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Rabbiner Samson Raphael HIRSCH
(1808-1888)

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Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH
(1833-1900)
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Rabbiner Dr. Salomon BREUER
(1850 - 1926)
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Rabbiner Dr. Raphael BREUER
(1881-1932)
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Reb Julius HIRSCH
(1842-1909)
Jubelsinget, Gerechte, in Gottesanschauung, den Geraden geziemt Thatenoffenbarungslied (Psalm 33)

ברוך הבא!    السلام عليكم!

 

Welkom op de blog van de studievereniging JESJOEROEN, Jodendom tegen Zionisme


Thoratrouwe antizionistische inzet en anti-imperialistische solidariteit. U vindt hier Rabbijnse teksten (vooral Samson Raphael HIRSCH strekking), nieuws en achtergrondinfo.

 

Bienvenue sur le blog de l'association d’étude YECHOUROUN, Judaïsme contre Sionisme.

 

Nous proposons des textes rabbiniques, (surtout de l’école de Samson Raphael HIRSCH) ainsi que des infos et documentations, le tout avec engagement antisioniste et solidarité anti-impérialiste, inspirés par la fidélité à la Torah. Visitez notre blog similaire en langue française: www.bloggen.be/yechouroun .  

 

Willkommen im Blog des Studienverbandes JESCHURUN, Judentum gegen Zionismus.

Wir bieten Rabbinische Texten (hauptsächlich von der Samson Raphael HIRSCH Tendenz – meistens in deutsche Originalfassung), sowie Nachrichten und Hintergrundinformationen, im ganzen mit Thoratreues antizionistisches Engagement und anti-imperialistische Solidarität.

 

Welcome to the blog of the Study Association YESHURUN, Judaism against Zionism.

We propose Rabbinical texts (mostly from the S R HIRSCH tendency), news and information, the whole inspired by Thora-true anti-Zionist Commitment and anti-imperialist Solidarity.

Inhoud blog
  • Rabbiner Dr. Raphael BREUER: 'Was hat Rabbiner Hirsch unserer Zeit zu sagen? (1. Ablieferung)
  • Psalm 18,17 und Sprüchlein für Wochenabschnitt Schmauss
  • Rabbiner Samson Raphael HIRSCH Komm. Wochenabschnitt Wajechi (2)
  • Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH aus dem Kommentar zur Haftoro Wochenabschnitt WAJECHI
  • Rabbiner Dr. Salomon BREUER zur Wochenabschnitt WAJECHI
  • Rabbiner Pinchos KOHN : Die “süddeutsche Orthodoxie”
  • Talmud Taanis 5b und Sprüchlein zum Wochenabschnitt Wajechi
  • DER FASTTAG DES MONATS TÉVESS
  • Rabbiner Samson Raphael HIRSCH Komm. Wochenabschnitt Wajigasch
  • Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH Kommentar zur Haftoro Wajigasch
  • Rabbiner Dr. Salomon BREUER zur Wochenabschnitt WAJIGASCH
  • Rabbiner Dr. Raphael BREUER:,Der erste Jude an der Spitze eines nichtjüdischen Staatswesens'
  • Sprüche 25,21 und Sprüchlein zur Wochenabschnitt Wajigasch
  • Rabbiner Samson Raphael HIRSCH Komm. Wochenabschnitt MIKÉTZ
  • Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH aus dem Kommentar zur Haftoro des Schabbos Chanuckoh
  • Rabbiner Dr. Salomon BREUER zur Wochenabschnitt MIKÉZ
  • S R HIRSCH CHANUCKO: Ist's eine alte Geschichte?
  • Rabbiner Ludwig STERN 'Die Chanukkofeier'
  • Samson Raphael Hirsch: Komm. Wochenabschnitt Wajéschèw
  • Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH aus dem Kommentar zur Wochenabschnitt Wajéschew
    INTERESSANTE LINKS
  • ANTIQUARIAAT BOEKHANDEL SPINOZA
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  • Mehrsprachige Seite „Yakov RABKIN, Historian and Author“
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    JESCHURUN
    Judentum gegen Zionismus
    16-01-2017
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    Rabbiner Dr. Raphael BREUER

    (1881-1932)


    WAS HAT RABBINER HIRSCH UNSERER ZEIT ZU SAGEN? (1.Ablieferung)

     

    Rede gehalten anlässlich der am Vorabend des 27.Teweth 5691 von der Rabbiner-Hirsch-Gesellschaft in Frankfurt a. M. veranstalteten Jahreszeitgedenkfeier.

     

    Aus den תשובת הגאונים berichtet Raschi in Jebamoth 122a, daß schon in ganz alten Zeiten der Todestag eines großen Mannes der Ehrung seines Andenkens gewidmet war:

    יום שמת בו אדם גדול קובעים אותו לכבודו

    So haben auch wir uns heute am Vorabend des 27. Tébeth hier versammelt, um uns die Frage vorzulegen, was der אדם גדול, der einst an diesem Tage seinen Augen schloß, unserer Zeit zu sagen hat. Je mehr das Bedürfnis und die Notwendigkeit dieser Frage nur aus dem Geiste jenes stillen Zweifels zu erklären ist, der die Herzen unserer nach Klarheit drängenden Jugend erfüllt, umsomehr glauben wir es der כבוד unseres großen Rabbiners זצ"ל schuldig zu sein, auf diese Frage eine klare Antwort zu geben.

