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Rabbiner Samson Raphael HIRSCH
(1808-1888)

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Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH
(1833-1900)
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Rabbiner Dr. Salomon BREUER
(1850 - 1926)
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Rabbiner Dr. Raphael BREUER
(1881-1932)
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Reb Julius HIRSCH
(1842-1909)
Jubelsinget, Gerechte, in Gottesanschauung, den Geraden geziemt Thatenoffenbarungslied (Psalm 33)

ברוך הבא!    السلام عليكم!

 

Welkom op de blog van de studievereniging JESJOEROEN, Jodendom tegen Zionisme


Thoratrouwe antizionistische inzet en anti-imperialistische solidariteit. U vindt hier Rabbijnse teksten (vooral Samson Raphael HIRSCH strekking), nieuws en achtergrondinfo.

 

Bienvenue sur le blog de l'association d’étude YECHOUROUN, Judaïsme contre Sionisme.

 

Nous proposons des textes rabbiniques, (surtout de l’école de Samson Raphael HIRSCH) ainsi que des infos et documentations, le tout avec engagement antisioniste et solidarité anti-impérialiste, inspirés par la fidélité à la Torah. Visitez notre blog similaire en langue française: www.bloggen.be/yechouroun .  

 

Willkommen im Blog des Studienverbandes JESCHURUN, Judentum gegen Zionismus.

Wir bieten Rabbinische Texten (hauptsächlich von der Samson Raphael HIRSCH Tendenz – meistens in deutsche Originalfassung), sowie Nachrichten und Hintergrundinformationen, im ganzen mit Thoratreues antizionistisches Engagement und anti-imperialistische Solidarität.

 

Welcome to the blog of the Study Association YESHURUN, Judaism against Zionism.

We propose Rabbinical texts (mostly from the S R HIRSCH tendency), news and information, the whole inspired by Thora-true anti-Zionist Commitment and anti-imperialist Solidarity.

Inhoud blog
  • VROLIJK FEEST, HAPPY סוכות!
  • Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH aus dem Kommentar zur Haftoro des 2.Tages Suckauss
  • Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH aus dem Kommentar zur Haftoro des 1.Tages des Laubhüttenfestes
  • Rabbiner Samson Raphael HIRSCH : LAUBHÜTTENFEST
  • Rabbiner Samson Raphael HIRSCH Komm. Wochenabschnitt HAASINU
  • Rabbiner Dr. Mendel Hirsch zur Haftoroh des Wochenabschnittes Haasinu
  • Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH aus dem Kommentar zur Haftoro des Morgengebetes Jaum Kippurs
  • Rabbiner Dr. Salomon BREUER : JAUM HAKIPPURIM
  • Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH : HUMANISM and JUDAISM (A)
  • Psalm 50,4 und Sprüchlein zur Wochenabschnitt Ha'asinu
  • Psalm 92,13 und Sprüchlein der Woche für Wajélèch
  • Samson Raphael HIRSCH: Zaum G'daljoh
  • Historische rabbinische Erklärung:
  • Ludwig Stern: Der Tag der Erinnerung, das Neujahrsfest
  • Rabbiner Samson Raphael Hirsch Komm. Wochenabschnitt Nezovim
  • Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH aus dem Kommentar zur Haftoro Wochenabschnitt NEZOWIM
  • Rabbiner Dr. Salomon BREUER zur Wochenabschnitt NEZOWIM
  • Rabbiner Simon SCHWAB „Heimkehr ins Judentum” (1934) Auszüge
  • Rabbiner Samson Raphael HIRSCH : ELUL Zu den Selichauss-Tage (2)
  • Sprüche 15,3 und Sprüchlein zur Wochenabschnitt NEZOVIM
    INTERESSANTE LINKS
  • ANTIQUARIAAT BOEKHANDEL SPINOZA
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  • Mehrsprachige Seite „Yakov RABKIN, Historian and Author“
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    Judentum gegen Zionismus
    13-09-2018
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    וילך

     

    צדיק כתמר יפרח, כארז בלבנון ישגה:

     

     

    „Der Gerechte, wie die Palme blühet er, wächst hoch wie eine Zeder in Libanon,“

    (Psalm 92,13 Übersetzung Rabbiner Samson Raphael HIRSCH)

     

    1.

    Hochbetagt; im Greisenalter

    Ist der Fromme Führer schon,

    Moses, Jissroéls Erhalter –

    Bald steht er vor Gottes Thron.

    2.

    Und noch ist sein ganzes Streben

    Für sein Volk, das er belehrt‘,

    Und er opfert ihm sein Leben,

    Bis zu Gott er heimgekehrt.

     

    Aus: Erbauungsbuch „Bibel- und Talmudschatz“ J.H. Kohn S. 445  13.Auflage Hamburg 5691 – 1931

     

    Die beste Anschrift für antiquarische Judaica:

    Antiquarische Buchhandlung „Spinoza“ in Amsterdam

    Inhaberin: Frau Manja BURGERS

    http://www.spinozabooks.com

    13-09-2018 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    12-09-2018
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    Samson Raphael Hirsch

    Aus Chaurew  Kap. 33 Fasttage

    § 237

     

    II. WARNENDE DENKMÄLER VOR EXILSSÜNDEN:, צום גדליה und תענית אסתר

     

    1. צום גדליה Begebenheit: Die Stadt war eingenommen, der Tempel zerstört, des Volkes Kern nach Bowél geführt, gefühlt des Eroberers Wut, gegen den Rest er mild gestimmt, also daß er dem Rest ein Bleiben gab im Lande, und, aus ihrer eigenen Mitte, ihnen den G’daljoh ben Achikom als Leiter vorsetzte. G’daljoh erkannte die Jissroélaufgabe in Beziehung zu den Völkern, in deren Hand Gott sie gab, wie sie nichts anderes sei, als williger Gehorsam, darin selbst Gottergebung bezeigend, achtend die Macht, durch die Gott gezüchtigt, und gefügig sich hingebend dem Plane, den Gott duchs Goluβ heranreifen läβt; den Fürsten und Ländern gute, treue, nützliche Untertanen und Landesgenossen zu sein, es Gott anheim zu stellen, daß Er das Herz  der Fürsten und Völker zur Milde lenke, auf daβ sie in dem ihnen hingegebenen  Volke den leidenden Menschen achten, und heilen lernen die Wunden, die sie selber geschlagen. Wie es ja Jirmijohu (Kap.29) auch den nach Bowel Gewanderten als Gotteswillen verkündigte: „Suchet das Wohl der Stadt u.s.w.“, und dies Eingehen in Gottes Plan von Zidkijohu selbst während der Belagerung noch als Preis für der Stadt und des Tempels und die eigene Erhaltung gefordert wordern. Darum schwur ihnen G’daljoh, als babylonischer Beamter, daβ sie nur treu dienen mögen den kassdischen Staate, so werde es ihnen gut ergehen. – Aber selbst der zurückgebliebene Rest des Volkes konnte sich zu diesem freiwilligen, gefügigen Eingehen nicht erheben. Jischmoél ben N’ssanjoh, fluchwürdigen Andenkens, erhob sich, – von Eifersucht und fremden Einfluβ gestachelt, und nicht achtend seines Fürsten, des Königs von Bowel Willen, ja vielleicht eben ihm trotzend, – und tötete meuchlings G’daljoh und alle J’hudim und Kassdim, die um ihn waren. – Daβ aber die übrigen, wenn gleich nicht also verruchte Gesinnung, doch die Grundgesinnung des Nichteingehens in Gottes Führung teilten, und, wenn gleich ihre Verhältnisse begründen wollten, das zeigte sich wieder in den Widerspruch, in den sie alle einstimmten, gegen Gottes durch Jirmijohu’s Mund ihnen verkündeten Befehl: auch jetzt noch, nach so groβer Verschuldung, der Milde des N’wuchadnedzár zu harren, im Lande zu bleiben und ihm gefügig gehorsame Untertanen zu sein; – und Untergang ihrer alle, gerade durch den Weg, den sie selbständig einschlugen, war Folge ihres Wahns, der nur das als Gottes Willen erkennen wollte, was ihrer eigenen Kurzsichtigkeit entsprach. (ירמי' 38 – 44) –

     

    2. Warnung: Wovor warnt uns also Zaum G’daljoh? 1) Vor dem Wahne als müsse Jissroél im Goluβ sich selbst Selbständigkeit erringen, als wäre es nun in seiner Wanderung durch der Zeiten Wüste an sich selbst gewiesen, und müsse, so viel es könne, sich losreiβen von der Leidenskette, die es hält; und das es 2) auch alle Jahrhunderte hindurch Jissroéls Geschlechtern die Warnung zugerufen: „Bleibet treu dem Lande, das euch aufgenommen, dem Fürsten, der euch schirmt! Gott ist’s, der überall euch hingeführt, und überall mit euch ist. Auch in diesem groβen Wüstengange wandelt Er unsichtbar vor euch her, und weist euch an wo ihr weilen sollt, wo weichen. Gebt euch ganz ihm hin und zeigt diese Hingebung in treuer Anhänglichkeit an schirmenden Fürsten und Land, in geduldigem Gehorsam selbst gegen eure Dränger; so wird Er zur Milde stimmen ihr Herz, und auch die Zeit eurer Leiden wird sich mildern. – “  

     

    Aus: Samson Raphael HIRSCH : Chauréw, Versuche über Jissroéls Pflichten in der Zerstreuung, zunächst  für Jissroéls denkende Jünglinge und Jungfrauen. Vierte Auflage Frankfurt  a.M. Verlag J. Kaufmann 1909

    12-09-2018 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    09-09-2018
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    Historische rabbinische Erklärung:

     

    Zum Jahreswechsel 1919-1920  5679/5680

     

    Das verflossene Jahr hat die geschichtliche Katastrophe heranreifen sehen, deren Größe von keiner Katastrophe der Vergangenheit übertroffen wird. Wie wir in unsere Jugend mit fassungslosem Staunen vor dem Sturz der Weltreiche,  vor des  Korsen Untergang standen, so wird es unserer Nachfahren ergehen, wenn die ungeheure Kunde an ihr Ohr dringt; daß das Deutsche Volk nach Siegen ohnegleichen, nach Erfolgen die wie ein Märchen klingen, schließlich bis zur vollendeten Machtlosigkeit zusammengebrochen ist und den harten Friedensspruch argwöhnischer Gegner über sich hat entscheiden lassen müssen.

     

    Unter der Wucht dieser Katastrophe ist der stolze Bau des deutschen Kaiserreichs geborsten. Mühsam kämpft der neue deutsche Freistaat um sein Dasein und niemand kennt das Schicksal seiner nächsten Zukunft.

     

    Friede ist wieder eingekehrt. Aber in den Gemütern ist nicht Frieden. Der Weltkrieg ist durch keinen Frieden wirklich abzuschließen. Gleich einer finsteren Wolke wird er die nächsten Jahrzehnte noch beschatten, und vielleicht wird die künftige Generation erst in der Lage sein, Soll und Haben des Weltkrieges endgültig zu buchen.

     

    Die Welt ist aus den Fügen. Gottes Schofar hallt noch immer in den Lüften. Wer kann wissen, wohin das Antlitz des Gottes der Geschichte schaut. –

     

    Groß wie das Meer ist nicht nur der Bruch des deutschen Volks. Zitternd steht auch das jüdische Volk vor einem jähen Abgrund.

     

    Solche Zeiten waren dem jüdischen Volk noch nicht gewesen, seit Rom ihm seinen Staat zerbrach.

     

    Wo ist heute das Band, von dem man sagen könnte, daß es ein zukunftsfrohes jüdisches Leben größeren Umfangs aufweist!

     

    Der Weltkrieg hat das Ostjudentum in den geschichtlichen Strudel hineingerissen. Die Lehrstätten sind verweist, die großen Rabbiner versprengt, und Mord und Totschlag bedroht tagtäglich das nackte Leben von Tausenden.

     

    Das ungarische Judentum, auf das wir voll Stolz und Zuversicht zu schauen gewohnt waren, das uns das sicherste Bollwerk prinzipienhafter Gesetzestreue schien, ist völlig auseinander gerissen. Rumänien, der traditionelle Judenfeind, die Tschecho-Slowakei vielleicht auch Deutsch-Österreich, teilen sich in die Beute. Wer wagt die Folgen der politischen Umwälzung heute schon abzumessen!

     

    Soll die Hilfe von Palästina kommen?

     

    Die Hoffnungen, mit denen der Zionismus leichtfertig unsere Brüder im Osten erfüllt hat, scheinen sich nicht zu erfüllen. Einstweilen beschränken sich die zionistischen Herren, ihre Macht in Palästina die Juden spüren zu lassen. Trübe Nachrichten sind aus Palästina an uns gelangt. Schreie um Hilfe gegen die zionistischen Brüder. – –   

     

    Uns kann Gott nur helfen. –

     

    Möge Gott in diesen Schicksalszeiten seinem Volke die Führer erhalten, Jissroéls Thoraweisen vor allem, daß sie uns den Weg zeigen, den uns die Thora gebietet.

     

    Denn nur die Thora verbürgt noch heute das Leben unseres Volkes.

     

    Möge Gott seinem Volke die Kraft geben, mitten im tobenden Haß der Völker die Liebe Gottes zu pflegen. Denn nur in die Liebe Gottes findet unser armes Volk den Frieden.

     

    Arm wie noch nie steht unser Volk am Ende des Jahres vor Gott.

     

    Unser Volk hat keinen Annehmer auf Erden.

     

    Gott Jissroéls schütze Gottes Jissroél.

     

    Schriftleitung Jüdische Monatshefte, Jahrgang 6 Heft  u. 10S. 195-196

    09-09-2018 om 10:13 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    Ludwig Stern

     

    63. Der Tag der Erinnerung, das Neujahrsfest.

    (יום הזכרון, יום תרועה, ראש השנה)

     

    1. Geschichtliche Veranlassung. Der Tag der Erinnerung oder das Neujahrsfest bildet mit dem ihm folgenden Versöhnungstage und den zwischen beiden liegenden Tagen eine Einheit, die auch unter der gemeinschaftlichen Bennennung: die zehn  Buβtage (עשרת ימי תשובה) zusammengefaβt wird; darum gilt die geschichtliche  Veranlassung zum Versöhnungstage auch für ראש השנה. Diese Veranlassung ist folgende:

    Jissroél hatte der Erlösung aus Ägypten und des am Sinai mit Gott geschlossenen Bundes bald vergessen und die gröβte Verirrung in seiner ganzen Geschichte begangen, indem es das goldene Kalb gemacht und verehrt hatte. Dadurch waren sie der Vernichtung schuldig geworden. Moses weilte aber noch zweimal vierzig Tage vor Gott und flehte für sein Volk um Vergebung dieser schweren Sünde. Unsre Weisen s.A. weisen aus der Thora nach, daβ die letzten vierzig Tage mit dem ersten Tage des Monats Tischri endigten; an diesem Tage sprach Gott zu Moses das trostreiche Wort: סלחתי = Ich habe vergeben. Darum setzte Gott diesen Tag für ewige Zeiten als Versöhnungstag für Jissroél ein und bestimmte die neun vorangehenden Tage des Monats Tischri mit ראש השנה an der Spitze zur Vorbereitung auf den Versöhnungstag.

