreute Menschheitspriestervolk durch sein wenig priesterliches Leben zum Verräter wurde an seinem Priesterberufe. Das Banner, das es hoch halten und zu Ehren bringen sollte, trat es in dem Staub; die Lehre vom Menschenideale, für die es Geist und Herz der Menschen gewinnen sollte, verdunkelten nur zu oft die eigene Söhne durch ihre wenig geläuterte Persönlichkeit den Augen und der Erkenntnis des Menschen. Denn zu allen Zeiten verwechselten die Menschen die konkrete Judenheit mit dem Judentum. Nicht als ob die Juden irgend einer Zeit und irgend eines Landes jemals unter dem geistig-sittlichen Niveau ihrer nichtjüdischen Zeit- und Landesgenossen gestanden hätten. Allein die ihnen unverlierbar, auch in den Augen der Völker unverlöschbar aufgeprägte menschheitspriesterliche Bestimmung, die freilich in den Augen der Völker zur „Anmaßung“ wird, bewirkte es, daß an die Schwächen und Gebrechen der Juden ein strengerer Maßstab angelegt wird. Was sie bei sich als natürliche Schwäche mild beurteilen und entschuldigen, das haben unsere nichtjüdischen Brüder zu allen Zeiten bei den Juden zum Verbrechen gestempelt. Vor Vorzügen und edlen hervorragenden Eigenschaften der Juden hat man zu allen Zeiten die Augen beharrlich geschlossen, sittliche Mängel des einzelnen Juden jedoch stets hervorgehoben und generalisiert. Ja, dieselben Persönlichkeiten, deren moralische Defekte sich als gänzliche Verleugnung des Judentums darstellen und gerade als Produkte des Judentums, als Tat gewordenes Judentum bezeichnet, wie dies schon vor Jahrhunderten das auch unsere Gegenwart beleuchtende Prophetenwort ausgesprochen hat: „Man spricht von ihnen: Diese sind das Gottesvolk’ und aus Seinem Lande sind sie hervorgegangen!“ (V.20). Absichtlich und unabsichtlich identifizierten und identifizieren sie Judentum und Judenheit. Daraus erwächst allerdings für den Juden die Verantwortlichkeit für jedes Verschulden zu ernsterer und verhängnisvollster Schwere. Andererseits aber ergibt sich daraus „das göttliche Erbarmen mit Seinem heiligen, durch Jissroél zu Unehren kommenden Namen“ (V.21) und die weltgeschichtliche, d.h. aus dem in der Thora uns enthüllten Geschichtsplan Gottes entspringenden- Notwendigkeit, Jissroél nicht in seiner Unreinheit zu belassen, sondern es durch die Ereignisse zu erziehen, bis Er ihm an die Stelle des „steinernen“ Herzens ein für alles Edle und Gute empfängliches, „fleischernes“ Herz anerschaffen und es zur reinen Menschheitshöhe emporgeläutert habe. Auf dieses höchstes Menschheitsideal wird durch das in den Schlussversen 36 und 37 wiederholte „Adam“ ausdrücklich hingewiesen.

     

    Kap.36, 37: בן אדם: Sicher nicht ohne tiefen Grund und nicht ohne innigen Zusammenhang mit dem eben Bemerkten wird Ezechiel durchweg „Sohn Adams“ genannt. Derjenige Prophet, der, als einer der letzten, nach der bereits erfolgten nationalen Katastrophe den Blick nur auf die Zukunft zu lenken, deren Ziel u enthüllen und den zu diesem Ziele durch Sündennacht und Menschheitswüste führenden Weg zu erhellen hatte, wird dadurch in unmittelbare Beziehung zu dem ersten Anfang aller Menschheitsgeschichte gebracht.

    Der ganzen Geschichte der Menschheit, so wird uns damit gelehrt, liegt ein großer Gottesgedanke zu Grunde. Sie ist nichts als die Ausladung des „Adam“-Begriffes. Die Erziehung zu dessen Verwirklichung bezweckt nichts anderes als die Erreichung derjenigen Bestimmung, die dem als „Adam“, als „Stellvertreter Gottes“ erschaffenen Menschen im Kreise der Schöpfung angewiesen ward. (Siehe zu 1 B.M. 1,26) Im Dienste diese Zieles steht die Berufung Abrahams, die Schöpfung Jissroéls, dafür hat Gott sich auf dem Sinai offenbart, dafür Jissroél sein Gesetz gegeben; für die Erreichung dieses Zieles hat der erste wie der letzte Prophet im Namen Gottes gewirkt, im Dienste der Erreichung dieses Zieles haben die hohen und hehren Männer aller Zeiten in Jissroél gelebt und gelehrt, gekämpft und geduldet, im Dienste der Erreichung dieses Menschheitszieles steht und wirkt der unscheinbarste jüdische Mensch, der seines Gottes Gesetz in seinem Leben und in seinem bescheidensten Kreise zu verwirklichen strebt, und der Ausblick auf die Erreichung diese Zieles bildet den Schlussgedanken aller unserer Gebete.

    יושבים על אדמתם: verkürzter Partizipialsatz, der Konstruktion und Apposition zu בית ישראל, wird sodann grammatisch durch den Plural Subjekt des Satzes. Zuerst als בית ישראל, nach Abstammung und Bestimmung als Einheit angeschaut, wird Jissroél sodann in der Mannigfaltigkeit seiner Glieder als konkrete Vielheit erblickt, um sodann:

    V.20 ויבוא אל הגוים, durch den Singular höchst charakteristisch wieder als Einheit bezeichnet zu werden. Denn dieser Vers spricht von der durch die sittliche Mangelhaftigkeit der einzelnen Sprossen des Israelhauses bewirkten Entweihung des göttlichen Namens. Da verkündet dieser Singular nun, zumal in der Verbindung mit dem Plural גוים, die solidarische Haftbarkeit, mit welcher Gesamt-Jissroél im Galuth für jeden Makel eines jeden seiner einzelnen Glieder werde verantwortlich gemacht werden. Und das hat sich erfüllt bis auf den heutigen Tag. In den Augen der Völker bilden wir eine Einheit. Wie verschieden auch die Heimat, gleichviel ob in Deutschland, England, Frankreich oder Amerika, - wie verschieden auch die äußere Stellung, gleichviel ob es sich um einen armen, von Land zu Land, von Kontinent zu Kontinent gehetzten jüdische Paria, oder um eine Finanzgröße handelt, möge dieselben auch noch dazu bis zur letzten Faser schon seit Generationen dem Judentum entfremdet sein – das ändert alles nichts: für das Vergehen, für die Schwäche auch des entferntesten und entfremdesten  vereinzelten Gliedes wir die jüdische Gesamtheit und, was noch schmerzlicher, wird das Judentum verantwortlich gemacht. So ungerecht, so perfid diese Generalisierung, diese Übertragung auch ist, wir müssen sie tragen. Das gehört mit zu dem Ernste unserer Aufgabe, zu dem Ernste unseres Geschickes. Um so sorgsamer hat jeder Einzelne über sich zu wachen. Es ist das die ernste Mahnung, die der Prophet Jesajas mit den Worten aussprach הברו נושאי כלי ה'; „Haltet euch rein, ihr seid Träger göttlichen Werkzeugs!“ (S.o. S.348).

    …

    (Die Haftoroth übersetzt und erläutert, Frankfurt am Main 1896: S. 439- 445  Kommentar zu Ezechiel Kap 36 V.16…) 

    04-03-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    03-03-2021
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    Rabbiner Dr. Salomon BREUER

                    (1850 – 1926)

     

    לפ' פרה

     

    Belehrung und Mahnung  zur Wochenabschnitt Poroh (Auszüge)

     

    …

    Ein זרע ist jedes Menschenkind, das nicht nur körperlich, sondern auch geistig und sittlich zugrunde geht, wenn es nicht die gebotene Pflege findet, mag es auch von geistig und sittlich hochstehenden Eltern stammen. Andererseits kann aber auch ein „Samen“ unwürdiger Eltern, wenn er von der veredelnden und läuternden Kraft der Thora erfasst wird, zum herrlichen Menschenblüte sich entfalten.

     Gerade in dieser Tatsache hat aber unsere Thora ihre Wunderkraft bewährt. Ein Blick in unsere Geschichte gibt den überzeugenden Beweis. רות המואבית Ruth, einen Menschenkreis entstammend, den Gottes Gesetz aus Gottes Gemeinde auszuschließen gebietet, wird, von der Macht der Thora ergriffen, zur Stammmutter des davidischen Hauses, des מלך המשיח! כי שת לי זרע אחר „einen Samen hat mir Gott gesetzt“, der wohl noch kein איש, der aber unter allen Umständen, und wären die Voraussetzungen noch so ungünstig, durch geeignete Pflege zum איש heranreifen kann. –

    Damit aber hat Chawa der Erziehung Wege gewiesen, auf denen später dem jüdischen Volke auch aus זרע שבא ממקום אחר der מלך המשיח erstehen konnte!

    Diese Tatsache, daß es der Thora gelingt, auch זרע ממקום אחר zu Trägern ihrer Wahrheit zu gewinnen, hat der Thora Unsterblichkeit verliehen. כי לא תשכח מפי זרעו „Sie wird nicht vergessen werden aus dem Munde seines Samens“, lautet das tröstliche Geleitwort, das uns auch in Zeiten des traurigsten Verfalls nicht verzweifeln lässt und uns das Bewusstsein stärkt, daß es der Thora zu allen Zeiten gelingen werde, sich ihrer Träger zu sichern. Und mag auch die Entfremdung in erschreckendem Umfang um sich greifen, mögen auch in Leichtsinn und Verblendung weite Kreise der vollendeten טומאה anheim fallen, – um die Zukunft der Thora brauchen wir nicht zu zittern: ihr wird es noch immer gelingen, einen זרע, und wäre es auch ein זרע אחר zu gewinnen, der unter der Macht ihres Lebens weckenden und gestaltenden Einflusses zur herrlichen Menschenblüte sich entfaltet. Wohnt ihr doch die geheimnisvolle Kraft inne, selbst aus טמא den טהור hervorgehen zu lassen!

