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Rabbiner Samson Raphael HIRSCH
(1808-1888)

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Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH
(1833-1900)
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Rabbiner Dr. Salomon BREUER
(1850 - 1926)
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Rabbiner Dr. Raphael BREUER
(1881-1932)
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Reb Julius HIRSCH
(1842-1909)
Jubelsinget, Gerechte, in Gottesanschauung, den Geraden geziemt Thatenoffenbarungslied (Psalm 33)

ברוך הבא!    السلام عليكم!

 

Welkom op de blog van de studievereniging JESJOEROEN, Jodendom tegen Zionisme


Thoratrouwe antizionistische inzet en anti-imperialistische solidariteit. U vindt hier Rabbijnse teksten (vooral Samson Raphael HIRSCH strekking), nieuws en achtergrondinfo.

 

Bienvenue sur le blog de l'association d’étude YECHOUROUN, Judaïsme contre Sionisme.

 

Nous proposons des textes rabbiniques, (surtout de l’école de Samson Raphael HIRSCH) ainsi que des infos et documentations, le tout avec engagement antisioniste et solidarité anti-impérialiste, inspirés par la fidélité à la Torah. Visitez notre blog similaire en langue française: www.bloggen.be/yechouroun .  

 

Willkommen im Blog des Studienverbandes JESCHURUN, Judentum gegen Zionismus.

Wir bieten Rabbinische Texten (hauptsächlich von der Samson Raphael HIRSCH Tendenz – meistens in deutsche Originalfassung), sowie Nachrichten und Hintergrundinformationen, im ganzen mit Thoratreues antizionistisches Engagement und anti-imperialistische Solidarität.

 

Welcome to the blog of the Study Association YESHURUN, Judaism against Zionism.

We propose Rabbinical texts (mostly from the S R HIRSCH tendency), news and information, the whole inspired by Thora-true anti-Zionist Commitment and anti-imperialist Solidarity.

Inhoud blog
  • Rabbiner Dr. Salomon BREUER zur Wochenabschnitt Behaalaus'cho
  • Zur Würdigung Dr. Nathan BIRNBAUM
  • Aus dem 'politischen Testament' Rabbiner Hirsch's (1. Auszug)
  • Psalm 106,14 und Sprüchlein der Woche für Behaalauscho
  • Samson Raphael HIRSCH: Aus dem kommentar zur Wochenabschnitt NOSSAU
  • Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH aus dem Kommentar zur Haftoro Wochenabschnitt NOSSAU
  • Rabbiner Dr. Salomon BREUER zur Wochenabschnitt NOSSAU
  • Hoschea 4,11 und Sprüchlein zur Wochenabschnitt Nossau
  • Rabbiner Dr. Pinchos KOHN: Schowuoss Editorial
  • Rabbiner Dr. Rafael BREUER: Vorwort zur Erläuterung Megillas Ruth
  • Samson Raphael HIRSCH: SCHOWUAUSS (aus Chauréw)
  • Samson Raphael HIRSCH ; במדבר
  • DIE DREI VORBEREITUNGSTAGE DES SCHOWUAUSSFESTES
  • Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH aus dem Kommentar zur Wochenabschnitt Bemidbar
  • Rabbiner Dr. Salomon BREUER zur Wochenabschnitt BEMIDBAR
  • Samson Raphael HIRSCH: Grenzschutz des Heiligen Landes
  • RÜCKBLICK AUF DAS DRITTE BUCH MOSES
  • Jeremias 2,2 und Sprüchlein zur Wochenabschnitt Bemidbar
  • Samson Raphael HIRSCH: Aus dem kommentar zur Wochenabschnitt BECHUKAUSSAI
  • Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH aus dem Kommentar zur Haftoro Bechukaussai
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    (1848-1932)

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    IVJ exposes the vicious Zionist oppression of religious Jews who object to serve in the IDF, or protest its regime.
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    JESCHURUN
    Judentum gegen Zionismus
    14-05-2019
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    Rabbiner Dr. Salomon BREUER

                    (1850 – 1926)

     

     

    אמר

     

    Belehrung und Mahnung zur Wochenabschnitt

     EMAUR

     

    אמר אל הכהנים בני אהרן Rede zu ihnen, führe ihnen zu Herz und Gemüt alle die Pflichten, denen sie hingebende Pflege zuzuwenden haben, wenn sie würdige Söhne Ahrons sein wollen, und da ist die Pflege der Menschenliebe nicht die  letzte der Pflichten, durch die sie sich als  Ahrons Söhne bewähren; eben deshalb aber richte mit gleichem Ernst an sie auch die Mahnung, ואמרת עליהם לנפש לא יטמא בעמיו sich an keiner Leiche zu verunreinigen: so sehr es auch ihrem Ahron-Charakter widersteht, es ist Gottes Wille, dem sie als Gottes Diener zu gehorchen haben!

    Dieses אמר ואמרת, das die Unterordnung jeder Anlage und Neigung unter die Herrschaft des Gotteswillens fordert, der ihnen Ziel und Richtung zu geben hat, stellt eine Aufgabe dar, mit deren Lösung unsere ganze Kindererziehung steht und fällt. Diese אמר ואמרת muss bereits im zarten Kindesalter bestätigt werden, es ist ein Erziehungsgrundsatz, der nicht nur für die Priester, der für uns alle gilt, die wir gewillt sind, Kinder Gott zu erziehen, die bereit sein sollen, ihre Neigungen und Kräfte dem Gotteswillen der Thora zu unterordnen: להזהיר גדולים על הקטנים kommentieren daher die Weisen dies doppelte אמר ואמרת.

    Dieses אמר ואמרת ist aber, meinen die Weisen, deshalb geboten לפי שיצה"ר מצוי בהן, weil den Menschen der יצר הרע innewohnt, der gerade dann uns zu Fall bringen will, wenn wir unseren Neigungen entgegentreten und ihnen Halt gebieten sollen. Denn nirgends, glauben wir, ist der יצר הרע mehr am Werk, als gerade angesichts des אמר ואמרת, von dem das Eingangswort unserer Sidra handelt: כהנים sollen sich als בני אהרן bewähren und dennoch von התעסקות עם המתים fernbleiben!

    Der יצר הרע ist immer gefährlich; in welcher Gestalt er auch auftritt. Am gefährlichsten aber ist er, wenn er unter der יראת שמים-Maske auftritt und seine Waffen aus dem Arsenal der מצות sich holt. Dieser יצה"ר ist gefährlich, weil er der יצה"ר der „Frommen“ ist, unter dessen Einflüsterungen auch sie zu Falle kommen. Denn der wahrhaft Fromme sündigt mit Absicht nie, und alle Versuchungen des „gewöhnlichen“ יצה"ר scheitern an seiner Überzeugungstreue; wenn er sündigt und oft schwer sich versündigt, dann ist es der יצה"ר mit seinen יראת שמים-Argumenten, mit seinen יראת שמים-Vorspiegelungen, den er zum Opfer fällt.

     Daß eine Kehilla keine Kehilla ist, wenn sie demשקר  und dem אמת, der Lüge und der Wahrheit der Thorahöhnung und der Thorahuldigung in gleicher Würdigkeit Berechtigung einräumt, daß der gewissenhafte Jehudi ein solches Spiel mit der göttlichen Wahrheit nicht mitmachen kann und nicht fördern darf, das ist eine so selbstverständliche Wahrheit, daß man nicht verstehen kann, wie einer, der Anspruch auf יראת שמים erhebt, noch zweifeln kann, was seine Pflicht ist. Und wenn doch das Unfassbare möglich, wenn selbst Männer, denen man es nicht bestreiten kann, daß sie bestrebt sind den Forderungen der תורה gewissenhaft nachzukommen, פסחים על שתי הסעפים zwischen Lüge und Wahrheit schwanken, so ist es leider das Werk des „frommen“ יצה"ר mit seinen frommen Einflüsterungen: – כל ישראל ערבים „wir sind für unsere abgefallenen Brüder verantwortlich, können מחזיר למוטב sie wieder der Thora zurückgewinnen, wenn wir das „Opfer“ bringen“, und ähnliche Vorstellungen mehr, – denen sie leider zum Opfer fallen.

    ….

     

    Quelle: Rabbiner Dr. Salomon BREUER  Belehrung und Mahnung dritter Teil Leviticus J.Kaufmann Verlag Frankfurt am Main 1935 S. 56-64

    14-05-2019 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    13-05-2019
    Klik hier om een link te hebben waarmee u dit artikel later terug kunt lezen.Rabbiner Dr. Leo BRESLAUER: „Ein jüdisch-geschichtlicher Wegweiser“ (Ende)
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    Rabbiner Dr. Leo BRESLAUER

                 (1894-1983)

     

    ובקשו

     

    Ein  jüdisch-geschichtlicher Wegweiser“ von  Leo BRESLAUER. Frankfurt am Main  5695/1935









    31.      Maß und Ziel

    „ Der Weg zum Ziel, das ist die Pflicht. Nur wer ihn mit Respekt geht, Schritt für Schritt gerecht, dessen Glaube ist ernst und wächst und erneut sich mit jedem Schritt.  Und nur, wer auf sich achtend die beste Form bewahrt, wird Energie gewinnen, um mit Kraft und Ausdauer selber scheiten und andere leiten zu können. Das große Ziel erfordert strengstes Maß im kleinsten…“

     

     

    Wie gehabt ist das Obenstehende eine Leseprobe und es freut uns hiermit   – in Beilagen –  eine weitere, die abschließende Skizze (S. 98 bis 102) aus dieses rabbinische Meisterwerk vollständig zu liefern:


    Bijlagen:
    BRESLAUER Leo Uwakschu 100.jpg (118.7 KB)   
    BRESLAUER Leo Uwakschu 101.jpg (118.2 KB)   
    BRESLAUER Leo Uwakschu 102.jpg (94.8 KB)   
    BRESLAUER Leo Uwakschu 98b.jpg (87.6 KB)   
    BRESLAUER Leo Uwakschu 99.jpg (114.7 KB)   

    13-05-2019 om 16:19 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    12-05-2019
    Klik hier om een link te hebben waarmee u dit artikel later terug kunt lezen.Esechiel 44,25 und Sprüchlein zur Wochenabschnitt Emaur
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    אמור

     

    ואל מת אדם לא יבוא לטמאה:

     

     

    „ Zu einer Menschenleiche darf er nicht kommen, sich zu verunreinigen,–

    (Ezekiel 44,25a Übersetzung Rabbiner Dr.  Josef BREUER)

     

    1.

    An den Sarg geliebter Leichen

    Tret‘ der Hohepriester nicht;

    Auch wenn Eltern ihm erbleichen

    Ruft ihn eine höhere Pflicht.

    2.

