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Rabbiner Samson Raphael HIRSCH
(1808-1888)

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Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH
(1833-1900)
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Rabbiner Dr. Salomon BREUER
(1850 - 1926)
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Rabbiner Dr. Raphael BREUER
(1881-1932)
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Reb Julius HIRSCH
(1842-1909)
Jubelsinget, Gerechte, in Gottesanschauung, den Geraden geziemt Thatenoffenbarungslied (Psalm 33)

ברוך הבא!    السلام عليكم!

 

Welkom op de blog van de studievereniging JESJOEROEN, Jodendom tegen Zionisme


Thoratrouwe antizionistische inzet en anti-imperialistische solidariteit. U vindt hier Rabbijnse teksten (vooral Samson Raphael HIRSCH strekking), nieuws en achtergrondinfo.

 

Bienvenue sur le blog de l'association d’étude YECHOUROUN, Judaïsme contre Sionisme.

 

Nous proposons des textes rabbiniques, (surtout de l’école de Samson Raphael HIRSCH) ainsi que des infos et documentations, le tout avec engagement antisioniste et solidarité anti-impérialiste, inspirés par la fidélité à la Torah. Visitez notre blog similaire en langue française: www.bloggen.be/yechouroun .  

 

Willkommen im Blog des Studienverbandes JESCHURUN, Judentum gegen Zionismus.

Wir bieten Rabbinische Texten (hauptsächlich von der Samson Raphael HIRSCH Tendenz – meistens in deutsche Originalfassung), sowie Nachrichten und Hintergrundinformationen, im ganzen mit Thoratreues antizionistisches Engagement und anti-imperialistische Solidarität.

 

Welcome to the blog of the Study Association YESHURUN, Judaism against Zionism.

We propose Rabbinical texts (mostly from the S R HIRSCH tendency), news and information, the whole inspired by Thora-true anti-Zionist Commitment and anti-imperialist Solidarity.

Inhoud blog
  • 17. Tammus: Fasttag
  • Psalm 106,30 und Sprüchlein zur Wochenabschnitt Pinchos
  • Samson Raphael HIRSCH: Aus dem kommentar zur Wochenabschnitt BOLOK
  • Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH aus dem Kommentar zur Haftoro Bolok
  • Rabbiner Dr. Salomon BREUER zur Wochenabschnitt Bolok
  • Jacob Israel DE HAAN „Bei König Feisul und Emir Abdullah“
  • Aus dem „politischen” Testament Rabbiner Hirsch’s (5)
  • Psalm 109,28 und Sprüchlein zur Wochenabschnitt Bolok
  • Rabbiner Samson Raphael HIRSCH Komm. Wochenabschnitt CHUKASS
  • Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH aus dem Kommentar zur Haftoro Chukass
  • Rabbiner Dr. Salomon BREUER zur Wochenabschnitt Chukass
  • Rabbiner Dr. Salomon BREUER Programmrede auf der Konferenz von Kattowitz
  • Aus dem „politischen” Testament Rabbiner Hirsch’s (4)
  • Psalm 106,32 und Sprüchlein zur Wochenabschnitt Chukass
  • Rabbiner Dr. Leo BRESLAUER: „Hawdolo”
  • Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH aus dem Kommentar zur Wochenabschnitt Kaurach
  • Rabbiner Dr. Salomon BREUER zur Wochenabschnitt Kaurach
  • Rabbiner Samson Raphael HIRSCH: Kommentar Segenspruch „…der dem Hahne Verstand gegeben zu unterscheiden....“
  • Aus dem 'politischen' Testament Rabbiner Hirsch's (3. Auszug)
  • Sprüche 24,21 und Sprüchlein zur Wochenabschnitt Kaurach
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    Judentum gegen Zionismus
    08-04-2019
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    Samson Raphael HIRSCH

     

    Jaum Tauw PéSSACH (2.Folge)

     

    (איסור אכילה הנאה ומציאה ומצות שביתה של חמץ)

     

     

    (Aus Chauréw Kap.26 Genuss- und Besitz-Verbot und Wegräumungs- Gebot des Choméz)

     

    Es bleibe euch dieser Tag zum Andenken

    und feiert ihn Haschém zum Feste

    für eure Geschlechter,

    eingesetzt für alle Zeit

     feiert ihn.

    Sieben Tage sollt Mazzauß essen,

    nur am allerersten Tag

    müsst ihr aufhören lassen Sauerteig aus euren Häusern.

    Denn wer Choméz isst

    Der Mensch wird vernichtet aus Jissroél,

    also vom ersten Tag bis zum sieben Tage.

            

    Sieben Tage

    soll Sauerteig

    nicht gefunden werden in euren Häusern,

    denn wer säuerhaltiges isst,

    der Mensch wird vernichtet aus Jissroéls Gemeine,

    sei’s Aufgenommener oder Eingeborener des Landes,

    nichts Säuerungshaltiges sollt ihr essen,

    in allen euren Wohnstätten sollt ihr Mazzauß essen. (II, 12, 14, 19)

     

    § 198.

     

    Daß sie ersteres war, und daß Jissroéls Enkel ewig wahr und ewig neue sie als solche beherzigen, – daß du nicht etwa wähnest, ein neuer Geist habe sich der Väter nach langer Sklaverei bemeistert, sie haben sich erhoben und in menschlichem Kampfe gekämpft und sich selbst errungen die Freiheit im Sieg über ihre Zwingherren; sondern es beherzigest: Gottes Wort allein war’s, der Jissroéls Kerker sprengte, und sie, die in Sklaverei Versunkenen, aller Kraft und äußerer Selbständigkeit beraubten, gingen frei aus, von diesem Gotteswort getragen, – und darum, wie alle Menschen mit Geschöpfesdasein, für alle Zeitenentwicklung Gott an, – dazu  spricht die Thauroh: Sei eingedenk deines Errettungstages, daß Haschém, dein Gott – nicht du – dich mit seiner Allmacht führte aus deiner Sklavenheimat, – und bezeuge dies für dich und andere dadurch, daß in den Tage deines Errettungsfestes du kein Gesäuertes in deinem Besitz habest, ja es selber vor dem Feste  aus deinem Besitze fortgeschafft habest.

    08-04-2019 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    07-04-2019
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    Rabbiner Dr. Pinchas KOHN

              (1867-1942)

     

    NOTIZEN

    „Jüdische Monatshefte“ 3, Februar 1914

     

    Im diesjährigen Januarheft der Zeitschrift „Ost und West“ schreibt Herr Dr. Eppenstein, Dozent am Berliner Rabbinerseminar, einen Artikel über Dr. David Hoffmann, Rektor des Rabbinerseminars zu Berlin. Da heißt es u.a.: „Die Quellen der Tradition erschließend, behandelte er ebenso wie der Begründer der wissenschaftlichen Talmudforschung, Zacharias Frankel, die Mischna, in seiner lichtvollen Abhandlung: „Die erste Mischna und die Kontroverse der Tannaim“. Unseres Erachtens erweist man dem Rabbinerseminar und seinem Rektor einen schlechten Dienst, wenn man Letztere zu Frankel, dem früheren Rektor der Breslauer „Schwester-Anstalt“, in Parallele setzt. Frankels Mischna-Forschungen beruhen auf einem Bruch mit eine der wichtigsten dogmatischen Grundlagen des überlieferten Judentums: auf der Leugnung des göttlichen Ursprungs der mündlichen Lehre. Ja, es liegen schriftliche Äußerungen Frankels vor, die auch über seine Stellung zur schriftlichen Thora ein seltsames Licht verbreiten. Die Toleranz, die über einen solchen Tatbestand hinwegzuschauen vermag und es fertig bringt, den typischen Vertreter der „Breslauer Richtung“ als „Begründer der wissenschaftlichen Talmudforschung“ zu feiern, ist ebenso bedenklich, wie der Mut, zwischen Breslau und Berlin analoge Beziehungen zu schaffen.

    ______

     

    „Trotz aller seelischen und äußeren Hemmungen, die den in Betracht kommenden Herren den Austritt als eine Tat äußerster Selbstüberwindung erscheinen lassen müssen, war die Entrüstung über das Attentat des Vorstandes damals doch so stark, daß der Gedanke des Austritts plötzlich hohe Aktualität erlangte und sozusagen in der Luft lag. Vielleicht wäre er bei den führenden Männer damals sofort zur Tat geworden, hätte nicht das Band der Liebe und Anhänglichkeit, das die Männer an die Religionsgesellschaft knüpfte, gerade in jenen Tagen aus bekannten Ursachen starke Proben zu bestehen gehabt; man begann also, um nicht austreten zu müssen, zu verhandeln“. (Der Frankfurter Israelit 1914 Nr.1).

    Wohin soll es führen, wenn persönliche Sympathien und Antipathien als Entschuldigungsgründe für ein religionswidriges Verhalten im Gemeindeleben herhalten dürfen? Muss dieses liebevolle Versenken in die Psyche der Austrittgegnerschaft nicht verwirrend auf die Kreise der Religionsgemeinschaft wirken, die seit Jahr und Tag gewohnt sind, das Verbleiben  in der Reformgemeinde als einen איסור bezeichnet zu hören?

    _________

     

    Nichts liegt mir ferner, als in meinen folgenden Ausführungen den Zionismus zu bekämpfen, was ja auch nicht in den Aufgabenkreis der Agudaß Jißroel gehört“. (H. Eisemann im Israelit Nr. 4; 22. Januar 1914)

    Es ist selbstverständlich, dass die Agudaß Jißroel ihre Kräfte in bloßer Polemik  gegen den Zionismus nicht aufreiben darf. Durch eine ständige Betonung ihrer Friedensliebe kann aber die Agudaß Jißroel bei der großen Masse, die nicht in allen ihren Schichten urteilsfähig ist, in den Ruf kommen, daß sie den Zionismus gar nicht für ein so bedenkliches Ding halte, das mit aller Energie bekämpft werden müßte. So ganz ohne Kampf, ohne Polemik und klare Frontstellung gegen den Zionismus wird sich die Agudaß Jißroel niemals betätigen können, will sie die Gefahr vermeiden, was sie auf der einen Seite durch praktische Arbeit gewinnt, auf der andern Seite durch Duldung von Begriffsverwirrungen im eigenen Kreise zu verlieren.

    Soll doch die Agudaß Jißroel nichts anders sein, als die Organisation der jüdischen Bekenntnisgemeinschaft. Diese jüdische Bekenntnisgemeinschaft kann und darf aber über eine so wichtige Sache, wie es der Zionismus ist, nur eine Meinung haben. Einer Idee gegenüber, die gleich dem Zionismus die Grundlagen der jüdischen Religion, des jüdischen Bekenntnisses, der jüdischen Bekenntnisgemeinschaft tangiert, Neutralität zu bewahren, das ist nicht einmal diplomatisch, denn der Zionismus wird schon die Agudah zwingen, ihre Stellung klar zu formulieren.

     

    Dr. P. KOHN

    07-04-2019 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    05-04-2019
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    NISSAN

     

    „Werden diese Gebeine wieder aufleben?“ (Jecheskel K.37,3) –

    Die materialistische Weltanschauung und Jeziath- Mizrajim

    (2. Folge)

    Siehe, es ist da, das Péssachfest! Und wie aus des Propheten Mund einst ruft es über die weite Erde hin:

    מארבע רוחות באי הרוח ופחי בהרוגים האלה ויחיו! „Von Ost und West, von Süd und Nord komme Geist! Hauche diese Erstorbenen an daß sie aufleben!“

    77- Lasset uns daher dem Geiste dieses Festes lauschen, und was dieser für unsere Erstorbenen und Ersterbenden spricht in einigen schwachen, allgemeinen Zügen aufzuzeichnen versuchen!

    Wie heißen die Gespenster, die unter uns umgehen und mit dem Nachthauch des Grabes alles lebendige, warme, frische, freie, heiter aufsprießende Leben bei uns ertöten? Wie heissen die Vampyre, die zu den Wiegen unserer Säuglinge, zu den Zimmern unserer Jünglinge und Jungfrauen, zu den Sorgekissen unserer Männer und Frauen mit unheimlichem Flattern sich hineinstehlen und ihnen das warme, allem Guten und Schönen glühend entgegenschlagende Herzblut rauben und sie gegen Frühlingshauch der Verjüngung, gegen jeden Lichtstrahl einer höhern Welt mit der Eisesrinde der Unempfänglichkeit panzern?

    Egoismus und Naturalismus nennen sich die Grabesdämonen der Zeit. ‚Du hast keinen Andern, als dich selbst“ flüstert der eine. „Du bist nur soviel, als du hast“ flüstert der andere, und lehren früh die aufkeimenden Menschengemüter nur in dem Kraftbereich ihres eigenen Selbst die Stütze und in dem Heil des eigenen Selbst das Ziel ihrer Bestrebungen und in dem ewig wachsenden Besitz den Inhalt dieses Heiles zu finden, und stellen den größtmöglichen Erwerb nicht nur als den höchsten, sondern als den alleinigen Gott des Menschen hin, dem unter den Namen „Beruf“ die Altäre der Weihe zu erbauen wäre.

