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Rabbiner Samson Raphael HIRSCH
(1808-1888)

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(1850 - 1926)
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Rabbiner Dr. Raphael BREUER
(1881-1932)
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Reb Julius HIRSCH
(1842-1909)
Jubelsinget, Gerechte, in Gottesanschauung, den Geraden geziemt Thatenoffenbarungslied (Psalm 33)

ברוך הבא!    السلام عليكم!

 

Welkom op de blog van de studievereniging JESJOEROEN, Jodendom tegen Zionisme


Thoratrouwe antizionistische inzet en anti-imperialistische solidariteit. U vindt hier Rabbijnse teksten (vooral Samson Raphael HIRSCH strekking), nieuws en achtergrondinfo.

 

Bienvenue sur le blog de l'association d’étude YECHOUROUN, Judaïsme contre Sionisme.

 

Nous proposons des textes rabbiniques, (surtout de l’école de Samson Raphael HIRSCH) ainsi que des infos et documentations, le tout avec engagement antisioniste et solidarité anti-impérialiste, inspirés par la fidélité à la Torah. Visitez notre blog similaire en langue française: www.bloggen.be/yechouroun .  

 

Willkommen im Blog des Studienverbandes JESCHURUN, Judentum gegen Zionismus.

Wir bieten Rabbinische Texten (hauptsächlich von der Samson Raphael HIRSCH Tendenz – meistens in deutsche Originalfassung), sowie Nachrichten und Hintergrundinformationen, im ganzen mit Thoratreues antizionistisches Engagement und anti-imperialistische Solidarität.

 

Welcome to the blog of the Study Association YESHURUN, Judaism against Zionism.

We propose Rabbinical texts (mostly from the S R HIRSCH tendency), news and information, the whole inspired by Thora-true anti-Zionist Commitment and anti-imperialist Solidarity.

Inhoud blog
  • Chabakuk 3,3 und Sprüchlein zur Wochenabschnitt Jissrau
  • Rabbiner Samson Raphael HIRSCH Komm. Wochenabschnitt BESCHALACH
  • Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH aus dem Kommentar zur Haftoro des Wochenabschnittes Beschalach
  • Rabbiner Dr. Salomon BREUER zur Wochenabschnitt BESCHALACH
  • Rabbiner Dr. Leo BRESLAUER: „Ein judisch-geschichtlicher Wegweiser”
  • Rabbiner Dr. Raphael BREUER: 'Was hat Rabbiner Hirsch unserer Zeit zu sagen? (5. Ablieferung)
  • Psalm 106,9 und Sprüchlein zur Wochenabschnitt Beschalach
  • Rabbiner Samson Raphael HIRSCH Komm. Wochenabschnitt BAU
  • Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH aus dem Kommentar zur Wochenabschnitt BO
  • Rabbiner Dr. Salomon BREUER zur Wochenabschnitt BAU (Auszüge)
  • Rabbiner Dr. Leo BRESLAUER Ein jüdisch-geschichtlicher Wegweiser
  • Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH: HOSCHEA 3,5
  • Rabbiner Dr. Raphael BREUER: 'Was hat Rabbiner Hirsch unserer Zeit zu sagen? (4. Ablieferung)
  • Sprüche 17,11 und Sprüchlein zur Wochenabschnitt BAU
  • Wie Reb Salmen Spitzer über S.R. Hirsch dachte
  • Rabbiner Samson Raphael HIRSCH aus Kommentar Waéro
  • Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH aus dem Kommentar zur Haftoro Woéro
  • Rabbiner Dr. Salomon BREUER zur Wochenabschnitt WOÉRO
  • Rabbiner Dr. Raphael BREUER: 'Was hat Rabbiner Hirsch unserer Zeit zu sagen? (3. Ablieferung)
  • Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH : HUMANISM and JUDAISM (12)
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  • ANTIQUARIAAT BOEKHANDEL SPINOZA
  • 'DER ISRAELIT'
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  • www.islamverurteiltantisemitismus.com
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  • PALESTINIAN CAMPAIGN FOR ACADEMIC & CULTURAL BOYCOT
  • INTERNATIONAL SOLIDARITY MOVEMENT GERMANY
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    Judentum gegen Zionismus
    30-12-2018
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    וארא

     

    לא הניח אדם לעשקם ויכח עליהם מלכים:

     

     

    „Nirgends ließ er einen Menschen zu, ihr Recht zu kränken, und wies Könige über sie zurecht“

    Psalm 105,14 Übersetzung  Samson Raphael HIRSCH.

     




    1.

    Es bleibt des Sünders Herz verstockt

    Und gibt der Mahnung kein Gehör,

    Es ist der Satan, der ihn lockt,

    Drückt ihn die Strafe noch so schwer.

     

    2.

    Der Hölle hat er sich verschworen,

    Das Laster tobt in seiner Brust;

    Und taub fürs Gute sind die Ohren,

    Er hat an Bess’rung keine Lust.

     

    Aus: Erbauungsbuch „Bibel- und Talmudschatz“ J.H. Kohn S. 167  13.Auflage Hamburg 5691 – 1931

    Die beste Anschrift für antiquarische Judaica:

    Antiquarische Buchhandlung „Spinoza“ in Amsterdam

    Inhaberin: Frau Manja BURGERS

    http://www.spinozabooks.com

    30-12-2018 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    28-12-2018
    Klik hier om een link te hebben waarmee u dit artikel later terug kunt lezen.Rabbiner Samson Raphael HIRSCH Komm. Wochenabschnitt Schmauss (1.Teil)
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    Rabbiner Samson Raphael HIRSCH

                                  (1808-1888)

     

    שמות

     

    Aus seinem Kommentar zur Wochenabschnitt Schmauss (1.Teil)

     

     

    Kap. 1 V.1 Und dies sind die Namen der Söhne Jissroéls, die nach Mizrajim kamen; mit Jaakow kam jeder und sein Haus.

     

    Kap. 1, V.1 Mit dem zweiten Buche beginnt die Geschichte des jüdischen Volkes; Aus der Einzel- und Familiengeschichte wird in die Völkergeschichte hinübergeleitet durch erinnernde Nennung der einzelnen Männer, die uns bereits als „Grundstücke“ der jüdischen Volksgesamtheit bekannt sind. …

     

    V.8 Es erhob sich ein neuer König über Mizrajim, der von Josef nichts wußte;

     

    V.8 …Charakteristisch ist es sofort, daß die ganze folgende Judenfeindlichkeit dadurch motiviert wird, daß der König nichts von Josef wußte. Das Volk wußte wohl von ihm, es blickte nicht scheel auf das Judenland und das darin heranwachsende Judenvolk. Es betrachtete die Juden als Wohltäter und nicht als Eindringlinge und fand sich auch durch ihr Gedeihen nicht beengt.

     

    V.9 der sprach zu seinem Volke: Seht, ein Volk sind die Söhne Jissroéls, zu zahlreich und mächtig für uns.

     

    V.9…Bemerken wir im allgemeinen: 1) Auch dieses allererste רשעות ist durch nichts veranlaßt, was die Juden etwa verbrochen hätten; Pharao konnte nichts gegen sie vorbringen, sonst hätte er nicht der חכמה gegen sie bedurft, man hätte offen gegen sie vorgehen können. Ferner:2) das allerersteרשעות  ging nicht vom Volke, sondern von oben aus. Erst von oben herab war der Neid angeregt, war ein Mittel der Politik, die der neue Dynast zur Befestigung seiner eigenen Gewalt gebrauchte. Es gibt wenig Neues unter der Sonne, und die geschichtlichen Erscheinungen im Großen sind so alt wie die Geschichte. So oft man von oben herab ein Volk drücken wollte, gab man ihm gern ein anderes Volk preis, das es drücken konnte, um sich für den eigenen Druck schadlos zu halten. Dieser Politik verdanken viele Judengesetze ihren Ursprung. Eine gleiche Rücksicht mochte den ersten Schöpfer des allerersten Judengesetzes geleitet haben. Er wollte das von ihm gewaltsam unterdrückte egyptische Volk dadurch entschädigen, daß er ihm eine Pariakaste schuf, auf welche alle andere Kasten in stolzem Selbstgefühl hinabschauen und sich als freier träumen konnten. Daß er übrigens den Juden nichts weiter als ihre große Vermehrung vorwerfen konnte und zur Rechtfertigung der beabsichtigten Härte seine Zuflucht zu Motiven aus der höheren Staatsraison nehmen mußte, ist ein glänzendes Zeichen für das sozial sittliche Verhalten der Juden. Wohl lehrt uns Jecheskeel (Kap. 20,8), daß unsere Väter Gott gegenüber nicht die abrahamitische Treue in aller Reinheit bewahrt,  vielmehr egyptischem Unwesen in Geist und Sitte bei sich Eingang gewährt, und, woran das jüdische Geistesauge kein Gefallen haben (שקוצי עיניו) und was das jüdische Herz als seiner unwürdig, als Auswurf, von sich weisen sollte (גלולי), bei sich hatten heimisch werden lassen; und wenn uns auch hier von beiden Seiten nichts erwähnt wird, so läßt doch schon das völlige Schweigen von einer positiven Gesamtäußerung des jüdischen Geiste, wie wir dies bei den Vätern im קרא בשם ד', im ויבן שם מזבח, gefunden, und das nicht sowohl eine Propaganda nach außen, als vielmehr eine Erhaltung der jüdischen Bekenntnistreue in Mitte einer so gegensätzlichen Bevölkerung gewesen wäre – auf ein Sinken des abrahamitischen Geistes schließen; allein sozial muß nicht das Geringste gegen sie vorgelegen haben. Hätte Pharao von vornherein das Volk gegen die Juden auf seiner Seite gehabt, es wäre überflüssig gewesen, künstlich ihren Neid und so fern liegende Befürchtungen zu erregen, und er hätte, statt mit einem „Galuth“ voranzugehen, sofort und kürzer ein „Gerusch“ statuieren mögen.

     

     

    V. 10 wohlan, wir wollen ihm mit Klugheit begegnen, es könnte sich vermehren, und dann, wenn die Ereignisse Krieg beginnen, sich auch zu unseren Feinden schlagen, oder auch uns bekämpfen und aus seinem Lande heraufziehen.

     

    V. 10 Der Sinn dieses Verses ist dunkel…Vielleicht sind es jedoch zwei Befürchtungen. Wer dem andern Feind ist, setzt in der Regel seine Gesinnungen bei diesem voraus. Pharao mochte sagen: Die Juden sind unsere Feinde und meinen es nicht ehrlich mit uns. Werden sie zahlreich und es kommt Krieg, so werden sie es mit unseren Feinden halten, und auch ohnehin sich so vermehren, daß Goschen sie nicht mehr alle fassen kann, sie vielmehr mit gewaffneter Hand sich über das ganze Land verbreiten werden. Hat ja das böse Gewissen der Völker auch in späteren Zeiten die Juden verdächtigt, es mit dem Landesfeinden, den Mauren, den Türken, den Franzosen zu halten…

     

     

    V.14 Sie verbitterten ihr Leben mit harter Arbeit in Lehm und in Ziegeln und mit jeglicher Arbeit auf dem Felde, verbitterten alle ihre Arbeiten, die sie durch sie mit Härte ausführen ließen.

     

    V.14…Damit waren denn alle drei Momente: גרות, עבדות, ענוי verwirklicht, die dem Abraham verkündet worden und die später sowohl in den die Bedeutung der Erlösung würdigenden לשונות של גאולה, als den Zustand der Knechtung in Mizrajim vergegenwärtigenden Chametzgesetzen:איסור אכילה ,הנאה ,ובל יראה וגו'  gehalten sind. Die Wurzel dieser namenlosen Mißhandlung war:גרות , war die vermeintliche Rechtlosigkeit der Fremdlinge als solche. Daher bildete auch das Fremdenrecht des jüdischen Gesetzes den tiefsten Gegensatz zu allen anderen nationalen Gesetzgebungen bis auf den heutigen Tag. Vierundzwanzig Mal, überall, bei jeder Gesetzbestimmung über Rechte von Personen und Sachen wird der „Fremde“ unter den ganz besonderen Schutz der Gesetze gestellt. Nicht welches Recht dem Einheimischen, Reichen, nötigenfalls von Konnexionen u. Getragen und Vertreten zusteht, mit welchem Rechte der völlig unbeschützte „Fremde“ in einem Lande gemessen wird, bildet den Maßstab des Rechtzustandes dieses Landes, und die völlige Gleichstellung des Fremden mit dem Einheimischen bildet den Grundtypen des jüdischen Rechts. Im jüdischen Recht verleiht nicht die Heimat das Menschenrecht, sondern das Menschenrecht verleiht die Heimat! Und zwischen Menschen- und Bürgerrecht kennt das jüdische Gesetz keine Scheidung. Jeder der sich zu dem Sittengesetz der Menschheit bekannte, – שבע מצות ב"נ – war heimatberechtigt in Judäa. Dieses Prinzip, das die Menschenachtung ablöst von der Zufälligkeit der Geburt und des Geschickes, wird überall im Gesetze durch die Erinnerung an das in Egypten Erlebte proklamiert. In Egypten war zuerst die Minderberechtigung der ibrischen Fremdlinge ausgeklügelt, die Härte und Grausamkeit kam von selbst hinterdrein, wie überall, wo zuerst das Rechtsbewußtsein irre geführt ist.

     

     

    V.22 so befahl Pharao seinem ganzen Volke: Jeden geborenen Sohn werfet in den Fluß und jede Tochter lasset am Leben.

     

    V. 22 לכל עמו, seinem ganzen Volke. Er hatte nämlich gesehen, wie die hebräischen Frauen seinen Befehl illusorisch gemacht hatten, und es ist kaum eine Frage ob, wenn irgend ein Fürst bestimmten Leute einen solchen Blutbefehl gegeben hätte, er auf Ausführung rechnen dürfte. Das menschliche Gefühl der damit Beauftragten dürfte sich gegen die Ausführung empören, und jedenfalls dürften bestellte Kindermörder nur vom Abscheu des ganzen Volkes gebrandmarkt und gesteinigt werden. Aber daß sich einem ganzen Volke nicht auch Unmenschen finden, die von den Willen und von des Königs Befehl Gebrauch machen und ihre teuflische Lust an unschuldigen Kindern ausüben sollten, ist ebenso unwahrscheinlich. Er erklärte daher die jüdischen Knaben für vogelfrei und konnte damit sicherer der Ausführung seines Befehles gewärtig sein. Es fiel das Odium auf keine bestimmten Personen.

     

    Kap. 2

     

    V.11 Es war in diesen Tagen, da ward Mosche groß, ging hinaus zu seinen Brüdern und sah ihre Lasten an. Da sah er ein mizrischen Mann einen ibrischen Mann von seinen Brüdern schlagen.

    V.12 Er wendete sich hier- und dorthin, sah, daß niemand da war, erschlug den Mizri und vergrub ihn in den Sand.

     

     

    V.11 u. 12 Der Mensch, der als Prophet in Israel aufstehen soll, muß nach jüdischer Lehre, schon vor seiner Berufung als  חכם , גבורund עשיר ausgezeichnet dastehen. Nicht die Schwäche, nicht die Einfalt, nicht die soziale Abhängigkeit wählt sich Gott zu Boten seines Wortes und seiner Tat. „Stark, weise und unabhängig“ muß der Mann dastehen, den Gott als seinen Boten senden soll. Mit diesem einzigen Satze scheidet sich scharf das jüdische Prophetentum von allem, was man gedankenlos mit diesem zusammen zu werden manchen Ortes so gerne geneigt ist. Unter diesen Kriterien der zum Propheten sich eignenden Persönlichkeit steht גבורה, gesunde Körperkraft, wohl nicht unverdient in erster Linie. Wie sehr sucht man nicht in der Tatsache der jüdischen Prophetie ihre Welt und Menschen bauende Kraft zu rauben, indem man sie zuerst ihrer hellen Göttlichkeit entkleidet, um sie dann in das Nachtgebiet der Visionen, des magnetischen Hellsehens u.s.w., u.s.w. zu verweisen. Alles die sind doch Erscheinungen, die nur in Zuständen von Schwäche, Krankheit und Kränklichkeit vorkommen. Die erste Forderung aber, die unsere Prophetie an ihre Träger macht, heißt: גבורה, Gesundheit und Stärke. Nur in einem gesunden, ungeschwächten Leib erreicht er der Geist jener Klarheit, die aus den Born der allen geöffneten Gotteslehre die חכמה zu schöpfen vermag, welches die zweite Vorbedingung, und auch עושר, die Selbständigkeit und Unabhängigkeit, welche die dritte Vorbedingung bildet.