    Wohl kann herzlich er beweinen

    Vater, Mutter, Tochter, Sohn,

    Doch am Sarge zu erscheinen,

    Wehret ihm die Religion.

     

    Aus: Erbauungsbuch „Bibel- und Talmudschatz“ J.H. Kohn S.272  13.Auflage Hamburg 5691 – 1931

     

    Die beste Anschrift für antiquarische Judaica:

    Antiquarische Buchhandlung „Spinoza“ in Amsterdam

    Inhaberin: Frau Manja BURGERS

    http://www.spinozabooks.com

    12-05-2019 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    10-05-2019
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    Rabbiner Samson Raphael HIRSCH

                                  (1808-1888)

     

    קדושים

     

     

    Aus seinem Kommentar zur Wochenabschnitt Kedauschim

     

    III, Kap. 19, V.10 und deinem Weinberg die unfertigen Trauben nicht entnehmen und den Beerenabfall deines Weinberges nicht auflesen; dem Armen und dem Fremden sollst du sie lassen; Ich, Gott, euer Gott.

     

    III, Kap. 19, V.10 … … Mit den Fundamentalsätzen der Familie und des Individuums, mit כבוד אב ואם und שבת beginnt diese Grundlegung des zur Lebensheiligung, und der Fundamentalsatz der sozialen Gesellschaft, der jüdische צדקה-Begriff, das Liebesrecht und die Liebespflicht ist der Schlussstein dieses Grundes. Bedeutsam ist dieses soziale Fundament in einer Gruppe mit dem „gottesdienstlichen“ שלמים- und פגול-Gesetze verwoben. Auf den Boden des von Gott getragenen jüdischen Lebens sind das sogenannte Religiöse und das Soziale keine Gegensätze, sind nicht einmal verschiedene nebeneinander geordnete Teile eines höheren Ganzen, gehören vielmehr in wesentlicher, organischer Einheit zusammen, wie Wurzel und Baum, wie Blüte und Frucht. אוהב את המקום אוהב את הבריות spricht die jüdische Wahrheit, in dem Zuge zu Gott ist der Zug Seiner Menschheit mit eingeschlossen, auf demselben Fundament, in welchem die reine שלמים-Freude des von Gott gewährten Glückes wurzelt, wurzelt auch die Recht- und Liebespflicht für das Glück des Nächsten.

     

    11. Nicht  sollt ihr stehlen, und ihr sollt nicht leugnen und ihr sollt nicht lügen einer wider den anderen.

    12. Und ihr sollt nicht schwören bei meinem Namen zur Lüge; du würdest den Namen deines Gottes entweihen, ich Gott

     

    VV. 11 u. 12 Im Anschluss an die in dem vorigen Verse gegebene soziale Grundlegung folgen nun einige Sätze aus dem sozialen Katechismus des Gott heiligen Volkes. לא תגנבו, לא תכחשו, לא תשקרו, לא תשבעו sind – im Gegensatz zu dem folgenden לא תעשוק u.s.w. – in der Mehrheitsanrede gefasst und charakterisiert sich eben darin der Begriff ihrer Bedeutung. לא תגנוב , לא תכחש, לא תשקר, לא תשבע בשם ד' לשקר wäre wie im Dekalog an den einzelnen gerichtet und spräche von Verbrechen des Diebstahls, der Lüge und des Meineides, dessen Unterlassung sicherlich nicht erst in das Kapitel der קדושה, in das Kapitel sozialer Heiligung gehörte. Man ist noch sehr wenig von einem קדוש, wenn man nur kein Dieb und kein Meineidiger ist. Allein an die Pluralität der nationalen Gesamtheit gerichtet, kann es auch gar diese groben Verbrechen im Auge haben, die ja nie, nicht nur von allen, nicht einmal von einer großen Mehrheit einer Nation geübt werden, ja geübt werden können, die in jeder Volksgesellschaft nur vereinzelte Erscheinungen bilden, zu deren Unterdrückung von selbst sich die Gesamtheit als Staat wappnet. Vielmehr ist hier von solcher גנבה, solchem שקר, solcher שבועת שקר, von solcher Unrechtlichkeit, Unaufrichtigkeit und Schwurgeläufigkeit die Rede, die allerdings den ganzen Geschäfts- und Gesellschaftsverkehr einer Nation so durchdringen, ja so zum herrschenden Nationalcharakter werden können, daß sie, weil allgemein geübt, das Brandmal entehrender Schlechtigkeit verlieren, ja zu einer preis- und ruhmwürdigen Kunst erhoben werden – und doch vor Gott ebenso wie der gemeine Diebstahl, die gemeine Lüge, der gemeine Meineid verworfen bleiben. Vor ihnen warnt hier das sein Volk heiligende Gotteswort. In seinem Geschäfts- und Gesellschaftsverkehr:

    לא תגנבו, soll „unrechtmäßigen Vorteil erhaschende Schlauheit“ nicht die Parole sein – denn das ist der Begriff von גניבה in weiterem Sinne. Verwandt mit כנף: verhüllen, sind Heimlichkeit und Rechtswidrigkeit ihre wesentlichen Merkmale. Wo daher Schlauheit, dem anderen unbewusst, einen ihm zukommenden Wert auch nur eine Peruta, etwa eines Hellers, entzieht und sich zuwendet, da ist vor Gott ein Diebstahl geschehen und sein לא תגנבו gebrochen. Ja, es erläutert das Wort der Weisen z.St. in ת"כ: לא תגנבו על מנת למקט לא תגנבו על מנת לשלם כפל ולא על מנת לשלם ד' וה' בן בג בג אומר לא תגנוב את שלך מאחר הגנב שלא תראה גונב, d.i. selbst nicht zum Scherz, aus Neckerei, sollen wir uns eine Entwendung erlauben, selbst nicht, um den Bestohlenen dadurch den doppelten, vier- und fünffachen Ersatzvorteil zukommen zu lassen, sollen selbst nicht unser eigenes und entwendete Eigentum durch heimliche Entwendung wieder an uns bringen, um auch den Schein einer גניבה zu meiden, oder wie es in Beziehung auf Scherz- und Neckereidiebstahl im ח"מ heißt: הכל אסור כדי שלא ירגיל עצמו בכך, der rechtschaffene Jude übt sich nicht in Diebesschlauheit.

    Und wie aus dem Geschäftsverkehr, so bannt Gottes Wort: לא תגנבו auch aus dem Gesellschaftsverkehr jede Schlauheit, jede auf גניבת דעת, auf „Meinungs- und Gesinnungsdiebstahl“ berechnete Täuschung. Der rechtschaffene Jude erwirbt sich das Herz und die gute Gesinnung seiner Mitmenschen, aber er „stiehlt“ sie ihnen nicht. Jede Handlung, jede Äußerung, durch welche wir andere in einem höheren Grade als wir in Wirklichkeit verdienen uns geneigt und dankbar machen, ist als גניבת דעת verwerflich. (Chulin 94).

    ולא תכחשו ולא תשקרו איש בעמיתו. כַחֵש ist das Leugnen einer uns gegenüber behaupteten Wahrheit. Verwandt mit כעס,כעש , dem Empörtwerden über ein wahrgenommenes Unrecht, heißt כחש im Piel eben ein solches Empörtwerden bei dem andern durch Leugnen hervorrufen. Auch לא תכחשו regelt ebenso sehr unsere Aufrichtigkeit im Geschäfts- wie im Gesellschaftsverkehr. Nicht durch Rücksicht auf unser Interesse sollen hier wie dort unsere Äußerungen geleitet werden. Im Geschäft wie in der Gesellschaft soll jeder uns zur Steuer der Wahrheit aufrufen können und des Zugeständnisses des Wahren selbst zu unserem eigenen Nachteil im voraus sicher sein.

    שקֵר Lügen, umfasst nun das ganze große Gebiet der Lüge, die aus dem Geschäfts- und dem Gesellschaftsverkehr die Wahrheit, die Erkenntnis der Dinge und Verhältnisse wie sie sind, diese Grundbasis alles Wohles und aller Pflichttreue verscheucht und das Wort, dieses Unterpfand der göttlichen Menschenwürde, der göttlichen Menschenbestimmung, das Zaubermittel alles sozialen Heileswirkens, in sein Gegenteil, in ein Werkzeug des Unheils und des Verbrechens verkehrt. כחש ist der Wahrheitsraub, שַקֵר der Wahrheitsdiebstahl, und so gewiss wie die Erkenntnis der Wahrheit für die sittliche Aufgabe und das Heil eines jeden ein unvergleichlich höhere und folgenreichere Bedeutung hat als der Wert, der sich an den Besitz eines materiellen Gutes knüpft, so gewiss ist der Wahrheitsdiebstahl ein noch weit verderblicheres Verbrechen als der Sachendiebstahl. Schmeichler, die dem Nächsten die wichtigste Wahrheit, die Wahrheit der Selbsterkenntnis stehlen, Heuchler, die ihr ganzes Selbst zu einer großen Lüge falschmünzen, gehören zu den verwerflichsten Kategorien der durch לא תשקרו aus dem jüdischen Gesellschaftsverkehr gebannt sein sollenden Charaktere. Wie ferner אמת nicht nur die logische, sondern auch die praktische Wahrheit: die Treue bedeutet, so heißt auch שקר die Untreue, die Nichterfüllung eines gegebenen Wortes, בנים לא ישקרו (Jes. 63,8) und sonst, und לא תשקרו איש בעמיתו umfasst auch die Warnung: täuscht nicht durch leere Versprechungen, haltet Wort einer dem anderen.

    Endlich ולא תשבעו בשמי לשקר: missbraucht nicht die Berufung auf meine zwischen Mensch und Mensch richtende Gegenwart zur Bestätigung der Lüge – alle diese Verbote sind implizite zugleich die אזהרות, die warnende Verbote der bereits anderweitig in ihren Straffolgen besprochenen gemeinen Verbrechen des Diebstahls, des Ableugnens und des Meineides. Allein sie sind in der Pluralanrede an die Gesamtnation in allen Gliedern gerichtet, um auch diejenige Unredlichkeit, Unwahrhaftigkeit, Unwahrheit, Unzuverlässigkeit, und so auch denjenigen Schwurmissbrauch in das warnende Verbot mitzufassen, die, weit über die Einzelerscheinungen gemeinverbrecherischer Handlung hinausgehend, so Sitte und Übung einer nationalen Gesamtheit werden können, daß mit ihrer allgemeinen Verbreitung das Bewusstsein ihres den heiligen Menschencharakter schändenden Unrechts schwindet – darum schliessen diese Sätze, die bis dahin an die Volksgemeinde als עם, als Gesellschaft in allen ihren Gliedern nach innen gerichtet waren, indem sie nun die Volksgemeinschaft als גוי, als Einheit nach außen zusammenfasst, und zu dem jüdischen Volk unter Völkern spricht: וחללת את שם אלהיך, als Träger Seines Namens hat dich Gott in die Mitte der Völker gesendet, als Sein, als Gottesvolk sollst du den Völkern das Muster einer von Gott auf Recht und Wahrheit und Treue gebauten Gemeinschaft vor Augen führen. Wenn du dich mit Unredlichkeit, Unwahrheit, Unzuverlässigkeit und meineindigem Schwurleichtsinn befleckest, so entweihst du den Namen, den du trägst, so tötest du die Gottesanerkennung, deren Herold und  Tatenpriester du sein sollst.