    Generation gehen in טומאה, in völliger Gottesentfremdung dahin, da erblüht einem Terach ein Abraham! Blind wütet Achas gegen den Bestand des jüdischen Lebensbaums, und gerade ihm entstammt Chiskija! Mit finsterem Fanatismus kämpft ein Menasche jahrzehntenlang wider Gottes Heiligtum, und gerade ihm wird Joschijah  geboren, den Gottes Thora zu ihrem Retter sich zu erziehen versteht! Generationen gehen in טומאה dahin, und dennoch vermag Gottes Thora aus diesem Boden den זרע אחר, den טהור, den „reinen“ Träger ihrer ewigen Wahrheit zu gewinnen!

    זאת חקת התורה In dieser Tatsache offenbart sich das gewaltige „Naturgesetz” unserer Thora.

    Diese טהור מטמא-Tatsache fand aber in der פרה אדומה-Institution ihrem sprechenden symbolischen Ausdruck. Wohl war der mit מי נדה gemischte Aschenstaub  gewinnen: …..

    Das aber ist der symbolische Ausdruck für חקת התורה, für das der Thora innewohnende „Naturgesetz“; ihr wohnt die wunderbare Kraft inne, aus טומאה den טהור zu gewinnen; מי יתן טהור מטמא לא אחד es ist die göttliche Kraft der Thora, die noch zu allen Zeiten aus vollendeter טומאה die „reinen“ Träger zu gewinnen verstand. –  

    Für die Rettung von Sedom und Amora trat Abraham fürbittend ein. Nun aber hatte doch Gott den Untergang dieser Städte beschlossen, weil ואנשי סדום רעים וחטאים ihre Entartung ein solches Ausmaß erreicht hatte, daß an ihre sittliche Erhebung nicht mehr zu denken war. Was veranlasste da Abraham dennoch, sich für ihre Erhaltung einzusetzen?

    Abraham mochte der Hoffnung gelebt haben, daß, wenn auch diese Generation unrettbar der טומאה verfallen sei, vielleicht doch noch einst ein זרע אחד und damit ein Geschlecht  טהור מטמאhervorgehen könne, so daß die Rettung dieser Städte gerechtfertigt wäre. Hatte er es nicht an sich selbst erlebt, war er nicht den Sohn eines Terach, der späte Enkel einer in טומאה entarteten Geschlechterreihe? Daran wagte er zu erinnern in Worten, die, feinfühlig genug, nach Möglichkeit den Vater zu schonen bestrebt waren: הנה נא הואלתי לדבר וגו' ואנכי עפר ואפר Er darf vor Gott stehen in seiner Hinfälligkeit und ist von Gott durch göttliche Rettungswunder dem Leben erhalten worden, ist, wie die Weisen so herrlich bemerken, dem Schwert Amrafels entronnen und dem Glutofen Nimrods, ist des Lebens gewürdigt worden, weil Gott in ihm den טהור erkannte, der aus טומאה sich zu gottgewollter Lebensbestimmung emporrang. – Sollte eine solche טהרה-Zukunft nicht auch der טומאה dieser Städte beschieden sein?

    חייך שאני נותן לבניך כפרה בהם Fürwahr, diese Wahrheit soll einst in der פרה אדומה-Bestimmung ihren ewigen Ausdruck finden.

    Gottes weiser Ratschluss aber hatte über Sedom und Amora den Untergang beschlossen, da diese von Abraham erwähnte Möglichkeit Gottes alle Zukunft durchdringendem Auge sich nicht bot.

    Und doch, wie wahr unser Vater Abraham empfunden, wie sehr seine Erwägung der göttlichen Waltung entsprach, geht aus einer Bemerkung der Weisen hervor, die wir nunmehr in ihrer ganzen Tiefe zu verstehen glauben. קם קח את אשתך ואת שתי בנותיך הנמצאות וגו', gebieten die Engel Lot, „nimm deine Frau und deine beiden Töchter, die sich da vorfinden“ (19,15). Das Wort הנמצאות ist überflüssig und unverständlich. Und die Weisen erklären (מ"ר): שתי מציאות רות המואביה ונעמה העמונית „Zwei Funde“ habe da Gott gemacht, die Moabiterin Ruth und die Amoniterin Neamah. Ferner: מצאתי דוד עבדי (תהלים פ"ט) היכן מצאתי אותו בסדום Es heißt: ‚Ich fand meinen Diener David’ – in Sedom hat Gott ihn gefunden.

    Von den beiden Töchtern Lots, den Stammüttern von Moab und Ammon, gingen einst Ruth und unser König David hervor! Wenn aber aus der טומאה-Umgebung von Sedom und Amora solche טהרה-Blüten gezeitigt werden konnten, so war dies wohl die denkbar größte מציאה, die der Gottessache beschieden sein konnte. Dieser künftigen מציאה oder besser dieser טהור מטמא-Erwägung dankten Lot und seine Töchter ihre Rettung. –

    Daß aber solche מציאות selbst aus Sedom und Amora hervorgehen konnten, zeugt für die Wunderkraft der Thora. Sinnig reichen uns daher die Weisen gerade מגילת רות am Tage von מתן תורה: Hier hat זאת חקת התורה die der Thora ureigentümliche Kraft in ihrer ganzen Tragweite sich bewährt. – Von ihr dürfen wir auch für die Folge vertrauensvoll unser und der Menschheit Heil erhoffen.

     

    Quelle: Rabbiner Dr. Salomon BREUER  Belehrung und Mahnung zweiter Teil Exodus J.Kaufmann Verlag Frankfurt am Main 1935 S. 80 - 86

    03-03-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    02-03-2021
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    Rabbiner Dr. Salomon BREUER

                    (1850 – 1926)

     

    כי תשא

     

    Belehrung und Mahnung  zur Wochenabschnitt Ki Sisso (Auszug)

    (In jenem Jahr gleichzeitig פ' שקלים)

     

    …Auf diesem Gebiete könnten wir von unseren Feinden, den Gesetzverächtern gar manches lernen. Wie heißt es doch in den Psalmen (17,4): לפעלת אדם בדבר שפתיך אני שמרתי ארחות פריץ „Wenn es gilt, die Handlungen des Menschen unter deiner Lippen Wort zu bringen, da beobachte ich die Pfade des Gesetz-Durchbrechters.“ Diese begnügen sich nicht, für sich allein den Weg des Abfalls zu gehen, für sich allein מחלל שבת und אוכל טרפות zu sein, sie sind vielmehr eifrig bedacht, für ihre „liberale“ Anschauung recht viele Genossen zu gewinnen. Wie viel könnten da unsere יראים von ihnen lernen, wenn es gilt, „Handlungen des Menschen unter Gottes Wort zu bringen“, Genossen, für die Gottessache zu werben! Aber nur in den seltensten Fällen geschieht’s!

    Schwäche, gepaart mit falscher Friedensliebe, duldet den Leichtsinn und den Abfall neben sich, statt ihn mit allen Mitteln entgegenzutreten, alles aufzubieten, um den Bruder zur halben, ganzen Schekelleistung seines Lebens, die Gott von ihm fordert, zu bestimmen. Es ist der Geist, seines Lebens, der bei der traurigen nationalen Versündigung des goldenen Kalbes so verhängnisvoll sich gezeigt, der bis in die Gegenwart jüdisches Leben unheilvoll beeinflusst. אין לך דור ודור שאינו נוטל מעון של עגל Kein Geschlecht, sprechen die Weisen, das nicht immer noch an der Sünden Kalbes krankt! Nie und immer wäre es damals so weit gekommen, wenn der Kern des jüdischen Volkes dem verbrecherischen Ansinne, das bekanntlich vom ערב רב ausging, von Anfang an mit entschiedener Festigkeit entgegengetreten wäre. So aber glaubte man durch Entgegenkommen mehr zu erreichen, fürchtete die schroffe Ablehnung die Verblendeten in ihrem Vorhaben nur noch zu bestärken, glaubte Zeit zu gewinnen, rechnete, daß inzwischen Moses  wiederkehren werde, aber die Folge dieses Verhaltens war ויצא  העגל הזה das goldene Kalb!

    Im Geiste des ערבות traf daher die Strafe, die Gottes gerechte Waltung verhängte, nicht nur die Verbrecher, das ערב רב, sondern die Gesamtheit des jüdischen Volkes, deren schwächliches Verhalten dieses Verbrechen erst ermöglichte. – Damit findet auch eine schwierige Stelle in dem Berichte unserer Thora ihre einfache Erklärung.

    Es heißt daselbst (33,4): וישמע העם את הדבר הרע הזה ויתאבלו ולא שתו איש עדיו עליו Unter dem Eindruck der Verkündigung der von Gott verhängte Strafe erfüllte tiefe Trauer das Volk, und niemand legte seinen Schmuck an. Unmittelbar danach spricht Gott zu Moses: ויאמר ה' אל משה, אמר אל בני ישראל וגו' ועתה הורד עדיך מעליך Moses solle die Söhne Israels auffordern, ihren Schmuck abzulegen, eine Aufforderung, der die Söhne Israels alsbald entsprachen: ויתנצלו בני ישראל את עדים מהר חורב Der Widerspruch fällt ins Auge: hieß es doch schon vorher, daß das Volk seinen Schmuck zum Zeichen der Trauer nicht angelegt hatte, wozu demnach die göttliche Aufforderung?

    Erwägt man jedoch, daß nach eine Erklärung der Weisen überall, wo עָם im Gegensatz zu בני ישראל steht, unter עָם das ערב רב verstanden wird, so sprechen unsere Verse eine klare, eindringliche Sprache. וישמע העם וגו' Das ערב רב hatte im Bewusstsein seiner schweren Verschuldung seinen Schmuck abgelegt, jedoch בני ישראל, die Elite des jüdischen Volkes, die sich zwar an dem Verbrechen nicht beteiligt hatte, aber in Untätigkeit verharrte, war sich der Schwere ihres Vergehens noch nicht ganz bewusst. Dar erging Gottes Befehl an Moses אמר אל בני ישראל daß alle, auch die an der Versündigung nicht unmittelbar beteiligt waren, ihren Schmuck abzulegen hätten, denn im Geiste des כל ישראל ערבים זל"ז waren sie nicht weniger schuldbeladen! –  

    Der Geist dieser sog. „Friedensliebe“, die sich anlässlich der Egelversündigung so verhängnisvoll ausgewirkt hat, beherrscht aber leider bis auf den heutigen Tag das jüdische Leben. Um des lieben Friedens willen duldet der „fromme Gatte“, daß die Gattin, duldet die „fromme“ Gattin, daß der Gatte ein gottentfremdetes Leben führt, macht der Vater der Mutter, oder die Mutter dem Vater die Konzession, ihre Söhne oder Töchter für ein unjüdisches Leben erziehen und bilden zu lassen. Um des lieben Friedens willen wagen die Eltern kein Wort gegen das unjüdische Leben ihrer erwachsenen Söhne und Töchter, duldet man den verderblichen Einfluss von unjüdischen Bekannten und Verwandten auf dem ganzen Geist des Hauses – jenes heillose System der Konnivenz, die den Frieden mit Gott preisgibt, um den Frieden mit Menschen zu sichern, die um die Gunst und den Beifall der Menge buhlt und alles, ob recht oder unrecht, mundgerecht oder plausibel zu machen strebt – wahrlich: אין לך דור ודור שאינו נוטל מעון של עגל „kein Geschlecht, das nicht immer noch an der Sünde des goldenen Kalbes krankt!“.