    Und zu welch’ stolzem Begriff hat man dieses „Ich“ nicht ausgebaut, und welch’ eine allmächtige Göttergewalt nicht in diese materielle Güterwelt hineingelegt! Da zeigt man dem Kinde den europäischen Menschen im ganzen Glanze seiner naturbewältigenden Hoheit; wie er Blitze zu seinen Boten und Gewölk zu seinen Rossen macht; wie er die Geheimnisse des Himmels und der Erde erspähet und den Geist im Leibe des Menschen entlarvt; wie er mit Erfindung und Fleiss die ganze Welt sich dienstbar macht, und spricht zum Kinde: siehe, alles dies bist du, strenge dich an, so findest du dies alles in dir selbst; und erwirbst du Geld, so steht die ganze europäische Menschheit mit allen ihren Erfindungen dir zu Gebote, die eine vergnügte Stunde zu bereiten und mit einem Reiz der Bequemlichkeit den Genuss deines  Daseins zu erhöhen!

    Und indem man den Menschen mit dem Gedanken seiner Herrschsucht über die stoffliche Natur erfüllt, wie versucht man zugleich das Welt-All in diese stoffliche Natur zu legen – Gott und Geist, Seele und Leben, Liebe und Freiheit, Recht und Wahrheit, Erkenntnis und Wille, Gewissen und Reue, Tugend und Unsterblichkeit, Vorsehung und Weltgeschichte, alles an sich nichts, alles leere Abstraktionen von Erscheinungen und Geschehnissen innerhalb dieser stofflichen Natur! Also daß – wenn es erst gelingt, der Natur , dieser stofflichen Welt, alle ihre Geheimnisse abzulauschen; wenn es erst gelingt, durch Erkenntnis all’ ihre Gesetze und durch Berechnung all’ ihre Veränderungen sich zur vollendeten Beherrschung derselben emporzuschwingen, und es ebenso gelingt, die bunte Entwicklung des Menschen mit all’ seinem mannigfachen unstäten Wechsel von Kraft und Schwäche, von Gesundheit und Siechtum, von Verstand und Beschränktheit, von Aufopferungsfähigkeit und Selbstsucht, von Begierde und Selbstbeherrschung, mit allen Erscheinungen der Liebe und der Ehe, der Familie und Gemeinde, der Nationalität und Humanität, in allen Stufen der Blüte und des Elends, des Gedeihens und der Verkümmerung rein aus seiner stofflichen Natur heraus auf dasselbe bestimmte Ziffermaß der Berechung und der Notwendigkeit zu bringen – dann der Mensch, und wenigstens die Menschengesellschaft ich ihrer großen Vereinigung, in vollendetem Besitz ihrer Schicksals sich befinden werde und mit wenigen Gedankenzeichen sich nach gegebenem, unfehlbarem Schema all’ ihr Wohl und Weh nach selbsteigenem Belieben zu konstruieren im Stande sein werde! Freilich fühlt man sich noch etwas ferne von der ganzen Höhe eines solches Calculs. Allein die bereits gemachten Errungenschaften stempeln einen jeden Zweifel zu einer Versündigung an der unbegrenzten Hoheit des menschlichen Geistes! Und während man mit Chemie und Physik, mit Physiologie und Pathologie, mit Statistik und Nationalökonomie, mit nationaler und internationaler Politik, mit allen Anstrengungen auf dieses glänzende Ziel aller menschlichen Bestrebungen hinarbeitet, antizipiert man den Erfolg bereits als eine über allem erhabene Tatsache und lächelt mitleidig der Einfalt, die sich nicht zur Höhe des Jahrhunderts zu erheben vermag und vermeint, sich nicht entschlagen zu können, das Heil des Menschen und der Menschheit noch immer in andern Potenzen suchen zu müssen.  Mehr als man meint, hält bewusst und unbewusst, in größerer und geringerer Schärfe diese Anschauung der Welt und des Menschen die Gemüter der Zeit befangen, und egoistisch materialistische Voraussetzungen bilden die Hauptfaktoren des Calculs, mit welchem der Jüngling seinen Lebenslauf und Kabinette und Kammern das Gemeinwohl der Völker berechnen.

    Und nun, mitten in dieser Welt, in welcher die Selbstsucht alles entschuldigt, und dieses Selbst nur Materielles sucht; in welcher Gott und Göttliches wenig bedeutet, weder etwas ist, was zu fürchten, noch etwas ist, dem Vertrauen zu schenken wäre; in welcher nichts gilt, nichts zählt, was sich nicht in arithmetische oder mathematische Formel gefasst darstellen lässt, tritt das Péßach-Fest mit seiner Jeziath-Mizrai-jim-Tatsache in unsern Kreis und spricht seinen lauten, Welten erschütternden Protest:

    אני ד'!

    Fort mit der Selbstsucht, fort mit der Vergötterung des menschlichen „Ich“! Es gibt nur Einen, der „Ich“ sagen kann und das ist der „der seine Hand über die Himmel reicht und spricht: Ich lebe ewig!“ Ich allen bin „Ich“, „Ich töte und belebe, Ich schlage und Ich heile und meiner Hand entzieht man nichts!“!

    Fort mit dem Materialismus, fort mit der Vergötterung der stofflichen Welt! Und hättet ihr diese ganze Welt mit allen ihren Stoffen und Kräften in allen ihren Gesetzen und Erscheinungen begriffen und verstündet, sie von diesen ihren Gesetzen aus meisterlich zu handhaben, ihr vermöchtet doch nicht für den nächsten Augenblick einzustehen, auch nicht einmal der nächste Augenblick wäre euer. Denn alle eure Berechnungen, alle eure Konsequenzen macht das Eine zu Schanden, daß: אני ד' daß ich ד', daß ich nicht nur den Gott der Vergangenheit, nicht nur der Gott der Gegenwart, daß vor allem der Gott der Zukunft Ich bin und über jeden kommenden Moment, frei ihn gestaltend, gebiete! Ich bin nicht nur der sein wird, ich bin – wie mein Name euch sagt – der, der den kommenden Moment gestaltet!

    Mein Werk ist die Welt mit ihren Stoffen und Kräften und Gesetzen, die ihr berechnet. Allein ich stehe frei über meinem Werk und seinen Gesetzen, die ich geschaffen. Eure Berechnungen sind richtig, so lange ich die Gesetze walten lasse, die ich gesetzt, und in den Verhältnissen, für welche ich sie walten lasse. Eure Berechnungen sind falsch, sobald und wo ich zum Heile eines Menschen, zum Heile eines Volkes, zum Heile der Gesamtmenschheit, die ich in ihrer freien Entwicklung erziehe, eingreife in diese Welt und ihre Gesetze ändere und ihre Konsequenzen hemme und Neues im Himmel und auf Erden und in der Brust des Sterblichen bilde und einen neuen Himmel und eine neue Erde und einen neuen Geist und ein neues Herz im Menschen schaffe, wie es mein freier, allmächtiger Wille nach meiner Barmherzigkeit und Liebe für das von mir zur freien Göttlichkeit erzogen werdende Menschengeschlecht in jedem Augenblick beschließt. Was Ich euch bereits dahingestellt, das könnt ihr notdürftig zusammenkonstruieren; aber die Zukunft entzieht sich eurer Berechnung und eurer Gewalt. „Nachzuschauen vermöget ihr mir, aber ins Angesicht dringt mir kein sterblicher Blick!“ –  – –  (wird fortgesezt)  

    05-04-2019 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    Rabbiner Samson Raphael Hirsch



    NISSAN

     

    „Werden diese Gebeine wieder aufleben?“ (Jecheskel K.37,3) –

    Die materialistische Weltanschauung und Jeziath- Mizrajim

     

    Kaum gibt’s heutzutage einen Kreis menschlicher Bestrebungen auf Erden, in welchem nicht der Schmerz getäuschter Erwartungen der von Unmut erfüllten Brust den Seufzer des Zweifelns ja der Verzweiflung entringt: Werden sie wieder aufleben, diese dürren Gebeine? Mit welchen Hoffnungen ward nicht das Jahrhundert begonnen! Wie glaubte man nicht, im Sturmschritt die Burg des Aberglaubens und der Dummheit, die Burg der Gewalt und des Unrechts zu erstürmen; welche Zeiten des Lichts und der Erkenntnis, der Wohlfahrt und des Friedens sah man nicht heraufziehen an dem Tageshimmel der Nationen! Und jetzt, wo das Jahrhundert bereits seine Hälfte überschritten[1] und sich seinem Ende wie alle seine vorangegangenen Brüder zuneigt – welche bittere Enttäuschung lagert sich über alle Gemüter, welche Trostlosigkeit bemächtigt sich aller Herzen, die aufrichtig dem Wohle der Menschheit ihrer Wünsche entgegen tragen !

    Als עצמות יבשות, als „dürre Gebeine“ erblickt man fast alles das, den man das Prognostikon des frischesten Lebens gestellt, ja als „dürres Gebein“ das, was man selbst als den Hebel der Auferstehung, als den göttlichen Tau der Verjüngung, als den Quell des erneuten reinsten Lebens gefeiert!

            התחיינה העצמות היבשות  Werden sie wieder aufleben, die dürren Gebeine? Werden sich die Hoffnungen der Völker dennoch endlich erfüllen, wird man endlich die Formel finden, die die Liebe mit dem Rechte, die Freiheit mit dem Gesetze brüderlich auf Erden zusammen wohnen, die missbrauchte Freiheit nicht immer wieder das Joch der Gewalt und den Missbrauch der Gewalt nicht immer wieder den Sturm zur Freiheit selber herauf beschwören, nicht immer wieder die Freiheit als Retter von der Gewalt und die Gewalt als Retter von der Freiheit herbeirufen lassen und endlich das Ideal der Jugendträume der Menschheit zur Verwirklichung  bringen wird, daß „der Wolf neben dem Schaf und der Leopard neben dem Lamm“ friedlich leben werde, und der Friede und die Freiheit, das Recht und die „Menschlichkeit’ – nicht auf den Spitzen der Bajonette und in den Feuerschlünden der Kanonen ihr verkümmertes Dasein zu fristen verurteilt sein wird?

            התחיינה העצמות היבשות Werden sich die Erfindungen und Künste endlich wirklich als die nährenden Mütter der Völker bewähren, werden sie dem Hunger und dem Elende steuern, werden sie beitragen, den Schweiß von der Stirne zu trocknen, den Nacken aufzurichten und dem Menschenwürdigeren im Menschen Raum zu schaffen? Oder werden sie nur immer noch weiter ausbauen das Reich des Menschenelends, immer mehr die nackte Armut dem prächtigen Luxus zum Nachbar geben, immer mehr den Sinn des Menschen in das Joch der Sinnlichkeit schmieden, immer mehr die Nährungsverhältnisse des Menschen zu einem so rätselhaften, künstlichen Knäuel verwirren, daß alle Weisheit der Menschen zusammengenommen sich außer Stande fühlt,  auch nur für den nächsten Augenblick Rede zu stehen, und die reichste Füllen in welche die Vorsehung die Äcker der Menschheit kleiden möchte, nicht im Stande sein würde, das Elend in den Hütten der Menschen zu  vermindern?

             התחיינה העצמות היבשות Werden die Wissenschaft und die Kunst sich endlich wirklich als die bildende Erzieher der Nationen bewähren, werden Licht und Wahrheit endlich wirkliche Siege erstreiten? Oder werden Wissenschaft und Kunst sich immer mehr selber zu Handlangern der Sinnlichkeit und der Entgeistung erniedrigen, dem Menschen einerseits alles was ihm heilig und teuer sein soll, alles was ihn zu seiner höheren Bestimmung erhübe, seinen Geist und seine Freiheit,, seine Heiligung und seine Unsterblichkeit zum Gelächter machen, andererseits wieder die ganze Nacht des alten Wahns und der Verdummung, des alten Vorurteils und der alten Lüge heraufbeschwören?

            התחיינה Werden sie wieder, werden sie endlich zum Leben erstehen, werden – doch nein, wie shr auch unsere besondere Wünsche und Bestrebungen von diesem allgemeinen Strome der  Dinge unberührt werden, wie sehr auch eben die jüdische Anschauung der Welt aufs innigste das Banner der Erlösungshoffnung  allem menschlichen, Jammer voranträgt, so sind es doch nicht eben diese allgemeinen menschlichen Anliegen, die uns hier die Seufzerfrage nach der „Hoffnung der dürren Gebeine“ in den Mund führen, so sind es doch ganz eigentlich der jüdische Kreis und die jüdischen Bestrebungen und die jüdische Hoffnungen, zu deren Betrachtung der Nissan uns ladet und wie könnten wir da auf unser selber hinschauen ohne bangend, fürchtend, zweifelnd – mancher wird sagen verzweifelnd – zu dem Lenker der Zeiten, zu dem Gotte Jissroéls aufzuseufzen: התחיינה העצמות האלה, werden diese dürren Gebeine wieder zum Leben erstehen?!