    10-05-2019 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    09-05-2019
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    יום העצמות – יום המר

     

    Heute, der 5. Iyar, ist den bitteren Tag worauf es den Amalekim in 1948 gelungen ist ihren sogenannt „jüdischen“ Staat in Palästina, das Heilige Land, zu gründen.  

    Die Zionisten nennen diesen Tag   „YOM HAATZMAUT“ (in ihre unreine Sprache « Iwrit ») ,  Tag der Unabhängigkeit.

    Im Gegensatz dazu, wird dieser « Feiertag » von den Torahtreuen Juden als Bitterer Tag, Yom haMâr bezeichnet wie auch

    « Jaum Hatsumauss » : der Tag der Gebeine sowie « Yom haShmutz »  der Tag der Unreinheit.

    Schon ein wahrhaft jüdischer Staat, entsprechend alle Vorschriften der Thora, wäre einen Aufstand gegen den Allmächtigen. Vorerst muβ der Messias, angekündigt vom Propheten Elijah gekommen sein.  

    Um so mehr : diese teilweise areligiöse, teilweise religiös-zionistische Entität  ist ein Unrecht gegen den Nichtjüdischen Einwohnern Palästinas und vor allem dient es um Juden zu verwandeln in Heidenjuden von der argsten Sorte.

    An diesem Tag, verbrennen viele antizionistische Juden symbolisch die zionistische Fahne. Einige fasten sogar an diesen bitteren Tag. Alle beten täglich für den schnellsten Abbau der zionistischen Entität, dieses  Thorafeindliche Ungeheuer.

    09-05-2019 om 18:52 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH

                  (1833 – 1900)

     

    הפטרת פרשת קדושים

     

    Aus dem Kommentar zur Haftoro des Wochenabschnittes Kedauschim

     

    Amos Kap.9, V.7

     

    Die Sidra enthält die höchsten Ziele für die individuelle und nationale Lebensheiligung. Das Prophetenwort tritt zunächst denen entgegen, die eine jede Verpflichtung zum Gehorsam gegen das Gesetz Gottes von sich zu weisen versuchen. Es erinnert dem gegenüber daran, wie kein Mensch und kein Volk sich der Verantwortung vor Gott entziehen könne und wie auch in dem Geschicke der anderen Völker Gottes Hand walte. Es erklärt sodann, wie in dem Geschicke, das über das seiner Bestimmung nicht entsprechende Jissroél sich vollziehe, scharf geschieden werde zwischen dem Staate und dem Jakobshause. Jener, der grundsätzlich in feindlichem Gegensatz gegen Gottes Gesetz befindliche, sowie alle grundsätzlich auf seinen Boden Stehenden gehen zu Grunde. Das jüdische Haus jedoch soll gerade durch die Geschickesstürme gerettet werden. Dann wird auch das Heiligtum in ungeschmälerter alter Herrlichkeit wieder erstehen, und für Jissroél und für die Menschheit, die der von Jissroél gebrachten Wahrheit huldigend sich erschließt, die am Anfang der Geschichte verheißene Zeit der Paradiesherrlichkeit auf Erden anbrechen.

     

    Kap.9,V.7 הלוה כבני כשיים וגו' Selbst wenn ihr nicht Juden wäret, hinget es nicht von euch ab, festzusetzen, was gut und was böse sei. Nicht bloß der jüdische Mensch ist Gott verantwortlich und kann sich dieser Verantwortung  nicht entziehen. Ihr gehört doch mindestens ebenso mir an wie der letzte Äthiopier. Und nicht bloß in eurer Geschicke habe ich mich offenbart, sondern meine Hand waltet gestaltend und erziehend  auch in der Geschichte der anderen Völker, als deren Vertreter hier die Philistäer und Aramäer  genannt werden.

    V.8 אדני וגו': Gott im Verhältnis zum Propheten, „der mich sendet“, und der seine Liebe als waltende Gerechtigkeit offenbart. Seht, er ist im Begriff euch zur Rechenschaft zu ziehen. Seine Augen, d.i. seine strafende eingreifende Waltung, ist gegen das grundsätzlich der Sünde verfallene Reich, gegen den Staat gerichtet, die vernichte ich, das Jakobshaus jedoch wird nicht bedroht,

    V.9 es soll vielmehr gerettet werden, die Fortdauer des Staates würde es mit dem Untergange bedrohen, der Untergang des Staates ist der erste Schritt zur Rettung. Durch den Sturm der Verhängnisse läßt Gott das „Haus Israel“ durch alle Völker getrieben werden, ohne festen Halt auf Erde ist es scheinbar allen Wettern, allem Völkerwüten preisgegeben.  Doch unsichtbar ist es wie von einem Siebe umfangen. Nur was sich vom Kern ablöst, fällt als Staub zu Boden.  Was treu und fest zum  Kern hält, bleibt erhalten.  So haben diese Stürme nur die Sichtung, die Scheidung der Spreu vom Korne zum Ziel. צרור von צרר, zusammendrängen, hier von dem stofflich concentrierten Kerne im Gegensatz zur leichten Spreu. Gewiß ist es schmerzlich, wie viele in den Stürme des Exiles verloren gehen: jedoch in Wirklichkeit fällt nichts zu Boden, was treu zum „Kerne“ sich hält denn:

     

    V. 10. durch das „Schwert“, nämlich die Leiden des Exils, gehen zu Grunde nur die חטאי עמי, die prinzipiell dem Heiligtum Feindlichen, die die vergeltend waltende Vorsehung in den Geschickesfügungen leugnen und überhaupt die Lenkung der Geschichte durch Gott als Ammenmärchen verspotten und höhnend sagen: „Was kommen soll, kommt doch, und um unserer Sünden willen kommt das Unglück uns kein Haarbreit näher als anderen und keinen Augenblick früher.“

     

    V. 11.  :ביום ההוא„An jenem Tage“ wenn der Kern der Nation mir gewonnen und „das Korn von der Spreu geschieden“ sein wird, wenn die Stürme des Exiles ihr Läuterungswerk vollbracht haben werden, richte ich die „Hütte Davids“, das Heiligtum wieder auf, das, in bedeutungsvollem Gegensatz zu der V.8 genannten ממלכה החטאה , als eine jeden Stolz  und jede Königspracht verschmähende bescheidene „Hütte“ bezeichnet wird. הנופלת: Jene Wiedergewinnung und diese Wiederaufrichtung wird aber sich vollziehen zu einer Zeit, wo nach kurzsichtigem menschlichen Ermessen dies Heiligtum, die ‚“Hütte Davids“, im Einsturz begriffen, der Verwirklichung des Gottesgesetzes jede Zukunft abgeschnitten erscheint. Der Sprößling aus dem Davidshause, das Reis aus dem Isaistamme, der Messias, auf den wir hoffen, wird deshalb auch in diesem Sinne בר נפלי, als der zur Zeit des hoffnungslosesten Verfalles Erscheinende bezeichnet. Diese Bezeichnung hat von den beiden Jesajas 60,21 angedeuteten Möglichkeiten der Erlösung diejenige im Auge, die dort als die  בעתה und  מעשה ידי bezeichnet wird, wie wir das in der Haftora zu כי תבוא zur Stelle ausgeführt haben,  auf die wir hier verweisen. – 

    ...

    V.12.  :למען יירשו וגו'Das Subjekt ist der durch die mächtige Schwinge der Exilesstürme herausgeschälte edle Kern des jüdischen Volkes, das wahrhafte Israel-Haus. Dem Erben fällt nur das zu, was der andere fahren läßt, so wird, nicht etwa der Judenheit, sondern der von dem Hause Israel durch die Zeiten getragenen Prinzip, dem in seinem Wesen erkannte Judentum, das identisch ist mit dem vollendeten Menschentum, die Erde zufallen.  Als Repräsentant der Völker ist Edom genannt, der Typus der auf Gewalt gegründeten und alle geistigen und materiellen Vermögen skrupellos nur in den ausschließlichen Dienst des eigenen Interesses stellenden Staatengrößen.  Alle Principien, denen bisher gehuldigt worden, werden in ihrer Nichtigkeit erkannt worden sein, und was von Edom übrig geblieben sein wird und von allen Völkern, über die dann „mein“ Namen genannt wird, wird dann der Herrschaft des vom Gottesworte gelehrten Lebenspflicht-Ideales in Verwirklichung der Sittlichkeit, Gerechtigkeit und Nächstenliebe freudig huldigend sich unterordnen.

    An der  Herbeiführung dieses in ferner Zukunft winkenden Zieles arbeitet Gott bereits jetzt.  Alle Fügungen in der Geschichte der Menschheit stehen im Dienste der Verwirklichung dieser Verheißung.  Auf die Erziehung des jüdischen Volkes bezogen, spricht sich dieser Satz dahin aus: Der erste Schritt ins Exil ist der erste Schritt zur Erlösung.

    ...

