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Welkom op de blog van de studievereniging JESJOEROEN, Jodendom tegen Zionisme


Thoratrouwe antizionistische inzet en anti-imperialistische solidariteit. U vindt hier Rabbijnse teksten (vooral Samson Raphael HIRSCH strekking), nieuws en achtergrondinfo.

 

Bienvenue sur le blog de l'association d’étude YECHOUROUN, Judaïsme contre Sionisme.

 

Nous proposons des textes rabbiniques, (surtout de l’école de Samson Raphael HIRSCH) ainsi que des infos et documentations, le tout avec engagement antisioniste et solidarité anti-impérialiste, inspirés par la fidélité à la Torah. Visitez notre blog similaire en langue française: www.bloggen.be/yechouroun .  

 

Willkommen im Blog des Studienverbandes JESCHURUN, Judentum gegen Zionismus.

Wir bieten Rabbinische Texten (hauptsächlich von der Samson Raphael HIRSCH Tendenz – meistens in deutsche Originalfassung), sowie Nachrichten und Hintergrundinformationen, im ganzen mit Thoratreues antizionistisches Engagement und anti-imperialistische Solidarität.

 

Welcome to the blog of the Study Association YESHURUN, Judaism against Zionism.

We propose Rabbinical texts (mostly from the S R HIRSCH tendency), news and information, the whole inspired by Thora-true anti-Zionist Commitment and anti-imperialist Solidarity.

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  • Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH aus dem Kommentar zur Haftoro des 2.Tages Suckauss
  • Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH aus dem Kommentar zur Haftoro des 1.Tages des Laubhüttenfestes
  • Rabbiner Samson Raphael HIRSCH : LAUBHÜTTENFEST
  • Rabbiner Samson Raphael HIRSCH Komm. Wochenabschnitt HAASINU
  • Rabbiner Dr. Mendel Hirsch zur Haftoroh des Wochenabschnittes Haasinu
  • Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH aus dem Kommentar zur Haftoro des Morgengebetes Jaum Kippurs
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  • Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH : HUMANISM and JUDAISM (A)
  • Psalm 50,4 und Sprüchlein zur Wochenabschnitt Ha'asinu
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  • Historische rabbinische Erklärung:
  • Ludwig Stern: Der Tag der Erinnerung, das Neujahrsfest
  • Rabbiner Samson Raphael Hirsch Komm. Wochenabschnitt Nezovim
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  • Rabbiner Dr. Salomon BREUER zur Wochenabschnitt NEZOWIM
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    23-09-2018
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    LAUBHÜTTENFEST / LOOFHUTTENFEEST/ TABERNACLES/ FÊTES DES CABANES /סוכות

    23-09-2018 om 14:18 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH

                  (1833 – 1900)

     

    הפטרה ליום שני של סכות

     

    Aus dem Kommentar zur Haftoro vom zweiten Tag des Laubhüttenfestes

    Könige, Kap. 8, V.2

    Das Prophetenwort des ersten Tages lenkte unsern Blick auf die ferne Zukunft, das des zweiten Tages läßt eine ferne Vergangenheit vor unserem inneren Auge erstehen. Jenes schaute den Tage der einstige Wiederbelebung des Tempels, um den sich Jissroél dann mit der Gesamtmenschheit in gemeinsamer Gotteskindschaft Gott huldigend brüderlich einet: diese zeigt uns den Tag des ersten Aufbaus dieses Tempels und seine glanzvolle Einweihung. Zwischen diesen beiden Tagen dehnen sich die Jahrtausende. Ströme Blutes waren in ihnen zu durchwaten, schwere Kämpfe, lange bange Nachtperioden harrten und harren Jissroéls und der Menschheit zwischen diesen beiden Tage. Ein Hüttenfest bezeichnet die Sonnenhöhe des Zukunftstempels: in die Zeit des Hüttenfestes versetzt uns die erste Tempelweihe der Vergangenheit.

    Zweifellos bilden die Tage dieser Tempelweihe einen Glanzpunkt der Geschichte Jissroéls. War er doch der Tag, auf den bereits 5 B.M. 12,5 hingeblickt war; daß „Gott einen Ort erwählen werde von allen Stämmen, seinen Namen dort Stätte zu geben.“ Und war es doch Gesamtjissroél, das noch nicht geteilte, das sich, dem Rufe des weisesten, glänzendsten und mächtigsten seiner Könige folgend, in Jerusalem zusammengefunden hatte und der Überführung der Bundeslade und der heiligen Geräte anwohnte, und auch Zeuge war; wie die das Heiligtum erfüllende Wolke der Gottesherrlichkeit als sichtbares Zeichen die Gottesnähe bekundete. Auch die bescheidene Mosishütte befand sich im Zuge, sie war ja nunmehr überflüssig geworden und wurde in der Schatzkammer des Heiligtums geborgen.

       Die Hunderttausende, die jauchzend Jerusalem erfüllten, wie hätten sie nicht glauben sollen, sich bereits am Ziele zu befinden! Wir freilich, die Rückwärtsschauenden, wir wissen es besser. Und treten deshalb die Männer des Gottesvolkes bereits bedenklich als Staffage für den in hoheitsvollen Herrscherglanze alles überstrahlenden König in den Hintergrund, – wenngleich ihre Vertreter (V.5) noch mit dem Könige zusammen den Weg, den die Bundeslade nahm, durch zahllose Mahnopfer weihten. Auch waren es zwar in echtjüdischem Sinne Mahlopfer, zur Weihe des Genusses vor Gott bestimmt. Uns aber, die wir aus dem späteren Verlauf wissen, wie wenig noch das Gotteswort im Geiste und in den Herzen der Nation Wurzel geschlagen hatte, uns tönt dabei doch bereits unwillkürlich wie leise Klage das späteren Prophetenwort ins Ohr: „Was soll mir die Menge eurer Opfer! Der ich die Hingebung eures Blutes will, ich habe an dem Blute der Rinder, Schafe und Böcke kein Wohlgefallen!“ (Vergl. Jes.1, und zu 3 B.M. 1,2). –  Auch die Pracht der mit Gold ausgekleideten Räume des Heiligtums lacht uns nicht froh entgegen. Mochte immerhin der salomonische Tempel eines der sieben Weltwunder sein und Jissroél  neben dem Neide und die Bewunderung der fremden Völker und ihrer Potentaten eintragen: wir vermögen über diese ganze Herrlichkeit, die nur zu sehr einer auf das Äußerliche gewendeten Richtung Vorschub leistete, ein Gefühl der Wehmut nicht ganz zurückweisen. Nicht darüber wahrlich, daß sie verschwunden, sondern darüber, daß sie schwinden mußte. Vom Heiligtum der Zukunft wird, wie wir in der Haftora des gestrigen Tages gesehen, ein nimmer versiegender, alle und alles erfüllender Quell der Lebensheiligung ausgehn: das Heiligtum der Vergangenheit ward für das Gotteswort zu einem prächtigen Gefängnis, zu einer Stätte, auf die man Gottes Bereich beschränken zu können vermeinte. Das Hüttenfest will die ewigen Grundbedingungen stets von neuem uns zur klaren Erkenntnis und lebendigen Beherzigung bringen, die jedes unserer Häuser zu einem Gotteshause gestalten sollen, auf deren Grund und  in deren Mitte allein der einstige ewige Tempel wird erstehen können.