            התחיינה Wird wieder Leben kommen in diesen Gebeine? – Siehe, mehr als je liegen sie רבות מאוד על פני הבקעה weithin zerstreut über die Fläche der Erde,– immer weiter, immer vereinzelter wird die Zerstreuung. Das alte Band, die alte Innigkeit, die die Zerstreuten in aller Zerstreuung noch im Ganzen zusammenhielt, wird immer loser. Der alte Druck, der sie gewaltsam zusammenpferchte, ist hin; der alte Jammer, der sie an einen Seil des Leides gekettet hielt, schwindet immer mehr und mehr. Weit über den Ozean hin reicht jetzt der Blick des ghettogeborenen Judenknaben, die ganze Welt ist sein, muss sein sein. Während der Großvater und der Ahn in dem engen Umkreis seiner Bannmeile sein und der Seinigen Brot suchte und fand, wird der Jude jetzt für den Welthandel erzogen. Weit in aller Welt streut jetzt der Drang der Zeiten und des Berufs die Glieder der Familien und die, die zusammen unter einem Herzen geruht, deren Wiege in einer Kammer gestanden, werden vom Geschick um Antipodenfernen von einander geschleudert und finden ihre Gräber diesseits und jenseits des Weltozeans; werden diese zerstreuten Glieder wieder zu lebendigen Einheit erstehen, wird – wie vom Propheten geschaut – auch wieder: [] ein entgegengesetzter Sturm kommen, der euch, zerstreute, verlorene Glieder, wieder Glied zu seinen Gliede führen wird und fügen?

            התחיינה Ach, mehr noch als die räumliche Trennung macht der innere Abfall, der sich immer mehr und mehr in den Gemütern der Söhne und Töchter Jissroéls zu vollziehen scheint, unsere Zerstreuung zu einer wirklichen Zerfällung und unsere losgetrennten Glieder zu wirklich dürren, hoffnungsarme Gebeinen!

    Und wären alle Erd- und Himmelsfernen zwischen uns, aber fern und nah trügen sie alle die  zerstreuten Glieder des Hauses Jissroél noch den einen, g zu einer wir alten jüdischen Geist in sich, sie lebten alle einem Berufe, dienten alle einem Gotte, folgten alle einem Gesetze, eine Seele, ein Geist, eine Hoffnung, eine Regung belebte und bewegte sie alle – wie räumlich getrennt auch immer, sie stünden dennoch alle auf einem geistigen Boden verwirklichten dennoch alle eine Gegenwart, arbeiteten alle an einer Zukunft. Ein geistiger Mittelpunkt wäre dennoch das lebendige Herz für alle, und die größte Zerstreuung wäre eben der größte Triumph, die größte Verherrlichung ihres göttlichen großen Einsseins!

    Das aber die Glieder des „Hauses Jissroéls“ immer mehr und mehr die Zuversicht zu ihrem Berufe, die Zuversicht /zu ihrem Gotte, zu seinem Gesetzen, zu seinen Verheißungen verlieren; daß sie immer mehr und mehr aufhören, als Söhne und Töchter des „Hauses Jissroéls“ zu leben; daß sie das sinaitische Gottesgesetz, das ihre Seele sein sollte, von dem es heißt: „es ist dein Leben und die Unsterblichkeit deiner Tage“ daß sie dieses Gesetz immer mehr und mehr als abgestorben erklären, als abgestorben behandeln, das macht sie selber zu Abgestorbenen, abgestorben ihrem Gotte, abgestorben ihrem Volke, abgestorben ihrem ganzen heiligen, welthistorischen Berufe, abgestorben alle Regungen, die für das Gesamt menschheitsheil  das Haus Jissroéls im Schosse trägt! Und das zieht die große Kluft zwischen dem Hause Jissroéls Entstammenden heute, das macht die unter einem Dach Vereinten um Himmelsfernen von einander zerklüftet, das macht unsere Zerstreuung zu einer wirklichen Zerstreuung und zeigt die trostlose Zukunft in nicht weiter Ferne, wo die vom geistigen Lebensbande Jissroéls Losgetrennten immer mehr und mehr in die Masse der umflutenden nichtjüdische Welt untergehen und mit Kind und Kindeskindern haltlos, rettungslos für das Haus Jissroéls verloren sein werden.

            התחיינה Werden sie je wieder zur Bewusstsein und Leben kommen, je wieder zum freudigen jüdischen, je wieder zum freudigen jüdischen Dasein erwachen, wenn sie den Quell gar nicht mehr kennen, aus welchem das jüdische Bewusstsein zu schöpfen, den Born nicht mehr kennen, aus welchem das jüdische Leben zu trinken wäre, wenn ihnen חזות הכל, wenn ihnen die Anschauung des Ganzen wie ein mit sieben Siegeln verschlossenes Buch unbekannt bleibt, und reichte man ihnen das Buch der Bücher und spräche: Leset doch selber, was für euch geschrieben ist, so sprächen sie: לא ידעתי ספר ich bin ja kein Gelehrter! (Jesajas, K. 29. V. 11,12).

             התחיינה Werden sie wieder erwachen, wenn diejenigen, die sie für sich zum Brunnen des ewigen Lebens senden, wenn ihre „Gelehrten“ ihnen den Trunk, den sie ihnen schöpfen, verfälschen, mit umgekehrten Mosis- und Elischa-Wundern den süßen Gottesquell zum Bitterwasser und den Born des lebendigen Wassers zum Todestrunk umwandeln.

            התחיינה Werden sie wieder erwachen, wenn ihre Geistlichen ihnen voranwandeln den Weg des Todes, ihnen ihre Gräber übertünchen, ihnen ihre Kirchhöfe bekränzen, ihnen ihren Todesschlaf mit Träumen umgaukeln, ihnen ihren Schlaftrunk mit süß mundendem Tollkraut kredenzen und das, was wie Posaunenruf an ihre Gräber dringen würde, ihnen zum Bedlamsgelächter machen und was noch das letzte Band sein würde sie und ihre Kinder mit der ewigen Bestimmung der Abrahamsverheißung zu verknüpfen, ihnen und ihren Kindern entreißen und ihnen dafür einen Mummenschanz ihrer Mache darreichen – Werden sie erwachen, wenn ihre Geistlichen mit dem Roscho-Spruch der Hagodo die göttlichen Gebote in ihrem Kreise verfolgen; wenn sie das, was der Jude mit begeisterten Rufe emporhebt: בעבור זה עשה ד' לי „darum hat Gott für mich gewaltet!“ zum lauten Gegenstand ihrer Harlequinspossen in Mitte ihrer jüdischen Gemeinde machen; –  sie über Kindern die Gott aus seinem Bunde weist, mit gotteslästerlichem Munde die Weihe sprechen: Ich nehme dich doch auf in den Gottesbund – – –

    O, wenn es eine Zeit gibt, in welcher dem Hause Jissroéls; der Seufzer nahe liegen dürfte: יבשו עצמותינו ואבדה תקותנו נגזרנו לנו, „dürr sind unsere Gebeine, verloren unsere Hoffnung, uns selbst sind wir überlassen!“ – unsere Zeit wäre eine solche.

    Wenn es daher eine Zeit gibt, in welcher es gälte, überall wo noch ein Funke jüdischen Bewusstseins glimmt, diesen Funken zu helfen Flammen anzufachen, das Bewusstsein zu stärken, das Bewusstsein zu vervollständigen, Ermutigung, Hoffnung, Begeisterung für unsere große, durch die trostlosesten Grabeszeiten mit energievoller Heiterkeit durchzutragende Gottessache zu bringen, – unserer Zeit wäre eine solche Aufgabe gestellt.

    Wenn es aber eine göttliche Institution gibt, die so ganz eigentlich von Gott gestiftet worden, immer das jüdische Bewusstsein aus seinem Schlummer zu wecken; zu jeder Gemeinde, jedem Hause, jedem Kinde Jissroéls wie der Ruf der Auferstehung zu dringen, alle, alle zur ganzen lichtigen Höhe des jüdischen Lebensentschlusses emporzuführen und mit eine durch nichts zu trübenden hoffnungsreichen Begeisterung zu rüsten: die Institution, das Fest, das mit dem Nissan bei uns einzieht, das ist eine solche.

    Siehe, es ist da, das Péssachfest! Und wie aus des Propheten Mund einst ruft es über die weite Erde hin: מארבע רוחות באי הרוח ופחי בהרוגים האלה ויחיו! „Von Ost und West, von Süd und Nord komme Geist! Hauche diese Erstorbenen an daß sie aufleben!“

    …..


    [1] Dieser Artikel erschien im Jahre 1858.

    05-04-2019 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    04-04-2019
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    Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH

                  (1833 – 1900)

     

    הפטרת פרשת החדש

     

    Aus dem Kommentar zur Haftoro des Wochenabschnittes HaChaudesch

     

    Ezechiel, Kap. 45, Vers 16 und folgende

     

    Der Nissan bringt uns das Fest unserer Nationalgeburt. Dieselbe begann, wie dies der Paraschah dieses Sabbaths (2 B.M. 12,3) lehrt, mit der Gründung und Weihe der jüdischen Häuser. Das ewige Vorbild des nach Gottes Willen und zu dessen Verwirklichung sich erbauenden jüdischen Hauses ist aber das Ohél Moëd, das Zusammenkunftbestimmungszelt. Ein erster Nissan war’s, der die vollendende Weihe dieses Zeltes schaute, das Zeichen der segnenden Gottesnähe und die huldigende Hingebung Jissroéls an seinen Gott. Ach, es war nur ein flüchtig vorübereilender Moment. Es war nur der grundlegende Anfang. Es war nur ein Frühlingsaugenblick in der großen Reihe erhebender Frühlingsmomente in der jüdischen Geschichte, in denen alles Edle und Herrliche in der Volksseele zur Herrschaft, ach nur zu kurzen Herrschaft gelangte. Der Bau, zu dem an jenem ersten Nissan des zweiten Jahres nach der Erlösung aus Egypten mit der Einweihung des ersten Gotteshauses damals in der Wüste der Grund gelegt wurde – erst am Ziele der Tage winkt seine Vollendung. Die ganze jüdische Geschichte ist die Erziehung zu diesem Ziele.

    Und wieder wird es ein erster Nissan sein, so enthüllt uns hier das Prophetenwort, an dem die Weihe des dann für die Ewigkeit erstehenden Heiligtums, des בית שלשי, des Bau, dem keine Zerstörung mehr folgen wird. Das wird eine Weihe sein, der keine Entweihung, Bau, dem keine Zerstörung mehr folgen wird. Erinnert uns Paraschass HaChaudesch alljährlich an den Anfang, so lässt das Prophetenwort, das die Weisheit unserer Altvordern für diesen Sabbath zur Haftora bestimmt hat, von dem fernen Ziele aus dem Dämmer der Jahrhunderte oder Jahrtausende, die uns von ihm noch trennen mögen, einige Scharf umgrenzte Umrisse vor unseren Blicken auftauchen. So hatte einst Jeremias, da das jüdische Land bereits erobert war und der Feind vor Jerusalems Thoren stand, zur Befestigung des Vertrauens auf die Rückkehr aus dem babylonischen Exil mit allen Formalitäten einen Kaufakt über ein in der Nacht des Feindes befindliches Feld abzuschließen. Ebenso sind in einer ganzen Reihe  von Kapiteln des Propheten Ezechiel die genauesten göttlichen Bestimmungen niedergelegt über Bau und Größenverhältnisse, Einrichtung und Dienst des einstigen, dritten, ewigen Heiligtums, die jeden Zweifel an der einstigen Verwirklichung bannen und unser Vertrauen in die absolut feststehende, von dem allmächtigen Lenker der Geschichte herbeizuführende Erreichung dieses Zieles zu einem felsenfesten machen sollen.

    Deshalb ist es eine tiefe sinnige, weitschauende Anordnung, die uns alljährlich am Sabbath vor dem ersten Nissan, oder an diesem selbst, wenn er auf den Sabbath fällt, jenes Prophetenwort in die Hand gibt, welches auf den dereinstigen ersten Nissan der Zukunft hinschaut und für den Dienst des an ihm zu weihenden Heiligtums die göttlichen Anordnungen entspricht. Mag immerhin Vieles in diesen Worten sich unserem Verständnisse entziehen und nach dem Worte mehrerer Weisen erst einst durch Elijahu seine Erläuterung finden: die Tatsache dieses Gotteswortes ist für uns das Wichtigste, diese Tatsache ist an sich von mächtiger Lehrkraft. Der Gedanke an sie soll unseren Mut stets neu beleben, uns in allem Guten stärken und das Streben immer mächtiger in uns werden lassen, das Unsrige zu tun, ein jeder seines Ortes, bis daß diese Ferne immer näher und das geistig Geschaute endlich zur äußeren Verwirklichung komme.

     

    (Die Haftoroth übersetzt und erläutert, Frankfurt am Main 1896: S. 446- 456  Kommentar zu Ezechiel Kap 45 V.16…) 

    04-04-2019 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    03-04-2019
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    Rabbiner Dr. Salomon BREUER

                    (1850 – 1926)

     

    לפ' החודש

    ולכפרת פשע

     

    Belehrung und Mahnung  zur Wochenabschnitt HaChaudesch

     

    Jeder Rausch Chaudesch, an dem der Mond am nächtlichem Dunkel zu neuem Lichte sich emporringt, gestaltet sich uns zum Weckruf unserer eigenen Erneuerung und sittlichen Verjüngung. Es bringt uns, wie wir dies in תפלת מוסף aussprechen, die Botschaft von מחילת חטא וסליחת עון, von göttlicher Vergebung und Verzeihung. Im Schaltjahr fügen wir noch hinzu ולכפרת פשע. Das Schaltjahr scheint daher geeignet, in uns das Bewusstsein gesteigerter Sühnebedürftigkeit zu wecken.

