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Rabbiner Samson Raphael HIRSCH
(1808-1888)

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Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH
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(1850 - 1926)
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Rabbiner Dr. Raphael BREUER
(1881-1932)
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Reb Julius HIRSCH
(1842-1909)
Jubelsinget, Gerechte, in Gottesanschauung, den Geraden geziemt Thatenoffenbarungslied (Psalm 33)

ברוך הבא!    السلام عليكم!

 

Welkom op de blog van de studievereniging JESJOEROEN, Jodendom tegen Zionisme


Thoratrouwe antizionistische inzet en anti-imperialistische solidariteit. U vindt hier Rabbijnse teksten (vooral Samson Raphael HIRSCH strekking), nieuws en achtergrondinfo.

 

Bienvenue sur le blog de l'association d’étude YECHOUROUN, Judaïsme contre Sionisme.

 

Nous proposons des textes rabbiniques, (surtout de l’école de Samson Raphael HIRSCH) ainsi que des infos et documentations, le tout avec engagement antisioniste et solidarité anti-impérialiste, inspirés par la fidélité à la Torah. Visitez notre blog similaire en langue française: www.bloggen.be/yechouroun .  

 

Willkommen im Blog des Studienverbandes JESCHURUN, Judentum gegen Zionismus.

Wir bieten Rabbinische Texten (hauptsächlich von der Samson Raphael HIRSCH Tendenz – meistens in deutsche Originalfassung), sowie Nachrichten und Hintergrundinformationen, im ganzen mit Thoratreues antizionistisches Engagement und anti-imperialistische Solidarität.

 

Welcome to the blog of the Study Association YESHURUN, Judaism against Zionism.

We propose Rabbinical texts (mostly from the S R HIRSCH tendency), news and information, the whole inspired by Thora-true anti-Zionist Commitment and anti-imperialist Solidarity.

Inhoud blog
  • Psalm 106,32 und Sprüchlein zur Wochenabschnitt Chukass
  • Samson Raphael HIRSCH „THAMUS“ (Zweiter Teil)
  • Samson Raphael HIRSCH „THAMUS“ (Erster Teil)
  • Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH aus dem Kommentar zur Wochenabschnitt Kaurach
  • Rabbiner Dr. Salomon BREUER zur Wochenabschnitt Kaurach
  • Aus dem 'politischen' Testament Rabbiner Hirsch's (3. Auszug)
  • Sprüche 24,21 und Sprüchlein zur Wochenabschnitt Kaurach
  • Rabbiner Samson Raphael HIRSCH Komm. Wochenabschnitt SCHELACH LECHO
  • Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH aus dem Kommentar Schelach lecho
  • Rabbiner Dr. Salomon BREUER zur Wochenabschnitt Schelach Lecho
  • Aus dem 'politischen' Testament Rabbiner Hirsch's 2.Folge
  • Sprüche 18,21 und Sprüchlein zur Wochenabschnitt Schelach
  • Rabbiner Samson Raphael HIRSCH Komm. Wochenabschnitt BEHAALAUSS'CHO
  • Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH aus dem Kommentar Behaalaus'cho
  • Rabbiner Dr. Salomon BREUER zur Wochenabschnitt Behaalaus'cho
  • Aus dem 'politischen Testament' Rabbiner Hirsch's (1. Auszug)
  • Psalm 106,14 und Sprüchlein der Woche für Behaalauscho
  • Samson Raphael HIRSCH: Aus dem kommentar zur Wochenabschnitt NOSSAU
  • Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH aus dem Kommentar zur Haftoro 2. Tag Schowuauss
  • Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH aus dem Kommentar zur Haftoro des 1.Tages Schowuauss
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    JESCHURUN
    Judentum gegen Zionismus
    25-06-2017
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    חקת

     

    ויקציפו על מי מריבה, וירע למשה בעבורם:

     

     

    „Sie erzürnten beim Haderwasser, und Mausche erging es übel um ihretwillen.“

    (Psalm 106, 32 Übersetzung Rabb. Samson Raphael HIRSCH)

     



    1.

    Der Herr verschont nicht Seinen Frommen

    Und waltet strenge im Gericht,

    Der Strafe soll er nicht entkommen,

    Verletzt er einmal seine Pflicht.