    Deshalb bringt die Haftora uns das Gedächtnis des ersten Tempelbaues und der ersten Tempelweihe: sie will uns vor den Verirrungen der Vergangenheit warnen. Deshalb schließt sie auch mit jenem Worte, mit dem der königliche Sohn Davids auf das Gesetz hinweist, dessen Thron zu sein die einzige Bestimmung dieses Hause bilde und das allein den „Bund“ ausmache, um dessentwillen Gott Jissroél zum Volke geschaffen habe.

     

     (Die Haftoroth übersetzt und erläutert, Frankfurt am Main 1896: S. 554 - 558   Kommentar zu  Könige I. Kap. 8 V.2…) 

    23-09-2018 om 14:16 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH

                  (1833 – 1900)

     

    הפטרה ליום ראשון של סכות

     

    Aus dem Kommentar zur Haftoro vom ersten Tag des Laubhüttenfestes

    Secharja, Kap. 14, V.1

     

    Die Beziehung der Haftoro zum Feste liegt klar zu Tage. Wird es doch geradezu als Ziel der ganzen geschichtlichen Entwicklung der Menschheit und als Bekundung der Erreichung dieses Zieles dreimal in ihr ausgesprochen, daß alle Völker alljährlich hinaufziehen werden nach Jerusalem, sich vor Gott als dem Wesen zu seinem Dienste Berufenden, niederzuwerfen und – das Suckaußfeste zu feiern. Wir haben hier die lauteste Proklamierung der welthistorischen Bedeutung gerade des Hüttenfestes. Derselbe Gedanke fand ja auch in den Festopfern Ausdruck. Gerade am Hüttenfeste wird in denselben darauf hingewiesen, wie der Gegensatz zwischen dem Gott dienenden Jissroél und der heidnischen Welt immer mehr dadurch verschwinden werde, daß in immer steigendem Fortschritt der Gesamtmenschheit die allgemein menschlichen Pflichten anerkennen und erfüllen werde. Denn während für die menschheitspriesterliche Bestimmung Jissroéls die Erfüllung des sinaitischen Gesetzes, ist für die Gesamtmenschheit die Erfüllung der noachidischen Pflichten der Gerechtigkeit, Menschlichkeit und Sittlichkeit auf dem Boden der Gottesanerkennung die Verwirklichung des Gotteswillens auf Erden. Am Ziele nun, so wird es am Hüttenfeste durch die symbolischen Weihehandlungen im Tempel und durch unser Prophetenwort (V.9) verkündet, werden in Huldigung Gottes als des Einen Einzigen durch Erfüllung seines Willens auf Erden Jissroél und die Menschheit eins sein. Es wird das Tatenleben aller Menschen auf Erden ebenso wie das Tatenleben Jissroéls das Gott offenbarende Gepräge sittlicher Pflichttreue tragen – והיה ה' למלך על כל הארץ ביום ההוא יהיה ה' אחד ושמו אחד. Siehe den Kommentar zu 4 B.M. S. 440 f. [384 f]

    Es ist ungemein bezeichnend für den hohen Wert, den die weisen Ordner unserer Gebete der Pflege dieser universalen weltbürgerlichen Anschauung in Jissroél beigemessen haben, daß wir jedes unsrer Gebete mit diesem Ausblick schließen.

    Das Kapitel bietet mit seinem auf das letzte Ziel und die seiner Erreichung vorangehenden Kämpfe gerichteten Ausblicke der Erklärung erhebliche Schwierigkeiten. Gar manches dürfte sein volles Verständnis erst finden, wenn die Zeiten sich erfüllen. Bei manchem müssen wir uns mit dem Hinweis auf anderweitige Aussprüche der Propheten und auf Andeutungen beschränken, die das Dunkel wenigstens etwas aufklären. Der Grundgedanke jedoch und die großen Wahrheiten, die durch die verkündeten geschichtlichen Erscheinungen offenbart werden sollen, strahlen nur um so heller aus dem Dunkel des geschichtlichen Hintergrundes uns entgegen.

     

    Kap.14 V.1 הנה יום בא לה' וגו' Es kommt endlich ein Tag, an dem nur Gott als Sieger erkannt wird. Allein dieser Tag kommt nicht leicht; er kommt nicht ohne schweren Kampf.

     

     (Die Haftoroth übersetzt und erläutert, Frankfurt am Main 1896: S. 545 - 553   Kommentar zu  Secharja Kap. 14 V.1…) 

    23-09-2018 om 14:15 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    Rabbiner Samson Raphael HIRSCH

     

    סוכות

     

    Suckauß (Laubhüttenfest)

     

    Kap. 29, V.13 Und ihr bringet ein Emporopfer, eine Feuerhingebung zum Willfahrensausdruck Gott nahe: junge Stiere dreizehn, Widder zwei, jährige Schafe vierzehn, in ihrer Ganzheit seien sie.

     

    Kap.29 V. 13 …Offenbar ist hier der Gegensatz Jissroéls zur übrigen Völkergesamtheit gezeichnet, ein Gegensatz, der nicht sowohl in der Anerkennung und Nichtanerkennung Gottes als Lenkers der menschlichen Geschicke, als in Erkennung und Nichtanerkennung Gottes als Leiters der menschlichen Taten besteht. Die Gruppe פרים שבעה,איל אחד  und שבעת כבשים  ist Israel; die Gruppe: פרים ששה,איל אחד  und שבעת כבשים ist die übrige Menschheit, und indem Israel am Hüttenfeste, dem Feste des „unter Gottes Schutz und Segen“ heiteren Hüttenbaues auf Erden, dieses letzten Zieles aller völkergeschichtlichen Wandelungen, mit dreizehn פרים, zwei אלים und vierzehnכבשים  naht, tritt es eben nicht für sich allein, sondern mit dem Ausdruck der Völkergesamtheit als „Jissroél und die Völker“ für die Gesamtmenschheit zu seinem Gott hin, allein mit Kennzeichnung des „Gegensatzes der Gott dienenden und nicht dienenden Tat“, der noch in der Gegenwart der Zeiten die Menschheit in zwei Lager klüftet. 