    Mit Recht. Jissroél hat sein Jahr nach dem Monde zu zählen: דרך ארץ הוא שיהא הגדול מונה לגדול והקטן מונה לקטן (ב"ר) Nicht mehr als billig, meinen die Weisen, daß der Größere nach dem großen, der Kleinere nach dem kleineren Lichte zähle. Möge Esau nur sein Jahr nach der Sonne zählen, Jissroél aber wende dem Mond sich zu. Doch achte es auch auf den Kreislauf der Sonne שמור את חדש האביב ועשית פסח damit sein Frühlingsfest mit dem Frühling des Sonnenjahres zusammenfalle.

    Nicht darf, was Esau leuchtet, in Jissroéls Leben bestimmenden Einfluss haben. Jissroéls Leben stehe unter dem Zeichen des zur ewigen Verjüngung ladenden Mondlichtes; von ihm gemahnt, finde es stets von neuem den Weg zu seinem göttlichen Thoralicht.

    Der Mond hätte, nach dem Worte der Weisen (Chulin 60), der Sonne an Strahlengröße nicht nachstehen sollen; er glaubte aber nicht leuchten zu können, wo die Sonne leuchtet, und bleibt seitdem hinter der Sonne zurück.

    Wie viele im jüdischen Volke glauben, nur im Zeichen der Sonne den Frühling ihres Lebens begehen zu können, verlassen das Mondeslicht ihrer Thora und wenden dem Sonnelicht sich zu. Und doch genügte die rückhaltlose Hingabe an die Führung durch das Mondeslicht, um die Erfahrung zu machen, daß der Frühling auch dem jüdischen Volk zur selben Zeit wie den nach der Sonne ihr Leben Zählenden lächeln kann.

    Gesteigerte Sühnebedürftigkeit bringt aber daher das Schaltjahr mit seinem Schaltmonat, כפרת פשע für alle, die dem irdischen Lebensfrühling die Mondeszählung ihrer Thora preisgegeben haben.

    Mögen sie erkennen, daß  man auch im Zeichen der Thora des Frühlings teilhaftig werden könne!

     

     

    Quelle: Rabbiner Dr. Salomon BREUER  Belehrung und Mahnung zweiter Teil Exodus J.Kaufmann Verlag Frankfurt am Main 1935 S. 87

    03-04-2019 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    02-04-2019
    Klik hier om een link te hebben waarmee u dit artikel later terug kunt lezen.Rabbiner Dr. Leo BRESLAUER „Ein jüdisch-geschichtlicher Wegweiser“ (13)
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    Rabbiner Dr. Leo BRESLAUER

                 (1894-1983)

     

    ובקשו

     

    Ein  jüdisch-geschichtlicher Wegweiser“ von  Leo BRESLAUER. Frankfurt am Main  5695/1935





    28.      Was nun?

    „ … Heute aber, wo alles völlig auf dem freien guten Willen jedes Juden und jeder Jüdin beruht, da muß jeder einzelne zuerst einmal sich selbst in gottesstaatlicher Echtheit erziehen zur Wahrheit für Tauro, zur Gesetzlichkeit für Awaudo und zum Frieden für G’miluß-chaßodim. Mit anderen Worten: nur von Juden, die sich der göttlichen Wahrheit der Tauro, ergeben und ehrliche Erkenntnis ihrer Lage und Bestimmung gewinnen, haben die machtlosen Golußinstanzen des gottesstaatlichen Rechtes Anerkennung und Unterordnung zu erwarten, und nur als willig anerkannte ist es ihnen möglich, den gottesvolklichen Frieden zu wahren. Wehe dem Juden, der ihre Autorität durch Verfälschung der Wahrheit untergräbt! Er ist der Mörder unseres Friedens. Pfui dem Juden, der, die Rechtsohnmacht seines Volkes mißbrauchend, den Frieden seiner Gemeinschaft bricht! Er ist der Mörder unserer Wahrheit – 

    Was nun?

    P’richuß muß wachsam auf der Hut bleiben. Wir sind ja nur Menschen.

    Doch als die Hauptgefahr der Zeit droht rechthaberische Geltungssucht die der Lüge zutreibt.

    Wenn man so sagen darf: P’richuß ist wichtig, Chaßiduß ist wichtig, am wichtigsten ist Aniwuß; ohne sie halten schließlich die beiden ersten nicht stand.“

    „Nur Aniwuß-Erziehung  läßt den Goluß-Juden ruhig und stark, freudig und dankbar sein Schicksal richtig sehen, ohne die Verzerrung subjektiver Wunschdeutung, als das, was es ist:  Zwangsgastschaft, das authentische Dokument seiner Gottesstaatsangehörigkeit, und verleiht ihm ein stählerneres Selbstbewußtsein, das kein Lob und Schmeichel in Stolz kehrt, an dem aber auch jeder gehässige Unflat spurlos abgleitet.“ 


    Es freut uns – in Beilagen –  der 1 .Teil einer weiterer Skizze (S. 60 bis 66) aus dieses rabbinische Meisterwerk vollständig zu liefern:

    Bijlagen:
    Breslauer Leo Uwakschu 60.jpg (120.9 KB)   
    Breslauer Leo Uwakschu 61.jpg (131.1 KB)   
    Breslauer Leo Uwakschu 62.jpg (112.8 KB)   
    Breslauer Leo Uwakschu 63.jpg (116.8 KB)   
    Breslauer Leo Uwakschu 64.jpg (120.3 KB)   
    Breslauer Leo Uwakschu 65.jpg (128.7 KB)   
    Breslauer Leo Uwakschu 66.jpg (119 KB)   

    02-04-2019 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    01-04-2019
    Klik hier om een link te hebben waarmee u dit artikel later terug kunt lezen.Rabbiner Samson Raphael HIRSCH Jaum tauw Péssach (1.Folge)
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    Samson Raphael HIRSCH

     

    Jaum Tauw PéSSACH (1.Folge)

     

    (איסור אכילה הנאה ומציאה ומצות שביתה של חמץ)

     

    (Aus Chauréw Kap.26 Genuss- und Besitz-Verbot und Wegräumungs- Gebot des Choméz)

     

    Es sprach Mauschéh zum Volke:

    Erwäge diesen Tag, an dem ihr gezogen seiet aus Mizrajim, aus dem Hause der Sklaven,

    daß mit Gewalt seiner Almacht

    Haschém euch führte von hier,

    darum werde Choméz nicht gegessen.

    Es sei dann, wenn euch bringen wird Haschém zum Lande des K’na’ani und des Chitti und des Emauri und Chiwi und J’wussi,

    welches Er geschworen deinen Vätern dir zu geben,

    dann dienest du diesen Dienst in diesem Monat.

    Sieben Tage sollst du Mazzauß essen

    und am siebenten Tage ist Haschém ein geweihetes Fest.

    Mazzauß werden gegessen die sieben Tage;

    und dir werde nicht gesehen Choméz,

    und dir werde nicht gesehen Sauerteig in all deinem Besitzkreise  (II, 13, 3)

     

     

    § 197.

     

    Die ganze Gott offenbarende, Jissroél gründende Begebenheit der Errettung aus Mizrajim, mit allem, was sie gründet, mit allem, was sie lehrt, steht und fällt damit, ob, wie sie es wirklich war, sie dir Tatoffenbarung Gottes, gleichsam zweites Schöpfer-„Werde!“ ist, in die Menschengeschichte hineingerufen,  – oder sie dir Begebenheit ist wie so manche Begebenheit der Geschichte, wo sichtbar handelnd du nur den Menschen siehest und unsichtbar lenkend und zulassend Gott du höchstens ahnest. War sie das erste, so ist sie selber Bürgschaft für Gott und seine Waltung und sein Dasein selbst im Völkerleben; so stehest Du da Jissroél, da mit deinem ganzen unscheinbaren Wesen, in deiner Winzigkeit und Schwäche, doch Gottes Eigentum, zu hohem, geistigstarken, Welt geistig überwindendem Zwecke berufen – bist du „Jissroél“. War sie letzteres – so fehlt diese alles – und du, Jissroél, gehe klagen über deinen Traum und deinen tausendjährigen Jammer.

    01-04-2019 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    31-03-2019
    Klik hier om een link te hebben waarmee u dit artikel later terug kunt lezen.Wochenabschnitt Hachaudesch Rabb. H.J. KOHN
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    פרשת החדש

     

    Wochenabschnitt Hachaudesch

     

    Dieser Sabbat, der den Monat Nissan einleitet, ist unter den Namen פרשת החדש (Neumondsabschnitt) bekannt.  Die Bedeutung dieser Benennung ist folgende:  Da im Monate Nisan das heilige פסח- gefeiert wird und dieses ob seiner besonderen, heiligen Gebote großer Vorbereitungen gehört, so besteht von jeher die Verordnung in Jissroél, beim Beginne dieses Monats den Abschnitt, in welchen die Satzungen und Vorschriften des Überschreitungsfestes vorkommen, dem Volke vorzulesen; dadurch werden alle auf die Wichtigkeit dieser Feier aufmerksam gemacht und an die notwendigen Vorbereitungen erinnert.

     

    Aus: Erbauungsbuch „Bibel- und Talmudschatz“ J.H. Kohn  13.Auflage Hamburg 5691 – 1931

     

    Bestellung nimmt entgegen: Frau Manja BURGERS, Antiquarische Buchhandlung „Spinoza“ in Amsterdam

    http://www.spinozabooks.com

    31-03-2019 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    29-03-2019
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    Rabbiner Dr. Raphael BREUER

              (1881-1932)

    Sommerzeit

     

    Die meisten Zeitgenossen verbringen ihre Zeit, ohne zu ahnen, welch ein seltsames Ding doch der Begriff der Zeit ist. Wir, denken hier weniger an die Rolle, welche die Zeit in der Erkenntnistheorie spielt, als an die übermächtige Stellung, die sie im praktischen Alltagsleben einnimmt. Denn kann man auch nicht verlangen, daß ein von allerhand Sorgen und Kümmernissen geplagter Durchschnittszeitgenosse sich darüber den Kopf zerbricht, ob die Zeit eine Form des inneren Sinns, wie Augustin, oder eine Anschauung a priori, wie Kant, oder ein Produkt des Vorstellungsmechanismus ist, wie Herbart meint, so muss doch schon Jemand ein von philosophischen Neigungen völlig entleertes Hirn besitzen, wenn er nicht wenigstens einmal darüber nachgedacht hat, wie komisch doch das Leben wäre, wenn die Menschen nicht die eigentümliche Gewohnheit hätten, ihr praktisches Tun und Lassen, ihr Handeln und Wandeln, ihr Schlafen und Wachen, dem Szepter der allgewaltigen Zeit zu unterordnen. „Obgleich, wie es scheint, es nur die Zeit, ein äußeres Maß des Lebens  bestimmt, so ist es doch auf dies Leben selbst, mit dem, was in ihm geschieht und unterbleibt, von nicht unbedeutendem Einfluss, ob und wie die Menschen ihre Zeit zählen. So lange uns das innere Maß unserer Handlungen fehlt, oder doch nicht überall in Anwendung klar ist, wieviel geschieht nicht nach diesem äußeren Maß und geschähe vielleicht nicht ohne dasselbe. „In solcher Frist sei das geschehen“ ist Gesetzgebers Ausspruch, gleichviel, des äußeren oder des inneren im Menschen, des rüstig kräftigen Willens – und „dies geschehe alle solche Frist einmal und kehre mit ihr wieder!“ – Ja, lebten wir wie mit Uhrtriebwerk ohne Weiser, und zählten unsere Tage nicht, kein Zeitdenkmal und Zeitstift wäre möglich, ein Tag wäre dem andern gleich, und, wie den Unternehmungen das äußere Richtmaß  fehlte, so fehlte auch die Bestimmung der Tage, die, Zeitteile weihend, über die übrigen hebt, und in wiederkehrenden Zeitdenkmälern aus der Vergangenheit noch spätester Zukunft Früchte reifen läßt. Ebensowenig ist’s gleichgültig, wie wir unsere Tage zählen. Wären unsere Jahre kürzer oder länger, als sie eben sind, manches geschähe in dem einen Falle rascher, häufiger,, im anderen Falle langsamer, seltener oder gar nicht. Ja, unser ganzes inneres und äußeres Leben, das Zählen selbst nur äußeres und willkürlich genommen, wäre in einem Fall rascher im Umschwung, besonnen-schläfriger im andern!“ Tief und treffend hat hier der Horeb (§ 250) die Wirkungen der Zeit auf unser ganzes inneres und äußeres Leben umschrieben. Die Uhr ist unsere Begleiterin durchs Leben, die uns ein äußeres Maß als Ersatz für das fehlende Innere reicht. Sie ist das spornende und mahnende Agens, wodurch das, was ohne sie ein maßloses Tun wäre, in eine zweckvolle Handlung verwandelt wird. Ohne die Uhr wäre das Leben leer und schal, ein graues Einerlei, ohne Farbe und Licht. Nur das Zählen der Zeit ermöglicht das Herausgreifen von einzelnen Teilen der Zeit, die, zu Festtage geweiht, auch die übrigen Tage adeln und erwärmen. Und was ist Geschichte anders, als ein sinnvolles Zählen der Zeit? Wenn noch der spätesten Zukunft die Früchte der Vergangenheit reifen, wenn unsere spätesten Enkel noch von unseren frühesten Vorfahren lernen werden, so wird dieser Zusammenhang zwischen Vergangenheit und Zukunft nur durch „wiederkehrende Zeitdenkmäler“ d.h. durch Veranstaltungen befestigt, die, wie unsere Fest und Fasttage, die Geschehnisse einer vergangenen Zeit im Gedächtnis der Nachwelt erneuern und beleben. Nehmt dem Juden seinen Kalender und ihr habt ihm seinen Katechismus vernichtet. Ja, auch nur der Änderung unseres Kalenders ginge nicht spurlos an unserem inneren und äußeren Leben vorüber.  Denn nicht nur, daß wir unsere Tage zählen, auch wie wir unsere Tage zählen ist von Belang. Unseres Lebens Pulsschlag und unseres Handelns Tempo wird durch die Uhr, durch die Art und Weise, wie wir unsere Stunden, Tage, Monde und Jahre zählen, reguliert. So ist der Mensch von seiner Uhr nicht zu trennen. Auch Pflanzen und Tiere sind organische Geschöpfe, doch sie leben ohne Uhr, ohne Zeitbewusstsein, ohne Maß und Ziel. 