    2.

    Auch Moses selbst, er mußte tragen

    Die Strafe ernst von Gottes Hand,

    Denn weil er auf den Fels geschlagen,

    Betrat er nie das heil’ge Land.

     

    Aus: Erbauungsbuch „Bibel- und Talmudschatz“ J.H. Kohn S. 320  13.Auflage Hamburg 5691 – 1931 S.135

     

    Die beste Anschrift für antiquarische Judaica:

    Antiquarische Buchhandlung „Spinoza“ in Amsterdam

    Inhaberin: Frau Manja BURGERS

    http://www.spinozabooks.com

    25-06-2017 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    23-06-2017
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    Rabbiner Samson Raphael HIRSCH

     

    THAMUS

     

    I.                  Das Jerusalem der Zukunft und die  Weltgeschichte –
    Die einstige politische Wiedererhebung  Jissroéls (Jes. K.33)
    2. Folge

    …In welch trostarme Zeit versetzt uns der Eingang dieses Prophetenwortes! Nicht im Menschenkreise mehr, aus dem Menschenkreise hinaus haben die Engel des Friedens ihren Sehnsuchtsruf, Gott zu schauen gerufen, und sitzen nun nieder und weinen! Sie haben darauf verzichtet, im Menschenkreis nach Gott zu schauen. Wo Gott wohnt, wohnt die Freude, und im Menschenkreis wohnt der Jammer. Wo Gott wohnt, wohnt der Friede, und im Menschenkreise wohnt der Streit. Wo Gott wohnt, wohnt das Heil und das Leben, wohnt die Blüte und der Segen, und im Menschenkreise wohnt das Elend und der Tod, wohnt die Verkümmerung und die Verödung. Sie sind von Gott gesendet um das Werk des Friedens zu bringen, aber die Menschenerde ist keine Stätte mehr für ihre Sendung. Das mit so vielem Geist und so vieler Kraft angestrebte Ziel des gesteigerten Verkehrs, der allseitigsten Verbindung, des lebendigsten Austausches der Güter und Leistungen und des bis zur höchsten Blüte ausgebeuteten Reichtums der Natur ist gescheitert. Die Verkehrsbahnen liegen öde, einer kommt nicht mehr zum andern, Städte liegen in Verfall, und die Natur, die den Menschen zum tragende und nährende, die mit so vieler Einsicht und Umsicht, mit so vielem Fleiß und so vieler Kraft im Dienste des Menschen angestrengten Erde, bis in ihre entferntesten Winkel liegt sie zerknickt, versagt sie den Dienst, hat sie Kraft zur Blüte und zum Segen eingebüßt.

    Und woher dieses alles? Ist die Welt gealtert? Steht sie im Stadium ihrer Grabeslegung? Ist überhaupt der Fluch von außen gekommen, daß eine feindliche, äußere, dämonische Macht, die das Lachen und die Freude haßt und sich nur an dem Jammer und der Träne weidet, sich dem Gedeihen und der Blüte der Menschen entgegenstemmt, welcher vergebens der Mensch mit allen seine Erfindungen und Anstrengungen entgegenarbeitet und die so erträumte Herrlichkeit des Menschen zum trostlosen Gelächter macht? Ist es das? Es ist es nicht! Es ist der Mensch, der das Bündnis mit dem Menschenheil und dem Natursegen zerrissen, es ist der Mensch, der sein eigenes Städteglück verworfen, es ist der Mensch, der, indem er sittlich gesunken, indem er „Enosch“ wurde, sich gedankenlos dies alles verscherzt. Er meinte sein Glück zu sichern indem er die Welt eroberte und vergaß, daß er sein Glück preisgibt indem er sich selbst verliert. Er vergaß, daß nicht von außen herein, daß nur von innen heraus das Menschenheil begründet wird und daß „sittlichsein“ nicht ein luxuriöses Letztes, sondern das Erste, Unerläßliche, Unersetzliche sei. Er vergaß, das keine physische, mechanische, daß eine sittliche Ordnung die Welt, des Menschen Welt regiere und daß vielmehr die Blüte der Menschheit nicht ein Produkt der Natur, daß vielmehr die Blüte der Natur ein Produkt der Blüte der Menschheit sei. Er vergaß, daß, wie das Prophetenwort es ausspricht, wenn er trauert, die Erde zerknickt ist und bis in die Entblätterung des Libanongipfels hinauf seine Gesunkenheit gefühlt wird; oder, wie diese, die Verkehrtheiten niedergelegt ist, daß Adam nicht von Adama sondern Adama von Adam stammt, und die Erdwelt die dem Menschen angetraute, mit ihm steigende und fallende Gattin für immer ist.