    Allein dieser Gegensatz ist immer mehr im Verschwinden begriffen. Unter Einfluß der Sendung Jissroéls und seines still wirkenden Beispiels in Mitten der Völker wird dieser Gegensatz immer kleiner, er beginnt mit sechs zu sieben, ist am zweiten Tage schon fünf zu sieben, dann vier zu sieben u.s.w., bis am siebten Tage, dem Ziele der Menschentwicklung und der Sendung Jissroéls für dieselbe, er völlig aufgehört hat und Jissroél in der Gotteshuldigung, in dem Lebensdienste der Tat mit der Gesamtmenschheit vereint als אילים שנים ,פרים שבעה und  ארבעה עשר כבשים vor Gott steht. Hinsichtlich der geschichtlichen Führung und des Anteils an der Lösung der Gesamtmenschheitsaufgabe hört Jissroéls Stellung in Mitten der Völker aber nicht auf, eine besondere zu sein. Jissroél und die Menschheit, die Menschheit und Jissroél, sie bleiben, nach ihrer ganzen geschichtlichen Entwicklung und ihrer besonders gearteten Tüchtigkeit für die Zwecke der Menschheit, zwei besondere, in ganz gleicher Würdigkeit geschichtlich Gott nahe und für die Ziele der Menschheit voranschreitenden Größen, – sie bleiben sieben und sieben כבשים, ein und ein איל; allein in Huldigung Gottes, des einen Einzigen, durch Erfüllung des einer jeden dieser Größen für die Lösung ihrer Aufgaben erteilten Gesetzes, des sinaitischen Jissroéls, des allgemein menschlichen in der  Menschheit, in Huldigung Gottes des einen Einzigen durch Erfüllung Seines Willens auf Erden, werden Jissroél und die Menschheit eins sein, und es wird das Tatenleben aller Menschen auf Erden also das Gott offenbarende Gepräge sittlicher Pflichttreue wie das Tatenleben Jissroéls tragen, sie werden zusammen als פרים nur „eine Sieben“ bilden והיה ד' למלך על כל הארץ ביום ההוא יהיה ד' אחד ושמו אחד.

    Auch das Wort der Weisen Sucka 55b: הני שבעים פרים כנגד שבעים אומות sieht in diesen Suckoth-Mussafopfern einen Opferausdruck für die Völkergesamtheit, und wenn (daselbst) Jissroéls Opfer als sühnende Fürbitte für die Gesamtmenschheit begriffen wird, so dürfte, wenn unsere Auffassung nicht ganz irrig, diese Fürbitte eben auf den im Laufe der Zeiten schwindenden Gegensatz, somit auf die allmälige Rückkehr der Menschheit mit ihrem Tatenleben zu Gott sich stützen. Um dieser Zukunft willen und für diese Zukunft möge Gott sie erhalten!

    Finden wir aber hier in der Moedgruppe des Hüttenfestes die Grundzüge aller der Wahrheiten niedergelegt, die über das weltgeschichtliche Ziel aller Völkerentwicklungen und Jissroéls zeitliche und künftige Stellung zu demselben durch den Mund der Propheten zum Ausspruch gelangten, so erscheint auch gerade das Hüttenfest in engster Beziehung zu diesem einstigen Völkerziel im Munde des Propheten. Secharja 14,16  enden alle gegen ihre Gottesbeziehungen ankämpfenden Kraftanstrengungen der Völker mit der endlichen Huldigung Gottes in Jerusalem und der jährlichen Gesamtmenschheitsfeier des Hüttenfestes. Ja, wir wagen den Gedanken: Ezechiel 38,39 wird das leitende Haupt der letzten Kampfe gegen Gott und seine Gestaltungen auf Erden: גוג genannt. Es liegt nicht ferne, darin den Begriff des Dachbildens von גגג, und damit sofort den Gegensatz zu סוכה, dem unsteten, kunst- und machtlosen Laubdach zu erkennen. In der Tat lässt sich der ganzen Menschheitsweltgeschichte in diesem Gegensatz begreifen. Ein Wahn führt die Menschheit irre. Wie es ihnen gegeben ist, ihre דפנות, ihr Bereich den geschöpflichen Mitweltgenossen gegenüber durch ihre mit Kunst verbundene Macht abzugrenzen und sicher zu stellen, so, wähnen sie, sei es auch die Aufgabe ihrer Macht, sich nach oben, Gott und den Einflüssen Seiner Waltungsmacht gegenüber sicher zu stellen, sich nur unter den Schutz der eigenen Macht zu begeben, ihr Geschick in die eigene Hand zu nehmen und den Ausbau der Menschengröße durch das die Unabhängigkeit von Gott sicherstellende Giebeldach zu krönen. Es ist der Kampf des גג gegen סוכה, der Kampf des die Menschen nicht zur Ruhe gelangen lassenden  „Giebelwahns“ der Menschengröße  gegen das heitere Vertrauen der sich Gottes Schutz unterstellenden Hüttenwahrheit. Die Weltgeschichte beginnt mit dem himmelstürmenden Turmbau der sich selbst vergötternden Menschenmacht – und endet mit dem Gott huldigenden Hüttenbau des heiteren Menschendaseins auf Erden. –

    Das Judentum überlässt anderen Disziplinen die Lehre, wie man mit Verzichtleistung auf das Diesseits das Jenseits gewinne. Es reserviert sich die Lehre, wie man durch ein Gott huldigendes Pflichtleben das Diesseits selig gestalte und das Jenseits schon im Diesseits beginne – und diese durch das Hüttenfest für Jissroél aller Zeiten gepredigte Lehre gestaltet sich durch die Moedopfergruppe desselben zur universalen Zukunftsaussicht aller Völker. Von dem Gipfel seiner nationalsten Freude schaut der Blick des Gottesvolkes auf die Heileszukunft aller Menschen aus. Auch war es nach dem Jeruschalmi Sucko V,1 eben der Freudengipfel dieses Jissroéls und der Menschheit Hoffnung umspannenden Hüttenfestes, auf dessen Höhen die „Quellen des Heiles“ sprangen, aus welchen die Jünger des Prophetentums den Geist schöpften, der sie zur Prophetie befähigte (siehe zu V.19).

    (Vergl. über diese universale Bedeutung des Hüttenfestes und der damit zusammenhängenden סוכתו של לויתן Jeschurun, Jahrgang VIII, S.14)

    23-09-2018 om 14:06 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    21-09-2018
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    Rabbiner Samson Raphael HIRSCH

     

     

    פרשת האזינו

     

     

    Aus seinem Kommentar zur Wochenabschnitt  Haasinu

     

    Kap.32,4 Der Hort, vollkommen ist sein Wirken,

    Denn alle seine Wege sind Rechtswaltung;

    Ein Gott des Vertrauens und keiner Gewalt,

    Gerecht und gerad’ ist Er.

     

    Kap.32, 4 הצור וגו'… …In Beziehung zu Jissroél spricht daher die Bezeichnung Gottes als צור die doppelte Gewissheit aus. Jissroél hat in Gott den ewigen Halt seines geschichtlichen Daseins. Gott will, daß es sei, darum geht es nimmer verloren. Allein Gott will auch eine bestimmte Art

    Seines Seins, die Er ihm in seinem Gesetze offenbart. Diesen Anforderungen kann sich Jissroél nimmer entziehen. Sie sind ebenso unwandelbar wie Gottes Sein und Wollen. Und welche Geschickeswandlungen Jissroél auch durchmachen hat, sie haben alle die endliche Verwirklichung dieser Gottesbestimmungen an Jissroél und durch Jissroél zum Ziele, sie sind eben nichts als die gestaltenden Hammerschläge der unwiderstehlichen Gestaltungskraft der göttlichen Waltung, כי ביה ד' צור עולמים (vergl. zu 4 B.M. 8,4) – Daher der Name צור das Charakteristikon der שירת האזינו, in ihm liegt der Schlüssel dieses Gottes Waltungen an Jissroél, mit Jissroél und durch Jissroél schauend offenbarenden Gesanges. –

     

    V.6 Fragt euch doch: Gott wollt ihr das vergelten?