    Es giebt sicherlich sehr viele Menschen, die erst durch die Sommerzeit auf das Problem der Zeit aufmerksam wurden. Im Leben des thoratreuen Juden übt die Zeit ein viel zu straffes und umfassendes Regiment aus, als daß er je achtlos über sie hinweg sehen könnte. Schon die pedantischen Synagogezeiten, 655, 929 usw., die noch strenger eingehalten werden, als bei den Plänen der Eisenbahn möglich ist, unterwerfen uns unentrinnbar dem Kommando der Zeit, und nur in den Kreisen der Chassidim wird diese Kommandogewalt der Gebetszeiten als synagogaler Militarismus bekämpft.

    Wie komisch ist doch die Zeit, wie komisch sind doch die Menschen, die sich ihr unterwerfen! Wäre es nicht viel einfacher, statt den Uhrzeiger eine Stunde vorzurücken, die Uhr zu belassen, so wie es ist und einfach eine Stunde früher aufzustehen und mit der Tagesarbeit eine Stunde früher aufzuhören? Doch nein, nur dann erheben sich die Menschen um 5, und nur dann hören sie auf zu Arbeiten um 6, wenn die Fiktion geschaffen wird, um 5 sei 6 und um 6 sei es 7. Wir lassen uns gerne von unserer eigenen Uhr betrügen. Es kommt uns viel weniger auf die Dinge selbst an als auf die Vorstellung an, die wir uns von den Dingen bilden. In diesem Selbstbetrug  liegt die Komik der Sommerzeit.

    Die Erfinder der Sommerzeit sind nicht wenig stolz auf ihre Erfindung. Ob sie ahnen, wie wenig originell ihre Erfindung ist? Von Eingriffen in den normalen Ablauf erzählt uns schon die Bibel. „Damals redete Josua vor dem Herrn am Tage, da der Herr hingegeben den Emori vor den Kindern Jissroéls; er sprach vor den Augen Jissroéls: Sonne, stehe still in Gibeon und Mond im Tale Ajalon! Und es harrte die Sonne und der Mond stand still, bis sich gerächt das Volk an seinen Feinden…Und die Sonne stand still in der Mitte des Himmels und eilt sich nicht zum Untergang wie am vollen Tage. Wie dieser Tag war keiner zuvor und keiner nachher, daß der Herr die Stimme des Menschen gehorchte, denn der Herr stritt für Jissroél.“ (Josua 10, 12-14) – „ Hiskija fragte Jesaja: Welches ist das Zeichen daß der Herr mich heilen wird und daß ich am dritten Tage in das Haus des Herrn hinaufgehen werde? Jesaja antwortete: Das sei Dir das Zeichen vom Herrn, daß der Herr das tun wird, was er gesprochen: soll der Schatten (der Sonnenuhr) zehn Stufen vorrücken, oder soll es zurückgehen zehn Stufen? Hiskija sprach: Es ist ein Leichtes, daß der Schatten zehn Stufen falle; nicht doch,  der Schatten kehre rückwärts zehn Stufen. Da rief der Prophet Jesaja zum Herrn, und er ließ umkehren den Schatten an den Stufen, wo er hinabgerückt war an den Stufen des Achas, rückwärts zehn Stufen“ (Kön. 20, 8-11).

    Wie eine stümperhafte Nachahmung dieser biblischen Wunder mutet uns heute die Sommerzeit an. Was wohl die Menschen heute unternähmen, wenn sie nicht bloß die Uhr sondern auch die Sonne regulieren und korrigieren könnten? Sicherlich würde sie gleich dem freien Meere ein Streitobjekt nationaler Ambitionen werden. Seien wir darum froh, daß ein Jenseitskörper ist und nicht ein Bestandteil unseres Planeten ist.

    R.B.

     

    Quelle: Jüdische Monatshefte Jahrgang 3 Heft 5 Ijar 5676 – Mai 1916  S.129-132

    29-03-2019 om 08:51 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    28-03-2019
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    Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH

                  (1833 – 1900)

     

    הפטרת פרשת פרה

     

    Aus dem Kommentar zur Haftoro des Wochenabschnittes Poroh

     

    Ezechiel, Kap. 36, Vers 16 und folgende

     

    Vorwurf und Verheißung in diesem herrlichen Prophetenworte enthalten die lauteste Verkündigung der sittlichen Freiheit. Sie lehren, daß eine Erhebung möglich ist auch aus der tiefsten Gesunkenheit zur lauteren Höhe reinen Menschentums und sie verkünden als Ziel der ganzen göttlichen Leidenserziehung Jissroéls, daß diese Möglichkeit zur Wirklichkeit werde. Jedoch nicht in partikularistischen Umschränkung, etwa nur zu Jissroéls Heile, sondern als mächtiges weltgeschichtliches Lehrmittel zur Erleuchtung und Erhebung der Gesamtmenschheit. Denn dies und nichts anderes ist die Bedeutung der kaum irgendwo sonst so scharf hervorgehobenen Rücksicht auf den „Namen Gottes“, das ist ja dasjenige, was den Menschen von Gott und von ihrem Verhältnisse zu Ihm zur Erkenntnis und  nur Anerkennung kommt. Nirgends ist scharfer als hier ausgesprochen, wie das unter die Völker zerstreute Menschheitspriestervolk durch sein wenig priesterliches Leben zum Verräter wurde an seinem Priesterberufe. Das Banner, das es hoch halten und zu Ehren bringen sollte, trat es in dem Staub; die Lehre vom Menschenideale, für die es Geist und Herz der Menschen gewinnen sollte, verdunkelten nur zu oft die eigene Söhne durch ihre wenig geläuterte Persönlichkeit den Augen und der Erkenntnis des Menschen. Denn zu allen Zeiten verwechselten die Menschen die konkrete Judenheit mit dem Judentum. Nicht als ob die Juden irgend einer Zeit und irgend eines Landes jemals unter dem geistig-sittlichen Niveau ihrer nichtjüdischen Zeit- und Landesgenossen gestanden hätten. Allein die ihnen unverlierbar, auch in den Augen der Völker unverlöschbar aufgeprägte menschheitspriesterliche Bestimmung, die freilich in den Augen der Völker zur „Anmaßung“ wird, bewirkte es, daß an die Schwächen und Gebrechen der Juden ein strengerer Maßstab angelegt wird. Was sie bei sich als natürliche Schwäche mild beurteilen und entschuldigen, das haben unsere nichtjüdischen Brüder zu allen Zeiten bei den Juden zum Verbrechen gestempelt. Vor Vorzügen und edlen hervorragenden Eigenschaften der Juden hat man zu allen Zeiten die Augen beharrlich geschlossen, sittliche Mängel des einzelnen Juden jedoch stets hervorgehoben und generalisiert. Ja, dieselben Persönlichkeiten, deren moralische Defekte sich als gänzliche Verleugnung des Judentums darstellen und gerade als Produkte des Judentums, als Tat gewordenes Judentum bezeichnet, wie dies schon vor Jahrhunderten das auch unsere Gegenwart beleuchtende Prophetenwort ausgesprochen hat: „Man spricht von ihnen: Diese sind das Gottesvolk’ und aus Seinem Lande sind sie hervorgegangen!“ (V.20). Absichtlich und unabsichtlich identifizierten und identifizieren sie Judentum und Judenheit. Daraus erwächst allerdings für den Juden die Verantwortlichkeit für jedes Verschulden zu ernsterer und verhängnisvollster Schwere. Andererseits aber ergibt sich daraus „das göttliche Erbarmen mit Seinem heiligen, durch Jissroél zu Unehren kommenden Namen“ (V.21) und die weltgeschichtliche, d.h. aus dem in der Thora uns enthüllten Geschichtsplan Gottes entspringenden- Notwendigkeit, Jissroél nicht in seiner Unreinheit zu belassen, sondern es durch die Ereignisse zu erziehen, bis Er ihm an die Stelle des „steinernen“ Herzens ein für alles Edle und Gute empfängliches, „fleischernes“ Herz anerschaffen und es zur reinen Menschheitshöhe emporgeläutert habe. Auf dieses höchstes Menschheitsideal wird durch das in den Schlussversen 36 und 37 wiederholte „Adam“ ausdrücklich hingewiesen.

     

    Kap.36, 37: בן אדם: Sicher nicht ohne tiefen Grund und nicht ohne innigen Zusammenhang mit dem eben Bemerkten wird Ezechiel durchweg „Sohn Adams“ genannt. Derjenige Prophet, der, als einer der letzten, nach der bereits erfolgten nationalen Katastrophe den Blick nur auf die Zukunft zu lenken, deren Ziel u enthüllen und den zu diesem Ziele durch Sündennacht und Menschheitswüste führenden Weg zu erhellen hatte, wird dadurch in unmittelbare Beziehung zu dem ersten Anfang aller Menschheitsgeschichte gebracht.

    Der ganzen Geschichte der Menschheit, so wird uns damit gelehrt, liegt ein großer Gottesgedanke zu Grunde. Sie ist nichts als die Ausladung des „Adam“-Begriffes. Die Erziehung zu dessen Verwirklichung bezweckt nichts anderes als die Erreichung derjenigen Bestimmung, die dem als „Adam“, als „Stellvertreter Gottes“ erschaffenen Menschen im Kreise der Schöpfung angewiesen ward. (Siehe zu 1 B.M. 1,26) Im Dienste diese Zieles steht die Berufung Abrahams, die Schöpfung Jissroéls, dafür hat Gott sich auf dem Sinai offenbart, dafür Jissroél sein Gesetz gegeben; für die Erreichung dieses Zieles hat der erste wie der letzte Prophet im Namen Gottes gewirkt, im Dienste der Erreichung dieses Zieles haben die hohen und hehren Männer aller Zeiten in Jissroél gelebt und gelehrt, gekämpft und geduldet, im Dienste der Erreichung dieses Menschheitszieles steht und wirkt der unscheinbarste jüdische Mensch, der seines Gottes Gesetz in seinem Leben und in seinem bescheidensten Kreise zu verwirklichen strebt, und der Ausblick auf die Erreichung diese Zieles bildet den Schlussgedanken aller unserer Gebete.

    יושבים על אדמתם: verkürzter Partizipialsatz, der Konstruktion und Apposition zu בית ישראל, wird sodann grammatisch durch den Plural Subjekt des Satzes. Zuerst als בית ישראל, nach Abstammung und Bestimmung als Einheit angeschaut, wird Jissroél sodann in der Mannigfaltigkeit seiner Glieder als konkrete Vielheit erblickt, um sodann:

    V.20 ויבוא אל הגוים, durch den Singular höchst charakteristisch wieder als Einheit bezeichnet zu werden. Denn dieser Vers spricht von der durch die sittliche Mangelhaftigkeit der einzelnen Sprossen des Israelhauses bewirkten Entweihung des göttlichen Namens. Da verkündet dieser Singular nun, zumal in der Verbindung mit dem Plural גוים, die solidarische Haftbarkeit, mit welcher Gesamt-Jissroél im Galuth für jeden Makel eines jeden seiner einzelnen Glieder werde verantwortlich gemacht werden. Und das hat sich erfüllt bis auf den heutigen Tag. In den Augen der Völker bilden wir eine Einheit. Wie verschieden auch die Heimat, gleichviel ob in Deutschland, England, Frankreich oder Amerika, - wie verschieden auch die äußere Stellung, gleichviel ob es sich um einen armen, von Land zu Land, von Kontinent zu Kontinent gehetzten jüdische Paria, oder um eine Finanzgröße handelt, möge dieselben auch noch dazu bis zur letzten Faser schon seit Generationen dem Judentum entfremdet sein – das ändert alles nichts: für das Vergehen, für die Schwäche auch des entferntesten und entfremdesten  vereinzelten Gliedes wir die jüdische Gesamtheit und, was noch schmerzlicher, wird das Judentum verantwortlich gemacht. So ungerecht, so perfid diese Generalisierung, diese Übertragung auch ist, wir müssen sie tragen. Das gehört mit zu dem Ernste unserer Aufgabe, zu dem Ernste unseres Geschickes. Um so sorgsamer hat jeder Einzelne über sich zu wachen. Es ist das die ernste Mahnung, die der Prophet Jesajas mit den Worten aussprach הברו נושאי כלי ה'; „Haltet euch rein, ihr seid Träger göttlichen Werkzeugs!“ (S.o. S.348).