    Dem gegenüber steht die große Lehre des מחצית השקל, die alle einzelnen Glieder Israels zur gegenseitiger Leistung und Verantwortung verbindet, die jeden einzelnen auf die ergänzende Brüderleistung hinweist und nur in der Vereinigung aller vom gleichen Geist erfüllten Glieder des Gottesvolkes die Erhaltung des Heiligtums gesichert sieht. …

     

    Quelle: Rabbiner Dr. Salomon BREUER  Belehrung und Mahnung zweiter Teil Exodus J.Kaufmann Verlag Frankfurt am Main 1931 S. 57 -39

    02-03-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    01-03-2021
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     Schriften zur Aufklärung über den Zionismus 

    N° 2 „Der Zionismus, seine Theorien, Aussichten und Wirkungen“

    Herausgegeben vom Antizionistischen Komitee Berlin 1913

     

    …

    IV. DIE WIRKUNGEN DES ZIONISMUS

    …

     

                                           

            d) Zionismus und Gleichberechtigung:

     

     

    …Der Zionismus geht auf sein Ziel unbeirrt los, und darum verunglimpft er auch den Kampf ,den wir um unsere Gleichberechtigung führen.  Denn er weiß daß dieses Kampfes Endziel uns nur noch fester mit dem deutschen Vaterlande verknüpft. Überall dasselbe Bild. Die Organisationen dieser Art werden verspottet  und verhöhnt, ihre Anhänger, als Juden minderen Charakters  und minderer Geisteskraft bemitleidet und beschimpft.  Im studentischen Leben  weiß der K.C. , der Verband der auf deutsch-vaterländischer Grundlage stehenden Studentenverbände davon ein Liedchen mit zu singen, wie die zionistischen Elemente sich als die Vertreter des wahren Judentums darstellen und das Deutschtum der jüdischen Studenten entweder als Spielerei belachen  oder es als Heuchelei bei den Rassenantisemiten bezeichnen. Dem Zentralverein  deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens , der in der bürgerlichen Welt seit  1893 dieselben Tendenzen verfolgt  wie der K.C. bereits seit der Mitten der achtziger Jahre in der studentischen, legt der Zionismus auf Schritt und Tritt die ernstesten Hindernisse in den Weg weil er die unerläßliche Grundlage der Gleichberechtigung erkannt hat und vom deutschen Juden ein freies, offenes und freudiges Bekenntnis zum Deutschtum verlangt, gleichviel ob er sonst im Leben konservative , liberale oder sozialdemokratische  Gesinnung im Herzen trägt, gleichviel, auf welchem Wege er das Glück des deutschen Vaterlandes gesichert glaubt.

    Der Zionisten sind nur wenige, im Vergleich zu der Masse der deutschen Juden und  in der Zahl von etwa 7000 Schekelzähler stecken noch, wie jeder aus den Verhältnissen seiner engen Lokalorganisation  genau weiß, etwa 60% Mitläufer, oft noch mehr, die der Bewegung „sympathisch gegenüber stehen“, die es aber weit von sich weisen würden, jene politische Ziele, die die Vaterlandsliebe und Gleichberechtigung untergraben, zu fördern,  wenn sie sie klar durchschauten. Der ganze Zionismus wird von ein paar Dutzend berufsmäßige  Schreier „gemacht“, aber das Gefährlichste besteht darin, daß diese sich dort Gehör zu verschaffen verstehen, wo sie gehört sein wollen, nämlich bei den Judenfeinden aller Schattierungen, und das man dort gerne, sehr gerne ihnen lauscht und in ihnen aus begreiflichen Gründen die Wortführer und Vertreter des gesamten Judentum erblicken möchten. Wer darum das Recht liebt, wer Gleichberechtigung erreichen will, muß helfen, ihr ernstestes Hindernis  niederzuringen: den Zionismus!

     

    (wird fortgesetzt)

     

    Erschien bereits in Jeschurun Judentum gegen Zionismus in Folgen, als Teil unseres Studienprogramms  Jahrgang 5770/5771

     

    Mit Dank an Frau Manja BURGERS, Antiquarische Buchhandlung „Spinoza“ in Amsterdam

    http://www.spinozabooks.com

    01-03-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    28-02-2021
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    כי תשא

     

    חנון ורחום יי ארך אפים וגדל חסד:

     

     

    „Wie gewährungsvoll und erbarmungsvoll Gott ist, lange geduldend und groß in hingebender Liebe“

    (Psalm 145, 8 Übersetzung Samson Raphael HIRSCH)







    1.

    Allbarmherzig im Gerichte

    Ist der Ewige, unser Herr,

    Er wünscht selbst vom Bösewichte,

    Daß er reuig wiederkehr‘.

    2.

    Gnädig lohnt Er den Frommen

    Bis ins tausendste Geschlecht;

    Doch auch Strafe müsse kommen,

    Denn Er ist ja allgerecht!


    Aus: Erbauungsbuch „Bibel- und Talmudschatz“ J.H. Kohn S. 219  13.Auflage Hamburg 5691 – 1931

    Die beste Anschrift für antiquarische Judaica:

    Antiquarische Buchhandlung „Spinoza“ in Amsterdam

    Inhaberin: Frau Manja BURGERS

    http://www.spinozabooks.com

    28-02-2021 om 15:01 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    26-02-2021
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             (1808-1888)

    PURIM (פורים)

     

    Chaurèw Kap.34

     

    § 247a

     

     

    Begebenheit ist klar. Sie liegt ausführlich in dem uns überkommenen Vermächtnisse der beiden Hauptpersonen, Mordochai und Esthér, in מגלת אסתר vor. – Schwarze Tücke sehen wir, Privatrache zu befriedigen, über das Leben vieler tausend äußerlich hilflos Preisgegebener würfeln; den selbstsüchtigen Zweck geschickt unterm Schein des Eifers für des Staates Wohl verhüllen; dazu die harmlose Gesondertheit Jissroéls aus dem Staats-Endzweck gefährlich schildern; und schon der Erreichung ihres verruchten Anschlages sicher. – Gegenüber jene Hilflosen, – nichts habend als ernste Prüfung bisherigen Lebens und Rückkehr zu Gott; ängstlich harrend des schrecklichen Tages, der ihnen allen Untergang droht; auf Gott allein hinblickend, ob er wohl noch das Schreckliche abwenden werde; und nach menschlichen Kräften nur noch den einzigen Weg gerader Vorstellung und Bitte versuchend. – Und über beiden – unsichtbar Gott, längst schon vorbereitend die Heilung vor dem Schlage; Folgen der Menschentat zu seiner Weisheit Zweck verknüpfend – Langeweile einer schlaflosen Nacht dem Könige – Aufwallung eines Augenblicks in des Königs Brust – und – abgewendet der Schlag von den Hilflosen, nur Gott habenden, – zurückgeschleudert der fein berechnete, Verderben tragende Blitzstrahl aufs Haupt der Urheber; und wehrloses Jissroél zur selbständigen Verteidigung seines Lebens berufen – zum Licht und zur Freude aus der Gefahr hervorgehend, die Nacht und Verderben gedroht. –

    Da wurden die Tage solcher Errettung zum ewigen Zeitdenkmal für Jissroéls Zerstreute, auf daß sie die Kraft behielten in dem festen Vertrauen: Gott, der sie hinausgewiesen in die Wanderschaft unter Völker, wache auch unsichtbar über sie, und mache zu Schanden, was selbstsüchtige Bosheit an List und Ränken gegen sie schmieden möge. Das Schwache Ja-akauw sei stark in dem unsichtbar   wachenden Gott.

    War hier leibliches Leben bedroht und leibliches Leben errettet, so stellt sich auch die Purimfeier dar, neben öffentlichen Vorlesen jenes die Begebenheit verewigenden Vermächtnisses, in Festmahlen, gegenseitigen Genussgeschenken und Bedenken der ärmeren Brüder. Gleichsam frohes Innewerden des wiedergeschenkten Lebens, in diesem Freudengefühl das Gesamtbrudergefühl gegenseitig erneuernd,  und ihm in Erheiterung der Ärmern Raum gebend. –  

     

    § 248

     

    Feier: Am 14ten Ador, nachts und am Tage, wird die Begebenheit in M’gilass Esthér (מגלת אסתר) gelesen. Nichts geht dieser Pflicht vor, ausser ein im Freien unversorgt liegender Toter ( א"ח687). Jedes Glied der Ja-akauw-Familie ist verpflichtet, nachts und tages M’gilloh zu lesen oder zu hören. Wo möglich trage einer in Versammlung sie vor und alle vernehmen sie aus seinem Munde (689). Sie werde ganz vorgelesen aus vorliegender nach Vorschrift verfertigter Abschrift der מגלת אסתר. Aus nicht nach Vorschrift verfertigter kann wohl zugehört, nicht aber mit- geschweige vorgelesen werden. Sie werde als eine Vermächtnisschrift aus jener Zeit gelesen (690). Über das Vorlesen, den Gottesdienst u.s.w. siehe (690 – 694) Mindestens zwei Gaben an zwei Bedürftige sollst du am Purim geben (694). Das eigentliche Freudenmahl für Purim sei am Tage. Eben so werden auch am Tage mindestens einem Freunde zwei  Geschenke an Festspeisen geschenkt (695) – Am Purim wird kein unnötiges Werk verrichtet, –  keine Trauerklage, kein Fasten veranstaltet (696) Alles nähre siehe (698 – 697)?