    Diese Frage ist schon einmal, vor zwanzig Jahre, aufgeworfen und beantwortet worden. Unter dem Titel „Samson Raphael HIRSCH als Erzieher“ hat damals Joseph Wohlgemuth in Berlin einen der besten seiner Aufsätze geschrieben. In begeisterten Worten schilderte Wohlgemuth in diesem Aufsatz den gewaltigen Eindruck, der vor allem Hirschs „Jeschurun“ auf ihn gemacht, als er in seinem 21. Lebensjahre über die Jahrgänge dieser Zeitschrift geriet. Von der Tischribetrachtung „Des Juden Katechismus ist sein Kalender“ sagte er da: „Ich kenne kein Produkt der nachbiblischen jüdischen Literatur, das in einer einzigen Betrachtung eine solche Fülle von Gedanken, einen so unerschöpflichen Stimmungsgehalt gegeben wie diese Tischribetrachtung“. Und von der Kislewbetrachtung „Hellenismus und Judentum“: „Unzählige Male habe ich diese Abhandlung gelesen, immer neue Anregungen für pragmatische Geschichtsbetrachtungen aus ihr empfangen.“ Und von Rabbiner Hirschs Schriften in ihrer Gesamtheit: „Die Schriften aber haben Menschen gebildet in ihrer Zeit und werden, das ist ohne Prophetengabe schon jetzt vorauszusehen, auch künftigen Geschlechtern die Wege weisen.“

    Es hat seinen tiefen Grund, daß unter allen Schriften Rabbiner Hirschs der Jeschurun es war, der auf die Zeitgenossen den größten Eindruck machte. Denn hier kam gerade das überwältigend zum Ausdruck, worin die große Kraft unseres großen Rabbiners lag: Der gewaltige Trieb zum Reden und Überreden, die flammende Sehnsucht, jüdische Menschen für Thora und Mizwoth im Sturm zu erobern, der unerschütterliche Glaube an die Siegeskraft des Wortes, vor allem aber die tiefe Überzeugung, daß wir es bei unserer Thora weder mit einem Gegenstand wissenschaftlicher Erkenntnis noch mit ästhetischen oder mystischen Offenbarung zu tun haben, sondern mit einer göttlichen Botschaft an die Menschen, die darauf wartet und darauf angewiesen ist, mit Hilfe des vom Gottesgeist beseelten Menschenwortes den Himmel auf die Erde zu pflanzen. Dieses rauschende und berauschende Menschenwort ist niemals sachlich im Sinne unserer neuen Sachlichkeit, sondern subjektiv und persönlich im höchsten und edelsten Sinne. הוצא דבר מתוך פיך „Laß hervortreten das Wort aus deinem Munde“ bemerkt der Midrasch zu dem Verse כי קרוב אליך הדבר מאד בפיך ובלבבך לעשותו Es soll aus deinem Munde sein. Und noch viel eindringlicher dürfte diese Forderung, das Gotteswort mit dem höchst persönlichen Leben einer jeden neuen Gegenwart zu erfüllen, von der Gemoro in Chulin 89a erhoben werden:

    מה אומנותו של אדם בעולם הזה ישים עצמו כאלם יכול אף לדברי תורה

    תלמוד לומר צדק תדברון  

    Beim irdischen Schaffen des Menschen ist es im allgemeinen so, daß es nur dann als vollkommen gilt, wenn der Schaffende hinter seinem Werk verschwindet, wenn der sachliche Zweck sein Persönliches „verstummen“ läßt. Nun könnte man meinen, daß es auch bei der Thora so wäre. Darum heißt es: Das göttliche Rechtssystem der Thora hat zu seinen Sachwaltern, zu seinen Boten und Verkündigern euch erkoren.

    Ist aber das göttliche Rechtssystem der Thora berufen, in einer jeden Gegenwart das Eigene und Persönliche der neuen Generation aufzuwühlen und in immer neuen Formen und Klängen die ewige Wiederkunft seiner selbst zu erleben, dann ist die Frage berechtigt, wie es sich heute mit den Worte und der Botschaft Hirschs verhält. Erst vier Jahrzehnte sind seit seinem Tode vergangen. Kann und darf man heute beim Anblick seines Werkes von Zeitbedingtheit und Zeitgebundenheit sprechen? Gehört sein Wort und seine Botschaft nur der Vergangenheit an, oder hat Rabbiner Hirsch auch unserer Zeit noch etwas zu sagen?

     

    Quelle:  Nachalath Z’wi Eine Monatschrift für Judentum in Lehre und Tat, herausgegeben vom Vorstand der Rabbiner-Hirsch-Gesellschaft. I. Jahrgang 5691/1930-31, S. 84-101

     

    Dieser Aufsatz brachten wir als Teil unseres Studienprogramms Herbst-Winter 5769 und speziell zum Jahrestag „runden Geburtstag“ von Rabbiner Samson Raphael HIRSCH (1808 -1888).

     

    Über Rabbiner Joseph WOHLGEMUTH (1867-1942) Herausgeber einer schlechten rabbinischen Zeitschrift mit den Namen „Jeschurun“ (1914-1932) siehe im Archiv unser Artikel vom 1.November 2007

    16-01-2017 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    15-01-2017
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    שמות

    ישלח ממרום יקחני ימשני ממים רבים:

     

     

    Er sendet aus der Höhe, nimmt mich auf, läßt aus mächtigen Fluten mich herausziehen,

    (Psalm 18,17 Übersetzung Rabbiner Samson Raphael HIRSCH)

     

    1.

    In aller Zeit hat Gottes Macht,

    An seinen Frommen sich bewährt,

    Wie Er nur jenen schützt, bewacht

    Der innig Ihn und wahrhaft ehrt.

    2.

    Bedroht auch Pharao, der Tyrann,

    Die Unschuld mit Gefahr und Tod,

    Der Ewige winkt, und sie entrann

    Der Qual und aller bittern Not.