    (Die Haftoroth übersetzt und erläutert, Frankfurt am Main 1896: S. 439- 445  Kommentar zu Ezechiel Kap 36 V.16…) 

    28-03-2019 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    27-03-2019
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    Rabbiner Dr. Salomon BREUER

                    (1850 – 1926)

     

    לפ' פרה

     

    Belehrung und Mahnung  zur Wochenabschnitt Poroh (Auszüge)

     

    Ein זרע ist jedes Menschenkind, das nicht nur körperlich, sondern auch geistig und sittlich zugrunde geht, wenn es nicht die gebotene Pflege findet, mag es auch von geistig und sittlich hochstehenden Eltern stammen. Andererseits kann aber auch ein „Samen“ unwürdiger Eltern, wenn er von der veredelnden und läuternden Kraft der Thora erfasst wird, zum herrlichen Menschenblüte sich entfalten.

     Gerade in dieser Tatsache hat aber unsere Thora ihre Wunderkraft bewährt. Ein Blick in unsere Geschichte gibt den überzeugenden Beweis. רות המואבית Ruth, einen Menschenkreis entstammend, den Gottes Gesetz aus Gottes Gemeinde auszuschließen gebietet, wird, von der Macht der Thora ergriffen, zur Stammmutter des davidischen Hauses, des מלך המשיח! כי שת לי זרע אחר „einen Samen hat mir Gott gesetzt“, der wohl noch kein איש, der aber unter allen Umständen, und wären die Voraussetzungen noch so ungünstig, durch geeignete Pflege zum איש heranreifen kann. –

    Damit aber hat Chawa der Erziehung Wege gewiesen, auf denen später dem jüdischen Volke auch aus זרע שבא ממקום אחר der מלך המשיח erstehen konnte!

    Diese Tatsache, daß es der Thora gelingt, auch זרע ממקום אחר zu Trägern ihrer Wahrheit zu gewinnen, hat der Thora Unsterblichkeit verliehen. כי לא תשכח מפי זרעו „Sie wird nicht vergessen werden aus dem Munde seines Samens“, lautet das tröstliche Geleitwort, das uns auch in Zeiten des traurigsten Verfalls nicht verzweifeln lässt und uns das Bewusstsein stärkt, daß es der Thora zu allen Zeiten gelingen werde, sich ihrer Träger zu sichern. Und mag auch die Entfremdung in erschreckendem Umfang um sich greifen, mögen auch in Leichtsinn und Verblendung weite Kreise der vollendeten טומאה anheim fallen, – um die Zukunft der Thora brauchen wir nicht zu zittern: ihr wird es noch immer gelingen, einen זרע, und wäre es auch ein זרע אחר zu gewinnen, der unter der Macht ihres Lebens weckenden und gestaltenden Einflusses zur herrlichen Menschenblüte sich entfaltet. Wohnt ihr doch die geheimnisvolle Kraft inne, selbst aus טמא den טהור hervorgehen zu lassen!

    Generation gehen in טומאה, in völliger Gottesentfremdung dahin, da erblüht einem Terach ein Abraham! Blind wütet Achas gegen den Bestand des jüdischen Lebensbaums, und gerade ihm entstammt Chiskija! Mit finsterem Fanatismus kämpft ein Menasche jahrzehntenlang wider Gottes Heiligtum, und gerade ihm wird Joschijah  geboren, den Gottes Thora zu ihrem Retter sich zu erziehen versteht! Generationen gehen in טומאה dahin, und dennoch vermag Gottes Thora aus diesem Boden den זרע אחר, den טהור, den „reinen“ Träger ihrer ewigen Wahrheit zu gewinnen!

    זאת חקת התורה In dieser Tatsache offenbart sich das gewaltige „Naturgesetz” unserer Thora.

    Diese טהור מטמא-Tatsache fand aber in der פרה אדומה-Institution ihrem sprechenden symbolischen Ausdruck. Wohl war der mit מי נדה gemischte Aschenstaub  gewinnen: …..

    Das aber ist der symbolische Ausdruck für חקת התורה, für das der Thora innewohnende „Naturgesetz“; ihr wohnt die wunderbare Kraft inne, aus טומאה den טהור zu gewinnen; מי יתן טהור מטמא לא אחד es ist die göttliche Kraft der Thora, die noch zu allen Zeiten aus vollendeter טומאה die „reinen“ Träger zu gewinnen verstand. –  

    Für die Rettung von Sedom und Amora trat Abraham fürbittend ein. Nun aber hatte doch Gott den Untergang dieser Städte beschlossen, weil ואנשי סדום רעים וחטאים ihre Entartung ein solches Ausmaß erreicht hatte, daß an ihre sittliche Erhebung nicht mehr zu denken war. Was veranlasste da Abraham dennoch, sich für ihre Erhaltung einzusetzen?

    Abraham mochte der Hoffnung gelebt haben, daß, wenn auch diese Generation unrettbar der טומאה verfallen sei, vielleicht doch noch einst ein זרע אחד und damit ein Geschlecht  טהור מטמאhervorgehen könne, so daß die Rettung dieser Städte gerechtfertigt wäre. Hatte er es nicht an sich selbst erlebt, war er nicht den Sohn eines Terach, der späte Enkel einer in טומאה entarteten Geschlechterreihe? Daran wagte er zu erinnern in Worten, die, feinfühlig genug, nach Möglichkeit den Vater zu schonen bestrebt waren: הנה נא הואלתי לדבר וגו' ואנכי עפר ואפר Er darf vor Gott stehen in seiner Hinfälligkeit und ist von Gott durch göttliche Rettungswunder dem Leben erhalten worden, ist, wie die Weisen so herrlich bemerken, dem Schwert Amrafels entronnen und dem Glutofen Nimrods, ist des Lebens gewürdigt worden, weil Gott in ihm den טהור erkannte, der aus טומאה sich zu gottgewollter Lebensbestimmung emporrang. – Sollte eine solche טהרה-Zukunft nicht auch der טומאה dieser Städte beschieden sein?

    חייך שאני נותן לבניך כפרה בהם Fürwahr, diese Wahrheit soll einst in der פרה אדומה-Bestimmung ihren ewigen Ausdruck finden.

    Gottes weiser Ratschluss aber hatte über Sedom und Amora den Untergang beschlossen, da diese von Abraham erwähnte Möglichkeit Gottes alle Zukunft durchdringendem Auge sich nicht bot.

    Und doch, wie wahr unser Vater Abraham empfunden, wie sehr seine Erwägung der göttlichen Waltung entsprach, geht aus einer Bemerkung der Weisen hervor, die wir nunmehr in ihrer ganzen Tiefe zu verstehen glauben. קם קח את אשתך ואת שתי בנותיך הנמצאות וגו', gebieten die Engel Lot, „nimm deine Frau und deine beiden Töchter, die sich da vorfinden“ (19,15). Das Wort הנמצאות ist überflüssig und unverständlich. Und die Weisen erklären (מ"ר): שתי מציאות רות המואביה ונעמה העמונית „Zwei Funde“ habe da Gott gemacht, die Moabiterin Ruth und die Amoniterin Neamah. Ferner: מצאתי דוד עבדי (תהלים פ"ט) היכן מצאתי אותו בסדום Es heißt: ‚Ich fand meinen Diener David’ – in Sedom hat Gott ihn gefunden.

    Von den beiden Töchtern Lots, den Stammüttern von Moab und Ammon, gingen einst Ruth und unser König David hervor! Wenn aber aus der טומאה-Umgebung von Sedom und Amora solche טהרה-Blüten gezeitigt werden konnten, so war dies wohl die denkbar größte מציאה, die der Gottessache beschieden sein konnte. Dieser künftigen מציאה oder besser dieser טהור מטמא-Erwägung dankten Lot und seine Töchter ihre Rettung. –

    Daß aber solche מציאות selbst aus Sedom und Amora hervorgehen konnten, zeugt für die Wunderkraft der Thora. Sinnig reichen uns daher die Weisen gerade מגילת רות am Tage von מתן תורה: Hier hat זאת חקת התורה die der Thora ureigentümliche Kraft in ihrer ganzen Tragweite sich bewährt. – Von ihr dürfen wir auch für die Folge vertrauensvoll unser und der Menschheit Heil erhoffen.

     

    Quelle: Rabbiner Dr. Salomon BREUER  Belehrung und Mahnung zweiter Teil Exodus J.Kaufmann Verlag Frankfurt am Main 1935 S. 80 - 86

    27-03-2019 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    26-03-2019
    Klik hier om een link te hebben waarmee u dit artikel later terug kunt lezen.Rabbiner Dr. Leo BRESLAUER „Ein jüdisch-geschichtlicher Wegweiser“ (12)
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    Rabbiner Dr. Leo BRESLAUER

                 (1894-1983)

     

    ובקשו

     

    Ein  jüdisch-geschichtlicher Wegweiser“ von  Leo BRESLAUER. Frankfurt am Main  5695/1935






    „ Und siehe da: die ständig drohende Gefahr, daß der selbstherrliche Autonomismus doch irgend wann und wo im Zuge „fortschrittlicher“ Kulturentwicklung gewinnendere und damit überzeugendere Formen annehmen und so dem autonomistischen Drange im jüdischen Kreis verstärkten Auftrieb geben könnte – diese Gefahr wird eines Tages akut. Die sogenannte Aufklärung bringt einen gesellschaftsfähigen nackt-gottlosen Rationalismus hervor und treibt nicht nur gewinnend sondern geradezu  stürmisch saugend zur Emanzipation, vor deren Posaunentönen die letzte Festung gottesstaatlicher Erziehungsmacht die taurokratische Autonomie  des Golußgemeinde fällt – ein klägliches Jericho, aber kaum überraschend von einer Emanzipation, die im Namen normalisierungsfreudigen Vernunft kommt, aus Staatsraison und Achtung der Menschenwürde und nicht aus Verständnis für Judentumswürde und Zwangsgastschaft. Mit  dem Verlust eigener Gerichtsbarkeit und wirksamer Banngewalt hat die Entmachtung des jüdischen Volkes vorläufig ihren Höhepunkt erreicht. Die Bahn wird frei für Anarchie des Glaubens. Die Bewegung kommt schnell ins Raten. Um die geschleiften Festungen, die Gemeinden, die heiligen Werkstätten  gottesstaatlicher Erziehung und Bewährung, entbrennt ein erbittertes, geistig-gesellschaftliches Ringen, Bruderkrieg, traurig, aber in Gottkönigs Namen unerbittlich bis ans Ende durchzufechten.  Die Autorität gottesstaatlicher Erziehung wird bis in die Familie hinein erschüttert und zertrümmert.  Die äußere Verunstaltung, wahrhaftig nicht unsere Schande, wird zum eigenen Charakterfehler umgedeutet, um die Hilfe zu rechtfertigen die man mit fanatischer Zähigkeit den äußeren Normalisierungsversuchen entgegenbringt. Hochmut macht sich breit und breiter anstelle der Demut  vor der Ehre und dem Rechthaben Gottkönigs. Taurowidrigkeit flutet von allen Seiten in den heißumstrittenen europäischen Westen ein und findet hier nur ganz vereinzelte Hindernisse, nach Osten aber einen langsam zurückweichenden Widerstand. Noch läuft die Rechthaberei auf den Krücken ihrer Deutungskünste. Die fromme Larve einer gewissen üblen „Wissenschaft des Judentums“ erscheint als ein bestrickender Massenartikel. Immer schwächer wird die Widerstandskraft der Selbsterziehung; schon längst ist sie auf  sich allein gestellt; blendende Scheinerfolge autonomer Kunst, Wissenschaft und Technik  dringen von außen her hypnotisierend auf sie ein, dazu die Massensuggestion sozialer Erlösungsträume. Die Verblüfften beginnt der goldene Trichter der tempogehetzten  Völkermühle  Amerikas zu verschlucken. Indeß schwingen die unerschrockenen Führer der J’rei’m die Fahne der Wahrheit höher, fassen das Schwert der Demut fester, bauen Schule und J’schiwo als Stützpunkte des himmlischen Gottesstaates  aus. Hier und da verliert zwangsgastschaftliche Problematik an Schärfe scheint überwindbar; innere Hemmungen fehlen; die religiös-neologe Reform hat gottesstaatliches Denken und Fühlen gründlich ausgerottet. Bald wird man wieder normal sein, menschenwürdig. Bald wird die bürgerlich emanzipierende  Assimilation die antinormale Zwangsgastschaft beseitigt haben.  Andernorts häufen sich die Spannungen. Der völkische Zeitgeist fasziniert. Ein gottesstaatloser Nationalismus will  den Kranken jüdischen Markt erobern; er erschleicht ihn, natürlich, unter täuschender „Zion“-Maske mit pseudomessianischen Lächeln.  Zwischendurch  schleudern die Wirbel menschheitserschütternder Geschehnisse entwurzelte Scharen durcheinander, vom Land und die Stadt, von Staat zu Staat, bis nach dem fernen Osten, bis an die Enden der Erde, und der interpretierende Schwindel, in der zweiten Generation bereits als „historisch“ geheiligt, narkotisiert Hirne und Herzen. Bald, bald wird die völkerrechtliche emanzipierende Assimilation die antinormale Zwangsgastschaft beseitigt haben. Bald, bald wird man normal sein, menschenwürdig. Daß die  Judentumswürde welkt und die Charakterlosigkeit blüht, weil die ureigenste, die antinormale, die gottesvolkliche Art verleugnet wird, kommt kaum zum Bewußtsein. „Was sagen die andern ?“ ist das oberste Dogma beider Assimilationen, der individuellen wie der völkischen. Und der flammende Streitruf aus den ersten stürmischen Verteidigungskämpfen der J’rei’im - !מי לה' אלי  – verklingt mehr und mehr in ein gemütliches Neben-, Mit- und Durcheinander. Wie Unkraut wachsen die Gruppen und Grüppchen, die jede für ihr Vereinsprogramm als der einzig wahren Art des Judeseins Reklame machen. Selbst die Gemeinschaft der J’rei’im  שארית עם קדוש,sinkt zu einer orthodoxen Partei herab und zerfällt in Gruppenותהי האמת נעדרת – עדרים עדרים. Schließlich wagt es der hochmütige Lüge, ohne jede Verkleidung aufzutreten, tummelt sich ungeniert, erklärt Gottkönigs Ehre, Staat und Reich als „wissenschaftlich erledigt . Gottlosentum, Schmach des Jahrhunderts, bricht herein und findet vereinzelt – Schande über Schande! –ein schamloses Echo. Rechthaberei gibt sich mit der Selbstverständlichkeit der Frechheit – בעקבות משיחא חוצפא יסגי … “