    (רשי, שמות לג'; דברים ט' יח; ח"א קלח )

     

    2. Die besondere Festvorschrift, die wir am ראש השנה zu beobachten haben, läβt  uns die Bedeutung des Festes deutlich erkennen.

     

    Die Thora gebietet uns nämlich, an diesem Feste gewisse, durch die mündliche Überlieferung  näher bestimmte Töne eines aus einem Widderhorn gefertigten  Instruments (שופר) zu hören. Wenn das Fest auf einen Sabbat fällt, unterbleibt das Blasen des Schofars, damit nicht veranlaβt werde, daβ das Instrument nötigenfalls von einem Besitzkreise in den anderen getragen werde (56,39). Am Sabbat wird des Schofars nur im Gebete erwähnt. Zufälliges Hören genügt nicht; der Blasende sowohl als der Hörer müssen gegenseitig die Absicht haben, daβ durch dieses Blasen und Anhören die Vorschrift der Thora erfüllt werden soll.

    Der Blasende muβ stehen, und bei den Tönen, die während des Muβafgebetes geblasen werden, auch der Hörer. Wir sollen die Schofartöne mit Beherzigung des tiefen Sinnes anhören, welcher darin liegt. (סה"ח תה; א"ח תקפה, תקפט ח)

     

    3. Die Bedeutung des Schofars und dieses Festes ergiebt sich aus verschiedenen Schriftstellen und aus den Namen des Festes; es heiβt:

     

    a.        Tag der Erinnerung יום הזכרון; es erinnert uns durch das Widderhorn an den Gehorsam unsres Stammvaters Abraham, der bereit war seinen einzigen Sohn zu opfern; es erinnert uns ferner an die unter Schofartöne am Sinai offenbarte Thora; es lenkt endlich unser Blick in die Zukunft und erinnert uns an die Verheiβung, daβ Jissroél einst, wenn der Zweck seiner Zerstreuung an ihm selbst und an der Menschheit erfüllt ist, durch Schofartöne wieder versammelt und vereinigt werden wird, nach dem Worte des Propheten: An jenem Tage wird der groβe Schofar geblasen werden, da werden kommen, die da verloren sind im Lande Aschur und die verstoβen sind im Lande Ägypten, und werden Gott anbeten auf dem heiligen Berge in Jerusalem (Jes. 27,13) Wenn wir uns aber sagen müssen daβ wir das alles noch nicht beherzigt haben, so ist dieses Fest

    b.        Tag der Erschütterung יום תרועה Die im Altertum allgemein bekannte Bestimmung des Schofars war, zu erwecken, zu erschüttern, vor Gefahr zu warnen, wie die Propheten sagen: So man das Schofar bläst in der Stadt, sollte da das Volk nicht erschrecken (Amos 3,6). Wer der Schall des Schofars hört und läβt sich nicht warnen, und das Schwert kommt und rafft ihn hin, der hat sein eigen Blut verschuldet, weil er den Schall des Schofars gehört und sich nicht warnen lieβ. (Jech. 33 4.5) Auch uns sollen die Schofartöne erschüttern bei dem Gedanken an unsre Sünden und warnen vor der Gefahr, die uns durch sie bedroht; das Fest ist ferner

    c.        Tag des Gerichts יום הדין. Nach der Überlieferung unsrer Weisen s.A. richtet Gott an diesem Tage alle Sterblichen und entscheidet am Versöhnungstage endgiltig über ihr Geschick, über Leben und Tod, über Heil und Unheil, je nachdem sie sich bessern oder verstockt bleiben. Die Schofartöne rufen uns mit dem Propheten (Zeph.1, 12-18) zu: Es naht den Tag Gottes, der groβe, er naht und kommt sehr schnell heran, ein Tag der Not und der Bedrängnis, ein Tag der Dunkelheit und der Finsternis, ein Tag des Schofar- und Lärmblasens für die da auf ihr Gold und Silber vertrauen und wähnen, Gott belohne nicht die Guten, bestrafe nicht die Bösen. Endlich ist dieses Fest

    d.        Anfang eines neuen Jahres ראש השנה Obwohl wir im Bezug auf die Reihenfolge der Feste Nisson als den ersten Monat zählen, so ist für uns doch der erster Tischri der Anfang des bürgerlichen Jahres, nach welchem wir die Jahre seit der Weltschöpfung rechnen. Auch diese Bedeutung des Festes bringen die Schofartöne zum Ausdruck. Diese galten bei unsren Vätern als ein dem Könige dargebrachter Huldigungsruf, wie es heiβt (I.König. 1,34): Blaset mit dem Schofar und rufet: Es lebe der König! Auch wir huldigen durch die Schofartöne am Anfang des Jahres aufs neue dem bei allem Wechsel der Zeiten ewigen und unwandebaren Schöpfer und Regierer der Welt.

                (מחזור בשם רס"ג; רמב"ם, תשובה ד')

     

    4. Diese durch das Schofar ausgedrückte Bedeutung des Festes sprechen wir auch in dem erhabensten unsrer Gebete, im Muβaf aus: Huldigung מלכיות, Erinnerung זכרונות, Erschütterungשופרות . Wer diese Bedeutung beachtet, wird gewiβ die mit dem Feste beginnenden zehn Buβtage benützen, um sich durch Besserung seines Wandels (תשובה) durch   andächtiges Gebet (תפלה) und durch Wohltätigkeit und Almosen (צדקה) auf den Versöhnungstag würdig vorzubereiten.

     

    (es folgen noch 5. und 6. mit Vorschriften und Bräuche)

     

    Aus עמודי הגולה Die Vorschriften der Thora welche Jissroél in der Zerstreuung zu beobachten hat.

    Ein Lehrbuch der Religion für Schule und Familie von Ludwig Stern, Direktor der israelitischen Schule in Würzburg. Zweite vermehrte und verbesserte Auflage Frankfurt am Main 1986 S.125-129

    09-09-2018 om 10:11 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    07-09-2018
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    Rabbiner Samson Raphael HIRSCH

     

    אתם נצבים פרשת

     

    Aus seinem Kommentar zur Wochenabschnitt Atèm Nizovim

    Kap.29 V.13 Und nicht mit euch allein stelle ich diesen Bund fest und diesen Eid,

    V.14 sondern mit dem, der hier mit uns heute steht vor Gott, unserem Gotte, und mit dem, der nicht hier mit uns heute ist.

     

    Kap. 29 VV. 13 u. 14 ולא אתכם לבדכם וגו' . Wie unbeschränkt hinsichtlich der von der Bundeseidesverpflichtung betroffenen Personen, ebenso unbeschränkt hinsichtlich der Zeitdauer ist der hiermit geschlossene Gesetzbund. Er umfaßt alle zu Jissroél zählenden Menschen aller Zeiten, und ist jedem Wahn einer etwa nur zeitliche Geltung der Verpflichtung zum Gesetze, sowie jeder Möglichkeit eines etwaigen Austritts aus dieser Verpflichtung, hiermit unzweideutig begegnet. והעלה על רוחכם, ließ Gott Ezechiel den vor ihm mit der Frage nach der neuen Weisung für die neue Zeitverhältnisse erschienenen Männern von den Ältesten Jissroéls erwidern: והעלה על רוחכם היו לא תהיה אשר אתם אומרים נהיה כגוים כמשפחות הארצות לשרת עץ ואבן חי אני נאם אדני אלדי אם לא ביד חזקה ובזרוע נטויה ובחמה שפוכה אמלוך עליכם, der in eurem Sinne aufsteigende Gedanke wird nimmer zur Wirklichkeit werden, die ihr saget, wir können nun wie die Völker sein, wie die Familien der Länder, Holz und Stein zu dienen. So wahr ich lebe, spricht Gott, mit fester Hand und mit gestrecktem Arm und mit ergossenem Unwillen bleibe ich euer König (Ezech. 20, 32 u. 33).

     

    VV. 21-27.

    הכתובה בספר הזה, das Land und das Volk und dieses Buch, –Palästina, Jissroél und die Bibel – das sind die drei Zusammengehörigen, sich gegenseitig erläuternden, ewigen Bezeugungen Gottes vor den Augen der Völker bis auf diesen Tag.

     וישלכם“das ist das mit großem ל über die Zerstreuten dieses Volkes für ihr und der Völkerbewußtsein sich aussprechende Wort. Wo immer sie sind, da ist nicht ihre ursprüngliche Heimat, und wo sie sich befinden, da sind sie nicht zufällig dort. Der Gott der Menschen und Völkergeschichte hat sie dorthin „geworfen“. וישלכם, als ein „großes Lamed“, als ein großes „Lehr- und Wahrzeichen“ für die Entwicklungsgeschichte der Völker, vielleicht auch, mit das ש in den Schatten stellendem ויליכם: ל , sie dorthin „geführt“, auch dort in der Verzweiflung aus dem ureigenen Lande, unter den Völkern Seinen Menschheitszwecken – vorbereitend – zu dienen.

     

    V.28 Das Verborgene ist Gottes, unseres Gottes; aber, was offenbar ist, das ist unser und unserer Kinder auf ewig: alle Worte dieser Lehre zu erfüllen.

     

    V. 28

     הנסתרת וגו'An diese Gott und seine Waltung dokumentierende Bedeutung Israels in Exil knüpfen sich weitaussehende in die fernsten Zeiten ausblickende Zukunftsgestaltungen.  Doch diese, als נסתרות, überlassen wir Gott. Was für uns das Offenbare für immer und für jede Zeit das klar Bewußte, Zweifellose ist, das ist: daß, wie sich auch unsere Zukunft gestalten möge und welche Zeiten und Geschicke wir noch zu bestehen haben mögen, unsere und unserer Kinder ewige Aufgabe bleibt überall und immer, im Lande und im Exil: Gottes Gesetze treu zu erfüllen. …

     

    Kap. 30 V. 1 Und es wird geschehen, wenn über dich alle diese Worte, der Segen und der Fluch, die ich vor dich hingeben, so wirst du dir es zu Herzen bringen, unter allen Völkern, wohin Gott, dich verwiesen,

    V. 2 und wirst  ganz bis zu Gott, deinem Gotte, zurückkehren und auf seine Stimme hören, nach allem, was ich dir heute gebiete, du und deine Kinder, mit deinem ganzen Herzen und deiner ganzen Seele.

     

    Kap.30 VV.1 und 2

    בכל הגוים וגו'  unter allen Völkern, wohin dich Gott zerstreut, bleibst du  trotz aller Wandlungen bis an Ende der Jahrtausende das „Gottesvolk mit dem Gottesgesetze in Händen“, und das ermöglicht und bewirkt, zusammen mit der Erfüllung deines Geschickes, deine endliche Umkehr und Aufkehr und Rückkehr zu Gott und seinem Gesetze. –   ושבת עד וגו', nicht – ושבת אל , welches auch nur eine rückkehrende Richtung zu Gott hin bedeuteten könnte, sondern – עד , du wirst nicht auf halbem Wege stehen bleiben, sondern deine Umkehr so vollständig vollbringen, daß du ganz wieder zu Gott hin gelangt.

     

    V. 3 Und dann wird auch Gott, dein Gott, sich wieder zurückwendend deine Vertriebenen auffsuchen und wird sich deiner erbarmen, und wird dich zusammen sammeln aus all den Völkern, wohin Gott, dein Gott, dich zerstreut

    …Hier ist somit gesagt: es kommt die Zeit, wo die über dich hingegangen Geschicke und das sie dir deutende Buch, das du in Händen hast, ihre Wirkung an dir vollbracht haben und du dann im Exil unter allen Völker mit ganzem Herzen und zur Folge haben, daß dann auch Gott sich dir wieder zuwenden, dich im Exil aufsuchen wird, dir wieder wie in der Vorzeit nahe zu sein.

     ורחמךund nimmt dich mit seinem רחמים , mit der nimmer zu verlierenden Weise der „Gottesgüte“ (2 B.M. S. 492) wieder auf, als Geschöpf seiner weltgeschichtlichen Waltung, als פעלו בקרב שנים , als Sein Werk inmitten der Zeiten (Habakuk 3,2), als נצר מטעיו מעשי ידיו (Jes.60, 21), als die lang bewahrte Blütenknospe seiner wiederholten Pflanzungen, als das Werk seiner Hände, das nun für seine endliche Blütenherrlichkeit reif geworden.

     ושב וקבצךund sammelt dich wieder aus allen Völkern, unter welche er dich zerstreut, zu einer Volkeseinheit zusammen.

     

    V. 4 Wenn aber auch einer deiner Verwiesenen am Ende des Himmels sein wird, wird von dort Gott, dein Gott, dich zusammen sammeln und von dort zu sich nehmen.

     

     נדח, נדחך, das verstärkte נדה , von sich entfernen, verweisen. יקבצך , er sammelt alle, selbst den vereinzelten, in die weiteste Ferne Verschlagenen deiner Zerstreuung zusammen, und יקחך , nimmt dich wieder zu sich für deine ausschließlich Ihm eignende Urbestimmung, wie er es bei deiner ersten Erlösung und Erwählung gesprochen:  ולקחתי אתכם לי לעם(2 B.M. 6, 7).

     

    V. 5  und Gott, dein Gott, dich heimbringen zu dem Lande, das deine Väter einst in Besitz genommen, und wird dich nun noch in größerem Maße als deine Väter beglücken und vermehren.