     

    Aus: Erbauungsbuch „Bibel- und Talmudschatz“ J.H. Kohn S.156  13.Auflage Hamburg 5691 – 1931

     

    Die beste Anschrift für antiquarische Judaica:

    Antiquarische Buchhandlung „Spinoza“ in Amsterdam

    Inhaberin: Frau Manja BURGERS

    http://www.spinozabooks.com

    15-01-2017 om 10:10 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    13-01-2017
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    Rabbiner Samson Raphael HIRSCH

     

    (1808-1888)

     

    ויחי פרשת

     

    Aus seinem Kommentar zur Wochenabschnitt Wajechi (2)

     

    Kap.49 V 1-2 Jaakob berief seine Söhne und sprach: Sammelt euch alle in einem! Ich möchte euch sagen, was euch in der Hinterlassenschaft der Tage treffen wird. 2. Haltet zusammen und höret, Söhne Jaakobs! Und höret auf euren Vater Jissroél!

     

    Kap. 49, V 1-2 …הקבצו ושמעו! Diese beiden Worte des sterbenden Vaters tragen die ganze jüdische Geschichte bis zum אחרית הימים. Materiell seid ihr בני יעקב, eine machtlose Minorität. Weil ihr aber eine so machtlose Minderheit seid, הקבצו, haltet zusammen, wachset ineinander, lasset euch nicht zerfallen, im קבוץ, in der Eintracht liegt eure Stärke;– und שמעו בני יעקב; nur durch eins kann die materiell schwächste Minderzahl der stärksten Majorität den Sieg abgewinnen, es ist der Geist, es ist שמעו, es ist die Hingebung an Geistiges darum: שמעו בני יעקב! Habet ein Ohr, habet Sinn fürs Geistige, „durstet“ nach Geistigem, wie das Wort in seiner Tiefe heißt (שמע ist das geistige צמא), schöpfet, drinket gerne Geist! Dies ist das Testament unseres Vaters Jakob. „Eintracht und Geist“, darin erkennt er Stärke und Leben seiner Kinder, und „wenn der Durst nach Geist in euch wach wird, so habet keinen anderen Durst als nach den Überlieferungen eures Vaters Jissroél ושמעו אל ישראל אביכם,! Der Trunk aus dem jüdischen Born des Geistes und einträchtiges Zusammenhalten, dahin lautet das älteste Vermächtnis unseres sterbenden Vaters und das ruft uns noch das späteste Prophetenwort zu: והאמת והשלום אהב (Secharja 8,19).

     

    V. 7 Fluch darum ihrem Zorne, denn er ist zu stark, und ihrer Ausschreitung, denn sie war zu hart. Verteilen will ich sie in Jaakob und zerteilen in Jissroél.

     

    V.7…Es ist von tiefster Wichtigkeit, daß hier sofort, bei der Grundlegung des jüdischen Volkes, jede, wäre es selbst im Gesamtinteresse, das Sittengesetze und das Recht vermehrende Ausschreitung mit Fluch belegt wird. Alle anderen Staaten und Völker vindizierten sich das Prinzip, daß das Gesamtinteresse alles heiligt, List und Gewalt, die im Privatleben mit Verachtung und Galgen bestraft würden, für vermeintliches Staatswohl geübt, mit Bürgerkronen und Lorbeer zu belohnen seien, das Sittengesetz nur fürs Privatleben gelte, Politik und Diplomatie aber nur den Kodex des Interesses kennen dürfen. Das Grundvermächtnis des jüdischen Volkes belegt hier selbst für das gerechteste Ziel im Gesamtinteresse geübte List und Gewalt mit Fluch und verewigt die Lehre, daß selbst im Gesamtleben und für die Gesamtheit nicht nur die Ziele, sondern auch die Mittel und Wege rein sein müssen.–

    Es wird jedoch nur ihr אף und ihre עברה mit ארור belegt. Der Fluch trifft weder sie noch ihr Streben an sich.

    אחלקם ביעקב ואפיצם בישראל.חלק : teilen, nicht in der Absicht, ein bisheriges Ganzes zu schwächen, vielmehr: verteilen eines Wertvollen, damit so viele als möglich Anteil daran erhalten.

    הפיץ , פוץ hingegen: ein Zerteilen in möglichst kleine Teile, damit ein bisheriges Ganze nicht mehr als solches beisammen sei.

    יעקב: die Galutherscheinung des jüdischen Volkes, gedrückt, verfolgt.

    ישראל: die durch Gott gewonnene siegreiche Erscheinung des jüdischen Volkes.