    Was aber die gesandten Gottesboten nicht sehen, sieht der sie sendenden Gott. Wo die Erde ihre Hoffnungen verliert beginnt das austoben, sein Traum der absoluten   bevor Menschenherrlichkeit durchgeträumt werden bevor auch nur ein Strahl aufdämmerden Wahrheitsbewußtseins seine Stätte findet. So lange der Mensch auch nur an einen Spinnefaden den Traum weiter anknüpfen konnte, als vermöge er  - ohne sittliche Unterordnung seines ganzen Wesens und Strebens unter Gott – sich auf eigene materielle Füße zu stellen, als sei seine Hoheit die absolute, höchste über die Erde, und als habe er nicht nur Lehnsträger und Diener eines Höheren zu sein – so lange mögen die Engel des Friedens weinen – auf dieser ganzen, von dem sich selbst vergötternden Traum  ist kein Raum für die Herrlichkeit des Alleinen und sein Reich.

    Allein wenn erst das Traumschloß seiner Herrlichkeit vor dem Menschen in Trümmern liegt, wenn die ohne Gott gesuchte Bezwingung der Natur und Konstituierung des Menschenglückes auf die Bezwingung der Natur in soziale Verödung, Isolierung und Zertrümmerung und in physische und kosmische Verkümmerung geendet, wenn

    Der Saron wie die öde geworden

    Und Basan und Karmel sich entblättert –

    „Jetzt stehe ich auf, spricht dann Gott, jetzt zeige ich mich in der Höhe, jetzt werde ich hochgetragen“ – jetzt ist Raum da, daß ich die Leitung der Verhältnisse ergreife, jetzt ist der Mensch vorbereitet meiner Erhabenheit inne zu werden und sich wie zum Träger meiner Herrschaft zu bieten –

     

    Gesammelte Schriften Sechster Band Frankfurt a.M. 1912 „ Betrachtungen zum jüdischen Kalenderjahr“ S.112-

     

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    23-06-2017 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    22-06-2017
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    Rabbiner Samson Raphael HIRSCH

     

    THAMUS

     I. Das Jerusalem der Zukunft und die  Weltgeschichte –
    Die einstige politische Wiedererhebung  Jissroéls (Jes. K.33)

    Unter den Gedenktagen unseres Churban stehen der 17. Thamus und der 9. Aw im Vordergrund. Am 17. Thamus הובקעה העיר, ward die Stadt eingenommen, am 9. Aw נשרף ההיכל ward der Tempel verbrannt; Somit ist der 17. Thamus der Gedenktag des Untergangs unserer politischen Größe, der 9. Aw der Zerstörung unseres religiösen Heiligtums.

    Wenn wir nun auch von Jahr zu Jahr den Gedenktag des Untergangs unseren politischen Falles  begehen und nun schon fast zweitausend Jahre bis zur ersten Thamuskatastrophe zurückblicken können, wenn wir somit jedenfalls bereits bald um ein paar tausend Jahre der politischen Sühne unseres politischen Falls, der einstigen auch politischen Restauration Jeruscholoim-Zijaun näher gekommen – so dürften wir wohl einmal diese unsere politische Zukunft ins Auge fassen, dürften wohl einmal einer der vielen prophetischen Schilderlungen derselben lauschen, um am Gedenktage unseres politischen Falls vielleicht auch diesem Bilde dessen was wir sein werden, das zu erkennen was wir nicht gewesen und daraus die Bedeutung des langen, langen, jahrtausend langen Weges zu erkennen, der uns zu dieser Zukunft geleiten soll.