     

     והביאך וגו', und bringt dich heim zu dem Lande, daß du bereits zweimal in Besitz genommen, einmal durch deine Väter und Moses und Josua, welche Besitznahme durch die babylonische Eroberung verloren gegangen war, und dann, nun für immer unverlierbar, als das Exilsvolk unter Esra (siehe zu 4 B.M. Kap. 15, 18)

     

    VV. 8 – 10.

    …Mit diesen klaren und unzweideutigen Sätzen (Verse 1 – 10) ist nun aber der unerschütterlichen Granitboden gelegt, auf welchem noch heute das Judentum der Gegenwart und in aller Zukunft hin besteht. Klar und unzweideutig ist daקבוץ גליות : die noch von uns zu erwartenden Wiedersammlung aus der Zerstreuung zur Gesamtrückkehr in das Land der Verheißung, und ebenso klar und unzweideutigנצחיות התורה:  die unveränderlich bleibende Verpflichtungskraft des uns durch Moses übermittelten Gesetzes ausgesprochen. Nur eine volle Rückkehr zur unverbrüchlichen Treue gegen dieses Gesetz in aller Zerstreuung unter die Völker endet diese Zerstreuung, und nur die endliche volle Verwirklichung dieses Gesetzes auf dem Boden des ihm angehörigen Landes ist das Ziel der einstigen Wiedersammlung in demselben. Diese klaren und unzweideutigen Aussprüche Gottes machen alles zu Schanden, was von einer Antiquierung Jissroéls und seines Gesetzes Geister und Gemüter irre führend doziert werden möchte.  Nicht einer abgestorbenen Vergangenheit, der lebendigsten Gegenwart und der hoffnungsreichen Zukunft gehören beide an, und nur an der Hand einer ungetrübten Anerkennung und Würdigung dieser Wahrheit und eine rückhaltlosen, freudigen Hingebung an diese Bestimmung finden wir in jeder Zeit das gottgefällige Rechte und aus jeder Zeit den Weg zum gottgewiesenen Heil. הנסתרת לד' אלדינו והנגלות לנו ולבנינו עד עולם לעשות את כל דברי התורה הזאת, das war am Schlusse des vorigen Kapitels zu unserer  Orientierung in den Zeiten des Exils gesprochen und die darauf folgende Enthüllung der unser wartenden Zukunft bildet dazu den Kommentar. –      

    07-09-2018 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    06-09-2018
    Klik hier om een link te hebben waarmee u dit artikel later terug kunt lezen.Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH aus dem Kommentar zur Haftoro Wochenabschnitt NEZOWIM
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    הפטרת אתם נצבים

      

    Aus dem Kommentar zur Haftoro des Wochenabschnittes Nezowim

     

    Jesajas Kap.61, Vers 10

     

    Der Prophet spricht aus der Seele Jissroéls, das er im Geiste am Ziele erblickt. Er steht noch ganz unter dem tiefen Eindrucke der unmittelbar zuvor ausgesprochene Verkündigung, die mit den Worten schloß: „Kenntlich wird Jissroéls Same sein unter den Nationen und ihre Sprossen inmitten der Völker: alle, die sie sehen, werden sie erkennen, daß die eine Saat sind, die Gott gesegnet hat.“ Daran schließen sich nun die dem schwellenden Hochgefühle entströmenden Worte unseres Verses. –

     

    Das Heil, ישע, ist die Folge, das „Sichkleiden in das Priestergewand der Pflichttreue“ ist der Grund. Indem Gott, mich, Jissroél, zur Pflichttreue erzog und mich damit menschheitpriesterlich weihte, hat er mich zugleich des höchsten irdischen Glückes wie würdig so auch teilhaftig gemacht. Diese Würdigkeit wird in der zweiten Vershälfte in ungemein charakteristischer Weise zum Ausdruck gebracht. Dabei wird von einer Anschauung ausgegangen, die der gewöhnlichen vollständig entgegengesetzt ist. Denn eine geradezu ideale Vollendung der Persönlichkeit setzt es voraus,  wenn der Bräutigam seinem Festgewande nicht Hoheit und Würde verdanken, sondern priesterliche Weihe und Hoheit verleihen soll. Und ferner ist es die feinsinnigste Zeichnung weiblicher Anmut, wenn von einer Braut gesprochen wird, die ihren Gewändern und ihrem Schmuck erst in Wahrheit Schönheit verleihen. So werden, im schärfsten Gegensatze zur Vergangenheit, die irdischen Güter durch die herangereiften Söhne und Töchter Zijauns ihre reinste und edelste Verwendung gewinnen.

    Kap.62, V. 1-5  Es ist der Prophet als Jissroéls Genius, der im Hinblick auf die eben verkündete Herrlichkeit das Gelöbnis ausspricht, um Zijauns und Jeruscholoims Willen nicht zu ruhen, bis ihre Pflichtgerechtigkeit wie die Morgenröte und ihr Heil wie die Flamme aufleuchte. Dann wird auch die Zeit der Verkennung geschwunden sein (V.2), Völker werden deine Gerechtigkeit und Könige deine Herrlichkeit schauen. Der „neue Name“, den erst „Gottes Mund bestimmen“ werde, weist auf eine alle unsere Vorstellungen überragende Hoheit und Innigkeit der Beziehungen Jissroéls zu Gott und zur Menschheit hin, die in diesem Namen ihren Ausdruck finden werde. Diese Bedeutung selbst aber wird V.3 in der Bezeichnung des Jissroélideales als „Krone und Diadem in der Hand Gottes“ ausgesprochen. Der Menschenkreis, der unter der erziehenden Einwirkung Gottes in freier Betätigung seiner  Selbstbestimmung seinem ganzen Leben das Gepräge des dem göttlichen Schöpferwillen entsprechenden Menschenideals zu geben verstand, ist selbst die sprechendste Verkündigung der Gottesherrschaft, leuchtender als Krone und Diadem. Es ist die für die ganze Menschheit „wirksamste“ Bekundung: ביד ה' es ist die teuerste Errungenschaft: בכף ה'; denn יד bezeichnet stets die tätige, wirkende, כף die besitzende, festhaltende Hand. In den beiden folgenden Versen, 4 und 5, wird sodann in Tönen höchster Liebe die Seligkeit der Wiedervereinigung Jissroéls mit Zijaun und mit seinem Gotte und die Paradiesherrlichkeit im jüdischen Lande verkündet. – „ Wie ein Bräutigam sich mit seiner Braut freut, freut sich über dich dein Gott!“ – Mann kann an solchen Aussprüche nicht vorübergehen, ohne sich zu fragen, wie es möglich sei, die Bücher des sogenannten „Alten Testamentes“ in der Hand, mit eiserner Stirn ein Jahrtausend lang das Märchen von den flammenden Rachegott aufrechtzuhalten, als welchen allein das Judentum Gott kenne, während es erst eine Tochterreligion vorbehalten gewesen sei, in der höheren Auffassung Gott als den Gott der Liebe und des Erbarmens zu verkünden!

    Kap. 63 V.9  Und auch bis zur Stunde der Erlösung hat Er stets mit seinen Kindern gefühlt, wie das hier in so unendlicher Milde und Innigkeit ausgesprochen wird: „Ihm war eng, wenn seine Kinder in Not waren“ –, wenngleich von dieser Teilnahme dem nur das Äußere wahrnehmenden Blicke der Menschen nichts erkennbar war, – das Kethib לא bezeichnet die Erscheinung, das Keri לו, die Wirklichkeit, das Wahre Wesen – ומלאך פניו הושיעם: der Bote seiner Vorsehung, die von Ihm gestalteten und gelenkten natürlichen Verhältnisse haben Jissroél gerettet, ja Er selbst hat sie emporgehoben und alle Zeiten durchgetragen. Jissroél spricht es hier aus, wie seine ganze Erhaltung die Jahrtausende seiner Geschichte hindurch eine große ununterbrochene Kette von Gotteswaltungen war, bei denen teils Gott sich der natürlichen, von ihm nur zu bestimmten Zwecke gelenkten Kausalitätsverhältnisse bediente: מלאך פניו הושיעם, die sich aber auch teils als unmittelbare Gottestaten darstellen: הוא גאלם. Unsichtbare und sichtbare Wunder, in vielfachem Gegensatze zu dem sonstigen Pragmatismus der geschichtlichen Ereignisse, sie bilden das charakteristischen Gepräge der jüdischen Geschichte.

     

    (Die Haftoroth übersetzt und erläutert, Frankfurt am Main 1896: S. 359 – 368   Kommentar zu Jesajas Kap. 61 V.10…) 

    06-09-2018 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    05-09-2018
    Klik hier om een link te hebben waarmee u dit artikel later terug kunt lezen.Rabbiner Dr. Salomon BREUER zur Wochenabschnitt NEZOWIM
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    Rabbiner Dr. Salomon BREUER

                    (1850 – 1926)

     

    נצבים פרשת

     

    Belehrung und Mahnung zur Wochenabschnitt

    Nezowim (Auszug)

    היא ישבה בגוים לא מצאה מנוח klagt der Prophet (Echa 1,3) „ Es saß unter den Völkern und fand keine Ruhe“. Und die Weisen erinnern an denselben Ausdruck im Thoravers (Gen. 8,9): ולא מצאה היונה מנוח לכף רגלה Die Taube fand keine Ruhe für den Ballen ihres Fußes.“ – Inmitten der Völker der Erde sollte das jüdische Volk, getragen von Gott schützender Nähe, ruhig Sicherheit finden und in der Pflege des Menoralichtes der Thora seiner von Gott ihm erteilten Lebensbestimmung entsprechen. In verhängnisvoller Verblendung verkannte Jissroél seinen Beruf, von dessen treuer Erfüllung sein Wohl und sein Wehe abhing. Und da ereilte es das strafende Gottesverhängnis, wie es ihm Mausche prophezeit hatte. Zerstreut ist es unter die Völker, und da umbranden es seitdem die מבול-Fluten des Hasses und der Verfolgung, aus denen nur die rettende Arche der Thora ihm Schutz und Sicherheit zu geben vermag – לך עמי בא בחדריך וסגר דלתיך בעדך וגו' עד יעבור זעם Gehe, mein Volk, komme in deine Kammern, schließe deine Thoren hinter dir, bis der Zorn vorübergegangen (Jes.26,20), ruft ihm mahnend der Prophet zu und weist ihm den einzigen Weg zur Rettung. Und sooft es geglaubt hat, in Zeiten der Milde, da die unwirtlichen Fluten nachzulassen schienen, durch Preisgabe seiner Thora inmitten der Völker „Ruhe zu finden“, hat es noch stets sich jämmerlich getäuscht: die wieder ansteigende Flut hat ihm noch immer die bitterste Enttäuschung gebracht. –

    Zurück in die Arche! Dazu aber genügt noch lange nicht, והשבת אל לבבך בכל הגוים אשר הדיחך ה' אלקיך שמה daß das Herz sich dem „Judentum“ erschließt, ושבת עד ה' אלקיך der Weg des Juden muß zurückführen „bis zu Gott, deinem Gott“. Jissroél gleicht der Taube, die, auch wenn der Schechita über sie verhängt ist, nicht wie andere Vögel sich sträubt, sondern willig ihren Hals der Schechita hinstreckt. Hat Jissroél den Weg bis zu Gott zurückgefunden, dann muß es auch die Kraft zur freudigen מסירת הנפש, zur rückhaltlosen Hingabe an Gott aufbringen, die bereit ist, das flüchtige Leben auf Erden der Treue gegen Gott und seine Thora hinzuopfern כי עליך הורגנו כל היום!

    Hat sich aber Jissroél wieder zu seinem wahren Beruf zurückgefunden und findet es in der Pflege der Menora seine einzige Bestimmung auf Erden, dann darf es getrost und zuversichtlich in der „Isolierung“ verharren, die die „Arche“ ihm auferlegt. Diese Isolierung wird keine ewige sein. Wie die Pflege des Öllichtes der Thora, zunächst Priesterhänden anvertraut, doch חקת עולם לדרתם מאת בני ישראל (Ex. 27,21) für alle Zeiten heiligstes Anliegen ist es, der den jüdischen Namen trägt, so kommt der Augenblick, da auch draußen in der von מבול-Fluten erfüllten Welt die Thora den Ölbaum für ihre Nahrung findet. –

    Wird „zur Abendzeit“ sein (Sech. 14,7), da wird die Taube mit dem ‚Olivenblatt im Mude“ die frohe Botschaft bringen, כי קלו המים, daß die מבול-Fluten gewichen, daß das Licht der Thorawahrheit sich anschickt, die Finsternis zu verdrängen, die bis dahin die Erde deckt. Und das wird der Augenblick sein, da Jissroél, das taubengleiche,  nach banger, banger Leidenszeit die Arche seines Galuth verläßt,  um dem heimwärts führenden Rufe Gottes zu folgen ושב וקבצך מכל העמים אשר הפיצך ה' אלקיך שמה.

     

    Quelle: Rabbiner Dr. Salomon BREUER  Belehrung und Mahnung fünfter Teil Deuteronomium  J.Kaufmann Verlag Frankfurt am Main 1936 S.55-60

    05-09-2018 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    04-09-2018
    Klik hier om een link te hebben waarmee u dit artikel later terug kunt lezen.Rabbiner Simon SCHWAB „Heimkehr ins Judentum” (1934) Auszüge
    Klik op de afbeelding om de link te volgen Selected essays, CIS publishers, 1994; includes "These and Those" and translated selections from "Heimkehr ins Judentum";
    On request, we bring the lacking ANTI-ZIONIST, purposely omitted selections in German original (annexes). We hope to translate these in English.

    Bijlagen:
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    04-09-2018 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    03-09-2018
    Klik hier om een link te hebben waarmee u dit artikel later terug kunt lezen.Rabbiner Samson Raphael HIRSCH : ELUL Zu den Selichauss-Tage (2)
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    Rabbiner Samson Raphael HIRSCH

     


    ELUL

    Zu den Selichauss-Tagen (2)

     

    מה שהיה

    הוא שיהיה

    Was geworden ist,

    das soll erst werden

    (Koheleth K.I. V. 9)

     

     

     

     

    Was wir mit diesen Betrachtungen an dieser Stelle bezwecken? Nichts, als unserm Verständnis den Ernst näher zu bringen, den der jüdische Lebensgedanke über den letzten Monat unseres Jahres verbreitet, und die Bedeutung der Selichauss-Tage zu begreifen, die zu dem Anfange unseres Jahres geleiten.

    Zum neuen Jahre geht’s, und Freude soll das neue Jahr dir, soll es uns allen bringen. Mit frischem, frohen, freudigem Mut sollen wir es betreten; sollen, wenn es kommt, den Kelch des Heiles freudig zu unserem Gotte heben und ihm danken, festlich, froh und freudig danken; שהחיינו וקימנו והגיענו לזמן הזה, daß er Leben und Dauer gewährt und dieses neue Jahr uns hat erreichen lassen. – Nicht der Leichtsinn und der Wahn, nicht die Täuschung und der über die Schwelle der neuen Zukunft in mitternächtlichem Jubel hinübertaumelnde Rausch gewährt diese Freude,, nur der Elul-Schaufor und der Selichauß-Ernst erzeugt diese Freude, nur im ernst der Selichauß-Tage werden die Gedanken gewonnen, die das neue Jahr als eine neue, frische Bahn der heiteren Seligkeit begrüßen.