    Demnach: die Gefahr für das Gesamtwohl durch Schimeons und Lewis übergroße Heftigkeit ist nur in der Blütezeit des Volkes vorhanden, wo es eine mächtige Gesamtheit bildet, die leicht durch den Einfluss zweier solcher, von glühendem Kraft- und Gesamtgefühl erfüllter, kompakter Stämme hingerissen werden könnte. Darum in ישראל:אפיצם , im blühenden jüdischen Staat sollen sie zerteilt werden. Wie auch geschehen. Lewi erhielt gar keinen Anteil am Lande, und seine Existenz war durch מעשר lediglich auf das freie Wohlwollen jedes einzelnen hingewiesen. Es war ja der jüdische Zehnte, im Gegensatz zu dem späteren und heutigen Zehnten der Kirche und der Gutsherrschaft, durchaus ממון שאין לו תובעים eine Abgabe, zu welcher der Bodenbesitzer allerdings verpflichtet war, auf welche aber kein Lewite einen direkten Anspruch hatte. Der Verpflichtete konnte den Zehnten jedem aus dem Stamme Lewi geben, der ihm beliebte, und keiner konnte von ihm fordern. Schimeons Gebiet war ganz eine Enklave von Juda und lachte ihn völlig von diesem mächtigen Stamme abhängig. Somit war für die Zeit der Blüte Schimeons und Lewis politischer Einfluss völlig paralysiert. Allein im Galuth, wo die Wucht des Geschickes alles niederbeugt, und die Nation selbst auseinander gerissen ist, da liegt die Gefahr, daß alles Selbstgefühl verloren gehe und der Druck jede geistige Kraft ertöte. Auf daß selbst der als Hausierer vagierende Jude auf den europäischen Gassenbuben mit stolzer Selbstgefühl hinab blicke, und er, zu Boden gedrückt und über die Erde hingestreut, das Selbst- und Gesamtgefühl sich bewahre, dazu אחלקם ביעקב, dazu war es höchste Wohltat, daß die Zerteilung der Stämme Schimeon und Lewi im jüdischen Staate die natürliche Folge hatte, daß als der Staat in Trümmer ging und die Nation nach allen Gegenden hinzerstreut wurde, in dieser Zerstreuung überall sich auch Söhne Schimeons und Lewis befanden, die die Kraft und den Mut, das Feuer und den edlen jüdischen Stolz durch die Pflege des den Staat überlebenden jüdischen Geistes wach und lebendig erhielten. Zu dem Kern der jüdischen Lehrer der Jugend und der Wissenschaft, kommentiert ein alte Überlieferung, stellen jederzeit die Stämme Schimeon und Lewis das bedeutendste Kontingent. משמעון סופרים ומשנים בבתי כנסיות ומשבט לוי בתי מדרשות שהיו עוסקין .בתורה „Lehrer der Schrift und der Mischna in den Synagogen von Schimon, und von Levi Lehrhäuser, wo das Studium der Thorawissenschaft gepflegt wird“ (ב"ר צ"ח).

     

    V.10 Nicht wird weichen Herrscherstab von Jehuda und Gesetzeschreibgriffel zwischen seinen Füssen hinweg, bis daß sein scheinbar letzter, schwacher Sprössling kommt, und ihm dann, dem männlich starken, altersschwach die Völker zufallen.

     

    V. 10 … Es kommt also die Zeit, wo der jüdische Geist an seinem Ende scheint, und dem gegenüber die Menschheit alt und stumpf geworden ist, hat alles durchgelebt, fühlt, es muss ein neuer, regenerierender Geist kommen, und den wird der letzte Spross aus Juda bringen.

     

    V. 11 Er bindet an den Weinstock sein Füllen, an die edle Rebe seiner Eselin Sohn; er hat in Wein sein Gewand gebadet, im Traubenblut seinen Mantel;

     

    V. 11 Jakob sieht als משיח und wie sieht er ihn? Er sieht den Menschheitsretter, den Völkerüberwinderer, nicht zu Ross, sondern auf jungem Esel. – „Esel“ ist überall, als Lasttier, Repräsentant, des friedlichen Wohlstandes, der friedlichen nationalen Größe, während Rosse die kriegerische Macht repräsentieren. So wird unter allen unreinen Tieren nur der Esel herausgegriffen, und durch פטר חמור die Weihe des ganzen beweglichen Besitzes auszudrücken. Es ist dasjenige Tier, das ruhigen Schrittes den Menschen und seine Güter trägt. So sollte die jüdische Königsmacht nicht in Rossen ihren Ausdruck finden. Dem jüdischen König war verboten להרבות סוס. Sollte der  jüdische König ja auch erstלאחר ירושה וישיבה, nach völliger Eroberung und gesicherter Besitznahme des Landes, also ausdrücklich nicht zunächst zu kriegerischen Zwecken, erwählt werden und dürfte eben darin die Versündigung des Volkes zu Samuels Zeiten gelegen haben, daß sie einen König zur Landesverteidigung gefordert, wie Samuel ihnen Kap. 12, vorwirft: ותראו כי נחש מלך בני עמון בא עליכם ותאמרו לי לא כי מלך ימלוך עלינו וד' אלקיכם מלככם!

    Darum erscheint hier der einstige wirkliche, wahrhaftige, Jissroél und der Menschheit erlösende König auf בני אתונו, עירו. Zwei hervorstehende Züge treten hier im Bilde der zu erwartenden kommenden Zeit hervor. Der König der Menschheit reitet nicht auf einem Rosse sondern auf einem Esel: es kommt also als König des Friedens; und er bindet sein Tier an Weinstöcke. Wenn man das Tier, und noch dazu עיר, das geweckte, mutige Füllen, an Weinstöcke bindet, so ist das ein Zeichen von einer unendlich gesteigerten Entwicklungspotenz der Natur (die Weinstöcke stämmig wie unsere Bäume) von übergroßem Wohlstand und Überflüsse. Überfluss in unendlich gesteigertem Segen der Natur, und Friede in der Menschenwelt, das sind ja die beiden Merkzeichen, die überall im Munde der Propheten diese endliche Zeit charakterisieren. Solange das friedliche Tier nicht in seine Würde eingesetzt ist, die Führer der Menschheit vielmehr auf kriegerischen Rossen erscheinen, und solange man die Tiere nicht an Weinstöcke bindet, so lange sind wir noch sehr fern von der zu erwartenden Regenerierung der Natur und Menschenwelt. (Vergl. über den jüdische König und משיח Jeschurun VI, 127 ff.).