    Entwelkes, mit nichten weises Volk!

    Ist Er nicht dein Vater, der dich sein eigen nennt,

    deine Bestimmung gab?

     

    V.6 …נבל ,עם נבל ולא חכם -  siehe zu 1 B.M. 34,7 und 2 B.M.18,17). Im Zusammenhange mit der Frage הלד' תגמלו זאת tritt die eigentliche Bedeutung von נבל in voller Prägnanz vor. Beide bezeichnen ja ursprünglich Beziehungen des Pflanzenlebens, גמל die vollendete Fruchtreife, נבל das fruchtversagende Welken. Alles, was Gott für Jissroél und an Jissroél getan, die besondere Führungen der Geschicke wie die Lehren und die Vorschriften seines Gesetzes, alles hatte den einen Zweck, die Saaten des Lichts und des Lebens in Geist und Gemüt des Volkes zu streuen, die in Früchten der Erkenntnis und der Tat im Einzel- und Gesamtleben aufgehen sollten. Das Volk aber ist נבל, ist geistig und sittlich welk geworden. Die mit so vielen Veranstaltungen begonnene Gottespflanzung hat es noch bevor sie zur Blüte aufgehen konnte „welk“ werden lassen, und steht es, statt ein mustergültiges Volksleben zu entwickeln, als עם נבל, als ein geistig und sittlich abgewelktes Volk da, ולא חכם, das keineswegs, wie es sich dünkt und wie es in der Mitte der Völker ein עם חכם ונבון (Kap. 4,6) hätte sein sollen, „weise“ ist, nicht, wie ja חכם bedeutet (siehe 2 B.M. S.363) die gegebenen Wahrheiten in sich aufgenommen, aus welchen allein die wahre Erkenntnisse und richtige Grundsätze fürs Leben sich ergeben. So auch im ספרי:עם נבל לשעבר ולא חכם לעתיד לבא .

    הלא הוא אביך קנך, wenn er dich sein eigen nennt und über all dein Sein und Wollen, über alle deine inneren und äußeren Kräfte und Mittel in seinem Gesetze disponiert, hat er nicht ein Recht dazu und sollte dir nicht zugleich das unerschütterliche Bewusstsein innewohnen, daß er allein diese Verfügungen, mit allen Anforderungen und Versagungen nur dein Bestes will! Ist es doch dein Vater, der also über dich verfügt, bist du doch ganz eigentlich völkerrechtlich sein Erzeugtes. Dein Ganzes völkerrechtlichen Dasein ist ausschließlich sein Werk. Ohne Ihm wärt du überall nicht da. Inmitten der sich gestaltenden Völkerbildungen hat allein Er vom ersten unscheinbarsten, individuellen Anfang grundlegend dich zum Volke erzeugt und erzogen. Was andere als Menschen sind, bist du zugleich als Volk: Gottes Geschöpf. Er hat also ein ausschließliches Recht an dich, und zugleich bürgt dieser ganze Ursprung dir, daß was Er, dein Vater, von dir fordert, nur deine, seines von ihm erzeugten Kindes, Wohlfahrt bezweckt. …

    V.9 Denn Gottes Teil ist sein Volk,

    Jaakob das ihm zugefallene Erde.

     

    V.9 כי חלק ד' עמו Gott ließ Jissroéls Söhne nicht in dem für sie bestimmten Lande zum Volke heranwachsen und sich unter den von diesem Lande gegebenen Bedingungen und Einflüssen zu einem Volke entwickeln und ausbilden, ließ es vielmehr im Gegensatz zu allen anderen Völker ohne Land ein Volk werden und dann ein im Gegensatz zu allen andern bereits völlig kultiviertes und angebautes – ja wie wir 3 B.M. S.585 anzumerken hatten, in seinen vorgefundenen Bodenkultur- und Städtebauverhältnissen gewissermaßen stabil zu erhaltendes – Land in Besitz zu nehmen, weil חלק ד' עמו, weil dieses Volk als Volk, Gottes Volk, Gott angehörig, mit seinem Volkwerden Gott zu Teil sein und bleiben sollte. Was den anderen Völkern ihr Landesboden ist, das ist Jissroél seine Beziehung zu Gott. Wenn andere Völkern mit ihrem ganzen Sein und Werden in ihrem Boden wurzeln, aus ihm und an ihm, in dessen Überwindung, Aneignung, kultivierender und anbauender Umwandlung zum sozialen Menschenboden und unter dessen klimatischen Einflüssen die Bedingungen ihrer physischen, geistigen, sittlichen und sozialen Kulturentwicklungen schöpfen, – und daher die in dem Rahmen ihrer Völkerkultur ihnen fühlbar wirkenden Potenzen und Mächte vergöttern und als ihr Völkergedeihen bedingende Gottheiten verehren: soll Jissroél seine physische, geistige, sittliche und soziale Kultur von Gott gestaltet mitbringen ins Land, soll sich und sein Volksleben nicht dem Lande, sondern das Land sich und seinem von Gott festgestellten Volksleben unterwerfen und so mit seinem Volksdasein, seinem Volksleben und Volksgedeihen, im Gegensatz zu den Verirrungen und Wahngeburten der Völker, Gott als die einzige wirkliche und wahrhaftige Macht und Quelle aller Völkerwohlfahrt proklamieren – ולקחתי אתכם לי לעם sprach Gott an Jissroéls Leiden umnachteter Volkeswiege, und dann erst: והבאתי אתכם אל הארץ וגו' (2 B.M.6,7 u.8).   Andere Völker sind in tiefem Grundeחלק ארצם , Jissroél ist nach Ursprung und Bestimmung:חלק ד' .

    יעקב חבל נחלתו. Darum heißt die Wurzel dieses Volkes nicht Jissroél, sondern Jaakob, eine Menschenfamilie, die als יעקב bodenlos und heimatlos den ganzen Leidenskelch austrinken musste, welcher bodenlosen und heimatlosen und darum, nach Anschauungen der Völker, rechtlosen, nirgends berechtigten Menschen inmitten eines auf Bodenbesitz und Landeshoheit machtstolzen Volkes kredenz ward, das von der eingeborenen unverlierbaren Hoheit des Menschen als Menschen nichts mehr wusste. „Jaakob“, in allem die „Ferse haltend“, in welchem die Menschen sonst ihren Halt und ihre Größe suchen;  ohne Boden und ohne Macht, und darum ungeübt und nimmer glänzend in den Erfindungen, Künsten, Wissenschaften und Fertigkeiten, die der Menschengeist in seinem Ringkampf mit der Natur und den mitstrebenden Einzel- und Volksgenossen zu dem Aufbau und Ausbau eines Einzel- und Volksleben erwirbt und darin triumphierend die Menschengröße feiert; Jaakob, יעקב חבל נחלתו, Jaakob,  um der Armut und des Glanzlosen seiner Erscheinung willen von dem Symposion der Völker zurückgewiesen, fiel gleichsam als Los Gott zum Erbe. Alle anderen Völker konnten, so zu sagen, Gott nicht, und noch weniger konnten sie sein Gesetz gebrauchen. Es waren andere Götter, deren Gunst vermeintlich sie groß machte, und vor allem waren es andere Ziele und andere Motive, in welchen sie das Regime ihres Lebens suchten und schöpften. Für ein auf dem Gottesdiktaten der Sittenheiligung, der Wahrheit, des Rechts und der Liebe sich aufbauendes Leben, das in jeder Füge die alleinige Gottesherrschaft auf Erden und über die Erde zur Anschauung bringen soll, da war kein Raum, wo mit der Jubelruf: „wir wollen uns einen Namen machen!“ der Turmbau des menschengeschichtlichen Ruhmes eingeleitet war. Nur Jaakob, das aus sich nichts hatte, dem keine der von den anderen Völkern als Gottesmächte verehrten Potenzen etwas gewährte, noch gewähren konnte, das alles nur aus Gottes Hände zu empfangen hatte und empfing, nur Jaakob war das geeignete Gefäß für Gottes Menschheitszwecke auf Erden, nur es konnte als „Jaakob“ die Sendung empfangen, „Jissroél“ zu sein: die Gottesherrschaft und deren Huldigung durch ein pflichtgetreues Leben inmitten der Völker zu verkünden. …