    § 249

     

    Also, wenn Missbrauch der Gewalt zur Ertötung des Jissroél eigentümlichen Lebens, oder verschlagenes Benutzen der Eigentümlichkeit Jissroéls zum Vorwand für Ausführung von Plänen der Gewalt, die beiden schreckendsten Erscheinungen sind, die Jissroél auf seiner Wanderung durch die Zeiten bedrohen: so stehen Chanuckoh und Purim am Eingang dieser Wanderung wie Feuer- und Wolken-Säule und mahnen uns: treu zu bleiben allen Pflichten, treu dem Jissroélberufe, treu dem Lande und Fürsten, die uns aufgenommen – und dann auf Gott zu blicken – und weder Gewalt noch List – zu fürchten. –

     

     

    Körper

    Geist

    Schöpfung

    פסח

    שבועות

    Erhaltung

    סוכות

    שמיני עצרת

    Erhaltung im Exil

    פורים

    חנוכה

     

    Samson Raphael HIRSCH : Chauréw, Versuche über Jissroéls Pflichten in der Zerstreuung, zunächst  für Jissroéls denkende Jünglinge und Jungfrauen. Vierte Auflage Frankfurt  a.M. Verlag J. Kaufmann 1909

    26-02-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    25-02-2021
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          (1808-1888)

    DER FASTTAG ESTHERS

     

    Chaurèw Kap.33 § 238

     

    2. תענית אסתר Einer andern Golußsünde Denkmal[1], und Warnung vor derselben, von der uns nur durch Überlieferung Kunde geblieben, ist Tha-aniss Esthér, das auch nur durch Überlieferung des Herkommens Zeitendenkmal geworden. Gleichsam, als ob das Schuldbewusstsein des Volkes sich selber zur Warnung dies Erinnerungsdenkmal gesetzt. – 

     

    Begebenheit: Achaschwérausch, dem Sinne orientalischer Eroberer gemäß, war milde gegen die Besiegten. So viel verschiedene Völkerschaften beherrschend, konnte natürlich der Blick nicht an eine Eigentümlichkeit sich fesseln; und, mochte darum Sprache, Sitte, Religion, noch so verschieden sein, was nur dem allgemeinen Namen Untertan sich fügte, war ihm willkommen. So wurden denn diejenigen von Jissroél, das ohnehin ja der persischen Herrschaft so vielfaches dankte, die von ihrer Heimat ferngeblieben waren, mit in den wohltuenden Strahl königlicher Milde gezogen. Gleichsam Prüfung von oben, wie Jissroél, das im Laufe der kommender Jahrhunderte so vielfache Probe der Gottestreue im Unglück geben sollte, in dieser Gottestreue unterm Strahl der Milde bestehen würde. Und siehe, Jissroél, das unterm Druck nie die Treue brach, die Probe bestand es nicht. – Sich gefallend in dieser fürstlichen Milde, sei es weil deren Haltung als Bürgschaft ihres Heils betrachtend, sei es aus Schwäche, sich nicht dem Gütigen gegenüber in ihrer Eigentümlichkeit behaupten zu können, sei es im Wahn, diese Milde selbst durch Anschmiegen an Landessitte vergelten zu müssen, ginge es auch auf Kosten des Jissroélgeistes und Jissroéllebens, – oder etwa gar – sich der eigentümlichen Sitte schämend und gerne so rasch als möglich mit denen sich einigend, von denen ihr äußeres Heil abhing, kurz , Jissroél bestand nicht; die Milde machte sie lauer in Beachtung väterlicher Lehre. Aber Gott riss sie bald aus ihrem Traum. Ein Mann, ewiges Muster für Jissroéls Goluß, wie man Land und Fürsten treu und doch J’hudi in wahren edelsten Sinne bleiben könne, Mordochai musste sie im eigenen Beispiel lehren: nichts zu wissen von jener Mäkelei mit Jissroéls Lebensgute, und, wo es gilt sich der Mächtigen Gunst auch nur durch Entsagung einer Jissroélpflicht zu erkaufen, sich, die Seinigen, lieber alles preiszugeben, als sich Leben und Gemächlichkeit durch Pflichtverletzung zu erringen; treu zu bleiben – und alles übrige in Gottes Hand zu stellen. –  Und nachdem nun gerade jene, trotz ihres Anschmiegen, das Schwankende der Menschengunst erfahren hatte, und Gott gerade die Gefahr, die Mordochais Festigkeit über sie alle gebracht, in herrliche Rettung umgewandelt hatte, sie auch in der Stunde der Gefahr die eigene Verirrung erkannt, da – während  von seinen Führern der Tag der Rettung als freudiges Zeitdenkmal eingeführt worden – erhielt sich das Volk selber den Tag vor dem Feste als warnendes Denkmal schnöder Verirrung, und das ist der Tha-aniss Esthér.

     

    Warnung:  Wovor warnt Tha-aniss Esthér? Vor der Verirrung, die Völkergunst durch Anschmiegen an ihre Lebensweise, wenn auch mit Verletzung göttlicher Pflichten, zu erkaufen. Wenn Zaum G’daljoh uns vor Untreue, Ungehorsam, Ungefügigkeit warnt gegen die Hand Gottes, die ins Goluß  uns führte, und Anhänglichkeit, Gehorsam und Treue für die Völker von uns fordert, die uns aufgenommen: zeigt Tha-aniss Esthér  die Grenze dieses Rufes in der Treue gegen das Gesetz, das uns zu Jissroél macht, und ruft allen Geschlechtern Jissroéls zu: wenn Gott sie wieder prüfen werde durch Völkermilde, wie Er durch Völkerhärte sie geprüft, standhaft zu bleiben in dieser Prüfung, und der alles versöhnende Milde durch Treue und Anhänglichkeit und Förderung des Völkerwohls zu begegnen, und durch volle Entfaltung des schönen Jissroélcharakters, wie Gott dies ja selbst gegen Völkerhärte fordert, – nicht aber durch Aufgeben ihrer jissroélitischen Persönlichkeit; denn das hieße Selbstmörder werden, umdas Leben zu gewinnen.

     

     

     

    Samson Raphael HIRSCH : Chauréw, Versuche über Jissroéls Pflichten in der Zerstreuung, zunächst  für Jissroéls denkende Jünglinge und Jungfrauen. Vierte Auflage Frankfurt  a.M. Verlag J. Kaufmann 1909



    [1]  Das andere ist der Fasttag G’daljohs (§ 237) am 3.Tage des Jahres.

    25-02-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH

                  (1833 – 1900)

     

    הפטרת תצוה

     

     

    Aus dem Kommentar zur Haftoro des Wochenabschnittes TETSAWE

     

    Ezechiel, Kap. 23, Vers 10 und folgende

     

    Die Haftora bringt uns den Schluß eines an den Propheten Ezechiel ergangenen größeren Gotteswortes. Dasselbe hatte ihm im Geiste aus dem Exil nach dem jüdischen Lande versetzt und hatte ihm das Heiligtum der Zukunft, das ewige, das בית שלשי in eingehendster Beschreibung, mit seinem ganzen Gehalte, in allen seinen Größen- und Maßstabverhältnissen gezeigt. (Das. Kapp. 40, 41 en 42). Indem ihn nun jetzt der Auftrag wird, was er geschaut, in aller Genauigkeit und Anschaulichkeit seinem Volke zu vergegenwärtigen, und als Frucht dieser Vergegenwärtigung und des daraus zu gewinnenden Verständnisses ein tiefes Schamgefühl über bisher bewiesene Unzulänglichkeit in Aussicht gestellt wird: so wird damit mit unabweisbarer Klarheit die Tatsache bewiesen, daß das Heiligtum in seiner Totalität und in allen seinen einzelnen Bestandteilen die Vergegenwärtigung eines Ideales ist, das stets und stets zu seiner Verwirklichung mahnt, das also, weit entfernt mit seiner Herstellung bereits seinen Zweck erreicht zu haben, vielmehr gerade von dem Augenblick seiner äußeren Vollendung erst anfangt, der ewig laute, nimmer verstummende Mahner an die Erfüllung der Pflicht im Leben zu sein. So sehr, daß bei seiner bloßen Vergegenwärtigung das gesunkene Jissroél sich des Abstandes seiner Wirklichkeit von der Höhe seiner Bestimmung so recht im tiefsten Herzen inne werden müsse. Es ist die eindringlichste Sicherstellung des Gottesheiligtums vor der Verquickung mit entsittlichenden heidnischen Vorstellungen einer dem Tempel und seinem Dienste innewohnenden magisch-mystischen Schutzwirkung, die bis auf den heutigen Tag noch nicht überall geschwunden ist, obgleich die trotz der correcten Innehaltung des Opferdienstes erfolgte zweimalige  Zerstörung des Tempels doch den sprechendsten Beweis des Gegenteils in schrecklichster Deutlichkeit bereits zweimal erbracht hat.

     

    בן אדם, Menschensohn, diese durchgehende Bezeichnung des Galuthpropheten, weist auf seine und des Galuth-Jissroél menschheitspriesterlichen Bestimmung hin: Erziehung der Menschheit zur Verwirklichung des höchsten, mit „Adam“ gegebenen Menschenideales.

     

     

    (Die Haftoroth übersetzt und erläutert, Frankfurt am Main 1896: S. 152- 159  Kommentar zu Ezechiel. Kap 43…) 

    25-02-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    24-02-2021
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    Rabbiner Dr. Salomon BREUER

                    (1850 – 1926)

     

    Belehrung und Mahnung  zur Wochenabschnitt Tétsawé (Auszug)

     

    כתית למאור hat noch zu alle Zeiten sich bewahrheitet. Unter dem Druck der צרות hat sich Jissroél noch stets in seiner Gesamtheit, aber auch in seinem Einzelleben auf seine Aufgabe besonnen. Unter dem Druck der Leiden hat noch immer der ererbte, väterliche „Keim“ sich entfaltet – da wir auch gefastet, צדקה gegeben, mit כונה „geort“, mehr als sonst gelernt, werden ernste Vorsätze und Entschlüsse gefasst: Es gelobt der Mann, am Freitag sein Geschäft pünktlich zu schließen, die Frau das כשרות und טהרה des Hauses gewissenhaft zu wahren, und auch „der Scheitel“ wird nicht mehr als drückende Last empfunden – unter den Druck wird das Öl gewonnen und auch zur Leuchte entzündet – allein כדי: להעלות נר תמיד שתהא שלהבת עולה מאליה daß die nun einmal emporgeschlagene Flamme fortan auch selbständig weiterleuchte, diese unter heiteren, glücklichen Lebensverhältnissen zu lösende abramitische Lebensbestimmung harrt leider noch immer ihrer vollen Verwirklichung.