    Einen Beweis für die Richtigkeit unserer Auffassung dürfte die Stelle Secharja 9, 9 liefern:…“freue dich sehr und jauchze; denn siehe, dein König kommt dir, er ist ein צדיק und einנושע “: er ist kein מושיע; משיח kommt nicht, um zu helfen, sondern in seinem Beispiel uns zu lehren, wie uns geholfen würde; er ist ein Mensch dessen Größe darin besteht, daß er in so eminenter Weise „gerecht“ ist daß ihm um seiner Gerechtigkeit willen Gott hilft, Gott ihm zum Siege verhilft. Er ist ferner עני, erscheint ohne Zivilliste, und endlich nicht als Kriegsheld, sondern רוכב על חמור, als Bringer des Friedens und des Wohlstandes, das bezeichnet חמור und speziell wiederholt: „auf einem Füllen, Sohn von Eselinnen“. Es ist dies sehr eigentümlich. Es scheint: er ist רוכב על חמור, aber nicht aus Armut, sondern der חמור ist עיר בן אתונות. Er hat, während andere Könige ein Marstall voller Rosse haben,אתונות, ein Zucht von Tieren friedlicher Beschäftigung; das Tier, das ihn trägt, ist ein aus seinem Friedensreichtum erzogenes Tier. So auch hier: בני אתונו ,עירה. Das letzte schwache Ende (שילה) stellt sich plötzlich (ולו)männlich da, und ihm gegenüber erklären sich die Völker bankrott. …

    כבס וגו'. Er sieht diesen letzten Sprössling Judas – sein Kleid ist rot, aber nicht von Menschenblut, Traubenblut hat es gefärbt…

     

    V. 15 Er hat eingesehen, daß Muße das Gute sei, und daß dafür den Boden entsprechend; darum hat er seine Schulter zum Tragen geneigt und sich zum Tribut des Ackerbaues hingegeben.

     

    V.15 … Die Bezeichnung eines Idioten durch „עם הארץ“ datiert aus einer späteren Zeit, in welcher längst der ruhige, Müsse gewährende Bodenbesitz für den Juden bereits verloren war, in welcher die Wissenschaft und die Geisteskultur sich in den Städten konzentrierte, der Jude auf dem „Lande“ sporadisch wohnte und fern von den Herden der Bildung, unter der Last seiner Arbeit geistig und sehr häufig auch sittlich verkümmerte. In תנ"ך ist עם הארץ  stets die „Volksgemeine“ in edler Bedeutung.

     

    V.27 Binjamin wird den Wolf zerreißen, am Morgen schon zehrt er ein Stücken aber am Abend wir er ihn als Beute verteilen.

     

    V.27 Es hätte etwas Herbes, wenn hier den jüngsten Sohn, mit dem er scheidet, nur als einen reißenden Wolf zu schildern gewusst. … Wenn Jakob aber hier zuletzt an einem Wolf denkt, so ist es ja der letzte Blick, den er auf seine „Herde“ wirft. Er hat ja zwanzig Jahre lang den konkreten Wolf für seine konkrete Herde zu fürchten gehabt – und sieht nun jetzt seine Kinder, hat sie gesegnet, hat sie in ihrer Eigentümlichkeit für den ganzen Lauf der Zeiten erkannt und gezeichnet, und sein letzter Blick hat so eben auf dem Ende der Zeiten, auf der Überwindung der letzten Weltmacht מלכות רביעית geruht; er sieht das Galuth und die Galuthmacht, gegen welche seine Kinder den Kampf zu bestehen haben werden, und spricht: der Allerkleinste, der Allerjüngste, der wird es sein der den „Wolf“ (das ewige Amalek) von der Jakobsherde scheucht; schon am frühen Morgen, am Anfange der Nationalgeschichte wird er dem Wolf schon „ein Tüchtiges versetzen“, am Abend der Zeiten aber wird er ihn vollständig vernichten. Ist es ja Überlieferung, מסורת אגדה, daß der Erzfeind, Amalek, nicht durch Juda, sondern durch die schwächste Macht der Söhne Rachels überwunden werden wird. אם לא יסרבום צעירי הצאן (Jirm. 49,20) „die Jüngsten der Erde“ werden sie als Beute dahinschleifen. עד von עדד verwandt mit חתת, zerbrechen, ein abgerissenes Stück, ein abgerissenes Stück

     

    Kap. 50 V 2  Josef befahl seinen Dienern, den Ärzten, seinen Vater einzubalsamieren, und die Ärzte balsamierten Jissroél ein.

     

    Kap 50 V.2 …Dem Juden bleibt die Seele, der Körper wandert; er hat, sobald die Seele in den Kreis der Ihrigen heimgegangen, mit dem Individuum nichts mehr zu tun. Vielmehr ist es מצות, ihn sofort in möglichst nahe Berührung mit der auflösenden Erde zu bringen. Er wird wieder Erde und mag dann alle möglichen Wandelungen irdischer Körper durchmachen. Der Egypter glaubt an Seelenwanderung und sucht den Körper vor möglicher Wanderung zu schützen. Der Jude glaubt an eine ewige persönliche Existenz der Seele und gibt den Körper der irdischen Wandelung hin.

    …Die Ärzte balsamierten „Jissroél“: „standesgemäß!“ Einem ächtjüdischen Begräbnis kann man gottlob nicht ansehen, ob ein Reicher oder Armer zur Erde bestattet wird, wohl aber, ob er נפטר בשם טוב, oder schon בחייו קרוי מת gewesen.