    V. 15 ... – אמר ה' אלהיך: Dies alles sind Verheißungen dessen, der „dein“ Gott ist, schließt das Prophetenwort und ruft mit scharfer Wendung in direkter Anrede es eindringlich jedem jüdischen Geschlechte einer jeden Zeit zu, daß Gott es in die Hand eines jeden gelegt und ausnahmslos jeden berufen habe, durch Selbstveredlung und volle treue Erfüllung der Lebenspflicht an der Herbeiführung dieses Ziele seines bescheidenen Teiles mitzuarbeiten. “

     

    (Die Haftoroth übersetzt und erläutert, Frankfurt am Main 1896: S. 215 - 220  Kommentar zu Amos Kap 9 V.7…) 

     

     

    Aus dem Kommentar zur Haftoro des Wochenabschnittes Kedauschim

    (Minhag Italiener und Sefardim)

     

    Ezechiel, Kap. 20, Vers 1 und folgende

     

    Mag diese Haftora zu אחרי מות oder zu  קדושיםgewählt sein, also zu der Sidra die die Weihehandlungen enthält zur ewigen Frischerhaltung des jüdischen Lebensideales und die Grundgesetze, die die Vorbedingungen bilden zu seiner Erreichung, – oder zu der Sidra, die die Grundzüge dieses Ideales selbst enthält: in beiden Fällen zeigt das Prophetenwort den vollendeten Gegensatz, in dem von Anfang an das Volk der göttlichen Erwählung zu den Gesetze sich befand, dessen Wahrheiten es als Gottesherold der Menschheit zu bringen berufen ist. Es zeigt, wie dieser Gottesbote erst selbst dazu diesem Gesetze und von diesem Gesetze zu erziehen war und ist. Es zerstört damit aber für uns, das Galuth-Jissroél, auch die Wahnvorstellung von einer „guten alten Zeit“, als ob es jemals einen Zeitraum gegeben hätte, in dem das Gottesgesetz dauernd seine volle Verwirklichung bereits gefunden hätte. Der Eintritt des Exiles lehrt, daß dem nicht so war, daß Jissroél während der Zeit seiner Selbständigkeit nicht seiner Bestimmung entsprach, und die Fortdauer des Exils ist der sprechendste Beweis dafür, daß das Gotteswort noch immer seiner vollen Verwirklichung harrt. Das Judentum ist keine Lehre der Vergangenheit, vielmehr gehört die Zukunft dem Judentum. Und daß Gott sich zum Träger seines Wortes gerade den zähesten, widerstrebendesten, zu steter Auflehnung bereiten Volksstamm erwählt, und um seiner menschheitspriesterlichen Sendung, „um meines Namens willen“ ihm so oft vor verdientem Untergang geschützt hat, um in seiner Unterwerfung zuerst sein Wort den ersten Sieg erringen zu lassen –: das lehrt eben dieses Prophetenwort uns, die wir bereits auf Jahrtausende dieser noch andauernden Erziehungsgeschichte zurückblicken können.

     

    (Die Haftoroth übersetzt und erläutert, Frankfurt am Main 1896: S. 220 - 221  Kommentar zu Ezechiel Kap 20 V.1…) 

    09-05-2019 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    08-05-2019
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    Rabbiner Dr. Salomon BREUER
            (1850 – 1926)

    קדושים

    Belehrung und Mahnung zur Wochenabschnitt

    Kedauschim

    כי קדוש אני Strebet nach קדושה, denn Ich, Gott bin קדוש und möchte durch eure קדושה geheiligt werden. Noch ehe die Welt erschaffen war, haben Engel preisend Gottes קדושה gekündet, die Gott durch Menschen einst gezollt werden soll: denn in der freien Größe des Menschen, in der er alle Hemmungen von sich gestreift hat, die sich ihm auf dem Weg sittlicher Lebensvollendung entgegenstellen, offenbart sich Gottes קדושה.

    כי קדוש אני Auf mich schauet, ruft Gott uns zu, wenn ihr nach קדושה ringet. Gälte es nur, im Gegensatz zu kenaanititischer Entartung ein „heiliges“ Leben zu führen, dann wäre unsere Aufgabe, deren Lösung Gott von uns erwartet, nicht schwer.

    אם יש חמשים צדיקם בתוך העיר „Wenn nur fünfzig Gerechte inmitten der Stadt sind“, so flehte Abraham für Sedoms Errettung – בתוך העיר wie wir es zu verstehen glauben: in Sedom durch צדקות hervorzuragen, dazu gehört nicht viel. Abraham wusste nur zu gut, daß צדיקים in absolutem Sinne in Sedom nicht zu finden seien; wer in Wahrheit ein צדיק ist, lebt nicht in Sedom, hält es in Sedom nicht aus – darum: צדיקם בתוך העיר vielleicht sind noch צדיקים in der Stadt (daher auch mangelhaft geschrieben צדיקם), die im Verhältnis zur dortigen Entartung צדיקים genannt werden können; aber auch die waren nicht in erforderlichen Mindestzahl zu finden. –

    Nicht begnügt sich der göttliche Aufruf zur קדושה, wenn wir צדיקים בתוך העיר im Vergleich zur kenaanitischen Gesunkenheit ein Leben der קדושה führen: כשם שאני קדוש Zu mir schauet empor, wenn ihr euch fraget, wie weit ihr auf dem Wege zur קדושה gekommen seid! Nicht auf andere schauet, um in selbstgefälliger Genügsamkeit eurer קדושה euch zu rühmen. Und man ist noch lange keine קהלה קדושה, auch wenn eine Gemeinde sich vorteilhaft von Gemeinwesen abhebt, denen der קדושה-Charakter leider völlig abgeht! כשם אני קדוש auf Mich schauet, ruft Gott uns für unser Einzel- und Gemeindeleben zu, ob ihr vor Mir zu bestehen vermöget!

    נתקדשתם לשמי עד שלא בראתי העולם „Ihr seid mir geheiligt und zu meiner Heiligung berufen worden, ehe noch meine Welt erschaffen ward“ – ehe es Menschen gab, im Vergleich zu deren sittlicher Gesunkenheit eure קדושה sich hätte vorteilhaft abheben können, haben Gottes Engel Menschen erschaut, die Gottes קדושה zu künden berufen sein werden: und nicht Adam war es, Noach nicht, nicht einmal Abraham und Jizchak, denen es nicht gelang, alle ihre Kinder für ein Leben der קדושה zu gewinnen – Jakob = Israel, ist’s, der dem קדושה-Ideal am nächsten gekommen war, dessen Name mit Gottes Name sich vermählte, durch dessen Leben der Gottesname „gesegnet“ ward!

    כי קדוש אני ה' אלקיכם Zu Gott lasset uns emporschauen, wenn auch an uns der Mahnruf zur Lebensheiligung ergeht: Gott gibt uns die Kraft, dieser höchsten Forderung zu entsprechen, Gott lehrt uns die Wege; auf denen wir diesem Ziele immer näher zu kommen vermögen. Lasst uns den Pflicht der „Hut“ nachkommen, die in uns den Willen und die Kraft mehren und stärken, die wir benötigen, um vorwärts, aufwärts zu streben.

    כשם שאני קדוש Aufwärts, zu Gott lasset uns schauen! Gott näher zu kommen, sei das hehre Ziel, dem sich unser Leben in nimmer ermüdendem Streben zu weihen hat, damit Gottes heiliger Wille durch unser Leben „gesegnet“ und die huldigende Anerkennung seines heiligen Namens im Bewusstsein einer großen Menschheit durch unser Leben angebahnt werde – ברוך ה' אלקי ישראל מן העולם ועד העולם.

    Quelle: Rabbiner Dr. Salomon BREUER Belehrung und Mahnung dritter Teil Leviticus J.Kaufmann Verlag Frankfurt am Main 1935 S. 54-55

    08-05-2019 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    07-05-2019
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    Rabbiner Dr. Leo BRESLAUER

                 (1894-1983)

     

    ובקשו

     

    Ein  jüdisch-geschichtlicher Wegweiser“ von  Leo BRESLAUER. Frankfurt am Main  5695/1935





    30.      Politik

    „ Die Geschichte des Gottesstaates ist seinem Volke Wissenschaft fürs Leben.  In ihrem Lichte zeigen die Lebensinteressen des Judentums ihre hinreißende, ehrfurchtgebietende Größe.

    Die jüdische Lebensinteressen zu vertreten geziemt nur dem, der sie versteht. Wirklich  verstehen kann sie aber nur, wer sie nicht bloß kennt, sondern anerkennt  und in ihnen lebt, wer also unser taurogründiges Gottesvolkstum bejaht, das Goluß respektiert, das historische Gesetz des Gottesstaatsvolks auch fürs eigene persönliche Schicksal anerkennt und dementsprechend seine private Lebensführung taurotreu gestaltet. Hast du vor dem Steuerzettel deiner schwachen Gemeinde (selbstverständlich der echten) so Respekt, wie vor dem ein staatlichen machtgestützten Finanzamtes? Ist die mündliche Tauro der Webstuhl deiner Weltanschauung ? Gibt dir das heilige Schrifttum Heimat- und Bürgerkunde einer gegenwärtigen Vergangenheit und Zukunft? Hast du den modernen Abstand von den קרבנות und von der gesunden Rigorosität jüdischer Gesellschaftsauffassung heil überwunden? Deutet die einwärts weisende M’suso an deinen Türen auch auf die Küchen-, Kleider und Bücherschränke deiner Wohnung als Geltungsbereiche deines Königs im Himmel und seiner Tauro auf Erden? Nur wer  gottesstaatlich zu denken, zu wollen und zu fühlen vermag, nur wer als Untertan Gottkönigs empfindet, ist würdig, die jüdischen Angelegenheiten zu führen.

    Aber jeder, Juden und Jüdin, ist dazu berufen, sich von Jugend an zu solcher Würdigkeit zu ertüchtigen. Er muß wissen, wie er die auf seinen Schultern ruhende Belange anderen Menschen gegenüber bestens wahrzunehmen hat, damit der Name unserer Gottheit, des Weltenkönigs, durch ihn geheiligt werde; darf leider auch nicht vergessen, daß er angesichts der Internationale des Hasses, die sich vom Märchen unserer Rätselhaftigkeit nährt, immer und überall die Gesamtheit vertritt.

    Jeder ist berufen. Und die Berufung birgt in sich zugleich die Verheißung des רוח הקודש. (irgendwie auch heute noch) für den, der „weise die Worte der Tauro wahrhaft in sich aufnimmt, sich täglich grämt und sorgt um die Ehre des Heiligen g.s.E. und um die Ehre Jißroeils, und der mit unstillbarer Sehnsucht nach der Ehre J’ruscholajims ausschaut und nach dem Heiligtum und nach dem erlösenden Heil, daß es bald aufsprieße in unseren Tagen, und nach der Sammlung der Heimatlosen“. Diese Berufung warnt aber auch vor golußmüder Ungeduld, und mahnt, jede Gegenwart ganz ernst zu nehmen und den Zweck und Erfolg auch des scheinbar zukunftslosesten alltäglichen  Pflichtendienstes ganz und gar der obersten Führung Gottkönigs zu überlassen.