     

    V. 14 Er erwiderte: Wer hat dich zu einem Manne gesetzt, zu einem Fürsten und Richter über uns? Denkst du mich zu erschlagen, wie du den Mizrer erschlagen? Mosche fürchte und sprach: Also ist die Sache bekannt!

     

     

    V.14 Das „מי שמך לאיש“ offenbart schon früh einen Charakterzug, der uns noch heute kennzeichnet und in welchem alle unsere nationale Untugend und –Tugend wurzelt. 600 000 Männer haben nicht den Mut, gegen den nichtjüdischen Schergen ihre Kinder zu verteidigen, aber einem Juden gegenüber ordnet keiner sich unter, da gibt es keine menschliche Autorität, und die berechtigtste Zurechtweisung muß sich darauf gefaßt machen, als die Gleichheit aller verkennende Anmaßung zu werden. Diese Untugend haben wir noch nicht ganz verlernt, nachdem wir schon so lange in der Galuthschule geschult wurden, welch ein ungefügiger Stoff müssen wir vor dem Betreten dieser Schule gewesen sein! Nicht den gefügigsten, den ungefügigsten Menschenstamm – עז שבאומות – hat sich Gott erwählt, ihm gab er sein אשדת, sein Feuergesetz, in seiner Überwindung soll sich zuerst die Feuerkraft seines Gesetzes erproben. Harte Schläge des Geschickes mußten uns hämmern, damit wir so hart wurden wie Stahl und so – biegsam wie Stahl. Gott gegenüber biegsam; und unbeugsam, hart und fest aber aller menschlichen Autorität gegenüber. Diese „Nackenhärte“ kann auch ausarten und sich in dem Gegenstande verirren. Allein ohne sie wären wir nicht das unsterbliche Gesetzvolk geworden.

     

     

    Kap.3 V.8 nun bin ich herabgestiegen, es von Mizrajims Hand zu retten und es von diesem Lande zu einem guten und geräumigen Lande hinauszuführen, zu einem Lande, das fließen kann von Milch und Honig, zu dem Orte des Kenaani, des Chitti, des Emori, des Peresi, des Chiwi und des Jebusi.

     

    Kap.3 V.8 Das Land ist טובה: es entspricht der beabsichtigten geistigen und sittlichen Entfaltung des Volkes, und es ist רחבה: geräumig, daß es sich darin auch numerisch entfalten kann. – זבת וגו'. Es ist sehr eigentümlich, daß die Bezeichnung der Produktenfülle durch – זוב nur bei א"י und sonst nie wieder in solche Bedeutung vorkommt, bei dem jüdischen Lande aber der stete Ausdruck ist. זוב heißt in תנ"ך nie: überfließen. Es kommt vorzugsweise nur zur Bezeichnung eines krankhaften Zustandes beim Menschen und sonst nur als ein durch Wundermacht – הכה צור ויזובו מים (Ps. 78,20) – oder durch Gewalt bewirktes Ausfließen – שהם יזובו מדוקרים (Klagel. 4,9) – vor, „erdolcht strömen sie ihr Blut aus“. Alles zusammengenommen dürfte ארץ זבת ח' וד' wohl nicht ein Land bezeichnen, das seiner natürlichen Fruchtbarkeit nach diese Fülle entfaltet, sondern ein Land, das dies nur unter besonderen Bedingungen tut. Palästina ist ein hartes Land, הארצות האל (1. B.M. 26,3). Wiederholt sahen wir es von Hungersnot heimgesucht, und auch, nachdem Jissroél es verlassen liegt es öde. למטר השמים תשתה מים heißt es von ihm? Ein Land, das nicht wie Egypten nur  ohne weiteres von seinen Bewohnern auszubeutende, natürliche Bedingungen der Fruchtbarkeit bietet, sondern, „das nur unter einen steten, von Anfang des Jahres bis zum Ende des Jahres darauf gerichteten besonderen Gottesfürsorge“ aufzublühen vermag. Wenn es Wasser hat, so blüht es üppig auf. Allein dies Wasser erhält es nur von oben. Es ist ein Boden, der seine Bewohner nötigt, brav zu sein. Für ein hartes Volk, wie wir waren, gehört ein hartes Land. –  אל מקום הכנעני. Die jetzigen Bewohner sind durch die darin genossene Üppigkeit entartet, und das Land speit sie aus. Nur freibleibend von allem kanaanitischen Unwesen wird Israel sich seine Fülle erhalten.

     

    V.20 dann wird ich meine Hand ausstrecken und Mizrajim mit all meinen Wundern schlagen, die ich in seiner Mitte vollbringen werde; danach wird es euch fortschicken.

     

    V.20 פלא , נפלאתי: …Die Göttlichkeit der natürlichen Ordnung der Dinge zu lehren, ist der Wunder Zweck.

     

    V.21 Ich lasse dann die Gewährungswürdigkeit dieses Volkes in den Augen Mizrajims hervortreten, und so wird es werden, daß, wenn ihr dann gehen werdet, ihr nicht leer gehen werdet.

     

    V.21 Es war ja überhaupt der Volkshaß gegen die Juden in Egypten nicht ursprünglich, es war ja nur künstlich von oben hervorgerufen und genährt.

    28-12-2018 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    27-12-2018
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     Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH

                 (1833-1900)

     

    Aus seinem Kommentar zur  Haftoroh des Wochenabschnittes הפטרת שמות Jesaja Kap 27, Vers 6. ff.

     

    „Jakob“ bedeutet Jissroél in seiner Galuth-Erscheinung, „Jissroél“ in der Verwirklichung seines Namens, wenn seinem ganzen Leben das Gepräge der Gottesherrschaft und in Folge dessen auch seinem Geschicke das Gepräge der segnenden Gotteswaltung aufgedrückt sein wird. הבאים: „die kommenden“, die Geschlechter der Zukunft, wie V.11 באות fem.: die kommenden Ereignisse, Geschicke. –  

    Nach Bedeutung und Geschick wird nun hier, V. 6 das Galuth-Volk Jakob mit der Wurzel eines Baumes verglichen. Wie die Wurzel dem Stamme Festigkeit verleiht, ihm die Lebenssäfte zuführt und Bedingung seiner Erhaltung ist: so ist das Galuth-Volk Jakob, als Bote der Lehre von der Gotteskindschaft und der hohen heiligen Bestimmung aller Menschen, der Träger der Heilsbedingungen für die Menschheit. Das schwache, gedrückte Jakob ist in Wahrheit Träger ihrer Zukunft. – Aber auch in seinem Geschicke gleicht es der Wurzel. Der stolze schlanke Stamm strebt mächtig in die Höhe, die knorrige Wurzel arbeitet unscheinbar und unsichtbar in der Tiefe. Die stolze Baumkrone wiegt sich im Sonnenschein und hat keine Ahnung, daß sie der unablässigen emsigen Arbeit der im Dunkel der Erde verborgenen, von allem Gewürm umnagten Wurzel ihr Gedeihen verdankt. Die Menschen laben sich an den Früchten des Baumes und schreiten gedankenlos hin über die Wurzel, deren Arbeit das Gedeihen des Stammes und das Reifen der Früchte bedingt. Gibt es wohl ein trefferendes Bild für die Galutherscheinung und das Galuthgeschick des verkannten und gedrückten Jakob? –

    Jedoch dieser Druck und dieses Dunkel haben ein Ziel. Es ist die Läuterung, die Leidenserziehung „Jakobs“ zu „Jissroél“. Leid und Druck, Verkennung und Dunkel dauern nur so lange, als Jakob die freie Luft der Selbständigkeit und den Sonnenschein des Glückes noch nicht vertragen kann. Ist dieses Ziel erreicht, so blüht es auf und entfaltet sich als Jisroél, und wie durch seine Treue im Leide, so wird es durch seine Lebensheiligung und seine Selbstlosigkeit, die es im Liebeswirken im Glücke bewährt, der Wegweiser der Menschheit zum Paradiese auf Erden verwirklicht, was seinem Ahnen als Bestimmung seines Volkes ausgesprochen worden: Werde zum Segen! – „ Die Fläche der Menschenwelt, die bis dahin תבל, eine „Welt der Wirren“ ist, wird von den Früchten dieses Jakob-Jissroel-Baumes erfüllt sein“. –

     

     

    V.7 Hat er wohl es [Jissroél] geschlagen gleich dem Schlage, mit dem Er den traf, der es schlug, oder ist es [Jissroél] getötet worden, gleich dem Tode seiner [des Unterdrückers] Erschlagenen?

     

    V.8 Mit doppeltem Zornesmaße kämpften sie [die Feinde], da Er es [Jissroél] fortschickte. Er aber sprach es aus bei dem von Ihm gesandten schweren Verhängnis, am Tage des Oststurmes: 

     

    V.7 Wohl ist Jissroél durch Gottes Fügung von langem schwerem Leide getroffen worden – der Seherblick versetzt den Propheten an das Ziel der Geschichte, und zurückblickend auf die Jahrtausende, die ihm noch Zukunft, uns bereits zum Teile Vergangenheit geworden sind, fragt er: Haben die Geschicke wohl Jissroél den Untergang gebracht, wie sie ihn noch allen seinen Unterdrückern gebracht haben? Jissroél stand an der Wiege und am Grabe alle der Mächte, die, unbewusst der höheren Fügung dienend, es es unterdrückten, die

     

    V.8 בסאסאה: (Verdoppelung von סאה, Maß) mit „Doppelmaߓ es bekämpften, mit grausamer Verfolgungs- und Zerstörungslust die Macht missbrauchten, die ihnen der Erziehungsplan Gottes über sein Volk eingeräumt. Nur zu viele blut- und tränengetränkte Blätter der jüdischen Geschichte zeugen davon, in welchem satanischen Wonnegefühl sie bei Ausübung ihres Schergenamtes schwelgten!

     

    (Die Haftoroth übersetzt und erläutert, Frankfurt am Main 1896: S. 100-108  Kommentar zu Jesaja Kap 27, V6 bis Kap 29,  23) 

    27-12-2018 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    26-12-2018
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    Rabbiner Dr. Salomon BREUER
    (1850-1926)


    שמות

     

    Belehrung und Mahnung  zur Wochenabschnitt Schmauss (Auszug)

     

    …Uns brüderlich zu einen, ist somit das hehre Ziel unseres Golus. Nicht jedoch ist es mit der äußerlichen Sammlung getan, auch nicht mit dem ihr allein dienenden Geist der Liebe und der Brüderlichkeit. In brüderlicher Eintracht müssen wir uns um unseren göttlichen Hirten sammeln, um uns seiner alleinigen Führung in rückhaltlosem Vertrauen hinzugeben.

    הקבצו ושמעו ruft die mahnende Stimme unseres sterbenden Ahns – ein heiliges Vermächtnis, von dessen Verwirklichung allein unsere Zukunft bedingt ist. Kein הקבתו ohne ושמעו! Erst durch שמעו, durch das uns allen gemeinsame geistige Lebensgut, dessen Aufnahme unser ganzes Sehnen zu gelten hat, erhält das הקבצו seinen wahren Sinn und die Gewähr seiner Dauer: ואנחנו עם מרעיתו וצאן ידו היום אם בקולו תשמעו wenn wir um unseren göttlichen Hirten uns einen, in ungeteiltem Vertrauen seiner Führung uns hingeben, kann mit jedem Tag die Stunde unserer Erlösung schlagen: „Heute noch, wenn wir Gottes Stimme gehorchen!“

     והאמת והשלום אהבו Ohne אמת gibt es keinenשלום , keinen wahrhaften שלום! Der אמת, die unteilbare, alle Erscheinungen des göttlichen Lebens beherrschende Wahrheit der תורה, hat uns höchstes, heiligstes Gut zu sein: אמת קנה ואל תמכור spricht der weise König (Mischle 23): den אמת kaufe,– aber verkaufe ihn nicht! Kaufen sollen und müssen wir den אמת, selbst wenn wir um seinen Preis den teuren שלום hingeben müssen, denn der אמת kann nie zu teuer erkauft werden! Verkaufen aber dürfen wir ihn nie, nie und nimmer, selbst wenn wir uns dafür den vermeintlichen Frieden erwerben könnten! –    

    Je mehr wir aber den אמת in unserer Mitte pflegen wollen, ist er ja das granitne Fundament, auf dem unsere קהלה sich erhebt, dessen Wahrung und rücksichtslose Vertretung allein ihre Berechtigung ausmacht und ihre Zukunft verbürgt, desto aufrichtiger lasst uns den Geist der Zwietracht und des Hasses, der קנאה und שנאה aus unserer Mitte bannen –

    Blühende Gemeinden sind an diesem Geist der קנאה und שנאה schon zugrunde gegangen. E kann daher nicht entschieden genug bekämpft und verurteilt werden. Ist denn unser Gemeindeleben so fest gefügt und so sicher gestellt, daß wir den Feind nicht zu fürchten haben, der solche Erscheinungen der Zersetzung mit Schadenfreude registrieren wird, weil er in ihnen die sicheren Anzeichen der drohenden Auflösung erblickt? Lasst uns bannen den Geist der Zwietracht und des Hasses aus unserer Mitte, vereint und geeint lasset uns der Verwirklichung unserer heiligen Lebensideale unsere Kraft weihen.

    Jüdische Frauen, jüdische Mütter waren uns noch zu allen Zeiten Vorbilder dieses Geistes des wahren Friedens, Vorbilder der jüdischen Pflichttreue. Jüdische Frauen waren es, deren Namen unsere heutige Sidra verewigt, die mit מסירת הנפש ihrem Volke gedient, jüdische Frauen haben unsere Gëula einst angebahnt, jüdische Frauen, geweckt und genährt vom Geiste unserer Mutter Rahel, mögen beispielgebend ihren Kindern vorangehen, daß sie unserem armen, zerrissenen Volke den heißersehnten Weg zur Gëula weisen – ושבו בנים לגבולם.

     

    Rabbiner Dr. Salomon BREUER Belehrung und Mahnung Zweiter Teil EXODUS J.Kaufmann Verlag / Frankfurt a.M. 1931 S. 6-7

     

    26-12-2018 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    25-12-2018
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    Readers Letter from Borough Park NY

    About Nittel

    It isn’t only the fact that people like the Chazon Ish were opposed to this idiotic custom (there is no shortage of idiotic customs of course), but the way the frumme have it is all mixed up.

    Traditionally they observed Nittel on the historical date of the old calendar when the date was January 7. Now they have switched it back to December 25, which is according to the western calendar.

    But what is it that they are worried about? And why is “Nittel” more of an issue than the Christian holiday of Easter, which is their date for the belief of the “resurrection” of Yoyzel???!!

    Either way it’s illogical.

    1) Neither holiday was enacted symbolically by the Church until the 4th or 5th century, such that even Christians weren’t observing it until then.

    2) There is no proof whatsoever for the existence of any Yoyzel anyway in the 1st century, and even more importantly, there is no proof that Christianity even existed PRIOR to the creation of the new Byzantine Empire under Constantine in the 4th century!

    So what is all this noise about Nittel? It’s all based on ignorance and idiocy. Plain and simple. The same as throwing bread in the water on Rosh Hashanah and swirling a chicken around the head before Yom Kippur.