     

    15. Da ward Jeschurun fest und da schlug es aus –

    So oft du fest wardst, wurdest du feist und übermannt vom Fett –

    Da verliess es Gott, der es gebildet hatte,

    Und betrachtete als wertlos den Hort seines Heils.

     

    V.15 וישמן וגו' Wir begegnen hier das erstemal den Namen Jeschurun. Es bezeichnet Jissroél nach seiner idealen Bestimmung, das in dem Charakter ישר, des Geraden, seiner Bestimmung ohne Abweichung Entsprechenden, seine Bezeichnung findet. Vergl. זבולון und זבל. Es hieß oben: Gott wollte es die Doppelhöhen der irdischen Ziele ersteigen lassen, die höchste materielle Wohlfahrt und die höchste geistige und sittliche Vollendung. Sollte Jissroél ja in einem leuchtenden Beispiel zeigen wie ein vollendetes geistig sittliches Pflichtleben keineswegs auf irdisch heiteres Glück notwendig zu verzichten habe, vielmehr der höchste Grad von Sittlichkeit sehr wohl mit dem höchsten Maß irdischen Glückes vertrage, ja sich eben in einem solchen zu bewähren und alle irdischen Mittel und Genüsse in geistigen Errungenschaften sittlicher Pflichttaten umzusetzen habe. Als aber dem diesen sittlichen Ideale bestimmten Jeschurunvolke zur Lösung seiner Aufgabe sinnliche Güter und Genüsse in Fülle geworden, als es aus der Wüste zum Lande von Milch und Honig gelangt war, da wurde es fett und schlug es aus. שמנת עבית כשית ist eine Anrede in Parenthese an das Moses gegenwärtige und jedes künftige, sein שירה-Wort lesende Volk. Sie enthält die Quintessenz der ganzen jüdischen Geschichte. In Leiden hat sich das jüdische Volk  meist großartig bewährt. Allein Glück hat es noch selten ertragen. „ So oft es fett wurde, wurde es feist und vom Fett überwuchert“, eigentlich „bedeckt“. כשית scheint Pual zu sein, wie כסו הרים צלה (Ps.80, 11) Berge wurden von seinem Schatten bedeckt. כסו פניו חרולים (Prov. 24, 31) seine Fläche war mit Dornen bedeckt.  Es würde dann allerdings das Dagesch im fehlen, wofür sich jedoch Beispiele finden יוקשים בני אדם (Pred. 9,12), לב הותל הטהו (Jes.44,19) Oder כשׂה hat die intransitive Bedeutung: bedeckt werden wie כסה die aktive, bedecken. Der Sinn ist: je mehr markiger, fetter Nahrungsstoff dem Körper zugeführt wird, umsomehr sollte er den Überfluß an Stoff in Kraft und Arbeit umsetzen, um so erhöhter sollte seine Tätigkeit und Leistung sein. Dann beherrscht er die Fülle und bleibt körperlich und geistig gesund und hat durch die größere Leistung einen größeren sittlichen Wert. Unterläßt er dieses aber, so lagert sich der unverbrauchte Nahrungsstoff in seinem Körper hat, er wird korpulent, feist, und statt die Fülle zu beherrschen, wird er, sein eigentliches geistiges, tätiges Selbst, von dem Fett übermannt und geht darin unter. Das ist Jissroéls Geschichte. Es hat Fülle und Überfluß nicht zu erhöhten geistigen und sittlichen Leistungen, nicht zur vollerer Lösung seine Aufgabe benutzt; seine sittliche Vervollkommnung hat nicht mit seiner glücklicheren äußeren Lage Schritt gehalten; es hat nicht verstanden, Herr seines Reichtums und seines Glücks zu bleiben, hat sie nicht in sittliche Pflichterrungenschaften umzusetzen gewußt, es hat sich vom Reichtum und Glück übermannen und sein besseres,  geistiges, sittliches Selbst darin untergehen lassen.

    21-09-2018 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    20-09-2018
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    Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH

                  (1833 – 1900)

    הפטרת האזינו

      

    Aus dem Kommentar zur Haftoro des Wochenabschnittes Haasinu

     

    Joel Kap.2, V.15

     

    An die Worte Hosea’s, die den Anfang der Haftora bilden (Siehe oben S.368, den Commentar S.64)  mit ihrer Fortsetzung mit ihrer Aufforderung zur Rückkehr und dem Ausblick auf den einstigen Sieg des Guten schließt sich  sodann ein sinnverwandter Abschnitt aus einer ergreifenden großen Rede des Propheten Joel. Als Vorläufer der großen nationalen Katastrophe des staatlichen Untergangs hatte er eine schwere Verheerung durch Heuschreckenschwärme zu verkünden gehabt, die die ganze Vegetation vernichten und das blühende Land in eine Wüstenei verwandeln würden. Durch aufrichtige Besserung aber hätte Jissroél die Heimsuchung abwenden können, denn – daran erinnerte er das verblendete Volk – nicht plötzlich, nicht ohne  vorhergegangene Warnung und Mahnung zur Rückkehr war sie eingetreten. „Gott hatte seien Ruf ergehen lassen vor seinem Heere!“ – Doch umsonst, die Warnung war ungehört verhallt. Jissroél möge nun nicht wähnen, damit sei die Reihe der Heimsuchungen erschöpft: „Unendlich groß ist  Sein Lager, denn unwiderstehlich ist jedes, auch das an sich kleinste Werkzeug der Vollbringung seines Wortes.“ Und  mit den Worten: „Denn groß ist der Tag Gottes, und wer erfaßt ihn?“ – hatte er auf den drohenden Untergang des Staates und auf das Galuth hingewiesen und dann fortgefahren: „Und selbst jetzt noch ergeht der Spruch Gottes: „Kehret zurück bis zu mir mit eurem ganzen Herzen, mit dem Fasten, mit dem Weinen und mit der Klage! Und zerreißet euer Herz, und nicht eure Herz, und kehret zu Gott, eurem Gott zurück! Dem gewährungsbereit  und sein Geschöpf liebend ist er, lange geduldend und reich an Liebe und bereit zur Änderung seines Unglück verhängenden Beschlusses.“ Dann werden die Verheerung in Wahrheit reichen Segen hinterlassen haben (Joel 2, 11-14).   Das folgende bildet nun die weitere Ausführung dieses Gedankens.