    13-01-2017 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    12-01-2017
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    Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH

                  (1833 – 1900)

    הפטרה פרשת ויחי

     

     

    Aus dem Kommentar zur Haftoro des Wochenabschnittes Wajechi

     

    Könige I Kap.2, Vers 1

     

    Wie bei der Sidra חיי שרה dürfte auch hier die Ähnlichkeit und Kontrast bei der Wahl der Haftora maßgebend gewesen sein. Dem sein Haus bestellenden Jakob wird der seine letztwilligen Verfügungen treffende David gegenüber gestellt, dem heimgehenden Patriarchen der sich am Ziele fühlenden König. Dort umsteht eine Vielheit von Söhnen das Lager des scheidenden Vaters, hier ruht auf einem Sohne das brechende Auge des Sterbenden. Dort empfängt die Gesamtheit der Söhne das heilige Vermächtnis, das letzte Mahnwort und den heiligen Vatersegen. Hier ist’s der Eine, der bereits zum Nachfolger des Vaters auf dem Throne Gesalbte, der des Vaters letzte Aufträge und des Vaters Mahnwort empfängt. Der Gedanke an die Zukunft beschäftigt den Patriarchen wie den König, die Erinnerung an die einzige Bedingung, von deren Erfüllung des Jakob-Hauses wie des Jissroél-Volkes abhängt, bildet die letzte Sorge hier wie dort.  „Sammelt euch alle in Einem! Haltet zusammen! Bleibet geistig wach und höret stets hin auf euren Väter!“ so strömt’s von den Lippen des sterbenden Patriarchen – „Sei stark und werde zum Manne und bewähre deine Stärke, indem du dich als den starken und treuen Wächter des dir von Gott anvertrauten heiligen Gutes erweisest, zunächst dadurch , daß du selbst hervorleuchtest in treuer Erfüllung des Gottesgesetzes wie es in der Thora enthalten ist, nur dann wirst du weise handeln in allem, die Bewährung der Gottesfurcht, ist für dich die höchste, nein die einzige Weisheit, und von ihr ist die Erfüllung der mir für mein Haus gewordenen göttlichen Verheißungen aufs entschiedenste bedingt“ – so der scheidende König. Am Sterbelager Jakobs empfängt die Gesamtheit des Jakobshauses das Vermächtnis, unter der kraftvollen Führung des mächtigen Juda-Stammes treue Fortträger des Abrahambundes zu sein. In dem scheidenden David ging bereit der erste König heim, den Gott aus dem Stamme Juda über seine Brüder emporgehoben hatte, ihr Hirte und Führer ging zu ihrer ewigen Bestimmung zu sein. Der Sohn an seinem Lager war bereits gesalbter König, und in dem Scheideworte faßt der Vater die Summe aller Regentenweisheit zusammen, durch deren Betätigung allein der Sohn seinen Königsberuf erfüllen und seinem Throne Festigkeit und Dauer geben werde. Was König David zu König Salomo sprach, faßt mit denselben Worte hatte es der scheidende Führer Moses zu seinem Nachfolger Josua gesprochen. Da berührt es und denn seltsam und weht uns entgegen als ein reiner Hauch aus dem Gottesfrieden des alle seine Kinder zu gleich hoher Bestimmung berufenden Abrahamshauses. Was David hier Salomo, was Moses Josua als Ziel und Weg ihrer Bestimmung aussprach, das ist wortwörtlich dasselbe, was Gott jedem, ausnahmslos jeden Sprossen des Abrahamshauses als Lebensweg vorgezeichnet. Für den König wie für den letzten Bettler gibt es auf dem Boden des Gottesgesetze nur einen Weg und nur ein Gesetz, durch dessen treuen Befolgung allein sie ihrem Leben vollen Inhalt und dem im stolzen Königspalaste wie  in der ärmste Hüte sonst flüchtiger Vergänglichkeit verfallen Sein Dauer und Halt für die Ewigkeit zu gewinnen vermögest.

     

     

     

    (Die Haftoroth übersetzt und erläutert, Frankfurt am Main 1896: S. 87-93  Kommentar zu Könige Kap 2, V.1) 

    12-01-2017 om 01:42 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    10-01-2017
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    Rabbiner Dr. Salomon BREUER                 
                 
    (1850-1926)

     

    ויחי

     

    Belehrung und Mahnung  zur Wochenabschnitt Wajechi (Auszug)

     

    … Meine Brüder und Schwestern!  Die Frage, die einst unser Stammvater an seine Kinder richtete: שמא יש בלבכם מחלוקת על הקב"ה Vater Jakob richtet sie in unserer schweren, trüben Gegenwart auch an uns. Und auch wir wollen, gleich den Vätern, wie immer die Zeiten sich gestalten mögen, mit unerschütterlicher Festigkeit, das שמע ישראל-Bekenntnis beherzigen und in ה' אלקינו stets ה' אחד schauend begreifen.

    Aber dieses שמע ישראל-Bekenntnis, wenn auch noch so tief empfunden, genügt noch lange nicht. Wozu wir uns bekennen, das müssen wir auch durch die Tat verwirklichen. Zu שמע ישראל gehört das ואהבת: die Hingabe an den Gotteswillen בכל לבבך ובכל נפשך ובכל מאדך mit jeder Regung unseres Herzens, mit jedem Atemzug unseres Lebens, mit jedem Splitter unserer Habe! Der jüdischen Wahrheit genügt nicht, daß Gott mit Gesinnung und Gemüt verehrt werde. Es gilt unsere Hingabe an den Gotteswillen mit dem ganzen Einsatz, unserer Persönlichkeit, mit allen Mitteln, über die unsere Kraft verfügt, zu betätigen.

    Mit unserem ganzen Vermögen. – Eine Liebe, die nicht gewillt ist, wenn es sein muß, die schwersten Opfer zu bringen, ist eitel Traum und Schaum. Dieses בכל מאדך ist, nach der Lehre der Weisen, oft größeres Opfer als das בכל נפשך! – יש לך שממונו חביב עליו יותר מגופו Gibt es doch Menschen, denen das Vermögen wertvoller ist als das Leben. In unserer Zeit gilt es, vor allem dieses בכל מאדך zu betätigen.