    Solange aber ist unsere Aufgabe nicht erfüllt, zu deren Lösung auf Erde uns Gott berufen. Hat doch Gott nicht nur zu unserem, sondern auch zum Heile der Menschheit sein Thoralicht unserer Pflege anvertraut. Denn wenn es von der Pflege der Menora heißt, חקת עלם לדרתם מאת בני, daß sie das Gesamtanliegen Jissroéls bilde uns seine Priester berufen seien, alle Glieder des Volkes für die Pflege des Thoralichtes zu gewinnen, so ist das jüdische Volk als Priestervolk inmitten der Völker berufen, Gottes Thoralicht solange zu pflegen, bist einst die Sehnsucht der Menschheit nach seinem Besitze verlangt. – Solange aber das Thoralicht nicht uns dauernd erleuchtet, wie sollte es da anderen leuchten? Solange wir nicht für das להעלות נר תמיד gewonnen sind, solange uns das Öl zur Leuchte nur durch „Druck“ erpresst wird, wie sollten wir da andere für seine Pflege gewinnen? –

    Wenn erst Jissroél für das להעלות נר תמיד, für seine gottgewollte, heitere Lebensbestimmung gewonnen sein wird, dann wird Jissroél auch seine Mission inmitten der Völker vollenden. Dann wird Gottes Thoralicht aus Jissroéls Leben in die Nacht der Völker hinausstrahlen und „Völker werden zu seinem Lichte wandeln, Könige zu seinem Strahlenglanze“ – (Jes.60) אמר הקב"ה בעוה"ז אתם צריכין לנר Zunächst, meinen daher die Weisen so sinnig, seid ihr des Lichtes bedürftig, müsst ihr selber erst für die in dieser Menorabestimmung niedergelegte Lebensaufgabe gewonnen werden – einst aber wird das Prophetenwort seine Erfüllung finden, daß Völker aus eurer Hand das Licht des Lebens sich holen werden; denn ist einmal das להעלות נר תמיד in unserem Leben Wahrheit geworden, dann gehört auch Jissroéls Leidenszeit der Geschichte an: „Gott wird dir zum ewigen Licht, und zu Ende sind die Tage deiner Trauer (Jes.60) כי ה' יהיה לך לאור עולם ושלמו ימי אבלך

     

    Quelle: Rabbiner Dr. Salomon BREUER  Belehrung und Mahnung zweiter Teil Exodus J.Kaufmann Verlag Frankfurt am Main 1931 S. 54 -35

    24-02-2021 om 20:42 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    23-02-2021
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    Rabbiner Dr. Raphael BREUER

                (1881-1932)

    Aus dem Vorwort zur Erläuterung der

     Megillas Esther

     

     

    …Leicht ist die Kunst des Retouchierens biblischer Gemälde freilich nicht. Liebe vor allem und freudiger Wille, alles zeitlich Bedingte beim Schauen des ewig Großen und Bedeutsamen als den Fernblick hindernd  aus dem Weg zu räumen, gehört dazu. Seht doch nur, wie der Verfasser des Horeb[1] im Abschnitt Purim förmlich mit der Sprache ringt, um das Unausgesprochene der Megillah, was nur zwischen den Zeilen haucht und flüstert, und was nur das liebende Aufmerken eines unverdorbenen Ohrs erlauscht, in Worte zu kleiden! Hier fühlt einer, dem das tiefe Bewusstsein, daß ein schmucklos dürres Menschenwort zu leer und ärmlich sei, die erhabene Heiligkeit des Bibelwortes auszuschöpfen, in allem, was er schrieb, die Feder führte (und dem darum so oft der bloße Wohllaut einer klingenden Phrase zur Wiedergabe undefinierbarer Empfindungen ein heiliges Bedürfnis war) ass zum Verständnis der Megillah nicht kritischer Scharfsinn reicht und nur sich einfühlende Liebe der einzige Schlüssel ist.  „Und über beiden – unsichtbar Gott, längst schon vorbereitend die Heilung vor dem Schlage; Folgen der Menschentat zu seiner Weisheit Zweck verknüpfend – Langeweile einer schlaflosen Nacht dem Könige – Aufwallung eines Augenblicks in des Königs Brust – und – abgewendet der Schlag von den Hilflosen…“ So wird das Vexierrätsel, wo sich im Estherbuche Gott befinde, von einem Kenner gelöst, der die Megillah nicht kritisch prüft, sondern als „Brief“, als ein Vermächtnis erfahrungsweiser Exulanten an die späteste Gola liebt und ihre Geschichte erlebt. Des Horebverfassers pietätvolle Art stand mir beim Schreiben dieses Kommentars vor der Seele. Ich habe die Megillah nicht geprüft, sondern zu lesen,  ihre Helden nicht entthront, sondern zu lieben und ihre Szenen nicht zerpflückt, sondern zu erleben gesucht.

     

    Aschaffenburg, im Schewat 5670

    Raphael BREUER



    [1] Rabbiner Samson Raphael HIRSCH

    23-02-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    22-02-2021
    Klik hier om een link te hebben waarmee u dit artikel later terug kunt lezen.„Der Zionismus, seine Theorien, Aussichten und Wirkungen“ 20. Folge
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    Schriften zur Aufklärung über den Zionismus 

    N° 2 „Der Zionismus, seine Theorien, Aussichten und Wirkungen“

    Herausgegeben vom Antizionistischen Komitee Berlin 1913

     

    …

                IV. DIE WIRKUNGEN DES ZIONISMUS

    …

     

                                           

                      d) Zionismus und Gleichberechtigung:

     

    Ja, das ist der letzte Wunsch des gesamten Antisemitismus : die Gleichberechtigung soll aufgehoben werden! Und wenn er in dem zähen Ringen um diese Errungenschaft den Zionismus lobt und streichelt, wenn er ihn als einzige berechtigte Form des Judentums, so beweist er seine Klugheit und Folgerichtigkeit. Denn der Zionismus macht sich – ganz gewiß unbewußt und wider Willen – zum  willkommenen Handlanger aller jener Mächte der gehässigen Reaktion, die dem Juden zum verachteten Paria herabdrücken wollen.

    Worauf beruht die Gleichberechtigung im Staate, welches ist ihr ethischer Hintergrund? Sie beruht einzig und allein auf der Erfüllung gleicher Pflichten  durch alle Bürger! Aber in diesen knappen Formel  ist ihr Wesen nicht erschöpft,  denn Gleichberechtigung ist ein Aequivalent nur für freudig erfüllte Pflichten. Man muß unterscheiden zwischen  allgemeinen Menschenrechten und besonderen Rechten und Vergünstigungen des betreffenden Staates für seinen treuen Bürger. Erstere genießt auch der Ausländer, der kühn und geschäftsmäßig seine Steuern bezahlt, und sich den Gesetzen fügt. Auf letztere hat aber entschieden nur jener einen Anspruch, der  sich selber als einen Teil des Staates fühlt und in freudiger Hingebung  seinen Pflichten nachkommt , nicht indem er sie als eine Last empfindet, sondern im Bewußtsein der Verantwortung , die jeder Bürger trägt.

    Es wird uns nun, wie bereits erwähnt, besonders in unserem deutschen Vaterlande, diese freudige Pflichterfüllung nicht leicht gemacht. Die Verseuchung, die der Judenhaß, in weite Kreise der Bevölkerung getragen hat, bewirkt, daß wir für unser treues Streben viel Undank ernten;  jeden Augenblick merken wir, daß die  Staatsbehörden ein fast traditionell gewordenes Übelwollen und Mißtrauen gegen  alles, was jüdisch heißt, erfüllt. Zu  dem Mißtrauen gesellt sich ganz offene Verachtung, indem der Staat als freiwilliger Missionar, die Rechte die sich aus der garantierten Gleichberechtigung ergeben,  nicht selten davon abhängig macht, daß der Jude feige seinen Glauben abschwört. Aber es geht hier wie so oft im Leben! Nicht dadurch kommen wir weiter, daß wir uns mit dem Unrecht abfinden  und es sanktionieren, sondern nur dadurch,  daß wir einerseits uns in der freudigen Befolgung  unsere Pflichten nicht beirren lassen, anderseits aber  das Unrecht nach Kräfte bekämpfen. Uns bleibt kein anderer Weg!  Die Mächte des Hasses und des Unrechts sollen uns nicht den Blick trüben, dahin führen, das wir mutlos und angewidert mechanisch unsere Pflichten erfüllen, ohne Lust und Liebe, weil wir es eben müssen.  Das ist den Augenblick worauf den Antisemitismus wartet!

    Der Zionismus aber, und darin besteht seine größte Gefahr, vernichtet systematisch in seinen Anhängern, die Freude am Vaterlande und die Lust zu freudiger Pflichterfüllung. Unsere Mitbürger betrachtet er  als Wirtsvölker, uns als geduldete Gäste,  und so stellt er sich außerhalb des Ganzen,  raubt das innerliche Interesse und untergrabt langsam, aber mit tödlicher Sicherheit die Grundlagen unserer Gleichberechtigung. Noch einige Jahrzehnte zionistischer Erfolge in der jüdischen Jugend, und die Regierungen werden mit Recht darauf hinweisen können, daß die Juden keine innerliche Beziehungen zu dem Gedeihen des Vaterlandes haben, daß sie fremd fühlen und denken, fremde Interessen haben,  und dann wird man mit vollem Recht die Gleichberechtigung solcher Bürger antasten dürfen. Warum soll man auch dem Juden, der sich außerhalb des Deutschtums gestellt hat, mehr Rechte und Freiheiten gewähren als einem Franzose oder Chinesen, der sich hier fremd fühlt? Der Jubel des Antisemitismus, seine Anerkennung für den Zionismus  ist auch in dieser Hinsicht begreiflich und selbstverständlich , denn auch hier arbeitet er im glatt in die Hände. Nur ein guter Deutscher hat Anrecht auf Gleichberechtigung im deutschen Vaterlande. Ist der Jude kein Deutscher vom ganzen Herzen und mit voller Begeisterung, so  hat er sein Anrecht verwirkt!