     

    (Die Haftoroth übersetzt und erläutert, Frankfurt am Main 1896: S. 377 – 392 ) 

    20-09-2018 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    18-09-2018
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    Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH

                  (1833 – 1900)

     

    הפטרה לשחרית של יום כפור

     

    Aus dem Kommentar zur Haftoro vom Morgengebet des Jaum Hakippurim

    Jesajas Kap. 57 V.14

     

    Gekommen ist der große herrliche Tag, der seligste des Jahres. Emporheben aus allen Erdennöten will er den jüdischen Menschen, emporheben aus dem dumpfen Zwang der Leidenschaften, will ihn emporheben in die beseligende Nähe seines ewigen Vaters, in das reine Licht und die reine Lebenslust, die ihm von dort entgegenströmen.  Und: „Hinauf! Hinauf zu Ihm!“ – das ist des Tages Losung. Mit ihr, mit diesem Rufe: סולו סולו! Beginnt das Prophetenwort der Haftorah.

    Doch unsere Vergangenheit hält uns zurück. Diese Folgen unsrer getrübten Vergangenheit, die wie mit eisernen Klammern unseren Ausschritt hemmen, nur Gottes Allmacht kann sie sprengen. Die Betätigung seiner Gnade aber hat er uns verheißen, so wir durch aufrichtige Reue, durch den festen Entschluß der Besserung uns ihrer würdig machen. Denn (V.15): „so hoch und heilig Er thront, so ist er Nahe dem Zerknirschten, dem, der demütigen Sinnes geworden, zu beleben das Gemüt des Demütigen, zu beleben das Herz der Zerknirschten“. Denn nur um den Menschen zur Selbstbestimmung, zur Selbsterkenntnis und damit zur Reue zu bringen „streitet“ Gott und „zürnt“ er, Leiden sendend, gegen den Menschen (V.16). Denn unendlich nahe, unmittelbar Sich verwandt schaut Gott jeden Menschen: „Des Menschen Geist geht ja von mir aus in die Körperhülle ein, und die Seelen habe ich ja geschaffen!“ – Nie und  nirgends ist das Band, das jeden Menschen mit Gott verknüpft, in seiner Stärke  und Innigkeit herrlicher gezeichnet worden, als in diesen Worten des angeblich „flammenden Gottes Zebaoth des Alten Testamentes“ – Wohl zürnte Gott über sein Volk und schlug es, dadurch daß er sich von ihm abwandte und es sich selbst überließ (V.17), so daß es, statt des ihm vorgezeichneten דרך ה', statt des Gottesweges, den „Weg seines Herzens“ einschlagen konnte, den seine Leidenschaften das Verblendete vorziehen ließen. Gott hatte (V.18)diese Irrgänge und ihre Leidensfolgen sehr wohl „vorausgesehen und wollte es gerade durch diese Selbsterfahrungen genesen lassen.“ ואנחהו: denn diese scheinbare Frei- und Preisgebung war selbst nur ein Akt der göttlichen Weiterführung, und die so gewonnene Selbsterkenntnis und die wiedergewonnene Gottesgnade wird selbst reichste Tröstung und vollen Ersatz für alle Leiden bieten, ihm und allen, die so lange durch seine Verblendung und deren Folgen zu trauern hatten, ואשלם נחמים לו ולאבליו – So:

    V.19 בורא ניב שפתים, ist Er Schöpfer, so schafft, verwirklicht er das, wovon bis dahin die Menschen nur „sprachen“, was nur ein schöner Traum, nur eine „Frucht der Lippen“ war, nur in der Menschen Gedanken und Worten Dasein hatte, nämlich: den Frieden. „Friede!“ – den noch Fernen, „Friede!“ den bereits Nahen, אָמַר ה', ihn hat Gott mit seinem Gesetzworte und mit seinem Verheißungsworte längst dargeboten – „so bringe ich ihm Heilung.“ – Das Objekt von ורפאתיו ist das V.14 genannte עמי, auf das sich auch die Suffixe der VV.17 und 18 bezogen.

    V.20. Nur auf den Boden des Gesetzes, nur in der freudigen pflichttreuen Unterordnung unter den göttlichen Willen erblüht dieses höchste Gut des Menschen, das Sehnsuchtsziel aller Hoffnungen: der innere und äußere Friede. והרשעים, die Gesetzlosen aber, die nur dem Diktate ihres eignen, im Dienste ihrer Interessen und Leidenschaften stehenden Willens gehorchen, sie gleichen dem „aufgewühlten Meere“, und ויגרשו מימיו רפש וטיט: was die Tiefe des unveredelten, weil ungezügelten, Menschenherzens unter glatter Oberfläche an Menschenunwürdigen sorgsam barg, das bringen die Stürme der Leidenschaft in seiner ganzen Unschöne unfehlbar an den Tag.

     

    V.21 Die Worte אמר אלהי entsprechen offenbar dem אָמַר ה' in V.19. Der Zusammenhang ist demgemäß: denn ebenso wie Gott längst der Pflichttreue den Frieden, ganz ebenso hat er die Friedlosigkeit dem Frevel bestimmt. Daß das letztere durch die von Gott als Richter des Menschen gefügte Weltordnung bewirkt werde, darauf weist der Wechsel des Gottesnamens ה' in V.14 in den hier genannten: אלהי hin.

     

    Die Rückkehr zur Pflicht ist so der Weg zum Frieden. Uns auf diesen Weg zurückzuführen, so wir im Getriebe des Lebens von ihm abgekommen sind, dazu hat Gott den alljährlich wiederkehrenden „Tag der Sühnen“ bestimmt.

     

    Wie aber jede göttliche Veranstaltung der Mißdeutung unterliegt und, falsch verstanden, aus einem Mittel zum Heile zu einer Förderung des Unheils werden, und so, was zur Rettung aus Sünde und Verblendung dargereicht ward, zum Beharren in der Sünde und der Verblendung führen kann: also auch die Institution dieses Tages der Sühnen. Freilich ist es Wahnsinn, freilich grenzt es an Gotteshöhnung, freilich ist es die unglaubliche Verkehrung der Wahrheit, zu wähnen, dieser Tag werde die verheißenen Güter der Verzeihung und der Sühne und der Reinheit bringen, auch ohne Reue, auch ohne ernsten Entschluß der Besserung, auch wenn er also nur einen fastend verbrachte vierundzwanzigstündige Unterbrechungspause in dem Gott und seinem Gesetze entfremdeten Leben darstelle, das dann, nach Ablauf dieses Tages, mit voller Seelenruhe ganz in der bisherige Weise fortgesetzt werden könne, um dann im nächsten Jaum Kippurim wiederum ein Reinigungs- und Entsündigungsbad finden. Trotz ihrer Ungeheuerlichkeit hat diese Vorstellung gleichwohl früh schon Platz gegriffen.