    Es freut uns – in Beilagen –  der 2.Teil einer weiterer Skizze (S. 56 bis 59) aus dieses rabbinische Meisterwerk vollständig zu liefern:

    Bijlagen:
    Breslauer Leo Uwakschu 57.jpg (113 KB)   
    Breslauer Leo Uwakschu 58.jpg (113.1 KB)   
    Breslauer Leo Uwakschu 59.jpg (102.6 KB)   

    26-03-2019 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    25-03-2019
    Klik hier om een link te hebben waarmee u dit artikel later terug kunt lezen.„Misrachistische Begriffsverwirrung“ Jüdische Monatshefte 1918 Heft 3 u. 4
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    Misrachistische Begriffsverwirrung“



    Leitartikel  5. Jahrgang, Heft 3 u.4 zu lesen in Beilage.
    Zur Einführung genügt zu sagen daß es um eine Replik geht auf einen Artikel erschienen im  verwirrungsstiftender  Berliner „Jeschurun“ von Dr. J. Wohlgemuth.

    Bijlagen:
    Misrachistische Begriffsverwirrung Jg. 5 Hft 3 Seite 62.JPG (69.5 KB)   
    Misrachistische Begriffsverwirrung Jg. 5 Hft 3 Seite 63.JPG (75.8 KB)   
    Misrachistische Begriffsverwirrung Jg. 5 Hft 3 Seite 64.JPG (50.7 KB)   

    25-03-2019 om 00:11 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    24-03-2019
    Klik hier om een link te hebben waarmee u dit artikel later terug kunt lezen.Jeremias 22, 10a und Sprüchlein zum Wochenabschnitt Schemini
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    שמיני

     

    אל תבכו למת ואל תנודו לו:

     

     

    Nicht klaget um einen Toten, nicht zeiget seinethalben innere Bewegung

    (Jeremias 22,10a Übersetzung Rabbiner Dr.  Josef BREUER)

     

    1.

    Klage nicht, wenn Fromme scheiden

    Von dem süßen Lebenslicht,

    Traure nicht, gebeugt von Leiden,

    Wenn ihr Herz schon frühe bricht.

    2.

    Denke, daß für jene Reinen

    Diese Welt zu kleinlich war,

    Willst denn jene du beweinen,

    Die jetzt grüßt die Engelschar?

     

    Aus: Erbauungsbuch „Bibel- und Talmudschatz“ J.H. Kohn S.242  13.Auflage Hamburg 5691 – 1931

     

    Die beste Anschrift für antiquarische Judaica:

    Antiquarische Buchhandlung „Spinoza“ in Amsterdam

    Inhaberin: Frau Manja BURGERS

    http://www.spinozabooks.com

    24-03-2019 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    22-03-2019
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    Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH

                  (1833 – 1900)

     

    הפטרת פרשת צו

     

    Aus dem Kommentar zur Haftoro des Wochenabschnittes Zaw

     

    Jeremias, Kap. 7, Vers 21 und folgende

     

    Ganz wie der vorigen wird auch in dieser Sidra, die die Fortsetzung der Gesetze über den Opferdienst und die Priester enthält, ein Prophetenwort als Haftora angeschlossen, das in eindringlicher Schärfe vor Verkennung der Bedeutung der Opfer warnen soll. Die weisen Ordner unseres Gottesdienstes haben eben sehr wohl die Gefahren erkannt, die aus einer solchen falschen Auffassung der wahren, aufrichtigen, von Gott gewollte Frömmigkeit erwachsen könnte. Denn das Prophetenwort weist darauf hin, wie zu jenen entarteten Kreisen, deren ganzer Gottesdienst nur noch in Tempelbesuch und in Opfern bestand, die durch ihren Gegensatz zu ihrer sonstigen Entartung das Gotteshaus auf’s schwerste kompromittierten, derselbe Gott, der die Opfer eingesetzt, gesprochen habe: „Nehmet lieber eure Emporopfer und legt sie zu euren Mahlopfern und verzehrt sie selbst als Fleischkost!“ Es ist das dieselbe Verkennung des Tempeldienstes und des Gotteshausbesuches, deren Verurteilung der Prophet am Eingang dieses Kapitels im Namen Gottes also auszusprechen gehabt hatte: „Hört das Wort Gottes, ihr Männer von Juda, die durch diese Thore eingehen, sich vor Gott zu beugen. So hat Gott der Schöpfungsscharen, Jissroéls Gott, gesprochen: „Bessert euren Wandel und eure Taten, so lasse ich euch gerne an diesem Ort weilen. Trauet doch nicht den Worten der Lüge, die sprechen: Tempel Gottes! Tempel Gottes! Sollen doch sie selbst der Gottestempel sein“. Und hatte sodann in mächtig aufloderndem Zorne (V. 6 und 10) denen, die „draußen „vor Diebstahl, Mord, Ehebruch, Meineid, Götzendienst“ nicht zurückschrecken, dann aber regelmäßig kommen, sich fromm vor Gott hinstellen und sich nun „gerettet glauben“, „um nun draußen Schandtaten weiter fortzusetzen“, das Flammenwort: entgegengeschleudert: „Ist denn dieses Haus, über das mein Name ausgesprochen, in euren Augen eine Höhle für Schandbuben geworden??“ – 

     

    Kap.7, V.21 Empor- und Mahlopfer, ihre Bestimmung nach gelobender Ausdruck der Weihe des Taten- und Genusseslebens. In der eben gezeichneten frivolen Gesinnung dargebracht, stellen sie sich als eine Gotteshöhnung dar und wirken außerdem dadurch gerade entsittlichend, daß sie den Darbringenden in der Wahnvorstellung erhalten, er habe dem göttlichen Willen jetzt Genüge geleistet und könne nunmehr beruhigt weiter freveln. Demgegenüber wäre es besser, wenn die Tiere, statt zu Opfern, für Küchenzwecke verwendet würden. 

     

    V.22 und 23 שמעו בקולי Gehorsam, unbedingter Gehorsam gegenüber der aus dem Gesetzesworte uns entgegentönenden Gottesstimme, – לי לעם, daß allen Beziehungen des gesamten bürgerlichen Lebens das Gepräge der Gotteshörigkeit und Liebe ausgedrückt sei, – והלכתם בכל הדרך, der Charakter der Sittenreinheit, der jedes Einzelleben als das von Gott gestaltete kennzeichnet – das bildet den Inhalt des ganzen großen unverbrüchlichen Gottesgesetzes, auf das Gott uns verpflichtet und zu dessen Erfüllung er uns zum Volke erschaffen hat.

     

    V.24 ויהיו לאחור ולא לפנים Zu allen Zeiten vollzog sich der Abfall vom Gesetze unter der Devise des vermeintlichen Fortschritts. Im Lichte der höchsten Kulturziele der Menschheit jedoch war zu allen Zeiten die Geschichte des Abfalls in Wahrheit eine Geschichte des Rückschritts.

    (Die Haftoroth übersetzt und erläutert, Frankfurt am Main 1896: S. 189- 195  Kommentar zu Jeremias Kap 7 V.21…) 

    22-03-2019 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    21-03-2019
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    Rabbiner Dr. Raphael BREUER

                (1881-1932)

    Aus dem Vorwort zur Erläuterung der

     Megillas Esther

     

     

    …Leicht ist die Kunst des Retouchierens biblischer Gemälde freilich nicht. Liebe vor allem und freudiger Wille, alles zeitlich Bedingte beim Schauen des ewig Großen und Bedeutsamen als den Fernblick hindernd  aus dem Weg zu räumen, gehört dazu. Seht doch nur, wie der Verfasser des Horeb[1] im Abschnitt Purim förmlich mit der Sprache ringt, um das Unausgesprochene der Megillah, was nur zwischen den Zeilen haucht und flüstert, und was nur das liebende Aufmerken eines unverdorbenen Ohrs erlauscht, in Worte zu kleiden! Hier fühlt einer, dem das tiefe Bewusstsein, daß ein schmucklos dürres Menschenwort zu leer und ärmlich sei, die erhabene Heiligkeit des Bibelwortes auszuschöpfen, in allem, was er schrieb, die Feder führte (und dem darum so oft der bloße Wohllaut einer klingenden Phrase zur Wiedergabe undefinierbarer Empfindungen ein heiliges Bedürfnis war) ass zum Verständnis der Megillah nicht kritischer Scharfsinn reicht und nur sich einfühlende Liebe der einzige Schlüssel ist.  „Und über beiden – unsichtbar Gott, längst schon vorbereitend die Heilung vor dem Schlage; Folgen der Menschentat zu seiner Weisheit Zweck verknüpfend – Langeweile einer schlaflosen Nacht dem Könige – Aufwallung eines Augenblicks in des Königs Brust – und – abgewendet der Schlag von den Hilflosen…“ So wird das Vexierrätsel, wo sich im Estherbuche Gott befinde, von einem Kenner gelöst, der die Megillah nicht kritisch prüft, sondern als „Brief“, als ein Vermächtnis erfahrungsweiser Exulanten an die späteste Gola liebt und ihre Geschichte erlebt. Des Horebverfassers pietätvolle Art stand mir beim Schreiben dieses Kommentars vor der Seele. Ich habe die Megillah nicht geprüft, sondern zu lesen,  ihre Helden nicht entthront, sondern zu lieben und ihre Szenen nicht zerpflückt, sondern zu erleben gesucht.

     

    Aschaffenburg, im Schewat 5670

    Raphael BREUER



    [1] Rabbiner Samson Raphael HIRSCH

    21-03-2019 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    20-03-2019
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          (1808-1888)

    DER FASTTAG ESTHERS

     

    Chaurèw Kap.33 § 238

     

    2. תענית אסתר Einer andern Golußsünde Denkmal[1], und Warnung vor derselben, von der uns nur durch Überlieferung Kunde geblieben, ist Tha-aniss Esthér, das auch nur durch Überlieferung des Herkommens Zeitendenkmal geworden. Gleichsam, als ob das Schuldbewusstsein des Volkes sich selber zur Warnung dies Erinnerungsdenkmal gesetzt. – 

     

    Begebenheit: Achaschwérausch, dem Sinne orientalischer Eroberer gemäß, war milde gegen die Besiegten. So viel verschiedene Völkerschaften beherrschend, konnte natürlich der Blick nicht an eine Eigentümlichkeit sich fesseln; und, mochte darum Sprache, Sitte, Religion, noch so verschieden sein, was nur dem allgemeinen Namen Untertan sich fügte, war ihm willkommen. So wurden denn diejenigen von Jissroél, das ohnehin ja der persischen Herrschaft so vielfaches dankte, die von ihrer Heimat ferngeblieben waren, mit in den wohltuenden Strahl königlicher Milde gezogen. Gleichsam Prüfung von oben, wie Jissroél, das im Laufe der kommender Jahrhunderte so vielfache Probe der Gottestreue im Unglück geben sollte, in dieser Gottestreue unterm Strahl der Milde bestehen würde. Und siehe, Jissroél, das unterm Druck nie die Treue brach, die Probe bestand es nicht. – Sich gefallend in dieser fürstlichen Milde, sei es weil deren Haltung als Bürgschaft ihres Heils betrachtend, sei es aus Schwäche, sich nicht dem Gütigen gegenüber in ihrer Eigentümlichkeit behaupten zu können, sei es im Wahn, diese Milde selbst durch Anschmiegen an Landessitte vergelten zu müssen, ginge es auch auf Kosten des Jissroélgeistes und Jissroéllebens, – oder etwa gar – sich der eigentümlichen Sitte schämend und gerne so rasch als möglich mit denen sich einigend, von denen ihr äußeres Heil abhing, kurz , Jissroél bestand nicht; die Milde machte sie lauer in Beachtung väterlicher Lehre. Aber Gott riss sie bald aus ihrem Traum. Ein Mann, ewiges Muster für Jissroéls Goluß, wie man Land und Fürsten treu und doch J’hudi in wahren edelsten Sinne bleiben könne, Mordochai musste sie im eigenen Beispiel lehren: nichts zu wissen von jener Mäkelei mit Jissroéls Lebensgute, und, wo es gilt sich der Mächtigen Gunst auch nur durch Entsagung einer Jissroélpflicht zu erkaufen, sich, die Seinigen, lieber alles preiszugeben, als sich Leben und Gemächlichkeit durch Pflichtverletzung zu erringen; treu zu bleiben – und alles übrige in Gottes Hand zu stellen. –  Und nachdem nun gerade jene, trotz ihres Anschmiegen, das Schwankende der Menschengunst erfahren hatte, und Gott gerade die Gefahr, die Mordochais Festigkeit über sie alle gebracht, in herrliche Rettung umgewandelt hatte, sie auch in der Stunde der Gefahr die eigene Verirrung erkannt, da – während  von seinen Führern der Tag der Rettung als freudiges Zeitdenkmal eingeführt worden – erhielt sich das Volk selber den Tag vor dem Feste als warnendes Denkmal schnöder Verirrung, und das ist der Tha-aniss Esthér.