    Laß’ den Leichtsinn und den Wahn sich im Rausch die welkenden Kränze winden, sich über den Jammer der Wirklichkeit durch poetische Träume goldener Zeiten im festlichen Augenblicke täuschen, um dann entnüchtert, um so dürrer von der elenden Wirklichkeit angegähnt zu werden.

    Laß’ die Verzweiflung dumpf am Wege sitzen, gleichgültig den Wechsel der Zeiten an sich vorübergehen sehen, kraftgebrochen, hoffnungberaubt, ohne Wunsch, ohne Furcht, ohne Streben, ohne Wollen, weil die Vergangenheit ihr alle ihre Ideale und ihre Idole zertrümmert. Laß’ den Dünkel stolze Pläne seiner Klugheit und Macht zur Bewältigung der Geschichte entwerfen, im voraus Triumphe durchkosten, die er nimmer erreicht, Siege feiern, die er nimmer erringt, um dann im Laufe des Jahres sich der Verzweiflung an die Seite zur Erde zu setzen, um über die Übermacht des Geschickes und die Ohnmacht des Menschen Klagelieder zu singen.

    Du horche des Schaufortons des jüdischen Lebensgedankens und gehe in das „Sammelhaus“ der Väter, um eine andere Anschauung des Lebens zu lernen. Nicht unserer Zukunft, unserer Vergangenheit zu denken werden wir dort geladen, und nicht die Summe des Glücks und des Unglücks, des Gewinnstes und des Verlustes zu berechnen, welche uns die ablaufende Jahresrechnung als Saldo bietet, sondern der Gedanke ergreift uns dort mit seinem ganzen Ernst: Was wir geworden im Laufe des Jahres, wie haben wir die Aufgabe gelöst, für welche das Jahr uns geworden, wie haben wir die Pflichten erfüllt, die Mizwaus geübt, die Gott uns geboten?

    Und wenn dann der ernst dieser Prüfung uns ganz ergreift; wenn wir vor Gott das Bewußtsein der hohen Bestimmung wieder rein gewinnen, die uns geworden; wenn wir mit dem von Gott in seinem heiligen Worte gezeichneten Bilde die Wirklichkeit unseres Lebens vergleichen und überall das noch Unvollendete, das noch Unerreichte in der Gerechtigkeit und der Liebe und in der Heiligung des Lebens gewahren; gewahren wie weit wir überall in unserem Einzeln-, Familien, und Gemeindeleben gegen das anzustrebende Ideal unserer Aufgabe zu kurz geblieben, o, dann wird uns die Sehnsucht nach einer neuen Spanne Zeit erfassen, in dem wir sühnen und vollenden könnten, was wir fehlervoll und mangelhaft in der Vergangenheit gelassen, dann werden wir uns freuen auf ein neues Jahr, wenn uns die göttliche Gnade eines gewährt, wie wenig Neues es auch sonst in seinem Gefolge bringen möge. Uns wird es ein neues sein, wir werden darin mit neuem, frischem Mute an die Vollendung unserer alten Aufgabe gehen; wir wissen: מה שהיה הוא שיהיה, was geworden ist, das soll erst werden! In alle Ewigkeit reicht der Bund des alten Gotteswortes und mit jedem neuen Jahr tritt das alte, ewige Wort zu neuer, frischen Lösung an uns heran.

    Es ist der Ernst, der uns über die Schwelle des neuen Jahres geleitet.

    Wenn das alte Jahr sich neigt, wenn die Natur den Wechsel ihrer Erscheinungen an uns vorübergeführt und die Geschichte den Kreis ihrer Erinnerungen zu schließen beginnt; wenn uns der Herbst und der Winter, der Frühling und der Sommer gegrüßt und wir alle die großen geschichtlichen Erfahrungen der Väter, der Schuld und der Sühne, der Erhaltung, Erlösung und Erwählung zum Volke der Thora, der Verirrung, des Untergangs, der Verbannung und der Erhaltung mitten im Verfall, an ihren Fest- und Fasttagen feiernd und fastend wieder einmal im Geiste durchlebt, dann ruft uns der Schaufor im Elul vor dem Schlusse dieses großen, hehren Zyklus, uns zu sammeln und uns klar zu machen, was wir denn nun gewesen und geworden in diesem Gange der zu Gott weckenden Jahreserziehung; ob alle diese leuchtenden Zeitbilder spurlos an uns vorübergegangen oder ein jedes von ihnen die Saaten des Geistes und Gemütes, in uns gezeitigt und zur Reife gebracht, die uns bessere Menschen, wahrere, wackere Juden und Jüdinnen hätten werden lassen.

    Und wenn wir dann gewahren, wie all’ unser Tun so lückenhaft und mangelhaft unser Streben, wie unsere Liebe so karg und unsere Gerechtigkeit schwanken und unsere Heiligung getrübt; wenn uns dann klar vor Augen steht; wie nicht im Schmucke reicher Liebeshingebung und reiner Werte, wie arm und dürftig wir an die Pforte der neuen Zukunft gelangen, לא בחסד ולא במעשים באנו לפניך כדלים וכרשים דפקנו דלתיך, – dann tritt zugleich die leuchtende Erinnerung vor die Seele, wie so arm und dürftig die Väter einst gestanden, durch ihre Schuld eines jeden Anspruchs, einer jeden Hoffnung auf fernere Zukunft beraubt, und eben Gott ihnen die ganze Fülle seiner Gnade und Barmherzigkeit, seiner Langmut und Huld, seiner verzeihenden und sühnenden Milde offenbart und ihnen  das Gedächtnis dieser sühnenden Gottesliebe als das heiligste, seligste Erbteil für ihre Enkel übergeben hat. Und diese Erinnerung führt auch die sündigen Enkel zu Gott und läßt  sie aus den Händen des in seiner Barmherzigkeit und Gnade allmächtigen Gottes ein neues Jahr in freudiger, sehnsuchtsvoller Hoffnung hinnehmen, daß es ihnen werden möge קץ תכלית לשבי פשע ועת סוף לגלותנו ולאבלנו:

    Ein Jahr vollendeter Rückkehr aus jeglichem Abfall, ein Jahr des Endes unserer Zerstreuung und unserer Trauer.

     

    Quelle:  Gesammelte Schriften von Samson  Raphael HIRSCH herausgegeben von Justizrat Dr. Naphtali HIRSCH Zweiter Band Frankfurt am Main Verlag von J. Kauffmann Verlag 1904 153-159

     

    03-09-2018 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    02-09-2018
    Klik hier om een link te hebben waarmee u dit artikel later terug kunt lezen.Sprüche 15,3 und Sprüchlein zur Wochenabschnitt NEZOVIM
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    נצבים

     

    בכל מקום עיני יי צופות רעים וטובים:

     

     


    Aller Orten sind die Augen Gottes, schauen Böse und Gute.

    (Mischle-Sprüche Salomos 15,3 Übersetzung Rabbiner Dr. WOLF, Köln a. Rh.)

     

    1.

    Siehe, Deine Kinder stehen

    Alle, groß und klein, vor Dir,

    In Dein Bündnis einzugehen,

    Dich zu ehren, steh’n wir hier!.

     

    2.

    Ja, es bleibet ohne Segen,

    Der, von eitlem Wahn betört,

    Dich vergißt auf seinen Wegen

    Und des Lasters Stimme hört.

    .

     

    Aus: Erbauungsbuch „Bibel- und Talmudschatz“ J.H. Kohn S. 441  13.Auflage Hamburg 5691 – 1931

     

    Die beste Anschrift für antiquarische Judaica:

    Antiquarische Buchhandlung „Spinoza“ in Amsterdam

    Inhaberin: Frau Manja BURGERS

    http://www.spinozabooks.com

    02-09-2018 om 10:41 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    Rabbiner Samson Raphael HIRSCH

     

    ELUL

    Zu den Selichauss-Tagen

     

    מה שהיה

    הוא שיהיה

    Was geworden ist,

    das soll erst werden

    (Koheleth K.I. V. 9)

     

     

    Die Weisheit, die sich in diesen Worten aussprechen soll, hat sich tief in die Eigentümlichkeit des jüdischen Denkens und Fühlens hineingelebt. Der wahre Jude wird nie fertig, hat nie etwas abgeschlossen, blickt nie mit selbstzufriedener Genügsamkeit auf das bereits Errungene und Geschaffene zurück. Er steht nie am Ende, sondern immer am Anfange. Er schlägt das Buch der Lehre nie zu, wenn er bis לעיני כל ישראל zu Ende gelesen, er beginnt sofort בראשית wieder. הדרן עלך „Ich komme wieder zu dir“ grüßt  er beim Abschied den Abschnitt des göttlichen Gesetzes, den er of mir jahrelanger Emsigkeit durchstudiert. „Was geworden ist, das soll erst werden!“. Das Gewordene ist ihm nichts, ist ihm nur Bürge dafür, daß etwas werden könne. Er fühlt die Unzulänglichkeit einer jeden Leistung und immer vorwärts ruft ihn das Ideal, das von den Anforderungen seiner Aufgabe in seiner Brust geschrieben steht. Er täuscht sich über seine Schwächen und Irrtümer nimmer; und wenn er des Guten gedenkt, das er geübt, und des Wahren, das er erkannt, so geschieht dies nur, um in sich die Bürgschaft zu finden, daß er doch Gutes üben,  daß er doch bis zur Erkenntnis des Wahren durchdringen könne um sich selber mit dem jüdischen Steigergruß zu ermuntern: חזק ונתחזק! „Nun fest und mutig vorwärts!“

    Eben deshalb aber lebt auch die Wahrheit der zweiten Hälfte jenes Weisheitssatzes in seinem Bewußtsein:ואין כל חדש תחת השמש, er erwartet nichts Neues unter der Sonne. Er schaut nicht nach einen neuen Judentum aus; hat er denn das alte schon ganz gelöst? Er erwartet nicht von einem neuen Gottesdienst Stachel und Reiz zur „Andacht“ – hat er denn den alten schon ganz auf sich wirken lassen, schon alles erschöpft, in sich aufgenommen, was der alte an Licht für den Geist und Feuer für die Brust und Luft und Kraft für das ganze Leben zu bringen weiß? 

    Sein Judentum wird ihm nimmer alt, sein Gottesdienst nimmer obsolet. Wenn er gebetet hat, fühlt er erst recht, wie er  hätte beten sollen. Wenn er die Mizwo vollbracht, so sieht er erst recht, wie er sie das nächste Mal erst noch vollendeter erfüllen möchte. Und wenn er seine Jahre vollbracht, so ist’s ihm erst klar, wie er sie hätte vollbringen mögen. „שנים“, „Wiederholung“ sind ihm die Jahre seines Lebens; wiederholte und immer größere Vollendung zu erstrebende Lösung einer und derselben Aufgabe, das ist der Gedanke, der ihm bewegt. Und an diese „Wiederholung“ mit immer neuer jugendlicher Kraft, mit immer frischer, unverbrauchter Freudigkeit zu gehen, „das Alte immer neu zu beginnen“, das ist die Lebensweisheit, die ihm die Jahrhunderte vererbt.

    „Laß euer Judentum nicht alt werden!“ Das ist die Mahnung der Väterweisheit an ihre Söhne und Enkel. ביום הזה באו מדבר סיני (2 B.M. K.19 V.1) „Heute kommen sie in die Wüste Sinai“. „Wenn du Thora lernst, sei sie dir nicht etwas Altes, sondern als ob sie heute dir vom Sinai geworden“. אשר אנכי מצוך היום (5 B.M. K.6, V.6) „Die ich dir heute gebiete“, spricht Gott von seinen Geboten. שלא יהו בעיניך כדיוטגמא ישנה שאין הכל סופגין איתה אלא כחדשה שהכל רצין לקראתה,  „Laß’ sie dir nie ein altes Dekret werden, mit dessen Inhalt keiner mehr glaubt sich vertraut machen zu müssen, sondern sie bleiben dir immer ein neues, zu dem jeder eilt, es kennen zu lernen!“, fügt das Wort der Weisheit erläuternd hinzu – und das ונושנתם בארץ, das „Altwerden“ im Lande, das schwebte Jissroéls Geistern als das am meisten zu fürchtende Entwicklungsstadium vor der Seele. Sie wußten, wenn es einmal vollständig dahin gekommen sein würde, in welcher alle die Jissroél in ewig frischer Jugend zu tragen bestimmten göttlichen Institutionen und Gestaltungen Jissroél alt und verlebt erscheinen, die Zeit in welcher, Jissroél sich und seine Thora als etwas bereits Erschöpftes hinter dem Rücken zu haben vermeinen und die Freudigkeit und die Kraft verloren haben würde, aus dem uralten Born ewige, frische und rüstige Lebensmunterkeit zu schöpfen – daß dann es mit Jissroél vorbei sein würde, und sie priesen die Barmherzigkeit Gottes, die durch das zeitig einbrechende Golusgeschick jenem Ende zuvorgekommen ist und durch die Schläge des Leidens Jissroél zum frischen Selbstbewusstsein wach gerüttelt hat.

    Nicht umsonst bezeichnet Jissroéls Sprache „altern“ und „schlafen gehen“ mit einem Worte. Nicht umsonst trat Jissroél im Opfer stets als בן שנה, als „noch im ersten Jahre“ zu Gottes Altar; nicht umsonst begann der tägliche Opferdienst damit, den Altar von der Asche des gestrigen Opfer s zu räumen (תרומת הדשן); nicht umsonst war das gestrige Opfer paßul, verlor das gestrige Opfer heute Kraft und Weihe – jeder Tag brachte neues Leben und stellte die volle, ganze Lebensanforderung aufs neue.

    Es ist aber nur der Ernst und die Bescheidenheit, und nicht der Leichtsinn und der Dünkel, die die ewige Jugendfrische des Geistes und des Gemütes verleihen. Der Leichtsinn, der wie der Schmetterling von Blume zu Blume fliegt und nur den Honig aus allen Blüten saugt; dem die Erde zum großen Gasthaus wird, an dessen Table d’hôte er mit Schmarotzer-Ansprüchen tritt; der Leichtsinn, der das Leben nur nach Genüssen schätzt und  nur im Genuße seine Seligkeit findet, dem wird das Leben gar bald keine Genüsse mehr bieten; Das ganze Weltall wird ihm schaal; verdrossen schiebt er Gott die durchgekostete Welt zurück und erbittet sich eine neue Welt, da ihm die alte nicht mehr mundet. Er meint, die Welt sei alt geworden – und er vergisst, daß er allein in der ewig jungen Welt gealtert, weil er allein es nicht verstanden, mit jedem neuen Tag, mit jedem neuen Jahre jung und frisch und neugeboren zu erstehen.