    Goluß zersplittert, macht unstet und stellt jeden auf sich allein. Wer heute noch im Schoße einer soliden, ideal geleiteten Gemeinschaft wohnt und jüdisch politische bestens umhegt und versorgt ist, kann morgen schon gezwungen sein, wie ein Posten auf einsamer Wache sich allein mit anderen auseinanderzusetzen.  Die Anderen warten auch gar nicht, bis man zu ihnen kommt, am wenigsten heute bei der rasend wachsenden Kommunikation aller mit allen kraft der enormen Entwicklung des Verkehrs, des Nachrichtenwesens und damit zusammenhängend des Organisierens. Und bei allem, was in Bild oder Schrift, in Wort und Tat auf dich flöht, mußt du wissen, wie du demgegenüber richtig zu denken, zu fühlen und zu handeln hast…“

    „ Und schließlich ist doch grade mitten in der besten Gemeinschaft jeder Mitmensch und Genosse achtbar und schätzenswert genug, ihn insofern als einen „anderen“ zu betrachten, daß du dem Verhalten zu ihm nicht dem Ungefähr überläßt. Das aber heißt, politisch sein…“

    Wie gehabt ist das Obenstehende eine Leseprobe und es freut uns hiermit   – in Beilagen –  eine weitere (die vorletzte) Skizze (S. 91 bis 97) aus dieses rabbinische Meisterwerk vollständig zu liefern:

    Bijlagen:
    BRESLAUER Leo Uwakschu 91b.jpg (112.7 KB)   
    BRESLAUER Leo Uwakschu 92.jpg (130.7 KB)   
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    BRESLAUER Leo Uwakschu 96.jpg (131.4 KB)   
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    BRESLAUER Leo Uwakschu 98.jpg (37.7 KB)   

    07-05-2019 om 21:25 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    05-05-2019
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    Rabbiner Pinchos KOHN

           (1867 - 1942) 

    PFLICHTEN UND RECHTE DER GOLAMENSCHEN


    Allerdings, wir gestehen es gerne zu, ein Auftrieb fehlt uns die treibende Kraft des Aufbaus. In diesem Dämmerzustand haben wir so etwas wie eine dumpfe Erinnerung an die Zeit, da die ganze Gola im Rahmen ihrer Möglichkeiten für das Heilige Land Sorge trug. Es gab allerdings auch eine Periode, in der das Umgekehrte der Fall war, in der die Palästinenser für die Golabrüder dachten, zur Zeit des Exilarchen, der Mesifta und der Gaonen. Das trug allerdings eine mehr konfessionelle Färbung.

    Nun ist es anders geworden. Palästina verlangt nicht nur, daβ die Gola dem Aufbau materiell zur Seite steht; Palästina fordert vielmehr auch, daβ die Gola gewisse Ideale, die ihr – ob mit Recht oder Unrecht, bleibe zunächst einmal dahingestellt – nun einmal heilig geworden, für sich behält und auf eine schematische Verpflanzung nach Palästina verzichtet.

    Was sich die Gola in schweren, schwersten inneren Kämpfen abgerungen hatte, das war das Primat der Thora, schlieβlich und endlich gipfelnd in der Gründung der Agudas Jisroëil; Die wurde seinerzeit als Krönung des Werkes von S.R. HIRSCH ז"ל angesprochen, und unter dieser Flagge zog sie in Palästina ein, allerdings – es zu leugnen, wäre unhistorisch – mit vorwiegender Betonung des Konfessionellen, in Polen sogar unter direkter Kampfstellung gegen die von zionistischer Seite in voller Konsequenz angestrebte Nationalisierung der jüdischen Belange. Das war der voraussichtlich letzte Erfolg dieser Auffassung vom Primat der Thora in der Gola. Schon damals regte sich Widerspruch auch in orthodoxen Kreisen. Diejenige Mentalität der Gola, welche die Thora und ihrer Befolgung das einzige Lebenselement und die einzige Lebensbetätigung eines bis zu den messianischen Zeiten latenten Nationalismus erblickte, stand vor ihrer Überwindung. Sie erfüllte die Jugend nicht mehr, welche in einer Sehnsucht nach Erfüllung der durch die Friedensschlüsse betonten Rechte der Minoritäten durch Palästina als Plattform kühnster Träume auf andere Träume ganz andere Bahnen zog. Dem sollte man klar ins Auge sehen; denn es ist wahrlich seltsam. Das Umlernen wird gleichfalls im Namen des Primats der Thora verlangt. Auch das sollte man klar erkennen.

    Die reinliche Scheidung, welche die Orthodoxie in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts  zu vollziehen suchte, hatte zwei Etappen, die der Selbsterhaltung und die Erziehung, beide in doppelten Sinn, gegenüber dem Ansturm der Reform und dem der Kultur der Umwelt. Die Reform hatte aus der Emanzipation die ganz klare Folge gezogen, welche in Samuel I, VIII, 20 gekennzeichnet ist. Denn auch  die Aufklärungsperiode hatte eigentlich die Religion nur bekämpft, soweit sie Richtlinie zu sein beanspruchte, und zwar weniger im individuellen Leben als in den sozialen Beziehungen der Menschheit. Im Engeren, das heiβt hier im Leben der Judenheit, war der Ausdruck der sozialen Beziehungen die Gemeinde, und diese zu entgelten, muβte das Bestreben der Reform sein. In diesem Sinne war der „Austritt“ eine soziale Tat, die sich wohl hütete, sich individuell färben zu lassen; man vergleiche Hirschs Scheidung zwischen Minuth und Minim.

    Wir gestehen gerne zu, daβ wir nun wieder einmal am Anfang stehen; auf den Schein der individuellen Emanzipation folgte den Schein der nationalen Emanzipation. Nicht Religion, sondern Konfession wurde Privatsache. Die Ahnen hatten es leichter, denn die Reform der Gemeinde hatte sichtbaren Ausdruck, der Vorstoβ gegen die Thora war klar. Unterscheidungen in weltanschaulicher Sphäre sind schwerer zu erfassen. Es ist also nicht so leicht zu sagen, hier ist das Primat der Thora geleugnet, hier ist eine Scheidewand. Das bittere, sehr bittere Problem ist hier nur, daβ allem Anschein nach wir die kommende Generation nicht so zu erziehen vermochten, daβ wir ihr zumuten dürften, ein Nebeneinander von Thoramotiven und anderen abzulehnen.

    Aber an uns dumme Golamenschen ergeht die Notwendigkeit, daβ wir aufs neue zu scheiden lernen zwischen dem durch Gemeindeeinrichtungen oder durch Weltanschauungen alterierten Primat der Thora.

    Manche, die höchstbegabten, werden vielleicht dazu imstande sein. Dem gröβeren Rest der weniger Begabten, bleibt nichts anders übrig, als warnend den Finger zu erheben. Nicht etwa um später zu sagen, ich habe es ja gleich gesagt, obwohl auch der Prophet Jeremia das öfters wiederholte, nur um die Gola zu retten, indem wir an ihre Bescheidenheit glauben.

    Pinchos KOHN

     

    NACHALASS ZWI  Eine Monatsschrift für Judentum in Lehre und Tat, herausgegeben vom Vorstand der Rabbiner-Hirsch-Gesellschaft  VII.Jahrgang S.21,22

     

    War bereits Bestandteil des Jeschurun Lehrganges Frühling und Sommer 5769/2009

    05-05-2019 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    03-05-2019
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    Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH

                  (1833 – 1900)

     

    הפטרת ערב ר"ח שחול שבת

     

    Aus dem Kommentar zur Haftoro des Wochenabschnittes ‚Machar Chaudesch‘

     

    “Kaum eine zweite Gestalt giebt es in der reichen Fülle der Gestalten, die uns in der Geschichte unseres Volkes entgegentreten, die also die wärmsten Sympathien gewonnen hätte, Keine auch, deren Bild lebenswärmer und farbenreicher gezeichnet wäre. Mag es immerhin dazu beitragen, daß wir Jonathan nicht als Herrscher in Lagen erblicken, die ihn zur kraftvoller Strenge und energischer Handhabung der Autorität genötigt hätten. Mag deshalb das Bild anderer Helden ein reicheres, thatenglänzenderes Leben zeigen: an Seelengröße, Hoheit der Gesinnung und edlem Mannesmute auch während der Vorahnung trübsten Geschickes reicht keiner an Jonathan heran. Ein edler Königssohn, der in dem Freunde den Rivalen, den vom göttlichen Ratschluß bestimmten Nachfolger auf dem sonst ihm zukommenden Throne ahnt, ihn dennoch die Freundschaft wahrt, seine Sache vertritt und ihn den Nachstellungen seines Vaters entzieht, der den gefährlichen Nebenbuhler beseitigen will, –    die Tragik seines Geschickes, die edle Ruhe, mit der er dem nicht durch eignes Vergehn verschuldeten Verluste des Thrones entgegensieht, – die Worte, mit denen er Treue gelobt und für seine Kinder geloben läßt, –  das alles zeigt Jonathans Gestalt von einem Abendrot umflossen, das noch nach Jahrtausenden uns nicht ohne tiefe Wehmut zu ihm sinnend und bewundernd aufschauen läßt.   Denn wenn je von einem Helden, so gilt von ihm , daß er  unterliegend des reinen Menschentums herrliche Palme errang.

    Das Blatt aus seiner und Davids Geschichte, das die Haftora uns reicht, zeigt ihn als den Herrlichen. Denn er hat bereits seine Höhe erreicht, David ist noch sehr jung, jedenfalls noch im ersten Mannesalter   kann seiner Stellung nach  hier nur passiv sein.“

     

    (Die Haftoroth übersetzt und erläutert, Frankfurt am Main 1896: S. 411-416  Kommentar zu Samuel I. Kap 20 V.18…)

    03-05-2019 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH

                  (1833 – 1900)

     

    הפטרת פרשת אחרי מות

     

    Aus dem Kommentar zur Haftoro des Wochenabschnittes Acharei Mauss

     

    Ezechiel  Kap, 22 V.1

     

     

    (Die Haftoroth übersetzt und erläutert, Frankfurt am Main 1896: S. 211 - 215  Kommentar zu Ezechiel Kap 22 V.1…) 

     

     

    Das Thorawort brachte zuerst die Lehre von den groβen Weihehandlungen, durch die alljährlich das Ideal der jüdischen Lebensheiligung vor der Trübung durch die Wirklichkeit des jüdischen Volkes geschützt, der Bund zwischen Jissroél und seinem Gotte erneut, und in dem Gelöbnisse ewigen Hinaufstrebens zur Gottesnähe Schutz vor den inneren und äuβeren Folgen einer sündhaften Vergangenheit und damit die Reinheit wieder gewonnen werden sollte. Sodann im Kap. 17 die Warnung vor Vergötterung der im ungebändigten Tierleben sich entfaltenden Naturtrieve und die Mahnung zur steten Unterordnung aller Kräfte und Triebe unter das Pflichtgebot, ferner die Warnung vor dem diese Unterordnung gefährdenden Blutgenusse, und endlich im Kap. 18 die Gesetze der Keuschheit als Grundbedingung der Erreichung der jüdischen Bestimmung und der Gewinnung und Erhaltung der jüdischen nationalen Selbständigkeit und des jüdischen Landes.