    Nun sind aber wohl einige prophetische Schilderungen dieser Zukunft bedeutsamer als das Wort, das hierüber Jesajas Kap. 33 gesprochen, und dieses Wort ist um so inhaltsschwerer, weil es diesen Ausspruch dessen, was die Zukunft sein wird, damit einleitet, uns zu sagen was diese Zukunft nicht sein wird, und zugleich das sozial-politische Gemälde der Zeit skizziert, in welcher diese Zukunft ihren gottsendeten Anbruch feiert. Es ist somit ein Wort, das nach allen Seiten hin seine aufhellenden Strahlen wirft, und dieses Wort – so weit wir es verstehen und im schwwchem Nachhall wiederzugeben vermögen – lautet also:

     

    Siehe! Ihr „Ich – möchte – Gott – schauen!“ haben sie hinausgeschrieen

    Und weinen nun bitter, die Engel des Friedens.

    Es feiert, der sonst die Straße zog.

    Zerstört hat den Bund, Städte verworfen,

    Hat nicht nachgedacht der sittlich gesunkene Mensch.

    Sobald er trauerte war zerknickt die Erde,

    Hatte er den Libanon gebleicht,

    Hatte ihn gewaltsam entfruchtet;

    War der Saron wie die Wüste schon

    Und es entblättert sich Basan und Karmel –

    Jetzt stehe  ich auf, spricht Gott,

    Jetzt zeige ich mich auf der Höhe,

    Jetzt, ich mich erhoben!

    Empfanget ihr Stoppeln, gebärt ihr Stroh!

    Euer eigener Geist

    Verzehrt euch als Feuer

    Und es werden Völker Kalkbrandstätten,

    Gefällte Dörner, in Feuer verbrannt.

     

    Höret, Ferne, was ich getan,

    Erkennt aber, Nahe, meine Stärke!

    Sünder mochten in Zion fürchten,

    Heuchler mochte Zittern ergreifen ;

    „Wer wird  uns bleiben bei dem verzehrenden Feuer,

    „ Wer uns bleiben auf den ewigen Brandstätten!“

    „Wer durch seinen Wandel wohltut,

    Durch sein Wort das Gerade fördert,

    Verschmäht Gewinst und Bedrückungen,

    Schüttelt seine Hände Bestechung nicht zu fassen,

    Sperrt sein Ohr Blutschuld nicht zu hören,

    Und schließt seine Augen auf nichts Böses hinzusehen,

    Der wird immer in Höhen sicher ruhen.

    Felsenburgen sind seine Feste,

    Dessen Brot ist immer gegeben,

    Dessen Trunk nimmer versiegend!“

     

    Den König in seiner Schöne möchten deine Augen schauen,

    Möchten sehen das in Fernen liegende Land;

    Da sinnt denn ängstlich dein Herz:

    Wo ist der Zähler, wo der Wäger,

    Wo der Zähler der Festungstürm - ?

    Auf ein machtstolzes Volk sieh‘ nicht aus,

    Nicht auf ein Volk zu tiefer Lippe fürs Verständnis,

    Zungengehöhnt, einsichtversagt –

    Zijaun schau, die Burg unserer Bestimmung,

    Da sehen deine Augen Jeruscholoim, eine sicher ruhende Stätte,

    Ein Zelt, das sie nicht gesteckt hat [יצען = יצע אותן]

    Nicht immer selbst wieder ausreißt seine Pflöcke;

    Und von dessen Seiten keines reißt.

    Denn wenn dort Gott Majestät uns ist,

    Dort, ein Flußgebiet weitgeuferter Ströme,

    Wird doch kein Streiffschiff es befahren,

    Kein Stolz Gefährte es durchkreuzen,

    Denn Gott unser Richtern Gott unser Gesetzgeber,

    Gott unser König, der wird uns helfen!

     

    Denn Seile hat man freilich verlassen –

    Darum werden sie auch nimmer ihren Mastbaum festigen,

    Haben noch nicht einmal Wimpel ausgebreitet

    Während dann schon unendlicher Gewinn verteilt worden,

    Und Lahme die Beute erbeutet –

    Und gleichwohl  spreche der Nachbar nicht: Ich bin also dem Siechtum verfallen,

    Das Volk selbst, das dort wohnt, ist von Sündenvergebung getragen – .