    Die Unbesonnenheit, die gedankenlos das Heil vom Zufall hofft, die es vergißt, daß jeder Mensch des eigenen Glückes Meister sei und nur das glücklich mache, was der Mensch mit eigener Kraft errungen; die Gedankenlosigkeit, die von der Urne des Geschickes das große Los erhofft, an das sie nicht einmal durch Einsatz den ersten Anspruch  sich erworben – und ebenso der kecke Dünkel, der seine ganze Lebenskraft an die Erreichung eines selbstgeschaffenen Zieles setzt, der den ganzen Wert seines Daseins und die Erringung dieses einen Zieles aufgehen läßt, diesem Ziele mit rastloser Hast nachjagt und von dem Gelingen selbstgeschaffener Pläne seines Lebens Glück bedingt – beide werden sehr bald getäuscht und mutlos in verdrossener Schlaffheit an dem Markstein ihrer Laufbahn sitzen, weil sie das Heil von außen erwartet oder an Gestaltungen der Außenwelt geknüpft; die sich in ihren Berechnungen und ihren klügsten Vermittlungen entziehen; weil sie das Heil und die Freudigkeit und die Frische des Lebens überall, nur nicht da gesucht, wo sie allein zu finden.

    Nur der Ernst macht froh, nur die Bescheidenheit stark, nur Mizwo, Pflichterfüllung glücklich, und nur die ernste Arbeit nach den von Gott gesetzten Ziele gibt ewige Jugendkraft, gibt immer neuen frischen Mut.

    Nur auf dem Wege der ernsten Arbeit nach dem von Gott gesetzten Ziele haben wir unser Lebensziel nie erreicht und nie verloren, und beides gehört zur Jugend. Nur der ernste Arbeiter nach dem von Gott gesetzten Ziele spricht: ברוך ד' יום יום, „Gesegnet Gott für jeden Tag“, „gesegnet Gott mit jedem Tage, יעמס לנו „Er legt uns die Pflichten auf“, „Er gibt uns des Lebens Ziele“, הא ישועתנו סלה, „Er ist auch der Gott unseres Heils“, „Er gibt auch die Kraft zu lösen die Pflicht, zu immer frischem Streben nach dem Ziele“ (Psalm 68 V.20)

    Nur der jüdische Gedanke Mizwo, der das ganze Leben in Pflicht, in Lösung von Gott gestellter Aufgaben, in Erfüllung göttlicher Gebote aufgehen läßt, nur dieser Gedanke vermag die Fülle der Seligkeit an jeden kommenden Augenblick des Lebens zu knüpfen und jeden gewährten Augenblick des Daseins als reiches Gnadengeschenk seines Gottes entgegenzunehmen. Nicht nach dem, was die Zeit uns bringt, mißt der Gedanke die  Zeit, sondern nach dem, was wir in der Zeit vollbringen, haben unsere Jahre und Monate, unsere Wochen und Tage Bedeutung. Unsere Vergangenheit, mit allem was sie uns gewährte oder versagte, war ja nur eine für unsere Pflichterfüllung gewährten Raum, ein für die Lösung unserer Aufgaben gestellter Boden. Und wo ist das Ziel für diese Pflicht, wo die Grenze dieser Aufgabe, daß wir je sagen könnten: nun genug, ich mag, ich bedarf der kommenden Zeit nicht mehr, ich habe meines Lebens Bedeutung erschöpft. Unsere Zukunft, was sie uns bringen möge, Süßes oder Bitteres, Freud und Leid, wer mag’s ermessen;  und wenn wir danach ihre Bedeutung für uns feststellen, wer ist’s, der nicht zagend und fürchtend einer jeden Zukunft entgegenginge, wen schreckte der bange Zweifel nicht, ob sie nicht Zerstörung bringen werde allen unseren Glücksblüten, ob sie nicht allen unseren Hoffnungen Täuschung zu bringen komme?

    Der jüdische Mizwo-Gedanke aber ist nicht im Zweifel über die Zukunft. Mag sie Süßes oder Bitteres, Freud- oder Leidvolles in ihrem Schoße tragen, הנסתרות לד' אלקינו, diese Mysterien überlässt er gerne seinem Gotte, ihn gelüstet es gar nicht, den Schleier zu lüften. Eines ist ihm klar: ihm wird in aller Ewigkeit jeder Zeitmoment nur den Aufruf bringen, seines Gottes Gebote zu erfüllen, seine Aufgabe zu lösen und in dieser Erfüllung und Lösung seinem Gotte immer näher zu kommen. Er überlässt es Gott, ob er diese Erfüllung und Lösung in Freud’ oder Leid, in Glück oder Unglück fordern werde. הנגלות לנו ולבנינו עד עולם לעשות את כל דברי התורה הזאת! Dem Dienste seines Gottes, der Erfüllung seines Willens, der Lösung seiner Aufgaben, wird es gelten, und er freut sich dieses Dienstes in Freude und in Leid. – 

     

     

    (Fortsetzung folgt)

    02-09-2018 om 10:36 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    31-08-2018
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    Rabbiner Samson Raphael HIRSCH

     

    כי תבוא פרשת

     

    Aus seinem Kommentar zur Wochenabschnitt Ki Ssovau

     

    Kap. 26, 17 Du hast es heute bewirkt, daß man von Gott sagt, er soll dir Gott sein und du wolltest in seinen Wegen wandeln, seine Gesetze, seine Gebote und seine Rechtsordnungen hüten und wolltest seiner Stimme gehorchen.

     

    Kap.26, 17…Jissroéls Gelöbnis an Gott und Gottes Zusage an Jissroél ist kein so zu sagen privates geblieben, es ist ein weltkundiges, in das Bewußtsein der Menschheit eingegrabenes geworden. Man bezeichnet fortan Gott als Jissroéls Gott und Jissroél als Gottes Volk.“

     

    V.18 Und Gott hat es heute bewirkt, daß man von dir sagt, du sollst ihm ein nur ihm angehörendes Volk werden, wie er dir verheißen hat, und sollest alle seine Gebote hüten;

    19. und er wolle dich hoch über alle Völker, die er geschaffen, zur Tatverkündigung, zum Namen und zur Verherrlichung hinaussstellen, und du sollest Gott, deinem Gotte, eine heilige Nation sein, wie er es ausgesprochen;

     

    VV. 18  u. 19 .וד' האמירך וגו': Und Gott hat vor aller Welt Jissroél ausgesprochen,להיות לו וגו' : daß Jissroéll ihm ausschließlich angehören, keine andere Macht Gewalt über Jissroél haben, ולשמר כל מצותיו : und Israel wie der Cherub am Wege zum Baum des Lebens, wie die Cherubim über der Bundeslade, der Wächter des göttlichen Sittengesetzes auf Erden sein solle.ולתתך עליון על כל הגוים וגו' , hat Israel, sobald es sich als gewissenhafter Hüter seines Gesetzes bewährt, eine weltgeschichtliche Stellung verheißen, die es hoch über alle anderen von Gott gestalteten Völker hinaus heben soll, so daß die Tatsache seiner völkergeschichtlichen Erscheinung soll תהלה werden: eine Offenbarung der Gotteswaltung inmitten der Menschheit, ja eigentlich eine „Ausstrahlung“ in geschichtlichen Erscheinungen, die auf Gott, als deren Ausgang zurückführen und sein Dasein und Walten konstatieren; und mehr als dies, soll לשם werden: soll nicht nur eine unbestimmte Ahnung von einem einzigen Meister der Gänge in der Natur und Geschichte, soll שם , soll, indem es mit dem Buche seiner Lehr- und Gesetzoffenbarung in der Hand, dem einzigen Quell seines Geistes- und Tatenlebens und seiner Wundererhaltung, in Mitten der Völker wandelt, eine ganz bestimmte, klar umschriebene Erkenntnis von dieses  einzigen Gottes Sein und Wollen vermitteln, und – wenn es von diesem Gotte und seinem treu erfüllten Gesetze getragen, das Menschen- und Volkesglück erreicht, das Gott ihm in seinem Gesetze verbrieft, – so wird dies לתפארת , wird ein alles andere so weithin überstrahlende Verherrlichung Gottes und seines Gesetzes werden, daß „Völker zu diesem Licht wandeln werden“ und Jissroél ein „Kranz der Verherrlichung in Gottes Hand, ein Königsdiadem seinem Gotte wird“  והיית עטרת תפארת ביד ד' וצניף מלוכה בכף אלדיך(Jes. 62,3). ולהיותך עם קדוש וגו' und während Gott es vor aller Welt ausgesprochen, daß Jissroél als das Volk des Gottesgesetzes ein Werkzeug der Völkererleuchtung und Völkergesittung werden solle, so hat er eben damit האמירך : zum Bewußtsein aller Menschen die Bestimmung und Erwartung von Israel ausgesprochen, daß es in allen zu ihm Zählenden ein עם קדוש , eine „heilige“, nur dem sittlich Guten und Gott Wohlgefälligen zugewandte Nation sein solle, also – daß, wenn je es seiner heiligen Bestimmung untreu werden sollte, der kleinste Bube aus der übrigen Menschheit es an seine Bestimmung und seine Verpflichtung mahnen könne.

     

    Kap.27, V. 2 Darum sei es, an dem Tage an welchem ihr den Jarden zu dem Lande hin überschreiten werdet, welches Gott, dein Gott dir gibt, so richtest du dir grosse Steine auf und überzieht sie  mit Kalk,

     

    Nur der תורה verdankt ihr das Land, für das Gesetz, für die Erhaltung und Erfüllung des Gesetzes erhaltet ihr das Land…

     

    V.8 und schreibst auf die Steine alle Worte dieser Lehre zu hingänglichem Verständnis.

     

    V. 8. … באר היטב verglichen mit Habakuk 2,2 כתוב חזון ובאר על הלחות למען ירוץ קורה בו könnte באר היטב auch hier die hinlängliche Deutlichkeit der Schrift bezeichnen.  Sota 32a wird jedoch hier באר in dem Sinne wie הואיל משה באר את התורה הזאת (Kap. 1,5) als Erläutern, zum Verständnis bringen gefaßt, und gelehrt das dieser Abschrift des Gesetzes zugleich eine Übersetzung für das Verständnis der anderen Völker beigegeben war, somit Jissroél, fern von dem uns angedichteten Partikularismus, seine Mission zur geistigen und sittlichen Erlösung der Gesamtmenschheit von vornherein zu begreifen hatte, deren Zukunftsheil ebenfalls mit diesem Einzuge des göttlichen Gesetzes in ihre Mitte gegeben sein sollte.  Ja, daselbst (35a) wird gelehrt, daß selbst für das Verständnis der kanaanitischen Völker die Kap. 20,18 gegebene Klausel für deren Vertreibung:  למען אשר לא ילמדו אתכם לעשות ככל וגו' unter die Gesetzabschrift wiederholt und erläutert warn damit sie es wissen sollten, daß nur, wenn sie ihren polytheistischen Anschauungen und Lebensweisen getreu bleiben wollen, ihre Vertreibung bevorstehe, mit ihrer Rückkehr zur allgemein menschlichen Gesetzlichkeit aber ihrem Verbleiben im Lande nichts im Wege steht. (siehe zu K.20, 10 f. u. 18).

     

    V.9 Darauf sprach Mosche und die Priester, die  Leviten, zu ganz Jissroél: Merke auf und höre Jissroél: an diesem Tage bist du zu einem Volk geworden, Gott, deinem Gott.

     

    V.9. היום הזה נהיית לעם , heute bist du zu einem Volk geworden! Die gemeinsame Verpflichtung zum Gesetze und für das Gesetz, die so eben für alle deine Angehörigen ausnahmslos ausgesprochen worden, die gemeinsame Gesetzeshut, auf deren Wacht ihr alle bestellt seid, die macht dich zu einem Volke.  Heute, nicht erst der nun bevorstehende Besitz des Landes, der gemeinsame Besitz des Gesetzes macht dich zum Volk. Das Land kann dir verloren gehen, wie es dir werden wird, aber das Gesetz und deine ewige Verpflichtung zu ihm bleibt dein ewiges unverlierbares Band der Volkeseinigung. Diese Jissroél tief von allen anderen Völkergestaltungen scheidende, das Geheimnis der jüdischen Volkesunsterblichkeit in sich bergende Grundthatsache mit allen Konsequenzen, die daran sich für Jissroéls Zukunft knüpfen, sie sind es – wenn wir ihn recht verstehen – welche das bedeutungsschweren Inhalt des Satzes היום הזה נהיית לכם bildet. Die allererste Konsequenz, daraus ist freilich:

     

    V.10 So gehorche denn der Stimme Gottes, deines Gottes, und vollbringe seine einheitlichen Gebote, und seine Gesetze, zu denen ich dich heute verpflichte.

     

    V.10. ושמעת וגו' die noch gesteigerte Treue und Gewissenhaftigkeit in Erfüllung dieses Gesetzes. Was anderen Völkern Landesverrat ist, das ist fortan für Jissroél Verrat an dem Gesetze, und bezeichnend sind hier nur מצות und חקים genannt, Gesetze die nach gewöhnlicher Anschauung nicht also wie משפטים den staatlichen Bestand und die Nationalwohlfahrt berühren, und zwar ist מצותיו mit verkürztem Pluralzeichen geschrieben, die Einheit und die völlig gleiche Wichtigkeit aller Gebote bezeichnend (vergl. 2.B.M. 33,13)

     

    V.11 Endlich gebot Mosche dem Volke an demselben Tage:

     

    V.11. ויצו משה וגו' Nachdem Moses zuerst mit Hinzuziehung der Ältesten das Volk zu Wächtern des Gesetzes bestellt, sodann mit Hinzuziehung der Priester ganz Jissroél aufgefordert, diese gemeinsame Verpflichtung für das Gesetz als ihr einziges volksbildendes Element zu begreifen und zu beherzigen, gebietet er nun dem Volke von diesem Standpunkte aus die Ausführung der Segen- und Flucherteilung auf Gerisim und Ebal, die bereits oben Kap. 11, 29 u. 30 angeordnet war…

     

    VV. 15 – 25

    …Fluch kehrt nur ein, wo das Schlechte positiv geübt wird. Allein es bedarf nur der Fernhaltung von allem Fluchwürdigen, um schon den Segen Eingang bei uns zu bereiten.  Nur der letzte Satz ארור אשר לא יקים spricht ארור über eine Unterlassung aus und verheißt somit den Segen nur für eine Erfüllung: –   ברוך אשר יקים את דברי התורה הזאת לעשות אותם. Denn es gilt der Anerkennung oder Nichtanerkennung, der Aufrechthaltung oder Nichtaufrechthaltung des Gesetzes. Da ist die Gleichgültigkeit schon das fluchwürdige Verbrechen, und Segen kehrt erst ein, wenn jeder das Seine tut, dem ewigen Gesetze auch ewige Geltung und Erfüllung zu schaffen.