    D. G.

    ----------------

    H. B. reacts:

    What are you worried about! People, Jews as non-Jews, do not question what is set on the calendar, neither the calendars nor the veracity of the existence of the idol "yoske"! Today, Jews react to what notsrim hold, and since there are at least two groups, the Romans and the Orthodox, they react in relation to both, to mark the difference. It would be more understandable for Jews who have suffered from these religions to score a point against them.


    25-12-2018 om 20:25 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    Klik hier om een link te hebben waarmee u dit artikel later terug kunt lezen.Rabbiner Dr. Raphael BREUER: 'Was hat Rabbiner Hirsch unserer Zeit zu sagen? (2. Ablieferung)
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    Rabbiner Dr. Raphael BREUER

    (1881-1932)


    WAS HAT RABBINER HIRSCH UNSERER ZEIT ZU SAGEN?
    (2.Ablieferung)

     

    I.

    Machen wir uns zunächst einmal klar, was Rabbiner Hirsch seiner Zeit zu sagen hatte. Seine Botschaft, zu der er auserkoren war, bestand in der Hauptsache darin, seinen Schicksalsgenossen den Glauben an die Thora, der ihnen völlig abhanden gekommen war, wiederzugeben. Seine Schicksalsgenossen: das waren die deutschen Juden des vorigen Jahrhunderts, die entweder in ungezählten Scharen vom alten Väterglauben abfielen oder nach einer neuen Form des Judenseins ausspäthen, die ihnen den Abfall vom Alten ersparen und den Anschluß an das Neue ermöglichen sollte. Diesen Schwankenden, Zweifelnden, Sehnsüchtigen, die vom Geist der neuen Zeit im innersten ergriffen und erschüttert waren, die wohl auf der einen Seite den Abfall vom Alten als erbärmlichen Verrat durchschauten, aber doch auf der anderen Seite nicht recht wußten, wie sie den Anschluß an das neue gewinnen sollten, ohne auf den Weg des Verrates abzugleiten: das waren die Menschen für die Rabbiner Hirsch ein von Gott gesandter Führer und Retter, ein zweiter מורה נבוכים wurde.

    Die Art und Weise, wie er zu diesen Menschen sprach, mußte ihre Seelen zum Klingen bringen, sofern sie nur guten Willens und von ehrlicher Aufnahmebereitschaft waren. Wie er die Thora lehrte und lernte; wie er einen Bibelvers, ein Wort des Talmud und des Midrasch ansah, aussprach und darlegte; wie er in den klassischen Quellen der jüdischen Lehre, des jüdischen Denkens und Fühlens in unverfälschter Reinheit und Ursprünglichkeit, aber doch mit solcher originaler Kraft wiederzugeben verstand, daß sie die Menschen seiner Zeit wie neu geschaffen anmuteten: das hat ihm in der schöpferischen Genialität seiner Einmaligkeit keiner seiner Zeitgenossen nachgemacht. Uns mag heute manches selbstverständlich vorkommen, was erst unter dem Einfluß seiner  Wirksamkeit zum geistigen Besitztum weiter Kreise wurde. Daß wir es bei der Thora und Mizwaus mit weltbewegenden, weltgestaltenden, weltumformenden geistigen Mächten zu tun haben; daß diese Thora der Inbegriff unerhörter philosophischer, politischer, sozialer und wirtschaftlicher Aufschlüsse und Erkenntnisse ist; daß diesen Mizwaus eine erziehende Gewalt innewohnt, die von keiner modernen Fortschritt der pädagogischen Theorie und Praxis überflügelt werden kann; daß diesem jüdischen Volke mit seinem Zion der Vergangenheit und seinem Zion der Zukunft eine kosmische Aufgabe gestellt ist, deren Lösung das Heil der Menschheit bedingt; die welthistorische Weite dieser Schau, sie mag in den klassischen Zeiten der jüdischen Geschichte Gemeingut aller Wissenden und Verstehenden gewesen sein, sie mußte  aber vor hundert Jahren vom Verfasser der Neunzehn Briefe und des Chaurew wie Neuland entdeckt werden, und sie mußte gegenüber dem Hohngelächter eines seichten Aufklärertums und einer beschränkten Wissenschaftlichkeit mit starker Hand verteidigt und befestigt werden.

    Im Andenken der Nachwelt lebt Rabbiner Hirsch vielfach als Schöpfer einer neuen, modernen Orthodoxie fort. Er habe aus dem Thora- und Derech-Erez-Ausspruch unserer Weisen das Recht einer Verbindung von jüdischer und nichtjüdischer Kultur hergeleitet. Nichts ist falscher als das. Niemand war von der obersten und heiligsten Pflicht des jüdischen Volkes, die Autonomie und Souveränität seiner Thorakultur aufrecht zu erhalten, tiefer durchdrungen als er. Wie hätte er jemals auf den Gedanken kommen können, die Eigengesetzlichkeit der Thorakultur zu erschüttern, er, der den Gedanken niemals fassen konnte, wie jüdische Menschen, denen an der Erhaltung der Thora als der Seele der jüdischen Gemeinschaft etwas gelegen ist, die Souveränität dieser Thora in jüdischen Gemeinden, Verbänden, Weltorganisationen in die Forderung einer orthodoxen Partei verwandeln konnten, und der das Erlebnis dieser Verwandlung als die schmerzlichste Enttäuschung seines Lebens empfand! Thora und Derech Erez: das hieß für ihn nichts anderes, als Hineinstellen der Thora in den großen Zusammenhang der Welt. Wie sollen denn Thora und Mizwaus zu weltbewegenden, weltgestaltenden, weltumformenden geistigen Mächte werden, wie soll denn das jüdische Volk seine geschichtliche Mission erfüllen können, vor den Augen aller Welt  Zeugnis abzulegen für die Ehre Gottes und seiner Lehre, wenn Judesein mit Weltfremdheit und Weltabgeschiedenheit gleichbedeutend wäre! Wie schon der erste Jude als „Vater des Völkergewoges“ die Weltbühne betrat, um der angemaßten politischen Souveränität der Nationen die göttliche Souveränität seines jüdischen Messianismus entgegenzuhalten, wie jedes Wort, das Mosche Rabbenu und all die Propheten, die nach ihm kamen, zu ihrem Volke sprachen, Himmel und Erde zur Zeugenschaft berief und eine Botschaft messianischer Weltkultur an die ganze Menschheit war, so und nicht anders hat auch unser großen Rabbiner ז"ל seine Thora und Derech-Erez-Botschaft verstanden.

     

    Quelle:  Nachalath Z’wi Eine Monatschrift für Judentum in Lehre und Tat, herausgegeben vom Vorstand der Rabbiner-Hirsch-Gesellschaft. I. Jahrgang 5691/1930-31, S. 84-101

     

    Dieser Aufsatz brachten wir bereits als Teil unseres Studienprogramms Herbst-Winter 5769 und speziell zum Jahrestag „runden Geburtstag“ von Rabbiner Samson Raphael HIRSCH (1808 -1888). Wird nächste Woche fortgesetzt.

    25-12-2018 om 13:45 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    24-12-2018
    Klik hier om een link te hebben waarmee u dit artikel later terug kunt lezen.Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH : HUMANISM and JUDAISM (11)
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    Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH

                  (1833 – 1900)

    HUMANISM AND JUDAISM (11)

     

    By Dr. MENDEL HIRSCH Principal of the Israelite Religious Community Schools, Frankfort-on-Main.

     

    Translated by J. GILBERT Bedlock 1928

     

     

    Thus, according to the Rabbis’  teaching, no prayers, even when said at home, in the morning, afternoon or evening, are aptly concluded without expressing the idea of looking forward in prayer to that great dawn, when all men shall gather around God; to whose domination all of them shall willingly submit in united allegiance, “on the day when they shall acknowledge that He is one and the same God for all.”  In public service, however, that is to say where ever ten Jews join in prayer, special expression is given to this thought, at the end of each sub-division of the service in the Kaddish-prayer.  Public lectures on Torah or Talmud are likewise not concluded without the reminder, by the Kaddish-prayer, of Yisroél’s call to act as priests of mankind, which constitutes the very purpose of the study of the Torah. And at the departure of the Israelite, his friends, as their last mark of affection, at the side of the graven unite in the same prayer with the same purpose in their minds. Thus the son, during the year of mourning and on the anniversary of a parent’s death, in remembrance of the mission received by his people, and his desire to honour and bless his parent’s memory, steps forward and recites in front of the community this same prayer of Kaddish.

    A specially characteristic feature of the service of the great Jewish National Festivals, that should be mentioned here, is that in an apparently casual manner the importance of fostering the remembrance of all humanity in our prayers on national holidays is spontaneously and clearly expressed.

     

    On the Passover Festival, in commemoration of Ysroel’s birth and his liberation from Egyptian slavery this thought is expressed in an apparently quite indirect way in the ritual. On all festivals of joyous character, the cheerful frame of mind is manifested in the singing of the Hallel (Psalms CXIII-CXVIII.5), a song that for this reason may properly be described as national hymn. But the ritual for the Passover, the foundation of all other Festivals, prescribes (“Shulchan-Aruch, Orach-Chayim, CLXXXVII,5): that on the concluding days, and hence also on the intermediate half holidays, the Hallel son his chanted with the omission of two psalms. Why? The seventh day recalls the memory of the crossing of the Red Sea. The miraculous escape was, however, associated with the entire destruction of a whole nation’s young manhood. It is true that they were persecutors and tormentors of Ysroél. It is true that they were on the point of committing the crime of re-enslaving a people that had just regained its liberty, and that only death had stopped them; nevertheless: “The works of mine hand are drowned in the sea, and you should, Ysroél, rejoice?” – sentiments uttered (according to the Rabbis) on that occasion by the Father of mankind. Could his song of songs, proclaiming all men to be God’s children, be sung with finer feeling and greater impressiveness? Could a loftier poetic strain be imagined? Is this not the sentiment of the true cosmopolitan, the true priest of all mankind, which is expressed in this simple ritual stipulation, at the celebration of  Ysroél’s national birth?

    On the Pentecost Festival, the anniversary of the revelation on Sinai, whereby Ysroél was made the bearer of the so-called “segregating” Law, and became the alleged haughty “chosen” people, the ritual brings before the Jewish eye the sublime magnificent figure of a woman, a picture radiating with magnanimous humanity. Who are these women that wander over the fields? One of them, prematurely worn with age and grief, and another, young and vigorous, despite the soreness of sorrow experienced, and looking cheerfully and high-spiritedly into the future. Both are widows, mother-in-law and daughter-in-law. Three graves enshrine all that was dear in life to the older- husband and children. She leaves behind the strange country, and wanders back to her old home, once blessed with riches, now desperately impoverished. The young woman leaves father and mother, family and home, and wanders with the poor old mother of her dead husband towards a country foreign to her. “Leave me”, says the matron to her, who once in happiness and prosperity had entered into her family-circle, “go and return to thy people, for the hand of the Lord has been heavy on me.” – “Do not press me to leave thee”, replies the other, “for wither thou goest, I will go, thy resting-place shall be mine, thy people shall be my people, and thy God my God. Where thou diest I will die, and there I will be buried, so help me God if aught but death part thee and me!”  And this stalwart unselfish woman for Moab, grand in the trust and love of God, sheltering “under the wings of the God of Israel, ”  became, as the Bible-story continues, the mother of Obed, the father of Jesse and Jesse was the father of David.

     

    Behold, and would that these words could find their way to all men on earth! We have none in whom the spirit of Jewish divine and humane teachings has become so vivid, and produced such blossoms of lyrical composition, as in David. We have none whose innermost thought have been revealed to us so deeply as in the case of David, whose soul and mind lie open before us and give us insight into his striving and struggling. We follow him throughout his whole rich life, full of changes, we witness his inner and outer struggles, his victories and his defeats. Good fortune does not make him conceited, ill-luck does not make him downhearted; neither will base ingratitude or the black treason of those nearest to him embitter him over much. Instructive in victory, still more instructive when succumbing to human frailty, when, with a guilty conscience, full of shame and sorrow, yet trusting in the grace of his and mankind’s God, he soars aloft from darkness to light, from afar to the sunny presence of God; thus we see him serene in sufferings, victorious and strong in his feebleness. To the present day his laments and his rejoicings alike reverberate in the hearts of men; even to-day they bring comfort and hope to the distressed, support to the falling, courage and strength to the erring, to find their words that elevate men’s minds to God, even the minds of those who have long ago become strangers to the Synagogue and Church. They form the bond that, unconsciously, still unites them with the God whom their lips deny. In their prayers, be it the wan denizen of the slums, or the proud lady in her palace, it is with David’s words that mortals beg for protection, for blessings upon the  suckling in the cradle, for protection on behalf of the husband amid the perils of life. And when the hour of departure from life arrives, whose words but his are spoken as the weary pilgrim’s soul, beggars or kings, is consigned to eternity? “Into Thy hands do I commit my soul, Thou hast redeemed me, O merciful Almighty God of Truth.”

     

    And every Pentecost-Festival the genealogy of this David – whose immortality, and whose importance for all humanity, have not been equalled by any other mortal, and on whom all hopes for redemption are centred – is presented to the Jew, and it is avowed that – Non-Jewish, nay even Moabitic, blood flows in the veins of this David! This thought must undoubtedly have preserved in Ysroél that absolute absence of prejudice and that broadmindedness which can only smile charitably at prejudices which would look upon the mere possibility of the presence of Jewish blood in the veins of one’s family as downright outrage, against which they could not too strongly protest. David could not trace his line of descent to his great-grandmother without discovering foreign blood, and for no consideration would we miss from his lineage, Ruth “the woman from Moab.”

     

    (Humanism and Judaism by Dr Mendel HIRSCH, pp. 44 – 48 to be continued next Sunday)

    24-12-2018 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    23-12-2018
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    שמות

    ישלח ממרום יקחני ימשני ממים רבים:

     

     

    Er sendet aus der Höhe, nimmt mich auf, läßt aus mächtigen Fluten mich herausziehen,

    (Psalm 18,17 Übersetzung Rabbiner Samson Raphael HIRSCH)

     

    1.

    In aller Zeit hat Gottes Macht,

    An seinen Frommen sich bewährt,

    Wie Er nur jenen schützt, bewacht

    Der innig Ihn und wahrhaft ehrt.

    2.

    Bedroht auch Pharao, der Tyrann,

    Die Unschuld mit Gefahr und Tod,

    Der Ewige winkt, und sie entrann

    Der Qual und aller bittern Not.

     

    Aus: Erbauungsbuch „Bibel- und Talmudschatz“ J.H. Kohn S.156  13.Auflage Hamburg 5691 – 1931

     

    Die beste Anschrift für antiquarische Judaica:

    Antiquarische Buchhandlung „Spinoza“ in Amsterdam

    Inhaberin: Frau Manja BURGERS

    http://www.spinozabooks.com

    23-12-2018 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    21-12-2018
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    Rabbiner Samson Raphael HIRSCH

     (1808-1888)

     

    ויחי פרשת

     

    Aus seinem Kommentar zur Wochenabschnitt Wajechi

     

    Kap.47 V.29 Jissroéls Tage näherten sich zum Sterben, da ließ er seinen Sohn Josef rufen und sprach zu ihm: Wenn ich denn doch Gunst in deinen Augen gefunden habe, so lege doch deine Hand unter meine Hüfte, und übe an mir Liebe und Wahrheit: begrabe mich doch nicht in Mizrajim!

     

    V. 29…Jakob hatte noch siebzehn Jahre mit seinem Hause in Mizraim gelebt, mochte gewahrt haben, welchen mächtigen Einfluß das האחז auf seine Nachkommen zu üben begonnen, wie sie schon anfingen im Nil den Jordan zu begrüßen, und in dem Aufenthalt in Mizrajim gar kein Galuth zu erblicken. Motiv genug, um mit so feierlichem Ernst darauf zu dringen, daß sie ihn nicht in Mizrajim begraben daß sie ihn in das Land ihrer alten, wirklichen Heimat tragen sollten; Motiv genug, ihnen zu sagen: ihr hoffet und wünscht in Mizrajim zu leben, ich möchte nicht einmal in Mizrajim begraben sein. Darum sprach er diesen Wunsch aus nicht als Jakob, von individuell persönlichem Standpunkte, sondern als Jissroél“ aus, als Träger der nationalen Bestimmung, als Mahnung an die nationale Zukunft seiner Kinder.  