     

    (Fortsetzung folgt)

     

    Gesammelte Schriften Sechster Band Frankfurt a.M. 1912 „ Betrachtungen zum jüdischen Kalenderjahr“ S.112-

     

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    22-06-2017 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    21-06-2017
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    Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH

                  (1833 – 1900)

     

    הפטרת פרשת קרח

     

    Aus dem Kommentar zur Haftoro des Wochenabschnittes Kaurach

     

     

    Samuel I, Kap. 11, Vers 14 und folgende

    Es ist ein ergreifendes Stück jüdischer Geschichte, das die  Haftora unseren Blicken entrollt. Es ist die Geburtsstunde des jüdischen Königtums, das denn doch ein ganz anderes war, als das in der Thora vorgesehene. Diese kennt nach außen nur Gott als allmächtigen Schirmherrn des Volkes, das des Gottesschutzes sich durch treue Erfüllung des Gesetzes und als seine Aufgabe nur die unablässige Fürsorge für die Erkenntnis und Erfüllung dieses Gesetzes. Nicht dies war die Meinung des nach einem König verlangenden Volkes gewesen. Sie hatten vielmehr (Sam. I 8,20) einen König gefordert „nach Weise der Völker“, um ihr Recht zu vertreten, der sie in den Krieg und zum Siege führe. Nachdem nun Saul auf Gottes Geheiß zum Könige eingesetzt worden war und durch seine energische Sammlung der Stämme Jissroéls und die geschickte Kriegsführung gegen den übermächtigen Ammoniterfürsten das eben noch verzagte Volk zum Siege geführt und sich die freudige Anerkennung des ganzen Volkes erworben hatte, lud Samuel das in freudiger Erregung geeinte Volk nach Gilgal, um dort „das Königtum zu erneuen“, in Wahrheit um dem gesamten Volke den einen Weg und die eine Richtung zu zeigen, durch deren Innehaltung allein das Königtum zum Segen gereichen und Volk und König einer glücklichen Zukunft entgegen gehen würden, wie dies Kap. 12, 13-15 ausgesprochen ist. In Wahrheit ist die hier, im Gegensatz „zur Weise der Völker“, erneute Königsherrschaft die Herrschaft Gottes. Nicht umsonst heißt es hier sofort (Kap. 11,14): sie setzten Saul zum König ein לפני ה', „vor Gott“, und opferten dort Friedensmahlopfer „vor Gott“. Die Worte: „Gott ist in Wahrheit euer König!“ (Kap. 12, 12) und die Mahnung, daß Volk und König sich stets in der Nachfolge Gottes, dieses seines wahren Königs, wie in aller Vergangenheit so in aller Zukunft zu halten habe, sie bilden die „Erneuerung“ der Gottesherrschaft, zu der Samuel Volk wie König nach Gilgal geladen hatte.

    Unter diesem Gesichtspunkte erscheint aber auch der Umstand in ganz neuem Lichte, daß gerade nach Gilgal Samuel das Volk zur Retablierung der Gottesherrschaft berief; War doch Gilgal (s. Josua 4, 19 ff.) die erste Lagerrast, die Jissroél auf den Boden „seines“ Landes gewonnen. War es doch die Örtlichkeit, der gegenüber auf Gottes Geheiß die hochgehenden Fluten des Jordan sich vor der Lade des Gottesgesetzes geteilt hatten! Erinnerten doch an diesen strategischen Flußübergang ohne Gleichen die dort als Denkmal errichteten zwölf Steine aus dem Flußbette, auf denen die Priester während des Übergangs gestanden hatten! War doch endlich Gilgal die Stätte, wo der jüdische Feldherr zuerst das „Schwert“ gebraucht hatte auf jüdischem Boden, ach es waren – „steinerne Schwerter“, um die ganze waffenfähige Mannschaft des Volkes, das an der Schwelle des feindlichen Landes sich befand, dem göttlichen Befehle gemäß zu beschneiden, sie also im Angesicht der Feinde zeitweilig kampfunfähig zu machen und so das ganze Volk dem Schicksal der einstigen Bewohner Sichems (1 B.M. 34,25) auszusetzen! An diese Bekundung der Gottesallmacht, als des eigentlichen Verleihers des Landes, aber auch an diese Bekundung der heldenmütigen unbegrenzten Hingebung an die Gottesführung von Seiten des ersten Führers und von Seiten des Volkes erinnerte somit die Stätte, zu der Samuel das Volk berief, um es zur Besinnung und zur Selbsterkenntnis zu bringen, da der erste König eingesetzt wurde.  – Vergl. unsere Ausführungen zur Haftora des ersten Tages Péßachs.