     

    Kap. 28, V.7 Es gibt Gott deine Feinde, die wider dich aufstehen, geschlagen vor dich hin; auf einem Wege ziehen sie dir entgegen, und auf sieben Wege fliehen sie vor dir.

     

     יתן ד' את איביך וגוund auch für deine Beziehungen nach außen zu andern Völkern bedarfst du, außer deines treuen Pflichtgehorsams gegen Gott, keiner sonstigen nationalpolitischen Gestaltung. Gott, der dir das Glück deiner Häuser und Städte, die Blüte deiner Felder und Herden gewährt, stellt dich auch gegen jeden Angriff von außen sicher.

     

     

    V.20 Es läßt Gott wider dich den Fluch, die Unruhe, los und das Vorwurfsgefühl in all deiner Handtierung, die du ausführst, bis du gar bald vernichtet wirst und zu Grunde gehst, wegen der Schlechtigkeit deiner Handlungsweisen, daß du mich verlassen hast.

     

    V.20 ישלח וגו' Man hat vielfach geglaubt, die buchstäbliche Verwirklichung aller der hier folgenden Ankündigungen des Unsegens in der späteren Leidensgeschichte des Untergangs des zweimaligen jüdischen Staatslebens nachweisen zu müssen; Und in der That ist ja auch die mehr als zweitausendjährige Leidensgeschichte des jüdischen Volkes im großen Ganzen der lebendigste Kommentar dieser Ankündigungen, und namentlich die buchstäbliche Verwirklichung der Verse 64-67 angekündigten Zerstreuungschicksals unter allen Völkern macht noch bis auf den heutigen Tag, selbst für das blödeste Auge, einen jeden Juden zum lebendigsten Denkmal und Zeugnis für die Wahrhaftigkeit und Göttlichkeit der Schrift, die ihren Gesetzen solchen Ankündigungen als Garanten für Jahrtausende der Zukunft mit hinausgegeben.  Allein hinsichtlich der einzelnen Züge des hier im vorhinein entrollten Leidebildes glauben wir ein Zweifaches erwägen zu dürfen.

    Zuerst können unmöglich die hier folgenden Leidensschilderungen als solche gegeben sein, welche alle die nationale Gesamtheit betreffen werden. …. Immer, wie wir es aus den Propheten wissen, war ein treu gebliebener Rest, einשארית , vorhanden. Ja, wir haben anderwärts nachgewiesen (Jeschurun IX, S. 206 f.), wie dieser treugebliebene Rest, wenn gleich die Minderzahl, doch eine sehr bedeutende Minderzahl gebildet haben müssen daß überhaupt Abfall und Verderbnis sich vorzüglich in den höheren Gesellschaftsschichten verbreitete, das Volk aber einen sehr reinen tüchtigen Kern im Stille pflegte, sonst hätten nicht in Zeiten der größten Verderbnis, in Zeiten der Richter und Könige, Männer und Frauen von so hohem Geistes- und Sittenadel erstehen können, die sich Gott zu Werkzeugen und Boten seiner Sendung darboten.  War aber der Abfall nie absolut an Höhe und Umfang, so trat auch „Vernichtung“ nie in absoluter Schärfe ein, und es konnte sich die göttliche Milde „ihren Rest“ für die nicht minder (Kap. 30. 1-10) verkündete endliche Heileszukunft retten….

     

    VV. 37-45

    והיית למשה למשל ולשנינה וגו'. Mit diesem Satze wird ein Zweck, jedenfalls eine Heilesfolge enthüllt, die sich an die über Jissroél einbrechende „Verödung“ knüpft.  שמהist der völlige Gegensatz zu einem in Segen aufblühenden Zustände (siehe zu 1.B.M.42,21). Diese Verödung, die in folgenden Versen 38-44 nochmals in großen Zügen vorgeführt wird, und die sie veranlassende Ursache (V.45) werden eine weltgeschichtliche, offenkundige Tatsache, mit welcher Jissroél ins Exil geht und damit das Bewußtsein von dem Menschen und Völker verpflichtenden und richtenden Einzigeinen in den Kreis der Völker trägt.  Jissroéls שמה , Jissroéls weltgeschichtlicher Untergang wird למשל ולשנינה zum mahnenden  und warnenden Beispiel  und zur eindringlichen Lehre für die Völker. Was sich an Jissroél vollzieht, ist nur ein משל , ist nur die an einem Volke veranschaulichte Wahrheit, die alle Völker zu fürchten haben, sobald sie del göttlichen Sittengesetze den Rücken zuwenden. Und indem Jissroél unter alle Völker zerstreut wird und trotz der Vereinzelung nicht in sie aufgeht, sondern, wie es V.46 heißt, eben durch sein auf Gott hinweisendes Geschick Jahrhunderte hindurch gekennzeichnet bleibt, wird es in Wahrheit שנינה (sie Kap.6,7), ein präzises, scharfumschriebenes, eindringliches Lehrmittel in Gottes Händen zur Erziehung der Völker, und das, was das Gott treue Israel in heiterem Glücke hätte sein sollen und was es einst in wiedererstandenem Glück werden wird, die Völker zu Gott und seinem Gesetze sammelnde Leuchte (Jesajas 2), das wird nun Jissroél im Exil unter schwerem Leiden zum einstigen vollen Heile der Völker vorbereiten. …

     

    V. 46 Und so werden sie an dir zu einem Zeichen und einem Belehrungswunder und an deinen Nachkommen auf ewig.

     

    והיו בך. Diese deinen staatlichen Untergang herbeiführenden Strafgerichte werden zu einem welthistorischen, Gottes Waltung zeigenden אות und die Menschen ihre Pflicht lehrenden מופת , deren Erinnerung du und deine Nachkommen für alle Zeiten in die Mitte der Völker hinaustragen, und mit diesen Erinnerungen kommst du zu den Völkern ins  Exil


    31-08-2018 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    30-08-2018
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    Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH

                  (1833 – 1900)

     

    הפטרה פרשת כי תבוא 

      

    Aus dem Kommentar zur Haftoro des Wochenabschnittes Ki Ssovau

     

    Diese Haftora schildert die Erreichung des Zieles, das im zweiten Kapitel des Propheten Jesajas mit den Worten ausgesprochen worden war: „Denn von Zijaun wird die Thauro ausgehn und das Wort Gottes von Jeruscholajim“.

    Überall auf Erden unter der Herrschaft der Leidenschaften und des Wahnes Finsternis und schwer drohende Wetterwolke: ein Punkt auf Erden ein leuchtend Lichtmeer, Ströme Lichtes nach allen Seiten ausstrahlend – dies Lichtmeer ist Jerusalem und Zijaun ist der Quell dies Lichtes. Und die Binde des Wahns sinkt von den Augen der Menschen, und sie sehen, daß es Gottes Herrlichkeit ist, die auf Zijaun leuchtet – וכבודו עליך יראה – und daß deren Strahlen auch sie, sie alle alle hin zu Ihm rufen, der ja auch ihrer aller Vater ist, und der sie durch sein auf Zijaun thronendes Wort zu sich ruft.  Das sind die Völker, das die Könige, die sich diesem „Lichte“, dieser „Morgenröte“ zuwenden (V.3) Die Völker  sind hier bezeichnend vor den Könige genannt, ganz wie in V.11, wo dies noch mehr betont wird (Sie das.) Ferner heißt es nicht: „alle“ Völker, sondern: Völker. Das Ziel ist freilich die Gewinnung aller Völker, der gesamte Menschheit, aber die Erreichung des Zieles wird nicht mit einem Male erfolgen. Heißt es ja selbst Jes. 2,3 – nachdem im vorhergehenden Verse das Ziel mit den Worten bezeichnet war: ונהרו אליו כל הגוים alle Völker werden zum Gottesberge hinströmen – : והלכו עמים רבים, nicht in aller Herzen wird sofort der Strahl des Göttlichen hineinleuchten, nicht „alle“, sondern „viele“ Völker  werden sich gen Zijaun aufmachen. Ebenso hier.

     

    V.4 Zuerst aber hat Zijaun das Glück, an der Spitze des heimkehrenden „Völkerstromes“ seine eigenen Söhne und seine eigenen Töchter, die so lange entfremdeten zu erblicken.

    ובנותיך על צד תאמנה Wem, der es mit seinem Volke treu meint, zieht nicht tiefe Wehmut durch die Seele, wenn er die Worte liest:  – „ und deine Töchter, die wieder dir zur Seite erzogen werden sollen!“ – Die Töchter des heutigen Jissroél, was wissen sie, in ihrer großen Mehrheit, von ihrer hehren Mutter Zijaun? Was vom Gesetze, was vom Wesen und von der weltgeschichtlichen Bedeutung des Judentums. Ihr Sinn wird geweckt und empfänglich gemacht für die Schönheiten  der klassischen vaterländischen Literatur, auch die Meisterwerke der fremden Literaturen wird ihnen vielfach ein Einblick eröffnet – : aber von den begeisterten Reden der Propheten, diesem Höchsten, was je in der Menschensprache gefaßt ist, dem an Erhabenheit, Gedankentiefe, zündender Kraft und begeisterndem Schwunge nichts an die Seite gestellt werden kann, , diesem laut gewordenen Gewissen der Menschheit, das alle Zeiten hindurch arbeitet und dessen Wahrheiten in den erhabensten Schöpfungen der Weltliteratur nachbeben – ist es nicht ein Jammer, daß davon die große Mehrzahl unsrer Töchter auch nicht eine entfernte Ahnung hat? Daß sie für eine große Fülle von Wahrheiten und Anschauungen sich erwärmen, ohne eine Ahnung davon zu haben, daß dies jüdische Wahrheiten, daß dies nur einzelne Strahlen aus dem Lichtquell jüdischer Wahrheiten sind, die an dem Nachthimmel der Menschheit bereits siegreich aufgegangen! – Und befindet sich die Mehrzahl unserer Söhne etwa nicht mehr „in der Ferne“, daß nicht  auch in Bezug auf sie der heiße Sehnsuchtswunsch berechtigt wäre, daß recht bald der Tag anbreche, an dem auch sie „aus der Ferne“ zu ihrer, zu unserer „Mutter Zijaun heimkämen“?

    V.12. והגוים חרוב יחרבו Indem unmittelbar zuvor die Unterstellung in den Dienst der höchsten Menschheitsziele als Bedingung des Fortbestandes der einzelnen Völker und ihrer Staatengebilder angesprochen war, so können unter „den Völkern“, denen hier jede Zukunft abgesprochen wird, nur diejenigen verstanden sein, die jene Prinzipien eben nicht anerkennen, sondern fortfahren möchten in feindlichem Abschluß und beschränkter Selbstüberhebung durch rücksichtslose Verfolgung ihrer Einzelinteressen eine fortdauernde Bedrohung des allgemeinen Friedens zu sein. Diese einseitige Behauptung des Nationalitätsprinzips um seiner selbst willen und auf Kosten der höheren Prinzipien des Reinmenschlichen hat keine Stätte mehr auf einer Erde, auf der die ganze Menschheit sich als eine große Familie um Gott sammelt und keine höre Aufgabe und kein höheres Glück kennt, als den Willen ihres gemeinsamen Vaters, ein jedes Volk in seine Eigenart, durch Lauterkeit der Gesinnung und ein in Verwirklichung der Gerechtigkeit und Liebe sich vollendetes Tatenleben zur Erfüllung bringen.   

    V.17 תחת הנחשת Die erste Vershälfte schildert eine Steigerung in der gesamten Lebenshaltung des Menschen, indem an Stelle des minder Wertvollen das Wertvollere, an Stelle des von der Natur Gebotenen das erst künstlich von Menschen Hergerichtete gesetzt wird. Diese Erhöhung des materiellen Besitzes, diese Gewinnung und Ausnutzung der Schätze der Natur durch Anspannung der Geisteskräfte in Erforschung der Naturgesetze und in deren Anwendung zur Erhöhung des Lebensbehagens, weit entfernt daß sie im Gegensatze zu den Absichten der göttlichen Menschheitserziehung stünde, wird vielmehr, wie es hier heißt, von Gott selbst gefügt. Das aber, diese Förderung der materiellen Güter der Menschheit, läßt Gott die Aufgabe anderer Völker sein.  „Zu deinem Berufe, deinem Auftrage, deiner Bestimmung – denn alles dieses heißt פקדה – mache ich jedoch den Frieden“. – Was Zijaun der Menschheit zu bringen hat, das sind die Saaten des wahren Menschenheiles.ונגושיך צדקה: Und zu deinen נוגשים wörtlich: Antreibern, Exekutivbeamten, Aufsehern – mache ich das Pflichtgefühl. In dem auf Jeruscholajim-Zijauns Boden atmenden Menschenkreise bedarf es dann zur Erzielung der Pflichterfüllung und zur Verhütung von Gesetzwidrigkeit keiner Polizei und keines Staatsanwalts. Ein jeder hat seinen nimmer ruhenden unbestechlicher Mahner in der eigenen Brust, es ist das Wort Gottes, das in jedem lebendig ist. Wo aber das Pflichtgefühl der „Treiber“ ist, da herrscht nicht bloß äußere Gesetzlichkeit, sondern diese Gesetzmäßigkeit ist nur der Ausfluß    und die äußere Betätigung der Lauterkeit der Gesinnung.