     

     (wird fortgesetzt)

     

     

    Erscheint in Jeschurun Judentum gegen Zionismus in Folgen, als Teil unseres Studienprogramms  Jahrgang 5770/5771

     

    Mit Dank an Frau Manja BURGERS, Antiquarische Buchhandlung „Spinoza“ in Amsterdam

    http://www.spinozabooks.com

    22-02-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    21-02-2021
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    תצוה

    נר יי נשמת אדם חפש כל חדרי בטן:

    „Gottes Lampe ist die Seele des Menschen, durchforscht alle Gemächer des Innern“

    (Sprüche Salomos, Mischlei 20,27 Übersetzung Rabb. Dr. Wolf, Köln a.R.)






    1.

    Die Himmelsflamme „Religion“

    Entzünde früh in deiner Brust;

    Sie leuchte in der Jugend schon

    Als deine höchste Seelenlust.

    2.

    Bewahre stets dies Himmelslicht

    Es ist von oben dir gesandt;

    Bis einst dein Aug‘ im Tode bricht,

    Erleuchtet es dir den Verstand!

     

    Aus: Erbauungsbuch „Bibel- und Talmudschatz“ J.H. Kohn S. 212  13.Auflage Hamburg 5691 – 1931

     

    Die beste Anschrift für antiquarische Judaica:

    Antiquarische Buchhandlung „Spinoza“ in Amsterdam

    Inhaberin: Frau Manja BURGERS

    http://www.spinozabooks.com

    21-02-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    19-02-2021
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    Rabbiner Samson Raphael HIRSCH

     

    זכור 

    Kommentar zur Wochenabschnitt  Sochaur

     

     

    5 B.M. Kap. 25 VV. 17,18,19 (Wochenabschnitt Ki Ssétsé)

     

    זכור וג' Das Fernhalten von jedem עול , von jedem Mißbrauch jeder, sei es auch nur momentanen Überordnung (עול) über den andern zu dessen Schaden, von dem Mißbrauch eines jeden Vertrauens, das ein Mensch in den andern setzen muß, wenn überall ein Zusammenleben der Menschen möglich sein soll, das Durchdrungensein von der Überzeugung, daß wir nur so lange Gott unseren Gott unseren Gott nennen dürfen, als wir ängstlich das kleinste Unrecht gegen seine Menschen auf Erde scheuen, und die daraus hervorgehende fleckenloseste Rechtschaffenheit in unserem Verkehr mit Menschen, das war der letzte Zug, den das Gesetz über das Charakterbild des von ihm leitenden und nach ihm sich nennenden Volkes gezeichnet.  Das Volk, in dessen Nationalcharakter die Züge des Mitgefühls, der Rücksicht, der Milde, des Wohlthuns gegen alles, was lebt, hervorleuchten sollen, wie dazu die letzten Kapitel des Gottesgesetztes wiederholt gemahnt, das werden, „wehe“ zu thun, das soll im vollendetsten Ideal als „ישרון“ ([1]Kap. 33, 26) über die Erde wandeln, in dessen  Verkehr mit Menschen solle es als ישר , als das  geradeste, rechtschaffenste, biederste unter den Völkern sich ankündigen, undשארית ישראל , diejenigen, die alle Zeiten und alle Prüfungen für die einstige jüdische Vollendung durchdauern,  erblickt das Prophetenwort in denjenigen, welche „kein Unrecht thun, keine Täuschung reden und in deren Mund sich keine Zunge des Truges findet; sie allein finden auf Erden ihre Weide und Ruhe, sie allein haben vor nichts und niemand zu zittern“ שארית ישראל לא יעשו עולה ולא ידברו כזב ולא ימצא בפיהם לשון תרמית כי המה ירעו ורבצו ואין מחריד  (Zefanja 3, 13).

    Denn gerade Gegensatz zu diesem aus Gerechtigkeit und Liebespflicht gewobenen Charakterbilde eines Volkes, das nur in gewissenhafter Pflichttreue seine Macht und seine Zukunft erblicken, und durch dessen Vorgang die ausschließliche Pflichthüldigung einst das Anteil der Gesamtmenschheit werden soll, bildet eine Völkergrösse, die wie  Amalek, nur in dem Schwerte ihre Macht und in dem Niedertreten aller ungerüsteten Schwächern ihre Ruhmesfreude findet.  Sie trat bereits bei dem ersten Hineintreten des Volkes der siegreichen Pflichttreue in die Völkergeschichte (2 B.M. 17, 8-16) diesem feindlich entgegen und ihr ward (daselbst) gleich bei diesem ersten gegensätzlichen Versuch das einstige Verschwinden aus dem Gedächtnis der Völker verkündet (daselbst).

    Die nunmehr mit ihre Pflichtaufgabe in das Land des Gesetztes zu dessen treuer Erfüllung Einziehenden werden daher hier auf diesen ihren ausgeprägtesten Gegensatz, und zwar zu dauernder Erinnerung, nochmals hingewiesen, in den einzelnen Zügen seines auftretens ihnen dieser Gegensatz zu ihrer Bestimmung zum klarsten Bewußtsein gebracht, und während dort der Kampf gegen Amaleks Völkerprinzip bis zu dessen völligem Verschwinden als Inhalt aller völkergeschichtlichen Gotteswaltungen auf Erden verkündet ist – wie hier Jissroél aufgefordert, sich als mitwirkendes Werkzeug für diesen Gotteskampf gegen Amalek zu begreifen und zu bewähren, aus dessen die Menschen irreführenden, mit seinem Glanze blendenden Ruhmeslorbeer das letzte Blatt eben dann fallen werde, wenn nicht vor einem stärkeren Schwerte sein Schwert, wenn vor einer nur auf Pflichttreue gegen Gottes Sittengesetz aufgeblüht stehenden, nur von Gott getragenen Macht Amaleks Schwert zusammenbricht.

     בדרך בשעת טירופיכם בצאתכם, את אשר עשה לך עמלק בדרך בצאתכם ממצרים ממצרים בשעת גאולתכם (ספרי)eure Gesamtheit (לך) warבדרך , auf der Wanderung begriffen, von ganz anderen Gedanken und Sorgen, als von Kriegsgedanken eingenommen; es war die Wanderung einer heimatlosen Menge mit Frauen und Kindern in der Wüste, deren Lage menschliche Teilnahme von jedem einzelnen von euch (בצאתכם) schwebte doch die Bekundung des einen Einzigen unsichtbar gegenwärtig, der seine Fesseln gebrochen und ihn aus der Knechtschaft einer solchen Macht mit Mizrajim  zur Freiheit geführt, eine Thatsache, die dem Wehrlosesten von euch zu Schirm und Schild gegen jeden mutwilligen Angriff hätte dienen müssen. 

     מקרה, אשר קרך בדרךist ja das, was für den davon Betroffenen außer aller Berechnung und Erwartung geschieht (siehe 1 B.M. 24,12). Du zogst deines Weges und hattest gar keine Veranlassung, einen feindlichen Überfall zu vermuten. Sein Angriff war völlig unprovoziert, war von purer Freude an Menschenschlächterei, oder von einer Ahnung der Gefahr getrieben, die aus dem mit dir in die Geschichte einziehenden Prinzipen der Schwertgewalt zu drohen begann.

     זנב, ויזנב בךder Schweif (so rabbinischסניף : Anhängsel, das Nebensächliche, einem Hauptkörper Anhängende, undצנף : die Anhängsel, Enden, mit einem Hauptkörper verbinden, zusammenrollen), hier: die Nachzügler, undזנב , Piel (wie סעף entasten): die Nachzügler von dem Haupttrupp abschneiden, oder niedermachen.כל הנחשלים אחריך חשל (verwandt mitחסל : abfressen, zu Ende bringen,  אזלschwinden,עצל  träge) Daniel 2,40:פרזלא מהדק וחשל כלה ; Eisen zerschlägt und vernichtet alles, bezeichnet jedenfalls einen Schwächezustand, ähnlich wie das versetzteחלש , also: alle, die dir nur schwach nachfolgen konnten, aus Schwäche zurückblieben.  ואתה עיף ויגע, du selbst – das ganze Volk, der Hauptkörper selbst – warst matt und abgemüht.  Es waren also die Schwächsten unter den Schwachen, die selbst einer langsamen Fortbewegung nicht folgen konnten, die er überfiel. Ihn lud somit nicht Schwäche und Mitleid und Schonung, sondern zu roher, höhnender Mißhandlung.

    ולא ירא אלדי', und er sah nicht Gott, der für den Schwachen eintritt gegen die Faust des Starken, und hatte keine Scheu vor Ihm.

     

    V. 19והיה בהניח וג' , wenn Gott dir dein Gott ist, wenn du, im geraden Gegensatz zu allen diesen Amalekzügen, all dein Thun nach seinem Willen richtest und all dein Sein Ihm anheimstellst und du so – nicht durch dein Schwert und deine Macht – durch den mit deiner Pflichttreue gewonnenen Gottesschutz, in dem dir von Gott angewiesenen Lande, unangetastet von allen deinen Feinden ringsum sicher und glücklich ruhst.

     נתן לך נחלה לרשתהdas Land, das er dir jetzt zur Besitznahme giebt, war bereits deinen Vätern zugesagt, es kommt dir nur von ihnen als Erbe zu, auf daß du es weiter auf deine Kinder vererbest. Es ist nichts, was du aus eigener Machtvollkommenheit besitzest. Der Pflichttreue in dem Gottesbunde mit deinen Vätern verdankst du es, und nur durch Vererbung dieser Pflichttreue auf  deine Kinder wirst du ihnen auch das Land vererben.

     תמחה את זכר עמלק(siehe 2 B.M. 17,14).

     לא תשכחvergiss dies nicht, wenn du je hinüberschwanken und Amalek gleich nicht Pflicht, nicht Gott kennen und, in kleinen oder großen Dingen, nur Gelegenheit suchen wolltest, deine Überlegenheit zum Schaden deiner Mitmenschen zu üben!