    Die hoheitsvolle Persönlichkeit Samuels, der vorzeitig an dem frühen Abend seines Lebens von der führenden Stellung zurücktritt und das ganze Volk zu Zeugen aufruft über den Gebrauch, den er von seiner Gewalt gemacht habe, ist eine der hehrsten Gestalten in unserer und der Menschheit Geschichte, deren Erhabenheit allem Anwurf entrückt bleibt, mit dem eine sich wissenschaftlich nennende, jedoch von der willkürlichsten Entstellungen und phantasievollsten Erdichtungen nicht zurückschreckende Geschichtsschreibung gerade Samuels Bild zu entstellen und ihn durch Andichtung aller möglichen, au dem Boden des Judentums widersinnigen, hierarchischen Gelüste und Intrigen herabzuwürdigen sucht.

    Bedenken wir ferner, daß der selbige Samuel, der in diesem geschichtlich bedeutungsvollen Augenblick mit solchem Nachdruck, mit solcher Eindringlichkeit jeden Gedanken an die Herrschaft eines Menschen in Jissroél „nach der Weise der Völker“ bekämpft und die ausschließliche Gotteswaltung in  die Führung Jissroéls und in der Gestaltung seines Geschickes dem Volke ins Bewußtsein ruft, der sich so in Wahrheit als das verkörperte nationalen Gewissen bewährt, als der Fortträger des hohen Geistes des unsterblichen ersten Führers der Nation, daß dieser Samuel nach Chron. I 6,21 f. der Abkömmling – Kaurachs war, desselben Kaurach, der, von niedrigem Neide erfüllt,  die Göttlichkeit der Sendung Mosis leugnete und das Volk zum Abfall zu verführen suchte, um sich zu seinem Herrscher zu machen: so begreifen wir, warum gerade dieser Abschnitt zur Haftora dieser Sidra gewählt ist, und beugen uns in Ehrfurcht vor der Allmacht und Weisheit der göttlichen Erziehung, die für den Dienst ihrer Waltungsziele aus solchem Stamme solchen Sprößling zu gewinnen wußte.

     

     

    (Die Haftoroth übersetzt und erläutert, Frankfurt am Main 1896: S. 416 -423  Kommentar zu Samuel Kap 11 V.14…) 

    21-06-2017 om 08:59 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    20-06-2017
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    Rabbiner Dr. Salomon BREUER

                    (1850 – 1926)

     

    קרח

     

    Belehrung und Mahnung zur Wochenabschnitt

    Kaurach

     (Auszüge)

     

    מזמור לאסף אלקים באו גוים בנחלתך טמאו את היכל קדשך שמו את ירושלים לעיים „Psalm Aßafs. Gott, Völker sind in dein Erbe gekommen, haben dein Heiligtum verunreinigt, haben Jeruschalaim zu Trümmern gemacht“ (Psalm 79).

    קינה מיבעי ליה מה ת"ל מזמור fragen die Weisen, hätte es nicht heißen müssen: Klage Aßafs – ist doch von dem Untergang des Heiligtums und der Zerstörung Jeruschalaims die Rede – und warum doch: Lied Aßafs? Und sie antworten mit einem Gleichnis: Die Tochter eines armen Mannes ging zum Brunnen, um Wasser zu schöpfen, da riß  der irdene Eimer ab und fiel in den Brunnen; das arme Mädchen schrie auf und weinte. Da kam eine Königstochter, um mit goldenem Eimer Wasser zu schöpfen; da riß auch ihr der Eimer ab und fiel in die Tiefe. Da freute sich das arme Mädchen, denn es sagte sich: wer den goldenen Eimer aus der Tiefe holen wird, wird auch meinen irdenen Eimer mit heraufholen. So auch Aßaf: als er sah, daß die Tore Jeruscholoims von der Erde verschlungen wurden, sagte er sich: Wer einst Jeruscholoim wieder erbauen wird, wird auch meinen Großvater Kaurach aus der Erdentiefe wieder erheben, daher: מזמור לאסף Gesang Aßafs. –