    Wenn selbst Staatslenker, der Not der Zeit gehorchend, ihren Bürgern die schwersten Steuerlasten auferlegen, so müßte dies in jüdischen Gemeinden erst recht der Fall sein, wo es gilt, das ואהבת gegen Gott und seine Thora zu betätigen!

    Mit freudiger Genugtuung erfahren wir, daß unsere Gemeinde ברוב מנין וברוב בנין einmütig beschlossen hat, dieses ואהבת בכל מאדך zum integrierenden religiösen Prinzip ihrer Verfassung zu erheben.

    Wir haben bereits schriftlich und mündlich erklärt, daß man nach dem klar und unzweideutig ausgesprochenen דין  des Schulchon Oruch die Gemeindeverwaltung nicht nur berechtigt, sondern verpflichtet ist, zur Erhaltung der Gemeinde ihre Mitglieder nach Maßgabe ihres Einkommens zu besteuern. –

    Meine Brüder und Schwestern! Es sind nun 70 Jahre, daß unsere Gemeinde, als Fortträgerin der alten Frankfurter קהלה, als Erbin ihrer religiösen Prinzipien gegründet wurde. Sie hat bisher ihren Stolz darin erblickt, für die Erhaltung und Förderung ihrer Institutionen, getragen von dem lebendigen, freudigen, opferbereiten Pflichtsbewußtsein ihrer Mitglieder, ohne Zuhilfenahme des staatlichen Armes aufzukommen. Diesen berechtigten Stolz wollen wir uns bewahren. Traurig, höchst betrübend wäre es, wenn unsere Verwaltung gezwungen wäre, wenn es ihr zur heiligen Pflicht würde, von dem staatlichen Steuerzwang Gebrauch zu machen. –   

    Wie bisher wollen auch wir weiterhin allen Gemeinden der Diaspora mit dem leuchtenden Beispiel vorangehen, zeigen, daß wir die stolzen Erben sind der alten Frankfurter קהלה und daß für uns jeder דין des Schulchon Oruch heilige Verpflichtungskraft besitzt. – Dann wird unsere קהלה wie bisher auch weiterhin fortschreitender Blüte entgegengehen.

    Mit zuversichtlichem Vertrauen blicken wir in die Zukunft: ה' אלקינו ist uns ה' אחד, und ואהבת Gott gehören wir an, mit jeder Faser unseres Wesen, mit jedem Pulsschlag unseres Herzens, mit jedem Splitter unserer Habe! Gott wird uns Seinen Beistand nicht versagen אל יעזבנו ואל יטשנו לנצח.

     

     

    Quelle: Rabbiner Dr. Salomon BREUER  Belehrung und Mahnung erster Teil Genesis  J. Kaufmann Verlag Frankfurt am Main 1936 S. 97 - 108

    10-01-2017 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    09-01-2017
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    Rabbiner Pinchos KOHN

           (1867-1942)

     

    Die “süddeutsche Orthodoxie”

     

    Bei jeder Betrachtung über S.R. HIRSCHזצ"ל  tritt naturgemäß seine Kampfesstellung gegen die Reform in den Vordergrund. Diese erfüllte ja sein Leben und sein Wesen. Allein es ist den Eingeweihten nicht unbekannt, daß bei aller Bewunderung für die Größe des Menschen, für die Tiefe seiner Schriften, für den Mut seines Bekenntnisses, für die Ehrlichkeit seiner Überzeugung es Kreise auch im Südmainland gab, welche den inneren Anschluß an ihn nicht fanden.

    Man könnte nun die feinen Nuancen, welche ihn von der namentlich in Süddeutschland vorherrschenden Altorthodoxie trennten, im Einzelnen genau zeichnen. Allein man erreicht dasselbe Ziel, wenn man seine Zeit schildert und die Wesensart der Zeitgenossen.

    Es ist nicht an dem, daß die so wuchtig einsetzende Reform etwa eine ganze Generation kampfunfähig und unvorbereitet traf. Nur gibt es eben im Kampfe gegen die Reform zwei grundverschiedene Wege zu demselben Ziele, einen optimistisch kategorischer und einen polemisch werbenden. Den erste ging die alte Zeit. Lange ehe man in den großen Massen die Gefahren der Mendelssohnperiode erkannt hatte, traten die alten Kämpen auf dem Plan. Sie erachteten allezeit ihre Aufgabe darin, kraft ihres Amtes als Lehrer ihrer Welt darzulegen, daß eine Erscheinung im Gegensatz zu einer codifizierten Norm des Judentums stehe. Es wird für den Historiker Grund ernstester Erwägung sein, zu untersuchen, wie es kam, daß schließlich der Kampf gegen die Mendelssohnsche Bibelübersetzung in Fürth lokalisiert wurde. Man überlegte es sehr ernst, on man wirklich eine Erscheinung auf dem Gebiet des Geisteslebens als unvereinbar mit dem Judentum bezeichnen müsse; man war sich wohl bewußt, daß es da eine Art דין נפשות war und wappnete sich mit der ganzen Objektivität, welche ein solches Verfahren voraussetzt. Hatte man sich aber zu der Erkenntnis durchgerungen, daß ein Verstoß gegen Schrift und Tradition vorlag, dann gab es keine irgendwie geartete Rücksicht auf Zeitströmung, auch die Rücksicht gab es nicht, ob man nicht etwa zaghafte Gemüter die nicht wußten zwischen rechts und links, abstoße. Man fühlte es vielmehr als heilige Pflicht, es urbi et orbi zu verkünden, daß hier ein Bruch mit dem Alten und Vererbten vorlag, und zwar in der Form zu verkünden, welche gleichfalls das Religionsgesetz für solche Fälle an die Hand gibt. Aber dabei war man zu der optimistischen Annahme berechtigt, dass die Zeitgenossen – folgen würden. Und darin liegt die Signatur der süddeutschen Orthodoxie, auch wenn sie heute noch in nur sehr  wenigen fossilen Exemplaren vorhanden ist. Ihr war die Autorität alles, nicht etwa infolge geistiger Beschränktheit und Unwissenheit, sondern gleichfalls in strikter Befolgung des Religionsgesetzes. Den größten, seit einem Jahrhundert fast nun den letzten Sieg hat diese Methode in der Orgelfrage errungen. Das Wort der Autoritäten, fließend aus der Anwendung religionsgesetzlicher Normen, genügte.