     

     

    Kap.48 V. 11 Da sprach Jissroél zu Josef: Dein Angesicht zu sehen, habe ich nicht mehr für möglich geachtet, und nun hat mich Gott selbst deinen Samen sehen lassen!

     

    Kap. 48 V.11…התפלל: sich mit göttlichen Gedanken durchdringen. Jüdisches Beten ist nicht von innen heraus, sondern von außen herein. Gebe es nur ein Beten von innen heraus, d.h. ein Hinauslegen bereits im Innern vorhandener Gedanken, so wären „vorgeschriebene“ Gebete, noch dazu zu einer bestimmten Zeit, von einer unbegrenzten Mehrheit zu betende Gebete purer Wahnsinn. Denn sie setzen voraus, daß auf Kommando in einen bestimmten Augenblick bei einer beliebigen Vielheit von Menschen gewisse Gedanken und Empfindungen vorhanden und des Ausdruckes bedürftig seien. So nicht. התפלל heißt: ewig geltend bleibende Wahrheiten immer wieder aufs neue mit ihnen durchdringen, eben weil sie sonst sich abschwächen, entschwinden, ja schon entschwunden sein können. Hier: ראה פניך לא פללתי: der Gedanke, dich noch einmal wieder zu sehen, lag mir so fern von jeder Möglichkeit der Realisierung, aß ich ihm in mein Inneres keinen Eingang verschaffen konnte.

     

    V.16 der Engel, der mich erlöst aus allem Übel, segne die Knaben, daß in ihnen mein Namen und meiner Väter Name, Abraham und Jizchak, genannt werde und sie den Fischen ähnlich zur Menge gedeihen mitten auf Erden.

     

    V. 16 Es ist sehr schwer, in diesem Zusammenhange von einem Engel auszusprechen, daß er segnen wolle, zumal da unmittelbar zuvor Gott genannt ist, in dessen Händen ja allein der Segen liegt. In ב"ר Kap.97 spricht sichר' אליעזר  nach der Leseart des Jalkut also aus:  הקיש גאולה לפרנסה ופרנסה לגאולה מה גאולה פלאים אף פרנסה פלאים מה פרנסה בכל יום אף גאולה בכל יום„ , Es sind hier die Ernährung und die Erlösung einander wechselseitig gleichgestellt: wie die Erlösung, so geschieht auch die Ernährung durch Wunder, und wie die Ernährung so ist auch die Erlösung täglich“. Somit haben wir hier nicht an die Erlösung aus einer besonderen Gefahr, sondern an jene Erlösung zu denken deren wir Tag für Tag wie der Ernährung bedürfen. Beide, Parnaßa und Geula, sind keine Ergebnisse der einmal von Gott allgemein gesetzten Weltordnung, sondern Wirkungen der besonderen göttlichen Fürsorge. Daß der Rechtschaffene, Gewissenhafte nur auf redlichem, sittlichem Wege sein Brot Suchende auf diesem Wege auch sein Brot finde ist פלאים, ist ein jedesmalige Geschenk, der göttlichen Waltungswunder, wie es heißt:  טרף נתן ליראיו יזכור לעולם בריתו „was andere der Gewalt verdanken, gibt Er seine Verehrern. Er ist unaufhörlich seinen Bunde eingedenk“. Und daß der also nur sittlich dahin wandelnde Mensch in einer mit physischen und sozialen Übeln drohende Welt unangefochten aufrecht bleibt, dazu bedarf er der steten göttlichen Erlösung, der stetenגאולה .

    גאל, verwandt mit גחל Kohle: ein brennbarer Stoff, der bereits im Feuer gelegen, ihm aber entzogen wurde, ehe das Feuer ihn vollständig bewältigte. …גאולה ist aber die vollkommene Rettung, die nicht wie גחל noch die Spuren des Brandes an sich tragen, sondern gänzlich frei und unversehrt lässt, wie Abraham aus dem Feuer Chaldäas, wie Daniels Genossen aus der Glut des Ofens. Hätten wir Augen zu sehen, bemerkt ein Wort der Weisen, wir würden es gewahren, wie wir überall und immer von מזיקים, von schädlich auf uns einwirkende Elementen in der physischen Welt umgeben sind, und wie im physischen, so wahrlich auch im sozialen Leben. Wehe uns, wenn wir dafür nicht blind wären. Wohl uns, daß wir die Gefahren des Todes nicht sehen, denen wir jeden Augenblick in der physischen Welt entgehen, noch das von Neid und Bosheit zugedachte Verderben und Unheil gewahren, daß im sozialen Leben täglich und stündlich uns unbewusst an uns vorüberziehen mag. Das ist das רע, aus welchem הב"ה uns jeden Augenblick rettet, und zwar also rettet, daß wir uns der Gefahr nicht einmal bewusst werden. Nun bemerkt ר' שמואל בר נחמן daselbst:פרנסה גדולה מן הגאולה שהגאולה ע"י מלאך פרנסה ע"י הב"ה größer ist noch die Ernährung als die Erlösung, diese geschieht durch einen Engel (מלאך הגואל), jene durch הב"ה selbst. Verstehen wir diesen Satz recht, so liegt ihm die Wahrheit zugrunde, daß die stete Geula von Untergang drohenden Übeln, ja der Parnaßa vorangehen muss, die bloße Existenz des Menschen überhaupt bedingt, somit ein Moment ist, das von vornherein mit dem Dasein eines Menschen – oder Volkes –Individuums gegeben sein muss, gleichsam der Raum ist, der ihm innerhalb des Weltgetriebes durch die göttliche Führung geschaffen ist. Es ist dies das „Geschick“ des Menschen, bei welchem der Jude aber stets an den „Schickenden“ denkt, das ihm stets „מלאך“, „Bote“ der göttliche Führsehung bleibt. Es ist die göttliche Bestimmung, die bei dem Eintritt eines Menschenkindes, oder ein Volk ins physische, soziale oder historische Dasein „es soll leben!“ spricht, und seinen מלאכים, seinen „Geschickten“, für es befiehlt, „es zu hüten auf allen seinen Wegen, es auf Händen zu tragen, daß es an keinen Stein den Fuß verletze, daß es über Schakal und Otter dahinwandle Leu und Schlangen zertrete“ (Psalm 91). (Vielleicht ist das Wort מלאך ja von מלך gebildet, eine bewältigend wirkende Macht, die aber nicht aus eigener Machtvollkommenheit wirkt, sondern ,א' das Zeichen einer andren sie leitenden und sendenden Persönlichkeit unsichtbar in sich trägt buchstäblich שמי בקרבו wie es von מלאך heißt.) Jakob wünscht also, daß Gott seine Enkel durch denselben מלאך durch welchen Er ihn von allem Übel erlöst, gesegnet werden lassen möge, d.h. daß seine Enkel dasselbe „Geschick“ weiter tragen mögen, innerhalb dessen und durch welches Gott ihm Existenz und Gedeihen hat finden lassen, daß sie ebenso wenig wie Jakob, etwa Esau gleich, auf eigener Faust und eigenem Schwerte leben, sondern Jakob gleich, nur in Gott ihren Schutz und Beistand suchen und finden mögen; nur so ויקרא וגו' werden er und seine Väter in ihnen fortleben.וידגו לרב בקרב הארץ

    ויגדו: Nie wieder kommt das Wort דגה vor, nur als Wurzel von דג, Fisch, ist es bekannt und bezeichnet eben als solches in ganzer Tiefe die Innigkeit des Jakobsegens und die Bedeutung dessen, was das Teilen des Jakobsgeschickes und das Forttragen des Jakobnamens enthält, was es heißt: vor demselben Gott wie die Väter wandeln, sich von demselben Gott führen und durch dieselbe Gottessendung retten lassen!– In gesondertem Elemente, still in vom Menschenauge unerreichter Tiefe lebst die Fischwelt ihr Leben. Gedankenlos geht der Mensch am Ufer hin und ahnt nicht, welche fröhliches, frisches, glückliches, ungetrübtes Leben sich da unten in reicher Fülle von Geschlecht zu Geschlecht entfaltet. So בקרב הארץ, so in mitten der Erde soll das Jakobsgeschlecht in seinem gesonderte Elemente, wohin die umgebende Welt ihm nicht zu folgen, kein dessen Bedeutung sie nicht zu ahnen vermag, ihr stilles, glückliches eigenes Leben vollbringen, „fischgleich“, „gleichsam im Wasser im Mitten der Menschheit auf Erden“.בגו בני אנשא על ארעא כנוני ימא יסגון (ת"א).

    21-12-2018 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    20-12-2018
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    Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH

                  (1833 – 1900)

    הפטרה פרשת ויחי

     

     

    Aus dem Kommentar zur Haftoro des Wochenabschnittes Wajechi

     

    Könige I Kap.2, Vers 1

     

    Wie bei der Sidra חיי שרה dürfte auch hier die Ähnlichkeit und Kontrast bei der Wahl der Haftora maßgebend gewesen sein. Dem sein Haus bestellenden Jakob wird der seine letztwilligen Verfügungen treffende David gegenüber gestellt, dem heimgehenden Patriarchen der sich am Ziele fühlenden König. Dort umsteht eine Vielheit von Söhnen das Lager des scheidenden Vaters, hier ruht auf einem Sohne das brechende Auge des Sterbenden. Dort empfängt die Gesamtheit der Söhne das heilige Vermächtnis, das letzte Mahnwort und den heiligen Vatersegen. Hier ist’s der Eine, der bereits zum Nachfolger des Vaters auf dem Throne Gesalbte, der des Vaters letzte Aufträge und des Vaters Mahnwort empfängt. Der Gedanke an die Zukunft beschäftigt den Patriarchen wie den König, die Erinnerung an die einzige Bedingung, von deren Erfüllung des Jakob-Hauses wie des Jissroél-Volkes abhängt, bildet die letzte Sorge hier wie dort.  „Sammelt euch alle in Einem! Haltet zusammen! Bleibet geistig wach und höret stets hin auf euren Väter!“ so strömt’s von den Lippen des sterbenden Patriarchen – „Sei stark und werde zum Manne und bewähre deine Stärke, indem du dich als den starken und treuen Wächter des dir von Gott anvertrauten heiligen Gutes erweisest, zunächst dadurch , daß du selbst hervorleuchtest in treuer Erfüllung des Gottesgesetzes wie es in der Thora enthalten ist, nur dann wirst du weise handeln in allem, die Bewährung der Gottesfurcht, ist für dich die höchste, nein die einzige Weisheit, und von ihr ist die Erfüllung der mir für mein Haus gewordenen göttlichen Verheißungen aufs entschiedenste bedingt“ – so der scheidende König. Am Sterbelager Jakobs empfängt die Gesamtheit des Jakobshauses das Vermächtnis, unter der kraftvollen Führung des mächtigen Juda-Stammes treue Fortträger des Abrahambundes zu sein. In dem scheidenden David ging bereit der erste König heim, den Gott aus dem Stamme Juda über seine Brüder emporgehoben hatte, ihr Hirte und Führer ging zu ihrer ewigen Bestimmung zu sein. Der Sohn an seinem Lager war bereits gesalbter König, und in dem Scheideworte faßt der Vater die Summe aller Regentenweisheit zusammen, durch deren Betätigung allein der Sohn seinen Königsberuf erfüllen und seinem Throne Festigkeit und Dauer geben werde. Was König David zu König Salomo sprach, faßt mit denselben Worte hatte es der scheidende Führer Moses zu seinem Nachfolger Josua gesprochen. Da berührt es und denn seltsam und weht uns entgegen als ein reiner Hauch aus dem Gottesfrieden des alle seine Kinder zu gleich hoher Bestimmung berufenden Abrahamshauses. Was David hier Salomo, was Moses Josua als Ziel und Weg ihrer Bestimmung aussprach, das ist wortwörtlich dasselbe, was Gott jedem, ausnahmslos jeden Sprossen des Abrahamshauses als Lebensweg vorgezeichnet. Für den König wie für den letzten Bettler gibt es auf dem Boden des Gottesgesetze nur einen Weg und nur ein Gesetz, durch dessen treuen Befolgung allein sie ihrem Leben vollen Inhalt und dem im stolzen Königspalaste wie  in der ärmste Hüte sonst flüchtiger Vergänglichkeit verfallen Sein Dauer und Halt für die Ewigkeit zu gewinnen vermögest.

     

     

     

    (Die Haftoroth übersetzt und erläutert, Frankfurt am Main 1896: S. 87-93  Kommentar zu Könige Kap 2, V.1) 

    20-12-2018 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    19-12-2018
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    Rabbiner Dr. Salomon BREUER                 
                 
    (1850-1926)

     

    ויחי

     

    Belehrung und Mahnung  zur Wochenabschnitt Wajechi (Auszug)

     

    … Meine Brüder und Schwestern!  Die Frage, die einst unser Stammvater an seine Kinder richtete: שמא יש בלבכם מחלוקת על הקב"ה Vater Jakob richtet sie in unserer schweren, trüben Gegenwart auch an uns. Und auch wir wollen, gleich den Vätern, wie immer die Zeiten sich gestalten mögen, mit unerschütterlicher Festigkeit, das שמע ישראל-Bekenntnis beherzigen und in ה' אלקינו stets ה' אחד schauend begreifen.

    Aber dieses שמע ישראל-Bekenntnis, wenn auch noch so tief empfunden, genügt noch lange nicht. Wozu wir uns bekennen, das müssen wir auch durch die Tat verwirklichen. Zu שמע ישראל gehört das ואהבת: die Hingabe an den Gotteswillen בכל לבבך ובכל נפשך ובכל מאדך mit jeder Regung unseres Herzens, mit jedem Atemzug unseres Lebens, mit jedem Splitter unserer Habe! Der jüdischen Wahrheit genügt nicht, daß Gott mit Gesinnung und Gemüt verehrt werde. Es gilt unsere Hingabe an den Gotteswillen mit dem ganzen Einsatz, unserer Persönlichkeit, mit allen Mitteln, über die unsere Kraft verfügt, zu betätigen.

    Mit unserem ganzen Vermögen. – Eine Liebe, die nicht gewillt ist, wenn es sein muß, die schwersten Opfer zu bringen, ist eitel Traum und Schaum. Dieses בכל מאדך ist, nach der Lehre der Weisen, oft größeres Opfer als das בכל נפשך! – יש לך שממונו חביב עליו יותר מגופו Gibt es doch Menschen, denen das Vermögen wertvoller ist als das Leben. In unserer Zeit gilt es, vor allem dieses בכל מאדך zu betätigen.

    Wenn selbst Staatslenker, der Not der Zeit gehorchend, ihren Bürgern die schwersten Steuerlasten auferlegen, so müßte dies in jüdischen Gemeinden erst recht der Fall sein, wo es gilt, das ואהבת gegen Gott und seine Thora zu betätigen!

    Mit freudiger Genugtuung erfahren wir, daß unsere Gemeinde ברוב מנין וברוב בנין einmütig beschlossen hat, dieses ואהבת בכל מאדך zum integrierenden religiösen Prinzip ihrer Verfassung zu erheben.