    Vergiss dies nicht, wenn du  je deines Jissroélberufes und deiner Jissroélsendung  in der Mitte der Menschen vergessen und die Lorbeerkränze beneiden möchtest, die eine bethörte Welt dem Andenken glücklicher Menschenglückzerstörer flicht und den thränengetränkten Boden vergißt, aus welchem den Lorbeer zu solchen Kränzen erwachst.

    Vergiss dies nicht, wenn du je selbst unter  Amalekrohheit und Gewalt zu leiden hast. Bleibe aufrecht! Bleibe bei der Menschlichkeit und Rechtsachtung, die dein Gott dich gelehrt.  Ihnen gehört die Zukunft, Menschlichkeit und Gerechtigkeit bleiben Sieger über Rohheit und Gewalt, und du selbst bist gesendet, durch dein Geschick und Beispiel diesen Sieg und die Zukunft anzukündigen und mitwirkend herbeizuführen.

     לא תשכח, vergiss  dies nicht, und auf das du es nicht vergessest, זכור, erneue dir von Zeit zu Zeit Amaleks Gedächtnis und das, was dir über seine Zukunft gesagt ist –



    [1] JESCHURUN

    19-02-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    18-02-2021
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    Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH

                  (1833 – 1900)

     

    הפטרת פרשת זכור

     

    Aus dem Kommentar zur Haftoro des Wochenabschnittes SOCHAUR

     

    Samuel 1, Kap. 15, Vers 1 und folgende

     

    Paraschath Sachor will uns die Pflicht ins Bewusstsein rufen, unser Leben in Tat, Gesinnung und Urteil zu einem Protest gegen זכר עמלק, gegen „amalekitisches Ruhmesgedächtnis“ zu gestalten, also zu einem Proteste gegen Unrecht und Gewalt und jede Anbetung des Erfolges im Einzel- wie im öffentlichen Leben. Die Haftora bringt uns die Geschichte von der Vernichtung des historischen Amalek, und lässt damit zugleich nur um so schärfer hervortreten, daß die uns zu ewigen Gedenken ins Bewusstsein gerufene Pflicht: „das Gedächtnis Amaleks auszulöschen“, sich nicht sowohl auf das conkrete, bereits seit Jahrtausenden dem Moder verfallene Amalek, sondern auf das Amalek-Prinzip bezieht, זכר עמלק, das seiner Bedeutung im Leben des Einzelnen wie der Völker als Vorbedingung des Menschenheiles noch heute entgegenharrt,  wie vor Jahrtausenden.

     

    Kap.15, V.1 „Über sein Volk, über Jissroél“: auch nachdem du zum König gesalbt bist, vergiss nie, daß es nicht „dein“ Volk, nach Art heidnischen Völker, sondern „Sein“ Volk ist, über das du herrschest , und daß du nur in diesem Sinne, als König des Gottesvolkes, deine Macht zu handhaben hast. Darum bedeutungsvoll, nicht: „Höre auf die Worte Gottes“, sondern, wie immer wenn die Pflicht des unbedingten Gehorsams, unabhängig von der Einsicht im Sinn und Absicht des Befehles, rein nur aus Ehrfurcht vor der Autorität, „der Stimme“ des Befehlenden, gefordert wird: „Gehorche der Stimme der Worte Gottes.“ (Vergl. zu 1 B.M. 21,12)

     

    V.3. Der Inhalt des Auftrages lässt sofort erkennen, weshalb insbesondere hieran die Unverbrüchlichkeit des Gehorsams appelliert wird. „Vernichte alles Seinige und erbarme dich seiner nicht!“ – Wenn wir bedenken, daß alle Lehre, alle Gesetze Gottes dahin wirken, Jissroél zur höchsten Feinfühligkeit, zu jener Gesinnung zu erziehen, die gegen alle Mitgeschöpfe Liebe betätigt und sich stets in die Lage des Nächsten versetzt: so stand der hier Saul gegebene Auftrag mit allem sonst gelehrten und Erstrebten im denkbar schroffsten Gegensatz. Dazu kommt: Dieselbe göttliche Gerechtigkeit, die sonst spricht: „die Kinder sollen nicht getötet werden wegen der Sünde der Eltern“, verhängt , verhängt hier Vernichtung über ein Volk wegen eines Verbrechens, das vor Jahrhunderten von seinen Vorfahren begangen worden! Da begreift es sich sehr wohl, weshalb hier mit den Worten: „Gehorche der Stimme!“ jedes Schwanken beseitigt werden soll. Wenngleich sich dem Menschenblicke die Einsicht entzieht: es ist ה', der barmherzige Gott, der Vater aller seiner Menschenkinder, der als ה' צבאות, als der seine Menschheit erziehende und sie zu dem von Ihm bestimmten höchsten Ziele leitende Gott, für dieses Glied der Menschenfamilie jede Erhebung als ausgeschlossen und seine Vernichtung als geboten erkennt. Wegen jenes zu erwartenden Widerstrebens war es deshalb auch nötig, alle in dem Auftrage Inbegriffen und insbesondere diejenigen zu nennen, bei denen die Ausführung am meisten dem natürlichen Gefühle widerstrebte. Das Volk, welches bestimmt ist, das Prinzip allumfassender Nächstenliebe durch die waffenstarrende Welt zu tragen, sollte in diesem Falle der Arm des Gottesgerichtes sein, welches die Wahrheit in ihren ganzen furchtbaren Ernste bekundet: amalekitische Gewalttat bringt, trotz augenblicklicher Erfolge, nimmer Segen, nimmer dauernde Ruhe, sondern unabwendbar, wenn auch oft erst spät, Fluch und Vernichtung den Ahnen folgender Geschlechter.

    Daß  übrigens nicht aber bloß wir, in der vermeintlich moderne Denkweise, eine solche menschliche Gesinnung in Saul zurückreflektieren, sondern daß dieselbe Anschauung  auch bei unsere Weisen lebte, das geht aus dem folgenden im Talmud, Joma 22b, enthaltenen Aussprüche R. Mani’s hervor. Derselbe findet in den Worten: וירב בנחל, V.5 den Ausdruck des Widerstrebens, des inneren Kampfes, den Saul vor der Ausführung dieses schweren Auftrages zu bestehen hatte. In dem Worte נחל findet er den Hinweis auf die 5 B.M. 21,1-9 angeordnete Entsündigung und Reinigung der Gerichtsbehörden derjenigen Stadt, in der Nähe  die Leiche eines Erschlagenen gefunden wurde, ohne daß es möglich war, den Mörder zu ermitteln. Dann musste nämlich das höchste Gericht einschreiten, und unter den Augen einer Delegation desselben musste die Behörde der nächsten Stadt sich durch die Egla-Arufa-Handlung ausdrücklich von jeder Schuld reinigen, die durch etwaige gegen die ihre Stadt passierenden fremden Wanderer geübte Lieblosigkeit und Vernachlässigung sie an diesem treffen könnte, א"ר מני בשעה שאמר לו הקב"ה לשאול לך והכית את עמלק אמר ומה נפש אחת אמרה תורה הבא עגלה ערופה כל הנפשות הללו על אחת כמה וכמה ואם אדם חטא בהמה מה חטאה ואם גדולים חטאו קטנים מה חטאן יצאה בת קול ואמרה לו אל תצדק הרבה אל תהי צדיק יותר מבוראך. „Als Gott zu Saul sprach: Vernichte Amalek! sagte Saul: ‚Wenn schon um eines Menschen willen die Thora die Vollziehung der Egla-Arufa-Handlung anordnet, wie schwer ist da die Verantwortung wegen aller dieser Menschenleben! Wenn die Menschen gesündigt haben, was haben denn die Tiere getan? Wenn die Erwachsene gesündigt hab,  was haben denn die Kinder getan?’ Da erging der Ruf: ‚Wolle nicht gerechter sein als dein Schöpfer!’“ –

    Um so charakteristischer für die Verständnislosigkeit Sauls aber war es deshalb, daß er, den Auftrag an „den Kindern und Säuglingen“ ausgeführt hatte, vor dem Königspurpur Agags und vor der dem Wertvollsten der Beute halt machte, wie dieser Kontrast V.8 besonders hervorgehoben wird. – Deshalb  erblickt auch das göttliche Verwerfungsurteil, V.11, in dem ganzen Verhalten Sauls einen Abfall aus der Nachfolge Gottes: שב מאחרי.

    …

    (Die Haftoroth übersetzt und erläutert, Frankfurt am Main 1896: S. 431- 439  Kommentar zu Samuel 1. Kap 15…) 

    18-02-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    17-02-2021
    Klik hier om een link te hebben waarmee u dit artikel later terug kunt lezen.Rabbiner Dr. Salomon BREUER zur Wochenabschnitt Sachor (2. Teil)
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    Rabbiner Dr. Salomon BREUER

                    (1850 – 1926)

     

    פ' זכור

     

     

    Belehrung und Mahnung  zur Wochenabschnitt Sachor (2.Teil)

     

    …

    מזה ומזה הם כתובים Die Gottesschrift durchdrang den Stein, so daß, nach dem Worte der Weisen, מ"ם וסמ"ך שבלוחות בנס היו עומדין die Buchstaben ם und ס nur durch ein Wunder in den Tafeln standen, da die von diesen ganz geschlossene Schriftzeichen umfassten Teile der Tafeln hätten herausfallen müssen und durch ein Wunder von den Schriftzeichen gehalten wurden. Dieses in den Tafeln, den Trägern der göttlichen Schrift, sich offenbarende geheimnisvolle Wunder ist aber dasselbe wunderbare Geheimnis, das auch im Geschick des jüdischen Volkes, dieses Trägers der „göttlichen Schrift“ sich offenbart.  Nicht der Stein trägt die Schrift, hier trägt die Gottesschrift den Stein! So auch im Geschick des jüdischen Volkes. Sich selbst überlassen, ist das jüdische Volk ein in der Luft schwebender Stein. אין לנו להשען אלא על אבינו שבשמים Es stürzt  unrettbar zu Boden, wenn es seinen Halt in sich oder in irdischen Faktoren zu finden glaubt. Nur wenn die Macht des göttlichen Willens es umfangen hält und sein Wesen durchdringt, vermag es zu bestehen und braucht kein Gewalt auf Erden zu fürchten.