     

    Diesem Wahne tritt nun Kap. 58, 1-14 die große Jaum-Kippur-Predigt des Propheten im göttlichen Auftrage mit flammenden Worten entgegen. Sie zeichnet zuerst (V.2-5) den empörenden Widersinn einer solchen Jaum-Kippur-Farce, mit den frömmelnden Gebärden und dem scheinheiligen Gebahren. Diesem stellt sich sodann (V.6-14) in leuchtenden Zügen das Wesen und das Werk des wahrhaftigen gottgewollten Jaum Kippur gegenüber: den aus den Banden Leidenschaft und Sünde sich befreienden (V.6), zu Gott sich emporringenden Menschen, der (V.5) sich in seiner „Armut“ begreift, der jedes an Menschen begangene Unrecht wieder gut macht und für jedes bedrohte fremde Recht eintritt und alle ihm verliehenen Gaben und Kräfte in den Dienst dieses Wirkens stellt (V.6), der in edler Humanität seines reinen Tatenlebens schönste Vollendung findet, und wie den Leib, so auch die darbende Seele und das darbende Gemüt seiner Menschenbrüder labet, und der endlich durch Unterstellung seines ganzen wirkenden und schaffenden Lebens unter die Herrschaft des Sabbathgedankens all sein Tun und Wirken nur als Vollbringung des Gotteswillens und sich selbst als Gottesdiener bekundet, und so der Verwirklichung des Ideals von reinen Menschentum entgegenreift, zu dem das Gesetz unseres Gottes die ewigen Wege bahnt.

     

    (Die Haftoroth übersetzt und erläutert, Frankfurt am Main 1896: S. 515 – 522   Kommentar zu Jesajas Kap. 57 V.14…) 

    18-09-2018 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    Rabbiner Dr. Salomon BREUER

                    (1850 – 1926)

     

    יוה"כ

     

     

    Belehrung und Mahnung zu JAUM KIPPUR (Auszug)

     

    Es gibt auch sonst  im Jahre Momente, die zu sühnen und Reinheit anzubahnen vermögen יסורין מכפרין, מיתה מכפרת leidvoller Verhängnis, durch das Gottes erziehende Gerechtigkeit uns aus Verirrungen und Entfremdung zu sich zurückführt, aber auch die bange Todesstunde hat ihre läuternde und sühnende Kraft gar oft bewährt. Und doch, nicht  Todesschrecken oder Leidensnot soll uns nun in Gottes Nähe führen, nicht Gottes strafende Gerechtigkeit uns Anlaß geben, seine verzeihende Nähe zu suchen – כי ביום הזה dieser Tag soll in uns die Sehnsucht, die Kinder nach dem Vaterhaus zieht, in den das Bewußtsein dessen lebt, was Kinder ihrem Vater schulden und was allein väterliche Liebe ihnen zu gewähren vermag. Das seinem Vater entfremdete Kind, das, von Not und Elend heimgesucht, die Sehnsucht nach dem Vaterhause fühlt, führt ja nicht kindliche Liebe in die Nähe des Vaters, es ist die Not und die Enttäuschung, die es veranlaßt haben, sich des Vaters zu erinnern. Es kann daher auch nicht erwarten, daß sein Vater bei aller Nachsicht seiner Entfremdung nicht mehr gedenke; vielmehr wird der Vater abwarten, ob es sich für die Folge die Pflichten bewußt bleibt, die das Vaterhaus ihm auferlegt.  Das Kind jedoch, dem die Fremde alles gegeben, was Menschenleben zu beglücken vermag, in dessen Herzen aber dennoch die Sehnsucht erwacht nach dem Vaterhaus, weil es erkannt hat, daß alle Güter der Welt die Öde und die Leere aus seinem Leben nicht zu bannen vermögen und nur die Heimkehr in das Vaterhaus ihm die Ruhe und den Frieden bringen könnte, dieses Kind darf der reichen, verzeihenden Liebe des Vaters sicher sein.

    כי ביום הזה יכפר Eine solche Heimkehr möchte der Jaum hakippurim anbahnen – keine Th’schuwo מיראה, zu der die Furcht vor Gottes strafender Gerechtigkeit(מדת הדין) den Anlaß gibt, תשובה מאהבה die Th’schuwo, die der Ausfluß ist kindlich liebender Sehnsucht nach Gottes Nähe, weil nur seine  Nähe unser Leben aus trauriger Öde und Leere zu retten vermag, und die in unsrem Herzen den einen starken Vorsatz nährt, uns fortan der Gottesnähe würdig zu erweisen und seiner väterlichen Führung uns anzuvertrauen, sie führt uns an diesem Tage zu Gott, und לפני ה' תטהרו Gott in seiner unendlichen Liebe (מדת הרחמים) ist bereit, unser sehnendes Verlangen aus dem reichen Füllhorn seiner Gnade zu stillen – אשריכם ישראל „Heil euch, Jissroél, vor wem erstrebt ihr Reinheit, und wer gewährt euch Reinheit – es ist euer Vater im Himmel“!

    לפני ה' תטהרו Aus Gottes liebender Vaterhand ersehnen wir die Kraft- und Segensspende zu weiterem Leben. Und ist auch unser Leben arm an Gütern, die uns ein Anrecht auf Gottes Beistand geben könnten, Gott sieht unsre Sehnsucht und sieht unsre Armut und ist bereit, unser Verlangen zu sättigen und uns zum wahren Lebensreichtum zu verhelfen.

    ונדעה נרדפה לדעת את ה' וגו' ויבוא כגשם לנו Wir sehnen uns nach Gott, daß „er wie der Regen uns komme“. – Die Natur lechzt nach dem Regen, aber die Erde muß die Feuchtigkeit geben, wenn der Wolkenhimmel Regen spenden soll. – Sind wir sicher, daß wir die Voraussetzungen mitbringen, unter denen die „Regenspenden“ göttlicher Liebe uns zuteil werden? Wie, wenn diese Voraussetzungen fehlen? Und auch nicht zu jeder Zeit ist der Regen ein Segen. –

    Wem aber יוה"כ zum wahrhaft neuen Leben verhelfen soll, der darf keine Lebensmöglichkeit kennen ohne Gottes dauernden Beistand, der ersehnt von Gottes Segensspende den belebenden Tau; der dauernd auch dann niederfällt, wenn der Regen ausbleibt, der sich der Erde nie versagt: אהיה כטל לישראל יפרח כשושנה Wie die Rose ihren Kelch öffnet, um gierig das Naß zu trinken das ihr zu prächtigen Gedeihen verhilft, so öffnet eure Herzen eurem Vater im Himmel, daß der Wundertau seiner göttlichen Gnade eurem Leben zuteil werde! –

    Quelle: Rabbiner Dr. Salomon BREUER  Belehrung und Mahnung fünfter Teil Deuteronomium  J.Kaufmann Verlag Frankfurt am Main 1936 S. 105-109

    18-09-2018 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    17-09-2018
    Klik hier om een link te hebben waarmee u dit artikel later terug kunt lezen.Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH : HUMANISM and JUDAISM (A)
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    Rabbiner Dr. Mendel HIRSCH

                  (1833 – 1900)


    HUMANISM AND JUDAISM

     


    By Dr. MENDEL HIRSCH Principal of the Israelite Religious Community Schools,
    Frankfort-on-Main
    .