    Wir haben bereits schriftlich und mündlich erklärt, daß man nach dem klar und unzweideutig ausgesprochenen דין  des Schulchon Oruch die Gemeindeverwaltung nicht nur berechtigt, sondern verpflichtet ist, zur Erhaltung der Gemeinde ihre Mitglieder nach Maßgabe ihres Einkommens zu besteuern. –

    Meine Brüder und Schwestern! Es sind nun 70 Jahre, daß unsere Gemeinde, als Fortträgerin der alten Frankfurter קהלה, als Erbin ihrer religiösen Prinzipien gegründet wurde. Sie hat bisher ihren Stolz darin erblickt, für die Erhaltung und Förderung ihrer Institutionen, getragen von dem lebendigen, freudigen, opferbereiten Pflichtsbewußtsein ihrer Mitglieder, ohne Zuhilfenahme des staatlichen Armes aufzukommen. Diesen berechtigten Stolz wollen wir uns bewahren. Traurig, höchst betrübend wäre es, wenn unsere Verwaltung gezwungen wäre, wenn es ihr zur heiligen Pflicht würde, von dem staatlichen Steuerzwang Gebrauch zu machen. –   

    Wie bisher wollen auch wir weiterhin allen Gemeinden der Diaspora mit dem leuchtenden Beispiel vorangehen, zeigen, daß wir die stolzen Erben sind der alten Frankfurter קהלה und daß für uns jeder דין des Schulchon Oruch heilige Verpflichtungskraft besitzt. – Dann wird unsere קהלה wie bisher auch weiterhin fortschreitender Blüte entgegengehen.

    Mit zuversichtlichem Vertrauen blicken wir in die Zukunft: ה' אלקינו ist uns ה' אחד, und ואהבת Gott gehören wir an, mit jeder Faser unseres Wesen, mit jedem Pulsschlag unseres Herzens, mit jedem Splitter unserer Habe! Gott wird uns Seinen Beistand nicht versagen אל יעזבנו ואל יטשנו לנצח.

     

     

    Quelle: Rabbiner Dr. Salomon BREUER  Belehrung und Mahnung erster Teil Genesis  J. Kaufmann Verlag Frankfurt am Main 1936 S. 97 - 108

    19-12-2018 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    18-12-2018
    Klik hier om een link te hebben waarmee u dit artikel later terug kunt lezen.Rabbiner Dr. Raphael BREUER: 'Was hat Rabbiner Hirsch unserer Zeit zu sagen? (1. Ablieferung)
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    Rabbiner Dr. Raphael BREUER

    (1881-1932)


    WAS HAT RABBINER HIRSCH UNSERER ZEIT ZU SAGEN? (1.Ablieferung)

     

    Rede gehalten anlässlich der am Vorabend des 27.Teweth 5691 von der Rabbiner-Hirsch-Gesellschaft in Frankfurt a. M. veranstalteten Jahreszeitgedenkfeier.

     

    Aus den תשובת הגאונים berichtet Raschi in Jebamoth 122a, daß schon in ganz alten Zeiten der Todestag eines großen Mannes der Ehrung seines Andenkens gewidmet war:

    יום שמת בו אדם גדול קובעים אותו לכבודו

    So haben auch wir uns heute am Vorabend des 27. Tébeth hier versammelt, um uns die Frage vorzulegen, was der אדם גדול, der einst an diesem Tage seinen Augen schloß, unserer Zeit zu sagen hat. Je mehr das Bedürfnis und die Notwendigkeit dieser Frage nur aus dem Geiste jenes stillen Zweifels zu erklären ist, der die Herzen unserer nach Klarheit drängenden Jugend erfüllt, umsomehr glauben wir es der כבוד unseres großen Rabbiners זצ"ל schuldig zu sein, auf diese Frage eine klare Antwort zu geben.

    Diese Frage ist schon einmal, vor zwanzig Jahre, aufgeworfen und beantwortet worden. Unter dem Titel „Samson Raphael HIRSCH als Erzieher“ hat damals Joseph Wohlgemuth in Berlin einen der besten seiner Aufsätze geschrieben. In begeisterten Worten schilderte Wohlgemuth in diesem Aufsatz den gewaltigen Eindruck, der vor allem Hirschs „Jeschurun“ auf ihn gemacht, als er in seinem 21. Lebensjahre über die Jahrgänge dieser Zeitschrift geriet. Von der Tischribetrachtung „Des Juden Katechismus ist sein Kalender“ sagte er da: „Ich kenne kein Produkt der nachbiblischen jüdischen Literatur, das in einer einzigen Betrachtung eine solche Fülle von Gedanken, einen so unerschöpflichen Stimmungsgehalt gegeben wie diese Tischribetrachtung“. Und von der Kislewbetrachtung „Hellenismus und Judentum“: „Unzählige Male habe ich diese Abhandlung gelesen, immer neue Anregungen für pragmatische Geschichtsbetrachtungen aus ihr empfangen.“ Und von Rabbiner Hirschs Schriften in ihrer Gesamtheit: „Die Schriften aber haben Menschen gebildet in ihrer Zeit und werden, das ist ohne Prophetengabe schon jetzt vorauszusehen, auch künftigen Geschlechtern die Wege weisen.“

    Es hat seinen tiefen Grund, daß unter allen Schriften Rabbiner Hirschs der Jeschurun es war, der auf die Zeitgenossen den größten Eindruck machte. Denn hier kam gerade das überwältigend zum Ausdruck, worin die große Kraft unseres großen Rabbiners lag: Der gewaltige Trieb zum Reden und Überreden, die flammende Sehnsucht, jüdische Menschen für Thora und Mizwoth im Sturm zu erobern, der unerschütterliche Glaube an die Siegeskraft des Wortes, vor allem aber die tiefe Überzeugung, daß wir es bei unserer Thora weder mit einem Gegenstand wissenschaftlicher Erkenntnis noch mit ästhetischen oder mystischen Offenbarung zu tun haben, sondern mit einer göttlichen Botschaft an die Menschen, die darauf wartet und darauf angewiesen ist, mit Hilfe des vom Gottesgeist beseelten Menschenwortes den Himmel auf die Erde zu pflanzen. Dieses rauschende und berauschende Menschenwort ist niemals sachlich im Sinne unserer neuen Sachlichkeit, sondern subjektiv und persönlich im höchsten und edelsten Sinne. הוצא דבר מתוך פיך „Laß hervortreten das Wort aus deinem Munde“ bemerkt der Midrasch zu dem Verse כי קרוב אליך הדבר מאד בפיך ובלבבך לעשותו Es soll aus deinem Munde sein. Und noch viel eindringlicher dürfte diese Forderung, das Gotteswort mit dem höchst persönlichen Leben einer jeden neuen Gegenwart zu erfüllen, von der Gemoro in Chulin 89a erhoben werden:

    מה אומנותו של אדם בעולם הזה ישים עצמו כאלם יכול אף לדברי תורה

    תלמוד לומר צדק תדברון  

    Beim irdischen Schaffen des Menschen ist es im allgemeinen so, daß es nur dann als vollkommen gilt, wenn der Schaffende hinter seinem Werk verschwindet, wenn der sachliche Zweck sein Persönliches „verstummen“ läßt. Nun könnte man meinen, daß es auch bei der Thora so wäre. Darum heißt es: Das göttliche Rechtssystem der Thora hat zu seinen Sachwaltern, zu seinen Boten und Verkündigern euch erkoren.

    Ist aber das göttliche Rechtssystem der Thora berufen, in einer jeden Gegenwart das Eigene und Persönliche der neuen Generation aufzuwühlen und in immer neuen Formen und Klängen die ewige Wiederkunft seiner selbst zu erleben, dann ist die Frage berechtigt, wie es sich heute mit den Worte und der Botschaft Hirschs verhält. Erst vier Jahrzehnte sind seit seinem Tode vergangen. Kann und darf man heute beim Anblick seines Werkes von Zeitbedingtheit und Zeitgebundenheit sprechen? Gehört sein Wort und seine Botschaft nur der Vergangenheit an, oder hat Rabbiner Hirsch auch unserer Zeit noch etwas zu sagen?

     

    Quelle:  Nachalath Z’wi Eine Monatschrift für Judentum in Lehre und Tat, herausgegeben vom Vorstand der Rabbiner-Hirsch-Gesellschaft. I. Jahrgang 5691/1930-31, S. 84-101

     

    Dieser Aufsatz brachten wir als Teil unseres Studienprogramms Herbst-Winter 5769 und speziell zum Jahrestag „runden Geburtstag“ von Rabbiner Samson Raphael HIRSCH (1808 -1888).

     

    Über Rabbiner Joseph WOHLGEMUTH (1867-1942) Herausgeber einer schlechten rabbinischen Zeitschrift mit den Namen „Jeschurun“ (1914-1932) siehe im Archiv unser Artikel vom 1.November 2007

    18-12-2018 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    17-12-2018
    Klik hier om een link te hebben waarmee u dit artikel later terug kunt lezen.Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH : HUMANISM and JUDAISM (10)
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    Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH

                  (1833 – 1900)

     

    HUMANISM AND JUDAISM (10)

     

     

    By Dr. MENDEL HIRSCH Principal of the Israelite Religious Community Schools, Frankfort-on-Main.

     

    Translated by J. GILBERT

     

     

    Sympathy with the hereditary enemy, Babylon, merited though its fate was, is so discernible in the Prophet that according to modern views he might easily be charged with a lack of patriotism. But the eye of the Jewish Prophet sees in the defeated and powerless foe nothing but a disarmed, pitiful man. “A grievous vision is shown to me – the treacherous (Babylon) continues this treacherous work, and the spoiler continues to spoil.  Go Forward, Elam! On with the attack Media! All sighing over the vanishing (Babylon) have I made to cease. Therefore, all my loins are trembling; pains have taken hold of me as a woman that travaileth, I was bowed down of what I heard; I was dismayed at what I saw. My senses leave me, dreadful terror affrightens me. The dusk of my pleasure has turned it into trembling” (Isaiah xxi., 2, etc.).

     

    Still more characteristic is the judgment of God on Moab, visualized by the Prophet Amos – because it had defiled the bones of the king of Edom. It had burnt them to chalk! Yet Edom was the actual sworn enemy of Judah, since it had always pursued its brother people with the sword and kept its wrath for ever” (Amos i, II, etc.).  Thus we see that the Bible looks upon the defilement of the bones of a idolatrous enemy as an insult to the dignity of man, which arouses the avenging ire of Him, whom the bold tongues of blasphemers have dared to designate as “the Jewish Tribal God”.

     

    The extreme loftiness of the Jewish conception of the filial relationship between man and God, and the possibility for everybody at all times to regain the Divine grace by his moral effort, are brought home to us by one passage in the Prophets, which will render it necessary to refer to numerous other similar utterances. These are the words of Jonah pronounced upon the inhabitants of Nineveh. They were heathens. God had proclaimed, through Jonah, the fall of the city. The men of Nineveh believed in the message of God, a mighty upheaval overtook them, and they proclaimed a general fast and put on sack-cloth. The movement also reached, and the king arose and commanded a fast – in true heathen fashion even for the animals – and ordered prayers and bade his people “to turn everyone from his evil ways and from evil possessions in his hands.” And they achieved it, and God saw that they had abandoned their evil ways, and God suspended their punishment. The unconditional form of their doom had, from the very outset, appeared to the Prophet unfortunate, and he dared to insist on it in his prayer to God: that was his reason for shirking his mission, and for his flight to Tarshish. “For I know that Thou art a gracious, merciful God, slow to anger, and full of kindness, and ready to withhold Thy doom of (threatened) evil!” These words of Jonah with regard to heathens correspond exactly with the revelation to Moses on Sinai of the divine ways of ruling mankind (Exodus xxxiv.,5). And by what means had the people of Nineveh secured for themselves God’s pardon? Had they been converted to Judaism after the prophetic message from Jonah? Not at all. They had only rid themselves from the wrong among them and turned from their evil ways. In a word, they had become better men.

    How admirably our wise men, the truly sage compilers of the Jewish Liturgy, understood how to preserve amongst their own people, and to foster in thought and deed, the spirit of profound esteem and recognition of humanity, as the very quintessence of the brotherhood of man!

     

    It is true that in our prayers full expression is given to the lofty mission of the Jews to act as a nation of priests unto humanity. For, in the first place, its purport is to keep alive the consciousness of individual responsibility, which teaches us to conceive every misdeed committed by a Jew, as a desecration of the Divine name, and the knowledge, therefore, that the most conscientious self-training becomes a sacred duty for every Jew. In the second place, it must be realized that this recognition of the high importance of the task is absolutely indispensable for the faithful and joyful fulfilment of the special duties which, from a worldly point of view, mean deprivation, resignation and uniform readiness to sacrifice material advantages for the attainment of the ideal, spiritual and moral objects. Only too often was the loftiness of this sentiment above all others the means of protecting the Jew, trodden down like a pariah, from feeling himself degenerating into a pariah in reality. It had to save him from mental serfdom and loss of self-esteem, but it had to protect him also against embitterment, to educate him for that nobility of mind, so often shown by him, and to teach him not to hate his oppressor and persecutor, but rather to pity them, thus providing the truth of the lofty word of the Prophet (Isaiah LIII., ii. Etc.). “that he, my righteous servant, sent out to many, who has to suffer from the delusions of so many,” would not pay hatred with hatred, nor scorn with scorn, but would “pray for the transgressors.”

     Equal stress was laid upon the precaution to guard the Jew against overweening self-assertion on particularistic grounds, to preserve in him that broad principle of looking upon all men as his brethren and on his own people as but one of the large family of nations.

     

    (Humanism and Judaism by Dr Mendel HIRSCH, pp. 44 – 48 to be continued next Monday)

    17-12-2018 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    16-12-2018
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       ויחי
    יעקב אבינו לא מת:



    „Vater Jakob starb nicht .
    ( - תענית דף ה' ע"בTalmud, Taaniss 5b)

     

    1.

    Dich ergreift Schmerz und Bangen

    Wenn das Aug‘ des Frommen bricht?

    Himmelwärts ist er gegangen –

    Doch gestorben ist er nicht!

    2.

    Störe ja nicht seinen Frieden,

    Nur die Hülle schläft verklärt,

    Körperlich ist er geschieden,

    Geistig lebt er hochgeehrt!

     

     

    Aus: Erbauungsbuch „Bibel- und Talmudschatz“ J.H. Kohn S. 147  13.Auflage Hamburg 5691 – 1931

     

    Die beste Anschrift für antiquarische Judaica:

    Antiquarische Buchhandlung „Spinoza“ in Amsterdam

    Inhaberin: Frau Manja BURGERS

    http://www.spinozabooks.com

    16-12-2018 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    14-12-2018
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    Rabbiner Samson Raphael HIRSCH 

                              (1808-1888)

     

    ויגש

     

    Aus seinem Kommentar zur Wochenabschnitt Wajigasch 

     

    Kap. 44, V.18 Da trat Jehuda zu ihm hin und sprach: O, mein Herr, lasse deinen Diener doch ein Wort in die Ohren meines Herrn sprechen, und deinen Zorn nicht wider deinen Diener rege werden; denn du bist dem Pharao gleich.

     

    באזני אדני, ein schöner Ausdruck, wenn man dem andern etwas sehr zu erwägen geben will. Ich will nicht an dein Gefühl appellieren, sondern an deinen Geist und deinen Verstand mich richten. – …

     

    Kap. 45, V,2 Er ließ seiner Stimme freien Lauf im Weinen; Mizrajim hörte es, und es hörte es das Haus Pharaos

     

    ויתן את קלי, gab sie frei, hielt sie nicht mehr zurück. „Es hörte es Egypten, es hörte es das Königshaus!“ Es ist dies an sich ein Zeichen seiner hohen Stellung, das ganze Land, der ganze Hof nimmt teil an einen Vorgang, von dem man noch nichts weiter weiß, als daß er in lautes Weinen ausgebrochen. Überhaupt aber tritt in der ganzen Erzählung das Weinen häufig hervor. Wohl kann man auch Tränen heucheln; aber so ein rechtes Weinen, נתן קול, das ist ein Siegel des Gemütes, ein Siegel der Aufrichtigkeit.

     

    V.11 Ich will dich dort ganz versorgen, denn noch kommen fünf Jahre Hungersnot, du könntest sonst und dein Haus und alles Deinige verarmen.