    Ein trauriges Kapitel aus der Wüstengeschichte unseres Volkes hat das Gottesbuch uns in unseren heutigen Sidra aufbewahrt. Kaurach und seine Genossen wagen verbrecherische Empörung wider Mausche und Ahron: diese sind ihnen herrschsüchtige Gewalthaber, die die Herrschaft über das Volk gerissen, sich Priesterwürde angemaßt, wo doch, wenn überhaupt Priester nötig, „die ganze Gemeinde, alle in ihren einzelnen Gliedern heilig“ und daher des Priestertums würdig seien. – Was aber als das Erbärmlichtse an dem ganzen Vorgang erscheint, ist die Tatsache, daß es Kaurach und Genossen gelingt, für diese Empörung, die nichts Geringeres als Empörung gegen Gott, Leugnung der Göttlichkeit der Thora und der durch sie verbrieften Göttlichkeit der Sendung Mausches und Ahrons bedeutete, nicht etwa die „Hefe“ des Volkes, sondern 250 Männer aus Jissroél נשיאי עדה קריאי מועד אנשי שם „Fürsten der Gemeinde, zur Versammlung Berufene, Männer von Namen, zu gewinnen und mit sich fortzureißen! Wie war das möglich? Ist aber das nicht eine Frage, deren Beantwortung leider auch heute noch von höchster lehrreicher Bedeutung ist? –  

    …Das gilt für das jüdische Einzelleben, das gilt aber auch für das jüdische Gemeinde und Gesamtheitsleben. Nicht mit einemmal ist es in jüdischen Gemeinden Nacht geworden ויהי ערב. Von dem offenen, vollendeten Abfall von Gott und seiner Thora hätte sich noch zu allen Zeiten, ein jeder, dessen Herz warm für Thora und Mizwauss schlägt, abgewandt und mit desto größerer Hingabe für die Erhaltung der göttlichen Heiligtümer sein Leben eingesetzt, je mehr sie frivoler, kecker Hand bedroht gewesen wären. Der Abfall aber verstand es; klug und vorsichtig – Gott und Thora im Munde – sich erst den Boden in der jüdischen Gemeinde zu erobern, ehe er mit seinem radikalen Zerstörungswerke sich hervorwagte. Unserer traurigen Gegenwart freilich scheint es vorbehalten geblieben zu sein, den Versuch wagen zu dürfen, ערב  „Mischung“ selbst zwischen „Tag und Nacht“; zwischen Gesetzestreue und vollendeter Gesetzesverleugnung durch deren paritätischen Anerkennung innerhalb einer jüdischen Gemeinde zu vollziehen! An diese scheinen die Weisen nicht gedacht zu haben. – 

     Nie und nimmer wäre es Kaurach und Genossen, die nach der Ansicht der Weisen, wie es ja aus dem ganzen Vorgang hervorgeht, vollendete אפיקורסים waren, gelungen, Männer von Namen, Fürsten der Gemeinde für ihre verbrecherischen Pläne zu gewinnen, wären sie mit ihrem vollendeten Abfall von Gott und Thora offen hervorgetreten. So aber ויהי ערב, אלו מעשיהם של רשעים verstanden sie es, ihrem Abfall den Schein der Gesetzlichkeit zu geben und ihn mit dem Mantel der Heiligkeit zu verhüllen – „Mausche und Ahron maßen sich zuviel an כי כל העדה כולם קדשים ובתוכם ה' die ganze Gemeinde, sie alle sind heilig, und unter ihnen ist Gott – wir wollen, Gott behüte, nicht zerstören, wollen vielmehr aufbauen – jedes einzelne Mitglied der Gemeinde ist zur Führung berufen, soll an der Mizwo; Hohepriester zu sein, teilhaben – “  diesem im Zeichen des ויהי ערב sich vollziehenden Abfall ist es zuzuschreiben, daß er auch bis dahin hochstehende Kreise des jüdischen Volkes mit sich fortriß. – …