    Diese wenigen Darlegungen genügten, um auch dem mit der Materie nicht vertrauten Leser zu zeigen, daß diese Methode eine unerlässliche Voraussetzung hat – eben die Autorität der Autoritäten. Und diese Voraussetzung war zu S.R. Hirschs Zeiten fast nicht mehr gegeben (die letzte Zufluchtsstätte dieses „Idylls“, die süddeutschen Staaten, wird ja auch allmählich durch geschickte Faiseure expropriiert). Man darf eben nicht vergessen, daß die Reform ein Kind der Revolution war und daβ der missverstandene Begriff der Freiheit nicht bloß in den staatlichen Organisationen seine Orgien feiern wollte. Die Betonung der Persönlichkeit, die Zusammenfassung gleichgestimmter „Persönlichkeiten“ zur kompakten Majorität wollte den Grundgedanken des Konstitutionellen in das Gebiet des religiösen hineintragen und die Autorität im besten Falle des Präsidenten eines Parlamentes belassen. Täuschen wir uns darüber nicht; auch wenn die „alten Rabbiner“ mit dem vollen Rüstzeug der Kultur ihrer Zeit ausgerüstet gewesen wären, hätten sie diesem autoritätsfeindlichen Beginnen nicht wirksam entgegentreten können. Denn es war nicht eine Frage des Wissens, es war eine Sache des Willens und nur pastorkluge Führer, welche um Scheinautorität zu wahren, die Autorität untergraben halfen, wurden vom Beifall der Menge getragen. Nun suchten diese alten Rabbiner, gegen die S.R. Hirsch זצ"ל die denkbar größte Ehrfurcht hegte, schon den richtigen Weg, auch diesen stürmenden Wellen auf dem Wege des Wissens zu begegnen, indem sie „lernten“ und das „Lernen“ lehrten in altererbter Weise. Es liegt eine wunderbare Kraft des Vertrauens in dem Glauben, daß nur das Beth-Hamidrasch die Stätte des alten Lernens der Boden sei, auf dem eine jüdische Seele den Kampf gegen individualistische Neigungen mit Aussicht auf Erfolg beginnen könne. Es war nicht das Bestreben jener Zeit, das „Lernen“ möglichst leicht zu gestalten, denn nur im geistigen Mühen, so glaubte man, könne der Sünde Widerstand geleistet werden. Aber natürlich, als man es durchgesetzt hatte, daß ein solches Beth-Hamidrasch nach dem anderen von Staatswegen entvölkert oder geschlossen wurde, da war jene Stunde gekommen, in welcher die Unwissenheit der Massen die Regel wurde, in welcher man auf deutschen Boden das alte Lernen zu Grabe trug.

    Ihm eine Auferstehung zu bereiten, das war so recht eigentlich der Kern des Zieles, das sich S.R. Hirsch זצ"ל setzte. Wenn wir heute konstatierten, daß dies noch nicht erreicht ist, so wollen wir damit besagen, daß  auf dem Wege des Meisters so viel Schönes sich bot, daß Zeitgenossen und Epigonen daran sich begnügen zu dürfen glaubten.  Die Befürchtung dies eintreten könnte, trennte einen Teil der alten rabbinischen Welt von ihm. Hirsch זצ"ל trat werbend zu seinem Volke. Er wollte einer thoraentfremdeten Zeit die Unhaltbarkeit der Reform zeigen, die in ihr selbst liegt, in ihrer Halbheit, in ihrer Unwisseschaftlichkeit. Er kleidete zunächst das alte Lernen in die Sprache seiner Tage, welcher er selbst eine aus dem alten Lernen stammende Stilart schuf. Er wollte das Denken der Jugend zur logischen Erfassung des religiösen Pflichtbewusstseins zwingen und als Krönung des Ganzen die alte Autorität wieder in ihre Rechte einsetzen. Doch sein Ideal, daß die Lehre im Judentum der Boden sein muss, auf dem das Geistesleben erblüht, teilten alle freudig mit ihm, ach die scheinbar weltfremdesten.  Wenn erst einmal irgendwo eine Synthese sich ergibt, in welcher die Polemik gegen das Fremde kategorisch die Forderung nach altem, autoritativsfrohen Lernen erhebt und sie werbend durchsetzt, dann ist das achtzehnte und neunzehnte Jahrhundert in allen seinen Kämpfen zum Siege geführt.

    Noch ein Zweites müssten wir breit ausführen, das ist die Stellung der süddeutschen Orthodoxie des Tranzendentalen, , des Übersinnlichen. Auch in diesem Bereiche blieb zwischen den alten Rabbinern und S.R. Hirsch זצ"ל latent. Allein wir behalten diese Materie einer gesonderten Darstellung bevor, in welcher an der Hand der Quelle nachgewiesen werden soll, was auf diesem Gebiete im Reich der Orthodoxie rechtens ist. Es ist ein ernstes Memento unserer Zeit. Auch hier ist eine Synthese das Ziel; die sogenannte Mystik der Alten und die Symbolik Hirsch’s זצ"ל sind Zweige an einem Baum.

    P.K. 

    Original in „Jüdische Monatshefte“ Januar 1914

    09-01-2017 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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