     

    ...Wiederholt wiest Josef die Brüder darauf hin, wie diese ganze Kette von Ereignissen offenbar als Gottesfügung darstellt und in der Tat führt uns wohl kaum eine andere Geschichte in gleichem Maße die Weise der göttlichen Providenz vor Augen. Sie ist der lebendigste Kommentar jenes großartigen Spruches salomonischer Weisheit: רב מחולל כל ושוכר כסיל ושוכר עוברים (Prov. 26,9). „Der große Weltenmeister erzeugt aus dem kleinsten Anfang alles; wie physisch, so auch sozial, lässt er alles aus den kleinsten Keimen werden. Es ist es, der alles zu kreißender Geburt führt und hat als solcher Thoren, und hat als solcher Verbrecher in seinem Dienste“. Ohne es zu wissen und zu wollen, dient Ihm auch die Torheit und die Sünde. In dieser Geschichte liegen die Fäden offen, in anderen nicht; aber an dieser lernen wir die Gänge Gottes. An den „zwei Loth Seide“, wie die Weisen es ausdrücken, die Jakob an Josefs Rockverbrämung spendete, ging der ברית בין הבתרים in Erfüllung. In Kanaan wäre die Jakobsfamilie schwerlich ein Volk geworden. Wie sie heranwuchs, hätte sie sich unter die Bevölkerung zerstreut. Um zum Volke zu werden, ohne sich zu vermischen dazu musste sie in die Mitte einer Nation kommen, der das ganze jüdische Wesen national widerstand, und dies war Mizraïm. So war später der Fanatismus, der die Ghetti baute, das wirksamste Mittel in Gottes Hand, um uns von aller Unkultur des Mittelalters fern zu halten und im engen Umkreis Familiensinn und Familienglück und Gemeindesinn bei uns zu pflegen. Um uns in Mizraïm eine gesonderte Provinz zum Boden der Entwicklung zu sichern, musste ein Sprössling voran und „Vater“ des Pharao und Gebieter des Landes werden; und damit kein Egypter dem Iwri vorwerfen könnte, ihr gehört nicht hierher, ihr seid nicht hier geboren, mussten alle Egypter die Scholle, wo ihre Wiege gestanden, verlassen und selber Fremdlinge auf den Boden werde, den sie fortan bebauten. –

    So hatte auch bereits die wunderbare, ohnehin so folgenreiche Strömung der Völkerwanderung Europa fast überall mit Fremdlingen bevölkert, als der Jakobsstamm seine große Wanderung in die Zerstreuung unter die europäische Menschheit antrat, und del Verweisungsdekrete germanischer Unduldsamkeit: „Ihr gehört nach Palästina hin!“ stellt die Geschichte unerbittlich die Gegenfrage entgegen: „Hat denn deines Urahns Wiege hier gestanden?“

    Und endlich war das erste wie das letzte Galuth aus קנאה und  שנאת חנם entsprungen, und durch sie der harte Schicksalstiegel motiviert, in dem sie alle geschmolzen und in der Schule des herbsten Unglückes zum Gefühle der Gleichheit und Brüderlichkeit die geläutert wurden. –

     

    V. 17 Pharao sprach zu Josef: Sage deinen Brüdern, thuet dies: Beladet eure Tiere und gehet, kommet zum Lande Kenaan.

     

    בעיר .בעירכם , Tier, von בער das zugleich brennen, Tier und den Thoren bedeutet. Wir haben für Weisheit kaum so viele Namen als für Torheit, vielleicht, weil die Narrheit mannigfaltiger und buntscheckiger ist: סכל, פתי, כסיל, בער. Unter den verschiedenen Bedeutungen des בער ist wohl jedenfalls „Brennen“ die ursprüngliche. Denn lautverwandt damit heißt באר: aus der Dunkelheit ans Licht treten, daher באר: der lebendige Brunnen, Wasser aus der Tiefe, und באר: klar machen, בהר: leuchten, gesteigert בער brennen. Jemanden, zum Glanz, zur Auszeichnung hervorheben: בחר erwählen.

    In welcher Beziehung heißt das Tier= בעיר? חיה heißt es, insofern es das Leben repräsentiert im Gegensatz zur Pflanzenwelt. בהמה bezeichnet die dem Menschen sich als במה (rad.בום:בהם ) als „Piedestal“ seiner Menschengröße unterordnende Tierart (vergl. auch die Verwandtschaft von בהם  mit פעם, auf etwas anschlagen, auftreten, stoßen; Schritt und Amboß). בעיר heißt das Tier nach seinem instinktiven Charakter. Wir haben die Betrachtung des Begriffes חטא, dessen Verwandtschaft mit חתה, und demgemäß חטא als ein absichtsloses Hinausfallen aus dem „göttlichen Feuer“, sowie כפרה als ein Wiederhingeben an das אשדת als לחם אשה ד' zu erkennen geglaubt. (Siehe zu Kap. 39,9). Ist dies kein Traum, so würde die im Menschen waltende göttliche Kraft, der der Mensch sich frei hingeben soll und sich ihr daher auch muss entziehen können, sich als „Feuer“ darstellen. Es gibt aber auch lebendige Wesen, die sich dem göttlichen Willen nicht entziehen können, in welche jede Regung und jede Tätigkeit ein willenloses Produkt des in sie gehauchten göttlichen Feuers ist, deren Lebenstätigkeit somit ein „Brennen“ ist. Solange diese Feuerkraft in ihnen lebt, können sie sich ihr nicht entziehen, und בעיר wäre somit die prägnanteste Bezeichnung des Tieres nach seiner unfreien, instinktiven Natur. So wird 2 B.M.22,4 jede naturgemäße, das fremde Eigentum gefährdende Tätigkeit des Tieres, שן ורגל hinsichtlich deren es מועד מתחלתי ist, für deren Leitung und Wahrung daher die Intelligenz des Eigentümers volle Verantwortung trägt, charakteristisch durch בער und das Tier als בעיר bezeichnet.

    Unter der bunten Charakteren der Torheit bezeichnet פתי (von פתה offen stehen) den Arglosen, Unerfahrenen, den äußeren Einflüssen und Vorspiegelungen Preisgegebenen; אויל(אול wovonאולי, verwandt mit אבל,אפל , Verdunkelung des physischen oder geistigen Lichtes) denjenigen, der gar keine feste Ansicht hat, alles unklar anschaut und immer zwischen Zweifeln hin- und herschwankt; כסיל, verwandt mit גזל, der eine unberechtigte  Ansicht sich gewaltsam bildet und mit Gewalt behauptet. Es ist der Lendennarr (כסלים) der sich wie ein Athlet auf seine Lenden steift und stämmt, der eine Ansicht, in der er sich einmal festgerannt hat, festhält und keiner Belehrung zugänglich ist.

    Eigentümlich ist סכל, offenbar ja verwandt mit שכל, seinem scheinbaren Gegensatz. Beiden liegt der Begriff סגל, die innigste Anregung, zu Grunde. שכל ist jene geistige Kraft, durch welche der Mensch sich die Welt geistig aneignet, die Anschauungen in Begriffe und Urteile umwandelt und festhält; sie ist das Subjektive, das die objektive Welt in sich aufnimmt, eine Tätigkeit, die דעת bezeichnet. Der סכל hat diese subjektive Kraft: allein er bleibt bei ihr stehen, er bildet subjektive Vorstellungen, Begriffe und Urteile, ohne ihnen die objektive Wirklichkeit zu Grunde zu legen, und ohne sie an der Wirklichkeit zu berichtigen. סכל ist somit die missbräuchliche Anwendung des שכל. (Ähnlich wie סבא das missbräuchliche שבע). – בער endlich ist derjenige; dem es wirklich an der Anlage fehlt, der ein instinktives Leben lebt und kaum sich über das Tier erhebt.

    14-12-2018 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    13-12-2018
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    Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH

                  (1833 – 1900)

     

    הפטרה פרשת ויגש

     

    Aus dem Kommentar zur Haftoro des Wochenabschnittes Wajigasch

     

    Ezechiel Kap. 37, Vers 15

     

    Als der Prophet im Folgenden die Wiedervereinigung von Juda und Jissroél verkündete, war das Reich Jissroél bereits längst zerstört, seine Bewohner hinweggeführt, und auch über das Reich Juda war bereits das seit lange verkündete Verhängnis hereingebrochen. Die Spaltung, deren einstige Aufhebung hier ausgesprochen wird, muß daher die Zerstörung der gegensätzlichen Reiche überdauert haben. Der Gegensatz ist somit kein äußerlicher. Auch in den Galuthjahrhunderten sieht das Auge des Propheten das in die Mitte der Völker hinausgestreute Jissroél noch in zwei Hälfte geteilt, um die alten geschichtlichen Herrscherstämme Juda und Efraim in ausgesprochener Gegensätzlichkeit geschart. Hie Juda! Hie Efraim! ist auch im Exil noch die Losung. Doch nicht die politische, sondern die religiöse Zugehörigkeit ist ihre Bedeutung. Das Feldgeschrei ist zum religiösen Bekenntnis geworden. Es sind die alten Gegensätze, die Hosea 1,6 und 7 so scharf gezeichnet sind. Efraim, das unter grundsätzlicher Verleugnung des Gottesgesetzes in politischer Größe sein Heil sieht und den mangelnden Gottesschutz durch vergebens gestrebte Bundesgenossenschaft mit den Völkern vergebens zu ersetzen sucht, vielmehr bei den Völkern, unter denen es „brüderlich aufblühen“ (Hosea 13,15), in die es unterschiedslos aufgehen möchte (das. 7,8), für seine Abstreifung alles Jüdischen nur Geringschätzung und Abweisung erfährt – „und es hatte sich doch Freundschaft ausbedungen!“ – (das. 8,9). Und Juda, das allerdings grundsätzlich Gott als seinen Gott anerkennt und auch praktisch einen großen Teil der Gesetze erfüllt, die es in ihrer Gesamtheit theoretisch als ausnahmslos verbindlich anerkennt, aber weit noch entfernt von jene Ernste und jener gottesfürchtigen Gewissenhaftigkeit, die keinen Unterschied kennt unter den Worten des allmächtigen Gottes, vielmehr die Gesetze der Gerechtigkeit und der Nächstenliebe, die Gesetze, die die Heilighaltung des Lebens, des Vermögens, der Ehre des Nächsten und die Reinhaltung des eigenen Herzens von Neid, Haß und bösen Gelüste gebieten, ebenso hoch, ebenso unverbrüchlich hält wie die grundlegenden Speise- und Reinheits-Gesetze, welche die Ertüchtigung unseres leiblich-sinnlichen Wesens zum gefügigen Werkzeuge des Geistes zum Ziel haben. Und die Erfassung des heiligenden Geistes des Gesetzes? Da antwortet trauernd die Prophetenklage: „Sie Betätigung ihrer Gottesfurcht ist nichts als angelerntes Menschengebot!“ Und was die Erfassung der weltgeschichtlichen Bedeutung des Judentums betrifft, so tönt die Klage: „Die Anschauung des Ganzen ward euch wie die Worte eines mit Siegeln verschlossenen Buches!“ (Jes. 29,11 u. 13). Religiöser Nihilismus, fanatisch feindlich gegen jede jüdische, tolerant gegen jedwede nicht jüdische „religiöse“ Anschauung, ist das Gepräge des vor- und des nachexilischen Efraim-Jissroél. Willkürliche Auswahl, mehr oder minder mechanische Ausübung der erfüllten Gesetze, das ist der Juda-Jissroél und das Efraim-Jissroél, werden, so kündet nun das Prophetenwort, wieder vereinigt werden. Aber diese Vereinigung wird nicht ein trauriges, Wahrheit mordendes Kompromiß  sein, daß etwa das Efraim-Jissroél einige Konzessionen nach rechts mache und sich einen jüdischen Anhauch gefallen lasse, während das, wie es Efraim erscheint, „starre“ Juda-Jissroél in coulanter Anpassung „um des Friedens willen“ von seiner „Starrheit“ etwas nachlasse und einige „Konzessionen“ nach links mache. Nicht das ist der Friede, wie Gott in schaut, und nicht das ist die innige Vereinigung, die am Ziele der Geschichte winkt. Efraim und Juda, Israeliten und Juden, beide bedürfen sie der Läuterung, beiden wird die Gotteshilfe zur Erlangung der Reinheit verheißen. Wie die beiden vorbildlichen Scheite des gespaltenen Stammes nur in der Hand des Propheten zu „einheitlichen“ werden, so werden nach den Worten des als „Sohnes der Menschheit“ gekennzeichneten Propheten Efraim-Jissroél  und Juda erst geläutert und von ihren Verirrungen gereinigt, in „Gottes Hand“, also beide in gleicher Treue zum Gottesvolke geworden, zur ewigen Einheit geeinigt werden. Die beiderseitige ewige Treue gegen Gott wird ihnen zum ewigen Friedensbunde (V.26) לי לעם „mir zum Volke“, nicht eine Kirche, eine religiöse Gemeinschaft, sondern ein Volk, das in allen Gestaltungen seines individuellen Lebens, wie seiner sozialen und politischen Verhältnisse das Gepräge der Gotteshörigkeit trägt, das war 2 B.M. 6,7 bei der ersten Ankündigung der Erstehung aus dem ägyptischen Sklaventode zum völkergeschichtlichen Leben dem Jakobshause als Ziel bestimmt worden. „Ich werde ihnen zum Gotte und sie werden mir zum Volke“ (V.27) – das ist das einigende Friedensband, das am Ziele ihrer Geschichte die so lange bis zu gegenseitiger Verständnislosigkeit einander entfremdeten Brüder aus dem einen Jakobshause in ewiger Treue gegen Gott auf ewig brüderlich eint.

     

    Damit werden sie auch ihre menschheitspriesterliche Sendung erfüllt haben. (V. 26 bis 29.) מקדשי mein Heiligtum, wird in ihrer Mitte bleiben; und משכני wird über ihnen walten. Das מקדש bezeichnet die jüdische Aufgabe, das משכן die gottverheißenen Folgen ihrer treuen Erfüllung. Ein dem im מקדש bewahrten Gottesgesetze widersprechendes Leben macht den Fortbestand desselben unmöglich. Würde doch der Tempeldienst dadurch den Charakter eines Ersatzes für den in Wahrheit geforderten Gottesdienst im Leben erhalten, und der Fortbestand des Heiligtums inmitten eines entarteten Volkslebens ließe dies ja als von dem Gesetze gebilligt erscheinen. Die Worte der Propheten sprechen ja wiederholt die Wahrheit aus, daß eben um der Erhaltung des Gesetzes willen der Tempel dem Untergangen verfallen sei. Deshalb wird, wenn die Jahrhunderte oder Jahrtausende des Exiles ihr Werk an Jissroél vollzogen haben, der Tempel wieder erstehen und sein ewiger Bestand „in ihrer Mitte“ wird der sprechendste Beweis dafür sein, daß „Ich Gott, Jissroél heilige“, daß ihr Leben das gestaltende Gepräge des Gotteswortes trägt. Diese Erkenntnis wird aber mit um so tieferer und mächtigerer umgestaltenden Kraft die Erhebung und Heimkehr der erlösungsbedürftigen Menschheit bewirken, als die Folge des „ in Jissroéls Mitte dauernd bleibenden מקדש“, sich als „משכני עליהם“ darstellen wird. Das durch מקדש bewirkte Aufblühen alles im Menschen schlummernden Edlen, Herrlichen, Göttlichen, macht diesen Menschenkreis, das Jissroél der Zukunft, der segnenden, ewig schützenden Gottesnähe teilhaftig, und die Befreiung von der Schuld hat dann in Wahrheit die Erlösung vom übel bewirkt. Dieses auf dem Boden des Gottesgesetzes aufblühende Paradies ist aber der mächtige Weckruf, der Gesamtmenschheit zu ihrem und unserem Vater heimruft, um als reine Menschen in Verwirklichung reinen Menschentums derselben Gottesnähe und desselben Paradiessegens teilhaftig zu werden.