    שמא כפרו בלוחות דכתיב בהן מזה ומזה הם כתובים Das war es in der Tat. Diesen Geist der לוחות hatte die jüdische Bevölkerung Schuschans verleugnet, und damit war ihr Schicksal besiegelt: der Steinkörper, den die Gottesschrift nicht mehr schützend und tragend umfasste, musste rettungslos in die Tiefe stürzen. –

    Dieses gottgewollte jüdische Geschick hat sich noch zu allen Zeiten bewahrheitet. Der gewissenhafte, vom Geist  der לוחות erfüllte Jehudi lässt sich daher nimmer von Zeitengunst und der durch sie ihm beschiedenen Glückstellung blenden. Das Bewusstsein, daß seine Stärke ihm nur aus Gott und der treuen Erfüllung des Gotteswillens beschieden sei, verlässt ihn kein Augenblick, und mag das Golus zeitweise seine herbe Erscheinung mildern, solange nicht die göttliche Wahrheit sich die Herrschaft im Leben der Völker errungen hat, ist er auf den Wandel der Zeitengunst gefasst, und erhebt das רשעות plötzlich wieder das Haupt, so schmerzt ihn wohl diese Erfahrung tief, aber sie überrascht ihn nicht und תשובה, תשובה wahrhafte innige Rückkehr zu Gott, gesteigerte Treue gegen Gott und seine Thora ist ihm einziges Gebot der Stunde. Den Entfremdeten hingegen, der den Geist der לוחות verleugnete, der in Freiheit und Gleichstellung zugleich die „Erlösung“ von den Fesseln des Gesetzes zu erblicken wähnte und sich hemmungslos den durch die Gunst der Verhältnisse gebotenen Lebensmöglichkeiten unter Preisgabe seiner jüdischen Lebensideale hingab, ihn muss der plötzliche Umschlag in völlige Fassungslosigkeit versetzen;: Gestern noch von der Sonne der Gunst bestrahlt, Gegenstand allseitiger Hochachtung und Wertschätzung und heute Spielball roher Willkür und verbrecherischer Gewalt – !

    Diese für die jüdische Geschichte so bedeutsame Tatsache verewigt unsere Megilla: Überall in den Provinzen ובכל מדינה ומדינה מקום אשר דבר המלך ודתו מגיע (Esther 4,3) wo Jehudim lebten, die von dem Taumel der Residenzstadt nicht ergriffen waren, da löste wohl die Nachricht des königlichen Dekrets tiefe Trauer aus אבל גדול ליהודים, aber die Kunde traf sie nicht unvorbereitet, sie wussten alsbald, was sie zu tun hatten und was als einzige Rettungsmöglichkeit ihnen geblieben: צום ובכי ומספד וגו' die aufrichtige Rückkehr zu Gott und seiner Thora. – Aber in Schuschan, der Metropole des verblendeten Assimilationstaumels, da war man durch die plötzliche Wendung der Dinge aus allen Himmeln gestürzt: נבוכה (in dem Sinne von נבוכים הם בארץ 2 B.M. 14,3) man war es ganz „irre“, fühlte sich wie vor den Kopf gestoßen! 

    Was aber die Bewohner Schuschans so überraschend traf und vor ein vollendetes Rätsel stellte, das war Esther ohne weiteres klar und stand ihr als traurige Gewissheit vor Augen, da sie alsbald die Frage stellte: שמא כפרו בלוחות Nicht Jissroél trägt die Thora, die Thora trägt Jissroél. In dem Augenblick, da es von seiner Thora sich nicht tragen lässt, fällt es rettungslos zu Boden. Jissroél wird nach dem treffenden Worte der Weisen mit den Sternen des Himmels und mit der Staub der Erde verglichen – es hat nur die eine Wahl: von seiner Thora getragen, erhebt es sich zu den Himmeln, ohne seine Thora wird es zum Staub der Erde! שמא כפרו בלוחות Haben sie sich an dem Geist der לוחות versündigt und ihn jämmerlich verkannt? –

    Und Mordechai antwortet auf Esthers Frage mit einem einzigen Wort, das alles erklärt: ויגד לו מרדכי את כל אשר קרהו er berichtet alles, was ihn „getroffen“, das aber heißt nach dem Weisheitswort: בן בנו של קרהו בא עליכם הה"ד אשר קרך בדרך der Enkel des Mannes, der die Väter einst „getroffen“, bedroht auch uns mit dem Untergang.

    קרה wovon מקרה, bezeichnet nach einer sinnigen Bemerkung unseres großen Rabbiners זצ"ל durchaus nicht, was wir „Zufall“ zu nennen pflegen, vielmehr was dem davon betroffenen außer jeder Erwartung und Berechnung geschieht und daher um so mehr auf den unsichtbaren Lenker der Geschicke Jissroéls hin, der die Verblendeten seines Volkes dem Geiste der לוחות zurückgewinnen wollte. Was sie so plötzlich traf, war in Wirklichkeit nur die natürliche Folge davon, כפרו בלוחות daß sie den Geist der לוחות verleugnet hatten. בן בנו של קרהו בא עליכם Ein solches 'קרהו' war aber auch das erste Auftreten Amaleks, אשר קרך בדרך als Amalek Jissroél „plötzlich“ anfiel.

    זכר את אשר עשה לך עמלק בדרך בצאתכם ממצרים ruft uns die Thora zu: Vergiß nimmer, was Amalek dir getan, als ihr aus Mizrajim zoget; בשעת גאולתכם „im Moment eurer Erlösung“, fügen die Weisen (ספרי) bedeutsam hinzu. Soeben erst hatte Gott diesem Volke unter allmächtigen Wundertaten vor aller Welt den Weg in die Freiheit gebahnt, eine Tatsache, die auch die Wehrlosen von jeder mutwilligen Angriff hätte schützen müssen und von der das Meereslied sang: שמעו עמים ירגזון וגו' „Völker hörten und beben – Zittern ergreift sie, aufgelöst die Bewohner Kanaans –  ויבא עמלק und da kam Amalek! Plötzlich, unerwartet – אשר קרך.

    Und doch  lautete auf die Frag מה זה ועל מה זה auch damals als einzige Antwort: כפרו בלוחות sie hatten den „Geist der Tafeln“ verleugnet; eine Wahrheit, die das Gotteswort durch das eine Wort ברפידים verewigt: ויבא עמלק וילחם עם ישראל ברפידים „Amalek kam und nahm den Kampf mit Jissroél auf in Refidim“ (2 B.M. 17,8) – Denn רפידים, meinen die Weisen (מכילתא) bezeichnet רפיון „Schwäche der Hände“ – לפי שרפו ישראל ידיהם מדברי תורה Jissroéls Hände waren schwach geworden, weil sie von der Thora ließen.

    Laßt uns nicht zittern um den Bestand der Thora, die Thora wird nicht schwach, כי לא תשכח sie weiß noch immer sich Träger zu sichern, die ihre Wahrheit aufgreifen und durchs Leben tragen. Zittern lasst uns um die, die von ihr lassen: deren Hände werden schwach und ohnmächtig. Das aber war in Refidim der Fall. Dort, so heisst es in den unmittelbar vorhergehenden Verse, sprach Jissroél die verhängnisvolle Worte: היש ה' בקרבנו אם אין und setzte Zweifel in die schützende und helfende Gegenwart Gottes in seinem Leben – und als da kam alsbald Amalek. Was so unerwartet, „plötzlich“ sich ereignete, war in Wirklichkeit eine aus den Ereignissen mit Notwendigkeit sich ergebende Folge.

    סמך פרשה זן למקרא זה sprechen die Weisen so sinnig (s. Raschi): diese beiden Abschnitte gehören eng zu einander. „Dauernd weile ich unter euch, bereit, euch zu helfen; ihr aber sprechet: weilt Gott in unserer Mitte? Nun, so komme der Hund und beiße euch, und ihr werdet aufschreien zu mir und erkennen wo ich bin“ –משל „Ein Gleichnis: ein Vater trägt sein Kind auf den Schultern. Willig hebt der Vater immer wieder Gegenstände vom Wege auf, nach den das Kind verlangt, um sie ihm zu geben; da begegnet ihnen ein Wanderer, und das Kind stellt die Frage: hast du mein Vater gesehen? Du weißt nicht, wo ich bin, spricht zürnend der Vater und wirft sein Kind zürnend von seinen Schultern, und dann kam der Hund und biß es –  “ Gibt es ein treffendere Darstellung für die ewige Wahrheit, die in den Gesetzestafeln ihren Ausdruck fand; daß Jissroél nur so lange sich geschützt und getragen weiß,  als es sich von der „Gottesschrift“ umklammern lässt, rettungslos aber in „die Tiefe stürzt“, sobald es in törichter Verblendung den „Geist der Gottestafeln“ verleugnet und, statt in jedem Augenblick der helfenden und bergenden Gottesnähe sich bewusst zu sein, die beschämende Frage stellt: היש ה' בקרבנו „weilt Gott in unserer Mitte?“ –

    'קרך' בדרך bezeichnet Amaleks erstes Auftreten – 'קרהו', das seines Enkel Haman – Dieses eine Wort erklärt das Auftreten seiner späten Enkel in der jüdischen Geschichte bis auf den heutigen Tag. Wir haben es erlebt und erleben es immer wieder. Und wenn es „plötzlich, unerwartet“ zu kommen scheint, dem wird auf die Frage: מה זה ועל מה זה immer wieder die einzig wahre, aber auch alles erklärende Antwort zuteil: רפידים! Das aber heißt mit anderen Worten: שמא כפרו בלוחות.

    Unsere Hände sind ohnmächtig, wenn wir von der Thora lassen; sie sind unüberwindlich stark, wenn wir an der Thora festhalten. Das lehrt uns Amaleks und Hamans קרך und קרהו – Das ist die ewige Wahrheit, zu deren Beherzigung alljährlich פ' זכור am Schabbos vor Purim uns aufruft.

     

    Quelle: Rabbiner Dr. Salomon BREUER  Belehrung und Mahnung zweiter Teil Exodus J.Kaufmann Verlag Frankfurt am Main 1931 S. 74 -79

    17-02-2021 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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