     

    (Die Haftoroth übersetzt und erläutert, Frankfurt am Main 1896: S. 351-359  Kommentar zu Jesajas Kap. 60 V.1…) 


    30-08-2018 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    29-08-2018
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    Rabbiner Dr. Salomon BREUER

                    (1850 – 1926)

     

    כי תבוא פרשת

     

    Belehrung und Mahnung zur Wochenabschnitt

    Ki Ssowau (Auszug)

    והיה אם שמוע תשמעו וגו' לשמר לעשות וגו' Die Wahrung und Verwirklichung des Gottesgesetzes als einziges Ziel alles Strebens, in dessen Dienst aller irdischen Segen von Gott gewährt wird, kennzeichnet die Bestimmung des jüdischen Volks, die der 105.Psalm in die Worte kleidet: ויתן להם ארצות גוים וגו' בעבור ישמרו חקיו ותורתיו ינצרו Gott gab ihnen Länder von Völkern, sie traten das Erbe von Nationen an, „damit sie Gottes Satzungen hüten und seine Lehren bewahren“. Nicht Land und sein Reichtum, sondern חקים und תורות bilden den jüdischen Nationalreichtum, dessen Pflege uns zum Volke macht und uns unsere Stellung inmitten der Völker sichert. Und wenn das Gotteswort uns verspricht ונתנך ה' אלקיך עליון על כל גויי הארץ, daß Gott  uns eine ragende Stellung hoch über allen Völkern der Erde einräumt, so sollte das jüdische Volk diese Stellung nicht etwa dem Reichtum seiner irdischen Mittel, sondern ausschließlich der Tatsache seines unter der Herrschaft des allmächtigen Gottesgesetzes stehenden Volkslebens verdanken, dessen unvergleichliche Weihe und Heiligkeit ihm die huldigende Verehrung der Völker einbringen mußte.

    Ehe daher unser Gotteswort zu den Verheißungen irdischer Segnungen übergeht, unabhängig und losgelöst von ihnen, stellt es die Verheißung ונתנך ה' אלקיך עליון וגו' als alleinige unmittelbare Folge der gewissenhaften Verwirklichung des Gottesgesetzes hinוהיה אם שמוע וגו' ונתנך ה' אלקיך עליון  und hat dadurch mit eindringlichem Ernste sich gegen jene traurigen, leider noch immer nicht überwundenen Wahn gekehrt, der da glaubt, auf anderem Wege dem jüdischen Volke und dem jüdischen Namen zur Achtung und Anerkennung zu verhelfen. Nicht der Beitrag, den der Jude auf wissenschaftlichem, künstlerischem oder kommerziellem Gebiete leistet, und wäre er noch so bedeutend, sichert ihm Achtung und Anerkennung – vielleicht im besten Falle jene beschämende, erniedrigende Duldung, die es dem Manne der Wissenschaft, dem Künstler oder Kaufherrn verzeiht, daß er Jude ist – sondern lediglich die vorbildliche Verwirklichung des Gottesgesetzes, die seinem Denken und Forschen, seinem Streben und Wollen unvergleichliche Weihe und Adelung verleiht, sichert ihm die Achtung und Anerkennung inmitten einer großen Welt. – Hätte das Gotteswort die Zusage ונתנך וגו' in die Reihe der nachfolgenden Segnungen aufgenommen, so wäre damit er Meinung Vorschub geleistet, als ob diese ragende Stellung des jüdischen Volkes von dem größeren oder geringeren Reichtum an irdischen Güter abhängig sei; so aber stellt sich das ונתנך וגו' als unmittelbare Folge von והיה אם שמוע וגו' dar: seid Juden, ganzen Juden, in deren Leben Gottes heiliges Gesetz zur unbedingten Verwirklichung gelangt, und die huldigende Anerkennung einer großen Welt wird euch nicht versagt bleiben!

    Diesen Gedanken aber finden in die Weisen in einem herrlichen Bilde in dem Vers aus dem Hohenliede ausgesprochen, den sie als Erklärung zu unserem Gottesworte heranziehen: לריח שמניך טובים שמן תורק שמך על כן עלמות אהבוך Nur weil und solange Jissroél dem hingegossenen Öle gleicht, lieben es die „Jungfrauen“ (מ"ר)אלו הגרים , findet es in Völkermitte huldigende Achtung – Mag Öl auch in andere Flüssigkeiten vermengt werden, es steigt immer wieder empor, mag Jissroél „noch so tief inmitten aller Völker daniederliegen“, beraubt aller Machtmittel und Lebensstützen, die sonst einem Volke zur Blüte und Dauer verhelfen, nicht ihnen, sondern lediglich seinem jüdischen Wesen, der Macht der in ihm unverfälscht zur Verwirklichung gelangenden Gotteswahrheit allein verdankt es seine Erhebung und endlich Anerkennung auf Erden.

    Vergeblich sind alle Versuche, auf anderem Wege der „Judennot“ abzuhelfen, die „Judenfrage“ zu lösen. Alle sozialen Unternehmungen der Welt, und sollten sie noch so gut gemeint sein, vermögen die „Erlösung“ des jüdischen Volkes nicht einen Schritt zu fördern und noch weniger seine Heimkehr ins heilige Land, auch wenn die politische Konstellationen scheinbar noch so günstig sich anbahnen. – Die Rückkehr zur alten jüdischen Pflichttreue, Rückkehr zum alten jüdischen Gottesgehorsam, der in Verwirklichung aller von Gott gebotenen Lebenspflichten sich bewährt, sie allein vermag unser armes Volk aus der Tiefe zu jener Höhe zu erheben, die das Gotteswort für alle Zukunft uns zugesichert hat; dann, aber auch nur dann gelangt auch jene Verheißung zur Erfüllung, die uns den reichsten irdischen Segen als Mittel zum Aufbau eines Gott dienenden Lebens aus Gottes Hand zusagt: והיה אם שמוע תשמע בקול ה' אלקיך לשמר לעשות את כל מצותיו וגו' ונתנך ה' אלקיך עליון וגו' ובאו עליך כל הברכות האלה והשיגך כי תשמע בקול ה' אלקיך.

     

    Quelle: Rabbiner Dr. Salomon BREUER  Belehrung und Mahnung fünfter Teil Deuteronomium  J.Kaufmann Verlag Frankfurt am Main 1936 S.49-54


     

    29-08-2018 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    28-08-2018
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    Jewish calendar 5686 (1926)

     

    Koopjes van vroeger

     

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    28-08-2018 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    27-08-2018
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    Rabbiner Samson Raphael HIRSCH


    HOFFE ZU GOTT HIN!

     

    Aus seine Übersetzung und  Kommentar zu den Psalmen: zu Ps.27* V.14

     

    „14) Hoffe zu Gott hin! Bleibe fest, und lasse dein Herz dich ermutigen, und hoffe auf Gott hin



     

    V.14. קוה וגו' Hoffe zu Gott hin, und wenn deine Hoffnung nicht in Erfüllung gegangen, so bleibe nichtdestoweniger fest und schöpfe immer neuen Mut aus deinem Herzen und höre nicht auf zu hoffen. אם ראה אדם שהתפלל ולא נענה יחזור ויתפלל שנאמר קוה אל ד' חזק ויאמץ לבך וקוה אל ד'

     

    Die Psalmen übersetzt und erläutert von Samson Raphael Hirsch S.131 (Ffm. 1914, 3. unveränderte Auflage)

    *Der Psalm 27 wird in vielen Gemeinden von Rausch Chaudesch Elul bis Hauschano Rabbo täglich gesagt nach dem Morgen- und nach dem Nachmittaggebet.

    27-08-2018 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    26-08-2018
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    26-08-2018 om 22:52 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    כי תבוא

     

    כבד את יי מהונך, ומראשית כל תבואתך:

     

     

    Ehre Gott mit deinem Vermögen, mit dem Ersten all deines Ertrages.

    (Mischle-Sprüche Salomos 3,9 Übersetzung Rabbiner Dr. WOLF, Köln a. Rh.)

     

    1.

    Gedenk‘ des Armen allerwegen,

    Und hilf dem Dürft’gen in der Not,

    Sieh‘, dann gewährt dir Gott den Segen

    Und schützt dich bis zu deinem Tod.

    2.

    Doch wehe dir, wenn fremdes Leiden

    Dein hartes Herz nicht rühren kann,

    Gar bald siehst du den Reichtum scheiden,

    Und rasch verfliegt, was Geiz gewann.

     

    Aus: Erbauungsbuch „Bibel- und Talmudschatz“ J.H. Kohn S. 433  13.Auflage Hamburg 5691 – 1931

     



    26-08-2018 om 22:39 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    24-08-2018
    Klik hier om een link te hebben waarmee u dit artikel later terug kunt lezen.Rabbiner Samson Raphael HIRSCH Komm. Wochenabschnitt KI SsETSÉ
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    Rabbiner Samson Raphael HIRSCH

    פרשת כי תצא 

                   

    Aus seinem Kommentar zur Wochenabschnitt Ki Ssétzé:

     

    Kap.23 V.4: Es komme nicht ein Ammoniter und ein Moabiter in die Versammlung Gottes; auch das zehnte Geschlecht komme von ihnen nicht in die Versammlung Gottes auf ewig.

    V.5 Weil sie euch nicht mit Brot und Wasser auf der Wanderung entgegengekommen sind, als ihr aus Mizrajim zoget, und weil er wider dich Bileam, den Sohn Beors aus Pethor Aram Naharajim, gedungen, dich zu fluchen,

    V.6 und Gott, dein Gott, Bileam kein Gehör zuwenden wollte, vielmehr Gott, dein Gott, dir den Fluch in Segen umwandelte, weil Gott, dein Gott, dich liebte.

    V.7 Deren Friede und Wohl sollst du alle deine Tage auf ewig nicht suchen.

     

    Kap. 25 V. 4 – 7  לא יבא עמוני ומואבי וגו' Jebamoth 76b wird als Halacha gelehrt: עמוני ומואבי אסורים ואסורין אסור עולם אבל נקיבותיהם מותרות מיד, von Ammon und Moab sind die Männlichen selbst nach ihrem Übertritt zum Judentum in allen Folgegeschlechtern für den jüdischen Ehekreis אסור, die weibliche sind jedoch sofort nach ihrem Übertritt zum Judentum für den jüdischen Ehekreis gestattet; das Verbot trifft nur den Ammoniter und den Moabiter, nicht aber die Ammoniterin und Moabitering, עמוני ולא עמונית מואבי ולא מואבית. Motiviert wird die Halacha mit Hinweis auf die im Gesetzte gegebene Motivierung des Verbotes: על דבר אשר לא קדמו אתכם בלחם ובמים, weil die internationale Menschlichkeit nicht geübt, an ihr Gebiet vorüberziehende von langer Wüstenwanderung ermattete Menschen mit Speise und Trank zu laben, דרכו של איש לקדם ולא דרכה של אשה לקדם, die öffentliche Ausübung solcher internationalen Humanität aber zunächst von den Männern abhängt. Die Frauen trifft den Vorwurf nicht. Nicht zu übersehen dürfte auch der Wechsel des Numerus sein. Der Vorwurf der unterlassenen Labung wird im Plural ausgesprochen, לא קדמו וגו'; es ist dies ja eine internationale Menschenpflicht, die von jedem einzelnen ihre Erfüllung erwartet. Der Versuch, Israel durch Fluchen zu vernichten, war aber von der nationalen Spitze, dem Könige von Moab, versucht worden und spricht sich darin nicht sowohl die völkerfeindliche Gesinnung der einzelnen Nationalen, als die der Nation im Ganzen aus: Dieser Fluchversuch steht daher in der Einheit שכר עליך וגו'.

    Diese internationale Härte, Schroffheit und Unmenschlichkeit ist es auch, die Moab noch von den späteren Propheten vorgeworfen wird. Im Anblick der über Moab hereinbrechenden Katastrophe wird Jesajas 15 u. 16 darauf hingewiesen, wie alle Nachbarbevölkerungen über Moab zu schreien hatten, כי הקיפה הזעקה את גבול מואב, wie in der Ferne man nur von Moabs Hochmut und Stolz und blindem Wüten, גאותו וגאונו ועברתו, hörte, so daß (daselbst) als einziges das Verhängnis noch vielleicht abwendendes Sühnemittel die Belehrung zur Milde und die Betätigung derselben gegen unglückliche Flüchtlinge Moab auf der Mittagshöhe seines Glückes angeraten wird. „Schaffe Rat“, ruft im Jesajas zu, „übe Überlegung, mache, als wär’s schon Nacht deinen Schatten im hellen Mittag, birg Verwiesene, verrate keinen Flüchtling, daß meine Verwiesenen bei dir eine Stätte finden, Moab, sei ihnen Schutz vor dem Räuber; denn Erpressung  hört auf, Raub geht zu Enden es schwindet der Gewaltstritt von der Erde, und in Milde wird ein Thron errichtet u.s.w.“

    Wenn nach der Halacha  an diesem Mangel internationalen Humanitätsgefühls, an diesem partikularen Nationalhochmut die moabitischen Frauen keinen Anteil hatten, so ist dies solchen Männern zur Seite doppelt hoch anzurechnen, und wohl dürfte in der Brust jener menschlich edeln Moabiterin Ruth, der großen Mutter des Davidischen Geschlechtes, die Flamme einer solchen alle Völkerscheiden überbrückenden Menschenliebe hell geleuchtet und einigen Anteil an dem Geist gehabt haben, der in den Harfentönen ihres Enkels den einstigen Morgen einer um Gott vereinten Völkergesamtheit singt und der Herold dieser Morgenröte inmitten der Menschheit geworden ist – מאי רות אר"י שזכתה ויצא ממנה דוד שריוהו להב"ה בשירות ותשבחות (Berachoth 7b).

     

     

    Kap. 25 V.17 Gedenke dessen, was dir Amalek getan, als ihr als Mizrajim zoget.

     

    Kap.25 V. 17 זכור וגו' Das Fernhalten von jedem עול, von dem Mißbrauch jeder, sei es auch nur momentanen Überordnung (עול) über den andern zu dessen Schaden, von dem Missbrauch eines jeden Vertrauens, das ein Mensch in den andern setzen muss, wenn überall ein Zusammenleben der Menschen möglich sein soll, das Durchdrungensein von der Überzeugung, daß wir nur so lange Gott nennen dürfen, als wir ängstlich das kleinste Unrecht gegen seine Menschen auf Erden scheuen, und die daraus hervorgehende fleckenloseste Rechtschaffenheit in unserem Verkehr mit Menschen, das war der letzte Zug, den das Gesetz für das Charakterbild des von ihm zu leitenden und nach ihm zu nennenden Volkes gezeichnet. Das Volk, in dessen Nationalcharakter die Züge des Mitgefühls, der Rücksicht, der Milde, des Wohltuns gegen alles, was lebt hervorleuchten sollen, wie dazu die letzten Kapitel des  Gottesgesetzes wiederholt gemahnt, das überall bereit sein soll, „wohl“ zu tun, dem solle es in allerersten Linie unmöglich werden, „wehe“ zu tun, das soll im vollendetsten Ideal als „ישרון“ (Kap. 33, 26) über die Erde wandeln, in dessen Verkehr mit Menschen solle es als ישר, als das geradeste, rechtschaffenste, biederste unter den Völkern sich ankündigen, und שארית ישראל, diejenigen, die alle Zeiten und alle Prüfungen für die einstige jüdische Vollendung durchdauern, erblickt das Prophetenwort in denjenigen, welche „Kein Unrecht tun, keine Täuschung reden und in deren Mund sich keine Zunge des Truges findet; sie allein finden Weide und Ruhe, sie allein haben, vor nichts und niemand zu zittern“ שארית ישראל לא יעשו עולה ולא ידברו כזב ולא ימצא בפיהם לשון תרמית כי המה ירעו ורבצו ואין מחריד (Zefanja 3, 13).