     

     

    (Die Haftoroth übersetzt und erläutert, Frankfurt am Main 1896: S. 87-93  Kommentar zu Ezechiel Kap 37, V15) 

    13-12-2018 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    12-12-2018
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    Rabbiner Dr. Salomon BREUER

                      (1850-1926)

     

    ויגש

     

    Belehrung und Mahnung  zur Wochenabschnitt Wajigasch (Auszug)

     

    … Meine Brüder und Schwestern! Die Gedanken, die wir aus unsrer Sidra entwickelten, galten zunächst und vor allem unseren von den Schlachtfeldern heimgekehrten Brüder und Söhnen.

    Im Namen unserer Gemeinde begrüßen wir sie aufs herzlichste, mit dankerfülltem Herzen gegen Gott, den גומל חסדים טובים, freuen wir uns mit ihnen, daß es ihnen wieder vergönnt ist, ihrem friedlichen Berufe nachzugehen.

    In unsere Freude mischt sich freilich schmerzliches Weh bei dem Gedanken an die ach so vielen unserer Besten, die auf dem Schlachtfelde ihr Leben verhauchen mußten, nicht Helden weil sie in Selbstverleugnung die Waffe des Todes handhabten, Helden, die mit von Thorageist erfülltem Herzen, mit von Thorageist gestähltem Willen die gräßlichsten Entbehrungen auf sich nahmen und den unendlichen Prüfungen, die sich ihnen auf Schritt und Tritt entgegenstellten, mit jüdischer Standhaftigkeit und jüdischer Pflichttreue zu begegnen wußten – מנשרים קלו ומאריות בגרו Leichter waren sie als Adler und stärker als Löwen, לעשות רצון קונם וחפץ צורם den Willen ihres Eigners und das Verlangen ihres Hortes zu vollbringen. יזכרם אלקינו לטובה עם שאר צדיקי עולם Gedenke, Gott, ihrer zum Guten mit den anderen Gerechten aller Zeiten! –  

    Möge Gott den Hinterbliebenen die wunden Herzen heilen, die Tiefgebeugten aufrichten, und mögen sie und mit ihnen wir, die wir mit ihnen fühlen, in den Worten Hiobs den einzig möglichen, aber auch wahrhaften Trost finden: ה' נתן וה' לקח Gott, in seiner Liebe, hat gegeben, Gott, in seiner Liebe, hat genommen, Sein Name sei für immer gesegnet. –

    Glücklich ihr, meine Brüder, glücklich ihr, meine Söhne, denen Gott die Gnade beschieden, lebend heimzukehren. Lebet weiter, lebet in dem Geiste, in dem Thora allein Leben geschaut. Heil euch, meine Brüder, so ihr vor eure Frauen und Kinder hintreten könnet mit dem stolzen Bewußtsein, auch inmitten unsagbarer צרות gelebt zu haben. Heil euch, meine Söhne, so ihr euren Eltern mit leuchtenden Augen bekennen könnet, die פרשה von עגלה ערופה sei euch keinen Augenblick dem Gedächtnis entschwunden.

    Allein bei dem besten, starken Willen, Gottes Gebote gewissenhaft zu erfüllen, konnten doch viele unter euch dem furchtbaren Druck der Verhältnisse dem Genuß einer verbotenen Speise sich nicht entziehen, mußtet ihr, waret ihr genötigt שבתות und ימים טובים zu entweihen. Die Gefahr drohte על חטא שחטאנו לפניך באונס וברצון, daß so manches, was באונס unter Zwang von euch geschehen mußte, durch die Macht der Gewohnheit nun auch, Gott behüte, ברצון weiterhin von euch geübt werden könnte. Darum gelobet, meine und Schwester,  Gott und seiner Thora, die treueste Treue, gelobet, die שבתות und ימים טובים mit peinlichster Gewissenhaftigkeit zu heiligen, gelobet, keinen Tag verstreichen zu lassen, an dem ihr nicht קובע עתים לתורה aus der Thora euch Lebensnahrung holt! וה' הטוב יכפר בעד

    Dieses Gelöbnis aber wollen wir, meine Brüder und Schwestern, alle leisten. Düster und trübe umgibt uns die Gegenwart, düster und trübe winkt uns die nächste Zukunft. Doch wir wollen nicht verzagen, dürfen den Mut nicht sinken lassen.

    Und schwanken auch die Werte, greifen wir zu den Gütern, die aus allem Zusammenbruch für alle Zukunft uns erhalten bleiben müssen! Und droht unser Hab und Gut uns zu zerfließen, אם רואה אדם שמזונותיו מצומצמין יעשה מהן צדקה (גיטין ז') so jemand sieht, daß seine Lebenshaltung immer kärglicher wird, übe er erst recht צדקה, lautet jüdische Wahrheit!

    Eine solche jüdische צדקה in umfassendstem Sinne wollen wir leisten zur Erhaltung unserer קהלה, daß ihr immer mit größerer Blüte beschieden sei, zur Förderung von למוד התורה, zur tatkräftigen Unterstützung unserer von Not und Elend heimgesuchten Brüder. Dann laßt uns vertrauensvoll und zuversichtlich zu Gott emporschauen: כי לא יטוש ה' את עמו ואת נחלתו לא יעזוב

     

     

    Quelle: Rabbiner Dr. Salomon BREUER  Belehrung und Mahnung erster Teil Genesis  J. Kaufmann Verlag Frankfurt am Main 1936 S. 93 - 98

    12-12-2018 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    11-12-2018
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    Rabbiner Dr. Raphael BREUER

                (1881-1932)

     

    Der erste Jude an der Spitze eines nichtjüdischen Staatswesens

     

    Der erste Jude, der an die Spitze eines nichtjüdischen Staatswens berufen wurde, war Josef. Und wie groß waren die Ehrungen, die nach außen hin seine ragende Stellung dem Bewußtsein des Volkes einprägen sollten! Der Ring von Pharaos Hand, die Byssus-Gewänder, die goldene Kette, der Staatswagen, die Bürgerpflicht des Hinknieens, wenn sich Josef zeigte – wie ein allmächtiger Despot schaltete und waltete der Jude im nichtjüdischen Ägypterstaat.

    Wie kam’s, daß Josef niemals antisemitischen Anfeindungen ausgesetzt war? Was war der Grund, daß das Ägyptervolk niemals aufbegehrte: Wir lassen uns von diesem Juden nicht regieren?  Aber vielleicht blieb er gar nicht so unangefochten, wie wir voraussetzen. Doch nein, die heilige Schrift hat es nicht unterlassen von antisemitischen Regungen in den Tagen Josefs so offenherzig zu berichtten, wie sie von der antisemitischen Zeit nach Josefs Tod und nach dem Aufkommen einer Generation, die von Josef nichts wußte, die ägyptische Judenfeindschaft entstanden wäre. Es steht darum wohl fest, daß Josef selbst unter Judenfeindschaft nicht zu leiden hatte. Das muß doch seine Gründe haben.

    Oberflächliche Bibelleser könnten aus der Tatsache, daß Josef als Staatsmann einen anderen Namen (Zofas Paneach) trug und eine Ägypterin (Osnas) heimführte; allerhand üble Vermutungen schöpfen und in Josefs unangefochtenem Glück das Ergebnis wohlgelungenen Assimilantentums erkennen. Nun aber hat Josef in Wirklichkeit nichts unternommen, was irgendwie als Verstecken seiner Abstammung, seines Gottesglaubens, seines Judentums gedeutet werden könnte. Den Namen Zofnas Paneach hat nicht er sich selbst, sondern hat ihm Pharao gegeben. Auch darf man auf Grund des Midrasch annehmen daß Zofnas kein Eigenname, sondern, wie Pharao, ein ägyptischer Titel ist, den der König Josef im Augenblick seines Amtsantritts verlieh. Die Ehe mit Osnas ist nicht das, was man heute unter einer Mischehe versteht. Osnas ist als Josefs Gattin zugleich in eine Bekenntnis- und Geistesgemeinschaft mit ihm eingegangen. Darauf deutet wohl auch die scharfe Betonung der Bibel hin, daß Menasche und Efraim, die wir noch heute unseren Kindern als Vorbilder hinstellen, von eben dieser Osnas, die einer ägyptischen Priesterfamilie entstammte, geboren wurden und in ihr eine ihnen und ihrem Vater ebenbürtige Mutter besaßen. Auch die Midraschüberlieferung, die in Osnas die Tochter Dinas sieht, zeigt unverkennbar die Tendenz, der Ehe Josefs jeden Schein eines als Entfremdung vom Judentum mißdeutbaren Charakterzuges zu nehmen.

    Nein, Josef  hat  auch als ägyptischer Staatsmann den Geist seines Vaterhauses nicht verleugnet. Fast in jedem Satze, den er zu Pharao spricht, spricht er von Gott. „Das steht nicht bei mir, Gott wird es eröffnet, was den Pharao frommt.“ „Was Gott tun will hat er den Pharao sehen lassen.“ „Festbeschlossen ist die Sache von Gott, und Gott wird eilen, sie zu vollführen“. Dieses mutige Bekennen Gottes vor dem Königsthrone hat ihn gegen jeden feindlichen Angriff gefeit, weil es ihn auf eine Höhe hob, zu der Pharao und sein Volk staunend emporschauten. Und Pharao sprach zu seinen Dienern: Wird wohl gefunden werden ein Mann wie dieser, in dem der Geist Gottes ist?

    Ein weiterer Grund, warum das ägyptische Volk, ohne zu murren, von einem jüdischen Staatsmann sich regieren ließ, dürfte in der Tatsache gefunden werden, daß Josef zu seinem Amte nicht drängte, sondern wartete, bis man ihn rief. Sehr belehrend sind die Ausführungen des Midrasch Tanchuma zur Stelle. Da wird zur Bekräftigung der Erfahrungsregel, daß „Gerechte aus bescheidener Niedrigkeit zur Höhe aufsteigen“, auf Chananja, Mischael, Asarja, Daniel, Mordechai und – Josef verwiesen. Sie alle haben bescheiden in der Dunkelheit gewartet, bis man sie zu leuchtender Hoheit berief. Sie alle kannten die Welt und wußten, daß sie – Juden waren.

    Das Recht sich vorzudrängen haben auch Juden, so gut wie Nichtjuden. Die Logik steht auf unserer Seite, doch nicht die Psychologie. Als Psychologen sollten wir alle wissen, daß die Welt noch nicht so weit ist, um den Anspruch des Juden auf eine wirklich durchgeführte Rechtsgleichheit anders dann als jüdische Anmaßung zu bewerten. Und auch das andere sollten wir stets bedenken. Josef stand vor Pharao und seinen Dienern da als der Mann, in dem der Geist Gottes ist. Nicht als Stammesfremder, als Gottesmann stach er ihnen in die Augen.  Was hilft es uns, wenn wir immerfort betonen, nur in ihrem Glauben unterscheiden sich jüdische Regierungsmänner von ihren nichtjüdischen Kollegen. Das glaubt uns kein Mensch, solange dieser Glaube wohl standesamtlich registriert ist, aber nicht als lebendige Wahrheit dem allgemeinen Bewußtsein sich aufdrängt. Unsere deutschen Staatsbürger jüdischen  Unglaubens haben mit ihrem Unglauben sehr viel dazu beigetragen, daß unsere nichtjüdische Mitbürger das Judentum mit allen möglichen Dingen, wie jüdische Rasse, jüdische Nation etc. identifizieren, nur nicht mit dem jüdischen Glauben, den sie nur selten wahrnehmen und am allerwenigsten dort, wo ihnen die Juden auf die Nerven fallen.

    R.B.

     

    Erschienen in דרש טוב לעמוJüdische Monatshefte  Jahrgang 6 Heft 1 u.2 Januar- Februar 1919, Schewat-  Adar  5699 S. 10-12

     

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    11-12-2018 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    10-12-2018
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    Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH

                  (1833 – 1900)

     

    HUMANISM AND JUDAISM (9)

     

     

    By Dr. MENDEL HIRSCH Principal of the Israelite Religious Community Schools, Frankfort-on-Main.

     

    Translated by J. GILBERT

     

     

    The foregoing examples will no doubt suffice to illustrate the comprehensiveness of universal love according to the interpretation of the Torah. In a incomparably higher degree than in acts of charity, emanating from pity, the recognition and esteem of human character manifest themselves in the loyal ungrudging regard for justice towards a brother happy and possessed of means. For it is far easier for the average man – sad experience of recent times demonstrates this only too impressively – to follow the impulse of compassion for the sufferings of the unhappy stranger than to overcome the wretched sensations of envy for the happy and prosperous man. This is why, for the purpose of enjoining the most painstaking conscientiousness in the dealing out of justice to the non-Jewish alien, the Torah constructs a case that teaches the lesson most eloquently.  It introduces to us the instance of a non-Jew, grown rich in the Jewish land. “And it” – is written in Leviticus xxv, 47, etc.) – “ a stranger, who has become a sojourner with thee, becomes possessed of riches, whilst thy brother that dwelleth near him becomes  poor, so that he sell himself to the sojourner or even to the head of a stranger’s family”

     

    Evidently this is a case which would make “bad blood”, and irritate national sensitiveness. The stranger becomes wealthy, the Jew poor. More than that, the Jew drifts into drudgery under the non-Jew. Still further – the “stranger turned sojourner” had at least renounced idolatry – but the law goes one step further, in assuming that the impoverished Jew has sold himself to an idol-worshipping heathen, or, as it is more accurately defined in the Talmud (Tractate Kiddushin, fol. 20a) to do mean drudgery in a heathen temple, such as hewing word and drawing water. In fact no worse cause could be imagined for the bitterest vexation. In addition to all this, there would hardly be any possibility for the Jew to observe a great part of his Jewish duties in the house of his non-Jewish master, and his own and his family’s religious future would be gravely endangered by this serfdom in heathenish bondage. In such conditions the danger does not appear remote that a powerful national body would intervene and exercise direct or indirect pressure on the isolated stranger to secure liberation of the destitute Jew from his non-Jewish master. But the laws steps in and decrees: since the bargain, tho’ it  cannot be approved, has been struck, it is binding in law, and only by doing full justice to the legal rights of the Non-Jewish master may the liberation of the Jew  be brought about “Since he has sold himself, he should be redeemed”, be it by a relative or by himself (should any money come to him), but “he shall reckon with is buyer from the year that he sold himself to him, to the Jubilee-year, and the price of sale shall be according to the number of years, at the wage of a hired servant, he shall be with him.” And it is decreed, that only the actual time served, and money earned by him, is to be deducted from the total amount. If for the lack of means “he be not redeemed, then he shall not be released before the Jubilee-year, he and his children with him (Leviticus xxv, 54)

     

    Thus, in dealings with non-Jews, or even with idolatrous heathens, the most painstaking scruple is laid down as a holy duty. Just in a case of a popular wish to liberate one of their brethren, which might  have led to a disregard of justice, is it driven home with sharp emphasis that one must respect in man, even if he is a heathen, the inviolability of personal rights. But in the additional clause it goes even further than that, in making the Jew liable to serve along with his children to the end of the contracted period, and clearly ordaining even the disregarding of the legitimate and holy consideration of saving a whole family from imminent alienation, just because of the still holier consideration of respect for the majesty of justice, even in the person of the idolatrous heathen. According to this doctrine, even the most pious of purposes (and what more pious incentive than the preservation and salvation of a whole family?) does not justify the slightest denial of justice.

    In this connection a very remarkable Talmudic annotation should not be overlooked, which clearly proclaims that this duty of inflexible respect for justice must also be strictly observed, not only in our dealings with ordinary heathens, but even to those connected with pagan temples. In face of such an authoritative statement it is obvious that all those frivolous slanders with regard to the “moral teaching of the Talmud” – which is said to discountenance the right of the non-Jews – are miserable fabrications.