    Das Prophetenwort versetzt uns in Jerusalems letzte Tage und läßt vor unseren Augen ein Bild der Entartung entstehen, das in jedem seiner Züge den grausig crassen Gegensatz darstellt zu jenem Volksleben, welches das Gottesgesetz in Jissroél schaffen wollte. Entartung des Einzellebens, Entartung des Familienlebens, Entartung des socialen Lebens. Schrankenlose Herrschaft der Selbstsucht und der Genuβsucht, ungebändigte Sinnlichkeit und ungescheut geübte Gewaltthat, ja Mord, bilden das Gepräge des Einzel- und des öffentlichen Lebens, denn die Staatsgewalt steht gänzlich im Dienste entarteter Machthaber. Mit einem Worte: auch das Reich Juda ist mit allem diesen allerdings nicht unter, wohl aber gänzlich auf das Niveau der es umgebenden Völker hinabgesunken. Da ergiebt es sich denn die Naturnotwendigkeit, daß das zum Träger der Entfaltung reinen Menschentums bestimmte Land diese Bewohner „ausspeien“ muß (3 B.M. 18,28) und daß nur in schwerer Schule des Leides die Unreinheit getilgt und die ursprüngliche Reinheit wiedergewonnen, daß nur im Feuer der Läuterung das „Silber“ seiner Schlacken entledigt werden könne.

     

    (Die Haftoroth übersetzt und erläutert, Frankfurt am Main 1896: S. 211-215  Kommentar zu Ezechiel Kap 22 V.1…) 

    03-05-2019 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    01-05-2019
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    Rabbiner Dr. Salomon BREUER

                    (1850 – 1926)

     

     

    אחרי

     

    Belehrung und Mahnung  zur Wochenabschnitt

     Acharei Mauss

     

    ושמרתם את חקתי ואת משפטי אשר יעשה אתם האדם ויחי בהם „Hütet meine Gesetze, meine Rechtsordnungen, die der Mensch zu erfüllen hat, um durch sie Leben zu gewinnen.“

    Unsere ganze Aufmerksamkeit gilt der zweiten Hälfte dieses Satzes, enthält er doch die Begründung für die in den vorangehenden Sätze ausgesprochene Mahnung: hütet meine Gesetze und Rechtsordnungen, die der Mensch erfüllen muß wenn er Leben gewinnen soll. Sollen aber diese חוקים und משפטים, die den Inhalt der ganzen Thora ausmachen, von uns verwirklicht werden, dann müssen wir sie vor allem hüten, und zwar gilt diese Forderung, wie aus diesem Verse u entnehmen ist, in gleichem Ernst von den חוקים wie von den משפטים:  ליתן שמירה ועשיה לחוקים ושמירה ועשיה למשפטים mahnen die Weisen.

     

    Quelle: Rabbiner Dr. Salomon BREUER  „Belehrung und Mahnung“ dritter Teil „Leviticus“ J.Kaufmann Verlag Frankfurt am Main 1935 S. 40-47

     

    Die vollständige Droscho kann hier – in Beilage – :gelesen werden:

    01-05-2019 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    30-04-2019
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    Rabbiner Dr. Leo BRESLAUER

                 (1894-1983)

     

    ובקשו

     

    Ein  jüdisch-geschichtlicher Wegweiser“ von  Leo BRESLAUER. Frankfurt am Main  5695/1935







      Andererseits ist selbst eine Mustergemeinde in Palästina noch lange kein kleiner Gottesstaat.  Denn auch dort in „unserem“ Lande, herrscht – doppelt schmerzlich – Goluß, Innuj und Zwangsgastschaft. Und solange Erez-Jißroeil als Boden des Gottesstaates feiert, kann ohnehin „unser Land“ nicht den Auftrag an das Gottesstaatsvolk bedeuten, sich dort in nationalkultureller Ganzheit bodenständig zu etablieren, geschweige mit der Herausstellung eines autonomen Volkstums zu demonstrieren . Weder der Zionismus, noch seine Bekämpfung, noch irgendwelche wirtschaftliche Intentionen vermögen Erez-Jisroeil zu einer golußsinnwidrigen Aufgabe für uns zu stempeln – Aufbau des Landes? Aber (soll das Wort nicht Rausch und nicht Maske sein) : das Aufzubauende wäre doch das durch Chorbon Zerstörte, und zerstört ist nicht das Land als Volksland, sondern als Bestandteil des einst irdisch totalen, politisch mächtigen Gottesstaates, und den aufzubauen fehlt uns die Macht und die – Vollmacht. Wir können uns nur der Verheißung würdig machen. Die Völker der Staaten mögen jedenfalls  in noachider Gesetzlichkeit erdverwachsene totale, Kulturen bauen und pflegen (ja sogar Opferdienst dienen); denn dazu führen sie ein machtpolitisches Eigenleben. Wir hingegen leiden Goluß und Innuj. Gott wußte, warum er uns Land und Macht zugleich nahm. ...“

    „ Die örtliche  Gemeinde bildet zwar die Normalform der Vergemeinschaftung, aber nicht in dem Sinne, daß das Gemeinschaftsstreben nicht über sie hinauswachsen dürfe. Im Gegenteil. Eine gesunde, d.h. ihre Golußaufgabe sich bewußte und der Gemeinschaft der J’rei‘im  sich organisch verbunden führende Gemeinde will Baustein unserer Zukunft, nicht Grabstein unserer Vergangenheit sein. So wird sie aus eigenem Antrieb danach trachten und drängen, sich mit anderen gleichgesinnten zusammenzuschließen. Der landsmannschaftliche Gemeindeverband ist die angemessene Form der Gemeinschaftsbildung in den Ländern unserer Zwangsgastschaft. Von ihm gilt in noch höherem Maße dasselbe, wie von der Gemeinde: verleugnet er den in der Wahrheit der Tauro sprechenden zukünftigen Gottesstaat und sein ehrfurchtheischendes Hoheitszeichen der Zwangsgastschaft, dann fehlt ihm jegliche Legitimation, um im Namen des Judentums zu sprechen. Seine Existenz ist gegen jede Berechtigung, seine Kundgebungen sind höhere Willkür, seine Führer – Oberverführer, seine Gefolgschaft ein gesteigerter Jammer. Weiß er sich aber als höhere Erzihungs- und Dienstgemeinschaft für unsere unverfälschte Bestimmung, dann ist er eine wahrhafte, wesensgemäße Erscheinungsform des gottesvolkliches Golußjudentums und sein legitimer Sprecher, trägt (gleichgültig ob anerkannt oder nicht) einen Schimmer des Abglanzes gottesreichlichen Pracht –

    Allweltlicher Zusammenklang  der Gemeinden Gottkönigs – Gemeinschaft der J’rei’im  allüberall – wer wagt es zu hoffen? Und doch, dennoch! Gott will sein ganzes Volk…“         

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    30-04-2019 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    28-04-2019
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    אחרי מות

     

    הכזה יהיה צום אבחרהו, יום ענות אדם נפשו:

     

     

    Darf so das Fasten sein, wenn ich es erwählen soll – der Tag, an dem der Mensch seine Seele darben zu lassen hat? Etwa daß er wie ein Schilfrohr sein Haupt beuge und in Sack und Asche sich hülle? Solches willst du Fasten nennen und ein Tag des Wohlgefallens, einen gottgeweihten?!

    (Jesaia 58,5 Übersetzung Reb Dr.  Julius HIRSCH)

     

    1.

    Den Versöhnungstag im Jahr

    Widme deinem Gott allein,

    Heilig sei er dir fürwahr,

    Feiern soll ihn Groß und Klein!

    2.

    Und Genüsse halte fern,

    Meide sie nach Gottes Wort;

    Faste, bete, freudig lern‘,

    Gleich zu werden deinem Hort!

     

    Aus: Erbauungsbuch „Bibel- und Talmudschatz“ J.H. Kohn S.259  13.Auflage Hamburg 5691 – 1931

     

    Die beste Anschrift für antiquarische Judaica:

    Antiquarische Buchhandlung „Spinoza“ in Amsterdam

    Inhaberin: Frau Manja BURGERS

    http://www.spinozabooks.com

    28-04-2019 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    24-04-2019
    Klik hier om een link te hebben waarmee u dit artikel later terug kunt lezen.Rabbiner Dr. GUGENHEIMER Auszüge aus seinem „Deutscher Kommentar zur Hagadah schel Pesach“ (2)
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    Rabbiner Dr. R.GUGENHEIMER

     

    Auszüge aus seinem „Deutscher Kommentar zur Hagadah schel Pesach“ (2)

     

    שהחינו  Hat man einen Freund dreißig Tage nicht gesehen, so spreche man bei seinem Anblicke: „Gepriesen seist du, Ewiger, unser Gott, König der Welt, der uns hat leben und bestehen und uns hat erreichen lassen diese Zeit“. So sprechen wir auch beim Empfange eines jeden Festes. Und gibt es wohl ein schöneres Fest, einen besseren, einen trauteren Freund als das Pesachfest. Ein Volk, das einen solchen Freund besitzt, dem ist das Leben nicht, wie jener bekannte Pessimist lehrt, ein Geschäft, das nicht die Kosten deckt. Es trinkt ihn aus den Trank der Labe und vergißt den großen Schmerz. Und wenn auch noch so groß der Schmerz den ihm seine Feinde zugefügt, nie rächt es sich, es wäscht seine Hand in Unschuld ורחץ, nie fehlt ihm das Kräutlein der Geduld כרפס, stets teilt es sein Brot mit seinen Feinden יחץ. Darum sagen wir nicht: „Hausieren  und Betteln ist hier verboten“, sondern dankbar aufwärts und freudig rückwärts schauend denken wir zurück an unsere Armut und מגיד, sprechen:

     

    הא לחמא עניא Das ist das Brot der Armut, das unsere Väter in Mizraim gegessen. Liebend seitwärts, im Sinne von R. Huna und im Gegensatz  zu den Ägyptern, die nie mit Fremden speisten, fügen wir hinzu: „Wer hungrig ist, komme und esse mit, wer bedürftig ist, komme und feiere das Pesachfest“. So können wir uns reich fühlen in dem Bewußtsein, dem ältesten und bedeutendsten Volke anzugehören, das nicht auf das goldene Zeitalter, auf die s.g. gute, alte Zeit sehnsuchtsvoll zurück schaut, sondern mutig vorwärts blickt. „In diesem Jahre hier,

    im nächsten“, in einem „nachkommenden Jahre im Lande Jissroéls“ in dem Lande, das nicht wie Ägypten nur ausgezeichnet ist durch die großen  seine große Fruchtbarkeit, das vielmehr auch ausgezeichnet ist durch die großen Gotteskämpfer, durch die Propheten und Psalmisten, die großen Könige, die heldenmütigen Makkabäer, die hervorragenden Gesetzeslehrer, „in diesem Jahre hier, im nächsten Jahre im Lande Jissroéls“. Es kommt eine Zeit, in der man nicht mehr wie in Ägypten sagen wird, wir seien Fremde in dem Lande, das wir bewohnen, in der man vielmehr zu der Überzeugung gelangen wird, daß wenn auch die Liebe zu dem gelobten Lande nimmer erkalten wird in unserem Herzen, dennoch das Land, dessen Wohl wir fördern, nicht obgleich wir Juden, sondern weil wir Juden sind, und das wir mit unserem Blute verteidigt haben, ebenso wie früher „das Land Jissroél“ auch uns gehört wie den anderen Bewohnern. Es kommt eine Zeit, in der man abstreifen wird die Fesseln des ägyptischen Rassen- und Klassenhasses, in der man sich frei machen wird von allen Vorurteile, dann wird auch dem jüdischen Volke die Stunde der Freiheit schlagen.