     Den geraden Gegensatz zu diesem aus Gerechtigkeit und Liebespflicht gewobenen Charakterbilde eines Volkes, das nur in gewissenhafter  Pflichttreue seine Macht und seine Zukunft erblicken, und durch deren Vorgang die ausschließliche Pflichthuldigung einst das Anteil der Gesamtmenschheit werden soll, bildet eine Völkergröße, die, wie Amalek, nur in dem Schwerte ihre Macht und in den Niedertreten aller ungerüsteten Schwächern ihre Ruhmesfreude findet. Sie trat bereits bei dem ersten Hineintreten des Volkes der siegreichen Pflichttreue in die Völkergeschichte (2 B.M. 17, 8-16) diesem feindlich entgegen und ihr ward (daselbst) gleich bei diesem ersten gegensätzlichen Versuch das einstige Verschwinden aus dem Gedächtnis der Völker verkündet (siehe daselbst).

    Die nunmehr mit ihrer Pflichtaufgabe in das Land des Gesetzes zu dessen treuer Erfüllung Einziehenden werden daher hier auf diesen ausgesprägtesten Gegensatz, und zwar zu dauernder Erinnerung, nochmals hingewiesen, in den einzelnen Zügen seines Auftretens ihnen dieser Gegensatz zu ihrer Bestimmung zum klarsten Bewusstsein gebracht, und – während dort der Kampf gegen Amaleks Völkerprinzip bis zu dessen völligem Verschwinden als Inhalt aller völkergeschichtlichen Gotteswaltungen auf Erden verkündet ist – wird hier Jissroél aufgefordert, sich als mitwirkendes Werkzeug für diesen Gotteskampf gegen Amalek zu begreifen und zu bewähren, aus dessen die Menschen irreführenden, mit seinem Glanze blendenden Ruhmeslorbeer das letzte Blatt eben dann fallen werde, wenn nicht vor einem stärkeren Schwerte sein Schwert, wenn vor einer nur auf Pflichttreue gegen Gottes Sittengesetz aufgeblüht stehenden, nur von Gott getragenen Macht Amaleks Schwert zusammenbricht.

    בדרך בשעת טירופיכם בצאתכם, את אשר עשה לך עמלק בדרך בצאתכם ממצרים (ספרי) eure Gesamtheit (לך) war בדרך, auf der Wanderung begriffen, von ganz anderen Gedanken und Sorgen, als von Kriegsgedanken eingenommen; es war die Wanderung einer heimatlosen Menge mit Frauen und Kindern in der Wüste, deren Lage menschliche Teilnahme von jedem menschlich Fühlenden und nicht Feindseligkeit hätte erwarten dürfen. Und über jedem einzelnen von euch (בצאתכם) schwebte noch die Bekundung des einen Einzigen unsichtbar gegenwärtig, der seine Fesseln gebrochen und ihn aus der Knechtschaft einer solchen Macht wie Mizrajim zur Freiheit geführt, eine Tatsache, die den Wehrlosen von euch zu Schirm und Schild gegen jeden mutwilligen Angriff hätte dienen müssen.

    מקרה, אשר קרך בדרך ist ja das, was für sie den davon Betroffenen außer alle Berechnung und Erwartung geschieht (siehe 1 B.M. 24,12). Du zogst deines Weges und hattest gar keine Veranlassung, einen feindlichen Überfall zu vermuten. Sein Angriff war völlig unprovoziert, war von purer Freude an Menschenschlächterei, oder von einer Ahnung der Gefahr getrieben, die aus dem mit dir in die Geschichte einziehenden Prinzipe der reinen Menschlichkeit und Pflichttreue seinem Prinzipe der Schwertgewalt zu drohen begann.

    זנב, ויזנב בך, der Schweif (so rabb. סניף: Anhängsel, das Nebensächliche, einem Hauptkörper Anhängende, und צנף: die Anhängsel, Enden, mit einem Hauptkörper verbinden, zusammenrollen), hier: die Nachzügler, und זנב, Piel (wie סעף) entasten): die Nachzügler von dem Haupttrupp abschneiden, oder niedermachen. כל הנחשלים אחריך חשל (verwandt mit חסל: abfressen, zu Ende bringen, אזל schwinden, עצל träge) Daniel 2,40: פרזלא מהדק וחשל כלה Eisen zerschlägt und vernichtet alles, bezeichnet jedenfalls eine Schwächezustand, ähnlich wie das versetzte חלש: also: alle, die dir nur schwach nachfolgen konnten, aus Schwäche zurückblieben. ואתה עיף ויגע, du selbst – das ganze Volk, der Hauptkörper selbst – warst matt und abgemüht. Es waren also die Schwächsten, die selbst einer langsamen Fortbewegung nicht folgen konnten, die er überfiel. Ihn lud somit nicht Schwäche zu Mitleid und Schonung, sondern zu roher, höhnender Mißhandlung.

    ולא ירא אלדי' und er sah nicht Gott, der für den Schwachen eintritt gegen die Faust des Starken, und hatte keine Scheu vor Ihm.

     

    V.19 So sei es denn: wenn Gott, dein Gott, dir Ruhe gegeben haben wird von allen deinen Feinden ringsum in dem Lande, welches Gott, dein Gott, dir als Erbe zur Besitznahme gibt; sollst du das Andenken Amaleks von unter dem Himmel weglöschen; vergiß dies nicht.

     

    V.19 והיה בהניח וגו' wenn Gott dir dein Gott ist, wenn du, im geraden Gegensatz zu allen diesen Amalekzügen, all dein Tun nach seinem Willen richtest und all dein Sein Ihm anheim stellst und du so – nicht durch dein Schwert und deine Macht – durch den mit deiner Pflichttreue gewonnenen Gottesschutz, in dem dir von Gott angewiesenen Lande, unangetastet von allen deinen Feinden ringsum sicher und glücklich ruhst.

    נתן לך נחלה לרשתה das Land, das er dir jetzt zur Besitznahme gibt, war bereits deinen Vätern zugesagt, es kommt dir nur von ihnen als Erbe zu, auf daß du es weiter auf deinen Kinder vererbest.  Es ist nichts, was du aus eigener Machtvollkommenheit besitzest. Der Pflichttreue in dem Gottesbunde mit deinen Vätern verdankst du es, und nur durch Vererbung dieser Pflichttreue auf deine Kinder wirst du ihnen das Land vererben.

    תמחה את זכר עמלק (siehe 2 B.M. 17,14)

    לא תשכח, vergiß dies nicht, wenn du je hinüberschwanken und Amalek gleich nicht Pflicht, nicht Gott kennen und, in kleinen oder grossen Dingen, nur Gelegenheit suchen wolltest, deine Überlegenheit zum Schaden deiner Mitmenschen zu üben!

    Vergiß dies nicht, wenn du je deines Jissroélberufes und deiner Jissroélsendung in der Mitte der Menschen vergessen und die Lorbeerkränze beneiden möchtest, die eine betörte Welt dem Andenken glücklicher Menschenglückzerstörer flicht und den tränengetränkten Boden vergißt, aus welchem der Lorbeer zu solchen Kränzen erwächst.

    Vergiß dies nicht, wenn du je selbst unter Amalekrohheit und Gewalt zu leiden hast. Bleibe aufrecht! Bleibe bei der Menschlichkeit und Rechtsachtung, die dein Gott dich gelehrt. Ihnen gehört die Zukunft, Menschlichkeit und Gerechtigkeit bleiben Sieger über Rohheit und Gewalt, und du selbst bist gesendet, durch dein Geschick und Beispiel diesen Sieg und die Zukunft mitwirkend herbeizuführen. 

    לא תשכח vergiss dies nicht, und auf daß du es nicht vergessest, זכור, erneue dir von Zeit zu Zeit Amaleks Gedächtnis und das, was dir über deine Zukunft gesagt ist

    24-08-2018 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    23-08-2018
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    Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH

                  (1833 – 1900)

     

     הפטרת פרשת  כי תצא

     Aus dem Kommentar zur Haftoro des Wochenabschnittes Ki Ssetzé

     

    GOTT IST UNSER VATER, ZIJAUN UNSERE MUTTER

     

    Haftara und Kommentar sind dieselbe als  Anfang Wochenabschnitt נח Jesajas Kap. 54

     

    Der Wochenabschnitt des Gotteswortes zeigte uns die gewaltige Katastrophe, von der die Erde und ihre Wesenschar nach dem Ratschluß des barmherzigen Gottes getroffen wurde. Sie erschien als Verderben und war die Rettung, sie erschien als der Untergang und war die Erhaltung. Zu Grunde ging das Entarte, erhalten wurde und befreit von der Überwucht des Entarteten das die reine Keime einer reinen Zukunft in sich Bergende. Auf der neu gestalteten Erde sollen die alten ewigen Waltungsziele Gottes erreicht werden. Gottes Wille wird unter allen Umständen ausgeführt, sein Wort ist das unerschütterlich feststehende, es ist das einzig Unbedingte und findet seine Verwirklichung, auch wenn ganze Generationen des Menschengeschlechtes sich dagegen verschworen hätten – das ist die ernste Mahnung, aber auch die trostreiche Verheißung, die aus diesem Wochenabschnitt uns entgegentönt.

    Eines der Waltungswerkzeuge zur Erreichung dies Ziele ist die Abrahamsfamilie, das jüdische Volk als Träger der göttlichen Offenbarung. Allein auch dieser Träger der Lehre vom Menschen-Ideale hielt sich nicht rein. Der menschheitspriesterlich den anderen voranschreiten sollte den Gottesweg zum Baum des Lebens, versank selbst in der großen Mehrzahl seiner Glieder in die Entartung, aus der er die anderen retten sollte, und unsere ehre geistige Mutter Zion hatte den Schmerz, von ihren Kindern sich verlassen zu sehn. Der größte Teil, das Reich Jissrooel, ward gänzlich entfremdet. Allein auch der kleinere Teil, das Reich Juda, der noch in Jerusalem seinen Mittelpunkt erblickte und das Band, das ihn mit Zion vereinigte, wenigstens äußerlich noch nicht gänzlich zerrissen hatte, entsprach so wenig seiner Bestimmung, daß auch der jüdische Staat vernichtet, der Tempel zerstört und das Volk durch wiederholt über es hereinbrechende Verhängnisse über die weite Erde zerstreut wurde. Es war ein partielles מבול, eine partielle „Entseelung“, von der alle diejenigen Güter und Bestrebungen und äußeren Errungenschaften getroffen wurden, in denen die verblendeten Sprossen des Menschheitspriestervolkes ihre Lebensziele erblickt und in denen sie geglaubt hatten, mit den anderen Völkern wetteifern zu sollen. Allein auch diese Katastrophe, so lehrt uns unser Prophetenwort, erschien nur als Vernichtung. Sie war die Rettung. Sie erschien als Untergang, sie war die Erhaltung. Nicht Verlust, sondern Wiedergewinnung, oder vielmehr erst wirkliche wahrhafte Gewinnung ihrer Kinder bedeutet deren Galuth für unsere Mutter Zion.

    Unser Prophetenwort versetzt uns nun in den heißersehnten Augenblick, in welchem das Galuth sein Läuterungs- und Erziehungswerk an uns vollbracht haben wird. Es bringt die frohe Kunde davon, diese wahrhaftige Heilesbotschaft, der so lange einsam trauernden Mutter.

     

    Kap. 54, Vers 1-3 Gott ist unser Vater; Zion, die Personifikation der Thora, wie diese in dem Gottesheiligthume ihre Stätte hatte und hier die symbolische Vergegenwärtigung ihrer Anforderungen und Segenswirkungen darbot, Zijaun ist unsere Mutter. Ihre Kinder haben sie lange verkannt und verlassen. Jetzt nun wird ihr die Freudenbotschaft, aß mehr heimkommen als sie je bei sich geschaut. Was die Zeit der Selbständigkeit und des Glückes an den um das sichtbare Gottesheiligthum Versammelten nicht vermocht, die Prüfungsjahrhunderte des Galuth haben es vollbracht. Die räumlich Fernen sind die geistig Nahen geworden. Die einst geistig und sittlich Entfremdeten kehren als Söhne und Töchter zurück. – וזרעך גוים יירש וגו'. So lange bleibt das jüdische Land im Besitze der Völker und harret trauernd der Rückkehr Jissroéls; bis dahin sind die Stätte ,נשמות verödet, die Blüte des Landes ist an die Heimkehr Jissroéls geknüpft. Vergl. 3 B.M. 26,34.

     

    V.4. Gieb dich rückhaltlos der Freude hin, fürchte nicht du könntest enttäuscht werden, die Rückkehr deiner Kinder könnte sich nur als eine zeitweilige, ihre Besserung als nur der vorübergehend erweisen. Nur zu oft hat Zijaun während der Zeit ihrer Verlassenheit Phasen der Erhebung und des begeisterten Aufschwunges ihrer Kinder erlebt, den immer wieder ein Rücksinken in die alte Nacht folgte. Jetzt aber ist die Erziehung ihrer Kinder vollendet, die Schule der Leiden hat für ihre Kinder, und damit die Zeit des Grames für die Mutter ihr Ende erreicht.

    V.5 וגואלך וגו' אלהי כל הארץ יקרא. Mit dieser sittlichen Vollendung Jissroéls Hand in Hand geht die Erhebung der Gesamtmenschheit: der dein Erlöser ist, der Jissroél durch seine Gesetze heiligt, der wird jetzt von der ganzen Erde anerkannt.

     

    (Die Haftoroth übersetzt und erläutert, Frankfurt am Main 1896: S. 11-13  Kommentar zu Jesajas Kap. 54 V.1…) 

    23-08-2018 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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