    The seed of this law, to respect humanity in the person of every human being, produced a golden harvest in the predictions of the Prophets with regard to history and destiny. They disclose to our sight the higher pragmatism in history, and show us the hand of God at work in the rise and fall of nations. By no means it is only the tears and the blood of the Jew, or the oppression and stunting of the Jewish life, that provoke the fulminating wrath of God to hurl destruction upon the oppressor. The prophetic eye of Isaiah saw not only Jewish corpses around the heroic body of the glorified Nebuchadnezzar (Isaiah xiv., 12). It was not only Jewish provinces that the all-conquering Nineveh had sacked and crushed in its progress to perdition. (Nahum II,8) “Nineveh, from the days of old, was like an artificial pool of water”. The life-hood of all conquered lands had been cleverly carried into the centre of the brilliant metropolis.  Fear alone stifled all resistance. From the moment that the nimbus was lifted by the victorious Nebuchadnezzar the last hold was gone – “and now they flee!” – “Stand up, face them”, their dethroned Mistress shouts after them “but no one can induce them to stand and rally”.     

     

    (Humanism and Judaism by Dr Mendel HIRSCH, pp. 40 – 44  to be continued next Sunday)

    10-12-2018 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    Ist's eine alte Geschichte ?


    Mit dem Abend des 25. Kislew zündest du das Chanuckohlicht in deinem Hause an, und mit immer steigendem Lichtgruß tritt 8 Tage lang die Erinnerung einer alten Geschichte aus einer alten Zeit in deinen Kreis.

    „Immer wieder die alte Geschichte?“ Sterben denn die jüdischen Toten nie? Vergehet denn die jüdische Vergangenheit nimmer?“

    Nein, die jüdischen Toten sterben nicht. Wer fürs Judentum gestorben, noch mehr, wer fürs Judentum gelebt, der stirbt nimmer; ewig dankbar bewahrt sein Andenken das seinen vergangen Edlen dankbarste Geschlecht. Und die Vergangenheit, die Geschichte, die jüdische Vergangenheit, die jüdische Geschichte,– ewig frisch und ewig neu, tritt sie in ihren großen Zügen an jedes jüngere Geschlecht heran mahnend, tröstend und erhebend.

    Und nun gar diese Geschichte! O, daß sie alle alt wäre, mit ihrem Trüben und ihrem Herrlichen nun nach 2000 Jahre alt, so alt, daß uns das Trübe unbegreiflich und das Herrliche alltäglich erschiene!

    „Es hat sich aber Jeschua lieber Jason nennen lassen, wie sein jüngster Bruder – (beide waren sie nacheinander Hohepriester!) – für den Namen Chonjah lieber wollte Menelaos genannt werden. - - - Als nun Menelaos, samt des Tobias Söhnen solcher Gewalt (im Streit mit dem Bruder ums Hohepriesteramt) weichen mussten, sind sie zum König Antiochus getreten und haben sich erboten, ihre jüdischen Gesetze und Gewohnheiten allzumal abzuwerfen, und sich nach des Königs und der Griechen Satzungen und Gebräuchen zu halten und baten deswegen um Erlaubnis, in der Stadt Jerusalem ein griechisches Gymnasium aufzurichten. Und nachdem sie solches erlangt, haben sie sich Vorhäute gemacht, damit sie auch nackt den Griechen gleich und ähnlich schienen, und haben so alle Sitten ihrer Ahnen fahren lassen und sich fremder Völker Gewohnheiten beflissen. - - (Josephus. Altertum 12,3)

    Ist’s eine alte Geschichte?

    „In jenen Tagen traten aus Jissroél gesetzeswidrige Männer hervor und redeten dem Volke zu und sprachen: Lasset uns gehen und mit den Völkern um uns her einen Bund machen: denn seitdem wir uns von ihnen gesondert, haben uns viele Leiden getroffen. Diese Rede gefiel den Augen der Menge und einige aus dem Volke waren bereit und machten sich auf dem Weg zu dem Könige. Der König gab ihnen die Erlaubnis die Sitten der Heiden einzuführen. Da erbauten sie in Jerusalem ein Gymnasium nach griechischer Weise, und machten sich Vorhäute, und standen ab von dem heiligen Bunde und verbanden sich mit den Völkern und gaben sich ganz preis, das Böse zu üben.“ (1 Makkabäer Kap.1)

    Ist’s eine alte Geschichte?

    „- - - stand Jason, Onias Bruder nach dem Hohenpriesteramt, und ging zum Könige und versprach ihm 360 Talente Silbers und aus anderen Einkünften noch achtzig Talente. Überdies aber verhieß er ihm noch 150 Talente, wenn es seiner Machtvollkommenheit eingeräumt werden sollte, ein Gymnasium und eine Anstalt für die gymnastischen Übungen zu errichten, und Einwohnern von Jerusalem das Bürgerrecht von Antiochia zu verleihen. Da der König solches bewilligt und Jason die Macht erhalten hatte, fing er sogleich an, seine Landsleute zur Annahme der hellenischen Sitten zu verleiten, entfernte die von den alten Königen den Juden gestatteten löblichen Sitten, abrogierte die gesetzentsprechenden Weisen und  führte gesetzwidrige Bräuche ein. Ja, er wagte es gerade unter die Burg eines Hauses gymnastischer Spiele hinzubauen und die besten der Jünglinge zu den dortigen Übungen anzuhalten. Durch die alles überschreitende Frevelhaftigkeit des gottlosen und keineswegs hohenpriesterlichen Jason ward aber der Sporn zum Hellenismus und der Zugang fremder Sitten so stark, ass selbst die Priester nicht mehr um die Dienste des Altars sich kümmerten, sondern den Tempel verachteten, Opfer vernachlässigten, und hinliefen, um sich an den unerlaubten Aufführungen in der Palästra nach dem Aufruf der Wurfscheibe zu beteiligen. Die väterliche Ehre achteten sie geringe, hellenistischer Beifall dünkte ihnen das Höchste. Diejenigen aber, um derentwillen sie sich mit den schwierigsten Verhältnissen umgaben, deren Lebensart sie eifrig nachstrebten, und überhaupt, denen sie gleich werden wollten, die gerade waren ihre Feinde und die Rächer ihres Abfalls; denn gegen göttliche Gesetze zu freveln, ist nichts Geringes. Das aber offenbart erst die folgende Zeit.“ (2 Makkabäer Kap. 4)

    Ist’s eine alte Geschichte?

    Wenn dich der religiöse Verfall im jüdischen Kreise mit Schmerz und Trauer erfüllt, wenn du an unserer Zukunft verzweifeln möchtest, wenn du zagend ausrufst: War’s schon so arg in Jissroél?  dann schau auf diese Geschichte hin, siehe schon einmal vor zweitausend Jahren Hohepriester, Männer des jüdischen Heiligtums, Männer mit höchsten religiösen Amte betraut, selber die ersten Verräter an Gott und seinem heiligen Gesetze, die Gunst der Könige durch religiösen Verrat erbuhlen, Verführer des jüdischen Volkes und seiner Jugend, wetteifern mit den „Wohlhabenden und Gebildeten“ ihres Volkes in Verachtung göttlichen Gesetzes und jüdischer Sitte, in Verehrung und Pflege unjüdischer Weise und unjüdischer Bildung, – siehe schon einmal vor Jahrtausenden Bildungsschimmer und politischer Vorteil, „Bürgerrecht“ von Israels Verführern als Köder zum Abfall von Gott und seinem heiligen Worte missbraucht – und siehe wie dennoch die Zeit des Verrats und des Abfalls, überwunden worden, welche Jahrhunderte, Jahrtausende der Treue, der Hingebung, Aufopferung für Gott und Judentum ihr doch gefolgt – und  lerne: vertrauensvoll in die Zukunft blicken.

    Denn siehe, dieser Abfall, von welchem dir soeben jene Stimmen aus alter Zeit berichteten, war kein von außen provocierter Abfall, war keine Folge der antiochischen Wütens gegen das Judentum; dieser  Abfall der jüdischen Gotteslehrer und der höheren gesellschaftlichen Schichten in Judäa war ein freiwilliger, ging jenem Königswüten voran, ja, war ganz eigentlich Veranlassung, ja Urheber des spätren judentumfeindlichen Fanatismus. Selbst nicht im Wahnsinn wäre es dem Antiochus eingefallen, Judentum und Juden griechisch reformieren zu wollen, hätten ihm nicht Juden und Judentumspriester zuvor gezeigt, daß bereits das Judentum in ihren Herzen den Boden verloren, daß sie nur auf Königsbefehl harrten, um den Zeus auf des Ewigeinzigen Altar zu stellen – und daß somit gewiss das Volk, die niedere Schicht, leicht hinübergeködert – und hinübergemartert werden könne! So ist’s in den dunkelsten Jahrhunderten der Verfolgung keinem Machthaber eingefallen, Juden und Judentum reformieren zu wollen. Juden verfolgte man, aber an die Ewigkeit des Judentums glaubte man fest. Priester und Jünger des 19. Jahrhunderts mussten erst selbst den Fürsten und Völkern das Schauspiel abtrünniger Juden vor die Augen führen, ehe ein Staatsmann an Reformierung des Judentums durch Dekrete und Maßregeln denken konnte. Natürlich! Achte dich selbst, achte deine Vergangenheit, achte dein Heiligtum selber, und wie man auch über dich denke, ob man dir geneigt oder abgeneigt sei, Achtung wird man dir nicht versagen. Achtest du aber selber dich nicht, blickst du selbst mit Verachtung auf die Gräber deiner Väter, hältst du dein eigenes Heiligtum nicht in Achtung, kaum der Kenntnis mehr wert, wie willst du, daß der Fremde dich achte und deine Väter achte? – Vieles magst du in der Welt finden, um Achtung bettelst du dann vergebens.  

    Aber wie hatten „die Männer des Fortschritts“, die „Männer der Bildung“, „die Priester der Reform“, die politischen Religionshändler der antiochischen Zeit in Judäa sich verrechneti

    Hörst du nicht, was dein Makkabäerlicht dir erzählt?

    „Soweit hatten es die abgefallenen Söhne Judäas gebracht, ass zuletzt die Griechen selbst das Gottesheiligtum zum Zeustempel entehrten. Alle Öle der heiligen Gotteslampe hatten sie entweiht. Nur ein Krügchen fanden die siegenden Hasmonäer noch unentweihet; doch es reichte nur für einen Tag. Aber an diesem einen Krügchen zeigte sich die rettende Wundermacht Gottes. Acht Tage lang versorgte man damit die heilige Lampe, bis man neues reines bereiten könnte!“

    Laß sie immerhin fanatisch gegen Judentum wüten, mögen links Tausend und Myriaden rechts vom Judentum abfallen, so lange sie nicht den letzten Funken Judentum in der Brust des letzten Juden im letzten jüdischen Dorfe zertreten haben, so lange mögen wir, kurzsichtige Sterbliche zittern – [] – ein Reiner Funke, in einer jüdischen Brust treu bewahrt, genügt Gott, um daran den ganzen Geist des Judentums wieder zu entflammen. Und wenn alles Öl, alle Kräfte, die das Gotteslicht in Israel nähren sollten, dem Lichte des Heidentums verfallen wären, ein Krügchen Öl, eine unter hohepriesterlichem Siegel still und unentweihet in einem vergessenen Winkel treu gebliebene Brust genügt, um, wann Zeit und Stunde gekommen, das Heiligtum zu retten.

                „Und wenn schon alle Länder Antiochus gehorsam wären, und jedermann abfiele von seiner Väter Gesetz, und willigte in des Königs Gebot: so wollen doch ich und meine Söhne nicht vom Gesetz unserer Väter abfallen!“

    sprach die treue Hasmonäerbrust eines Heldengreises - - und Jissroéls Heiligtum war gerettet.

    Darum gehe hin und zünde dein Licht am Makkabäerfeste. Daß man es in deiner Synagoge, in deinem Tempel anzündet, das genügt nicht; נר איש וביתו ist die Chanuckopflicht, „zu Hause du und dein Haus ein Licht!“ Was kann es nützen, wenn wir in den Tempeln Hallelujah singen, wenn wir in den Tempeln in vorüberrauschender Andacht uns Juden nennen, wenn unsere Häuser unjüdische sind, und wir zu Hause nicht des Lichts des jüdischen Geistes warten. Nicht aus den Tempeln kam unser Heil und nicht aus den Tempeln kommt unser Heil; aus den Häusern kommt die Rettung. Wie deine Prediger predigen, wie deine Sänger singen, das macht’s nicht aus, – מפי עוללים ויונקים wie deine Kinder und Säuglinge lallen, ob jüdischer Geist ihnen leuchtet, ob jüdisches Mark sie kräftiget, ob jüdisches Leben sie erziehet, siehe, darin liegt der Sieg und das Heil.

    Das Tempellicht? Die eigenen jüdischen Hohenpriester hatten es verraten. Das Licht in Mathathias Dorfsstube ward die Rettung.  

    Zu Hause zünde darum dein Licht an.

    Und da achte dein Haus nicht geringe. Und wärest du selbst der einzige, der noch den alten Makkabäergeist in seinem Hause bewahrte, ein einzelner Jude, ein jüdisches Haus ist zuletzt selbst genug, um darauf das ganze jüdische Heiligtum wieder zu erbauen. Ja, je weniger Genossen du hättest, je mehr rings um dich der Hasmonäergeist wiche, um so treuer warte du sein, um so ernster bereite du ihm eine Zufluchtstätte in deinem Hause.

    Aber vergiss es nicht: איש וביתו, „du und dein Haus“, lautete die Forderung. Willst Du fürs Judentum gelebt haben, darf es dir nicht genügen, dich mit jüdischem Geist zu durchdringen; nur wenn du den jüdischen Geist in deinem Hause vererbt, hast du fürs Judentum gelebt, – und wenn du wie die מהדרין  deine Aufgabe recht verstehest, wird es dir nicht genügen, nur im allgemeinen das Licht des Judentums in deinem Hause leuchten zu lassen, נר לכל אחד ואחד wirst du anzünden, wirst auf jedes Kind, jedes einzelne Glied deines Hauses deine volle Aufmerksamkeit richten, es fürs Judentum zu gewinnen und das jüdische Licht in ihm fortleuchten zu lassen. Mathathiahu konnte ruhig sterben, er wusste, wer von seinen Kindern ihn auch überleben werde, Jochanan oder Simeon, Jehuda, Eleasar oder Jonathan, in jedem war die Flamme des jüdischen Gotteslichtes lebendig.

    Und still wirst du nimmer stehen in diesem heiligen Streben, wirst dich nie begnügen mit dem, was du bereits gestern getan, immer vorwärts wirst du streben, immer heller soll’s in deinem Hause werden, und wenn du gestern ein Licht angezündet, zündest du heute zwei dir an ; denn  du weißt es ja: מעלין בקדש ולא מורידין, dem Fortschritt, nicht den Rückschritt gilt’s im heiligen Streben, und wenn irgendwo, so heißt es hier: wer nicht fortschreitet, geht zurück!

    Und was du still im eigenen Hause wirkest und schaffest, das wird hinausleuchten über die Grenze deines Hauses, und das freundlich heitere Gotteslicht deines Hauses wird auch den Nachbar wecken zu gleicher lichterfüllten, jüdischen Häuslichkeit. Wirst dich nicht schämen Jude zu sein, wirst stolz darauf sein, daß man in dir, und deinem Hause den Juden erkenne, נר חנוכה מצוה להניחו על פתח ביתו מבחוץ, wirst dich nicht scheuen, dein jüdisches Licht über die Gasse leuchten zu lassen, und nur בשעת סכנה, in der Ungunst der Zeiten מניחו על שולחנו ודיו, dich damit begnügen, wenigstens dein Haus fürs Judentum zu erhalten, und den Tisch deines häuslichen Lebens zu einem Altare des Gottesheiligtums zu weihen.

    So zünde denn Licht an in deinem Hause, und es sei dein und der Deinigen Weg der Weg der Gerechten, wie strahlendes Licht, immer heller, immer lichter כאור נגה הולך ואור עד נכון היום bis zum vollen ewigen Tage.

    Aus Gesammelte Schriften Erster Band S. 19-24 Frankfurt am Main Verlag von J. KAUFFMANN 1908 

    10-12-2018 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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