     

    Deutscher Kommentar zur Hagadah schel Pesach”

    Von Dr. R. Gugenheimer, Rabbiner der Israelitischen Kultusgemeinde in Kolin.

    Verlag von Sänger & Friedberg Frankfurt am Main 1912-5672

     

    Die allerbeste Anschrift zur Bestellung von antiquarische Judaica

    BUCHHANDLUNG SPINOZA AMSTERDAM

    Inhaberin: Frau Manja  Burgers

     

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    24-04-2019 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    23-04-2019
    Klik hier om een link te hebben waarmee u dit artikel later terug kunt lezen.Rabbiner Dr. Leo BRESLAUER „Ein jüdisch-geschichtlicher Wegweiser“ (16)
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    Rabbiner Dr. Leo BRESLAUER

                 (1894-1983)

     

    ובקשו

     

    Ein  jüdisch-geschichtlicher Wegweiser“ von  Leo BRESLAUER. Frankfurt am Main  5695/1935





    „ Da wird kein unkultivierter  Rohling geduldet. Also ist der  disziplinierte Respekt vor der von unserer Gottheit uns gesetzten Lebensordnung der Chukim und Mischpotim die Bildung der Gebildeten und der Anstand der Anständigen. Die Erwerbung der Gauj-kodausch-Qualität ist erste Pflicht für jedermann.

    Da bekommt jeder Am-hoorez, der Leiblichkeit des Derech-eretz Verhaftete, des Idealbild jüdischer Ganzheitlichkeit und Kulturgröße zu wissen.“

     „ Daraus folgt daß eine Gemeinde, deren Statuten und Führung dieser gottesstaatlichen Tendenz widersprechen, nicht verdient jüdische Gemeinde zu heißen, ja überhaupt keine gemeindliche Existenzberechtigung hat ; ihre Kundgebungen sind Willkür, ihre Führer – Verführer, ihre Geführten – ein Jammer. Ganz abgesehen von  der neuzeitlichen Schande, der führenden Repräsentation  gottesvölkischer Gemeinschaften durch bekenntnis - und gehorsamssüchtige Personen, was in anderen Bekenntniskreisen kaum seinesgleichen finden dürfte, und wobei man nicht weiß, ob man sich mehr über die ehrvergessene Nachsicht der Geführten wundern soll oder über die anmaßende Taktlosigkeit der Repräsentanten, welche augenscheinlich die alten Befürchtungen  unserer Weisen hinsichtlich der Entwicklung im Goluß aufs traurigste bestätigt. Die bewußten Anhänger Gottkönigs  inmitten dieser Gemeinde werden sich nur einem wirklich übermächtigen Zugehörigkeitszwang  und auch dem nur mit zunehmend verbittertem Groll fügen. Sie werden das wahre Wesen der jüdischen Gemeinde nicht mit dem formenden Bestimmungen eines Landesgesetzes, dem sie etwa unterworfen  ist, verwechseln, sondern unverfälscht im Herzen und im Auge  behalten und, unbeirrt durch scheingemeindliche Arroganz, die Pflicht  zur echten Gemeindebildung als ihre Lebensaufgabe betrachten. Aber zur echter Gemeindebildung! …  



    Wie gehabt ist das Obenstehende eine Leseprobe und es freut uns hiermit   – in Beilagen –  der 2 .Teil einer weiterer Skizze (S. 81 bis 86) aus dieses rabbinische Meisterwerk vollständig zu liefern:

    Bijlagen:
    BRESLAUER Leo Uwakschu 81.jpg (129.9 KB)   
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    23-04-2019 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    22-04-2019
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    Samson Raphael HIRSCH

     

    SF’VIRO  (ספירה)

     

    (Aus Chauréw Kap. 29.)

     

    § 214.

     

    Wie  du mit dem Tage nach Schabboss die Tage nach dem Schabboss  zu zählen beginnst, 1ster, 2ter, 3ter nach Schabboss u.s.w. damit auszudrücken, das erst im Leben der Woche die am Schabboss empfangene Weihe, und somit der Schabboss selbst, seine Vollendung finde, indem der Schabboss zur Weihe für die Woche gesetzt sei (§196), - also fängt mit dem Tage nach dem 1sten des Péßachsfestes, also mit dem 16ten Nisson, du an, Tage nach dem Péssachtag zu zählen, also 1ster, 2ter, 3ter u.s.w. im Aumer, d.i. nach Péßachtag  (§ 303), immer 7 zur Woche schlagend, und stellt so den Péßach gleichsam dem Schabboss da (wie er auch immer für Jissroél ist, was Schabboss ursprünglich für Menschheit) bis du solche 7 Péßachsschabbossauss gezählt, und den Tag nach dem 7ten Tag Péßachschabboss machst du Schowuauss,  auszudrücken, festzuhalten und fürs Leben zu beherzigen: daß Péßach seine Vollendung nur in Schowuauss finde, d.h. Freiheit und aller Segen, der in ihr liegt (und auch der damit verbundene Bodenbesitz) nur erst Wert, Wirklichkeit und Bedeutung durchs Gesetz der Thauroh erhalte; wie denn nur, um Diener der Thauroh zu werden, Jissroél aus dem Dienste Mizrajims befreit wurde; wie ja auch gleich im ersten Befreiungsauftrage an Mauscheh dieses geistige Ziel der körperlichen Befreiung ausgesprochen wurde: „wenn Du hinausgeführt hast das Volk aus Mizrajim werdet ihr Diener Gottes an diesem Berge“ (II, 3, 12) (Vgl. § 167.) – Aus (§ 301-304) ergibt sich leicht, warum diese Zählung am Aumerdarbringung geknüpft ist. –

    Mit dem Abend auf den 2ten Tag beginnst du zu zählen, immer 7 Tage zu einer Woche schlagend, bis du 49, das sind 7 Wochen zählest, und am 50. Tag machst Du Schowuauss. Es werden ausdrücklich Tage und Wochen gezählt, z.B. am 8ten Tage, d.i. 1 Woche und 1 Tag im Aumer u.s.w. Man zähle im Anfang der Nacht. (Siehe  א"ח489.)

     

    § 215.

     

    In dieser, der Wertschätzung der Thauroh über alles geweiheten, Zeit von Péßach bis Schawuauss, starben einst fast alle Träger der Thauroh des Zeitalters, allesamt Schüler des R. Akiwo weil, wie es (יבמות סב' ב') heißt; sie sich nicht gegenseitig geehrt, oder nach (ב"ר ס"א) sie neidischen Auges aufeinander gewesen – also selber die Thauroh in ihren Trägern nicht geachtet und geliebt hätten – und öde lag die Zeit an Säulen der Thauroh bis zum zweiten Male R. Akiwo durch neue Schüler neu die Lehre stützte. –

    Und ein Jahrtausend nachher in denselben der Thauroschätzung geweihten Tage, zeigten vor allem in Deutschlands schönsten Gauen, Jissroéls Söhne und Töchter, daß sie wohl in Tat zu verwirklichen verstünden die Bedeutung dieser Sf’virozeit, zeigten tausende von Jissroéls Sprösslingen, daß ihnen das Leben und alle seine Güter wertlos seien, wenn nur Lossagen von Thauroh sie erhalten könne – und bluteten um Thauroh standhaft unter den Streichen verblendeten Wahnes von Kreuzzüglern (.ד, ת'ת'נ'ו 1096 vorzüglich).

    Durch beides erhielt fortan diese Zeit einen Anstrich öffentlicher Trauer, alle Geschlechter Jissroéls hinab zu mahnen, die Träger der Thauroh: nur von dem Wert des Guts erfüllt zu sein, dessen Träger sie sind, zu achten und zu lieben jeden, der gleich hohem Berufe lebt, sich zu freuen der Zahl der Mitgenossen und ihrer Ehre – und – den eigenen Wert nicht zu kennen;–  zu mahnen jeden Sohn und jede Tochter Jissroéls: den Tod solcher Vordern in Leben zu  umwandeln, und fortzutragen, als höchstes Gut treu fortzutragen das Gut, um das jene gestorben. –

    Diese öffentliche Trauer findet ihren Ausdruck darin, daß keine Hochzeiten in ihr statthaben, die äußere Persönlichkeit wie bei Leidtragenden (§ 316) durch Barttragen vernachlässigt wird; siehe („493).

    22-04-2019 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    19-04-2019
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    Rabbiner Dr. R.GUGENHEIMER

     

    Auszüge aus seinem „Deutscher Kommentar zur Hagadah schel Pesach“

     

    S.1

    Die Ägypter waren nach Stand und Beschäftigung in mehrere Klassen eingeteilt. Die vornehmste und angesehenste Klasse bildeten die Priester. Doch das jüdische Volk kennt kein Kastenwesen. Es wird ein Priestervolk genannt und jeder Jude versieht am Sederabend an seinem Tisch an der Hand der Hagadah den Priesterdienst, den Gottesdienst. Wie diese Hagadah aus drei Teilen besteht und der erste, die eigentliche Hagadah, von מה נשתנה bis גאל ישראל nebst den darauf folgenden Hallelpsalmen und dem Nischmathgebete der talmudischen Epoche (etwa vom 2. bis 6.Jahrhundert), der zweite vonהאל בתעצומות  bis ואמרתם זבח פסח der gäonisch-rabbinischen Zeit (vom 7. Bbs 12. Jahrhundert) und der dritte Teil von כי לו נאה bis zum Schlusse dem 14. Und 15. Jahrhundert angehört, so gaben alle Zeiten dem Juden zu denken und Veranlassung für seine Erhaltung dem Lenker der Geschichte zu danken.