    …Dieses Verbrechen hat sich leider auch in der Folgezeit wiederholt, und zwar in solchem Ausmaß, daß in seinen Folgen die verhängnisvollste Katastrophe über Jissroél hereinbrach, unter deren Wucht wir noch immer zu leiden haben. Jeruschalaim und das Heiligtum des Gesetzes sanken aus den gleichen Ursachen in Trümmer. Hören wir unsere heilige Schrift (Chr. II, 36): וישלח ה' אלקי אבותיהם עליהם ביד מלאכיו השכם ושלוח כי חמל על עמו ועל מעונו, ויהיו מלעיבים במלאכי האלקים ובוזים דבריו ומתעתעים בנביאיו עד עלות חמת ה' בעמו עד לאין מרפא, ויעל עליהם את מלך כשדיים וגו' „Gott, Gott ihrer Väter, sandte ihnen seine Boten unablässig, den Gott hatte Erbarmen mit seinem Volke und seiner Stätte, sie aber verspotteten die Boten Gottes, verachteten seine Worte, machten seine Propheten zu Betrügern, bis Gottes Zorn wider sein Volk ausbrach rettungslos und Er wider sie den König der Chaldäer heraufführte. – “ Ist das nicht wortwörtlich die gleiche Versündigung, die gleiche Auflehnung wider die von Gott gesandten Männer, hören wir nicht die gleiche Sprache lästernder Geringschätzung und höhnender Empörung, nur mit del Unterschied, daß, während dort Kaurach an der Spitze der Bewegung stand, der nach den Worten der Weisen קרח אפיקורוס היה längst innerlich mit der Thora gebrochen und dessen Haß gegen die Gottesmänner nur die Folge seiner völligen Abkehr von Gott und Thora war, es hier, wie es ausdrücklich heißt (das.) כל שרי הכהנים והעם Priesterfürsten und die Elite des Volkes waren, die in unfassbarer Verblendung sich gegen die Gottesboten kehrten und den Untergang Jeruscholoims und des Heiligtums verschuldeten. –

    Und so sank Gottes Heiligtum in Trümmer טבעו בארץ שעריה und „in die Tiefe sanken seine Tore“, die gleiche Erde, die Kaurach, diesen wahrlich armseligen „Eimer“ verschlungen, verschlang auch den „goldenen Eimer der Königstocher.“ Wenn aber einst Jissroél, geläutert durch harte Leidenserfahrung, den Gottesmännern und Führern der Thora offenes und williges Ohr entgegenbringen¨, kein höheres Ziel kennen wird als von ihnen sich den Weg zu immer vollendeterer  Lebensheiligung weisen zu lassen, und Gott dann sein Heiligtum wieder aus Erdentiefe wieder erheben wird – wird dann Gottes verzeihende Liebe nicht vielleicht auch denen Zukunft gewähren, die in armseliger Verblendung einst den Kampf gegen Gottes Heiligtum geführt und in Wirklichkeit, wider ihr Willen, nur seiner umso größeren Anerkennung gedient haben? – Dieser tröstliche Ausblick vermochte trotz alles Jammers der Harfe eines Aßaf auch einen heiteren Ton zu entlocken. –מזמור לאסף

    …Lasset uns Gott helfen, die Zeit herbeizuführen, in der nach Prophetenverheißung vor dem sieghaften Lichte die Nacht weicht, vor der Macht der Gotteswahrheit die Lüge von der Erde schwindet והיה לעת ערב יהיה אור –   

     

     

    Quelle: Rabbiner Dr. Salomon BREUER  Belehrung und Mahnung vierter Teil Numeri  J.Kaufmann Verlag Frankfurt am Main 1935 S. 35 - 44

    20-06-2017 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    19-06-2017
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    Aus dem „politischen” Testament Rabbiner Hirsch’s זצ"ל

     

    Das ist der Mann und der Gott – der Zeit, der es… am kecksten wagt, dem alten Einmal-Eins die Lüge aufzubinden.

                Ges. Schr. 5,125

    Die Männer der Wahrheit – die Störenfriede!

                Ges. Schr. 5,121

     

     (Fortsetzung folgt)

     

    Jüdische Monatshefte’ Januar 1914  Tewes 5674 S. 60-63

    Die beste Anschrift für antiquarische Judaica:

    Antiquarische Buchhandlung „Spinoza“ in Amsterdam

    Inhaberin: Frau Manja BURGERS

    http://www.spinozabooks.com

    19-06-2017 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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