     

    Warnung:  Wovor warnt Tha-aniss Esthér? Vor der Verirrung, die Völkergunst durch Anschmiegen an ihre Lebensweise, wenn auch mit Verletzung göttlicher Pflichten, zu erkaufen. Wenn Zaum G’daljoh uns vor Untreue, Ungehorsam, Ungefügigkeit warnt gegen die Hand Gottes, die ins Goluß  uns führte, und Anhänglichkeit, Gehorsam und Treue für die Völker von uns fordert, die uns aufgenommen: zeigt Tha-aniss Esthér  die Grenze dieses Rufes in der Treue gegen das Gesetz, das uns zu Jissroél macht, und ruft allen Geschlechtern Jissroéls zu: wenn Gott sie wieder prüfen werde durch Völkermilde, wie Er durch Völkerhärte sie geprüft, standhaft zu bleiben in dieser Prüfung, und der alles versöhnende Milde durch Treue und Anhänglichkeit und Förderung des Völkerwohls zu begegnen, und durch volle Entfaltung des schönen Jissroélcharakters, wie Gott dies ja selbst gegen Völkerhärte fordert, – nicht aber durch Aufgeben ihrer jissroélitischen Persönlichkeit; denn das hieße Selbstmörder werden, umdas Leben zu gewinnen.

     

     

     

    Samson Raphael HIRSCH : Chauréw, Versuche über Jissroéls Pflichten in der Zerstreuung, zunächst  für Jissroéls denkende Jünglinge und Jungfrauen. Vierte Auflage Frankfurt  a.M. Verlag J. Kaufmann 1909



    [1]  Das andere ist der Fasttag G’daljohs (§ 237) am 3.Tage des Jahres.

    20-03-2019 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    19-03-2019
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    Rabbiner Dr. Leo BRESLAUER

                 (1894-1983)

     

    ובקשו

     

    Ein  jüdisch-geschichtlicher Wegweiser“ von  Leo BRESLAUER. Frankfurt am Main  5695/1935









    27.      Rechthaberei

    „Nur aus der sichtbaren irdischen Wirklichkeit ist der Gottesstaat geschwunden. Seine überirdische Wirklichkeit dauert fort. Dieser himmlische Gottesstaat darf und wird als beherrschende Idee des Golußjudentums nie völlig verloren gehen; denn unsere Mamlecheß-Kauhanim-w’gauj-kodausch-Bestimmung ist ewig. In dieser Geistigkeit hat er auch seine alte Totalität behalten, so lange noch Juden nicht nur nach seinen in Geltung verbliebenen Gesetzen handeln, sondern auch den ehemaligen gottköniglichen Residenzbezirk in seiner ganzen, Heiligtum und Land umspannenden Weite noch „lernen“ und – beten.

    Der neue Zustand hat aber in doppelter Hinsicht die Erziehung zum Bekenntnis und zum Gehorsam für Gottkönig vor neue Schwierigkeiten gestellt.“

    „Hinzu kam, daß mit dem Untergang des Staates die für die Erziehung so wichtigen autoritäre Macht des Gottesstaatvolkes verloren ging. Machtlosigkeit ist aber gewöhnlich der Bankrott der Erziehung; denn sie bedeutet normaler Weise Kapitulation vor dem obersten der Urtriebe, der Rechthaberei.

    … …

    „Das ist die Klemme:

    Hier – Kitzel des Geltungstriebes durch ohnmächtigen Zusammenbruch der gottesstaatlichen Erziehungsautorität unseres Volkes.

    Dort – herzergreifend das allgegenwärtige Geheimnis flehentlichen Drängens zu freiwilligen, akeidostarken Geltungsverzicht, der die Blinden helläugig  macht, um in der Öde des Goluß die Manifestation des Gottesstaates zu sehen, um Zwangsgastschaft zu bejahen, zur Wahrheit sich zu bekennen, der Ehre Gotteskönigs aus banger Ferne zu huldigen.

    Was  tut Rechthaberei in dieser Klemme? Sie greift (ganz typisch und in diesem Punkte  allein traditionell) nach Beflüsterung mit scheinbarer Legalität dem berüchtigten Rauschmittel der Triebe zur Einschläferung des Gewissens. Unsere Weisen wußten warum sie empfahlen, bei unerträglicher Triebdruck sich im traurigen Schwarz zu hüllen, ins Dunkel der Unbekanntheit zu flüchten und dem Unwiderstehlichen, wenn es wirklich unwiderstehlich ist, so zu erliegen, also gerade in der Not der Tat sich das Bewußtsein der Illegalität, der Sünde, zu erhalten.

    Will Rechthaberei sich ins Herz eines gläubigen Geschlechts einschleichen, so bindet sie sich der Maske einer gewissen Interpretation vor’s Gesicht.  Die eigene Meinung wird skrupellos schlau in die Worte der heiligen Lehre hineingedeutet – Methode der unbegrenzten Möglichkeiten. In der zweiten Generation ist der Schwindel bereits „historisch“ und fordert – Respekt. Die Überrumpelung ist geglückt. Der Hochmut schwillt an, läßt die Maske fallen und wird – Frechheit.

    Die Ewigkeit  Gottes bürgt für den Bestand seines Volkes und seines Wortes. Der Staat der Sinnlichkeit fiel – unsere  Gottheit blieb, der Staat der Habsucht fiel – Gottes Volk blieb. Auch Rechthaberei wird schwinden- Gottes Wort wird bleiben –     

      


    Es freut uns – in Beilagen –  ein erster Teil einer weiterer Skizze (S. 50 bis 56) aus dieses rabbinische Meisterwerk vollständig zu liefern:

    Bijlagen:
    Breslauer Leo Uwakschu 50b.jpg (101.5 KB)   
    Breslauer Leo Uwakschu 51.jpg (123.6 KB)   
    Breslauer Leo Uwakschu 52.jpg (119.2 KB)   
    Breslauer Leo Uwakschu 53.jpg (129.5 KB)   
    Breslauer Leo Uwakschu 54.jpg (126.2 KB)   
    Breslauer Leo Uwakschu 55.jpg (124.1 KB)   
    Breslauer Leo Uwakschu 56.jpg (126 KB)   

    19-03-2019 om 00:56 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    17-03-2019
    Klik hier om een link te hebben waarmee u dit artikel later terug kunt lezen.Samson Raphael HIRSCH: PURIM (aus Chauréw)
    Klik op de afbeelding om de link te volgen Samson Raphael HIRSCH  
             (1808-1888)

    PURIM (פורים)

     

    Chaurèw Kap.34

     

    § 247a

     

     

    Begebenheit ist klar. Sie liegt ausführlich in dem uns überkommenen Vermächtnisse der beiden Hauptpersonen, Mordochai und Esthér, in מגלת אסתר vor. – Schwarze Tücke sehen wir, Privatrache zu befriedigen, über das Leben vieler tausend äußerlich hilflos Preisgegebener würfeln; den selbstsüchtigen Zweck geschickt unterm Schein des Eifers für des Staates Wohl verhüllen; dazu die harmlose Gesondertheit Jissroéls aus dem Staats-Endzweck gefährlich schildern; und schon der Erreichung ihres verruchten Anschlages sicher. – Gegenüber jene Hilflosen, – nichts habend als ernste Prüfung bisherigen Lebens und Rückkehr zu Gott; ängstlich harrend des schrecklichen Tages, der ihnen allen Untergang droht; auf Gott allein hinblickend, ob er wohl noch das Schreckliche abwenden werde; und nach menschlichen Kräften nur noch den einzigen Weg gerader Vorstellung und Bitte versuchend. – Und über beiden – unsichtbar Gott, längst schon vorbereitend die Heilung vor dem Schlage; Folgen der Menschentat zu seiner Weisheit Zweck verknüpfend – Langeweile einer schlaflosen Nacht dem Könige – Aufwallung eines Augenblicks in des Königs Brust – und – abgewendet der Schlag von den Hilflosen, nur Gott habenden, – zurückgeschleudert der fein berechnete, Verderben tragende Blitzstrahl aufs Haupt der Urheber; und wehrloses Jissroél zur selbständigen Verteidigung seines Lebens berufen – zum Licht und zur Freude aus der Gefahr hervorgehend, die Nacht und Verderben gedroht. –

    Da wurden die Tage solcher Errettung zum ewigen Zeitdenkmal für Jissroéls Zerstreute, auf daß sie die Kraft behielten in dem festen Vertrauen: Gott, der sie hinausgewiesen in die Wanderschaft unter Völker, wache auch unsichtbar über sie, und mache zu Schanden, was selbstsüchtige Bosheit an List und Ränken gegen sie schmieden möge. Das Schwache Ja-akauw sei stark in dem unsichtbar   wachenden Gott.

    War hier leibliches Leben bedroht und leibliches Leben errettet, so stellt sich auch die Purimfeier dar, neben öffentlichen Vorlesen jenes die Begebenheit verewigenden Vermächtnisses, in Festmahlen, gegenseitigen Genussgeschenken und Bedenken der ärmeren Brüder. Gleichsam frohes Innewerden des wiedergeschenkten Lebens, in diesem Freudengefühl das Gesamtbrudergefühl gegenseitig erneuernd,  und ihm in Erheiterung der Ärmern Raum gebend. –  

     

    § 248

     

    Feier: Am 14ten Ador, nachts und am Tage, wird die Begebenheit in M’gilass Esthér (מגלת אסתר) gelesen. Nichts geht dieser Pflicht vor, ausser ein im Freien unversorgt liegender Toter ( א"ח687). Jedes Glied der Ja-akauw-Familie ist verpflichtet, nachts und tages M’gilloh zu lesen oder zu hören. Wo möglich trage einer in Versammlung sie vor und alle vernehmen sie aus seinem Munde (689). Sie werde ganz vorgelesen aus vorliegender nach Vorschrift verfertigter Abschrift der מגלת אסתר. Aus nicht nach Vorschrift verfertigter kann wohl zugehört, nicht aber mit- geschweige vorgelesen werden. Sie werde als eine Vermächtnisschrift aus jener Zeit gelesen (690). Über das Vorlesen, den Gottesdienst u.s.w. siehe (690 – 694) Mindestens zwei Gaben an zwei Bedürftige sollst du am Purim geben (694). Das eigentliche Freudenmahl für Purim sei am Tage. Eben so werden auch am Tage mindestens einem Freunde zwei  Geschenke an Festspeisen geschenkt (695) – Am Purim wird kein unnötiges Werk verrichtet, –  keine Trauerklage, kein Fasten veranstaltet (696) Alles nähre siehe (698 – 697)?

    § 249

     

    Also, wenn Missbrauch der Gewalt zur Ertötung des Jissroél eigentümlichen Lebens, oder verschlagenes Benutzen der Eigentümlichkeit Jissroéls zum Vorwand für Ausführung von Plänen der Gewalt, die beiden schreckendsten Erscheinungen sind, die Jissroél auf seiner Wanderung durch die Zeiten bedrohen: so stehen Chanuckoh und Purim am Eingang dieser Wanderung wie Feuer- und Wolken-Säule und mahnen uns: treu zu bleiben allen Pflichten, treu dem Jissroélberufe, treu dem Lande und Fürsten, die uns aufgenommen – und dann auf Gott zu blicken – und weder Gewalt noch List – zu fürchten. –

     

     

    Körper

    Geist

    Schöpfung

    פסח

    שבועות

    Erhaltung

    סוכות

    שמיני עצרת

    Erhaltung im Exil

    פורים

    חנוכה

     

    Samson Raphael HIRSCH : Chauréw, Versuche über Jissroéls Pflichten in der Zerstreuung, zunächst  für Jissroéls denkende Jünglinge und Jungfrauen. Vierte Auflage Frankfurt  a.M. Verlag J. Kaufmann 1909

    17-03-2019 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    Wir beten für die Auflösung der zionistischen Entität
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