     

    Translated by J. GILBERT Bedlock 1928

     

    TRANSLATOR’S PREFACE

     

    The first English translation of one of the most interesting essays by the late Dr. Mendel HIRSCH, is dedicated, as a small token of undying affection, to the memory of the eminent author. Following most minutely, as he did, the example of his father, Rabbi Samson Raphael HIRSCH, in his brilliantly intellectual and classically worded presentation of Traditional Judaism, in harmony with modern culture and science, and in his fearlessly uncompromising defence of all its institutions and ordinances, he had to be prepared for opposition from various quarters.

    One wing of Judaism of Judaism decried such redoubtable opponents as HIRSCH and his followers as “orthodox obscurantists”, whilst, on the other hand, the Old-Talmudists and diehards of Jewish exclusiveness, in their fanatical opposition to modernisation of any description, looked upon S.R. HIRSCH and his adherents as – disguised reformers! It was certainly no easy matter to ward of such cross-fire attacks of which they had become the constant targets.

    Mendel HIRSCH who, in 1877, succeeded his father as Principal of the schools founded by him under the now famous, but then not generally appreciated motto: “Yofeh Talmud Torah im Derech-Eretz” (Beautiful is the study of the Torah in combination with the worldly – civil, social and commercial – pursuits), has made it the task of his life to imbue his pupils with the loftiness of that ideal. In his noble endeavour, he was guided entirely by the educational methods of his father. His manner of expounding the spirit of specifically Jewish duties, and demonstrating the intrinsic beauty and merits of the many symbolic teachings, was very fascinating. But, like his father, to whose Biblical exegesis he constantly referred not only in his lectures, but also in striking commentaries on the “Haftoroths”, the “Twelve Prophets”, etc. he never neglected to emphasise the duty of man to man, and the love of, and wholehearted regard for, the welfare of all human beings without distinction of race or creed. Special stress was always laid upon the duty of Jew to Gentile; and the importance of universal love, justice and integrity in all social activities, commercial or other dealings, was shown as expressing the very heart and core of Judaism.

    Like his father, Mendel HIRSCH generally became very attached to his pupils, and even when their school-days were over was always anxious to keep in touch with them as far as possible. For this purpose the “Mekor-Hayim”- and “Ben Usiel”-Societies were formed, at whose gatherings, his lectures on various topics gave him ample opportunity for continuing the education of his “sons and daughters” as useful citizens of their towns and country and a credit to Judaism.

     

    Generous and indefatigable in all his undertakings, he would not tolerate any narrow-minded apathy in the matters of the common welfare, or any indifference to important social and political movements. As a regular contributor to the monthly magazine “Jeschurun” he wrote a number of very interesting essays on various subjects. One of his most powerful political articles appeared in the 11th number of the issue 5619 (1859) under the heading “Villafranca and Kremsier, a contribution to Jewish contemporaneous history.” In this he exposed Austria’s “scrap-of-paper” policy with such vehemence, that one cannot help admiring the pluck of this young Jewish schoolmaster who, 69 years ago dared, in a Jewish magazine, to accuse the Austrian Government of having deliberately broken the pledges given to Moravian Jews in 1848 !!!

     

    The treatise on “Das reine Menschentum im Lichte des Judentums” must undoubtedly have been provoked by the ravings of that atavistic revival of medieval Jew-hatred which began, towards the end of the 19th century under the quasi-scientific name of “Anti-Semitism”. This treatise had naturally to be written and carefully, as the great “Iron Chancellor” of those days had allowed his son to proclaim him “the spiritual father of Anti-Semitism” and to close anti-Semitic students’ meetings with “Hochs” for Bismark! Whatever this powerful politician may have found it opportune to declare on other occasions, no Court Chaplain Stoecker or Ahltwardt, could have dared to denounce the Jews as a danger to the country, no priestly deputy could have recommended the Bavarian Diet to enact the simple law: “Every ‘Handelsjude’ must be shot or hanged”, if the agitation had not been favoured by the German Government. And the movement with his terrible “pogroms”, “blood accusations”, etc. spread to Austria, Hungary, Rumania, Russia and France, where the “Affaire Dreyfuss” stupefied and   terrorised the Jewish population for a number of years. Even America was affected to such an extent, that special Anti Defamation Societies had to created.

     

    Hirsch’s idealism did not carry him straight into the camp of the “Choveve Zion” or to the Zionist movement, but as a true Jewish citizen he was anxious by this treatise to add, however modestly, one stone to the barricades of reason and truth which alone stood between Jewry and the bigots of Anti-Semitism.

     

    It is true that conditions have greatly improved in many directions since the times when this treatise was written, yet our newspapers never seem to cease to report fresh acts of inhuman vexations and brutal oppressions in various countries, among others one in which one would have least expected. Admitting even that the recent incident at the ‘Wailing Wall’ ended without any serious consequences for the poor worshippers, it was sufficiently hurtful and humiliating to arouse very outspoken universal indignation.

     

    In face of such still too frequent occurrences and constant defamations of Judaism and its adherents, every fair-mined citizen should make himself familiar with some of the great truths and facts set out in this treatise, so far almost unknown to Gentiles and even to Jews alike, and – – – Anti-Semitic or other prejudice will no longer be possible in any branch of the human race”.

     

    Literal translation into another tongue is always difficult; and with the peculiar conciseness of  style and forceful expression of an author whose train of thought was not of the commonplace order, the difficulties were very great. Without the valuable and kind assistance of so eminent a Hebrew and theological savant and English scholar, as Rabbi Professor sir Hermann GOLLANCZ, M.A., D.Lit., and the help of my very obliging and generous friend, Mr S. GILBERT, B.A. ex-President of the First Lodge of England of the “I.O.B.B.” – to both of whom I gladly take this opportunity of expressing my sincere thanks for their untiring services – this translation would never have seen the light of day. Nevertheless, I cannot refrain from soliciting the reader’s kind indulgence for any imperfections that may still have escaped attention. 

     

    (Humanism and Judaism by Dr Mendel HIRSCH, pp.5-10)


    17-09-2018 om 00:00 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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    16-09-2018
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    האזינו

     

    יקרא אל השמים מעל, ואל הארץ לדין עמו:

     

     

    „Er ruft dem Himmel zu von oben und der Erde, sein Volk zu richten“

    (Psalm 50,4 Übersetzung Rabbiner Samson Raphael HIRSCH)

     

    1.

    Himmel, Erde seien Zeugen,

    Sie sind es, die mich gehört

    Wirst du dich zum Laster neigen,

    Ist’s ihr Fluch, der dich verheert.

    2.

    Geh’st du aber in den Wegen,

    Die zu wandeln ich gelehrt,

    Heil dir dann, denn reicher Segen

    Wird in Gnaden dir gewährt.

     

    Aus: Erbauungsbuch „Bibel- und Talmudschatz“ J.H. Kohn S. 460  13.Auflage Hamburg 5691 – 1931

     


    16-09-2018 om 14:26 geschreven door Naphtali HIRSCH  


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