     

    קדש, Heiligung lautet das erste Stichwort der Hagadah, doch die jüdische Religion, die jüdische Heiligkeit besteht nicht im Weltschmerz und Weltverachtung, vielmehr entspricht es ganz der jüdischen Lebensanschauung, dem frommen jüdischen Frohsinn, auch das Pesachfest mit dem Pokale in der Hand zu begrüßen. „Gepriesen seist du Ewiger, unser Gott, König der Welt, der uns auserwählt hat aus allen Völkern“ – sprechen wir auch im Kidusch. Und wahrlich, Ägypten hat in alten Zeiten Wissenschaft gefördert, Babylonien Pomp und Vergnügen, Athen die schöne Künste, Tyrus und Karthago den Handel, Rom den Krieg, England gegenwärtig den Welthandel, die Schweizer rühmen sich der politischen Freiheit, die Amerikaner ihr Nützlichkeitsgesetzes, Jissroél aber hütet das Gottesgesetz. In diesem Sinne preisen wir Gott dafür, daß er uns auserwählt hat vor allen Völkern, daß er wie ihnen so auch uns eine besondere Mission angewiesen, אשר בחר בנו daß er uns stets von neuem mit die Kraft eines בחור, eines Jünglings erfüllt hat, sodaß wir uns bis heute unseren Jugendmut und unsere Jugendstärke bewahrt haben. „Und er hat uns erhoben über alle Zungen“. Die heilige Sprache, in der die heilige Schrift in der die heilige Schrift niedergelegt ist, erhebt uns über alle Zungen, über alle Völker. Darum preisen wir Gott, daß er uns geheiligt hat durch seine Gesetze“, durch seine belebenden, erfreuenden und beglückenden Satzungen, die vernunft- und naturgemäß sind, gleich der Institution  des an jeden siebenten Tage wiederkehrenden Sabbat, der mit der Zeitrechnung des Mondmonats, mit der natürlichen Verteilung desselben zusammenhängt und gleich den Festzeiten des Jahres, die nicht nur Nationalfeste sind, sondern auch der Natur ganz entsprechen. „Du hast gegeben in Liebe Feiertage zur Freude, Feste und Festeszeiten zur Wonne“, die nicht in Saus und Braus, bei wüsten Trinkgelagen verbracht, sondern als מקרא קדש als einen Aufruf zur Heiligung, zur Selbstvervollkommnung betrachtet werden sollen.

     

    Deutscher Kommentar zur Hagadah schel Pesach”

    Von Dr. R. Gugenheimer, Rabbiner der Israelitischen Kultusgemeinde in Kolin.

    Verlag von Sänger & Friedberg Frankfurt am Main 1912-5672

     

    Die allerbeste Anschrift zur Bestellung von antiquarische Judaica

    BUCHHANDLUNG SPINOZA AMSTERDAM

    Inhaberin: Frau Manja  Burgers

     

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    19-04-2019 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    18-04-2019
    Klik hier om een link te hebben waarmee u dit artikel later terug kunt lezen.Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH aus dem Kommentar zur Haftoro des 1. Tag Pessachs
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    Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH

                  (1833 – 1900)

     

    הפטרה ליום ראשון של פסח

     

    Aus dem Kommentar zur Haftoro des 1.Tag Péssachs

     

    Josua, Kap. 3, Vers 5 und folgende

     

    Kap. 5, V. 2. An dem Gedächtnistage des ersten Péßach, des Auszuges aus Ägypten, werden uns aus dem Prophetenworte die Umstände vergegenwärtigt, unter denen das erste Pessachopfer im Lande unserer Bestimmung dargebracht, und das erste Péßach im Lande unserer Bestimmung gefeiert wurde.

     

    בעת ההיא וגו' zu jener Zeit, da bei den emoritischen und kaanitischen Königen unter dem Eindrucke des wunderbaren Durchzuges Jissroéls durch den Jordan tiefe Entmutigung Platz gegriffen, wie dies im vorhergehenden Verse berichtet war, zu diese Zeit, die wie keine andere zum raschen Angriffe reizen musste, wenn es sich um eine Eroberung durch Menschenkriegskunst handelte, ward dem jüdischen Führer der Auftrag, sein ganzes Heer zeitweilig – kampfunfähig, bis zur vollendeten Wehrlosigkeit kampfunfähig zu machen! Kann es unter solchen Umständen einen befremdlicheren Auftrag geben? War es nicht geradezu ein Akt des Selbstmordes, der ihnen durch diesen seltsamen Befehl angesonnen wurde, brachten sie nicht ihre Frauen und Kinder in äußerste Gefahr? Wie rasch musste sich die Kunde von ihrer selbstbereiteten Hilflosigkeit unter die Bevölkerung verbreiten, in deren unmittelbaren Nähe sie lagerten, und die Mutlosigkeit schlug in wildeste Kampflust um, die den Wehrlosen gegenüber auch den Feigsten zum Helden macht – und das Schicksal der dem Racheschwerte zweier Männer erlegenen bedauernswerten einstigen Bewohner Sichems war unabwendbar auch das ihrige!! Es war eine Großtat unbedingter Hingebung an Gott als seinen einzigen Führer, die mit diesem Befehle vom Jissroél gefordert wurde, es war die leuchtendste Großtat  unbedingten Gehorsams, mit der Jissroél in Erfüllung dieses Befehles sein unbegrenztes Gottesvertrauen besiegelte. Wie einst die Väter  vor dem ersten Péßach in Ägypten durch die Tat des  „Grossen Sabbaths“, der zehnten Nisson, durch die in Erfüllung des Gottesgebotes vollzogene kühne  Herausforderung des Zornes ihrer mächtigen Zwingherrn ihre Würdigkeit zu erweisen hatten: ganz ebenso ward ein solcher Beweis vor dem ersten Péßach im Lande ihrer Bestimmung von den Söhnen gefordert – und von ihnen in nationaler Ruhmestat vollbracht. So hat die göttliche Erziehung durch die vierzigjährige Wüstenwanderung einen glänzenden Triumph gefeiert. Jissroéls Söhne zeigten, daß sie von dem Schicksale ihrer in den Wüstengräbern ruhenden Väter gelernt hatten, an die nicht umsonst V. 6 erinnert wird. Sie zeigten, daß sie auch die Bedeutung des Zurückweichens der Fluten des Jordans vor der Gesetzeslade ihres Gottes in ihrer ganzen Tiefe begriffen hatten, die sie durch ihre eigene Tat nunmehr alle Folgegeschlechtern zu bekunden hatten, die sie durch nicht der Strategie des jüdischen Feldherrn, nicht der „Schärfe“ des jüdischen Schwertes, wir nur in der Selbstüberwindung und unbedingtem Gehorsam bewiesenen Treue gegen das göttliche Gesetz allein die Besitznahme de jüdischen Landes zu verdanken sei. In dieser Beleuchtung gewinnt auch der Ausdruck חרבות צורים, „scharfe Schwerter“, für die Mila-Messer seine volle charakteristische Bedeutung. Und dieser eigenes Heer kampfunfähig macht, und dieses Heer von Kriegern, das dem Schmerze und der Feindesgefahr sich ruhig preis gibt, sie bieten ein Bild erhabener Heldengröße, dem die Geschichte nichts Ähnliches zur Seite zu stellen hat. Es ist der Gottesodem in der Geschichte des jüdischen Volkes, der uns auf diesem Blatte unserer Geschichte entgegenweht.

    (Die Haftoroth übersetzt und erläutert, Frankfurt am Main 1896: S. 457- 466  Kommentar zu Josua Kap. 3 V.5…) 

    18-04-2019 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    17-04-2019
    Klik hier om een link te hebben waarmee u dit artikel later terug kunt lezen.Rabbiner Ludwig STERN: Das Überschreitungsfest
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    Rabbiner Ludwig STERN

              (1812-1890)

    61. Das Überschreitungsfest oder Fest der ungesäuerten Brote.

    (פסח, חג המצות)

    1.       Geschichtliche Bedeutung. Das Überschreitungsfest ist als Denkmal eingesetzt, das uns an dieBefreiung Jissroéls aus Ägypten erinnern soll; darum nennen wir dieses Fest im Gebete זמן חרותנו, die Zeit unserer Befreiung. Mit dem Augenblicke dieser Befreiung trat Jissroél in die Reihe der selbständigen Völker ein, mit ihr beginnt unsere viel mehr als dreitausendjährige Geschichte. Darum ist dieses Fest das Geburtsfest Jissroéls als Volk. Der Namen, פסח, Überschreitungsfest erinnert uns daran, daβ Jissroél verschont blieb vor den Strafen, welche Gott über die Ägypter verhängte, weil sie Jissroél nicht freigeben wollten, insbesondere daβ der Tod über Jissroéls Häuser hinwegschritt; (פסח, hinwegschreiten), als die Erstgeborenen der Ägypter starben.

    Die Bennenung חג המצות, Fest  der ungesäuerten Brote, hat ihren Grund darin, daβ uns der Genuß gesäuerten Brotes an diesem Feste verboten, der Genuβ ungesäuertes Brotes aber an den beiden ersten Abenden geboten ist (siehe unten 3). Diese Vorschriften sollen uns daran erinnern, daβ die Befreiung so rasch eintrat, daβ es unseren Vätern nicht möglich war, das zur Wegzehrung bestimmte Brot säuern zu lassen, weshalb sie es ungesäuert backen muβten. Auch soll dieses Brot uns das karge und geringe Sklavenbrot vergegenwärtigen, das unsren Vätern in Ägypten gereicht wurde. Nach der Überlieferung war es der siebenten Tag nach dem Auszuge, an welchem Jissroél trocknen Fußes durchs Meer ging; an dieses größte aller Wunder erinnert uns daher der siebenten Tag des Festes. Beim Gottesdienste erhält dieses Erinnerung Ausdruck durch die Thoravorlesung (II. Mos. 13,17 bis 15,26) und Festgesänge.

    2.       Jahreszeitliche Bedeutung. Die Thora gebietetn daß das Pesachfest zur Anfangszeit des Früihlings, אביב, gefeiert werden soll. Das Frühlingsfest des israelitischen Volkes soll zusammenfallen mit dem Frühlinge der Natur. Denn wie dieser nach dem Winter neu erwachte, so erwachte Jissroél in Ägypten, so wird es dereinst wieder erwachen aus Druck und Leiden. Im Tempel erhielt diese jahreszeitliche Bedeutung Ausdruck durch Opferung der ersten Gerstengarbe des Jahres (עומר). Bei unsrem heutigen Gottesdienste besteht die Frühlingsfeier darin, daß wir vom Mußafgebetes des ersten Festtags an die Bitte um günstige Winterwitterung (משיב הרוח) auslassen und um günstige Sommerwitterung, insbesonder um Tau ([טל) bitten.

    3.       *...

    עמודי הגולה Die Vorschriften der Thora welche Jissroél in der Zerstreuung zu beobachten hat. Ein Lehrbuch der Religion für Schule und Familie von Ludwig Stern, Direktor der israelitischen Schule in Würzburg. Zweite vermehrte und verbesserte Auflage (S.155 - 157) Frankfurt a.M. Verlag von J. Kaufmann 1886

     

     

    17-04-2019 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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